Stuhlgang BEI kleinkindern

Verstopfung bei Kindern und Babys: Ursachen, Tipps, Hausmittel

Verstopfung bei Babys und Kindern ist keine Seltenheit. Wir sagen Ihnen, was die Ursachen sein können und welche Hausmittel die Beschwerden lindern.

Zwar leiden vor allem ältere Menschen unter einem trägen Darm, Kinder – und selbst Babys – können aber ebenfalls Verstopfungen bekommen. Schätzungen zufolge haben rund 30 Prozent der Kleinen Probleme mit dem Stuhlgang.

An sich ist ein unregelmäßiger Stuhlgang bei Kindern, vor allem bei Babys und Kleinkindern, nicht selten und erstmal kein Grund zur Sorge. Schließlich baut sich die Darmflora erst im Laufe der ersten Lebensjahre auf. Und auch bei älteren Kindern leidet nicht jedes Kind, das nur selten Stuhlgang hat, gleich unter Verstopfung. Alles zwischen dreimal pro Tag und dreimal in der Woche liegt im Normalbereich.

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Von Verstopfung, medizinisch Obstipation genannt, spricht man erst, wenn drei oder mehr Tage keine Darmentleerung stattfindet. Wichtiger als die Häufigkeit der Stuhlentleerung ist aber das Befinden des Kindes. Bauchweh, Schmerzen beim Stuhlgang und harter Stuhl sind eindeutige Anzeichen für Verstopfung. Meist lassen sich die Verdauungsbeschwerden mit einigen Hausmitteln lindern.

Mögliche Ursachen für Verstopfung bei Kindern

Wodurch eine Verstopfung bei Kindern ausgelöst wird, kann verschiedenste Ursachen haben und ist u. a. abhängig vom Alter. In den meisten Fällen liegt es an ernährungsbedingten oder psychischen Faktoren. Bei Babys und Kleinkindern kann es zum Beispiel im Rahmen einer Nahrungsumstellung oder der Sauberkeitserziehung zu Verstopfung kommen.

Bei älteren Kindern ist die Ursache häufig die sogenannte Gewohnheitsverstopfung. Sie entsteht beispielsweise durch eine ballaststoffarme Ernährung, zu wenig Trinken und Bewegungsmangel. Darüber hinaus können verschiedene äußere Umstände, wie eine Reise, der Kita-Start, die Trennung der Eltern oder Probleme in der Schule eine Verstopfung verursachen.

Organische Ursachen sind hingegen eher selten. Bei Kindern, die unter schwerer chronischer Verstopfung (Stuhlentleerung nur alle fünf bis sieben Tage) leiden, besteht die Möglichkeit, dass eine angeborene Fehlbildung des Dickdarms – Morbus Hirschsprung genannt – dahinter steckt. Dieser besitzt dann in einem bestimmten Abschnitt keine Nervenzellen, die die Muskeln zum Zusammenziehen und damit zum Weitertransport des Darminhaltes anregen können. Die Folge: Der Darminhalt bleibt stecken und der Darmabschnitt vor diesem Hindernis weitet sich auf.

Verstopfung kann außerdem als Symptom einer Schilddrüsenunterfunktion, Laktoseintoleranz oder Blinddarmentzündung auftreten oder die Folge eines Darmverschlusses sein.

Ursachen bei Babys:

  • Milchnahrung: Verstopfung gibt es bei einem gestillten Baby kaum, da die Muttermilch eine Zusammensetzung hat, die für die Verdauung des Säuglings optimal ist. Der Stuhl ist in der Regel weich und flüssig. Häufiger kommt es hingegen zu Verstopfung bei Babys, die Milchnahrung bekommen, da diese schwerer verdaulich ist. Testen Sie, ob Ihr Kind Säuglingsnahrung anderer Hersteller besser verträgt.
  • Laktoseunverträglichkeit: Eine Laktosunverträglichkeit kann sich nicht nur durch Durchfall, sondern auch durch Verstopfung äußern. In den meisten Fällen handelt es sich um eine vorübergehende Unverträglichkeit, die sich spätestens nach dem ersten Jahr wieder legt. Greifen Sie in diesem Fall vorübergehend zu laktosefreier Säuglingsnahrung. Bessern sich die Beschwerden nicht, sollten Sie zum Kinderarzt gehen, um eine Laktoseintoleranz auszuschließen. Achtung: Bei einer angeborenen Intoleranz vertragen Babys auch Muttermilch nicht.
  • Kalkhaltiges Wasser: Die Verdauungsstörungen können ebenso ausgelöst werden, wenn die Säuglingsnahrung mit zu kalkhaltigem Wasser angerührt wurde. Das Kalk im Wasser kann sich im Darm mit Fettsäuren aus der Milch verbinden und verdicken. Der daraus resultierende sogenannte Kalkseifenstuhl ist sehr trocken, fest und bröckelig.
  • Umstellung auf Beikost: Im Zuge der Einführung von Brei ist es normal, dass sich die Frequenz des Stuhlgangs und Konsistenz des Stuhls verändern. Der Darm stellt sich erst langsam auf die feste Nahrung ein. Kommt es jedoch nur alle paar Tage zur Darmentleerung, ist der Stuhl sehr hart und hat Ihr Kind Schmerzen bei der Stuhlentleerung, handelt es sich wahrscheinlich um Verstopfung. Dann kann es sein, dass Ihr Kind zu wenig trinkt oder bestimmte Inhaltsstoffe der Nahrung nicht verträgt.
  • Flüssigkeitsmangel: Auch ein Flüssigkeitsmangel kann zu Verstopfung führen, die sich in hartem, trockenem Stuhl äußert. Achten Sie vor allem darauf, dass Ihr Kind nach der Umstellung auf Beikost ausreichend trinkt, ebenso wenn es zahnt oder eine Infektion hat.
  • Stopfende Lebensmittel: Auch „stopfende“ Lebensmittel, wie zum Beispiel Bananen, Karotte und Kartoffeln, können die Verdauung beeinflussen.

Ursachen bei Kleinkindern (ab 2 Jahre):

  • Trocken werden: Einige Kleinkinder reagieren auf die Sauberkeitserziehung mit Verstopfung. Wenn die Kleinen plötzlich auf die Windel verzichten sollen, kann das Stress und Nervosität auslösen und zur Unterdrückung des Stuhlgangs führen. Eltern sollten keinen Druck ausüben und dem Kind ausreichend Zeit und Ruhe geben, um trocken zu werden.
  • Äußere Umstände: Eine Reise, ein Umzug, die ersten Tage im Kindergarten oder die Geburt eines Geschwisterchens können die Verdauung bei Kleinkindern aus dem Gleichgewicht bringen und kurzfristig eine Verstopfung auslösen.

Ursachen bei Kindern (ab 4 Jahre):

  • Ernährung: Zu wenig Ballaststoffe in der Nahrung ist bei Kindern ein häufiger Auslöser für Verstopfung. Ballaststoffe erhöhen das Stuhlvolumen und machen den Stuhl weicher, wodurch die Darmentleerung erleichtert wird. Kinder sollten zwischen 10 und 20 Gramm Ballaststoffe pro Tag aufnehmen.
  • Flüssigkeitsmangel: Viele Kinder vergessen beim stundenlangen Spielen und Toben, zu trinken. Ein Flüssigkeitsmangel kann eine Obstipation verursachen. Bei Fieber oder erhöhten Temperaturen im Sommer benötigt der Körper ebenfalls mehr Flüssigkeit.
  • Bewegungsmangel: Zu wenig Bewegung macht den Darm träge.
  • Psychische Probleme: Der Darm ist ein empfindliches Organ. Schon bei Kindern können sich Stress, Angst oder Leistungsdruck auf die Magen-Darm-Aktivität auswirken. Auch eine fremde Umgebung, unhygienische Schultoiletten oder familiäre Probleme können den Stuhlgang negativ beeinflussen.
  • Antibiotika: Verstopfung bei Kindern kann durch die Einnahme von Antibiotika verursacht werden. Das Medikament bringt die Darmflora aus dem Takt. Aber auch andere Medikamente können dahinter stecken. Falls Ihr Kind regelmäßig Medikamente einnehmen muss und unter Verstopfung leidet, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt sprechen und gegebenenfalls die Medikation ändern.
  • Einrisse in der Analschleimhaut: Entzündungen im Analbereich können nicht nur Symptom, sondern auch Ursache einer Verstopfung sein. Leidet Ihr Kind unter Schmerzen, verkneift es sich möglicherweise den Stuhldrang. Durch das Zurückhalten des Stuhls verhärtet sich dieser noch mehr. Dann entsteht ein regelrechter Teufelskreis und es besteht die Gefahr, dass die Verstopfung chronisch wird.

Symptome: Anzeichen für Verstopfung bei Babys und Kindern

Wenn das Baby auf die Welt kommt, ist der Magen-Darm-Trakt anatomisch voll entwickelt. Die Darmflora baut sich hingegen erst im Laufe der ersten Lebensjahre auf. Es ist deshalb ganz normal, wenn bei einem Säugling die Windel mehrere Tage leer bleibt. Auch mehr als zehn Tage ohne Stuhlgang sind erstmal kein Grund zur Sorge – vor allem, wenn das Kind gestillt wird. Man spricht hierbei auch von einer so genannten Scheinverstopfung (Pseudoobstipation), die sich durch die geringe Nahrungsaufnahme in den ersten zwei Wochen und die vollständige Verwertung der Muttermilch erklärt. Schreit ein Baby allerdings anhaltend und/oder nimmt es nicht ausreichend zu, kann eine Verstopfung dahinter stecken.

