Übelkeit schwangerschaft bis wann

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Mehr als die Hälfte aller schwangeren Frauen leidet in den ersten Wochen der Schwangerschaft unter Übelkeit. (Monkey Business / Fotolia.com)

Übelkeit während der Frühschwangerschaft ist in einem gewissen Ausmaß völlig normal. Mehr als die Hälfte aller schwangeren Frauen leidet unter Übelkeit, die am häufigsten morgens auftritt, aber auch den ganzen Tag über anhalten kann.

Häufig kommt es zusätzlich auch zu Erbrechen (Emesis). Die Beschwerden sind meist auf das erste Schwangerschaftsdrittel beschränkt; in seltenen Fällen können sie während der ganzen Schwangerschaft bestehen bleiben.

Früher galten Übelkeit und Erbrechen fälschlicherweise als ungünstige Prognosezeichen. Denn weder die Frühgeburten- noch Fehlbildungsrate ist dadurch erhöht. Auch dafür, dass das Fehlen dieser Symptome mit einer ungünstigen fetalen Entwicklung einhergehe, wie zwischenzeitlich spekuliert wurde, gibt es keinen Beleg.

Wenn die Schwangere öfter als fünfmal am Tag erbricht und gar keine Nahrung behalten kann, spricht man von einer Hyperemesis gravidarum. Diese schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit kann negative Folgen für Mutter und Kind haben.

++ Mehr zum Thema: Hyperemesis gravidarum ++

Können Übelkeit und Erbrechen gefährlich sein?

Wenn Sie so oft erbrechen, dass Sie zu viel Flüssigkeit, Salze oder Nahrung verlieren, könnte das Ihnen und Ihrem Kind schaden. In ernsten Fällen kann der Körper austrocknen. Wenn Ihnen schwindelig wird, Sie nicht Wasser lassen können, einen trockenen Mund und trockene Lippen bekommen, sollten Sie Ihren Arzt verständigen. Das Austrocknen wird mit Flüssigkeitszufuhr behandelt. Wenn die Flüssigkeitszufuhr zu Erbrechen führt, müssen die Wassermengen durch die Vene (intravenös) zugeführt werden. Bei einer katabolen Stoffwechsellage werden die Fettreserven im Körper verbraucht. In diesem Fall muss ebenfalls eine Therapie im Krankenhaus erwogen werden. Man erkennt diese Situation durch den Nachweis von Ketonkörpern im Urin, also Fettabbauprodukte. Diese sollen eine ungünstige Wirkung auf das Kind in der Gebärmutter haben.

Welche Ursachen gibt es?

Die Ursachen für Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft sind noch nicht restlos geklärt. Mehrere Faktoren werden diskutiert: höhere hCG- und Prostaglandin-Spiegel, verminderte Muskelspannung am Mageneingang, Vitamin-B6-Mangel und gesteigerte Geruchsempfindlichkeit. Es gibt auch Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen schwerem Erbrechen und einer Infektion mit Helicobacter pylori, weswegen bei fehlendem Ansprechen auf Medikamente nach einer solchen Infektion gesucht werden sollte. Auch ein höheres Alter der werdenden Mutter, Beschwerden in vorhergehenden Schwangerschaften sowie Mehrlingsschwangerschaften gelten als Risikofaktoren für schwere Übelkeit und Erbrechen.

Nicht zuletzt dürften eine genetische Veranlagung sowie auch psychische Faktoren eine Rolle spielen.

Wann sollte ich den Arzt aufsuchen?

  • Wenn Sie mehr als 3-4 Mal am Tag erbrechen.
  • Wenn Sie an Gewicht verlieren.
  • Wenn ihr Erbrochenes blutig ist oder wie Kaffeesatz aussieht.
  • Wenn Sie mehr Flüssigkeit verlieren, als Sie aufnehmen können.

Wie erfolgt die Behandlung von Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen?

In leichteren Fällen von Übelkeit und Erbrechen kann durch Verhaltensänderungen sowie durch natürliche Mittel eine Besserung der Beschwerden erreicht werden. Ein erwiesener Nutzen wird für Vitamin B6 (Pyridoxin) berichtet, welches ganz gut gegen Übelkeit, aber weniger deutlich gegen Erbrechen helfen soll. In Studien wurden Dosierungen zwischen 10 mg und 25 mg dreimal täglich verabreicht. Grundsätzlich empfiehlt es sich, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen.

Wer etwas schärfere Gewürze mag, darf unbesorgt zu Ingwer greifen. Wissenschaftlich untersucht wurden Kapseln mit getrocknetem Ingwerpulver (4 x 250 mg täglich) bzw. Ingwersirup (4 x 1 EL täglich). Bei immerhin 9 von 10 Frauen kam es zu einer Besserung der Übelkeit, das Erbrechen kam bei rund 7 von 10 Frauen zum Stillstand. Ingwer wirkt übrigens auch gut gegen Symptome der Reisekrankheit.

Weder für Vitamin B6 noch für Ingwerpräparate konnten negative Auswirkungen für die Gesundheit von Mutter und Kind beobachten werden. Als Nebenwirkungen von Ingwerkapseln war in einigen Fällen Sodbrennen zu beobachten. Selbst Skeptiker, welche die wissenschaftliche Qualität der bisherigen Studien kritisieren, sprechen sich aufgrund der guten Verträglichkeit und hohen Sicherheit bei leichten bis mäßigen Beschwerden für einen Therapieversuch mit Ingwer und/oder Vitamin B6 aus.

