U3 was wird untersucht

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U3-Untersuchung – 4. bis 5. Lebenswoche

Kinderuntersuchungsheft

Ihr Baby ist jetzt etwa einen Monat alt. Die meisten Babys können von der dritten Woche an den Kopf zu Geräuschquellen hinwenden. Sie schauen lieber farbige als graue Flächen an und haben einen ausgeprägten Saug- und Greifreflex.

Ein wichtiges Ziel der U3 und aller weiteren Untersuchungen ist es, Entwicklungsauffälligkeiten möglichst frühzeitig zu erkennen. Bei der U3 achtet die Ärztin oder der Arzt beispielsweise darauf, ob Ihr Baby schon in Bauchlage den Kopf halten kann, die Hände spontan öffnet oder aufmerksam in nahe Gesichter schaut.

Neben einer gründlichen körperlichen Untersuchung werden zusätzlich mit Ultraschall die Hüftgelenke Ihres Babys überprüft, um eventuelle Fehlstellungen rechtzeitig behandeln zu können. Die Ultraschalluntersuchung der Hüftgelenke sollten Sie nutzen, da Sie Ihrem Baby dadurch schwerwiegende, lebenslange Beschwerden ersparen können. Wie bei der U1 und U2 wird die Ärztin oder der Arzt nochmals darauf achten, ob Ihr Baby eine behandlungsbedürftige Gelbsucht hat, die zum Beispiel ein Hinweis auf einen Verschluss der Gallengänge sein kann.

Sie werden gefragt, ob es Auffälligkeiten beim Schlafen, Trinken, bei der Verdauung oder im sonstigen Verhalten Ihres Babys gibt. Zur Vorbeugung gegen die Knochenerkrankung Rachitis wird Vitamin D sowie Fluorid für die spätere Zahnhärtung empfohlen. Sie werden erneut zum Thema Stillen und Ernährung beraten sowie über Maßnahmen, die das Risiko eines plötzlichen Kindstodes mindern. Zudem geht es allgemein um Unfallverhütung und um Gefahren für Ihr Baby durch Abhängigkeit und Sucht in der Familie. Falls die Tests auf angeborene Stoffwechselstörungen und/oder Mukoviszidose sowie der Neugeborenen-Hörtest noch nicht stattgefunden haben, sollten sie umgehend erfolgen, da es für einige Erkrankungen wichtig ist, dass die Diagnose schnell gestellt werden kann.

Bei der Untersuchung wird angesprochen, wie Sie sich verhalten können, wenn Ihr Baby besonders viel schreit. Sie erhalten außerdem eine ausführliche Beratung, welche Impfungen sinnvoll sind. Sofern Sie einverstanden sind, wird Ihr Baby mit 6 Wochen zum ersten Mal geimpft und Sie erhalten einen Impfpass. Vereinbaren Sie dazu einen Impftermin, da in diesem Alter keine Untersuchung erfolgt.

Sie erhalten Informationen zu regionalen Unterstützungsangeboten (z. B. Eltern-Kind-Hilfen, Frühe Hilfen).

U3-Untersuchung – was euer Kind bei der dritten Vorsorgeuntersuchung können muss

Bei der U3 wird euer Kind nicht nur auf seine körperliche Gesundheit untersucht, sondern es werden auch seine Reaktionen auf akustische und visuelle Impulse getestet. Und die erste Impfberatung steht an.

U3-Untersuchung: Die dritte Vorsorgeuntersuchung findet zwischen der dritten und achten Lebenswoche statt.

Die dritte Vorsorgeuntersuchung U3 ist die erste der zwölf Untersuchungen, die euer Kind außerhalb des Krankenhauses bei eurem Kinderarzt oder eurer Kinderärztin hat. Es sei denn euer Kind kam als Hausgeburt oder im Geburtshaus auf die Welt. Dann wurde die U1 vermutlich durch eure betreuende Hebamme und die U2 bereits durch euren Kinderarzt durchgeführt.

In der Regel lernt der Kinderarzt oder die Kinderärztin euer Baby zur U3-Untersuchung zum ersten Mal kennen. Deshalb ist diese Untersuchung zunächst durch eine allgemeine Bestandsaufnahme, Rückfragen zur Geburt und eurem gemeinsamen Leben in den ersten Wochen geprägt. Die U3 erfolgt zwischen der dritten und achten Lebenswoche, sodass ihr mit eurem Kind schon intensive Erfahrungen sammeln konntet.

Was wird bei der U3-Untersuchung gemacht?

Zunächst einmal wird euer Baby körperlich untersucht. Dabei werden besonders folgende Merkmale gecheckt:

  1. Größe, Gewicht und Kopfumfang

  2. Herztöne

  3. Lungenfunktion

  4. Darmgeräusche

  5. Abtasten der Bauchdecke

  6. Inspektion des Nabels

  7. Test der angeborenen Reflex wie Greif- und Saugreflex

  8. Reaktion auf Ansprache und Bewegungen

  9. Hörtest (z. B. mit einer Babyrassel)

  10. Sehtest (folgt euer Baby mit den Augen bereits einem Gegenstand)

  11. Hüftultraschall

Warum wird zur U3 ein Hüftultraschall gemacht?

Der Hüftultraschall wird entweder direkt bei der U3-Untersuchung bei eurem Kinderarzt durchgeführt oder er verweist euch an einen Kinderorthopäden, sollte er nicht die notwendigen Geräte in der Praxis haben. Mit einem Ultraschall des Hüftgelenks soll eine mögliche Hüftdysplasie, eine Fehlstellung des Hüftgelenks, festgestellt werden, um diese gegebenenfalls so früh wie möglich zu behandeln.

