Taufen ohne paten

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Vielleicht hat sich der eine oder andere Leser diese Fragen ja bereits selbst gestellt. Soll ich mein Kind taufen lassen? Was bringt das überhaupt? Und muss ich dafür wieder in die Kirche eintreten? „Nein, das muss man natürlich nicht“, erklärt Veronika Fehle, Sprecherin der Katholischen Kirche Vorarlberg gegenüber WANN & WO: „Es stimmt aber, dass das Taufgespräch heute zu den Gesprächen zählt, in denen das Thema Kirchenaustritt immer wieder präsent ist. Natürlich ist das Taufgespräch nicht der erste Ort, um mit Eltern über einen möglichen Wiedereintritt zu sprechen – aber es kann durchaus eine neue Annäherung an die Kirche entstehen.“ Auch wenn beide Elternteile aus der Kirche ausgetreten sind, ist eine Taufe des Kindes möglich. „In diesem Fall muss jemand anstelle der Eltern die Verantwortung für die christliche Begleitung des Kindes übernehmen. Dafür braucht es dann eine Bestätigung des bischöflichen Ordinariats. Jeder Täufling wird in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen, daher ist ein Gespräch mit den Eltern über die Gründe des Tauf-Wunsches ganz besonders wichtig. Dass ein Elternpaar, bei dem beide ausgetreten sind, sein Kind taufen lassen will, ist deshalb aber auch durchaus selten.“

Entscheidung zum Glaube

Mit der Taufe wird das Kind in die christliche Gemeinschaft aufgenommen, die Feier gilt als Zeichen der „besonderen Beschenkung durch Gott und eine Zuwendung zu jenem kleinen Wunder, das man in den Armen hält. Die Taufe ist eine Begegnung mit Gott, eine Entscheidung für den Glauben und somit auch das Eintrittsfest in die Kirche“, so Fehle. Zudem ist die Taufe auch Voraussetzung für die spätere Kommunion sowie die Firmung. Ein durchaus nachvollziehbares Argument für die Taufe ist, dass Kinder sich „ausgeschlossen“ fühlen könnten, wenn sie nicht an den schulischen und kirchlichen Vorbereitungsaktivitäten zur Erstkommunion oder der Firmung teilnehmen. Ob dem wirklich so ist, dürfte aber eine sehr individuelle Angelegenheit sein. Dennoch ist dies ein Punkt – ebenso wie die Vermittlung gesellschaftlicher Werte über Glaube und Religion –, dem sich die Eltern bewusst sein müssen.

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Taufe ohne Kirche: Wenn die Eltern konfessionslos sind

Könnt ihre eure Kinder taufen lassen, wenn ihr selbst ausgetreten seid?

Im Jahr 2017 wurden um die 340.000 Kinder getauft, in der katholischen Kirche waren es nach deren Angaben um die 166.000 und in der evangelischen Kirche 180.000. Gehören hierzu auch Kinder, deren Eltern konfessionslos sind, also aus der Kirche ausgetreten sind oder erst gar nicht Mitglied waren? Das fragen sich nämlich einige, die ihr Kind taufen lassen möchten, obwohl sie sich von den beiden Kirchen schon längst verabschiedet haben.

Kann ein Kind konfessionsloser Eltern getauft werden?

Taufe ohne Kirche: Die Gründe

Es gibt die unterschiedlichsten Gedankengänge, die hinter diesem Taufwillen stecken. Oft sind die Menschen aus Protest gegen die Kirchenpolitik ausgetreten, glauben aber nach wie vor an Gott und möchten dies ihrem Nachwuchs nicht vorenthalten. Oder sie leben in christlichen Gemeinden, in denen ihre Kinder zu Außenseitern werden, wenn sie nicht getauft wären und dann nicht wie ihre Freunde zur Kommunion oder später zur Konfirmation gehen können. Dann gibt es oft einen sehr praktischen Grund: Man möchte das Kind in eine Konfessionsschule oder Konfessions-Kita anmelden. Diese Betreuungsstätten dürfen jetzt konfessionslose oder Kinder anderer Religionen nicht ablehnen, aber die Nachfrage ist einfach zu groß und da hat man sicherlich als Katholikin oder Protestant bessere Chancen. Manchmal wollen Eltern aber auch Verwandten einen Gefallen tun. Gründe gibt es also genug, um ein Kind taufen zu lassen, obwohl man selbst gar nicht mehr Kirchenmitglied ist. Was sagen nun die Kirchen dazu?

