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Ungewollt schwanger: eine Beratung hilft weiter

Ein positives Ergebnis des Schwangerschaftstests löst nicht bei allen Frauen Freude aus. Wer ungewollt schwanger ist, ist regelrecht geschockt. Bei der Frage, wie es weiter gehen soll, hilft eine individuelle Beratung weiter.

Ungewollt schwanger zu sein, ist meist ein grosser Schock für die betroffene Frau. Foto: diego_cervo, iStock, Thinkstock

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Ungewollt schwanger zu werden ist durch vielerlei Umstände möglich. Gründe können ein gerissenes Kondom, ungeschützter Verkehr oder Versagen der Antibabypille sein. Wer befürchtet, ungewollt schwanger zu werden, hat die Möglichkeit zur Notfallverhütung mit Hilfe der sogenannten „Pille danach“.

Ungewollt schwanger: Pille danach ist keine Abtreibung

In der Schweiz sind die beiden Präparate NorLevo und ellaOne auf dem Markt für Frauen erhältlich, die Angst haben, ungewollt schwanger zu werden. Beide Präparate verhindern eine Schwangerschaft, indem sie die Reifung der Eizelle verzögern oder den noch nicht stattgefundenen Eisprung nach hinten verschieben. Daher handelt es sich bei der „Pille danach“ nicht um eine Abtreibungspille.

NorLevo kann bis zu drei Tage nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Die Wirksamkeit innerhalb der ersten 24 Stunden liegt bei 95 Prozent. Je später die Einnahme stattfindet, desto geringer ist bei diesem Medikament die Wirksamkeit. Bei dem Präparat ellaOne liegt die Wirksamkeit bei 98 Prozent bei Einnahme innerhalb von fünf Tagen nach dem Geschlechtsverkehr. Anders als bei der NorLevo nimmt die Wirksamkeit bei späterer Einnahme nicht ab.

Schwangerschaftsabbruch zwölf Wochen lang legal

Laut Artikel 119 Strafgesetzbuch ist der Abbruch einer Schwangerschaft straflos, so lange er innerhalb von zwölf Wochen nach Beginn der letzten Periode stattfindet. Die Frau, die ungewollt schwanger ist, hat ihren Wunsch schriftlich vorzubringen. Wenn der behandelnde Arzt entscheidet, dass ein Abbruch der Schwangerschaft notwendig ist, um die Gefahr einer schweren seelischen Notlage oder schwerwiegende körperliche Schäden abzuwenden, ist der Eingriff auch nach dieser Frist straffrei.

Durch eine Vielzahl von Studien ist bekannt, dass die psychische Belastung vor dem Schwangerschaftsabbruch am höchsten ist. Zahlreiche Beratungsstellen für Familienplanung stehen Frauen, die ungewollt schwanger sind, mit Rat und Unterstützung zur Seite. Die Schwangerschaftsabbruch-Infostelle bietet im Internet eine Übersicht der einzelnen Einrichtungen.

Erleichterung nach dem Schwangerschaftsabbruch

Nach einem Schwangerschaftsabbruch ist die Mehrzahl der Frauen, die ungewollt schwanger wurden, in erster Linie erleichtert. Doch wenngleich die Fälle, in denen Frauen unter grösseren psychischen Problemen leiden, eher selten sind, empfinden je nach Studie etwa 14 bis 30 Prozent Reue, Traurigkeit und Schuldgefühle. Meist sind die Empfindungen nur vorübergehend, sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Gemeinnützige Vereine und Familienberatungsstellen leisten wertvolle Arbeit, indem sie emotionalen Beistand leisten.

Das Kind weggeben

„Schwanger, was nun?“, fragen sich viele Frauen. Sie können das Kind auch zur Adoption freigeben. Ein Kind nach der Geburt zur Adoption freizugeben, ist ein sehr schwerer Entscheid, der nicht ohne eingehende Gespräche vollzogen werden kann. Auskunft und Unterstützung erhalten Sie bei der Schweizerischen Fachstelle für Adoption. Ein Hilfsangebot für extreme Notsituationen ist das Babyfenster. Eine Mutter, die ungewollt schwanger wurde, hat die Möglichkeit, ihr Kind durch das Fenster in ein bereitstehendes Wärmebettchen zu legen. Das Klinikpersonal wird nach drei Minuten über den Babyfenster-Alarm über die Ankunft eines Babys informiert und kann das Kind entgegennehmen und versorgen. Nach einigen Tagen im Spital kommt das Kind zu Pflegeeltern. Frühestens ein Jahr nach Abgabe des Kindes kann es von einer Adoptiv-Familie adoptiert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hat die Mutter die Möglichkeit, das Kind zurückzufordern. Vor und auch nach der Abgabe des Kindes können die Eltern unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 811100 Hilfe und Beratung in Anspruch nehmen.

