Stuhlgang BEI der geburt

Jede schwangere Frau macht sich wohl ihre Gedanken darüber, wie alles sein wird, wenn es los geht. Vielleicht habt Ihr Euch die Klinik schon im Vorfeld angeschaut, seid den Weg mit der Stoppuhr abgefahren, habt einen geheimen “Notfallparkplatz” ausgesucht…

Neben der eigentlichen Angst vor der Geburt, schildern viele Frauen, dass sie Angst davor haben, dass Dinge über ihren Kopf hinweg entschieden oder standardmäßig gemacht werden. Gott sei Dank hat sich diesbezüglich in den letzten Jahren viel geändert und es wird sehr viel Rücksicht auf Eure Wünsche, Ängste und Vorlieben genommen!

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Der Einlauf

Seltsamerweise ist der ein ganz, ganz großes Thema bei den Frauen. Manche haben regelrecht Angst davor, andere wollen unbedingt einen.

Tatsache ist, auch wenn es nicht schön ist, dass der Darm unter der Geburt entleert wird, einfach deshalb, weil das kindliche Köpfchen vorbei muß und ihn quasi leer drückt. Meistens ist er aber sowieso nicht sonderlich voll, weil bei vielen Frauen die Wehen von Durchfall begleitet werden oder in den Tagen vor der Geburt meist auch eher wenig gegessen wird.

Für gewöhnlich wird Euch im Kreißsaal ein Einlauf angeboten. Aber wir reden hier von einem kleinen, mit steriler Kochsalzlösung gefülltem Päckchen und nicht von einem 3 Liter Eimer, wie es früher gemacht wurde.

Manchmal empfiehlt man einen Einlauf auch, um die Wehen anzuregen, wenn beispielsweise die Fruchtblase gesprungen ist oder die Wehen nach der Ankunft im Kreißsaal nachlassen.

Wichtig ist, dass Ihr wirklich sagt, was Ihr möchtet! Wenn Ihr seit drei Tagen Durchfall habt oder diese Prozedur Eure größte Angst ist, tut ein Einlauf ganz sicher nicht not.

Die Rasur

Früher wurden alle Frauen bei Ankunft im Kreißsaal geduscht, rasiert und bekamen einen Einlauf verpasst. Und mit “früher” meine ich zu meiner Ausbildungszeit vor gut 15 Jahren.

Heute wird viel weniger nach “Schema F” gearbeitet, falls ein paar Haare im Weg sind, werden diese gestutzt, falls es nötig ist – z.B. wenn sie bei der Versorgung eines ein Dammschnittes oder -risses stören oder wenn ein Kaiserschnitt ansteht. Da heute viele Frauen eh rasiert sind, erübrigt sich auch das in den meisten Fällen. Aber auf jeden Fall müßt Ihr Euch nicht vorsorglich rasieren, wenn Ihr das sonst nie macht.

Der intravenöse Zugang

In der Tat ist das in den meisten Kliniken bei der Aufnahme im Kreißsaal Standard. Normalerweise wird einmal Blut abgenommen, um aktuelle Werte zu haben, auch für den Fall, dass Ihr eine PDA möchtet. Dabei wird eine kleine Kanüle in den Arm oder die Hand gelegt, die dort bleibt (wichtig: das ist lediglich ein kleiner Schlauch, keine Nadel! Ihr seid also in Eurer Beweglichkeit kaum eingeschränkt und da piekst auch nichts). Über diesen intravenösen Zugang kann man bei Bedarf Schmerzmittel geben oder auch einfach mal eine Zuckerlösung oder Kochsalz, wenn Ihr unter der Geburt Kreißlaufprobleme bekommt oder Euch schlecht ist und Ihr nicht ausreichend trinken könnt. Dieser Zugang wird normalerwiese erst entfernt, wenn Ihr nach der Geburt aufgestanden seid und auf Toilette Wasser gelassen habt, denn dann ist relativ sicher, dass Ihr kreislaufmäßig stabil seid, die Gebärmutter sich gut zusammenzieht und Ihr keine Medikamente über die Vene mehr braucht.

Auf Wunsch kann aber normalerweise – zumindest vorerst- auch darauf verzichtet werden. Klärt das Vorgehen in der jeweiligen Klinik am Besten schon bei der Anmeldung zur Geburt.

Das Wichtigste ist:

Macht Euch bitte im Vorfeld nicht allzu sehr verrückt!

Auch unter der Geburt und mit Wehen ist man in der Lage, seine Wünsche zu formulieren und gibt die Würde oder den eigenen Willen keinesfalls an der Kreißsaaltür ab.

