Symptome hirnhautentzündung kinder

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Hirnhautentzündung bei Kindern: Jede Minute zählt

Elias war gerade fünf Jahre alt geworden, als sein Leben innerhalb von wenigen Stunden eine dramatische Wendung nahm. Er hatte sich mit Meningokokken infiziert. Diagnose: Hirnhautentzündung (Meningitis). Bei Elias nahm die Krankheit den schwersten Verlauf. Babys und Kleinkinder sind besonders häufig betroffen, die Sterblichkeitsrate ist hoch. Alle Eltern sollten die Symptome von Hirnhautentzündung kennen, denn schnelles Handeln rettet Leben!

Am Morgen war noch alles in bester Ordnung. Elias war quietschfidel. Mittags bekam er Fieber. Seine Mutter Ina J. gab ihm ein fiebersenkendes Medikament und legte ihn ins Bett, aber das Fieber ging nicht runter. „Rund zwei Stunden nachdem ich ihm das Medikament gegeben hatte, wurde Elias plötzlich ganz komisch“, erinnert sich Ina. „Er war nicht mehr ansprechbar und sackte in sich zusammen.“ Sofort rief sie den Notarzt, der das Kind ins nächste Krankenhaus brachte. Elias hatte sich mit Meningokokken infiziert, genauer gesagt mit dem Neisseria meningitidis-Bakterium Typ-B.

Impfkalender – Diese Impfungen werden für Kinder empfohlen

Impfkalender
Diese Impfungen werden für Kinder empfohlen

Meningokokken sind für kleine Kinder besonders gefährlich

Nach Expertenschätzungen tragen etwa acht Millionen Deutsche Meningokokken im Nasen-Rachen-Raum, ohne daran zu erkranken. Doch werden die Bakterien per Tröpfcheninfektion, also etwa durch Niesen, Husten, Schmusen oder Küssen, an Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder kleine Kinder weitergegeben, kann das dramatische Folgen haben.

„Nicht einmal 24 Stunden nachdem Elias angefangen hatte zu fiebern, sagten uns die Ärzte, er werde wohl sterben. Weil es so schlecht um ihn stand, musste er in eine hundert Kilometer entfernte Klinik verlegt werden. Für den Transport wurde Elias in ein künstliches Koma versetzt. Er wurde beatmet und sein Herz brauchte Unterstützung. Ich durfte nicht mit im Rettungswagen fahren, da die Ärzte befürchteten Elias werde auf dem Weg sterben“, erzählt Ina. „Das war ganz furchtbar. Ich wusste ja nicht, ob ich mein Kind lebend wiedersehen würde. Mein Mann und ich versuchten dem Rettungswagen hinterher zu kommen, doch der raste mit 180 Sachen über die Autobahn.“ Nachdem auch die Eltern die Klinik erreicht hatten, sprachen die Ärzte mit ihnen über die Folgen, die Elias wegen der Meningokokken-Infektion drohen könnten.

Gefürchtete Komplikation: Waterhouse-Friderichsen-Syndrom

„Die Ärzte gaben Elias fünf Prozent Überlebenschance – und wenn, dann nur mit schweren Hirnschädigungen“, erinnert sich Ina. Denn die Hirnhautentzündung hatte sich bei Elias bereits zum Waterhouse-Friderichsen-Syndrom weiterentwickelt. Rund zehn bis 20 Prozent der 500 bis 1000 Meningokokken-Erkrankungen, die jährlich in Deutschland auftreten, münden in diese rasant verlaufende Form, die häufig innerhalb weniger Stunden zum Tod führt. „Wenn sich die Meningokokken über die Hirnhäute in die Blutbahn ausbreiten, entsteht praktisch eine Blutvergiftung. Deshalb wird beim Waterhouse-Friderichsen-Syndrom auch von Meningokokken-Sepsis gesprochen“, erklärt Bettina Lange, Leitende Oberärztin der Klinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mannheim.

Über den Blutkreislauf gelangen die Bakterien in den ganzen Körper: In Folge kommt es zu Durchblutungsstörungen, zunächst der Haut. Die Nebenniere kann zerstört werden, die viele lebenswichtige Stoffe für den Organismus produziert. Multiorganversagen ist eine häufige Komplikation. Überleben die Patienten, sind Entwicklungs- und Hörstörungen, Krampfanfälle, Lähmungen sowie große Gewebe- und Organschäden mögliche Folgen.

Elias überlebte – doch die Folgen prägen ihn für immer

Aller Prognosen der Ärzte zum Trotz überlebte Elias die schwere Hirnhautentzündung – jedoch mit gravierenden Folgen: Nachdem er elf Wochen auf der Intensivstation um sein Leben gekämpft hatte, mussten dem heute Siebenjährigen in einem Dutzend Operationen rund 40 Prozent der geschädigten Haut entfernt und mit eigener Haut wieder gedeckt werden. Zudem wurden Elias beide Unterschenkel amputiert.

Wie Elias heute damit lebt, schildert die Reportage „Ich schaffe das, Mama“ im Elternportal von t-online.de.

„Kindern, die das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom überlebt haben und schwere Weichteilveränderungen aufweisen, müssen leider häufig Gliedmaßen amputiert werden. Das abgestorbene Gewebe führt sonst wieder zu Infektionen“, erläutert Lange. „Elias Füße waren schon nach drei Tagen schwarz-blau“, erinnert sich seine Mutter. Doch bei dem lebensbedrohlichen Zustand durch das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom stehen solche Dinge zunächst nicht im Vordergrund, denn erstmal geht es darum, die Organfunktionen zu erhalten. Wenn das Kind stabil ist, werden die Folgeschäden behandelt. „Der Gewebezerfall war bei Elias so weit fortgeschritten, dass die Ärzte erst dachten, Elias müssten die Beine bis zur Hüfte amputiert werden. Wir hatten Glück im Unglück: Seine Oberschenkel konnten gerettet werden und die prophezeiten Hirnschädigungen blieben aus. Elias fehlen seine Beine, doch er ist noch bei uns – dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Ina.

Symptome einer Hirnhautentzündung

Eine Hirnhautentzündung, beziehungsweise das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, beginnt sehr plötzlich mit hohem Fieber, großer Abgeschlagenheit und eventuell einer Wesensveränderung des Kindes. Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen können, müssen aber nicht auftreten. „Leider sind das sehr unspezifische Symptome“ sagt Lange. „Eltern denken dann oft erstmal an Virusinfektionen wie eine Grippe oder einen Magen-Darm-Infekt. Gerade kleine Kinder können auch noch nicht äußern, dass sie Kopfschmerzen haben. Sie fassen sich vielleicht nur öfter an den Kopf. Viele Mütter berichten zudem von einem komischen Ausdruck des Kindes oder dass es verhaltensauffällig wird – das reicht von Aggressivität und Unruhe über Licht- und Berührungsempfindlichkeit bis hin zu Schläfrigkeit oder besonderer Anschmiegsamkeit. Die meisten Mütter wissen intuitiv, dass da kein normaler Infekt im Anmarsch ist. Dann sollten sie nie zögern, sondern sofort in ein Krankenhaus fahren oder den Notarzt rufen“, appelliert die Ärztin eindringlich.

Bei Fieber immer Nackensteifigkeit testen

Ein typisches Zeichen einer Hirnhautentzündung ist auch die Nackensteifigkeit. Dafür gibt es einen einfachen Test, den sich Eltern vorsorglich vom Kinderarzt zeigen lassen können: Das Kind flach auf den Rücken legen und das Kinn in Richtung Brust drücken (Brudzinski-Zeichen). Geht das nicht oder schmerzt es, ist schnelles Handeln gefragt. Auch der so genannte Knie-Kuss ist ein guter Test: Dazu bittet man das im Bett sitzende Kind, mit angewinkelten Beinen seine Knie zu küssen. Wenn dies wegen wegen Schmerzen und Nacken-Rücken-Steifigkeit nicht gelingt, muss das Kind sofort ins Krankenhaus.

Eine Abbildung zum Brudzinski-Zeichen finden Eltern bei Kinderärzte im Netz auf der Seite http://www.kinderaerzteimnetz.de/aerzte/arzt_802_2.html.

Der Knie-Kuss-Test funktioniert natürlich nur bei älteren Kindern. Da die Meningokokken-Meningitis zu 40 Prozent Kinder bis zu vier Jahren – und gehäuft Babys zwischen sechs und zwölf Monaten – betrifft, müssen Eltern ebenfalls sofort handeln, wenn ihnen bei einem krank anmutenden Säugling ein überstrecktes Hohlkreuz im Liegen oder eine aufgewölbte Fontanelle auffällt.

Höchste Alarmstufe bei roten Pünktchen auf der Haut

Weil die Symptome unspezifisch sind, denken selbst Mediziner nicht immer sofort an eine Meningokokken-Infektion. „Auch Ärzte sind nur Menschen, darum erinnern Sie die Ärzte ruhig an Meningokokken“, ermutigt Fachärztin Lange alle Eltern. „Innerhalb von wenigen Stunden kann das System kippen! Meist vergehen sechs bis acht Stunden, manchmal sogar nur zwei, bis sich erste Einblutungen in der Haut zeigen, weil die Bakterien die Blutgerinnung beeinträchtigen. Erst sind es kleine rote Pünktchen, so genannte Petechien. Später werden die Durchblutungsstörungen flächig. Diese Flecken zeigen an, dass Haut und Gewebe absterben. Spätestens bei den ersten Petechien müssen Eltern mit dem Kind sofort ins Krankenhaus, denn dann ist der Knackpunkt der Sepsis eigentlich schon überschritten und die Meningitis hat sich zum Waterhouse-Friderichsen-Syndrom weiterentwickelt“, warnt die Ärztin.

Hochdosierte Antibiotika können bei Meningitis Leben retten

Das lebensbedrohliche Krankheitsbild des Waterhouse-Friderichsen-Syndroms mit Organversagen und Gewebezerfall kann durch die zügige Gabe hochdosierter Antibiotika und Flüssigkeit verhindert werden. „Um die Diagnose auf Hirnhautentzündung eindeutig zu stellen, muss eine Liquor-Punktion vorgenommen werden. Dabei wird Hirnwasser über das Rückenmark entnommen“, berichtet Lange. Da auch die intensivmedizinische Behandlung in den vergangenen Jahren immer besser geworden ist, hat sich die Überlebenschance bei Waterhouse-Friderichsen-Syndrom zwar deutlich erhöht, doch sterben immer noch 50 Prozent der Patienten.

Impfen schützt vor Krankheiten – doch ein Restrisiko bleibt

Vielen gefährlichen Krankheiten kann man durch eine Impfung vorbeugen. Deshalb sollten alle Eltern die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Schutzimpfungen bei ihren Kindern durchführen lassen.

Auch Elias war komplett durchgeimpft – und dennoch wurde er so krank, denn für seine Meningokokken-Infektion war der Serotyp B verantwortlich. Nach Angaben des Nationalen Referenzzentrums für Meningokokken in Würzburg werden etwa 70 Prozent aller Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland durch diesen Bakterientyp verursacht – im Säuglingsalter sogar über 80 Prozent. Die Tatsache, dass es dagegen damals noch keine Impfung gab, wurde Elias zum Verhängnis. Erst im Sommer 2012 wurde ein Meningokokken-B-Impfstoff von der europäischen Zulassungsbehörde (EMA) für Kinder ab zwei Monaten zugelassen. In Deutschland ist er jetzt verfügbar. „Es ist ein Segen, dass die Medizin jetzt endlich soweit ist“, sagt Ina. „Nach dem, was uns widerfahren ist, werden wir Elias kleinen Bruder Liam dagegen impfen lassen, auch wenn diese Impfempfehlung jetzt noch nicht in den STIKO-Katalog aufgenommen ist.“ Derzeit wird der Impfstoff gegen Typ-B-Meningokokken noch von der STIKO geprüft.

