Umzug mit kindern

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Kinder nach dem Umzug eingewöhnen

Packen Sie einen extra Karton mit wichtigen Sachen
für Ihr Kind – Foto: © klickerminth

Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

  • So gewöhnen sich Kinder nach dem Umzug schnell ein
  • Umzug bedeutet Veränderung
  • Wie erleichtere ich meinem Kind den Umzug?
  • Wie gewöhnt man Kinder an die neue Umgebung?

So gewöhnen sich Kinder nach dem Umzug schnell ein

Die Entscheidung umzuziehen, treffen Eltern nicht leichtfertig. Denn ihnen ist bewusst, dass dies für ihre Kinder eine schwierige Situation werden wird. Nun lassen sich manchmal diese Beschlüsse nicht umgehen und Kinder müssen zwangsläufig lernen, damit umzugehen. Ein Umzug für ein Kind bedeutet immer eine große Veränderung, die mit Unsicherheit, Angst und Stress einhergeht. Denn Kinder setzen andere Prioritäten als ihre Eltern. Ihnen fällt die Trennung von der Oma oder der netten Nachbarin vielleicht schwerer, als von den eigenen Freunden.
Die Gründe für einen Umzug liegen meist in der beruflichen Situation der Eltern oder einer Trennung. Die Konsequenzen für die Kinder sind die jedoch fast immer gleich. Oft wird es notwendig, nicht nur innerhalb der Stadt umzuziehen, sondern in eine völlig neue weit entfernte Umgebung zu wechseln oder gar mit den Eltern ins Ausland zu gehen. Kein Wunder, dass Kinder auf die Nachricht „Umzug“ in der Regel nicht mit Begeisterung reagieren.

Umzug bedeutet Veränderung

Für Kinder ist das Wort Umzug gleichzusetzen mit dem Wort Veränderung. Sie werden meist vor vollendete Tatsachen gestellt und sind der Situation ausgeliefert. Mit einem Kloß im Hals wird ihnen bewusst, was nun alles anders wird. Die geliebten Freunde nicht mehr treffen, ein neuer Kindergarten oder eine neue Schule mit fremden Erziehern und Lehrern kommen auf sie zu. Die gewohnten Spielplätze, Treffpunkte, Jugendclubs und Sportvereine gehören bald der Vergangenheit an. Alles ist neu: der Schulweg, die Läden zum Einkaufen, das Kino und vieles mehr. Einzig die Eltern oder ein Elternteil sind als Konstante ein fester Bezugspunkt geblieben.
Kinder reagieren je nach Alter unterschiedlich auf einen Umzug. Obwohl Kleinkinder und Babys einen Wohnortwechsel recht gut verkraften, vermissen auch sie ihre gewohnte Umgebung. Reaktionen wie Schlaflosigkeit, erneutes Einnässen oder Traurigkeit sind nicht ungewöhnlich. Bei Schulkindern und Teenagern verläuft ein Umzug in der Regel problembehafteter, denn ihnen fällt die Trennung aufgrund vieler sozialer Kontakte schwerer. Um den Kindern den Umzug so leicht wie möglich zu machen, können einfache Tipps helfen, die Alltagsroutine wieder einzuführen und einen gewohnten Tagesablauf zu schaffen.

Wie erleichtere ich meinem Kind den Umzug?

Geben Sie eine Party zum Abschied: Laden Sie Freunde ein und feiern Sie nochmal so richtig gemeinsam. Schießen Sie dabei viele Fotos, die Ihr Kind im neuen Heim aufhängen kann.
Versuchen Sie Ihr Kind in die Entscheidung „Umzug“ soweit es geht mit einzubeziehen. Geben Sie ihm das Gefühl, nicht ganz übergangen worden zu sein.
Nehmen Sie sich, wenn möglich, Zeit vor dem Umzug. Und zwar nicht für die Vielzahl an organisatorischen Dingen, sondern um Ihr Kind emotional auf die Veränderung vorzubereiten.
Packen Sie einen speziell markierten Karton, der die wichtigsten persönlichen Dinge für die ersten Nächte enthält. So zum Beispiel das Lieblingskuscheltier, Fotos oder das Tagebuch usw.
Muss Ihr Kind die Schule wechseln, so beziehen Sie es in die Wahl der Schule mit ein. Ähnlich verhält es sich bei größeren Kindern im Vorschulalter. Günstig ist es, zum Halb- bzw. Schuljahreswechsel umzuziehen.
Wenn möglich sollten Sie vor dem Umzug in Ruhe mit dem Kind die neue Umgebung besuchen und gegebenenfalls die neue Wohnung oder das Haus gemeinsam mit dem Kind aussuchen. Behalten Sie dabei auch dessen Wünsche und Bedenken mit im Hinterkopf.

Wie gewöhnt man Kinder an die neue Umgebung?

Geben Sie dem Kind die Möglichkeit, Kontakte zur alten Heimat zu halten. Zum Beispiel indem Sie ihm den Zugang zum Internet ermöglichen oder Telefonnummern für jüngere Kinder von dessen Freunden mit in die neue Stadt nehmen.
Ermuntern Sie das Kind, nach dem Umzug in einen neuen Sportverein zu gehen oder anderweitig Vereine oder Gruppen zu besuchen. Kleinen Kindern fällt die Umgewöhnung leichter, wenn sie mit den Eltern eine Eltern-Kind-Gruppe oder eine Krabbelgruppe besuchen. Auf dem Spielplatz lassen sich schnell neue Freunde finden und auch die Eltern finden eher Anschluss.

Überlassen Sie soweit wie möglich dem Kind die Entscheidung über die Gestaltung des neuen Zimmers und legen Sie Wert darauf, dass trotz des Stresses und der vielen Arbeit dies eines der ersten fertigen Zimmer wird. Nehmen Sie so viel Vertrautes wie möglich mit, um Ihrem Kind ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln.
Helfen Sie Ihrem Kind beim Packen. Auch kleine Kinder verstehen schon, dass ihre Sachen nicht weggeschmissen werden, sondern mit ins neue zu Hause umziehen werden. Also lassen Sie es ruhig beim Packen helfen.
Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, sich zu orientieren, in dem Sie gemeinsam wichtige Strecken immer wieder ablaufen, Busse und Bahnen gemeinsam fahren.
Geben Sie eine Willkommensparty. Die Nachbarn und neuen Freunde aus Kita und Schule können Sie zu einer gemeinsamen Party einladen und so neue Freundschaften knüpfen oder vertiefen. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran.
Text: C. D. / Stand: 02.02.2020
Weitere Tipps:

  • Lesen Sie gemeinsam ein Kinderbuch zum Thema Umzug.
  • Lassen Sie das Kind am Umzugstag bei einer vertrauten Person bzw. nehmen sich genügend Zeit für Ihr Kind.

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  • So bereiten Sie Kinder auf den Umzug vor
  • So geht der Umzugstag für Familien entspannt über die Bühne
  • So gewöhnen sich Kinder an das neue Zuhause
  • Vor und nach dem Umzug: Organisatorisches für Eltern und Kinder

So bereiten Sie Kinder auf den Umzug vor

Babys und Kleinkinder bis ca. zwei Jahre brauchen nach dem Umzug ein wenig Zeit und liebevolle Begleitung, um sich an das neue Zuhause zu gewöhnen. Große Ankündigungen vor dem Umzug bringen hingegen nicht viel: Das Kind ist schlicht noch zu klein, um die Situation verstehen und einordnen zu können.

Ältere Kinder dagegen können Sie gut auf den Umzug vorbereiten. Dabei ist vor allem wichtig: Viel erklären und die Sorgen der Kinder ernst nehmen.

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So verlieren Kinder die Angst vor dem Umzug

  • Sprechen Sie mit Ihren Kindern über den geplanten Umzug und erklären Sie ihnen die Gründe. Gehen Sie auf Sorgen Ihrer Kinder ein und nehmen Sie sich Zeit für Fragen.
  • Wenn möglich: Unternehmen Sie eine Besichtigungstour am neuen Wohnort und zeigen Sie den Kindern das Haus, die Schule oder den Kindergarten schon einmal von außen.
  • Informieren Sie sich schon vor dem Umzug, welche Spielgruppen, Spielplätze und Sportvereine es am neuen Wohnort gibt und wo Ihre Kinder künftig ihren Hobbys nachgehen können.
  • Sie bauen neu oder renovieren Ihre künftige Wohnung selbst? Lassen Sie die Kinder bei der Einrichtung und Gestaltung des Kinderzimmers mitreden.
  • Kinder sind stolz auf alles, was sie schon selbst können. Lassen Sie sie daher zum Beispiel ihre Spielsachen selbst einpacken und helfen Sie ggf. dabei.
  • Lassen Sie das allerliebste Kuscheltier, Puppe oder Spielzeugauto unverpackt. Dann ist es am Umzugstag griffbereit.
  • Sie ziehen weit weg und Ihr Kind wird seine Freunde erst mal nicht mehr sehen? Laden Sie die besten Freunde zu einer kleinen Abschiedsparty ein und tauschen Sie Adressen und Handynummern mit den Eltern aus – so können die Kinder in Kontakt bleiben.
  • Tipp: Kinderbücher zum Thema Umzug gibt es für alle Altersstufen.

skynesher, iStock Kartons packen können Kinder auch – und sie freuen sich, wenn sie helfen dürfen.

So geht der Umzugstag für Familien entspannt über die Bühne

Die meisten Kinder helfen zwar gern, aber Hand aufs Herz: Am Umzugstag, wenn Möbel und Kisten gestemmt werden und viele Helfer durcheinanderlaufen, sind die Kleineren doch eher im Weg.

Für Kleinkinder sollten Sie daher eine vertraute Betreuungsperson – zum Beispiel Oma, Opa oder Tante – organisieren, die sie vom Umzugstrubel fernhält und stattdessen etwas Tolles mit ihnen unternimmt. Ältere Kinder, die gern mithelfen möchten, können natürlich leichte Sachen tragen. Aber auch für sie sollte sich immer jemand zuständig fühlen.

