Stress durch kinder

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Wie können Eltern ihre Kindern unterstützen und ihnen die Nervosität nehmen?

Eine gute Bindung zum Kind ist eine wichtige Grundlage, damit das Kind sich ruhiger und gelassener fühlen kann. Ein Kind wünscht sich Schutz von seinen Eltern. Es ist von seinen Eltern abhängig und kann sich noch nicht alleine versorgen und gegen die Gefahren der Umwelt schützen. Kinder sollten so akzeptiert werden, wie sie sind. Auch und gerade, wenn sie unruhig, nervös und zappelig sind. Bedingungslose Liebe und das Annehmen des Kindes geben dem Kind das Gefühl, dass es richtig ist. Ein Gefühl, dass das Kind falsch ist, sollte unbedingt vermieden werden. Das Kind ist nicht falsch. Wichtig ist es für die Eltern, insbesondere die Mütter, hierbei selbstachtsam zu sein. Eltern sollten Zeit füreinander haben. Ihre Liebe ist die Grundlage, dass es ihre Kinder gibt. Sie brauchen Kraft für sich selbst. Innerliche Stärke ist eine gute Basis für sich selbst und dann für das eigene Kind. Um innere Stärke und Kraft aufzuladen und zu tanken, können regelmäßiges Yoga, Meditation, Hypnose, Progressive Muskelentspannung unterstützen.

Das Kind zeigt mit seinem Verhalten eine Botschaft. Oft ist diese, dass es geliebt und beschützt werden will. Es sehnt sich nach körperlicher Wärme und Nähe. Auch wenn es dies manchmal nicht zeigen kann. Vielleicht lehnt es gerade körperliche Nähe ab, weil es sich früher einmal abgelehnt gefühlt hat. Die Situation, in der es sich abgelehnt gefühlt hat, muss keine absichtliche Ablehnung der Eltern gewesen sein. Der Vater oder die Mutter haben sich vielleicht so verhalten, weil gerade andere Dinge wichtiger waren. Zum Beispiel mussten sich die Eltern um ein anderes Kind kümmern und hatten deshalb nicht genügend Zeit und Aufmerksamkeit für das betroffene Kind. Es hat also nichts mit dem betroffenen Kind zu tun. Dennoch kann dieses Kind diese Situation und dieses Gefühl verankern und damit den Glaubenssatz verbinden: „Ich werde nicht geliebt.“ Dieses Gefühl kann sich zum Beispiel bei Erstgeborenen oder Sandwich-Kindern einstellen.

Sprechen Sie mit dem Kind über seine Ängste. Wovor hat es Angst? Was steckt hinter dieser Angst? Geben Sie dem Kind das Gefühl von Sicherheit. Geben Sie ihm Schutz. Das Gefühl von Nähe und Geborgenheit. Lassen Sie sich nicht irritieren, wenn das Kind die (ungewohnte) körperliche Nähe zurückweist. Reagieren Sie mit Liebe. Seien Sie selbstachtsam. Kümmern Sie sich um Ihre eigene Entspannung und gesunden Schlaf. So bleiben sie ruhig und gelassen, wenn Ihr Kind Unruhe zeigt. Finden Sie heraus, was hinter der Nervosität Ihres Kindes steckt.

Schließen Sie körperliche Ursachen und Substanzen aus. Überprüfen Sie, ob Substanzen wie Koffein, Phosphate u.a. und allergieauslösende Lebensmittel in der Ernährung als Ursache für die Nervosität ausgeschlossen werden können. Schaffen Sie ein liebevolles Umfeld für Ihr Kind.

Holen Sie sich gegebenenfalls professionelle Hilfe bei einem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, in einer Familienberatungsstelle, einem systemischen Familiencoach oder -therapeuten oder im Jugendamt mit einer sozialpädagogischen Familienhilfe. Keine Angst, das Jugendamt nimmt Ihnen Ihr Kind nicht weg. Es möchte, dass die Kinder bestmöglich aufwachsen und unterstützt sie beim Elternsein.

Unruhige Kinder können Atemübungen, Progressive Muskelentspannung, Yoga erlernen und regelmäßig ausüben. Hypnose ist etwa ab dem 5. Lebensjahr möglich. So können sie resilienter werden. Entspannte Zustände in ihrem Körper erfahren und lernen, wie sie diese Ruhe und Entspannung selbst in ihrem Körper herbeiführen können. So erfahren sie Selbstwirksamkeit und können sich bei auftretender Unruhe selbst regulieren.

Lieben Sie ihr Kind, so wie es ist.

Innerliche Unruhe und nervöse Unruhezustände – wie bekämpfen?

Jeder Mensch erfährt an dem ein oder anderen Punkt in seinem Leben innere Unruhe. Sei es die Nervosität vor einem Bewerbungsgespräch, ein latenter Erregungszustand in einer schwierigen Lebenslage oder bei emotionaler Belastung.

