Trennung mit kind

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Trennung mit Kind: Was nun mit Nachwuchs zu klären ist

Wer bekommt das Sorgerecht? Wie sage ich es meinem Kind? Und wie verändert sich das Verhältnis zu meinem Kind? Bei einer Trennung mit Kind stehen viele Fragen im Raum. Doch wenn die Liebe erloschen ist, ist das Beenden einer Beziehung oft unausweichlich. Unsere ElitePartner-Expertin und Diplom-Psychologin liefert Ihnen für diese schwere Zeit hilfreiche Tipps.

Eine Trennung mit Kind erfordert viel Kraft und Mut

Ein Beziehungsende mit Nachwuchs ist sowohl eine psychische Belastung als auch ein bürokratischer Kraftakt und erfordert viel Durchhaltevermögen, Mut und Zuversicht. Denn trennt sich ein Paar, das Kinder hat, steht es vor weit mehr Herausforderungen als ein kinderloses Paar, das sich getrennt hat. Schließlich gilt es nicht nur für sich selbst zu sorgen: Auch das Leben des Nachwuchses muss neu sortiert und organisiert werden. Viele Fragen, Ängste und Unsicherheiten stehen bei einer Trennung mit Kind im Fokus:

  • Sollen wir Zusammenbleiben wegen des Kindes und lieber warten, bis es älter ist?
  • Wer bekommt das Sorgerecht und wer muss wie viel Unterhalt zahlen?
  • Wie sieht künftig die finanzielle und wohnliche Situation aus?

Während kinderlose Partner auseinandergehen, Schluss machen und mit dem/der ehemals Liebsten keinerlei Berührungspunkte mehr haben müssen, ist das mit Kindern nicht möglich. Denn klar ist: Auch wenn die Beziehung nicht hält – die Elternschaft bleibt bestehen und verbindet das Paar für immer.

Wie sollten Sie also bei einer Trennung mit Kind vorgehen? Natürlich ist das immer eine Frage des Einzelfalls. Doch damit Kinder diesen gravierenden Einschnitt verarbeiten können, ist eine gute Zusammenarbeit der Eltern erforderlich. Bei Trennungen mit Kind, die vor allem verheiratete Paaren mit gemeinsamem Sorgerecht betreffen, werden viele Ebenen berührt. Und oft stehen große Zerwürfnisse friedlichen Regelungen im Wege. Eltern sollten unbedingt differenzieren, was sie selber betrifft, ihre Verletzungen und Sorgen, und was das Beste für die Kinder ist.

Wenn man sich schon in vielerlei Hinsicht schwer einigen kann, sollte die Regelung mit den Kindern zu deren Wohl sein

, rät unsere Diplom-Psychologin Lisa Fischbach.

Wie erklären Sie dem Kind, dass Sie sich trennen? Beweisen Sie Fingerspitzengefühl

Auch stellt sich die Frage, wie Sie Ihrem Kind oder Ihren Kindern die Trennung am besten beibringen. Denn was ist besser: Dem Nachwuchs so viel wie möglich oder so wenig wie nötig von den Umständen und Hintergründen erzählen?

Eltern sollten vorher gemeinsam absprechen, wie und was sie sagen. Natürlich in einer kinderverständlichen Sprache und mit Raum und Zeit, die Gefühle der Kinder aufzufangen und darauf einzugehen.

, erklärt die Expertin. Wichtig sei, dass die Eltern zwar vom Ende ihrer Liebe in der Partnerschaft sprechen, aber den Kindern die Liebe zu ihnen weiter vermitteln. Danach gelte es, den Kindern so viel Stabilität wie möglich zu geben und sich immer wieder als Gesprächspartner anzubieten. Denn Kinder brauchen viel Zeit, die für sie als sehr bedrohlich erlebte Veränderung zu realisieren. Die Fragen, die Ängste, die Gefühle von Trauer und auch Wut kommen erst mit der Zeit.

Wichtig: Bei einer Trennung trotz Kind rät die Paar-Beraterin, dass Eltern den Nachwuchs nicht als Trostpflaster nutzen sollten. Das bedeutet nicht, dass Tränen vor den Kindern versteckt werden müssen, doch tiefer Kummer und Verzweiflung sollte mit der besten Freundin, Familienangehörigen oder einer psychologischen Beratung geteilt werden.

Was ist zu beachten, wenn Sie bei der Trennung mit Kind verheiratet sind?

Sorgerecht, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Unterhalt, Besuchs- und Umgangsrecht – auch die Rechtslage ist für Partnerschaften mit Kindern eine besondere. Ist ein Paar bei einer Trennung mit Kind nicht verheiratet, gelten teilweise andere Parameter als für Paare mit Trauschein:

  • Ein verheiratetes Paar hat ein gemeinsames Sorgerecht, das auch nach der Trennung oder Scheidung noch Bestand hat.
  • Bei nicht verheirateten Paaren hat automatisch die Mutter das alleinige Sorgerecht, außer, beide haben eine beurkundete Sorgeerklärung abgegeben.
  • Wurde in einer unverheirateten Partnerschaft einmal das gemeinsame Sorgerecht beantragt, bleibt es auch noch nach der Trennung bestehen.
  • Ob verheiratet oder nicht verheiratet: Jedes Kind hat das Recht auf Unterhalt. Der Partner, der die Kinder hauptsächlich betreut, kann einen finanziellen Ausgleich fordern.

Bei all dem Wirrwarr, das die Partner bei einer Trennung trotz Kind erwartet, sollte bei den Rechtsfragen jedoch stets das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen. Und es gilt: Kinder dürfen mitreden. Vor allem beim Sorgerecht, der Aufenthaltsbestimmung und dem Umgang haben sie durchaus ein Mitspracherecht, das auch vor Gericht berücksichtigt wird.

Denn bei aller Bereitschaft der Eltern lässt sich nicht immer eine einvernehmliche Lösung finden. Hilfe und Beratung bieten in dem Fall entweder die kommunalen Jugendämter oder – als letzte Instanz – das Familiengericht.

Nach der Trennung mit Kind: Die 5 wichtigsten Aspekte für den richtigen Umgang

Eine Bilderbuchtrennung ohne Schmerz gibt es nicht. Aber Paare mit Kindern können versuchen, möglichst besonnen, feinfühlig und verständnisvoll mit der Situation umzugehen. Folgende Tipps können Ihnen bei der Trennung mit Kind helfen:

1. Tragen Sie Konflikte nicht vor Ihrem Kind aus

Wichtig ist, zu versuchen, die Auseinandersetzungen und Spannungen mit Ihrem Partner nicht in Gegenwart Ihres Kindes auszutragen. Es sollte in keinen Situationen anwesend sein, die unterschwellig aggressiv oder beleidigend sind.

2. Instrumentalisieren Sie Ihr Kind nicht

Bei einer Trennung mit Kind darf Ihr Nachwuchs nicht in einen Loyalitätskonflikt gebracht und vor eine Wahl gestellt werden. Vermeiden Sie daher Situationen, in denen Ihr Kind für eine Seite Partei ergreifen muss und sprechen Sie in seiner Gegenwart nicht schlecht über den ehemaligen Partner. „Auch wenn meist aus Sicht der Eltern ein Partner mehr Schuld am Ende der Beziehung hat, so sollte das Kind niemals gedrängt werden, Partei zu ergreifen“, bestätigt Fischbach.

3. Lassen Sie Ihr Kind in seiner vertrauten Umgebung

Aber Sie sollten auch das Umfeld des Kindes beachten. Es ist natürlich nicht immer machbar, aber falls die Möglichkeit besteht, ist es für Ihr Kind ein Sicherheitsanker, nach der Trennung der Eltern im bekannten Umfeld zu bleiben. Die neue Lebenslage ist schon Herausforderung genug, und das vertraute Zuhause, die Freunde und Hobbys können stabilisierend und beruhigend wirken.

4. Ziehen Sie an einem Strang

Auch wenn Sie sich fragen „Liebe ich ihn bzw. liebe ich sie?“, eventuell zum Entschluss kommen, dass Sie sich nicht mehr lieben und der Ex-Partner momentan nicht zu Ihren Lieblingspersonen zählt: Versuchen Sie bei einer Trennung mit Kind, sich vor dem Nachwuchs zusammenzureißen und in der Planung und Organisation des neuen – getrennten – Alltags gemeinsame Sache zu machen. Das entspannt die Situation vor allem auch während der Übergabemomente, in denen Ihr Kind dabei ist.

5. Nehmen Sie die Gefühle Ihres Kindes ernst

Die Reaktion des Kindes – egal wie intensiv – sollte akzeptiert und nicht bekämpft oder unterdrückt werden. Oft dauert es eine Weile, bis der Nachwuchs die Situation wirklich realisiert und versteht. Daher können die Auswirkungen und Reaktionen zeitverzögert zu Tage treten.

Eine Trennung trotz Kind ist auch eine Chance

Bei all den schwierigen Herausforderungen kann der Nachwuchs langfristig aber auch davon profitieren, wenn sich die Eltern trennen. Angespannte Situationen mit vielen Streitigkeiten und Disharmonien zu Hause haben ein Ende – das Kind wächst zwar nicht mehr bei beiden Elternteilen auf, lebt aber in einem insgesamt harmonischeren Umfeld. Und die Entwicklungsbedingungen sind in einem entspannten und optimistischen Haushalt wesentlich besser als in einem konflikt- und spannungsgeladenen Milieu.

Fazit: Bei der Trennung mit Kind steht das Wohl aller im Vordergrund

Eine Trennung stellt alle Beteiligten vor neue Herausforderungen – gleichzeitig bietet sie aber auch die Chance auf einen Neubeginn. Sich an eine Beziehung zu klammern, die nur noch eine leere Hülse ist, bringt niemanden etwas, schon gar nicht Ihrem Kind. Denn Kinder sind kleine Seismographen und durchschauen vorgetäuschte Harmonie einer lieblosen Partnerschaft sofort. Auch wenn das Wohl Ihres Kindes wichtig ist, sollten Sie Ihre eigenen Wünsche, Träume und Bedürfnisse nicht ignorieren. Wenn Sie Ihren Partner nicht mehr lieben und unglücklich sind, sollten Sie Ihre individuellen Konsequenzen ziehen.

Es stellen sich viele die Frage bei einer Trennung mit Kind „Was ist zu beachten?“ Es ist wichtig, dass Sie und Ihr Partner Konflikte nicht vor Ihrem Kind austragen, Ihr Kind nicht instrumentalisieren und es in seiner vertrauten Umgebung lassen, mit Ihrem Partner trotz aller Indifferenzen an einem Strang ziehen und dabei die Gefühle Ihres Kindes ernst nehmen.

Mit diesen Punkten im Gepäck gelingt Ihnen eine Trennung mit dem Nachwuchs, ohne unnötig weitere Verletzungen hervorzurufen, und vielleicht auch schon bald ein wunderbarer Neuanfang mit einem passenden Partner.

Trennung mit Kindern: So machen Sie es Ihrem Kind leichter

Erzählen Sie Ihren Kindern erst von der Trennung, wenn diese endgültig feststeht, und zwar für beide Seiten. Einseitig Trennungswünsche zu äussern ist genauso unnötig, wie nach einem Streit aus einem spontanen Impuls heraus von Trennung zu sprechen. Damit belasten Sie Ihre Kinder nur unnötig. Erst wenn beide Parteien sich darüber einig sind, dass die Beziehung nicht mehr zu retten ist und konkrete Trennungspläne ins Auge gefasst werden, sollten Sie die Kinder einweihen.

Warten Sie damit aber auch nicht zu lange. Genauso wenig sollte sich das Kind nämlich überrumpelt und vor vollendete Tatsachen gestellt fühlen. Geben Sie Ihrem Kind ausreichend Zeit, sich mit der Vorstellung einer Trennung auseinanderzusetzen, bevor ein Elternteil tatsächlich seine Sachen packt.

Ist der Zeitpunkt gekommen, sollten sich unbedingt beide Eltern mit den Kindern zusammensetzen und gemeinsam über die Trennung sprechen. Vermeiden Sie es, dabei allzu detailliert auf die Trennungsgründe einzugehen. Das führt in der Regel nur zu gegenseitigen Vorwürfen, die sich negativ auf die Eltern-Kind-Beziehung auswirken können. Fassen Sie sich stattdessen kurz und richten Sie Ihr Augenmerk auf die konkrete Zukunft Ihrer Kinder.

Trennung: Wie Sie es Ihren Kindern verständlich sagen

Besonders kleine Kinder haben noch keine Vorstellung von Liebe und Partnerschaft. Für sie ist vor allem wichtig, was die Veränderung für sie bedeutet (z.B. „Mama/Papa wird ausziehen, wird aber immer noch sehr oft mit dir spielen.“). Genauso wie ältere Kinder brauchen sie jetzt vor allem viel Nähe, Aufmerksamkeit und das Gefühl, dass beide Eltern immer noch für sie da sind, auch wenn sich vieles ändern wird. Sehen die Kinder, dass ihre Eltern die Situation im Griff haben und können sie sich konkret vorstellen, wie ihr Alltag als Trennungskind aussehen wird, haben sie weniger Ängste und neigen weniger dazu, die Schuld für die Trennung bei sich zu suchen.

Ziel eines Paares bei einer Trennung mit Kindern sollte es immer sein, trotz aller Kränkungen zu kooperieren, um das Kind weiterhin gemeinsam erziehen zu können. So kann es weiterhin eine gesunde Beziehung zu beiden Elternteilen pflegen, ohne permanent ein schlechtes Gewissen zu haben oder sich für einen von beiden entscheiden zu müssen. Eine Situation, die Ihr Kind weit über die Trennung hinaus belasten kann.

„Viele Konflikte entstehen auf der Paarebene, werden aber auf der Elternebene ausgetragen“, sagt Danielle Estermann vom Schweizerischen Verband alleinerziehender Mütter und Väter (SVAMV). Und Oliver Hunziker vom Verein für elterliche Verantwortung (VeV) verdeutlicht: „Wenn man es schafft, zu erkennen, dass man selber seinen eigenen Partner unmöglich findet, der gemeinsame Sohn ihn aber lieb hat, dann ist man auf gutem Weg.“
Auf den Punkt gebracht: Kinder sollten nicht in den Streit der Eltern involviert werden. Das klingt einfach, ist es aber natürlich nicht. Denn kommt es zur Trennung, streiten die Eltern – so sehr man das auch zu verhindern versucht – oft auch um die Kinder. Erstens, weil niemand die Kinder verlieren möchte. Und zweitens, weil es im Trennungsverfahren immer auch um den Unterhalt der Kinder geht. Oliver Hunziker findet dafür einfachere Worte: „Kinder bedeuten eben auch Geld.“
Wenig förderlich zeigt sich dabei die Systematik unseres Rechtssystems. Eine Scheidung muss immer vor Gericht. Dafür braucht es in der Regel Anwälte. Und die sind dazu da, die Interessen einer einzigen Person zu vertreten. Wir werden also regelrecht auf ein Seilziehen ge­­trimmt, bei dem jeder seine eigenen Interessen durchsetzen will. „Die Aufgabe von Gerichten ist, herauszufinden, wer recht hat“, sagt Hunziker. Dabei würde eine gute Scheidung, vor allem wenn Kinder im Spiel sind, ein pragmatisches Mitein­ander brauchen: Kommunikation, Kom­­promisse, aufeinander zugehen.

Die Trennung von meinem Ex-Ehemann liegt jetzt ziemlich genau vier Jahre zurück. Vermutlich ist es mir deshalb jetzt so wichtig über dieses Thema zu schreiben.

