Ultraschallbild 9 ssw

Schwangerschaftskalender

9. Schwangerschaftswoche (9. SSW)

Jetzt ist es endlich so weit! Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung, die normalerweise zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche stattfindet, kannst du dein Baby im Bauch das erste Mal sehen. Da zappelt es munter vor sich hin: dein Kleines! Was vorher vielleicht noch ein bisschen abstrakt war, wird mit dem Flimmern auf dem Ultraschall-Monitor nun ganz deutlich: Das Herz deines Babys schlägt! Im Verlauf der Untersuchung wird dein Frauenarzt nun schauen, ob sich das Kind altersgemäß entwickelt und wo deine Plazenta sitzt. Der errechnete Geburtstermin wird mit der Größe des Embryos verglichen und eventuell korrigiert. Leg dich aber auf dieses Datum nicht zu sehr fest: Nur knapp 4% aller Babys werden tatsächlich an dem errechneten Tag geboren. Natürlich wird auch die Gesundheit von Mama genau unter die Lupe genommen: Wiegen, Blutdruckmessen und Urinuntersuchung stehen auf dem Programm. Wahrscheinlich wird dir auch ein bisschen Blut abgenommen, damit der Arzt deine Blutgruppe (A, B, AB oder 0) und den Rhesusfaktor (Rh-positiv oder Rh-negativ) bestimmen kann. Der Rhesusfaktor ist erblich, in seltenen Fällen können sich der von Mutter und Kind unterscheiden. Das zu wissen, ist besonders für eine mögliche zweite Schwangerschaft von Bedeutung. Angenommen du bist Rh-negativ und dein ist Baby Rh-positiv und euer Blut kommt beispielsweise bei der Geburt miteinander in Kontakt, dann empfindet dein Körper das Rh-positive Blut deines Kindes als fremd und bildet dagegen Antikörper. Zunächst kein Problem. Wenn du aber mit einem zweiten Kind schwanger sein solltest, das ebenfalls Rh-positiv ist, können die Antikörper die Blutzellen dieses Babys angreifen. Das wäre für das Kind dann lebensbedrohlich. Glücklicherweise kann man das heute mit der Gabe von Anti-D-Immunglobulin verhindern.

Übrigens: Sollte der Arzt bei dir eine Rhesus-Unverträglichkeit festgestellt haben, erhältst du im Mutterpass den Vermerk Risikoschwangerschaft. Bitte nicht erschrecken. Gemeint ist damit nur eine besonders intensive Betreuung durch den Frauenarzt in den kommenden Schwangerschaftswochen.

9. SSW: Angst vor dem Ultraschall-Termin: Was kann ich tun?
Keine Frage, du freust dich riesig über deine Schwangerschaft und bist auch schon total aufgeregt, denn bei der kommenden Vorsorgeuntersuchung steht der erste Schall-Termin an. Endlich kannst du dein Baby sehen: Hände, Beine, Kopf und vielleicht sogar schon das kleine Stupsnäschen. Und trotzdem: Neben der großen Vorfreude ist dir ziemlich mulmig zumute. Denn der Arzt wird auch begutachten, ob sich dein Kleines altersgerecht entwickelt und die Schwangerschaft normal verläuft. Verständlich, dass du nervös bist und sich die Gedanken im Kreise drehen. Du bist nicht alleine, den meisten Schwangeren geht es so. Und nicht nur ihnen, auch ihren Partnern. Du bist ja jetzt auch schon ein paar Wochen schwanger, hast die ein oder andere Gewohnheit den Umständen angepasst und klar, ihr habt eine Beziehung zu dem Würmchen in deinem Bauch aufgebaut. Ein kaum auszuhaltender Gedanke, dass etwas mit dem Baby nicht stimmen könnte. Wenn dich die Angst überkommt: erstmal tief durchatmen. Und dann mach dir klar, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ganz wichtig: Auch wenn es dir vielleicht schwer fällt: Finger weg von Google und Forenbeiträgen! Das macht dich nur verrückt. Genieße deine Schwangerschaft und freue dich, dass alles ok ist, solange es keine Anzeichen für das Gegenteil gibt.

Tipp: Besprich deine Ängste mit deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme. So können sie bei den Vorsorgeuntersuchungen besser auf dich eingehen. Vielleicht machen sie zu deiner Beruhigung einfach eine Untersuchung mehr. Oder sie besprechen die Ergebnisse einfach besonders einfühlsam und intensiv mit dir.
IGeL-Leistungen in der Schwangerschaft
Nicht alle Untersuchungen während der Schwangerschaft sind kostenlos. Manche Untersuchungen sind aber trotzdem ratsam. Am besten, du besprichst mit deinem Arzt, ob und wenn ja, welche zusätzlichen Leistungen für dich sinnvoll sind. Diese individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) müssen leider privat gezahlt werden:

  • Akupunktur: Kann bei Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Rückenschmerzen und Schlafstörung helfen.
  • Toxoplasmose-Test: Dazu nimmt der Arzt dir Blut ab. Im Labor wird es auf mögliche Antikörper untersucht. Sind Antikörper vorhanden, ist das ein sicheres Zeichen, dass du dich in der Vergangenheit bereits infiziert hattest und nun immun bist – dem Baby kann also nichts mehr passieren. Falls keine Antikörper vorhanden sind, weißt du nun, dass du Fleisch nur gut durchgebraten oder gekocht essen solltest. Auch rohe Wurst lieber meiden. Obst und Gemüse vor dem Verzehr bitte gut abwaschen.
  • Nachweis auf B- Streptokokken: Den Erreger tragen viele Frauen symptomlos in sich. Ein einfacher Abstrich klärt, ob die Mutter sich infiziert hat. Wenn ja, wird ihr unter der Geburt eine Infusion mit Antibiotika gegeben, damit das Kind sich nicht ansteckt.
  • Nackenfaltenmessung: Das Ungeborene wird auf das Risiko für Trisomie oder einen Herzfehler untersucht. Bei Risikoschwangerschaften übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Selbstzahler müssen etwa 150 Euro für die Untersuchung bezahlen.
  • Ersttrimesterscreening: Zusätzlich zur Nackenfaltenmessung wird das mütterliche Blut analysiert. Anhand aller Werte wird das individuelle Risiko für eine Trisomie des Kindes berechnet.
  • Nichtinvasiver Bluttest: Wer möglichst genau wissen möchte, ob bei seinem Kind eine Trisomie oder eine Störung der Chromosomen X und Y vorliegt, kann einen Bluttest durchführen lassen. Die Kosten hierfür variieren je nach Anbieter.
  • Test auf Zytomegalie: Zytomegalie-Erreger gehören zu den Herpesviren. Für Erwachsene ist das Virus ungefährlich, meist merken sie die Ansteckung nicht einmal. Schwangere mit bereits überstandener Infektion müssen sich nicht weiter sorgen. Lediglich eine Erstinfektion während der Schwangerschaft birgt Risiken für das Baby. Frauen, die bereits ein Kleinkind zuhause haben, wird daher zu besonderer Hygiene im Umgang mit Urin und Speichel des Kindes geraten.
  • Antikörper-Suchtest auf Ringelröteln: Steckt sich eine Schwangere mit dem Virus an, reduziert sich beim Baby die Zahl der roten Blutkörperchen. In acht bis zehn Prozent der Fälle reagiert das Ungeborene darauf mit Wassereinlagerungen, die gefährlich werden können. Ein einfacher Bluttest klärt, ob bereits Antikörper vorliegen.
  • Herpes simplex: Neugeborene, die mit dem HS-Virus während der Geburt oder danach infiziert werden, können schwer erkranken. Daher wird Schwangeren, die früher bereits eine Herpesinfektion hatten oder aktuell einen Partner mit Herpes haben, empfohlen, ihren Immunstatus untersuchen zu lassen.
  • Zusätzlicher Ultraschall: Wer mag, kann zusätzlich zu den vorgesehenen extra Ultraschalltermine vereinbaren. Je nach Frauenarzt und Methode (2D bzw. 3D) liegen die Kosten zwischen 30 und 50 Euro.

9. SSW: Das passiert in der 9. Schwangerschaftswoche

Du bist jetzt in der 9. Schwangerschaftswoche (SSW 9). Nun beginnt der dritte Schwangerschaftsmonat, und damit das letzte Drittel im ersten Trimester. Deine Schwangerschaft stabilisiert sich weiter und gegen Ende der 9. SSW beginnt die sogenannte Fetalphase. Du darfst dein ungeborenes Baby im Bauch dann offiziell Fötus nennen.

So entwickelt sich das Baby in der 9. SSW

In dieser Schwangerschaftswoche steht ein wichtiger Meilenstein der Schwangerschaft an: Alle Organe des Babys werden gegen Ende der 9. Schwangerschaftswoche vollständig entwickelt sein. Das heißt, das Kind ist dann kein Embryo mehr, sondern ein Fötus! Und seine Organe arbeiten auch schon auf Hochtouren.