Auch bei älteren Kindern ist die Frequenz des Stuhlgangs nicht das Maß aller Dinge. So leidet nicht jedes Kind, das nur selten Stuhldrang hat, gleich unter Verstopfung. Harter, trockener Stuhl, Bauchschmerzen und Schmerzen beim Stuhlgang sind die häufigsten Anzeichen einer Obstipation.

Was viele Eltern zunächst nicht mit einer Verstopfung in Verbindung bringen: Manche kleinen Patienten nässen nachts auch ein, weil sich ihre Blase aufgrund des großen Stuhlvolumens wenig ausdehnen und wenig Flüssigkeit aufnehmen kann. Betroffene Kinder haben anscheinend häufig einen regelmäßigen Stuhlgang, das heißt, sie können jeden oder jeden zweiten Tag auf die Toilette. Dennoch kann der Darm übervoll sein.

Bei einem Vor- oder Grundschulkind können Kotspuren in der Unterwäsche auf eine chronische Verstopfung hinweisen. Betroffen sind vor allem Jungen. Das medizinisch als Enkopresis bezeichnete „Einkoten“ oder „Stuhlschmieren“ entsteht meist bei Vierjährigen, die schon in ihren ersten zwei Lebensjahren Verstopfungen hatten. Bei den betroffenen Kinder sammeln sich große Mengen Kot im Enddarm, wo er beginnt zu vergären und sich zu verflüssigen. Meist unbemerkt vom Kind läuft der durchfallartige Stuhl dann am Hindernis vorbei in die Hose – was den Kindern verständlicherweise sehr peinlich ist. Außerdem haben die Kinder wegen des harten Stuhls Bauchschmerzen, sind körperlich kaum aktiv und essen wenig. Gelingt es ihnen irgendwann unter Schmerzen eine große Menge Stuhl loszuwerden, fühlen sie sich nur vorübergehend besser.

Symptome bei Babys:

  • harter, trockener Stuhl
  • stark riechende Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • harter, aufgeblähter Bauch
  • Einrisse oder Entzündungen der Analschleimhaut
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Weinen, Schreien, Unwohlsein
  • Appetitlosigkeit

Symptome bei Kleinkindern (ab 2 Jahre):

  • harter, trockener Stuhl
  • seltener Stuhlgang (mehr als drei Tage ohne Stuhlentleerung)
  • Bauchschmerzen
  • Einrisse oder Entzündungen der Analschleimhaut
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • allgemeines Unwohlsein
  • Appetitlosigkeit

Symptome bei Kindern (ab 4 Jahre):

  • harter, trockener Stuhlgang
  • seltener Stuhlgang (mehr als drei Tage ohne Stuhlentleerung)
  • Kotspuren in der Unterwäsche (Stuhlschmieren)
  • Bauchschmerzen
  • Einrisse oder Entzündungen der Analschleimhaut
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • depressive Verstimmung, Antriebslosigkeit
  • Bettnässen

Verstopfung bei Kindern lösen: Diese Hausmittel helfen

Bei einer vorübergehenden Verstopfung bei Kindern ist es nicht notwendig, direkt einen Arzt aufzusuchen. Die Beschwerden lassen sich in der Regel mit einigen Maßnahmen lindern:

  • Trinken: Ausreichend Flüssigkeit ist besonders wichtig, um die Verdauung anzukurbeln. Ein Glas Pflaumensaft kann den Prozess zusätzlich beschleunigen.
  • Ernährung: Generell ist eine ballaststoffreiche Kost dazu geeignet, Verstopfung bei Kindern zu behandeln. Geben Sie Ihrem Kind zum Beispiel etwas Joghurt und püriertes Obst mit einem Teelöffel Weizenkleie oder Leinsamen. Birnen und Äpfel sind besonders gut bei Verdauungsproblemen.
  • Keimöl: Einige Tropfen Keimöl im Babybrei können helfen, den Stuhlgang zu erleichtern.
  • Milchzucker: Ab dem sechsten Monat können Sie Verstopfung bei Kindern mit Laktulose behandeln. Der Milchzucker fördert die Darmflora und regt die Verdauung an. Mischen Sie dafür einen Teelöffel Pulver mit Tee oder einer Flaschenmahlzeit und verabreichen Sie das Getränk einmal täglich. Bleibt die Wirkung aus, können Sie die Dosis verdoppeln. Reagiert Ihr Kind mit Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen, reduzieren Sie die Dosis.
  • Bauchmassage: Eine träge Verdauung kann mit einer Bauchmassage in Schwung gebracht werden. Dabei streichen Sie Ihrem Kind mit sanften Kreisbewegungen im Uhrzeigersinn über den Bauch, sodass die Darmtätigkeit angeregt wird.
  • Entspannung: Schaffen Sie eine ruhige und angenehme Atmosphäre beim Toilettengang.
  • Bewegung: Bewegung bringt den Darm in Schwung. Bereits Fahrradfahren in der Luft kann Verstopfung bei Kindern lindern. Wenn Ihr Kind für die Bewegung zu klein ist, legen Sie es auf den Rücken und bewegen Sie die Beinchen von Hand. Größere Kinder sollten zum Toben angeregt werden.
  • Wärme: Eine Wärmflasche entspannt den Bauch. Die Wärme fördert die Durchblutung und regt die Darmtätigkeit an.
  • Milchprodukte: Milchprodukte, wie Joghurt, Kefir oder Buttermilch, wirken sich positiv auf die Darmflora aus. Die enthaltenen Milchsäurebakterien fördern die Beweglichkeit des Darms.

Mehr zum Thema: Hausmittel bei Verstopfung

Behandlung: Wann zum Arzt?

Leiden Kinder unter Verstopfung sind die genannten Hausmittel immer die erste Wahl. Bei einer chronischen Verstopfung reichen die Maßnahmen allerdings oft nicht aus.

Zur Linderung der Beschwerden können Eltern auch zu so genannten Mini-Klistieren greifen, die wie ein Zäpfchen anzuwenden sind. Sie wirken wie ein Einlauf, weichen den Stuhl im Enddarm auf und fördern so die Ausscheidung. Eine ähnliche Wirkung haben Zäpfchen auf Glycerin-Basis oder Kümmelzäpfchen, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind.

Bessern sich die Beschwerden nach maximal zwei Wochen nicht, sollten Sie zur Sicherheit einen Kinderarzt aufsuchen. Bei schwereren Verläufen sind stuhlregulierende Medikamente und eventuell auch sanfte Abführmittel, wie zum Beispiel Laktulose oder Macrogol, notwendig. Diese Maßnahmen müssen aber immer mit dem Arzt abgesprochen werden.

Liegt ein überdehnter, voller Darm vor, können Abführmittel auch das Problem des Bettnässens beseitigen. Ein bettnässendes Kind sollte immer der Kinder- und Jugendarzt untersuchen, damit er verschiedene organische Ursachen, zum Beispiel eine Blasenentzündung, ausschließen und behandeln kann.

Eltern sollten mit ihrem Nachwuchs auch unbedingt zum Arzt gehen, wenn sie regelmäßig Spuren in der Unterwäsche finden. Das ist wichtig, um die akuten Beschwerden zu beenden und andere Ursachen auszuschließen. Außerdem lässt sich so verhindern, dass sich das Kind zurückzieht und psychische Probleme bekommt.

Treten weitere Symptome, wie Krämpfe, Völlegefühl, ein aufgetriebener Bauch, Entzündungen in der Analregion, Schleim- beziehungsweise Blutabgang, Müdigkeit oder Erbrechen auf, sollte man auf jeden Fall so bald wie möglich einen Kinderarzt aufsuchen. Denn hinter den Beschwerden kann zum Beispiel auch eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Laktoseintoleranz, eine Blinddarmentzündung oder gar ein Darmverschluss stecken.

Bei einer chronischen Verstopfung können Betroffene sich an einen auf kindliche Magen-Darm-Erkrankungen spezialisierten Gastroenterologen wenden, um eine erbliche Darmerkrankung wie Morbus Hirschsprung auszuschließen. Weitere Anzeichen für diese Krankheit sind unter anderem Blähungen, schlechter Appetit, Erbrechen von grüner Gallenflüssigkeit und gelegentlich auch zäher, übelriechender, stiftähnlich geformter Stuhl, sogenannter Bleistiftstuhl. In diesem Fall kann die Entfernung des betroffenen Darmabschnitts per Operation helfen.

Verstopfung vorbeugen: Ernährungstipps und weitere Maßnahmen

Die Ernährung ist die häufigste Ursache für Verstopfung bei Kindern. Meist fehlen Ballaststoffe, also unverdauliche Pflanzenfasern, die den Stuhl weicher machen und die Darmtätigkeit anregen. Eine Umstellung der Ernährung und Essgewohnheiten ist daher das beste Mittel, um Verstopfungen vorzubeugen.

