Tiere im winter

Video: Winterschlaf

Welche Tiere halten Winterschlaf? Und wieso? Was ist der Unterschied zur Winterruhe und Winterstarre? Das erfährst du in Video „Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre!

Hier findest du den Infos aus dem Video zum Nachlesen:

Im Sommer finden Tiere reichlich Nahrung. Sobald aber der Herbst kommt finden sie immer weniger Futter und mit dem ersten Schnee begeben sich manche Tiere deshalb in den Winterschlaf. Wie unterscheidet sich der Winterschlaf von Winterruhe und Winterstarre?

Winterschlaf

Igel, Murmeltiere, Siebenschläfer, Fledermäuse und Haselmäuse halten Winterschlaf. Sie zehren während des Winterschlafs von ihren Fettreserven. Bis zum Frühling fressen sie nur sehr wenig oder gar nichts. Der Winterschlaf hilft ihnen, Kräfte zu sparen.

Der Igel sucht sich im Herbst ein gemütliches Versteck. Dort ist er vor eisigem Wind geschützt. Sobald er sich im Winterschlaf befindet, darf man ihn nicht mehr wecken. Für das Aufwachen bräuchte er viel zu viel Kraft, er würde aber im Schnee kein Futter finden.

Bonus-Info:
Auch Murmeltiere halten Winterschlaf und verschwinden mit dem ersten Schnee in ihrem Bau unter der Erde. Sie kuscheln sich dicht aneinander und halten sich so gegenseitig warm. Während des Winterschlaf sind manchmal bis zu 20 Murmeltiere in einem Bau.

Der Siebenschläfer gräbt sich unter der Erde ein und rollt sich dort zu einer Kugel zusammen. Er ist vor dem Winterschlaf doppelt so schwer. Die Haselmaus hält in Erdhöhlen, Baumhöhlen oder Laubhaufen Winterschlaf. Fledermäuse, die im Herbst nicht Richtung Süden ziehen, halten ebenfalls Winterschlaf.

Winterruhe

Braunbären, Eichhörnchen, Waschbären, Marderhunde, Dachse und Feldhamster halten Winterruhe. Die Tiere schlafen nicht bis zum nächsten Frühjahr durch, sondern wachen regelmäßig auf. Einige verlassen dann ihren Bau, fressen Vorräte oder suchen nach frischer Nahrung.

Das Eichhörnchen legt im Herbst einen Vorrat an Nüssen an. Es vergräbt sie im Boden oder versteckt sie in Rindenspalten. In der kalten Jahreszeit gräbt das Eichhörnchen dann die Nüsse wieder aus und frisst sich dann daran satt. Der Erdboden ist quasi eine riesige Tiefkühltruhe, aus der sich die kleinen Nager ganz bequem bedienen können. Um die kalte Jahreszeit zu überstehen, hat der Braunbär vor dem Winter bis zu 40 kg zugenommen. Rechtzeitig mit dem ersten Schnee hat er seine Höhle mit Pflanzen ausgekleidet und verbringt dort die nächsten Monate.

Bonus-Info:
Während dieser Zeit frisst und trinkt der Braunbär nicht, wacht aber ab und zu auf und vertritt sich die Beine.

Bonus-Info:
Waschbären mögen Eicheln, Nüsse, Fische, Amphibien und Eier. Vor dem Winter fressen sie sich vor dem Winter einen dicken Wanst an. Sie können dann doppelt so viel wiegen wie im Sommer. Der schwerste Waschbär brachte 28,4 kg auf die Waage.

Bonus-Info:
Der Dachs legt ebenfalls einen Bau an. Mit dem ersten Schnee verzieht er sich in seinen kuschelige Höhle und verschließt den Eingang mit Blättern und Erde.

Feldhamster legen in etwa 1 m Tiefe einen Bau an, denn dort gibt es keinen Bodenfrost. In seiner Vorratskammer tief unter der Erde lagert er gut 2 kg Hülsenfrüchte, Rüben und Kartoffeln.

Winterstarre

Fische, Frösche, Eidechsen, Schildkröten und Insekten verfallen in die so genannte Winterstarre. Noch vor dem ersten Frost vergraben sie sich im Schlamm oder verstecken sich in kleinen Erdmulden. In der Winterstarre bleiben sie so lange, bis es im Frühjahr wieder wärmer wird. Man kann sie nicht aufwecken!

Der tierchenwelt-Check!

Tiere, die Winterschlaf halten, schlafen die ganze Zeit und nehmen keine Nahrung auf. Sie haben langsamen Stoffwechsel und eine niedrige Körpertemperatur.

Tiere, die Winterruhe halten, sind ab und zu wach und suchen nach Futter. Sie haben einen normalen Stoffwechsel und eine normale Körpertemperatur.

Tiere in der Winterstarre sind komplett erstarrt. Man kann sie nicht wecken. Sie haben einen sehr langsamen Stoffwechsel und eine sehr niedrige Körpertemperatur.

Winterschlaf – Check!