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Ich weiß es noch ganz genau, ich saß mit meiner genau 14 Tage alten Tochter abends auf der Couch, als sich mein Mann im Wohnzimmer blicken ließ. Er hatte sich in letzter Zeit ziemlich rar gemacht und war auch erst 3 Tage nach der Entbindung im Krankenhaus erschienen.

Klar, er musste sich um unseren 3-jährigen Kindergartenfrischling kümmern und die Klinik lag etwas entfernt, aber ich fand das schon sehr komisch. Daher sprach ich ihn auf uns an. Er druckste etwas rum, … und brach dann in wenigen Sekunden mit wenigen Worten mein familiäres Genick.

Trennung trotz gemeinsamer Kinder

Er machte einfach „Schluss“. Oder wie sagt man heute dazu? Es ginge für ihn so nicht mehr und er fühle sich in unserer Beziehung überhaupt nicht mehr wohl.

Jede Frau, die schon mal im Wochenbett war, kann sich jetzt ausmalen, was in mir passierte. IHM ging es nicht gut! ICH hatte gerade geboren!!!

Ich grübelte eine ganze Nacht darüber nach und hielt es schließlich für eine Übersprungshandlung. Vielleicht wollte er mir weh tun und hat einfach mal den Vorschlaghammer rausgeholt. Aber DAS konnte er doch nicht ernst gemeint haben. Darf er das überhaupt?

Ich suchte das Gespräch. Es half nichts. Auch meine Bitte noch ein Jahr bei uns zu bleiben, bis die Kleine etwas größer ist und ich wieder besser agieren könne, verhallte. Zwei Monate später hatte er schon eine neue Wohnung und Freundin gefunden – eine gute Stunde Fahrt entfernt – und weitere zwei Monate später zog er aus.

Im Podcast „Das AE-Team“ erfährst du mehr darüber

Sina Wollgramm und ich, Silke Wildner, erzählen in dieser Podcast-Folge wie wir getrennt wurden und wie es weiter ging!

Easy dagegen: Trennung 1.0 ohne Kinder

Waren das früher dagegen traumhaft schöne Zeiten: Ging eine Beziehung in die Brüche, hat man sich krank gemeldet, gelitten, geheult und stundenlang die beste Freundin kontaktiert. Man musste sich nur um sich selbst kümmern. Schließlich wurde sich wieder aufgerafft und Party gemacht. Das Beste war: Man musste diesen Menschen NIE WIEDER SEHEN.

Eine neue Bewältigungsstrategie muss her

Ist aber erst einmal ein gemeinsames Kind da, kann der Kontakt mit dem Ex-Partner nicht einfach so rigoros eingestellt werden, denn das Kind hat ein Recht auf beide Elternteile.

Das alte Überwindungsmuster aus Trennung 1.0 funktioniert also nicht mehr. Im Alltag mit kleinen Kindern ist es zudem schwierig, Raum und Zeit für die eigene Trauer zu finden. Die beste Freundin steckt meist auch gerade zwischen Kind und Küche fest oder hat den Karriere-Booster gezündet. Die Gespräche sind kurz, die Kinderohren hellhörig und so staut sich allmählich ein großer unverdauter Berg aus Gefühlen, Fragen und Verzweiflung an, der kein passendes Ventil findet und dringend Dampf ablassen muss. Hallo, Lebenskrise!

Hol dir Hilfe!

Ich stolperte über meine persönliche Grenze und verhedderte mich in meinen Gedanken. Ich merkte, dass dieses Erlebnis zu groß und mächtig war, um es alleine verarbeiten zu können. Und so suchte ich mir Hilfe. Wenige Wochen später hatte ich einen Termin bei einer Therapeutin. Sie schaffte es, mich wieder zu beruhigen und ins Hier und Jetzt zurückzuholen.

Denn das Hier und Jetzt war nicht die Trennung von meinem Ehemann, sondern der Beginn meines neuen Lebens als alleinerziehende Mutter mit zwei kleinen Kindern, dass alle Aufmerksamkeit brauchte. Die Trennung war Vergangenheit. Meine Ein-Elternfamilie die Gegenwart.

Ich lernte…

… aus meiner Opferrolle herauszukommen.
… mit der Vergangenheit abzuschließen.
… wieder auf mich selbst zu achten.
… mein Leben und meine Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.
… dass ich die wichtigste Person in meinem Leben bin.
… mir selbst für die Wahl meines Ehemannes zu verzeihen.
… zu verstehen, warum ich mir diesen Partner überhaupt ausgesucht hatte.
… zu merken, dass es mir ohne ihn besser geht.

Stark und alleinerziehend: Wie du der Erschöpfung entkommst und mutig neue Wege gehst*

Wie geht man nach einer Trennung mit dem Kindsvater, Ex-Ehemann oder -Partner um?

Vermutlich würdest du mir nach dieser Geschichte sämtliche Verhaltensweisen meinem Ex-Ehemann gegenüber durchgehen lassen. Die Vorwürfe, bösen SMS und Anschuldigungen konnte ich mir anfangs auch nicht verkneifen. Sie mussten einfach raus.

Das Problem daran auf Dauer: Die schlechten Gedanken reißen dich mit in die Tiefe. Sie saugen deine Energie auf und lähmen dich. So gut es auch tut, den Gedankenmüll jemanden an den Kopf schmeißen zu können, es ist tatsächlich kontraproduktiv und bringt dich keinen Schritt weiter. Schlimmer noch: Die negativen Gedanken halten dich in der Vergangenheit fest und hindern dich in der Gegenwart zu leben.

Wenn ich an meine Kinder denke, dann bin ich heute (4 Jahre später) sehr froh, dass ich zumindest darauf geachtet habe, nicht direkt vor ihnen emotional zu platzen. Es ist schon schlimm genug, dass sie ihren Vater im Alltag verloren haben. Das tut mir unendlich leid. Sie sollen ihr Verhältnis zu ihrem Vater aber selbst bestimmen können und nicht Mama „in Schutz nehmen“.

Zusammenfassung der neuen Trennungsstrategie

Zur Ruhe kommen.

Es gibt jetzt viel zu tun. Dein Leben wird sich komplett ändern. Aber lass dir Zeit. Finde gute, ruhige Momente für dich selbst. Der Rest findet sich, Schritt für Schritt. Mehr dazu findest du in meinem Blogbeitrag „Alleinerziehend was nun?„.

Hör auf dich selbst.

Du bist in deinem Leben am wichtigsten. Wenn es dir gut geht, dann geht es auch deinen Kindern gut. Vernachlässige deine Bedürfnisse nicht, sie sind wichtig.

Komm raus aus der Opferrolle.

Auch wenn du nichts für die Trennung kannst, du hast dir diesen Partner ausgesucht.

Akzeptiere die Trennung.

Mit Kindern trennt man sich nicht einfach so. Die Entscheidung ist durchdacht worden. Einer von beiden möchte einfach nicht mehr und damit ist die Beziehung dann auch beendet.

Bewusst positiv denken.

Überlege dir, was jetzt für dich besser geworden ist durch die Trennung. Diese positiven Gedanken helfen dir, mit der Situation besser fertig zu werden und langsam dieses Kapitel zu verarbeiten. Siehe auch meinen Blogbeitrag „Das richtige Mindset für ein gutes Leben„.

Finde einen Gesprächspartner auf deiner Augenhöhe.

Suche dir Platz zum Dampfablassen, aber lass unbedingt die Kinder raus. Setze sie durch deinen Ärger nicht zwischen die Stühle. Lass sie selbst herausfinden, was an Papa toll oder auch nicht so toll ist.

Schau nach vorne.

Auch wenn du es jetzt noch nicht siehst: Es wird besser! Es ist gut, dass die Beziehung zu Ende ist. Nur so kannst du nach vorne blicken und tun, was getan werden muss.

Bleib in der Gegenwart.

Lebe dein neues Leben ganz bewusst. Sei im Hier und Jetzt und entscheide einfach von Minute zu Minute, was als nächstes kommt. Dadurch bekommst du Vertrauen in dich selbst und merkst, dass das neues Leben (stellenweise) schon okay ist.

Finde Kommunikationswege mit dem Ex-Partner.

Ihr habt ein Kind und das hat sich von keinem von euch getrennt. Daher müsst ihr als Eltern Wege der Kommunikation und Umgangsregelungen finden. Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr.

Wie auch du dir ein gutes Leben mit Kind aufbauen kannst,
dass erfährst du im Buch „Gut leben als Alleinerziehende“
Jetzt mehr erfahren

Mein Fazit: Es geht uns heute besser

Rückblickend haut es mich immer mal wieder von den Socken, wenn ich daran denke, was in meinem Leben geschehen ist. Aber heute weiß ich, dass mich diese Erfahrung und meine Scheidung hat wachsen lassen. Ich habe den Worst Case (dt. schlimmster Fall, der eintreten kann) meines Lebens hinter mir (hoffe ich!!), und ich bin nicht daran gescheitert. Die Angst, den Partner verlieren zu können, ist weg. Das befreit ungemein 🙂

Die Kinder haben ihren Vater als direkte Bezugsperson zwar verloren, aber durch den Umzug in meine alte Heimat eine große Familien dazu gewonnen.

Und auch der Vater der Kinder ist durch die Trennung jetzt bewusster und sicherer im Umgang mit den Kindern geworden. Weil Mama dann halt nicht dabei ist und alles regeln kann.

Einen Rückblick auf meine bisherigen Hoch- und Tiefpunkte als Alleinerziehende findest du hier: „5 Jahre alleinerziehend im Rückblick„

Und jetzt noch mal ganz unter uns

Wenn du ein Vater, Partner, Ehemann bist, der die Trennung möchte: Halte bei einem neugeborenen Kind ein Jahr die Füße still. Stell deine eigenen Bedürfnisse für diesen Zeitraum zurück und sei einfach nur für Mutter und Kind da. Beide sind in dieser Zeit sehr eng verbunden und das Kind trägt das Leid der Mutter direkt mit! Vielen Dank

Let’s talk bei Facebook

Für Fragen zum Thema Trennung und direkten Austausch mit mir und vielen anderen Alleinerziehenden komm in eine oder beide geschlossene Facebook Gruppen:
Gut alleinerziehend Gruppe – Nur für Frauen
Gut alleinerziehend Mixed Gruppe – für Papas und Mamas

Trennung 2.0: Wie trennt man sich als Paar mit Kind?

Trennung mit Kind – Was ist das Beste für die gemeinsamen Kinder?

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Die Leidtragenden einer Scheidung sind immer die Kinder – ein Satz, der so nicht ganz richtig ist. Sicherlich ist die Trennung und Scheidung seiner Eltern für ein Kind alles andere als schön. Aber leiden Kinder nicht weitaus mehr, wenn ihre Eltern zusammen bleiben und tagtäglich aggressiv miteinander streiten? So gesehen kann die Trennung und Scheidung der Eltern auch für die Kinder besser sein. Wichtig dabei ist, dass die Eltern auf ihre Kinder eingehen – und ihnen vor allem das Gefühl geben, für sie trotz der Trennung da zu sein.

Das Wichtigste in Kürze: Trennung mit Kind

  • Bei einer Scheidung mit Kindern sollten Eltern ihre Kinder rechtzeitig über die Trennung informieren, jedoch nur, wenn diese absolut feststeht. Diskussionen darüber, ob sie sich tatsächlich trennen sollten, sollten nicht mit den Kindern geführt werden.
  • Der verlassene Elternteil sollte nicht das Opfer spielen und das Kind gegen den anderen Elternteil ausspielen. Des Weiteren sollte er nicht beim Kind Trost suchen und dieses damit überfordern.
  • Die Eltern sollten rechtzeitig mit den Kindern reden, wie es nach der Trennung oder nach der Scheidung weitergeht. Sie sollten ihnen klar machen, dass sie trotz der Trennung nach wie vor für das Kind da sind und das Kind an der gescheiterten Beziehung nicht schuld ist.

Ausführliche Informationen zur Trennung mit Kind erhalten Sie im Folgenden.

Scheidung mit Kindern – ein Leitfaden für Eltern

Nähere Informationen zu den Regelungen, wenn Kinder von Trennung & Scheidung betroffen sind:

Umgangsrecht Sorgerecht Vaterschaftsanerkennung Aufenthaltsbestimmungsrecht Wechselmodell Jugendamt
Vernachlässigung von Kindern

Wenn die Trennung bevor steht: Wie sage ich das den Kindern?

Eine der schwierigsten Dinge für Eltern ist, den Kindern zu sagen, dass Vater und Mutter sich trennen. Da dies ein erheblicher Einschnitt in das Leben der Kinder ist, sollte mit ihnen nur darüber gesprochen werden, wenn die Trennung fest und endgültig beschlossen ist. Überlegungen der Eltern, ob eine Trennung oder Scheidung mit Kindern tatsächlich stattfinden soll, sind mit den Kindern auf keinen Fall zu diskutieren. Das würde die Kinder, die je nach Alter etwa wegen Schule oder Pubertät mit sich selber beschäftigt sind, nur unnötig belasten. Umgekehrt sollte über eine fest beschlossene Trennung, die sich noch verzögert (etwa weil ein Elternteil noch auf Wohnungssuche ist), trotzdem gesprochen werden. Denn die Kinder bekommen es zwangsläufig mit, wenn sich die Eltern aufgrund der endgültig beschlossenen und bevorstehenden Trennung distanziert zueinander verhalten. Hier sollten die Kinder nicht im Ungewissen gelassen und dadurch verunsichert, sondern klare Verhältnisse geschaffen werden.

Eine weitere Frage ist, wie den späteren Scheidungskindern vermittelt werden kann, dass sich die Eltern nicht mehr lieben. Erst jüngere Schulkinder, die in die Grundschule gehen, können von ihrem Denken her begreifen, dass die Elter sich nicht mehr verstehen und daher die Möglichkeit haben, sich zu trennen. Bei kleineren Kindern ist das weitaus schwieriger. Würde ihnen etwa gesagt, dass die Trennung wegen ständigem Streit erfolgt, würde die Antwort aus ihrer Denkweise heraus ungefähr lauten: „Aber wieso denn, ich habe mich mit Linda aus dem Kindergarten doch auch gestritten und jetzt sind wir wieder Freunde“. Kleineren Kindern wird daher am besten gesagt, dass Vater und Mutter nicht mehr zusammen leben wollen sowie jeder sein eigenes Leben führen möchte.

Die Gründe für die Trennung bzw. Streitigkeiten sollten den Kindern – je nach Alter – allenfalls kurz und einfach mit wenigen Sätzen erklärt werden. Ausführliche Begründungen sind zu vermeiden, da sie regelmäßig „Erwachsenenthemen“ beinhalten, mit denen die Kinder völlig überfordert sind. In gewisser Weise gilt das auch gegenüber Jugendlichen, die aufgrund ihrer Pubertät ohnehin in erster Linie mit der Abnabelung von den Eltern und der Entwicklung ihrer Persönlichkeit beschäftigt sind. Unbedingt vermieden werden sollte es, bei den Kindern Loyalitätskonflikte hervorzurufen. Wurde etwa ein Elternteil verlassen, weil der andere sich in einen neuen Partner verliebt hat, wird schnell gegenüber den Kindern sinngemäß geäußert: „Papa will nicht mehr mit mir leben, er hat sich in eine andere Frau verliebt“. Dadurch wird bei den Kindern das Gefühl geweckt, sie müssten zum verlassenen Elternteil halten und dürften den anderen nicht mehr lieb haben. Diesen gefühlsmäßigen Spagat sollten verantwortungsvolle Eltern ihren Kindern unbedingt ersparen.