Die Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die Lebensmittel, die Ihr Kind bevorzugt essen sollte und die Nahrungsmittel, die für die Verdauung eher ungünstig sind und nur selten auf den Tisch kommen sollten:

Günstige Lebensmittel Ungünstige Lebensmittel
Vollkornprodukte (Vollkornbrot, Vollkornnudeln) Weißmehlprodukte (Weißbrot, Toastbrot, Zwieback)
Haferflocken, Weizenkleie Kuchen, Croissant
Kartoffeln, Naturreis weißer Reis
Hülsenfrüchte Schokolade, Süßigkeiten
Joghurt, Kefir, Buttermilch Milch
Obst (Äpfel, Birnen, Melone, Pflaumen, Aprikose) Bananen
Gemüse (Kohl, Erbsen, Brokkoli) Pudding

Wenn Sie außerdem die folgenden Tipps beachten, können Sie einer Verstopfung langfristig entgegen wirken:

  1. Tauschen Sie das Croissant oder die Semmel zum Frühstück gegen Vollkornbrot oder Müsli. Mehrere Portionen Obst und Gemüse pro Tag sollten ebenfalls auf dem Speiseplan stehen. Als Beilagen sind Naturreis, Kartoffeln oder Vollkornnudeln zu empfehlen.
  2. Achten Sie darauf, die Menge an Ballaststoffen langsam zu steigern, sonst drohen Völlegefühl, Blähungen und ein Blähbauch.
  3. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ausreichend trinkt, um einem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen. Ausreichend Flüssigkeit ist vor allem in Verbindung mit Ballaststoffen wichtig, damit diese quellen können. Andernfalls kann sich die Verstopfung noch verschlimmern. Morgens kann ein Glas Saft die Darmtätigkeit unterstützen.
  4. Vermeiden Sie stopfende Lebensmittel, Fast Food und Süßigkeiten, vor allem Bananen, Karotten, Schokolade und Kakao.
  5. Der tägliche Verzehr von Milchprodukten, wie Joghurt, Kefir oder Buttermilch, wirkt sich positiv auf die Darmflora aus und fördert die Beweglichkeit des Darms.
  6. Viel Bewegung fördert die Verdauung zusätzlich. Sorgen Sie für ausreichend Möglichkeiten zum Toben, Spielen und Rennen.
  7. Üben Sie bei der Sauberkeitserziehung keinen Druck auf Ihr Kind aus. Sorgen Sie stattdessen mit Liedern, Geschichten oder dem Lieblingskuscheltier für Ablenkung und Entspannung.
  8. Sorgen Sie für Ruhe und eine angenehme Atmosphäre beim Toilettengang. Lassen Sie Ihrem Kind ausreichend Zeit, um sein „Geschäft“ zu verrichten.
  9. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind richtig auf der Toilette sitzt, nämlich so, dass der Analkanal nicht abgeknickt wird. Möglicherweise benötigt Ihr Kind einen Hocker, auf den es seine Füße stellen kann.
  • Soforthilfe bei Obstipation: Diese Hausmitteln helfen bei Verstopfung
  • Schmerzhafte Krämpfe: Was tun, wenn das Baby Blähungen hat?
  • Milchzucker-Unverträglichkeit: Laktoseintoleranz bei Kindern – Das sollten Sie beachten
  • Luft im Bauch: Das hilft bei einem Blähbauch

Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser Impfkalender.

Verstopft mit weichem Stuhl !!? HILFE!!

