Überfordert mit kind

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Überfordert, verzweifelt: Wie Silke ihren Weg aus dem Mama-Burnout heraus fand

Ihr Lieben, dies hier ist für alle Mamas, die sich oft überfordert fühlen mit ihren vielen Aufgaben und Rollen.

Dies ist für alle Mamas, die nur noch funktionieren, sich morgens aus dem Bett quälen in der Hoffnung, es irgendwie durch den Tag zu schaffen.

Und dies ist für alle Mamas, die sich tagtäglich fragen, was sie dagegen tun können, denn so macht das Leben überhaupt keinen Spaß.

Ich bin Silke, stolze Ehefrau und Mutter von zwei wundervollen Mädchen. Nach einigen schweren Jahren des „Mama-Burnout“ und der Depression, durfte ich in den letzten drei Jahren mit Hilfe von Weiterbildungen, Seminaren, Büchern und auch mit Hilfe von Coachings und Mentoren meine verloren gegangene Lebensenergie wieder erwecken.

Mittlerweile arbeite ich als Coach und Mentorin für Mütter, denen es ähnlich geht, wie es mir ging. Ich helfe ihnen, ihre Kraft wiederzufinden, ihre Energie, ihre Freude und Begeisterung im Leben. Wie es dazu kam? Das hier ist meine Geschichte.

Mein ursprünglicher Start ins Berufsleben war vor 15 Jahren als überzeugte IT’lerin. Ich habe Wirtschaftsinformatik studiert und mein Leben lang in der IT gearbeitet. Ich habe einen tollen Arbeitgeber und war überzeugt, den für mich perfekten Job gefunden zu haben.

Im privaten Leben war für meinen Mann und mich immer schon klar, dass wir Kinder möchten. Wir lieben Kinder. Doch nie hätte ich gedacht, wie sehr Kinder das eigene Leben buchstäblich umwerfen können.

Nach der Geburt unserer zweiten Tochter Fenja vor fünf Jahren war ich körperlich am Ende. Zusätzlich baute ich mir selbst viel zu viel Druck auf. Es war mein Anspruch alle meine Rollen als Mutter, Ehefrau, Berufstätige, Hausfrau, Geliebte, Freundin, Tochter und Schwester möglichst perfekt zu erfüllen.

Ich wollte die Anerkennung meiner Familie und meines Umfelds und war überzeugt, alles alleine zu schaffen. Man kann sich denken, dass das nicht klappen konnte!

Als ich dann wieder zu arbeiten anfing, sah jeder Tag gleich aus: Morgens aufstehen, mich um die Kinder kümmern, in den Kindergarten fahren, arbeiten gehen, danach einkaufen, die Kinder wieder abholen, dann die diversesten Nachmittagsbeschäftigungen. Bereits am späten Nachmittag war ich dann so ausgebrannt, dass ich gerade noch die Kraft hatte, meine zwei Mädels aus dem Kindergarten abzuholen. Der Haushalt machte sich auch nicht von alleine und etwas Zeit sollte für meinen Partner auch noch bleiben.

Es war ein ständiges Jonglieren mit Zeit, eigenem Druck und Perfektion. Und es war ein täglicher Kampf mit meinen Kindern, meinem Ehemann – und mit mir selbst.

Irgendwann habe ich nur noch funktioniert, habe nur noch einen Schritt vor den anderen gesetzt! Ich fühlte mich ausgebrannt, energielos, perspektivlos und leer. Lange wollte ich es mir selbst nicht eingestehen. „So etwas passiert doch mir nicht!“, waren meine verdrängenden Gedanken.

Nach außen spielte ich die glückliche Mutter. Selbst mein Mann hat den Ernst der Lage nicht erkannt, so gut war ich darin. Innerlich jedoch stürzte ich immer tiefer ab in Gefühle der Überforderung, permanenter Unsicherheit, der Selbstzweifel, des „Nichtverstandenwerdens“ und dem fortwährenden Wunsch nach Ruhe, die ich einfach nicht finden konnte.

Morgens musste ich mich zwingen aufzustehen, oft hatte ich nicht mehr die Kraft zur Arbeit zu fahren und habe mich häufig krank gemeldet.

Ich wusste weder wer ich war, noch was ich vom Leben will. Gefangen in meinen vielen Rollen – willkommen im Mama-Burnout!

Mein Schritt aus dieser Abwärts-Spirale heraus erfolgte Anfang 2015. Ich fuhr mit meinem Mann zur Weiterbildung in die Türkei. Knappe zwei Wochen nur für mich und zum Nachdenken!

Wieder daheim fühlte ich mich so entspannt wie lange nicht mehr. Es kam mir vor, als hätte jemand den Vorhang aufgezogen. Und mir war klar: Ich wollte weiter an mir arbeiten! Denn nur ich selbst konnte mich aus diesem Tief herausholen.

Mein sehnlichster Wunsch: Freiheit und Freude! Mich leicht fühlen, das tun, was ich wirklich will. Weg von all meinen Begrenzungen und Ängsten, die mich gefangen halten. Diese unbändige Energie tagtäglich spüren, die ich wieder neu entdeckt hatte.

Ab diesem Moment fing mein eigentlicher Weg erst an, meine persönliche „Mama-Reise“.

Ich suchte die Antwort auf zwei essentielle Fragen: „Wer bin ich?“ und „Was will ich vom Leben?“

Schritt für Schritt fand ich die Antworten – in mir selbst. Mit Hilfe vieler Seminare, Bücher, Coachings und Gesprächen… aber auch Tränen und meinem unbändigen Willen. Dem Willen MEINEN Weg zu finden, und mich.

Jetzt fühle ich mich frei. Und meine Kinder lieben es, dass ich jetzt mit ihnen lache, tanze und renne. Aber wem ich meine Geschichte auch erzählte: Es schockte mich, zu hören, wie vielen anderen Müttern es ganz genauso geht. „Damals“ dachte ich immer, dass die anderen Mütter alles viel besser schaffen als ich!

Daraus entstand meine neue Lebensaufgabe, mein Herzensprojekt: Heute gebe ich anderen Müttern die Möglichkeit, offen über ihre Probleme zu reden und unterstütze sie, ihren Weg aus dem Käfig der Mutter-Ehefrau-Berufstätige-Hausrau-Rollen heraus zu finden.

Denn ganz ehrlich: Wer ist der wichtigste Mensch in unserem Leben? Genau: Wir selbst! Das vergessen wir Mütter nur leider ganz oft!

Wenn ihr mehr über Silke erfahren wollt oder Kontakt zu ihr aufnehmen wollt, könnt ihr das gern über ihre Seite mama-burnout.com tun. Wer mag, kann sich auch Silkes Ebook mit den 10 besten Praxis-Tipps für mehr Gelassenheit, Leichtigkeit und Energie im Mama-Alltag herunterladen.

Burn-out: Mütter in der Erschöpfungsfalle

Keine Einbildung

„Das waren doch ganz deutliche Symptome, das bildete ich mir doch nicht ein!“, war sich Sonja sicher. Und sagt man nicht, wenn was mit Herz und linkem Arm gleichzeitig nicht in Ordnung ist, soll man sofort handeln? Oder waren das Schlaganfälle? Es musste etwas Schlimmes sein, schließlich waren Sonja gesundheitliche Probleme bisher völlig unbekannt gewesen. Sie fuhr mit dem Taxi ins Krankenhaus. Ihr Mann würde die Kinder in den Kindergarten bringen müssen – zum allerersten Mal. Die Kinder würden in die Frühbetreuung gehen müssen und heulen. Ihr Mann würde zu spät zum Morgenmeeting kommen und schlechte Laune haben. Was war bloß aus Sonjas perfekt organisiertem Tag geworden?

In der Notaufnahme wurde sie an den anderen wartenden Patienten vorbei direkt zum Arzt geführt. Er ließ ein EKG schreiben, er hörte Sonja ab, er machte Übungen mit ihrem linken Arm. Dann sagte er: „Alles in Ordnung. Das ist der Stress. Sie können nach Hause gehen.“ Sonja konnte es nicht fassen. Stress? Sie hatte doch keinen Stress! Jedenfalls keinen Stress, den sie nicht schon seit fünf Jahren gehabt hätte, seit der Geburt ihrer Großen. Warum sollte der ganz normale Stress einer ganz normalen berufstätigen Mutter, mit dem sie immer gut klar gekommen war, sie jetzt plötzlich krank machen? Und wie konnte der Stress den Muskeln und Nerven ihres linken Armes befehlen, sich totzustellen – das war doch absurd! Sonja ging zum Hausarzt. Er ordnete Blutlabor, 24-Std-Blutdruckmessung, 24-Stunden-EKG, Belastungs-EKG sowie neurologische Untersuchungen an. Es fielen die Begriffe Panikattacke, Burnout und psychosomatische Beschwerden. Genau die Begriffe, an die sie nicht glaubte. Wenigstens eine Sache sagte am Ende der Hausarzt, die Sonja beruhigte: „Sie bilden sich das nicht nur ein. Dass Sie Herzrasen und einen Druck auf der Brust spüren, ist kein Wunder. Sie haben am Tag über lange Strecken hinweg einen Puls von 140. Aber das hat eben keine organische Ursache, sondern es ist eine Reaktion Ihres Körpers auf Ihre Lebensweise.“ Dann hatte er vier Vorschläge: Beta-Blocker (also starke Medikamente, die die Erregbarkeit des Herzens hemmen), Beruhigungsmittel, Psychotherapie oder Yoga.

Mich endlich trauen, Schwäche zu zeigen

„Nun stand ich da mit dieser Diagnose“, resümiert Sonja, „und konnte mich entweder weiterhin weigern, mir einzugestehen, dass ich eben doch nicht so perfekt war wie ich geglaubt hatte und dass ich etwas an meinem Leben ändern musste, oder ich konnte mich endlich mal trauen, Schwäche zu zeigen, mir selbst, aber auch meinem Mann und meinen Kindern gegenüber.“ Und das tat sie. Sie ließ Revue passieren, was sich in letzter Zeit so alles ereignet hatte und sah, dass rückblickend ganz schön viel zusammengekommen war: Krankenhausaufenthalte ihres Ehemanns und der kleineren Tochter, der Tod ihrer Oma und dieser Grafikjob, den sie stolz und engagiert durchgezogen hatte, bis das Projekt nach etlichen Nachtschichten im Home Office einfach abgeblasen wurde. Der Stressfaktor in ihrem Leben als berufstätige Mutter schwankte offensichtlich doch mehr als sie gedacht hatte. Sie nahm sich vor, in solchen besonders anstrengenden Phasen in Zukunft besonders auf sich zu achten. Das Tempo ein wenig drosseln heißt ja nicht gleich aufgeben, hat sie eingesehen. Eine Krise zu haben, heißt ja nicht gleich komplett unfähig zu sein.

Nach anfänglichem Zögern erzählte Sonja dann auch ihren Freundinnen von ihren körperlichen Problemen und war überrascht über die vielen positiven Reaktionen. „Zuerst habe ich geradezu eine Comedy-Show aus meinem Bericht über meine Tour in die Notaufnahme gemacht, um zu zeigen, wie locker ich selbst mit solchen Dingen umgehe“, gibt die Hamburgerin zu, „Aber dann merkte ich, dass das gar nicht nötig ist. Meine Freundinnen waren im Gegenteil sehr froh zu hören, dass ich auch nicht immer alles im Griff habe.“ Sonja ist nicht in die Kur gefahren und nicht zum Psychotherapeuten gegangen. Auch die Beta-Blocker und die Beruhigungsmittel hat sie dankend abgelehnt, denn sie glaubt weiterhin daran, dass sie die Kraft hat, sich selbst aus ihrer Krise herauszumanövrieren. Aber sie hat sich zum Yogakurs angemeldet und ist total überrascht, wie sehr sie sich schon auf die Probestunde freut.

Tipps bei Burn-out

Ob echtes Burn-out oder „einfach nur“ temporäre Überforderungsgefühle, die sich in körperlichen Symptomen äußern – die Tipps für die Betroffenen sind die gleichen:

  • Holen Sie sich Hilfe!
  • Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner, viele Krankenkassen bieten Kurse zur Burn-out-Prävention oder Mutter-Kind-Kuren an und selbständige Coaches oder Berater vom Jugendamt untersuchen Ihre Alltagsorganisation auf Stressfallen und Verbesserungsmöglichkeiten.