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Verschiedene Typen von Meningokokken

Seit Sommer 2006 wird empfohlen, Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat und auch nachträglich bis zum 18. Geburtstag gegen Meningokokken-Typ-C impfen zu lassen. Daneben gibt es eine Impfung gegen die Meningokokken-Typen A, Y und W135, die für Kinder ab einem Jahr zugelassen ist. Zu dieser Impfung wird jedoch nur in bestimmten Fällen geraten, etwa bei längeren Auslandsaufenthalten in Risikogebieten. Eine Hirnhautentzündung kann auch durch Pneumokokken oder Haemophilus influenzae Typ b (Hib) sowie Masern-, Mumps- oder FSME-Viren verursacht werden. Eltern sollten sich vom Kinderarzt über Impfungen beraten lassen und auch Ihren eigenen Impfschutz überprüfen.

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Meningitis: Symptome bei Kindern frühzeitig erkennen

Rettungs-Magazin 5/2019 Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN von Lars Schmitz-Eggen, 12. April 2019

Bremen (rd_de) – Meningitis-Symptome bei Kindern rechtzeitig zu erkennen, ist für die erfolgreiche Behandlung und folgenlose Heilung des jungen Patienten sehr wichtig. Vor allem eine bakterielle, aber auch eine virale Meningitis stellt eine schwerwiegende Erkrankung dar. Rettungsdienst-Mitarbeiter sollten daher wissen, auf welche Meningitis-Symptome sie zu achten haben.

Eine typische Begleiterscheinung bei Meningitis ist neben Kopfschmerzen unter anderem Fieber. Erhöhte Körpertemperaturen treten nicht zuletzt auf, wenn Erreger im Spiel sind, die eine bakterielle oder virale Meningitis hervorrufen. Sie stellt eine der schwerwiegendsten Infektionen im Säuglings- und Kindesalter dar. Im Falle einer Meningokokken-Meningitis können die Erreger über die Blutbahn bei einer Bakteriämie/Sepsis in den Liquorraum eindringen. Auch nach einem offenen Schädel-Hirn-Trauma ist unbedingt auf mögliche Meningitis-Symptome zu achten. Außerdem kann diese Erkrankung infolge von Infektionen wie Mastoiditis – einer akuten Entzündung im Warzenfortsatz des Schläfenbeins – oder einer Nasennebenhöhlenentzündung eintreten.

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Besonders bei kleinen Kindern und Säuglingen können die Meningitis-Symptome unspezifisch sein. Die Gefahr einer Fehldeutung ist groß. So gelten als unspezifische Meningitis-Symptome

• Trinkunlust,
• Erbrechen,
• Apathie,
• Fieber und
• vermehrtes Schlafen.

Typischer sind hingegen folgende mögliche Meningitis-Symptome:

• Nackensteifigkeit
• schrilles Schreien,
• Krampfanfälle,
• vorgewölbte Fontanelle oder
• Bewusstlosigkeit.

Meningitis-Symptome richtig deuten

Die klassischen Zeichen einer solchen Erkrankung wie Meningismus (Nackensteifigkeit), Kopfschmerzen oder positive Zeichen nach Kernig, Lasègue und Brudzinski sind vor allem bei größeren Kindern zu finden.

Kernig-Zeichen: Patient liegt flach auf dem Rücken, Beine werden bei gestrecktem Knie im Hüftgelenk gebeugt. Das Zeichen ist positiv, wenn der Patient schmerzbedingt die Knie beugt.

Lasègue-Zeichen: Patient liegt flach auf dem Rücken. Das gestreckte Bein wird im Hüftgelenk langsam passiv um 90 Grad gebeugt. Das Zeichen ist positiv, falls die Beugung um 70 bis 80 Grad aufgrund von vorher eintretenden Schmerzen in Bein, Gesäß oder Rücken nicht durchführbar ist.

Brudzinski-Zeichen: Patient liegt flach auf dem Rücken. Der Kopf wird kräftig brustwärts gebeugt. Das Zeichen ist positiv, wenn der Patient die Knie anzieht.

Bei der Behandlung bzw. Inspektion können Petechien auffallen. Dabei handelt es sich um eine Vielzahl stecknadelkopfgroßer Blutungen der Haut oder Schleimhäute. Größere, flächenhafte Blutungen deuten auf einen schlimmeren Verlauf mit schlechterer Prognose hin. Aufgrund unterschiedlicher Ursachen sollte die Fremdanamnese durch Befragung der Eltern des jungen Patienten folgende Punkte beinhalten:

• Bestand Kontakt zu bereits infizierten Personen?
• Wurde eine Impfung gegen Meningokokken-Meningitis durchgeführt?
• Ist ein Zeckenbiss bekannt?
• Bestanden in der Vergangenheit beim Patienten prädisponierende Erkrankungen wie Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung, Lungenentzündung oder sind gar Immundefekte bekannt?

Die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung und folgenlose Heilung dieser Erkrankung sind umso größer, je früher die Diagnose gestellt und eine entsprechende Behandlung begonnen wird. Die Sterblichkeitsrate bei Meningitis beträgt etwa fünf bis zehn Prozent.

(Text: Dr. Ingo Blank, Chirurg und Notarzt; Symbolfoto: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 12.04.2019)

Schlagwörter: Anamnese, Kindernotarzt, Meningitis Symptome, Notfallmedizin, RettungsdienstRettungs-Magazin 5/2019 Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

Hirnhautentzündung bei Kindern – Anzeichen und Behandlung

Meningitis befällt zu 40 Prozent Kinder bis zu vier Jahren. Babys und Kleinkinder haben das größte Risiko an einer Hirnhautentzündung zu erkranken. Ein Unentdecktbleiben kann schwere Folgen haben. Deshalb erkläre ich Dir, wie Du die gefährliche Krankheit erkennst und wie die Krankheit behandelt wird.

Hirnhautentzündung – was ist das eigentlich?

Eine Hirnhautentzündung, auch Meningitis genannt, wird durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Unter diesen sind die Meningokokken die häufigsten Auslöser. Die Ansteckung mit Meningokokken kann entweder zu einer Blutvergiftung (Sepsis) oder zu einer Hirnhautentzündung führen.

Weitere Auslöser sind Pneumokokken oder Haemophilus Influenza Typ b. Auch die Krankheiten Masern und Mumps können die gefährliche Krankheit auslösen. Bekannt ist die Erkrankung Frühsommer-Meningoenzephalitis, welche durch FSME-Viren im Speichel von Zecken übertragen wird. Überraschenderweise bricht die Krankheit hier bei vergleichsweise wenigen aus und betrifft eher ältere Menschen, als jüngere.

Die Krankheit ist nur schwer zu erkennen, da die Symptome zumeist unspezifisch sind. Oft wird die Krankheit erst sehr spät erkannt, wenn sie bereits lebensbedrohlich ist.

Wie steckt man sich an?

Tatsächlich ist jeder zehnte Erwachsene ein Wirt der Meningokokken ohne selbst erkrankt zu sein. Diese können ebenso wie eine Erkältung durch Husten, Niesen, Küssen oder auch durch einen Händedruck übertragen werden.

Mögliche Folgen der Meningokokken Infektion

Die Folgen der Infektion mit Meingokokken können schwerwiegend sein. So können sie zu Hörverlust, einer Schädigung des Gehirn, den Verlust von Gliedmaßen aufgrund einer Sepsis, Organversagen oder auch zum Tod führen. Das Wissen um die Symptome ist daher umso wichtiger, damit Dein Kind frühzeitig von einem Arzt behandelt werden kann.

So erkennst Du die Hirnhautentzündung

Folgende Symptome können einzeln oder gemeinsam auftreten:
Bei einer Meningitis sind die Symptome oft nur schwer zuzuordnen. Sie sind unspezifisch und werden oft zunächst mit einer normalen Grippe verwechselt. Bei einer Hirnhautentzündung treten die Symptome meist sehr plötzlich auf und beginnen mit Fieber, Abgeschlagenheit, möglicherweise auch Erbrechen.

Wenn du das Gefühl hast, dein Kind sei an einer Meningitis erkrankt, dann zögere nicht und fahr lieber schnell zum Arzt – lieber einmal mehr als einmal zu wenig.

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Krämpfe
  • Lichtempfindlichkeit
  • Müdigkeit
  • Benommenheit
  • Schmerzen im Nackenbereich
  • Appetitlosigkeit
  • kalte Hände und Füße
  • harte oder gewölbte Fontanelle
  • Einblutungen in der Haut (kleine rote Pünktchen)

Ein typisches Anzeichen für eine Hirnhautentzündung ist Nackensteifheit. Das können Eltern ganz einfach selber testen – das solltest Du Dir unbedingt von Eurem Kinderarzt zeigen lassen.

So testest Du Dein Kind auf Nackensteifheit:

Lege Dein Kind flach auf den Rücken und drücke das Kinn Richtung Brust. Diese Bewegung tut normalerweise nicht weh. Wenn dein Kind Schmerzen hat oder der Kopf sich kaum bewegen lässt, dann solltet iIhr sofort ins Krankenhaus fahren.

Die Behandlung der Hirnhautentzündung

Um die Hirnhautentzündung eindeutig festzustellen, wird dem Patienten Hirnwasser über das Rückenmark entnommen. Die Überlebensrate hat sich mittlerweile sehr gesteigert. Eine Behandlung ist über die großzügige Gabe von Antibiotika möglich. Dennoch sterben noch immer die Hälfte aller Erkrankten.

Wie kann ich mein Kind vor Hirnhautentzündung schützen?

Eltern sollten sich rechtzeitig über die notwendigen Impfungen für ihre Kinder informieren. Gegen durch Masern und Mumps ausgelöste Hirnhautentzündung ist Dein Kind schon durch die ersten Impfungen geschützt. Es gibt auch Impfungen gegen Meningokokken-Typ A, C und Y und W135. Allerdings wird zu dieser Impfung nur bei längeren Aufenthalten im Ausland geraten.

Da Impfungen auch immer Nebenwirkungen haben können, solltest Du Dich umfassend von Deinem Kinderarzt beraten lassen.

Hirnhautentzündung – gefährlich aber behandelbar

Hirnhautentzündung ist auch heute noch eine überaus gefährliche Krankheit. Mit den richtigen Impfungen kannst Du vorsorgen und Dein Kind vor bestimmten Arten der Meningitis schützen. Gerade bei Babys und Kleinkindern gilt jedoch: Überprüfe im Fall der Fälle den Nacken, auch wenn es nur eine Grippe sein könnte und fahr bei wichtigen Anzeichen direkt ins Krankenhaus. Wenn die Hirnhautentzündung rechtzeitig erkannt wird, wird Dein Kind bald wieder gesund.