Hallo, ihr lieben Forum-Besucher,
ich wende mich an euch, weil ich die Hoffnung habe, dass mein Sohn mit seinem Leiden nicht alleine ist auf der Welt.
Was ist los?
Mein Mann und ich haben 2 Kinder: Unsere Tochter ist 11 und unser Sohn 3,5 Jahre alt.
Damit das Bild komplett ist, fange ich vorne an. Allerdings beschränke ich mich auf das Wesentlich: den Stuhlgang. Auch wenn sich unsere Welt nicht AUSSCHLIESSLICH darum gedreht hat.
Als unser Sohn auf die Welt kam (eingeleitete Geburt, 9 Tage nach Termin) habe ich zu meinem Mann gesagt: „Was ist denn nur mit seiner Verdauung los? Ich hab noch nie ein Baby so knattern hören!“
Sein Gepupse hörte man locker bis ins Nebenzimmer.
Und dann ging’s los:
Ich habe meinen Sohn 8 Monate gestillt. 6 Monate voll und danach war er an anderer Nahrung interessiert.
Die ersten 3 Monate habe ich ihn getröstet: „Deine Bauchkrämpfe sind 3-Monatskoliken. Wenn du erst älter bist, hört das Bauchweh auf.“
Unterdessen habe ich
– alles in meiner Ernährung weggelassen, was irgendwie blähen könnte.
– ihm den Bauch massiert.
– Die LL-Liga angerufen, wenn er 10 Tage keinen Stuhlgang hatte.
– ihn rumgetragen, getröstet.
– ihn schreien lassen.
– mit ihm geweint.
– ihn Stundenweise jemand anders überlassen (für den Fall, dass er wegen mir weint und ich meine Spannungen auf ihn übertrage)
– … vieles Andere: alles, was man so liest und weiss über Babybauchschmerzen… (warme Bäder zum Entspannen, Massagen mit Öl, …)
Half alles nichts. Er weinte, weinte, weinte. Krümmte sich vor Bauchschmerzen, hatte Krämpfe ohne Ende.
Der Kinderarzt hat mir ein Mittel gegeben, dass ich ihm vor dem Stillen geben sollte. Hat aber auch nichts geändert.
Wenn er denn die Hose voll hatte, war es eine Riesenmenge, sodass die Windel überlief. Stillstuhlgang: also flüssig.
Die Tage (und Nächte) liefen so ab:
– Hunger: Stillen (er trank ca 20-30 Minuten)
– Pupsen, pupsen, pupsen (mit Weinen)
– 15 Min schlafen
– Hunger
Und das so ziemlich rund um die Uhr.
Nachts schlief er mit ca. 3 Monaten 5 Std.
Er ist bis vor 3 Monaten noch fast jede Nacht wachgeworden.
Jetzt nur noch alle paar Nächte, vorwiegend wenn der Bauch zu voll ist (wie auch jetzt gerade: wir sind wieder bei Tag 4).
Als er mit 6 Monaten zugefüttert wurde, wurde sein Stuhl zum ersten Mal fest. Prompt hat er geblutet (eine kleine Analfissur – äusserst schmerzhaft).
Der Stuhl ist danach aber wieder von alleine weich geworden (der Darm hat sich recht schnell an feste Nahrung gewöhnt – uff).
Stuhlgang war aber trotzdem ein Problem und nur unter Geschrei möglich.
Dann hat mein Kleiner sich abgestillt (8 M). Ich gab ihm Nan2 und später Nan2-Transit mit Hepar-Wasser (treibt).
Der Stuhl war weich – aber kam nur unter Geschrei.
Kinderarzt tröstete auch nur.
Ich hab von Anfang an auf die Ernährung geachtet (keine Möhren, Bananen, Weissbrot, Zwiebeln, Erbsen, Bohnen, …) und alles, was stopft oder bläht aus der Ernährung verbannt. Es gab Fenchel, Zucchini, Birnen, Birnen, Birnen.
Mit Erfolg: der Stuhl war weich.
Und mein Sohn schrie weiter.
Unser Alltag regelte sich nach dem Stuhlgang, der spontan kam.
– Tag 1 nach Stuhlgang: wir erleben ein wunderbar aufgewecktes Kind, was an allem interessiert ist.
– Tag 2: Er quängelt, ist unzufrieden, gequält.
– Tag 3: ich kann wählen: er ist auf meinem Schoss/Arm oder er weint.
Meine Umwelt teilte mir an Tag 3 immer wieder mit, dass ich meinen armen Wurm verwöhne.
An Tag 1 fand das aber keiner.
Als unser Kleiner 15 Monate ist, erkrankt er zum ersten Mal. Fieber kannte ich bis dato noch nicht, Schnupfen/Husten hatte er selten und wenn, dann ohne Fieber.
Ich bin nach 3 Tagen mit 40 Fieber (über die Mai-Feiertage) ins Krankenhaus, um abklären zu lassen, ob noch immer alles mit ihm ok ist. Er hatte eine Mandelentzündung. Tags drauf bin ich nochmal zum Arzt, weil er zudem Mundfäulnis hatte.
Nach 1 Woche Antibiotika bekam er prompt noch eine Mandelentzündung. Wieder mit 3 Tagen 40 Fieber.
Im Sommer 2008 bin ich dann in eine Uniklinik mit ihm gefahren, weil er seit seinen Mandelentzündungen aufgehört hatte, zu gedeien.
Er wuchs nicht mehr, nahm ab und das konnte ja so nicht bleiben (er wog mit 19 M damals ca. 11 kg bei 78 cm).
Er wurde gründlich untersucht. Letztendlich landeten wir beim Gastro-Enterologen.
Dem erzählte ich dann auch von Darios Verstopfung mit weichem Stuhl. Ich war super stolz auf meinen Kleinen: Es war wiederum Tag 3 und er hat sich just den Augenblik ausgesucht, um der Ärztin zu zeigen, wie es ihm WIRKLICH ging.
Ein Gespräch war bei dem Geschrei kaum möglich. Dario hat sein Häufchen in der Praxis gemacht und die Ärztin stellte ganz verblüfft fest, dass der Stuhl ja WIRKLICH weich ist (sag ich das nicht die ganze Zeit?).
Es wurden Druckmessungen und einen Barium-Einlauf gemacht, um einen Morbus Hirschsprung auszuschliessen.
Alles war normal. Also ging die Ärztin davon aus, dass unser Sohn ganz einfach Angst vor der Sache hat.
Wir wurden mit vielen Ernährungsratschlägen und Töpfchentraining nach Hause geschickt. Ausserdem sollten wir innerhalb der Familie kein Thema mehr um die ganze Geschichte machen. Jeder macht Kaka; ist ganz normal; oben rein, unten raus, fertig. Und wenns drückt, muss mans halt rauslassen.
Zudem sollte ich unserem Sohn Movicol (Abführmittel) verabreichen.
Die Theorie war folgende: der Stuhl sollte so weich sein, dass er nicht mehr gehalten werden kann und der Kleine gar nicht mehr merkt, dass was rauskommt.
Soweit die Theorie.
In der Praxis war es extrem schwierig, ihm das Mittel zu geben. Letztendlich hab ich es in seine Trinkflasche gemischt.
Danach trank er weniger und der Stuhl wurde fester!
Nach 9 Monaten hab ich mit dem Movicol aufgehört, weil ich es eh meist nicht verabreicht bekam (wie man das machte, hab ich aber später noch lernen dürfen).
Ich hab ihm jeden Tag mit voller Überzeugung vorgebetet, dass es sein Job sei, den Kaka rauszulassen, damit wieder Platz in seinem Bauch ist.
Wir lebten weiter.
Tag 1
Tag 2
Tag 3
mittlerweile oft Tag 4. Dann hörte er auf zu essen, zu spielen, zu trinken. Einlauf mit Microlax.
Seinen Stuhlgang SCHRIE unser Sohn immer raus. Und mit Schreien meine ich richtiges Schreien. Mehr als er dann schreit, KANN niemand schreien. In meiner Verzweifelung habe ich ihn gefilmt. Als ich meiner Hausärztin den Film zeigte, meinte sie, das sei ja eine Vergewaltigung!
Und ich darf zusehen, wie mein Sohn sich 2x/Woche mit seinem Stuhl vergewaltigt!?!
Und raus kommt keine Wurst sondern ein Haufen Matsche!
Er ist danach so nass geschwitzt, dass man ihn umziehen muss.
Im Sommer 2009 waren wir wieder mal bei Tag 4. Unser Sohn hatte seit über 6 Monaten keinen spontanen Stuhlgang mehr.
Er hatte seit seiner Mandelentzündung kein Fieber mehr gehabt.
Gewachsen war er schon etwas (2,5 J: 12,5 kg bei 94 cm).
Der Sommer war kleidungsmässig praktisch (seine langen 74 Hosen aus dem Vorjahr konnten als mittellange Hosen weitergetragen werden.)
Nachts wurde (wieder mal) wach und erbrach sich. Es roch seltsam und blubberte so komisch aus ihm raus. Das Kissen war braun und ich dachte als erstes: so jetzt ist es passiert! Sein Darm läuft rückwärts. Keine Ahnung, wie ich darauf kam, aber genau das waren meine Gedanken. Sämtliche Alarmsirenen waren in meinem Kopf an und ich wusste: ich möchte, dass Dario untersucht wird. Sofort.
Ich hab ihn mit samt Kotzekissen ins Auto gepackt und bin in Klinikum gedüst.
Dort nahm man die Krankengeschichte auf, machte einen Einlauf und eine Ultraschalluntersuchung. Alles ok, wahrscheinlich nur ein Infekt.
Allerdings empfahl man mir, doch mal einen Termin in der Polyklinik, weil seine Verdauung ja doch nicht wirklich normal lief. Wir fuhren wieder nach Hause. Der morgen graute und mein Sohn schlief mit leerem Bauch wie ein Baby.
Tags darauf (wir schrieben Anfang August) rief ich in der Polyklinik an und erklärte, was ich wollte. Man gab mir einen Termin im NOVEMBER.
Nach der durchwachten Nacht stand mir der Nerv aber nicht nach Herbst.
Also hatte ich die Wahl. Im November oder sofort, aber stationär.
Wir fuhren am Nachmittag zum Klinikum. Dort machte man ihm erst wieder einen Einlauf und wollte dann auf den nächsten spontanen Stuhlgang warten.
Ich rief meinen Mann an, er solle bitte noch ein paar Sachen bringen. Das hier würde länger dauern.
Nach 7 Tagen habe ich dann um einen Einlauf gebeten.
Die Oberärztin meinte, KEIN Kind könne 7 Tage Stuhlgang halten. Da sei etwas nicht ok (sag ich das nicht schon die ganze Zeit?!?).
Alles möglich hat man bei ihm getestet.
Zum Stuhlgangproblem wurde eine Sprachentwicklungsverzögerung diagnostiziert. Die hatten wir auch bemerkt, wollten uns aber erst mal um das Bauchweh kümmern. Es folgten Hörtest, EEG, … Unser Sohn hört und was er hört, kommt im Gehirn an. Alles ok. (Ich nahm im Herbst 2009 an einem Heidelberger Elterntraining teil, was die Kommunikation zu Hause enorm entkrampfte.)
Nach 10 Tagen fuhren wir für 3 Tage nach Hause. Dann mussten wir nochmal zurück für eine Darmbiopsie.
Danach gab es 2 x täglich Movicol, um den Stuhl noch weicher zu machen. Verabreicht in einer25 ml-Spritze mit Apfelsaft ohne grosse Diskussion.
Hat auch geklappt.
Der Stuhl wurde flüssiger. Die Situation änderte sich aber trotzdem nicht.
Der STuhl kam trotzdem nicht öfter. Das Geschrei wurde nicht weniger.
Das Bauchweh wurde mehr, weil Movicol zusätzliche Blähungen verursacht.
Anscheinend hatte unser Sohn alle Symptome für einen Morbus Hirschsprung. Alle Unterlagen aus dem Vorjahr wurden besorgt und neu analysiert. Die neue Druckmessung war nun doch überhöht und eine Biopsie sollte Gewissheit bringen.
NAch 6 Wochen entschied der zuständige Arzt, dass unser Sohn Morbus Hirschsprung hat. Bislang seien keine Ganglienzellen gefunden worden und man könne ja nicht bis zum St. Nimmerleinstag suchen.
Nach weiteren 6 Wochen hatte man bei 2 cm doch Zellen gefunden.
Unterdessen hatte ein Bariumeinlauf trotzdem den Befund unterstützt.
Bei dem Einlauf liefen ca. 700 ml in den Darm von unserem Kleinen.
Ein normaler Mensch ist glücklich, es bis zum nächsten Klo zu schaffen.
Unser Sohn hat 9 (!!!!) Stunden dicht gehalten, bis er die Flüssigkeit rausgelassen hat! Das Bild zeigte einen Darm, wie er beim Hirschsprung aussieht.
Aber es war dann doch keiner.
Nach der Entwarnung waren wir alle glücklich. Wer wünscht sich schon eine Darm-op mit evtl. Stoma für sein Kind…
Übrig an Möglichkeiten blieb:
– Darmträgheit („wächst“ sich aus, der Darm muss trainiert werden)
– Zu viel Muskelmasse am Schliessmuskel (kann trainiert werden mit einem Bougierstab)
Seither funktionieren wir wieder wie gehabt:
– Tag 1: super fites Kerlchen, kann sogar lachen!
– Tag 2: quengelig
– Tag 3: noch schlimmer
– bis Tag 7: sobald er nicht mehr isst, trinkt, spielt und nur noch rumnervt, machen wir einen Einlauf mit Microlax.
Meine Hausärztin arbeitet vorwiegend mit homöopatischen Mitteln. Das Schreien hat sich nach Mercurius verbessert. Seither gebe ich ihm das Mittel in der Potenz 200 immer mal wieder ein paar Tage lang.
Das Movicol haben wir wegen der Blähungen erst reduziert und dann vor einigen Monaten abgesetzt. Der Stuhl ist auch ohne weich und formlos. Es sitzt auch nirgends ein Stuhlstein (wurde im Vorfeld bei jeder Untersuchung abgeklärt).
Wir achten noch immer auf Ernährung, trinken, Bewegung.
Kleidungsmässig ist er immer noch praktisch. In diesem Sommer zieht er seine 74-Höschen als Short an…
Er wiegt 15 kg. Wie gross er ist, weiss ich nicht genau. Müsste aber ein knapper Meter sein.
Es ist für uns äusserst schwierig, unseren Sohn beim Leiden zuzusehen.
Ich habe mich bei den Ärzten umhört, in unserem Bekanntenkreis, bei Freunden, in der Familie, hab das ganze Internet durchforstet:
Bislang habe ich keinen einzigen gefunden, der verstopft ist mit weichem Stuhl.
Deshalb erhoffe ich mir, dass irgendeiner auf meinen Beitrag stösst und sagt:
„Kenn ich, ist bei uns auch so und DAS machen wir, damit es besser geht.“
Es kann doch nicht sein, dass unser Sohn alleine auf der Welt ist mit seiner Situation. Oder?
In der Hoffnung auf baldige Nachricht von einem Betroffenen …
eine verzweifelte Mami.

Schmerzen beim Stuhlgang: Was steckt dahinter?

Letzte Änderung: 20.12.2019
Zuletzt bearbeitet von Dr. rer. nat. Geraldine Nagel • Medizinredakteurin
Geprüft von Dr. med. Elisabeth Schönenberg • Internistin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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Inhaltsverzeichnis

  • Überblick
  • Welcher Arzt?
  • Ursachen
  • Schwangerschaft und Geburt
  • Diagnose
  • Therapie
  • Vorbeugen
  • Quellen

Der menschliche Stuhl besteht nicht nur aus unverdaulichen Nahrungsresten, sondern auch aus abgestoßener Darmschleimhaut, Schleim und Darmbakterien – sowie zu einem beträchtlichen Teil aus Wasser. Er hat im Normalfall eine eher weiche bis mittelharte Konsistenz.