Wahrscheinlich werdet Ihr hinterher innerlich über Euch selbst schmunzeln, worüber Ihr Euch vorher so Gedanken gemacht habt.

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Kommen die Wehen in immer kürzerer Folge, muss sich die Schwangere entschließen. Ist noch Zeit, um zu Hause abzuwarten, oder sollte man lieber gleich ins Krankenhaus fahren? Einmal dort eingetroffen, ist es mit der Entscheidungsfreiheit oft vorbei.

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Unnötige Prozeduren: Viele Eingriffe vor der Geburt sind laut Studien fragwürdig.

(Foto: Foto: dpa)

Die Gebärende bekommt womöglich als Erstes einen Einlauf und wird an den Wehenschreiber angeschlossen. Geht es nicht zügig voran mit der Geburt, wird häufig die Fruchtblase eröffnet oder der Wehentropf zur Beschleunigung eingesetzt.

Steigern sich bei einer so forcierten Geburt die Schmerzen ins Unerträgliche, folgt eine Periduralanästhesie, die sogenannte Rückenmarksnarkose. Etliche Frauen sagen hinterher: „Es ist alles so gelaufen, wie ich es nicht wollte.“

Dabei sind manche medizinische Prozeduren rund um die Geburt nicht nur unangenehm, sondern überflüssig. So widerlegte jetzt eine Auswertung von drei Studien die Mär, ein Einlauf zur Entleerung des Darms trage zur Erleichterung der Geburt bei (Cochrane Database of Systematic Reviews, Bd. 4). Weder verkürzt er die Wehendauer, noch gab es weniger Infektionen bei Müttern oder Neugeborenen als nach Geburten, bei denen aufs Klistier verzichtet wurde.

In sehr seltenen Fällen kann es sogar zur Durchlöcherung des Darms mit anschließender Blutvergiftung kommen. „Bei uns werden Einläufe nur in speziellen Fällen gemacht – wenn der Darm sehr voll ist, kann das ein Geburtshindernis sein. Dann sind Einläufe sinnvoll, nicht zur Einleitung“, sagt Bernhard Hackelöer, Chef der geburtshilflichen Abteilung an der Asklepios-Klinik Barmbek in Hamburg. Als Routinemaßnahme sei die Prozedur aus der Mode gekommen.

Nicht viel besser steht es um einen anderen Brauch im Kreißsaal: Die Blasensprengung wird zwar traditionell eingesetzt, um die Geburt zu beschleunigen, taugt dazu aber nicht, ergab eine weitere Studienauswertung der Cochrane Collaboration (Cochrane Database of Systematic Reviews, Bd. 4). Platzt die Fruchtblase nicht spätestens mit Beginn der Presswehen, lässt das viele Geburtshelfer nicht ruhen: Die Fruchtblase wird angestochen.

Die Natur richtet nicht alles

Schon 1756 beschrieb der englische Gynäkologe Thomas Denman, dass sich dadurch die Geburt einleiten oder der Ablauf verkürzen ließe. 150 Jahre später wird auch eine biochemische Erklärung für diese vermeintliche Wirkung nachgeliefert: Das Öffnen der Fruchtblase führe zur Ausschüttung der wehenfördernden Hormone Prostaglandin und Oxytozin, so die gängige Erklärung.

Das mag so plausibel sein wie der oft kolportierte Ratschlag, Sex kurz vor der Entbindung sei ein Mittel, die Geburt in Gang zu bringen. Hier werden ebenfalls Prostaglandine – aus der Spermienflüssigkeit – und die Anregung der Oxytozin-Produktion als Auslöser vermutet.

Es gibt jedoch keine Studie, die zuverlässig belegt, dass Sex kurz vor der Niederkunft die Wehen fördert, ergab ein Cochrane-Review schon 2001. Dieses Verfahren der Geburtseinleitung dürfte jedoch auch schwer zu standardisieren sein, merkten die Gutachter an.

Vorbereitung auf die Geburt

(milaphotos / )

Jede Schwangere fiebert der Geburt entgegen. Meistens mit gemischten Gefühlen, denn jede Frau weiß, dass mit der Geburt Schmerzen verbunden sind, und noch größer ist manchmal die Angst vor dem, was nachher kommt.

Die Schwangerschaft dauert circa neun Monate oder 40 Wochen. Allerdings machen sich die wenigsten Kinder zum errechneten Termin auf den Weg. Die Kinder gelten nach der abgeschlossenen 37. Schwangerschaftswoche, dass heißt am Beginn der laufenden 38. Woche, nicht mehr als „Frühgeburt“. Kommt das Baby zwei Wochen nach dem errechneten Termin, gilt das als „Übertragung“.

