Symptome BEI brustkrebs

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Geschwollene Lymphknoten

Geschwollene Lymphknoten: Ursachen

Der Körper wehrt täglich viele Viren, Bakterien und andere Eindringlinge ab. Spätestens dann, wenn eine Infektion ausbricht, wird auch eine Lymphknotenschwellung sichtbar. Viele kennen noch aus Kindertagen den bei einer Erkältung typischen „dicken“ Hals mit geschwollenen Lymphknoten. Auch einige Kinderkrankheiten äußern sich unter anderem durch geschwollene Lymphknoten mit teils heftigen Schluckbeschwerden. Die Ursachen geschwollener Lymphknoten sind also meist harmlos. Doch manchmal steckt auch eine ernsthafte Erkrankung dahinter. So weisen geschwollene Lymphknoten oft als erstes Anzeichen auf eine Krebserkrankung hin.

Hier eine Übersicht über die wichtigsten Ursachen für geschwollene Lymphknoten:

Virusinfektionen

  • Pfeiffersches Drüsenfieber (Epstein-Barr-Virus, Mononukleose): Vor allem junge Erwachsene stecken sich durch Kontakt mit infektiösem Speichel mit dem Epstein-Barr-Virus an. Die Erkrankung wird auch als „Kusskrankheit“ bezeichnet. Geschwollene Lymphknoten, Halsschmerzen durch entzündete Mandeln, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und eine vergrößerte Milz sind typische Symptome.
  • Zytomegalie: Dieses Virus ist für Schwangere besonders gefährlich, da es das Ungeborene schädigen kann. Bei sonst abwehrstarken Personen können sich Symptome wie leichtes Fieber und geschwollene Lymphknoten bis zu einigen Wochen nach der Ansteckung zeigen.
  • Masern: Stark gerötete Hautausschläge, Fieber, geschwollene Lymphknoten und ein allgemeines Krankheitsgefühl zählen zu den typischen Beschwerden. Gegen diese Kinderkrankheit kann man sich impfen lassen.
  • Röteln (Rubella): Die typischen roten Hautausschläge werden von Fieber und geschwollenen Lymphknoten begleitet. Auch vor Röteln schützt eine Impfung.
  • HIV/Aids: Die Infektion mit dem HI-Virus zerstört wichtige Zellen der Immunabwehr, woraus eine dauerhafte Immunschwäche entsteht. Kurz nach der Ansteckung können sich grippeähnliche Symptome entwickeln. Dazu gehören Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und geschwollene Lymphknoten am Hals.

Bakterielle Infektionen

  • Mandelentzündung (Tonsillitis): Besonders die eitrige Mandelentzündung verursacht lokal geschwollene Lymphknoten, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden.
  • Diphtherie: Gegen diese schwere Erkrankung, bei der auch die Lymphknoten geschwollen sind, gibt es mittlerweile eine Impfung. Ist der Rachen betroffen, treten Symptome des echten Krupp wie bellender Husten, Stimmverlust, Heiserkeit und Atemprobleme auf.
  • Syphilis: Die Geschlechtskrankheit äußert sich in ihrem zweiten Stadium (Lues II) durch grippeähnliche Symptome mit Lymphknotenschwellungen am ganzen Körper.
  • Chlamydien: Eine Infektion mit diesen Bakterien zählt heute zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Geschwollene Lymphknoten in der Leistengegend gehören zu den Symptomen. Unbehandelt kann die sexuell übertragbare Krankheit zu Unfruchtbarkeit oder Erblindung führen.
  • Tuberkulose: Bei der aktiven Tuberkulose treten zunächst unspezifische Beschwerden wie Nachtschweiß, Müdigkeit, Appetitlosigkeit sowie leichtes Fieber und geschwollene Lymphknoten auf.
  • Aktinomykose: Die Strahlenpilzkrankheit ist eine chronisch fortschreitende Infektionskrankheit. Auslöser sind Bakterien der Gattung Actinomyces, die zusammen mit anderen Keimen (z.B. Staphylokokken) die Erkrankung hervorrufen. Besonders im Gesicht und im Hals-Nasen-Rachen-Bereich können die Bakterien große Schäden verursachen. Auch hier sind die regionalen Lymphknoten geschwollen.
  • Borreliose: Auslöser sind Borrelien, die durch Zeckenbisse übertragen werden. Betroffene entwickeln einen anfänglichen Hautausschlag und grippeähnliche Symptome mit geschwollenen Lymphknoten.
  • Infektionen im Mund- und Rachenraum: Zahfleischentzündungen oder eitrige Abszesse im Mund rufen oft geschwollene Lymphknoten am Hals und Unterkiefer hervor.
  • Katzenkratzkrankheit: Diese meist harmlose Infektionserkrankung wird von einem Erreger der Gattung Bartonella verursacht. Über Kratzwunden gelangt der Erreger von der Katze zum Menschen. Zunächst bildet sich ein Knötchen in der Nähe der Wunde, anschließend schwellen die am nächsten gelegenen Lymphknoten an. Meist sind das die Lympknoten im Hals oder in den Achselhöhlen.

Rheumatoide Erkrankungen

  • Rheumatoide Arthritis: Sind die Gelenke entzündet, können auch die Lymphknoten in dem betroffenen Gebiet anschwellen.
  • Lupus erythematodes: Diese Autoimmunerkrankung äußert sich anfangs oft durch allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber, Gewichtsverlust und Lymphknotenschwellungen.

Krebserkrankungen

  • Maligne Lymphome: Lymphdrüsenkrebs (malignes Lymphom) tritt meist erst im höheren Alter auf. Medizinisch wird zwischen Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphomen unterschieden. Beide äußern sich durch schmerzlose, vergrößerte Lymphknoten am Hals, in den Achseln und in der Leiste sowie unspezifische Beschwerden wie Gewichtsverlust, Fieber und Nachtschweiß.
  • Leukämie: Die Vermehrung der weißen Blutkörperchen beim Blutkrebs wirkt sich auch auf das lymphatische System aus – geschwollene Lymphknoten, Leistungsabfall, Fieber und Infektanfälligkeit sind die Folgen.
  • Tochtergeschwulste (Metastasen): Krebszellen können von ihrem Ursprungsort, zum Beispiel einem Organtumor, auf Wanderschaft gehen, in den nahe gelegenen Lymphknoten hängen bleiben und dort eine Tochtergeschwulst bilden. Mediziner sprechen dann von Lymphknotenmetastasen.

Andere Ursachen

  • Toxoplasmose: Vor allem infizierte Katzen übertragen den Parasiten Toxoplasma gondii auf den Menschen. Meistens verläuft die Erkrankung symptomlos, manchmal kommt es jedoch zu Halsschmerzen, geschwollenen Lymphknoten oder Müdigkeit. Gefährlich ist Toxoplasmose für Schwangere, da der Erreger den Fötus schädigen kann.
  • Lymphödeme: Mechanische Schwächen der Lymphbahnen können die Lymphknoten ebenfalls anschwellen lassen. Dann kann die Lymphflüssigkeit nicht mehr ausreichend abtransportiert werden, so dass sie sich im Gewebe staut – dicke Beine und geschwollene Lymphknoten, besonders in der Leiste, sind die Folge. Ein Lymphödem kann sich zum Beispiel nach einer Krebsoperation entwickeln, wenn dabei viele Lymphknoten entfernt wurden.

Behandlung

Da geschwollene Lymphknoten keine Krankheit, sondern nur ein Symptom sind, werden sie auch nicht gezielt behandelt. Vielmehr geht es darum, die Erkrankung zu bekämpfen, die die Aktivität des Immunsystems verursacht hat.

