Stricken anleitung poncho

Grundsätzlich kann ein Poncho mithilfe einer großen Rundstricknadel gestrickt werden. Dabei werden so viele Maschen angeschlagen, dass die Strickarbeit bequem über den Kopf passt und in jeder Runde dann neue Masche zugenommen. Dadurch wird der Poncho immer weiter und kann solange weitergestrickt werden, bis er auch die benötigte Länge erreicht hat. Bei einem Poncho für Erwachsene liegen jedoch recht schnell sehr viele Maschen auf der Nadel, so dass die Strickarbeit nicht nur schwer und unhandlich wird, sondern es auch nur recht langsam vorangeht. Sehr viel einfacher ist es daher, den Poncho in zwei Teilen zu stricken. Dazu werden zwei gleichgroße Rechtecke gestrickt und diese beiden Rechtecke dann miteinander verbunden. Die folgende Strickanleitung beschreibt einen solchen Poncho, der außerdem mit einem Rollkragen ausgestattet ist und in einem Muster mit diagonalen Rippen gearbeitet wird.

Das Muster für den Poncho

Für das Muster mit diagonalen Rippen muss die Maschenzahl durch 4 teilbar sein.

diagonale Rippenmuster stricken

Gearbeitet wird das Muster wie folgt:

1. Reihe: immer abwechselnd 2 rechte und 2 linke Maschen

2. Reihe: diese Reihe beginnt mit einer rechten Masche, danach folgen 2 linke und 2 rechte Maschen im Wechsel. Die Reihe endet dann mit einer rechten Masche.

3. Reihe: immer abwechselnd 2 linke und 2 rechte Maschen

4. Reihe: diese Reihe beginnt mit einer linken Masche. Dann folgen 2 rechte und 2 linke Maschen im Wechsel und die Reihe endet mit einer linken Masche.

Nach der 4. Reihe ist ein Mustersatz beendet und die 5. Reihe wird wieder wie die 1. Reihe gestrickt.

Die Größe des Ponchos

Um die Größe zu ermitteln, in der die beiden Rechtecke gearbeitet werden, wird zunächst die Strecke zwischen Hals und Handgelenk gemessen. Diese Strecke ergibt dann die kurze Seite des Rechtecks. Bei der anderen Seite des Rechtecks werden 25cm bis 30cm für den Halsausschnitt hinzugerechnet, wenn es ein langer Poncho werden soll, ansonsten werden die 25cm bis 30cm abgezogen. Dadurch entsteht dann ein kürzerer Poncho.

Anhand einer Maschenprobe wird anschließend überprüft, wie viele Maschen für eine 10cm lange Kante benötigt werden und diese Maschenzahl wird dann auf die ermittelte Kantenlänge des Rechtecks umgerechnet. Ob die schmale oder die längere Kante des Rechtecks angeschlagen wird, bleibt dabei dem eigenen Geschmack überlassen. Werden für 10cm beispielsweise 20 Maschen benötigt und soll ein Rechteck 70cm x 100cm groß werden, müssen 140 Maschen oder 200 Maschen angeschlagen werden, je nachdem, ob der Poncho quer oder längs gestrickt wird.

Das Stricken des Ponchos

Die ermittelte Maschenzahl wird nun also angeschlagen und es werden so viele Reihen gestrickt, bis das Rechteck die gewünschte Größe erreicht hat. Dann werden die Maschen abgekettet und das zweite Rechteck wird genauso gestrickt.

Jetzt wird der Rollkragen gearbeitet. Dazu werden auf einer Rundstricknadel oder einem Nadelspiel so viele Maschen angeschlagen, wie für eine 30cm breite Kante notwendig sind. Bei 20 Maschen für 10cm wären dies dann beispielsweise 60 Maschen. Diese Maschen werden dann in Runden glatt rechts gestrickt, also indem alle Maschen als rechte Maschen gearbeitet werden. Wenn die Strickarbeit eine Länge von 25cm bis 30cm erreicht hat, werden die Maschen abgekettet.

Das Fertigstellen

Nun werden erst die beiden Rechtecke zu einem Poncho zusammengenäht. Dies erfolgt nach dem folgenden Schema:

Rechtecke zu einem Poncho zusammennähen

Danach wird dann der Rollkragen an dem Rand des Halsausschnittes angebracht.

5 (2)

In unzähligen verschiedenen Ausführungen, sind beim Poncho stricken der Phantasie absolut keine Grenzen gesetzt.

Da mir persönlich eher die klassischen Designs dieses Überwurfes gefallen, habe ich eine schlichte, einfache Poncho Variante gestrickt und für Euch die Anleitung hinterlegt.

Diese Art Kurz-Poncho ist im Grunde nicht schwer zu arbeiten, es ist lediglich etwas Geduld nötig. Eine Fleißarbeit bei der nur rechte und linke Maschen zu stricken sind. Trotzdem werden Anfänger genauso Freude daran finden wie geübte Stricker.

Hier geht es zur Anleitung.

Der Poncho besteht aus einem Rechteck was zur Hälfte gelegt ein Quadrat ergibt. Ein Quadrat, damit die Spitze später mittig sitzt. Eine der Seiten wird ein Stück geschlossen und gibt die Schulternaht.

Das verstrickte Garn, Lana Grossa Evento (65% BW/35% Merino), ist inzwischen leider nicht mehr erhältlich.

Es gibt inzwischen ein Alternative von ProLana.

In der aktuellen Wolke Hegenbart Kollektion wird die Qualität Kandy Mountain angeboten. Dieses Garn besitzt die selbe Zusammensetzung, ist aber minimal stärker. Die erhältlichen Farben sind frisch und intensiv.

Probeweise habe ich die neue Wolle in zwei Mützen verstrickt, die Ihr in diesem Post finden könnt.

