Streit zwischen geschwistern

Wenn Geschwister streiten – Lösungswege die funktionieren – Buchrezension *Werbung*

Vor den Sommerferien war es bei uns zu Hause wieder total extrem und ich fragte mich als Einzelkind, was ich nur falsch gemacht habe und nun reagieren soll, wenn sich die Geschwister streiten?! Da kam mir das folgende Buch total gelegen:

Wenn Geschwister streiten – Lösungswege die funktionieren.

Autorinnen: Christine Kaniak – Urban/ Andrea Lex – Kachel
Verlag: Kösel
ISBN: 978-3-466-30695-4

Das Buch ist in 4 Kapitel aufgeteilt:

1. Kapitel: Über den besten Platz in Mamas und Papas Herzen
2. Kapitel: Die Individualität meiner Kinder erforschen
3. Kapitel: Geschwisterstreit kompetent begegnen
und 4. Kapitel: Als Familie überleben.

In jedem Kapitel gibt es Beispiele von Fällen, die oft in ihren Beratungspraxen gelöst werden müssen. Im Buch werden sie in Textform oder auch als Comic vorgestellt, um die bisherige IST Vorgehensweise mit dem vorteilhafteren SOLL Verhalten bildlich vergleichen zu können.
Hintergrundwissen aus der psychologischen Forschung lassen Entwicklungsschritte unserer Kinder einfacher verstehen.
Und abschliessende Übungen lassen den eigenen Handlungsspielraum erweitern.

Welche Inhalte aus „Wenn Geschwister streiten“ haben mich persönlich bestärkt?

– Stärken an die Macht

Ist es nicht so, im Kritik, Ermahnungen und Tadel aussprechen sind wir blitzschnell. Oft ist uns gar nicht bewusst, was diese Berieselung von negativen Äusserungen beim Gegenüber bewirken kann. Kinder bis ca. 9 Jahre verstehen zum Beispiel vom Satz „Verhalte dich nicht so dumm!“ die Äusserung „Du bist dumm“. Das Kind denkt somit, dass es nichts wert ist, dass es nicht geliebt wird, dass die anderen Geschwister bevorzugt werden. Der Teufelskreis von negativem Auffallen, Kritik einheimsen, sich wertlos fühlen, negativem Auffallen,… macht seine Runden.
Die Möglichkeit diesen Kreis zu durchbrechen erreicht man, indem man sich einmal die Mühe macht alle positiven Taten, Fähigkeiten und Stärken dieser Person zu notiert und ab dann den Fokus darauf zu legt, das Kind mit diesen Erkenntnissen zu berieseln respektive das Kind zum Beispiel im Haushalt genau dort einzusetzen, wo es gut darin ist. Denn das was man gut kann, macht man meistens auch gern.
Beim Loben muss man aber darauf achten, dass es
1. echt ist.
2. das Lob nicht mit etwas Negativem beendet wird.
3. das Kind mit seinen Stärken nicht in eine Schublade wirft und
4. Die Stärken nicht benutzt, um offensichtlich die Geschwistern zu vergleichen und dabei versucht sie zu erpressen.

Echt eine herausfordernde Aufgabe für jeden. Aber sie macht Sinn, ob bei jung oder alt.

– Eigene Kindheit analysieren

Eigentlich auch ein sehr wichtiger Punkt, denn wir Handeln nach selbst Erlebtem und Gelerntem. (Ausser es war so extrem, dass wir unser Leben unseren Kindern NIE wünschen würden und ihnen deshalb wahrscheinlich genau das Gegenteil vorleben werden.)

– Die Wolfs- und Giraffensprache

Mit diesen zwei Sprachtechniken wird einem erklärt, wie man eine für sich störende Situation dem Gegenüber wertschätzend oder eben nicht mitteilen kann.

– Die Fenstertechnik

Mit dieser Technik konditioniert man gezielt eingefahrene Stressmomente weg.

– Und zu guter Letzt werden die verschiedenen „Räume“ des Familienhauses erklärt und vorgeschlagen, wie man diese pflegen sollte, damit der Haussegen möglichst friedlich und gerade bleibt.

Mein Feedback zum Buch „Wenn Geschwister streiten“.