Schmerzende Lymphknoten nach dem Genuss von Alkohol sollten Sie unverzüglich zum Arzt führen. Das gilt auch für schmerzlos geschwollene Lymphknoten in Verbindung mit Nachtschweiß und verminderter Leistungsfähigkeit.

Selbsthilfe gegen geschwollene Lymphknoten

Hat ein Arzt gefährliche Ursachen für Ihre geschwollenen Lymphknoten ausgeschlossen, können Sie mit natürlichen Mitteln die Abschwellung erleichtern und beschleunigen.

Leicht massierende Fingerbewegungen um den Lymphknoten herum stimulieren die Lymphknotenfunktion und ihre Filterwirkung. Der Lymphfluss wird angeregt, Fremdstoffe entfernt und der Knoten schwillt ab. Dazu drücken Sie die Fingerspitzen in kreisenden Bewegungen sanft um den geschwollenen Lymphknoten herum. Dies sollte in einer möglichst bequemen Position zwei- bis dreimal pro Tag erfolgen.

Bürstenmassagen sind ein bewährtes Mittel, um Lymphknoten abschwellen zu lassen. Lymphbürstungen sollten möglichst mit einer nicht zu harten (aber auch nicht zu weichen) Bürste mit Naturborsten ausgeführt werden. Bei Lymphknotenschwellungen im unteren Körperbereich beginnen Sie am Fuß und bürsten mit einem Strich in Richtung Leiste. Den nächsten Bürstenstrich setzen Sie wieder am Fuß an, neben dem ersten Strich.

Ähnlich bürsten Sie an den Armen. Beginnen Sie an den Fingern und bürsten Sie in einem Strich bis zur Schulter oder Achsel. Bei geschwollenen Lymphknoten im Hals und Ohrbereich bürsten Sie vorn vom Hals Richtung Bauch und am Rücken von Nacken Richtung Steiß. Dazu eignet sich am besten eine Stielbürste. Und denken Sie daran, immer nur einen Strich neben dem anderen in eine Richtung, dann erreichen Sie den bestmöglichen Lymphabfluss.

Lymphfluss mit Heilpflanzen und Hausmitteln fördern

Engelwurz (Angelika) war schon im Mittelalter eine beliebte Pflanze gegen Beulen aller Art. Sogar gegen Pestbeulen wurde sie eingesetzt. Wurzelauszüge der Angelika enthalten wertvolles ätherisches Öl, dem eine abschwellende und heilungsfördernde Wirkung zugesprochen wird. Insbesondere schwellen Lymphknoten im Brust und Rückenbereich mit Engelwurz schneller ab.

Engelwurzsalben gibt es in der Apotheke als Fertigarzneimittel. Tragen Sie die Salbe dünn auf ein Tuch aus Leinen oder Baumwolle auf. Legen Sie diese Salbenkompressen auf die geschwollenen Stellen. Je nach Region, können Sie einen Verband darum schlingen. Für eine bestmögliche abschwellende Wirkung sollten Sie die Salbenauflage zwei- bis dreimal pro Tag erneuern.

Wärme

Wärme, z.B. in Form von speziellen Wärmekompressen, feucht-warmen Tüchern aus Baumwolle oder Leinen sowie warmen Körnerkissen regt die Durchblutung an. Damit wird die Aktivität des Immunsystems und so auch der Lymphknoten unterstützt. Erneuern Sie die wärmenden Auflagen mehrmals täglich.

Rizinusöl

Rizinusöl ist vermutlich besser zur Darmentleerung bekannt. Das Öl kann aber auch äußerlich aufgetragen werden. Dann wirkt Rizinusöl entzündungshemmend und aktivierend auf das körpereigene Abwehrsystem. Die Filterleistung der Lymphknoten verbessert sich und sie schwellen schneller ab.

Kaufen Sie vorzugsweise kaltgepresstes Rizinusöl in der Apotheke. Massieren Sie das Öl mehrmals täglich auf und um den Bereich der geschwollenen Lymphknoten etwa 1 Minute ein. Um die Wirkung zu unterstützen legen Sie nach der Massage für etwa 10 Minuten eine Wärmekompresse auf.

Kartoffelbrei und Zwiebeln

Schon unsere Omas kannten die Heilwirkung von warmen gestampften Kartoffeln und gehackten Zwiebeln. Als Wickel um geschwollene Lymphknoten – insbesondere im Brustbereich – geben die Stampfkartoffeln nach und nach ihre Wärme ab. Prüfen Sie vor dem Aufbringen aber unbedingt die Temperatur, um Verbrennungen zu vermeiden.

Auch Zwiebelwickel wirken ähnlich wohltuend. Verwenden Sie möglichst frische Zwiebeln, evtl. vermischt mit geraspeltem Ingwer. Schwefel und ätherische Öle wirken entzündungshemmend und abschwellend. Erneuern Sie die warmen Wickel sobald keine Wärme mehr abgegeben wird.

Honig

Honig ist innerlich und äußerlich einsetzbar. Etwas Honig in heiße Milch gerührt wirkt wohltuend bei Halsschmerzen. Auch die geschwollenen Lymphknoten profitieren von der wärmenden Wirkung. Sie können Honig aber auch direkt auf die vergrößerten Lymphknoten auftragen. Streichen Sie dafür naturbelassenen – möglichst streichfähigen – Honig auf den geschwollenen Bereich. Lassen Sie den Honig etwa 10 Minuten einwirken und waschen Sie ihn anschließend mit warmen Wasser wieder ab. Den Honig können Sie mehrmals täglich auftragen, bis die Lymphknoten verschwinden.

Apfelessig

Apfelessig wirkt alkalisch, antibakteriell und abschwellend. Mischen Sie möglichst naturtrüben Bioapfelessig zu einem gleichen Teil mit Wasser. Tränken Sie mit dieser Flüssigkeit ein Tuch aus Baumwolle oder Leinen und legen Sie das feuchte Tuch auf die geschwollenen Lymphknoten. Die Anwendung sollte zwei- bis dreimal täglich wiederholt werden.

Knoblauch

Knoblauch ist das Antibiotikum aus der Natur. Sein gesundheitsfördernder Nutzen ist schon lange bekannt. Knoblauch wirkt durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, gefäßerweiternd und abschwellend. Bei geschwollenen Lymphknoten zerdrücken Sie mehrere Knoblauchzehen und füllen Sie diese – wahlweise auch mit etwas Olivenöl vermischt – in ein Stoffsäckchen. Das legen sie drei- bis fünfmal täglich auf die geschwollenen Lymphknoten.

Knoten in der Brust: Die Brust kennenlernen, Selbstuntersuchung

Mehrere Läppchen ergeben einen größeren, in sich verzweigten Drüsenlappen. Insgesamt enthält jede Brust etwa 15 bis 20, durch Bindegewebe voneinander abgesetzte Drüsenlappen. Das Läppchen mit seinem Gang ist eine Untereinheit. Es setzt sich aus beerenförmigen Endstücken zusammen, in denen die Milch gebildet wird.

Kontrollstation Lymphknoten

Der Drüsenkörper der Brust ist in das unter der Haut liegende Fettgewebe eingebettet. Nerven-, Blut- und Lymphbahnen in der Brust kommunizieren mit den entsprechenden Leitungsbahnen im Körper. Besondere Bedeutung kommt dem Lymphsystem zu.
Als ein Arm des Kreislaufs und der Immunabwehr erfüllt es eine Doppelrolle: Über seine Gefäße transportiert es einen Teil der Gewebeflüssigkeit, die Lymphe. Gleichzeitig sortiert es Abbauprodukte und sonstiges „Material“ aus. Dazu gehören auch Krankheitserreger und Zellen. All dies wird in den Wachstationen des Lymphsystems, den Lymphknoten, regelmäßig kontrolliert. Was der Körper loswerden will, machen Immunzellen nach Möglichkeit klein und unschädlich.
Die zur Brust gehörenden Lymphknoten sind normalerweise nicht tastbar. Nur bei krankhaften Veränderungen vergrößern sie sich, können manchmal auch schmerzempfindlich sein und tastbar werden, zum Beispiel in der Achselhöhle.