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Über Charlotte Menke

Neben ihrer Arbeit für den Elternkompass, wird die 34-Jährige von ihrem sechsjährigen Sohn Emil auf Trapp gehalten. Die beiden freuen sich schon darauf im Herbst Drachen steigen zu lassen. Die Autorin und Mutter liebt es zu zeichnen oder durch ihre Heimatstadt Leipzig zu spazieren.

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Hirnhautentzündung (Meningitis, Meningoenzephalitis)

Die Hirnhäute (Meningen) umgeben das Gehirn wie eine Hülle. Kinder und Menschen mit einer geschwächten Abwehrreaktion sind besonders gefährdet, an einer Hirnhautentzündung zu erkranken.

Was verursacht eine Meningitis?

Die Hirnhautentzündung wird am häufigsten durch Bakterien (Meningokokken, Pneumokokken und Hämophilus influenza) oder Viren (Mumps-, Masern-, und Rötelnvirus, FSME-Virus, HIV oder Herpesvirus) verursacht, seltener auch durch Parasiten (z.B. Hundebandwurm, Fuchsbandwurm) oder Pilzinfektionen. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Zeckenbiss wird als eigenes Krankheitsbild beschrieben. Die Erreger gelangen über den Blutweg oder über eine Infektion im Kopfbereich (z.B. Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung) ins Gehirn und können dann auf die Hirnhäute übergreifen.

Die Symptome einer Meningitis

  • Nackensteifigkeit: dem Kind kann im Liegen der Kopf nicht angehoben werden
  • Kopfschmerzen
  • Lichtscheu
  • Hohes Fieber von mindestens 39-40° C
  • kalte Hände und Füsse
  • Beinschmerzen
  • Allgemeines Krankheitsgefühl
  • Erbrechen, Durchfall
  • Benommenheit, Verwirrtheit, Krampfanfälle bis zum Bewusstseinsverlust
  • Evtl. Hautveränderungen: eine abnorme Hautfarbe, kleine blaue Flecken, dunkle Knötchen oder fleckige Hautveränderungen

Bei Babys und Kleinkindern sind die Beschwerden oft wenig ausgeprägt. Sie sind meist nur schläfrig, schlecht gelaunt und trinkfaul. Eine Diagnosestellung ist dann nicht so einfach.

Frühe Diagnose ist wichtig

Unbehandelt führt die Hirnhautentzündung in den meisten Fällen zum Tod. Lebenswichtig sind daher eine möglichst schnelle Diagnosestellung und sofortiger Behandlungsbeginn; wenn möglich bereits durch den Hausarzt, spätestens aber bei Eintritt ins Krankenhaus. Wichtig: Bei starken Kopfschmerzen, Fieber, Nackensteifigkeit und sich schnell verschlechterndem Allgemeinzustand sofort einen Arzt oder den Rettungsdienst rufen.

Der Erregernachweis gelingt in der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) nach einer Entnahme an der unteren Wirbelsäule (Lumbalpunktion) oder im Blut. Eine Hirnhautentzündung durch Bakterien wird umgehend mit Antibiotika behandelt. Sind Viren die Erreger, können nur die Beschwerden, aber nicht die Ursache behandelt werden.

Für einige Erreger, die eine Hirnhautentzündung verursachen können, gibt es eine Impfung (z.B. Pneumokokken, Meningokokken, Hämophilus influenza, FSME).

Newsticker

Hirnhautentzündung mit Folgen: Wenn Kinder an einer bakteriellen Meningitis (durch Meningokokken, Pneumokokken oder Haemophilus influenzae) erkranken, muss bekanntlich mit Spätfolgen wie Hörverlust und Anfallsleiden gerechnet werden. Es kann aber auch zu körperlichen und geistigen Einschränkungen kommen, welche die schulische und spätere berufliche Karriere beeinträchtigen. Dies zeigt eine landesweite Untersuchung an 2.784 Kindern aus Dänemark. Die Kinder schafften zu durchschnittlich 11 Prozent seltener einen höheren Schulabschluss als die Normalbevölkerung. (swissmom-Newsticker, 7.6.2013)

Letzte Aktualisierung : 23-01-20, BH

Meningitis (Hirnhautentzündung) bei Babys

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Was ist Meningitis?

Meningitis ist eine Entzündung der Membran, die das Gehirn und das Rückenmark umgibt (Muller 2010). Eine Meningitis kann sich sehr schnell entwickeln und ist eine ernst zu nehmende Krankheit.
Meningitis kann entweder durch Bakterien oder Viren verursacht werden:

  • Bakterielle Meningitis. Diese Form ist die gefährlichste Art von Meningitis. Sie kann lebensbedrohlich werden und zu schweren Beeinträchtigungen führen, wie etwa Taubheit oder Hirnschäden (NHS 2010).
    Die bakterielle Meningitis kann auch zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen, wenn sie unbehandelt bleibt. Dabei gelangen Bakterien in den Blutkreislauf und vermehren sich dort in hoher Geschwindigkeit. Sepsis macht sich mit einem violetten Hautausschlag bemerkbar und ist hochgradig gefährlich (NHS 2010).
  • Als Auslöser kommen vor allem Meningokokken, Pneumokokken und Hämophilus influenza Typ b in Frage, gegen die in Deutschland geimpft wird.

  • Virale Meningitis. Diese Art der Hirnhautentzündung kommt am häufigsten vor und kann einen verhältnismäßig harmlosen Verlauf haben. Sie hat dabei Ähnlichkeit mit einer Grippe (NHS 2010). Manchmal merken an viraler Meningitis erkrankte Menschen gar nicht, dass sie einen Infekt haben.

Wie kann mein Baby Meningitis bekommen?

Ihr Baby kann virale Meningitis zum Beispiel durch engen Körperkontakt mit jemandem, der erkrankt ist, bekommen. Denn diese Infektion überträgt sich durch die Luft. Eine andere Möglichkeit: Ein Infizierter, der in der Nähe steht, hat gehustet oder geniest.
Zum Glück können die Bakterien, die bakterielle Hirnhautentzündung verursachen, nicht lange außerhalb des Körpers überleben. Ihr Baby kann diese also nur dann bekommen, wenn es engen Kontakt zu einem infizierten Menschen hat. Normalerweise heißt das, das man im selben Haushalt wie die angesteckte Person leben muss, um sich selber anzustecken. Ihr Baby kann diese Bakterien bekommen, wenn:

  • es geküsst oder berührt wird
  • jemand ganz in der Nähe niest oder hustet
  • man sich Geschirr und Besteck teilt oder eine Zahnbürste

Die meisten Fälle von Meningitis sind Einzelfälle, manchmal kommt es jedoch auch zu einer Anhäufung von Krankheitsfällen. Wenn ein Familienmitglied an bakterieller Meningitis erkrankt ist, werden den Angehörigen meistens Antibiotika verabreicht, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Was sind die Symptome einer Hirnhautentzündung?

Es gibt kein klar umrissenes Bild für die Meningitis. Die einzelnen Symptome können in jeder beliebigen Reihenfolge auftauchen oder teilweise auch gar nicht. Sie werden nicht wissen, ob Ihr Baby Meningitis hat, bevor es nicht darauf getestet wurde. Dazu sind die ersten Anzeichen bei beiden Meningitis-Typen ähnlich. Deshalb ist es auch sehr wichtig, dass Sie sich medizinische Hilfe holen, sobald Sie eines der folgenden Warnsignale beobachten.
Wenn Ihr Baby eins der Symptome zeigt, rufen Sie sofort einen Krankenwagen oder fahren Sie in die nächstgelegene Notaufnahme:

  • Unübliches Weinen oder Wimmern
  • ein quengeliges oder irritiertes Verhalten bei Berührung
  • Erbrechen
  • Verweigerung der Nahrung
  • eine bleiche oder fleckige Haut
  • ein apathisches, schlaffes Verhalten, keine Reaktion auf Ansprache
  • Schläfrigkeit und Schwierigkeiten beim Aufwachen
  • Fieber mit kalten Händen oder Füssen
  • eine ausgebeulte Fontanelle (der weiche Punkt ganz oben auf dem Kopf Ihres Babys)
  • Flecken oder Ausschlag (siehe unten, Wie sieht der Ausschlag aus?)
  • (Meningitis Research Foundation n.d, Meningitis Trust n.d,a, Muller 2010, Vokshoor and Wan 20010)

Viele der Symptome, die mit Meningitis in Verbindung gebracht werden, treten erst auf, wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist. Gleichzeitig ähneln sie denen von anderen Kinderkrankheiten wie etwa der Grippe. Wenn Sie etwas beunruhigt, holen Sie sich deshalb sofort medizinische Hilfe – warten Sie nicht.

Ich habe gehört, dass Meningitis einen Ausschlag verursachen kann – wie sieht der aus?

Wenn Ihr Baby eine bakterielle Meningitis hat und dadurch eine Sepsis, bekommt es einen Ausschlag. Unter der Haut bildet sich dabei eine Wolke von kleinen Flecken, die aussehen wie Nadelstiche. Diese Flecken können überall am Körper auftauchen.
Wenn die Sepsis unbehandelt bleibt, werden diese kleinen Stellen zu einer Art blauem Fleck, gefolgt von einem violetten Hautschaden und einer Entfärbung der Haut. Falls Ihr Baby dunklere Haut hat, kann dieser Ausschlag schwer zu erkennen sein, also sollten Sie die hellen Stellen der Haut untersuchen.
Sie können mit diesem Ausschlag den sogenannten Glas-Test machen. Wenn Sie ein sauberes Trinkglas auf die entsprechende Stelle pressen, wird bei einer Meningitis der Ausschlag nicht heller werden. D.h. er wird vielleicht kurzfristig heller, aber nicht bei längerer Beobachtung. Falls Sie irgendwelche Zweifel haben, rufen Sie lieber direkt einen Krankenwagen.
Dieser Ausschlag ist ein spätes Symptom einer Sepsis und nach seinem Erscheinen könnte die Gesundheit Ihres Babys sich schnell dramatisch verschlechtern (Meningitis Trust n.d,a). Beobachten Sie Ihr Kind genau, falls Sie das Gefühl haben, dass sein Zustand sich verschlechtert. Auch wenn kein Ausschlag auftaucht, Ihr Baby aber immer kranker wirkt, sollten Sie schnell zu einer Notaufnahme fahren.

Ab wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Sie glauben, dass Ihr Baby eine Meningitis hat, sollten Sie sofort zum Arzt gehen. Je früher Ihr Baby dann Antibiotika bekommt, desto besser sind die Chancen, dass es diese Krankheit ohne Komplikationen überlebt. Vertrauen Sie Ihren Instinkten!

Wie wird Meningitis (Hirnhautentzünundung) diagnostiziert?

Im Krankenhaus wird entweder ein Bluttest gemacht oder eine Lumbal-Punktion. Bei einer Lumbal-Punktion wird eine Hohlnadel in den unteren Bereich der Wirbelsäule eingeführt, um etwas Flüssigkeit zum Testen aus dem Rückgrat zu gewinnen.
Natürlich ist es für Sie nicht schön zu sehen, wie diese Tests an Ihrem Baby durchgeführt werden. Aber es ist absolut notwendig, um festzustellen, ob Ihr Baby Meningitis hat oder nicht.
Sollte der behandelnde Arzt eine bakterielle Hirnhautentzündung vermuten, wird er sofort mit einer Antibiotika- Behandlung beginnen, selbst wenn die Testergebnisse noch ausstehen (NHS 2010, NICE 2007).
Die Lumbal-Punktion dauert wenige Minuten und Ihr Baby könnte in seltenen Fällen danach eventuell kurz unter Kopfschmerzen leiden.