Mehr von dieser Beanie gibt es in einem extra Post.

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Material:

  • Wolle für die Nadelstärke 6 ca. 500 gr.
  • Nadel: Rundstricknadel der Stärke 6

Maße:

  • Fertige Größe: ca. 65 x 65 cm Kantenlänge ohne Fransen
  • Maße eines Rechteckes: 45 x 70 cm
  • (entspricht: Kindergröße 140-165 oder Erwachsenengröße 36-38)

Verwendete Techniken und Muster:

Grundmuster

    • Maschenzahl teilbar durch 18 + 3
+ U 3 U +
+ U 3 U +
+ U 3 U +
+ U 3 U +
+ U 3 U +
+ U 3 U +
+ U 3 U +
+ U 3 U +
< < < < < R A P P O R T > > > > >
    • + = Randmasche
    • leeres Kästchen = rechte Masche / in der Rückreihe links stricken
    • U = Umschlag / in der Rückreihe links stricken
    • 3 = drei Maschen überzogen zusammenstricken : 2 M wie zum re str. abheben, 1 M re stricken und die abgehobenen M über die gestr. überziehen

Anleitung:

  • Gestrickt werden zwei identische Rechtecke, die dann später zusammengenäht werden.
  • 64 Maschen anschlagen und 8 Reihen kraus rechts stricken = 4 kraus rechts Rippen.
  • Danach die Maschen wie folgt einteilen: 1 Randmasche – 4 M kraus rechts – 54 M Grundmuster (Beginn mit der 1. M vom Rapport / 3 x den Rapportstricken / Endend mit der M nach dem Rapport) – 4 M kraus rechts – 1 Randmasche.
  • Bei einer Höhe von 70 cm alle Maschen abketten und das zweite Rechteck genau so stricken.
  • Nun die beiden Rechtecke wie auf der Zeichnung an einander nähen. Dabei bitte darauf achten, dass nur die Schmalseiten ohne Krausrechtskante jeweils angenäht werden!!!!
  • Für die Fransen einfach eine CD-Hülle nehmen, das Garn um die Hülle wickeln und dann an einer Kante durchschneiden. Nun die einzelnen Fransen an die Außenkanten des Ponchos knüpfen.
  • In welchem Abstand ist Geschmacksache. Ich habe in jede 2. Masche eine Franse geknüpft.

Die einen nennen ihn einen deckenartigen Alleskönner, für die anderen ist er ein wärmender Überwurf, der total stylish rüberkommt. In einem Punkt sind sich jedoch alle einig: Ein Poncho muss sein! Er ist Teil jeder modischen Strömung und passt daher zum Blumenkinder-Look ebenso wie zur Haute Couture.

Mit einem selbst gestrickten Poncho modisch durchstarten

Der Poncho liegt im Trend, sieht richtig gut aus und ist dazu noch äußerst bequem. Für Strickerinnen die perfekte Masche, um sich solch ein modisches Teil selber zu stricken. Auch Anfänger können sich an solch einen modischen Überwurf wagen. Wir zeigen Ihnen, wie auch Sie sich einen schicken Poncho selber stricken können. Schnell und unkompliziert nadeln Sie sich für jede Jahreszeit Ihren eigenen Umhang. Sie werden überrascht sein, welch eine Strickkünstlerin in Ihnen steckt.

Material und Vorbereitung

Wir haben uns für einen Sommer-Poncho entschieden und daher auch ein Garn gewählt, das sich ganz den sommerlichen Temperaturen anpasst. Es ist eine Baumwoll-Polyacryl Mischgarn im Boucle-Effekt, der dieser Wolle einen besonderen Charakter verleiht. Wir wollten einen leichten und beschwingten Sommerponcho stricken.

Das benötigen Sie:

  • 500 g Baumwoll-Mischgarn
  • Stricknadeln der Stärke 5
  • Häkelnadel
  • Stopfnadel
  • Maßband
  • evtl. ein Leintuch für das Schnittmuster

Tipp: Den Poncho haben wir mit einer Rundstricknadel gestrickt, damit die gesamte Strickarbeit locker auf dem Seil und gleichzeitig leicht in der Hand liegt.

Bevor Sie mit dem Stricken beginnen, sollten Sie ein paar wenige Vorbereitungen treffen:

  • genaues Körpermaß nehmen
  • eine Vorlage erstellen
  • eine Maschenprobe stricken 10 x 10 cm

Tipp: Scheuen Sie diese Vorarbeiten nicht. Nur damit können Sie sicher sein, dass Ihr Poncho Ihnen auch wirklich passt und nicht zu klein oder zu groß gerät. Unser Poncho ist kein Kurzponcho, der meist nur die Schultern und die Brust bedeckt, unser Beispielponcho ist ein längeres Teil, das locker bis über die Hüfte fällt.

Maß nehmen

Um das richtige Körpermaß zu nehmen, messen Sie die Länge von der Schulter bis zum Handgelenk und dann noch die Länge quer über den ganzen Körper von der Schulter bis zur gegenüberliegenden Handmitte. Oder aber, Sie messen die gewünschte Länge des Halsausschnittes und addieren diese Länge zur gemessenen Armlänge dazu.

Unsere Maße für Größe 38 bei einer Körpergröße von 165 cm:

  • 60 cm breit
  • 85 cm lang

Vorlage erstellen

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass Ihre Maße genau den Vorstellungen von der Größe Ihres Ponchos entsprechen, dann schneiden Sie sich einen schnellen Musterschnitt zurecht. Für dieses Muster nehmen Sie am besten ein altes Leintuch.

Schneiden Sie aus dem Stoff zwei Rechtecke aus, die beide genau die abgemessenen Maße haben. Unser Modell hatte eine Rechteckbreite von 60 cm und eine Länge von 85 cm. Im Bild können Sie dieses Beispiel genau sehen.