Gesundheit

Hüftdysplasie bei Babys

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Impfen zur U3-Untersuchung

Bei der Vorsorgeuntersuchung wird euer Arzt oder eure Ärztin auch auf das Thema Impfen zu sprechen kommen. Manche Ärzte bieten die erste Impfung auch direkt zum U3-Termin an, während andere hier erst einmal informieren und einen gesonderten Termin vereinbaren. Es kann also nicht schaden, sich vorab schon einmal zum Thema Impfen zu informieren, um eurem Arzt mögliche Fragen stellen zu können.

Laut Impfkalender und der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) kann in der sechsten Lebenswochen gegen Rotaviren (Durchfallerreger) mit einer Schluckimpfung geimpft werden. Danach folgt zur achten Woche eine Sechsfach-Impfung gegen folgende Krankheiten:

  • Diphterie

  • Tetanus

  • Keuchhusten

  • Infuenza (HiB)

  • Polio (Kinderlähmung)

  • Hepatitis B

Die Impfung wird als Spritze in den Oberschenkel gegeben. Sie muss nicht zwingend als Sechsfach-Impfung durchgeführt werden. Es können auch einzelne Impfungen ausgelassen und/oder später durchgeführt werden.

Ab der achten Woche wird laut Impfkalender ebenfalls gegen Pneumokokken geimpft.

Fragt euren Kinderarzt oder eure Kinderärztin

Die U3-Untersuchung ist die perfekte Gelegenheit um den Kinderarzt mit Fragen zu löchern. Haltet euch nicht zurück, sondern fragt ihn alles, was euch in den vergangenen Wochen mit eurem Baby aufgefallen ist und wozu ihr gerne eine Expertenmeinung hättet. Gerade Ersteltern machen sich in den ersten gemeinsamen Wochen zu so vielen Dingen einen Kopf. Jetzt ist die perfekte Gelegenheit um Sorgen loszuwerden und euch vom Experten beraten zu lassen.

In der Regel findet bei der U3-Untersuchung aber nicht nur eine physische Untersuchung und Impfberatung statt, sondern euer Kinderarzt oder eure Kinderärztin wird sich auch nach dem Schlaf-, Wein- und Essverhalten eure Kindes informieren. Außerdem wird er oder sie euch sicherlich wichtige Hinweise zu Maßnahmen gegen den plötzlichen Kindstod geben.

Nach der U3-Untersuchung habt ihr dann erst einmal ein paar Monate Ruhe, bevor es zwischen dem dritten und vierten Lebensmonat mit der U4-Untersuchung weiter geht.

Alle Vorsorgeuntersuchungen

U-Untersuchungen: Alle U-Untersuchungstermine auf einen Blick

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U3 Untersuchung

Oft ist die U3 Untersuchung der erste Vorsorgetermin, der außerhalb des Krankenhauses stattfindet, und ist damit die erste Untersuchung beim Kinderarzt. Bei der U3 solltest du immer etwas mehr Zeit einplanen, denn Dein Baby wird nochmal besonders gründlich untersucht und Du hast die Möglichkeit Fragen und Probleme mit dem Arzt zu besprechen.

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Was wird bei der U3 Untersuchung untersucht?

Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der neurologischen und motorischen Entwicklung Deines Babys. Auch der Hüftultraschall, der bereits bei der U2 durchgeführt werden kann, ist fester Bestandteil der U3. Dein Arzt wird sich nach Schwierigkeiten im Alltag, beispielsweise beim Stillen, erkundigen und kann auf diese Weise die Gesundheit des Säuglings besser einschätzen. Darüber hinaus werden noch weitere Messungen und Tests gemacht, die Du auch schon aus der U2 kennst:

  • Größe und Gewicht: Dein Baby wird bei der U3 gemessen und gewogen. In den ersten Monaten nehmen die Kleinen etwa 150 Gramm pro Woche zu.
  • Die Atmung: Der Arzt überprüft, ob Dein Baby regelmäßig atmet. Die Atemfrequenz gesunder Neugeborener liegt bei circa 30-50 Mal in der Minute.
  • Herz- und Kreislaufsystem: Das kleine Herz sollte circa 100-140 Mal in der Minute schlagen. Auch nach auffälligen Herzgeräuschen wird gesucht.
  • Haut: Der Arzt schaut sich bei der U3 die Beschaffenheit und Farbe der Haut sorgfältig an, überprüft, ob Pigmentstörungen oder Wassereinlagerungen vorhanden sind und, falls gegeben, die Neugeborenengelbsucht zurück gegangen ist. Bei etwa 20 % der Neugeborenen tritt einige Wochen nach der Geburt die sogenannte Baby-Akne auf. Zahlreiche Hormone unterstützen während der Schwangerschaft das Baby bei seiner Entwicklung und nach der Geburt finden sich nach wie vor Botenstoffe in seinem Körper, die auch die Talgdrüsen stimulieren können. So entstehen kleine Pusteln und Mitesser. Da sich der Hormonhaushalt aber ganz von selbst reguliert, wird die Babyakne bald wieder verschwunden sein und sollte nur mit milden, abgestimmten Pflegeprodukten für die Babyhaut behandelt werden.
  • Nabel: Auch die Wundheilung am Bauchnabel wird nochmal untersucht.
  • Bauch und Geschlechtsorgane: Bauch und Geschlechtsorgane werden auch bei der U3 abgetastet und es wird überprüft, ob die Verdauung Deines Babys gut funktioniert.
  • Skelett-, Muskel- und Nervensystem: Der Kopfumfang wird gemessen und die Abstände zwischen den Fontanellen überprüft.