Wie behandelt man eine Meningitis?

Wie Ihr Baby behandelt wird, hängt davon ab, welche Form der Hirnhautenzündung es hat:
Virale Meningitis
Eine virale Meningitis kann man nicht mit Antibiotika behandeln. Ihr Baby braucht dann einfach Ruhe und Pflege. Meistens klingt diese Form der Hirnhautentzündung schnell wieder ab, auch wenn Ihr Baby noch eine Weile schlapp sein kann und unter Kopfschmerzen leiden wird.
In ganz seltenen Fällen kann eine virale Meningitis zu einer Enzephalitis führen, also einer Entzündung des Gehirns. Diese wird ausgelöst durch Herpesviren oder zum Beispiel durch Masernviren, wenn Kinder nicht geimpft sind. Dann braucht Ihr Baby eine antivirale Behandlung.
Bakterielle Meningitis
Bakterielle Meningitis erfordert eine sofortige Behandlung mit Antibiotika. Ihr Baby muss dann ins Krankenhaus auf die Intensiv-Station. Es wird die Medikamente über einen Tropf zugeführt bekommen und zusätzlich mit einer Sauerstoffmaske versorgt werden.
Ihr Baby wird in diesem Fall auch durch einen Tropf ernährt werden. Es kann zwischen einer Woche und einem Monat, manchmal sogar länger dauern, bis Ihr Baby sich erholt. Das hängt davon ab, wie schwer Ihr Baby erkrankt war.

Kann man eine Meningitis im Vorfeld verhindern?

Ihr Baby kann gegen bestimmte Formen der Meningitis geimpft werden:

  • Eine Hib- ( Haemophilus influenzae Typ B)Impfung kann im dritten, vierten, fünften sowie 12.Lebensmonat durchgeführt werden. Diese Impfung schützt Ihr Baby vor bakteriellen Infektionen, die zu einer Hirnhautentzündung führen können.
  • Gegen Pneumokokken wird im Alter von zwei Monaten bis fünf Jahren ein sogenannter Konjugat-Impfstoff verwendet ( PCV 7 ), der gegen sieben Typen von Pneumokokken schützt. Pneumokokken sind in 10% aller Fälle die Auslöser von bakterieller Meningitis.
  • Auch gegen Meningitis C gibt es eine Impfung.
  • (NHS 2008)

Seit kurzem gibt es einen Impfstoff, der vor den Meningokokken der Gruppe B (dem häufigsten Erreger bakterieller Meningitis) schützt. Er ist allerdings noch nicht auf dem allgemeinen Impfkalender der Ständigen Impfkomission, da diese erst noch weitere Studien abwarten will.
Mehr zum Thema Impfungen finden Sie in unserem Artikel Kinderkrankheiten und ihre Impfungen.
Es gibt Forscher, die einen Zusammenhang zwischen Rauchern im Haushalt und Meningitis ziehen. Also könnte es helfen, die Zigaretten aufzugeben.

Können schon Neugeborene Meningitis bekommen?

Es gibt sehr wenige Fälle, in denen Neugeborene an Meningitis erkranken. Man nennt das dann neonatale Meningitis.
Neonatale Meningitis kann durch Kolibakterien ( E.coli), Streptokokken der Gruppe B
oder Listerienhervorgerufen werden (Muller 2010). Die Übertragung erfolgt bei der Geburt, wenn die Mütter diese Bakterien im Magen oder der Vagina haben (Meningitis Trust n.d,b).
Frühgeborene, die vor der 33 Woche geboren wurden, oder Babys mit einem geringen Geburtsgewichtsind stärker gefährdet, neonatale Meningitis zu bekommen (Meningitis Research Foundation n.d, Meningitis Trust n.d,b).
Diese Form der Hirnhautentzündung ist schwer zu diagnostizieren. Sollten Sie irgendwelche Sorgen um Ihr neugeborenes Baby haben, holen Sie sich sofort medizinischen Rat.

Quellen

Meningitis Research Foundation. n.d. Meningitis symptoms in babies. www.meningitis.org
Meningitis Trust. n.d,a. Meningitis signs and symptoms. www.meningitis-trust.org
Meningitis Trust. n.d,b. Neonatal meningitis. www.meningitis-trust.org
Muller ML. 2010. Meningitis, bacterial. eMedicine. emedicine.medscape.com
NHS. 2010. Meningitis. www.nhs.uk
NICE. 2007. Fever in children younger than five years. National Institute of Health and Clinical Excellence.
Vokshoor A and Wan C. 2010. Viral meningitis. eMedicine . emedicine.medscape.com

Hirnhautentzündung

Hirnhautentzündung: schnelles Handeln oft wichtig

Bei einer Meningitis verursachen Bakterien oder Viren eine Entzündung der Membran, die um Gehirn und Rückenmark liegt. Die Krankheit kann sich während weniger Stunden entwickeln. Wird sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann dies zu bleibenden Schäden wie Bewegungsstörungenund Hörschäden bis hin zur Taubheit oder Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung kommen oder sogar zum Tode führen.

Bakteriell oder viral: die Ursachen einer Meningitis

Grundsätzlich unterscheiden Mediziner ob eine Hirnhautentzündung von Viren oder Bakterien verursacht wird. Eine viral verursachte Meningitis verläuft oftmals leichter als eine bakterielle.

Die Übertragung einer viralen Hirnhautentzündung erfolgt nicht nur von Mensch zu Mensch. Auch Zecken können mit ihrem Stich (FSME-)Viren übertragen, die eine virale Hirnhautentzündung auslösen.

Sind Bakterien die Verursacher besteht die Gefahr einer Sepsis (Blutvergiftung). Dabei gelangen die Erreger über die entzündeten Bereiche in die Blutbahn und erreichen so den gesamten Körper.

Übertragungswege und Symptome einer Meningitis

Wie viele andere Infektionskrankheiten wird auch die Meningitis häufig über Tröpfchen in der Luft übertragen. Das Sprechen mit Erkrankten oder deren Husten und Niesen kann zur Ansteckung führen. Nicht immer lösen die Erreger eine Hirnhautentzündung aus. Bei einigen Menschen, die die Erreger in sich tragen und weitergeben, kommt es gar nicht zu einer Erkrankung.

Ist ein Familienmitglied an einer bakteriellen Meningitis erkrankt, werden mit im Haushalt lebende Personen oftmals vorsorglich mit Antibiotika therapiert, um weitere Erkrankungen zu vermeiden. Gegen eine virale Hirnhautentzündung helfen Antibiotika allerdings nicht.

Die Symptome zu Beginn des Krankheitsverlaufes sind bei der viralen und bakteriellen Form ähnlich. Welche der folgenden Symptome sich zeigen ist dabei vollkommen individuell:

  • Fieber
  • starkes Quengeln, Weinen oder Wimmern,
  • ständiges an den Kopf fassen,
  • Verwirrtheit,
  • Erbrechen,
  • Verweigern von Nahrung.

Kommen die folgenden Symptome hinzu, sollten Eltern umgehend einen Arzt aufsuchen:

  • Nackensteifigkeit,
  • Berührungsempfindlichkeit,
  • schlaffe Körperhaltung,
  • apathisches Verhalten,
  • fehlende Reaktionen, beispielsweise bei Ansprache,
  • starke Schläfrigkeit,
  • bei Babys eine vorgewölbte Fontanelle (der weiche Bereich auf dem Oberkopf),
  • ein violett-schimmernder Ausschlag.

Die zuletzt genannten Symptome treten häufig erst auf, wenn die Krankheit schon weit fortgeschritten ist. Zuvor lässt sich eine Meningitis kaum von einem grippalen Infekt oder einer Grippe unterscheiden.

Aus diesem Grund gilt: Zögern Sie nicht zum Arzt zu gehen, wenn Ihnen der Verlauf einer vermeintlichen Erkältung und das Verhalten Ihres Babys komisch vorkommen. Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl!

Die Diagnose und Behandlung

Anhand der auftretenden Symptome in Verbindung mit einem Bluttest und/oder einer Lumbal-Punktion wird eine Hirnhautentzündung diagnostiziert. Bei einer Lumbal-Punktion wird ein Einstich in den Wirbelkanal (unterer Rücken) vorgenommen, um Nervenflüssigkeit zu gewinnen und untersuchen zu können.

Eine fortschreitende Sepsis lässt sich oft anhand des Hautbildes der Betroffenen erkennen. Sie erscheint an verschiedenen Stellen am Körper in rötlich-violett. Bei genauerer Betrachtung setzen sich die verfärbten Bereiche aus vielen kleinen, nadelstichartigen Flecken zusammen.

Sobald Sie den Verdacht haben, dass solch ein Hautausschlag besteht, sollten Sie sich mit Ihrem Kind unbedingt direkt in ein Krankenhaus begeben. Es besteht in den nächsten Stunden unter Umständen Lebensgefahr.

Ist eine Meningitis und ihre Erreger erkannt, kann die Behandlung erfolgen. Während bei einer viralen Hirnhautentzündung hauptsächlich Schonung erforderlich ist , erfolgt bei der bakteriellen Meningitis sofort eine Antibiotikabehandlung (oft über Infusion).

In manchen Fällen kann die Entzündung von den Hirnhäuten auf das darunter liegende Gehirn übergehen, dies bezeichnet man dann als Hirnentzündung (Enzephalitis).

Dies wird typischerweise durch Herpes-, Masern- oder FSME-Viren verursacht. Je nach Schwere der Erkrankung können ein Aufenthalt auf der Intensivstation, eine künstliche Ernährung und eine zusätzliche Sauerstoffzufuhr oder künstliche Beatmung notwendig sein.

Mögliche vorbeugende Maßnahmen

Vor einigen Meningitis-Erregern kann man sich mithilfe von Impfungen schützen. Deshalb raten viele Ärzte zu folgenden Impfungen:

  • Haemophilus Influenzae Typ B Impfung,
  • Pneumokokken-Impfung
  • Meningokokken C – Impfung
  • FSME-Impfung (in Risikogebieten).

Eine Impfung gegen Masern schützt ebenfalls vor einer durch Masernviren hervorgerufenen Meningitis. Weitere Impfstoffe befinden sich derzeit in der Entwicklung.

Verschiedene medizinische Studien haben auch einen Zusammenhang zwischen Rauchen und der Entwicklung von Hirnhautentzündungen festgestellt. Das Vermeiden des Passivrauchens sehen deshalb einige Mediziner als präventive Maßnahme an. Ebenso gibt es Studien, die gezeigt haben, dass Kinder, die länger als 3 Monate gestillt wurden, seltener an Meningitis erkranken.

Virale Meningitis

  1. Was ist eine virale Meningitis?
  2. Risiken
  3. Symptome
  4. Diagnose
  5. Behandlung
  6. Prognose
  7. Vorsorge

Was ist eine virale Meningitis?

Eine virale Meningitis ist eine Virusinfektion der Hirnhäute (jener Membrane, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben). Es gibt viele mögliche Viren, die diese Infektion hervorrufen können, und viele dieser Viren kommen sehr häufig vor. Eine virale Meningitis wird am häufigsten bei Neugeborenen und jungen Kindern festgestellt.