Nach dem Zuschneiden beider Teile werden diese, genau wie auf dem Bild, zusammengenäht. Es genügt, wenn Sie dazu einen Heftfaden nehmen und mit großen Stichen die zwei Rechtecke zusammennähen.

Legen Sie beide Rechtecke in L-Form vor sich auf einen großen Tisch oder auf den Boden und nähen Sie die kürzere Seite an die längere Seite an.

Verbinden Sie nun genau wie auf dem Bild die beiden Teile miteinander.

Das freiliegende Innenteil ist Ihr Halsausschnitt.

Tipp: Es lohnt sich, dieses Musterteil anzufertigen. Nur dann haben Sie eine ganz klare Vorstellung, wie groß Ihr fertiger Poncho sein wird. Und gleichzeitig haben Sie mit diesem Muster eine perfekte Strickvorlage. Mit dieser Strickvorlage können Sie sich dann auch einen passenden Winterponcho mit richtig dicker Wolle stricken.

Eine Maschenprobe stricken

Eine Maschenprobe zu stricken gehört ebenfalls zur Vorbereitung eines Strickprojekts. Jede Wolle verstrickt sich anders, jede Stricknadelstärke verändert das Maß und jede Strickerin hat eine andere Stricktechnik, die sich sofort auf das Strickmaß auswirkt. Auch jedes Strickmuster hat einen großen Einfluss auf das Maß.

1. Machen Sie diese Maschenprobe unbedingt von der Wolle, mit der Sie auch Ihren Poncho stricken. Auf jeder Wollbanderole steht für die Maschenprobe eine Maschenanzahl, an der Sie sich orientieren können.

2. Schlagen Sie mehr Maschen an, als angegeben sind.

3. Stricken Sie mehr als 10 cm in die Höhe.

4. An dieser Maschenprobe messen Sie nun aus der Mitte heraus 10 cm in die Breite und 10 cm in die Höhe.

5. Zählen Sie die Maschen, die Sie in einer Reihe gestrickt haben.

6. Sie wissen nun, wie viele Maschen Sie mit dieser Wolle auf 10 cm Breite anschlagen müssen. Multiplizieren Sie nun diese Zahl mit der gewünschten Breite in Zentimeter und dividieren Sie das Ganze durch 10.

7. Für unseren Poncho haben wir nach dieser Rechnung 112 Maschen angeschlagen.

Poncho stricken

Schlagen Sie auf einer Rundstricknadel im Kreuzmaschenanschlag die ausgerechnete Maschenzahl für Ihre Poncho-Größe an. Dieser Anschlag ist nicht zu fest und auch nicht zu locker, für die Grundlinie des Ponchos gerade richtig.

Wenn Sie grundsätzlich fest stricken, wählen Sie für den Maschenanschlag eine stärkere Stricknadel. Beim Abstricken der Anschlagsreihe können Sie mit der passenden Stricknadel weiter stricken. Ihre Anschlagsreihe wird nun aber nicht so fest und Sie stricken die erste Reihe leichter ab. Wir haben 112 Maschen angeschlagen.

Der gesamte Poncho wird im glatt-rechts Muster gestrickt. Das heißt, die Hinreihe wird rechts gestrickt und die Rückreihe wird mit linken Maschen gestrickt.

Tipp: Natürlich können Sie je nach Eignung auch ein Strickmuster stricken. Dies entscheiden Sie ganz nach Ihrem Können und Ihren Vorlieben. Für Anfänger empfehlen wir allerdings, ein Effektgarn zu kaufen, das für sich alleine schon spricht und man auf ein kompliziertes Muster verzichten kann. Wer Farben liebt, kann sich den Poncho auch in bunten Farben stricken. Viele Garnangebote sind schon so gefärbt, dass aus dem Garn ein interessanter Farbverlauf entsteht.

Die Randmaschen sollten so gestrickt werden, dass der Rand nicht wellt und einen schönen Abschluss darstellt. Dazu wird bei der Hinreihe die Randmasche ebenfalls rechts gestrickt. Die Arbeit wenden und die erste Masche einfach abheben und auf die rechte Nadel legen.

Bei der Rückreihe wird die letzte Masche nur links abgehoben, nicht gestrickt. Nach dem Wenden der Arbeit diese Randmasche als rechte Masche stricken, aber dabei die Nadel hinten einstechen.

In dieser Folge beide Rechtecke gleich lang stricken. Ein Rechteck von unserer Ponchogröße hat die Länge von 85 cm.

Wenn die gewünschte Poncholänge erreicht ist, beginnt das Abketten aller Maschen. Hierfür stricken Sie zwei rechte Maschen und heben die erste Masche über die zweite rechts gestrickte Masche. Bei der letzten Masche wird der Faden auf eine Länge von ungefähr 20 cm abgeschnitten und durch die Masche gezogen.

Die letzten Arbeitsschritte

Nachdem beide Strickteile fertig gestrickt sind, müssen noch alle Wollfäden vernäht werden. Dabei die zwei Wollfäden miteinander verknoten und danach jeden Faden für sich auf der linken Seite des Strickteils in der Webtechnik gut vernähen und die Restfäden abschneiden.

Je nachdem, was für ein Garn zum Stricken verarbeitet wurde, kann jedes Rechteckteil für sich gespannt und angefeuchtet werden. Mit mancher Wolle oder bei sehr unregelmäßigen Strickmaschen wird durch das Anfeuchten des Strickstücks das gesamte Maschenbild etwas gleichmäßiger. Das gilt auch, wenn sich die Ränder leicht einrollen und das nicht unbedingt erwünscht ist.