Das Kind ist jetzt ca. 1,5 bis 2,5 Zentimeter groß (Scheitel-Steiß-Länge). Alle Körperkomponenten sind vorhanden, Nerven und Muskeln beginnen zusammenzuarbeiten und es ist schon sehr bewegungsfreudig und schlägt munter Purzelbäume. Das spüren zwar die wenigsten Frauen in ihrem Bauch, aber auf dem Ultraschallbild bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung kannst du sehen, wie das kleine Wesen in deiner Gebärmutter herumzappelt. Auch die Körperkonturen des Fötus lassen sich in dieser Schwangerschaftswoche schon besser erkennen.

Augen, Ohren, Nase und Lippen: Im Gesicht deines Babies sind nun immer mehr Details zu sehen. Sogar Anlagen für die Brustwarzen sind in der SSW 9 schon vorhanden. Um das Gehirn des Kindes haben sich Schädelknochen gebildet, die diese wichtige Schaltzentrale schützen. Allerdings sind die Schädelknochen natürlich noch nicht verbunden, sodass das noch wachsende Gehirn genug Platz hat, um sich auszudehnen. Die winzigen Finger und Zehen sind in Schwangerschaftswoche 9 noch mit einer feinen Haut verbunden, Hände und Füße erinnern dadurch an kleine Flossen.

Das passiert in der 9. SSW mit deinem Körper

Dein Körper im dritten Schwangerschaftsmonat (SSW 9 – 12).

© / MSSA

Falls du unter Schwangerschaftsanzeichen, wie Übelkeit und Erbrechen, leidest, werden diese zwar noch weiter andauern, aber ein bisschen Hoffnung ist schon in Sicht: Denn mit Beginn des 2. Trimesters (ab der 13. SSW) endet für viele Schwangere auch die schlimme Phase mit Morgenübelkeit, Müdigkeit & Co. Dein Hormonhaushalt und Stoffwechsel haben sich dann umgestellt.

Was hingegen in der 9. SSW zunehmen kann, ist die Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen. Wieso dieses Phänomen existiert ist nicht genau geklärt. Forscher gehen davon aus, dass es sich um einen uralten Schutzmechanismus des weiblichen Körpers handelt, der die Mutter davor bewahren sollen, für das Kind schädliche Nahrungsmittel zu essen. Zum Beispiel:

  • Koffein (Kaffee)
  • Toxoplasmose (Fleisch)
  • Ethanol (Alkohol)
  • Nikotin (Zigaretten)

Manchmal sorgen die Hormone leider auch dafür, dass Schwangere vermehrt unter Kopfschmerzen und Rückenschmerzen leiden. Medikamente sind ja weitgehend tabu in der Schwangerschaft, aber ein guter Mix aus Bewegung und Ruhe kann schon sehr gut helfen. Ohnehin ist es eine gute Idee, jetzt regelmäßig sanften Ausdauersport zu betreiben. So linderst du nicht nur Schwangerschaftsbeschwerden, sondern machst dich auch ein bisschen fitter für die Geburt.

9. SSW: Sieht man schon einen Babybauch?

Bei den meisten Frauen ist in der 9. Schwangerschaftswoche nur eine minimale Veränderung am Bauch zu sehen, vor allem wenn es deine erste Schwangerschaft ist. Warst du schon einmal schwanger, ist es aber durchaus möglich, dass dein Bauch jetzt deutlich schneller wächst als beim ersten Mal.

Viele Schwangere leiden vor allem im ersten Trimester unter einem starken Blähbauch und berichten, dass sich ihr Bauch fester anfühlt als vor der Schwangerschaft. Dies ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich: Manche merken schon früh eine deutliche Veränderung und es ist schon ein kleiner Babybauch zu sehen. Andere werdende Mütter verlieren in den ersten Schwangerschaftswochen sogar an Gewicht, weil sie unter Übelkeit, Appetitlosigkeit und Erbrechen leiden. Im Gegensatz zum Bauch ist deine Gebärmutter schon kräftig gewachsen: Sie ist in der 9. SSW doppelt so groß wie vor der Schwangerschaft.

SSW 9: Das steht nun an

Die nächste große Vorsorgeuntersuchung – mit Ultraschall!

Zwischen der 9. und der 12. SSW steht in der Regel der nächste Vorsorgetermin an – und dieses Mal kannst du auch ein Ultraschallbild mit nach Hause nehmen. Nimm deinen Partner darum unbedingt mit, wenn es möglich ist – auch für ihn ist es ein unglaublicher Moment der Schwangerschaft, den kleinen Fötus bei der Ultraschalluntersuchung auf dem Bildschirm zu sehen. Und es ist eine gute Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Das gehört zur ersten großen Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft:

  • dein Frauenarzt schaut, ob sich das Kind altersgemäß entwickelt und wo deine Plazenta sitzt
  • es wird kontrolliert, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt – also ob du vielleicht Zwillinge oder gar Drillinge erwartest.
  • der errechnete Geburtstermin wird mit der Größe des Embryos verglichen und eventuell korrigiert
  • die Gesundheit von Mama wird genau unter die Lupe genommen: Wiegen, Blutdruckmessen und Urinuntersuchung stehen auf dem Programm.
  • Wahrscheinlich wird dir auch ein bisschen Blut abgenommen, um deine Blutgruppe (A, B, AB oder 0) und den Rhesusfaktor (Rh-positiv oder Rh-negativ) zu bestimmen.

Pränataldiagnostik – Diese Möglichkeiten hast du

Bei dem Vorsorgeterminen wird dich der Arzt vielleicht auch über optionale Vorsorgeuntersuchungen informieren. Zu dieser pränatalen Diagnostik gehören zum Beispiel:

  • Nackenfaltenmessung, bei der die Wahrscheinlichkeit für eine Down-Syndrom-Behinderung des Babys festgestellt wird
  • die Chorionzottenbiopsie, bei der ebenfalls nach Hinweisen auf chromosomale Besonderheiten oder Stoffwechselerkrankungen gesucht wird
  • Amniozentese, bei der Chromosomenveränderungen sowie einige Erb- und Stoffwechselkrankheiten festgestellt werden können
  • Bluttest, bei dem die DNA des Babies auf Auffälligkeiten (Gendefekte etc.) untersucht wird

In der Regel müssen die Kosten für diese Pränataldiagnostik selbst getragen werden. Lasse dich hierzu am besten von deinem Arzt ausführlich zu den einzelnen Maßnahmen und den damit verbundenen Risiken aufklären.

SSW 9: Was du sonst noch beachten solltest

Folsäure – das wichtige Vitamin für dein Baby

Folsäure ist sehr wichtig für dein Baby und seine gesunde Entwicklung. Normalerweise wird Erwachsenen eine Tagesdosis von 300 Mikrogramm Folsäure empfohlen. Während der Schwangerschaft steigt dieser Bedarf auf 550 Mikrogramm pro Tag. Hat die Schwangere einen Folsäure-Mangel, kann das zu Entwicklungsschäden beim Kind, dem sogenannten Neuralrohrdefekt oder auch offenen Rücken, führen.

Lebensmittel die viele Folate enthalten sind beispielsweise:

  • Blattspinat und Salate
  • Tomaten
  • Kartoffeln
  • Vollkornprodukte
  • Nüsse
  • Hülsenfrüchte
  • Orangen

Meist kann ein Folsäuremangel jedoch auch durch eine ausgewogene Ernährung nicht ausgeglichen werden. Deswegen wird Schwangeren grundsätzlich die Einnahme von Folsäure-Präparaten empfohlen – und das im besten Fall schon ab Kinderwunsch! Denn: Folsäure ist vor allem in den ersten Schwangerschaftswochen sehr wichtig für dein Baby – zu einer Zeit also, in der viele noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind.

9. Woche

Nun sind Sie schon in der 9. SSW! Ganz im Vordergrund steht ab jetzt, dass Sie für eine ausgeglichene Ernährung sorgen. Sie sollen aber nicht „für zwei“ essen, denn der zusätzliche Bedarf im ersten Drittel der Schwangerschaft beträgt nur 100 Kalorien/Tag!

Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend Eiweiss, Kohlenhydrate, Fett, Spurenelemente und Vitamine zu sich nehmen. Das bedeutet vor allem viel frisches Gemüse und Obst, Milch (und Milchprodukte), Fleisch und Fisch, und möglichst vollwertige Getreideprodukte (Brot, Müesli etc.). Folsäure sollten Sie mindestens bis zur 12. Schwangerschaftswoche weiter einnehmen, das Schwangerschafts-Multivitaminpräparat noch länger.

Sehr wichtig: Viel trinken! Dann fühlen Sie sich gleich viel weniger schlapp. Immerhin muss Ihr Blutvolumen um 35% zulegen und auch Fruchtwasser muss produziert werden. Optimal sind 2 Liter Wasser pro Tag. Wenn Ihnen das schwer fällt, versuchen Sie es mit einer Mischung von Wasser und ungesüsstem Fruchtsaft oder mit kaltem Früchtetee.