Taufe ohne katholische Kirchenmitgliedschaft

Es gibt kein Nein, aber das Ja ist schon an Bedingungen geknüpft. Die Eltern müssen mit dem zuständigen Pfarrer sprechen und in diesem Taufgespräch begründen, warum sie ihr Kind taufen lassen wollen. Reinhild Ahlers, die im Bistum Münster die Fachstelle Kirchenrecht leitet, erklärte in einem Interview mit „Kirche und Leben“: „Es muss klar sein, dass dem Kind der christliche Glaube vermittelt wird. Dann ist es in der Regel so, dass es zumindest im unmittelbaren Umfeld des Kindes eine Person gibt – also nicht die Oma, die ab und an aus München anreist –, die die religiöse Erziehung übernimmt.“ Demzufolge sollten dann auch die Paten ausgesucht werden, die die Eltern bei der Aufgabe, den christlichen Glauben zu vermitteln, helfen sollen. Letzten Endes liegt es an dem Pfarrer, ob er die Taufe übernimmt. Er kann sie nicht ablehnen, aber er kann sie aufschieben – bis sich die Situation geändert hat. Das kann bedeuten, dass ein Elternteil wieder in die Kirche eingetreten ist oder sich Paten gefunden haben, die besser unterstützen können. Oder man wartet, bis das Kind selber den Wunsch äußert, getauft zu werden.

Taufe ohne evangelische Kirchenmitgliedschaft

Auch hier wird ähnlich verfahren wie bei der katholischen Kirche. Die Regelungen sind unterschiedlich bei der jeweiligen Landeskirche. Es kommt wieder drauf an, wie der Pastor oder die Pastorin den Taufwunsch sieht. Wenn klar ist, dass es nur ein Weg in die evangelische Kita ist oder man macht es, weil Oma sich sonst zu sehr aufregt, dürfte es ein größeres Sträuben geben. Dann könnte die Taufe ebenfalls aufgeschoben werden, bis sich die Umstände ändern.

Die Wichtigkeit von Taufpaten

Paten sind bei einer Taufe immer wichtig und nur in besonderen Fällen wird bei einer Taufe auf sie verzichtet. Bei konfessionslosen Eltern, die ihr Kind taufen lassen wollen, fällt den Paten eine noch größere Rolle zu, den sie sollen garantieren, dass dem Täufling der christliche Glaube der jeweiligen Konfession nahegebracht wird. Das bedeutet – die Paten sollten Kirchenmitglieder sein, in der katholischen Kirche müssen sie mindestens 16 Jahre alt sein, in der evangelischen Kirche geht dies schon ab 14 Jahren. Und sie müssen auch die richtige Konfession haben. Bei evangelischen Taufen, wo Eltern Kirchenmitglieder sind, können sonst auch Katholiken das Patenamt übernehmen, das ist aber nicht erlaubt, wenn die Eltern konfessionslos sind. Da müssen sie der jeweiligen Konfession angehören. Die Paten können auch diejenigen sein, die Fürbitten oder Taufsprüche vorschlagen.

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Wie fragt man, ob jemand Patentante oder Patenonkel werden will?

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Muss man eine Taufe bezahlen, wenn man nicht in der Kirche ist?

Auf den Gedanken könnte man kommen, denn man zahlt ja keine Kirchensteuer. Doch Taufen sind in der Regel kostenlos. Man könnte allerdings den Blumenschmuck bezahlen, wenn man etwas Besonderes für die Taufe haben möchte. Eine Spende für die Kirchengemeinde wird immer gern gesehen, ist aber nicht zwingend.

Welche Unterlagen braucht man für die Taufe?

Im Prinzip gelten für alle Taufen die gleichen Regeln. Man braucht:

  • Geburtsurkunde oder Familienstammbuch des Kindes

  • Personalausweise der Eltern

  • ggf. Heiratsurkunde

  • Bescheinigung der Kirchenzugehörigkeit der Paten

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Taufe ohne Kirche: Überzeugungskraft ist angesagt

Wie du siehst – Taufen sind möglich, auch wenn du nicht mehr einer Konfession angehörst. Du musst aber überzeugende Gründe haben, warum du dein Kind taufen lassen willst, obwohl du der Kirche abgeschworen hast. In der Regel sind die Kirchen aber froh, wenn sie neue Mitglieder gewinnen, denn der Mitgliederschwund hält weiter an. Ein getauftes Kind ist zumindest schon einmal drin. Dass es bleibt, ist eher gegeben als ein Kind, das später als Erwachsener entscheidet, sich taufen zu lassen.

Kann ich zwischen Gemeinschafts- und Einzeltaufe wählen?
Das hängt ganz davon ab, was in Ihrer Pfarre üblich ist.

Können wir unser Kind auch in einer anderen Gemeinde taufen lassen?
Ja. Sie können wählen, wo Ihr Kind getauft werden soll. Doch die Taufe bedeutet ja auch immer die Aufnahme in eine Gemeinschaft. Es ist also sinnvoll Ihr Kind in der Gemeinde taufen zu lassen, in der Sie sich beheimatet fühlen. Wenn Sie Ihr Kind nicht in Ihrer Wohnpfarre taufen lassen möchten, brauchen Sie eine Tauferlaubnis der Wohnpfarre. Sie erhalten diese im Pfarrbüro.

Mein Mann ist katholisch, ich bin evangelisch. Ist das ein Problem?
Nein. Sie müssen sich allerdings entscheiden, in welcher Konfession Sie Ihr Kind taufen lassen wollen. Sind Sie sich nicht einig, kann ein Gespräch mit einem katholischen und einem evangelischen Pfarrer für Klarheit sorgen.