Weitere gängige Symptome von innerer Unruhe sind:

  • kreisende Gedanken / Grübeln / ständige Sorgen
  • Nervosität / Konzentrationsschwäche
  • Rastlosigkeit, Gefühl von Gehetztheit
  • Müdigkeit, Mattigkeit, körperliche und geistige Erschöpfung
  • Einschlaf- und Durchschlafstörungen (siehe auch: rezeptfreie Schlafmittel)
  • Kopfschmerzen
  • Gereiztheit / Unausgeglichenheit
  • Verdauungsprobleme / Gewichtszunahme oder -abnahme
  • Tremor (Zittern)
  • Schweißausbrüche
  • Herzklopfen

Zum Glück gibt es gegen innere Unruhen viele Techniken und Hausmittel, die gut geeignet sind einen temporären Unruhezustand eigenständig in den Griff zu bekommen. Wichtig dabei ist ein Grundsatz, der die Basis einer erfolgreichen Bewältigung bildet und auf den ersten Blick paradox klingt: Um innere Unruhen wirksam zu bekämpfen oder Angst zu bekämpfen, muss man sie erstmal (vorübergehend) akzeptieren.

Sich seine innerliche Unruhe und die mit ihr einhergehenden Gefühle wie Angst oder Nervosität einzugestehen sowie die damit verbundenen Empfindungen zu beschreiben, wird deshalb empfohlen, weil Widerstand gegen den Unruhezustand (weitere) Anspannung aufbaut (siehe auch Angst bewältigen). Ablehnung verstärkt die ohnehin bereits vorhandene Erregung. Mit einem Zustimmen zu dem, was man gerade spürt, kann sich eine grundsätzliche Entspannung einstellen.

Erst die Akzeptanz macht es möglich, sich seinem Unruhigsein zu stellen. Es gibt viele Möglichkeiten und Mittel (auch abseits von Medikamenten) wie man innere Unruhe bekämpfen kann. Wichtig ist, sich dafür Zeit zu nehmen und aktiv zu werden.

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Techniken, Übungen und Strategien

Mit folgenden Techniken und Übungen kann man innere Unruhe bekämpfen und selbst erfolgreich überwinden:

  1. Sport sei an erster Stelle genannt. Bewegung ist gesund, baut körperliche Anspannung ab, reguliert auf positive Weise viele physiologische Prozesse, macht den Kopf frei und fördert den gesunden Schlaf. – Es muss dabei nicht gleich das Fitness-Studio sein, eine Runde joggen im Wald oder ein flotter Spaziergang im Park können bereits viel tun, um uns ruhiger werden zu lassen.
  2. Meditation ist ein weiterer bekannter Wohltäter für Körper und Geist. Es gibt verschiedene Meditationstechniken, von denen die meisten darauf abzielen den Ist-Zustand zu beobachten, ohne sich von den Eindrücken mitreißen zu lassen (Achtsamkeitsübung). Die positive Auswirkung regelmäßigen Meditierens auf die Gesundheit sind mittlerweile wissenschaftlich sehr gut belegt und erfreuen sich allgemeiner Anerkennung und Beliebtheit. – Es ist hilfreich, sich eine bestimmte Meditationstechnik anzueignen, die zur eigenen Konstitution und Präferenz passt, wenn man in Selbsthilfe seine innere Unruhe bekämpfen will. Zum Beispiel gibt es stille Meditationen (Vipassana) und solche, die Bewegung (Gehmeditation) oder Töne (z.B. Mantras) mit einschließen.
  3. Atemübungen gelten als die schnellste und simpelste Soforthilfe gegen innerliche Unruhe. Sie lassen sich fast überall und von jedem durchführen, allerdings denkt man in der Regel in einer angespannten Situation nicht daran, sie anzuwenden. Deswegen wird empfohlen, sie unter weniger stressigen Umständen einzuüben, damit die Technik einem im Fall des Falles zur Verfügung steht. – Eine geeignete und eingeübte Atemtechnik ist sogar geeignet zum Angst bekämpfen (siehe Ängste bekämpfen).
  4. Yoga gilt als Königsdisziplin unter den Strategien Körper und Geist in Balance zu bringen und gesund zu halten. Der Vorteil ist, dass es die Disziplinen von körperlicher Bewegung und meditativem Zustand in sich vereint. Der Nachteil ist, dass es erlernt und geübt werden will, um seine Wirkung voll entfalten zu können. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, schon das Anwenden von einigen einfachen Asanas (Yoga-Stellungen) reicht, um innere Unruhezustände wirksam zu bekämpfen.

Weitere Entspannungstechniken – Innerliche Unruhezustände und Angst schnell bekämpfen:

  • Progressive Muskelentspannung oder -relaxation (PME/PMR) ist eine Technik, die vor allem bei körperlicher Anspannung helfen kann. Muskelpartien werden abwechselnd angespannt und wieder fallen gelassen, was Ruhe und Lockerheit in den Körper bringt und damit auch die Psyche beruhigt. PME ist auch ein Mittel, besser in den Schlaf zu kommen.
  • Autogenes Training basiert auf der suggestiven Wirkung von beruhigenden Sätzen. Es ist ein sehr einfacher Ansatz, da man nur den Anweisungen folgen muss, um erfolgreich einen Entspannungseffekt zu erzielen.
  • Die Fantasiereise ist besonders gut für Menschen mit ausgeprägtem Vorstellungsvermögen und Freude an inneren Bildern geeignet. Dabei begibt man sich innerlich an einen schönen Ort, z.B. einen Strand oder einen Berggipfel und lässt sich von den angenehmen Eindrücken, die durch die Imagination entstehen, tragen.