Sobald im neuen Heim alles ausgeladen und grob an Ort und Stelle gerückt ist, können alle Kinder wieder dazukommen. Wichtiger Tipp: Richten Sie die Kinderzimmer zuerst ein. So haben die Kleinen einen Rückzugsort und können zur gewohnten Zeit ins Bett gehen, während die Eltern noch bis spät abends weiter räumen.

Unfälle am Umzugstag vermeiden

Sicherheit geht auch am Umzugstag vor:

  • Bringen Sie Kindersicherungen wie Steckdosenschutz und Treppengitter auch im neuen Heim sofort an.
  • Stapeln Sie Kartons immer sicher an einer Wand und nicht zu hoch, damit sie nicht so leicht umfallen können.
  • Halten Sie Reinigungsmittel, Batterien und Co. immer unter Verschluss und räumen Sie sie im neuen Haus gleich außer Reichweite der Kinder.

So gewöhnen sich Kinder an das neue Zuhause

Dass ein Kind kurz nach dem Umzug auch mal traurig ist, weil die Freunde und die vertraute Umgebung nicht mehr da sind, ist ganz normal – Ihnen als Eltern geht es ja sicher auch nicht anders. Aber: Das geht vorbei.

  • Beweisen Sie Geduld und Einfühlungsvermögen – egal, ob Ihr Kind sich in den ersten Tagen in das neue Zimmer zurückziehen möchte oder Ihnen am Rockzipfel hängt und viel Gesprächsbedarf hat.
  • Behalten Sie Ihren Alltag bei: Gewohnte Abläufe wie das gemeinsame Frühstück und das Vorlesen am Abend geben Kindern Sicherheit.
  • Hängen Sie Fotos von Freunden und vom alten Wohnort im Kinderzimmer auf oder gestalten Sie gemeinsam mit den Kindern ein Fotoalbum mit Erinnerungen.
  • Laden Sie die Freunde aus der alten Heimat einfach mal für einen Tag ein.

Babys und Kleinkindern fällt die Eingewöhnung im neuen Heim meist leicht. Ihnen genügt meistens die Anwesenheit ihrer Eltern, damit ihre kleine Welt in Ordnung ist.

Kinder im Kindergarten- oder Schulalter benötigen eine gewisse Zeit zur Eingewöhnung. Rechnen Sie durchaus mit sechs bis acht Wochen. Ein Umzug in den (Sommer-)Ferien wäre optimal, denn dadurch kann sich Ihr Kind vor Schulbeginn an die neue Umgebung gewöhnen.

Üben Sie den neuen Schulweg mit Ihren Kindern, und ermutigen Sie sie, neue Freunde nach Hause einzuladen.

kate_sept2004, iStock Ein Schulwechsel ist eine große Herausforderung für Kinder. Mit neuen Freunden geht alles gleich viel besser.

Vor und nach dem Umzug: Organisatorisches für Eltern und Kinder

Nicht nur die emotionale Vorbereitung ist beim Umzug mit Kindern wichtig. Gespräche mit Schule, Kita, Behörden und Co. gehören auch dazu.

Kinder an neuer Schule oder Kita anmelden

Ihre Kinder besuchen den Kindergarten?

  • Informieren Sie sich so früh wie möglich über Betreuungsmöglichkeiten am neuen Wohnort. Welcher Kindergarten liegt für Sie günstig und sagt Ihnen zu? Wie sind die Anmeldemodalitäten?
  • Kündigen Sie den Betreuungsvertrag mit der alten Kita möglichst frühzeitig. Oft gibt es längere Kündigungsfristen.

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Ihre Kinder gehen zur Schule?

  • Auch hier gilt: Informieren Sie sich frühzeitig, am besten persönlich vor Ort, welche Schulen infrage kommen.
  • Sie müssen Ihr Kind bei der alten Schule schriftlich abmelden und bei der neuen anmelden.
  • Sie ziehen in ein anderes Bundesland? Lassen Sie sich von den Lehrern der alten Schule über den Lehrplan des anderen Bundeslandes informieren oder suchen Sie rechtzeitig das Gespräch mit dem Schulleiter der neuen Schule.
  • Da bei einem Schulwechsel in ein anderes Bundesland viel zu beachten ist, hat die Kultusministerkonferenz eine Info-Seite dafür eingerichtet.

Kinder ummelden: Daran müssen Sie denken

Wenn Sie Ihren neuen Wohnsitz beim Einwohnermeldeamt anmelden, melden Sie Ihre Kinder mit um. Außerdem müssen Sie Ihre Adresse für den Bezug von Kindergeld ummelden.

Getrennt lebende Eltern, die das gemeinsame Sorgerecht haben, müssen sich über den Umzug einig sein. Der Elternteil, der mit dem Kind umzieht, muss also vor dem Umzug den anderen Elternteil informieren und sein Einverständnis einholen.

Seit dem 1. November 2015 ist eine schriftliche Einverständniserklärung des nicht mit umziehenden Elternteils Pflicht und muss bei der Anmeldung im Einwohnermeldeamt vorgelegt werden. Ein Formular stellt Ihnen das Einwohnermeldeamt Ihres künftigen Wohnorts in der Regel per Download zur Verfügung.

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Den Umzug mit Kindern richtig planen

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Ein Wohnortwechsel bringt Veränderungen in vielen Lebensbereichen mit sich. Erwachsene, die den Umzug selbst beschließen, können sich gut darauf vorbereiten. Für Kinder ist der Ortswechsel hingegen eine Reise ins Ungewisse – ohne Rückfahrticket. Aus diesem Grund ist eine gute emotionale wie auch organisatorische Vorbereitung das A und O, wenn es um den Umzug mit Kindern geht.

Neuer Job, Scheidung, Familienzuwachs: Oft nimmt das Leben überraschende Wendungen, die einen Umzug mit der ganzen Familie nötig machen. Gerade wenn Kinder mit im Spiel sind, sollte ein Umzug von langer Hand geplant werden. Schließlich geht es hierbei nicht nur um die Umzugsarbeit selbst, sondern auch darum, die Kinder auf ihr neues Umfeld und die Veränderungen in ihrem jungen Leben vorzubereiten.

Ein Umzug mit Kindern kann auch Spaß machen – wenn man wichtige organisatorische Vorbereitungen trifft. Foto: iStock/PeopleImages

Der richtige Zeitpunkt für den Umzug mit Kindern

Der Zeitpunkt des Umzugs ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu gehören beispielsweise das Ende des bisherigen Mietvertrags und der frühste mögliche Einzugstermin in die neue Bleibe. Dennoch sollten Eltern das Umzugsdatum mit Bedacht wählen. „Wenn es die Umstände erlauben, sollten Eltern darauf achten, möglichst keinen Bruch im Leben ihrer Sprösslinge zu erzeugen“, sagt Anna Schoppa, selbstständige Kinder-, Jugend- und Familiencoachin aus Bad Nauheim. Für den Umzug mit Kindern sind deshalb die großen Ferien ideal. So können Schul- und Kindergartenkinder das Jahr in ihrer gewohnten Umgebung beenden.

Wann gilt es, den Umzug mit den Kindern zu besprechen?

Je älter Kinder sind, desto stärker ist ihre Bindung an das Wohnumfeld. Sie haben Freunde in der Nachbarschaft, eine feste Clique in der Schule oder sind beispielsweise in Sport- oder Musikvereinen aktiv. Umso mehr Zeit brauchen sie, um sich mit dem bevorstehenden Wohnortwechsel auseinanderzusetzen. „Ganz gleich, ob es sich um Kleinkinder, Schulkinder oder Jugendliche handelt – Eltern sollten ihre Kinder in die Umzugspläne einbeziehen, sobald die Entscheidung für den Wohnortwechsel gefallen ist“, rät Schoppa. Dazu gehört auch, den Kindern die Gründe für den Umzug altersgerecht zu erklären. Zudem ist es wichtig, sie nach ihren Wünschen und Bedürfnissen für den neuen Wohnort zu fragen. „Wünscht sich das Kind beispielsweise einen Tennisverein in der Nähe, sollten sich die Eltern vorab informieren, ob es einen Verein im Ort gibt und wie das Kind ihn vom neuen Zuhause aus erreichen kann. So hat das Kind etwas, worauf es sich am neuen Wohnort freut“, folgert Anna Schoppa.

Es ist normal, wenn Kinder mit Wut oder Trauer reagieren, nachdem sie von den Umzugsplänen erfahren haben. Foto: Konstantin Yuganov/fotolia.com

Darüber hinaus gilt es den Kindern zu vermitteln, dass in den ersten Monaten nach dem Wohnortwechsel alles neu und ungewohnt für sie sein wird. Einige Dinge werden sie besser, andere jedoch zunächst als schlechter empfinden.

Es ist völlig normal, wenn Kinder traurig oder wütend sind, nachdem sie von den Umzugsplänen erfahren haben. Diese Emotionen sollten Eltern zulassen und darauf eingehen. „Es ist jedoch wichtig, den Umzug insgesamt positiv anzugehen und Lösungen für Ängste und Probleme aufzuzeigen“, rät die Familiencoachin. Beispielsweise können die Erwachsenen auf Vorteile für die Kinder hinweisen wie ein größeres Zimmer im neuen Zuhause oder einen schöneren Garten.

Wie kann ich mein Kind auf den Umzug vorbereiten?

Nichts ist schlimmer, als vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Aus diesem Grund sollten Eltern ihren Nachwuchs so gut es geht in die Umzugsplanungen einbeziehen. Es ist wichtig, dass sie das neue Zuhause vor dem Wohnortwechsel mit den Sprösslingen besichtigen. So können sich die Kinder besser auf ihr neues Leben einstellen. „In vielen Fällen lohnt es sich, einen regelmäßigen Umzugsrat einzuberufen, bei dem jedes Familienmitglied über seine Sorgen, aber auch über seine positiven Erwartungen spricht“, erklärt Anna Schoppa. Das hilft Konflikte zu vermeiden.