Kinder wollen wissen, wie es weiter geht

Haben die Kinder verstanden, dass die Eltern sich trennen, stellen speziell kleinere Kinder und jüngere Schulkinder sehr pragmatische Fragen. Diese lauten etwa: „Wo schlafe ich dann (wenn wir ausziehen)?“, „Ist genug Platz für meine Spielsachen da?“ oder „Wer fährt mich zum Kindergarten?“ Eltern, die mit ihren Kindern erstmalig über die fest beschlossene Trennung sprechen, sollten sich auf alle diese Fragen bereits im Vorfeld eine Antwort überlegt haben. Das setzt auch voraus, dass die Eltern sich zumindest im Groben darüber verständigt haben, wie das künftige Zusammensein mit den Kindern aussehen soll. Zudem sollten die Kinder in allen Fragen, die die Zukunft betreffen, miteinbezogen werden. Sucht die Mutter etwa für sich und die Kinder eine neue Wohnung, kann sie die Kinder zum Besichtigungstermin mitnehmen und sagen, das könnten eure Zimmer sein und so könnten wir die Wohnung einrichten. Wird die neue Wohnung selber renoviert, können die Kinder dabei helfen. Auf diese Weise wissen die Kinder, wie es weiter geht, und erfahren dadurch eine gewisse Sicherheit, die ihnen die Angst nimmt.

So erleben Kinder Trennung und Scheidung – und wie Eltern damit umgehen sollten

Kinder haben erhebliche Probleme, wenn Vater und Mutter sich endgültig trennen. Mit Auszug eines Elternteils bricht für die künftigen Scheidungskinder die bisherige Welt zusammen. Die Sicherheit der Familie fällt aus Sicht der Kinder weg, sie sind zunächst völlig desorientiert und müssen erst lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Auch wenn jedes Kind anders reagiert: Bestimmte alterstypische Reaktionen zeigt fast jedes Kind, wobei die Übergänge fließend sind.

Babys und Kleinkinder: Hilflosigkeit überwiegt

Auch Babys und Kleinkinder bekommen mit, wenn ein Elternteil auszieht und so die Trennung mit Kleinkind erfolgt. Die Hilflosigkeit der Kinder zeigt sich oft in Wutanfällen und aggressivem Verhalten. Andere haben Angst und lassen das verbliebene Elternteil keinen Moment alleine. Denn nach dem Denken der Kinder könnte dieses Elternteil sie ebenfalls verlassen. Und schließlich machen einige Kinder Rückschritte: Sie nässen sich wieder ein oder wollen wieder den Schnuller, obwohl das alles schon Vergangenheit war.

Gerade der Elternteil, bei dem die Babys und Kleinkinder leben, sollte trotz seiner eigenen Trennungsprobleme Geduld haben und für die Kinder da sein. Regelmäßige Kontakte bzw. Besuche des ausgezogenen Elternteils sollten unbedingt stattfinden, wenn auch jeweils nur für wenige Stunden. Gerade die Verlustängste der Kinder können so allmählich abgebaut werden. Bis die künftigen Scheidungskinder wieder Sicherheit haben, wird es einige Zeit dauern, zumal noch kein Zeitempfinden vorhanden ist.

Kinder im Kindergartenalter: „Ich bin schuld“

Kinder im Kindergartenalter reagieren ähnlich wie Babys und Kleinkinder, wenn auch wesentlich ausgeprägter. So kann es passieren, dass sie andere Kinder in der Kita schlagen, nicht zu Mittag essen wollen oder den Gang zur Toilette verweigern. In diesem Alter ist ihnen nicht bewusst, dass andere Personen die Welt anders wahrnehmen können als sie selber. Beziehung und Zuneigung wird über konkretes „miteinander etwas machen“ entwickelt, in dem die Kinder sich als Mittelpunkt sehen. Ist nun ein Elternteil aufgrund seines Auszugs weniger verfügbar, wird dies von den Kindern aufgrund ihrer Denkweise als Liebesentzug empfunden. Die Gründe dafür suchen die Kinder bei sich und glauben, schuld an der Trennung zu sein.

Ein typisches Beispiel hierzu ist, dass ein Kind nach längerer Zeit sein Zimmer aufräumt, was es trotz Geschimpfe der Eltern zuvor nie gemacht hat, und nun denkt: „Jetzt habe ich doch aufgeräumt, da brauchen sich meine Eltern doch wegen mir nicht mehr zu streiten“.

Wichtig für die Kinder im Kindergartenalter sind klare Strukturen und eine ungefähre Orientierung, was künftig sein wird. Beide Elternteile – vor allem derjenige, bei dem die Kinder leben – sind gefordert, den Kindern trotz der Trennung Sicherheit zu geben und Angst zu nehmen. Die Verlässlichkeit der Eltern ist hier oberstes Gebot. Daneben sollte alles, was für die Kinder wichtig ist, genauso in die neuen Lebensformen der Eltern eingebunden werden wie die Personen, zu denen die Kinder einen festen Bezug haben.

Jüngere Schulkinder: Erste Loyalitätskonflikte

Gehen die Kinder zur Grundschule, können sie teilweise bereits verstehen, was in der Familie passiert und wie die Trennung mit Kindern erfolgt. Die späteren Scheidungskinder erkennen, dass andere Personen die Welt anders wahrnehmen als sie. Dabei denken die Kinder aber, die anderen bringen durch ihr Handeln ihre tatsächlichen Absichten zum Ausdruck. Versteckte Absichten der anderen Personen können die Kinder noch nicht erkennen. Erstmals sind die Kinder in der Lage, die sie selbst durch die Trennung der Eltern betreffenden Änderungen zu erfassen sowie Gefühle wie Traurigkeit und den Wunsch nach Rückkehr des ausgezogenen Elternteils auszudrücken.

Trotzdem sind die Kinder hilflos, traurig und wütend. Manchmal werden die Leistungen in der Schule schlechter und auch der Umgang mit Freunden und Mitschülern leidet. Zudem treten erste Loyalitätskonflikte auf. Einerseits möchten manche Kinder dem „verlassenen“, „einsameren“ und unterstützungsbedürftigerem Elternteil etwa durch die Erledigung von Arbeiten im Haushalt beistehen. Andererseits benötigen die Kinder selber die Unterstützung von dem ihrer Ansicht nach stärkeren Elternteil. Meistens wünschen die Kinder daher, dass die Eltern wieder zusammenfinden und es erst gar nicht zur Scheidung mit Kindern kommt – wodurch das Verlangen der Kinder zum Ausdruck kommt, den Loyalitätskonflikt zu vermeiden.

Die Eltern müssen sich über diese Phase ihrer Kinder im Klaren sein. Der über das Ende der Beziehung trauernde Elternteil sollte die Kinder nicht andauernd mit seinen Problemen belasten. Aber auch der Elternteil, der die Beziehung beendet hat, sollte im Beisein der Kinder sensibel damit umgehen. Wünschenswert ist hier ein Stück Normalität in den geänderten Lebensverhältnissen. Zudem brauchen vor kurzem eingeschulte Kinder einen Großteil ihrer Kraft und Energie, um sich in der für sie ungewohnten neuen Umgebung zurechtzufinden. Auch das sollten die Eltern bei der Trennung trotz Kind berücksichtigen.

Ältere Schulkinder: Allianz bzw. Partnerersatz

Ältere Schulkinder bis ca. 12 Jahre erkennen, dass Handeln und Absicht anderer Personen auseinander fallen können, wobei hinter „unangenehmen“ Handlungsweisen auch gute Absichten stecken können. Liebe und Nähe zwischen Kinder und Eltern wird nun nicht mehr durch Handeln geprägt, sondern durch wechselseitige Gefühle. Gemeint ist damit die Sorge um das Wohlergehen des anderen, verbunden mit der Anerkennung des guten Willens. Erkennt das Kind die guten Absichten und Gefühle der Eltern, werden bei ihm positive Gefühle hervorgerufen. Umgekehrt kann es jetzt aber auch zu Konflikten zwischen Kindern und Eltern aufgrund unterschiedlicher Einstellungen und Meinungen kommen – und nicht mehr wie zuvor ausschließlich aufgrund von als unangenehm empfundenen Verhalten.

Bedingt durch diese Entwicklung ist es möglich, dass es zwischen den Kindern und einem Elternteil aufgrund der Trennung bzw. Scheidung eine starke Solidarisierung entsteht. Die Kinder bilden eine Allianz mit dem von der Trennung verletzten Elternteil und nehmen teilweise sogar die Rolle des fehlenden Partners ein, was vom Elternteil unbewusst akzeptiert wird. Dadurch tritt zwangsläufig eine Entfremdung zum anderen Elternteil ein. Wird dies vom Elternteil erkannt, mit dem die Kinder eine Allianz bilden, können sie extrem manipuliert werden (sogenanntes Parental Alienation Syndrome – PAS). Bedauerlicherweise finden sich in der Praxis immer wieder Fälle, in denen von ihrem Ehemann verlassene Mütter die Kinder auf diese Weise gegen den Vater beeinflussen, was teilweise zu Kontaktabbrüchen der Kinder führt.

Andere mögliche Reaktionen der Kinder in diesem Alter sind, dass sie aufgrund der ständigen Streitereien zwischen den Eltern vor diesen jeglichen Respekt verlieren. Da die Eltern damit ihre Autorität gegenüber den Kindern verlieren, entstehen häufig massive Erziehungsprobleme.

Auch hier gilt, dass die Kinder nicht zu stark mit den elterlichen Problemen belastet werden sollten. Gerade aufgrund der Trennung benötigen die Kinder die Unterstützung der Eltern, die ihrerseits wegen ihrer Probleme andere Hilfe als die ihrer Kinder in Anspruch zu nehmen haben. Zudem überfordert die Funktion als Partnerersatz die Kinder auf lange Sicht, da sie sich mit nicht altersgerechten Konflikten auseinandersetzen. Durch die damit einhergehende Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit der Kinder können die schulischen Leistungen nachlassen. Wichtig ist, dass die künftigen Scheidungskinder durch die Unterstützung der Eltern Spaß am Leben, an der Schule, an Hobbys und mit ihren Freunden haben, um so bei Trennung trotz Kind auch wieder unbelastet und fröhlich auf beide Elternteile zugehen zu können.

Jugendliche: Pubertät kommt hinzu

Spätestens ab ca. 15 Jahren sind die Kinder in der Lage, Dinge übergeordnet zu betrachten, also den eigenen Standpunkt und den von anderen aus „Sicht einer dritten Person“ zu sehen und zu verallgemeinern. Zugleich sind die Kinder aufgrund der Pubertät damit beschäftigt, sich von den Eltern zu lösen und sich zu einer eigenen Persönlichkeit zu entwickeln. Umgekehrt suchen die Eltern aufgrund der Trennung häufig Trost und Unterstützung bei ihren Kindern, wodurch diese in ihrer Entwicklung gestört werden. Die Folge sind teilweise sehr heftige Reaktionen der Jugendlichen, die von „Null Bock“ über Drogen- bzw. Alkoholkonsum bis hin zur Suche nach Unterstützung bei Freunden reichen. Manche Jugendliche ergreifen aber auch Partei für ein Elternteil und reagieren auf den anderen fast schon feindselig. Und einige Jugendliche möchten Kontakt zu beiden Elternteilen, befürchten aber, dadurch den „schwächeren“ Elternteil zu verletzen. Sind die Jugendlichen älter, kann es auch passieren, dass diese sich dem Elternhaus komplett entziehen, in dem sie etwa ausziehen möchten oder zu Freunden flüchten. Im Ergebnis führt die Trennung mit Kindern häufig dazu, dass die Jugendlichen schneller erwachsen werden als es gut für sie ist.

Eines der größten Probleme der Jugendlichen bei einer Trennung der Eltern ist, dass in der schwierigen Phase der Persönlichkeitsentwicklung der gewohnte Rückhalt quasi zusammenbricht. Auch wenn Jugendliche in der Pubertät „rebellisch“ sind und sich häufig gegenüber den Eltern negativ benehmen, wissen sie doch, dass die Eltern in letzter Konsequenz für sie da sind. Die Eltern sollten daher trotz der Trennung ihre eigenen Probleme gegenüber den Jugendlichen deutlich zurücknehmen. Den Jugendlichen ist zuzustehen, ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Dabei sollten die Eltern ihren Kindern aber eindeutig vermitteln, dass sie für diese trotz der Trennung mit Hilfe und Rat da sind, wenn die Jugendlichen dies wünschen. Dieser Rückhalt sollte den Kindern selbst dann angeboten werden, wenn sie sich schlecht gegenüber den Eltern benehmen. Zugleich sind klare Regeln wichtig. Im Idealfall sprechen sich die Eltern hierüber ab und tauschen sich über die gemeinsam beobachtete Entwicklung der Jugendlichen aus.

Das sind die rechtlichen Gegebenheiten bei der Trennung mit Kindern

Nach der Trennung sind weitere Fragen im Zusammenhang mit Kindern von Bedeutung. Hierzu gehören das Sorgerecht, das Aufenthaltsbestimmungsrecht, das Umgangsrecht, der Auskunftsanspruch über die persönlichen Verhältnisse des Kindes und der Unterhalt für die Kinder. Im Rahmen des Kindesunterhaltes wird auch geregelt, welcher Elternteil das Kindergeld bei Trennung bzw. das Kindergeld bei Scheidung erhält.

Das Sorgerecht steht beiden Elternteilen zu

Waren die Eltern miteinander verheiratet (oder haben jeweils Sorgeerklärungen für die Kinder abgegeben), steht ihnen das Sorgerecht für die Kinder gemeinsam zu, § 1626 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Dies gilt auch für die Zeit nach der Trennung oder Scheidung.

Insgesamt sind drei Bereiche der gemeinsamen elterlichen Sorge bei Trennung und Scheidung zu unterscheiden, § 1687 BGB:

  • Entscheidungen in Angelegenheiten des täglichen Lebens

Die Entscheidungen in Angelegenheiten des täglichen Lebens trifft derjenige Elternteil, bei dem das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Dazu gehören etwa Entscheidungen über schulische Nachhilfe, die Behandlung leichter Erkrankungen oder der konkrete Aufenthalt bei Verwandten.

  • Entscheidungen in Angelegenheiten der tatsächlichen Betreuung

In Angelegenheiten der tatsächlichen Betreuung entscheidet der umgangsberechtigte Elternteil in der Zeit, in der sich das Kind bei ihm aufhält. Davon umfasst sind etwa die Art der Ernährung oder die Schlafenszeiten.

  • Entscheidungen in Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung

Entscheidungen in Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung können die Eltern nur gemeinsam treffen. Gegenstand solcher Entscheidungen ist etwa die Wahl der Schule bzw. der Berufsausbildung, die Zustimmung zu Operationen (außer in Eilfällen) oder Grundentscheidungen über den Lebensmittelpunkt.

Das alleinige Sorgerecht erhält ein Elternteil nur dann, wenn dies beim Familiengericht beantragt wird. Entscheidend ist das Kindeswohl. Nur wenn dieses gefährdet oder beeinträchtigt wird, kann das Gericht die elterliche Sorge teilweise oder vollständig entziehen, § 1666 BGB. Gefährdungen oder Beeinträchtigungen des Kindeswohls liegen etwa vor, wenn die Kinder zu verwahrlosen drohen oder dringend erforderliche Heilbehandlungen nicht erfolgen. Ein weiterer Fall, der zum vollständigen Entzug des Sorgerechts führen kann, ist die mangelnde Kommunikationsbereitschaft der Eltern. Reden die Eltern also etwa nach einem erbitterten Scheidungskrieg nicht mehr miteinander, kann dies zu einem Sorgerechtsentzug bei demjenigen führen, bei dem die Scheidungskinder keinen gewöhnlichen Aufenthalt haben.