Entspannungsübungen / Entspannungstechniken: Jetzt mal ganz entspannt, bitte…

Pflanzliche Helfer und Homöopathie gegen nervöse Zustände

Für eine Unterstützung bei inneren Unruhezuständen – speziell in Fällen von länger anhaltendem Stress – kann es hilfreich sein, seinen Körper mit sanften Wirkstoffen beim Entspannen zu unterstützen.

Die Empfehlungen reichen von Kamille über Baldrian (siehe Baldrian gegen Angst), Hopfen, Passionsblume (siehe Passionsblume Wirkung), Tigerlilie, Lavendel (siehe Lavendel Wirkungsweise) und Johanniskraut (siehe Johanniskraut Wirkung) bis zur beliebten Einschlafhilfe ‚Milch und Honig‘.

Welche Pflanze oder Hausmittel für den einzelnen besonders geeignet ist, bespricht man am besten mit dem Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker seines Vertrauens.

Pflanzliche Medizin bei Angst: Pflanzliche Arzneimittel gegen Angststörungen

„Lasea“ gegen Angst, Unruhe, kreisende Gedanken und Einschlafstörungen?

Es gibt auch die Möglichkeit auf homöopathische Präparate, ob in Reinform oder als Komplex zurückzugreifen (siehe z.B. Beruhigungstropfen homöopathisch). Dabei sollte man sich von einem kompetenten Experten beraten und begleiten lassen. Homöopathie hat die beste Wirkung, wenn das Präparat exakt stimmt; siehe auch Antidepressiva rezeptfrei.

Halten die Probleme sich über einen längeren Zeitraum, empfehlen viele Homöopathen eine sogenannte Konstitutionsbehandlung. Dabei hängt die Wahl des besten Mittels in der richtigen Potenz von so vielen Faktoren ab, dass die Behandlung auf jeden Fall von einem entsprechend ausgebildeten Arzt durchgeführt werden sollte.

Hypnose-Therapie

Was für die Anwendung stofflicher oder homöopathischer Komponenten gilt, gilt erst recht für die Arbeit mit Hypnose als Therapiemethode. Sie entfaltet ihre Wirkung im Unterbewusstsein des Menschen und kann – richtig und professionell angewendet – eine große Hilfe sein; siehe Hypnose // Angst.

Hypnose durch einen Fachmann kann sich dann lohnen, wenn die innere Unruhe an eine andere Problematik, wie z.B. Suchtverhalten gekoppelt ist (vgl. Suchtkrankheiten). Das klassische Beispiel ist der Wunsch mit dem Rauchen aufzuhören. Der Entzug wird in der Regel durch Unruhezustände, Herzklopfen / Herzrasen, Reizbarkeit, erhöhte Stressanfälligkeit und Kompensation wie zu viel Essen. – Hier kann mit Hypnotherapie angesetzt werden, um die Auswirkungen abzumildern. Dies gilt auch für das extreme Unruhigsein im Rahmen anderer Entzugserscheinungen, siehe exemplarisch Benzodiazepine Entzugserscheinungen, Tavor Entzugserscheinungen Symptome, Entzugserscheinungen Mirtazapin.

Innere Unruhe bei Kindern

Kinder sind heute oftmals ähnlichen Stressfaktoren ausgesetzt wie Erwachsene. Ständige Reizüberflutung, Belastungen durch einen vollen Terminkalender und nicht zuletzt Störungen, die durch organische Faktoren ausgelöst werden können, nehmen immer mehr zu.

Generell gilt, dass die Unruhe beim Kind durch eine ähnliche Symptomatik bei den Eltern verstärkt oder sogar ausgelöst werden kann. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Eltern schon dadurch ihrem Kind helfen können, dass sie selbst Gelassenheit üben (siehe auch Gelassenheit lernen) und ihre eigene innere Unruhe bekämpfen lernen, um dem Kind auch geeignete Tipps geben zu können.

Nervöse Unruhezustände und innerliche Unruhe bei Kindern durch Sinnesüberreizung (© Sangoiri / Fotolia)

Einige der oben beschriebenen Tipps und Techniken wie Sport oder die Fantasiereise lassen sich auch hervorragend auf Kinder übertragen oder gemeinsam praktizieren. Oft liegen bei Kindern auch andere Stressfaktoren vor als bei Erwachsenen, die man gemeinsam erkunden und beseitigen kann (vgl. Angstsymptome bei Kindern). Bei stofflichen Helfern und dem generellen Verdacht auf Vorliegen von (psychischen) Krankheiten hingegen sollte immer ein Arzt hinzugezogen werden, auch um organische Ursachen auszuschließen.

Ab wann wird es brenzlig?

Innere Unruhezustände kommen und gehen in der Regel mit den üblichen Faktoren wie Prüfungen, Scheidung, Todesfällen in der Familie oder einfach einem aufwändigen Umzug.