Wann „geht es“ los? Wann sollte man sich in den Kreißsaal begeben?

Man spricht von Geburtsbeginn bei regelmäßiger Wehentätigkeit. Treten die Wehen alle fünf bis zehn Minuten auf, sollte sich die Schwangere in ihre Entbindungsklinik begeben. Ebenfalls sollte sie den Kreißsaal aufsuchen, wenn andere Zeichen auftreten. Diese Zeichen können Blutabgang oder der Abgang des Schleimpfropfes sein, Fruchtwasserabgang im Schwall oder tröpfchenweise.

Was passiert im Kreißsaal?

Zu Beginn wird neben dem Aufnahmegespräch meist auch parallel eine CTG-Kontrolle durchgeführt. Danach folgt eine allgemeine Untersuchung, bei der der Blutdruck kontrolliert wird und der Urin auf Eiweiß, Zucker und Blut untersucht wird.

Kommt eine Schwangere mit Wehen ins Krankenhaus, dann wird der „geburtshilfliche“ Befund erhoben. Wenn der Muttermund schon geöffnet ist wird kontrolliert, wie der Kopf eingestellt ist.

Oft wird der Mutter auch noch ein Einlauf gegeben, da ein leerer Enddarm mehr Platz für das kindliche Köpfchen bietet und ein Einlauf die Wehentätigkeit fördert.

++ Mehr zum Thema: Kreißsaal ++

Was sollten die Schwangere und ihre Begleitung der Hebamme / dem Arzt mitteilen?

Die Vorstellung der Schwangeren über die Geburt sollte mitgeteilt werden. Wo, wie und mit welchen unterstützenden Maßnahmen möchte sie entbinden.

Auch hinsichtlich der Schmerztherapie und entspannender Maßnahmen:

  • Badewanne
  • Aromatherapie
  • Akupunktur
  • Homöopathie
  • Bachblütentherapie
  • Entkrampfende Zäpfchen
  • Schmerzmittel als Spritze in den Gesäßmuskel
  • Periduralanästhesie

Kombinationen sind möglich und förderlich.

Was kann die Schwangere selbst tun, um mit den Schmerzen besser klarzukommen?

  • Durch bestimmte Atemtechniken wird die Verarbeitung der Wehenschmerzen gefördert. Das lernt man in der Geburtsvorbereitung, wird aber auch im Kreißsaal noch einmal erklärt.
  • Verwendung eines speziellen Polsters, der mit Kirsch- oder anderen Kernen gefüllt ist, erwärmt wird und im Bereich des unteren Rückens aufgelegt wird.
  • Stehen, hocken oder knien Sie – Liegen hemmt die Wehentätigkeit.

Während der gesamten Zeit sollte der Partner, der meistens etwas hilflos daneben steht, in das Geburtsgeschehen und die Vorbereitungen integriert werden.

Dadurch kommt sich die Entbindende nicht von ihm allein gelassen vor. Als sehr wohltuend kann Rückenmassage empfunden werden. Die Geburt wird in die Eröffnungsperiode, Austreibungsperiode und Nachgeburtsperiode unterteilt. Danach beginnt das Wochenbett.

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Autoren:
Dr. Britta Bürger
Medizinisches Review:
Petra Welskop, Hebamme, Präsidentin des Österreichischen Hebammengremiums
Redaktionelle Bearbeitung:
Helga Quirgst MSc

Aktualisiert am: 18.03.2014 | 00:00

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Wehen sind die treibende Kraft für die Geburt. Die Gebärmutter bereitet sich schon in der Schwangerschaft darauf vor.

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In der Eröffnungsperiode weitet und lockert sich der Muttermund zunehmend, bis er schließlich vollständig eröffnet ist.