Es gibt leider auch einige Nahrungsmittel, die für Schwangere gefährlich sein können. Vorsicht ist vor allem hier geboten: Rohe oder sehr weichgekochte Eier, rohes Schweinefleisch, Leber und mit Leber hergestellte Produkte und Milcherzeugnisse aus Rohmilch können Stoffe und Keime enthalten, die Ihr Kind schädigen können.

10 Lebensmittel, die für Schwangere jetzt tabu sind

Bauen Sie regelmässige und leichte Bewegung in Ihren Tagesablauf ein – ausser wenn persönliche Risikofaktoren dagegen sprechen. Gut ist ein Spaziergang an der frischen Luft sein, möglichst nicht in der Nähe von Autoabgasen. Das kann aber auch Ihre bisher gewohnte Sportart sein. Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht überanstrengen und aufhören, wenn es mühsam wird. Als Faustregel gilt: Sie sollten sich jederzeit noch mit normaler Stimme unterhalten können. Schwimmen, Yoga oder einfach nur Spazieren gehen sind besonders gute Bewegungsarten in der Schwangerschaft. Untersuchungen haben deutlich gezeigt, dass sportliche Frauen weniger schwangerschaftstypische Beschwerden und auch eine leichtere Geburt haben. In unserer Liste der wichtigsten Sportarten können Sie nachsehen, ob Ihre Lieblings-Sportart in der Schwangerschaft noch ausgeübt werden kann. Auch für Sie als werdende Mutter gilt: Bewegung tut gut. Die Ärztin Katharina Quack Lötscher erklärt im Interview, was Sie jetzt besonders beachten sollten.

Vielleicht wird Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin innerhalb der nächsten Wochen die erste der zwei in der gesamten Schwangerschaft vorgesehenen Ultraschalluntersuchungen durchführen (zwischen der 9. und 12. Woche). Dabei wird kontrolliert, wo der Embryo sitzt, ob es einer oder mehrere sind, ob er sich bewegt, ob die Herzaktion erkennbar ist und wie gross der Embryo ist. Weil der Embryo gekrümmt liegt, misst man den Abstand zwischen Kopf und Steissbein: Die Scheitel-Steiss-Länge. Die Grösse des Embryos wird nur im ersten Schwangerschaftsdrittel mit der Scheitel-Steiss-Länge bezeichnet, danach orientiert man sich am Kopfdurchmesser – einfach weil das Kind in seiner ganzen Länge nicht mehr gemessen werden kann. Der errechnete Geburtstermin wird mit der Grösse des Embryos verglichen und eventuell korrigiert. Bis zur Geburt sollte keine Korrektur mehr erfolgen. Legen Sie sich aber auf dieses Datum nicht zu sehr fest: Nur eines von 25 Babys wird genau an seinem Geburtstermin geboren!

Neu ist als orientierende Untersuchung in der frühen Schwangerschaft (um die 12. Woche herum) eine Blutuntersuchung bei Ihnen und die Messung der sog. „Nackenfalte“ beim Kind, beides wird als orientierendes „Ersttrimester-Screening“ bezeichnet. Eine Verdickung im Nacken kann – muss aber keineswegs! – auf eine Chromosomenstörung hinweisen und deshalb ein Grund für weitergehende Untersuchungen sein. Sehr viel aussagekräftiger ist die Untersuchung auf fetales Zellmaterial im mütterlichen Blut (NIPT). Diese Untersuchung ist jedoch nicht ganz billig, und wenn bei Ihnen keine Risikofaktoren für eine kindliche Chromosomenstörung vorliegt, müssen Sie den Test selbst bezahlen.

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…und so entwickelt sich Ihr Baby in der 9. Schwangerschaftswoche….

Ihre Schwangerschaft in Zahlen:

Häufige Fragen in dieser Woche:

Bei den Vorsorgeuntersuchungen ist immer alles in Ordnung Warum habe ich (9. Woche) trotzdem ständig ziehende Unterleibsschmerzen?

Darf man in der Schwangerschaft noch rohen Fisch essen, z.B. Sushi?

Wie lange darf ich in der Schwangerschaft noch joggen?

Das Essverhalten einer Schwangeren wirkt prägend auf die Entwicklung ihres Kindes¹. Zum einen geht es dabei um eine optimale Nährstoffversorgung für Mutter und Kind, zum anderen beeinflusst die Ernährung in der Schwangerschaft bereits das Auftreten von Übergewicht, Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen beim Baby. Natürlich sollte sich daher jede Schwangere so ausgewogen und abwechslungsreich wie möglich ernähren.
Trotzdem sollen einem die vermeintlich vielen Regeln auch nicht den Spaß am Essen verderben. Letztendlich ist eine halbwegs gesunde Ernährung ja auch kein Hexenwerk. Und die richtige Ernährung für alle Menschen gibt es sowieso nicht. Dafür sind wir alle viel zu unterschiedlich. Auch unsere Lebensumstände, unsere Gewohnheiten und nicht zuletzt unsere Konstitutionen sind höchst individuell.

Dennoch, die wichtigsten Regeln, Tabus und Empfehlungen für eine gute Ernährung in der Schwangerschaft habe ich euch hier mal zusammengetragen.
Als Bonus gibt es einen kleinen Einblick in die Ernährungsempfehlungen aus TCM (Traditionelle Chinesische Medizin)-Sicht.

Vorbereitend gesunde Ernährung bei Kinderwunsch

Optimal wäre es, mit der gesunden Ernährung schon im Vorfeld der Schwangerschaft zu beginnen. In einer perfekten Welt würden Frauen circa vier Wochen vor der Konzeption bereits Nikotin und Alkohol vermeiden und für eine ausreichende Folsäureaufnahme sorgen.
Folsäure ist eines der wichtigsten Vitamine in den ersten fünf Wochen der Schwangerschaft. Es verhindert Spaltbildungen beim Embryo – also das Auftreten eines offenen Rückens (Spina Bifida) oder einer Lippen-Gaumen-Spalte. Diese Fehlbildungen treten bereits innerhalb der ersten Wochen auf, wenn die Schwangerschaft oft noch gar nicht bemerkt wurde. Wer nicht schon während der Kinderplanungsphase Folsäure substituieren möchte (was empfohlen wird), sollte sich mit folgenden Nahrungsmitteln eindecken:

  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Getreidekeime
  • Nüsse
  • Hefe
  • Spinat
  • Endivie
  • Feldsalat
  • Grünkohl
  • Brokkoli
  • Porree
  • Rosenkohl
  • Spargel
  • Avocado
  • Karotten
  • grüne Bohnen
  • Tomaten
  • Eigelb
  • Leber
  • Fisch
  • Milch

Der erhöhte Bedarf an Folsäure erstreckt sich noch über die ersten drei Monate der Schwangerschaft.

Für zwei essen? – Jein

Die zusätzlich benötigte Menge an Nahrung, die eine Schwangere braucht, wird meist drastisch überschätzt. In Wahrheit steigt der Mehrbedarf erst im letzten Schwangerschaftsdrittel – und auch da liegt er bei höchstens 300 kcal mehr. Schwangere essen also zwar für zwei, aber keinesfalls doppelt so viel.

Allerdings kann es bei Schwangeren leichter zu starken Schwankungen im Blutzuckerspiegel kommen. Darüber berichtete ich bereits im letzten Blogbeitrag: „Gelüste in der Schwangerschaft“. Um ihn konstant zu halten empfiehlt es sich, die Anzahl der Mahlzeiten zu erhöhen, dann aber natürlich jeweils etwas weniger zu essen. Also lieber fünf kleine als drei große Mahlzeiten über den Tag verteilt genießen. Am besten geht das, wenn man sich dabei an komplexe Kohlenhydrate (wie Vollkornbrot, Kartoffeln, Gemüse, Vollkornnudeln und Vollkornreis oder auch mal Snacks wie „Studentenfutter“ oder Müsliriegel) hält.

Diät in der Schwangerschaft

Auch das ist keine gute Idee. Denn eine Diät kann der fetalen Gehirnentwicklung schaden, was einen lebenslangen Einfluß auf die Gehirnfunktion des Kindes haben würde.² Tatsächlich nehmen viele Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel zunächst ab. Gerade Schwangere, die unter Übelkeit leiden, haben oft wenig Appetit. Ich gehe aber davon aus, dass sie dennoch die Lebensmittel zu sich nehmen, die der Körper dringend braucht.
Bei Hyperemesis Gravidarum (extremer Schwangerschaftsübelkeit & Erbrechen) muss eine Infusionstherapie begonnen werden.

Getränke

In der Schwangerschaft sollten mindestens 1,5 bis 3 Liter Flüssigkeit pro Tag getrunken werden. Am besten ist Wasser, aber auch verdünnte Säfte oder Saftschorlen oder ungesüßte Tees sind empfehlenswert. Dass Alkohol tabu ist, versteht sich von selbst.