Die Macht der Hormone

Das Brustdrüsengewebe unterliegt im Laufe des Lebens gegensätzlichen hormonellen Prägungen: erste Aussprossung in der Pubertät, Rückbildung in den Wechseljahren. In der Schwangerschaft reift es aus und entfaltet sich schließlich vollends, sodass nach der Entbindung das Stillen beginnen kann.
Zwischenzeitlich befindet sich das Drüsengewebe Monat für Monat in „gebremstem Auf und Ab“: Nach dem Eisprung, normalerweise also in der Zyklusmitte, weiten sich die Milchgänge etwas, und die Drüsenläppchen vergrößern sich vorübergehend. Das Bindegewebe nimmt mehr Flüssigkeit auf, die Brust wird voluminöser, fester, spannt oder schmerzt womöglich. Alles dies dient, im Vorgriff auf eine Schwangerschaft, zur Vorbereitung der Milchbildung. Tritt keine Schwangerschaft ein, gehen die frühen Entfaltungen mit der Monatsblutung wieder zurück, ein neuer Zyklus beginnt.
In den Wechseljahren schrumpft das Drüsen- und Bindegewebe, Formfestigkeit und Dichte der Brust lassen nach – damit aber auch die viele Frauen plagenden zyklischen Brustbeschwerden.

Das Brustgewebe: Was sich wie anfühlt

Das Drüsengewebe lässt sich am besten im oberen äußeren Brustbereich (Quadranten) neben der Achselhöhle tasten, wo es auch am deutlichsten ausgeprägt ist. Normalerweise fühlt es sich fest und nur leicht strangförmig an, eventuell auch etwas höckrig oder knotig. Das Fettgewebe ist dagegen weicher und liegt zum Beispiel vermehrt im unteren Bereich der Brust. Besonders der Fettanteil hängt vom individuellen Körperbau ab: Bei Frauen, die viel auf die Waage bringen, sind auch die Brüste fettreicher.
Stellen, die sich oft etwas uneben, höckrig oder gar knotig anfühlen, können in der zweiten Zyklushälfte zunehmen und schmerzempfindlich sein. Diese zyklisch auftretenden Brustschmerzen heißen häufig Mastodynie (der Wortstamm „Mast-“ leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet Brust, Mutterbrust).
Ein schmerzhaftes Spannungsgefühl in beiden Brüsten gehört neben dem Ausbleiben der Monatsblutung übrigens auch zu den ersten, wenn auch unsicheren Anzeichen einer Schwangerschaft. Schmerzen im Bereich der Brüste ohne Bezug zum Zyklus nennen Ärzte eher Mastalgie. Ob Schmerzen in der Brust, Mastalgie, Mastodynie: Besser einmal zu viel als zu wenig zum Arzt, insbesondere dann, wenn außerdem eine Veränderung an der Brust festzustellen ist. Das gilt auch für Männer.

Vor den Wechseljahren sollten Frauen ihre Brüste möglichst immer in der ersten Zyklushälfte untersuchen, weil das Gewebe dann lockerer und besser „durchtastbar“ ist.
Bei Einnahme einer Anti-Baby-Pille, die keinen Zyklus nachahmt, oder nach den Wechseljahren sollte man möglichst immer denselben Zeitpunkt im Monat für die Untersuchung wählen – einfach als Anhaltspunkt, um es nicht gänzlich zu vergessen. Natürlich kommt es auch auf die passende Technik an. Hilfestellung gibt der Frauenarzt (siehe Kapitel „Weitere Symptome, Diagnose“).

Frauen, die ihre Brüste selbst untersuchen, haben meistens mehr Gespür für Veränderungen des Gewebes. Das ist nach aktuellen Studien der Hauptvorteil der Selbstuntersuchung. Wichtig ist auch, die Beschaffenheit rechts und links miteinander zu vergleichen und auf neu entstandene Seitenunterschiede zu achten.

Tastbare Knoten sind meistens größer als einen halben bis einen Zentimeter.

Brustkrebs – Symptome

Wichtige Anzeichen für Brustkrebs

Schmerzen sind bei vielen Erkrankungen ein wichtiges Alarmsignal – nicht aber bei Brustkrebs, zumindest nicht im Frühstadium. Bei einem fortgeschrittenen Mammakarzinom können allerdings Tochterabsiedelungen (Metastasen) Schmerzen auslösen, zum Beispiel Knochenmetastasen.

Um Frühstadien von Brustkrebs erkennen zu können, sollten Frauen also bevorzugt auf andere Veränderungen und Beschwerden achten. Die wichtigsten Brustkrebs-Symptome sind:

  • neu aufgetretene Knoten oder Verhärtungen in der Brust (meist im oberen äußeren Quadranten) oder Achselhöhle
  • veränderte Größe oder Form einer Brust
  • Unterschiede in der Bewegung der beiden Brüste beim Anheben der Arme
  • Einziehungen der Brusthaut oder einer Brustwarze
  • Veränderungen der Farbe oder Empfindlichkeit der Brusthaut, des Warzenvorhofes oder der Brustwarze
  • wasserklare, trübe oder blutige Absonderungen aus einer Brustwarze
  • vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle
  • neu aufgetretene, nicht abklingende Rötung oder Schuppung der Brusthaut

Erschrecken Sie nicht, wenn Sie eines oder mehrere dieser möglichen Brustkrebs-Symptome bei sich entdecken! Nicht hinter jedem Knoten in der Brust steckt gleich ein bösartiger Tumor. Auch für die anderen Auffälligkeiten gibt es oft harmlosere Erklärungen:

Wenn zum Beispiel die Lymphdrüsen in Ihrer Achselhöhle vergrößert sind, kann der Grund eine Infektion sein. Lässt sich ein druckempfindlicher Knoten im Brustgewebe ertasten, handelt es sich oft nur um einen gutartigen Tumor, eine harmlose Zyste oder verdichtetes Bindegewebe.

Um wirklich Gewissheit zu bekommen, sollten Sie potenzielle Brustkrebs-Anzeichen aber immer von einem Arzt abklären lassen. Machen Sie baldmöglichst einen Termin bei Ihrem Frauenarzt, um sich untersuchen zu lassen. Findet der Arzt eine vergleichsweise harmlose Erklärung für die Veränderungen, können Sie beruhigt sein. Handelt es sich aber tatsächlich um Brustkrebs-Symptome, kann die frühzeitige Entdeckung und Behandlung des Tumors Ihre Heilungschancen entscheidend verbessern!

Brustkrebs

Bei Brustkrebs handelt es sich in Deutschland um die häufigste Krebserkrankung, von der Frauen betroffen sind. Etwa 70.000 Frauen erkranken hierzulande jährlich unter einem sogenannten Mammakarzinom. Für die Früherkennung von Brustkrebs sind vor allem Früherkennungsuntersuchungen beim Gynäkologen sehr wichtig. Ab dem 30. Lebensjahr stehen diese Untersuchungen jeder Frau einmal jährlich kostenlos zu. Ergänzend hierzu ist es jedoch ratsam, die Brust einmal pro Monat selbst abzutasten.

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden alle zwei Jahre zur Mammographie in ein spezialisiertes Untersuchungszentrum eingeladen. Bei erhöhtem Risiko durch erbliche Vorbelastung (gehäuftes Auftreten von Brust- oder Eierstockkrebs-Erkrankungen in der Familie) werden intensivierte Früherkennungsuntersuchungen empfohlen.