Der Umzug wird für die Kinder zu einem Abenteuer, wenn die Eltern sie in der Gestaltung ihres neuen Reichs einbeziehen. Foto: Chepko Danil/fotolia.com

Kinder brauchen zwar ihr gewohntes Umfeld, um sich wohl zu fühlen, dennoch sind sie von Natur aus neugierig. Die kindliche Neugier können Erwachsene bewusst stimulieren, um sie auf den Wohnortwechsel vorzubereiten. „Auf diese Weise lässt sich der Umzug mit Kindern wie ein Abenteuer gestalten“, erklärt Anna Schoppa. Dazu gehört beispielsweise, dass Eltern ihre Schützlinge bei der Planung des Kinderzimmers beteiligen.

Bereits Kleinkinder haben in der Regel eine Lieblingsfarbe. Diese könnte die Grundfarbe für ihr neues Reich werden. Abhängig vom Alter des Kindes sollten Eltern auch die Einrichtung des neuen Zimmers mit ihm besprechen. Auf diese Weise kann das Kind selbst einen Teil zum Umzug beitragen und fühlt sich später schneller in seinem neuen Zimmer heimisch.

Vor dem Umzug mit Kindern gilt es, nicht nur die neue Bleibe, sondern auch die Umgebung zu erkunden. Während sich die Kleinsten für den nächsten Spielplatz am neuen Wohnort interessieren, möchten Schulkinder und Jugendliche wissen, wo die Schule, das Schwimmbad, die Eisdiele, der Bolzplatz oder der Skatepark ist. Falls mit dem Umzug ein Schulwechsel einhergeht, kann ein Probetag an der neuen Schule helfen, dem Kind die Angst zu nehmen. So hat es bereits im Voraus einen ersten Eindruck von seinen neuen Klassenkameraden und kann vielleicht sogar erste Bekanntschaften machen. Damit alles reibungslos verläuft, sollten Eltern rechtzeitig einen Schnupper-Termin an der neuen Schule vereinbaren.

Steht der letzte Schul- oder Kindergartentag an, heißt es Abschied nehmen. „Hierbei sollten Eltern die Wirkung von Abschiedsritualen nicht unterschätzen. Ein gut ausgelebter Abschied sorgt dafür, dass es kaum zum Unwohlsein des Kindes im neuen Heim kommen wird“, erklärt die Familiencoachin. Idealerweise backen Eltern mit ihren Schützlingen zusammen einen Kuchen, den das Kind am letzten Kindergarten- oder Schultag mitnehmen kann. Darüber hinaus darf eine Abschiedsparty mit allen Freunden des Kindes nicht fehlen. Ist das Kind bereits ein Teenager, legt es in der Regel Wert darauf, seine Abschiedsparty selbst zu organisieren.

Praxis-Tipp

Die Eltern können für die Freunde des Kindes Flyer mit der neuen Adresse und Telefonnummer vorbereiten. So fällt das Kontakthalten viel leichter.

Die Vorbereitung des Umzugs mit Kindern

Bei einem Umzug mit Kindern gibt es viel zu organisieren. Dazu zählen unter anderem folgende Punkte:

  • Kinder und Jugendliche seelisch auf den Wohnortwechsel vorbereiten
  • Helfer für den Umzugstag organisieren
  • Umzugswagen mieten
  • Eventuell ein Umzugsunternehmen beauftragen
  • Ummeldungen bei Ämtern, Behörden, Energie- und Wasserversorgern
  • Gegebenenfalls die Kinder von der bisherigen Schule oder vom bisherigen Kindergarten abmelden und in den entsprechenden Einrichtungen des neuen Wohnorts anmelden

Mit der Umzugscheckliste von Immowelt behalten Eltern ihre Termine rund um den Wohnortwechsel am besten im Blick. Sie können die Liste auf ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen. Zudem haben sie die Möglichkeit, Termine, die den Umzug mit Kind betreffen, zu integrieren. Dazu zählt beispielsweise der Probetag des Kindes in der neuen Schule. Wer möchte, kann sich an die wöchentlich anstehenden Checkpunkte per E-Mail erinnern lassen.

Checkliste

Umzugscheckliste anlegen und individuelle Fristen für den Umzug berechnen lassen oder Umzugs-App herunterladen.

Das Kinderzimmer sollte in der neuen Wohnung als erstes eingerichtet werden. Grafik: immowelt.de Grafik: immowelt.de

Steht der Umzug unmittelbar bevor, geht es an das Packen der Kartons. Grundsätzlich sollten Eltern das Kinderzimmer so lange wie es sinnvoll ist unangetastet lassen. So haben die Kleinen einen Rückzugsort, an den sie vor der Umzugshektik fliehen können. Erst wenn alle anderen Räume ausgemistet und die Gegenstände, die weiterhin benötigt werden, eingepackt sind, sollte das Kinderzimmer ausgeräumt werden. Idealerweise helfen die Kleinen mit. So können auch sie ihren Teil zum Umzug beitragen und ihn leichter verarbeiten. Für Schulkinder und Jugendliche ist es ebenfalls wichtig mit anzupacken: Ältere Kinder sind meist empfindlich, was ihre Privatsphäre angeht. Indem sie beim Ausräumen des Zimmers selbst mitmachen, können sie beispielsweise ihr Tagebuch oder ähnliches vor den Augen der Eltern schützen.

Zuerst gilt es Spielsachen und Kleidungsstücke, die nicht mehr gebraucht werden, auszusortieren. Anschließend sollten die übrigen Gegenstände in Umzugskartons gepackt werden. Dabei gilt: Schwere Sachen kommen unten in die Box und leichte nach oben. Das gibt den Kartons die nötige Stabilität. Zudem ist es sinnvoll, die Kartons zu beschriften, damit beispielsweise in die Box „Kinderzimmer“ ausschließlich Gegenstände aus dem entsprechenden Raum gepackt werden. Sind alle Boxen gepackt, kann der Umzugstag kommen.

Wer sich unsicher ist, wie viele Kartons er benötigt, kann das ganz leicht dem Umzugskartonrechner herausfinden:

Umzugskartonrechner

Der Umzugstag ist da – wohin mit den Kindern?

Um den Kindern am Umzugstag Stress zu ersparen, kann man sie zum Beispiel bei den Großeltern unterbringen. Grafik: immowelt.de Grafik: immowelt.de

Bei der Frage, ob Eltern ihre Kinder den Umzugstag miterleben lassen sollten oder nicht, sind sich viele Erziehungsexperten uneinig. Die einen argumentieren, dass Kinder den Umzugstag besser verarbeiten, wenn sie sehen, wie die Kartons und Möbel verladen, abtransportiert und im neuen Heim wieder aufgebaut werden. Die anderen halten dagegen, dass der Umzugstag sehr hektisch ist und Eltern ihre Kinder vor diesem Stress bewahren sollten, indem sie sie bei Verwandten oder Bekannten unterbringen.

Familiencoachin Schoppa empfiehlt einen Kompromiss: Sie argumentiert, dass die Erwachsenen am Umzugstag wenig Zeit hätten, sich mit dem Kind zu befassen. Sie müssten die Helfer koordinieren, Möbel abbauen und vieles mehr. Zudem stünden an diesem Tag viele Kisten und oft sogar Werkzeuge im Weg, was das Verletzungsrisiko erhöht. „Aus diesem Grund sollten die Eltern den Kindern im Voraus genau erklären wie dieser Tag abläuft. Beispielsweise, dass die Kinder keinen Platz zum Spielen haben werden, dass die Küche abgebaut wird und nichts für sie gekocht werden kann und dass es deshalb für sie schöner ist, den Tag bei Verwandten oder Bekannten zu verbringen“, so Schoppa. Wichtig ist, dass sich die Kinder nicht abgeschoben fühlen, sondern den Grund verstehen, warum die Eltern sie vor dem Umzugsstress bewahren möchten. Wenn die Wohnung leer geräumt ist, kann es helfen, wenn Eltern ihren Sprösslingen die Möglichkeit geben, sich von jedem Raum zu verabschieden. „Das hilft den Kindern loszulassen und sich ihrem neuen Leben zuzuwenden“ erklärt die Expertin.

Im Gegensatz zu jüngeren Kindern, die meist noch nicht die Geduld für einen langen Umzugstag aufbringen können, sind Jugendliche reifer. Aus diesem Grund sollten Eltern von Teenagern ihrem Kind die Entscheidung überlassen, ob es am Umzugstag mithelfen möchte oder nicht. Falls es den Umzug miterleben möchte, gilt es, eine Tasche mit den wichtigsten Sachen des Jugendlichen zu packen. Diese darf nicht in den Transporter verladen werden, sondern sollte für den Teenager den ganzen Tag über griffbereit bleiben. Zudem schadet es nicht, eine Alternative bereit zu halten, falls der Jugendliche die Lust am Helfen verliert – so ein Umzugstag kann schließlich sehr lange dauern.

Praxis-Tipp

Ganz gleich, ob die Kinder am Umzugstag vor Ort sind oder nicht – ihre Zimmer haben die oberste Priorität. Eltern sollten darauf achten, dass die Kartons der Kinder als letztes in den Transporter geladen werden, damit sie im neuen Heim sofort griffbereit sind. Am neuen Wohnort angekommen, gilt es, zuerst die Kinderzimmer einzurichten, damit sich die Sprösslinge von Anfang an wohlfühlen.

Nach dem Umzug: Kindern beim Eingewöhnen helfen

Ist der Umzug der Kinder und Eltern gelaufen, gilt es nach vorne zu sehen. Idealerweise nehmen sich die Eltern Urlaub, um gemeinsam mit ihren Sprösslingen den neuen Wohnort zu erkunden und Ausflüge zu machen. „In der Eingewöhnungsphase sollten die Erwachsenen dem Kind viel Aufmerksamkeit schenken, es nach seinen Sorgen und Ängsten fragen und gemeinsam nach Lösungen suchen“, sagt Anna Schoppa. Auch nach dem Umzug helfen Rituale bei der Eingewöhnung: „Eltern fördern die Integration ihres Kindes in die neue Heimat, indem sie die Schulklasse des Kindes zu einer Einstandsfeier einladen“, so die Familiencoachin. Bei einer ausgelassenen Party ist es meist leichter, Kontakte zu knüpfen und erste Freundschaften zu schließen als im reglementierten Schulalltag. Darüber hinaus finden Kinder in Sport- oder Musikvereinen schnell Anschluss an Gleichaltrige.