Wir sind beide aus der Kirche ausgetreten. Können wir unser Kind taufen lassen?
Grundsätzlich schon. Der Pfarrer wird allerdings mit Ihnen über Ihre Gründe zum Kirchenaustritt sprechen und klären, ob er Ihr Kind gleich tauft oder die Tauffeier erst einmal aufschiebt.

Ein Elternteil ist gegen die Taufe des Kindes.
Wenn beide Eltern das Sorgerecht haben, müssen sie die Dinge, die für das Kind von Bedeutung sind, in gegenseitigem Einvernehmen entscheiden, auch die Taufe. Besprechen Sie sich einmal gemeinsam mit dem anderen Elternteil und Ihrem Pfarrer. Auch eine Familienberatungsstelle kann helfen.

Taufe

Haben Sie Fragen zu einer Taufe?

Wann lass ich am besten mein Kind taufen?

Das liegt ganz an Ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen. In der Evangelischen Kirche werden in der Regel kleine Kinder getauft, aber es gibt keine Empfehlung für ein ideales Alter. Manche lassen ihre Kinder bereits nach einigen Monaten taufen, andere warten, bis das Kind ein Alter erreicht hat, an dem es schon selbst bewusst die Taufe erleben kann. Wieder andere warten so lange, bis Ihr Kind sich im Rahmen des Konfirmandenunterrichts selbst für eine Taufe aussprechen kann. Für alles gibt es gute Gründe. Sollten Sie unsicher sein, wenden Sie sich an Ihren Gemeindepfarrer.

Muss ich selbst Mitglieder der Evangelischen Kirche sein, um mein Kind evangelisch taufen zu lassen?

Ja, einer der beiden Eltern muss evangelisch sein. Sollten Sie dies nicht sein, bedarf es einer Genehmigung durch das Presbyterium der Gemeinde. Eltern und Paten versprechen bei der Taufe, das Kind im Sinne des evangelischen Glaubens zu erziehen. Deshalb legen wir Wert darauf, dass tatsächlich jemand innerhalb der Familie diese Aufgabe übernimmt. In der Regel können Sie dies aber durch die Bestimmung evangelischer Paten und Patinnen dokumentieren. Sollten Sie aus der Kirche ausgetreten sein, könnten Sie wiederum den Tag der Taufe Ihres Kindes zum Anlass nehmen, selbst wieder in die Kirche einzutreten. Das geht unkompliziert und einfach und Sie hätten an diesem Tag gleich doppelten Grund zur Freude!

Brauche ich Paten und Patinnen?

Die Bestimmung von Paten und Patinnen ist nicht mehr zwingend vorgeschrieben aber trotzdem sinnvoll. Sie sollen gemeinsam mit Ihnen für die christliche Erziehung Ihres Kindes sorgen und es auf seinem Lebensweg begleiten.

Die Benennung als Pate führt übrigens nicht automatisch dazu, dass Ihre Kinder diesen im Fall eines tödlichen Unfalls Ihrerseits anvertraut werden. Sollten Sie für diese Situation Menschen Ihres Vertrauens haben wollen, denen man Ihre minderjährigen Kinder überlassen könnte, sollten Sie dies notariell festhalten lassen, um sicherzugehen, dass Ihr Wille erfüllt wird.

Wie viele Paten und Patinnen brauche ich?

Die Zahl ist nicht festgelegt. Es reicht selbstverständlich eine Person, es dürfen aber auch gerne mehrere sein. Als Regel haben sich zwei oder drei Paten und Patinnen bewährt. Die Würde des Patenamtes beinhaltet, dass möglichst eine bewusste Auswahl stattfindet, wodurch sich die Zahl der Paten und Patinnen normalerweise von selbst ergibt.

Wann und wo kann mein Kind in Ihrer Kirchengemeinde getauft werden?

Die Taufe von Kindern erfolgt in aller Regel während des Gottesdienstes am Sonntag. Eine Taufe ist natürlich auch in besonderen Gemeindegottesdiensten, wie etwa „Toben und Loben,“ möglich. Bitte wenden Sie sich bei einem Wunsch nach Taufe Ihres Kindes an unser Gemeindebüro.

Wenn ich die Konfession wechseln und evangelisch werden möchte, muss ich dann umgetauft werden?

Der Volksmund nennt es tatsächlich so, wenn jemand aus der einen Konfession in die andere wechseln möchte. Aber eine Taufe ist in diesem Fall nicht nötig und auch nicht möglich. Die großen Kirchen erkennen die Taufen der jeweils anderen wechselseitig an. Die Taufe ist so ein einmaliges Geschehen, dass eine Wiederholung nicht erfolgen soll.

Taufen Sie auch Erwachsene?