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Stuhlgang: Fünf Fehler beim Gang zur Toilette

1 von 7 „Darm mit Charme“: Diesen unterhaltsamen Titel trägt der Spiegel-Bestseller der Medizin-Doktorandin Giulia Enders. In ihrem Buch setzt sich die 24-Jährige mit Tabuthemen wie Stuhlgang, Kot & Co. sehr unterhaltsam auseinander und gibt gleichzeitig wertvolle Tipps. Auf Basis des Buches stellen wir Ihnen die drei/ fünf? größten Fehler beim Stuhlgang vor. Fehler Nr. 1: Sitzposition Unser Darmverschluss-Apparat ist nicht so gebaut, dass sich beim Sitzen auf der Toilette der Darm vollständig entleert. Das tut er nur in der Hocke, wie in freier Natur. In einem Experiment haben Wissenschaftler den Toilettengang von zwei Gruppen miteinander verglichen: Die eine Gruppe saß so, wie wir es gewohnt sind, auf der Toilette – und die andere Gruppe hockte beim Stuhlgang. Während die Toiletten-Sitzer rund 130 Sekunden brauchten, um ihr Geschäft zu erledigen, waren die Hocker nach 50 Sekunden fertig. Außerdem entleerte sich deren Darm vollständig, während die Toilettensitzer dieses Gefühl nicht hatten. Daraus schlossen die Mediziner, dass unser Darmapparat nicht für das Sitzen auf der Toilette geschaffen ist. Es gibt nämlich einen Muskel, der in der Sitzhaltung und im Stehen den Darm so umgreift, dass ein Knick entsteht, der den Darm an der vollständigen Entleerung hindert. Das sieht ungefähr so aus, wie ein Gartenschlauch, der kein oder nur wenig Wasser durchlässt, wenn er geknickt ist. Kein Wunder, denn die Hocke ist ja auch seit Jahrhunderten unsere natürliche Position für den Stuhlgang. Deshalb gibt es unter anderem in Frankreich noch so viele „Hock-Toiletten“ mit Löchern im Boden, die sogenannten Plumpsklos. Enders Tipp lautet: Schieben Sie einen Hocker unter Ihre Füße und senken Sie den Oberkörper nach unten, wenn Sie „groß“ müssen. Das kommt an das Hocken sehr nahe heran.

Stuhlgang und Urinieren während der Geburt

Als wäre eine Geburt nicht schon aufregend und schmerzhaft genug, machen sich viele werdende Mütter Sorgen, bei der Geburt unfreiwillig ihren Darm oder ihre Blase zu entleeren. Die Hebamme einfach anpinkeln? Keine Sorge, das ist das Normalste der Welt, und Mutter Natur hat sich sogar was dabei gedacht.

Du brauchst dich nicht zu schämen

Die Vorstellung, allen Anwesenden im Raum bereitwillig seinen Intimbereich zu präsentieren, auf den alle voller Erwartung starren, ist für die wenigsten Schwangeren ein angenehmer GedankeKeine Panik!. Die Gefahr, bei der Geburt Stuhlgang zu haben, die Blase zu entleeren oder zu pupsen, stellt für viele Schwangere den Gipfel der Peinlichkeit da – ziehen wir uns doch unser Leben lang für diese Geschäfte auf’s stille Örtchen zurück. Doch wir können dich beruhigen, bei der Geburt ist deine Angst angesichts des Wunders, was dir gerade widerfährt, sofort vergessen. Und statt peinlich ist die Darm- oder Blasenentleerung sogar ein gutes Zeichen!

Stuhlgang und Urin bei der Geburt? Das Normalste der Welt

Während der Wehen oder bei der Geburt Stuhlgang zu haben ist völlig normal und passiert sogar recht häufig. Das hängt damit zusammen, dass der Geburtskanal der direkte Nachbar zum Enddarm ist. Während das Baby auf seinem Weg nach unten rutscht, braucht es Platz. Die Natur hat es so eingerichtet, dass dem kleinen Wunder bei seiner Reise auf die Welt der Weg freigeräumt wird und alles, was Druck auf den Körper ausübt, ausgeschieden wird.

So entleert sich der Darm meist schon vor der Geburt auf natürliche Art und Weise, um den Vorgang im Geburtskanal zu erleichtern. Ähnlich ist es mit der Blase. Hebammen empfehlen werdenden Müttern daher meist vor der Geburt, wenn möglich noch einmal auf die Toilette zu gehen. Bleibt dafür keine Zeit oder ist ein Toilettengang nicht mehr möglich, können sich die Blase und der Darm beim Pressvorgang entleeren. Versuche jedoch nicht, den Stuhl zurückzuhalten, denn das bedeutet auch, dass du dein Baby zurückhältst und die Geburt unnötig bremst.

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10 Fragen zur Geburt

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Kann ich verhindern, dass ich bei der Geburt Stuhlgang habe?