Auch Akupressur/ Akupunktur, Shiatsu oder Yoga können zu einer Besserung beitragen. Wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit gibt es allerdings nur zur Akupressur. Es konnte gezeigt werden, dass eine Aktivierung des Punktes P6 (Neiguan-Punkt) am Handgelenk durch Tragen eines speziellen Akupressurbandes die Beschwerden lindert. Wer auf die Wirkung von Yoga, Shiatsu oder anderen Körpertechniken setzt, sollte sich Anbieter suchen, die über besondere Kenntnisse der jeweiligen Methode in Bezug auf Schwangerschaft verfügen. Aus Erfahrung zwigen homöopathische Mittel bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft kaum Wirkung.

Was können Sie sonst noch tun, um Symptome zu vermeiden bzw. zu verbessern?

  • ausreichend Ruhephasen einhalten
  • die Ernährung umstellen; alle 2–3 Stunden kleine, kohlenhydratreiche, fettarme Mahlzeiten essen, stark gewürzte Speisen meiden
  • morgens vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit essen (trockene Kekse, Zwieback, Weißbrot)
  • nach dem Essen sitzen bleiben, nicht hinlegen (hinlegen ist nicht gut, weil bei Reflux die Schmerzen und Übelkeit im Liegen verstärkt werden)
  • Gerüche vermeiden, die Übelkeit auslösen
  • regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft machen
  • reichlich trinken (Wasser, verdünnte Fruchtsäfte, Kräutertees)
  • auf Kaffee verzichten
  • evtl. die Einnahme von Eisentabletten pausieren (nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt)
  • Eine deutliche Linderung bringt aus ungeklärten Gründen ein Ortswechsel: Verreisen, stationäre Spitalsaufenthalte, etc helfen. Die Übelkeit kommt allerdings nach einiger Zeit zuhause wieder.

++ Mehr Tipps gegen Übelkeit in der Schwangerschaft ++

++ Experten-Interview zum Thema richtig essen gegen Übelkeit ++

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Autoren:
Dr. med. Anita Kreilhuber
Medizinisches Review:
Dr. Micha Bitschnau
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc

Aktualisiert am: 01.03.2013 | 00:00

Patienteninformation „Morning Sickness“ der British Medical Journal (BMJ) Group; clinicalevidence.bmj.com/x/pdf/clinical-evidence/en-gb/summary/532566.pdf (letzte Aktualisierung: Oktober 2012)
Guideline „Nausea and vomiting of pregnancy“ des American College of Obstetricians and Gynecologists 2004; www.guideline.gov/content.aspx?id=10939 (letzte Aktualisierung: Juni 2009)
Hyperemesis/Emesis gravidarum. Information des Pharmakovigilanz- und Beratungszentrums für Embryonaltoxikologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin; www.embryotox.de/hyperemesis_gravidarum_emesis_gr.html (letzte Aktualisierung: März 2012)
Festin M: Nausea and vomiting in early pregnancy. Clinical Evidence 2009; 06: 1405
Griffiths JD et al: Cochrane Database Syst Rev, 2012 Sep 1; www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22972112
Konnaris C: Hyperemesis gravidarum. Gyn-Aktiv 03/2012, S. 79-80

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Übelkeit oder Brechreiz sind häufige und oft sehr belastende Begleiterscheinungen in der Frühschwangerschaft, besonders während der 6.-12. Schwangerschaftswoche. Mehr als der Hälfte der werdenden Mütter stösst die Schwangerschaft in den ersten Monaten übel auf. Kaffee und fette, saure oder stark gewürzte Speisen, oft auch Fleisch, Fisch oder Eier, starke Gerüche wie Zigarettenrauch oder Parfums können Übelkeit und Erbrechen auslösen. Manchmal reicht sogar nur der Gedanke an Essen, um den Magen in Aufruhr zu versetzen. Meistens ist der Spuk aber spätestens nach der 14. Woche vorbei. Nur einige Frauen leiden noch bis zum Ende der Schwangerschaft darunter.

Die Gründe für diese Unannehmlichkeiten sind nicht vollends geklärt. Sowohl Übelkeit als auch Brechreiz werden wahrscheinlich durch den hohen HCG-Spiegel (Human Chorionic Gonadotropin) ausgelöst, das in der äusseren Hülle der Fruchtblase, dem Chorion, gebildet wird und die Ausschüttung von Progesteron ankurbelt. HCG stimuliert aber wahrscheinlich auch die Östrogenproduktion in den Eierstöcken und in der Plazenta, und hohe Östrogenspiegel führen zu Übelkeit. Kein Wunder kommt es bei Schwangerschaften mit erhöhter HCG-Produktion, zum Beispiel bei Zwillingen, Blasenmole oder Trisomie 21 häufiger zu Übelkeit. Auch Erstschwangere und Übergewichtige haben häufiger darunter zu leiden. Ab dem zweiten Trimenon übernimmt die Plazenta die Aufgaben des HCG, welches nach der 11. SSW allmählich absinkt. Das ist vermutlich der Grund, warum die Übelkeit etwa nach dieser Zeit nachlässt.

Die mütterliche Reaktion auf die körperlichen Veränderungen zeigt also auch, dass die Schwangerschaft sich normal entwickelt und der Mutterkuchen an Grösse zunimmt. Die Beobachtung, dass die Schwangerschaftsübelkeit weniger häufig bei älteren, mehrfach gebärenden und rauchenden Frauen vorkommt, könnte mit dem kleineren Volumen der Plazenta bei diesen Frauen in Verbindung stehen. Deshalb ein kleiner Trost: Frauen, denen während der Schwangerschaft übel ist, haben statistisch gesehen weniger häufig Fehlgeburten.