Ungetaufte Erwachsene können auch in unserer Evangelischen Kirche getauft werden. Dazu ist kirchenrechtlich ein vorheriger „Taufunterricht“ vorgesehen, der in der Praxis zwei bis drei Vorbereitungsgespräche mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin umfasst.

Haben Sie noch weitere Fragen?

Dann wenden Sie sich gerne an mich, Pfarrer Marcus Tesch. Ich stehe Ihnen gerne für die gewünschten Auskünfte zur Verfügung.

Der Ablauf der evangelischen Taufe

Mit der Taufe tritt der Täufling in die Gemeinschaft der Christen ein. Die Taufe ist somit zwar ein Sakrament der christlichen Einheit, trotzdem gibt es keine ökumenische Taufe. Man wird immer in eine spezielle Gemeinde eingeführt. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Taufzeremonien in der evangelischen und der katholischen Kirche sich im Ablauf nicht komplett decken.

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Besonderheiten der evangelischen Taufe

Der grundlegendste Unterschied zwischen dem katholischen Taufgottesdienst und dem in der evangelischen Kirche ist der, dass in letzterer grundsätzlich weniger Zeichen und Symbole zum Einsatz kommen. Der evangelische Glaube geht davon aus, dass die Worte und Handlungen an sich schon aussagekräftig genug sind und nicht noch zusätzlich symbolisch untermauert werden müssen, wie es in der katholischen Kirche beispielsweise durch die erklärenden Riten am Ende der Taufhandlung geschieht.

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Gemeinsamkeiten in beiden Konfessionen

Jedoch gibt es auch Gemeinsamkeiten. Das sind im Wesentlichen drei Kernelemente des Taufgottesdienstes, die in beiden Konfessionen fester Bestandteil sind. Dabei handelt es sich um die eigentliche Taufe mit Wasser, die Verlesung des Taufbefehls Jesu Christi sowie das gemeinsame Sprechen des apostolischen Glaubensbekenntnisses. Um diesen Kern herum gibt es in beiden Konfessionen einige Optionen, den Gottesdienst persönlich zu gestalten. Du solltest deshalb vor der Taufe mit dem Pastor oder der Pastorin besprechen, welche Möglichkeiten es dazu gibt. Hier kannst Du Dich schon vorher informieren, wie ein Taufgottesdienst beispielsweise ablaufen könnte.

Die evangelische Taufe: Eröffnung und Anrufung

Zu Beginn des Gottesdienstes werden alle Anwesenden offiziell mit dem Grund der Zusammenkunft bekannt gemacht und so der Gottesdienst eingeleitet. Auch wird das Anliegen der Gemeinde. In diesem Fall die Aufnahme des Kindes in die christliche Gemeinschaft durch die Taufe, vor Gott gebracht. Das kann zum Beispiel durch die folgenden Schritte geschehen:

  • Erstes Lied: Durch ein erstes Lied, das Ihr selbst ausgesucht habt, könnt Ihr jedem der Gäste die besondere Bedeutung dieses Tages auf einfache Weise zugänglich machen. Ein Lied, dessen Text zur Taufe passt, stimmt die Anwesenden auf das kommende Ereignis ein. Außerdem ist es möglich, mithilfe des ersten Liedes das Gemeinschaftsgefühl der Anwesenden zu stärken. Um dies zu erreichen eignen sich besonders sogenannte Wir-Lieder, die textlich die Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft betonen. Euer Pastor kann Euch hier sicher ein paar schöne Vorschläge machen.
  • Begrüßung mit Taufankündigung: Der Pastor oder die Pastorin begrüßt die Gemeinde und erklärt noch einmal deutlich, warum man sich an diesem Tag zusammengefunden hat, nämlich, um Euer Kind zu taufen. Damit wird nicht nur vor den restlichen Gemeindemitgliedern, sondern auch vor Gott erklärt, dass die Taufe aus Überzeugung vollzogen wird.
  • Liturgische Grußformel: Auch in der evangelischen Kirche steht zu Anfang des Gottesdienstes die liturgische Grußformel. Sie besteht aus einem Teil des Taufbefehls Jesu, durch den er seine Jünger anwies, die Menschheit „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ zu taufen. Durch diese formelhafte Begrüßung spricht nicht nur der Geistliche der Gemeinde seinen Segen aus („Der Herr sei mit euch“), sondern im Gegenzug wird auch er von den Gemeindemitgliedern mit einem Segen bedacht („Und mit deinem Geiste“). So wird nachdrücklich die Verbindung aller Anwesenden zueinander sowie zu Gott betont.
  • Gebet: Das gemeinsame Gebet soll dazu dienen, die Gemeinschaft der Anwesenden zu stärken und sowohl ihre Wünsche, als auch ihre Ängste und Sorgen anzusprechen. Die Gemeinde erbittet so den Beistand Gottes sowohl in schwierigen Lebenssituationen, als auch seine Teilhabe an allen schönen Momenten.
  • Lied: Zum Abschluss der Eingangsphase des Taufgottesdienstes kann abermals ein Lied gesungen werden. Wenn Ihr hier das gleiche Lied wählt, wie zu Anfang, und einfach andere Strophen singt, könnt Ihr den ersten Teil der Zeremonie gewissermaßen einrahmen.