Beschwerden einer Hirnhautentzündung sind unter anderem:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Reizbarkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Benommenheit

Obwohl ältere Kinder und Erwachsene häufig keine spezifische Behandlung bei einer viralen Meningitis benötigen, sind bei Neugeborenen und Kleinkindern möglicherweise antivirale Medikamente notwendig. Neugeborene und Kleinkinder haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen infolge einer Episode einer viralen Meningitis. Impfungen und eine gute Hygiene können einigen Fällen der Hirnhautentzündung vorbeugen.

Andere Bezeichnung für virale Meningitis: Eine Virusinfektion der Hirn- und Rückenmarkshäute.

Auslöser und Risiken einer Viralen Meningitis

Eine virale Meningitis ist die häufigste Ursache einer Meningitis. Sie tritt am häufigsten bei Neugeborenen, Kleinkindern und Kindern auf, obwohl sie Menschen jeden Alters betreffen kann.

Viele häufige Viren können eine virale Meningitis verursachen:

  • Influenza-Virus
  • Herpes-Virus
  • Virus der Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Weniger häufiger virale Ursachen sind Mumps, Masern, das Humane Immundefizienz-Virus (HIV), das Polio-Virus sowie das West-Nil-Virus, wobei es noch viele andere gibt.

Kinder, die nicht umfänglich geimpft wurden, haben ein erhöhtes Risiko für eine Hirnhautentzündung. Neugeborene und Kleinkinder, die Kontakt zu Menschen mit Virusinfektionen haben, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, diese Erkrankung zu entwickeln.

Symptome einer Hirnhautentzündung

Die typischen Beschwerden einer Meningitis sind unter anderem:

  • Kopfschmerzen
  • Steifheit des Nackens
  • Fieber
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Neugeborene und Kleinkinder leiden möglicherweise an Appetitlosigkeit, können schreien oder ungewöhnlich reizbar sein oder benommen wirken. Virusinfektionen können gleichzeitig auch in anderen Körperbereichen zu Symptomen einer Infektion führen, wie zum Beispiel zu einem Hautausschlag oder Atemnot.

Wenn du dir unsicher bist, ob diese Beschwerden auf dich zutreffen, starte eine Symptomanalyse.

Diagnose

Die Diagnose basiert auf den Symptomen, der körperlichen Untersuchung und der Untersuchung einer Probe der Rückenmarksflüssigkeit (jener Flüssigkeit innerhalb der Hirnhäute, die das Gehirn und Rückenmark umgibt) auf Anzeichen einer Meningitis in den Hirnhäuten und zum Ausschluss der Möglichkeit einer bakteriellen Infektion. Dieser Test wird außerdem durchgeführt, um das spezifische, für die Infektion verantwortliche Virus zu bestimmen.

Behandlung

Bei älteren Kindern und Erwachsenen ist in den meisten Fällen keine besondere Behandlung erforderlich. Diese Menschen sollten jedoch ihre Symptome behandeln lassen. Paracetamol kann Kopfschmerzen lindern und die betroffene Person sollte viel trinken. Neugeborene und Kleinkinder sowie Menschen mit Anzeichen einer Komplikation benötigen möglicherweise eine antivirale Medikation, um das für die Infektion verantwortliche Virus zu bekämpfen.

Prognose

Neugeborene haben das größte Risiko für Komplikationen nach einer Episode einer viralen Meningitis und können schwere Folgen entwickeln, wie zum Beispiel eine Schwellung des Gehirns, Lernschwierigkeiten, Taubheit oder Anfälle. In diesem Alter kann eine virale Meningitis lebensbedrohlich sein. Ältere Kinder und Erwachsene fühlen sich gewöhnlich innerhalb von sieben bis zehn Tagen nach einer Hirnhautentzündung besser und erholen sich gut. Eine vollständige Genesung kann Wochen dauern. Es kommt nur selten vor, dass betroffene Personen dieser Altersklasse langwierige Komplikationen entwickeln.

Vorsorge

Einige häufige Ursachen einer viralen Meningitis sind durch eine Impfung vermeidbar. Die Einhaltung des empfohlenen Impfplans kann einigen Fällen von Meningitis vorbeugen. Eine gute Hygiene, wie etwa das Waschen der Hände, kann ebenfalls dabei helfen, einige Fälle der Hirnhautentzündung zu vermeiden.

Hirnhautentzündung (Meningitis)

Sowohl Viren als auch Bakterien und Pilze können eine Hirnhautentzündung auslösen. Meist erkranken Kinder oder Jugendliche. Eine Hirnhautentzündung kann jedoch auch Erwachsene betreffen. In Deutschland treten jedes Jahr etwa 5.000 bis 10.000 Meningitis-Erkrankungen auf. Eine Hirnhautentzündung, die durch Meningokokken ausgelöst wurde, ist meldepflichtig.

Die Hirnhäute umgeben Gehirn und Rückenmark in drei Schichten. Die innere Schicht (weiche Hirnhaut) ist dünn und liegt direkt an Gehirn und Rückenmark an. Bei der mittleren Schicht handelt es sich um die feine Spinnwebhaut. Zwischen ihr und der weichen Hirnhaut zirkuliert die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit. Die äußerste Schicht ist die harte Hirnhaut, die direkt am Schädel liegt.

In diesem Artikel lesen Sie:

  • Ursachen
  • Bakterielle Meningitis
  • Ansteckung und Inkubationszeit
  • Virale und bakterielle Meningitis
  • Symptome
  • Diagnose
  • Therapie
  • Verlauf
  • Vorbeugen

Ursachen einer Hirnhautentzündung: Bakterien, Viren, Pilze, Vorerkrankungen

Eine Hirnhautentzündung kann von Bakterien, Pilzen und Viren oder durch eine bestehende Vorerkrankung ohne Infektion ausgelöst werden.

In der warmen Jahreszeit kann mit einem Zeckenbiss die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Viren übertragen werden. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann der Pilz Cryptococcus Auslöser einer Hirnhautentzündung sein. Nichtinfektiöse Ursachen für eine Hirnhautentzündung können beispielsweise ein Hirntumor, Multiple Sklerose, Leukämie oder bestimmte Arzneimittel sein.

Bakterielle Meningitis: Ursachen und Ansteckung

Zu den häufigsten Erregern einer bakteriellen Meningitis zählen Meningokokken, Hämophilus Hib, Pneumokokken, Streptokokken und Listerien. Die bakterielle Meningitis kommt wesentlich seltener vor als eine Meningitis durch Viren, sollte aber ernst genommen werden, da sie schwerer verläuft.

Die Ansteckung erfolgt bei der bakteriellen Meningitis durch Tröpfcheninfektion (zum Beispiel über Speichel, Husten, Niesen). Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden der bakteriellen Meningitis – beträgt etwa drei bis vier Tage, kann aber auch zwischen zwei und zehn Tagen liegen. In akuten Fällen können sich die Symptome innerhalb weniger Stunden entwickeln.

Ansteckung und Inkubationszeit allgemein

Eine Ansteckung geschieht meist über eine Tröpfcheninfektion, bei der die Erreger durch die Luft gehustet, geniest oder beim Küssen weiter gegeben werden. Bakterien siedeln sich in den feuchten Sekreten der Nasenschleimhaut und im Rachen an. Bei einigen Menschen sind sie hier bereits vorhanden, ohne dass sie zu einer Erkrankung führen. Das Blut kann die Erreger von hier aus bis zu den Hirnhäuten und dem Gehirn (Meningo-Enzephalitis) transportieren. Auch bei einer bereits bestehenden Erkrankung, wie beispielsweise einer Mittelohrentzündung, einer chronischen Ohren- oder Naseninfektion, nach Windpocken, Masern oder Röteln kann sich später eine Hirnhautentzündung entwickeln. Außerdem kann sich die Hirnhaut nach einem Unfall mit Schädelbruch oder nach einer Rückenmarksoperation entzünden.

Innerhalb der ersten drei Lebensjahre ist das Risiko für Kinder besonders hoch, an einer bakteriellen Hirnhautentzündung zu erkranken.

Die Inkubationszeit der Hirnhautentzündung (Meningitis) beträgt etwa drei bis zehn Tage. Das bedeutet: So lange dauert es, bis sich nach der Ansteckung erste Symptome zeigen. In dieser Zeit kann der Betroffene bereits andere Menschen mit Meningitis anstecken, auch wenn sich noch keine Symptome gezeigt haben. Die Länge der Inkubationszeit hängt auch von der Ursache ab.

Unterschied zwischen viraler und bakterieller Meningitis

Die bakterielle Meningitis kommt wesentlich seltener vor als die virale, dafür sind ihre Symptome aber erheblich schwerer. Liegt die Ursache der Hirnhautentzündung bei Viren, liegt der Schwerpunkt der Behandlung auf der Linderung der Symptome und Stärkung des Körpers, weil die Viren selbst nicht therapiert werden können. Die bakterielle Meningitis wird mit Antibiotikum behandelt.

Beide Formen der Meningitis müssen streng ärztlich überwacht werden. Während die bakterielle Meningitis Folgeschäden hinterlassen kann, heilt die virale Meningitis in der Regel vollständig aus.

Typische Symptome einer Meningitis sind:

  • Kopf- und Nackenschmerzen
  • Nackensteifheit, wobei der Kopf nicht zum angewinkelten Knie bewegt werden kann
  • Fieber
  • Reizüberempfindlichkeit (Lichtscheu)
  • Müdigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verwirrtheit und Bewusstseinstrübungen
  • Benommenheit bis hin zu Koma
  • Hautausschlag mit roten oder violetten Flecken
  • Schwellung des Gehirngewebes mit Druckgefühl im Kopf

Bei Säuglingen und Kleinkindern kann sich die Erkrankung durch weniger deutliche Anzeichen bemerkbar machen. Bei ihnen ist der Nacken auch nicht unbedingt steif. Mögliche Symptome einer bakteriellen Meningitis bei ihnen sind:

  • Bauchschmerzen
  • Nahrungsverweigerung
  • Empfindliche Reaktionen auf Berührungen
  • Krampfanfälle
  • Schläfrigkeit, Schlaffheit
  • Schrilles Geschrei

Wenn Eltern den Verdacht haben, dass ihr Kind eine Hirnhautentzündung haben könnte oder wenn das Kind Fieber ohne erkennbare Ursache hat, sollten sie umgehend einen Arzt aufsuchen, damit dieser sofort mit der Behandlung beginnen kann. Erwachsene sollten sich ebenso rasch in ärztliche Behandlung begeben, wenn die genannten Symptome und vor allem Nackensteifheit bei ihnen auftritt. Eine Hirnhautentzündung ist ein medizinischer Notfall.

Die Symptome einer chronischen Hirnhautentzündung und die einer Virusinfektion sind denen einer akuten Erkrankung ähnlich. Allerdings sind die Beschwerden weniger stark ausgeprägt und treten bei einer chronischen Hirnhautentzündung nicht plötzlich, sondern über Wochen hinweg auf.

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Diagnose einer Hirnhautentzündung

Bei der Untersuchung achtet der Arzt auf die Anzeichen einer Hirnhautentzündung. Neben den oben genannten Symptomen sind dies auch die Zeichen nach Brudzinski und Kernig:

  • Der Betroffene beugt Hüfte und Knie an, wenn sein Kopf in Richtung Brust gedrückt wird (Brudzinski-Zeichen).
  • Wenn der Betroffene das Bein anhebt, kann der Arzt es nicht strecken (Kernig-Zeichen).