Weitere nützliche Informationen

Ungewollt schwanger

„Wie kann es heutzutage überhaupt noch passieren, dass eine Frau ungewollt schwanger wird, obwohl es doch wirksame Verhütungsmittel gibt?“ fragen sich viele Außenstehende. Eine ungewollte Schwangerschaft kann aber auch passieren, wenn Verhütungsmethoden angewandt werden. Denn keine ist hundertprozentig sicher. Ein Kondom kann abrutschen, eine Spirale versagen. Auch die Pille kann einmal nicht zuverlässig wirken, obwohl sie regelmäßig eingenommen wird. Manche Frau in den Wechseljahren hält sich zu früh für unfruchtbar. Immer noch hält sich der falsche Glaube, dass eine stillende Frau nicht schwanger werden kann. Und auch beim „ersten Mal“ kann eine Frau oder ein Mädchen schwanger werden. Eine spontane und unüberlegte Leidenschaft kann dazu verleiten, nicht über Verhütung nachzudenken. Auch die „natürliche Verhütungsmethode“ ist nicht zuverlässig. Manchmal führt die Unkenntnis darüber, wie lange männliches Sperma haltbar ist, zu falschen Berechnungen der nicht fruchtbaren Phasen der Frau.

Wie kann ich herausfinden, ob ich tatsächlich schwanger bin?
Wer hilft mir weiter, wenn ich ungewollt schwanger bin?
Was muss ich beachten, wenn ich einen Schwangerschaftsabbruch wünsche?
Was ist eine Schwangerschaftskonfliktberatung?
Hilfreiche Links zum Thema Schwangerschaftsberatung

Wie kann ich herausfinden, ob ich tatsächlich schwanger bin?

Am besten machen Sie erst einmal einen Schwangerschaftstest zuhause. Sie bekommen ihn in jeder Apotheke, manchmal auch in Drogeriemärkten. Bei einem solchen Schwangerschaftstest können Sie mit Hilfe Ihres Urins testen, ob eine Schwangerschaft bei Ihnen vorliegt. Wenn Sie auf dem Teststreifen ein positives Ergebnis sehen, können Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Sie schwanger sind.

Endgültige Gewissheit bringt aber nur ein Besuch bei ihrem Frauenarzt oder ihrer Frauenärztin. In der Regel kann er oder sie bei einem Ultraschall der Gebärmutter auch schon feststellen, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist, d.h. in welcher Schwangerschaftswoche Sie sich befinden.

Wer hilft mir weiter, wenn ich ungewollt schwanger bin?

Für eine Frau, die gerade von ihrer Schwangerschaft erfahren hat, ist der Mann, von dem sie schwanger ist, meistens der wichtigste Gesprächspartner. Aus verschiedenen Gründen kann es jedoch sein, dass ein Gespräch zwischen ihr und dem betroffenen Mann nicht zustande kommt, manchmal möchte dieser nicht darüber reden, ist nicht auffindbar oder drängt zu einem Schwangerschaftsabbruch.

Vielleicht haben Sie verständnisvolle Eltern oder Freunde, die Ihnen in der jetzigen Situation beistehen können und Sie auch beraten können. Schon ein Gespräch mit vertrauten Personen kann eine enorme Erleichterung bringen. Auch die Hausärztin, der Hausarzt, die Frauenärztin, der Frauenarzt oder eine Telefonseelsorge können Ansprechpartner in Ihrer jetzigen Situation sein.

Damit Ihr Schrecken, Ihre Sorgen und Ihre Ängste Sie nicht blind machen für Perspektiven und Hilfen in Ihrem Fall, sollten Sie auf jeden Fall eine Schwangerschaftsberatungsstelle aufsuchen. Hier bekommen Sie, wenn Sie es wünschen auch anonym zunächst mal ein offenes Ohr für Ihre Sorgen. Die ausführliche und umfassende Beratung ist kostenlos, und die Mitarbeiter einer anerkannten Beratungsstelle sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Die Berater besprechen mit Ihnen, was die Geburt des Kindes für alle Beteiligten bedeuten würde, was es zum Beispiel heißt, z.B. eine alleinerziehende Mutter zu sein und welche staatlichen Hilfen es gibt. Man informiert Sie über praktische Hilfen und Organisationen, die sich der Hilfe von Mutter und Kind verschrieben haben, wie beispielsweise die „Landesstiftung für Mutter und Kind“. In der Beratung können Sie u.a. erfragen, wie Sie trotz der Schwangerschaft eine Ausbildung fortsetzen können, wie sie eine geeignete Wohnung finden und das Kind später betreuen lassen können.

Man wird Sie ermutigen, das Kind auszutragen. Wenn Sie sich auf gar keinen Fall in der Lage fühlen, sich selbst um Ihr Kind zu kümmern, werden Ihnen auch andere Möglichkeiten aufgezeigt, nämlich das Kind zur Adoption freizugeben oder als Pflegekind in eine andere Familie zu geben. Auch eine vertrauliche Geburt ist möglich.

Zu einer solchen Beratung können Sie den Partner, Ehemann, den Freund, eine Freundin oder Ihre Eltern mitnehmen. Sie können sich auch alleine beraten lassen. Hier werden nicht nur die Vernunftgründe beleuchtet, sondern Ihnen als Betroffene wird auch geholfen, auf Ihre Gefühle für diese besondere Situation zu achten, in sich hineinzuhorchen und sich darüber auszutauschen, wie ein Leben mit Kind bewältigt werden könnte.

Wenn Ihnen als Frau, als Mann oder als Paar in Ihrer seelischen Verfassung weitergeholfen werden konnte und Sie sich einen Überblick über die Ihnen eventuell zustehenden finanziellen Hilfen verschafft haben, können Sie schließlich gestärkt und mit einem „klaren Kopf“ die für Sie richtigen Entscheidungen treffen und Ihre Zukunft planen.