Nervöse Unruhe kann allerdings auch Teil der Gesamtsymptomatik eines größeren psychischen Krankheitsbildes sein (vgl. gefährliche psychische Störungen). Als pathologisch gilt ein Symptom, wenn es über längere Zeit anhält, von weiteren Symptomen begleitet wird und als körperlich stark belastend empfunden wird (siehe z.B. reaktive Depression Symptome).

Denn auch wenn Herausforderungen und Aufregung zum Leben dazugehören, sind doch Gelassenheit, innerer Frieden und Freude letztlich die Basis für Glück (vgl. auch innere Ruhe und Gelassenheit finden). Innere Unruhe kann ein Zeichen sein, sich dem Leben und seinen Hürden zu stellen, daran zu wachsen und zu reifen; sie kann aber auch ein Warnsignal sein, dass etwas nicht stimmt.

Besonders wenn zum emotionalen Unwohl-, Gereizt– oder Erregtsein häufiger Zittern, Herzrasen, Panik, Rastlosigkeit und Schlafstörungen hinzukommen, sollte man mit dem Arzt seines Vertrauen darüber sprechen. Auch anhaltende und/ oder intensive Angstzustände sind ein deutliches Alarmzeichen (siehe Angstzustände Symptome verstehen).

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Die meisten Angsterkrankungen und andere Störungen lassen sich heute gut behandeln, wenn sie rechtzeitig als solche erkannt und aktiv angegangen werden (siehe Angsterkrankung Ursachen und Angsterkrankung Behandlung). Eine Verschleppung der Problematik und ihrer Beschwerden macht die Lösung hingegen häufig schwieriger.

Besonders deutlich kann der Handlungsbedarf daran erkannt werden, dass keine der empfohlenen Entspannungs- und Ausgleichstechniken gegen die Beschwerden hilft. Spätestens dann sollten sowohl organische Krankheiten als auch psychische Ursachen in Betracht gezogen und angegangen werden. In vielen Fällen reichen dann einfache Mittel nicht mehr aus und Ärzte fangen an, Medikamente zu verordnen (Angstlöser, Antidepressiva etc.).

Hilfreiche Videos zum Thema „innere Unruhen bekämpfen“ finden Sie hier:

Innere Unruhe bekämpfen – das könnte Sie auch interessieren auf dieser Website:

Schlaftabletten / Schlafmittel – Risiko oder Hilfe?

Angststörungen Symptome

Neurapas Balance | Stimmungsaufheller aus Johanniskraut, Baldrian, Passionsblume

Nervöse innere Unruhen ► Quellen und weiterführende Ressourcen:

Volle Konzentration! Unruhige Kinder im Alltag unterstützen

Stuttgart, Juli 2010 – Aufmerksamkeitsprobleme sind heute in vielen Familien ein Thema. Nicht alle unruhigen Kinder haben eine Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Aber auch Kinder, die sich leicht ablenken lassen, haben oft Schwierigkeiten, ihren Alltag zu bewältigen. Ihre Eltern fragen sich: Was hilft, wenn mein Kind zappelig oder unorganisiert ist? Was kann ich tun, wenn es viele Fehler macht oder sich wenig zutraut? Die Ergotherapeutin Britta Winter bietet in ihrem Ratgeber „’Komm das schaffst Du!’ – Aufmerksamkeitsprobleme und ADHS“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2010) erprobte Alltagshilfen für Eltern und Kinder.

Eltern, Erzieher, Lehrer, Ärzte und Therapeuten äußern den Eindruck, dass heute mehr Kinder unter Aufmerksamkeitsproblemen leiden. Diese Kinder erscheinen entweder besonders unruhig und zappelig oder sehr verträumt und langsam. Kinder mit solchen Auffälligkeiten werden oft ergotherapeutisch behandelt. „Das Zusammensein mit diesen ganz besonderen Kindern ist anstrengend und fordert Erwachsene sehr heraus. Wichtig ist es, dass der Alltag für Kinder und Eltern (wieder) einfacher wird“, erklärt Britta Winter. Sie hat ein spezielles ergotherapeutisches Elterntraining entwickelt, das Eltern zeigt, wie sie ihre Kinder bestmöglich unterstützen und mit dessen Hilfe sie typische Problemsituationen ins Positive wenden. In ihrem Ratgeber stellt sie Alltagshilfen, Tipps und Tricks vor, die dem Kind helfen, sich selbst besser zu regulieren, es ruhiger oder wacher werden lassen und seine Sozialkompetenz verbessern.

„Aber, neben allen konkreten Tipps, ist mir die wichtigste Botschaft: Verstärken Sie das Vertrauen des Kindes in sich selbst und in seine Fähigkeiten und Stärken, indem Sie immer wieder verdeutlichen, dass Sie diese anerkennen, es wertschätzen, gerne haben oder sogar unbedingt lieben“, so die Autorin. Denn ein stabiles Selbstvertrauen, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um mit dem Alltag und seinen Anforderungen zurechtzukommen.

Die Autorin

Britta Winter ist Ergotherapeutin in eigener Praxis und Mitglied im ADHS-Qualitätszirkel der Medizinischen Hochschule Hannover.