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Reflexe mit den Vojta-Lagereaktionen bei der U3 Untersuchung testen

Mit Hilfe der „Vojta-Lagereaktionen“ testet der Kinderarzt, ob die frühkindlichen Reflexe dem Alter des Kindes entsprechend entwickelt und auf beiden Seiten gleich ausgeprägt sind. Er bringt das Baby dazu für kurze Zeit in unterschiedliche „Lagen“, indem er es zum Beispiel an einem Arm und einem Bein hochhebt und feststellt, wie der kleine Körper reagiert. So kann er sich einen guten Überblick über die motorische Entwicklung Deines Babys verschaffen und erkennt, ob das Gehirn die richtigen Signale sendet.

Der Kinderarzt testet bei der U3, ob Dein Baby auf Geräusche reagiert und einen Gegenstand fixiert, wenn er sich langsam hin und her bewegt. Er wird sich bei Dir nach dem Verhalten im Alltag erkundigen. Schreit Dein Kind viel? Gibt es noch andere Geräusche von sich? So kann er sich weitere Eindrücke von der Entwicklung der Sinnesorgane verschaffen.

Für frischgebackene Eltern, die ihr Baby in den ersten Tagen sehr vorsichtig behandelt haben, ist die U3 manchmal ein kleiner Schock. Wenn der Arzt das Baby nur noch an einem Arm und einem Bein festhält, möchte man ihm sein Kind oft am liebsten aus den Händen reißen. Aber keine Angst – Dein Baby ist robust und Dein Arzt weiß genau, was er tut. Schau den Untersuchungen also (vorgewarnt) entspannt entgegen.

Hüftultraschall

Fester Bestandteil der U3 ist der Hüftultraschall, der auch schon bei der U2 gemacht werden konnte. Dabei wird (erneut) nach Fehlentwicklungen im Hüftbereich gesucht. Falls der Kinderarzt die Untersuchung nicht selbst durchführen kann, werdet Ihr an einen Orthopäden überwiesen.

In den meisten Fällen ist die Hüftgelenkspfanne so weit entwickelt, dass der Oberschenkelknochen später sicher darin sitzt. Bei ungefähr drei Prozent der Babys wird eine sogenannte Hüftdysplasie festgestellt, eine Fehlentwicklung der Hüfte. Der Arzt unterscheidet dabei zwischen unterschiedlichen Graden der Fehlentwicklung (Typ Iab, IIa+, IIc, III und IV). Zum Beispiel bedeutet der Grad IIa+, dass eine geringfügige Reifeverzögerung der Hüfte festgestellt wurde, die sich aber meist von selbst normalisiert. Ein höherer Grad der Reifeverzögerung oder eine Fehlbildung kann durch orthopädische Hilfsmittel, beispielsweise Spreizhosen, problemlos behandelt werden.

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Stoffwechselscreening bei der U3 Untersuchung

Falls bei der U2 nicht geschehen, wird jetzt das Stoffwechselscreening durchgeführt. Dafür nimmt der Kinderarzt etwas Blut aus der Ferse Deines Babys und lässt die Probe im Labor auf Stoffwechselkrankheiten hin untersuchen. Mit dem Screening lässt sich beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Störung im Aminosäure-Stoffwechsel frühzeitig erkennen. Keine Angst, diese Krankheiten kommen nur sehr selten vor.

Beratung zu Impfungen

Meistens teilt Dir Dein Kinderarzt bei der U3 auch schon die wichtigsten Informationen zu den bald anstehenden Impfungen mit. Ab der neunten Woche kann man mit den ersten Impfungen nach der Impftabelle beginnen. Bei Impfungen musst Du beachten, dass sie in bestimmten Abständen wiederholt werden müssen. Die Empfehlungen der ständigen Impfkommission des Robert Koch Instituts (STIKO) findest Du in unserem Impfkalender.

Kleine Erinnerungshilfe für die U3

Frühestens ab der dritten und spätestens bis zur achten Lebenswoche Deines Babys solltest Du die U3 wahrnehmen. Sie wird Dir ansonsten als sogenannte iGel-Leistung (individuelle Gesundheitsleistung) in Rechnung gestellt.

Alle Ergebnisse der U3 werden in das kleine gelbe Vorsorgeheft eingetragen. Die Vorsorgeuntersuchungen bieten eine gute Möglichkeit, Fragen oder Sorgen mit dem Arzt zu besprechen. Bei Problemen beim Stillen oder dem Schlafrhythmus findest Du hier sicherlich einige gute Ratschläge. Falls keine weiteren Fragen mehr bestehen, habt Ihr es für heute geschafft und die nächste Vorsorgeuntersuchung – die U4 – ist in ein paar Wochen dran.

U3: Jetzt ist Zeit für Fragen

Wann findet die U3 statt? In der vierten bis fünften Lebenswoche – frühestens in der dritten, aber spätestens in der achten – sollte dieser Vorsorgetermin wahrgenommen werden.