Aufenthaltsbestimmungsrecht: Bei wem die Kinder leben

Von erheblicher Bedeutung in der Praxis ist die Frage, bei wem die Kinder nach der Trennung leben sollen. Hierzu müssen die Eltern – als Ausfluss der Personensorge – sich darüber einigen, bei wem das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt haben soll, § 1627 BGB. Ist dies nicht möglich, entscheidet das Familiengericht über das Aufenthaltsbestimmungsrecht, § 1628 BGB. Sorgerecht und Aufenthaltshaltbestimmungsrecht sind allerdings zu trennen. So kann etwa das Aufenthaltsbestimmungsrecht bei der Mutter liegen, aber beiden Eltern das Sorgerecht zustehen.

Umgangsrecht: Die Eltern sind verpflichtet und berechtigt

Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil, wobei jeder Elternteil zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt ist, § 1684 Abs. 1 BGB. Danach hat das Kind einen eigenen Anspruch auf den Umgang mit beiden Eltern, aus dem die Elternteile wiederum das eigene Recht zum Umgang mit dem Kind herleiten können. Umgekehrt soll der umgangsberechtigte Elternteil aus Gründen des Kindeswohls auf seinen Umgang mit dem Kind nicht verzichten.

Damit der Umgang nicht beeinträchtigt wird, gilt für beide Eltern die sogenannte Wohlverhaltensklausel nach § 1684 Abs. 2 BGB. Nach dieser Vorschrift haben beide Eltern „alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert“. Damit ist es den Eltern wechselseitig untersagt, das Kind gegenüber dem jeweils anderen Elternteil negativ zu beeinflussen. Darüber hinaus haben auch Großeltern, Geschwister, Stiefeltern und andere wichtige Bezugspersonen ein Recht auf Umgang mit den Scheidungskindern, wenn dies dem Kindeswohl dient, § 1685 Abs. 1 und 2 BGB.

Kommt es zu Streitigkeiten über den Umgang oder soll dieser aus Kindeswohlgründen eingeschränkt bzw. ausgeschlossen werden, entscheidet das Familiengericht, §§ 1684 Abs. 3, 1685 Abs. 3 BGB. Hierzu gehören auch die Fälle, in denen das Gericht einen „begleiteten“ („behüteten“) Umgang im Beisein einer mitwirkungsbereiten dritten Person (etwa vom Deutschen Kinderschutzbund) anordnet, um eine Gefährdung des Kindeswohls auszuschließen oder einen ersten Kontakt zwischen Vater und Kind anzubahnen.

Die Kinder dürfen mitreden

Beim Sorgerecht, der Aufenthaltsbestimmung und dem Umgang dürfen die Kinder – je nachdem, wie alt sie sind – mitreden. So ist etwa beim Umgang der Wunsch selbst eines sechs- bis siebenjährigen Kindes vom Familiengericht zu berücksichtigen, während beispielsweise der Entzug des Sorgerechts von einem Elternteil gegen den Willen eines 14-jährigen Kindes nahezu ausgeschlossen ist. Zur Wahrnehmung ihrer Rechte erhalten die Kinder zudem vom Gericht einen Verfahrensbeistand zugeordnet (sogenannter Anwalt des Kindes), § 158 Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG).

In der Praxis ist aber der Wunsch von vor allem von kleineren Kindern nach etwa einem gewöhnlichen Aufenthalt beim Vater schwer zu realisieren, wenn dieser in Vollzeit seinem Beruf nachgeht, während die Mutter Hausfrau ist.

Ein häufiges Schattendasein: Der Auskunftsanspruch über die Verhältnisse des Kindes

Eher selten wird in der Praxis vom Auskunftsanspruch über die persönlichen Verhältnisse des Kindes nach § 1686 BGB Gebrauch gemacht. Über diesen Anspruch, der von manchen Familiengerichten eher „stiefmütterlich“ behandelt wird, entscheidet der Rechtspfleger. Danach sind die Eltern verpflichtet, bei berechtigtem Interesse dem anderen Elternteil Auskunft über die persönlichen Verhältnisse des Kindes zu erteilen, soweit dies nicht dem Kindeswohl widerspricht.

Bedeutsam ist dieser Anspruch, wenn etwa ein Elternteil keinen Umgang mit dem Kind hat. Hier kann dieser Elternteil vom anderen – in der Regel halbjährlich – zwei Fotos des Kindes, eine Kopie des Schulzeugnisses sowie einen Bericht über die Entwicklung, den Interessen und den Gesundheitszustand des Kindes fordern. Darauf, dass das Kind keine Herausgabe dieser Informationen wünscht, kommt es nicht an. Der Anspruch ist lediglich ausgeschlossen, wenn die Gefahr besteht, dass diese Informationen missbräuchlich verwendet werden.

Kinder haben Anspruch auf Unterhalt

Zu den Fragen, die bei Trennung mit Kindern bzw. Scheidung mit Kindern zu regeln sind, gehört auch der Unterhalt.

Wo es Hilfe und Beratung zur außergerichtlichen Konfliktlösung gibt

Auch wenn viele Eltern nach einer Trennung zum Wohle der Kinder kompromissbereit sind, lässt sich nicht immer eine einvernehmliche Lösung finden. Hilfe und Beratung bieten hier die kommunalen Jugendämter, die auch über das Beratungsangebot weiterer örtlicher Träger und Einrichtungen informieren.

Kommt es auf diese Weise ebenfalls zu keiner Einigung, bleibt als letzte Möglichkeit nur der Weg zum Familiengericht. Aufgrund der für Laien unübersichtlichen Materie ist es jedoch sinnvoll, einen Fachanwalt für Familienrecht hinzuzuziehen. Bei schwierigen finanziellen Verhältnissen besteht die Möglichkeit, Verfahrenskostenhilfe zu erhalten. Auch dazu berät der Rechtsanwalt Sie gerne.

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Trennung mit Kind: Worauf sollte ich achten?

Wenn sich Mama und Papa trennen, bricht für den Nachwuchs eine Welt zusammen. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Erfahren Sie, wie Sie sich bei einer Trennung mit Kind richtig verhalten!

Circa jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden. Manchmal sehen Paare einfach keinen anderen Ausweg – und die Trennung vom Partner ist für sie wie ein Befreiungsschlag. Doch die Folgen einer Trennung betreffen alle Familienmitglieder. Nicht nur Sie als Eltern- und Ehepaar, sondern auch Ihre Sprösslinge sind betroffen. Ob verheiratet oder unverheiratet – eine Trennung ist nie leicht. Und noch schwerer wird es, wenn Kinder im Spiel sind. Doch Scheidungen müssen nicht zwangsläufig in einem Rosenkrieg enden – und nicht alle Scheidungskinder sind dazu verdammt, ein Leben lang unglücklich zu sein. Worauf sollten Sie bei einer Trennung mit Kind oder einer Scheidung mit Kind achten?

Konkrete Hilfe bei Trennung mit Kindern

Sie und Ihr (Ehe-)Partner haben sich dazu entschlossen, von jetzt an getrennte Wege zu gehen? Oder spielen Sie mit dem Gedanken, eine Trennung trotz Kind zu vollziehen? Sicherlich haben Sie nun viele Fragen – und diese können beantwortet werden: In Deutschland gibt es unzählige soziale Einrichtungen und Behörden, die konkrete Hilfe bei einer Trennung mit Kindern anbieten. Beratungen, die dort angeboten werden, können Ihnen eine Orientierungshilfe für die Konfliktlösung sein, wenn Sie allein nicht weiterwissen.
Daneben kann auch die esoterische Lebensberatung konkrete Hilfestellung leisten. Viele einfühlsame Kartenleger und Hellseher bieten eine kompetente Beratung zum Thema Familie, Scheidung oder Trennung an. Oder Sie tauschen sich im Netz mit Gleichgesinnten aus oder fragen einen Freund/Bekannten, der bereits eine solche Trennung mit Kind überstanden hat.

Trennung mit Kindern – wie Sie vorgehen sollten

Mama, Papa, Kind. Das ist die Konstellation, mit der sich Ihr Kind am wohlsten fühlt. Bei einer Trennung bricht diese kleine Welt zusammen. Das löst große Ängste bei Ihrem Kind aus. Bei allem, was Sie tun, sollten Sie das im Gedächtnis behalten. Auch wenn Sie als Paar auseinandergehen – Eltern bleiben Sie ein Leben lang. Und mit dieser Elternrolle gehen besondere Pflichten einher. Die wichtigste Grundregel: Bei jeder Entscheidung, die Sie als (Ex-)Partner treffen, sollte das Kindeswohl im Vordergrund stehen. Jedes Kind hat Bedürfnisse, die erfüllt sein müssen, damit es sich gesund entwickeln kann. Diese Grundbedürfnisse sollten zu jeder Zeit sichergestellt werden. Das gilt natürlich nicht nur im Fall einer Trennung/Scheidung, dann aber ganz besonders. Wenn die Beziehung am Ende ist, gibt es Wege, eine Trennung trotz Kind zu verkraften. Eine Trennung mit Kindern überstehen – was ist dafür nötig?

Grundbedürfnisse eines jeden Kindes

Jeder Mensch hat Bedürfnisse, das gilt natürlich und insbesondere für Kinder. Nur wenn diese erfüllt sind, ist eine gesunde kindliche Entwicklung gesichert. Die Maslow’sche Bedürfnishierarchie, entwickelt vom amerikanischen Psychologen Abraham Maslow (1908-1970), fasst zusammen, welche Bedürfnisse erfüllt sein müssen, damit sich ein Mensch wohlfühlt in seiner Haut. Zu den Grundbedürfnissen eines Kindes gehören körperliche Unversehrtheit und Schutz ebenso dazu wie Anerkennung, der Wunsch, Neues zu erleben und die Welt zu erforschen. Veranschaulicht wird das in Maslows „Bedürfnispyramide“:

  1. Körperliche Unversehrtheit, Schutz der Gesundheit

    Ihr Kind hat das Bedürfnis nach einem regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus sowie nach Essen und Trinken. Aber auch nach Körperpflege und regelmäßigem Körperkontakt. Ebenso wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes ist die Erhaltung und Förderung seiner Gesundheit. Diese Grundbedürfnisse Ihres Kindes sollten zu jeder Zeit erfüllt werden. Als Eltern tragen Sie dafür Sorge.

  2. Sicherheit, Stabilität, Grenzen und Strukturen

    Kinder sind Schutzbefohlene. Sie brauchen stets eine Vertrauensperson um sich, die sie vor Gefahren warnt und schützt. Kinder drängen nach Raum zur freien Entfaltung, feste Strukturen und klare Grenzen sind jedoch ebenso wichtig.

  3. Soziales Umfeld, Beständigkeit, Unterstützung

    Auch die emotionale Seite Ihres Kindes ist wichtig. Sagen Sie Ihrem Sprössling regelmäßig, wie sehr Sie ihn lieben. Generell sollten Sie Ihrem Kind beibringen: Gefühle dürfen und sollen offen ausgelebt werden. Ihr Kind darf auch mal wütend/traurig/ängstlich sein. Für seine Gefühle muss es sich nicht schämen.

  4. Wertschätzung, Zustimmung, Anerkennung

    Ihr Kind braucht Lob und Anerkennung, um zu wachsen. Es geht nicht darum, das Kind für alles zu loben, was es zustande bringt. Vielmehr sollten Sie als Eltern die Fortschritte Ihres Kindes erkennen und anerkennen. Das stärkt das Selbstvertrauen Ihres Kindes und die Eltern-Kind-Beziehung enorm.

  5. Selbstverwirklichung, Ausdruck, Gestaltung

    Abhängig von ihren besonderen Fähigkeiten und Talenten möchten sich Kinder frei entfalten. Auf eigene Faust die Welt erforschen, die eigenen Grenzen ausloten, eigene Erfahrungen sammeln: Das alles formt und fördert die Persönlichkeit Ihres Kindes – und auch diese ist schützenswert.

Wie Sie Ihr Kind auf die Trennung vorbereiten

Wie bringt man seinem Kind eine Trennung bei – und zwar ohne, dass es dadurch Schaden nimmt? Das ist eine Frage, die sich in wenigen Sätzen nicht beantworten lässt. Grundsätzlich fällt eine Trennung mit Kleinkind anders aus als eine Trennung mit einem Schulkind oder gar einem jugendlichen/erwachsenen Kind. Vom Altersunterschied einmal abgesehen gibt es Regeln, die Sie als Eltern beachten sollten, wenn Sie Ihr Kind auf die Trennung vorbereiten:

  • Beziehen Sie das Kind mit ein!

    Haben Sie für sich als Paar die Entscheidung getroffen, dass Sie sich trennen/scheiden lassen möchten, sollten Sie das Ihrem Kind beibringen – und zwar möglichst schonend. Setzen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind an einen runden Tisch, führen Sie das Gespräch gemeinsam und besprechen Sie vorher, was Sie sagen möchten. Denken Sie daran: Ihr Kind ist ein sensibles Wesen, gehen Sie möglichst sanft vor.

  • Seien Sie geduldig!

    Packen Sie Ihr Kind nicht in Watte, konfrontieren Sie es aber auch nicht mit allzu vielen Fakten. In kleinen Dosen ist eine Trennung für Ihr Kind leichter zu verdauen. Gehen Sie sehr behutsam vor – an dieses Gespräch wird sich Ihr Kind wahrscheinlich für den Rest seines Lebens erinnern.

  • Rechnen Sie mit Abwehr!

    Kinder wünschen sich eine heile Familie. Trennen sich die Eltern oder lassen sich die Eltern scheiden, macht das ein Kind unglücklich. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zunächst mit Abwehr reagiert, ist groß. Das ist auch sein gutes Recht – schließlich wollte das Kind die Trennung nicht. Akzeptieren Sie, dass Ihr Kind Ihre Entscheidung nicht (sofort) nachvollziehen oder akzeptieren wird.

  • Erfüllen Sie Ihren Part als Eltern!

    Sie als Paar haben keine gemeinsame Zukunft, doch Sie werden immer miteinander verbunden sein – durch Ihr Kind. Ihre elterlichen Rechte und Pflichten bleiben nach einer Trennung/Scheidung bestehen. Mama und Papa kümmern sich weiterhin gemeinsam um das Kind. Das sollten Sie Ihrem Kind sagen und natürlich dementsprechend handeln. Ihr Kind darf zu keiner Zeit fürchten, in Zukunft nur noch einen Elternteil in seinem Leben zu haben.

  • Stehen Sie Rede und Antwort!

    Haben Sie Ihrem Nachwuchs mitgeteilt, dass Sie sich trennen werden, wird er viele Fragen haben. Nehmen Sie sich die Zeit und versuchen Sie, möglichst jede Frage zu beantworten. Immer mit dem Ziel, das Kind nicht noch zusätzlich zu verunsichern – sondern im Gegenteil zu beruhigen.

Trennung überwinden mit Kindern – Schritt für Schritt

Der erste Schritt ist getan: Sie haben Ihrem Kind mitgeteilt, dass Sie sich trennen/scheiden lassen wollen. Doch auch nach diesem ersten Gespräch sollten Sie für Ihr Kind da sein und es durch die Trennung und das, was danach kommt, begleiten. Eins ist klar: Eine Trennung überwinden mit Kindern – das geht nur Schritt für Schritt.

  • Stellen Sie die Gefühle Ihres Kindes immer in den Vordergrund!

    Legen Sie jedes Wort auf die Goldwaage und überlegen Sie sich, welche Wirkung Ihre Worte erzielen, bevor Sie diese laut aussprechen. Ihr Kind ist sehr empfindsam und schutzbedürftig. Jedes falsche Wort, jede unbedachte Äußerung kann es verunsichern/ängstigen. Machen Sie sich das immer bewusst!