Was ist Brustkrebs?

Bei Brustkrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor in der Brustdrüse, der vor allem Frauen, in seltenen Fällen aber auch Männer betreffen kann.

Was sind die Ursachen für Brustkrebs?

Die Ursachen für das Auftreten eines Mammakarzinoms konnten bisher nicht vollständig geklärt werden. So tritt die Erkrankung bei der Mehrzahl der Betroffenen spontan auf, also ohne dass Mediziner eine eindeutige Ursache hierfür finden können. Davon unabhängig gibt es jedoch einige Risikofaktoren, die das Auftreten von Brustkrebs begünstigen können, wie beispielsweise:

  • fortgeschrittenes Alter
  • Bewegungsmangel und Übergewicht nach den Wechseljahren
  • regelmäßiger Konsum größerer Mengen an Alkohol

Was sind die Symptome für Brustkrebs?

Im Anfangsstadium von Brustkrebs merkt die Patientin oder der Patient in der Regel keinerlei Symptome, insbesondere keine Schmerzen. Es existieren jedoch verschiedene Anzeichen, die auf Brustkrebs hindeuten können. Hierzu zählen unter anderem:

  • Verhärtungen oder Knoten in der Brust, die früher nicht ertastet werden konnten
  • ein Größenunterschied der Brüste, der zuvor nicht bestanden hat
  • wässrige, blutige oder eitrige Absonderungen aus einer Brustwarze
  • tastbare Lymphknoten innerhalb der Achselhöhle, die nicht durch andere Erkrankungen bedingt sind und vorher nicht bestanden haben
  • unterschiedliches Aussehen der Brüste beim Anheben der Arme
  • andere Beschwerden im Bereich der Brüste und Brustwarzen, etwa eine auffällige Rötung

Diese Symptome müssen jedoch nicht zwingend bedeuten, dass die Erkrankung Brustkrebs vorliegt. Sollte die Patientin oder der Patient diese Symptome bei sich beobachten, ist jedoch eine ärztliche Untersuchung dringend zu empfehlen. Sollte das Mammakarzinom bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht haben, können durch den Brustkrebs weitere Symptome auftreten wie etwa:

  • ungewollter Gewichtsverlust
  • große Abgeschlagenheit und häufige Müdigkeit
  • allgemeine Schmerzen, beispielsweise in Form von Gliederschmerzen oder Rückenschmerzen (aufgrund von Metastasen in den Knochen)

© Axel Kock / Fotolia

Wie erfolgt die Diagnose von Brustkrebs?

Je früher die Diagnose von Brustkrebs stattfindet, desto höher sind die Chancen auf einen Behandlungserfolg. Besteht der Verdacht auf ein Mammakarzinom, ist es daher dringend angeraten, dies ärztlich abklären zu lassen. Der Arzt wird die Patientin oder den Patienten zunächst nach der Krankengeschichte fragen und im Anschluss mit der körperlichen Untersuchung beginnen. Hierbei wird er beide Brüste sowie die Schlüsselbeingruben und die Achselhöhlen genau abtasten.

Erhärtet sich der Verdacht auf ein Mammakarzinom, wird bei Patienten ab 40 Jahren zunächst eine Mammografie durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der Brust. Bei unklaren Befunden kann der Arzt zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung der Brust anordnen. Eine solche Mammosonographie ist bei Patienten unter 40 Jahren übrigens oftmals die erste Untersuchungsoption bei Verdacht auf Brustkrebs.

Im Rahmen einer Mammografie lassen sich bösartige und gutartige Veränderungen weitgehend abgrenzen. Durch eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung lässt sich die Sicherheit der Diagnose erhöhen. Bei einem entsprechenden Verdacht führt der Arzt eine Biopsie durch, d. h. er entnimmt Gewebe. Wenn das entnommene Gewebe im Labor untersucht wurde, kann der Arzt endgültig feststellen, ob die Veränderungen gut- oder bösartiger Natur sind.

Wie sieht die Therapie bei Brustkrebs aus?

Der Arzt wird die Therapie bei einem Mammakarzinom individuell auf den Patienten bzw. die Patientin sowie den Fortschritt der Krebserkrankung ausrichten. So ist die Art der Behandlung unter anderem ebenso von der Größe des Tumors abhängig wie von der Tatsache, ob der Krebs bereits Metastasen gebildet hat.

In den meisten Fällen ist eine operative Entfernung des Tumorgewebes die wichtigste Behandlungsmaßnahme. Anschließend an eine Operation kann dann eine Strahlentherapie erfolgen.

Operation

Heutzutage ist es Chirurgen aufgrund des Einsatzes einer Chemo- und/oder einer Strahlentherapie möglich, eine brusterhaltende Operation durchzuführen, sofern sich der Brustkrebs in einem frühen Stadium befindet. Im Gegensatz zu einer kompletten Brustentfernung mit Entfernung der Lymphknoten aus der gleichseitigen Achselhöhle – in der Medizin auch Radikaloperation genannt – ist das Risiko einer erneuten Tumorbildung nach einer brusterhaltenden Operation erhöht. Durch eine nachfolgende Bestrahlung des übrigen Brustgewebes lässt sich dieses Risiko jedoch wieder deutlich reduzieren. Aus diesem Grund wird im Anschluss an eine brusterhaltende Operation in aller Regel eine Bestrahlung angeschlossen.

An die Operation anschließende Therapien

Therapien, die nach der eigentlichen Behandlung – im Normalfall also nach einer Operation – durchgeführt werden, werden als adjuvante Therapien bezeichnet. Diese Anschluss-Therapien verfolgen das Ziel, Krebszellen, die unter Umständen im Körper verblieben sind, zu vernichten, um ein erneutes Auftreten von Brustkrebs zu verhindern.

Die adjuvante medikamentöse Therapie kann aus einer Chemotherapie oder einer Antihormontherapie bestehen. Möglich ist auch eine Kombination aus beiden Verfahren. Es ist unter anderem von der Art und der Größe des Tumors abhängig, welche Anschlusstherapie für den Betroffenen die geeignetste ist.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist in der Regel ein zentraler Bestandteil bei der Behandlung von Brustkrebs. Sie ist als adjuvante Therapie nach einer brusterhaltenden Operation ebenso sinnvoll, wie für den ungeklärten Fall, ob noch Tumorreste in der Brust vorhanden sind. Ziel der Strahlentherapie ist es, nach der Operation verbliebene Krebszellen abzutöten und hierdurch ein Wiederauftreten des Brustkrebses zu verhindern.

Chemotherapie

Zum Einsatz bei einer Chemotherapie kommen sogenannte Zytostatika. Hierbei handelt es sich um Wirkstoffe, die das Wachsen von Krebszellen hemmen. Die Medikamente werden dem Patienten oder der Patientin, abhängig vom jeweiligen Wirkstoff, entweder als Infusion oder in Tablettenform verabreicht.

Allerdings haben Chemotherapeutika auch für gesunde Zellen negative Auswirkungen. Dies betrifft vor allem das Knochenmark, die Haut, die Haarwurzeln und die Magen- und Darmschleimhaut. Aus diesem Grund sind Haarausfall und häufige Übelkeit zwei der häufigsten Nebenwirkungen, die bei einer Chemotherapie auftreten können.