Früher hat man vor der Geburt einen Einlauf verabreicht, um die Darmentleerung vor der Geburt zu veranlassen. Heute tut man das nur noch bei Bedarf, zum Beispiel bei Verstopfung oder zur Anregung der Wehen oder auf ausdrücklichen Wunsch der Mutter. Aber auch ein Einlauf kann nicht verhindern, dass beim Pressvorgang ein kleiner Rest aus dem Darm austritt. Doch Ärzte und Hebammen sehen das so oft und sind überdies Experten, was die körperlichen Zusammenhänge angeht, daher ist das absolut kein Grund sich zu schämen! Sollte Urin oder Stuhlgang beim Pressvorgang oder der Geburt austreten, machen Hebammen das „Geschäft“ schnell und diskret weg. Außerdem ist zum selben Zeitpunkt etwas viel Interessanteres auf dem Weg: Ein neues Leben, das du der Welt schenkst!

Die meisten Mütter merken tatsächlich nicht einmal, falls es zu kleineren oder größeren Zwischenfällen dieser Art kommt, da sie voll und ganz auf die Wehen und die Geburt konzentriert sind, denn was frau in diesen Momenten erlebt, ist unvergleichbar. Sei also ganz ruhig und nimm deine Angst vor einer peinlichen Situation die Kraft, indem du es als naturgegeben ansiehst. Mache dir möglichst wenig Gedanken um Nebensächlichkeiten, die dein Körper als Mechanismus für eine gute erste Reise für dein Baby eingebaut hat. Willkommen, du kleines Wunder!

Darmreinigung vor der Geburt?

Vor der Geburt entscheiden sich einige Frauen für eine Darmreinigung, um sich auf die Entbindung vorzubereiten. Durch den Einlauf soll vermieden werden, dass während der Geburt unkontrolliert Stuhl austritt. Diese Sorge ist nicht ganz unbegründet. Während der Pressphase kann es schnell zu ungewolltem Stuhlgang kommen, wenn im Darm noch Kot vorhanden ist. Diese natürliche Körperfunktion gehört zwar zum Geburtsvorgang dazu, ist jedoch vielen peinlich. Mit der Darmreinigung vor der Entbindung kannst Du sicherstellen, dass Dein Darm leer ist und bei der Geburt nichts ungewollt entweichen kann.

Doch warum kommt es zu Ausscheidungen von Kot und Urin während der Geburt? In der Pressperiode, die der letzten Phase bei der Entbindung entspricht, muss dem Baby so viel wie möglich Platz gemacht werden. Ist da ein gefüllter Darm im Weg, sorgen die Körperfunktionen für eine Entleerung von unnötigem Ballast. Wenn Du beim Gebären versuchen solltest, dies zu unterdrücken, wäre es sogar kontraproduktiv für die Geburt.

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Darmentleerung vor der Geburt: So kannst Du Dich vorbereiten

Wenn plötzlich die Wehen da sind und Ihr ins Krankenhaus fahren müsst, geht der Geburtsvorgang langsam los. Bei den meisten Geburten bleibt vorher noch die Zeit für eine Darmreinigung. Der Einlauf wird im Krankenhaus vorgenommen, sodass Du Dich nicht darum zu sorgen brauchst. Geht hingegen plötzlich alles ganz schnell, lässt sich das Malheur nicht vermeiden. Die Hebamme und das Personal im Kreißsaal ist allerdings darauf vorbereitet und wird den Stuhl schnell diskret wegwischen. Daher solltest Du Dich wirklich nicht schämen, schließlich ist die Geburt und alles drum herum eine ganz natürliche Sache. Bei Wassergeburten wird in der Regel immer ein Einlauf vor der Geburt durchgeführt, damit der Stuhl nicht das Wasser verunreinigt. Häufig kommt es beim Gebären zu Durchfall, der im Wasser ungünstig wäre. Bei anderen Geburten kannst Du das Krankenhauspersonal fragen, ob es Dir einen Einlauf geben kann. Solche Fragen lassen sich am besten im Vorfeld klären, damit bei der Geburt später möglichst alles entspannt abläuft.

Verstopfung

Verstopfung ist zu Beginn einer Schwangerschaft recht häufig. Mindestens ein Drittel aller werdenden Mütter haben damit ein Problem. Sie wird durch die erhöhte Progesteron-Produktion verursacht, die eine allgemeine Entspannung der glatten Muskulatur, also auch der Darmmuskulatur, bewirkt. Das ungeborene Kind wird so in der Gebärmutter vor Erschütterung und Kontraktionen geschützt. Auch Magenbrennen (Sodbrennen) und Blähungen können leicht entstehen.