Was passiert bei der U3? Hat sich das Baby in den vergangenen Wochen gut entwickelt? Der Arzt versucht diese Frage zu klären, indem er sich zum einen nach dem allgemeinen Verhalten des Kindes erkundigt: Gibt es Probleme beim Trinken, Verdauen oder Schlafen? Wie sieht der Stuhlgang des Babys aus? Lässt sich das Kind von den Eltern beruhigen? Zum anderen misst er routinemäßig Größe, Gewicht und Kopfumfang des Kindes und untersucht es. Er achtet zum Beispiel darauf, ob das Baby seinen Kopf in Bauchlage bereits halten kann und ob es die Händchen von selbst öffnet. Zudem prüft er, ob das Kind einem Gegenstand schon mit den Blicken folgt und eine Reaktion auf Geräusche zeigt. Spätestens zu dieser Untersuchung gehört es auch, das Hüftgelenk mit dem Ultraschallgerät auf mögliche Reifungsverzögerungen und Fehlstellungen hin zu überprüfen. Denn frühzeitig korrigierend einzugreifen, ist in diesen Fällen wichtig.

Gut zu wissen: Jetzt ist eine gute Gelegenheit, Fragen über bevorstehende Impfungen zu stellen, denn bald stehen schon die ersten Termine an. Eltern, die sich unsicher fühlen, sollten sich ausführlich vom Arzt beraten lassen.

Die U3-Untersuchung: Wann geht es das erste Mal zum Kinderarzt?

Ihr Baby ist nun bereits vier Wochen alt und fängt langsam an, die Umgebung um sich herum wahrzunehmen und Ihr Lächeln zu imitieren. Reagiert es, wenn Sie es ansprechen oder berühren? Hält es kurz inne, wenn es ein Geräusch hört? Antworten auf diese und weitere wichtige Entwicklungsfragen finden Sie nicht nur in der Beobachtung des Verhaltens Ihres Babys, sondern auch bei der U3-Untersuchung.

Diese Untersuchung ist Bestandteil der Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und findet zwischen der vierten und sechsten Lebenswoche Ihres Babys statt. Sie ist in der Regel die erste aller zwölf Untersuchungen, die nicht im Krankenhaus, sondern von einem niedergelassenen Kinderarzt durchgeführt wird. Dabei prüft der Arzt nicht nur die allgemeine Gesundheit Ihres Babys, sondern vor allem, ob es Entwicklungsauffälligkeiten zeigt. Dazu untersucht er im Rahmen der Vorsorge zum ersten Mal auch die emotionale, kognitive und motorische Entwicklung.

Anamnese: Gibt es Auffälligkeiten?

Anamnese Ihres Kindes

Wie bereits in der U2-Untersuchung wird Ihr Arzt zunächst alle Daten rund um die Gesundheit Ihres Babys aufnehmen. Um auf einem aktuellen Stand zu sein, fragt er auch nach Erkrankungen, die Ihr Kind seit der letzten Untersuchung hatte. Wenn Sie Auffälligkeiten bei der Ernährung oder Verdauung – zum Beispiel Schwierigkeiten beim Trinken und Füttern oder eine abnormale Stuhlfarbe – wahrgenommen haben, können Sie nun mit Ihrem Arzt darüber reden. Schreit Ihr Kind auffällig viel oder haben Sie das Gefühl, dass es ihm nicht gut geht, sollten Sie das ebenfalls an dieser Stelle mitteilen. Sie erhalten in Ihrer neuen Rolle als Eltern Hilfe und Informationen rund um alle Themen, die für Sie als Familie relevant sind.

Sozialanamnese

Nach Schwangerschaft, Geburt und der Zeit im Krankenhaus haben Sie nun die ersten Tage oder Wochen gemeinsam mit Ihrem Baby zuhause verbracht. Daher wird der Arzt Sie zu Ihren sozialen und familiären Verhältnissen befragen. Wie ist die Betreuungssituation für Ihr Kind? Besteht eine besondere Belastung für Sie und die Familie oder fühlen Sie sich überfordert? Keine Sorge, Probleme können Sie hier offen ansprechen.

Beurteilung der Entwicklung: Wann geht das Weltentdecken los? ,

Während der U3-Untersuchung nimmt der Arzt die Entwicklung Ihres Babys unter die Lupe. Dazu prüft er zum Beispiel die Motorik und beobachtet mittels verschiedener Untersuchungen die Interaktion zwischen Ihnen und Ihrem Kind. So kann er während der Vorsorge beurteilen, wie gut Ihr Baby seine kleine Welt bereits entdecken kann.

Grobmotorik

Ihr Kinderarzt überprüft, ob Ihr Baby kräftig strampeln kann und ob es bereits kurz den Kopf in Sitzhaltung und in schwebender Bauchlage halten kann. All das sind Vorstufen zum Krabbeln und dem späteren Laufen.

Feinmotorik

Hier geht es um die richtige Koordination der Hände sowie die Hand-Augen-Koordination Ihres Kindes. Gezielt greifen kann Ihr Kind jedoch erst mit drei bis vier Monaten. In der U3-Untersuchung überprüft der Arzt daher zunächst, ob Ihr Baby seine Hände spontan zur Körpermitte bringen kann.

Perzeption und Kognition

Kinder können zu Beginn des zweiten Lebensmonats bereits Gegenstände in 20 bis 25 cm Entfernung erkennen und in einem Winkel bis mindestens 45° verfolgen. Genau das untersucht der Arzt nun bei Ihrem Baby.