Antihormontherapie

Die Mehrzahl der Brustkrebstumoren ist hormonabhängig. Dies bedeutet, dass bestimmte körpereigene Hormone das Wachstum der Krebszellen anregen. Besonders krebsfördernde Eigenschaften hat hierbei das weibliche Sexualhormon Östrogen. Für die Medizin bedeutet dies umgekehrt, dass sich das Wachstum von Tumoren mithilfe von Substanzen, welche die Wirkung der Hormone unterbinden, reduzieren lässt. Sofern die Patientin oder der Patient eine Chemotherapie erhält, sollte mit der Antihormontherapie erst begonnen werden, wenn die Behandlung mit Chemotherapeutika abgeschlossen ist.

Antikörpertherapie

Bei einer Immuntherapie werden künstlich hergestellte Abwehrstoffe des Immunsystems verwendet, um damit Krebszellen zu zerstören.

Reha-Maßnahmen nach einer Brustkrebsoperation

Die Genesungszeit nach einer Brustkrebsoperation und anschließenden Behandlungen ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Hilfreich sind in jedem Fall krankengymnastische Übungen. Diese sollen dabei helfen, Bewegungsfreiheit und Kraft in der Schulter und dem Arm der betroffenen Seite nach der Brustkrebs-Behandlung wiederherzustellen. Zudem können hierdurch Rücken- und Nackenbeschwerden vermieden werden.

Wurden Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt, kann es zu einer Anschwellung des Arms auf der operierten Seite kommen, da die Flüssigkeit aus dem Lymphsystem nicht mehr richtig abfließen kann. In diesem Fall kann eine Lymphdrainage dafür sorgen, dass die Lymphflüssigkeit erneut abfließen und der Arm wieder frei bewegt werden kann.

Wenn es um Themen wie soziale und berufliche Rehabilitation und Kuraufenthalte geht, sind Krankenkassen und psychosoziale Beratungsstellen die richtigen Ansprechpartner.

Zuletzt geändert am: 18.06.2018

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Brustkrebs: Diagnose

Hintergrund: Die Biopsie der Brust

Bei Verdacht auf Brustkrebs entnehmen Ärzte eine Gewebeprobe aus dem Knoten oder verdächtigen Bereich. Ein auf Erkrankungen des Brustgewebes spezialisierter Pathologe untersucht anschließend die Proben aus dem Brustgewebe. Dann lässt sich üblicherweise sagen um welche Art von Veränderung es sich handelt. Zur Gewebeentnahme sind verschiedene Verfahren möglich:

Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsie

Nach örtlicher Betäubung entnimmt der Arzt mit einem speziellen Stanzgerät über eine etwa zwei Millimeter dicke Hohlnadel mehrere Gewebeproben, sogenannte Stanzzylinder, aus der Brust. Zuvor platziert er eine Führungskanüle im verdächtigen Bereich. Dabei lässt er sich üblicherweise vom Ultraschall- oder Tastbefund leiten.

Der kleine Eingriff wird ambulant durchgeführt. Mitunter bildet sich danach ein kleiner Bluterguss. Im Normalfall verheilt die Einstichstelle in kurzer Zeit und ist danach nicht mehr oder nur wenig sichtbar.

Vakuumbiopsie

Diese ebenfalls ambulant durchführbare Methode eignet sich vor allem dann, wenn in der Brust Mikrokalk ohne sicht- oder tastbaren Tumor festgestellt wurde. Nachdem der Arzt den Befund durch eine Mammografie oder eine MRT geortet hat, steuert ein Computer die richtige Positionierung der etwa drei Millimeter dicken Hohlnadel automatisch.

Gewebe wird durch das Vakuum angesaugt und mittels eines Schneide-Drehvorgangs entnommen. Insgesamt wird deutlich mehr Material gewonnen als bei der Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsie.

Anfangs macht der Arzt nach einer örtlichen Betäubung einen kleinen Hautschnitt, der später nur eine winzige Narbe zurücklässt. Nach dem Eingriff gibt es einen Druckverband. Ein manchmal auftretender Bluterguss geht in der Regel bald wieder zurück.

War der verdächtige Gewebebereich tatsächlich durch Mikrokalk aufgefallen, röntgt der Arzt die Brust und das entnommene Gewebe zur Kontrolle nach der Biopsie.

Im Anschluss an die Biopsie kann der Arzt einen kleinen Clip an der Entnahmestelle einsetzen. Sie lässt sich so bei späteren Maßnahmen wiedererkennen.

Offene Biopsie

In Ausnahmefällen kann auch eine offene Biopsie (Exzisionsbiopsie) erfolgen. Dabei handelt es sich um einen kleinen ambulanten Eingriff, der je nach Umfang in örtlicher Betäubung oder einer Kurznarkose erfolgt.

Üblicherweise wird der verdächtige Bereich vorher mit einem Markierungsdraht versehen. Dies kann zum Beispiel während einer Mammografie erfolgen.

Über einen Hautschnitt entfernt der Chirurg dann den zuvor markierten Bereich komplett aus der Brust. Eventuell wird der Entnahmebereich auch hier noch mit einem kleinen Clip markiert, um die Stelle später nachzuvollziehen.

Die primäre, offene diagnostische Exzisionsbiopsie kommt üblicherweise nur zum Einsatz, wenn eine minimalinvasive Biopsie nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. Die Narbe bei einer Exzisionsbiopsie ist etwas größer.

Seltener durchgeführt: die Feinnadelaspiration

Eine Feinnadelaspiration, also die Punktion des Gewebes mit einer sehr dünnen Nadel unter Ultraschallkontrolle, liefert sehr viel weniger Informationen über das untersuchte Gewebe und wird normalerweise nicht eingesetzt, um einen Brustkrebsverdacht abzuklären. Sie kommt nur in bestimmten Situationen zur Anwendung, zum Beispiel wenn Flüssigkeit aus einer Zyste abgesaugt werden muss.

Falls ein Lymphknoten in der Achselhöhle beim Tasten oder bei der Ultraschalluntersuchung krankhaft verändert erscheint, setzen Ärzte ebenfalls die Feinnadelaspiration ein, aber auch ultraschallgestützte Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsien.

Brustkrebs bei Männern: Bei 4 Symptomen sollten Sie sofort zum Arzt

Brustkrebs beim Mann – Östrogene spielen eine wichtige Rolle

Vorbei ist damit jedoch noch nicht alles. Eine mehrjährige Anti-Östrogentherapie startet im Anschluss. Warum ist sie nötig? Auch Männer verfügen über weibliche Hormone, wenn auch in geringerer Menge als Frauen. Östrogene können Brustkrebs zum Wachsen anregen, wenn seine Zellen über Hormonrezeptoren verfügen (Hormonrezeptorstatus positiv) – was auch bei Robert Glattau der Fall war.

Anti-Östrogentherapie hat beim Mann Nebenwirkungen

Monatliche Injektionen über drei Jahre hinweg und fünf Jahre lang täglich eine Tablette Tamoxifen gehörten danach zu seiner Anti-Hormontherapie. „Spritzen muss ich jetzt nicht mehr, nur noch bis September die Tabletten einnehmen“, freut sich der Patient. Dann dürfte es auch mit den Nebenwirkungen vorbei sein – Schweißausbrüchen und Libidoverlust.

Die Libido kehrt langsam zurück

Wie ist das für ihn und seine Partnerin? „Wenn ich eine attraktive Frau sehe, denke ich mir, ‚früher habe ich das erregend gefunden‘, doch jetzt ist da nichts, nur mehr Erinnerung“, erklärt er das Gefühl. Seine neue Partnerin, mit der er seit zweieinhalb Jahren zusammenlebt, akzeptiert das. „Sex ist ja vielfältig“, sagt er und merkt an, dass seit Absetzen der Injektionen die Libido immerhin von 0 auf 35 Prozent gestiegen ist. „Ich bin gespannt, wie das wird, wenn ich jetzt dann wieder wie vor der Behandlung bin, wie wir uns da verstehen werden.“

Erblicher Brustkrebs beim Mann

Mit Freude in die Zukunft blicken, ohne Angst vor einem Rezidiv, kann Robert Glattau mit großer Sicherheit. Denn im Herbst 2016 hat er auch seine linke Brust entfernen lassen. Damals ließ er untersuchen, ob der Tumor erblich war. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen ähnlichen hormonabhängigen Krebs wie bei seiner Mutter handelte. Damit bestand die Gefahr, dass bösartiges Gewebe in der verbliebenen Brust wachsen könnte.