Schwangerschaftsberatungsstellen gibt es überall: beim Gesundheitsamt Ihrer Stadt oder Gemeinde, bei Caritasverbänden, bei Pro Familia und Kirchlichen Verbänden.

Staatlich anerkannte Schwangerenberatungsstellen finden Sie hier: http://www.schwanger-in-bayern.de/

Was muss ich beachten, wenn ich einen Schwangerschaftsabbruch wünsche?

Das Gespräch mit dem Partner, anderen für Sie bedeutenden Bezugspersonen und den Beratern einer staatlich anerkannten Schwangerenberatungsstelle ist wichtig. Die Entscheidung für oder gegen das Kind und damit auch die Verantwortung dafür liegt jedoch bei der schwangeren Frau selbst. Eine Frau darf per Gesetz niemals unter Druck gesetzt werden, einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen.

Manche Frauen sehen trotz Abwägung aller Unterstützungsmöglichkeiten für eine frühe oder zunächst ungeplante Elternschaft in ihrer derzeitigen Lebenssituation keine Chance, ein Leben mit einem Kind in irgendeiner Form zu bewältigen oder es zur Adoption freizugeben. Sie wünschen dann einen Schwangerschaftsabbruch. Eine solche Entscheidung hat in jedem Fall langfristige Folgen. Daher sollte sie immer gründlich überlegt werden.

Nur bis zur 12. Schwangerschaftswoche ist ein Abbruch straffrei. Dazu muss die betroffene Frau aber eine Schwangerschaftskonfliktberatung einer anerkannten Beratungsstelle aufsuchen und diese mit einer Bescheinigung nachweisen. Frauen, die erst spät von ihrer Schwangerschaft erfahren, geraten mit der gesetzlichen Frist oft unter Zeitdruck. Sie können in der Eile nicht absehen, ob sie die eigenen Lebensumstände so verändern können, dass ein Kind darin Platz findet. Umso wichtiger ist es, die Hilfestellung einer Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen.

Was ist eine Schwangerschaftskonfliktberatung?

Eine Beratung in einer staatlich anerkannten Schwangerschaftsberatungsstelle ist Voraussetzung für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch. Sie ist kostenlos und in der Regel bekommt man dort umgehend einen Beratungstermin. In dieser Beratung wird behutsam auf die Schwangere und deren Partner eingegangen. Im Anschluss erhält die Frau eine Bescheinigung darüber, dass sie dort beraten wurde.

Aber Achtung: Beratungsstellen ohne staatliche Anerkennung können keine Beratungsbescheinigung ausstellen. Sie können zwar in einer Schwangerenkonfliktsituation beraten, aber für die Beratungsbescheinigung muss eine betroffene Frau in jedem Fall in eine gesetzlich anerkannte Schwangerschaftsberatungsstelle gehen, wie beispielweise Profamilia. Bei der Ausstellung der Beratungsbescheinigung muss der Name der Frau genannt werden. Die Beratungsstelle muss eine gesetzlich festgelegte Schweigepflicht einhalten, z.B. auch gegenüber den Eltern einer minderjährigen Schwangeren.

Mit der Bescheinigung über das Beratungsgespräch kann die Frau zu jedem Frauenarzt oder jeder Frauenärztin gehen, wo sie über den Eingriff, den Ablauf und auch die Risiken und mögliche physische und psychische Auswirkungen informiert wird. Mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin kann sie anschließend einen Termin für den Schwangerschaftsabbruch vereinbaren.

Die Schwangerschaftsberatungsstellen stehen auch jenen Frauen zur Verfügung, die nach einem Schwangerschaftsabbruch über Ihre Gefühle sprechen möchten und geben Hilfestellung bei seelischen Problemen, die häufig einem Schwangerschaftsabbruch folgen.

Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin, aber auch das Gesundheitsamt können Adressen von Schwangerschaftsberatungsstellen nennen.

Hilfreiche Links zum Thema Schwangerschaftsberatung

Staatlich anerkannte Beratungsstellen in Bayern finden Sie hier: http://www.schwanger-in-bayern.de/

Landesstiftung für Mutter und Kind: https://www.zbfs.bayern.de/familie/hilfe-muki/index.php

Ungewollte Schwangerschaft

Es gibt einige Dinge, die man bei ungewollter Schwangerschaft wissen sollte, bevor man sich für einen eventuellen Schwangerschaftsabbruch entscheidet.

Ungeplant schwanger – was nun?

Sind Sie ungewollt schwanger geworden und möchten die Schwangerschaft abbrechen lassen? Wenn Ihre letzte Monatsblutung nicht länger als 15 Tage her ist, benötigen Sie für den Schwangerschaftsabbruch keine ärztliche Bescheinigung. Sind jedoch 16 Tage oder längere Zeit seit Ihrer letzten Regelblutung vergangen, kann ein Schwangerschaftsabbruch nur mit ärztlicher Bescheinigung erfolgen. Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, Gynäkologen oder kommen Sie zu uns in die Klinik für ein Gespräch. Nach dem Gespräch gilt in den Niederlanden eine gesetzliche Warte- und Bedenkzeit von 5 Tagen, bevor eine ungewollte Schwangerschaft abgebrochen werden kann.