Durch die Entspannung der Darmmuskulatur bekommt Ihr Kind auch mehr Nährstoffe, da die Nahrung den Darm langsamer passiert und besser verwertet wird. Bei langsamer Darmtätigkeit hat der Darm mehr Zeit, dem Nahrungsbrei Wasser zu entziehen, was leider die Verstopfung fördert. Zudem werden weniger Verdauungssäfte produziert, so dass die Nahrung länger im Magen verbleibt, ebenfalls eine mögliche Ursache für Verstopfung. Später in der Schwangerschaft kann der Druck, den die vergrösserte Gebärmutter ausübt, die Darmtätigkeit beeinträchtigen. Die Einnahme von Eisenpräparaten kann ebenfalls zu Verstopfung führen. Zu starkes Pressen beim Stuhlgang fördert gegen Ende der Schwangerschaft die Entstehung von Hämorrhoiden.

Drei Tage ohne Stuhlgang sind noch nicht beunruhigend, aber wenn mehr als vier Tage zwischen jedem Stuhlgang vergehen und der Stuhl hart und schwer auszuscheiden ist, sollten Sie etwas gegen die Verstopfung unternehmen. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie das ohne Abführmittel schaffen!

Und wenn es gar nicht mehr anders geht: Pflanzliche Quellmittel wie Leinsamen, Flohsamen oder Weizenkleie sind auch in der Schwangerschaft unproblematisch. Als Mittel zweiter Wahl stehen Lactulose-Präparate, Lactose, iso-osmotische Abführmittel und Glycerin-Zäpfchen zur Verfügung. Auch der Wirkstoff Bisacodyl ist ungefährlich. Abzuraten ist allerdings von anthrachinonhaltigen Medikamenten und Rhizinusöl, weil sie Wehen auslösen können. Glauber- und Bittersalz (Natrium- und Magnesiumsulfat) kommen zwar prinzipiell in Frage, sind aber bei Herz-Kreislauf- und Nierenkrankheiten gefährlich, da die vermehrte Aufnahme von Natrium- und Magnesiumionen den Körper zusätzlich belastet. In den letzten Schwangerschaftswochen sollte Magnesiumsulfat tabu sein, weil es möglicherweise die Wehen hemmen könnte.

So können Sie Verstopfung vorbeugen

Häufige Fragen zum Thema

Bekommen alle Schwangeren Krampfadern?

Nein, nicht alle, aber immerhin etwa die Hälfte aller Schwangeren. Die Blutgefässe sind durch die Schwangerschaftshormone zusätzlich weit gestellt, der venöse Rückfluss zum Herzen ist gestört. So staut sich das Blut in den Venen der unteren Körperhälfte, die auf der Haut die unregelmässigen,…

vollständige Antwort lesen Sind auch Abführmittel gefährlich in der Schwangerschaft?

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Einnahme eines pflanzlichen Abführmittels bei hartnäckiger Verstopfung Ihr ungeborenes Kind schädigen könnte. Mittel wie z.B. Senna-Psyllium oder Bisocadyl werden schon sehr lange auch in der Schwangerschaft eingesetzt, und Anzeichen für eine erhöhte…

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Newsticker

Ballaststoffe sind wichtig | 03.09.2019

Dass Schwangere viele Ballaststoffe zu sich nehmen sollen, ist bekannt – kann man doch so die leidige Verstopfung in den Griff bekommen. Jetzt ist noch ein weiterer Grund dazu gekommen: In einer Studie mit Daten von mehr als 88.000 Kindern zeigte sich, dass sie auch das Zöliakie-Risiko des Kindes um bis zu 34% senken können. Je mehr Ballaststoffe die Mutter isst, umso geringer die Wahrscheinlichkeit für eine spätere Glutenunverträglichkeit des Kindes. Dabei zeigten sich die Ballaststoffe aus Früchten und Gemüse wirksamer als jene aus Getreide. Ob die Mutter in der Schwangerschaft glutenhaltige Lebensmittel (z. B. Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste) verzehrte oder nicht, hatte keine Auswirkung auf das Zöliakie-Risiko des Kindes. Nach ersten Mäusestudien aber vermutet man, dass eine glutenfreie Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft das Diabetes-Typ1-Risiko des Kindes senken kann.

Letzte Aktualisierung : 04-05-16, BH

Verstopfung & Schwangerschaft: Wie gefährlich ist das?

Was kann ich gegen eine Verstopfung in der Schwangerschaft unternehmen?

Neben einigen Basics, die du unbedingt berücksichtigen solltest (Zeit nehmen für den Stuhlgang, nicht zu fest pressen…), kannst du mit einigen Tipps ergänzend dafür sorgen, dass dein Darm wieder in Schwung kommt.