Bei diesen vier Symptomen sollte jeder Mann zum Arzt gehen

Für Robert Glattau scheint alles überstanden zu sein. Trotzdem bleibt Brustkrebs beim Mann für ihn ein Anliegen und er schloss sich der Selbsthilfegruppe an, um anderen Männern helfen zu können. Denn weil diese Krebsart mit nur etwa 600 Neudiagnose pro Jahr in Deutschland und knapp 60 in Österreich so selten ist, übersehen auch Ärzte oft die Anzeichen. „Ich rate jedem Mann dringend, sofort zum Gynäkologen zu gehen, wenn er auch nur eines dieser vier Anzeichen bemerkt“, sagt der ehemalige Krebspatient:

  1. Knoten in der Brust
  2. eingezogene Brustwarze
  3. Austritt von Sekret aus der Brustwarze
  4. geschwollene Lymphknoten unter der Achsel

Keine Angst vor der Chemo

Ein weiteres großes Anliegen ist für ihn, anderen Betroffenen die Angst vor der Chemotherapie zu nehmen. „Jeder Mensch reagiert anders auf die Chemo“, sagt er und dabei komme es auch auf die persönliche Einstellung an: Die Behandlung als Chance und Lebensretter zu sehen und nicht als schlimme Chemikalie. Außerdem bekommt man bei Brustkrebs nur rund alle drei Wochen eine Chemo, deren Nebenwirkungen nach ein paar Tagen verschwinden können. Wer das bedenkt, tut sich vermutlich leichter mit der Behandlung und nimmt sein Schicksal eher an.

Mehr Infos gibt s bei Netzwerk Männer mit Brustkrebs

Mittwochmorgen im Brustzentrum der Berliner Charité: Neun Frauen sitzen im Wartezimmer. Eine von ihnen wiegt ihr Baby auf dem Arm, eine andere blättert in einer Broschüre. Im Regal neben ihr liegt weiteres Informationsmaterial. Auf einem steht: „Brustkrebs und Sexualität. Frau sein – Frau bleiben“.

Mittendrin: Jochen Müller* (73). Er ist nicht die Begleitung, er ist Patient – der einzige männliche an diesem Tag. Jochen Müller hat Brustkrebs: Damit ist er in Deutschland einer der etwa 600 neu erkrankten Männer im Jahr. Bei den Frauen sind es 70 000.

Ein Mann mit einer Frauenkrankheit: eine Situation, an die sich Müller erst gewöhnen musste – neben seiner Erkrankung. Genauso wie an die Reaktionen. Müller: „In einer Klinik sagte eine Schwester in der Gynäkologie zu mir: ,Na, nicht, dass Sie hier als Frau wieder herauskommen.‘“

Die ersten Symptome

Im Januar 2016 im Schwimmbad entdeckt Müller auf seiner Brust eine Art Spalte. Später erfährt er, dass seine Brustwarze an dieser Stelle eingezogen ist – typisch für Brustkrebs bei Männern. Müller: „Mir tat nichts weh, also habe ich mir keine Sorgen gemacht.“

Als er einige Monate später etwas Festes in seiner Brust fühlt, geht er zu seinem Hausarzt. „Ich dachte, das sei ein Fettknubbel – so etwas habe ich auch auf dem Rücken“, sagt er. Der Arzt vermutet direkt einen Tumor, schickt Müller ins Krankenhaus. Am 13. Juni wird ihm dort die Diagnose „Mammakarzinom“ gestellt. Der sechs Zentimeter große Tumor hat zu diesem Zeitpunkt bereits gestreut, Müller hat Metastasen in Lymphknoten und Lunge.

Brustkrebsvorsorge

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(Zu) Spät entdeckt. Bei der Erstdiagnose sind Frauen mit Brustkrebs durchschnittlich 61 Jahre alt, Männer 72. Das liegt – neben dem fehlenden Bewusstsein für die Krankheit – auch am Mangel von Vorsorgeuntersuchungen, erklärt Dr. med. Maria Karsten, Oberärztin in der Klinik für Gynäkologie mit Brustzentrum im Charité Campus Mitte. „Ein Screening macht bei der geringen Zahl von Neuerkrankungen keinen Sinn“, sagt sie. „Doch das Fehlen ist ein Grund dafür, warum der Tumor bei Männern häufiger erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird. Und welcher Mann würde jemals denken, dass er Brustkrebs hat?“

Die Behandlung verläuft bei Männern und Frauen ähnlich. Müller bekommt unter anderem Chemo- und Anti-Östrogen-Therapien. Müller: „Als ich das erste Mal zur Chemo kam, haben mich die Frauen im Raum nur verwundert angeguckt. Die dachten, ich hätte mich verlaufen!“

Die Therapien schlagen an

Die Therapien wirken, der Tumor schrumpft. Als Dr. Karsten an diesem Tag mit dem Ultraschallgerät über Müllers Brust fährt, ist auf dem Bildschirm nur ein kleiner schwarzer Schatten zu sehen – der Tumor ist noch einen Zentimeter groß.

„Ich lasse mir durch den Krebs nicht das Leben vermiesen – ich lebe so wie vor der Diagnose.“

Eine Mastektomie, also eine Entfernung der Brustdrüse, ist bei Männern mit Brustkrebs Standard, doch Müller will sich nicht operieren lassen. Müller: „Die Frauen bei der Chemo haben mir erzählt, dass sie sich nach einer Brustamputation häufig nicht mehr weiblich fühlen. Das ist bei mir natürlich anders. Nicht mal meine Brustwarze interessiert mich. Trotzdem will ich keine OP – ich fühle mich gesund, bin munter und lebe mein Leben, wie ich es will.“

Müller lässt sich auch nicht krankschreiben, arbeitet trotz Krebs weiter als Sicherheitsingenieur in Berlin. „Ich bin ständig auf Baustellen unterwegs. Das lenkt mich ab. Zu Hause würde ich nur grübeln“, sagt er. Und: „Ich habe mir nie Sorgen um Brustkrebs gemacht – also werde ich das jetzt auch nicht tun.“

* Name von der Redaktion geändert

Brustkrebs bei Männern

Wie entsteht Brustkrebs beim Mann?

Quelle: © Bits and Splits – fotolia.com

Doch wo entsteht der Krebs? Wie kann es sein, dass der Mann, der eine andere Anatomie und einen anderen Hormonstatus hat, doch dasselbe Krankheitsbild aufweist?