Dennoch bleibt die Frage: Warum leiden nicht alle schwangeren Frauen an Übelkeit? In verschiedenen wissenschaftlichen Studien hat man geprüft, ob vielleicht Helicobacter pylori, ein z.B. Magengeschwüre verursachender Keim, der Übeltäter sein könnte. Die Studienergebnisse erlauben jedoch keine definitiven Aussagen. Zwar leiden Frauen, die mit H. pylori infiziert sind, häufiger unter Übelkeit und Erbrechen als H.-pylori-seronegative Schwangere, trotzdem scheint der Magenkeim nicht der alleinige Grund allen Übels zu sein. Zu den Risikofaktoren zählt auch ein Vitamin B-Defizit, da die Verabreichung von Vitaminkomplexen das Auftreten der Übelkeit zu reduzieren vermag.

Eine andere Theorie vermutet, dass Übelkeit und Abneigung gegen bestimmte Speisen (vor allem solche, die leicht verderben oder mit Erregern verunreinigt sein können, wie z.B. Fleisch und andere tierische Produkte) die werdende Mutter und ihr ungeborenes Kind vor einer Lebensmittelinfektion bzw. Ansteckung mit Krankheitserregern schützen sollen. Stattdessen soll die Schwangere mehr Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, um für die Entwicklung des Kindes ausreichende Energiereserven zur Verfügung stellen zu können. Dazu passt, dass bei Vegetarierinnen und Veganerinnen Schwangerschaftsübelkeit sehr viel seltener ist. Und sicher spielen auch die Seele (Wie wird sich das Leben mit Kind ändern? Wie wird man mit der neuen Verantwortung umgehen?) und die Gene (Töchter, deren Mutter häufig schlecht war, leiden mit höherer Wahrscheinlichkeit auch an Schwangerschaftsübelkeit) eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hunger, Stress und Müdigkeit können die Schwangerschaftsübelkeit zusätzlich verstärken. Einige Frauen leiden so stark, dass der Zustand sie in eine Depression führt.

Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen treten vor allem morgens auf – deshalb die gebräuchliche Bezeichnung „Morgenübelkeit“. Deshalb soll es helfen, im Bett noch vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit zu essen. Am besten bereiten Sie sich schon abends vor dem Zubettgehen einen kleinen Snack vor, sei es ein Zwieback oder ein Apfel. Vielen Schwangeren ist aber auch am Nachmittag und manchmal sogar während des ganzen Tages übel. Nicht selten führt das zu einer leichten Gewichtsabnahme. Mehr Tipps finden Sie hier…

Leider gibt es kein Wundermittel dagegen, aber einige hilfreiche Massnahmen zur Vorbeugung und Behandlung: Vernünftige Ernährung, häufige und kleine Mahlzeiten und die Vermeidung bestimmter Speisen können die Schwangerschaftsübelkeit wenn nicht ganz verhindern, so doch meist etwas lindern. Schwangere sollte darüber hinaus viele Kohlenhydrate zum Beispiel aus Süssigkeiten zu sich nehmen und eher wenig fett- oder säurehaltige Lebensmittel.

Bei manchen Frauen haben sich auch alternative Heilmethoden als hilfreich erwiesen, z.B. Akupunktur, Hypnose und Akupressur-Armbänder („sea-band“). Helfen all diese Massnahmen nicht, können auch jahrzehntelang bewährte Medikamente gegen Schwangerschaftsübelkeit verordnet werden, die dem Baby nicht schaden.

Die extreme Form der Schwangerschaftsübelkeit nennt man Hyperemesis gravidarum. Dabei kommt es zu häufigem und heftigem Erbrechen, Wasserverlust (Dehydrierung), Gewichtsabnahme und einer Verschlechterung des Allgemeinzustands. Die Hyperemesis muss unbedingt ärztlich beobachtet und eventuell im Krankenhaus behandelt werden.

Häufige Fragen zum Thema:

Ich habe einen unangenehmen, sehr starken Speichelfluss, der die Schwangerschafts-Übelkeit noch verstärkt. Was kann ich tun?

Ich habe schon alles probiert, aber mir ist immer noch ständig übel. Gibt es kein Medikament, das mir hilft und in der Schwangerschaft erlaubt ist?

Ich bin schon in der 8. Woche, aber mir ist immer noch nicht schlecht. Ist da etwas nicht in Ordnung?

Auf einmal ist mir gar nicht mehr schlecht und auch die Brüste tun nicht mehr weh. Ist irgendetwas nicht in Ordnung?

Mir wird schon übel, wenn ich mein Lieblingsparfum nur rieche. Geht das allen Schwangeren so?

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Newsticker

Übelkeit und Erbrechen | 10.10.2016

Schwangere, die in den ersten Wochen nach der Befruchtung unter Übelkeit und Erbrechen litten, haben ein deutlich niedrigeres Risiko auf eine Fehlgeburt. US-Forscher untersuchten bei 797 Frauen bereits vor der Schwangerschaft täglich den Urin auf das Schwangerschaftshormon hCG. Dadurch wurden auch frühe Fehlgeburten erfasst, die in der Frühschwangerschaft möglicherweise gar nicht bemerkt worden wären. Schon in der 2. SSW klagten fast 18 Prozent der Frauen über Übelkeit und 2,7 Prozent über Übelkeit und Erbrechen. Diese Anteile stiegen bis zur 8. Woche auf 57,3 Prozent bzw. 26,6 Prozent. Wie in den früheren Untersuchungen war Morgenübelkeit sehr deutlich mit einer 50 Prozent niedrigeren Rate von Fehlgeburten verbunden. Bei Übelkeit mit Erbrechen war das Risiko sogar um 75 Prozent niedriger als bei Frauen ohne Schwangerschaftsübelkeit.