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Verkündigung bei der evangelischen Taufe

In der zweiten Phase des Gottesdienstes soll das Wort im Mittelpunkt stehen. Dazu können sowohl biblische als auch nicht-biblische Texte vorgetragen werden, die den besonderen Anlass unterstreichen und durch die zum Ausdruck kommt, welche Hoffnungen Ihr in die Taufe setzt und welche Wünsche ihr für die Zukunft Eures Kindes habt.

  • Lesung: Die Lesungen während des evangelischen Taufgottesdienstes können relativ frei gestaltet werden und geben Euch als Eltern oder Paten somit die Möglichkeit, Eure persönlichen Gedanken und Wünsche zum Ausdruck zu bringen. Neben Textstellen aus der Bibel können auch nicht-biblische Texte vorgetragen werden, die für Euch und das Leben Eures Kindes eine besondere Bedeutung haben. Die Frage, ob Euer Vortrag vor oder nach der Predigt gehalten werden soll, könnt Ihr im Vorgespräch mit dem Geistlichen klären.
  • Predigt: Die Ausgestaltung der Predigt in der evangelischen Kirche hängt sehr stark von den rhetorischen Fähigkeiten des Pastors oder der Pastorin sowie von Euren persönlichen Wünschen ab. In vielen Gemeinden wird die Predigt genutzt, um den Taufspruch, der sozusagen als Motto über der Taufe Eures Kindes steht, in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken. Der Geistliche legt den Taufspruch in Bezug auf das Leben des Täuflings sowie aller anderen Anwesenden aus, um dessen tiefe Bedeutung ganz deutlich zu machen.

Die Predigt bei der evangelischen Taufe kann allerdings auch anders ausfallen. Die Pastorin kann beispielsweise auch einen Bibeltext vortragen, der zum Taufspruch passt, sofern dies nicht schon von Euch selbst getan wurde. Vor allem wenn viele Kinder im Gottesdienst anwesend sind, ist es außerdem möglich, einen Text aus der Bibel nachzuerzählen, um den Zugang zur Thematik zu erleichtern. Der Geistliche wird Eure Wünsche in jedem Fall berücksichtigen und die eigenen Vorstellungen der Situation anpassen.

Spende des Sakraments

Im dritten Abschnitt des Taufgottesdienstes wird die eigentliche Taufe vollzogen. Neben der konkreten Taufhandlung gehören dazu in der evangelischen Kirche noch einige andere Punkte.

  • Verlesung des Taufbefehls: Wie auch in der katholischen Kirche ist der biblische Taufbefehl aus dem Matthäusevangelium ein fester Bestandteil des Taufgottesdienstes. Durch ihn wird verdeutlicht, dass die Taufe im direkten Auftrag Jesu Christi gespendet wird. Eltern und Paten wird durch den Taufbefehl noch einmal ihre Verantwortung gegenüber dem Täufling und Gott verdeutlicht.
  • Kurze Taufansprache: An dieser Stelle habt Ihr als Eltern die Möglichkeit, einige Worte an die Gemeinde zu richten. So könnt Ihr dem Fest eine persönliche Note verleihen und Eure aktive Teilhabe am Geschehen demonstrieren.
  • Glaubensbekenntnis: Das gemeinsam gesprochene Glaubensbekenntnis verleiht nicht nur Eurem eigenen Glauben Ausdruck. Ihr sprecht es stellvertretend auch für Euer Kind, das sich noch nicht selbst zum Glauben an Gott bekennen kann. Da in der christlichen Kirche niemand gegen seinen ausdrücklichen Willen getauft wird, ist diese Erklärung im Namen Eures Kindes unbedingte Voraussetzung, damit es getauft werden kann.
  • Tauffrage: Vor oder nach dem Glaubensbekenntnis stellt der Pastor oder die Pastorin Euch und den Paten die sogenannte Tauffrage. Der offizielle Text lautet folgendermaßen:

Pastor/Pastorin: „Liebe Eltern, Patinnen und Paten, ihr habt gehört, was Gott in der Taufe schenkt und was diese Gabe für alle Getauften bedeutet. So frage ich euch: Wollt ihr, dass euer Kind getauft wird, so antwortet mit: Ja.“

Eltern und Paten: „Ja.“

Pastor/Pastorin: „Wollt ihr euer Kind als Gottes Geschenk annehmen? Wollt ihr eurem Kind helfen, im Glauben an Gott Kraft für das Leben zu finden, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.“

Eltern und Paten: „Ja, mit Gottes Hilfe.“

Zusätzlich zu dieser offiziellen Formulierung habt Ihr nun auch die Möglichkeit, noch einmal mit eigenen Worten zu äußern, warum Euch die Taufe Eures Kindes wichtig ist.