Wissenswertes: Der Trick mit den Aufpassübungen

Aufpassübungen helfen dem Kind, das Zusammenspiel zwischen Aufmerksamkeit, genauem Hinsehen und gezielten und fein abgestimmten Bewegungen zu trainieren. Neben der Verbesserung der Muskelspannung und Koordination, lernt das Kind auch, sein Erregungsniveau zu regulieren, sich auf eine Aufgabe ganz zu konzentrieren und sich nicht ablenken zu lassen. Ermutigen Sie das Kind, die Aufpassübungen vor den Schularbeiten oder vor anstrengenden Tätigkeiten zu machen. Als Aufpassübungen haben sich besonders bewährt:

  • Hampelmann
  • Überkreuzübungen, wie Knieklatschen über Kreuz
  • Seilspringen
  • Fangen und Werfen von ein oder zwei Säckchen/Bällen
  • Jonglieren mit Säckchen oder Jonglierbällen

Wenn wir ständig unter Strom sind, ist ein Burnout unausweichlich. Das muss nicht sein! Wenn wir jedoch frühzeitig unseren Körper und Verstand beruhigen, erfahren wir den wohltuenden Zustand beruhigter Ausgeglichenheit.

Inhaltsverzeichnis

„ständig unter Strom“ – was ist das?

Anfänglich fühlt man sich flatterhaft, unruhig, getrieben und springt von einer Sache zur Nächsten. Eine nicht enden wollende Abfolge von Aktionen, sodass die persönlichen Bedürfnisse hinten angestellt werden. Entsprechend sehnsüchtig kreist unser Denken um den nächsten Urlaub. Doch auch diese erholsame Freizeit erstickt in weniger als einem hektischen Alltag. Sobald ist die wohltuende Langsamkeit dahin. Und weicht erneut dem Gefühl „ständig unter Strom“ zu sein.

Es muss nicht gleich so dramatisch sein. Doch die Botschaft ist wohl angekommen. Wichtig ist, dass wir bereits die frühen Warnsignale erkennen, verstehen und unser Verhalten und unsere Umwelt so verändern, dass wir unseren Kompass neu ausrichten können.

Hier kannst du einen schnellen Selbsttest machen: WIE GESTRESST BIN ICH?

Das volle Spektrum an Symptomen

  • selbst in der Freizeit kommen wir nicht runter
  • Nackenverspannungen und Kopfschmerzen
  • allgemeine Verspannungen nehmen zu
  • Herzrasen
  • Atembeschwerden
  • Schwindel
  • Einschlaf- und Durchschlafstörungen
  • gesteigertes Essverhalten als Kompensation für den inneren Stress
  • erhöhter Konsum von Kaffee, Tabak, Alkohol etc.
  • zunehmende Erschöpfung
  • sozialer und emotionaler Rückzug
  • und viele weitere

Bleiben wir weiterhin in diesem Modus aus Multitasking und Gehetztsein, kommt es zu mehr als nur den ersten Symptomen. Des Weiteren folgen auch medizinisch relevante Diagnosen:

So fängt es an

Sowohl unsere Umgebung, als auch unser eigenes Verhalten haben direkten und indirekten Einfluss auf unseren Zustand. Leistungsdruck, kopiertes Verhalten von Vorbildern (Eltern, Partner etc.), aufgebautes Selbstvertrauen über Leistung, kulturelle Normen und vieles mehr tragen zu einem gesteigerten, inneren Tempo bei. Das und andere sind die Verursacher deines ständig unter Strom Seins!

Folglich entsteht der ständige Drang Dinge erledigen zu wollen. Ohne Pause und Rücksicht auf eine natürliche Abfolge von Aktivität und Passivität. Nicht falsch verstehen. Häkchen hinter To Do’s zu setzen ist gigantisch. Doch wenn das Erledigen eine Schneise innerer Verwüstung und Selbstgeisselung nach sich zieht, ist das alles andere als toll!

Übungen gegen das ständig unter Strom sein

Vorausgesetzt du möchtest nicht wie ein Eichhörnchen auf einem Energy-Drink- und Koffein-Trip sein, solltest du jetzt aufmerksam weiterlesen. Dieses “ständig unter Strom” sein muss wirklich nicht sein. Ja, unsere Kultur und Gesellschaft vermittelt uns, dass es erstrebenswert ist ganz viele Dinge gleichzeitig zu erledigen. Doch das ist es ganz und gar nicht.

Bevor dieses Verhalten zu ernsthaften Erkrankungen führt, sollten wir mit ein paar einfachen Übungen dem ganzen einen Riegel vorsetzen. Genauso erhalten wir wieder die Kontrolle über das Tempo unseres Alltags. Bereit?

Die Quintessenz zur Besserung

Unser gesamtes System ist auf einen regelmäßigen Wechsel von Aktion und Pause programmiert. Daher: Folge deiner Atmung und sei im Hier und Jetzt. Infolgedessen entschleunigst du deinen Alltag auf ganz natürliche Weise. Folglich ist es nicht weiter nötig ständig unter Strom zu sein. Wenn du aus diesem Beitrag sonst nichts mitnimmst, merke dir zumindest dies und du hast das Wichtigste an Bord.