Vor dem Anfeuchten die Strickteile auf ein großes Badetuch auslegen und mit dünnen Stecknadeln in geringem Abstand sauber befestigen. Mit einem Pflanzenzerstäuber leicht besprühen oder mit dem Dampf des Dampfbügeleisens jedes Teil befeuchten. Das Dampfbügeleisen darf das Strickteil allerdings nicht berühren.

Die beiden Ponchoteile über Nacht gut trocknen lassen.

Aus Zwei mach Eins

Nun beginnt der spannendste Teil bei der Fertigstellung des selbst gestrickten Ponchos. Das Zusammennähen.

Dafür werden die beiden Rechtecke, wie bei der Strickvorbereitung schon besprochen, als L-Form auf den Boden oder einen großen Tisch gelegt. Die Verbindung des „L“ kann nun zusammengenäht werden. Es empfiehlt sich, die Strickteile mit dem sogenannten Matratzenstich zusammenzunähen. Das Zusammennähen erfolgt dabei auf der rechten Seite.

Nachdem das „L“ nun seine Form erhalten hat, müssen nur noch die beiden Teile zu einem runden Poncho miteinander verbunden werden. Nähen Sie die Strickteile wie auf dem Musterbeispiel zusammen.

Bei unserem Musterponcho haben wir für das Zusammennähen ein glattes Garn in ähnlicher Farbe verwendet. Das Effektgarn, mit dem unser Poncho gestrickt wurde, eignet sich dafür weniger, da das Garn sehr unterschiedlich stark ist und eine saubere Naht damit nicht möglich gewesen wäre. Ebenfalls haben wir den Faden doppelt genommen, so hält die Naht garantiert gut zusammen.

Den letzten Faden noch vernähen und fertig ist der selbst gestrickte Poncho für seinen ersten Ausgang!

Tipp: Beim Zusammennähen ist es hilfreich, wenn die einzelnen Teile vor dem Nähen mit einer Stecknadel oder einer Sicherheitsnadel zusammengehalten werden.

Es kommt auf den Geschmack der Trägerin an und auf die Wolle, mit der ein Poncho gestrickt wird. Denn als krönenden Abschluss kann der ganze Umhang an seinen Rändern mit festen Maschen noch eingehäkelt werden. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass diese festen Maschen nicht zu stramm angehäkelt werden, sonst zieht sich der Rand stark zusammen und verliert dabei seinen lockeren Schwung.

Tipp: Wenn Sie diese Umrandung mit einer andersfarbigen Wolle umhäkeln, gibt dies Ihrem Poncho noch einen zusätzlichen Charme.

Das richtige Garn

Wenn Sie sich einen Poncho für die kalte Jahreszeit stricken möchten, sollten Sie dafür eine wärmende und gut verstrickende Wolle nehmen. Ein weiches Merinogarn, das mit dicken Nadeln gestrickt wird, erfüllt für einen Winter-Poncho alle Voraussetzungen. Merinowolle hält warm, ist schmutzabweisend, atmungsaktiv und sehr weich. Wenn die Merinowolle noch mit einer Kunstfaser, zum Beispiel Polyacryl, versehen ist, dann bleibt sie formbeständig und ist pflegeleicht.

Ein sehr interessantes Garn für einen Hauch von einem Poncho ist das Lacegarn. Lacegarne sind hauchdünn und perfekt für sehr leichte und zarte Strickteile. Sie werden mit dicken Nadeln gestrickt, damit sie besonders locker fallen. Lacegarne gibt es in verschiedenen Garnmischungen, sodass Sie vom Material her viel Auswahl haben.

Kurzanleitung:

1. Material: 500 g Baumwoll-Effektgarn 125 m/50 g
2. 112 Maschen anschlagen
3. Glatt rechts ca. 85 cm hochstricken – abketten
4. Das zweite Rechteck ebenso stricken
5. Alle Fäden vernähen
6. Falls notwendig die einzelnen Strickteile spannen
7. Beide Teile der Vorlage nach zusammennähen
8. Umrandung häkeln

Eine Strickanleitung für einen Poncho kann so einfach sein, wenn man das richtige Modell wählt. Für alle, die Ponchos lieben, erklären wir fünf Arten einen Poncho zu stricken mit ganz einfachen, gerade hochgestrickten Teilen und dabei sieht jeder Poncho anders aus. Das kann man auch mit wenig Strickerfahrung sofort umsetzen und einen Poncho selber stricken. Er ist zudem ein praktisches Accessoire zum schnellen Überwerfen, wenn einem kalt ist, und ebenso schnellen Ablegen, wenn es seine Schuldigkeit getan hat. Alle 5 Modelle und ihre Varianten können in jedem anderen als dem vorgeschlagenen Muster, mit Sommer- oder Übergangsgarn sowie in wärmender Wolle gestrickt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was der Artikel bietet

  • 5 verschiedene Arten, einen Poncho zu stricken
  • Gratis Strickanleitungen zum Poncho selber stricken
  • Einfaches Poncho stricken, ohne Abnahmen und Zunahmen
  • Wie man die Wolle für einen Poncho wählt
  • Wie man die Größe des Ponchos bestimmt
  • Wie man Ponchos strickt und zusammennäht
  • Tipps zum Kinder-Poncho-Stricken

Achtung: In unseren kostenlosen Strickanleitungen zum Poncho-Stricken finden sich immer wieder Maße mit einem PlusMinus (±). Dabei handelt es sich um Beispielmaße, die eigenen Maße können anders sein. Bitte messen!

Poncho-Stricken einfach aus einem Stück

Man braucht, um so einen Poncho zu stricken, einfach nur ein langes, gerades, rechtwinkliges Strickstück quer oder längs gestrickt ohne Abnahmen und ohne Zunahmen. Anschließend näht oder häkelt man es zusammen, wobei man einen Schlitz für den Kopf offen lässt. Doch zuvor messen wir, wie groß der Poncho werden soll.