Bei Verstopfung ist der Stuhl jedoch meist sehr hart und trocken. Der Betroffene muss dann stark und häufig unter Schmerzen pressen, um den Darm zu entleeren. Das kann kleine Risse in der Schleimhaut des Afters begünstigen. Diese kleinen Risse, sogenannte Analfissuren, können brennende und stechende Schmerzen beim Stuhlgang verursachen. Daneben gibt es jedoch viele weitere Ursachen für Schmerzen beim Stuhlgang.

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Schmerzen beim Stuhlgang: Welcher Arzt ist zuständig?

Schmerzen beim Stuhlgang gehören, ebenso wie Juckreiz und Nässen im Analbereich, medizinisch gesehen zu den sogenannten Proktalgien, also den Anal- oder Afterbeschwerden. Kommt es zu solchen Beschwerden, ist ein Facharzt für Enddarmerkrankungen – ein Proktologe – der richtige Ansprechpartner.

Der Proktologe kann die Ursachen für die Schmerzen beim Stuhlgang mithilfe verschiedener Untersuchungen klären und eine geeignete Therapie empfehlen. Vor allem bei anhaltenden oder sich verstärkenden Beschwerden empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Das gilt insbesondere bei Blutungen aus dem After oder Blutbeimengungen im Stuhl.

Welche Ursachen haben Schmerzen beim Stuhlgang?

Schmerzen beim Stuhlgang können verschiedene Ursachen haben. Häufig entstehen die Schmerzen durch eine akute oder chronische Verstopfung. Ist der Stuhl sehr hart, müssen Betroffene stark pressen, um den Darm zu entleeren. Eine chronische Verstopfung begünstigt außerdem, dass Hämorrhoiden entstehen, die wiederum selbst zu Schmerzen und Problemen beim Stuhlgang führen können. Sehr schmerzhaft kann auch eine sogenannte Analvenenthrombose sein, also ein Blutgerinnsel in den kleinen Gefäßen des Analkanals.

Bei Durchfall reizt der häufige Kontakt mit den Ausscheidungen unter Umständen die sensible Schleimhaut des Afters. In der Folge kann sich diese entzünden und rissig werden. Sobald die gereizten Schleimhäute dann mit Urin oder Stuhl in Berührung kommen, können brennende Schmerzen am After auftreten. Auch wer sehr scharf isst, empfindet später mitunter einen brennenden Schmerz beim Stuhlgang. Meist liegen in solchen Fällen kleinste oberfächliche Risse der Analschleimhaut vor (sog. Analrhagaden) und keine echte tiefe Analfissur.

Bei einer Analfissur handelt es sich um einen längs verlaufenden Riss der Schleimhaut im Bereich des äußeren Enddarms. Sie macht sich neben Schmerzen beim und nach dem Stuhlgang vor allem durch Blutauflagerungen im Stuhl bemerkbar.

Ebenfalls schmerzhaft sind Analabszesse, also eitrige Entzündungsherde, die sich im Gewebe abkapseln und zu starken Schmerzen beim Stuhlgang führen können. Als Folge von Analabszessen können sich Analfisteln bilden – entzündlich veränderte, schlauchartige Gänge im Analbereich. Eher selten treten Analfisteln auch im Zusammenhang mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) auf.

Zu den möglichen Ursachen für Schmerzen beim Stuhlgang zählt außerdem das Analekzem, eine unangenehme, stark juckende Entzündung am After, die mit einer geröteten Haut im Afterbereich einhergeht.

Daneben können auch Geschlechtskrankheiten (wie Syphilis oder Feigwarzen) Schmerzen beim Stuhlgang verursachen.

Selten sind dagegen bösartige Erkrankungen (wie Analkrebs, Enddarmkrebs) für die Beschwerden verantwortlich.

Schmerzen beim Stuhlgang während der Schwangerschaft und nach der Geburt

Viele Frauen leiden während der Schwangerschaft oder nach der Geburt unter Verstopfung und dadurch unter Schmerzen beim Stuhlgang. Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen ist die Verdauung während der Schwangerschaft verlangsamt. Denn durch die Hormonumstellung werden Bindegewebe und Muskeln weicher und schlaffer – auch die Darmmuskulatur. Im Darm wird der Nahrungsbrei daher langsamer als sonst transportiert. Der Stuhl wird dadurch stärker entwässert und härter. Als Folge müssen Betroffene beim Stuhlgang stärker pressen, was mit Schmerzen verbunden sein kann.

Zum anderem nimmt während der Schwangerschaft der Druck im Analbereich durch den wachsenden Bauch, das verstärkte Pressen bei Verstopfung und die hormonell bedingte Weitstellung der Blutgefäße zu. Das führt bei einigen Schwangeren zur Entwicklung von Marisken. Das sind harmlose äußere Hautfalten des Afters, die aber anschwellen und sich leicht entzünden können.

Weniger häufig kommt es zu echten vergrößerten Hämorrhoiden. Ein solches Hämorrhoidalleiden ist im Prinzip nicht gefährlich, geht im fortgeschrittenen Stadium aber auch manchmal mit Schmerzen beim Stuhlgang einher. Während der Austreibungsphase der Geburt können sich insbesondere Marisken, aber auch Hämorrhoiden verschlimmern, da die Presswehen den venösen Rückfluss behindern.

Ein solches Hämorrhoidalleiden ist im Prinzip nicht gefährlich, geht im fortgeschrittenen Stadium aber oft mit Schmerzen beim Stuhlgang einher. Während der Austreibungsphase der Geburt können sich Hämorrhoiden verschlimmern, da die Presswehen den venösen Rückfluss behindern.

Darüber hinaus kann der hohe Druck während einer Geburt unter Umständen dazu führen, dass eine der kleinen oberflächlichen Venen, die den Anus umgeben, platzt und Blut ins Gewebe eintritt. Unter der Haut bildet sich dann ein schmerzhaftes Blutgerinnsel, fachsprachlich Analthrombose genannt.

Schmerzen beim Stuhlgang: So stellt der Arzt die Diagnose

Wer häufiger Schmerzen beim Stuhlgang hat, sollte die Ursache vom Arzt abklären lassen, insbesondere wenn weitere Beschwerden wie Blut im Stuhl auftreten. Es ist empfehlenswert, den Arztbesuch nicht zu lange aufzuschieben. Denn zum einen lassen sich viele Analbeschwerden wie Hämorrhoiden in frühen Stadien gut behandeln. Zum anderen ist es wichtig, eventuell bösartige Ursachen wie Analkrebs oder Darmkrebs auszuschließen, selbst wenn diese Erkrankungen weitaus seltener auftreten. Der richtige Ansprechpartner für Schmerzen beim Stuhlgang ist ein Facharzt für Enddarmerkrankungen (Proktologe).

Um eine Diagnose stellen zu können, benötigt der Arzt einige Informationen vom Betroffenen, wie zum Beispiel:

  • Seit wann bestehen die Beschwerden?
  • Nässt und juckt der After?
  • Haben Sie Blut im Stuhl oder am Toilettenpapier bemerkt?
  • Wie oft haben Sie Stuhlgang?
  • Leiden Sie häufig unter Verstopfung oder Durchfall?
  • Sind bei Ihnen Hämorrhoidalleiden oder andere Erkrankungen bekannt?

Anschließend erfolgt in der Regel eine körperliche Untersuchung, bei der sich der Arzt den Analbereich genauer anschaut. Dafür legt sich der Betroffene mit angewinkelten Beinen auf einer Untersuchungsliege auf die Seite. Zunächst prüft der Arzt, ob bereits mit bloßem Auge erkennbare Veränderungen, Schleimhautrisse oder Entzündungen vorliegen. Mit dem Finger kann der Arzt zudem Veränderungen im Mastdarm ertasten. Der Fachausdruck für diese Tastuntersuchung lautet „digital-rektale Untersuchung“.

Mit einem Spiegelinstrument, dem Proktoskop, schaut der Arzt zudem einige Zentimeter in den Analkanal hinein. Hierbei bittet der Arzt den Betroffenen in der Regel auch zu pressen beziehungsweise den Schließmuskel anzuspannen. Auf diese Weise lässt sich ein innerer Schleimhautvorfall beurteilen.

Je nach Verdacht sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Ursache der Schmerzen beim Stuhlgang zu ermitteln. Dazu zählen beispielsweise eine Rektoskopie (Endoskopie des Mastdarms) oder eine Koloskopie (Darmspiegelung). Bei einer Darmspiegelung kann der Arzt tiefere Darmabschnitte betrachten als bei einer Proktoskopie. Auch Abstriche von der Analschleimhaut sowie die Entnahme einer Gewebeprobe können erforderlich sein, um herauszufinden, was genau die Schmerzen beim Stuhlgang hervorruft.

Schmerzen beim Stuhlgang: Wie sieht die Therapie aus?

Welche Therapie bei Schmerzen beim Stuhlgang die richtige ist, hängt von der der jeweiligen Ursache der Beschwerden ab.

Führt eine Verstopfung zu Schmerzen beim Stuhlgang, hilft es manchen Betroffenen bereits, sich mehr zu bewegen sowie genügend Flüssigkeit und Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Ballaststoffe vergrößern das Stuhlvolumen. Das regt die Darmbewegung an und sorgt dafür, dass der Stuhl im Darm leichter in Richtung After wandern kann. Kurz gesagt: Der Stuhl wird insgesamt lockerer und schneller ausgeschieden. Auch sanfte Darmmassagen (sog. Kolonmassagen) können dabei helfen, eine hartnäckige Verstopfung zu lösen.