Ernährungstabus in der Schwangerschaft

Und dann gibt es noch einige Nahrungs- und Genussmittel, von denen Schwangere sich grundsätzlich fernhalten sollten, bzw. die mit Vorsicht zu genießen sind:

  • Alkohol
    Alkohol ist, wie gesagt, ein No-Go, da er schwere Schädigungen beim Baby verursachen kann.
  • Nikotin
    Auch aufs Rauchen sollten Schwangere natürlich, wenn irgendwie möglich, verzichten. Die Gefahr für plötzlichen Kindstod steigt bei Babys von Rauchern. Außerdem werden diese Kinder oft mit einem niedrigeren Geburtsgewicht geboren und sind als Säuglinge oft sehr unruhig.
  • Rohmilchkäse
    Produkte aus roher Milch können Listerien enthalten. Das sind Bakterien, die Infektionskrankheiten auslösen können. Eine solche Infektion schwächt in dem Fall nicht nur die Mutter, sondern kann auch das Baby schädigen. Außerdem kann jede Infektion bei der Mutter auch zu einer Frühgeburt führen.
    Zu den potenziell gefährlicheren Käsesorten gehören alle Käse mit einer weißen Schimmelrinde wie Brie und Camembert, aber auch Blauschimmel-Käse wie Stilton, Roquefort oder Gorgonzola. Auch in Lake eingelegte Käsesorten wie Feta oder Mozzarella können betroffen sein. Einzig der Parmesan hat einen Ausnahmestatus: Er darf als Rohmilchprodukt verzehrt werden. Durch seine trockene Substanz bietet er keinen guten Nährboden für Bakterien.
    Übrigens ist Parmesankäse ein extrem guter Kalziumlieferant.
  • Roher Fisch
    Auch gebeizter Lachs, Austern, Räucherfisch oder Sushis können Listerien enthalten. Fisch wird gerade in der Schwangerschaft ja wöchentlich empfohlen, sollte dann aber gekocht, gebraten oder gegrillt werden.
  • Rohes Fleisch
    Fleischprodukte wie Mett, Teewurst, Hackepeter, Salami oder Pasteten können den Toxoplasmose-Erreger enthalten. Auch dieser Erreger kann das Baby schädigen. Wird Fleisch erhitzt, geht er zugrunde. Daher ist gebratenes, gekochtes oder gegrilltes Fleisch unproblematisch. Es muss natürlich bei der Zubereitung auf eine entsprechende Küchenhygiene geachtet werden: Messer und Brettchen nach dem Zerschneiden von Fleisch gründlich abwaschen.
    Übrigens können auch Katzen, die rohes Fleisch essen, Überträger des Toxoplasmoseerregers sein. Daher sollten Schwangere Küchenhandschuhe benutzen und sich gut die Hände waschen, wenn sie Katzenklos reinigen müssen – oder am besten, für die Zeit der Schwangerschaft, von dieser Aufgabe befreit werden.
  • Rohe Eier
    Rohe Eier können mit Salmonellen verseucht sein. Wer isst schon rohe Eier, fragst du dich jetzt vielleicht. Aber auch Produkte, die rohe Eier enthalten, stellen eine Gefahr dar. Das bedeutet: auf Mayonnaise, Tiramisu oder das Abschleckern von Teigschüsseln sollte man in der Schwangerschaft besser verzichten.
  • Abgepackte Salate und Sprossen
    Verpackte Fertigsalate oder Sprossen sind in letzter Zeit häufig in die Kritik geraten, weil sie nachweislich überdurchschnittlich viele Bakterien enthielten.
    Kürzlich betreute ich eine Schwangere, die in der Konsequenz gar keine Salate und rohes Gemüse mehr aß. Das ist natürlich schade, da diese Lebensmittel sehr gesund sind. Man sollte sie nur besser selbst zubereiten und eben sehr gründlich waschen.
  • Kaffee & schwarzer Tee
    Diese Getränke enthalten Koffein/Tein. Zusätzlich hemmen sie die Eisenaufnahme im Körper. Daher sollten sie nicht, oder nur in Maßen genossen werden – hier streiten die Experten noch. Ein bis zwei Tassen am Tag werden aber laut einer Studie von 2008 als unproblematisch eingestuft. Auf der ganz sicheren Seite seid ihr mit dem Genuss von koffeinfreiem Kaffee.
  • Coca Cola, Energiedrinks & Bitter Lemon
    Wenn es beim Konsum von Cola nur um den Koffeingehalt ginge, dann wäre bis zu einem Liter (!) pro Tag in Ordnung. Cola enthält jedoch auch noch eine ganze Menge Zucker, womit man in der Schwangerschaft, auch in Hinsicht auf eine Schwangerschaftsdiabetes, entsprechend vorsichtig sein sollte.
    Energiedrinks enthalten noch größere Mengen an Koffein und ebenfalls Zucker.
    Bitter Lemon enthält Chinin. Auch wenn sicher erst sehr, sehr große Mengen zu Fehlbildungen oder vorzeitigen Wehen führen können, so sollte man doch laut Embryotox „chininhaltige Getränke nicht regelmäßig und exzessiv konsumieren“³.

Mehrbedarf an Mineralstoffen

Abgesehen von den ganzen verbotenen Lebensmitteln, gibt es auch noch ein paar Stoffe, die in der Schwangerschaft vermehrt benötigt werden. Die Folsäure habe ich ja eingangs schon benannt.

  • Eisen
    Der Eisenbedarf einer Schwangeren ist deutlich erhöht und das sogar noch die ganze Stillzeit hindurch. Einem Mangel kann man mit einer eisenreichen Ernährung vorbeugen. Besonders viel Eisen befindet sich in dunkelgrünem und dunkelrotem Obst und Gemüse.
    Manchmal reicht die Eisenaufnahme durch Lebensmittel allein aber nicht aus. Besonders im Winter, wenn kleinere Infekte die Eisenspeicher zusätzlich leeren, kann es manchmal günstig sein, zusätzlich Kräuterblutsaft zu trinken. Wenn auch das nicht genügt, müssen manchmal Eisenpräparate substituiert werden. Besonders viel Eisen befindet sich in:
    • Leber
    • Kürbiskernen
    • Sesam (auch Sesammuß)
    • Hülsenfrüchten
    • rote Beete
    • Feldsalat
    • Rucola
    • Nüssen
    • Vollkorngetreide
    • Weizenkleie
    • Fenchel
    • Zucchini
    • grünen Erbsen
    • Petersilie
    • Pfifferlingen
    • Trockenfrüchten

    Die Eisenaufnahmefähigkeit des Körpers wird durch gleichzeitige Zufuhr von Vitamin C begünstigt. Ein Glas Orangensaft zum Essen ist also eine gute Idee.

    • Magnesium
      Viele Frauen haben zu irgendeinem Zeitpunkt der Schwangerschaft Wadenkrämpfe. Das ist meist ein sicheres Zeichen für Magnesiummangel. Über die Ernährung kann man diesen Mangel durch Bananen, Sesam, Hülsenfrüchte oder Kürbiskerne ausgleichen. Aber auch hier reicht das natürliche Vorkommen manchmal nicht. Besonders wenn der Mangel zu vorzeitiger Wehentätigkeit führt. Dann muss Magnesium zusätzlich verschrieben werden. Standardmäßig sollte das Magnesium dann aber, um unter der Geburt eine gute Kontraktionsfähigkeit zu gewährleisten, in der 36. SSW abgesetzt werden. Es sei denn, dass die Krämpfe dann wieder extrem störend auftreten.
    • Jod
      Wer seine Speisen mit jodiertem Salz würzt, ein bis zwei Mal pro Woche Seefisch und täglich Milch/Milchprodukte isst, der sollte seinen Jodbedarf gut im Griff haben. Häufig wird in der Schwangerschaft aber trotzdem eine zusätzliche Substituierung nötig.

    Vegetarier & Veganer

    „Nobody ever cares about what you eat, until you tell them you eat vegetarian food.“
    Ich weiß zwar leider nicht mehr, wo ich diesen Spruch gelesen habe – bitte informiert mich, wenn ihr die Quelle kennt – aber er stimmt schon. Menschen, die sich „normal“ ernähren, werden selten in ihrer Ernährungsweise in Frage gestellt. Obwohl „normal“ ja auch bedeuten kann, dass es fünf Mal die Woche Fast-Food gibt. Und das kann dann sicher nicht als gesunde Ernährung gelten.
    Bei Vegetariern möchte aber plötzlich jeder mitreden. Dabei informieren sich, meiner Erfahrung nach, Frauen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, meistens sehr gut darüber, auf welche Nährstoffaufnahmen sie besonders achten müssen.

    Schwangere Vegetarierinnen, die Milch und Eier zu sich nehmen, decken ihren Bedarf an Nährstoffen in der Regel recht gut. Sie sollten vor allem auf eine proteinreiche Ernährung achten. Das heißt: ausreichend Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Pflanzensamen zu sich nehmen. Ein besonderes Augenmerk ist bei Vegetarierinnen auf die Eisenversorgung zu legen. Wer auch keinen Fisch essen möchte, sollte Lein- und Algenöle für die Versorgung mit essentiellen Fettsäuren benutzen.

    Dagegen ist bei einer veganen Ernährung eine ausreichende Nährstoffversorgung in der Schwangerschaft ungleich schwieriger. Hier würde ich immer eine abgestimmte Ernährungsberatung empfehlen. In der Regel müssen Nährstoffe substituiert werden.