Wie man die Maße für den Poncho bestimmt

Die Maße, um so einen einfachen Poncho aus einem Stück zu stricken, ergeben sich wie folgt:

Der Schlitz für den Kopf sollte zwischen 25 und 40 cm (je nach Dehnbarkeit des Garns und ob eher schmückendes oder wärmendes Accessoire) groß sein; wir nehmen als Beispiel 35 cm pro Seite an, gesamt 70 cm±.

Dann überlegt man sich, wie lang der Poncho auf dem Arm herunterreichen soll: bis zum Ellenbogen, halben Unterarm oder bis zum Handgelenk. Dabei misst man entweder neben dem Hals oder circa von der Schultermitte, also da wo der Halsausschnitt enden soll. Wir nehmen einmal 60 cm± an. Das ist dann kurze Seite des zu strickenden Stückes. Die lange Seite errechnet sich nun wie folgt: 60 cm Schulterlänge Vorderseite + 70 cm Halsausschnitt + 60 cm Schulterlänge Rückseite = 190 cm±.

Wir kennen nun die Maße, um unseren Poncho zu stricken: hier 190×60 cm± (Beispielmaße).

Praktisch stricken wir einen Schal und nähen ihn auf einer Längsseite teilweise zusammen.

Nun mit dem gewählten Muster eine Maschenprobe machen, um auf die anzuschlagende Maschenzahl zu kommen. Im Folgenden zwei Ideen dafür:

Anleitung Poncho stricken aus einem Stück längs

Das Angenehme bei dieser Längsversion ist, dass man nicht so viele Maschen auf einmal auf der Nadel hat, denn wir beginnen mit dem Poncho-Stricken an der kurzen Seite. Da eine Seitenkante des Gestricks den unteren Rand bildet, sollte ein Muster gewählt werden, dass sich nicht rollt. Einfaches Kraus-rechts, Perlmuster oder Flechtmuster eignen sich sehr gut für diesen Poncho. Das Poncho-Stricken aus einem Stück wie einen Schal macht sich auch gut mit einer filigranen Ajourmuster-Kante an der später offenen Seite.

  • Um diesen Poncho längs zu stricken, zuvor eine Maschenprobe mit dem gewählten Strickmuster anfertigen.
  • Die Maschenzahl, die quer 10 cm ergeben, mal 6± nehmen und anschlagen.
  • Die Reihenzahl, die in der Höhe 10 cm ergeben, 19mal± arbeiten und abketten.
  • Das Strickteil einmal zusammenlegen auf 95×60 cm± und nach 35 cm± von der Mitte (Halsausschnitt) bis zur äußeren Kante zusammennähen.

Bei diesem Poncho wurden kleine blaue Vierecke als Highlights gesetzt und am Ende eine kurze Seite an eine lange genäht

Variante Mini-Poncho als Schulterwärmer

Man kann auch ein langes Stück stricken und dann die Schmalseite (ohne sie zu verdrehen) direkt an das Ende der langen Seite nähen, dann hat man eine Art Schulterwärmer, der hinten gerade verläuft und vorne spitz, oder umgekehrt. Die Länge einfach probieren, bis sie um die Schulter reicht und aufhören, wenn es passt. Richtwert: Bereits nach ca. 110 bis 140 cm± (statt 190 cm±) aufhören und abketten!

Anleitung Poncho stricken aus einem Stück quer im Wellenmuster

Die oben angestellten Berechnungen für die Ponchogröße gelten auch hier, nur dass wir jetzt an der langen Seite beginnen. Dazu schlagen wir ein Wellenmuster vor, weil es am unteren Rand gleich eine ansprechende Abschlusskante bildet, besonders schön, um einen Sommerponcho zu stricken. Es geht auch jedes andere Muster.

Zuerst eine Maschenprobe im Wellenmuster (oder eigenen Muster) anfertigen. Die Maschenzahl, die quer 10 cm ergeben, mal 19± nehmen und die Reihenzahl, die in der Höhe 10 cm ergeben, wird 6mal± gearbeitet. Wenn man in der Breite nicht auf ein Vielfaches der Maschenzahl für das Muster kommt, eine andere Nadelstärke wählen oder die Ponchomaße flexibel anpassen (etwas breiter oder schmaler stricken). Wenn man in der Höhe nicht auf ein Vielfaches von 10 Reihen kommt, siehe unter Tipps.

Da nicht die ganze Seite zusammengenäht wird, entsteht das Loch für den Kopf an einer der Ecken.

Anschlagen: Maschenzahl (für 190 cm± Breite) teilbar durch 18 + 1 + 6RM. Die RM werden kraus rechts gestrickt.

Reihe 1: 3RM, *1M re, 3x , 5x , 1U, 3x *, 1M re, 3RM

Reihe 2: 3RM, alle M li, 3RM

Reihen 3 bis 6: Reihen 1 und 2 noch 2x wdh

Reihen 7 bis 10: alle M re str (kraus rechts)

Reihen 1 bis 10 stets wdh bis man nach einer 8. oder 10. Reihe 60 cm± Höhe erreicht hat, dann abketten.

Das Strickteil einmal zusammenlegen auf 95×60 cm± und nach 35 cm± von der Mitte (Halsausschnitt) bis zur äußeren Kante zusammennähen.