Andere Betroffene wiederum brauchen Medikamente wie Abführmittel oder Mittel, die die Darmpassage fördern (sog. Prokinetika), um die Verstopfung zu bessern. Diese sollten jedoch möglichst nur nach ärztlicher Absprache eingenommen werden.

Bei vielen Analbeschwerden, die zu Schmerzen beim Stuhlgang führen, lindern Salben, Zäpfchen oder Einläufe (sog. Klysmen) die Symptome – sie enthalten schmerzstillende sowie juckreiz- und entzündungshemmende Wirkstoffe (wie Kortison, Lidocain und Hamamelis).

Auch Sitzbäder mit Kamille oder Teebaumöl erweisen sich möglicherweise als wohltuend – durch Studien belegt ist dies nicht. Vergewissern Sie sich jedoch, dass diese Stoffe hautverträglich sind und die Schleimhaut des Afters nicht zusätzlich reizen. Tragen Sie Teebaumöl niemals unverdünnt auf Schleimhäute auf.

Stellt der Arzt ein Hämorrhoidalleiden als Ursache für die Schmerzen beim Stuhlgang fest, reicht eine Therapie mit Salben und Zäpfchen häufig nicht aus. Dann ist es mitunter notwendig, die Knoten zu veröden (Sklerosierung), abzubinden (Ligatur) oder operativ zu entfernen. Eine Analvenenthrombose kann der Arzt ebenfalls chirurgisch behandeln.

Liegt ein Analabszess vor, entfernt der Arzt diesen operativ. Unbehandelt kann der Abszess zu Komplikationen und schlimmstenfalls zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Bösartige Tumoren im Anal- und unteren Darmbereich (wie Analkrebs und Enddarmkrebs) erfordern eine spezielle, umfangreiche Behandlung (Chemo- und Strahlentherapie, ggf. Operation).

Schmerzen beim Stuhlgang vorbeugen

Um Schmerzen beim Stuhlgang vorzubeugen, können Sie selbst einiges tun. Sorgen Sie für einen regelmäßigen und weichen Stuhlgang. Oft lässt sich das schon erreichen, indem man auf eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Bewegung achtet. Ebenso für eine gute Verdauung wichtig: Unterdrücken Sie den Stuhlgang möglichst nicht, sondern geben Sie Ihrem Körpersignal nach. Suchen Sie bei Stuhldrang bald die Toilette auf. Bevorzugen Sie weiches Toilettenpapier, um die empfindliche Haut im Analbereich nicht zu reizen. Verzichten Sie möglichst auf feuchtes Toilettenpapier.

Video: Vergrößerte Hämorrhoiden

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Quellen

Herold, G.: Herold Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2019

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 3.7.2019)

Sterry, W. (Hg.): Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2018

Leitlinien der Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten): Chronische Obstipation bei Erwachsenen. AWMF-Leitlinien-Register Nr.: 021/019 (Stand: 28.2.2013)

Brühl, W., Wienert, V., Herold, A.: Aktuelle Proktologie. Uni-Med, Bremen 2011

Nürnberger, H.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, München 2010

Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

  • Afterbeschwerden: Mögliche Ursachen
  • Juckreiz am After: Was hilft bei Afterjucken?
  • Analfissur: Ursachen, Symptome & Therapie
  • Blut im Stuhl: Welche Ursachen dahinterstecken
  • Wenn Hämorrhoiden Probleme bereiten
  • Verstopfung: Stau im Darm

Letzte inhaltliche Prüfung: 03.07.2019
Letzte Änderung: 20.12.2019

Verstopfung – ein schweres Geschäft

Unangenehme Erfahrung als Ursache

Eine Sache trägt entscheidend dazu bei, dass sich überhaupt eine Verstopfung entwickelt: „Das Kind hat das Ausscheiden einmal als schmerzhaft erlebt, und daran erinnert es sich beim nächsten Mal“, sagt Martin Claßen. Es möchte die unangenehme Erfahrung vermeiden und verkneift sich deshalb den Drang. Der Kot wird zurückgehalten und verhärtet sich. Ein Teufelskreis entsteht, denn das nächste Geschäft schmerzt noch mehr. „Es besteht die Gefahr, dass eine Verstopfung chronisch wird“, erklärt der Kindergastro­enterologe.

Darum sollten Sie rechtzeitig zum Arzt

Nicht lange Herumdoktern, sondern schnell handeln, lautet deshalb die Devise der Mediziner. Maximal zwei Wochen sollten Eltern abwarten, wenn sie beobachten, dass ihr Nachwuchs Probleme mit dem Stuhlgang hat. Und sich dann von ihrem Kinderarzt helfen lassen. Auf keinen Fall selbst versuchen, zum Beispiel mit einem Fieberthermometer, Stuhlgang zu provozieren oder durch mehr Trinken und Ballaststoffe den Stuhl ihres Kindes weich zu machen. „Man darf eine Verstopfung nur ohne zusätzliche Schmerzen lösen, der Vorgang darf nicht traumatisch sein“, erklärt Martin Claßen. Die Kleinen erhalten daher häufig einen Stuhl­weich­macher, der den Darm zu dessen Weiter­transport reizt. Gleichzeitig bekommt das Kind ein kleines Klistier oder Abführzäpfchen, um den harten Stuhl zu ent­fernen.

Therapie: Medikamente und Stuhltraining

„Stuhl machen muss wieder als etwas Erleichterndes erlebt werden“, sagt Brigitte Dietz. Das ist ein Lernprozess, der oft über Monate geht und viel Geduld braucht. Medikamente, die den Stuhl weich machen, empfehlen Ärzte zunächst für circa drei Monate, um ihn dauerhaft geschmeidig zu halten. „Danach reduzieren wir es und schauen: Klappt es so oder braucht es noch mehr Zeit?“, erklärt die Kinderärztin. Neben der Behandlung mit Medikamenten raten die Experten bei Kleinkindern auch zum Stuhltraining. Das funktioniert im Prinzip sehr einfach: zum Beispiel das Kind ermutigen, immer dann auf Toilette zu gehen, wenn es muss. Vielleicht hilft es dem Kleinen, seine Angst vor dem Klo zu überwinden, wenn der Teddy mitkommt. Und vor allem in der Phase des Sauberwerdens möglichst entspannt bleiben: „Nicht drängen, das führt nur zu Anspannungen“, sagt Claßen. Das Kind sollte das Tempo selbst bestimmen.

Bauchschmerzen

Wann bei Bauchschmerzen ein Arztbesuch dringend ist

Blasses Aussehen, anhaltendes Schreien oder Weinen, ein stark gewölbter oder eingezogener Bauch signalisieren meist starke Bauchschmerzen. Das Kind bewegt sich kaum und zieht die Beine an den Körper. Kontrollieren Sie, ob Ihr Kind Fieber hat. Versuchen Sie, es zu beruhigen und ihm etwas Tee zu geben. Wenn sich die Bauchschmerzen nach etwa einer Stunde nicht bessern oder sich der Schmerzanfall wiederholt, sollten Sie Kontakt mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin aufnehmen.

Auch in folgenden Fallen sollten Sie mit Ihrem Kind dringend die kinderärztliche Praxis aufsuchen:

  • Wenn Ihr Kind akut schwere Bauchschmerzen hat (Blässe, anhaltendes Schreien oder Weinen, ein stark gewölbter oder eingezogener Bauch signalisieren meist starke Bauchschmerzen. Das Kind bewegt sich kaum und zieht die Beine an den Körper).
  • Wenn sich die Bauchschmerzen nach etwa einer Stunde nicht bessern oder sich der Schmerzanfall wiederholt.
  • Wenn gleichzeitig noch andere Symptome wie Durchfall, blutiger Stuhl, Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost auftreten.
  • Wenn die Bauchdecke sehr angespannt ist.
  • Wenn sich Ihr Kind nicht beruhigen lässt und generell sehr schlapp wirkt.
  • Wenn die Bauchschmerzen auch nachts auftreten. Wenn Ihr Kind an Gewicht verloren hat.

Wenn die Bauchschmerzen schon länger und ohne erkennbaren Grund bestehen, sollten Sie ebenfalls Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin darüber berichten.

Das sagt die Kinderärztin Dr. med. Nadine McGowan

Kürzlich sorgte ein Fall von Toilettenverweigerung für Aufsehen: Ein – mutmaßlich – autistisches Mädchen hatte über acht Wochen den Stuhlgang zurückgehalten und war in Folge an Herzversagen gestorben. Durch die massiven Stuhlmassen im Bauch waren alle Organe weit nach oben gedrückt worden und hatten so am Ende zu einem Herzversagen geführt – das Herz war quasi „abgedrückt“ worden. So lautete zumindest die vorläufige Erklärung für diesen dramatischen Todesfall. Dies ist sicherlich ein besonders schwerer und außergewöhnlicher Fall.

Dass Kinder den Stuhlgang zurückhalten, ist aber gar nicht mal so selten. Oft sind die Kinder bereits längere Zeit ohne Windel ausgekommen, Pipi machen sie meist ohne Probleme auf der Toilette, aber für den Stuhlgang fordern sie eine Windel ein. Es gibt auch Fälle, da waren die Kinder nie oder nur wenige Male auf der Toilette.