  • Probieren Sie verschiedene Methoden der Stressbewältigung!
  • Das kann ein fest eingeplantes wöchentliches Entspannungsritual wie ungestört baden, alleine spazieren gehen oder ein Maniküretermin sein, aber auch eine erlernbare Entspannungsmethode wie Yoga, autogenes Training oder Tai Chi.

  • Lernen Sie, Schwäche zu zeigen!
  • Der Partner, die Eltern oder die Freundinnen werden sich vielleicht anfangs über Ihr neues „Ich“ wundern, aber sie werden bereit sein, es kennen zu lernen und Ihnen unter die Arme zu greifen. Selbst kleinen Kindern kann man mit etwas Geduld beibringen, dass die Mama für zwanzig Minuten mit ihrem Kaffee und ihrer Frauenzeitschrift in Ruhe gelassen werden möchte und dass sie danach wieder zum Vorlesen, Legobauen oder zu anderen Schandtaten bereit ist.

    (*Name von der Redaktion geändert)

Zeit nach der Geburt überfordert junge Mütter

Die Babyzeit ist häufig gar nicht so unbeschwert und glücklich wie man sie sich vorgestellt hat. Tipps für Baby-Mütter.

In der ersten Zeit mit Baby gibt es viele Momente, in denen junge Mütter nicht nur überglücklich sind und die Tage mit dem Baby genießen, sondern in denen sie sich einfach erschöpft fühlen: Wenn das Geschirr mittags noch auf dem Tisch steht oder die Bügelwäsche sich türmt, weil das Baby nur auf ihrem Arm Ruhe gibt. Mitunter ist die junge Mutter sogar zu müde, die Zärtlichkeit ihres Mannes zu genießen.

„Das Leben mit einem Kind stellt gerade im ersten Jahr höchste Anforderungen an Eltern“, weiß die Hamburger Diplom-Psychologin Dr. Angelika Faas. „Immer wieder stellen Mütter fest, dass trotz aller Anstrengung nicht alles so reibungslos klappt wie erwartet. Chronische Müdigkeit kann die Nerven bloß legen. Und auch die Partnerschaft verändert sich.

Junge Mütter fühlen sich nach der Geburt häufig überfordert. Oft ist ein zu hoher Anspruch an sich selbst schuld. Wir zeigen Ihnen, wo sie Hilfe bekommen.

Selbstansprüche junger Mütter oft zu hoch

Dass die erste Zeit mit einem Baby neben großer Erfüllung auch Stress bedeutet, bestätigt eine aktuelle Umfrage des Emnid-Instituts unter 1019 Müttern: 25 Prozent der Befragten gaben darin offen zu, ausgebrannt zu sein und eine Auszeit zu brauchen, ein weiteres Viertel fühlte sich häufig gereizt. Der Alltag mit der Familie kann sehr anstrengend sein. Faas: „Das ist nicht ungewöhnlich. Doch viele Mütter setzen sich mit einem überhöhten Perfektionsanspruch selbst unter Druck. Sie glauben, alles allein schaffen zu müssen und scheitern genau an diesem Anspruch. Dabei ist es wichtig, sich unter die Arme greifen zu lassen.“ In Afrika sagt man: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen. Leider gehören Großfamilien hierzulande der Vergangenheit an. Wer aber Unterstützung sucht, wenn helfende Hände fehlen, kann auf zahlreiche Hilfsangebote zurückgreifen.

Tagesmütter erleichtern Rückkehr in den Job

Früher war klar: Das Kind ist da, Mutter bleibt zu Hause. Heute beschäftigt viele Frauen kurz nach der Geburt der Gedanke: Wann kehre ich in den Job zurück, um den Anschluss nicht zu verpassen oder die Familienkasse aufzubessern? Zu den größten Problemen zählen Mütter die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (25 Prozent), mangelnde Kinderbetreuung (15 Prozent) und Geldsorgen (30 Prozent), so Emnid. Doch gute Krippenplätze sind immer noch rar. Da sind Alternativen gefragt, z.B. eine Tagesmutter, die sich zu Hause um das Kind kümmert. Beispielhaft ist die Hamburger Initiative „wellcome“ (www.wellcome-online.de). Die Kosten dafür liegen allerdings bei etwa 320 bis 640 Euro im Monat. Eine andere Variante ist Hilfe durch ein Au-pair-Mädchen aus dem Ausland, das eine Zeit lang zum Familienmitglied wird. Kosten hier: rund 500 Euro. Die Agentur für Arbeit (www.arbeitsagentur.de) weiß, welche Vermittler seriös sind.

Baby: Herausforderung für die Partnerschaft

Baby: Herausforderung für die Partnerschaft

Alle wissen es, nur redet keiner gern darüber: Ein Baby stellt die Parnterschaft auf eine harte Probe. Die Zeit zu zweit ist knapp, denn das Kind beansprucht volle Aufmerksamkeit. Nicht selten empfinden beide die Aufteilung der neuen Aufgaben als ungerecht. Und für Zärtlichkeiten ist man oft zu erschöpft. Im ersten Jahr nach der Geburt sinkt die Zahl sexueller Kontakte um 40 Prozent, so eine Studie der Universität Pennsylvania. Bleiben körperliche Nähe und das Gefühl der Geborgenheit aus, wächst die Krisengefahr für die Beziehung. „Deshalb ist es wichtig, sich bewusst Auszeiten vom Kind zu gönnen“, rät Angelika Faas. Um wieder ein liebendes Paar und nicht nur Eltern zu sein. Und um über andere Dinge reden zu können als Windeln wechseln und Haushaltsorganisation. Doch dafür braucht man Zeit. Und die sollte man sich unbedingt freischaufeln. Wer keine Freundin in der Nähe hat, die zum Babysitten kommt, muss nicht auf Hilfe verzichten. Faas: „Hebammen beispielsweise sind perfekte Netzwerker und kennen immer jemanden, der mal aufs Kind aufpassen kann.“ Auch Oma-Hilfsdienste gibt es. Und selbst die Kirchen und Jugendämter vermitteln oft stundenweise Betreuung. Auch wer bereits in einer Krise steckt, muss nicht allein nach Auswegen suchen. Der Bund Deutscher Psychologen (BDP) bietet Anlaufstellen für die Familienbetreuung, ebenso Pro Familia. „Meist reichen ein, zwei Sitzungen, damit der Knoten platzt und die Liebe lebendig bleiben kann“, weiß Angelika Faas.Neue Netzwerke bildenDie Zeit mit dem Baby ist erfüllend. Doch der Lebensrhythmus verändert sich, und die 24-Stunden-Versorgung kostet Kraft. Eben mal shoppen gehen, Freunde treffen, Sport treiben – Fehlanzeige! 23 Prozent der Mütter wünschen sich laut Emnid-Studie mehr Zeit für Hobbys. 31 Prozent möchten Freundschaften gern besser pflegen. Die sorglosen Gefährtinnen früherer Tage rufen nur noch sporadisch an, die Besuche werden seltener. „Das muss man akzeptieren und sich neue Verbindungen suchen, am besten zu anderen Müttern“, sagt Faas. Denn im Mama-Netzwerk findet man nicht nur Babysitter, sondern auch hilfreichen Rat und Kontakte. Ideal geeignet sind Krabbelgruppen, Mutter-Kind-Gruppen oder Gymnastikkurse. „Weil Mütter stets fürs Kind da sein möchten, gönnen sie sich viel zu selten Augenblicke, die nur ihnen gehören“, so Angelika Faas, „aber ein schlechtes Gewissen ist fehl am Platze. Glückliche Babys brauchen entspannte Mütter.“ Ideal um den Akku aufzuladen, sind Mütter-Kind-Kuren. Hier bleibt der Alltag vor der Tür, man kann sich austauschen und hat viel Zeit für sich selbst.

Junge Mütter, späte Mütter: Plötzlich bekommen alle Freunde Kinder

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In meinem Freundeskreis gibt es plötzlich nur noch ein Thema: Kinder! Die biologische Uhr scheint bei all meinen Freundinnen gleichzeitig zu ticken – mit Anfang, Mitte 30. Bei der ein oder anderen hat es schon geklappt, andere sind noch am Hadern, ob jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt ist. Aber mal ehrlich, gibt es überhaupt den richtigen Zeitpunkt?

Denn erst ist man noch nicht bereit, eine Familie zu gründen, will vorher im Leben ankommen. Ist man dann endlich beruflich wie privat angekommen, will man es auch genießen – da passt kein Kind rein. Irgendwann keimt bei vielen Frauen dann doch dieser Gedanke auf: Wenn nicht jetzt, wann dann, die Zeit wird knapp. Hinzu kommen oftmals auch noch Einflüsterungen von außen – insbesondere durch die eigenen Mütter, bei denen scheinbar auch eine innere Uhr zu ticken beginnt, und zwar die, endlich Oma werden zu wollen. Meine Mutter kam gar nicht dazu, da ich in verhältnismäßig jungen Jahren mein erstes Kind bekam, mit Mitte 20.

Aber was sind heutzutage eigentlich junge Mütter? Schaut man sich die Zahlen des Statistischen Bundesamtes für 2017 an, sind es Frauen unter 29,8 Jahren (so nämlich das Durchschnittsalter deutscher Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes). Okay, für eine Trash-Sendung wie „Teenie-Mütter: Wenn Kinder Kinder kriegen“ wäre ich mit Mitte 20 schon zu alt gewesen. Für alle anderen Menschen in meinem Umkreis jedoch war ich jung – sehr jung, schließlich hingen wir alle noch in den letzten Zügen unseres Studiums, hatten Stress und viele Prüfungen.

Adieu altes Leben

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Die Lebensvorstellungen meiner Freunde und auch meine lagen zu jener Zeit definitiv nicht in der Familienplanung. Während ich nun ein Kind bekam, drehte sich das Leben der anderen gewohnt weiter. Meines nicht, ein Kind stellt das Leben auf den Kopf – auf schöne, anstrengende Art. Meine Freunde und ich haben uns glücklicherweise nicht aus den Augen verloren, aber doch sehr verschiedene Leben geführt. Das liegt jetzt zehn Jahre zurück.

Heute stehen eben jene Freunde da, wo ich damals stand – während ich aus dem Kleinkinder-Familienkarussell schon wieder ausgestiegen bin. Das geht erstaunlich schnell, nach nicht einmal zehn Jahren sind Kinder so selbstständig, dass man als Eltern viel weniger beziehungsweise auf andere, entspanntere Weise beansprucht wird.

Jetzt ein Kind? Ein Gespräch über Ängste und ZweifelFrauen ab 30

Nein, ich habe keine Babysittersorgen mehr, keine schlaflosen Nächte, kann weitestgehend ausgehen, wie und wann ich will, muss Ausflüge und Urlaube nicht mehr auf die Verfügbarkeit von Wasserkocher, Breigläschen und Windeln abstimmen, den Tagesablauf nicht mehr nach den Schlafenszeiten des Kindes planen oder, ganz grundlegend, kann wieder Unterhaltungen führen, ohne alle zwei Sekunden unterbrochen oder abgelenkt zu werden. Sich mit seinen Freunden auf ein Glas Wein treffen oder, noch verrückter, tanzen zu gehen, all so Sachen, die man jahrelang eben nicht ohne Weiteres machen konnte, sind nun wieder möglich – nur eben nicht mit den Leuten von früher.

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Okay, das klingt etwas übertrieben, ich leide nicht unter sozialer Vereinsamung. Dennoch ist es schade, dass man diese Lebensphasen gerade mit den langjährigen, engen Freunden aus der Schul- und Unizeit nicht teilen kann. Es verbindet extrem, wenn man etwa gleichaltrige Kinder hat. Man weiß, was den anderen für Sorgen plagen, hat ähnliche Ansprüche und Vorstellungen an die gemeinsame Zeit. Aber was ist nun besser, seine 20er oder die 30er mit Familiendingen zu verbringen?