Die körperliche Basis für die Brustkrebserkrankung ist das rudimentäre Vorhandensein von Brustgewebe beim Mann. Bis zur Pubertät ist die Brust bei Jungen und Mädchen nahezu baugleich. Erst durch die weiblichen Sexualhormone beginnen die Milchgänge, das Drüsengewebe und das Binde- und Fettgewebe bei den Mädchen zu wachsen. Die Anlagen der Milchgänge finden sich aber auch beim Mann und genau hier haben 80 Prozent der Brustkrebserkrankungen ihren Ursprung, da die Milchgangzellen besonders anfällig für die Entwicklung von Brustkrebs sind. Die geringere Ausprägung der Milchgänge ist auch die Ursache für das seltenere Auftreten von Brustkrebs bei Männern.
In den meisten Erkrankungsfällen ist der Brustkrebs abhängig vom Sexualhormon Östrogen, das heißt er kann sich nur mit Östrogen entwickeln und wachsen. Obwohl es als weibliches Hormon gilt, haben sowohl Männer als auch Frauen Östrogen in ihrem Hormonhaushalt, auch wenn der Anteil beim Mann wesentlich geringer ist als bei der Frau. Das Hormon entsteht unter anderem mithilfe des Enzyms Aromatase aus hormonellen Vorstufen, wie zum Beispiel auch aus Testosteron. Dieser Prozess findet vor allem im Fettgewebe statt, aber auch in den Hoden werden weibliche Hormone produziert.
Ursachen für einen erhöhten Östrogenspiegel bei Männern können starkes Übergewicht oder Lebererkrankungen sowie auch die Einnahme von Hormonen, zum Beispiel zur Geschlechtsumwandlung, sein. Weitere Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs sind im Übrigen dieselben wie bei weiblichem Brustkrebs – beispielsweise eine erhöhte lokale Strahlungsexposition oder auch vermehrter Alkoholkonsum.
Deutlich häufiger zu Brustkrebs neigen Männer, die das Klinefelter-Syndrom haben. Bei dieser genetischen Anomalie verfügt der Mann über ein oder mehrere zusätzliche X-Chromosomen. Auch andere genetische Belastungen, wie Mutationen an den Genen BRCA1 und BRCA2, können das Risiko für Brustkrebs bei Männern erhöhen. Mehr zu genetisch bedingtem Brustkrebs erfahren Sie unter https://www.brca-netzwerk.de/.

Brustkrebs beim Mann

Brustkrebs (Mann): Behandlung

Brustkrebs bei Männern ist in Studien längst nicht so gut untersucht wie der von Frauen. Wie die Diagnostik orientiert sich daher auch die Behandlung an den Empfehlungen für das Mammakarzinom der Frau. An erster Stelle steht dabei die operative Entfernung des Tumors. Abhängig von dem Tumorstadium, dem individuellen Rückfallrisiko und eventuellen Begleiterkrankungen folgen auf die Operation oft noch weitere Therapien.

Brustkrebs beim Mann wird in der Regel operiert. Meist muss dabei die ganze erkrankte Brust abgenommen werden (Mastektomie), weil Männer insgesamt nur sehr wenig Brustgewebe haben und der Tumor oft recht zentral sitzt. Wenn der Tumor im Verhältnis zur Brust sehr klein ist, kann unter Umständen auch brusterhaltend operiert werden.

Während des Eingriffs wird geprüft, ob benachbarte Lymphknoten schon vom Krebs befallen sind. Wenn ja, werden sie gleich mitentfernt.

Brustkrebs beim Mann wird nach der Operation oft zusätzlich mittels Strahlentherapie behandelt (adjuvante Bestrahlung). Damit will man eventuelle Tumorreste abtöten. Eine adjuvante Strahlentherapie wird etwa empfohlen, wenn der Tumor im Durchmesser zwei Zentimeter oder mehr misst. Auch bei Tumoren, die nicht hormonabhängig wachsen, wird die Brustwand nach der Operation in der Regel bestrahlt.

(Anti-)Hormontherapie

Brustkrebs beim Mann zeigt fast immer ein hormonabhängiges (genauer: östrogenabhängiges) Wachstum: Die Krebszellen tragen zahlreiche Östrogen-Rezeptoren auf ihrer Oberfläche. Dann kommt eine Antihormontherapie mit Tamoxifen (nach der Operation, also adjuvant) in Frage. Der Wirkstoff besetzt die Östrogen-Rezeptoren am Tumor, sodass das weibliche Sexualhormon nicht mehr andocken und das Krebswachstum fördern kann. Das kann das Rückfallrisiko senken.

Tamoxifen sollte nach der Operation in der Regel fünf Jahre lang eingenommen werden. Mögliche Nebenwirkungen sind etwa eine verringerte sexuelle Lust, Impotenz, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen. Viele männliche Patienten kommen mit diesen Nebenwirkungen nicht zurecht und brechen deshalb die Hormonbehandlung ab.

Für Frauen mit östrogenabhängigem Brustkrebs stehen zur Hormonbehandlung noch weitere Wirkstoffe zur Verfügung, darunter die sogenannten Aromatasehemmer. Gegen Brustkrebs beim Mann werden diese aber in der Regel nicht empfohlen – Studien zufolge geht die Gabe von Aromatasehemmern bei männlichen Patienten mit einer deutlich erhöhten Sterberate einher. Die Medikamente kommen deshalb nur in bestimmten Fällen in Betracht, etwa wenn der Brustkrebs schon weit fortgeschritten ist und bereits Metastasen gebildet hat.

Brustkrebs beim Mann wird nach der Operation (adjuvant) oft zusätzlich mittels einer Chemotherapie behandelt werden. Das kann die Prognose des Patienten verbessern. Bei einem fortgeschrittenen Tumor kann es auch sinnvoll sein, die Chemotherapeutika (Zytostatika) schon vor dem chirurgischen Eingriff zu verabreichen. Diese neoadjuvante Chemotherapie soll den Tumor verkleinern, sodass er sich dann besser entfernen lässt.

Chemotherapeutika sind sehr wirksame zelltötende Medikamente. Sie können aber auch erhebliche Nebenwirkungen haben. Die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie hängt deshalb von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen neben dem Tumorstadium das Alter und der individuelle Gesundheitszustand des Patienten sowie eventuelle Begleiterkrankungen. Außerdem berücksichtigt der Arzt bei der Therapieplanung, wie gut der Patient die Chemotherapie verträgt und ob er eine solche Behandlung überhaupt wünscht.

Brustkrebs beim Mann ist (wie bei der Frau) manchmal HER2-positiv. Das heißt, auf der Oberfläche der Krebszellen sitzen zahlreiche Andockstellen für Wachstumsfaktoren (HER2-Rezeptoren). Hier bietet sich eine Behandlung mit Antikörpern gegen diese Rezeptoren an, beispielsweise Trastuzumab. Bei weiblichen Patienten ist diese Antikörperbehandlung oft sehr effektiv. Experten gehen deshalb davon aus, dass sich auch HER2-positiver Brustkrebs beim Mann mit Trastuzumab behandeln lässt. Gesicherte Belege dafür gibt es bislang aber noch nicht.

Das Brustgewebe ist beim Mann ähnlich aufgebaut wie bei der Frau. Entsprechend können sich dort auch Tumoren bilden.

Risikofaktoren

  • Bei einigen Betroffenen können Genveränderungen, beispielsweise die so genannten BRCA-Mutationen, nachgewiesen werden.
  • Das Klinefelter-Syndrom ist eine angeborene Veränderung der Chromosomenzahl im Erbgut. Männer mit Klinefelter-Syndrom erkranken häufiger an Brustkrebs.
  • Strahlentherapie: Männer, die zum Beispiel wegen einer anderen Krebserkrankung eine Bestrahlung des Oberkörpers erhielten.
  • Familiäre Belastung: Wenn eine / einer oder mehrere Verwandte ersten Grades (Mutter, Vater, Bruder) erkrankt sind.
  • Hormone: Männer produzieren wie Frauen das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Eine Überproduktion von Östrogen kann bei Männern etwa bei Übergewicht oder bei einer Lebererkrankung auftreten.
  • Tastbarer, meist schmerzloser Knoten oder eine Verhärtung oft im Bereich der Brustwarze.
  • Eine Einziehung oder andere Veränderung (z.B. Geschwür) bei der Brustwarze oder am Brustwarzenhof.
  • Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustwarze.
  • Tastbare Lymphknoten in der Achselhöhle.