Eine Beendigung einer ungewollten Schwangerschaft kann in den Niederlanden grundsätzlich von der 5. bis zur 22. Woche erfolgen. Die Art der Abtreibung richtet sich dann nach dem Stadium der Schwangerschaft, in dem Sie sich befinden. Bis zur 8. Woche der Schwangerschaft ist ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch möglich. Danach, bis zur 12. Woche, kann die befruchtete Eizelle mit einer Saugkürettage entfernt werden, und ab der 13. Woche gibt es die Möglichkeit des instrumentellen Schwangerschaftsabbruchs.

Lesen Sie auch bitte diese weiterführenden Informationen, wenn Sie ungeplant schwanger geworden sind oder rufen Sie uns an unter der Nummer: +31 23 528 98 90, wir sprechen auch Deutsch.

Schwangerschaftstest: Zwei Striche – was bedeutet das?

  • Sobald sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet, sind Sie schwanger. Und ab diesem Moment bildet der Körper das Hormon HCG. Das Hormon wird ausschließlich während der Schwangerschaft gebildet und ist im Blut und im Urin nachweisbar.
  • Bis das HCG im Urin nachgewiesen werden kann, muss eine gewisse Konzentration vorhanden sein. Die Menge an HCG verdoppelt sich bis zu 12. Schwangerschaftswoche, danach nimmt die Konzentration wieder ab.
  • Ein Schwangerschaftstest testet den Urin auf das Vorhandensein von HCG. Ganz zu Beginn der Schwangerschaft kann die HCG Konzentration noch zu niedrig sein, als dass das Hormon im Urin nachgewiesen werden kann.
  • Ist HCG im Urin vorhanden, zeigt der Schwangerschaftstest dies durch zwei Striche an. Ist kein HCG nachweisbar, sehen Sie lediglich einen Strich.
  • Es gibt übrigens auch Schwangerschaftstests, die nicht über Striche Aufschluss über eine eventuelle Schwangerschaft geben. Stattdessen zeigen diese Test eine Schwangerschaft in Textform oder mit einem „+“ Zeichen sowie auch die Schwangerschaftswoche an.

Wie erkennt man den Unterschied zwischen einem positiven Schwangerschaftstest und einer Evaporationslinie?

Oh, diese irritierende Ähnlichkeit zwischen einem positiven Schwangerschaftstest und einer Evaporationslinie! Hast du schon einmal einen negativen Schwangerschaftstest in den Müll geworfen und Stunden später noch einmal darauf gesehen – und schockiert eine zweite Linie festgestellt? Dann weißt du, wovon wir reden. In den meisten Fällen ist das in Wirklichkeit kein positives Ergebnis, sondern vielmehr ein sehr grausames und verwirrendes Phänomen, das man als Evaporationslinie bezeichnet.

Du weißt bereits, wann du einen Schwangerschaftstest machen solltest und wie du die besten Schwangerschaftstests findest. Doch weißt du auch, wie du dich vergewissern kannst, dass die zweite Linie wirklich ein positives Ergebnis darstellt? Zum besseren Verständnis, warum es zu Evaporationslinien kommt und wie man sie vermeiden kann, werfen wir zunächst einen Blick auf die Anatomie eines Schwangerschaftstests.

Wie funktionieren Schwangerschaftstests?

Es gibt drei Arten von Schwangerschaftstests für zu Hause: Mittelstromtests, Eintauchtests und Pipettentests.

  • Mittelstromtests: Diese hält man einige Sekunden lang in den Urinstrom und dann wartet man einige Minuten auf die Resultate.
  • Eintauchtests: Pinkle in einen Becher und dann tauche den Test (normalerweise in Form eines Streifens) in den Becher.
  • Pipettentests: Bei dieser Art von Tests tröpfelt man frischen Urin, der vorher mit einer Pipette aus einem Becher aufgenommen wurde, in eine Testschale.

Bei allen diesen Tests besteht der wichtigste Schritt darin, zuerst die Anleitung zu lesen. Verschiedene Tests beinhalten verschiedene Anleitungen, und manchmal enthält eine Packung sogar mehrere Testarten und die Anleitungen unterscheiden sich ein wenig von Test zu Test. Lies also auf jeden Fall die Anleitung, damit du keinen Tropfen Urin verschwendest!

Wenn die Wartezeit abgelaufen ist, schau dir das Ergebnisfenster an, um zu sehen, ob der Test positiv oder negativ ausgefallen ist. Positive Tests zeigen ein Pluszeichen, zwei Linien oder eine ausdrückliche Mitteilung wie „schwanger“ oder „ja“ an.

Die Tests, die das Ergebnis durch zwei Linien anzeigen, haben zwei versteckte „eingezogene“ Linien, in denen sich die Tinte ansammelt: eine für die Kontrolllinie und eine für ein potenziell positives Ergebnis. Wenn sich die Tinte über das Ergebnisfenster bewegt, sammelt sie sich in einem oder beiden Einzügen an.

Was ist eine Evaporationslinie und wodurch unterscheidet sie sich von einem positiven Schwangerschaftstest?

Eine Evaporationslinie (auch Verdunstungslinie genannt) ist eine blasse Linie, die erscheint, nachdem ein negativer Test ausgetrocknet ist. Tests sind normalerweise dazu gedacht, drei bis fünf Minuten nach ihrer Durchführung abgelesen zu werden, solange sie noch feucht sind. Nach Ablauf dieser Zeit trocknet der Urin im Test. Wenn die Tinte über den Bildschirm wandert, wird das Ergebnis sichtbar. Manchmal verfängt sich ein wenig Tinte in der eingezogenen Linie, während sie über den Bildschirm wandert, was nicht beabsichtigt ist. Wenn der Test austrocknet und der Urin sich verflüchtigt, zieht sich diese Tinte zur Oberfläche hin und wird dunkler.