  • Dörrobst
    Dörrobst ist ein echter Geheimtipp gegen Schwangerschaftsverstopfung. Vor allem Pflaumen, aber auch Datteln oder Aprikosen sind ballaststoffreich und kurbeln deine Verdauung an. Alternativ kannst du auch Pflaumensaft trinken, dieser wirkt leicht abführend.
  • Weizenkleie, Floh- oder Leinsamen
    Diese kleinen Ballaststoff-Bomben regulieren deinen Stuhlgang und wirken so auch vorbeugend gegen Verstopfung in der Schwangerschaft. Am besten, du mischt sie morgens in deinen Joghurt oder dein Müsli. Auch im Salat machen sie sich gut. Achte aber darauf, zeitgleich ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen.
  • Ballaststoffe
    Ballaststoffe regen also die Verdauung an und können bei Verstopfung in der Schwangerschaft Wunder wirken. Achte daher generell auf eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung mit Vollkornprodukten sowie frischem Obst und Gemüse, Samen, Nüssen und Hülsenfrüchten.
  • Magnesium
    Magnesium wirkt stuhllockernd, daher kannst du bei Verstopfung in der Schwangerschaft probieren, ob du das Problem mit magnesiumreichen Lebensmitteln (Vollkorn, Haferflocken, grünes Gemüse, Nüsse, Bohnen…) lösen kannst. Übermäßig viel Magnesium ist allerdings auch nicht gut für dich, daher solltest du die Einnahme von Magnesium-Präparaten immer mit einem Arzt absprechen.
  • Viel Flüssigkeit
    Wenn du auf ausreichend Flüssigkeitsaufnahme achtest, hältst du deinen Darm bei Laune. Der Nahrungsbrei verflüssigt sich und kann so leichter transportiert werden. Verstopfungen lösen sich besser. Mindestens zwei Liter Wasser, ungesüßte Tees, die für Schwangere unbedenklich sind, und ab und zu verdünnter Fruchtsaft sind zu empfehlen.
  • Ausreichende Bewegung
    Der Darm wird durch Bewegung in Schwung gehalten. Deshalb solltest du gerade bei Verstopfung in der Schwangerschaft darauf achten, dass du dich moderat, aber ausreichend bewegst. Spaziergänge, Yoga, Schwimmen oder Radfahren sind zu empfehlen.
  • Richtiges Kauen
    Einfach, aber effektiv! Wird die Nahrung schon im Mund ordentlich zerkleinert, hat der Verdauungstrakt weniger zu tun. So wirst du die Verstopfung trotz Schwangerschaft schnell los.
    Sprich auch mit deiner Hebamme. Sie hat sicher noch weitere Tipps für dich.

Durchfall in der Schwangerschaft entsteht meist, weil etwas gegessen wurde, das nicht gut verträglich war. Während der Schwangerschaft reagiert der gesamte Verdauungstrakt sensibler als sonst – ein Schutzmechanismus des Körpers, um eventuell bedenkliche Substanzen schnellst möglich auszuscheiden. Manchmal hat der Durchfall in der Schwangerschaft aber auch psychische Ursachen oder ist auf eine Medikamenteneinnahme zurück zu führen. Aber keine Angst, in den meisten Fällen ist der Durchfall harmlos.

Viele Schwangerschaftsbeschwerden sind auf die hormonellen Veränderungen des Körpers zurück zu führen. So aber nicht beim Durchfall in der Schwangerschaft. Hierfür gibt es viele verschiedene Ursachen.

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Auf die Konsistenz kommt es an

Durchfall, auch Diarrhö genannt, wird über die Stuhlfrequenz- und beschaffenheit bestimmt. Mediziner sprechen von Diarrhö, wenn der Darm mindestens drei Mal täglich entleert wird. Die Konsistenz des Stuhls kann hierbei zwischen weich, breiig und dünnflüssig variieren. Wichtig zu wissen ist, dass Durchfall in der Schwangerschaft normal sein kann. Halten die Erscheinungen aber länger als drei Tage an und sind stark ausgeprägt, solltest Du einen Arzt aufsuchen.