    Ernährungstips (So gut wie sonst auch, nur besser)

    Eigentlich gelten ja die meisten Empfehlungen, die in der Schwangerschaft aufgestellt werden, auch im sonstigen Leben. Nur ist eine gesunde Ernährung in dieser Lebensphase eben besonders wertvoll.

    Daher hier nochmal ein paar Faustregeln:

    • Fünf mal am Tag Obst & Gemüse (auch als Smoothie, als Saft, getrocknet oder gefroren)
    • Jeden Tag Kohlenhydrate – bevorzugt Vollkorn (Brot, Reis, Kartoffeln, Pasta)
    • Jeden Tag proteinreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Bohnen oder Eier und auch mal Fleisch oder Wurst
    • Ein bis zwei mal pro Woche Seefisch (am besten Lachs, Makrele oder Hering)
    • Drei Portionen Milch und Milchprodukte pro Tag liefern Kalzium und Eiweiß (z. B. ein Glas Milch, ein Jogurt und etwas Käse)

    Ernährungsempfehlungen der TCM

    Die Traditionelle Chinesische Medizin hat noch mal eine ganz andere Sicht auf die gesunde Ernährung in der Schwangerschaft. Dennoch gibt es hier einige Überschneidungen, was die Empfehlungen für Schwangere betrifft.

    Die Schwangerschaft geht an die Nieren

    In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird eine Schwangerschaft als ein Prozess gesehen, der an die Nieren geht. Dabei geht es nicht um das echte Organ „Niere“, sondern die Nieren stehen für die Essenz, die Kraft/Energie, die eine Frau grundsätzlich hat. Man könnte Lebensenergie dazu sagen. Eine Schwangerschaft kann also diese Lebensenergie schwächen.
    Auch bei uns hieß es früher: „Jedes Kind kostet einen Zahn“. Und das Bild des Zahnverlustes stand für eine große Schwächung.
    Um das zu verhindern, muss also die Nierenkraft gestärkt werden. Das kann über eine gute, also gesunde, Lebensführung erfolgen: Gut schlafen und gut essen…

    Besonders empfohlene, die Nieren stärkende Lebensmittel sind:

    • Hülsenfrüchte
    • Amaranth
    • Kastanien
    • Walnüsse
    • Fisch
    • Fenchel
    • Mohrrübe
    • Kürbis
    • Hirse (besonders als warmer Brei zum Frühstück)

    Eine starke Mitte

    Außerdem gilt es eine starke „Mitte“ zu erhalten. Dabei bedeutet Mitte so etwas wie eine Grundstabilität, eine Erdung, eine Stabilisierung. Auch im westlichen Denken befinden wir uns „in unserer Mitte“, wenn wir sehr ausgeglichen und entspannt sind.
    Auch hier hilft die richtige Ernährungsweise: Es wird empfohlen, besonders viel warme, also gekochte Speisen zu sich zu nehmen. Denn in der Denkweise der TCM funktioniert die Verdauung so ähnlich wie ein Kochtopf: Er „kocht“ die Speisen erst gar und macht sie dem Körper dadurch überhaupt erst zugänglich. Werden also Suppen oder warme Breie gegessen, verbraucht der Körper weniger Energie, da diese Lebensmittel bereits gekocht wurden. In der chinesischen Denkweise wäre daher Rohkost im Zustand einer Schwächung keine gute Idee.
    Das Trinken von warmem Wasser wiederum, wird als stärkend empfohlen. Frauen, die ein großes Süßigkeitenbedürfnis in der Schwangerschaft haben, leiden fast immer an einem „Mitteproblem“ und sind sehr bedürftig, was die Stärkung derselben anbelangt. Warme Suppen und Getreidebreie können hier ebenfalls Abhilfe schaffen.
    Übrigens würde kein TCM-Arzt je Milch empfehlen. Sie gilt als schwächend und schleimend. Ich denke allerdings, dass das sicher auch daran liegt, dass Asiaten generell Milch nicht gut verdauen können.

    Haltung durch Milzstärkung

    Die Milz gilt als der „Platzhalter“ unter den Organen. Denn sie sorgt dafür, dass alles dort bleibt, wo es hingehört: Es hält das Baby in der Gebärmutter, diese an ihrem Platz, hält den Beckenboden kräftig und ist auch sonst für viele Haltefunktionen zuständig. Eine Störung der Milz könnte sich in vorzeitigen Wehen, einer Gebärmuttersenkung, Hämorrhoiden oder Durchfall zeigen.
    Die Milz stärkende Lebensmittel sind ebenfalls wieder: (warme) Hirse, Reis, Kartoffeln, Karotten, Huhn, Rind und Fenchel.

    Zum guten Schluss

    …sei gesagt, dass du dir von den vielen Ernährungsempfehlungen & Verboten nicht den Appetit verderben lassen solltest. Schau einfach, was zu dir passt und ob es etwas gibt, das vielleicht noch verbesserungswürdig ist. Und dann genieße jede einzelne Mahlzeit. Auch die, die vielleicht nicht ganz so optimal sind. Auch mal Kuchen, ne Tafel Schokolade oder ne Tüte Gummibärchen. Das ist OK und ganz normal. Du leistest gerade Großes. Da sei dir auch mal ein bisschen Soulfood vergönnt.
    N’ Guten!

    Und, hast du deine Ernährung in der Schwangerschaft umgestellt? Hast Du noch Fragen oder Anregungen zum Thema? Dann ab in die Kommentare damit…

    Quellen:

    ¹ Brands et al
    ² „Vulnerability of the fetal primate brain to moderate reduction in maternal global nutrient availability.“ Antonow-Schlorke, Schwab M, Cox LA, Li C, Stuchlik K, Witte OW, Nathanielsz PW, McDonald TJ. USA. 15. Feb. 2011
    ³ Embryotox.de

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Süssigkeiten in der Schwangerschaft

Viele Schwangere kennen das starke Verlangen nach Süssigkeiten wie Schokolade, Guetzli, Gummibärchen oder Pudding. Andererseits möchten die meisten Frauen in der Schwangerschaft auf eine gesunde Ernährung achten. Sie sind sich unsicher darüber, ob eine Ernährung Schwangerschaft überhaupt solche „ungesunde“ Lebensmittel beinhalten darf, da sie sich um die Gesundheit ihres Kindes sorgen.

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Grundsätzlich sind Süssigkeiten in jeder Schwangerschaftswoche erlaubt!

Viele Frauen möchten sich möglichst perfekt ernähren und sie sind unglücklich, wenn sie es nicht schaffen, auf Süssigkeiten zu verzichten. Die Anforderungen an sich selbst können sogar zusätzlichen Stress bereiten, was vor allem in den Schwangerschaftswochen vor der Geburt wirklich nachteilig sein kann.

Grundsätzlich gilt: Eine gesunde Ernährung muss nicht frei von Zucker sein. Wenn du schwanger bist und eine eher schwache Statur hast, können sich gelegentliche kleine Naschereien sogar positiv auf deinen Energiehaushalt auswirken. Und Energie ist wichtig, um die Geburt gut zu meistern. Auf eine gesunde Ernährung zu achten bedeutet nämlich in erster Linie, dass du alle wichtigen Nährstoffe bekommst und dass du ausreichend viele, aber nicht zu viele Kalorien zu dir nimmst.

Die richtige Kombination beim Thema „Ernährung Schwangerschaft“:

Wenn du schwanger bist und gerne Süssigkeiten isst, solltest du auf die Ausgewogenheit deiner Ernährung achten. Dafür kannst du die folgenden Ratschläge berücksichtigen:

  1. Süsses immer nur nach der Hauptmahlzeit
    Du solltest, bevor du Schokolade oder Kuchen isst, deinen Magen möglichst zuerst mit Gemüse füllen. Von fettarm zubereitetem Gemüse kannst du nie zu viel essen. Und es gibt deinem Körper während der Schwangerschaft wichtige Nährstoffe, die du und dein Baby vor der Geburt brauchen. Wenn du bereits gegessen hast, wird die Menge an Süssem anschliessend geringer ausfallen. Und vielleicht hast du nach dem Gemüse auch gar keinen Appetit mehr auf Schokolade.
  2. Ersatz für zuckrige Snacks – in jeder Schwangerschaftswoche
    Wenn du bisher Guetzli also Kekse als Zwischenmahlzeit gegessen hast, solltest du diese durch Früchte ersetzen. Du kannst das auch schrittweise tun und erst einmal nur einen Teil der Süssigkeiten durch eine Frucht austauschen. Obst enthält zwar auch Zucker. Dieser ist aber gut in der Frucht „verpackt“ und seine nachteilige Wirkung wird durch die Ballaststoffe in der Frucht abgemildert. Anders sieht es mit den meisten Fruchtsäften aus. Diese haben viele Kalorien und du solltest sie entweder vor dem Trinken mit Wasser verdünnen oder halt nur ab und zu trinken.
    Achte beim nächsten Jus-Einkauf auf die Kalorienangaben.
  3. Keine Diät machen!
    Manche werdende Mütter haben Angst, in ihrer Schwangerschaft zu sehr an Gewicht zuzunehmen und hungern deshalb. Das solltest du auf keinen Fall tun! Du wirst während der Geburt und der Stillzeit ohnehin viele Kalorien verbrauchen und du kannst anschliessend eine Diät machen, falls es noch nötig sein sollte. Informiere dich auch über die gesunde Ernährung in der Schwangerschaft.