Schmerzender Stuhlgang: Verstopfung als Ursache für Toilettenverweigerung

Bei einer Verstopfung kann der Toilettengang schmerzhaft sein, weshalb betroffene Kinder oft versuchen, den Stuhlgang so lange wie möglich zurückzuhalten – was wiederum die Verstopfungsbeschwerden verschlimmertFoto: Fotolia

Die sogenannte Toilettenverweigerung unterscheidet man grob zunächst in Fälle, bei denen eine starke Obstipation (Verstopfung) vorliegt und in Fälle ohne. Es gibt Kinder, die den Stuhlgang aufgrund einer Obstipation absichtlich zurückhalten und die Toilette meiden. Der Stuhlgang ist hart und schmerzhaft und wird darum so lange wie möglich hinausgezögert, wodurch der Stuhl aber nur noch härter wird – ein Teufelskreis entsteht.

Diesen Kindern muss mit stuhlaufweichenden Medikamenten und Toilettentraining geholfen werden. Der Stuhl wird langsam breiig-weich gemacht, so dass die Defäkation (der Stuhlgang) nicht mehr weh tut und die Kinder werden nach den drei Hauptmahlzeiten auf die Toilette gesetzt. Baby & Kleinkind Trotzphase: Was ist mit meinem Kind los?

So funktioniert Toilettentraining gegen Stuhlgang zurückhalten

Beim Toilettentraining wird ausgenutzt, dass die Defäkation nach den Mahlzeiten in der Regel leichter ist.

Wichtig ist dabei, dass die Kinder ganz in Ruhe auf der Toilette sitzen, die Beine sollten nicht frei baumeln, sondern auf einem Höckerchen aufgestellt werden und die Kinder ohne Druck von außen fünf bis zehn Minuten dort verbringen.

Es kommt nicht darauf an, dass immer ein Stuhlgang erfolgt, die Kinder dürfen in der Zeit etwas angenehmes machen – lesen, ein Hörbuch hören, malen, was immer ihnen Freude bereitet.

Es ist nur wichtig, dass die Toilette, bzw. der Stuhlgang langsam vom negativen Image und der damit verbundenen Angst befreit wird. Oft kommt es schon nach kurzer Zeit zu einer Normalisierung.

Welcher Arzt hilft, wenn Kinder den Stuhlgang zurückhalten?

Toilettentraining hilft, wenn Kinder den Stuhlgang zurückhalten: Dabei verbringen sie nach jeder Mahlzeit ohne Druck von außen fünf bis zehn Minuten auf der ToiletteFoto: imago

Bei einigen Kindern kann bereits durch erhöhte Flüssigkeitszufuhr (wichtiger Teil der Obstipationstherapie!) und Toilettentraining ein Erfolg erzielt werden.

Beim Toilettentraining kommt es nicht darauf an, dass immer ein Stuhlgang erfolgt. Die Kinder dürfen in der Zeit auch lesen, ein Hörbuch hören, malen – was immer ihnen Freude bereitetFoto: imago

Hat man den Teufelskreis durchbrochen, sollten die Maßnahmen noch über mindestens sechs Monate fortgeführt werden, um Rückfälle zu vermeiden. Liegt keine Obstipation vor, sollte ebenfalls ein Toilettentraining erfolgen, und das Kind genau befragt werden, was es vom Toilettengang abhält. Manchen Kindern ist die Toilette unheimlich, so dass sie aus Angst den Stuhlgang zurückhalten, oder der Sitz ist ihnen zu unbequem – es gibt Fälle, die lassen sich einfach lösen.

Stuhlaufweichende Mittel sollten nicht gegeben werden. Sie machen das Problem meistens nur schlimmer.

In beiden Fällen gilt: Der erste Gang sollte zum Kinderarzt führen. Er schaut sich das Kind genau an, untersucht den Bauch und auch die Genitalregion. Gibt es dort vielleicht vom harten Stuhl schmerzhafte Einrisse? Ist die Analregion gerötet? Hat der Kinderarzt sich das Problem genau angehört, die genannten Untersuchungen veranlasst und erste Maßnahmen haben nicht zum Erfolg geführt, sollte ein Kindergastroenterologe (Spezialist für kindliche Magen-Darm-Erkrankungen) hinzugezogen werden. In einigen Fällen liegt auch eine kinderpsychiatrische Problematik – zumindest begleitend – vor. Dann ist es sinnvoll, interdisziplinär zusammenzuarbeiten, um dem Kind bestmöglich zu helfen.

Für die Verdauung von Kindern gibt es keine Richt- oder Normwerte. Trotzdem sorgen sich viele Eltern, wenn ihr Kind nicht ganz regelmässig auf die Toilette geht. Aber ebenso wie ein Kind sprechen und gehen lernt, muss es auch lernen, seine Verdauungsorgane zu kontrollieren. Dass Sprechen und Laufen den Kindern häufig leichter fällt, sieht man ja allein an der Tatsache, dass die ersten Worte und die ersten Schrittchen noch mit Windelpaket erfolgen. Normal auf die Toilette zu gehen, muss eingeübt werden. Und wenn etwas schwierig zu erlernen ist, kann es auch mal zu Fehlern kommen.

Verstopfung ist als Zurückhalten von Stuhl infolge unvollständiger Stuhlentleerung definiert. Eine chronische Obstipation, so der medizinische Fachbegriff für Verstopfung, liegt bei einer Beschwerdedauer von mehr als zwei Monaten vor. Für die Diagnose müssen von den folgenden Symptomen mindestens zwei erfüllt sein:

  • weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche;
  • harter Batzen oder kleine Kugeln („Schafkot“)
  • mehr als einmal pro Woche Stuhlinkontinenz (= Unfähigkeit seinen Stuhlgang zurückzuhalten);
  • grosse Stuhlmengen im Mastdarm oder im Bauch tastbar;
  • der Bauch ist aufgetrieben, das Kind klagt über Schmerzen;
  • gelegentliche Entleerung grosser Stuhlmassen;
  • Verkneifen des Stuhlgangs, das heisst sogenannte Stuhlrückhaltemanöver (beispielsweise „Reiten“ auf einer Stuhllehne oder Sitzen auf der eigenen Faust);
  • schmerzhafter oder harter Stuhlgang. Das Kind hat Mühe, ihn herauszudrücken.

Kotspuren in der Unterwäsche können ebenfalls auf Verstopfung hinweisen. Durch die sich ansammelnden grossen Mengen Kot im Enddarm haben die Kinder Schmerzen und vermeiden den Gang zum WC. Weil sich der After stark dehnt, haben sie keine Kontrolle mehr über den Stuhlgang und verlieren ständig kleine Kotmengen (Enkopresis). Durch Fäulnis entsteht weicher Stuhl, der an den gestauten Kotmassen seitlich vorbeifliesst und in kleinen Mengen in die Unterwäsche abgesetzt wird. Dieses „Stuhlschmieren“ darf nicht als Durchfall fehlgedeutet werden. Es hat mit psychischem Fehlverhalten nichts zu tun, das Kind kann nichts dafür! Schimpfen und Bestrafen nützen in dieser Situation überhaupt nichts und sollten unbedingt vermieden werden.

Viele Kinder – vor allem Knaben – haben weitere Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Einnässen, Harnwegsinfekte, Kotstau, Blut- und Schleimabgang sowie psychische Probleme. Die von einer chronischen Verstopfung betroffenen Kinder sind körperlich kaum noch aktiv.

In 95 Prozent aller Fälle finden Kinderärzte keine organische Ursache für die chronische Verstopfung; man spricht hier von einer funktionellen Obstipation.

Meist entwickelt sie sich aus einer akuten Verstopfung, die zum Beispiel auftritt, wenn im Säuglingsalter die Ernährung von Milch auf Beikost umgestellt wird. Verstopfung verursachen kann auch der Verzehr von zuviel Haushaltszucker und Kuhmilch. Oder es werden zu wenig Flüssigkeit oder Ballaststoffe zugeführt.

Kinder ab einem Jahr sollten täglich ca. 800 ml Flüssigkeit zu sich nehmen. Das entspricht ungefähr 5 Gläsern, natürlich am Besten als Wasser oder andere zuckerfreie Getränke wie ungesüsste Früchte- oder Kräutertees. Im Alter von 4 bis 7 Jahren benötigen Kindern ca. 950 ml. Das ist also ein Glas mehr am Tag. Ab dem 10. Geburtstag sollten Kinder einen guten Liter trinken, also ca. 7 Gläser pro Tag. Bei hoher körperlicher Aktivität, warmen Temperaturen draussen oder drinnen oder auch bei Fieber steigt der Flüssigkeitsbedarf.

Ballaststoffe

So viel Gramm stecken in:
1 Scheibe Vollkornbrot (50 g): 3,9 g Ballaststoffe
1 Portion Vollkornnudeln (200 g): 10,2 g Ballaststoffe
1/2 Peperoni (100 g): 3,6 g Ballaststoffe
1 Apfel: 2,5 g Ballaststoffe
Fleisch: 0 g Ballaststoffe

Viele Kinder (und auch Erwachsene) nehmen deutlich zu wenige Ballaststoffe auf. Ballaststoffe stecken vor allem in Gemüse, Vollkornprodukten und Obst. Bei Kindern gilt ein Zielwert von ca. 10 g Ballaststoffen pro 1000 kcal. Das heisst: Bis zum Alter von 3 Jahren sollten Kinder täglich ca. 10 g Ballaststoffe aufnehmen, bis zum Alter von sechs Jahren ca. 15 g täglich. Diese Werte werden von mehr als der Hälfte der Kinder nicht erreicht (Ergebnis der EsKiMo-Studie).