Auf diesem Grundsatz basieren auch alle anderen Maßnahmen. Indem wir unseren Geist und Körper stets auf eine Sache voll ausrichten, kommen beide auf ganz natürliche Weise zur Besinnung. Wir sind tatsächlich nicht für ein ständiges Multitasking geeignet. Machen wir das dauernd so, überhitzen quasi unsere Schaltkreise und ein Kurzschluss ist unvermeidbar. Doch vorher häufen sich meist die Fehler.

Da jeder von uns einzigartig ist und seine ganz persönliche Umstände hat, braucht es etwas Abwechslung und Variation bei der Wahl der Maßnahmen und Methoden. Zumal jeder so seine Vorlieben hat. Also weiter geht’s.

Schritt 1 um nicht ständig unter Strom zu sein

Beende sofort alle Tätigkeiten, halte für einen Moment inne und nehme dir als nächstes nur eine einzige Aktion vor. Kein Multitasking! Dein Körper und Verstand beruhigen sich automatisch. Sobald du dich nur einer Sache widmest. Die Übung ist so simpel und gleichzeitig extrem effektiv.

Übung Nr. 2: wiederkehrende Pausen

Wiederkehrende Phasen des “Nichts-tun’s”. Alle 25 Minuten brauchen wir eine Pause. Und was machen wir in dieser Pause? Zum Beispiel einfach dasitzen oder daliegen und atmen. Oder ein bisschen lockere Bewegung und dabei atmen. In die Ferne schauen hilft auch super. Und atmen. 5 Minuten lang. Danach geht es weiter. Manche nennen es Pomodoro-Technik. Ich nenne es “einfach mal eine Pause einlegen”. Auch hier greift die erste MP3-Einheit meiner Newsletter-Freebies (Titel: “Fokus auf neue Taten”) und begleitet dich für eine effiziente Pause.

Geben wir uns keine dieser kleinen Unterbrechungen, drehen wir unseren Motor immer höher und schneller. Bis wir eben „ständig unter Strom“ stehen. Sobald wir dann mal Zeit für eine Ruhephase haben, kommt einfach keine Ruhe zustande. Schließlich brauchen wir mehrere Minuten bis gar Stunden bis wir endlich mal runter kommen. Die Alternative ist: sich bis zur totalen Erschöpfung auszupowern, sodass wir völlig geplättet umfallen. Kommt dir das bekannt vor? Kurzum: ein Burnout ist vorprogrammiert!

Entspannung auf neuem Level

Fange an dir mehr Zeit für Entspannung zu gönnen. Das hilft dir dabei den Unterschied zwischen dem Gefühl “ständig unter Strom zu sein” und dem Gefühl “vollkommen ruhig zu sein” wahrzunehmen. Mit zunehmender Erfahrung brauchst du auch weniger Zeit bis du entspannst. Wie du mit Meditation innere Ruhe finden kannst, erfährst du in meinem anderen Beitrag. Dort findest du auch gleich zwei kostenlose Übungen dazu.

Hier findest du auch einen ausführlichen Beitrag zur Entspannung nach Jacobsen.

Nimm dir zu Beginn ca. ein Mal pro Woche 30-60 Minuten Zeit dafür. Eine geführte Entspannungseinheit hilft dabei enorm. Wir alle brauchen etwas mehr Führung und Begleitung, wenn wir uns im unbekannten Terrain aufhalten. Sobald du sicherer in der ‘neuen Umgebung’ geworden bist, kannst du immer mehr auf die Unterstützung verzichten.

Alles was hilft

Falls du noch Schwierigkeiten hast dich voll und ganz auf den neuen Kurs auszurichten, solltest du jede Form von Hilfe in Anspruch nehmen. Somit stellst du sicher, dass du effektiv die ersten Erfolge einheimsen kannst.

Sofern du deinen inneren Strom noch weiter beruhigen möchtest und nicht mehr wie ein aufgedrehtes HB-Männchen herumlaufen willst, habe ich genau die nötigen Empfehlungen für dich:

Bestimmte Aktivitäten helfen auf natürliche Weise dich zu beruhigen:

  • Sauna
  • Thermalbad
  • meditative Musik
  • Yoga
  • Qigong
  • ein Schläfchen
  • Aufhalten in der Natur
  • u.v.m.

Unter Strom stehen

Mein lieber Herr Gesangsverein, ich stehe ständig unter (wie funktioniert) Strom >>? Gefühl wie unter Strom gesetzt?

Redewendung unter Strom stehen

Führt unter Strom stehen dazu, dass einem die Haare zu Berge stehen? Ist unter Strom stehen gefährlich? Kann unter Strom stehen krank machen? Welche Bedeutung hat die Redewendung unter Strom stehen?