Da Brustkrebs bei Männern selten vorkommt, wird die Diagnose häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium gestellt.
Eine Anschwellung und Vergrösserung der männlichen Brust wird Gynäkomastie genannt. Es handelt sich dabei um eine gutartige Veränderung, die durch ein hormonelles Ungleichgewicht verursacht wird. Diese hormonellen Veränderungen können das Risiko an Brustkrebs zu erkranken aber erhöhen.

Diagnose

Um die Diagnose stellen zu können, wird eine Mammographie, ein Ultraschall und eine Biopsie durchgeführt. Anhand der Gewebeprobe wird mikroskopisch untersucht, ob es sich um Krebs handelt, und ob die Krebszellen auf ihrer Oberfläche Hormonrezeptoren oder andere Eigenschaften aufweisen, die das Wachstum von Brustkrebs begünstigen können. Bei 90% der von Brustkrebs betroffenen Männer ist dies der Fall.Abhängig vom Befund können weitere Untersuchungen folgen. So kann auch festgestellt werden, ob der Tumor Metastasen (Ableger) gebildet hat.

Die Behandlung wird individuell geplant. Sie ist abhängig von der Grösse des Tumors, den Gewebeeigenschaften und davon, ob Lymphknoten befallen oder Metastasen vorhanden sind.
Die möglichen Behandlungsmethoden sind:

  • Operation: Ziel des Eingriffs ist die vollständige Entfernung des Tumors
  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie
  • Antihormonelle Therapie
  • Zielgerichtete Therapien

Empfehlenswert: www.brustkrebs-beim-mann.de
Ein Netzwerk, das in Deutschland bundesweit tätig ist und Betroffenen einen Austausch, gegenseitige Information und Treffen ermöglicht.

Mehr Ratgeber

Stand: 23.04.2018 13:12 Uhr – Visite | Archiv Bild vergrößern Nicht nur Frauen können an Brustkrebs erkranken, sondern auch Männer.

Brustkrebs bei Männern ist selten. In Deutschland werden etwa 600 bis 700 Fälle pro Jahr registriert. Das macht rund ein Prozent aller Brustkrebsfälle aus. Im Vergleich dazu ist Brustkrebs bei Frauen mit mehr als 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung. Bei Männern wird Brustkrebs oft erst spät erkannt. Am häufigsten tritt die Erkrankung im Alter zwischen 70 und 80 Jahren auf.

So entsteht Brustkrebs beim Mann

Wie bei Frauen geht Brustkrebs auch bei Männern in der Regel von den Milchgängen aus. Denn bis zur Pubertät ist die Brust von Jungen und Mädchen praktisch identisch aufgebaut. Erst dann sorgen weibliche Sexualhormone (Östrogene) für das weitere Wachstum der Milchgänge, des Bindegewebes und Fettgewebes der Brust. Bei Männern bleiben Reste der Milchgänge nach der Pubertät erhalten.

In den meisten Fällen ist Brustkrebs bei Männern auf einen erhöhten Östrogenspiegel zurückzuführen. Östrogen wird bei Männern vor allem im Fettgewebe aus dem männlichen Hormon Testosteron produziert. Ursachen für einen erhöhten Östrogenspiegel sind zum Beispiel

  • starkes Übergewicht
  • Lebererkrankungen
  • Einnahme leistungssteigernder Hormone
  • starker Alkoholkonsum über einen längeren Zeitraum

Männer, die am sogenannten Klinefelter-Syndrom leiden, neigen deutlicher häufiger zu Brustkrebs als andere Männer. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Genmutation, bei der Betroffene über ein oder mehrere zusätzliche X-Chromosomen verfügen. Ist die Genmutation nachgewiesen, sollten Betroffene in ein Früherkennungsprogramm für Brustkrebs aufgenommen werden.

Brustkrebs: Symptome bei Männern

Die Symptome des Brustkrebses beim Mann entsprechen im Wesentlichen denen der Frauen:

  • tastbare Knoten und Verhärtungen im Brustgewebe oder hinter der Brustwarze
  • entzündliche Veränderungen, die nicht heilen
  • vergrößerte Lymphknoten in den Achselhöhlen
  • Flüssigkeitsabsonderungen aus den Brustwarzen
  • Brustwarze kann sich nach innen ziehen

Diagnose dauert oft lange

Die Diagnose von Brustkrebs erfolgt bei Männern ähnlich wie bei Frauen. Doch meist dauert es länger, bis die Krankheit entdeckt wird, da Männer oft erst über Umwege an spezialisierte Brustzentren gelangen oder aus Unkenntnis viel Zeit vergehen lassen, bis sie einen Arzt aufsuchen. Untersuchungen der Brust per Ultraschall oder Mammographie sind bei Männern genauso gut möglich wie bei Frauen.

Für den Nachweis von Brustkrebs werden per Biopsie Gewebeproben entnommen. Die Untersuchung gibt Aufschluss darüber, ob Veränderungen gutartig oder bösartig sind. In einem weiteren molekularbiologischen Test wird untersucht, ob sich der Tumor durch Geschlechtshormone in seinem Wachstumsverhalten beeinflussen lässt.

Mit weiteren Untersuchungen per Ultraschall und Computertomografie stellen die Ärzte fest, ob der Tumor bereits in andere Organe gestreut hat, um die Behandlung entsprechend planen zu können.

Brustkrebs bei Männern behandeln

Obwohl Brustkrebs bei Männern sehr selten ist, steht hierzulande ein großes Fachwissen zur Behandlung von Brustkrebs zur Verfügung. Generell sollte die Behandlung in zertifizierten Brustzentren erfolgen. Im Vordergrund der Therapie steht die operative Entfernung des entarteten Gewebes und benachbarter Lymphknoten in der Achselhöhle. Die Ausbreitung des Tumors entscheidet darüber, ob es ausreicht, nur den Tumor selbst zu entfernen oder ob der gesamte Brustdrüsenkörper und die Brustwarze mitentfernt werden müssen. Oft lässt sich bei Männern die Entfernung der gesamten Brust nicht vermeiden. Das wird von manchen Männern psychisch besser toleriert, als von Frauen, da viele Männer die Brust als nicht so elementares Organ empfinden.

Begleitende Therapie soll Rückfälle vermeiden

Begleitende (adjuvante) Therapien kommen in Abhängigkeit vom zu erwartenden Rückfallrisiko zum Einsatz. Sie richten sich gegen Tumorzellen, die unbemerkt im Körper verbleiben. Zu den adjuvanten Therapien beim Brustkrebs zählen

  • Strahlen- und Chemotherapie
  • Antihormonelle Therapie bei Tumoren, die abhängig vom Östrogenspiegel wachsen
  • Antikörpertherapie bei Tumoren, die sogenannte HER-2-Rezeptoren ausbilden

Weitere Informationen

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Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Früh erkannt, kann die Krankheit gut behandelt werden. Welche Methoden zur Früherkennung gibt es und wie sinnvoll sind sie? mehr

Interviewpartner

Dr. Thilo Töllner
Leitender Arzt des Zentrum für Mammadiagnostik
MVZ für Radiologie, Klinik Dr. Hancken
Harsefelder Str. 8, 21680 Stade
Tel. (04141) 604 440
Internet: www.hancken.de
Dr. med. Thorsten Kokott
Chefarzt Frauenklinik Stade
Brustzentrum Stade- Buxtehude
Bremervörder Str. 111
21682 Stade
Tel. (04141) 97 1692
Weitere Informationen
Netzwerk Männer mit Brustkrebs e. V.
Höhenstr. 4, 75196 Remchingen
E-Mail: [email protected]

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