Winterruhe, Winterschlaf und Winterstarre

Wissen

Das A und O beim Überleben in der Kälte ist gute Isolierung. Ein dicker Pelz mit dichter Unterwolle schützt vor Auskühlung. Mit einem besonders dichten Pelz schützt sich der Fischotter vor der Kälte: 50.000 Haare wachsen bei ihm auf der Fläche eines Daumennagels. Feldhasen wachsen kälteabweisende Wollhaare, eingeschlossene Luftpolster isolieren gegen Kälte. Wildschweine bekommen ein längeres Deckhaar, darunter wärmt kurze dicke Unterwolle. Auch bei ihnen verhindern Luftkammern, dass zuviel Körperwärme abgegeben wird. Vögel plustern sich auf, die Luftschicht zwischen den Federn wärmt sie wie eine Daunenjacke. Außerdem fetten sie ihre Federn gründlich ein – so kann kein Wasser durchdringen.

Enten bekommen keine kalten Füße

Kalte Füße schützen vor Kälte.

Enten stehen den ganzen Winter „barfuß“ auf Eis oder paddeln durch eiskaltes Wasser. Unsereiner würde sich im Nu die Zehen abfrieren. Wie machen Enten das? Das Geheimnis lautet: kalte Füße! In die Entenfüße strömt nur wenig Blut. Auf dem Weg nach unten kühlt es von etwa 40 Grad auf rund sechs Grad ab. So ist die Differenz zur Bodentemperatur gering, die Enten empfinden die Kälte nicht als Kälte und können auf dem Eis stehen, ohne festzufrieren.

Insekten haben ihr eigenes Frostschutzmittel

Einige Insektenarten wenden einen ganz besonderen Trick gegen das Erfrieren an: Sie haben ein Frostschutzmittel in ihrer Körperflüssigkeit. Marienkäfer zum Beispiel produzieren körpereigenes Glycerin, das den Gefrierpunkt ihrer Körperflüssigkeit senkt. Bei Kälte kühlen sie aus und fallen in Winterstarre. Ihre Körpertemperatur kann dann unter null Grad Celsius sinken, ohne dass sie erfrieren. Auch Stechmücken verfallen – abgesichert von ihrem körpereigenen Frostschutzmittel – in Kältestarre. So schaffen es befruchtete Weibchen, auch eisige Winter zu überleben. Auch der Borkenkäfer besitzt ein körpereigenes Frostschutzmittel.

Insekten und Zecken im Winter

Blattläuse mögen’s warm

Kälte macht Blattläusen den Garaus. Darum legen sie im Herbst noch schnell viele Eier ab, bevor sie erfrieren. Die Eier halten Nässe, Frost und tiefe Temperaturen problemlos aus. Im Frühling, wenn’s warm wird, schlüpfen die kleinen Blattläuse. In warmen Wohnungen überleben Blattläuse übrigens einfach so auf unseren Topfpflanzen.

Einsamer Winter der Jungkönigin

Im Herbst stirbt die alte Wespenkönigin und damit löst sich auch der ganze Wespenstaat auf. In der Kälte sterben alle Arbeitswespen, nur die Jungkönigin überlebt den Winter, sie versteckt sich unter morschem Holz oder in Hohlräumen und verfällt in Winterstarre. So können ihr auch Minusgrade nichts anhaben.

Zecken lieben die Kälte

Erstaunlich, aber wahr: Je kälter ein Winter, desto mehr Zecken im Frühjahr. Denn nur bei Minusgraden fallen sie in die Starre und überdauern unbeschadet die tiefen Temperaturen. Ist der Winter warm und nass, bleiben Zecken aktiv und verhungern manchmal sogar: Ihre letzte Mahlzeit im Herbst reicht meist nicht bis zum Frühling.

Tödliches Schmuddelwetter

Für die meisten Insekten ist ein milder und feuchter Frühling tödlich. Dann sind die Krabbeltiere anfällig für Pilzkrankheiten und Bakterien.

Waldspitzmäuse machen eine Schrumpf-Kur

Waldspitzmaus

Eine besondere Strategie haben Waldspitzmäuse entwickelt. Sie schrumpfen im Winter, das spart den wuseligen Tieren Energie. Waldspitzmäuse haben einen derart schnellen Stoffwechsel, dass sie ohne Nahrung schon nach wenigen Stunden sterben würden. Das Winter-Schrumpfen haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie 2017 entdeckt: Die Schädelhöhe der nur zehn Gramm schweren Tiere nahm im Winter zwischen 15 und 20 Prozent ab, im Frühjahr wieder um 9 Prozent zu. Dazu verloren die Tiere rund ein Fünftel ihres Gewichts – um es dann im Frühjahr wieder zu verdoppeln. Die Waldspitzmäuse sind den ganzen Winter aktiv und leben nur knapp 13 Monate. Sie schrumpfen also nur einmal in ihrem Leben. Bisher war diese Strategie, geschrumpft durch den Winter zu kommen, unbekannt.