Weitere Punkte der evangelischen Taufe

  • Taufhandlung: Bei der eigentlichen Taufhandlung wird der Kopf des Täuflings über dem Taufbecken dreimal mit Wasser übergossen. Gleichzeitig spricht der Geistliche, nach der Nennung des Kindsnamen, folgenden Text: „Ich taufe dich im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
  • Entzünden der Taufkerze: Obwohl die evangelische Kirche weitgehend auf den Einsatz von Symbolen verzichtet, ist es auch hier in vielen Gemeinden üblich, nach der Wassertaufe die Taufkerze zu entzünden. Sie steht für das Licht Gottes, die den Täufling von nun an auf allen seinen Wegen begleiten soll.
  • Segnung der Eltern und Paten: Die Segnung der Eltern und Paten ist meist ein fester Bestandteil der evangelischen Zeremonie. Sie soll Hoffnung und Kraft spenden, die den Gesegneten dabei helfen soll, ihrer zukünftigen Aufgabe gerecht werden zu können.
  • Taufgebet: Durch ein gemeinsames Gebet können alle Anwesenden dem Täufling ihre guten Wünsche mit auf den Weg geben.
  • Tauflied: Als Abschluss der Taufhandlung wird häufig ein Dank- oder Segenslied ausgewählt.

Sendung und Segen bei der evangelischen Taufe

Bevor der Gottesdienst endet, erbitten die Gemeindemitglieder gemeinsam mit dem Pastor den Segen Gottes für sich selbst und andere.

  • Fürbitten: Die Fürbitten bieten eine schöne Gelegenheit, Verwandte oder Freunde in die Gestaltung der Zeremonie mit einzubeziehen. Ihr könnt sie frühzeitig an Eure Festgäste verteilen, so dass sie dann im Wechsel von mehreren Personen vorgetragen werden können. Die Fürbitten schließen in der Regel nicht nur die Familie des Täuflings sowie andere nahestehende Personen ein, sondern erbitten Gottes Segen auch für Notleidende.

Ihr könnt darüber nachdenken, zum Abschluss des Gottesdienstes das Vaterunser zu sprechen. Es betont noch einmal die Zusammengehörigkeit der einzelnen Gemeindemitglieder, zu denen nun auch Euer frisch getauftes Kind gehört. Solltet Ihr euch dagegen entscheiden, bildet der Segenswunsch des Geistlichen für die versammelte Gemeinde den alleinigen Abschluss des Taufgottesdienstes.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, die Taufe Eures Kindes zu gestalten. Auch gibt es innerhalb verschiedener Landeskirchen oft unterschiedliche Regelungen. Besprecht deshalb vor dem Tag der Taufe den genauen Ablauf mit Eurem Pastor oder Eurer Pastorin. Sie haben durch vorangegangene Taufgottesdienste schon einige Erfahrung und werden Euch sicher gern beraten.

Mitgliedschaft

Kinder auffangen: Das Patenamt beinhaltet anspruchsvolle Aufgaben.

Bild: Photocase / vandalay

Von Patinnen und Paten wird einiges verlangt: Sie sollen ihr Patenkind begleiten, für es beten und gemeinsam mit dem Kind nach Gott suchen. Der Lohn: Patenkind und Pate sind oft ein Leben lang verbunden.

„Würdest du Patin werden von unserem Sohn?“ Menschen, die dies gefragt werden, sind mit Recht froh und stolz. Denn die Frage ist ein großer Vertrauensbeweis. Die Eltern trauen es den zukünftigen Paten zu, für ihr Kind da zu sein, sie wollen, dass der Pate oder die Patin – meist ein Familienmitglied oder ein guter Freund – im Leben ihres Sohns eine Rolle spielt.

Trotzdem haben viele auch Respekt vor diesem Amt. Wer eine Patenschaft übernimmt, der übernimmt auch Verantwortung für einen kleinen Menschen: Für sein Wohlergehen, für seine religiöse Erziehung, für seinen weiteren Weg. In der Taufe wird der Grundstein gelegt für eine menschliche Beziehung, die – bestenfalls – ein Leben lang hält.

Informationen

Aufgaben der Paten

In der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wird bei jeder Säuglingstaufe mindestens ein Pate vorausgesetzt. Das hat seinen guten Grund: Paten sind Zeuginnen und Zeugen der Zusage, die Gott in der Taufe einem jeden Menschen macht: „Du bist mein lieber Sohn, du bist meine geliebte Tochter“. Davon können sie ihrem Patenkind, wenn es größer wird, erzählen. Darum ist es für die Patenschaft auch notwendig, dass der Pate oder die Patin bei der Taufe anwesend ist. Zusammen mit den Eltern kümmern sich die Paten (Abkürzung für lateinisch „Pater spiritualis“ = “Geistlicher Vater“) darum, dass das Kind etwas vom christlichen Glauben erfährt: Sie nehmen seine religiösen Fragen ernst und suchen mit ihm gemeinsam nach Gott. Nicht verbissen, sondern auf eine lustvolle Art, die viel Platz hat für Lachen, Spiele, Geschenke und gemeinsame Unternehmungen.