Mit einer Einstandsparty sorgen Eltern dafür, dass ihre Schützlinge schnell neue Freunde finden. Foto: Robert Kneschke/fotolia.com

Nichtsdestoweniger braucht die Eingewöhnung Zeit. „Eltern dürfen nicht erwarten, dass Kinder den Umzug sofort verarbeiten. Es kommt durchaus vor, dass die Eingewöhnung scheinbar problemlos läuft und Eltern das Gefühl haben, ihre Kinder seien längst in der neuen Heimat angekommen. Und dann beginnt auf einmal eine Trauerphase, in der das Kind über Heimweh klagt. Auch in diesem Fall sollten Eltern zuhören und mit Verständnis reagieren“, rät die Expertin.

Wenn der Umzug verdaut und die Eingewöhnungsphase vorüber ist, lernen Kinder eine wichtige Lektion fürs Leben: Nämlich, dass sich Freundschaften auch über Entfernungen hinweg aufrechterhalten lassen. Über verschiedene Videochat-Anbieter können die Kids regelmäßig mit ihren alten Freunden telefonieren – und sich dabei sehen. Des Weiteren haben Eltern die Möglichkeit, einen Teil zum Erhalt der Kinderfreundschaften beizutragen. Sie können die Freunde des Kindes ins neue Zuhause einladen oder ihren Kindern einen Besuch in der alten Heimat ermöglichen. Kinder und Jugendliche, die lernen, Gewohntes loszulassen, Kontakte zu pflegen und sich neu zu integrieren, werden diese Erfahrungen als Erwachsene im Beruf und im Privatleben positiv für sich nutzen können.

Umzug mit Kind: Erfahrungen einer Bloggerin und Buchautorin

Nadine Luck, Bloggerin bei mama-und-die-matschhose.de, ist bereits zweimal mit ihrer Tochter Antonia umgezogen. Beim ersten Umzug war Antonia noch ein Baby. Als die Geburt des zweiten Kindes anstand, zog die junge Familie ein weiteres Mal in ein größeres Zuhause. Damals war Töchterchen Antonia zwei Jahre alt. Nadine berichtet, wie ihre Tochter den Umzug erlebt hat.

Wann hast du deinem Kind von den Umzugsplänen erzählt?

Wir haben Antonia ein paar Wochen vorher in unsere Umzugspläne eingeweiht. Meine Tochter war damals zwei Jahre alt. In diesem Alter empfinden Kinder ein paar Wochen als lange Zeit, deshalb haben wir es ihr nicht schon früher gesagt.

Wie hast du sie auf den Umzug vorbereitet? Wie ging es ihr in dieser Zeit?

Da wir in einen Neubau gezogen sind, konnten wir die Baustelle ein paar Mal mit Antonia vor dem Umzug besichtigen. Wir haben ihr das neue Kinderzimmer gezeigt und den schönen Spielplatz in der Nähe des Hauses. Beides ist an unserem neuen Wohnort besser als am alten. So war der Umzug für meine Tochter wie ein Abenteuer. Sie hatte keine Angst davor, sondern hat sich darauf gefreut. Wahrscheinlich war sie noch zu klein, um zu begreifen, dass es kein Zurück gibt. Darüber hinaus haben wir ihr Kinderbücher vorgelesen, die den Umzug thematisieren, damit sie eine Vorstellung davon bekommt.

War deine Tochter am Umzugstag vor Ort?

Wir hatten sie bei uns. Da ich bereits mit meinem Sohn schwanger war, haben mein Mann und ich ein Umzugsunternehmen beauftragt. So war ich entlastet und konnte an diesem Tag voll und ganz für Antonia da sein.

Wie habt ihr sie an diesem Tag beschäftigt?

Ich kümmerte mich um Antonia, während mein Mann die Umzugshelfer koordinierte. Ich habe eine Tasche mit ihren Lieblingsspielsachen gepackt, die ich immer für sie griffbereit hielt. Zudem ging ich mit ihr spazieren, wenn es im Haus zu hektisch wurde. Gut war auch, dass mein Mann und ich ihr Kinderzimmer als letztes ausgeräumt und im neuen Zuhause als erstes eingerichtet haben. Wenn es ihr zu viel wurde, konnte sie sich jederzeit zurückziehen.

Wie hat sich Antonia am neuen Wohnort eingelebt?

In den Tagen nach dem Wohnortwechsel war Antonia ziemlich aufgeregt. Sie erkundete unser neues Heim und versuchte ständig an den Möbeln hochzuklettern, um sie zu erforschen. Da musste ich gut aufpassen, damit ihr nichts passiert. Das hat sich jedoch nach ein paar Tagen wieder gelegt. In den ersten Tagen nach dem Umzug ließen wir unsere Tochter in unserem Zimmer schlafen, damit sie sich im neuen Kinderzimmer nicht fremd und allein fühlt. Darüber hinaus haben wir mit ihr das Viertel erkundet und ihr die Spielplätze in der Nähe gezeigt. Sie hat sich sehr schnell eingelebt.

Über Nadine Luck

Nadine Luck ist Journalistin, Buchautorin sowie Mutter einer Tochter und eines kleinen Sohnes. Auf ihrem Blog mama-und-die-matschhose.de berichtet sie regelmäßig über ihren Familienalltag und gibt Tipps für die Kindererziehung. Zudem veröffentlichte Nadine bereits die beiden Bücher „Die Nabel der Welt“ über Babybräuche aus aller Welt und „Babyverrückt“ über ihre persönlichen Erfahrungen in der Schwangerschaft.

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Alexandra Potthof

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Umzug

Ein bevorstehender Umzug weckt Vorfreude, ist aber auch mit viel Aufwand verbunden. Familien mit Kindern erleben die Umbruchzeit oft als besondere Herausforderung, die von gemischten Gefühlen begleitet wird. Jüngere Kinder begreifen noch nicht so recht, was vor sich geht und benötigen deshalb eine gute Vorbereitung. Ältere hingegen können schon kräftig mit anpacken, wollen sich aber nicht so recht von guten Freunden oder ihrer Schule trennen. Wie managen Eltern am besten den Umzug, damit die gesamte Familie sich möglichst wohl dabei fühlt?

Inhalt:

  1. Während der Wohnungssuche
  2. In der Vorbereitungsphase
  3. Der Umzug
  4. Die Zeit nach dem Umzug

1. Während der Wohnungssuche

Es ist so weit: Wir werden umziehen! Wer in derselben Stadt bleibt und auch sein soziales Umfeld nicht verlässt, wird nun einen leichteren Weg vor sich haben als eine Familie, die sich ein ganz neues Lebensumfeld erschließt. Gerade im zweiten Fall kann es richtig schwierig werden, den Kindern die anstehende Umstellung schmackhaft zu machen. Darum steht nach der endgültigen Entscheidung das ehrliche und offene Familiengespräch an erster Stelle. Auch Kleinkinder verstehen schon ein wenig von dem, was besprochen wird – wenn man es ihnen altersgerecht erklärt.

Eltern, die ihre Kinder von Anfang an in ihre Planungen, also auch in die Wohnungssuche, mit einbeziehen, erleben diese turbulente Zeit zwar immer noch als relativ anstrengend, treffen aber auf deutlich höhere Kooperationsbereitschaft seitens des Nachwuchses. Viele Kinder möchten ab einem Alter von ungefähr vier oder fünf Jahren an solchen tiefgreifenden Entscheidungsprozessen beteiligt werden, sich gemeinsam mit den Eltern Wohnungen ansehen und ihre persönliche Stimme abgeben.

1.1. Wohnungsbesichtigung mit Kindern ganz ohne Stress

Wenn Sie relativ kleine Kinder haben, die noch nicht zur Schule gehen, ist es ratsam, die ersten Wohnungsbesichtigungen ohne den Nachwuchs durchzuführen, um eine erste Vorauswahl zu treffen. Schulkinder, die deutliches Interesse daran zeigen, die neuen vier Wände mit aussuchen zu dürfen, kommen einfach von Anfang an mit, insofern dies zeitlich machbar ist. Alternativ besteht natürlich auch die Möglichkeit, die besichtigten Wohnungen zu filmen und zu fotografieren, sodass eine virtuelle Galerie für daheim entsteht. Gerade dann, wenn Sie viele oder sehr temperamentvolle Kinder haben, kann Ihnen diese Vorgehensweise so manchen Stress ersparen.

Möchten oder müssen Sie die Kinder auf eine Wohnungsbesichtigung mitnehmen, ist es ratsam, vorausschauend zu planen, damit alles so ruhig wie möglich abläuft. Je nach Alter Ihrer Kinder erweisen sich folgende Punkte unserer Checkliste als hilfreich:

Checkliste Wohnungsbesichtigung mit Kindern

  • Füttern Sie Ihr Baby oder Kleinkind vor der Wohnungsbesichtigung, dann ist es (hoffentlich) zufriedener.
  • Wählen Sie möglichst eine Besichtigungszeit nach dem Mittagsschlaf, mit etwas Abstand für ein ruhiges Aufwachen.
  • Nehmen Sie einen Snack und ein Getränk mit, um Ihr Baby oder Kleinkind damit zu beschäftigen. Verzichten Sie aber auf krümelnde Kekse und kleckernde Flaschen!
  • Spielsachen für ruhiges Spielen verschaffen Ihnen mit etwas Glück genügend Zeit und Ruhe, alle Räume genau anzusehen: Ein neues Bilderbuch, ein schönes Auto, ein lustiges Malbuch oder ein kleines Handspiel kann sehr hilfreich sein.
  • Einem etwas älteren Kind können Sie auch eine Kamera in die Hand geben, um damit alles Wichtige zu fotografieren. Wenn auch noch keine wirklich nutzbaren Fotos dabei herauskommen, ist das Kind immerhin beschäftigt
  • Nach einer gelungenen Wohnungsbesichtigung mit ruhigen, freundlichen Kindern darf es ruhig eine Belohnung geben, die natürlich im Voraus versprochen war!