„Die Dicken kommen durch!“

Die meisten Tiere, die dem Winter trotzen, fressen sich eine dicke Speckschicht an und vermeiden dann unnötige Anstrengungen. Das spart Energie und damit auch Futter. „Wenn die Kälte an den Körperkräften zehrt, heißt das Motto: Die Dicken kommen durch!“, sagte Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung, im Januar 2019. Heißt: Wer sich das Jahr über etwas angefressen hat, kommt wesentlich besser durch den Winter als schwache oder kranke Artgenossen.

Bevorrater, Teilzeit-Vegetarier und Aasfresser

Um im Winter noch genügend Nahrung zu haben, gibt es im Wesentlichen zwei Tricks: Vorräte anlegen oder Ernährung umstellen. Einige Tiere werden im Herbst hyperaktiv und legen emsig Vorräte für den Winter an: Eichelhäher, Feldmaus, Feldhamster, Eichhörnchen – sie alle sorgen vor. Insektenfresser, wie die Meisen, stellen ihre Ernährung um. Wenn sie keine Insekten mehr finden, fressen sie eben das, was die Natur noch hergibt: vegetarische Kost, Samen und Früchte – oft den ganzen Winter lang. Auch Bussarde stellen ihr Fressverhalten um: Statt selbst auf kräftezehrende Jagd zu gehen, sind sie im Winter oft am Straßenrand zu sehen. Dort warten sie bequem auf eine „Fertigmahlzeit“: ein überfahrenes Tier. Bussarde sind wie Füchse Aasfresser: Spätestens, wenn es taut, stärken sie sich an den Tieren, die es nicht durch den Winter geschafft haben.

Vögel futtern abends

Blaumeise frisst im Winter lieber abends.

Der frühe Vogel findet den Wurm, frisst ihn im Winter aber erst am Abend. Forscher der Universität Oxford haben das Verhalten von mehr als 2.000 Singvögeln beobachtet: Mehrheitlich entdeckten sie die Futterstellen zwar morgens, rührten sie aber bis zum Abend nicht an. Die Erklärung der Wissenschaftler: Das frühe Fressen würde die Tiere langsamer und unbeweglicher machen – und zur perfekten Beute für Räuber. Fressen sie dagegen rund zwei Stunden vor der Dämmerung, entgehen sie dadurch auch der Gefahr, in einer besonders kalten Winternacht zu viel an Gewicht zu verlieren und zu verhungern.

Hirsche setzen auf Magenverkleinerung

Schneereiche Winter können auch winterfestem Rotwild gefährlich werden.

Eigentlich sind Rehe, Hirsche und Gämsen gut an den Winter angepasst. Auch an schneereiche Winter: Die Wildtiere haben ein schützendes Fell und fressen sich Fettreserven für frostige Tage an. Diese zapfen sie nur an, wenn sie sich bewegen müssen, ansonsten verharren sie im Schnee. Die Körpertemperatur von Rehen und Rothirschen sinkt energiesparend ab, auf bis zu 15 Grad Celsius. Dass sie nicht auskühlen, dafür sorgen Verdauungsvorgänge im Pansen, dem Vormagen. Im Winterruhemodus brauchen sie dann nur noch kleinste Mengen an Nahrung. Der Rothirsch nutzt dafür extra die Methode der Magenverkleinerung: „Sein Pansen fasst jetzt 60 Prozent weniger Nahrung als im Herbst, wenn es reichlich Futter gibt“, erklärt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung im Januar 2019. Die Verkleinerung des Verdauungstraktes und das Herunterfahren des Stoffwechsels machen den Rothirsch zum idealen Kaloriensparer im Winter. Nahrung ist im Winter schließlich Mangelware. Wenn viel Schnee fällt, kommen Wildtiere auch nicht mehr so leicht an das Futter heran, das Jäger vor Ort auslegen.

Iglubauer und Bergwanderer

Alpenschneehühner lassen sich bewusst einschneien und bauen kleine Iglus. In ihrer Schneehöhle ist es dann wärmer als draußen. Rotwild, das im Sommer in den Bergen lebt, steigt im Winter normalerweise in niedrigere Lagen ab. Dort liegt weniger Schnee und es sind kleine Futtermengen zu finden. Problematisch ist jedoch, wenn die Ausweichmöglichkeiten verbaut werden und die Winterruhe durch Wanderer, Biker, Skitourengeher und Schneeschuhwanderer gestört wird. Werden die Tiere aufgescheucht und müssen durch hohen Schnee fliehen, verlieren sie extrem viel Energie.

Bitte nicht stören!

Jedes Mal, wenn Wildtiere im Winter aufgeschreckt werden, müssen sie ihren Stoffwechsel hochfahren und verbrauchen viel Energie, die ihnen im weiteren Verlauf der kalten Jahreszeit fehlt. Im schlimmsten Fall kann das zu ihrem Tod führen. Deshalb gilt besonders im Winter: „Psst! Bitte nicht stören!“ Sportler und Spaziergänger sollten auf den ausgewiesenen Pisten und Wegen bleiben. Hunde sollten an die Leine genommen werden. Der Jagdverband bittet außerdem darum, das Füttern der Wildtiere den Jägern zu überlassen: Sie wissen, was die Tiere wann brauchen. Wer Igeln und Vögeln helfen möchte, findet hier Tipps.