Mittel gegen Übelkeit wieder zugelassen: Die US-Arzneibehörde FDA hat die Kombination des Antihistaminikums Doxylamin mit Vitamin B6 (alt Bendectin, neu Diclegis) zur Behandlung von Schwangerschaftserbrechen wieder zugelassen, das der Hersteller vor 30 Jahren aus Angst vor Schadenersatzforderungen vom Markt genommen hatte. Zuvor war fälschlicherweise behauptet worden, dass damit Fehlbildungen ausgelöst werden könnten. An der Sicherheit und Effektivität des Mittels bestanden aus Sicht der Arzneibehörde niemals ernsthafte Zweifel und für US-Gynäkologen galt es seit längerem als Mittel der Wahl. (swissmom-Newsticker 25.4.2013)

Letzte Aktualisierung : 05-10-16, BH

Schwangerschaftsübelkeit: Was das ist und was dir hilft

Sich ständig übergeben zu müssen oder auch nur ein flaues Gefühl im Bauch – das braucht keiner. Aber was tun, wenn die reine Freude auf das Baby und der Gedanke, dass es aller Wahrscheinlichkeit zum Ende des dritten Monats vorbei ist mit der Spuckerei, nicht wirklich hilft? Diese Hausmittel und Tipps haben schon vielen Frauen Linderung verschafft. Probiere aus, was deinen Magen beruhigt!

Besser vermeiden: Mach einen großen Bogen um alle Auslöser! Häufig sind das fett- oder säurehaltige und stark gewürzte Speisen. Auch Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke können viele Schwangere nicht vertragen. Gemeinsam haben diese Lebensmittel, dass sie den Säurehaushalt durcheinanderbringen.

LowCarb-Pause einlegen: Fettarme, kohlenhydrat- und eiweißreiche Lebensmittel sind nun das Richtige für dich. Sie halten den Blutzuckerspiegel stabil. Denk dran, dass Du schwanger, und nicht auf Diät bist.

Weniger ist mehr: Dein Körper kommt mit den Mahlzeiten jetzt besser klar, wenn du viele, kleine Portionen isst.

Immer gut vorbereitet: Leg dir schon abends etwas Weißbrot oder einen Zwieback ans Bett. Schon vor dem Aufstehen, kann dir der Snack helfen, deinen Magen zu beruhigen. Auch tagsüber ist es gut, auch zwischendurch etwas zu essen. Einfache Lebensmittel, wie trockene Kekse, Knäckebrot oder Joghurt (das enthaltene Vitamin B soll auch helfen, die Übelkeit zu vermeiden) sind dazu am besten geeignet.

Viel trinken: Stilles Wasser oder ungesüßter Tee sorgen für eine gesunde Flüssigkeitszufuhr.

Die Zauberwurzel nutzen: Dass Ingwer den Magen beruhigt, ist nicht nur in vielen Kulturen bekannt, sondern ist auch wissenschaftlich belegt. Frisch, als Tee, Limo oder Kapsel? Im Prinzip sind alle Varianten wirksam – allerdings nicht bei jedem.

Noch mehr Tipps gegen das Unwohlsein:

Besser riechen: Ein bekanntes Hausmittel ist das Riechen an einer frischen Zitronenscheibe. Auch im Trinkwasser oder im Tee scheint Zitrone den empfindlichen Geruchssinn von Schwangeren zu besänftigen.

Guter Punkt: Akupressur wirkt ebenfalls gegen Übelkeit. Drück leicht auf den Punkt Kei-Nuan. Er befindet sich zwei bis drei Fingerbreiten über der Handgelenksfalte auf der Innenseite deines Unterarms. Denselben Effekt haben Akkupressur-Armbänder, die du in der Drogerie oder Apotheke bekommst. Ursprünglich gegen Seekrankheit entwickelt, helfen sie auch Schwangeren gegen das flaue Gefühl.

Die Fakten checken: Schreib auf, in welchen Situationen dir schlecht wurde. Zu welcher Tageszeit wurde dir übel? War ein Geruch oder ein Geschmack der Auslöser? Das Tagebuch kann dir helfen, ein Muster zu erkennen.

Reden hilft: Wie gehen andere Schwangere mit der lästigen Übelkeit um? Wenn keine deiner Freundinnen schwanger ist oder war, kannst du dich auch in unserem Forum austauschen.

Und das Wichtigste: Gönn dir und deinem Baby Ruhepausen. Leg die Beine hoch, geh an der frischen Luft spazieren, mach Yoga oder mach es dir mit deiner Lieblingsserie auf dem Sofa gemütlich. Alles was dir hilft, dich zu entspannen, hilft auch gegen das Unwohlsein.

Schwangere und Übelkeit – die ersten Wochen

Spannende Brüste, ausbleibende Regelblutung und morgendliche Übelkeit sind Anzeichen, die jede Frau hellhörig werden lassen. Rund 75-80% aller Schwangeren erleben die Schwangerschaftsübelkeit, die meist morgens, bei manchen Frauen aber auch ganztägig auftreten kann.

Verantwortlich sind starke hormonelle Umstellungen in den ersten Wochen der Schwangerschaft, auch die Gefühlswelt der Frau spielt eine Rolle. Während die meisten Frauen recht gut mit der Übelkeit zurechtkommen, wirkt sie sich bei einigen wenigen Schwangeren tatsächlich schädlich auf die Gesundheit aus.