Auch auf den Vermieter dürfte es einen deutlich besseren Eindruck machen, wenn Sie nicht mit entspannten Kindern seine zu vermietende Wohnung besichtigen.

1.2. Das Wohnumfeld erkunden

Besichtigen Sie aber nicht nur die Wohnungen, sondern auch das jeweilige Umfeld:

  • Gibt es genügend Spielfläche im Außenbereich?
  • Wie sieht das Verkehrsaufkommen vor dem Haus aus?
  • Wie weit ist es bis zur Schule, dem Kindergarten oder dem Arbeitsplatz?
  • Gibt es eine Parkmöglichkeit direkt vor dem Haus, um den Großeinkauf auf möglichst kurzem Weg in die Wohnung zu transportieren?

Müssen Ihre Kinder die Schule oder den Kindergarten wechseln, dann gehört natürlich die Besichtigung dieser Institutionen zur Wohnungssuche dazu. Das jeweils betroffene Kind sollte mit dabei sein, denn wenn es schon vor dem Umzug eine genaue Vorstellung von seiner neuen Schule oder dem neuen Kindergarten erhält, wird die Unsicherheit nicht mehr ganz so groß sein. Manchmal müssen hierbei verschiedene Einrichtungen besucht und verglichen werden. In einigen Fällen avanciert sogar der schöne Kindergarten in direkter Nähe zum wesentlichen Entscheidungskriterium für die schlussendliche Wohnungswahl.

1.3. Die passende Wohnung auswählen

Natürlich bestimmen Sie als Eltern, welche neue Wohnung das Rennen macht. Dabei auch auf die Kinder zu hören, kann durchaus hilfreich sein und wird dem Nachwuchs die Lust auf den Umzug versüßen. Kommen am Ende mehrere Objekte infrage, legen Sie sich einfach eine Liste an, in die jedes Familienmitglied seine eigenen Plus- und Minuspunkte eintragen kann. Stellen Sie die wichtigsten Kriterien zusammen: Zimmergröße, Raumaufteilung, Preis, Lage, Garten, Spielfläche, Nähe zu Arbeitsplatz und Schule, Stockwerk, Parken … Die Wohnung mit den meisten Punkten wird Ihr gemeinsamer Favorit: Jetzt gilt es nur noch zu hoffen, dass der entsprechende Vermieter sich auch für Sie entscheidet!

Bevorzugen Sie selbst eine andere Wohnung, als Ihre Kinder es sich wünschen? Nehmen Sie die Gegenargumente ernst und erklären Sie genau, warum es trotzdem nicht anders funktioniert. Machen Sie den Kindern Ihre eigene Wunschwohnung schmackhaft, indem Sie die Vorzüge erläutern und sich vielleicht sogar einen besonderen Anreiz ausdenken: „In dieser Wohnung hat jedes Kind ein eigenes Zimmer“ – oder: „Wir bauen ein großes Spielhaus in den Garten“. Das wird die endgültige Entscheidung sicher erleichtern!

2. In der Vorbereitungsphase für den Umzug

Auch die Vorbereitung sollte ein gemeinsames Projekt für die ganze Familie sein, denn so steigert sich die Vorfreude auf das neue Heim. Im Grunde genommen kann sich jeder am Packen und Planen beteiligen, außer das Baby in der Wiege. Das regelmäßige Anschauen von Fotos und Filmen der neuen Wohnung und ihrer Umgebung, vor allem wenn der zukünftige Wohnort sich weit entfernt befindet, regt die Kreativität und die Planungsfreude an: In diesem Zimmer könnte man doch … Da hinten im Garten wäre doch Platz für … Guck mal, in der Küche gibt es die Möglichkeit, um …

Vorfreude bietet die stärkste Motivation, die anfallende Arbeitslast gemeinsam zu bewältigen. Jeder gepackte Karton, jedes demontierte Möbelstück bringt die Familie einen Schritt näher ans Ziel. Und haben Sie keine Furcht davor, eine Weile auf gepackten Koffern zu leben! Wer geordnet vorgeht und zuerst die Dinge einpackt, die wenig bis gar nicht gebraucht werden, wird am Ende noch alles Wichtige zur Verfügung haben. Am besten erstellen Sie sich eine Liste, die die Reihenfolge der zu packenden Gegenstände enthält. Wir haben im nächsten Abschnitt eine Vorlage für Sie vorbereitet.

2.1. Kisten packen und beschriften

Beim Einpacken des gesamten Hausrats bleiben die Kinder natürlich nicht außen vor, ganz im Gegenteil: Kleinkinder sind bereits in der Lage, ihr Spielzeug geordnet in Kartons zu verpacken. Erledigen Sie diese Arbeit gemeinsam, während Sie über das neue Kinderzimmer plaudern und planen, wo demnächst alles hinkommt.

Älteren Kindern bietet sich zum Umzug die Gelegenheit, ihre Spielsachen mal richtig auszusortieren und alles, was nicht mehr gebraucht wird, auf dem Flohmarkt oder online zu verkaufen. Das hierbei frei werdende Geld lässt sich wunderbar in eine schicke neue Kinderzimmerausstattung investieren.

Familien ziehen normalerweise mit einem größeren Kontingent an Gegenständen um als Singles und Paare, schon bei drei Köpfen kommen durchaus 100 Umzugskisten oder mehr zusammen. Darum ist die planvolle Beschriftung der einzelnen Kartons und Möbelelemente umso wichtiger. Schreiben Sie auf die Oberseite jeder Kiste den vorgesehenen Abstellort, auf die vordere Schmalseite platzieren Sie Informationen über den Inhalt. So behalten Sie sowohl beim Einräumen der neuen Wohnung als auch beim Auspacken stets den Überblick. Schrauben und Möbelbeschläge verpacken Sie in beschriftete Zipper-Tüten und lagern diese dann in einem eigenen kleinen Karton. Möbelstücke können Sie mit beschriftetem Klebeband kennzeichnen.

Nehmen Sie sich folgende Liste als Hilfestellung, wenn es um die Reihenfolge beim Einpacken geht:

Die Einpackliste

1. Diese Dinge können Sie ganz zu Anfang packen:

  • Kleidungsstücke der vergangenen Saison
  • wenig Genutztes aus Keller und Abstellkammer
  • im Winter: Gartenspielzeug
  • bereits gelesene Bücher
  • alte Aktenordner

2. Diese Gegenstände packen Sie im Laufe der Zeit ein:

  • aktuelle Aktenordner und Bücher
  • wenig genutzte Küchenutensilien
  • ein Teil der aktuellen Kleidung
  • CDs und DVDs
  • Hobbyartikel
  • restliche Bücher

3. Das gehört ganz zum Schluss in die Umzugskiste:

  • die wichtigsten Küchenutensilien
  • Kleidung für die nächsten Tage
  • aktuelle Hygieneartikel
  • Lieblingsspielzeug
  • Werkzeug für die Möbeldemontage

2.2. Umzug mit Schulwechsel

Wenn Sie umzugsbedingt Schule und / oder Kindergarten wechseln, sagen Sie den zuständigen Lehrern und Betreuungspersonen möglichst frühzeitig Bescheid. So ermöglichen Sie es ihnen, einen sanften Abschied von der Schulklasse oder der Kindergartengruppe einzuleiten. Die offizielle Abmeldung vom Kindergarten erfolgt stets schriftlich, aber formlos. Die Anmeldung in der neuen Kita sollte ebenfalls beizeiten stattfinden, manchmal ist es nötig, seine Daten bei mehr als einer Institution zu hinterlegen und auf einen frei werdenden Platz zu hoffen.

Schulkinder melden Sie im Sekretariat der aktuellen Schule schriftlich ab, man wird Sie dabei sicher fragen, auf welche neue Schule Ihr Kind geht. Wenn Sie darüber noch keine Auskunft geben können, weil die neue Schule erst noch gefunden werden muss, stellt dies kein Problem dar. Allerdings sollte etwa drei Wochen vor dem eigentlichen Schulwechsel alles geregelt sein, denn dann wendet sich die neue Schule üblicherweise an die bisherige, bestätigt die Anmeldung und fordert die zum Schulwechsel nötigen Unterlagen an. Ein Schulwechsel zwischen den unterschiedlichen Bundesländern läuft in der Regel ebenso unkompliziert ab wie ein bundeslandinterner Umzug.

Steht Ihr Kind vor dem Schulwechsel zur weiterführenden Schule? Die Anmeldezeiten für Gymnasium, Gesamtschule und Co. sind nicht überall gleich, erkundigen Sie sich rechtzeitig, bis wann Sie diesen wichtigen Schritt am neuen Wohnort erledigt haben müssen!

2.3. Abschiedsgeschenke und Kontaktmöglichkeiten

Nicht nur Sie, sondern auch Ihre Kinder möchten sich sicher ordnungsgemäß und liebevoll von Freunden und Bekannten verabschieden, wenn die Reise etwas weiter weg geht. Abschiedsgeschenke bieten die beste Möglichkeit, eine bleibende Erinnerung zu hinterlassen. Kaufen Sie diese Geschenke nicht „auf den letzten Drücker“, sondern setzen Sie diese ganz oben auf Ihre To-do-Liste. Planen Sie eventuell noch ein gemeinsames Event mit den besten Freunden, zum Beispiel einen Bowlingnachmittag für die Kinder oder ein Zeltwochenende mit befreundeten Familien. Lassen Sie genug Raum für ein ausgiebiges Verabschieden.