  • Buhlen Sie nicht um die Aufmerksamkeit Ihres Kindes!

    Sprechen Sie miteinander – nicht übereinander. Wenn Sie die Mutter/den Vater Ihres Kindes schlechtmachen, entsteht bei Ihrem Kind schnell das Gefühl, zwischen den Stühlen zu stehen. Das verunsichert und verängstigt Ihr Kind – schließlich möchte es nicht zwischen Mama und Papa wählen müssen.

  • Sprechen Sie sich ab!

    Stellen Sie Regeln für das gemeinsame Kind auf. Regeln, die immer gelten – ganz gleich, bei welchem Elternteil das Kind gerade lebt oder zu Besuch ist. Das kann Ihr Kind direkt betreffen (Schlafenszeiten, Taschengeld, Sportverein) oder etwas Übergreifendes sein (Elternabende, Arzttermine, Ferien).

  • Bewahren Sie Haltung!

    Eine Trennung ist immer schmerzhaft. Dennoch sollten Sie Ihrem Kind gegenüber nicht die Beherrschung verlieren. Ihr Kind ist nicht der richtige Ansprechpartner, wenn Sie über die Trennung/Scheidung sprechen wollen. Es könnte die ganzen Informationen vermutlich überhaupt nicht verarbeiten. Auch ein plötzlicher Gefühlsausbruch kann Ihr Kind verunsichern und ihm nachhaltig schaden.

  • Seien Sie für Ihr Kind da!

    Haben Sie Ihr Kind bisher immer zum Gitarrenunterricht oder Fußballtraining begleitet, sollte sich das mit der Trennung/Scheidung nicht ändern. Das geht sogar noch weiter: Haben Sie schulische Termine/Events stets gemeinsam als Eltern wahrgenommen, sollten Sie das nach Möglichkeit weiterhin tun. Es ist wichtig, dass Ihr Sprössling weiterhin Beständigkeit erfährt. Das wird ihm enorme Sicherheit geben.

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Bin nicht traurig nach der Trennung – warum?

Hallo,
Nachdem mein vorheriger Beitrag nur ein paar Zeilen Anzeigt und ich es nicht ändern kann schreib nochmal alles auf.
Ich brauche eure Hilfe
Meine Frage lautet: kann mein Verhalten und meine Empfindung normal sein?!
Zu mir :
Ich bin w 22 und wurde am Dienstag nach knapp 3 Jahren von heut auf morgen von meinem „nun Exfreund“ verlassen. Was passiert ist steht in einem weiteren Beitrag.
Ich musste ihm „entlocken“ das er mir mir Schluss macht und war einfach sprachlos da er mir keinen während Grund genannt hat
Da wir seid über einem Jahr gemeinsam in seiner Wohnung gewohnt haben bin ich ohne weinen oder groß was zu säen raus zum telefonieren da ich ja iwo unter kommen musste. Als ich nach paar Minuten wieder in die Wohnung kam war er einfach abgehauen , fuhr wohl zu seinem Bruder wie ich von einer Freundin erfuhr.
Er hat vor 2 Jahren schon einmal plötzlich Schluss gemacht weil ich sehr eifersüchtig WAR. Dort hab ich dann direkt geweint und gebettelt das er es nicht machen soll :/
Wo er weg war hab ich dann in Ruhe 2-3 Taschen gepackt mit Anziehsachen und fuhr zu meinen Eltern . Als ich da Ankam , natürlich hatte ich bisschen geweint aber wenig für die letzten Male .
Was mich selbst verwundert , wir hatten viele Zukunftspläne wie Kinder in ein paar Jahren und heiraten , vor kurzem erst 2 Autos gekauft . War mir auch immer sicher (bisher) das er der ich mit dem ich mir ein gemeinsames Leben vorstellen konnte und er genau So mit mir .
Mit all dem wundert es mich wie wenig ich geweint habe usw.
Hatten dann 2 Tage keinen Kontakt bis ich ihn anrief und ihm erzählte das ich Donnerstag Abend meine restlichen Anziehsachen und wichtige Unterlagen abhole wenn er zum Sport sei und vorher ein Gespräch haben möchte wegen gemeinsame Möbel , meine Möbel wann ich die abhole und wie wir das regeln mit den finanziellen Anschaffungen
Als wir uns trafen wusste ich sobald ich ihn sehe das ich nicht weine . Es war anders einfach .
Hab auch normal mit ihm geredet aber er stand nur vor mir mit verschränkten Armen , Desinteresse hat ich das Gefühl , abweisend , und sehr kühl. Was ich nicht verstehen kann , es ging nicht um die Beziehung oder die Trennung und ich als verlassene hab normal geredet und hätte vllt mehr Grund so zu sein. Er verhielt sich als wären wir nie intim gewesen , flüchtige Bekannte .
Am nächsten Tag hatte ich so ein richtiges tief, total fertig auf der Arbeit , viel Tränen sind geflossen
ABER nicht weil ich ihn als Person vermisse sondern weil ich sein Verhalten mir gegenüber nicht fair finde .
Am Samstag und heute geht’s mir wieder für die Umstände gut
Keine einige Träne floss , vermisse ihn nicht , mache mr nach wie vor Gedanken über sein Verhalten am Dienstag und Donnerstag .
Am Dienstag treffen wir uns nochmal wegen finanzielle Sachen und hab ihm dann Am Telefon gestern gesagt ich will dann eine vermutlich auch eine Aussprache
Er sagt zwar er brauch keine aber würde es tun aber er ist einer der meidet ernste Gespräche und vermute Wie das gespräch schon wird aber möchte einfach verstehen wieso er so handelt
Weshalb er Schluss gemacht hat kann ich mir denken
Nämlich : die Gefühle sind nicht mehr die selben
Würde sein Verhalten mir gegenüber oftmals erklären , und ist ja auch völlig okay . Gefühle kommen und können auch wieder gehen aber man sollte ehrlich sein , in der Beziehung haben wir auch sogut wie über alles geredet bis auf über Sachen die ihn störte er sprach nie was an . Naja im Endeffekt seh ich halt das dort Kommunikationsstörungen gab aber wenn er nicht reden mag kont ich in der Beziehung auch nichts dran machen , das war mir aber von Dr letzten Trennung schon bekannt .
Aber was ist mit mir?
Wieso reagier ich nicht so traurig wie gedacht auf diese Trennung ? Wieso fehlt er mir nicht wenn ich zB . im Bett liege ?
vermutlich sind meine Gefühle für ihn auch nicht mehr die selben oder?
Vllt hat ja jemand sowas auch mal so erlebt oder kann mir allgemein darauf antworten oder einen Rat geben

So lernst du, nach einer Trennung richtig loszulassen

Ich habe vor Kurzem eine schmerzhafte Trennung durchgemacht, die sehr unerwartet kam. Im Laufe dieser Zeit habe ich aber auch ein paar harte Wahrheiten gelernt und musste herausfinden, wer ich bin und was ich eigentlich will. Weil ich mich für Wissenschaft interessiere, habe ich mich gefragt, wie Psychologen dieses Phänomen erklären. Was ich dabei herausgefunden habe, möchte ich dir selbstverständlich nicht vorenthalten.

Auch auf i-D: So definiert unsere Generation Liebe neu

Ihr werdet Stimmungsschwankungen erleben
Im Vergleich zu anderen Trennungen war dieses Mal eines besonders auffällig: wie schnell und unvorhersehbar sich meine Stimmung änderte. In einem Moment fühlte ich mich gut und dachte mir, dass es trotz allem das Beste war. Im nächsten übernahmen andere Gedanken die Kontrolle und ich fühlte mich wieder traurig und habe daran gezweifelt, ob es die richtige Entscheidung war. Solche Gefühle und Gedanken sind völlig normal. Aber was verursacht diese Stimmungsschwankungen?

Grace Larson, Doktorandin an der Northwestern University erklärt mir, dass uns enge Partner dabei helfen, unsere Emotionen, unseren Rhythmus – also wann wir schlafen, wann wir aufwachen und wann wir Hunger haben –, und andere Aspekte unseres Körpers zu regulieren. Wir sehen im Partner eine „Bezugsperson“, durch die wir uns sicher fühlen und mit der wir viele Aktivitäten teilen. Wenn diese Beziehung vorbei ist, gerät unser Alltag durcheinander, wir verlieren unsere Struktur. „Deshalb macht es Sinn, dass unsere Gefühle ohne diese Beziehung für eine Weile außer Kontrolle geraten.“

„Trennungen sind – wie andere Lebensumstände auch – eine Mischung aus positiven und negativen Erfahrungen“, sagt Gary Lewandowksi, Professor und Dekan der psychologischen Fakultät der Monmouth University. „Auch wenn man traurig über das Beziehungsende ist, hat eine Trennung auch etwas Positives: mehr Zeit, um sich mit sich selbst und anderen auseinanderzusetzen. Das gilt auch, wenn man derjenige ist, der sich getrennt hat“, so Lewandowski weiter. „Zwar kann man sich dann besser fühlen, weil man auf das Ende vorbereitet war, trotzdem wird man negative Emotionen und Gewissensbisse dem Partner gegenüber empfinden und sich fragen, ob das die richtige Entscheidung war.“

Ihr werdet körperliche Schmerzen spüren
Zu den negativen Emotionen bei einer Trennung gehört der Schmerz. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein emotionaler Verlust im Gehirn genauso verarbeitet wird wie körperlicher Schmerz. In einer in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichten Studie aus dem Jahr 2011 haben Wissenschaftler die Gehirnaktivitäten der Teilnehmer gemessen, während sie sich Bilder ihrer Ex-Partner ansehen mussten, von denen sie sich erst kürzlich getrennt hatten. Danach haben sie die Probanden einer schmerzhaften, aber nicht gefährlichen Hitze ausgesetzt. Beide Situationen wurden vom Gehirn auf ähnliche Art und Weise verarbeitet. „Diese Ergebnisse unterstreichen, dass Trennungen schmerzhaft sind“, schlussfolgerten die Wissenschaftler.

Ihr werdet Entzugserscheinungen haben
Neben Schmerz spürt man auch eine Art Entzug. Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass Liebe wie süchtig machende Drogen für das Gehirn wirkt und ihr Verlust ähnliche Effekte wie ein Entzug hat. Ich mag diesen Vergleich nicht, weil etwas Gesundes und Lebensbejahendes mit etwas Destruktivem in Verbindung gebracht wird. Unabhängig davon existieren tatsächlich biochemische Parallelen zwischen der Liebe und einer Drogen-Abhängigkeit sowie zwischen einer Trennung und einem Entzug. Trotzdem gehören Sport und Freunde zu den Dingen, mit denen man diese Zeit besser übersteht.

Ihr müsst euch selbst neu justieren – und darüber sprechen
Wenn man mit jemandem eine intime Beziehung eingeht, kann sich die eigene Identität dadurch verändern – das ist an sich wenig überraschend. Ich habe eine Frau gedatet, deren Familie mir sehr deutlich gemacht hat, dass sie der Liebe nicht zustimmen würden, solange ich nicht zum Judentum konvertiere. Auch wenn die Beziehung letzten Endes gescheitert ist, habe ich dennoch ernsthaft über eine Veränderung meiner Identität nachgedacht. Zu den größten Herausforderungen einer Trennung gehört daher die Beantwortung der Frage: Wer bin ich jetzt ohne meinen Partner?

Psychologen nennen diesen Prozess „Self-Concept Reorganization“ oder die Erneuerung des Ichs. Für eine Studie, die in der Zeitschrift Social Psychologial and Personality Science veröffentlicht wurde, haben Grace Larson und der amerikanische Psychologe David Sbarra ein Experiment mit 210 Studierenden durchgeführt. Die Teilnehmer mussten sich im Labor voneinander trennen. 120 der Studierenden haben im Verlauf von neun Wochen vier Mal mit den Wissenschaftlern über ihre Trennung gesprochen und ihren Blutdruck dabei messen lassen. Mit den restlichen 90 Studenten wurde lediglich am Anfang und am Ende des Experiments das Gespräch gesucht. Die erste Gruppe hat besser abgeschnitten – bei ihnen wurden weniger „Probleme mit der eigenen Identität im Verlauf des Experiments“ beobachtet. Mit anderen Worten: Die Probanden in dieser Gruppe waren sich bewusster darüber, wie ihre Identität jenseits ihres Ex-Partners aussieht. Ob man nun mit einem Psychologen über seine Trennung redet oder nicht, eins steht fest: Es hilft, sich Freunden und Familie zu öffnen und darüber zu sprechen, was man durchmacht. Das dient nicht nur der emotionalen Unterstützung, sondern auch dem kognitiven Verarbeitungsprozess.

Eine Zurückweisung beeinflusst tatsächlich euer Herz
Eine Trennung beschäftigt nicht nur das Gehirn, sondern den ganzen Körper. Die Zeitschrift Psychological Science hat 2010 einen Artikel über ein Experiment veröffentlicht, in dem Wissenschaftler den Probanden Bilder von Unbekannten gezeigt haben. Nachdem den Teilnehmern gesagt wurde, dass sie von der Person auf dem Bild ausgemustert wurden, sank ihr Puls. Die Ergebnisse legen eine Störung des parasympathischen Nervensystems nahe, das den Körper im Ruhezustand reguliert und für die Erholung zuständig ist.

In einem anderen Experiment, der Artikel ist im Psychosomatic Medicine erschienen, haben die Psychologen 70 geschiedene Männer und Frauen untersucht. Die Teilnehmer wurden gebeten, über ihre Scheidung zu sprechen. Dabei wurde ihr Blutdruck gemessen. Bei den Männern, die immer noch traurig über die Scheidung waren, wurde ein Anstieg des Blutdrucks beobachtet, bei den Frauen blieb die Werte hingegen gleich.

Es hilft, Emotionen auszuleben
Egal wie lange man mit einer anderen Person zusammen war, die Trennung ist immer schwer. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass man nach einer Trennung gestärkt und mit einem besseren Selbst-Bewusstsein rausgeht, liegt höher, wenn man weiß, wer man ist und was man will. Laut Wissenschaftlern ist die beste Art, mit einer Trennung fertig zu werden, wenn man sich selbst erlaubt, die Emotionen auszuleben, anstatt vor ihnen wegzulaufen. Diese These stützen auch die Untersuchungen von Gary Lewandowski. „Über das Erfahrene zu schreiben und sich besonders auf die positiven Aspekte zu konzentrieren, fördert eine positive Gefühlswelt nach einer Trennung“, so der Psychologe.

Und dann gibt es auch noch den größten Faktor: Zeit. Die Zeit heilt bekanntlich alle Wunden. Die Dauer ist bei jedem unterschiedlich, schließlich ist jede Person und Situation anders. Doch die gute Nachricht zum Schluss: Laut wissenschaftlicher Untersuchungen überschätzen die meisten Menschen die Dauer, wie lange sie brauchen, um über eine Trennung hinwegzukommen. Und mit ein bisschen Glück wird die nächste Beziehung auch noch besser. Um es mit Adeles Worten zu beschreiben: „Sometimes it lasts in love, but sometimes it hurts instead.“

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.

Trennung mit Kind: Was es zu beachten gibt

Zwei Tage später zog ­Michael aus. Eva ließ sich krankschreiben, nahm die Akutberatung einer F­amilienhilfe und Sitzungen bei einem Psychotherapeuten in Anspruch. „Das half mir, die Trennung zu verarbeiten“, erzählt sie. „Außer­dem lag gleich der Fokus ­darauf, zwischen uns als Paar und uns als E­ltern zu unterscheiden. Wer nicht leiden sollte, war Felix. Auch Michael ­entschied sich für eine Psychotherapie: „Ich hatte und habe wahnsinnige Schuldgefühle, und es fiel mir schwer zu sagen, dass auch ich u­­nter der Trennung l­eide.“ Gleichzeitig meldeten sie sich bei ein­er Trennungsberatung a­n.