Bedeutung der Redensart unter Strom stehen

Die redensartliche Bedeutung von unter Strom stehen lautet: Übermäßige Aktivität (hypermäßig aktiv), ohne Rast und Ruhe, Angespanntheit, dauerhafte Überlastung, unter Hochspannung stehen, starke innere Unruhe und dergleichen Dinge mehr, die krank machen. In erster Linie bezieht sich die Redewendung unter Strom stehen auf negativen Stress. In Ausnahmefällen kann die Redensart unter Strom stehen für Positivstress genutzt werden. Wer beispielsweise gerade eine rosa Brille (oder sogar rosarote Brille?) auf hat (sich in total frischer Liebe befindet), steht häufig auch unter Strom (kommt vor lauter Herzrasen und Schmetterlinge ohne Ende im Bauch nicht zur Ruhe).

Grund für unter Strom stehen – Psyche

Psychische Gründe sind meist die Ursache für unter Strom stehen. Wer unter Strom steht, lässt seinen Körper / Geist nicht zur Ruhe kommen. Ständiges unter Strom stehen gefährdet daher das seelische Gleichgewicht.

Gefährdung der Gesundheit durch unter Strom stehen

Wer unter „unter Strom stehen“ leidet (im originär negativen Kontext der Redewendung) – dauerhaft / ständig – befindet sich in Gefahr betreffend der Gesundheit.

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Welche Risiken für die Gesundheit gibt es durch unter Strom stehen?

Unter Strom stehen kann diffuse Krankheiten auslösen. Der Hausarzt kann zunächst keine organischen Schäden feststellen. Dennoch fühlt man sich schlapp, wenn man ständig unter Strom gestanden hat. Der Hausarzt steht dann wie ein Ochs vorm Berg:

„Krank ohne Befund“

Gefahren durch unter Strom stehen nicht unterschätzen

Durch unter Strom stehen können einige Symptome ausgelöst werden

Die folgenden Beispiele machen deutlich, dass unter Strom stehen nicht unterschätzt werden sollte. Mögliche Symptome:

Angststörungen
Depression
Verlust der Libido
Burnout
Hoher Puls
Störungen beim Herzrythmus
Schlafstörungen
Albträume
Atemnot, Druck auf der Brust
Probleme mit dem Magen
Schmerzstörung

Genaue Diagnose als Folge von unter Strom stehen ist schwierig

Die vorgenannten Symptome als Folge von unter Strom stehen sind alle unspezifisch und daher ist es für Ärzte schwierig, eine genaue Diagnose zu stellen.

Bücher zum Thema unter Strom stehen

Wer es partout nicht auf die Reihe bekommt, dem unter Strom stehen ein Ende zu setzen – Tipp: Auszeit gönnen. Unter Umständen lässt sich dieses ewige unter Strom stehen durch

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in den Griff bekommen.

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Redensart – Assoziation

Warum wird die Redewendung unter Strom stehen mit den genannten Merkmalen assoziiert? Wie lässt sich die Redewendung unter Strom stehen erklären? Nachvollziehen lässt sich die Redensart unter Strom stehen bildlich betrachtet.

Elektrische Energie als fließende Kraft

Elektrische Energie kommt nie zur Ruhe, weil sie eine ständig fließende Kraft ist. Die Analogie zum Menschen: Wer redensartlich unter Strom steht, wird wie eine Maschine elektrisch angetrieben.

Elektrische Geräte unter Strom setzen

Menschen werden krank, wenn sie ständig unter Strom stehen. Anders ist dies bei elektrischen Geräten, zum Beispiel ATX Netzteile >>. Elektrische Geräte eignen sich für unter Strom stehen.

Unter Strom gesetzt werden

Es gibt unterschiedliche Formen von unter Strom stehen. Es gibt sogar die Art von unter Strom stehen, bei der man regelrecht unter Strom gesetzt wird:

Unter Strom stehen im Video >>

Stehen Sie wegen einer hohen Stromrechnung unter Strom?

Wie kommt es zur Stromrechnung, wegen der man unter Strom steht? Strompreisbildung / Strompreis >>. Wer wegen einer überhöhten Stromrechnung unter Strom steht, kann dies meist leicht und schnell abstellen:

Forum: Unter Strom stehen

Forum zum Thema unter Strom stehen. Wer sich zum Thema unter Strom stehen austauschen möchte, kann dies im Forum unter Strom stehen gerne machen. Kennt jemand Tipps / Empfehlungen, dem unter Strom stehen Herr (oder Frau oder Gender) zu werden? Hat jemand Fragen zu unter Strom stehen? Wie lässt sich Stress durch unter Strom stehen bewältigen?

Stressbewältigung

Stress – Schwung fürs Leben oder Krankmacher

Der allgegenwärtige Stress hat einen denkbar schlechten Ruf. Dabei ist der Zustand des „Gestresstseins“ eigentlich ein genialer Trick der Natur. In Gefahrensituationen, aber auch angesichts anderer Herausforderungen mobilisiert der Körper Kraftreserven. Puls und Atmung beschleunigen sich und das Blut strömt schneller in den Gefäßen: Mehr Sauerstoff und mehr Zucker stehen zur Verfügung. Hormone wie Adrenalin und Cortisol schießen in die Blutbahn und sorgen dafür, dass ein Mensch hellwach ist und blitzschnell reagieren kann. Stress ist also an sich nichts Negatives, im Gegenteil: Er ist überlebenswichtig.