In Zeiten des Abschieds kann es ein besonderer Trost sein, bereits auf ein Wiedersehen hinzuarbeiten. Vielleicht vereinbaren Sie bereits vor dem Umzug einen konkreten Termin, an dem Ihre Kinder die alten Freunde wiedersehen dürfen, sei es bei einem Besuch in der alten Heimat oder indem Sie eine Einladung in Ihr neues Heim aussprechen. Natürlich können Sie auch schon jetzt einen gemeinsamen Urlaub im nächsten Jahr planen, auf den Sie und Ihre Kinder hinfiebern dürfen.

Und nicht zuletzt bietet der Austausch aller zur Verfügung stehenden Kontaktmöglichkeiten die Möglichkeit, in Zukunft weiter befreundet zu bleiben, wenn auch aus der Ferne. Fragen Sie nicht nur nach Handynummern, sondern auch nach E-Mail und Skype-Adressen, um sich in Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren.

Internetaffine gründen vielleicht eine private Gruppe in einer Online-Community, um bequem und einfach Kontakt zu halten. Kinder nutzen eine solche Gruppe dann gemeinsam mit den Eltern, um Fotos auszutauschen, miteinander zu chatten und sich zu einem Treffen zu verabreden.

2.4. Umzug organisieren: Firma oder privat?

Der Umzug mit der ganzen Familie wird oft zum Mammut-Projekt, da für jedes zusätzliche Mitglied eine Menge Umzugsgut anfällt. Wer als Single oder Paar noch mit freiwilligen Helfern und gemietetem Transporter umgezogen ist, wird nun wahrscheinlich zum Umzugsunternehmen tendieren. Doch der Profi-Umzug ist teuer, nicht jede Familie kann das Geld dafür erübrigen.

Unsere Tipps, wie der Groß-Umzug mit möglichst geringer finanzieller Belastung klappt:

  • Engagieren Sie ein Umzugsunternehmen nur für den Transport, erledigen Sie das Einpacken, Abbauen, Auspacken und Aufbauen selbst. Die Profis können sich auch um die Küchendemontage und -montage kümmern und die Lampen demontieren, wenn Sie es wünschen. Ein maßgeschneidertes Umzugsprogramm spart Ihnen so viel Geld wie möglich.
  • In immer mehr deutschen Städten wird das Konzept „Rent an Abiturient“ angeboten: Hier können Sie für ein paar Stunden Schüler und Studenten buchen, die Ihnen beim Umzug helfen. Mit etwas Glück klappt sies sowohl am aktuellen Wohnort als auch beim neuen Heim.
  • Umzugshelfer lassen sich auch über soziale Netzwerke finden, manchmal melden sich sogar Menschen, die kostenlos helfen. Suchen Sie regional nach entsprechenden Helfer- und Umzugsgruppen und fragen Sie einfach mal freundlich an. Ein Obolus und gute Verpflegung wirken sicher verlockend!
  • Es gibt nicht nur Miet-Lastwagen, sondern auch Mietfahrer: Eine praktische Lösung, wenn Sie bereits genügend kostengünstige Helfer haben aber niemanden kennen, der einen gemieteten LKW fahren kann.

2.5. Was ist noch zu tun? Checklisten für den Umzug mit Kindern vorbereiten

Um die vielen anstehenden Aufgaben vor und während eines Umzugs besser zu bewältigen und keine von ihnen zu übersehen, haben sich To-do-Listen bewährt. Darin stehen zum Beispiel folgende wichtige Punkte:

  • sämtliche Institutionen, denen Sie die Adressänderung mitteilen müssen
  • alle Institutionen, denen Sie eine evtl. veränderte Kontonummer melden müssen
  • alle Verträge, die vorher noch gekündigt werden sollten (Vereine, Telefon usw.)
  • sämtliche Termine, die vor dem Umzugstag anstehen

Vervollständigen Sie Ihre persönlichen Checklisten:

  • Stellen Sie einen Nachsendeantrag bei der Post, um Briefe mit alter Anschrift auch am neuen Wohnort zu erhalten. Selbst wenn Sie jeden eventuellen Briefeschreiber vor dem Umzug kontaktiert haben, können sich durchaus noch vereinzelte Sendungen an die alte Adresse verirren.
  • Abmelden und Anmelden gehen bei einem Umzug meist Hand in Hand: Sicher möchten Sie dafür Sorge tragen, dass Ihre Kinder am neuen Wohnort ihren gewohnten Hobbys nachgehen können, dass Internet und Telefon vom ersten Tag an funktionieren und die Schnuppertermine im neuen Kindergarten oder bei der Tagesmutter zeitnah feststehen. Suchen Sie sich entsprechenden Kontaktmöglichkeiten aus dem Internet und notieren Sie sich alle vereinbarten Termine und Fristen.
  • Wenn nicht nur Sie selbst umziehen, sondern auch Ihr Geld von einer anderen Bank verwaltet werden soll, steht ein Kontenumzug an. Diesen nimmt die neue Bank vor, die Sie damit beauftragen. Vergessen Sie nicht, die Sparkonten der Kinder mit anzugeben. Lassen Sie sich gründlich beraten, ob es sich lohnt, Bausparverträge und Altersvorsorge mit umziehen zu lassen, denn häufig fallen dabei hohe Gebühren an. Eine Art „Nachsendeantrag“ für eingehende Gelder gibt es nicht: Wer nach dem Erlöschen Ihrer Konten noch etwas überweist oder abzubuchen versucht, erhält eine Benachrichtigung, dass die entsprechende Bankverbindung nicht mehr existiert.
  • Wenn Sie Ihren Internet- und Festnetzanschluss vorzeitig kündigen, müssen Sie bei Umzug den Nachweis erbringen, dass am neuen Wohnort keine Anschlussmöglichkeit für denselben Anbieter mehr besteht. Prüfen Sie auf der Webseite Ihres Anbieters, ob unter der neuen Adresse eine Versorgung möglich ist. Falls nicht, genügt nach dem Umzug eine Anmeldebestätigung der Kommune, um Ihren Vertrag vorzeitig erlöschen zu lassen. Falls doch, zahlen Sie bis zum Ende der offiziellen Kündigungsfrist, können aber dafür den Anschluss am neuen Wohnort wieder demselben Anbieter überlassen.

3. Der Umzug

Der große Tag ist gekommen, nun geht es ab ins neue Heim! Doch heute steht zuerst einmal jede Menge Arbeit an, denn der gesamte Haushalt muss von einem Ort zum nächsten transportiert werden. Kleine Kinder können dabei nicht mithelfen, ganz im Gegenteil: Sie blockieren mindestens eine erwachsene Kraft, die die Beaufsichtigung übernimmt. Aus diesem Grund ist es besser, frühzeitig für eine Kinderbetreuung an diesem wichtigen Tag zu sorgen.

Schulkinder können bereits selbst mit anpacken, zum Beispiel Zimmerpflanzen und Spielsachen tragen. Ein organisatorisch begabtes Kind wird vielleicht nach einer kurzen Einweisung die Umzugshelfer lotsen, während ein anderes eventuell lieber Getränke und Snacks verteilt.

3.1. Den Fernumzug planen

Ziehen Sie an einen sehr weit entfernten Ort, wird wahrscheinlich eine Zwischenübernachtung nötig sein. Umzugsunternehmen organisieren nämlich Fernumzüge üblicherweise so, dass an einem Tag das Ausräumen der alten Wohnung und die Fahrt zum neuen Heim erfolgen. Erst am zweiten Tag wird eingeräumt. Hier gilt es, bereits Wochen vorher eine Unterkunft für die ganze Familie zu reservieren und beim Packen darauf zu achten, dass zum Schluss alles Notwendige für eine Übernachtung zur Verfügung steht. Die Alternative besteht darin, Isomatten und Schlafsäcke einzupacken und in der leeren Wohnung zu schlafen. Nehmen Sie sich eine Kühltasche mit Nahrungsmitteln mit.

3.2. Endreinigung und Renovierung der alten Wohnung

Neben dem eigentlichen Umzug gibt es noch einen weiteren wichtigen Termin, um den Mieter nicht herumkommen: die Übergabe der alten Wohnung. Manchmal findet diese direkt nach dem Umzug statt, wenn alle Räume ausgeräumt und besenrein hinterlassen sind. Ist der Mieter allerdings verpflichtet, das alte Heim renoviert zurückzugeben, gibt es auch nach der Wohnungsräumung noch einiges zu tun. Das kann richtig anstrengend werden, vor allem dann, wenn die alte Wohnung weiter entfernt liegt und das Alltagsleben mit Kindern nebenbei noch weitergehen muss.

Laden Sie bereits einige Wochen vor dem Umzug Ihren Vermieter zu sich ein und besprechen Sie detailliert die anstehenden Maßnahmen. Führen Sie dabei ein Protokoll, das anschließend beide Vertragspartner unterzeichnen: So gehen Sie sicher, dass nach dem Auszug keine überraschenden Arbeiten mehr auf Sie zukommen.

Erstellen Sie eine Liste

  • Welche Arbeiten können Sie bereits vor dem Umzug erledigen? Um erste Renovierungsarbeiten zu beginnen, muss die Wohnung nicht unbedingt leer sein. Vielleicht können Sie einzelne Zimmer räumen, noch stehende Möbel mit Folie abdecken und schon einmal die Wände streichen.
  • Was ist direkt am Umzugstag machbar? Direkt nach dem Ausräumen der Wohnung bleibt vielleicht noch etwas Zeit für Sie oder hilfsbereite Freunde, die Einbauküche und das Badezimmer zu putzen sowie sämtliche Böden zu fegen und zu wischen. Dann müssen Sie zur Endreinigung nicht mehr extra anreisen.
  • Was können Profis für Sie erledigen? Ist im Umzugsbudget noch etwas Geld übrig, greifen Sie vielleicht auf bezahlte Helfer zurück, die nach Ihrem Auszug die Wände streichen und diverse Reparaturen durchführen. Auch die Endreinigung kann durchaus bei einem Fachbetrieb, zum Beispiel dem Sie betreuenden Umzugsunternehmen, gebucht werden.