Eltern sollten frühzeitig Unterstützung in Anspruch nehmen – gemeinsam, aber auch jeder für sich. „Ist man emotional zu stark betroffen, fällt es schwer, Eltern- und Paarebene zu trennen“, sagt der Berliner Berater Joachim Hollnagel. Sachliche Diskussionen, e­twa über Betreuung oder Unterhalt, seien dann kaum möglich.

Dr. Eliane­ Retz hat an der Ludwig-Maximil­ians-Universität München zu Trennungsbewältigung geforscht. Ihr Schwerpunkt lag dabei auf stark zerstrittenen Paaren. Sie sagt: „Wie Kinder die Trennung verkraften, hängt sehr vom Umgang der Eltern mit ihren Konflikten und der Fähigkeit ab, danach miteinander zu kooperieren.“ Die Pädagogin hält deshalb Angebote wie den bundesweit durchgeführten Elternkurs „Kinder im Blick“ (www.kinderimblick.de) für sehr wichtig. Dort erhalten Paare, die sich getrennt haben, praktische Tipps für den Umgang mit der Situation. „Der Kurs wird selbst von stark zerstrittenen ­Eltern, die vom Familiengericht dorthin geschickt werden, sehr gut angenommen“, sagt Eliane Retz.

Wie geht es nach der Trennung mit den Kindern weiter?

Sprechen Michael und Eva über die erste Zeit nach seinem Auszug, fällt bei beiden das Wort „­naiv“. Sie erzählen dann vom Zoo-Besuch, den sie nur we­­nige Tage nach der Trennung gemeinsam unternahmen. „Ich dachte, wir müssten für Felix zu­sammen präsent sein“, sagt Eva. „Ich hatte­ gehofft, es könnte weitergehen wie bisher“, sagt Michae­l. Beide: „Das war natürlich naiv. Wir konnten das nicht.“ Weil Michael noch ­keine eigene Wohnung hatte,­ schlief F­elix z­unächst durchgehend bei der Mutter. Täglich hatten er und sein Vater aber Kontakt – und damit auch die E­ltern. „Ich ­hätte und habe Michael den Umgang nie verweigert“, sagt Eva. „Aber es war hart. So, als würde Salz in eine Wunde gestreut.“

„Die Umgangsregelung gehört für Scheidungsfamilien zu den größten Herausforderungen“, sagt Forscherin Eliane Retz. „Vor allem Kinder, deren Mütter und Väter auch nach der Trennung zerstritten sind, werden dadurch oft belastet.“ Die ­Eltern würden den Ex-Partner am liebsten aus ihrem Leben streichen und erwarteten – bewusst oder unbewusst – häufig, dass die Kinder Partei ergreifen. „Dass jemand zwar kein guter Ehemann, aber ein guter Vater sein kann, erscheint ­ihnen unmöglich“, sagt Retz. Nicht selten werde der Ex-Partner vor den Kindern schlechtgemacht, wobei oft kleine Äußerungen oder ein verärgerter Blick reichten, etwa wenn das Kind vom Vater erzähle. „Das führt zu Loyalitätskonflikten, mit denen Kinder nicht umgehen können.“

Was hilft mir, wenn es stürmt? Trennung/Scheidung im Baby- und Kindergartenkinderalter

Kinder lieben beide Elternteile und brauchen die Unterstützung und Zuwendung beider. Eine Trennung ist für die Kinder daher eine belastende und schmerzhafte Situation. Der Verlust der vertrauten Lebenssituation führt zu Unsicherheit, die Kinder haben Angst, sind wütend und traurig. Sie fühlen sich oft hilflos, allein und mißverstanden, oftmals sogar schuld an der Trennung ihrer Eltern. Dazu kommt, dass die Kinder in solch unsicheren Zeiten meist nicht die Möglichkeit haben, ihre Ängste und Sorgen auszudrücken oder ihre Fragen zu stellen. Sie ziehen sich zurück und können Verhaltensauffälligkeiten entwickeln. Wie gut es einem Kind gelingt, die neue Familiensituation anzunehmen, ist nicht eine Frage von Zufall oder Schicksal.

Ein Kind muss auf die Trennung reagieren, die Reaktionen sind gesund, normal und wichtig.

Kein Kind nimmt die Veränderung des familiären Zusammenlebens so hin, als ob nichts wäre. Mögliche Reaktionen können Aggressionen oder Rückschritte in der Entwicklung sein, ebenso können Schulschwierigkeiten, auffälliges Verhalten, der Rückzug des Kindes oder psychosomatische Beschwerden auftreten. Diese Symptome soll man auf keinen Fall unterdrücken oder bekämpfen, sie dienen dazu. die aus dem Lot geratene Balance wieder herzustellen.

Kein Kind nimmt die Veränderung des familiären Zusammenlebens so hin, als ob nichts wäre. Mögliche Reaktionen können Aggressionen oder Rückschritte in der Entwicklung sein, ebenso können Schulschwierigkeiten, auffälliges Verhalten, der Rückzug des Kindes oder psychosomatische Beschwerden auftreten. Diese Symptome soll man auf keinen Fall unterdrücken oder bekämpfen, sie dienen dazu. die aus dem Lot geratene Balance wieder herzustellen.

Erfahren Sie hier wie Aliente und Unterhaltszahlungen an Kinder in Österreich geregelt sind.

Wie eine Trennung erlebt wird, ist immer eine höchst individuelle Angelegenheit. Eine pauschalisierte Verallgemeinerung lässt sich weder für das betroffene Paar selbst, noch für deren Kinder ableiten.

Trotz spezifischer Unterschiede, lassen sich jedoch alterstypische Reaktionen beobachten:

  • Babys und Kleinkinder haben sehr feine Antennen, wenn es um die Gefühle ihrer Eltern und die Atmosphäre in der Familie geht. Sie nehmen rasch wahr, wenn sich der gewohnte Tagesablauf verändert, z. B., wenn ein Elternteil seltener da ist oder nicht mehr in der Wohnung schläft. Babys reagieren auf emotionale Signale und Befindlichkeiten ihrer Bezugspersonen sehr stark, sie empfinden aggressive Stimmen und Stimmungen als bedrohlich und nehmen eine konfliktgeladene, gespannte Atmosphäre wahr. Ein vorübergehender Entwicklungsstillstand oder sogar –Rückschritt sind normal – diese signalisieren: „Ich möchte, dass alles wieder wie früher ist.“ Diese Reaktionen können auch mit Verspätung eintreten. Manche Babys weinen oder schreien mehr, können Einschlaf-, oder Durchschlafschwierigkeiten haben oder es verändern sich Essens- und Schlafgewohnheiten.
  • Im 2. und 3. Lebensjahr beginnt das Kind sich von der Mutter abzulösen und seinen eigenen Willen zu erleben. Es kann immer mehr Dinge selber machen und auch zunehmend seine Bedürfnisse verbal artikulieren. Das Wort „Ich“ gewinnt an Bedeutung. In dieser Altersstufe lieben die Kinder das Vertraute und Berechenbare. Die sichere Zuneigung der Eltern ist die Basis für die beginnende Ablösung. Kinder in diesem Alter haben nur wenige Möglichkeiten mit Stresssituationen umzugehen, daher ist es im Falle einer Trennung/Scheidung wichtig, die Gefühle des Kindes wahrzu­nehmen und verstehend zu begleiten. Verhaltensänderungen können sein: Rückschritte in der Sauberkeitserziehung, Trennungsängste, Angst vor Unbekanntem oder auch verstärktes Trotzverhalten.
  • Im Vorschulalter haben Kinder noch keine Vorstellung davon, was Trennung und Scheidung bedeuten. Für sie ist es ganz selbstverständlich, dass Papa und Mama immer zusammen sind, ohne Anfang und schon immer, seit sie auf der Welt sind. In diesem Alter ist das magische Denken noch ausgeprägt, die Kinder sehen sich als Dreh- und Angelpunkt der Welt, alles was passiert, hat unmittelbar mit ihnen zu tun. In den zwei Jahren vor der Schulzeit lernen Kinder das Gefühl der eigenen Schuld kennen. Je jünger die Kinder sind, desto häufiger fühlen sie sich schuldig. Sie haben schnell das Gefühl der Ausschlag gebende Punkt für die Trennung gewesen zu sein. Sie fragen sich, ob sie schuld sind, dass Mama und Papa sich nicht mehr mögen. Sie versuchen eine Erklärung zu finden, z. B. weil sie nicht brav waren, hat sie der Papa nicht mehr lieb und darum zieht er aus!

Schon in diesem Alter sollte man beachten, was für alle Trennungskinder gilt: Sie müssen beide Elternteile lieben dürfen.

Auch der größte Trennungsschmerz der Eltern darf nicht dazu führen, dass ein Elternteil den anderen vor dem Kind schlecht macht. Jedes Kind trägt Mutter und Vaters in sich – wenn nun einer dieser Teile abgewertet wird, verliert das Kind an Selbstwert. Wichtig ist es auch, dass beide Eltern dem Kind immer wieder vermitteln, dass die Trennung nichts mit ihm selbst zu tun hat, und dass man es natürlich weiterhin ebenso lieb hat wie zuvor.

Da es Babys und Kleinkinder aufgrund ihrer Entwicklung noch nicht möglich ist, sich den abwesenden Elternteil vorzustellen und somit präsent zu haben, sollte dieser symbolisch im Alltag des Kindes anwesend sein dürfen: Indem über ihn gesprochen wird (z. B. „Schau mal, ziehen wir den Pulli an, den dir der Papa gekauft hat!“) oder Fotos und Erinnerungsstücke bereit liegen .

Babys brauchen:

  • Viel Zuwendung und zärtliche Aufmerksamkeit!
  • Der Kontakt zu dem Elternteil, der ausgezogen ist, sollte möglichst regelmäßig sein. Für kleine Kinder ist ein häufiger, mehrmals wöchentlicher und dafür vielleicht kürzerer Kontakt wichtiger als ein Wochenende nur alle zwei Wochen.

Kleinkinder brauchen:

  • Sicherheit in der Zeitstruktur, im Tagesablauf sowie Köperkontakt.
  • Auch bei Kleinkindern sollte der Kontakt zu dem Elternteil, der ausgezogen ist, möglichst regelmäßig und alltäglich sein. Die Angst des Kindes, verlassen zu werden, wird durch den regelmäßigen Kontakt auf jeden Fall verringert.
  • Wie heftig Kinder (auch ältere) unter dieser Angst leiden, darf man nicht unterschätzen. Wenn einer gegangen ist, folgern sie, können alle gehen. „Ich bin für dich da“ – solche Versicherungen kann ein Kind, auch wenn es selber noch nicht sprechen kann, gar nicht oft genug hören.

Vorschulkinder brauchen:

  • Tägliche Routine und klare Strukturen, dh auch, dass ein Kindergartenwechsel – wenn möglich – vermieden wird.
  • Aufmerksamkeit, Verständnis und Unterstützung.
  • Immer wieder Erklärungen, was passiert ist (wenn Kinder immer wieder dasselbe fragen, heißt das nicht, dass etwas schlecht erklärt wurde, sondern das Kind überprüft, ob es die Sache richtig verstanden hat, damit es diese in sein Leben integrieren kann)
  • Bewegung, um die Spannung, in der sie sich oft befinden, abzubauen.
  • Möglichkeiten, ihre Gefühle zu äußern und auszudrücken.

Gastbeitrag von RAINBOWS.at – Begleitung und Unterstützung für Kinder und Jugendliche nach einer Trennung/Scheidung der Eltern oder dem Tod nahestehender Menschen. Nähere Informationen zu RAINBOWS-Angeboten gibt es in den RAINBOWS-Landesstellen jedes Bundeslandes!

Jutta sitzt mit verheulten Augen und verstopfter Nase vor mir und schaut auf den Restschaum ihres lauwarmen Capuccinos. Paul hat sie verlassen und sie hat es nicht kommen sehen. Sie sagt was von „Wie konnte mir das passieren“, „Was wenn wir uns zufällig auf der Straße begegnen, er wohnt ja gleich um die Ecke“ und „Er hat noch sein Deo und die Zahnbürste bei mir, was meinst du wann er die abholen kommt?“. Ich nehme ihre Hand und hör mich „Alles wird gut, das wird sich legen mit der Zeit“ sagen, während ich an die Trennung mit dem Vater meines Kindes zurückdenke. Was das für ein zermürbendes Jahr war und wie ich mir auch manchmal gewünscht hätte, Deo und Zahnbürste wären meine Hauptsorgen gewesen.

Dass ein Kind alles ändert, erfährt man spätestens, wenn es da ist. Das trifft sowohl in der Beziehung, im eigenen Leben, als eben auch im Fall einer Trennung zu. So verlockend der Drang ist, das Ganze erstmal hinter sich zu lassen und nie wieder miteinander zu sprechen, so unrealistisch ist er auch. Hat man sich nach langem hin und her Überlegen doch durchgerungen, getrennte Wege zu gehen, bleibt da noch immer die Elternbeziehung und von der kommt man nunmal nicht weg. Wie geht man also am Besten mit dieser schweren Phase um, ohne dass alle Beteiligten noch mehr leiden? Hier ein paar Grundregeln:

1. Kinder sind nicht unsere Vertrauten

Gerade kurz vor oder frisch nach der Trennung können sich Eltern einsam und isoliert fühlen. Man reflektiert über die Beziehung, hat eventuell noch die Hoffnung es könnte ja doch noch, und das Kopfkino nimmt kein Ende. Da kann es schon verlockend sein, sich seinen Kindern anzuvertrauen: man schwelgt in Erinnerungen und erzählt die Liebesgeschichte zwischen Mama und Papa, fabriziert verschlüsselte Nachrichten in der Hoffnung, das Kind gibt sie dem Ex-Partner so weiter… STOP! Sehr schlechte Idee! Kinder sind und dürfen niemals Vertraute sein und haben auch nicht die zugrund liegende Dynamik der Trennung zu kennen. Daraus entsteht der sehr zerstörerische „Loyalitätskonflikt“ und das Kind ist versucht, Partei für ein Elternteil zu ergreifen. Das einzige was das Kind wissen sollte, ist dass Mama und Papa sich nicht mehr lieben, sich getrennt haben und auch nicht mehr zusammen kommen. Basta!

2. Kinder sind keine Spione

Egal, wie ihr euch die Kinder aufteilt, sei es jedes 2. Wochenende, jede Woche oder nur um Urlaub, euer Nachwuchs wird nach der Trennung zum Pendelkind. Das heißt, dass man sich damit abfinden muss, einen Teil im Leben des Kindes nicht wirklich mitzukriegen, solange es beim Ex-Partner ist. Wann geht das Kind ins Bett? Was bekommt es zu essen? Was macht es am Wochenende? Mit wem trifft es sich? Herrschen auch dort gewisse Regeln? Man wird es nie genau erfahren und das ist auch ok so. Auch wenn es verlockend ist, das Kind nach der Übergabe mit Fragen zu löchern, lasst es besser bleiben. Kurz und knapp fragen, ob alles ok war und der Rest geht uns nichts mehr an!

3. Loslassen lernen

Eine der schwierigsten Aufgaben nach der Trennung. Nicht nur muss man den Ex-Partner lernen loszulassen, sondern auch das Kind. War man es doch bis dahin gewohnt, das Gewusel immer um sich herum zu haben und sehnte sich sogar einmal nach einer Auszeit, so ist man nun plötzlich immer wieder kinderlos und muss sich neu orientieren. Man muss lernen diese Zeit für sich zu nutzen, Dinge nur für sich zu unternehmen, egoistisch im positiven Sinne zu sein, und das ist nach oft mehreren Jahren intensiver Mutterschaft gar nicht so einfach. Auch muss man lernen zu akzeptieren, dass der andere Part es genauso gut kann und man entbehrlich ist. Nimmt euch Zeit für diesen Prozess und lernt progressiv wieder zu euch zu finden.