Soziale und emotionale Kompetenz

Ihr Kinderarzt untersucht die soziale Entwicklung Ihres Babys und prüft seine Reaktion, wenn Sie es ansprechen. Schaut es aufmerksam in Ihr Gesicht, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass es sich normal entwickelt.

Beobachtung der Interaktion

Der Arzt beschäftigt sich auch mit Themen rund um die Interaktion. Dazu beobachtet er, wie Ihr Kind mit Ihnen – also mit seiner primären Bezugsperson – interagiert. Daraus kann er Rückschlüsse auf die Stimmung sowie die Regulations- und Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Eltern und Kind ziehen.

● Stimmung/Affekt:

Die Stimmung Ihres Babys sollte in Ihrer Anwesenheit positiv sein. Wenn es einen zufriedenen, ausgeglichenen und offenen Eindruck macht und diesen beibehält, wenn Sie mit ihm reden, ist alles in Ordnung.

● Kontakt/Kommunikation:

Die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Kind läuft natürlich anders ab als zwischen zwei Erwachsenen. Es ist daher in erster Linie wichtig, dass Ihr Baby lächelt, den Kopf bewegt oder spontan Körperkontakt sucht, wenn Sie mit ihm sprechen.

● Regulation/Stimulation:

Ihr Kind lässt sich beruhigen, wenn Sie singen, es wiegen oder mit ihm sprechen? Es reagiert auf Licht, laute Geräusche oder Berührung? Dann ist auch hier alles im grünen Bereich.

Körperliche Untersuchungen

Bereits während der U2-Untersuchung wurde Ihr Baby körperlich sehr gründlich untersucht – in der Regel fand diese Vorsorge jedoch im Krankenhaus statt und wurde von den dortigen Ärzten durchgeführt. Nun schaut auch der Kinderarzt, ob alles in Ordnung ist. So bekommt er einen Überblick über den Gesundheitszustand Ihres Kindes. Dies wird bei allen folgenden Untersuchungen so durchgeführt.

Größe und Kopfumfang

Ihr Kind wird erneut gemessen, um die Daten mit den vorherigen Angaben zu vergleichen. Gegenüber seinem Geburtsgewicht hat es nach einem Monat schon bis zu 400 g zugenommen.

Kopf

Der Kinderarzt untersucht, ob Ihr Baby ungewöhnliche Verformungen oder Hämatome an seinem Kopf hat. Da sich das Gehirn Ihres Kindes noch im Wachstum befindet, kontrolliert der Arzt erneut die kleine Fontanelle, die als Spalte oder Knochenlücke Platz für die Gehirnentwicklung lässt. Die Fontanelle schließt sich in der Regel erst gegen Ende des dritten Monats.

Sinnesorgane

Ein großer Bestandteil der U3-Untersuchung ist die Überprüfung aller Sinnesorgane. Der Arzt untersucht Mundhöhle, Kiefer und Nase auf Auffälligkeiten der Schleimhaut, Verletzungen, Lippen-Kiefer-Gaumen-Anomalien und Funktionsstörungen der Nasenatmung.

Auch die Augen kontrolliert er auf Besonderheiten wie zum Beispiel den sogenannten Nystagmus (Augenzittern). Dabei bewegt Ihr Kind seine Augen schnell hin und her – als würde es einen schnell vorbeifahrenden Zug beobachten. Zusätzlich leuchtet der Kinderarzt in die Augen Ihres Babys, um eine Trübung der Linsen oder der Hornhaut auszuschließen. Zum Schluss untersucht er die Ohren Ihres Kindes auf Fehlbildungen.

Haut

Ähnlich wie in der U2, wird in der U3 die Haut kontrolliert: Der Arzt untersucht, ob Ihr Kind Gelbsucht (Ikterus), bläuliche Verfärbungen (Zyanose), Blutschwämmchen (Hämangiome), auffällige Muttermale, Verletzungen oder Entzündungen hat.

Brust-, Bauch- und Geschlechtsorgane

Ihr Kinderarzt hört die Atmung Ihres Babys ab und überprüft dabei die Atemgeräusche und die Atemfrequenz. Außerdem untersucht er, ob sich der Brustkorb Ihres Babys beim Atmen normal hebt und senkt. Dabei achtet er ebenfalls auf die Form des Brustkorbs sowie auf die Schlüsselbeine.

Dann überprüft Ihr Arzt das Herz Ihres Babys. Dazu hört er es nicht nur ab, sondern untersucht auch die Arterienpulse (Femoralispulse) ein weiteres Mal. Ebenso tastet er die inneren Organe Ihres Kindes wie Leber und Milz ab. Zuletzt überprüft er den Nabel und die Geschlechtsorgane.

Skelettsystem mit Muskeln und Nerven

Neben den Organen steht vor allem der Bewegungsapparat Ihres Babys im Fokus: Es geht um die korrekte Rücken- und Bauchlage sowie um mögliche Asymmetrien und Schiefhaltungen. Der Kinderarzt überprüft die Spontanmotorik und die Spannung der Muskulatur (Muskeltonus), um beispielsweise eine „Brückenbildung“ (Opisthotonus) des Rückens, die bei verschiedenen neurologischen Krankheiten wie z. B. Tetanus auftreten kann, auszuschließen.

Außerdem werden bei der U3-Untersuchung die Reflexe Ihres Kindes getestet. Den Moro-Reflex kennen Sie schon aus der U2 . Nun überprüft der Arzt auch die Muskeleigenreflexe, den Handgreifreflex und den Saugreflex Ihres Babys.