Am Anfang der hartnäckigen Verstopfung steht oft auch ein wunder Po oder ein winziger, aber sehr schmerzhafter Einriss in der Afterschleimhaut. Er entsteht meist durch den zu harten Stuhl, kann aber auch Folge einer heftigen Durchfall-Episode sein. Da das Kind die Schmerzen beim Stuhlgang fürchtet, hält es den Stuhl aktiv zurück, was erneut zur Bildung von zu hartem Stuhl und zu erneuten Schmerzen führt – ein Teufelskreis entsteht.

Weitere Gründe können psychische Belastungen wie familiäre Spannungen (Umzug, Geburt eines Geschwisters oder Konflikte in der Familie), Änderungen im gewohnten Tagesablauf (eine lange Reise, ungewohntes Essen, eine Krankheit,die das Kind ein paar Tage ans Bett fesselt), Irritationen beim Sauberwerden, aber auch Bewegungsmangel sein. Grössere Kinder ekeln sich von den schmutzigen Toiletten im Kindergarten oder in der Schule oder haben einfach „keine Zeit“, um aufs WC zu gehen. Manche Kinder machen auch als „Kraftprobe“ mit den Eltern „dicht“: Sie unterdrücken den Stuhlgang viele Tage lang. Manchmal steckt ein Protest dahinter, z.B. wenn die Eltern das Kind zu früh zur Sauberkeit erziehen möchten.

Nur in fünf Prozent aller Fälle stecken hinter einer chronischen Verstopfung ernsthafte Erkrankungen wie der Morbus Hirschsprung oder eine Schilddrüsenunterfunktion. Selten wird die Obstipation auch durch Medikamente hervorgerufen.

Die Behandlung der chronischen Verstopfung

Häufige Frage zum Thema

Was sagt die Farbe des Stuhlgangs aus?

Meist sind Nahrungsmittel die Ursache für Stuhlverfärbungen bei Kindern. Das ist besonders deutlich in der Zeit, wenn Beikost eingeführt wird: Der Baby-Darm erst an die für ihn neue Nahrung gewöhnen und nach und nach die passenden Enzyme für die Verdauung der Nährstoffe bereitstellen. Deshalb ist es…

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Letzte Aktualisierung : 16-01-20, BH

Verstopfung bei Babys und Kleinkindern

Obstipation – mögliche Ursachen

Statistisch neigen Babys, die gestillt werden, weniger zu Verstopfung als solche, die Ersatznahrung bekommen. Das liegt darin begründet, dass Muttermilch in der Regel besser verdaulich ist. Wird dieSäuglingsnahrung falsch zubereitet oder zu kalkhaltiges Wasser verwendet, kann das den Stuhl verhärten.

Eine weitere mögliche Ursache liegt in einer Umstellung der Ernährung, beispielsweise wenn der erste Brei gefüttert wird. Gelegentlich kommt es vor, dass bestimmte Inhalte der Nahrung nicht vertragen werden oder dass die Einführung noch zu früh ist.

Neben ernährungsbedingter Obstipation sind psychische Ursachen möglich: Spannungen in der Familie, ein Umzug, die ersten Tage im Kindergarten und andere Stressfaktoren können die Verdauung beeinflussen.

Sobald Ihr Kind trocken wird und auf die Windel verzichtet, kann es durch die Umstellung kurzfristig zur Verstopfung kommen.

Einige Kinder halten den Stuhlgang zurück, weil sie mit Spielen beschäftigt sind oder keine fremde Toilette benutzen möchten. Das kann ebenfalls eine Obstipation auslösen.

Leidet Ihr Kind aufgrund einer Verstopfung unter Schmerzen, kann es Angst vor dem Toilettengang entwickeln – ein weiterer möglicher Grund, dass die Darmentleerung vermieden wird. Daraus kann ein Teufelskreis entstehen, denn beim nächsten Mal stellen sich aufgrund dessen erneut Schmerzen ein.

Leidet Ihr Kind häufig oder dauerhaft unter Verstopfung, sollten Sie einen Arzt konsultieren, um eine körperliche Ursache auszuschließen. So kann zum Beispiel Diabetes Mellitus, eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Darmverengung verantwortlich sein.

Symptome

Babys und Kleinkinder können ihre Probleme noch nicht artikulieren. Es liegt dann in Ihrer Verantwortung, eine Verstopfung festzustellen. Das ist nicht immer ganz einfach.

In den ersten Lebenswochen sollte sich der Darm mehrmals am Tag entleeren, später werden die Abstände größer. Bleibt die Windel dann mal einen oder zwei Tage leer, ist das nicht unbedingt Hinweis auf eine Verstopfung: Entleert sich die Blase regelmäßig und es gibt keine weiteren Anzeichen, müssen Sie sich noch keine Gedanken machen.

Ein deutlicher Hinweis ist harter, trockener Stuhl. Tückischerweise kann aber auch eine eher schleimige Konsistenz Hinweis auf eine Verstopfung sein: Verbleibt der harte Stuhl zu lange im Darm, kann er durch Vergärung weicher werden.

Andere mögliche Symptome sind Blähungen oder blutiger Stuhl, wobei dieser auch durch eine andere Erkrankung ausgelöst werden kann.

Bemerken Sie bei Ihrem Kind einen verhärteten Bauch, lässt das eine Verstopfung vermuten. Ein Baby äußert damit einhergehende Schmerzen möglicherweise, indem es die Beine in Richtung Bauch anzieht und weint. Gelegentlich stellt sich Appetitlosigkeit ein.

Maßnahmen

Es ist nicht notwendig, bei jeder Verstopfung gleich einen Arzt aufzusuchen. Geben Sie Ihrem Kind zwischen den Mahlzeiten viel zu trinken, geeignet sind Wasser und ungesüßter Tee. Bekommt es bereits Brei, kann etwas Keimöl, Kleie oder Leinsamen zugegeben werden.

Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Trauben, Äpfel, Birnen oder Zwetschgen sind hilfreich, um die Darmtätigkeit anzuregen. Je nach Alter des Kindes können diese püriert und der Nahrung beigegeben werden.Vermeiden sollten Sie hingegen stopfende Lebensmittel wie Banane, kakaohaltige Produkte oder Reis.

Eine sanfte Massage und Wärme wirken sich ebenfalls anregend auf die Darmtätigkeit aus. Beides hilft außerdem, den Bauch zu entkrampfen, Schmerzen können so gelindert werden: Gönnen Sie Ihrem Kind zum Beispiel ein warmes Bad und streichen Sie anschließend mit etwas Bäuchleinöl kreisend im Uhrzeigersinn über den Bauch.

Eine andere Möglichkeit ist es, das Kind auf den Rücken zu legen und mit den Beinen nach oben kreisende Bewegungen wie beim Fahrrad fahren auszuführen. Ältere Kinder können Sie zur Bewegung animieren, um die Verdauung anzuregen.

Gehen Sie gemeinsam raus auf einen langen Spaziergang oder lassen Sie es nach Herzenslust herumtoben.

Neben ballaststoffreichen Nahrungsmitteln, Kleie, Keimöl und viel Flüssigkeit hat sich bei Verstopfung Milchzucker bewährt. Diesen erhalten Sie in der Apotheke, er sollte jedoch sorgfältig dosiert werden.Milchzucker kann flüssiger und fester Nahrung beigegeben werden, zu viel führt allerdings schnell zu Durchfall. Erkundigen Sie sich daher vorab nach der geeigneten Menge.

Wann einen Arzt aufsuchen?

Ob ein Arztbesuch notwendig ist, richtet sich nach dem Schweregrad der Verstopfung. Dauert diese mehrere Tage an oder leidet Ihr Kind unter stärkeren Schmerzen, ist medizinische Hilfe angesagt.

Ein Arzt kann entsprechende Medikamente verschreiben, häufig werden diese in Form von Zäpfchen verabreicht. Außerdem kann er anhand der Symptome und eventueller weiterer Informationen eher Rückschlüsse auf die mögliche Ursache ziehen als ein Laie.

Begleitend zu den ärztlicherseits verordneten können Sie selbstverständlich obige Maßnahmen ergreifen, um Ihrem Kind zu helfen.

Der Verstopfung vorbeugen

Sinnvolle vorbeugende Maßnahmen sind eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und viel Bewegung. Auf dem Speiseplan sollten vorzugsweise ballaststoffreiche Nahrungsmittel und ungesüßte Getränke stehen.

Sobald Ihr Kind auf das Töpfchen oder die Toilette geht, können Sie es regelmäßig ermuntern, diese aufzusuchen. So lässt sich unter Umständen vermeiden, dass es den Stuhl – bewusst oder unbewusst – zurückhält und es dadurch zu einer Obstipation kommt.

Hat Ihr Kind bereits aufgrund von Schmerzen eine Art Trauma entwickelt und hält den Stuhl deshalb zurück, setzen Sie es nicht unter Druck. Psychischer Stress verstärkt die Problematik eher noch.

Ihr Kind muss die Angst vor dem Toilettengang wieder verlieren, positive Erlebnisse können dazu beitragen.

Machen Sie den Aufenthalt im Badezimmer zu einem Vergnügen: Singen Sie gemeinsam, denken Sie sich lustige Geschichten aus oder lesen Sie etwas Spannendes vor.

Das macht Spaß, lenkt ab und entspannt. Vielleicht entleert sich der Darm unterdessen ganz ohne Schmerzen, zumindest aber kann die negative Assoziation abgeschwächt werden.

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