4. Das Materielle regeln

Wer zahlt was? Das ist eine wichtige Frage, die man im Vorfeld unbedingt klären sollte, damit die Kinder so wenig wie möglich davon mitbekommen. Wer zahlt die Kantine, den Karate-Kurs, die Winterschuhe, den Nachhilfeunterricht, die Windeln für die Kita, eine neue Brille? Wir wissen, wie teuer Kinder sind, vor allem, wenn man ihnen auch was bieten möchte. Um sich da nicht immer wieder in die Haare zu kriegen, sollten hier ganz klare Regeln herrschen, und dabei Rücksicht auf die finanzielle Lage des genommen werden. Da dies meistens ein sehr heikles Thema ist, kann man hierfür einen Termin beim Jugendamt oder in der Mediation ausmachen. Fair bleiben ist hier key, das erspart allen sehr viel Ärger im Nachhinein.

5. Vor den Kindern wird nicht gestritten

Ist man erstmal getrennt, will man den Ex nicht ständig vor der Nase haben. Trotzdem muss man meistens die Übergaben in Kauf nehmen und so kann es schwer werden, den so lang ersehnten endgültigen Abstand zu bekommen. Immer wieder kommt es zu Reibereien und die Kinder werden im schlimmsten Fall mit reingezogen. Wie streitet man sich, ohne dass es die Kids mitbekommen? Macht man einen Telefontermin aus? Streitet man auf Whatsapp? Schreibt man sich Streitbriefe? Fest steht, dass der Ex-Partner sich nicht ändern wird, obige Optionen sind also alles vergeudete Energie. Gibt es tatsächlich ein Anliegen, dass man dem anderen kommunizieren möchte, sollte man sich also zuerst fragen, ob die Botschaft wirklich auf das Kindeswohl reduziert ist und keine latenten Unterstellungen, Anweisungen oder andere emotionale Ausgüsse beinhaltet. Um Übergaben damit nicht zu belasten, sind Emails oft die beste Kommunikationsform.

6. Respekt, Respekt, Respekt

Auch wenn es sauschwer fällt, respektiert den anderen Elternteil. Nicht, weil ihr es ihm schuldig seid, sondern fürs Kind. Bringen wir unseren Kindern nicht auch bei, lieb und freundlich mit anderen Kindern umzugehen, nicht zu hauen und nicht zu spucken, sich nicht zu beschimpfen und Probleme im Dialog zu lösen? Dann sollten wir genau diese Werte auch vorleben. Auch wenn man sie nach einer Trennung nicht mehr sieht, hat der Ex-Partner auch gute Seiten. Indem man ihn komplett aus seinem Leben ausblendet, weist man auch ein Teil seines Kind zurück. Respekt ist also oberstes Gebot! Beide Elternteile sollten daran arbeiten, auf ein respektvolles Level zu kommen und dieses unter allen Umständen zu pflegen. Je besser man das hinbekommt, desto sicherer fühlt sich das Kind in dieser neuen Konstellation.

7. Emotionen auffangen

Nicht nur die Eltern erleben so eine Trennung oft als traumatisch. Auf einmal tut sich eine Emotionswelt im Leben des Kindes auf mit der es nicht umgehen kann. Kleinkinder wirken unausgeglichen bis aggressiv, schlafen nicht mehr durch, können sich nicht mehr konzentrieren. Ältere Kinder haben oftmals das Bedürfnis darüber zu sprechen oder ziehen sich zurück. Wichtig hier ist, das Kind aufzufangen und ihm immer wieder zu sagen, dass es ok ist, sich so zu fühlen. Es darf sich darüber ärgern, uns doof finden und traurig sein. Begleitet es durch diese schwere Phase, bietet ihm eventuell einen außenstehenden Gesprächspartner an und versucht nicht für alles eine perfekte Antwort zu finden. Geht das Kind in die Kita oder zur Schule, sollten Lehrer und Erzieher über die Veränderungen unterrichtet werden. Nicht etwa, um es vor Ort zu thematisieren, eher damit sie bescheid wissen und besser auf die eventuellen Stimmungsschwankungen eingehen können.

8. Ein Netzwerk aufbauen

Früher reichte eine kurze SMS an den Partner, wenn man mal länger auf der Arbeit bleiben musste und das Kind nicht abholen konnte. Das geht jetzt nicht mehr, man muss also so einiges umdisponieren. Daher ist es ganz wichtig, sich ein Netzwerk aufzubauen, auf das man zurückgreifen kann, sollte man verhindert sein. Oma und Opa, Freunde, Tanten, Nachbarn, Babysitter… Natürlich ist es toll, wenn der Ex-Partner auch nach der Trennung der Hauptansprechpartner für alle Fälle bleibt, besser ist es aber immer, wenn man schon früh lernt, derartige Situationen selbst zu meistern.

Gebt euch und dem Kind Zeit, sich in der neuen Lebensform zurechtzufinden. Jeder hat das Recht, anders mit der Situation umzugehen, seid für eure Kids da, wie auch immer sie es brauchen. Lasst eure Trauer, Wut und Verletzungen nicht überhand nehmen und baut euch Quality-Momente alleine und mit dem Kind ein, in denen alle Kraft schöpfen können. Falls ihr es alleine nicht schafft, gibt es zahlreiche Anlaufstellen, an die ihr euch wenden könnt und solltet. Denn von zufriedenen Eltern profitiert schließlich auch das Kind!

Wer gemeinsame Kinder hat und irgendwann, eines bösen Tages, feststellt, dass ein Zusammenleben mit dem Partner nicht mehr möglich ist, setzt sich im besten Fall mit dem Partner oder Ehemann zusammen und bespricht auf Elternebene, wie man weiter vorgeht und ohne viel Streit eine friedliche, faire Trennung hinbekommt.

In diesem Idealfall einigen sich die Eltern über wichtige Eckpunkte, bevor sie dem Kind gemeinsam erklären, was sich ändern wird, und dass sie beide als Eltern weiterhin für das Kind da sein werden, auch wenn sie getrennte Wohnungen haben.

Das wäre der Idealfall. Der ist leider nicht immer zu verwirklichen, denn gar nicht so selten will einer der Ehepartner die Trennung nicht akzeptieren und weigert sich, beim Finden einer sinnvollen Lösung zu helfen, Und dann gilt für verheiratete wie unverheiratete Paare: Achtung, es kann schwierig werden. Und glaubt mir, das ist dann nicht wie in den TV-Kommödien, wo Wände durch Häuser gezogen werden, ein paar lustige Dinge vorfallen, und sich hinterher alle lieb haben.

Zuerst einmal sollte der Weg des Trennungswilligen zum Anwalt führen, und gleichzeitig zu einer Frauenberatungsstelle oder einer Männerberatung. Denn ein Anwalt rät immer nur, was rechtlich wasserdicht ist, und eine Beratungsstelle berät auch in Sachen Grauzone, soll heißen, kann wertvolle Tipps gegen, die ein Anwalt verschweigt oder gar nicht kennt. Wer meint, kein Geld für den Anwalt zu haben, kann Prozesskostenhilfe beantragen (bei einem Vermögen von unter 2.600 €), und die Erstberatung beim Anwalt kostet maximal 190 € plus Mehrwertsteuer, also 249,90 €).

Wenn beide Partner im Mietvertrag stehen und gemeinsame Kinder vorhanden sind, darf nicht ein Partner einfach mit den Kindern ausziehen, selbst wenn es der Elternteil ist, der sich vorher überwiegend um das/die Kinder gekümmert hat und schwerwiegende Dinge vorgefallen sind (Z.B. Alkoholismus, Drogenmissbrauch, Gewalt gegen Kinder/Ehepartner, Spielsucht, psychische Krankheiten, eheliche Untreue, etc.). Eine Wegweisung durch die Polizei kann in einigen Fällen kurzfristig für Ruhe sorgen, aber sie gilt nur begrenzte Zeit, normalerweise 14 Tage, danach hat der Ehepartner wieder das Recht, sich in seiner Wohnung aufzuhalten. Und das Mittel des angeordneten Auszugs, also der Wohnungszuweisung an den in der Wohnung verbleibenden Partner, hat nur sehr selten Aussicht auf Erfolg bei deutschen Familiengerichten, die solch eine Entscheidung im Eilverfahren treffen müssten.

Haben beide Eltern das Sorgerecht, was selbst bei unverheirateten Paaren normal ist, dann wäre der Auszug eines Ehepartners mit den Kindern gegen den Willen des anderen Partners Kindesentzug, und das sehen sowohl Jugendamt als auch Familiengerichte gar nicht gerne: Ein ungenehmigter Auszug samt Kind/ern wird dem „flüchtenden“ Ehepartner nachteilig ausgelegt, auch wenn der zurückbleibende Partner informiert wird, wo sich das/die Kinder aufhalten.

Der nächste Weg führt den Ehepartner, der sich trennen will, also zum Jugendamt, um sich rückzuversichern, dass es dem Kindswohl entspricht, wenn die Trennung vollzogen wird und eine räumliche Trennung auch gegen den Willen des anderen Ehepartners unterstützt wird. Dabei ist es wichtig, Beweise für die Gründe der Trennung zu haben, und auch glaubhaft machen zu können, dass man selbst das Kind mehr als 50% betreut hat in den vergangenen 12 Monaten, was für die Zahlung von Unterhalt und das Aufenthaltsbestimmungsrecht entscheidend ist. Es reicht, das Kind nachweislich mehr als 50% betreut zu haben, um ein Wechselmodell verhindern zu können, bei dem das Kind nach der Trennung zu 50% vom einen und 50% vom einen Elternteil betreut würde, mit zwei Wohnsitzen und ohne Zahlung von Unterhalt.

Nun heißt es noch, entweder den Ehepartner zum Auszug zu bewegen oder selbst ausziehen. Solange eine Patt-Situation herrscht, also rechtlich und von den Ämtern her unklar ist, welcher der Ehepartner welche Schritte einleiten darf, ist es klug, das Trennungsjahr offiziell einzuläuten, am besten schriftlich durch eine Anwaltserklärung (das geht dann per Einschreiben an den Ehepartner in den eigenen vier Wänden). Denn erst nach Ablauf des Trennungsjahrs kann sich scheiden lassen – die Scheidung selbst kann schon 2-3 Monate vor Ablauf des Trennungsjahres eingereicht werden. Sie geht endgültig mit einer räumlichen Trennung und der Festlegung von Sorgerecht, Umgang und Unterhalt einher.

Regeln für das Trennungsjahr unter einem Dach:

  • Trennung von Tisch und Bett = in getrennten Zimmern schlafen, oder auf dem Sofa und nicht mehr gemeinsam essen oder einkaufen
  • Im Kühlschrank separate Bereiche für beide Partner einrichten, in denen sie ihre Lebensmittel aufbewahren
  • Nicht mehr für den Partner mitwaschen, bügeln, Wäsche zusammenlegen
  • Wenn vorher ein gemeinsames Haushaltskonto vorhanden war, um Miete, Strom etc. zu begleichen, muss das nicht geändert werden, egal ob das Konto auf beide oder nur einen der Partner läuft.
  • Auch bei gemeinsamen Kindern nicht mehr mit dem Partner essen – lieber den Partner mit den Kinder essen lassen, oder selbst mit den Kindern essen – aber eben nicht gemeinsam, als Familie
  • Keinen Sex/Kuscheln mehr (Ausrutscher zählen nicht als Problem und wären auch nicht beweisbar)
  • Aufschreiben, wer sich wie lange um das/die Kinder kümmert (wegen Unterhalt und Sorgerecht!)
  • Sich benehmen, als lebte man in einer losen WG

Wer Mitglied in einem Mieterverein ist, tut gut daran, sich auch dort bereits im Trennungsjahr beraten zu lassen – denn die Situation rund um den Auszug eines der Vertragspartner der ehelichen Wohnung ist kompliziert. So kann nicht einfach einer der Ehepartner den Mietvertrag kündigen und der andere Partner den Vertrag übernehmen, es muss eigentlich ein neuer Mietvertrag mit dem Vermieter gemacht werden oder zumindest ein schriftlicher Zusatz aufgesetzt und unterschrieben werden.

Auch was die Klauseln bei Auszug und Renovierung sowie Schönheitsreparaturen und die Rückzahlung der Kaution betrifft, sollte man sich informieren, um nicht alleine auf teuren Reparaturen sitzen zu bleiben.

Trennung mit Kind – Wegweiser/Umzug,wie Kind sagen,Finanzen!

Du stehst gerade kurz vor einer Trennung? Doch habt Ihr beide ein gemeinsames Kind bzw. Kinder? Und nun weißt Du nicht so recht, wie es weitergehen soll? Was jetzt zu tun ist? Was Dir zusteht?

Wir wollen Dir in Sachen Trennung mit Kind helfen. Deshalb haben wir einen ausführlichen Wegweiser für Dich erstellt. Der Dir alles Wichtige sagt, was Du in der Hinsicht wissen und umsetzen solltest!

Was genau erwartet Dich in diesem Beitrag? Dies hier:

1) Tipps, was bei einer Trennung mit Kind zu beachten ist

2) Trennung mit Haus oder gemeinsamer Wohnung: Das steht Dir zu

3) Was bei einer Trennung mit Kindern mit und ohne Ehe zu beachten ist

4) und unser Fazit zum Thema

Trennung mit Kind – was ist zu beachten, wie solltest du vorgehen, wie geht es weiter?

Am wichtigsten ist das Wohl der Kinder. Was ist am besten für dein/euer Kind?

Wie das Wohl der Kinder bei einer Trennung gewährleistet werden kann!

Trennungen können für Kinder traumatische Erfahrungen sein. Aus diesen traumatischen Erfahrungen können sich Neurosen entwickeln.

Wie können Langzeitneurosen beim Kind das vermieden werden?

  • Ihr, die Eltern sollten auch die Eltern (als Team) bleiben (gemeinsame Verantwortung). Ja, wir wissen: Das ist eine echte Herausforderung. Schließlich müsst Ihr zugleich die Trennung verarbeiten. Mit allem irgendwie zurecht kommen. Das kann Euch an Eure Grenzen bringen!

    Und dann müsst Ihr ja auch noch für Euer Kind da sein. Als Team funktionieren. Um so Euer Kind, Eure Kinder aufzufangen. Sie zu stützen und ihnen zu helfen. Doch dafür braucht es Euch zwei. IHR BEIDE habt die gemeinsame Verantwortung für Euer Kind, für Eure Kinder.

    Deshalb solltet Ihr Euch zusammensetzen. Und besprechen, wer das Kind, die Kinder wann und wie lange nimmt. Wer sie hauptsächlich betreut. Oder Ihr vereinbart eine 50: 50 Regelung. Habt dabei bitte stets das Wohl Eures Kindes, Eurer Kinder vor Augen! Das ist jetzt das Wichtigste. Nichts anderes!

    Versucht deshalb, Euch irgendwie miteinander zu verstehen. Ihr müsst dem Anderen nicht in die Arme fallen. Die Trennung nicht groß analysieren. Es reicht schon, mehr oder weniger neutral mit dem Anderen zu reden. Ihm oder ihr keine Vorwürfe zu machen. Betont sachlich an die Sache heran zu gehen. Und sich an die Vereinbarungen, die Ihr beide getroffen habt, zu halten. Euer Kind, Eure Kinder werden es Euch danken!