5 Poncho Strick-Tipps zu diesem Muster:

  1. Man kann die 3 Randmaschen auch als Patentrand arbeiten.
  2. Statt 4 Reihen kraus rechts kann man nur 2 Reihen kraus rechts oder abwechselnd 4 Reihen und 2 Reihen kraus rechts arbeiten, das bringt noch mehr Bewegung ins Muster.
  3. Man kann die Kraus-rechts-Reihen mit einem anderen (dünneren, glänzenderen, …) Garn stricken, oder mit einem einfarbigen, wenn man die Wellen mit Farbverlaufsgarn arbeitet, um die Wellen noch mehr zu betonen.
  4. Um einen perfekten Sommer-Poncho zu stricken, einfach dünnes Baumwoll(misch)garn und dicke Nadeln nehmen, dann wird das Muster noch luftiger.
  5. Ist das Strickteil doch etwas breiter geworden, einfach die Schulternaht nicht bis ganz zum Ende schließen, sondern nach den 35 cm± von der Mitte aus, nur bis zur Breite des Strickstücks von 60 cm± zunähen. Den Rest einfach offen herunterhängen lassen. Dadurch wird der Poncho etwas asymmetrischer und ist genauso schön.

Strickanleitung: Poncho in zwei Teilen stricken

Dreieck-Poncho in zwei Teilen stricken

Wir nennen ihn Dreieck-Poncho, weil er zusammengenäht wie ein Dreieck fällt, in der typischen Ponchoform mit jeweils einer Spitze vorn und hinten. Dazu werden jedoch nur zwei gleichgroße, gerade Rechtecke gestrickt.

Poncho-Größe bestimmen und Vorbereitungen

Um hier die Maße des Ponchos zu bestimmen, gehen wir von der Länge zwischen Hals/Schulter und der gewünschten Länge auf dem Arm aus. Diese Strecke ergibt dann die kurze Seite des Rechtecks. Zur Längsseite werden etwa 25 cm (für einen halsnahen Ausschnitt für einen Winter-Poncho) bis zu 40 cm (für einen den halsfernen Ausschnitt, z.B. um einen Sommer-Poncho zu stricken) hinzugerechnet. Die längere Seite ist also 25 bis 40 länger als die kürzere.

Hinweis: Beim Berechnen der Maße, um einen Baby- oder Kinder-Poncho zu stricken, geben wir für den Halsausschnitt nur zwischen 15 und 25 cm pro Seite hinzu.

Vorbereitungen für einen Übergangs- oder Winter-Poncho aus kuscheliger Wolle

  1. Wir schlagen einen halsnahen Ausschnitt von 25 cm± vor und messen die gewünschte Länge bis auf den Arm ab einem Punkt in Halsnähe und kommen so auf 65 cm±. Damit ergibt sich ein Rechteck von 65×90 (65+25) cm±, von dem wir zwei brauchen.
  2. Es folgt die Entscheidung zu einem Muster für den Poncho: von Ajour- bis Zopfmuster, alles ist möglich.
    Für unser Beispiel nehmen wir Kraus-rechts.
  3. Nun muss man sich nur noch für die Strickrichtung entscheiden, ob man die Rechtecke quer (über ihre lange Seite) oder längs (über ihre kurze Seite) stricken möchte. Die ist wichtig für einen eventuellen Streifen- oder Rippenverlauf.
    Für unser Beispiel entscheiden wir uns für das Längsstricken.

Anleitung Poncho stricken und zusammennähen

Die Vorteile beim Längsstricken:

Bei diesem Poncho kann man so das Strickteil schon nach ungefähr 10 cm „anprobieren“, um zu sehen, ob die Länge vom Hals bis zur gewünschte Stelle auf dem Arm stimmt. Weiterhin hat man weniger Maschen auf einmal und damit weniger Gewicht auf der Nadel und kommt gefühlt schneller voran, da man die Fortschritte besser sieht.

Setup

Maschenprobe mit dem gewünschten Garn, den dazu passenden Nadeln und dem gewählten Muster (hier Kraus-rechts) anfertigen und die nötigen Maschenanzahl für den Anschlag berechnen, die 65 cm± ergeben.

Anleitung Poncho stricken

  • Die Maschenzahl für 65 cm± anschlagen.
  • Jede Reihe rechts stricken (kraus rechts) (oder im selbst gewählten Muster)
  • Nach 90 cm± Höhe abketten
  • Ein zweites Rechteck genauso anfertigen
  • Optional: Beide Rechtecke leicht spannen

Poncho zusammennähen und Tragevarianten

  • Zuerst wird die eine Schmalseite des ersten Rechtecks an eine Längsseite des zweiten Rechtecks genäht, sodass ein L entsteht.
  • Dann macht man das Gleiche mit der Schmalseite (dem Ende des L) des zweiten Rechtecks und näht diese an die Längsseite des ersten Rechtecks. Dadurch entsteht in der Mitte ein Loch für den Kopf.
  • Zieht man ihn nun über, fällt der Poncho in seiner typischen Form mit einer Spitze vorn und einer hinten.
    (Videohilfe zum Zusammennähen: https://www.garnstudio.com/video.php?id=504&lang=de)
  • Neben der üblichen Tragemethode kann man ihn auch mit den Spitzen zur Seite tragen, dann ist er vorn und hinten nach oben gewölbt und wird zu den Armen hin länger.

Viereck-Poncho in zwei Teilen stricken

Auch hier werden nur zwei Rechtecke oder Quadrate angefertigt und noch einfacher, gerade zusammengenäht, wodurch der Poncho wir ein Viereck fällt.

Poncho-Größe abmessen

Mit ausgebreiteten Armen die Breite des Ponchos messen (lassen), beispielsweise für einen Sommer-Poncho, von einer zur anderen Seite bis kurz über die Ellenbogen, denn so ein Poncho soll ja nicht wärmen, sondern unsere Garderobe verschönern. Haben wir beispielsweise in der Breite 90 cm± gemessen und möchten eine Länge von 65 cm±, brauchen wir zwei Strickteile in den Maßen 90 cmx65 cm±.

Sommer-Poncho stricken einfach im Netzmuster

Da der Poncho so luftig wie möglich sein soll, wählen wir ein Netzmuster, das nur aus einer einzigen Musterreihe besteht.