Flauschiges Fell und Abhärtung

Dichtes Fell und kalte Haxen

Ein dickes, flauschiges Fell – nur auf den Hufen nicht. Da wird’s kalt. Aber steigt die Kälte von den Beinen nicht auch in den Körper hinauf? Nein, denn im Winter zirkuliert in den Beinen von Ziegen und Co nur wenig Blut. Das kühlt zwar schnell ab, der übrige Körper bleibt aber mollig warm.

Kuscheln gegen die Kälte

Irgendwann wird es den Huftieren aber doch zu kalt, um allein dem Winter zu trotzen. Damwild kuschelt sich dann ganz eng aneinander. Die Tiere halten sich gegenseitig warm. Außerdem schalten sie ihre „Standheizung“ ein: Die Muskeln beginnen zu zittern und der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren.

Frischluft schnuppern

An die Winterkälte muss man aber auch gewöhnt sein. Stalltiere wie Hasen können im Winter nicht Tag und Nacht draußen sein. Doch auch ihnen schaden ein paar Stunden Frischluft mit ein bisschen Bewegung am Tag nicht – Hunden und Pferden übrigens auch nicht. Die haben sogar besonders viel Spaß im Schnee.

  • Frostspanner & Co.: Wenn Insekten auch im Winter aktiv sind: Am 13. Februar 2019 um 18.05 Uhr in „IQ“, Bayern 2.
  • Wie geht’s den Wildtieren mit dem vielen Schnee? Am 24. Januar 2019 um 16.00 Uhr und 18.30 Uhr in der Rundschau, BR Fernsehen.
  • Schrumpfende Mäuse im Winter: am 1. Dezember 2018 um 19.00 Uhr in „Gut zu wissen“, BR Fernsehen
  • „Überleben im Eis und Schnee – Wie kommen Tiere durch den Winter?“: am 16. Januar 2013 um 18.15 Uhr in „Xenius“, ARD alpha
  • „In der Starre und im Schlaf – Wie Tiere überwintern“: am 20. Dezember 2012 um 9.05 Uhr in „radioWissen“, Bayern 2

Artikel

Wie Waldbewohner überwintern

Der Wintereinbruch zeigt jährlich, welche verblüffenden Anpassungen Flora und Fauna unternehmen, um der Kälte zu trotzen. Einzelne Bewohner unserer Wälder üben dabei grossen Einfluss auf ihre Umwelt aus und zeigen dabei eine erstaunliche Vielfältigkeit.

Einige Tiere entkommen der eisigen Kälte im Winter durch Zug gen Süden. Zugvögel können grosse Strecken bis Afrika zurücklegen, während andere aus dem hohen Norden der vergleichsweise milde Winter bei uns ausreicht. Auch bei den Säugetieren gibt es diese „Zügler“. Die Rauhhautfledermaus aus Nordosteuropa überwintert in Mitteleuropa. Sie halten ihren Winterschlaf gerne in Holzbeigen und Baumhöhlen.

Förster im Federkleid

Vögel, die den Winter bei uns verbringen (Standvögel), brauchen besondere Überlebensstrategien. Für den Wald haben zwei Arten eine besondere Bedeutung: der Eichel- und der Tannenhäher. Sie vergraben ihre Nahrungsvorräte für den Winter im Boden – zur grossen Freude des Försters!

Abb. 1 – Tannenhäher – der kluge Manager der Arvennüsschen.

Foto: Hans Lozza (SNP)

Der Tannenhäher hat sich auf Arvensamen spezialisiert. Mit seinem kräftigen Rabenschnabel holt er die Nüsschen aus den Arvenzapfen und sammelt sie in seinem Kropf. Sobald dieser gefüllt ist, sucht er einen geeigneten Ort, wo er den energiereichen Vorrat vergräbt. In einem typischen Versteck finden sich gut zwei bis zwölf Arvennüsschen, die einen höheren Energiegehalt als Schokolade aufweisen. Innerhalb von drei bis vier Monaten legt der fleissige Vogel bis zu 20’000 Verstecke an.

Im Winter sucht der Tannenhäher seine Vorräte auf und erinnert sich mit einer bemerkenswerten Genauigkeit an diese Verstecke. Der Häher besitzt ein aussergewöhnlich präzises geometrisches Orientierungsvermögen und kann sich den Abstand seiner Verstecke zu Bäumen, Steinblöcken und anderen Merkmalen in der Landschaft einprägen. Er braucht keinen zweiten Versuch, um seinen Vorrat selbst unter meterdicken Schneeschichten wiederzufinden. Rund 80% der angelegten „Vorratskammern“ werden so aufgespürt.

Die Arvensamen, die nicht gefunden wurden, befinden sich perfekt eingepflanzt in 0,5 bis 5 cm Tiefe. Unter den richtigen Bedingungen keimen sie bereits im folgenden Frühjahr. In einem naturnahen Arvenwald sind schätzungsweise 90% aller Arven aus einem Vorratsversteck des Tannenhähers entstanden. So leistet er Jahr für Jahr einen grossen Beitrag zur Verjüngung des Bergwaldes. Der Tannenhäher kommt auch in Wäldern ohne Arven vor. Dort legt er seine Vorräte mehrheitlich mit Haselnüssen an.