Die evangelische Kirche freut sich über jeden, der eine Patenschaft übernimmt. Einerseits, weil sie es aus christlicher Überzeugung begrüßt, wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, Beziehungen aufbauen, einander bei der Erziehung unterstützen. Andererseits sind Paten wie Botschafter für die Gemeinde. Sie halten mit dem Patenkind Kontakt zur Gemeinde und beten für das Kind. So ist es nur selbstverständlich, dass nur Kirchenmitglieder das Patenamt übernehmen können.

Voraussetzung: Kirchenzugehörigkeit

Es ist wünschenswert, aber nicht notwendig, dass eine Patin oder ein Pate der evangelischen Kirche angehört. Formal genügt es, wenn die Paten Mitglieder einer Kirche des Arbeitskreises christlicher Kirchen sind (z.B. katholische Kirche oder Freikirche wie Baptisten, Methodisten – siehe Liste der christlichen Kirchen.

Mittlerweile ist es selbstverständlich, dass ein evangelisches Kind katholische Paten hat. Sind die Eltern jedoch aus der Kirche ausgetreten, muss der Pate oder die Patin evangelisch sein, damit der Kontakt zur Evangelischen Kirche nicht abreißt. Ab der Konfirmation ist ein evangelischer Christ oder eine evangelische Christin berechtigt, das Patenamt zu übernehmen.

Was muss ein Pate mitbringen?

Nicht viel, vor allem: die Freude am Kind, den Wunsch, den Patensohn oder die Patentochter zu begleiten und Interesse daran, mit dem Patenkind zusammen den Glauben neu zu entdecken. Wenn der Pate nicht Mitglied der örtlichen Gemeinde ist, muss er vor der Taufe seine Kirchenmitgliedschaft mit einer Patenbescheinigung nachweisen. Diese Patenbescheinigung kann er sich im Pfarramt seiner eigenen Kirchengemeinde ausstellen lassen – ein rein formaler Akt. (Falls Sie unsicher sind, zu welcher Kirchengemeinde der bayerischen Landeskirche Sie gehören, nutzen Sie unsere Gemeindesuche!).

Katholische Paten erhalten in ihrem Pfarrbüro eine Bescheinigung über die Kirchenzugehörigkeit. Um unnötigen Stress zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Patenbescheinigung rechtzeitig zu beantragen.
Oft wünscht sich die Familie, dass sich die Patinnen und Paten schon am Gottesdienst mit einer Lesung oder einer Fürbitte für das Patenkind beteiligen. Das ist ein schöner Anlass, schon in der Kirche zu zeigen: Wir stehen mit Gebet und guten Gedanken für unser Patenkind ein. Vorschläge für Fürbitten können Sie bei dem Taufpfarrer oder der Taufpfarrerin erhalten.

Und das Geschenk? Hier gibt es unterschiedliche Traditionen. In manchen Familien schenkt der Pate die erste Kinderbibel oder ein christliches Symbol. In anderen Familien greifen die Paten alte Bräuche auf und schenken erste Wertanlagen: Den Grundstock für eine Münzsammlung, ein Sparbuch… Auch Taufkettchen mit Name und Taufdatum oder das erste Besteck sind beliebte Paten-Geschenke. Ein ganz individuelles Geschenk ist die persönlich gestaltete Taufkerze. Sie wird das Kind bei vielen anderen Taufen begleiten und an die eigene Taufe erinnern. Rücksprache mit den Eltern ist hier bestimmt sinnvoll, aber es sollte auch ein Geschenk sein, das dem Paten selbst Freude macht.

Ende des Patenamtes

Das Patenamt im engen Sinne endet mit der Konfirmation und dem eigenständigen, mündigen „Ja“ des Jugendlichen zu seiner Taufe. Oft aber besteht zwischen Patenkind und Pate das ganze Leben lang ein besonderes Vertrauensverhältnis.

Tritt ein Pate oder eine Patin aus der Kirche aus, ruht das Patenamt. Eine vorzeitige Beendigung des Patenamtes ist dann möglich, wenn der Pate oder die Patin aus eigenem Wunsch und vertretbaren Gründen um die Entbindung von dem Amt bittet. War dies die einzige Patin, kann eine neue Patin nachbenannt und ihr Name ins Kirchenbuch eintragen werden. Dagegen ist es unmöglich, einen Paten gegen dessen Willen aus dem Kirchenbuch zu streichen.

Komplikationen wie diese sind sehr selten. Oft erleben Paten und Patenkinder die Patenschaft als eine besondere Bereicherung ihres Lebens. Gerade in der Pubertät wird der Taufpate zum wichtigen Ansprechpartner neben den Eltern.