Maschenprobe anfertigen. Wir entscheiden uns für das Querstricken, d. h. die Maschenzahl der Probe, die quer 10 cm ergeben, mal 9± nehmen und die Reihenzahl, die in der Höhe 10 cm ergeben, wird 6,5± mal gearbeitet.

Dieser Poncho im Netzmuster baut sich aus zwei Teilen auf. Dadurch hat man etwas mehr Aufwand beim zusammen Nähen und die charakteristische untere Spitze bildet sich so nicht.

Anleitung Poncho stricken im Netzmuster

  • Entsprechende Maschenzahl für eine Breite von 90 cm± anschlagen
  • Jede Reihe: 1M re, *1U, 2M li zus* (zw. * und * bis zur letzten M wdh), 1M re
  • Nach 65 cm± Höhe abketten
  • Ein zweites Rechteck genauso anfertigen
  • Beide Rechtecke anfeuchten und liegend trocknen.

Tipp zum Netzmuster stricken: Darauf achten, dass kein Umschlag vergessen wird. Beim links Zusammenstricken muss immer der Umschlag mit der Masche, die links neben ihm liegt zusammengestrickt werden!

Poncho zusammennähen

  • Beide Teile direkt übereinander legen
  • Mitte markieren, von dort nach rechts und links jeweils 15 cm abmessen, gesamt 30 cm± für den Halsausschnitt
  • Ab dort bis zu den äußeren Kanten im Matratzenstich zusammennähen
Variante: Diesen Poncho in einem Stück stricken

Diesen Poncho kann man auch aus einem Stück stricken. Man arbeitet einfach nach der gewünschten Länge (hier 65cm±) einen Schlitz. Nimmt dazu die mittleren Maschen, über 30 cm± in einer Reihe ab und in der nächsten die gleiche Maschenzahl wieder auf und strickt die zweite Seite des Ponchos gleich mit. Dabei spart man sich das Zusammennähen der Schulternaht.

Der Schlitz muss auch nicht genau mittig, nach 65 cm± liegen, sondern vielleicht schon nach 40-45 cm± und nach dem Schlitz strickt man dann 90-85 cm±. Dann ergibt das einen asymmetrischen Poncho, bei dem man entweder das kurze oder das lange Teil hinten oder vorne tragen kann und hat mehr Styling-Möglichkeiten.

Variante: Cape-Poncho

Näht man bei der symmetrischen Version die seitlichen Kanten von unten circa 45 bis 50 cm± zusammen, bekommt dieser Poncho etwas capeartiges und verrutscht durch die Armschlitze nicht so leicht. An diese Armschlitze könnte man auch noch ein kleines Bündchen anstricken, wodurch der Poncho noch mehr fixiert würde.

Offener Poncho stricken: Anleitung für einen Ruana

Ein offener Poncho besteht aus einem großen breiten Viereck für den Rücken und zwei schmaleren Vorderteilen, wie eine große Decke mit durchgehendem Schlitz in der vorderen Mitte. So ein Poncho wird auch Ruana genannt. Ruanas haben meistens gleich lange Rücken- und Vorderteile. Die Vorderteile kann man sich wie einen Schal um den Hals schlingen, was den Poncho fixiert und ihn wie einen Umhang aussehen lässt. Seine, offene westenartige Form macht ihn sehr flexibel und man kann ihn auch zu einem langen Schal zusammenlegen.

Vorder- und Rückteil müssen jedoch nicht unbedingt die gleiche Länge haben. So kann man ganz individuell diese Art offener Poncho stricken, wie es einem gefällt. Ebenso ist es unerheblich,

  1. ob man den Ruana an der unteren Kante des Rückenteils beginnt, die Maschen auf einer Seite stilllegt, die Mittelmaschen für den Halsausschnitt abgekettet und dann erst das eine Vorderteil strickt, anschließend die Maschen auf der anderen Seite für das zweite Vorderteil weiterstrickt. Oder
  2. ob man alles quer strickt, für den Halsausschnitt ein paar Reihen nur über die Rückenlänge strickt und dann wieder Maschen für das zweite Vorderteil des Ponchos aufnimmt und wieder von der vorderen zur rückwärtigen Kante strickt. Oder
  3. ob man einfach nur drei Rechtecke gerade oder quer strickt und diese anschließend zusammennäht.

Welche Strickrichtung und -art für das Poncho-Stricken gewählt wird, hängt von der eigenen Vorliebe für die Richtung eines Musters oder von Steifen andersfarbigen oder selbst-streifenden Garns ab.

Schema und Maße, um einen langen, offenen Poncho zu stricken

Wir möchten diesen Poncho stricken einfach glatt rechts mit kraus rechts gestrickten Rändern. Für unser Modell Wählen wir Längsstreifen, die aus einem Farbverlaufsgarn kommen sollen und stricken den Poncho demnach quer. Das Rückenteil soll 105 cm± breit sein und 85 cm± lang (davon 5 cm Rand). Wir machen eine Maschenprobe. Die Maschenzahl, die quer 10 cm ergeben, mal 16 (2×80=160 cm ohne Rand)± nehmen und die Reihenzahl, die in der Höhe 10 cm ergeben, muss für die Breite des Rückenteils 10,5mal± gearbeitet werden (davon je 50 cm± auch über die beiden Vorderteile).