Abb. 2 – Der Eichelhäher fugiert als Förster im Federkleid.

Foto:pegasus2

Beim Eichelhäher funktioniert es ganz ähnlich, jedoch wie sein Name erahnen lässt, vornehmlich mit Eicheln. Es dürfen aber auch Bucheckern sein. Bei Wiederaufforstungen von Windwurfflächen wird der Eichelhäher sogar gezielt von Förstern in den Arbeitsprozess eingebunden. „Hähertische“ aus Holz werden aufgestellt und mit Eicheln gefüllt. Ungefähr 5000 Eicheln vergräbt er als Wintervorrat. Seine Wiederfindungsrate ist vergleichbar mit demTannenhäher.

Während der Tannenhäher für sein Engagement bereits in den 1960-er Jahren unter Schutzgestellt wurde und als Arvenpflanzer gefeiert wird, erntet der Eichelhäher weniger Lob. Als jagdbare Art steht er jährlich zu Tausenden auf den Abschusslisten. Seine Bestände sind dennoch stabil und so können wir auch in unseren Mischwäldern vom Förster im Federkleid profitieren.

Jedes Milligramm zählt

Der Winterschlaf wird oft als Erstes genannt, wenn die Frage nach Überwinterungsstrategien unserer Wildtiere gestellt wird. Der Begriff „Winterschlaf“ setzt jedoch einige physiologische Anpassungen des Tieres voraus, weswegen einige im Volksmund als Winterschläfer bezeichnete Tierarten faktisch gar keine echten Winterschläfer sind.

Abb. 3 – Igel kurz vor dem Winterschlaf. Diesen kann er bei Störungen auch unterbrechen.

Foto: Doris Hölling (WSL)

Echte Winterschläfer sind alle Fledermäuse, der Igel sowie einige Vertreter der Nagetiere: das Murmeltier und die Familie der Schläfer, zu welcher auch die Haselmaus gehört. Sie setzen ihre Körpertemperatur während des Schlafens auf wenige Grad Celsius über den Gefrierpunkt herab. Herz- und Atemfrequenz werden auf ein Minimum heruntergefahren, um den Energieumsatz so klein wie möglich zu halten. Bei der Unterschreitung der arttypischen minimalen Körpertemperatur kann es vorkommen, dass die Tiere erwachen und sich bewegen, um Wärme zu erzeugen.

Auch bewegungslose Wärmeerzeugung durch die Verbrennung von braunem Fettgewebe kann die Temperatur auf dem benötigten Niveau halten und die Tiere vor dem Erfrierungstod retten. Hier liegt auch der Unterschied zur Winterstarre, wo es keinerlei Regulierung der Körpertemperatur gibt. Die meisten Insekten, Reptilien, Amphibien, Schnecken, Würmer und Fische begeben sich im Winter in diesen Zustand. Eingelagerte Glucose dient als Frostschutzmittel und verhindert bei diesen wechselwarmen Tieren das Gefrieren der Körperflüssigkeiten.

Die Haselmaus, die ihren Winterschlaf über sieben Monate im selbstgebauten Nest an einem geschützten Ort auf der Erdoberfläche verbringt, verdoppelt im Herbst ihr Gewicht durch das Anfressen einer Fettschicht. Der keine Schläfer benötigt jedes Milligramm Fett, um den Winter zu überstehen. Für den Grossteil der Haselmäuse (70 bis 80%) bedeutet der Winter trotzdem den Tod. Für Tiere dieser Grössenordnung ist es eine besondere Herausforderung, den Winter zu überleben. Das hohe Verhältnis von Körperoberfläche zu Körpervolumen führt zu stärkeren Wärmeverlusten im Vergleich zu grösseren Tieren und somit zu geringeren Überlebenschancen. Diese physikalische Gegebenheit führte im Laufe der Evolution dazu, dass viele Säugetiere und Vögel in kälteren Regionen durchschnittlich grösser sind als ihre Artgenossen in wärmeren Gebieten.

Die Winterruhe

Abb. 4 – Das Eichhörnchen lässt sich im Winter nur bei gutem Wetter blicken.

Foto: Hans Lozza (SNP)

Auch andere Säugetiere weisen im Winter einen höheren Schlafbedarf auf. Der Begriff „Winterschlaf“ ist bei ihnen aber fehl am Platz, da die physiologischen Anpassungen in viel geringerem Grad oder gar nicht auftreten.

Eine „aktive Ruhe“ ist beim Eichhörnchen zu beobachten. Im Herbst, wenn Samen, Früchte und Pilze im Überfluss vorhanden sind, legt es Vorräte an. Zapfen und Nüsse werden am Fuss von grossen Bäumen vergraben oder seltener in verlassenen Vogelnestern und Baumhöhlen versteckt. Es kommt vor, dass die Eichhörnchen dabei von einem schlauen Häher beobachtet werden, der sich dann an ihren Vorräten bedient. Eichhörnchen hängen sogar Pilze zwischen kleine Astgabelungen, um diese für den späteren Verzehr zu trocknen.