Wenn aufgrund der Symptome des Betroffenen ein Verdacht auf eine Hirnhautentzündung besteht, führt der Arzt eine Lumbalpunktion durch, um den Erreger der Erkrankung festzustellen. Dabei wird Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor) entnommen und untersucht.

Ganz entscheidend ist die Unterscheidung zwischen viraler und bakterieller Meningitis, um rasch die notwendige Behandlung einleiten zu können. Da die bakterielle Meningitis innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann, ist der rasche Einsatz von Antibiotika unbedingt notwendig.

Wenn die Hirnhautentzündung nicht von Bakterien ausgelöst wurde, können Blut- und Urinuntersuchungen sowie Abstriche aus Hals, Nase oder von eitrigen Hautinfektionen Hinweise auf Pilze oder Viren geben.

Therapie einer Hirnhautentzündung

Die Therapie einer Hirnhautentzündung richtet sich nach der allgemeinen Verfassung des Betroffenen und nach der Art der Erreger. Erscheint der Betroffene schwach und krank beim Arzt, kann dieser sofort mit einer Antibiotikabehandlung beginnen, ohne den Erreger zu kennen. Sobald der Erreger feststeht, kann die Behandlung angepasst und möglicherweise auch ein besser wirksames Antibiotikum eingesetzt werden. Bei Krampfanfällen werden zusätzlich krampflösende Mittel verabreicht. Der Wasserverlust durch Erbrechen, Fieber und Schwitzen wird ebenfalls ausgeglichen.

Bei Verdacht auf eine Infektion mit Meningokokken wird der Betroffene sofort ins Krankenhaus eingewiesen. Dort gelten spezielle Hygienevorschriften, die dafür sorgen sollen, dass sich die Erkrankung nicht weiter ausbreiten soll.

Babys und kleine Kinder werden bei einer bakteriellen Meningitis mit Meningokokken intensivmedizinisch betreut und erhalten ebenfalls Antibiotika. Bei ihnen kann auch Kortison gegeben werden, was die Entzündungsreaktion und den Druck im Kopf vermindert.

Als Teil der Therapie bei einer Infektion mit Meningokokken werden auch enge Kontaktpersonen des Betroffenen vorbeugend mit Medikamenten behandelt. Sie werden über frühe Symptome der Hirnhautentzündung informiert, damit sie sich sofort in ärztliche Behandlung geben können, sobald sie Frühsymptome an sich entdecken. Neben dem Partner oder den Eltern des Betroffenen, können dies auch enge (Spiel-)Freunde, Banknachbarn in der Schule oder andere Kontaktpersonen in Internaten, Schulen, Wohnheimen oder Kindergärten sein.

Chronische Hirnhautentzündungen ohne Infektionen als Ursache werden mit Kortison behandelt. Gegen Pilze kommen Pilzmittel zum Einsatz. Eine Virus-Hirnhautentzündung verheilt meist ohne Medikamente.

Ab etwa 24 Stunden nach Beginn der Antibiotika-Behandlung ist die bakterielle Meningitis in der Regel nicht mehr ansteckend.

Verlauf einer Hirnhautentzündung

In schweren Fällen kann eine bakterielle Meningitis bleibende Schäden beim Betroffenen hinterlassen. Dazu zählen unter anderem Schädigungen des Gehörs bis hin zur Taubheit, Bewegungs- und Entwicklungsstörungen, Lernschwierigkeiten sowie Hirnödeme und -abszesse. Die Entzündung kann sich von den Hirnhäuten auf das Gehirn ausweiten. Dann handelt es sich um eine Meningoenzephalitis.

Hirnhautentzündungen, die durch Meningokokken ausgelöst wurden, verlaufen in ungefähr drei von 100 Fällen tödlich. Daher ist es unbedingt notwendig, so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen und mit der Antibiotika-Behandlung zu beginnen, wenn der Verdacht auf eine Meningokokken-Meningitis besteht.

Hirnhautentzündungen, die durch Viren ausgelöst wurden, nehmen in der Regel keinen sehr schweren Verlauf.

Vorbeugen durch Impfung

Gegen einige Erreger der Hirnhautentzündung gibt es einen Impfstoff. Für Kinder ab dem zweiten Lebensmonat sind drei konjugierte monovalente Impfstoffe gegen Meningokokken C zugelassen. Die Ständige Impfkomission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die Meningokokken-Impfung für alle Kinder ab dem Beginn des zweiten Lebensjahres. Die Kosten dafür tragen die gesetzlichen Krankenkassen.

Bei Kindern erfolgt die erste Impfung gegen den Meningitis-auslösenden Erreger Meningokokken C in der Regel ab dem zwölften Lebensmonat bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres im Rahmen der Vorsorge-Untersuchungen. Die Impfung ist einmalig und braucht daher nicht aufgefrischt zu werden. Wurde eine frühzeitige Impfung zur Vorbeugung gegen Meningitis versäumt, kann diese bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden.

Besonders gefährdeten Personengruppen empfiehlt die STIKO eine Vierfach-Impfung gegen weitere Meningokokken-Stämme (Serogruppen A, W135 und Y). Dieser Meningokokken-ACWY-Konjugatimpfstoff ist für die nachstehenden Personengruppen geeignet:

  • Menschen mit einem schwachen Immunsystem
  • Menschen, die in Gebiete reisen, in denen die Infektion häufig vorkommt
  • Laborpersonal

Auch Kinder können mit dieser Vierfach-Impfung gegen Meningitis geimpft werden – je nach verwendetem Präparat ab dem ersten beziehungsweise zweiten Lebensjahr.

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Meningitis bei Kindern

Die Entzündung der kindlichen Gehirnhäute wird oft durch Viren oder Bakterien verursacht. Meningitis (Gehirnhautentzündung) ist eine sehr ansteckend und akute Erkrankung. Aufgrund dessen gehört sie in jedem Fall als medizinischer Notfall. Sehr oft sind Kleinkinder und Jugendliche von Meningitis betroffen. Dank fortschrittlicher Therapieansätze mit Antibiotika hat sich die Prognose von Meningitis signifikant verbessert.

Meningitis bei Kindern – Artikelübersicht:

  • Meningitis: Was ist das?
  • Ursachen und Übertragungswege von Hirnhautentzündung bei Kindern
  • Meningitis bei Kindern erkennen
  • Diagnose von Meningitis bei Säuglingen und Kindern
  • Behandlung von Meningitis bei Kindern
  • Linktipps

Symptome, Diagnose, Behandlung und Prognose

Ohne Vorwarnung bekommen Säuglinge, Kleinkinder oder Jugendliche plötzlich hohes Fieber, verweigern die Nahrung und reagieren überaus empfindlich auf elterliche Berührungen. In diesem Fall ist unverzüglich die Rettung zu alarmieren oder das nächstgelegene Spital aufzusuchen. Niemals sollte bei diesen typischen Symptomen einer Meningitis bis zum folgenden Tag oder gar bis nach dem Wochenende gewartet werden.

Meningitis: Was ist das?

Die Rückenmarks- und Hirnhäute entzünden sich bei dieser ansteckenden Erkrankung aufgrund von Bakterien oder Viren. Vor der Entstehung von Meningitis bei Kindern gelangen diese Erreger über den körpereigenen Blutkreislauf direkt zur Hirnregion. Mediziner unterscheiden je nach Art des Erregers zwei verschiedene Arten:

  • virale Meningitis
  • bakterielle Meningitis

Der Verlauf einer viralen Meningitis ist vergleichsweise mild. Dennoch sollte in jedem Fall unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Besonders während der Anfangsphase kann die virale kaum von der bakteriellen Meningitis unterschieden werden. Diese Diagnose kann nur mithilfe klinischer Tests gestellt werden. Die gute Nachricht ist, dass diese Form der Gehirnhautentzündung häufiger vorkommt, als die gefährliche bakterielle Meningitis. Gleichzeitig gilt jedoch zu beachten, dass bis zu 30 Prozent aller Säuglinge, die an Hirnhautentzündung erkranken, unter der akuten Form leiden. Wird die bakterielle Meningitis nicht medikamentös behandelt, führt sie mit großer Wahrscheinlichkeit zum direkten Tod. In Abhängigkeit vom Kindesalter lösen verschiedene Erreger Meningitis aus.

Gehirnhautentzündung: Ursachen und Übertragungswege von Hirnhautentzündung bei Kindern

Neben den oben genannten gehören hier vereinzelt auch Parasiten, Pilze oder Schimmel dazu. Kinder hingegen leiden häufig aufgrund folgender Bakterien an Gehirnhautentzündung:

  • Pneumokokken
  • Meningokokken
  • Haemophilus influenza

Befinden sich eine dieser Bakterien von Natur aus im kindlichen Rachenraum, wird keine Meningitis ausgelöst. Aufgrund bestimmter Rahmenbedingungen können diese jedoch gefährliche Keime abgeben, welche zu Ursachen von Meningitis zählen. Meningitis bei Neugeborenen entsteht oftmals durch folgende Erreger:

  • Colibakterien
  • Listerien
  • Streptokokken (bestimme Arten)

Die am häufigsten vorkommende bakterielle Meningitis durch Meningokokken bei Kindern tritt vor allem während der winterlichen und frühlingshaften Monate auf. Hier entstehen sogenannte Epidemien in Kleinformat, welche vorrangig an Orten mit relativ vielen Personen und relativ engen Platzverhältnissen vorkommen. Hierzu zählen vor allem:

  • Schulen
  • Kindergärten

Meningokokken werden ähnlich, wie andere Meningitis Erreger durch die Tröpfcheninfektion übertragen. Nach einer Inkubationszeit von ein bis vier Tagen treten typische Anzeichen einer Meningitis auf. In Österreich erkranken jährlich circa 100 Kinder an dieser Krankheit. Knapp drei Viertel aller Diagnosen entsteht aufgrund der B-Meningokokken. Hierfür existiert bis dato keine Impfung. Allerdings können die restlichen rund 20 Fälle, verursacht durch C-Meningokokken, mithilfe der altersgerechten Impfung verhindert werden. Vor der Einführung der Impfung gegen Haemophilus influenza gehörte diese Form zu den häufigsten Meningitis Erkrankungen zwischen null und fünf Jahren. Seit dem in Österreich die Impfung gegen den bakteriellen Erreger möglich ist, sind die Häufigkeiten um 99 Prozent gesunken.

Auch gegen Pneumokokken Meningitis stehen in Österreich Impfungen zur Verfügung. Die Infektion tritt vorrangig im Säuglingsalter auf. Beginnt eine adäquate Behandlung zu spät, können bleibende Schäden durch Pneumokokken zurückbleiben.