Wie lange dauert Schwangerschaftsübelkeit?

Schwangere und Übelkeit – die ersten Wochen

Ursachen? Auslöser? All das ist für eine Schwangere, die an Übelkeit leidet, erst einmal zweitrangig – bis sie weiß, wie lange dieser Zustand dauert. In den meisten Fällen sind es wenige Wochen, etwa ab dem zweiten Trimester leidet kaum noch eine schwangere Frau häufiger an Übelkeit.

Allerdings ist keine Schwangerschaft wie die andere. Manche Frauen leiden immens daran, andere erleben die Übelkeit überhaupt nicht. Vorherige Schwangerschaften sind auch keine Garantie dafür, wie die Folgeschwangerschaften in dieser Hinsicht werden.

Was löst die Übelkeit aus?

Hauptverantwortliche für die Übelkeit einer Schwangeren sind die Hormone. Das Östrogen steigt schlagartig an und erreicht ein Maximum. Das macht die Frau sehr müde, wirkt sich auf die Magensäure aus und verändert ihren Geruchssinn, sodass sie jetzt starken Ekel vor manchen Gerüchen empfinden kann, die ihr vorher nichts ausmachten. Manchmal reicht der Anblick des Lebensmittels oder Gegenstandes, der zu dem Geruch gehört.

Das führt bis zur Übelkeit. Besonders häufig ist sie morgens nach dem Aufstehen, sie kann aber den ganzen Tag über auftreten – je nachdem, was sie auslöst. Die seelische Komponente spielt wohl ebenfalls eine Rolle. Gestresste Schwangere könnten eher an Übelkeit leiden als entspannte werdende Mütter.

Was ist normal bei Übelkeit?

Morgendliche Übelkeit in den ersten Wochen der Schwangerschaft, möglicherweise mit Erbrechen, kann jede Frau treffen und gilt als unangenehm, aber normal. Dies schadet dem ungeborenen Kind nicht, solange die Frau sich gesund und nährstoffreich ernährt, genug trinkt und durch das Erbrechen nicht abmagert.

Auch die Gesundheit der Frau selbst wird nicht negativ beeinflusst. Hausmittel oder notfalls Medikamente in Absprache mit dem Gynäkologen können helfen, die Übelkeit zu verringern. Zum Gynäkologen sollte die Frau spätestens dann gehen, wenn sie durch die Übelkeit kaum etwas bei sich behalten kann, Kopfschmerzen und Schwindel auftreten oder sie anderweitig stark beeinträchtigt wird.

Was kann der Gynäkologe gegen Übelkeit tun?

Schwangere sollten bei starker Übelkeit zum Frauenarzt gehen

In schlimmen Fällen von Schwangerschaftsübelkeit kann der Gynäkologe zunächst der Dehydration durch das Erbrechen vorbeugen. Eine intravenöse Elektrolyt-Flüssigkeit hilft der Frau schnell wieder auf die Beine. Sanfte Antiemetika wirken sich lindernd auf die Übelkeit aus und sorgen dafür, dass die Schwangere ihren Alltag wieder bewältigen kann.

Wichtig ist, dass die Übelkeit zumindest wieder so erträglich wird, dass die Frau ausreichend trinken und Essen bei sich behalten kann. Wichtig ist das auch deswegen, da sie im ersten Trimester sehr wahrscheinlich Folsäure einnehmen muss und diese nichts bringt, wenn sie nicht verstoffwechselt werden kann, da Tabletten sofort wieder erbrochen werden.

Was passiert mit dem Embryo bei Übelkeit?

Normalerweise schadet die Schwangerschaftsübelkeit dem Embryo nicht. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Frau genug Nahrung und Flüssigkeit zu sich nehmen kann, um gut genährt und dehydriert zu bleiben, auch wenn sich die Übelkeit zum Erbrechen steigert. Die reine Schwangerschaftsübelkeit belastet das ungeborene Kind dagegen gar nicht, auch wenn es für die Frau sehr unangenehm ist, sie zu ertragen. Die in dieser Zeit aufkommende Geruchsempfindlichkeit könnte sogar schützende Funktionen haben, da die meisten Frauen Ekel gegen Lebensmittel entwickeln, die ihnen sowieso nicht gut tun würden. Rohes Fleisch löst beispielsweise bei fast jeder Frau im ersten Trimester Ekel aus und sollte jetzt tatsächlich nicht mehr verzehrt werden.

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Wann fängt Schwangerschaftsübelkeit an – und sollte man sich Sorgen machen, wenn man keine hat?

Sobald man einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hält, könnte es sein, dass man ungeduldig darauf wartet, dass die Morgenübelkeit beginnt. Schätzungsweise 70 – 80 Prozent der Schwangeren werden im ersten Trimester mit Übelkeit und 50 Prozent mit Erbrechen konfrontiert. Beides kann zu jeder Tageszeit auftreten, nicht nur am Morgen.

Am häufigsten fängt die Übelkeit in der Mitte der fünften Schwangerschaftswoche an (also eineinhalb Wochen nach der verpassten Periode). Dies ist jedoch keine feste Regel, und die Erfahrungen einzelner Frauen sind sehr unterschiedlich.

Für rund 13 Prozent der Frauen kann die morgendliche Übelkeit beginnen, bevor sie ihre Periode verpassen, was eins der frühesten Anzeichen einer Schwangerschaft sein kann. Für 90 Prozent der Frauen, die an morgendlicher Übelkeit leiden, beginnt sie mit der achten Schwangerschaftswoche.