Kehrt der Winter ein, ist ihre Aktivität witterungsabhängig. Schlechtes Wetter wird im Nest verschlafen. Bei gutem Wetter kann man die Tiere beobachten, die nach den vergrabenen Vorräten suchen. Im Gegensatz zum Tannen- und Eichelhäher erinnert sich das Eichhörnchen nicht genau an seine Verstecke, sondern sucht geeignete Plätze systematisch ab. So kann es auch sein, dass ein Vorrat geplündert wird, der von einem Artgenossen oder einem Häher angelegt wurde.

Paarhufer auf Diät

Abb. 5 – Rotwild in der Winterlandschaft.

Foto: Marco Walser (WSL)

Abb. 6 – Ein stattlicher Hirsch auf Nahrungssuche im Winter.

Foto: Ulrich Wasem (WSL)

Steinböcke suchen im Winter steile, südexponierte Hänge auf, wo sie einfacher an die Nahrung unter der Schneedecke gelangen. Reh und Hirsch wandern aus demselben Grund in tiefe Lagen und sind deshalb in den Talniederungen öfter präsent. Die Nahrung im Winter ist sehr energiearm, sie besteht überwiegend aus Rohfasern, während im Frühling und Sommer eiweiss- und fettreiche Knospen und Gräser auf dem Speiseplan stehen. Weshalb das Rotwild in der Lage ist, den Winter ohne offensichtliche Anpassungen zu überstehen, war für Wildbiologen lange Zeit ein Mysterium.

Energiesparmodus

Mit modernen Telemetriesystemen und kleinen Sendern, die den Tieren implantiert wurden, konnte man das Geheimnis der Überwinterung des Rothirsches lüften: Rothirsche benötigen im Winter weniger Energie als im Sommer! Sie legen Ruhephasen ein, bei denen sie die Körpertemperatur der äusseren Körperschale drastisch senken. Die Herzfrequenz sinkt dabei auf weniger als 30 Schläge pro Minute – Stoffwechsel und Geschwindigkeit der Bewegungen verlangsamen sich. Diese physiologischen Anpassungen sind mit einem Winterschläfer vergleichbar, nur fallen die Hirsche nicht in einen monatelangen Schlaf, sondern in täglich acht bis neun Stunden dauernde Energiesparzustände.

In weiteren Untersuchungen hat man herausgefunden, dass ähnliche Anpassungen auch beim Steinbock auftreten. Auch das natürliche Nahrungsangebot hat Einfluss auf den Energiehaushalt. Für die Verarbeitung von Rohfasern benötigt der Paarhufer wenig Energie. Den Aufschluss der Cellulose übernehmen Mikroorganismen im Pansen Fett- und eiweissreiche Nahrung, die allgemein als leichter verdaulich gilt, regt den Stoffwechsel an und würde Ruhephasen unmöglich machen. Eine wichtige Erkenntnis für das Wildtiermanagement: Winterfütterungen mit hohem Energiegehalt sollten dringend unterlassen werden. Die eiweissreiche Nahrung versetzt das Wild in den Sommerzustand und kann zu erhöhter Verbiss- und Schälaktivität führen, da die Ruhephasen aussetzen und der hohe Energiebedarf gedeckt werden muss.

Rücksicht ist geboten

Ob schlafend, ruhend oder aktiv – viele Wildtiere befinden sich zur kalten Jahreszeit auf Messers Schneide zwischen Leben und Tod. Der Winter erfüllt evolutionsbiologisch gesehen für viele Arten die wichtige Funktion als Nadelöhr der natürlichen Selektion. Nur die starken, gesunden Individuen überleben und sichern den Bestand einer Art. Durch unser verhalten können die sensiblen Mechanismen der Überwinterung gestört werden. Diesem Umstand ist Rechnung zu tragen, damit negative Folgen für Tier und Umwelt vermieden werden können.

  • Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Bündner Wald.

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Kontakt

  • Christian Sprecher
    Winkelgasse 3
    7320 Sargans
    E-Mail: c.sprecher1989 @ gmail.com

Mehr im Web

  • Winterschlaf (wikipedia)
  • Winterruhe (wikipedia)
  • Wie Tiere überwintern (ZDF mediathek)
  • Tiere im Winter (BR)
  • Hintergrundwissen zu Winterschlaf & Winterruhe (Arillus)

Mehr auf waldwissen.net

  • Die wildtierfreundliche Spur

Klirrende Kälte. Lange Nächte. Der Winter in der Region kann hart sein. Die Menschen haben sich gut daran angepasst. Warme Wohnungen, genügend Nahrung und Winterkleidung aus Hightech-Material. Den tierischen Bewohnern rund um Basel fällt die kalte Jahreszeit hingegen nicht so einfach. Da denkt manch tierlieber Mensch, dass er den pelzigen Zeitgenossen helfen muss.

Wildtierexperte Andreas Boldt von Pro Natura Schweiz erklärt, worauf der Mensch bei der Unterstützung der Tiere im Winter achten muss, was die Schwierigkeiten für die Tiere in der Region während der Wintermonate sind und welche Tierarten rund um Basel anzutreffen sind.