Wenn Sie nach diesen Kriterien vorgehen, wird nach dem Umzug nur noch wenig in der alten Wohnung für Sie zu tun sein. Müssen Sie von weiter her zur Wohnungsübergabe anreisen, planen Sie einfach vor dem eigentlichen Termin noch eine genügend große Zeitspanne ein, um die Restarbeiten zu erledigen. Bringen Sie zur Übergabe Ihr Protokoll mit, das Sie gemeinsam mit dem Vermieter noch einmal durchgehen. Lassen Sie sich anschließend schriftlich bestätigen, dass alles erledigt ist, und halten Sie auch die aktuellen Zählerstände fest.

3.3. Die neue Wohnung vorbereiten

Die neue Wohnung benötigt vielleicht ebenfalls vor dem Umzug eine grundlegende Renovierung und Säuberung. Auch hier ist eine Liste sehr hilfreich, mit ähnlicher Struktur wie unter Punkt 3.2. angegeben. So verschaffen Sie sich einen Überblick über die anfallenden Arbeiten und ordnen diese sowohl zeitlich als auch personell ein. Gerade wenn das neue Heim weiter entfernt liegt, wird es für vielbeschäftigte Eltern wichtig sein, alle Vor-Ort-Termine, die sich nicht vermeiden lassen, gründlich im Voraus zu planen. Nur so haben sie genügend Zeit, die Kinderbetreuung zu sichern und Urlaubstage einzuplanen.

4. Die Zeit nach dem Umzug

Das Familienleben ist turbulent und in der Regel reichlich ausgefüllt: Sobald kein Zeitdruck mehr besteht, bleiben weniger wichtiger Angelegenheiten schnell mal liegen. Darum ist es ratsam, möglichst bald nach dem Umzug alle Möbel aufzubauen, die Kisten auszupacken und die Wohnung komplett herzurichten. Denn in den meisten Fällen bleibt das, was nicht gleich erledigt wird, doch wieder liegen. Unser Rat: Besteht für Sie die Möglichkeit, sich nach dem Umzug eine oder zwei Wochen Urlaub zu nehmen, um sich ganz auf das Herrichten des neuen Heims zu konzentrieren, dann nehmen Sie diese Chance wahr.

Tipp:

Umso älter die Kinder sind, desto mehr möchten sie selbst bestimmen, wie ihr neues Zimmer gestaltet wird. Lassen Sie ihnen bei der Planung ihres eigenen kleinen Reichs so viel Freiheit wie möglich, so fördern Sie das zügige Einleben. Denn Sie wissen ja von sich selbst, wie wichtig es ist, die eigenen vier Wände nach persönlichem Geschmack individuell zu gestalten.

4.1. Eingewöhnungszeit für die Kinder

Bei einem Fernumzug liegt das Hauptaugenmerk auf die Eingewöhnung der Kinder, die in ein ganz neues soziales Umfeld verpflanzt wurden. Auch hierbei ist es sehr hilfreich, wenn die Eltern in der ersten Phase nach dem Umzug noch arbeitsfrei haben und sich um den Nachwuchs kümmern können. Auch kindergartenerfahrene Jungen und Mädchen benötigen ihre Zeit, in der neuen Kita anzukommen und möchten sicher in den ersten Tagen lieber Mama oder Papa dabei haben. Mit ihrem Grundschulkind müssen Sie vielleicht noch den neuen Schulweg üben, bevor es allein gehen kann. Und zur Hausaufgabenzeit ist eventuell verstärkte Unterstützung gefragt, weil der Lernstoff nicht derselbe ist wie an der alten Schule.

Eingewöhnen und neue Freundschaften schließen

  • mit Baby / Kleinkind eine Krabbelgruppe besuchen
  • häufig auf den Spielplatz gehen, mit Anwohnern ins Gespräch kommen
  • Sportverein beitreten
  • Musikverein beitreten
  • an Eltern-Kind-Turnen teilnehmen
  • Kurse besuchen, z. B. bei der VHS
  • Nachbarn zum Grillen / Brunchen einladen
  • in Social Networks regionalen Gruppen beitreten
  • öffentliche Veranstaltungen vor Ort besuchen (Schützenfest, Stadtfest …)

4.2. Vertrautes schafft Geborgenheit

Umso kleiner die Kinder, desto mehr hängen sie an Vertrautem. Der Umzug in eine völlig neue Umgebung bietet deshalb keine gute Gelegenheit, die gesamte Kinderzimmereinrichtung auszutauschen oder den Tagesablauf drastisch zu verändern. Ganz im Gegenteil: Umso mehr Vertrautes Sie aus der alten Heimat übernehmen können, desto besser. Kleinkinder und Kindergartenkinder hängen meist an ihrem gewohnten Bettchen, ihren Wickeltisch mit dem Mobile und dem lustigen Kinderteppich. Selbst wenn die alten Möbel vielleicht schon ein paar Macken und Flecken haben: Behalten Sie zumindest ein Grundkontingent, damit Ihr Nachwuchs sich im neuen Zimmer von Anfang an wohlfühlt. Dieses können Sie im späteren Verlauf allmählich ersetzen, wenn das Kind sich eingelebt hat.

Auch Alltagsrituale bieten einen wichtigen Halt für die Jüngsten: Dazu gehören sowohl die Sitzordnung am Esstisch als auch bestimmte Vorgehensweisen im Tagesablauf. Was uns Erwachsenen vielleicht reichlich unwichtig erscheint, besitzt die Kraft, eine Kinderseele ins Gleichgewicht zu bringen. Darum raten wir Ihnen, möglichst viele Rituale aus dem Familienalltag am neuen Wohnort beizubehalten, dann wird Ihr Klein- oder Kindergartenkind den Umzug viel leichter verarbeiten.

Größere Kinder streben häufig die Veränderung geradezu an. Sie wünschen sich vielleicht schon lange neue Möbel, einen schicken Wandanstrich oder eine veränderte Tagesstruktur. Reden Sie mit Ihren Grundschulkindern oder Teenagern darüber, welche Verbesserungen Sie sich am neuen Wohnort wünschen und was sie gerne beibehalten möchten. Indem Sie größeren Kindern die Chance geben, vom Umzug maximal zu profitieren, werden auch diese sich schneller einleben – und mit mehr Freude ins neue Lebensumfeld starten.

Eines ist klar: Nicht nur das schöne neue Heim entscheidet darüber, ob der Umzug schlussendlich gelingt, sondern auch das soziale Umfeld. Wer schnell vor Ort nette Menschen findet, wird sein Heimweh sehr schnell vergessen, das gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene. In diesem Sinne wünschen wir einen richtig tollen Start am neuen Wohnort!

Unsere Autorin, Yvonne Salmen ist mit Ehemann und drei Kindern vom Norden in den Süden Deutschlands gezogen. Von der gut ausgestatteten Kleinstadt an der niederländischen Grenze ging es in die schwäbische Provinz, etwa 600 km weit entfernt. Ein Kind benötigte einen neuen Kindergartenplatz, die beiden Großen eine neue Grundschule – und ein schönes großes Haus mit Garten musste auch noch gefunden werden.

Der Umzug mit fünf Personen und etwa 150 Kartons war nur mit Hilfe eines Umzugsunternehmens zu meistern, doch das Packen und Abbauen übernahm die Familie selbst. Dafür zogen alle an einem Strang, sogar der Jüngste übernahm eigene Aufgaben und freute sich auf den „langen Urlaub“ im Schwarzwald. Die wichtigste Botschaft aus dieser familiären Kraftanstrengung liegt für Yvonne auf der Hand: „Wenn sich auch die Kinder nach eigenen Fähigkeiten und Wünschen mit einbringen dürfen, schweißt eine solche Aktion die Familie nur noch fester zusammen.“

Umziehen: für Kinder eine Belastung

„Wir müssen dir etwas wichtiges sagen: wir ziehen um!“ Eine Mitteilung wie diese kann die Welt eines Kindes oder Jugendlichen innert weniger Sekunden ins Wanken bringen. Gerade ein Umzug in eine weit entfernte Stadt kommt im ersten Moment einer Entwurzelung gleich. Man wird aus dem wohlvertrauten Umfeld herausgerissen, verlässt die Klasse, die lieb gewonnenen Freunde, den Sportverein, der einem ans Herz gewachsen ist, und muss neu anfangen. Ein schwieriges Unterfangen.

Dass Umzüge ein einschneidendes Erlebnis sind, zeigt auch eine Reihe von Studien. So kamen die Forscher Shigehiro Oishi und Ulrich Schimmack in einer Untersuchung mit über 7000 Personen zum Ergebnis, dass Kinder, die häufiger umgezogen waren, als Erwachsene von einer deutlich geringeren Lebenszufriedenheit berichteten, mehr psychische Probleme hatten und tendenziell früher starben, als Menschen, die seltener oder gar nicht umgezogen waren und zwar dann, wenn es sich um introvertierte Persönlichkeiten handelte. Warum?

Introvertierte Menschen fühlen sich in der Regel mit einigen wenigen vertrauten Menschen am wohlsten, zu denen sie eine tiefe Beziehung pflegen. Oft brauchen sie mehr Zeit, um sich auf neue Menschen einzulassen und wirken auf den ersten Blick eher schüchtern und zurückhaltend. Ein Umzug trifft Menschen mit diesem Persönlichkeitsmerkmal daher relativ hart. Extrovertierten Menschen macht ein Umzug hingegen meist etwas weniger zu schaffen, denn: Sie kommen aufgrund ihrer offenen Art rascher mit Unbekannten in Kontakt und fühlen sich im Allgemeinen zu Cliquen und einem größeren, gemischten Freundeskreis hingezogen.

Dr. Shigehiro weist im Rahmen seiner Forschungstätigkeiten außerdem darauf hin, dass Kinder, die häufiger umziehen, tendenziell schlechtere Schulleistungen erbringen und mehr Verhaltensauffälligkeiten aufweisen.