Deshalb lautet die wichtigste Regel, wenn du mit Sicherheit wissen willst, ob der Schwangerschaftstest positiv war: Lies ihn nur innerhalb der vorgesehenen Zeitspanne ab! Die Ergebnisse sind nur innerhalb der Zeitspanne, die in der Anleitung angegeben ist, zuverlässig.

Evaporationslinien können sehr irreführend sein!

Wie unterscheidet man ein blasses positives Testergebnis von einer Evaporationslinie?

Gut, jetzt weißt du also, wie man ein falsches positives Testergebnis erkennt. Doch was ist, wenn du innerhalb der für den Test vorgesehenen Zeitspanne eine blasse Linie siehst? Wie weißt du, dass der Schwangerschaftstest wirklich positiv ausgefallen ist?

  1. Teste nicht zu früh. Je früher du testest, desto niedriger werden deine hCG-Werte sein. Wenn du ein undeutliches Ergebnis hast, teste ein bis zwei Tage später noch einmal. Mit ansteigendem hCG wird ein wirklich positiver Test immer dunkler werden.
  2. Verwende einen empfindlicheren Test. Verschiedene Testarten und -marken haben unterschiedliche hCG-Schwellen, die erreicht sein müssen, damit sie ein positives Ergebnis anzeigen. Deshalb sind billige Tests, die du online bestellen kannst, bei einem frühzeitigen Testen verlässlicher als digitale Tests. Bedenke, dass der Nachteil des frühzeitigen Testens ist, dass du mit größerer Wahrscheinlichkeit eine chemische Schwangerschaft feststellen kannst. Diese sehr frühen Fehlgeburten kommen recht häufig vor. Sie stellen meistens kein Anzeichen für ein tieferliegendes Fruchtbarkeitsproblem dar und bevor es hochempfindliche Schwangerschaftstests gab, hatten Frauen sicherlich oft chemische Schwangerschaften, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein.
  3. Nimm nicht übermäßig viel Flüssigkeit auf. Wenn du sehr viel Wasser getrunken bzw. sehr oft Harn gelassen hast, könnte dein Urin zu stark verdünnt sein, um eine korrekte Ablesung zu ermöglichen. Am besten hältst du deinen Urin über zwei bis drei Stunden, um sicherzustellen, dass er nicht zu stark verdünnt ist. Der erste Morgenurin ist normalerweise stärker konzentriert als Urin zu einer beliebigen anderen Zeit des Tages.

Was bedeutet es, wenn du eine farblose Linie siehst?

Bei einem Eintauchtest besteht ein positives Schwangerschaftsergebnis aus zwei Linien derselben Farbe. Wenn die zweite Linie sehr blass und völlig farblos ist, könnte es bloß eine Einzugslinie sein.

Wir haben diese Einzugslinien weiter oben bei den Testbeschreibungen erwähnt, erinnerst du dich? Genauso wie Tinte versehentlich in die Einzugslinie geraten kann, kann die Einzugslinie selbst manchmal kaum sichtbar sein. Wenn deine zweite Linie grau oder farblos erscheint, ist sie wahrscheinlich eine Einzugslinie und der Schwangerschaftstest ist in Wirklichkeit nicht positiv.

Von Svenja Duerr | Jun 6, 2018

Svenja Duerr

Ungewollt schwanger

Wenn Sie einen Schwangerschaftsabbruch erwägen, sind Sie verpflichtet, sich in einer anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle beraten zu lassen. Das Beratungsgespräch ist ein Angebot, über die Gründe zu sprechen, die Sie zum Abbruch der Schwangerschaft bewegen.

Im persönlichen Gespräch in einer pro familia-Beratungsstelle oder einer anderen anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle versuchen die BeraterInnen, die Situation mit Ihnen zu klären. Wenn Sie es wünschen, können Sie auch Ihren Partner oder andere Personen zur Beratung mitbringen.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind im Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz geregelt. Hier ist formuliert, dass die Beratung Sie zur Fortsetzung der Schwangerschaft ermutigen soll. Sie brauchen deshalb jedoch nicht befürchten, dass Sie sich in der Beratung in irgendeiner Weise rechtfertigen müssen oder bedrängt werden, Ihre Gründe zu nennen oder Ihre bereits getroffene Entscheidung zu ändern.

Die Beratung ist ein Hilfsangebot. Die Entscheidung, ob Sie die Schwangerschaft abbrechen lassen oder fortführen, liegt allein bei Ihnen. Diese höchstpersönliche Entscheidung kann und darf niemand für Sie treffen. Sie benötigen keine ärztliche Feststellung, die den Abbruch befürwortet oder erlaubt.

Wenn Ihre Probleme, Sorgen und Lebensumstände Sie einen Abbruch der Schwangerschaft erwägen lassen, können Sie bei der Lösung durch die Beratung unterstützt werden. In der Beratung erhalten Sie auf Wunsch Informationen über alle finanziellen und sozialen Hilfen, die in Betracht kommen, um Ihnen die Fortsetzung der Schwangerschaft zu erleichtern und Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen.