Ursachen für Durchfall in der Schwangerschaft

Durchfall ist kein klassisches Symptom einer Schwangerschaft und entsteht nicht durch die hormonellen Veränderungen. Es gibt viele Ursachen und die meisten sind harmlos und unbedenklich. Häufig ist die Ernährungsumstellung eine Ursache. Viele Schwangere ernähren sich gesünder um ihr Kind mit den wichtigsten und bestmöglichen Nährstoffen zu versorgen. So wird z.B. auf mehr Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zurückgegriffen und der Darm ist mehr Ballaststoffen ausgesetzt als vor der Schwangerschaft. Das irritiert den Magen-Darm-Trakt und die Folge ist ganz klar: Durchfall. Bis sich der Darm an das Neue gewöhnt hat, kann es ein paar Tage dauern. Du solltest an der gesunden Ernährung aber weiterhin festhalten, da diese Nährstoffe von großer Bedeutung für die Entwicklung Deines ungeborenen Kindes sind.

Mögliche weitere Ursachen für Durchfall in der Schwangerschaft können sein:

  • Verdorbene Lebensmittel: Der Körper möchte diese eventuell schädlichen Substanzen schnell wieder los werden und reagiert deshalb mit Durchfall – ein super Schutzmechanismus!
  • Lebensmittelallergien: Solltest Du unter Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Lebensmitteln leiden, dann ist es wichtig, diese auch während der Schwangerschaft weiterhin zu meiden!
  • Medikamente: Viele Schwangere bekommen von ihrem Frauenarzt Magnesium verschrieben. Das kann ebenfalls zu einem weicheren Stuhlgang führen.
  • Psychische Belastungen: Die Schwangerschaft ist eine ganz besonders aufregende und emotionale Zeit im Leben einer Frau. Da ist es normal, dass Du nervös und unsicher bist, was das Leben mit Kind mit sich bringt. Auch Ängste sind vollkommen normal während der Schwangerschaft. Nicht selten kommt es vor, dass solch ein Gefühlschaos auf den Magen-Darm-Trakt schlägt und sich als Durchfall äußert!
  • Infektionen: Sei es eine Salmonelleninfektion oder ein Magen-Darm-Virus. Hier gilt es, schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen und dies untersuchen zu lassen.

5 Tipps bei Durchfall in der Schwangerschaft

Im Allgemeinen gilt das Gleiche wie bei nicht Schwangeren:

  1. Flüssigkeitszufuhr: Durch den Durchfall verliert Dein Körper reichlich Flüssigkeit, die es gilt wieder aufzufüllen. Mineralwasser ist ein optimaler Lieferant, aber auch Fenchel- und Kamillentee sind auf Grund ihrer beruhigenden Art besonders gut geeignet.
  2. Leichte Kost: Fettarme Lebensmittel belasten den Magen-Darm-Trakt weniger. Ebenso sind gekochte oder leicht gedünstete Speisen besser zu vertragen als rohe oder gebratene Lebensmittel.
  3. Blähende Lebensmittel: Vermeide Hülsenfrüchte oder Kohlgemüse, da diese zu starken Blähungen führen und den Magen-Darm-Trakt zusätzlich reizen.
  4. Stopfende Lebensmittel: Zerdrückte Banane, geriebener Apfel oder Möhrengemüse haben eine stopfende Wirkung.
  5. Salz: Durch den vermehrten Durchfall wird ebenfalls viel Salz aus dem Körper geschwemmt. Salzstangen oder Gemüsebrühen können Abhilfe schaffen.

Ab wann wird der Durchfall gefährlich?

Wird Durchfall in der Schwangerschaft behandelt, ist er meist ungefährlich. Wichtig ist, dass Du auf Deine Flüssigkeitszufuhr achtest und mindestens 2 Liter trinkst. Vor allem bei starkem Durchfall gehen nicht nur Wasser, sondern auch Mineralien verloren, die wichtig für Dich und Dein Baby sind.

Hält der Durchfall länger als drei Tage an und kommen Symptome wie Fieber, Kreislaufbeschwerden, Krämpfe oder Blut im Stuhl hinzu, solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen und Dich untersuchen lassen. Er wird Dir die für Dich passenden Medikamente verschreiben.

Problematisch wird es außerdem, wenn durch eine Schmierinfektion Bakterien des Darms das Scheidenmilieu irritieren und es zu einer sogenannten bakteriellen Vaginose kommt. Diese kann vorzeitige Wehen und eine Frühgeburt auslösen und muss somit zwingend behandelt werden.

Durchfall zum Ende der Schwangerschaft

Du hast vielleicht schon oft gehört, dass eine Schwangere mit Beginn der Geburt leichten Durchfall bekommt. Das ist auch tatsächlich leicht zu begründen, denn durch die Kontraktionen der Gebärmutter und die Wehen, wird auch der Darm angeregt und macht dem Kind Platz. Somit kann der unangenehme Durchfall auch durchaus etwas sehr erfreuliches auslösen.

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