Alles hat ein Für und Wider

Als junge Mutter ist man sicherlich fitter und viel eher dazu bereit, verrückte Dinge auszuprobieren, etwa die schnellste Achterbahn Deutschlands zu fahren – keine Ahnung, ob ich das in zehn Jahren noch mal machen würde. Auch empfand ich mich damals als wesentlich belastbarer, ging mit vielem entspannter und lockerer um. Das zumindest musste ich kürzlich beim Anschauen alter Videoclips feststellen – unglaublich, was ich meinen Sohn alles hab machen lassen, sprechen wir besser nicht weiter darüber.

In seinen 30ern oder später, so scheint es mir, ist man doch sehr viel überlegter, besonnener und definitiv auch fairer im Umgang mit seinem Sprössling. Außerdem genießt man das Muttersein mehr, ist weniger abgehetzt. Was an gemeinsamem Spaß vielleicht weniger geworden ist, ist an Emotionalität hinzugekommen. Und natürlich ist auch der finanzielle Background ein anderer – an Dinge wie Kaschmir-Strampler hätte ich damals zumindest nicht gedacht.

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Jedes Alter hat so seine Vorteile – sowohl für die Eltern als auch für die Kinder. Ein „besser“ oder „schlechter“ kann es nicht geben. Und selbst wenn man mit seinen Freunden von damals aufgrund verschiedener Lebenssituationen zeitweilig nicht mehr so viel Kontakt hat, man lernt in der Kita und Schule seines Kindes neue Leute kennen – die in der gleichen Lebenssituation stecken.

Und die Freunde von früher? Sieht man vielleicht weniger, aber sie bleiben und irgendwann, wenn deren Kinder größer sind, geht sich sicher auch wieder ein ungeplant zu lang gewordener Abend mit ungestörten Gesprächen, Wein und durchtanzter Nacht aus. Ein Grund, mich auf meine 40er zu freuen.

Dass medizinisch etwas schief gehen könnte, daran dachte ich in keinem Augenblick. Vielmehr ärgerte ich mich, wieder daheim, über die Bemerkungen meines Umfeldes: „Wann richtest du endlich das Zimmer für dein Baby her?“ Oder: „Bist du vorbereitet, falls du ins Spital musst?“ Ich genoss den sichtlichen Schock meiner Bekannten, wenn ich antwortete: „Mein Kind wird in einem Koffer schlafen, den ich jederzeit zuklappen kann, wenn ich verreisen will.“

Wie mutig, nein zutiefst unvernünftig es war, sich im siebten Monat mit ein bisschen Proviant für ein paar Wochen – damals gab es noch keine Handys – via Segelboot auf einer Insel des Great Barrier Reef, allein mit dem Freund und ein paar Goannas (Riesenwarane) aussetzen zu lassen, sah ich erst viele Jahre später. Wenn ich heute daran denke, was alles hätte passieren können, erschaudere ich. Aber ich weiss auch, wie sich Unbeschwertheit und Verrücktheit anfühlen: gut. Ich lernte früh, dem Leben grundsätzlich zu vertrauen. Neun Monate hatte ich versucht, zu verdrängen, dass ich bald nicht mehr allein durchs Leben gehen würde. Hatte mich widersprüchlichen Gefühlen, tiefen Unsicherheiten und oft unschönen Gedanken stellen müssen und die Erfahrungswerte anderer ins Leere laufen lassen. Äusserlich war die Schwangerschaft ein sichtbarer Prozess. Doch innerlich dauerte er lange über die Geburt hinaus: Hinter dem Kind her stolperten noch lange ein unreifer Geist und eine unsichere Seele.

Gibt es den idealen Zeitpunkt für ein Kind?

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Bild: clipart.com

EMOTION: Trifft das Klischee zu, dass Mütter mit zwanzig selbst noch halbe Kinder sind und deshalb noch nicht reif für die Rolle als Mutter?
Prof. Schulte-Markwort: Generell werden junge Mütter stärker aus ihrem Leben gerissen als späte Mütter. Sie stehen erst am Anfang ihres Erwachsenenlebens, haben oft noch keine Ausbildung abgeschlossen, und während ihre Freunde auf Partys gehen, verbringen sie die Nächte mit Stillen und Windeln wechseln. Viele sind total überfordert, sehr junge Frauen sind manchmal fast so hilflos wie das Baby. Die meisten haben sich auch noch nicht ernsthaft in einer Partnerschaft ausprobiert, es sei denn, sie heiraten ihre Sandkastenliebe.

Beeinflusst es aus psychologischer Sicht die Entwicklung eines Kindes, wenn eine Mutter sehr jung ist?
Eine sehr frühe Schwangerschaft gilt als ein Risikofaktor dafür, dass Kinder Verhaltensprobleme entwickeln. Bei Müttern, die 16 bis 21 Jahre alt sind, steigt das Risiko um das Zwei- bis Vierfache, dass ihre Kinder psychisch auffällig werden.

Lässt sich dagegen etwas tun?
Man könnte untersuchen, wie psychisch belastbar eine Risikomutter ist, um sie bei Bedarf frühzeitig zu unterstützen.

Sind junge Mütter oft übertrieben vorsichtig oder trifft das eher auf späte Mütter zu?
Übertriebene Fürsorge ist eindeutig älteren Müttern zuzuschreiben. Sie gelten als over protective, als überbesorgt. Allein die Lebenserfahrung macht sie schon vorsichtiger. Jüngere Mütter sind sich dagegen vieler Risiken gar nicht bewusst. Dafür sind sie streng.

Übertriebene Fürsorge ist eindeutig älteren Müttern zuzuschreiben.

Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-MarkwortTweet

Die jungen Mütter?
Ja, sie können unglaublich streng sein. Sie halten sich an Regeln fest, sind wenig bis gar nicht tolerant und fordern von ihren Kindern sehr früh, selbstständig zu sein. Späte Mütter sind wesentlich großzügiger.

Geht mit der Strenge auch einher, dass sie ihr Kind zu guten Leistungen anspornen?
Das lassen jüngere Mütter eher mal schleifen, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass sie eine hohe Selbstständigkeit erwarten. Dadurch macht sich eine Art Wurschtigkeit breit, nach dem Motto „Mach deinen Kram doch selbst“. Was im schlimmsten Fall zur Verwahrlosung des Kindes führen kann. Ältere Mütter sind dagegen bei ihren Erziehungsmaßnahmen längst nicht so streng, aber umso ehrgeiziger, was die Leistungen des Kindes betrifft.

Wer gilt heute eigentlich als junge Mutter?
Das ist eine 20-Jährige.

Sind die heute vielleicht unreifer als noch vor ein paar Generationen?
Die Adoleszenz breitet sich aus, und wir schauen besorgt auf junge Mütter. Früher war es normal, jung Mutter zu sein. Allein schon wegen der geringeren Lebenserwartung von etwa 58 Jahren. Heute werden Kinder in mancher Hinsicht zwar viel schneller erwachsen und erleben viele Dinge früher, was sie aber nicht automatisch reifer dafür macht, Mutter zu sein. Emotionale und soziale Unreife gekoppelt mit psychischer Verzichtsleistung führt zur Unreife junger Mütter. Außerdem wachsen Kinder heute viel behüteter und mit teilweise übertriebener Fürsorge auf, was ihre Entwicklung verlangsamt.

Aber wenn man jung ist, sprüht man da nicht nur so vor Energie?
Ja, man hat in dem Alter normalerweise mehr Energie. Eine junge Mutter braucht diese aber auch. Sie muss viel mehr Energie aufbringen als die späte Mutter, weil sie alles unter einen Hut bringen will: Kinder, Partys, ihre Position in verschiedenen Lebensbereichen, ihre eigenen Interessen und die der Kinder. Damit setzt sie sich einem immensen Druck aus, der viel Kraft kostet.

Aber sie steckt das Schlafdefizit ja auch besser weg.
Ein Schreibaby kann jede Mutter bekommen, egal welchen Alters sie ist. Ich bin sicher, dass eine gute Mutter so für sich selbst sorgen wird, dass sie ihr Schlafdefizit im Sinne ihres Kindes wieder ausgleicht. Mit Abstand am besten stecken eindeutig die 30-Jährigen ihr Schlafdefizit weg. Viel schlechter können es die 20-Jährigen, die es eigentlich gewohnt sind, bis 11 Uhr morgens auszuschlafen. Und die 40-Jährigen, weil ihre Kraftreserven einfach schneller aufgebraucht sind.

Wachsen Kinder von jungen Müttern anders auf, weil die näher dran sind am aktuellen Leben?
Ältere Mütter sind genauso nah dran. Schauen Sie sich doch nur die heute Vierzigjährigen mal an. Sie stehen den Moden und der Technik genauso aufgeschlossen gegenüber. Und geben das auch genauso an ihre Kinder weiter. Ich sehe da keinen Unterschied. Und von geistig reifen und ausgeglichenen Eltern können Kinder doch nur profitieren.

Das Leben mit Kind verlangt Müttern Veränderungen in allen Lebensbereichen ab und fordert sie unablässig. Sind Mütter über vierzig weniger flexibel?
Nein, im Gegenteil. Späte Mütter sind sehr flexibel, vorausgesetzt, es handelt sich um ein Wunschkind. Dafür geben viele sogar ihre Karriere gern auf.

Ältere Mütter haben jungen Müttern also einiges voraus?
Durchaus. Eine späte Mutter hat sich selbst gefunden. Sie ist fertig mit der Ausbildung, hat in der Regel ihren Beruf ausgeübt und ihr Leben genossen. Sie tauscht das Kind gegen die Karriere und trifft damit eine bewusste Entscheidung. Mir fällt auf, dass späte Mütter von ganz viel Freude und Gelassenheit erfüllt sind. Sie sehen das Kind als Bereicherung und sind fröhlicher im Umgang mit dem Kind als junge Mütter.

Wenn Kinder klagen, dass sie zu Hause nur leise spielen dürfen, sind das eher Kinder von „alten Eltern“?
Lärm kann sicherlich mal nerven. Doch so etwas ist kein echtes Problem, weder für junge noch für späte Mütter. Aber Jüngere werden schneller ungeduldig, weil es ihnen noch an psychischer Flexibilität fehlt.

Wie fühlen sich Kinder, wenn ihre Eltern leicht für ihre Großeltern gehalten werden können?
Das ist mir in der Praxis selbst schon passiert. Doch Kinder nehmen den Altersunterschied nicht so wahr. Letztendlich ist es die Beziehung zu den Eltern, auf die es ankommt.

Mir fällt auf, dass späte Mütter von ganz viel Freude und Gelassenheit erfüllt sind.

Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-MarkwortTweet

Es ist Kindern nicht peinlich?
Die vorpubertäre Phase und die Pubertät sind eine sehr verwundbare Zeit. Jugendliche lösen sich von den Eltern. Da kann eine junge Mutter genauso peinlich sein wie eine ältere. In meiner Praxis gibt es einen Jungen, der es toll findet, dass sein Vater nachmittags zu Hause bei den Schularbeiten helfen kann, weil er pensioniert ist. Aber was zu Hause begrüßt wird, muss draußen noch lange nicht zutreffen. Eltern können ihren Kindern grundsätzlich peinlich sein. Dennoch muss ein Vater um die 70 eher damit rechnen.

Bringen Kinder alten Eltern mehr Respekt entgegen – und passen sich folglich besser im Leben an?
Respekt äußert sich unabhängig vom Alter der Eltern. Binden Eltern ihre Kinder in eine sichere und stabile Beziehung ein und begegnen sie ihnen selbst authentisch und mit Respekt, schafft das die Voraussetzung dafür, dass die Kinder genauso auf ihre Eltern antworten.

Aber das Alter der Mütter prägt auch das Sozialverhalten ihrer Kinder?
Junge Mütter haben keinen gleich bleibenden Erziehungsstil. Sie sind sehr inkonsistent. Das trägt dazu bei, dass Kinder von ganz jungen Müttern häufiger sozial auffällig werden. Es fällt ihnen schwerer, sich an Regeln zu halten, viele sind übermäßig aggressiv und oft nicht gruppenfähig. Reifere Mütter sind in der Regel konsequenter bei der Erziehung, und sie geben Stress oder Anspannung nicht gleich eins zu eins an ihr Kind weiter.

Andersherum betrachtet, halten Kinder späte Mütter nicht auch jung?
Es ist für alle Eltern grundsätzlich eine große Herausforderung, Kinder großzuziehen. Ältere Mütter bleiben dabei sicherlich länger körperlich als auch geistig fit.