Mehr noch: Stress kann richtig Spaß machen. Richtig dosiert bringt er Schwung ins Leben und verleiht Flügel. Wer eine anspruchsvolle Aufgabe bewältigt, läuft plötzlich zur Höchstform auf. Auch wer herzklopfend zu einem Rendezvous eilt, steht unter Strom – aber unter positivem. „Eustress“ nennen Wissenschaftler diese Form der Anspannung, die als durchaus angenehm erlebt wird – im Gegensatz zum „Distress“, dem negativen Stresserlebnis. Brenzlig wird die Sache aber erst, wenn Menschen dauernd unter Strom stehen.

Stress erkennen – Gestörter Schlaf und Gummibärchensucht

Doch wie erkennt man Stress überhaupt? Stressforscher haben vier verschiedene Ebenen mit typischen Symptomen definiert, an denen man möglichen Stress festmachen kann.

Auf der kognitiven Ebene (Wahrnehmung) kommt es zu typischen Symptomen wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, eingeengte Wahrnehmung, Zerstreutheit, negativem Denken (ständiges Sorgen, Grübeln) oder Schwierigkeiten bei Entscheidungen.

Auf der psychischen Ebene schlägt sich Stress schnell nieder: Wer gestresst ist, reagiert gereizt und aggressiv oder – je nach Veranlagung – auch energielos, antriebsschwach oder weinerlich. Typisches Anzeichen für den übermächtigen Druck sind auch innere Unruhe, Überdrehtheit, Erschöpfungsgefühle, Ausgebranntsein (Burn-Out-Syndrom) oder sogar Angsterkrankungen.

Der Körper warnt auf seine Weise. Vielen schlägt Stress auf den Magen. Das reicht von Appetitlosigkeit oder Gummibärchensucht über Sodbrennen, Magendrücken und Verdauungsstörungen bis hin zum Magengeschwür. Außerdem haben gestresste Menschen höhere Cholesterinwerte und leiden häufiger unter Bluthochdruck. Im Extremfall droht ein Herzinfarkt. Stress schwächt aber auch das Immunsystem – Herpesbläschen blühen auf oder das Stressopfer ist anfälliger für Grippe, Schnupfen & Co.

Auf der Verhaltensebene schlägt sich Stress mit typischen Symptomen nieder. Gestresste Menschen entwickeln „Ticks“: Sie wippen ständig mit den Füßen, trommeln mit den Fingern auf dem Tisch, zupfen sich Kragen oder Krawatte zurecht oder räuspern sich permanent. Die Gefahr für Pannen und Unfälle klettert, sie zeigen zwanghaftes Verhalten, bauen die Spannung durch Überaktivität ab oder lenken sich mit anderen Dingen ab. Dazu gehören übersteigertes Konsumverhalten oder Arbeiten. Typisch ist auch der Griff zu den schnellen Stresslösern, beispielsweise Zigaretten, Kaffee, Alkohol und Süßigkeiten – der Konsum steigt unter Stress beträchtlich an.

Hier gilt es, die Zeichen rechtzeitig zu erkennen und die „Notbremse“ zu ziehen – und zwar bevor sich der Stress schädlich auf Körper und Seele auswirkt. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt bringen ans Licht, ob sich Krankheiten anbahnen oder sogar schon manifestiert haben. Wer die Warnsignale erkennt und ernst nimmt, kann gegensteuern, bevor Körper und Seele nicht mehr mit machen.

Stressklassiker – Prüfungen und Langeweile

Stress ist in der Regel eine Frage der Persönlichkeit. Was der eine völlig locker nimmt, ist für den anderen schon Stress pur. Ganz pauschal kann man nur sagen, dass negativer Stress immer da beginnt, wo ein Mensch überfordert statt gefordert ist. Natürlich gibt es auch die Stressklassiker. Dazu gehören Prüfungssituationen aller Art – wobei die Führerscheinprüfung beispielsweise durchaus unterschiedlich wahrgenommen wird. Außerdem Ärger jeglicher Couleur – vom Nachbarschaftsstreit bis zur Beziehungskrise, ungelöste Probleme, Ängste, aber auch die Eintönigkeit. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass auch Routine und Langeweile ernstzunehmende Stressfaktoren sind.

Stressfrei leben?

Stress ganz aus seinem Leben ausklammern – das funktioniert nicht und im Grunde will das auch niemand. Hieße das doch, in Langeweile zu versinken. Man kann sich aber aus der Stressspirale ausklinken. Wege dazu gibt es viele. Beispielsweise Prioritäten setzen, sich vom Perfektionismus verabschieden, sich klar machen, was wirklich wichtig ist und andere, weniger wichtige Dinge entspannt hintenan stellen. Dazu gehört auch, den Blickwinkel zu verändern. Manche stellen schnell fest, dass sie nicht alles brauchen, sein oder haben müssen, was sie als unerlässlich betrachten. Es gilt, selbstbewusster zu werden und vor allem die Dinge mit Humor zu nehmen. Lachen ist die beste Medizin. Und nichts löst den Stress wirkungsvoller auf – in Wohlgefallen.

Datum: 21. Januar 2011

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