Das Beratungsgespräch ist absolut vertraulich.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstelle stehen unter Schweigepflicht. Ohne Ihr Einverständnis eingeholt zu haben, dürfen sie niemandem Auskunft über Ihre Person oder Inhalte des Gesprächs geben. Andere Personen wie der Vater des Kindes, weiteres Fachpersonal, nahe Angehörige können nur auf Ihren Wunsch und mit Ihrem Einverständnis hinzugezogen werden.
Beraterinnen und Berater sind allerdings gesetzlich verpflichtet, den wesentlichen Inhalt von Beratungsgesprächen in einer anonymisierten Aufzeichnung festzuhalten. Diese Aufzeichnungen dienen ausschließlich dazu, die Arbeit der Beratungsstellen für die im Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz festgeschriebene Überprüfung zu dokumentieren.

Das Beratungsgespräch kann auf Wunsch anonym durchgeführt werden.

Wenn Sie es wünschen, müssen Sie weder bei der Anmeldung noch gegenüber der Beraterin oder dem Berater Ihren Namen angeben.

Das Beratungsgespräch ist kostenlos.

Wenn Sie es wünschen, kann eine Beratung auch mehrere Gesprächstermine umfassen.

Nach der Beratung erhalten Sie eine Beratungsbescheinigung.

Diese muss Ihnen nach Abschluss der Beratung mit Ihrem Namen und dem Datum ausgestellt werden. Am vierten Tag nach Ausstellung der Beratungsbescheinigung können Sie einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen.

Bei einer anonymen Beratung kann die Beratungsbescheinigung von einer anderen Mitarbeiterin der Beratunggstelle ausgestellt werden als von der Person, die Sie beraten hat.

Ungewollt schwanger: Was nun?

Eine einzige Verhütungspanne und es ist passiert: Du bist ungewollt schwanger. Was tun? Dafür solltest Du Dir Zeit nehmen. Nach langem Überlegen wird Dir klar, dass die Schwangerschaft nicht nur ungeplant ist, eine Zukunft mit Kind scheint einfach unmöglich. Egal, ob durch finanzielle Unsicherheit oder unpassende Lebensumstände, die Entscheidung gegen das Kind ist gefallen. Aber auch, wenn das klar ist, bleiben viele Fragen offen. Sollte man die Schwangerschaft abbrechen, oder das Kind zur Adoption freigeben?

Eine ungewollte Schwangerschaft ist ein Schock für jede Betroffene

Ungewollt schwanger: Ist ein Schwangerschaftsabbruch die einfachste Lösung?

Jedes Jahr wird eine Vielzahl von Frauen ungewollt schwanger und muss sich die vielleicht schwerste Frage ihres Lebens stellen: „Schwanger – was nun?“

Im Jahr 2015 lautete die Antwort für rund 99.200 Frauen: Abtreibung. Das klingt nach einer enormen Zahl, trotzdem geht die Rate der Schwangerschaftsabbrüche stetig zurück, was sicherlich auch mit der zunehmenden Aufklärung und dem gesellschaftlich mittlerweile völlig akzeptierten Einsatz von Verhütungsmitteln zu tun hat. Die Fakten zu einem Schwangerschaftsabbruch:

  • Eine Abtreibung darf in Deutschland nur bis zur zwölften Woche nach der Empfängnis durchgeführt werden.
  • Außerdem muss mindestens drei Tage vor dem Abbruch ein Beratungsgespräch stattgefunden haben. Dieses Gespräch muss bei einer staatlich anerkannten Beratungsstelle, wie zum Beispiel Pro Familia, durchgeführt werden. Es dient in der Regel dazu, der Schwangeren die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen aufzuzeigen und offene Fragen zu den Alternativen zu klären. Entschließt sich die Schwangere zu einem Gespräch in einer Pro-Familia-Beratungsstelle, so kann sie normalerweise sicher sein, dass alle Optionen sachlich und neutral dargestellt werden und sie nicht in eine bestimmte Richtung gedrängt wird.
  • Im Anschluss an das Gespräch wird der Schwangeren eine Bescheinigung über die Beratung ausgehändigt, welche dem Arzt vor dem Abbruch vorgelegt werden muss.

Was passiert bei einem Schwangerschaftsabbruch?

Es gibt verschiedene Methoden, um eine Schwangerschaft abzubrechen. Die bekannteste und auch am häufigsten praktizierte ist die Absaugung. Dabei wird nach örtlicher Betäubung oder auch unter Vollnarkose ein dünner Schlauch in die Gebärmutter eingeführt und der Embryo und die Gebärmutterschleimhaut mit einem starken Sog abgesaugt. Meist kann die Patientin schon kurz darauf wieder entlassen werden – trotzdem kann es danach zu Schmerzen im Unterleib kommen. Generell ist diese Form des Abbruchs relativ unkompliziert. Nach 10 bis 14 Tagen sollte dennoch auf jeden Fall eine Nachsorgeuntersuchung vorgenommen werden. Die Kosten des Eingriffs werden nicht von der Krankenkasse bezahlt – es ist daher also wichtig, sich vorher zu informieren, mit welchen Kosten man rechnen muss. Meistens liegen diese bei ca. 300 bis 500 Euro. Wenn man über ein geringes Einkommen verfügt, kann man jedoch einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Dazu wendet man sich an seine Krankenkasse.