Ab welchem Alter gilt man aus medizinischer Sicht denn als späte Mutter?
Ab 40 Jahren. Aus gynäkologischer Sicht schon ab 38, weil das Risiko viel höher ist, Kinder mit einem Down-Syndrom auf die Welt zu bringen.

Welches Alter für die Schwangerschaft würden Sie einer Frau empfehlen, die ein Kind möchte?
Ich würde das nicht ausschließlich am Alter festmachen. 25 kann genauso gut sein wie 30. Entscheidend ist, dass eine Frau ihre Ausbildung abgeschlossen hat und die Fähigkeit besitzt, verzichten zu können. Gut ist, wenn sie sich bereits selbst entdeckt und einen Lebensplan entworfen hat. Ist eine Frau zusätzlich noch eine bindungsfähige Partnerschaft eingegangen, ist der ideale Zeitpunkt für ein Kind gekommen.

Hier lesen Sie das Interview „Mütter sind effizienter im Beruf“

Mütter sind effizienter im Beruf!

Johannes Wiek

Katharina Dietze und Sonja Strich vom PEP-Institut erkennen in Mütter die Führungskräfte der Zukunft. Sie sind führende Expertinnen für Office-Excellence, Teamarbeit und Arbeitseffizienz, außerdem Mehrfach-Mamas – und wissen ganz genau, warum arbeitende Mütter besser sind!
emotion: In vielen Unternehmen werden Mütter als Risiko-Mitarbeiterinnen angesehen. Sie gelten als ausfallgefährdet, häufig gestresst und nicht voll präsent. Ihr Institut vertritt eine ganz andere These.
Katharina Dietze: Wir können Unternehmen nur raten, mehr Mütter einzustellen und Frauen im Beruf zu ermöglichen, eine Familie zu gründen. Sie profitieren davon erheblich. Gerade Mütter machen Unternehmen effizienter.

Wie sind Sie zu der Überzeugung gekommen?
Katharina Dietze: Wir beraten seit 20 Jahren Unternehmen, wie sie mehr Arbeitszufriedenheit und Effektivität in ihren Büros erreichen können.

Sonja Strich: Mit unserem Office Performance Index OPX messen wir, in welchen Bereichen der Einzelne oder das ganze Team produktiver arbeiten kann. Wie gut funktionieren zum Beispiel die Arbeitsabläufe? Arbeiten alle Hand in Hand? Wie klappt die Kommunikation mit den Kollegen? Und wie gut können sich die Mitarbeiter selbst organisieren und ihre Zeit einteilen?

Katharina Dietze: Gerade Mütter im Alter von 30 bis 35 Jahren haben eine hervorragende Office Performance: Sie haben ein extrem gutes Stressmanagement, sind aufgrund des beschränkten Zeitbudgets sehr effektiv und verlässlich und denken für das ganze Team mit. Sie treffen Entscheidungen schnell und hinterfragen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen sehr viel früher und kritischer, ob eine Aufgabe wirklich notwendig und Erfolg versprechend ist. Für endlose Meetings und Diskussionen haben Mütter im Job einfach keine Zeit. Denn sie müssen um 16 Uhr Feierabend machen, weil sonst die Krippe zu macht. Und damit kommen wir zu dem vielleicht wichtigsten Ergebnis unserer OPX-Messungen: Wir finden keinen Unterschied in der Arbeitsleistung von Müttern in Teilzeit und ihren Kollegen und Kolleginnen in Vollzeit. Mütter schaffen in fünf bis sechs Stunden das gleiche Arbeitspensum, für das die anderen den ganzen Tag Zeit haben.

Was erklärt diese Statistik?

Katharina Dietze: Für berufstätige Mütter ist es normal, ständig zehn Bälle in der Luft halten. Sie müssen permanent planen, alle Abläufe im Blick behalten, Termine koordinieren. Ihre entscheidende Fähigkeit ist, Dinge schnell und gründlich zu machen und Routinen zu entwickeln, damit gleichzeitig die Präsentation im Job fertig wird und sie es noch rechtzeitig zur Theateraufführung in die Schule schaffen.

Wissen die meisten berufstätigen Mütter eigentlich, wie gut sie sind?

Sonja Strich: Eher nicht. Viele sagen uns sogar, sie seien ja „nur“ Teilzeitmitarbeiterinnen. Was heißt bitteschön „nur“? Für berufstätige Mütter gilt: „Ich manage ein erfolgreiches Kleinunternehmen – und meinen Beruf!“ Eine Mutter organisiert mindestens 80 Prozent des Familienlebens. Und gerade daran zeigen sich ihre extrem guten Managementfähigkeiten.

Wie sieht es auf der Unternehmensseite aus?
Sonja Strich: In vielen Unternehmen gibt es in Sachen Familienfreundlichkeit erste gute Ansätze – zum Beispiel flexible Kinderbetreuung bei Krankheit. Entscheidend sind aber die Arbeitszeitmodelle. Durch die neuen Kommunikationstechnologien sind heute alle Formen möglich. Viele Unternehmen stellen aus Zeit- und Kostengründen die Praxis der Teamkommunikation ohnehin schon auf Videokonferenzen um.

Katharina Dietze: Aber Unternehmen, die wirklich begriffen haben, wie effektive Arbeit in Zukunft funktioniert, denken schon längst in Prozessen, in die sich jeder Mitarbeiter nach seinen besten Möglichkeiten einbringen kann. Es macht doch keinen Sinn, eine Mutter mit ihren neuen Kompetenzen nur an ihren alten Schreibtisch zu setzen. Entscheidend ist, ihren Verstand und ihre Fähigkeiten wieder in das Unternehmen zu holen – und zwar so früh wie möglich. Erst in Teilprojekten, dann mit größeren Aufgaben in Teilzeit mit Home-Office oder Job-Sharing. Und nach fünf Jahren können die meisten Mütter wieder voll einsteigen.

Und wie sieht es für Mütter in Führungspositionen aus?
Katharina Dietze: In dieser Hinsicht sind die Verhältnisse in Deutschland unfassbar reaktionär. Dabei sind Mütter ideal für Führungspositionen geeignet. Sie haben gelernt, weitreichende Entscheidungen für Menschen zu fällen, für die sie hundertprozentig verantwortlich sind – und mit den Konsequenzen dieser Entscheidungen klarzukommen. Das sind optimale Fähigkeiten für Führungsaufgaben.

Sonja Strich: Die ersten einflussreichen Unternehmen haben das begriffen. Der Vorstand der Deutschen Telekom sagt zu Recht, dass es in Zukunft gar keine andere Chance für Unternehmen gibt, als Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Nicht nur aufgrund des demographischen Wandels, sondern weil Frauen – und nicht zuletzt Mütter – zunehmend die besseren Qualifikationen aufweisen.

Katharina Dietze: Solche erfolgreichen Mütter der Zukunft können eins wirklich gut gebrauchen: zukunftsfähige Männer, die genauso stark, flexibel und effizient sind – in beiden Welten – und sogar akzeptieren können, dass die Mutter ihrer Kinder vielleicht mehr Geld verdient als sie. In solche Männer sollte man sich sofort verlieben!

Welche Motivation hat Sie beide persönlich angetrieben, erfolgreiche Unternehmerinnen und mehrfache Mütter sein zu wollen?
Katharina Dietze: Das Streben nach Lebenszufriedenheit. In einer intakten Familie, aber auch als Frau, die außerhalb der Familie Akzeptanz und Erfüllung findet. Und wirtschaftliche Unabhängigkeit.

Wenn ein Paar nicht auf natürlichem Wege ein Baby bekommen kann, hilft oft die Reproduktionsmedizin beim schwanger werden. Die wichtigsten Adressen zum Thema

Ein Baby überfordert vor allem deutsche Eltern

Zum 41. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Dresden erklärt eine der Forscherinnen, Dr. Claudia Quaiser-Pohl von der Universität Magdeburg, auf welche Weise sich deutsche Eltern noch von denen in anderen Ländern unterscheiden: Der deutsche Mann bemüht sich mehr als andere, alles richtig zu machen, weil er dem Ideal des „modernen Mannes“ entsprechen möchte. Er ist während der Schwangerschaft stets an der Seite seiner Frau, nimmt an allen Vorbereitungskursen teil, hält bei der Geburt ihre Hand und geht danach in den Erziehungsurlaub, während seine Frau Karriere macht.

Die Psychologin und ihre Kollegen haben insgesamt 675 Männer und Frauen einmal im sechsten Monat der Schwangerschaft, das zweitemal drei Monate nach der Geburt des Kindes in einem Fragebogen nach ihrer Einstellung und ihrem Verhalten gefragt. Das Ergebnis: Am Anfang helfen die werdenden Väter begeistert mit, egal, ob beim Kauf der ersten Babykleidung, oder bei den geburtsvorbereitenden Stunden. Spätestens nach der Geburt treten dann aber immer mehr Probleme auf. In Gesellschaft und Wirtschaft finden sie wenig Verständnis und altmodische Freunde und Verwandte, aber auch ihre eigene Unsicherheit machen es jungen Vätern schwer, sich regelmäßig um ihr Baby zu kümmern. Das verunsichert sie und führt zu Konflikten mit der Partnerin. Frau Quaiser-Pohl: „Am Ende behalten die Männer doch ihren Job und die Frauen nehmen den Erziehungsurlaub. Und dann werden die traditionellen Rollenmuster automatisch wieder übernommen: die Frau kümmert sich um das Kind, der Mann verdient das Geld.“

Je moderner ein Paar also eingestellt ist, desto unzufriedener wird es, wenn Kinder kommen. Claudia Quaiser-Pohl: „Viele Männer sind unzufrieden, weil es ihnen nicht gelingt, so zu sein, wie sie es sich vorgestellt hatten. Und die Frauen sind enttäuscht, daß ihr Mann sich anders als vorher verhält.“ Das wirkt sich auf die Beziehung aus.

Überfordert sind die jungen Eltern aber nicht erst nach der Geburt, sondern schon während der Schwangerschaft. Die Psychologin: „Junge Eltern werden mit Informationsbroschüren dermaßen überflutet, daß sie überhaupt nicht mehr erkennen können, was wirklich wichtig ist.“ Sie besuchen einen Vorbereitungskurs nach dem anderen und haben immer das Gefühl, doch noch nicht genug zu wissen. In anderen Ländern dagegen gibt es einige wenige Quellen, aus denen die Paare alle notwendigen Informationen ziehen.

Helfen würde deutschen Eltern nach Meinung der Psychologin schon, wenn Frauenärzte, Hebammen und Psychologen sie dabei unterstützen würden, die richtige Information auszuwählen. „Man sollte ihnen nicht nur vermitteln, was sie alles tun müßten und könnten, sondern ihnen vor allem ihre Ängste nehmen, ihnen klarmachen, daß die Menschen zu allen Zeiten Kinder bekommen haben und damit zurechtgekommen sind.“

Baby: Wie frischgebackene Eltern den Alltag meistern

Babys sind so süß, so rosig und niedlich. Sie sind aber auch laut und anstrengend. Fordern vor allem von der Mutter rund um die Uhr Aufmerksamkeit und Zuwendung. Momente, in denen einem da alles zu viel wird und man gereizt ist, die gibt es. Aber es gibt auch Möglichkeiten, damit umzugehen.

Überforderung ist schnell erreicht

Seit 30 Minuten schreit die kleine Lara bereits. Ihrer Mutter kommt es vor wie Stunden. Alles hat sie versucht. Doch Lara schreit weiter. Inzwischen ist die große Schwester von ihrem Mittagsschlaf aufgewacht und auch die Dreijährige weint bitterlich. Bettina ist mit ihren Nerven am Ende. Am liebsten würde sie einfach die Tür hinter sich zuziehen und gehen. Man muss kein „Schreibaby“ haben, um an den Rand der Überforderung getrieben zu werden. Chronische Müdigkeit, Berge von Bügelwäsche und ein Bündel Mensch, das sich am liebsten herumtragen lässt, nur im fahrenden Wagen schläft und alle zwei Stunden gefüttert sein will, können an den Nerven zehren. Ein Kind zu bekommen bedeutet eine enorme Umstellung.