Wie lange dauert die Schwangerschaftsübelkeit?

Das häufigste Muster ist, dass die Symptome ab der sechsten Woche stark ansteigen, und dann nach der 10. Woche allmählich abklingen. In den Wochen sieben bis neun erreichen die Symptome der morgendlichen Übelkeit typischerweise ihren Höhepunkt. Während die morgendliche Übelkeit plötzlich einsetzt, nimmt sie bei den meisten Frauen allmählich ab. Rund 10 Prozent der schwangeren Frauen hat das Pech, dass die morgendliche Übelkeit sich nach der neunten Woche verschlimmert.

Es macht zwar keinen Spaß, sich schlecht zu fühlen, aber die gute Nachricht ist, dass es eine gesunde Schwangerschaft signalisiert. Frauen mit Übelkeit haben ein Drittel weniger Fehlgeburten im Vergleich zu denen ohne Übelkeit, sowie eine geringere Wahrscheinlichkeit vorzeitige Wehen zu bekommen, as well as a lower chance of preterm labor.

Ist es schlimm, wenn man keine Morgenübelkeit hat?

Während Frauen, die unter Schwangerschaftsübelkeit leiden, eine geringere Chance auf eine Fehlgeburt haben, bedeutet ein Mangel an Übelkeit sicher nicht, dass eine Schwangerschaft zum Scheitern verurteilt ist! Etwa 20 bis 30 Prozent der Frauen haben überhaupt keine Übelkeit und bringen gesunde Babys zur Welt.

Auch wenn man sich in der Frühschwangerschaft Sorgen macht, weil man sich noch nicht übel fühlt, besteht die Möglichkeit, dass die Übelkeit einen in den nächsten Wochen doch noch trifft. Es ist nur in der achten Schwangerschaftswoche, dass ein Ausbleiben der Übelkeit eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt voraussagt. Dies geht aus einer prospektiven Studie hervor, die 2.407 schwangere Frauen von der frühen Schwangerschaft an verfolgte. So lange die Symptome in der achten Woche begannen, machte es keinen Unterschied in der Fehlgeburtenrate, ob sie früh oder spät begannen, der Studie zu Folge. Und sobald das erste Trimester vorüber war, hatte die Übelkeit (oder deren Fehlen) keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt.

Was verursacht denn überhaupt Schwangerschaftsübelkeit?

Niemand weiß es leider ganz genau. Wissenschaftler debattieren, ob sie einem evolutionären Zweck dient – vielleicht senkt sie die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen während der Schwangerschaft verdorbene Nahrung zu sich nehmen – oder ob es einfach eine unangenehme Nebenwirkung des erhöhten Hormonspiegels ist.

Es scheint, dass der Spiegel des Hormons hCG eine Rolle bei der morgendlichen Übelkeit spielt; hCG nimmt in den ersten Wochen der Schwangerschaft exponentiell zu, und erreicht zwischen der 8. und 10. Woche einen Höchststand, der mit der Zeit zusammenfällt, in der die morgendliche Übelkeit typischerweise am stärksten ist. Bedingungen, die zu einem höheren als dem normalen hCG-Spiegel führen, wie Down-Syndrom, Molenschwangerschaften und Zwillinge, verursachen oft eine schwerere morgendliche Übelkeit.

Es gibt jedoch eine Vielzahl von hCG-Schwankungen bei gesunden Schwangerschaften, und die hCG-Werte sagen nicht zuverlässig voraus, wer Morgenübelkeit bekommt, wer nicht und wie schwerwiegend sie ist.

Obwohl niemand genau versteht, wie hCG biologisch zur morgendlichen Übelkeit beiträgt, scheint eine Sache klar zu sein: das Fehlen von Symptomen verursacht keine Fehlgeburt. Woher wissen wir das? Nun, zum einen führt die Behandlung der Übelkeit nicht zu schlechteren Schwangerschaftsergebnissen. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Frauen, die ihre Übelkeit behandeln, haben tendenziell bessere Ergebnisse als diejenigen, die dies nicht tun – nicht weil die Behandlung die Ergebnisse verbessert, sondern weil wenn die Übelkeit schwerwiegend genug ist, um eine Behandlung zu erfordern, signalisiert sie normalerweise eine gesunde Schwangerschaft.

Von Vicky Kummer | Jan 24, 2018 Tags: anzeichen, early pregnancy, early pregnancy symptoms, Hormone, miscarriage, morning sickness, Schwangerschaft, Schwangerschaftsübelkeit, Symptome

Vicky Kummer

Übelkeit und Erbrechen

Viele Frauen haben zu Beginn der Schwangerschaft mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen: Acht von zehn Frauen ist übel, teilweise mit Würgereiz, vier von zehn müssen sich erbrechen. Viele Schwangere beschreiben eine Abneigung gegen bestimmte Gerüche oder Speisen, oftmals gegen Fleisch.

Die Übelkeit tritt oft vor allem morgens auf, kann aber auch zu anderen Tageszeiten einsetzen. Bei den meisten Frauen verschwinden die Beschwerden im Laufe des vierten Monats, bei manchen bleiben sie aber bis zum Ende der Schwangerschaft bestehen.

Wie kommt es dazu?

Die Ursachen für die Übelkeit sind unklar. Es werden genetische, hormonelle und stoffwechselbedingte Gründe angenommen. Möglicherweise könnte der veränderte Geruchs- und Geschmackssinn von Schwangeren dazu dienen, den Embryo vor Krankheitserregern und Giftstoffen zu schützen.

Was tun?