Vielleicht konnten wir dir hierdurch vermitteln, dass gesunde Ernährung während der Schwangerschaft eigentlich gar nicht so schwierig ist. Wir wünschen dir alles Gute für die Geburt!

Ernährung in der Schwangerschaft

22. August 2016

Schwangere sollten gut und nach Appetit essen und keinesfalls Diät halten. Die uneingeschränkt gute Nachricht! Dass sich die Ernährung in der Schwangerschaft an dem orientieren sollte, was man landläufig unter „gesunde Ernährung“ versteht, ist ja auch einigermaßen klar. Frauen – das haben wir wohl irgendwann mal so gelernt – haben bei „gesunder Ernährung“ in erster Linie „Salat“ im Kopf, was natürlich Quatsch ist – er ist nicht gesünder als eine Gemüsesuppe. Eine gute und leckere Idee ist zum Beispiel ein täglicher bunter Obst-/Gemüseteller, mit allem, was die Saison hergibt, der am Schreibtisch steht, so dass Du Dich immer nebenbei bedienen kannst. Ansonsten kannst du Dich gerne von Deinem Appetit und von dem, was Dir schmeckt und was Dir bekommt, leiten lassen – solange es nicht ausschlich Pommes und zum Nachtisch eine Tafel Schokolade sind.

Ob Du dazu neigst, eher acht oder 30 (richtig gelesen!) Kilo in der Schwangerschaft zuzunehmen, ist meist eher eine Frage der Konstitution als der Disziplin. Wenn Du das Gefühl hast, Du solltest da lieber „aufpassen“ (Deine Mutter ist sehr dick geworden in der Schwangerschaft und danach nie wieder schlank, es gibt häufiger Diabetes in der Familie, Du bist sowieso übergewichtig oder neigst zu starken Gewichtsschwankungen), ist es aber durchaus sinnvoll, auf die Ernährung zu achten.

Das heißt zum Beispiel, und das ist mittlerweile die fast durchgängige Empfehlung der neueren Literatur, eher weniger Kohlenhydrate zu essen, vor allem die kurzkettigen, das sind die mit einem so genannten hohen glykämischen Index. Schlicht formuliert ist das Zucker und Weißmehl. Also Pasta, Croissants, Kuchen, Brötchen. Eine Reduktion der Kohlenhydrate senkt unter anderem signifikant das Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, immerhin 10% aller Schwangeren sind mittlerweile davon betroffen, Tendenz: steigend. Man vermutet übrigens auch einen Zusammenhang zwischen kohlenhydratreicher Ernährung in der letzten Phase der Schwangerschaft und Terminüberschreitungen.

Die Süßmäulchen unter euch können aber aufatmen: Natürlich darfst Du auch Süßigkeiten essen! Hier gibt es Süßigkeiten, die „gesünder“ sind als andere, abhängig von der Insulinstimulation, wie schnell oder langsam also der Zucker ins Blut geht. Eis und (dunkle) Schokolade funktionieren z.B. verhältnismäßig gut, Sahnetorte (wer hätte das gedacht) auch. Reduzieren solltest Du eher Gummibärchen, Kekse, Kuchen, sowie alles aus Weißmehl (Brötchen!), weiche Pasta (Vollkornpasta al dente ist messbar viel besser!) und süße Obstsorten, wie z. B. Weintrauben und Wassermelone.

Nahrungsergänzungsmittel, also Vitaminpräparate, werden hier und da immer noch für überflüssig erachtet, Tatsache ist aber, dass bestimmte Nährstoffe nicht ausreichend in der Nahrung vorkommen. Solltest Du also nicht dreimal pro Woche – und zwar jede Woche – Hering essen (gibt es außerhalb Skandinaviens irgendjemanden, der das tut?), ist eine Ergänzung mit Jod und Omega3-Fettsäuren sinnvoll. Spezielle Schwangeren-Vitaminpräparate enthalten meist alle sinnvollen Dinge – aber meistens in lächerlich geringer Dosierung zu einem absurden Preis. Achte vor allem auf die B-Vitamine, Zink, Selen, Omega3 und ggf. Jodid.

Eisen und Magnesium solltest Du bei den typischen Beschwerden ergänzen. Der Eisenwert wird regelmäßig in den Vorsorgen bestimmt, ein Magnesiummangel macht sich meist durch eine vermehrte Neigung zu Krämpfen in den Füßen und Beinen bemerkbar. Wenn Du Magnesium ergänzt, achte darauf, dass es sich um Magnesiumcitrat handelt. Dieses wird vom Köper viel besser aufgenommen als das viel billigere (und typischerweise in den üblichen Drogeriepräparaten vorkommende) Magnesiumoxid. Und solltest Du beides, Eisen und Magnesium brauchen, ist auch eine zeitversetzte Einnahme wichtig, da die beiden Spurenelemente sich gegenseitig in der Aufnahme stören.

Folsäure ist vor allem in den Wochen vor (!) und in den ersten zehn Wochen der Schwangerschaft wichtig. Die dürften bei den meisten von Euch schon vorbei sein.

Vorsicht Schwangerschaft – hier solltest Du aufpassen

Listeriose

Listerien sind Bakterien, die prinzipiell überall vorkommen können. Vor allem rohes Fleisch, Rohmilch (nicht pasteurisierte Milch) und verarbeitete Lebensmittel (Sushi und Fleischsalatbrötchen aus der Vitrine) sowie überlagerte Nahrungsmittel im hauseigenen Kühlschrank können eine Ansteckung ermöglichen. Wichtig: Es geht um die sekundäre Keimbesiedelung. Deshalb ist es auch egal, ob Du Dein Sushi mit rohem Fisch oder total vegan mit Avocado und Gurke bestellst: Beides wird auf den gleichen Brettchen mit den gleichen Messern geschnitten und ist beides ist gleichermaßen kritisch. In Rohmilch und auf rohem Fleisch, aber auch auf kaltgeräucherten Lebensmitteln wie etwa Räucherlachs, können Listerien sich besonders gut vermehren. All das solltest Du in der Schwangerschaft also am besten nicht essen, um sicher zu gehen, dass Du eine Ansteckung so weit wie möglich ausschließt. Ohne hysterisch zu werden – natürlich wirst Du dich nicht ausgerechnet am Kantinensalatblatt vorgestern angesteckt haben. Listeriose ist wirklich sehr selten! In den vergangenen Jahren gab es zwei größere Erkrankungswellen durch eine Verbreitung über kontaminierten Blauschimmel- und Harzer Käse, beide übrigens aus pasteurisierter (!) Milch …

Ca. 200 Neugeborene sind pro Jahr von einer Listerieninfektion betroffen – und das endet tragischerweise oft fatal: 50% (eher mehr) aller infizierten Babys sterben noch im Bauch oder kurz nach der Geburt daran.

Eine Behandlung von Listeriose ist wegen der sehr unspezifischen Symptome (die auch völlig fehlen können) recht schwierig: Es wird schlicht die Diagnose gar nicht oder erst spät gestellt. Im Falle einer erkannten Listeriose-Infektion würde man diese mit einem Antibiotikum behandeln. Für das Baby ist aber nur eine sehr frühe Behandlung hilfreich. Also: Am besten wirklich aufpassen.

Toxoplasmose

Toxoplasmose ist hingegen eine Erkrankung, die direkt über die Tiere selbst übertragen wird. Entweder durch Essen von rohem Fleisch (vor allem Rind und Schaf – ich würde aber auch nicht unbedingt Mettbrötchen (Schwein) empfehlen, auch wegen der Listeriose-Gefahr) oder durch den Kontakt mit infizierten Hauskatzen (Katzen aus dem Tierheim oder solche mit Naturzugang sind gefährdeter als reine Stubentiger). Anders als bei der Listeriose ist bei der Toxoplasmose nur die Erstinfektion gefährlich. So kann man beispielsweise zu Beginn der Schwangerschaft den Infektionsstatus im Blut bestimmen und eine frühere Infektion nachweisen. Dann könnte man sich netterweise in Bezug auf die Toxoplasmose ein bisschen entspannen.