Der ganz normale Wahnsinn

„Mütter werden heute meist nach wenigen Tagen aus der Klinik entlassen. Zuhause beginnt – trotz der großen Freude über das Neugeborene – der ganz normale Wahnsinn einer Wochenbettfamilie: Das Baby schreit, niemand kauft ein, das Geschwisterkind ist eifersüchtig und der Vater bekommt keinen Urlaub.“ Rose Volz-Schmidt ist selbst Mutter von drei Kindern. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen mit Anfangsschwierigkeiten hat sie „wellcome“ gegründet. Die Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, praktische Hilfe zu leisten.

Auf sich allein gestellt

Immer weniger Familien können auf die Unterstützung zurückgreifen, die früher selbstverständlich im engsten Umfeld vorhanden war. Auch ein Netzwerk mit anderen Müttern muss erst aufgebaut werden. Nicht umsonst heißt es in Afrika, dass es ein ganzes Dorf brauche, um ein Kind großzuziehen. Häufig fehlt den Frauen heute auch die Erfahrung im Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern. „Gleichzeitig nimmt die Zahl an Mehrlingsgeburten und Schreibabys zu und somit auch die Belastung der Eltern. Ein missglückter Start ins Leben beeinträchtigt die gesunde Entwicklung eines Kindes. Viele Partnerschaften sind dem ‚Anfangsstress‘ nicht gewachsen und geraten in die Krise, obgleich das Neugeborene die ganze emotionale Fürsorge der Eltern braucht.“ Rose Volz-Schmidt ist sich sicher: „Die Problematik so genannter ‚Schreikinder‘ und die Diskussion um vernachlässigte Kinder zeigen, wie wichtig es ist, Eltern – und damit den Kindern – in dieser manchmal schwierigen Zeit beizustehen.“

Dem Stress die Spitze nehmen

Regelmäßig gehen Meldungen durch die Presse, in denen von Eltern die Rede ist, die ihre Säuglinge geschüttelt und damit schwer verletzt, manchmal getötet haben. Der Grund: Verzweiflung und Überforderung. Ein Phänomen, das sich durch alle Schichten zieht. Die Sozialpädagogin bestätigt: „Die Tatsache, dass man in der sehr anstrengenden ersten Zeit mit dem Baby Hilfe braucht, hat absolut nichts mit der sozialen Schicht, der Bildung oder dem Einkommen zu tun.“ Oft haben die frisch gebackenen Eltern auch zu hohe Ansprüche an sich selbst und an den anderen. Frauen sollen fürsorgliche Mütter, perfekte Hauswirtschafterinnen und gleichzeitig interessante Geliebte sein. Sie sollen und wollen oft weiterhin Erfolg im Beruf haben und dabei immer wie aus dem Ei gepellt aussehen. Das Gefühl des Ausgebranntseins lässt da nicht lange auf sich warten.

Man muss auch „nein“ sagen können

Der Grund für die Überforderung ist oft gar nicht das Baby selbst, sondern die Umwelt. Streit mit dem Partner, Schulschwierigkeiten der größeren Geschwister, Probleme mit dem Geld, notwendige Behördengänge und Großeltern, die nicht einsehen wollen, dass die Familie ein wenig Ruhe braucht, um zu sich zu finden. Gründe für Stress von außen gibt es viele. Wenn rundherum Chaos herrscht, geht das Geschrei des Babys viel eher an die Nerven. Es ist völlig normal, dass Eltern da an ihre Grenzen kommen. Es ist aber auch extrem wichtig, sich diese Grenzen einzugestehen. Man muss merken, wann die Akkus leer sind. Und sich Hilfe holen. Oft reichen schon ein paar Momente, die man nur für sich hat, um die Akkus wieder aufzufüllen.

Sich Hilfe von außen holen

Die Ehrenamtlichen von „wellcome“ kommen in den ersten Monaten ins Haus und verschaffen ein wenig Auszeit vom anstrengenden Alltag. „Sie wachen über den Schlaf des Babys, während die Frau ausgiebig duscht. Sie gehen mit dem Geschwisterkind zum Spielplatz, begleiten die Zwillingsmutter zum Kinderarzt. Wenn es nötig ist, kaufen sie Kleinigkeiten ein, stehen mit Rat und Tat zur Seite oder hören einfach nur zu.“ Die Hilfe von außen wirkt unterstützend und entspannend, führt zur Entzerrung und lässt so wieder Ruhe in den Familienalltag einkehren.

Überforderte Mutter: So bekommst du dein Leben und dein Kind unter einen Hut!

“Ich fühle mich als Mutter mittlerweile total überfordert. Ich kann nicht mehr und habe schon Angst, kurz vor dem Burnout zu stehen.”

Wenn dir Gedanken wie dieser häufiger kommen, dann ist es Zeit, etwas an deiner Situation zu ändern. Denn klar: Das Leben als Mutter mit Kind (oder Kindern!) ist definitiv eine Herausforderung.

Aber es darf eine sein, die Spaß macht und der du dich gewachsen fühlst. Es muss keine sein, die dich dauerhaft überfordert und an den Rand deiner Leistungsfähigkeit bringt. Wie das funktionieren kann, liest du in den nächsten Zeilen!

Überfordert mit Kind: Nicht aufgeben!

Überfordert sind alle Mamas irgendwann mal. Vor allem im ersten Jahr vom Kind, oder wenn man schwanger ist und schon Kinder hat.

Die Überforderung kann auch mit einem Schlag vorbei sein, wenn sich ein “Knoten” plötzlich löst, eine kindliche Entwicklung plötzlich stattfindet und ein Verhalten einfach wieder verschwindet. Du kannst heute noch denken “das ändert sich nie wieder” – und morgen wird es schon besser.

Und glaub mir: alle Mamas haben dieses Gefühl immer wieder, dass sie überfordert sind, nicht mehr können, dass alles zu viel ist. Ehrlich! Auch, wenn sie blendend aussehen, und behaupten, ihre Kinder schlafen durch und streiten nie!

Woran erkenne ich, dass ich ernsthaft überfordert bin?

Die Symptome für eine überforderte Mutter, merkst du am besten an dir selbst: wenn du schnell am Rande deiner Nerven bist, schreist, keine Geduld hast, keine Ruhe findest.

Wenn du das Gefühl hast, niemandem gerecht zu werden, dich in 5 Teile zu zerschneiden und dich in der Luft zu zerreissen, damit alle zufrieden sein können – und es funktioniert oft trotzdem nicht.

Wenn du kaum noch Ruhepausen findest, keine Zeit mehr hast um “Luft zu holen” und keinen Nerv mehr hast um deine Kinder auch mal zu genießen.

ließ auch hier: Kinder anschreien

Kein Grund sich zu schämen wegen Überforderung!

Es gibt Situationen und Anforderungen im Mama-Alltag, die sind einfach zu viel! Wir haben aber trotzdem keine Hilfe dafür: es ist also kein Grund, sich für dieses Gefühl zu schämen!!

Wenn so eine Situation im Arbeitsmarkt immer wieder aufträte, gäbe es einen Runden Tisch oder eine Konferenz und es würde beschlossen, dass in dieser Situation mehr Personal nötig ist oder bessere technische Hilfsmittel. So etwas gibt es für Mamas nicht.

Wenn also das Baby auf den Arm will und die zwei größeren Kinder sich die Köpfe einschlagen bis du eingreifen solltest – dann fehlen dir schlicht Hände. Das überfordert dich als Mama, beweist aber nicht, dass du unfähig bist! (Wir gehen nachher noch darauf ein, was du trotzdem tun kannst)

Mama-Burnout ist nicht selten

Das Burnout-Syndrom ist uns zwar von der Arbeitswelt geläufig, erreicht aber inzwischen auch immer mehr Mamas: lang anhaltendes Gefühle von Überforderung, können zum Burnout führen.

Vielleicht fühlst du dich jetzt schon so, als könnte das zutreffen, deshalb habe ich folgende Liste aufgeschrieben, die du dir ansehen kannst und überprüfen kannst, was davon zutrifft:

  • Lustlosigkeit, Übellaunigkeit, Gereiztheit
  • Gefühle des Versagens, Sinnlosigkeits-Gefühle
  • Angst, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein
  • Permanente Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung (und nicht nur, wenn die Nächte durchwacht werden, wegen dem Baby)
  • Schlafstörungen, trotz Müdigkeit (Einschlafprobleme)
  • Verzweiflung, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit
  • Erschöpfungs-Depression
  • chronische Motivationslosigkeit
  • körperliche Symptome (Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schwindel, Hörsturz, Tinitus, Magen-Darmbeschwerden, häufige Infekte)

(Quelle: https://www.palverlag.de/Burnout.html)

Überfordert mit dem Haushalt

Oh nein! Schon wieder Wäscheberge! Bildrechte: Balazs/

Kinder machen Chaos. Kinder machen schmutzige Wäsche. Kinder kippen Puzzle aus und laufen weg, sie ziehen das unterste T-Shirt aus dem schön gestapelten T-Shirt-Stapel, sie leeren Lego aus und verteilen selbst gemachte Knete auf dem Teppich.

Das ist viel Arbeit. Dazu kommt, dass du vielleicht arbeiten gehst, am Vormittag keine Zeit zum Aufräumen hast, die Wäsche sich stapelt, das Klo vom neuen Klogeh-Anfänger vor Dreck steht,..

Und wie war das mit dem frischen Essen-Zubereiten? Das wünschen sich viele Mamas und tun genauso viele Mamas auch wirklich. Jeden Tag.

Das ist verdammt viel Arbeit!

Um aber damit nicht dauerhaft so überfordert zu sein, dass du keine Zeit mehr für dein Kinder, deinen Mann und vor allem dich selbst hast, musst du! – Ja, du kannst diesen Satz bestimmt schon selbst beenden – musst du also kürzer Treten!

Anders geht es nicht! Du brauchst entweder Hilfe (eine Putzkraft) oder eindeutig mehr Unterstützung von deinem Mann oder jemanden aus der Verwandtschaft oder einer Freundin.

Das Schwerste daran ist nicht, sich jemanden zu holen oder weniger zu machen: das Schwerste daran ist die eigenen Ansprüche an sich selbst ab zu schrauben, dies einzusehen: das ist zu viel. Es geht nicht. Und das ist ok.

DAS IST OK! Du bist ok!

Einfach mal einfacher!

Eine Spülmaschine laufen zu lassen kostet 13 Cent. Wenn du also aus Spargründen die Töpfe jeden Tag abwäschst: lass es doch einfach mal sein und gönn dir für 13 Cent etwas mehr Zeit.

Wenn ich für meine Kinder Gemüse koche, dann mögen die das nicht. Wenn ich es einfach nur klein schneide und hinstelle: ist es sofort weg gegessen. Also warum nicht anstatt frisch zu kochen, einfach nur frisch aufschneiden? Warum nicht einfach mal die unbeliebte (und nicht mal so gesunde) Salatsoße weglassen und einfach einen riesigen Rohkostteller hinstellen?

So kannst du durch deinen Haushalt gehen, alles anschauen, was viel Zeit und Energie frißt und kleine Kürzungen vornehmen. Überall ein bisschen weniger: ich wette, das reicht auch noch!

Überfordert mit deinem Kind

.. nur mal kurz abschalten?! Nicht möglich! Bildrechte: TatyanaGl/

Oft haben wir auch hier mit unseren eigenen Ansprüchen zu kämpfen. Unser Kind soll es gut haben. Es soll eine gute Mama haben und es soll: ja ehrlich, es soll am besten glücklich sein.

Immer.

Und wenn es das aber nicht ist? Dann nagt es an uns. Dann fühlen wir uns überfordert. Haben wir denn nicht alles getan? Und da sitzt das unzufriedene Kind heulend über der Möhrensuppe, die es gestern noch geliebt hat und die du nur deshalb heute wieder gekocht hast.

Aushalten – nicht Aufhalten!

Es kann schon das Gefühl der Hilflosigkeit und Überforderung auslösen, wenn wir merken, dass wir unsere Kinder nicht glücklich machen können. Dass sie mit der echten Welt konfrontiert werden, das Wachsen und Lernen auch weh tun kann.

Wir können den Kinderstreit nicht schlichten, nicht für Harmonie sorgen und unsere Kinder nicht vor allem Unbill behüten: unser Job ist das aber auch gar nicht.