Um die Beschwerden zu lindern, helfen oft schon kleine Veränderungen des Tagesablaufs, die Sie ohne großen Aufwand ausprobieren können. Vielen Schwangeren hilft es, morgens noch vor dem Aufstehen etwas zu sich zu nehmen (beispielsweise ein paar trockene Kekse oder etwas Zwieback). Da die Beschwerden bei nüchternem Magen meist stärker sind, kann es hilfreich sein, über den Tag verteilt häufiger kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Probieren Sie aus, was Ihnen guttut. Gönnen Sie sich außerdem ausreichend Ruhe und versuchen Sie möglichst, das zu meiden, was bei Ihnen die Übelkeit auslöst, zum Beispiel bestimmte Gerüche wie Kaffee oder starke Gewürze. Auch regelmäßige Bewegung, etwa ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft, tut gut.

Ob Akupressur, etwa in Form eines Armbands am Handgelenk, zu einer Verbesserung beitragen kann, weiß man nicht genau – die Studienergebnisse sind uneinheitlich. Die Wirksamkeit von Akupunktur konnte bisher in Studien nicht belegt werden.

Ingwer als Tee, Sirup, in Kapsel- oder Pulverform konnte in einzelnen Studien die Beschwerden lindern.

Es gibt auch einige, teilweise verschreibungspflichtige Medikamente gegen Übelkeit. Zudem werden oft weitere naturheilkundliche Verfahren oder Vitamine empfohlen. Es ist in jedem Fall wichtig, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu besprechen, was sich für Sie am besten eignet und ob etwas gegen die Behandlung mit einem bestimmten Präparat oder Verfahren spricht.

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Da Übelkeit und Erbrechen auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein können, sollten Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt darüber sprechen. Das gilt besonders dann, wenn die Beschwerden erst nach der 20. Schwangerschaftswoche auftreten.

Starkes und langanhaltendes Erbrechen führt zu hohem Flüssigkeitsverlust und Gewichtsabnahme. Das wird als Hyperemesis gravidarum bezeichnet, kommt aber nur bei einer bis drei von hundert Schwangeren vor. Eine ärztliche Behandlung ist dann dringend erforderlich.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 22.03.2019

Schwangerschaft und Geburt

Was hilft gegen Übelkeit in der Schwangerschaft?

(PantherMedia / Wavebreakmedia ltd) Gängige Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen werden oft auch in der Schwangerschaft eingesetzt, ebenso Ingwer. Die Wirksamkeit der meisten Mittel ist jedoch bei Schwangeren kaum untersucht.

In der Frühschwangerschaft sind Übelkeit und Erbrechen häufig: Mindestens die Hälfte aller Frauen hat in den ersten Monaten der Schwangerschaft damit zu tun. Man spricht von Morgenübelkeit, weil die Beschwerden morgens oft am stärksten sind. Manchmal dauern sie aber auch den ganzen Tag an. Übelkeit und Erbrechen können für einige Wochen stark belastend sein, haben aber normalerweise keine Folgen für Mutter und Kind. Meist ist es sogar ein Zeichen dafür, dass sich das Ungeborene gut entwickelt.

Warum eine Schwangerschaft so oft mit Übelkeit einhergeht, ist nicht sicher geklärt. Man vermutet, dass die hormonelle Umstellung eine wichtige Rolle spielt. Ob Stress oder seelische Probleme die Beschwerden auslösen oder verstärken können, ist unklar.

Gewöhnlich beginnt die Übelkeit zwischen der sechsten und achten Schwangerschaftswoche und klingt um die 16. Woche ab. Bei manchen Frauen hält sie auch länger an. Übelkeit und Erbrechen werden vor allem dann zum Problem, wenn man sich extrem unwohl fühlt und es schwerfällt, sich ausreichend und ausgewogen zu ernähren. Starke Übelkeit kann aber auch auf Erkrankungen wie Magen-Darm-Infekte, Migräne oder Erkrankungen der Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse hinweisen.

Etwa eine von 100 Frauen erlebt eine besonders starke Form der Schwangerschaftsübelkeit mit häufigem und heftigem Erbrechen. Die sogenannte Hyperemesis gravidarum kann zu Gewichts- und Flüssigkeitsverlusten führen, die auch das Kind gefährden können. Deshalb ist meist eine Behandlung im Krankenhaus nötig.

Welche nicht medikamentösen Maßnahmen helfen?

Viele Frauen versuchen, ihre Übelkeit ohne die Einnahme von Medikamenten in den Griff zu bekommen. Viele reagieren besonders auf spezielle Auslöser wie bestimmte Gerüche und Nahrungsmittel, stressige Situationen, Hitze oder Geräusche. Es kann helfen, darauf zu achten, wann Probleme auftreten und ob Auslöser erkennbar sind – und diese dann zu meiden.

Manchen Frauen hilft es, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen, viel zu trinken und fettarm zu essen. Zur Frage, ob bestimmte Ernährungsweisen oder Änderungen des Lebensstils Übelkeit und Erbrechen in der Frühschwangerschaft lindern können, gibt es aber noch keine sicheren Erkenntnisse.

Um den Flüssigkeitsverlust bei einer starken Schwangerschaftsübelkeit (Hyperemesis gravidarum) auszugleichen, werden im Krankenhaus Infusionen gegeben. Betroffene Frauen verzichten dann meist für einige Tage auf feste Nahrung. Ob eine bestimmte Diät oder andere Lebensstiländerungen speziell bei starker Schwangerschaftsübelkeit helfen könnten, ist kaum untersucht.

Wie gut helfen Medikamente und pflanzliche Präparate?