Meningitis Erreger gelangen oftmals aufgrund einer Tröpfcheninfektion in den kindlichen Organismus, aber auch sind folgende Übertragungswege bei Meningitis im Kindesalter denkbar:

  • Krankheiten verursachen Meningitis: Schädelbruch, Rückenmarksoperation, Mittelohrentzündung
  • Weitere Gründe für virale Meningitis: Mumps, Röteln, Masern, FSME Virus durch Zeckenstich, Herpes-Simplex-Virus, Coxsackie Virus (A, B)

Meningitis bei Kindern erkennen: Alle Symptome

Ähnlich wie bei Erwachsenen lässt sich eine Meningitis bei Kindern ab fünf Jahren anhand folgender Symptome erkennen:

  • Sehr hohes Fieber
  • Schmerzen: Kopf, Nacken
  • Nackensteifheit
  • Drückendes Gefühl im Kopf
  • Sehr empfindlich gegenüber Geräuschen und Licht
  • Verwirrtheit
  • Benommener und/oder gereizter Zustand
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Violette oder rote Hautverfärbungen (nur bei Meningokokken Meningitis)

Im Gegensatz dazu lässt sich eine Gehirnhautentzündung bei Säuglingen und Kleinkindern vor allem anhand nachfolgender Erscheinungen vermuten:

  • Nahrungsaufnahme anhaltend verweigert
  • Berührungsempfindlichkeit
  • lautes, anhaltendes und schrilles Schreien
  • Bauchschmerzen und/oder Krampfanfälle
  • Anhaltendes Erbrechen
  • Akute Apathie oder aber ungewöhnlich starke Schreckhaftigkeit

Es ist zu beachten, dass Babys oder Kleinkinder mit Meningitis nicht in jedem Fall auch Fieber haben. Gleichzeitig ist es immer empfehlenswert, Kinder bis zum fünften Jahr bei Fieber immer dem Kinderarzt vorzustellen.

Diagnose von Meningitis bei Säuglingen und Kindern

Bei der ärztlichen Untersuchung gibt es eine Reihe klinischer Hinweise, die den Verdacht auf Gehirnhautentzündung bestätigen können. Hebt der Mediziner beispielsweise den Kopf von der Unterlage, wenn das Kind liegt, wird dies durch die typische Nackensteifheit verhindert, sollte tatsächlich eine Hirnhautentzündung vorliegen. Treten innerhalb von 24 Stunden zwei Krampfanfälle in Kombination mit einem schnell ansteigenden Fieber auf, kann dies ebenso ein Hinweis auf Meningitis bei Kindern sein.
Entsprechend werden weiter Untersuchungen veranlasst.

Im ersten Schritt wird mithilfe einer Blutprobe der Entzündungswert dieser Körperflüssigkeit überprüft. Parallel dazu muss auch die Kontrolle von Nervenwasser, dem sogenannten Liquor, erfolgen. Dies geschieht durch die Lumbalpunktion. Zur Entnahme ist eine sehr feine Nadel direkt in den Rückenmarkkanal einzuführen. Für Kinder als auch die Begleitperson ist diese Maßnahme äußerst unangenehm, da sie starke Schmerzen verursacht. Mithilfe eines im Vorfeld aufgebrachten Betäubungspflasters können diese jedoch wesentlich milder sein. Der Vorteil dieser Untersuchung ist, dass sie in den meisten Fällen komplett ohne Komplikationen verläuft. Liegt die Annahme auf Folgewirkungen vor, sind weitere Untersuchungen angezeigt. Hierfür eignet sich die Magnetresonanz- oder Computertomografie.

Behandlung von Meningitis bei Kindern

Je schneller ein passender Therapieansatz gewählt und begonnen wird, umso besser sind die Heilungschancen. Eine bakterielle Meningitis ist im Normalfall mit Antibiotika zu behandeln. Hierzu ist ein circa acht- bis zehntägiger Krankenhausaufenthalt notwendig. Wird zusätzlich Kortison für Kinder verabreicht, minimiert sich die Wahrscheinlichkeit, unter nicht mehr heilbaren Hörschäden zu leiden. Im Einzelfall, wie beispielsweise bei der Therapie von Meningokokken Meningitis, kann eine Behandlung anderer Familienangehöriger oder möglichen Kontaktpersonen angezeigt sein.

Sollte auf die medikamentöse Behandlung des sozialen Umfeldes der Kinder verzichtet werden, ist in jedem Fall eine Beobachtung Betroffener während eines Zeitraumes von circa zehn Tagen notwendig. Es ist jedoch nicht notwendig, erkrankte Kinder von anderen zu isolieren. Wird die Meningitis durch Viren ausgelöst, kommen auf den Erreger abgestimmte antivirale Arzneimittel zum Einsatz. In Abhängigkeit von weiteren Symptomen sind beispielsweise auch Fieber- oder Schmerzmittel empfehlenswert.

Prognose von Meningitis bei Kindern

Grundsätzlich besteht bei einem sehr frühen Behandlungsbeginn immer die Möglichkeit einer kompletten Heilung, welche im Idealfall auch rasch voranschreitet. Werden die hier beschriebenen typischen Symptome jedoch nicht ausreichend zeitig erkannt, kann es im vereinzelten Fall auch zum Todesfall bei Meningitis im Kindesalter kommen.

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Quellen:

¹ Meningitis bei Kindern (www.infektionsnetz.at)
² Acute bacterial meningitis in infants and children (Lancet Infect Dis. 2010 Jan;) PMID: 20129147

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

Linktipps

Was ist eine Gehirn­ent­zün­dung?

Kinder, junge Erwachsene und Personen mit einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel mit HIV infizierte Menschen, sind besonders gefährdet, an einer Enzephalitis zu erkranken. Eine Enzephalitis kann zusammen mit einer Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) auftreten. In diesem Fall spricht man von einer Meningoenzephalitis.

Was löst eine Gehirnentzündung aus?

Die Ursachen für eine Entzündung des Gehirns sind:

  • Viren (häufig), die Erkrankungen wie Masern, Mumps und Tollwut hervorrufen. Sogenannte Herpesviren wie Varizellen, die Erreger der Windpocken, oder Herpes-simplex-Virus (HSV) können ebenfalls eine Enzephalitis verursachen. Für Kinder und Immungeschwächte ist vor allem das Zytomegalievirus (CMV) gefährlich. Darüber hinaus zählen aber auch Grippeviren, das Poliovirus, das Kinderlähmung hervorruft, oder Viren, die durch Mücken- beziehungsweise Zeckenstiche übertragen werden, etwa der Auslöser der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), dazu.
  • Bakterien (seltener), etwa im Verlauf einer Blutvergiftung (Sepsis), verursacht zum Beispiel durch Streptokokken oder Staphylokokken oder im Rahmen einer Borreliose Pilze oder Parasiten (selten und vor allem bei immungeschwächten Personen), zum Beispiel Kryptokokken oder Toxoplasmen
  • Nicht-infektiöse, örtlich begrenzte Entzündungen im Gehirn, wie bei Multipler Sklerose

Wie macht sich eine Entzündung des Gehirns bemerkbar?

Eine Enzephalitis kann mit verschiedenen Beschwerden einhergehen. Sie reichen von eher milden bis zu schweren Symptomen. Vor allem virale Infektionen können eher milde verlaufen.

Mögliche Krankheitszeichen sind grippeähnliche Symptome wie:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Gelenkschmerzen sowie
  • Übelkeit und Erbrechen

Weitere teilweise schwere Krankheitszeichen:

  • Verwirrtheit
  • Halluzinationen
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Sehstörungen wie Doppeltsehen
  • Sprachstörungen
  • Epileptische Anfälle
  • Muskelschwäche
  • Lähmungen
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Bewusstseinsverlust
  • Hautausschläge

Sind auch die Hirnhäute betroffen, können unter Umständen Symptome wie Nackensteifigkeit oder Lichtscheu auftreten.

Wie wird eine Enzephalitis diagnostiziert?

Anfangs befragt der Arzt den Patienten und möglichst auch dessen Angehörige ausführlich (Anamnese). Menschen mit Enzephalitis sind in ihrer Wahrnehmung und in ihrem Denken sowie ihrer Mitteilungsfähigkeit oft eingeschränkt, sodass die Befragung von Angehörigen weitere wichtige Informationen liefern kann. Der Arzt erkundigt er sich beispielsweise nach Reisen, Mücken- oder Zeckenstichen, vorausgegangenen Infektionen oder eventuell bestehenden Erkrankungen. Es folgen die körperliche und die neurologische Untersuchung.

Ergibt sich daraus der Verdacht auf eine Gehirnentzündung, können unter anderem folgende Untersuchungen stattfinden:

  • Blutuntersuchung auf Entzündungszeichen und Erreger
  • Entnahme von Hirnwasser (Gehirnflüssigkeit, Liquor) aus dem Rückenmark (Lumbalpunktion), das auf Entzündungszeichen oder Erreger untersucht wird
  • Bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Kernspintomografie (MRT) des Schädels, um Veränderungen im Gehirn, zum Beispiel Hirnschwellungen (Hirnödeme) oder Eiteransammlungen (Abszesse) oder Hinweise auf andere Erkrankungen wie Hirnblutung oder Tumoren zu erkennen
  • Elektroenzephalografie (EEG), das heißt Messung der Hirnströme, um mögliche Störungen festzustellen

Wie sieht eine Behandlung aus?

Die Behandlung der Gehirnentzündung richtet sich unter anderem nach der Art der Ursache und dem Verlauf der Enzephalitis.

Mild verlaufende Gehirnentzündungen lassen sich zum Beispiel mit Bettruhe, ausreichender Flüssigkeitsaufnahme und/oder mit fiebersenkenden und schmerzstillenden Medikamenten therapieren.

Andere Behandlungsmöglichkeiten sind Arzneimittel, die Viren (Virostatika), Bakterien (Antibiotika) oder Pilze (Antimykotika) bekämpfen. Die Behandlung mit Arzneimitteln richtet sich nach dem jeweiligen Auslöser der Enzephalitis. Abhängig von bestehenden Symptomen und dem Auslöser kann der Arzt entzündungsdämpfende Mittel wie Glukokortikoide oder Medikamente, die epileptische Anfälle verhindern, einsetzen.

Schwere Beeinträchtigungen des Bewusstseins, der Atmung und des Kreislaufs erfordern in der Regel eine intensivmedizinische Behandlung im Krankenhaus, um lebensgefährliche Komplikationen rechtzeitig zu erkennen und fachgemäß behandeln zu können.

Wie ist die Prognose?

Die Prognose einer Gehirnentzündung hängt von der Schwere der Erkrankung, der Ursache, das heißt der Art des Erregers, vom Zeitpunkt der Diagnosestellung und vom Allgemeinzustand des Patienten ab. Wird die Gehirnentzündung frühzeitig erkannt und sofort behandelt, ist die Prognose in der Regel gut.

Bei bestehenden schweren Grunderkrankungen und einer geschwächten körpereigenen Abwehr, wie es bei einer HIV-Infektion der Fall ist, nimmt die Enzephalitis oft einen dramatischen und nicht selten lebensbedrohlichen Verlauf. Potenziell lebensbedrohliche Komplikationen sind beispielsweise ein andauernder Krampfanfall (Status epilepticus) oder eine Schwellung des Gehirns (Hirnödem). Durch Viren verursachte Gehirnentzündungen, die ohne Komplikationen verlaufen, heilen jedoch häufig ohne Folgen aus.

Warnsignale wie plötzliches hohes Fieber mit Übelkeit, Bewusstseinsstörungen und Kopfschmerzen sind ernst zu nehmen und sollten umgehend im Krankenhaus abgeklärt werden.

Eine Entzündung des Gehirns erfordert eine zügige ärztliche Behandlung, um Komplikationen möglichst zu vermeiden. Dazu gehören etwa epileptische Anfälle oder neurologische Ausfälle (zum Beispiel Lähmungen).