  • Ihr müsst unbedingt kommunizieren, diplomatisch vorgehen. Siehe oben. Alles andere wird Eurem Kind nichts bringen. Stellt Euch mal vor: Ihr macht den Anderen vor dem Kind schlecht. Erzählt diesem lang und breit, wie doof und gemein sich der Partner doch verhalten hat. Ganz ehrlich: Das ist äußerst unfair dem Kind gegenüber! Schließlich liebt es Euch beide. Und wird daher in einen echten Gewissenskonflikt gestürzt: Wem soll es jetzt noch vertrauen?

    Zumal Euer Kind klare Regelungen und Ansagen von Eurer Seite aus braucht. Gerade jetzt, in dieser Zeit der großen Ungewissheit! Daher: Sprecht Euch zusammen ab. Und haltet Euch dann auch an die Absprachen!

  • pflegt einen liebevollen Umgang mit dem Kind. Gerade jetzt braucht es nämlich vor allem eines: viel Liebe und Aufmerksamkeit. Warum? Weil etwas auseinander gegangen ist. Dieses warme Nest namens Familie gibt es nun nicht mehr. Und das fehlt ihm. Es ist eine Zeit großer Unsicherheit für Euer Kind. Umso wertvoller sind nun Umarmungen und Zuwendungen! (und damit meinen wir keine materiellen).

    Und noch etwas ist wichtig: Euer Kind gibt sich nicht selten selbst die Schuld, dass es zwischen Euch zu Ende gegangen ist. Vielleicht kommt Euch das sehr komisch und unbegreiflich vor. Doch: Viele Kinder gehen nun mal stets von sich aus. Und denken daher: „Ich war nicht brav, nicht erfolgreich genug in der Schule,,…… und deshalb haben Mama und Papa sich getrennt.“ Nehmt ihm diese Einstellung und Befürchtung! Und zeigt ihm, dass Ihr beide noch immer für Euer Kind da seid. Egal, was sich auch geändert hat…

  • beobachtet Euer Kind. Und zwar über eine längere Zeit hinweg. Viele verändern sich nach der Trennung der Eltern nämlich. In ihrem Verhalten. Manch ein Kind wird aggressiv. Ein Anderes zieht sich ganz in sich selbst zurück. Und lässt nichts und niemanden mehr an sich heran. Vielleicht ist das bei Eurem Kind auch so? Beobachtet es genau! Und es schadet nichts, Rücksprache mit Betreuern aus der Kita, dem Kindergarten oder der Schule zu halten. Oder mit einem Kinderpsychologen zu sprechen. Es geht hier um das Wohl Eures Kindes, das können wir gar nicht oft genug betonen!

Wie solltet ihr dem Kind die Trennung erklären, was ist zu beachten?

Ein solches Gespräch ist nie einfach.

Dabei solltet ihr…

  • als Elternteam mit dem Kind gemeinsam reden. Und ihm so schonend wie möglich sagen, dass Ihr beide bald nicht mehr unter einem Dach wohnen werdet. Nehmt Euch wirklich Zeit für dieses Gespräch. Und seid ganz da, ganz präsent..
  • vorher die Gründe genau formulieren (angepasst nach Alter des Kindes). Je nach Alter des Kindes könnt Ihr hierbei ins Detail gehen. Ein Zweijähriger muss nicht ganz genau erfahren, warum seine Eltern kein Paar mehr sind! Es wäre schlicht und einfach zu viel des Guten. Er kann es noch nicht begreifen. Bei einem 17-jährigen hingegen kann die Sache schon ganz anders aussehen: Er wird vielleicht genau(er) wissen wollen, warum Ihr den Schlussstrich ziehen wollt. Überlegt Euch, wie sehr Ihr da ins Detail gehen wollt!
  • auf Fragen der Kinder eingehen. Doch nur so weit, wie es für Euch selbst gut ist. Denn mal ehrlich: Was nützt es dem Kind, wenn es weiß, dass Papa sich in die Kollegin verliebt hat? Und am Abend der Firmenfeier vor drei Monaten mit ihr zusammen kam? Schon mit ihr eine Wohnung bezogen hat? Genau…
  • dem Kind zeigen, dass Ihr nach wie vor für ihn oder sie da seid. Komme, was wolle. Denn eines ist sicher: An Euer Liebe zum Kind, zu den Kindern hat sich rein gar nichts geändert…

Was solltet ihr auf jeden Fall vermeiden, wenn ihr euch mit Kindern trennt?

Folgende Verhaltensweisen sind schädlich für die Kinder. Diese sollten vermieden werden.

  • Streitigkeiten niemals vor dem Kind austragen. Siehe oben. Das würde das Kind nur in Loyalitätskonflikte stürzen! Und das ist alles andere als gut…
  • Kontaktabbruch zwischen den Eltern. Denn eine gewisse Kommunikation braucht es nun mal. Wie hinsichtlich der Betreuung. Zudem muss ab und an geklärt werden, was zu tun ist: Wenn etwa eine Zahnspange gekauft werden muss. Wenn es um die Finanzierung der Klassenfahrt geht. Praktische Dinge, die direkt mit der Entwicklung Eures Kindes zu tun haben! Einer alleine kann das nicht entscheiden..
  • das Kind zu einer Entscheidung zwischen Mutter/Vater nötigen. Nochmal: Euer Kind liebt Euch beide. Und jetzt von ihm zu verlangen, einen von Euch auszuwählen: Das ist in gewisser Weise grausam. Und auch sehr, sehr unfair….

Trennung mit Haus, gemeinsamer Wohnung, was steht mir zu?

Diese Frage ist oftmals ein Dauerstreitpunkt bei Trennungen. Dabei geht auch hier nichts über Streit. Ihr müsst Kompromisse finden.

Wie sollte die Aufteilung der gemeinsamen Güter am besten ablaufen?

  • Fairness ist das Stichwort. Erstellt am besten eine Liste. Mit all jenen Gütern, die Dir bzw. dem Partner, der Partnerin gehören. Jenen, die Ihr zusammen gekauft habt, die gemeinsam bezahlt wurden. Wer übernimmt was? Wenn Ihr Euch zu zweit nicht hinsetzen wollt: Holt jemand Dritten hinzu. Der das Ganze sozusagen dirigieren kann.
  • Jeder sollte bekommen, wofür er auch gezahlt hat. Siehe oben. Vielleicht lässt sich das nicht mehr so gut nachvollziehen. Überlegt dann, wem dieses eine Stück besser nützen und helfen könnte. Seid auch hierbei möglichst fair!
  • Wer die Kinder hauptsächlich betreut, hat Vorrang bei gewissen Gütern. Etwa, was die Waschmaschine oder andere wesentliche Gegenstände für den Haushalt betrifft. Ist auch logisch, nicht wahr?
  • Informiert Euch vorab, was wem zusteht. Das ist seitens des Gesetzes nämlich ziemlich gut geregelt. Beratungsstellen wie Pro Familia können jetzt wertvolle Tipps geben. Oder ein Anwalt, der sich mit Familienrecht auskennt. Online findest Du natürlich auch diverse hilfreiche Tipps!

Trennung mit Kinder mit Ehe und ohne Ehe!

Heutzutage ist die Aufteilung der Kinder mit der Frage nach dem Sorgerecht verknüpft.

Was gilt es nach einer langjährigen Ehe mit Kindern zu beachten im Falle einer Trennung?

Wenn die Ehe mit Kindern mehrere Jahre alt ist, sollte das Sorgerecht aufgeteilt werden.

Es ist gesünder für das Kind, da…

  • eine Dauerhafte Bezugsperson für die Entwicklung des Kindes wichtig ist. Und Beständigkeit braucht es jetzt. Für das Kind ist es sehr wertvoll, die Gewissheit zu haben: „Mama und/oder Papa ist ständig für mich da. Ich kann mich jederzeit an ihn oder sie wenden.“ Gerade jetzt, wo so viele Gewissheiten weg gebrochen sind, ist das eine sehr, sehr wichtige Erkenntnis!
  • Da Mutter und Vater durch Besuchszeiten auch gemeinsam erlebt werden sollten. Der klassische Fall: Die Mutter betreut die Kinder während der Woche. Über das Wochenende sind sie dann beim Vater. Oder alle zwei Wochen. Diesen festen Rhythmus braucht es. Um sich darauf einstellen zu können. Um den Vater, die Mutter immer noch zu sehen. Denn: Selbst wenn „der andere“ Elternteil jetzt nicht mehr rund um die Uhr mit dem Kind zusammen ist, mit ihm unter einem Dach wohnt: Er sollte dennoch eine Rolle in seinem Leben spielen! Und nicht nur der Erzeuger sein…

Trennung mit Kind – unser Fazit!

Bei einer Trennung mit Kind gibt es so einiges zu beachten. Vor allem, was die praktischen Fragen anbelangt! Hierbei ist vor allem die Betreuung gemeint. Wer das Kind wann und wie lange übernimmt also. Und wer auszieht bzw. ausziehen muss.

All dies ist seitens des Gesetzesgebers genau geregelt. Auch, was die Finanzen anbelangt übrigens! Hilfreichen Aufschluss hierüber kann die Düsseldorfer Tabelle liefern. Die genau aufschlüsselt, was wem zusteht.

Information ist also alles. Beziehungsweise hilft sehr viel! Versuche, Dich generell möglichst stark zu entlasten. Denn nochmal zur Erinnerung: Du hast gerade eine Trennung hinter Dir. Schon das ist nicht ohne! Schon das verlangt sehr, sehr viel von Dir ab! Und Du wirst mit Gefühlen wie Trauer, Verzweiflung, Wut und Sehnsucht zu kämpfen haben..

Und dann ist da noch gleichzeitig Dein Kind: Das Dich jetzt braucht. Das jetzt verunsichert ist. Sich fragt, was es getan hat. Was es falsch gemacht hat, dass Mama und Papa sich nicht mehr mögen. Du musst also funktionieren. Irgendwie und trotz allem.

Das ist nicht ohne. Versuche dennoch, für Dein Kind da zu sein. Ihm Liebe und Aufmerksamkeit zu geben. Doch entlaste Dich zugleich, wo es geht. Frage Deine Familie, Freunde, … ob sie Dein Kind für einen Nachmittag oder so betreuen können. (Nein, das macht Dich nicht zu einer Rabenmutter, zu einem Rabenvater). Informiere Dich bei Beratungsstellen oder bei Anwälten sowie online, was Dir jetzt zusteht. Sprich: Hole Dir so viel Hilfe, wie es Dir möglich ist!

Dann wirst Du es schaffen. Diese schwierige Situation Trennung mit Kind zu überstehen. Wir wünschen Dir an dieser Stelle viel Kraft! Du kannst und wirst es schaffen….

  • Über mich

About Frederic Dittmar

Hallo! Mein Name ist Frederic Dittmar. Ich komme aus Leipzig und studiere derzeit Psychologie. Ich habe es mit zur Aufgabe gemacht Lesern wie dir durch meine Gedanken und Ansätze weiterzuhelfen. Mein Fokus liegt dabei auf Trennungsthemen und vor allem alles rund um Persönlichkeitsentwicklung. Mehr über mich kannst du hier erfahren!

Ich habe grosse Eheprobleme. Mein Mann verlangt von mir, dass ich ausziehen soll. Ich soll mir eine Wohnung nehmen, damit seine neue Freundin bei ihm einziehen könne. Wir sind 20 Jahre verheiratet, haben 2 Kinder (13- und 16-jährig) und einen eigenen Bauernhof. Ich habe bisher auf dem Bauernhof mitgeholfen, verdiene kein eigenes Geld und habe keine Berufsausbildung. Muss ich ausziehen oder darf ich mit den Kindern im Haus bleiben? Muss mein Mann mir Alimente bezahlen?

R.S.

Obhut für die Kinder

Hat ein Ehepaar – wie bei Ihnen – Kinder unter 18 Jahren, so erhält derjenige Elternteil das eheliche Haus zugeteilt, welcher auch die Obhut für die Kinder bekommt. Darüber entscheidet im Streitfall das Gericht. Es wird dabei demjenigen Elternteil die Obhut für die Kinder zuteilen, welcher für die Betreuung der Kinder geeigneter ist und hiefür auch mehr Zeit aufwenden kann. Da in den meisten Fällen die Mütter nach wie vor mehr Betreuungszeit für die Kinder aufwenden als die Väter, wird bei einer Trennung der Eltern die Obhut für die Kinder in aller Regel der Mutter zugeteilt.

Von der Obhut während der Trennung zu unterscheiden ist die elterliche Sorge nach der Scheidung. Die Obhut regelt, bei welchem Elternteil sich die Kinder aufhalten. Bei der elterlichen Sorge hingegen geht es darum, wer bei wichtigen Fragen für das Kind (wie Ausbildung und gesundheitliche Behandlung) entscheiden kann. Im neuen Scheidungsrecht ist die gemeinsame elterliche Sorge beider Eltern als Regelfall vorgesehen.

Zuteilung des Hauses

Für die Zuteilung des Hauses während der Trennung ist aus Sicht des Gerichts in erster Linie das Kindeswohl entscheidend. Die Kinder sollen bei einer Trennung ihrer Eltern nicht aus ihrem sozialen Umfeld (wie Kontakte zu den Mitschülern und Nachbarskindern etc.) herausgerissen werden und die Schule wechseln müssen. Das Gericht wird also in aller Regel entscheiden, dass die Kinder im ehelichen Haus bleiben. Dies hat zur Konsequenz, dass derjenige Elternteil im Haus bleiben darf, welchem vom Gericht die Obhut für die Kinder zugeteilt wird, und dies unabhängig davon, wer im Grundbuch als Eigentümer eingetragen ist, das Haus seinerzeit finanziert hat oder auf welchen Namen ein allfälliger Mietvertrag lautet.

Da Sie Ihre Kinder mehr betreut haben als Ihr Mann, wird das Gericht voraussichtlich Ihnen die Kinder zur Obhut zuteilen. Es ist aufgrund Ihrer speziellen Situation (Selbstwirtschaftung auf einem Bauernhof) aber offen, ob das Gericht das Haus wegen dem Kindeswohl Ihnen oder aus beruflichen Gründen Ihrem Mann zur Nutzung zuteilen wird; für diese Beurteilung sind die konkreten Umstände entscheidend, welche mir nicht bekannt sind. Falls das Gericht zum Schluss kommen sollte, dass es Ihrem Mann möglich ist, den Bauernhof zu bewirtschaften, auch wenn er nicht auf dem Hof wohnt, so wird es wahrscheinlich Ihnen und Ihren Kindern das Haus zur Nutzung zuteilen. In diesem Fall müsste Ihr Mann ausziehen.

Alimente

Wenn das Gericht Ihnen die Obhut für die Kinder zuteilt, wird es Ihren Mann dazu verpflichten, Ihnen für die Kinder Kinderunterhaltsbeiträge und für Sie persönlich einen Frauenunterhaltsbeitrag zu bezahlen, sofern er diese Unterhaltsbeiträge überhaupt bezahlen kann. Das Gericht wird Ihnen für die Berechnung der Höhe des Frauenunterhaltsbeitrags angesichts des Alters Ihrer Kinder (beide sind über 10-jährig) voraussichtlich ein künftiges eigenes Erwerbseinkommen in einem Teilzeitpensum in einer Tätigkeit anrechnen, welcher Ihrer Berufserfahrung und (mangelnden) Berufausbildung entspricht, dies allerdings erst nach Einräumung einer angemessenen Übergangsfrist für die Stellensuche.

(lic. iur. Marcel Vetsch, Rechtsanwalt und Notar, Fachanwalt SAV Familienrecht und Fachanwalt SAV Erbrecht, Luzerner Zeitung)

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