Es gibt nur wenige Studien, die die Wirksamkeit von Medikamenten gegen Übelkeit und Erbrechen bei Schwangeren untersucht haben. Das liegt unter anderem daran, dass aus Vorsicht kaum klinische Studien mit Schwangeren durchgeführt werden, um dem Kind nicht zu schaden.

Gängige Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen sind:

  • Dimenhydrinat: Dieser Wirkstoff wird häufig bei Übelkeit und Erbrechen angewendet. Ob er auch in der Schwangerschaft hilft, ist kaum untersucht.
  • Metoclopramid: Dieser Wirkstoff regt die Magen-Darm-Bewegung an und ist ein gängiges Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen. Ob das Medikament auch gegen Übelkeit in der Schwangerschaft hilft, wurde bisher nicht ausreichend untersucht.
  • Vitamin B6: kann die Übelkeit etwas lindern. Ob es auch Erbrechen vorbeugt, ist unklar.
  • Doxylamin: ein älteres Medikament gegen Allergien (Antihistaminikum). Da es müde macht, wird es vor allem als Schlafmittel verwendet. Studien zeigen, dass es in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie Vitamin B6 Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft lindern kann. In Deutschland sind diese Kombinationen jedoch derzeit nicht auf dem Markt. Erhältlich sind aber Präparate, die nur Doxylamin enthalten. Ob diese Präparate ebenfalls die Beschwerden lindern, ist nicht untersucht.
  • Promethazin: Dieser Wirkstoff wird in erster Linie zur Behandlung von Unruhe- und Erregungszuständen verwendet, ist aber auch gegen Übelkeit und Erbrechen zugelassen. Bei Schwangeren ist die Wirksamkeit jedoch nicht ausreichend untersucht.

Keines dieser Medikamente ist ausdrücklich zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft zugelassen. Sie können aber im Rahmen des sogenannten „Off-Label-Use“ verschrieben werden. Dann ist es besonders wichtig, sich zu den Wirkungen und Nebenwirkungen ärztlich beraten zu lassen.

Eine Alternative sind pflanzliche Mittel mit Ingwer. Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Ingwerprodukte die Beschwerden bei Schwangeren lindern können. Dazu zählen Ingwerkapseln und Ingwersirup (mit 250 mg Ingwer pro Dosis), die drei- oder viermal am Tag eingenommen werden. Ob die Anwendung von Ingwertee oder größeren Mengen Ingwer in der Nahrung eine Wirkung hat, ist unklar.

Es gibt keinen Beleg, dass pflanzliche Präparate mit Kamille, Himbeerblättern oder Pfefferminze die Beschwerden bessern.

Es gibt nur wenige Studien, die geprüft haben, wie gut einige der oben genannten Medikamente speziell bei starker Schwangerschaftsübelkeit helfen. Deshalb lässt sich ihre Wirkung schlecht beurteilen. Pflanzliche Mittel wie Ingwer wurden bislang gar nicht in Studien untersucht.

Wie sicher sind die Mittel?

In einigen Studien wurde untersucht, ob Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen das Risiko für Fehlgeburten oder Fehlbildungen der Kinder erhöhen. Bisher gibt es dafür aber keine Hinweise, solange die Mittel vorübergehend in der empfohlenen Dosis eingenommen werden.

Je nach Präparat können unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. Ingwer kann zu Sodbrennen führen, ist aber meist gut verträglich. Die älteren Antihistaminika wie Doxylamin machen sehr müde und können auch Benommenheit oder Schwindel auslösen. Metoclopramid wirkt auf das Nervensystem und kann unter Umständen zu Bewegungsstörungen führen. Aus diesem Grund wurden im Jahr 2014 Präparate mit einer höheren Metoclopramid-Dosis vom Markt genommen. Vitamin B6 wird meist gut vertragen.

Wie gut helfen Behandlungen der „Alternativmedizin“?

Viele schwangere Frauen probieren auch Behandlungen der sogenannten Alternativ- oder Komplementärmedizin aus. Häufig wird zum Beispiel Akupressur empfohlen, etwa in Form von „Akupressurbändern“ für das Handgelenk, die sanften Druck auf bestimmte Punkte ausüben sollen. Zur Wirkung von Akupressur gibt es bislang nur widersprüchliche Studienergebnisse – manche sprechen für eine Wirkung, andere nicht. Für die Akupunktur fehlen Belege dafür, dass sie hilft. Das gilt auch für homöopathische Mittel. Zum Nutzen alternativmedizinischer Verfahren bei starker Schwangerschaftsübelkeit fehlen Studien.

Quellen

Boelig RC, Barton SJ, Saccone G, Kelly AJ, Edwards SJ, Berghella V. Interventions for treating hyperemesis gravidarum. Cochrane Database Syst Rev 2016; (5): CD010607.

Embryotox. Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit. 20.06.2017.

Festin M. Nausea and vomiting in early pregnancy. BMJ Clin Evid 2014: pii: 1405.

Jarvis S, Nelson-Piercy C. Management of nausea and vomiting in pregnancy. BMJ 2011; 342: d3606.

Matthews A, Haas DM, O’Mathúna DP, Dowswell T. Interventions for nausea and vomiting in early pregnancy. Cochrane Database Syst Rev 2015; (9): CD007575.

O’Donnell A, McParlin C, Robson SC, Beyer F, Moloney E, Bryant A et al. Treatments for hyperemesis gravidarum and nausea and vomiting in pregnancy: a systematic review and economic assessment. Health Technol Assess 2016; 20(74): 1-268.

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Erstellt am 14. März 2008
Nächste geplante Aktualisierung: 2021
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