Die zweite Methode ist der medikamentöse Abbruch. Im ersten Schritt werden Hormone in Tablettenform verabreicht. Diese Tabletten verhindern, dass die Schwangerschaft bestehen bleibt. Nach 48 Stunden wird dann ein zweites Medikament eingenommen, welches das Abstoßen des Embryos bewirkt. Dieser ca. dreistündige Prozess muss unbedingt unter der Aufsicht eines Arztes stattfinden. Auch in den folgenden Tagen wird es zu Blutungen und manchmal auch zu Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen und Erbrechen kommen. In jedem Fall sollte man sich aber in den Tagen nach dem Abbruch schonen und am besten mit vertrauten Menschen umgeben. Die Hormonumstellungen und auch die emotionalen Konsequenzen dieser Entscheidung können zu Depressionen führen, die es erst einmal zu überwinden gilt.

Eine Abtreibung kann eine Option bei einer ungewollten Schwangerschaft sein, sollte aber gut überdacht werden

Ungewollt schwanger: Adoption als Lösung?

Auch die Zahl der Adoptionen in Deutschland sinkt seit einiger Zeit. Das hat vor allem damit zu tun, dass Mütter, die ihre Kinder abgeben, immer noch mit dem Vorurteil zu kämpfen haben, sie seien Rabenmütter. Viele Schwangere fürchten auch den Moment, in dem sie das Baby das erste Mal im Arm halten. Sie haben Angst, ihre Entscheidung dann zu bereuen. Dass Adoption jedoch nicht immer die schlechteste Lösung ist, hat die Erfahrung gezeigt. In Deutschland kommen nämlich zurzeit zehn kinderlose Paare auf ein zur Adoption freigegebenes Baby.

Adoption ist vor allem für die ungewollt Schwangeren eine Lösung, bei denen es für einen Schwangerschaftsabbruch zu spät ist, oder für diejenigen, die diese Methode nicht mit ihrem Glauben oder ihrer Einstellung vereinbaren können. Gerade in Zeiten, in denen man tagtäglich von verwahrlosten und verhungerten Kindern hört, wünscht man dem Neugeborenen doch eher ein liebevolles Elternpaar, als eine Mutter, die ihr Kind ablehnt. Dennoch ist die Adoption kein leichter Schritt. Viele abgebende Mütter quält danach ein Leben lang die Ungewissheit, was aus ihrem Kind geworden ist.

Generell kann ein Kind direkt nach der Geburt oder auch später zur Adoption freigegeben werden, frühestens kann man jedoch acht Wochen vor der Geburt vor einem Notar in die Adoption einwilligen. Ist die Adoption offiziell, erlöschen damit unwiderruflich die verwandtschaftlichen Beziehungen sowie der Unterhalts- und Erbanspruch. Wer überlegt, sein Kind zur Adoption freizugeben, kann sich an jede Adoptionsvermittlungsstelle, zum Beispiel die des Jugendamtes, wenden. Dort hat man nicht nur die Möglichkeit, eine ausführliche Beratung zu erhalten, sondern kann auch Wünsche über die zukünftigen Eltern des Kindes äußern. Mittlerweile gibt es auch die halboffene und die offene Adoption. Bei der halboffenen Adoption hat die Mutter die Möglichkeit, das zukünftige Elternpaar kennen zu lernen, ohne jedoch deren Wohnort zu erfahren. Bei der offenen Adoption kann man nicht nur die Adoptiveltern kennen lernen, sondern bei beidseitigem Einverständnis sogar regelmäßig sein Kind besuchen. Trotzdem ist Adoption immer ein endgültiger Schritt, der in jedem Fall zuvor sorgfältig bedacht werden sollte.

Mit einer Adoption kann man einem kinderlosen Elternpaar einen Wunsch erfüllen

Ungewollt schwanger: Die Alternativen

  • Manche Frauen schrecken gerade deshalb vor der Adoption zurück, weil sie so endgültig ist. Wenn man beispielsweise finanziell zurzeit nicht für das Kind sorgen kann, kann man es jedoch auch in eine Pflegefamilie geben. Wenn man sich für diese Option entscheidet, kann man sich an das Jugendamt wenden. Das Sorgerecht bleibt in dem Fall aber allein bei den leiblichen Eltern – deshalb müssen diese sich auch im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten an den Unterhaltskosten für das Kind beteiligen.
  • Immer wieder hört man von Frauen, die ihr neugeborenes Kind aus Verzweiflung aussetzen. Damit so etwas nicht mehr vorkommt, kann man das Baby mittlerweile bei vielen Krankenhäusern anonym in eine Babyklappe legen. Auch in dem Fall kommt es erst einmal in eine Pflegefamilie. Die Mutter hat trotzdem acht Wochen Zeit, sich bei dem Krankenhaus zu melden und das Kind wieder zu sich zu holen.
  • Pflegefamilien sind eigentlich nur als Übergangslösung, zum Beispiel für die Zeit der Ausbildung einer jungen Mutter gedacht. Bleibt das Kind jedoch über einen längeren Zeitraum bei den Pflegeeltern, wird es immer schwerer, es wieder zurück zu holen – schließlich werden die Pflegeeltern mehr und mehr zu den Hauptbezugspersonen. Wenn man sich also nach einiger Zeit dazu entscheidet, sein Kind wieder selbst aufzunehmen – rechtlich darf man das jederzeit – sollte man es langsam und behutsam wieder an die leiblichen Eltern gewöhnen.