Fuchs, Marder und Rehe

Telebasel: Was für Tierarten leben in der Stadt-Basel?

Andreas Boldt: Direkt in der Stadt leben relativ wenig Wildtierarten. Dazu gehören etwa der Fuchs, der Steinmarder, der Igel, die Wanderratten und verschiedene Mäusearten. Es gibt aber auch Waldtiere, die in die Stadt vordringen. Auf grossen Grünanlagen kann man diese dann antreffen. Bestes Beispiel dafür sind die Rehe auf dem Friedhof Hörnli.

Und auf dem Land?

Neben den schon genannten Arten, leben im Baselbiet auch zahlreiche Wildschweine. Ausserhalb des Waldes gibt es zudem Feldhasen und kleine marderartige Tiere, wie das Hermelin. Diese Arten haben es aber wegen der zunehmend intensiveren Landwirtschaft immer schwieriger.

Daneben leben in der Region auch verschiedene Vogelarten. In der Stadt etwa Spatzen und verschiedene Meisen- und Finkenarten bis hin zum Buntspecht – wenn genügend Baumbestand vorhanden ist. In Stadtnähe leben zudem verschiedene Greifvögel, wie der Mäusebussard, Rotmilane oder Turmfalken.

Kälte ist nicht das Schlimmste

Wenn es draussen richtig kalt ist, hat manch einer von uns das Gefühl, dass es den „armen“ Tieren doch schlecht gehen muss. Das stimmt laut Experte nicht ganz.

Womit haben Wildtiere im Winter zu kämpfen?

Das Hauptproblem für die meisten Wildtiere ist im Winter nicht die Kälte, wie häufig angenommen wird. Es ist vielmehr die Nahrungsknappheit. Im Winter gibt es kaum Gräser, Kräuter, Blätter, Insekten, etc. Die verschiedenen Arten haben unterschiedliche Strategien entwickelt, wie sie mit dem Futtermangel umgehen. Einige fressen sich Nahrungsreserven an. Andere, vor allem Arten im Gebirge, machen einen Winterschlaf.

Füttern: Ja oder Nein?

Welche Tiere sind aufs Füttern angewiesen? Darf man überhaupt füttern?

Grundsätzlich müssen Wildtiere im Winter nicht gefüttert werden. Sie sind angepasst ans Überleben im Winter. Und wenn in einem ausserordentlich harten Winter einzelne Wildtiere nicht überleben, gehört das zur Natur. Das Füttern der grösseren Wildtiere z.B. Reh, Fuchs und Wildschwein ist nicht erlaubt.

Also darf ich auch kein Vogelfutter im Garten aufhängen?

Vögel dürfen im Garten gefüttert werden. Notwendig wäre dies nicht, aber Beobachtungen am Futterhäuschen erlauben einen spannenden Zugang zur Natur und ist für viele Menschen ein erfreuliches Erlebnis. Wichtig ist das richtige Futter, wie es im Supermarkt erhältlich ist. Das Futter muss sauber und trocken sein. Man sollte keine Küchenabfälle verfüttern.

Weitere Informationen rund um Wildtiere in der Region finden sie auf der Website von Pro Natura Schweiz.

So funktioniert der Winterschlaf bei Tieren

Um die niedrigen Temperaturen im Winter zu überleben, gibt es im Tierreich mehrere Strategien. Manche Tiere halten Winterschlaf – und der ist für sie lebensnotwendig.

Nicht jedes Tier kann sich im Winter ein dickes Fell zulegen oder wie Vögel in den warmen Süden fliegen. Einige Tiere haben nur eine Möglichkeit, den Winter zu überleben, indem sie Winterschlaf halten. Andere Tiere halten dagegen Winterruhe oder fallen in die Winterstarre.

Welche Tiere halten Winterschlaf?

Eingerollter Igel: Die Tiere halten in der kalten Jahreszeit Winterschlaf. (Quelle: alarich/Getty Images)

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Hält ein Tier Winterschlaf, bedeutet das, dass es die Körpertemperatur herabsenkt, keine Nahrung zu sich nimmt und alle Körperfunktionen herunterfährt. Beispielsweise verringern sich die Atmung und der Herzschlag, um Energie zu sparen. In dieser Zeit lebt das Tier von seinen vorher angefressenen Fettreserven.

Den Zustand, in dem es sich befindet, nennen Experten Torpor. Es gibt jedoch auch Wachpausen, die das Tier beispielsweise zum Abgeben von Kot und Urin nutzt. Zu den Winterschläfern gehören unter anderen:

  • Igel
  • Siebenschläfer
  • Fledermäuse
  • Murmeltiere

Warum halten Tiere eigentlich Winterschlaf?

Tiere halten Winterschlaf, weil sie bei Eis und Schnee nicht mehr genügend Nahrung finden. Wenn es anfängt kälter zu werden, ziehen sich Igel, Siebenschläfer, Murmeltiere und auch Fledermäuse in ihr Winterquartier zurück und fallen in einen Tiefschlaf.