Kaffee

Hier ist sich die aktuelle Studienlage nicht ganz einig. Es gibt Hinweise auf eine erhöhte Fehlgeburtenrate und auch auf ein etwas niedrigeres Geburtsgewicht bei Kindern von Frauen, die viel Kaffee trinken. Was „viel“ ist, darüber besteht ebenfalls Uneinigkeit in der Definition. Tendenziell sollten ein bis zwei Kaffees pro Tag nichts ausmachen. Viele Frauen entwickeln in der Schwangerschaft interessanterweise eine Abneigung gegen Kaffee. Möglicherweise sind ja auch koffeinfreie Varianten eine Idee – geschmacklich gibt’s da ja mittlerweile kaum noch einen Unterschied …

Alkohol

Da gibt es eine ganz klare Aussage: Nullempfehlung! Früher wurde den Frauen gerne noch „hin und wieder mal ein kleines Gläschen“ zugestanden, führende Neurologen empfehlen dringend komplette Abstinenz. Alkohol ist ein Zell- und Nervengift. Auch wenn es nicht gleich das Vollbild eines „Fetalen Alkoholsyndroms“ mit fatalen Auswirkungen auf die körperliche und geistige Entwicklung sein muss: Das tritt natürlich nur bei alkoholkranken Frauen auf. Allerdings rechnet man bei milderen Formen der Alkoholschädigung mit einer Dunkelziffer von etwa 11.000 bis 16.000 Babys pro Jahr – das wären immerhin 5% aller Babys und natürlich eine dramatische Zahl. Aber, wichtig für alle die von Euch, die an die wilde Party denken, zu der Zeit, in der Du noch nicht WUSSTEST, schwanger zu sein: Da hatte Dein Baby noch gar kein Gehirn, was störbar gewesen wäre. Es hat also alles gut verkraftet, sonst wäre es nicht bei Dir geblieben!

9. Schwangerschaftswoche (SSW)

Letzte Änderung: 06.08.2018
Nächste Aktualisierung von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Mit der 9. Schwangerschaftswoche (SSW) beginnt der 3. Schwangerschaftsmonat. Der Embryo misst nun etwa zwei Zentimeter. Seine Organe sind zum Ende der 9. SSW vollständig entwickelt. Wer bisher mit Schwangerschaftsbeschwerden zu kämpfen hatte, bemerkt nun vermutlich, dass diese langsam zurückgehen – besonders die starke Müdigkeit lässt ab dieser Woche oft nach.

© iStock

Inhaltsverzeichnis

  • Der 3. Monat
  • Die Mutter
  • Der Embryo
  • Untersuchungen
  • Quellen

Was passiert in der 9. SSW?

Viele werdende Mütter werden in diesem Zeitraum zunehmend überempfindlich gegenüber Gerüchen und entwickeln ungewöhnliche Vorlieben für Lebensmittel oder Lebensmittelkombinationen.

Der Embryo bewegt sich jetzt fast ununterbrochen, auch wenn die Schwangere das noch eine Weile nicht spüren kann. Aber auf dem Ultraschall können Sie das Hüpfen und Zappeln deutlich sehen. Jetzt ist auf dem Ultraschall auch zu erkennen, ob Sie Zwillinge erwarten.

Was bedeutet 9. SSW?

In der 9. SSW ist der Embryo etwa sieben Wochen alt – der Unterschied zwischen Lebensalter und Schwangerschaftswoche kommt daher, dass die ersten zwei Schwangerschaftswochen lediglich der Berechnung dienen. Insgesamt umfasst eine Schwangerschaft 40 Wochen oder zehn Monate. Dabei startet die Berechnung etwa zwei Wochen vor der Befruchtung – nämlich mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Diese Rechnung hat sich bewährt, da sich nicht bei jeder Frau der Termin des Eisprungs rückwirkend eindeutig bestimmen lässt.

In der 9. SSW sind Sie 8 Wochen und x Tage schwanger – die 9. SSW besteht demnach aus den Tagen:

  • 8+0 = 1. Tag der 9. SSW
  • 8+1 = 2. Tag der 9. SSW
  • 8+2 = 3. Tag der 9. SSW
  • 8+3 = 4. Tag der 9. SSW
  • 8+4 = 5. Tag der 9. SSW
  • 8+5 = 6. Tag der 9. SSW
  • 8+6 = 7. Tag der 9. SSW

Bis zum errechneten Entbindungstermin sind es nun noch etwa 31 Wochen.

Ultraschall in der Schwangerschaft

4. SSW: Die befruchtete Eizelle nistet sich ein. Hier ist die Fruchthöhle (schwarz) zu sehen, der Embryo ist noch zu klein.

5. SSW: Rechts im Bild ist die Fruchthöhle (schwarz) zu sehen. Der Embryo ist auf dem Ultraschall zu dieser Zeit oft noch nicht zu erkennen.

6. SSW: Der Embryo ist als kleine Verdickung in der schwarzen Fruchtblase zu erkennen.

7. SSW: Links in der Fruchtblase ist der Embryo sichtbar. Der helle Kreis mit dunklem Fleck über dem Embryo ist der Dottersack.

8. SSW: Der Embryo ist von vorne zu sehen, der Kopf liegt links im Bild. Arm- und Beinansätze lassen den Embryo wie einen kleinen Teddybären aussehen.

9. SSW: Der Fötus liegt links im Bild mit dem Kopf, der auf die Brust gesenkt ist, nach links. Rechts im Bild ist der Dottersack zu sehen.

10. SSW: Der Fötus liegt mit dem Kopf nach rechts. Der Kopf ist auf die Brust geneigt.

11. SSW: Man sieht nur die Beine des Fötus. Sie sind an den Knien im rechten Winkel gebeugt, die Füße zeigen nach oben. In den Beinen sind die langen Röhrenknochen, in den Füßen die Knochen der Zehen gut zu erkennen.

12. SSW: Man sieht den Kopf und einen Teil des Oberkörpers. Im Kopf sieht man die Schädelknochen und die Anlagen von Kiefer und Zähnen, im Oberkörper den Knochen des Schlüsselbeins. Auch die kleine Nase und der Mund sind gut zu erkennen.

13. SSW: Man sieht den Kopf des Fötus von oben. Die beiden Gehirnhälften (hier eine oben, eine unten im Bild) sind gut zu sehen. Sie sind durch eine Mittellinie, das Corpus callosum, getrennt. Die Anlagen des Gehirns zeichnen sich deutlich in den Gehirnhälften ab.

14. SSW: Man sieht eine Zwillingsschwangerschaft mit zwei Fruchtblasen.

15. SSW: Man sieht ein Bein des Fötus. Links im Bild liegt der Po, das Bein streckt sich nach rechts und ist im Knie leicht gebeugt. Die langen Röhrenknochen in Ober- und Unterschenkel sind gut zu erkennen, ebenso die Zehenknochen im Fuß.

16. SSW: Die Nabelschnur ist sichtbar. Der Blutfluss lässt sich mithilfe des sogenannten Dopplerultraschalls farbig darstellen.

17. SSW: Man erkennt das kleine Gesicht des Fötus. Unter dem Kopf sind auch die Hände gut zu sehen. Links am Kopf entlang und dann über die Brust des Babys verläuft von oben nach unten die in sich gedrehte Nabelschnur.

18. SSW: Von rechts unten kommt ein Fuß ins Bild, die Zehen zeigen nach links oben. Der Fuß liegt über den beiden Händen, die überkreuzt sind. Eine Hand kommt dabei von oben rechts ins Bild, die Finger beider Hände fächern sich nach links auf.

19. SSW: Man sieht die Plazenta (gesamter unterer, grauer Bereich), aus der die Nabelschnur entspringt. Die Blutgefäße der Nabelschnur sind dank Dopplerultraschall farbig gekennzeichnet.

20. SSW: Das Baby scheint am Daumen der linken Hand zu nuckeln. Die rechte Hand verdeckt das Gesicht.

21. SSW: Gut sind die zwei kleinen Füße von unten zu sehen. Besonders die Knochen der Zehen und die Mittelfußknochen zeichnen sich deutlich ab.

22. SSW: Links im Bild liegt der Hinterkopf, die Stirn nach oben. Mittig im Bild sieht man Nase, Mund und Kinn. Im Mund sind die Knochen des Kiefers und die Zahnanlagen zu sehen.

23. SSW: Gesichtszüge und Mimik sind im 3-D-Ultraschalls besonders gut zu beobachten. Hier gähnt das Baby ausgiebig.

24. SSW: Ganz deutlich ist hier eine Hand mit Hand- und Fingerknochen zu sehen.

25. SSW: Mittig erkennt man die Wirbelsäule, daneben oben im Bild gut die Rippen, unten das Becken.

26. SSW: Auf dem Bild sieht man gut, wie das Baby weit den Mund öffnet.

27. SSW: Mit dem Dopplerultraschall wird der Blutfluss in den Blutgefäßen im Gehirn farbig dargestellt.

28. SSW: Hier wird der Urinstrahl eines kleinen Jungen dargestellt.

29. SSW: Man sieht einen einen kleinen Fuß, der mit der Sohle nach oben zeigt. Die Zehen zeigen nach rechts. Die Knochen des Fußes sind gut zu erkennen.

30. SSW: Der 3-D-Ultraschall zeigt das Gesicht des Babys und die beiden kleinen Hände, die vor dem Körper verschränkt sind.

31. SSW: Das Gesicht des Babys füllt fast das ganze Bild aus. Die Stirn ist rechts im Bild, das Kinn links. Die Augen sind etwas geöffnet.