Beratung: Wie geht es weiter?

Im abschließenden Gespräch mit dem Kinderarzt geht es um die ersten notwendigen Schutzimpfungen, die wichtig für die Gesundheit Ihres Babys sind. Sie werden über alle Möglichkeiten informiert und können ggf. direkt einen Termin vereinbaren. Übrigens: Im Impfkalender des Robert-Koch-Instituts finden Sie alle Angaben zu den Standardimpfungen, die aktuell von der Ständigen Impfkommission empfohlen werden, sowie weitere Informationen rund um die Impfung.

Neben diesem Beratungsschwerpunkt erhalten Sie Hinweise zum Stillen sowie zur Ernährung und Mundgesundheit Ihres Babys. Ihr Arzt wird Sie zudem über das Risiko des plötzlichen Kindstodes und über Maßnahmen zu dessen Vermeidung informieren. Auch eine allgemeine Unfallverhütung wird dabei besprochen. Außerdem erklärt er Ihnen, wie Sie reagieren können, wenn Ihr Kind besonders viel schreit. Sollten Sie weitere Hilfe benötigen oder Fragen und Sorgen haben, bietet sich hier erneut die Gelegenheit, diese anzusprechen. Abschließend erhalten Sie von Ihrem Arzt Informationen zu regionalen Unterstützungsangeboten wie beispielsweise Einrichtungen zur Eltern-Kind-Hilfe die nach der Schwangerschaft und Geburt allen Familien zur Seite stehen.

Prophylaxe

Anknüpfend an die U2-Untersuchung gibt der Arzt Ihrem Baby erneut zwei Tropfen Vitamin K und Vitamin D zur Rachitisprophylaxe sowie Fluorid zur Kariesprophylaxe.

Die U3 auf einen Blick

Quellennachweise

U3: In der 4. bis 5. Lebenswoche

Die U3 ist meist die erste Früherkennungsuntersuchung, die nicht mehr in der Entbindungsklinik, sondern von einem niedergelassenen Kinderarzt oder einer Kinderärztin durchgeführt wird. Vereinbaren Sie für Ihr Kind frühzeitig einen Vorsorgetermin für die U3 in einer Kinderarztpraxis.

©Photographee.eu – Fotolia.com

Die Früherkennungsuntersuchung U3 erfolgt in der 4. bis 5. Lebenswoche (frühestens in der 3. und spätestens in der 8. Lebenswoche). Der Kinderarzt oder die Kinderärztin überprüft, ob sich das Neugeborene in den vergangenen Wochen gesund entwickelt hat.

  • Ihr Kind wird gründlich körperlich untersucht, gemessen und gewogen. Außerdem wird auf Anzeichen einer Gelbsucht geachtet. Zusätzlich steht eine Ultraschalluntersuchung der Hüftgelenke an, um eventuelle Fehlstellungen rechtzeitig behandeln zu können.
  • Der Kinderarzt oder die Kinderärztin beurteilt die altersgemäße Entwicklung der Motorik sowie der Reaktionen auf die Umwelt. Dazu zählt, ob Ihr Kind seinen Kopf in Bauchlage anheben kann, ob es die Hände spontan öffnet, Gegenständen mit den Augen folgt und aufmerksam in Gesichter naher Bezugspersonen schaut.
  • Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin wird Ihnen die Vitamin D- und Fluorid-Gabe empfehlen.

Auffälligkeiten beim Schlafen, Trinken, bei der Verdauung oder im sonstigen Verhalten Ihres Babys, wie beispielsweise besonders häufiges Schreien, können besprochen werden. Außerdem erhalten Sie Beratung zu Themen wie Stillen und Ernährung, Unfallverhütung sowie zu Maßnahmen, die das Risiko eines plötzlichen Kindstodes verringern.

Einer der Beratungsschwerpunkte der U3 sind zudem die ersten Schutzimpfungen entsprechend dem Impfkalender.

Mutter-Kind-Pass: 1. – 3. Untersuchung des Kindes

Für die dritte Mutter-Kind-Pass-Untersuchung sind eine allgemeine und eine orthopädische Untersuchung vorgesehen. Die Ärztin/der Arzt wiederholt zunächst alle Messungen aus der ersten Untersuchung: Die Reflexe werden überprüft, die Augenreaktionen und das Hörvermögen werden getestet, Herz und Lunge abgehört und die Wirbelsäule wird beurteilt.
Die Ärztin/der Arzt erkundigt sich auch nach dem Ernährungsverhalten des Kindes:

  • Wird das Kind gestillt?
  • Konnte die Mutter Trinkschwierigkeiten beobachten?
  • Muss das Kind öfters erbrechen?

Weiters prüft die Ärztin/der Arzt, ob sich das Kind altersgerecht bewegt:

  • Kann das Kind in Bauchlage den Kopf heben und zur Seite drehen?
  • Kann sich das Kind in Rückenlage hin und her drehen?

Hinweis Die Ärztin/der Arzt informiert Sie über Impfungen, die laut Impfplan empfohlen werden. Die Entscheidung, ob das Kind geimpft werden soll, liegt bei den Eltern. Sind diese einverstanden, kann die Impfung beim nächsten Untersuchungstermin durchgeführt werden. Ausführliche Informationen zum Thema Impfen finden Sie unter Impfungen für Säuglinge und Kleinkinder sowie Impfungen für Kinder – Entscheidungshilfe.