Kein Tier sollte während seines Winterschlafs geweckt werden, denn das kann den Tod bedeuten, wenn sie bei Schnee und Kälte umherirren. Beim Aufwachen verbrauchen die Winterschläfer zudem viel Energie.

Wie lange halten Tiere Winterschlaf?

Die Dauer des Winterschlafs ist von Tier zu Tier unterschiedlich. In der Regel ziehen sich die Tiere für den Winterschlaf im November oder Dezember zurück und werden erst im Frühling wieder aktiv. Igel halten etwa ab Mitte November bis in den März oder April hinein ihren Winterschlaf, Siebenschläfer fallen meist schon ab Mitte September für rund sieben Monate in den Winterschlaf.

  • Winterschlaf oder Tod?: Wespen im Winter – Was geschieht mit ihnen?
  • Extreme Wanderung: Warum bleiben Zugvögel nicht im Süden?
  • Vögel, Eichhörnchen, Igel: So helfen Sie Tieren im Garten beim Überwintern

Welche Tiere halten Winterruhe?

Etwas anders ergeht es den Tieren, die die kalte Jahreszeit in der Winterruhe verbringen. Ihr Ruhezustand wird häufiger als bei den Winterschläfern durch Wachphasen unterbrochen. Zwar sinkt auch ihr Energiebedarf, sie müssen sich aber auch im Winter mit Nahrung versorgen. Zu den Tieren, die Winterruhe halten, gehören unter anderen:

  • Eichhörnchen
  • Waschbären
  • Dachse

Welche Tiere fallen in die Winterstarre?

Kröte im Winter: Bei kalten Temperaturen fallen Kröten in eine Winterstarre. (Quelle: imago/blickwinkel)

Wechselwarme Tiere wie Amphibien und Reptilien haben keine konstante Körpertemperatur, sondern passen sich der Umgebungstemperatur an. Bei niedrigen Temperaturen können sie sich nicht mehr bewegen und fallen in die Winterstarre. Zu ihnen gehören unter anderen:

  • Kröten
  • Schildkröten
  • Eidechsen
  • einige Insekten
  • einige Fischarten

Kröten suchen sich für ihre Winterstarre beispielsweise ein Erdloch einer Wühlmaus oder sie kriechen tief in den Schlamm eines Bachs oder Sees. Im Gegensatz zu einem Winterschläfer kann eine Kröte nicht so einfach aus der Starre geweckt werden. Wenn die Temperaturen im Frühling wieder steigen, dann löst sich die Winterstarre und die Kröte muss wieder zu Kräften kommen.

Warum machen Tiere Winterschlaf?

„Viele Wildtiere verkriechen sich und verschlafen die kalte Jahreszeit bis zum nächsten Frühjahr“, sagt Peer Cyriacks. Er ist Biologe und arbeitet bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Der Siebenschläfer zum Beispiel verkriecht sich jedes Jahr Ende September in seine runde, gut einen Meter tiefe Erdhöhle und deckt sich mit seinem buschigen Schwanz zu. „Zuvor hat er sich noch einen dicken Wanst für den Winterschlaf angefressen“, sagt der Experte. Die Speckschicht bringt ihn über die kalten Monate, wenn er nichts zu futtern kriegt. Zudem schützt sie ihn vor Kälte.

Winterschlaf halten auch die Fledermäuse. Bevor sie sich zurückziehen, fressen sie sich ebenfalls eine Fettschicht an. In Nischen suchen sie sich dann ein Plätzchen. Sie verkriechen sich etwa in ruhigen Baumhöhlen und Felsspalten, aber auch in dunklen Kellern und auf Dachböden.

Der Igel wird zur Stachelkugel

Der Igel hingegen baut sich im Garten ein wetterfestes, kugelförmiges Nest. Außerdem rollt er sich zu einer Stachelkugel zusammen. Das ist doppelt nützlich. Zum einen kommen Feinde so nicht an ihn heran. Zum anderen verliert der Igel so weniger Wärme.

Igel haben im Winterschlaf nur noch eine geringe Körpertemperatur von bis zu fünf Grad Celsius. Wird es draußen noch kälter, dann merkt der Igel das und wacht auf. Das schützt ihn, damit er nicht erfriert. Im Winterschlaf sind der Herzschlag und die Atmung viel langsamer als normal. Das spart Energie. Murmeltiere machen sogar minutenlange Atempausen.

Manche Tiere halten Winterruhe

Der Winterschlaf hilft den Tieren, die kalte Jahreszeit zu überstehen. Denn nicht nur, dass es dann eisigkalt ist. Es gibt auch wenig zu fressen. Daher ziehen die Tiere sich zurück. Es hilft ihnen, zu überleben. Es gibt auch Tiere, die nicht ganz so tief schlafen. Sie machen keinen Winterschlaf, sondern halten Winterruhe. Braunbären, Eichhörnchen, Dachse und Biber gehören beispielsweise dazu.

Der Naturschutzexperte rät, dass die Menschen ihren Garten im Herbst nicht zu sehr aufräumen sollen. Gerade Igel überwintern gern in Reisighaufen und Laubhaufen. Wir sollten sie für sie liegenlassen.

(AfK)

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