Ein quergestrickter Ruana ist ein angenehmer Überwurf

Poncho-Stricken: Anleitung Ruana-Modell quergestrickt, Beschreibung:

  • Maschenanzahl für die Breite von 160 cm± anschlagen.
  • Beginnen mit 4 Reihen kraus rechts über die ganze Strickbreite (linke Vorderteil und Rückenteil)
  • Dann bis zu 50 cm± Strickhöhe glatt rechts stricken,
  • wobei die letzten 4 Reihen nur an der Vorderteilhälfte kraus rechts gestrickt werden.
  • Die Maschen des linken Vorderteils abketten und über 5 cm± Höhe nur das Rückenteil stricken.
  • Anschließend die gleiche Maschenzahl für das rechte Vorderteil (die vorher für das linke abgekettet wurden) auf der gleichen Seite neu an das Rückenteil angeschlagen
  • Über die ersten 4 Reihen nur an der Vorderteilhälfte kraus rechts stricken
  • dann wieder über die die gesamte Breite von 160 cm± glatt rechts stricken
  • enden nach weiteren 50 cm± Höhe mit 4 Reihen kraus rechts über die ganze Strickbreite. Abketten.
  • Aus den unteren Rändern vom Rückenteil und den beiden Vorderteilen gleichmäßig verteilt Maschen aufnehmen und jeweils 5 cm± kraus rechts stricken und abketten.

Das fertige ganze Strickteil mit Rand (ohne die Lücke für den Schlitz zu beachten) hat die Außenmaße 170×105 cm±.

Poncho-Stricken Tipps: Weitere Poncho-Formen

Neben den von uns vorgestellten fünf Strickanleitungen für Ponchos und seine Varianten gibt es noch jede Menge anderer Möglichkeiten, so eine wärmende und/oder schmückende Hülle anzunadeln, wie zum Beispiel

  • Poncho-Stricken aus einem Stück von oben nach unten mit Zunahmen an der vorderen, hinteren und den seitlichen Mittelschmaschen, wie bei einem Dreieckstuch
  • Ponchos gestrickt, wie ein Raglan von oben
  • Lange Cape-Ponchos in Glockenform mit Schlitzen für die Hände
  • Ponchos mit Kapuze oder Rollkragen
  • Poncho von unten nach oben in Trapez-Form oder als offener Poncho stricken in A-Form
  • Ponchos in zwei Teilen stricken mit Schulterschräge, für eine gerade Saumkante und weniger „Zipfelei“
  • Ponchos mit abgerundeten Ecken aus zwei Halbmonden

Solche Strickanleitungen müssen genau an die Nadel- und Garnstärke sowie an die Arte der Wolle für den Poncho angepasst werden. Mit den obigen Anleitungen zum Poncho selber stricken können auch alle Handarbeits-Newbies sofort starten und für jede gewünschte Größe einen Poncho stricken: auch für Baby- und Kindergrößen.

Poncho-Stricken Tipps: Die richtige Garnwahl

Die Wahl des Garns

Für einen Winter-Poncho, der gern etwas länger ausfällt, sollte man kein allzu schwere Wolle verwenden, denn oft ist ein Poncho ein zusätzliches Accessoires und man will keine 2 kg extra mit herumschleppen. Lieber auf Fluffiges achten (wie Airgarne, Brushed Garne) oder gleich Mohairgarn in mehreren Fäden nehmen oder eine dünnere Wolle mit einem Mohairfaden kombinieren, für den extra Kuschelfaktor.

Um einen Sommer-Poncho zu stricken eignet sich vor allem buntes oder einfarbiges Bändchengarn und alle luftigen Garne, wie Baumwolle oder Leinen und deren Mischungen, auch mit Bambus, Tencel, Modal, SeaCell oder Soja. Zudem kann man das Garn mit viel dickeren Nadeln zum Poncho verstricken, damit er noch luftiger wird.

Resteverwertung

Zum Poncho-Stricken kann man auch gut Garnreste verwerten und ihn in vielen bunten Streifen, besonders für Kinder-Ponchos, stricken. Einfach an den Standardmaßen für Kinder orientieren und man hat ein wunderschönes Einzelstück auch als Geschenk.

Poncho-Stricken Tipps: Poncho aufpeppen

Egal nach welchen Anleitung zum Poncho-Stricken gearbeitet wird, jeder Poncho kann nach dem Fertigstellen noch aufgepeppt werden. Zum Beispiel mit Fransen am unteren Rand, die dem Poncho eine dynamische Note verleihen, wippen sie doch bei jeder Bewegung mit und flattern im Wind. Fransen können auch direkt in einer Naht mit aufgefasst werden. Oder man verziert mit kleinen Quasten oder Mini-Bommeln. Ränder umhäkeln ist eine tolle Option, damit sie sich nicht rollen oder man arbeitet gleich eine exklusive gehäkelte oder gestrickte Spitzenkante. Auch Volants sind möglich.

Für den Flower-Power-Look vielleicht noch eine Beanie zum bunten Sommer-Poncho stricken.

Wenn bei den cozy Modellen noch Wolle übrig ist, kann man eine Kapuze anstricken oder einen extra Loop fertigen, der zusätzlich den Hals wärmt. Geschmackvoll sehen eine Mütze oder Stulpen aus der gleichen Wolle passend zum Übergangs- oder Winter-Poncho aus.

Fazit zum Poncho selber stricken

Ponchos sind wunderbar vielseitig. Sie wärmen, ziehen an, verdecken. Sie machen unseren Look einmal eleganter, einmal flippiger, zeigen Stil und Individualität. Einen Poncho kann man immer gebrauchen:

  • im Sommer am Strand, wenn mal die Sonne hinter den Wolken verschwindet oder am Abend über einem Kleid oder Jeans, beim Bummel durch den Ort oder entlang der Strandpromenade,
  • in der Übergangszeit als Jacken- oder Mantelersatz,
  • im Winter als „Frostschutz“ und zur Verschönerung über Mantel oder Steppjacke,
  • Zuhause oder im Büro als Seelenwärmer und bei kurzen Fröstelattacken

Abkürzungen

M Masche/n
re rechts
RM Randmasche/n
U Umschlag
überz überzogen
str stricken
wdh wiederholen
x mal
zus zusammen/zusammenstricken

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