Es macht uns deshalb so überfordert, weil es gar nicht geht! Unser Job als Mama ist nämlich nicht, alles Böse aufzuhalten – unser Job ist es, den Kummer unserer Kinder auszuhalten: ihn anzunehmen, mit ihm zu leben und ihn zu begleiten.

Annehmen lernen!

Für Kinder ist es ok, sich auch mal das Knie anzuschlagen oder mit dem Bruder zu streiten, wie Kesselflicker. Sie scheinen manchmal Gründe dafür zu suchen, wie die sprichwörtliche Nadel im Spielzeughaufen!

Doch warum macht dir das so ein schlimmes Gefühl? Was ist dein Anteil in dieser Situation, die du so händeringend versuchst zu vermeiden? Ist es tatsächlich die Lautstärke? Die Angst vor Streit und Kampf? Was ist so schlimm für dich?

Denn wenn du es gefunden hast, was du so schlimm findest, deinen eigenen Anteil – wird es dir leichter fallen, die Situation zu “ertragen”. Und dabei geht es nicht um Schuld!

Marie: Überfordert mit zwei Kindern

Marie ist sehr Harmonieliebend. Sie will nicht, das ihre Kinder streiten. Also versucht sie, dies zu vermeiden. Sie kauft jedem Kind die gleichen Dinge und ist besonders gerecht. Trotzdem finden ihre Kinder immer “den Haken”. Der eine Apfelschnitz ist dicker, das Überraschungsei ist schokoladiger und der Legostein hält besser!

Marie ist verzweifelt: sie weiß nicht mehr, was sie tun soll, damit ihre Kinder endlich nicht mehr streiten. Bis sie bemerkt, dass ihre Kinder nicht mal so ungern streiten. Sie scheinen mit Feuereifer dabei zu sein!

Sie diskutieren und verhandeln mit Geschick, bis alle zufrieden sind. Nur das Geschrei dabei, kann Marie nicht aushalten. Sie fasst sich ein Herz und bittet um Ruhe: “Wenn ihr so laut streiten müsst, dann könnt ihr das in eurem Zimmer tun. Hier mag ich das nicht”

Überfordert mit Baby und zwei Kindern

Ich habe vorhin das Beispiel gebracht, von dem schreienden Baby und den Kindern, die sich prügeln. Vielleicht kennst du so eine, oder eine Ähnliche Situation?

Optimal wäre natürlich, wenn noch jemand Erwachsenes da wäre, der dir helfen könnte, in so einer Situation. Da du aber im Alltag wahrscheinlich nicht ständig so jemanden hast, kannst du trotzdem etwas tun.

Und es hat wieder etwas damit zu tun, dass wir uns sehr unter Druck setzen mit all den Ansprüchen an uns selbst: immer das Beste für unsere Kinder zu tun.

Kurze Wartezeiten

Nennen wir diese Frau, mit dem schreienden Baby und den prügelnden Kindern Anne. Anne sieht, dass ihre beiden großen Buben wild übereinander herfallen. Sie mag keine Gewalt im Haus und es geht hart zur Sache. Sie muss etwas tun, um ihre Buben zu schützen.

Sie legt das Baby für einige Augenblicke in die Wiege (Laufstall, Sofa mit Rand,..) und sagt klar und sehr überzeugt mit ruhiger Stimme: “Ich bin hier, ganz nah, ich nehme dich gleich wieder hoch!”

Dann wendet sie sich ihren beiden Jungen zu. Sie trennt die Kampfhähne und setzt vielleicht jeden auf einen Stuhl. “Jetzt wird gesprochen. In diesem Haus sprechen wir mit Worten. Hans zu erst”… In dieser Klärungsphase, kann Anne das Baby schon wieder hochnehmen.

Es hat keinen Schaden genommen

Ein Baby, das tagelang schreit und allein in einer Wiege liegt, das nimmt Schaden.

Ein Baby, das eine Mama hat, die nicht auf es reagiert und das keinen Körperkontakt zu spüren bekommt, kann sogar sterben.

Aber ein Baby, das immer gut und fürsorglich umsorgt wird, dass aber ab und zu einige Minuten hingelegt wird, das dabei aber vertraute Stimmen hört, vertraute Dinge sieht und riecht und spürt, dass die Mutter da ist und es gehört und verstanden hat: das nimmt keinen Schaden. Selbst wenn es dabei schreit!

Der liebe Perfektionismus

Du hast so viel Wissen und Information: über alles, was deinem Kind schaden könnte. Über alles, was passieren kann und darüber, wie gut andere ihr Mama-Dasein auf die Reihe bekommen (scheinbar)

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Leistung zählt, in der wir leider bewertet werden, schon als kleines Kind. Wir haben gelernt uns selbst zu bewerten und Noten zu geben.

Deshalb stellen wir uns irrsinnig hohe Ansprüche als Mama. Und brechen unter unserem eigenen Druck manchmal schier zusammen. Das ist nämlich die reinste Überforderung, was wir da von uns verlangen.

Woran merkst du dass du perfektionistisch bist?

An den kleinen Wörtern: “Immer” und “Niemals”. Wenn du dir sagst, dein Haushalt soll immer gut aussehen, du selbst sollst niemals zu dick oder unsportlich sein auch nicht nach der Geburt, dein Kind soll niemals unglücklich sein.

Dein Baby soll niemals schreien müssen, dein Kleinkind sich niemals zurück gestellt fühlen wegen dem Baby.

Deine Kinder sollen niemals streiten müssen und dein Wohnzimmer niemals im Chaos versinken. Du willst immer geduldig sein und niemals schreien. Daran erkennst du den wahren Perfektionismus.

Wir hetzen also Ansprüchen hinterher!

Um wieder selbst Herrin der Lage zu werden, ist es wichtig, die eigenen Ansprüche zu überdenken: was davon ist eigentlich mir wirklich wichtig? Was davon kommt von Tantchen Rosemarie, die meint, es muss immer sauber sein?

Was davon kann ich vorübergehend zurück stellen und was lässt sich vielleicht eine Weile lang etwas kürzen?

Du solltest zu einem Punkt kommen, an dem du selbst das Gefühl hast, es gibt Pausen für dich im Alltag.

Auf die Bremse treten

Den schwierigsten Schritt hast du schon getan: du hast schon bemerkt, dass du dich überfordert fühlst. Der nächste Schritt, ist, sich dafür nicht zu schämen und sich nicht zu noch größeren Höchstleistungen anzuspornen.

auf die Bremse zu treten, bis du wieder Pausen und Ruhe im Alltag hast. Um Hilfe bitten, damit dein Mann sich um den Abwasch kümmert oder mal das Baby schunkelt.

Aber auch die Ansprüche herabsenken, damit dein Kind in allem Frieden über sein verlorenes Legoschwert heulen darf, ohne dass du dich als schlechte Mama fühlst.

Das entspannt euch!

Ich habe lange Zeit meinen zarten mittleren Sohn beschützt. Immer, wenn es Streit gab, habe ich mich schützend für ihn eingemischt. Bis ich gemerkt habe, dass ich total überfordert war, mit ihren Streits.

Jetzt höre ich mir ihre Probleme an und weil alle Lösungen, die ich vorschlage sowieso nicht angenommen werden, warte ich einfach ab, bis es eine Lösung von den Kindern gibt.

Und die gibt es. Sie diskutieren, sie schreien, sie streiten, aber ich höre immer öfter auch, wie sie ruhig Kompromisse aushandeln. Sie merken, dass ich viel entspannter mit ihren Streits umgehe, seit ich aufgehört habe, eine Lösung für sie aus dem Ärmel schütteln zu wollen.

Bildrechte, Titelbild: photographee.eu/

Let’s talk about: Permanent überforderte Mütter…

Denn die Zielgruppe sind Frauen. Und Frauen neigen nun mal dazu, den Fehler bei sich zu suchen. Dabei liegt der Fehler im System. Welcher Fehler? Der Fehler, der dazu führt, dass so viele Mütter sich ausgebrannt fühlen, überfordert, immer am Limit, immer müde. Viele haben Panikattacken, Depressionen, Erschöpfungs-Symptome (hier sollte man übrigens IMMER professionelle Hilfe suchen. IMMER!). Sie fühlen sich eben so, dass sie genau die richtige Zielgruppe sind für: “Tu mal was für dich, dann geht’s dir besser.”, “Atme den Stress einfach weg, dann kannst du noch ein bisschen mehr schaffen” oder auch “Sei achtsamer, dann schaffst du es, auch im Alltagstrubel deine Kinder nicht anzuschreien”.

Ist das wirklich der richtige Weg, wenn wir jetzt alle noch mehr an uns rumoptimieren, damit wir nicht mehr so gestresst sind? Sollten wir nicht lieber alle gemeinsam dafür kämpfen, dass Problem an der Wurzel zu packen, anstatt nur dessen Symptome einzudämmen?

Das Problem sind nämlich sicher nicht die Mütter. Das Problem ist auch nicht, dass Mütter zu viel wollen. Sie wollen lediglich das, was Väter schon seit immer haben: Beruf und Familie vereinbaren, das wollen sie. Geld verdienen müssen auch einfach die meisten, zusätzlich wollen sie aber auch Kinder haben und diese gerne auch sehen, mehr als eine Stunde am Tag. Das ist nicht zu viel verlangt, finde ich. Egal, ob man Lust auf Karriere hat, oder einfach die Brötchen verdienen muss. Egal, ob man in einer Partnerschaft lebt, oder alleinerziehend ist, oder oder.

Das Problem ist auch nicht, dass Mütter sich zu schlecht organisieren, oder dass sie zu schnell gestresst sind, oder zu wenig belastbar.

Okay, manche muten sich wirklich zu viel zu. Ich kenne auch Mütter, da sage ich selbst manchmal: gib doch mal was ab. Geh doch mal früh schlafen. Lass die Wäsche mal Wäsche sein und leg dich auf’s Sofa. Aber auch da muss ich sagen: sind die dann selbst schuld? Finde ich nicht. Die Gesellschaft erwartet es ja irgendwie von ihnen. Erwartet, dass sie im Haushalt performen, im Job, als Partnerin, als Mutter. Viele haben wirklich nicht gelernt, sich selbst Raum zu geben, ihre Mütter haben sich schon so verausgabt (im Westen die meisten ohne berufstätig zu sein), und sich von Prägungen zu verabschieden ist so so schwer.

Vor kurzem habe ich einen Podcast mit der tollen Sabine Rennefanz aufgenommen (der nächste Woche kommt!), und sie sagte diesen Satz: “Ich kenne so viele Frauen, die kurz vor dem Burn Out stehen. Die machen jetzt Achtsamkeits-Seminare und Kuren. Dabei sollten sie wütend sein, darauf, dass das System so funktioniert, dass sie am Ende sind.” Dieser Satz hat mich so lange beschäftigt. Denn: ich bin ja auch Zielgruppe. Ich bin zwar nicht ausgebrannt, war es aber mal phasenweise. Und wie gesagt: das sind alles nur Symptome. Für ganz viele IST es einfach zu viel. Da hilft kein Atmen, keine Mutter-Kind-Kur, kein Yoga und keine Meditation. Doch, es hilft vielleicht schon. Aber eben nur kurz.