Orthopädische Untersuchung

Bei der orthopädischen Untersuchung können Einschränkungen oder Fehlentwicklungen des Bewegungsapparates erkannt und behandelt werden. Folgende Untersuchungen führt die Ärztin/der Arzt durch:
Untersuchung von Kopf und Hals:

  • Beurteilung der Gesichtssymmetrie
  • Beurteilung der Gesichtsproportionen
  • Kann eine Schiefhaltung des Kopfes festgestellt werden?

Untersuchung der Wirbelsäule und des Brustkorbes:

  • Können an der Wirbelsäule oder am Brustkorb Ungleichheiten (Asymmetrien) festgestellt werden?

Untersuchung der Beine und Füße:

  • Sind die Beine gleich lang?
  • Lassen sich Fußfehlhaltungen – wie z.B. Hacken- oder Sichelfuß – erkennen?

Weiters kontrolliert die Ärztin oder der Arzt die Hüftgelenke, um mögliche Fehlbildungen zu erkennen. Wurde eine Ultraschalluntersuchung des Hüftgelenks bei der ersten Vorsorgeuntersuchung noch nicht gemacht, wird sie jetzt durchgeführt

Wer führt die Untersuchung durch?

Die Untersuchung des Kindes zwischen der vierten und siebenten Lebenswoche einschließlich der orthopädischen Untersuchung kann von Kinderärztinnen/Kinderärzten, Allgemeinmedizinerinnen/Allgemeinmedizinern, in den Fachambulatorien für Kinderheilkunde und von Ärztinnen/Ärzten in den Mutter- bzw. Elternberatungsstellen durchgeführt werden. Der orthopädische Untersuchungsteil kann auch gesondert von einer Orthopädin/einem Orthopäden erfolgen.

U3-Untersuchung

Was wird bei der U3 gemacht?

Da es häufig das erste Mal ist, dass der Kinderarzt den Säugling sieht, verschafft er sich erst einmal einen Überblick über den allgemeinen Zustand des Kindes. Er hört Herz und Lunge sowie die Darmgeräusche ab, tastet die Bauchdecke ab und untersucht den Nabel. Wichtig ist auch die Prüfung, ob das Kind bereits auf Ansprache oder Bewegungen reagiert. Außerdem überprüft der Kinderarzt angeborene Reflexe, zum Beispiel den Greifreflex oder den Saugreflex.

Nun wird auch zum ersten Mal das Hörvermögen des Babys getestet, zum Beispiel mit einer Rassel. Andere spielerische Tests dienen der Überprüfung der Interaktion des Kindes, etwa ob es mit den Augen einem Gegenstand folgt. Eine besondere, aber ungefährliche und gänzlich schmerzlose Untersuchung bei der U3-Untersuchung ist der Ultraschall des Hüftgelenks. Mit ihm lassen Fehlbildungen und Fehlstellungen des Hüftgelenks aufspüren. Wie bei allen anderen Vorsorgeuntersuchungen wird das Kind zudem gewogen und gemessen.

U3: Impfung

Der Kinderarzt wird den Eltern bei der U3-Untersuchung zu den ersten Impfungen raten: Zuerst erfolgt im Alter von sechs Wochen gemäß der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) die Impfung gegen Rotaviren. Das Baby bekommt dafür aber keine Spritze, denn es handelt sich um eine Schluckimpfung. Im zweiten Lebensmonat folgen dann Impfungen gegen:

  • Diphterie
  • Tetanus
  • Keuchhusten
  • Influenza (HiB)
  • Kinderlähmung (Polio)
  • Hepatitis B

Diese können mittlerweile als Kombinationsimpfung in einer Spritze in den Oberschenkel gegeben werden, was für das Kind natürlich schonender ist. Hinzu kommt noch eine weitere Impfung gegen Pneumokokken sowie die zweite Schluckimpfung gegen Rotaviren.

U1: Der Check nach der Geburt

Wann findet die U1 statt? Diese Untersuchung erfolgt unmittelbar nach der Geburt – üblicherweise innerhalb der ersten halben Stunde. Je nach Entbindungsort also vermutlich entweder im Kreißsaal, im Geburtshaus oder zu Hause.

Was passiert bei der U1? Arzt oder Hebamme untersuchen, ob das Baby die Geburt gut überstanden hat. Sie horchen das Herz und die Lunge ab, kontrollieren Atmung, Farbe und Durchblutung der Haut sowie Muskelspannung und angeborene Reflexe. Außerdem überprüfen sie, ob das Kleine mit Fehlbildungen, Gelbsucht oder Schwellungen zur Welt gekommen ist und ob es die volle Reife erreicht hat. Zudem werden Körperlänge, Gewicht und Kopfumfang gemessen. Etwas Blut aus der durchtrennten Nabelschnur kann weitere Informationen geben, zum Beispiel daüber wie gut das Baby während der Entbindung mit Sauerstoff versorgt war. Und: Um inneren Blutungen vorzubeugen, bekommt das Neugeborene Vitamin K in Tropfenform.

Gut zu wissen: Mit dem sogenannten Apgar-Test machen sich Ärzte und Hebammen ein erstes Bild vom Zustand des Neugeborenen. Er geht auf die amerikanische Ärztin Virginia Apgar zurück, die diesen ersten Check in den 50er Jahren veröffentlicht hat. Ein Punktesystem gibt über die Gesundheit des Säuglings Auskunft. Je mehr von den möglichen zehn Punkten erreicht werden, desto besser der Zustand des Babys. Untersucht und bewertet werden Atmung, Puls, Grundspannung der Muskulatur, Hautfarbe und Reflexe.