Auch eine Langzeitstudie der Universität Manchester mit 1,5 Millionen Kindern aus Dänemark ergab, dass häufige Ortswechsel­ und Umzüge – insbesondere im Alter zwischen 12 und 14 Jahren – mit einer schlechteren psychischen Verfassung als Erwachsene zusammenhängen.

Vielleicht denken Sie jetzt: „… aber ein Umzug lässt sich nicht immer vermeiden und kann in manchen Fällen doch auch eine Chance für die ganze Familie darstellen!“ Das stimmt – teilweise.

Was können wir also als Eltern, Lehrpersonen und Mitschüler/innen tun, um Kindern und Jugendlichen in dieser herausfordernden Situation beizustehen? Sehen wir uns dazu einige Möglichkeiten an:

Der Traurigkeit Raum geben

Viele Eltern, die mit ihren Kindern den Wohnort wechseln möchten, werden von Sorgen und Schuldgefühlen geplagt. Beim Gedanken, dass ihr Kind von seinem gewohnten Umfeld Abschied nehmen muss, zerreißt es ihnen fast das Herz. Umso größer wird das Bedürfnis, das Kind zu trösten. Um den Nachwuchs schnell wieder glücklich zu sehen, versuchen viele Eltern, ihm den Umzug schon zu Beginn schmackhaft zu machen. Auf ein „Aber dann verliere ich alle meine Freunde!“ folgt ein gut gemeintes „Du wirst in der neuen Stadt sicher auch schnell Anschluss finden!“, ein „aber diese Wohnung ist unser zu Hause!“ wird mit einem „am neuen Ort haben wir ein ganzes Haus – mit Garten, wo du spielen kannst!“ entkräftet. Das ist gut gemeint. Das Problem ist: das Kind fühlt sich durch solche Beschwichtigungen nicht ernst genommen. Es erhält vielmehr das Gefühl, dass seine Eltern gar nicht verstehen, wie belastend die Situation ist, wie traurig und verzweifelt es sich fühlt.

Solange wir in emotionaler Aufregung sind, sind wir nicht empfänglich für rationale Erklärungen. Deshalb ist es hilfreich, wenn Eltern der Traurigkeit ihres Kindes in einem ersten Schritt Raum geben, wenn das Thema Umzug zur Sprache kommt. Sie können die erste Verzweiflung und den Ärger Ihres Kindes über Ihre Entscheidung mit keinem Argument der Welt wegdiskutieren. Stattdessen können Sie Verständnis zeigen:

  • „Ich kann gut verstehen, dass dich das traurig macht und dass du am liebsten hier bleiben würdest.“
  • „Die Vorstellung, in eine neue Klasse zu kommen, macht dir Angst, das würde mir auch so gehen.“
  • „Du bist wütend über diese Entscheidung und das darfst du auch sein.“

Sicherheit schaffen

Wenn der erste Schock über den anstehenden Wohnortswechsel verdaut ist, können Eltern und Lehrpersonen dafür sorgen, dass die neue Umgebung für das Kind möglichst vorhersehbar wird und dass sich Aspekte finden lassen, auf die sich das Kind freuen kann.

Eltern können mit ihrem Kind vorab in die neue Umgebung fahren und diese gemeinsam erkunden: Wie sieht unsere neue Wohnung / unser neues Haus aus? Wo gibt es in der Nachbarschaft Spielplätze, einen Bolzplatz oder einen beliebten Treffpunkt? Wo werde ich zur Schule oder in den Kindergarten gehen?

Vielleicht können Sie vorab eine Besichtigung oder einen Besuchstag für Ihr Kind vereinbaren oder ihm, sollte das nicht möglich sein, einige Bilder zeigen. Es lohnt sich auch, sich zeitnah zu informieren, wo das Kind seine Hobbies weiterführen kann. Dies sorgt einerseits für Stabilität, andererseits begünstigt es neue Sozialkontakte.

Bei jüngeren Kindern können ergänzend dazu Bilderbücher wie „Conni zieht um“ eingesetzt werden.

Den Abschied vorbereiten

Die Trennung von den Freunden und Klassenkameraden ist für die meisten Kinder und Jugendlichen der schlimmste Aspekt am Umzug. Meist können sie diesen Schritt besser verarbeiten, wenn ihre Eltern mit ihnen verschiedene Wege aufgleisen, um mit den Freunden in Kontakt zu bleiben: Können sich die Kinder Messages, Karten, E-Mails oder Sprachnachrichten schicken? Können sie miteinander videotelefonieren (Facetime, Skype)? Und:

Lässt sich ein Treffen für die Zeit nach dem Umzug vorbereiten, auf das sich das Kind bereits bei der Eingewöhnung am neuen Ort freuen kann?

Auch ein Abschiedsfest gehört zum Ablöseprozess. Manche Schulen und Kindergärten haben dafür eigene Abschiedsrituale. Als Eltern können Sie Ihrem Kind dabei helfen, ein Abschiedsfest mit all seinen Freunden vorzubereiten. Manche Eltern scheuen sich vor diesem Schritt, weil sie befürchten, dass der Abschied dadurch noch schwieriger wird, und ja: solche Feiern sind in der Tat sehr emotional. Gleichzeitig helfen sie dabei, den Abschied zu verarbeiten, weil all die lieben Menschen nochmals zusammenkommen und das Kind spürt: „Ich werde hier gemocht und man wird mich vermissen. Meine Traurigkeit ist real und hat Platz. Es gibt Menschen, die mir beistehen und mich trösten wollen. Auch wenn ich bald woanders bin, meine Freunde sind nicht aus der Welt.“

Manchmal kommt in diesem Zusammenhang auch die Frage auf, ob man die Kinder für das Packen der Umzugskisten und den Umzugstag nicht lieber auswärts bleiben / übernachten lässt. Je älter die Kinder sind, desto mehr sollte das gemeinsame Ein- und Auspacken als Familienritual angesehen werden, bei dem auch die Kinder involviert werden sollten – sofern sie dies möchten.

Die Ankunft in der neuen Klasse

Den meisten Kindern wird Angst und Bang, wenn sie an ihren ersten Schultag in einer neuen Schule denken. Dieses Gefühl können Lehrpersonen aufgreifen und ihre Klasse dazu anregen, die Perspektive des neuen Kindes zu übernehmen. Nehmen Sie sich dafür etwas Zeit, noch bevor die neue Mitschülerin eintrifft.

In einem zweiten Schritt kann man gemeinsam mit der Klasse überlegen, was man tun kann, damit sich das neue Kind in der Klasse wohl und willkommen fühlt. Die Klasse kann im Vorfeld einen Begrüßungsbrief schreiben und einen Sitzplatz auswählen, der vielleicht sogar mit etwas selbst Gemachtem (Zeichnung, Kuchen o.ä.) geschmückt wird. Es ist zudem hilfreich, wenn die Klasse ein Kind bzw. eine Kleingruppe ernennt, die das neue Kind am ersten Tag durch die Schule führt und ihm alles zeigt.

Um das Thema aufzugreifen, können Sie den Kurzfilm „Das Reh zieht um“ im Klassenverband zeigen. Er richtet sich an Primarschulkinder und soll sie zu Empathie und prosozialem Verhalten anregen:

Als Lehrer/in können Sie den Film an verschiedenen Stellen stoppen, um einen Austausch in der Klasse anzuregen.

Nach der ersten Szene im Rehhaus eignen sich Fragen wie:

  • Was fühlt das Reh, als seine Eltern ihm vom Umzug erzählen?
  • Welche Sorgen / Gedanken gehen dem Reh wahrscheinlich durch den Kopf?
  • Wie ist das für die Eltern des Rehs?

In der zweiten Sequenz stellt der Lehrer die Frage: „Ist jemand von euch schon einmal umgezogen?“ und die Füchsin erzählt. Hier können Sie Ihre Klasse mithilfe der folgenden Fragen zum Nachdenken anregen:

  • Wie geht es einem Kind, das gerade umgezogen ist, vor seinem ersten Schultag an der neuen Schule?
  • Wie fühlt es sich an, wenn man in einer ungewohnten Umgebung ganz neu anfangen muss?
  • Wenn ich umziehen müsste: was würde ich mir von meiner neuen Klasse wünschen? Was würde mir dabei helfen, mich rasch einzugewöhnen?

Im Anschluss an das Video können Sie davon ausgehend mit Ihrer Klasse darüber diskutieren, wie Sie die / den neu zuziehende/n Schüler/in in ihrer eigenen Klasse willkommen heißen möchte.

Sich mit der neuen Umgebung anfreunden

Als Eltern können Sie Ihr Kind in die Einrichtung der neuen Wohnung mit einbeziehen und ihm dabei helfen, sein Zimmer so herzurichten, dass es sich darin möglichst wohlfühlt. Achten Sie darauf, dass lieb gewonnene Spielsachen oder Gegenstände (Decken, Fotos), die mit dem Gefühl von „Heimat“ verbunden sind, möglichst rasch griffbereit sind.

Es lohnt sich, die Anfangszeit dazu zu nutzen, sich intensiv im neuen Quartier umzuschauen. Erkunden Sie gemeinsam Spielplätze und Treffpunkte, wo das Leben stattfindet. Laden Sie die Nachbarn zu einem Apéro oder Grillfest ein, damit sich auch die Kinder aus der Nachbarschaft beschnuppern können. Halten Sie die Augen offen, ob es gemeinsame Schulwege gibt und prüfen Sie, ob Sie sich mit anderen Eltern von Kindern zu Fahrgemeinschaften / oder Pedibusgruppen zusammenschließen können, um Ihrem Kind die Kontaktaufnahme zu erleichtern. Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, an seinen bisherigen Hobbies anzuknüpfen.

Aktuell: Unsere Seminare zum Thema Lernstrategien

Für Lehrer/innen: „Lernstrategien – weniger ist mehr!“

Für Jugendliche: „Clever lernen“ (11-13 Jahre)

Für Eltern: „Die besten Lernstrategien für Primarschulkinder“

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