Das größte Thema ist doch, dass unsere Arbeitsgesellschaft nicht auf Eltern ausgerichtet ist. Nicht auf Menschen eigentlich. Meine Freundin arbeitet 80%, sagt aber selbst, es sind locker 40 Stunden, eher mehr. Ich entgegnete: “Der Klassiker. 30 Stunden bezahlt, 40 gearbeitet.” Sie: “Naja, nicht ganz. Im Vertrag steht 80% von dem, was Vollzeit-Angestellte arbeiten. Und die arbeiten eher 60 Stunden.” DAS ist doch das Problem. Niemand kann neben 60 Stunden Arbeit ein Familienleben haben, das alle erfüllt. Beide 30 Stunden, das wäre es doch. Aber es gibt zu wenig gute 30 Stunden-Stellen. Und man verdient hierzulande meistens mehr, wenn einer Voll- und einer Teilzeit arbeitet, als wenn beide 30 Stunden arbeiten. Fair ist das nicht, oder? Hier noch mal der Hinweis auf diesen Artikel. Oder, noch radikaler: Was wäre so falsch daran, wenn wir alle für die 37 Stunden Woche kämpfen würden? Ohne Überstunden! Ich weise auf Dänemark hin. Geht doch alles. Dann wären viele glücklicher, ausgeglichener und weniger gehetzt…

Das zweite große Thema ist das mit der Gleichberechtigung. Immer noch hängt in den meisten Haushalten das allermeiste an der Frau. Der Haushalt, die Organisation, die Kinderbetreuung, alles, was eben so anfällt – und das ist eine Menge: Kinderklamotten aussortieren und besorgen, Kindergeburtstage, Arzttermine, Anträge, Verabredungen, Nachmittags-Klassen. Dazu die emotionale Arbeit: Kinder bespaßen, kuscheln, Probleme auffangen und besprechen, Stimmungen balancieren. Machen fast immer die Frauen. Und das ist anstrengend – und deshalb einfach unfair! Wenn man die Aufgaben und Verantwortungen teilt – dann bleibt bei jedem die Hälfte hängen. Und das klappt meistens ziemlich gut.

Wir müssen aber auch die Väter besser schützen und einbeziehen. Es gibt keinen Kündigungsschutz für werdende Väter und tatsächlich werden sie oft diskriminiert, wenn sie sich zum Beispiel entscheiden, Elternzeit zu nehmen. Wir brauchen mehr Väter, die Vorbilder sind – gerne Chefs – und bessere Gesetze.

Das nächste Problem ist tatsächlich auch, dass die Kinderbetreuung immer noch teilweise so schlecht ausgebaut ist. Ich glaube, ich habe hier schon mehrmals betont, dass ich es Quatsch finde, sich um die Kinder zu sorgen, wenn sie in der Kita sind. Auf der anderen Seite weiß ich aber auch, wie es sich anfühlt, wenn man das Gefühl hat, dass es dem Kind dort nicht gut geht. Dass die Erzieher zu wenige und überfordert sind. Die Gruppen zu groß, der Lärmpegel zu hoch. Da KANN man sich dann nicht entspannen, tagsüber. Wir brauchen bessere Kitas! Die dürfen auch gestaffelt was kosten, aber eben nur für Besserverdiener. Erst wenn die Qualität stimmt, wird Kinderbetreuung in diesem Land einen besseren Ruf bekommen, erst dann werden Frauen wirklich gleichgestellt sein. Denn wer sorgt sich wohl um die Kinder, wer sucht den Kitaplatz, wen belastet das? Die Väter sicher manchmal auch. Meistens aber die Mütter.

Ach, es ist so viel zu tun. Und bitte sag jetzt keiner: “Früher ging das doch auch”. Früher ist man ganz anders mit seinen Kindern umgegangen. Früher wurde Frauen Alkohol als “Stimmungsheber” untergejubelt. Und ich kann nicht umher, diesen ganzen Trend mit Yoga, Meditation, Achtsamkeit und so weiter so ähnlich zu finden, wie die Frauengold-Werbung. Nein, das ist übertrieben. Wie gesagt: ich mache selbst Yoga, ich interessiere mich für diese ganzen Dinge, sie helfen mir auch. Aber wir sollten bei all dem nicht aus den Augen verlieren, dass das Problem meistens eigentlich ein anderes ist. Wir sind es nämlich nicht. Oder, was meint ihr?

Wenn Mütter an Burnout leiden – Erste Anzeichen und Hilfe

17. Januar 2020 7 Min.

Endlich ist es soweit und einer der glücklichsten Tage Ihres Lebens ist gekommen: Sie sind Mama geworden! Doch mit dem Kind kommt auch ein Berg an neuen Aufgaben auf Sie zu. Vor allem berufstätige Mütter wissen, wovon die Rede ist: neben der Arbeit gilt es, Termine zu regeln und sich um die Familie zu kümmern. Viele merken erst spät, dass sie so gut wie nie zur Ruhe kommen und als Mutter Burnout-gefährdet sind. Welche ersten Anzeichen gibt es und was kann dagegen getan werden?

Hat Mama Burnout? Die Symptome

In Erfahrungsberichten von Müttern mit Burnout ist immer wieder zu lesen, dass erst ein Zusammenbruch oder starke körperliche Beschwerden den Betroffenen die Notlage ihres Körpers bewusst gemacht haben. Doch es gibt vorher schon Symptome, die Mütter aufhorchen lassen sollten:

  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Erschöpfung, vor allem aus emotionaler Sicht
  • innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • unerklärliche Schmerzen, zum Beispiel im Rücken
  • erhöhte Anfälligkeit für grippale Infekte durch ein geschwächtes Immunsystem
  • Beschwerden, wie Magen-Darm-Probleme oder heftiges Schwitzen

Diese Beschwerden können erste Anzeichen für Burnout bei Müttern sein. Grundsätzlich ist es wichtig, körperliche Symptome beim Arzt abklären zu lassen. Von den Symptomen sind häufig Frauen betroffen, denen es schwerfällt, „Nein“ zu sagen. Ob es um die Organisation des Kindergartenfestes geht oder um die Aufgaben, die ihnen der Chef aufs Auge drückt – sie wollen allen Anforderungen gerecht werden.

Warum leiden gerade Mütter an Burnout?

Das Bild der Frau hat sich in den letzten Jahrzehnten stark geändert: von der Hausfrau, die einzig und allein da ist, um den Haushalt zu erledigen und eine gute Mutter zu sein, zur selbstbewussten, unabhängigen Karrierefrau, die fest im Leben steht. Klingt toll! Doch der Knackpunkt an dieser Entwicklung ist, dass die Gesellschaft heute von Müttern verlangt, Beruf und Familie optimal unter einen Hut zu bekommen. Dieser gesellschaftliche Druck führt bei Mamas oft zu Burnout.

Noch häufiger sind Mütter von Burnout betroffen, wenn sie alleinerziehend sind. Sie müssen die Familie ernähren, wollen den Kindern ein schönes Zuhause bieten und ihnen Freizeitaktivitäten ermöglichen. Ohne Unterstützung durch einen Partner führt das, zusammen mit der Arbeit, zu einem sehr langen Tag.

Mutter und Burnout? – Helfen Sie sich selbst!

Wenn Sie sich überfordert fühlen und nicht mehr wissen, wie Sie alles schaffen sollen, ist es ein guter Anfang, feste Zeiten festzulegen, zum Beispiel für das Abendessen. Strukturiertere Tage sorgen für einen besseren Überblick über noch ausstehende Aufgaben. Gleichzeitig muss man sich bewusst machen, dass der Tag nur 24 Stunden hat und sich nicht alles auf einmal erledigen lässt. Gerade mit Kindern kann einiges dazwischenkommen. Deswegen reicht es, eine grobe Zeitspanne für alle Punkte festzulegen. Achten Sie darauf, sich nicht zu überfordern.

Seien Sie nicht zu streng mit sich selbst. Es ist in Ordnung, wenn die Wäsche einmal nicht gebügelt ist oder Sie dieses Mal keinen Kuchen zum Kindergartenfest backen. Es nicht allen Recht zu machen – das ist mit das Wichtigste, was Frauen lernen müssen, um als Mutter nicht an Burnout zu erkranken.

Nehmen Sie sich außerdem Zeit für sich und gönnen sich eine Pause von Arbeit, Haushalt und auch von den Kindern. Ein warmes Bad mit einem guten Buch eignet sich sehr gut, um zu relaxen und um abzuschalten. Zur weiteren Entspannung können auch verschiedene Teesorten und Arzneimittel helfen. Beispielsweise hat sich Baldrian bewährt und unterstützt mit seinen Wirkstoffen die Entspannung – zum Beispiel in Form von Tropfen oder Tabletten.

Einfach mal dem Alltag entfliehen, sich um nichts kümmern müssen, aber trotzdem Zeit mit den Kindern verbringen: Diese Auszeit können Sie auf einer Mutter-Kind-Kur erleben. Dort ergibt sich die Möglichkeit, sich mit anderen Müttern auszutauschen und die Kinder auch einmal abgeben zu können, um Zeit für sich zu haben. Die Kosten für eine Mutter-Kind-Kur übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Erwachsene müssen lediglich zehn Euro pro Kalendertag selbst zahlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, er wird Ihnen helfen, einen Antrag an Ihre Krankenkasse zu stellen.

Voraussetzungen für eine Mutter-Kind-Kur:

Alle Mütter und auch Väter können grundsätzlich einen Antrag stellen. Die Bedingungen für eine Genehmigung durch die Krankenkasse sind folgende:

  • Mutter oder Vater sind Kur-bedürftig, dies muss von einem Arzt attestiert werden.
  • Für das Kind liegt eine Behandlungsnotwendigkeit vor oder es gibt keine Möglichkeit, die Kinder alleine Zuhause zu lassen, wenn ein Elternteil eine Kur macht.

Wenn Sie die Möglichkeit für eine Kinderbetreuung haben, kommt auch eine Therapie in Frage. Dafür gibt es spezielle Burnout Häuser, die Müttern mit Burnout durch unterschiedliche Behandlungsansätze dabei helfen, die innere Ruhe wiederzufinden. Therapieverfahren können beispielsweise sein:

  • Sport- und Bewegungstherapie: Nordic Walking, Aquagymnastik
  • Entspannungstechniken: autogenes Training
  • Psychotherapie: Gruppen- oder Einzelgespräche
  • Abschalten und Seele baumeln lassen: wandern, Natur genießen

Fühlen Sie sich nicht schlecht, wenn Sie als Mutter solch eine Burnout-Klinik besuchen wollen. Dieser Aufenthalt schenkt Auszeit und Entspannung und kann dabei helfen, den Akku wieder aufzuladen und danach mit neuer Energie den Alltag zu meistern.

Diagnose Burn-Out! Eigentlich eine Managerkrankheit – doch auch Mütter leiden vermehrt an ernsten Stress-Symptomen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil von 49 auf 86 Prozent bei Frauen, die eine Kur begonnen haben. Das hat eine aktuelle Studie des Müttergenesungswerk ergeben. Vor allem alleinerziehende Mütter und Väter fühlen sich in ihrem Alltag sehr stark überlastet.

Doch wo finden Eltern Hilfe, wenn sie merken, dass sie mit der Situation überfordert sind oder gar in einer Krise stecken?

AKTUELL

  • Neue Studien belegen Immer mehr Mütter leiden an Burn-Out

    Mütter leiden vermehrt an Erschöpfungszuständen, wie Daten des Müttergenesungswerkes und der DAK belegen.

BILD erklärt, welche Unterstützung gestressten Müttern und Vätern zusteht und wo sie Hilfe finden:

ERHOLUNGSMÖGLICHKEITEN

Eltern können sowohl eine Vorsorge-Kur als auch eine Rehabilitations-Kur beantragen. Beides sind Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Für Kinder bis 12 Jahren übernehmen die Kassen die Kosten: Fahren Mütter (bzw. Väter) allein in eine Kur, haben sie für diese Zeit Anspruch auf eine Familienpflegerin. Meist begleiten Kinder aber ihre Eltern. Beratung im Vorfeld ist ein Muss, um zu klären, welche Kliniken in Frage kommen und was sonst noch alles beachtet werden muss, um einen optimalen Kurerfolg zu erreichen. Beratung zum Thema Kur bietet der Bundesverband für alleinerziehende Mütter und Väter oder das Müttergenesungswerk.

Wichtig: Bei Alleinerziehenden bietet sich eine Vorsorge-Kur an, um Belastungen zu vermeiden, die sich aus dem anstrengenden Alltag ergeben. Es gibt zum Beispiel Kurhäuser, die auf die Behandlung von konkreten Beschwerden spezialisiert sind, mache haben auch Konzepte und Anwendungen speziell für Alleinerziehende.

Für einen Sommerurlaub können Alleinerziehende mit einem Zuschuss für gemeinnützige Familienferienstätten rechnen. Es gibt in Deutschland zwei Einrichtungen, die sich speziell auf Alleinerziehende spezialisiert haben (die Wertacher Mühle im Allgäu und das Organistenhaus an der Nordsee). Informationen zu Zuschüssen etc. sind auf der Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung zu finden. In beiden Häusern gibt es zusätzliche Beratungsangebote für Alleinerziehende.