Ungewollt schwanger, aber vielleicht trotzdem bereit für ein Baby?

Auf die Frage: „Ungewollt schwanger, was nun?“ gibt es keine richtige Antwort. Denn die muss jede Frau in einer solche Situation für sich selbst finden. Im Vordergrund sollten aber immer das Wohl des Kindes und natürlich auch das eigene Wohl stehen. Daher sollte die werdende Mutter sich in jedem Fall die Zeit nehmen, die eigenen Lebensumstände zu überdenken, zu bewerten und auch sich selbst genau zu prüfen. Viele Schwangere brauchen ein paar Tage oder Wochen, um in sich zu gehen und die verschiedenen Entscheidungsalternativen zu durchdenken und für sich zu erfühlen. Es ist wichtig, sich diese Zeit zu nehmen, denn egal wie man sich im Endeffekt entscheidet, die Entscheidung muss sich für die Schwangere richtig anfühlen, denn sie wird in jedem Fall lange damit leben müssen. Aber allein die Schwangerschaft ist schon der Anfang von unbeschreiblichen Momente, welche nur eine Frau erleben kann.

Weitere Infos zur Thematik, wenn man ungewollt schwanger ist, findest Du zum Beispiel bei pro familia. Mehr Infos zu den Themen Adoption und Pflegefamilie bekommst Du auch bei der zuständigen Stelle des Jugendamtes Deiner Stadt.

Zu einer ungewollten Schwangerschaft kann es auf verschiedene Art kommen. Doch oft steckt leider Unwissenheit rund um den weiblichen Zyklus und Fruchtbarkeit dahinter. So wissen 90 Prozent der befragten Frauen nicht, dass Spermien mehr als drei Tage im Körper überleben können. Und sechs von zehn Frauen kennen nicht den Start- und Endpunkt eines Zyklus. Allerdings ist auch möglich, dass es durch andere Ursachen, wie beispielsweise das Versagen der Verhütung, zu einer ungewollten Schwangerschaft kommt. Ob eine ungewollte Schwangerschaft abgebrochen wird oder ausgetragen, ist sollte immer individuelle Entscheidung der Frau sein.

Möglichkeiten bei ungewollter Schwangerschaft

Wenn die Erkenntnis, dass Sie schwanger sind, Sie in pures Entsetzen stürzt und Sie keinen klaren Gedanken fassen können, sollten Sie Unterstützung und Beratung in Anspruch nehmen. Niemand hat das Recht, Sie für Ihre Entscheidung bei einer ungewollten Schwangerschaft unter Druck zu setzen.

Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Schwangerschaft abbrechen (Abtreibung)
  • Schwangerschaft fortsetzen (Kind behalten oder Adoption)

Wird die ungewollte Schwangerschaft fortgesetzt, besteht die Möglichkeit, das Kind zu behalten oder auch zur Adoption frei zugeben. Inzwischen gibt es in Deutschland auch die Möglichkeit der vertraulichen Geburt, wo anonym entbunden werden kann.

Ungewollte Schwangerschaft: Kind behalten?

Bei einer ungewollten Schwangerschaft, bei der die Frau das Kind behalten möchte, gibt es verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Hierbei sollten die verschiedenen Hilfsangebote für Schwangere in Anspruch genommen werden. Jede Frau hat das Recht auf Beratung zu sozialen und wirtschaftlichen Hilfen. Anlaufstellen hierfür betreibt beispielsweise Pro Familia, aber auch bei Caritasverbänden oder der Kirche werden Beratungen angeboten. Beratungsstellen in der Nähe können bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gefunden werden.

Keine Frau, die ungewollt schwanger ist, sollte sich zu einer Entscheidung drängen lassen, weder das Kind zu bekommen noch abzutreiben. Bei Unsicherheiten ist es immer gut, einen neutralen Beratungstermin aufzusuchen und das Pro und Contra aufzulisten sowie die eigenen Gefühle zur ungewollten Schwangerschaft wahrzunehmen.

Wenn eine Frau das Kind austragen möchte, sich aber nicht in der Lage sieht, das Kind großzuziehen, kann sie das Kind auch in Pflege oder zur Adoption freigeben. Steckt die Frau in einer großen Notlage, kann sie auch anonym entbinden (vertrauliche Geburt).

Ungewollt schwanger: abtreiben?

Wenn eine Frau, die ungewollt schwanger ist, über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenkt, muss sie eine Schwangerenkonfliktberatung nach § 219 STGB in Anspruch nehmen. Im Beratungsgespräch kann sie über die Gründe sprechen, die sie zur Abtreibung veranlasst. Die Beratung ist dazu gedacht, die rechtliche Lage abzuklären und der Frau alle Möglichkeiten aufzuzeigen. Die Entscheidung, abzutreiben oder die Schwangerschaft fortzusetzen liegt jedoch allein bei der Frau. Sie soll im Beratungsgespräch weder dazu gedrängt werden, die Schwangerschaft fortzusetzen oder sich für ihre Entscheidung zur Abtreibung zu rechtfertigen.

Nur qualifizierte Beratungsstellen dürfen die kostenlose und vertrauliche Beratung durchführen. Sie können beispielsweise bei ProFamilia gefunden werden. Die Frau erhält danach eine Beratungsbescheinigung. Nach dem Beratungstermin müssen vier Tage vergehen, bis die Frau den Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen kann.

Kondome: 5 Fehler beim Verhüten

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