Alles rund ums Patenamt

Aufgaben

Der Pate oder die Patin (Abkürzung für lateinisch „Pater spiritualis“ = “Geistlicher Vater“) übernimmt im Auftrag Gottes und der Kirche eine Mitverantwortung für das Patenkind. Die Patin oder der Pate versprechen in der Tauffeier, gemeinsam mit den Eltern dem Kind von seiner Taufe zu erzählen. Sie wollen sich bemühen, dem Kind zu einem eigenen Zugang zum christlichen Glauben zu verhelfen – zum Beispiel indem sie ihm von Jesus Christus erzählen, mit ihm beten und den christlichen Glauben vorleben.

Kirchenmitgliedschaft

Damit die Paten ihre Aufgaben glaubwürdig übernehmen können, müssen sie Mitglieder einer christlichen Kirche und bei der Taufe anwesend sein.

Zahl der Paten

In der Regel sollten es zwei Paten sein. Mindestens eine Patin oder ein Pate soll der Evangelischen Kirche angehören; die weiteren können Mitglieder einer anderen christlichen Kirche sein (z.B. katholische Kirche oder Freikirche wie Baptisten, Methodisten). In besonderen Fällen genügt auch eine Patin oder ein Pate; oder die Kirchengemeinde hilft bei der Suche weiterer Paten.

Patenbescheinigung

Die Paten müssen ihre Kirchenmitgliedschaft mit einer Patenbescheinigung nachweisen. Mit der Patenbescheinigung bestätigt die Kirchengemeinde, in der Sie wohnen, dass Sie das Patenamt übernehmen dürfen. Evangelische Kirchenmitglieder erhalten die Patenbescheinigung bei der Pfarrerin oder dem Pfarrer Ihrer Gemeinde oder im Gemeindebüro. Da die katholische Kirche keine Patenbescheinigung kennt, erhalten Sie bei ihr eine Bescheinigung über die Kirchenzugehörigkeit.

Aufhebung des Patenamtes

Im Gegensatz zur möglichen Entbindung vom Patenamt auf eigenen Wunsch ist eine Streichung gegen den Willen des Paten – wie in den meisten Landeskirchen – nicht möglich. Fragen Sie in Ihrem Pfarramt nach! Suchen Sie das Gespräch mit dem Paten, um den Konflikt gemeinsam zu klären. Sie können den Gemeindepfarrer oder die Pfarrerin zu einem klärenden Gespräch dazu bitten.

Taufpaten ohne Konfession??

Hallo Dine,
in der kath. Kirche kann kein Ausgetretener Pate werden. Macht auch irgendwie Sinn, denn er soll ja das Kind auf seinem Glaubensweg positiv unterstützen. Diese Vorstellung, Paten kümmern sich um das Kind, falls den Eltern was passiert, hat die Kirche nicht, da geht es allein um Begleitung des Kindes im Glauben. Auch praktisch gesehen, bekämen in einem Unglücksfall die nächsten Verwandten die Kinder und nicht die Paten (es sei denn das sind zufällig die Paten). Ein Pate muss hier auf jeden Fall kath. sein, der andere kann auch eine andere (christliche) Religion haben.
Eigentlich ist das in der ev. Kirche nicht anders. Hier gibt es aber noch die Möglichkeit, dass ein Ausgetretener "Taufzeuge" wird, das ist dann sowas wie Trauzeuge und hat praktisch keine Bedeutung, denn Taufzeugen sind ja eigentlich alle, die bei der Taufe dabei sind. Es wundert mich sehr, dass hier einige schreiben, dass jemand ohne Konfession ev. TaufPATE geworden ist. Das hat nämlich eigentlich nix mit Aufgeschlossenheit des Pfarrers zu tun, das kirchenrechtlich schlicht nicht möglich.
Ich habe schon oft Familiendramen erlebt, weil es eben nicht möglich war, dass die Tante/der Onkel Pate wird, weil sie/er ausgetreten war und sich oft auch davor nicht über die Konsequenzen Gedanken gemacht/informiert hatten. Oft haben dann bei der Gelegenheit auch die Eltern des Ausgetretenen erst davon erfahren und es gab riesen Zoff in den Familien. Einige wollten dann für die Taufe des Neffen/Nichte wieder eintreten, aber das geht natürlich nicht einfach so, sondern ist ein langer Prozess.
Noch krasser war, wenn (junge) Leute verstorben sind und dann rauskam, er/sie ist ohne Wissen der Familie ausgetreten und eine kirchliche Beerdigung ist nicht möglich (wäre ja auch gegen den Willen des Verstorbenen). Aber für viele Hinterbliebene kam dann zur Trauer auch noch der Schmerz, dass "der Bub" einfach so begraben wurde ohne Gottesdienst oder ähnliches..
Natürlich kann euch aber keiner hindern, deinen Bruder für euch privat als Paten zu benennen, nur offiziell eingetragen wird er nicht. Vielleicht macht ihr ihm selber eine Patenurkunde?! Und niemand kann ihm verbieten, sich bei der Taufe mit ans Taufbecken zu stellen…
Fragt doch mal bei eurem Pfarramt nach, was ihr für Möglichkeiten für deinen Bruder habt.
Liebe Grüße, Kristina

Die häufigsten Fragen zur Taufe

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