  • Für eine Kur muss ein Antrag im Müttergenesungswerk erstellt werden. Interessierte bzw. Betroffene sollten sich direkt an eine der 1300 Beratungsstellen bundesweit melden.

    Und so funktioniert das Antragsverfahren:

    ★Kontaktaufnahme: Vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch mit einer unserer Beratungsstellen in Ihrer Nähe, wenn Sie sich erschöpft oder krank fühlen.

    ★Attest: Das notwendige Attestformular für Ihren Kurantrag bekommen Sie in der Beratungsstelle.

    ★Besuch bei Ärztin oder Arzt: Gehen Sie zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und besprechen Sie, ob die medizinischen Voraussetzungen für eine Kurmaßnahme zur Vorsorge oder Rehabilitation gegeben sind. Lassen Sie sich gegebenenfalls Ihre Krankheit und evtl. auch die Ihres Kindes schriftlich attestieren und möglichst genau beschreiben.

    ★Antrag: Besprechen Sie mit Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater das Für und Wider einer Mütter-Kur und einer Mutter-Kind-Kur. Bereiten Sie gemeinsam Ihren Kurantrag für die Krankenkasse vor.

    ★Wunsch- und Wahlrecht: Die Beratungsstelle sucht mit Ihnen die für Sie passende Einrichtung und klärt Sie zum Wunsch- und Wahlrecht auf. Sie erhalten alle wichtigen Informationen zur Klinik.

    ★Wenn der Antrag abgelehnt wird: Lassen Sie sich nicht entmutigen, falls die Krankenkasse Ihren Antrag ablehnen sollte. Die Beratungsstelle unterstützt Sie bei Ihrem Widerspruch.

  • Was kostet eine Kurmaßnahme?

    Die Krankenkassen tragen die vollen Kosten der Kurmaßnahme. Sie selbst zahlen die gesetzlich festgelegte Zuzahlung von 10 Euro pro Tag. Kinder sind zuzahlungsfrei. Sollte Ihnen auch die Zuzahlung nicht möglich sein, so wenden Sie sich an Ihre Beraterin oder Ihren Berater. Je nach Ihrer finanziellen Situation können wir Sie gegebenenfalls mit Spendengeldern unterstützen.

    Quelle: Müttergenesungswerk

HILFE FÜR DAS BERUFSLEBEN

Erwerbstätige Alleinerziehende können Kinderbetreuungskosten steuerlich geltend machen. Dabei ist es egal, wo das Kind betreut wird, ob im Kindergarten, bei Tageseltern oder ob eine Betreuungsperson ins Haus kommt. Bundesweit gibt es Vermittlungsstellen für die Betreuung von Kindern. Aber auch Organisationen wie die Caritas oder Pro Familia können bei der Suche unterstützen. Auskunft über Kinderkrippen oder altersgemischte Kindergartengruppen erteilen aber auch die die Jugendämter. Weisen Sie auf die Dringlichkeit Ihrer Situation hin. Alleinerziehende werden bevorzugt berücksichtigt!

Tagesmütter oder Tagesväter stellen eine Alternative zur Krippenbetreuung dar. Da Tagesmütter oft mehrere Kinder betreuen, findet Ihr Kind auch hier Kontakte zu anderen Kindern. Vermittelt werden Tagesmütter von den Jugendämtern, aber auch von sozialen Einrichtungen, wie etwa dem Deutschen Kinderschutzbund.

Übrigens: Vermittelt wird nicht nur Kinderbetreuung während der Arbeitszeit, sondern auch Betreuungspersonen für die Freizeit der Eltern, wenn diese abends oder auch am Tag Unternehmungen ohne Kind planen. Für die Betreuung in den Abendstunden wird oftmals der Stundenlohn der Betreuungsperson erhöht.

Wichtig: Alleinerziehende, die Kinder unter drei Jahren versorgen und erziehen, haben einen Anspruch auf ein Betreuungsunterhalt vom anderen Elternteil. Nicht Verheiratete sind dabei mit Geschiedenen gleichgestellt. Betrag richtet sich nach dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen. Der Anspruch kann sich auch verlängern – je nach dem, ob eine passende Kinderbetreuung vorhanden ist.

Kinder-Kosten

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UNTERSTÜTZUNG IM KRANKHEITSFALL

Wenn das Kind krank ist und noch keine zwölf Jahre alt, können Alleinerziehende 20 Arbeitstage (für jedes weitere Kind 20 Tage, höchstens jedoch 50 Tage) Freistellung gegenüber dem Arbeitgeber/der Arbeitgeberin geltend machen, wie der Bundesverband der alleinerziehenden Mütter und Väter informiert. Allerdings nur, wenn Sie in einer gesetzlichen Krankenkasse und abhängig beschäftigt sind. Es wird ein ärztliches Attest benötigt, das die Notwendigkeit der Pflegetätigkeit bestätigt. In dieser Zeit haben die Alleinerziehenden einen Anspruch auf Fortzahlung der Arbeitsvergütung.

Wenn Mutter oder Vater krank sind haben Alleinerziehende laut § 38 SGB V nur im Falle eines Krankenhausaufenthaltes und nur, wenn Ihr Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht erreicht hat, einen Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Allerdings gewähren die meisten Krankenkassen weitergehende Unterstützung. So können Mütter und Väter auch, wenn Sie Zuhause krank sind und den Haushalt nicht führen können, bei Ihrer Krankenkasse eine Haushaltshilfe beantragen. Voraussetzung ist auch hier ein Kind unter zwölf Jahren. Beispielsweise bei der DAK können Alleinerziehende eine solche Hilfe innerhalb von drei Jahren maximal zwölf Wochen oder 84 Kalendertage in Anspruch nehmen. Ein Krankenhausaufenthalt verlängert diesen Anspruch auf die medizinisch notwendige Zeit.

Wichtig: Hat das Kind das zwölfte Lebensjahr überschritten, läuft die Stellung des Antrags über das Jugendamt – nicht mehr über die Krankenkassen.

Wenn ein Elternteil stirbt, kann es für den anderen oft schwierig sein, die Betreuung der Kinder neu zu organisieren, gerade wenn diese Aufgabe vom verstorbenen Elternteil übernommen wurde. In diesem Fall sollte man sich an das zuständige Jugendamt wenden und die Problemlage schildern. Der sozialpädagogische Dienst kann im Rahmen von § 20 des achten Sozialgesetzbuchs (Kinder- und Jugendhilfe) „Betreuung und Versorgung des Kindes in Notsituationen“ unterstützen. Laut dem Bundesverband der Alleinerziehenden kann diese Unterstützung zum Beispiel so aussehen, dass vorübergehend eine Tagesmutter/ein Tagesvater in den Haushalt kommt und die Kinder versorgt.

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HILFE BEI DER ERZIEHUNG

Vor allem in der Pubertät sind Alleinerziehende häufig überfordert. Beim Jugendamt können Mütter bzw. Väter einen Antrag auf „Hilfe zur Erziehung“ stellen. Man muss keinen Nachweis erbringen, dass man dringend Hilfe braucht – das Jugendamt wird handeln, wenn Eltern sich an das Amt wenden. Es gibt außerdem die Möglichkeit, familientherapeutische Hilfe zu beantragen – auch dieser Antrag läuft über das Jugendamt. Ambulante Hilfe ist immer kostenfrei! Es gibt auch die Möglichkeit der sogenannten Einzelfallhilfe. In diesem Fall beschäftigt sich der Betreuer ausschließlich mit dem Kind bzw. dem Jugendlichen. Der Pubertierende hat die Möglichkeit, Dinge zu besprechen, die er/sie mit Mutter oder Vater nicht besprechen möchte.

UNTERSTÜTZUNG BEI DER WOHNUNGSSUCHE

Die aktuell stetig steigenden Mieten und Privatisierungen von innerstädtischem Wohnraum, besonders in Großstädten, erschweren es Alleinerziehenden mit kleinem Einkommen bei einem Umzug oder Auszug, bezahlbare Wohnungen in ihrem sozialen Umfeld zu finden. Das ist besonders für die Kinder in Trennungssituationen eine zusätzliche Belastung.
Tipp vom Bundesverband für Alleinerziehende: Mütter und Väter mit wenig Einkommen können sich an die örtlichen Wohnungsämter wenden, um eine Sozialwohnung vermittelt zu bekommen oder auch um Wohngeld zu beantragen. Sie sollten sich dabei nicht abwimmeln lassen, mitunter werden bei der Wohnungsvergabe Alleinerziehende bei Dringlichkeit bevorzugt.
Ein andere Möglichkeit, wenn zum Beispiel der Partner auszieht und die Wohnung dann zu groß oder zu teuer ist, kann das Untervermieten sein: Es besteht ein Anspruch auf Erlaubnis des Vermieters darauf, sofern die Gründe für das Untervermieten nach Abschluss des Mietvertrages entstanden sind. In Betracht kommt zum Beispiel die Aufnahme einer Betreuungsperson.

Wenn sämtliche Möglichkeiten ausgeschöpft sind und das Geld nicht ausreicht, können sich Alleinerziehend an Stiftungen oder Wohlfahrstverbände wenden. In einem solchen Fall sollten Betroffene Kontakt zu den Beratungsstellen entsprechender Einrichtungen aufnehmen ( z.B. Diakonien, Caritas, Arbeiterwohlfahrt, Paritätischem Wohlfahrtsverband, Pro Familia, Deutsches Rotes Kreuz). Diese Einrichtungen können – je nach Situation – Spendengelder vermitteln.

  • Fühlen Sie sich überlastet?
  • Kommen Sie mit der Situation nicht mehr klar?
  • Sind Sie mit der Erziehung Ihrer Kinder überfordert?
Nehmen Sie Hilfe in Anspruch!
  • Vielleicht möchten Sie mit einer Vertrauensperson, einer Freundin, einem Freund, einem Familienmitglied, einer Nachbarin über Ihre Sorgen und Ängste sprechen?
  • Vielleicht benötigen Sie professionelle Hilfe und wenden sich deshalb an Ihren Hausarzt, an einen Psychologen oder eine Psychiaterin?
  • Vielleicht suchen Sie den Austausch in einer Selbsthilfegruppe?

Unsere Fachberaterinnen und unsere Peerberaterinnen, die selber als Eltern eine psychische Erkrankung durchgemacht und bewältigt haben, beantworten Ihre Fragen gerne in unserer anonymen e-Beratung.

Hier finden Sie zudem eine Liste mit anderen möglichen Hilfestellen, an welche Sie sich wenden können:

Notfall
  • Notrufzentrale, Tel. 144
  • Hausarzt
  • Notfallpsychiater/in über Notrufzentrale
Krisensituationen
  • Hausarzt
  • Psychiater – Hier finden Sie eine Übersicht über Psychiater in der Schweiz, geordnet nach Kantonen.
  • Psychiatrische Klinik – Suchen Sie eine psychiatrische Klinik in Ihrer Region, dann finden Sie auf der offiziellen Website des Bundesamtes für Gesundheit alle wichtigen Adressen.
  • Psychologen – Therapievermittlung
  • Die Dargebotene Hand (rund um die Uhr): Tel. 143. Während 365 Tagen im Jahr und rund um die Uhr können Sie kostenlos anrufen und dich anonym beraten lassen. Auf dem Portal www.143.ch gibt es auch eine Mail- und eine Chat-Beratung.
  • Pro Juventute: Tel. 058 261 61 61, Elternberatung, Online-Beratung, weitere Fachstellen
  • Kriseninterventionszentren der lokalen Psychiatrien
Allgemeine Beratungsstelle und Informationen zum Thema
  • Beschreibung von Erkrankungen: Neurologen im Netz
  • Anlaufstellen der lokalen Psychiatrien (Erwachsene und Kinder)
  • Elternnotruf: Beratung und Hilfe bei Erziehungsfragen, Krisen oder Konflikten in der Familie
  • VASK – Dachverband der Vereinigungen von Angehörigen psychisch Kranker
  • Für die Klärung der familiären Situation: lokale Jugend- und Familienberatungen
  • Bei Suchtproblematik: Sucht Schweiz, Suchtberatung Safezone, Blaues Kreuz
  • Selbsthilfe Schweiz
  • Netzwerk Psychische Gesundheit Schweiz

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