U3 – Untersuchung

Die U3 im Überblick

Die U3 findet zu Beginn des zweiten Lebensmonats statt und dient dazu die Entwicklung eines Babys ärztlich zu prüfen und eventuelle gesundheitliche Schwierigkeiten oder körperliche Beeinträchtigungen zu erkennen. Für die U3 sollten Sie viel Zeit einplanen, da sie verschiedene Einzeluntersuchungen beinhaltet. Zu ihnen zählen unter anderem die Überprüfung des:

  • Allgemeinzustandes,
  • Wachstums (Körperlänge und Kopfumfang) und der Gewichtszunahme,
  • Ess- bzw. Trinkverhaltens,
  • Schlafverhaltens,
  • Hüftgelenkes sowie
  • der neurologischen Entwicklung (Kontrolle von Reflexmustern).

Ebenfalls klärt der Kinderarzt die Eltern über die anstehenden Impfungen auf.

Die allgemeine körperliche Untersuchung

Neben der Aufnahme verschiedener Messwerte, wie Gewicht, Körperlänge und Kopfumfang, kontrolliert der Kinderarzt auch die Atmung und die Atemwege des Babys mithilfe seines Stethoskops. Zusätzlich schätzt er durch die Beobachtung des körperlichen Zustands, der Reaktionen und des Verhaltens ein, ob sich Ihr Baby altersgemäss entwickelt. Weiterhin wird er Ihnen hinsichtlich des Trink- und Schlafverhaltens Fragen stellen, um die Entwicklungsschritte Ihres Kindes einschätzen zu können.

Ob ein Baby sich normal entwickelt, kann unter anderem durch den Vergleich mit dem durchschnittlichen Wachstum anderer Babys erfolgen. Basierend auf einem umfangreichen, statistischen Datenmaterial werden:

  • das Körpergewicht,
  • die Körperlänge,
  • der Kopfumfang und
  • der Body-Mass-Index

mit sogenannten Perzentilwerten abgeglichen. Diese geben an, in welchen Messbereichen, sich ein Baby unter- oder überdurchschnittlich bzw. durchschnittlich entwickelt.

Neben der optisch sichtbaren Entwicklung werden auch die Reflexmuster Ihres Babys bei der U3 beurteilt. Die sorgfältige Beurteilung der neurologischen Entwicklung stellt einen Hauptschwerpunkt dieser wichtigen Vorsorgeuntersuchung dar.

Der Kinderarzt achtet besonders auf folgende Beobachtungspunkte

  • Die Augen des Babys können einem interessanten Gegenstand oder einer Lichtquelle seitwärts folgen.
  • Geräusche, wie ein Glockenschlag, werden vom Baby wahrgenommen.
  • Es findet eine Reaktion statt, wenn die Mutter etwas sagt.

All diese Reaktionen kann Ihr Baby natürlich nur zeigen, wenn es sich in der Untersuchungssituation sicher, satt und zufrieden fühlt. Versuchen Sie deshalb darauf zu achten, dass Ihr Baby, wenn es ausgezogen ist, nicht friert. Die meisten Arztpraxen verfügen über einen Wärmestrahler über der Wickelablage.

Und versuchen Sie ihm ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln, auch wenn Sie vielleicht selbst etwas aufgeregt sind.Fühlt Ihr Baby sich für die Untersuchung überhaupt nicht bereit und weint bzw. schreit, vereinbaren Sie einfach einen neuen Termin.

Die Untersuchung der Hüftgelenksentwicklung

Etwa zwei Prozent aller Neugeborenen haben eine problematische Hüftgelenksentwicklung. Davon sind wesentlich häufiger Mädchen als Jungs betroffen. Bei einer Fehlentwicklung der Hüfte kann es zur sogenannten Hüftdysplasie kommen, die spätere Bewegungsabläufe (wie das Krabbeln und Laufen) deutlich erschwert bzw. stark behindern kann.

Wird eine Hüftdysplasie schon in den ersten Lebensmonaten erkannt, kann sie so erfolgreich therapiert werden, dass sie vollkommen folgenlos ausheilt. Dafür reicht je nach Schweregrad teilweise schon ein breites Wickeln aus. Die Diagnose einer Hüftdysplasie wird mithilfe einer schmerzlosen Ultraschalluntersuchung vorgenommen.

Die Impfberatung im Rahmen der U3

Viele Kinderärzte sprechen in der U3 auch die derzeit 13 in Deutschland empfohlenen Impfungen an. Die Entscheidung, ob eine Impfung vorgenommen werden soll oder nicht, liegt allein bei den Eltern bzw. Sorgeberechtigten des Kindes. Zu ihnen gehören:

  • Diphterie,
  • Haemophilus influenzae Typ b,
  • Hepatitis B,
  • Keuchhusten,
  • Kinderlähmung,
  • Masern,
  • Meningokokken,
  • Mumps,
  • Pneumokokken,
  • Rotaviren,
  • Röteln,
  • Tetanus,
  • Windpocken.

Die Eltern können bei jeder anstehenden Impfung neu darüber entscheiden, ob Sie der Impfempfehlung des Arztes folgen möchten oder nicht. Die erste 7-fach-Impfung gegen Pneumokokken, Hepatitis B, Kinderlähmung, Keuchhusten, Tetanus, Diphterie und Haemophilus influenzae Typ b erfolgt ab der achten Woche.

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