Länger anhaltende Folgen können sein:

  • Müdigkeit
  • Gangprobleme
  • Gedächtnisstörungen oder
  • Bleibende Schäden zum Beispiel Lähmungen oder Sprachstörungen

Gehirnentzündung durch Herpesviren

Das „einfache Herpesvirus“ oder „Herpes simplex Virus“ (HSV) kommt in zwei Typen – HSV-1 und HSV-2 – vor, die Infektionen auslösen können. Die Übertragung erfolgt durch engen körperlichen Kontakt.

HSV-1 verursacht in der Regel Haut- und Schleimhautinfektionen oberhalb der Gürtellinie, HSV-2 unterhalb der Gürtellinie. Die meisten HSV-Infektionen verlaufen ohne klinische Symptome. Die häufigste klinische Manifestation einer Primärinfektion mit HSV-1 bei jungen Kleinkindern ist die Stomatitis aphthosa, eine fieberhafte Entzündung der Mundschleimhäute und Lippen mit Bläschen- und schmerzhafter Aphten-Bildung.

Herpesviren persistieren lebenslang in den Nervenzellen des Menschen. Bei geschwächter Abwehrlage kann es zu Reaktivierungen kommen, zum Beispiel zur Bläschenbildung im Lippenbereich (Herpes labialis).

Alle infizierten Personen, auch die ohne klinische Symptome, stellen ein Erregerreservoir dar und können das Virus weitergeben. Bis zu 90 Prozent der Erwachsenen weisen im Blut Antikörper gegen HSV-1 auf. Das heißt, sie haben mindestens einmal im Laufe ihres Lebens eine Infektion mit HSV-1 gehabt.

Eine durch HSV verursachte Hirnentzündung (Enzephalitis) kann im Rahmen einer HSV-Primärinfektion oder einer HSV-Reaktivierung auftreten. Nach unspezifischen Symptomen wie Fieber kommt es nach ein bis sieben Tagen zu Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma.

Die Diagnose kann nur durch eine Lumbalpunktion mit Nervenwasser-Untersuchung gestellt werden. In der Kernspintomografie des Gehirns zeigen sich typische entzündliche Veränderungen.

Etwa alle zwei Jahre sehen wir in unserer Klinik ein neues Kind mit Gehirnentzündung durch Herpesviren. Betroffen sind meist Säuglinge und Kleinkinder. In Mitteleuropa treten pro Jahr etwa 0,2 bis 0,4 Herpes-Enzephalitis-Erkrankungen pro 100 000 Einwohner auf. 30 Prozent der Patienten sind Kinder, 50 Prozent der Patienten sind älter als 50.

Die Sterblichkeit bei Herpes-Enzephalitis war vor Entwicklung spezifischer Medikamente mit etwa 70 Prozent sehr hoch. Heute werden Kinder, bei denen nur der geringste Verdacht auf eine HSV-Enzephalitis besteht, frühzeitig mit Aciclovir behandelt. Dieses Medikament hemmt die Virusvermehrung. Die Behandlung wird über drei Wochen intravenös durchgeführt. Auch bei einer frühzeitigen Aciclovir-Therapie besteht jedoch ein hohes Risiko für neurologische Defektzustände.

Wichtig ist, bei jeder fieberhaften Erkrankung mit neurologischen Herdsymptomen, zum Beispiel seitenbetonten Krampfanfällen, an eine Herpes-Enzephalitis zu denken. Entscheidend für die Prognose ist die frühzeitige Diagnosestellung und sofortige Behandlung.

In den vergangenen Jahren wurde entdeckt, dass eine Herpes-Enzephalitis gehäuft bei Kindern mit entsprechender genetischer Prädisposition auftritt. Die Kinder weisen angeborene Veränderungen in bestimmten Genen auf, die spezifisch für die Abwehr von Herpesviren verantwortlich sind.

Wenn Herpes das Gehirn befällt

Die Geschichte vom kleinen John wurde seit dem 9. Mai schon über 44.000 Mal auf Facebook geteilt. Es ist die Geschichte eines kleinen Jungen, der sich zwei Wochen nach seiner Geburt mit einem Herpesvirus angesteckt hat. Die Herpesviren haben bei ihm eine Herpes Enzephalitis ausgelöst – eine Gehirnentzündung. Trotz der Behandlung mit Aciclovir – einem antiviralen Mittel, profilaktischen Antibiotika und weiteren Medikamenten konnten die Ärzte die Entzündung offenbar nicht stoppen. 80 Prozent aller Kinder überleben eine Herpes Enzephalitis nicht. Auch der inzwischen acht Wochen alte John kämpft noch ums Überleben, bekommt jetzt von seinen Eltern zuhause jeden Tag sieben Medikamente. Sein Vater, Thorsten Schulz, schreibt auf Facebook, John werde nie wieder gesund. Große Teile seines Gehirns seien schwer geschädigt und zerstört. Niemand wisse, „ob ihm noch Jahre, Monate, Wochen oder Tage bleiben, bis sein Gehirn versagt“, so Johns Vater in seinem bewegenden Facebook-Eintrag.

Herpes-Simplex-Virus verantwortlich für 10 Prozent aller Gehirnentzündungen

Etwa zehn Prozent aller Gehirnentzündungen werden durch das Herpes-Simplex-Virus Typ 1 (HSV1) ausgelöst. Neugeborene sind besonders gefährdet, da bei ihnen die Blut-Hirnschranke noch nicht richtig ausgebildet ist. Über den Riechnerv können die Herpesviren ins Zentrale Nervensystem gelangen und dann Teile des Gehirns befallen. Kommt die Behandlung zu spät oder schlägt sie nicht an, kann das Gehirn schweren Schaden nehmen. So wie augenscheinlich beim kleinen John.

Diagnostiziert wird eine Enzephalitis durch Hirnstrommessungen (EEG), Ultraschall, MRT und Blutuntersuchungen. Letzte Gewissheit bringt die Untersuchung von Rückenmarksflüssigkeit (Nervenwasser). Hier wurden auch beim kleinen John die Herpesviren nachgewiesen. Die Therapie besteht in hochkonzentrierten Aciclovir, das intravenös verabreicht wird. Es ist derselbe Wirkstoff, der auch in normalen Herpescremes drin ist.

Lippenherpes, Genitalherpes und Herpes Enzephalitis werden durch HSV1 ausgelöst

Das Herpes-Simplex-Virus ist auch der Erreger des harmlosen Lippenherpes. Viele Menschen tragen das Virus in sich, bei einem Großteil bricht es niemals aus. Die Viren bleiben aber latent im Körper und können bei Stress, Reibung oder durch chemische Reizung aktiviert werden. Es bilden sich dann die typischen Herpes-Bläschen um die Lippen. Genitalherpes wird ebenfalls durch Herpesviren vom Typ 1 (HSV 1) ausgelöst. In 50 bis 70 Prozent der Fälle ist jedoch der Herpes-Simplex-Virus vom Typ 2 (HSV2) verantwortlich für Genitalherpes.

Während die Ansteckung mit HSV2 meist durch Sex erfolgt, werden die Herpes-Simplex-Virus Typ 1 durch eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen – also über die Luft oder durch Berührung. Wenn der Herpes „blüht“, ist die Ansteckungsgefahr am größten. Ärzte raten darum Eltern, bei Lippenherpes einen Mundschutz zu tragen, um eine Ansteckung ihrer Säuglinge zu vermeiden.

„Herpesbläschen sind potenziell ansteckend“, warnt der Vater des kleinen John, der mit seinem Post auf die Gefahren von Herpes aufmerksam machen wollte und nun einen Medienrummel ausgelöst hat. „Wer darauf achtet rettet vielleicht einem Kind das Leben.“

Die Meningitis ist eine Entzündung der schützenden Gehirn- und Rückenmarkshäute. Ursache ist meist eine Infektion mit Bakterien. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche: 35 bis 40 Prozent der Erkrankungen kommen nach Angaben der Techniker-Krankenkasse im Alter bis zu fünf Jahren vor.

Das Gefährliche: Die Hirnhautentzündung wird über Flüssigkeiten aus dem Mund- und Rachenraum übertragen – und sie kann mit dem Tod enden. Darum ist eine Infektion meldepflichtig.

Was sind die Symptome? Und wie wird die Erkrankung behandelt? BILD beantwortet die wichtigsten Fragen.

Symptome

Das wichtigste Anzeichen einer Meningitis ist die Nackensteifigkeit (Meningismus).

▶︎ Daneben treten starke Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Fieber, Erbrechen und starke Benommenheit auf. Kinder klagen auch häufig über Bauchschmerzen.

▶︎ Anzeichen können aber auch Schwindel, eine Abgeschlagenheit und allgemeine nervliche Symptome wie Bewusstseins- oder Orientierungsstörungen bis hin zum Koma sein.

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Übertragung

Eine Hirnhautentzündung ist hoch ansteckend und kann durch Bakterien (Meningokokken) oder auch Viren übertragen werden.

▶︎ Die bakterielle Meningitis kann durch Tröpfchen, also durch Husten oder Niesen übertragen werden. Die Bakterien lagern sich im Nasen-Rachen-Raum an.

▶︎ Eine virale Hirnhautentzündung wird dagegen oft in Verbindung mit einer anderen Viruserkrankung beobachtet. Etwa 40 Prozent der Mumpspatienten entwickeln beispielsweise eine virale Meningitis. Auch das Windpocken- oder Masernvirus kann die Hirnhäute befallen. Zecken können ebenfalls eine Meningitis übertragen.

Die Übertragung geschieht vor allem an Orten, an denen Menschen sehr engen Kontakt haben: in Kindergärten, Schulen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch bei Freizeitaktivitäten, wie in Clubs und auf Konzerten.

Inkubationszeit

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt in etwa zwei bis zehn Tage. Jedoch:

▶︎ In etwa zwei Dritteln aller Krankheitsfälle kommt es zu einer Hirnhautentzündung. Die Krankheit kann sich innerhalb weniger Stunden zeigen und lebensgefährlich werden.

▶︎ In etwa einem Drittel der Fälle äußert sich die Erkrankung als Blutstrominfektion (Sepsis). Dabei werden die Bakterien mit dem Blut in den gesamten Körper ausgeschwemmt und die Blutgerinnung gestört. In der Folge entstehen flächenhafte Einblutungen der Haut.

▶︎ Bei zehn bis 15 Prozent der Erkrankten können die lebensbedrohlichen Einblutungen auch in die Nebennierenrinden erfolgen – dann besteht die Gefahr eines Kreislaufschocks.

Therapie

Eine bakterielle Meningitis wird mit Antibiotika behandelt. Seit Juli 2006 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts zusätzlich die Meningokokken-Impfung für alle Kinder ab dem zwölften Lebensmonat.

Vorbeugend müssen alle Personen, die Kontakt mit dem Patienten hatten, Antibiotika einnehmen. Nur so lässt sich eine Verbreitung des Erregers verhindern. Auch innerhalb von 24 Stunden können Meningokokken zu schwersten Erkrankungen führen und sogar tödlich verlaufen.

▶︎ Je früher eine Antibiotikabehandlung eingeleitet wird, desto höher ist die Chance, die Infektion ohne Folgeerkrankungen zu überstehen.

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