32. SSW: Hier sieht man einen kleinen Jungen: Der Penis ragt deutlich nach rechts ins Bild.

33. SSW: Das Baby ist hier im Profil zu sehen. Von rechts nach links erkennt man Stirn, Nase, Mund und Kinn. Die weißen Bereiche zeigen Knochenstrukturen.

34. SSW: Hier ist ein perfektes kleines Ohr zu erkennen.

35. SSW: Auf diesem Bild sieht man den Kopf des Kindes von oben. Die hellen Punkte rechts im Bild sind Haare, die im Fruchtwasser schwimmen.

36. SSW: Dieses Baby ist ein Mädchen. Deutlich sind die äußeren, größeren und die inneren, kleineren Schamlippen zu sehen.

37. SSW: Auch hier wieder ein Baby im Profil. Das Gesicht ist vollständig ausgebildet.

38. SSW: Das Baby, das auch hier im Profil zu sehen ist, lutscht am Daumen.

39. SSW: Auf diesem Bild sind deutlich die vier Herzkammern und die Herzklappen zu erkennen.

40. SSW: Auf diesem 3-D-Ultraschall hält sich das Baby eine Hand vors Gesicht. Der errechnete Geburtstermin steht jetzt kurz bevor.

Die Mutter in der 9. SSW

Ab der 9. Schwangerschaftswoche (SSW) lassen Erschöpfung und Müdigkeit langsam nach. Oft sind Schwangere in dieser Zeit aber besonders anfällig für Gerüche, bis hin zum Brechreiz, und der Geschmackssinn ist geschärft. Viele Schwangere bekommen nun Appetit auf Speisen, die sie zuvor nicht mochten, und auf ungewöhnliche Lebensmittelkombinationen. Bisher bevorzugte Speisen können dagegen plötzlich Übelkeit auslösen. So entwickeln werdende Mütter beispielsweise häufig Abneigungen gegen Kaffee oder Brot.

Während einige der bisherigen Schwangerschaftsbeschwerden ab der 9. Schwangerschaftswoche langsam nachlassen, kann es ab jetzt zu schwangerschaftsbedingtem Haarausfall kommen. Dieser hält für gewöhnlich aber nur wenige Wochen an. Häufig kommt es nun auch zu Verstopfung und der Bauch fühlt sich aufgebläht an – das können Sie mit einer gesunden Ernährung und ausreichend Flüssigkeit jedoch eindämmen. Die Blähungen sind auch jetzt noch für einen eventuell vergrößerten Bauchumfang verantwortlich – der Bauch wächst erst in einigen Wochen sichtbar.

Wer unter Morgenübelkeit leidet, muss sich vermutlich noch eine Weile gedulden: Diese hört meistens erst um die 12. SSW , spätestens aber zur 16. SSW auf.

Jegliche Beschwerden oder Schmerzen in der Schwangerschaft sollten Sie ärztlich abklären lassen. Gehen Sie lieber einmal zu häufig zum Arzt als einmal zu wenig, auch wenn sich die meisten Beschwerden als unbedenklich herausstellen.

Das sollten Sie in der 9. SSW beachten!

Nehmen Sie keine Medikamente oder Präparate in Eigenregie ein – auch oder gerade wenn es sich um Naturprodukte handelt. Einige Kräutertees beispielsweise können Wehen auslösen. Es gibt auch Medikamente, die in der Schwangerschaft eingenommen werden können – jede Behandlung sollten Sie aber mit Arzt oder Hebamme absprechen.

Die typischen Schwangerschaftsanzeichen der ersten Wochen sind für viele Frauen zwar ein unangenehmer Begleiter, geben der Schwangeren aber auch das Gefühl, tatsächlich schwanger zu sein, da sie von der Schwangerschaft sonst nicht viel spüren oder sehen. Bis zu den ersten Bewegungen des Babys dauert es noch eine Weile, und auch der Babybauch wird noch etwas auf sich warten lassen.

Wenn die Schwangerschaftsanzeichen und -beschwerden um die 9. SSW (manchmal sehr plötzlich) nachlassen, haben viele werdende Mütter darum das Gefühl, gar nicht mehr schwanger zu sein. In einigen Fällen kann es jetzt auch zu leichten Blutungen kommen, die in den meisten Fällen aber unbedenklich sind. All das kann dazu führen, dass Sie sich unwohl fühlen oder große Sorgen machen, insbesondere ob es sich bei den Beschwerden um eine Fehlgeburt handeln könnte. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt oder einer Hebamme, wenn die Sorgen überhand nehmen!

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Der Embryo in der 9. SSW

Auch wenn Sie die Schwangerschaft in der 9. Schwangerschaftswoche noch nicht richtig bemerken, passiert in Ihrem Körper jetzt eine Menge: Zum Ende der 9. SSW beginnt die sogenannte Fetalphase, das Ungeborene wird dann nicht mehr Embryo sondern Fötus (auch: Fetus) genannt. Die inneren Organe entwickeln sich in der 9. SSW vollständig und der Schwanz bildet sich zurück. Organe und Nervenzellen nehmen ihre Arbeit auf.

Der Embryo misst in der 9. Schwangerschaftswoche etwa zwei Zentimeter. Die Anlage der Ohren ist jetzt zu erkennen. Auf dem Ultraschall sieht man erstmals, dass sich Arme und Beine bewegen. Zwischen Händen und Armen zeichnet sich das Handgelenk ab und an den Füßen bilden sich die Schwimmhäute zurück, sodass die Zehen sichtbar werden.

Während das Gehirn des Ungeborenen bis zur 9. Schwangerschaftswoche vollkommen ungeschützt war, wird es nun von den Schädelknochen bedeckt. Da das Gehirn aber noch kräftig wachsen wird und dafür ausreichend Platz braucht, sind die Schädelknochen nur lose im Bereich der sogenannten Fontanellen zusammengefügt.

Aus den bereits vorhandenen Nervenzellkörpern wachsen kleine Fortsätze, die Axone. Diese versuchen, Kontakt zu den benachbarten Nerven- oder Muskelzellen herzustellen. Außerdem bilden sich allmählich die einzelnen Teile des Gehirns heraus und bereiten sich darauf vor, die ihnen zugedachten Aufgaben zu erfüllen. Einige Teile sind dafür zuständig, Sinneseindrücke wie Gefühle und Schmerzen wahrzunehmen, andere steuern das Hören und Sehen. Wiederum andere kümmern sich um reibungslose Bewegungsabläufe.

Die Nerven des Embryos sind insbesondere in dieser Phase der Entwicklung des Gehirns überaus anfällig für Giftstoffe wie Alkohol. Da das Gehirn für die weitere Entwicklung des kleinen Körpers sehr wichtig ist, kann Alkohol zu bleibenden Schäden führen. So können zum Beispiel Arme und Beine dauerhaft in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sein.

In der 9. Schwangerschaftswoche differenzieren sich zudem die Zellen der Herzmuskulatur und die Leber beginnt, Blut zu bilden.

Sowohl Größe als auch Gewicht des Babys entwickeln sich mit fortschreitender Schwangerschaft immer individueller. Die genannten Werte können daher nur Durchschnittswerte sein. Wenn die Daten Ihres Kindes von diesen Werten abweichen, ist das kein Grund zur Besorgnis.

Vorsorgeuntersuchungen in der 9. SSW

Zwischen Beginn der 9. SSW und Ende der 12. SSW ist die erste große Vorsorgeuntersuchung inklusive Ultraschall vorgesehen. Dabei sind folgende Untersuchungen und Daten wichtig:

  • mütterliches Gewicht und Blutdruck
  • Urinuntersuchung (Eiweiß, Zucker, Keime)
  • Hämoglobingehalt (gibt Hinweis auf den Eisengehalt)
  • Lage der Gebärmutter (Fundusstand: wird ermittelt über den Abstand von oberem Gebärmutterrand (über die Bauchdecke durch Tasten feststellbar) zum Bauchnabel)
  • Ultraschall:
    • Scheitel-Steiß-Länge (SSL)
      • alternativ zur SSL: Biparietaler Durchmesser (BPD – Abstand von Schläfe zu Schläfe)
    • Lage, Bewegungen und Herzaktivität des Babys
    • Feststellung der Einlings- oder Mehrlingsschwangerschaft
    • Entwicklung von Gehirn, Organen und Gliedmaßen

Die Untersuchung umfasst außerdem eine ausführliche Beratung entsprechend dem Schwangerschaftszeitpunkt.

Im Anschluss an die Ultraschalluntersuchung druckt der Frauenarzt gewöhnlich ein bis mehrere Ultraschallbilder aus und übergibt sie den werdenden Eltern.

Quellen

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 6.8.2018)

Online-Informationen der BZgA: www.familienplanung.de (Abrufdatum: 6.8.2018)

Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.: www.dge.de (Abrufdatum: 6.8.2018)

Online-Informationen des Gemeinsamen Bundesausschusses: www.g-ba.de (Stand: 20.7.2016)

Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

Schneider, H., Husslein, P., et al.: Die Geburtshilfe. Springer Verlag. Berlin Heidelberg 2011

Letzte inhaltliche Prüfung: 06.08.2018
Letzte Änderung: 06.08.2018

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