Als Einzelkind fand ich das Buch recht interessant im Hinblick, was ich damals alles verpasst habe (oder eben nicht.) 😉 Gleichzeitig kam ich zur Erkenntnis, dass aufgrund, dass ich als Kind (und leider heute auch noch) immer die volle Aufmerksamkeit hatte und mir viel materielle Wünsche erfüllt werden konnten, ich diesen Standard meinen Kids weitergeben möchte und mich dadurch selbst unter Stress setze.
Nicht allen Inputs im Buch konnte ich zustimmen und für gut erklären. Klar meine Erziehungseinstellung muss nicht dieselbe sein, wie die der Autorinnen.
Aber im Grossen und Ganzen lohnt es sich das Buch zu lesen und die Übungen und Techniken einmal auszuprobieren. Diese können nämlich nicht nur bei Geschwisterstreit, sondern auch wenns in der Partnerschaft nicht mehr rosig läuft, weiterhelfen.

Wie bist du in deiner Kindheit mit deinen Geschwistern ausgekommen? Wie gehst du heute mit deinen Kindern um, wenn „non stop“ gestritten wird? Pflegt ihr dazu Hausregeln?

Wenn Deine Kinder ständig streiten

Geschwisterbeziehungen sind eine komplizierte Angelegenheit. Deine Kinder stimmen genetisch zu 50 Prozent überein, können aber trotzdem völlig verschieden sein. In einem Moment streiten Deine Kinder, im nächsten Moment spielen sie friedlich oder hecken gemeinsam etwas aus. Geschwisterstreit gehört zum Alltag, und meistens ist er so schnell vorbei wie er begonnen hat. Aber was, wenn Deine Kinder oder zumindest eines davon streitsüchtig ist? Wenn kein Moment vergeht, ohne dass eine Auseinandersetzung provoziert wird? Die Beziehung Deines Kindes zu seinen Geschwistern prägt sein Leben. Es ist wichtig, dass Deine Kinder lernen, positive Gefühle füreinander zu entwickeln. Darin sollten Du und Dein Partner Eure Kinder unterstützen.

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Warum Geschwister streiten

Es gibt zwei Hauptgründe für den Streit zwischen Deinen Kindern, den aktuellen Anlass, also sie wollen beide mit demselben Spielzeug spielen. Oder sie rivalisieren um Deine Aufmerksamkeit. Dann sind die Streitigkeiten aus der Luft gegriffen und Deine Kinder wollen eigentlich nur wissen, wen Du und Dein Partner lieber haben. Deine Kinder rivalisieren um die Gunst von Dir und Deinem Partner und ärgern sich, wenn ihre Geschwister etwas bekommen, weil doch sie selbst Euer Mittelpunkt sein wollen. Sie streiten sich um den Platz in der Familie: Wer ist der Boss? Wer ist der Bessere? Wer hat mehr Sachen? Wer darf länger aufbleiben? Weitere Gründe für Streit sind Langeweile oder Frust, den Dein Kind an seinen Geschwistern auslässt.

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Streit unter Kindern oder Geschwistern ist unvermeidbar und wichtig

Ist Dein jüngstes Kind etwa drei Jahre alt, dann hat die starke Verbindung zu Dir und Deinem Partner etwas nachgelassen, die Verbindung zu den Geschwistern dagegen ist gewachsen und hat sich gefestigt. Deine Kinder unterscheiden sich in ihren Begabungen, in ihrem Temperament und in ihrem Alter. Damit ist der Streit eigentlich schon vorprogrammiert. Je geringer der Altersunterschied zwischen Deinen Kindern ist, desto mehr streiten sie. Das gilt besonders, wenn sie dasselbe Geschlecht haben. Dennoch können sie viel voneinander lernen. Ältere Kinder werden schnell zu kleinen Lehrmeistern und zu Vorbildern: was mein großer Bruder kann, das will ich auch machen! Auch beim Streiten lernen Deine Kinder viel: zu streiten, Konflikte zu lösen, zu teilen, Kompromisse zu machen, sich zu vertragen, Strategien zu entwickeln um seinen Willen zu bekommen und anderes.

Wie solltest Du reagieren, wenn Deine Kinder ständig streiten

  • Einige Dich mit Deinem Partner: Sprich Dich mit Deinem Partner ab, wie Ihr Euch im Konfliktfall verhaltet. Deine Kinder merken schnell, wenn Ihr unterschiedliche Meinungen habt und wissen das für sich zu nutzen. Es könnte Euch sonst passieren, dass Eure Kinder Euch gegenseitig ausspielen.
  • Verhalte Dich neutral: Du kannst nicht herausfinden, wer angefangen hat, wer woran schuld ist oder wer wen zuerst provoziert hat. Der Kleinste ist nicht automatisch der hilflosere, und der der weint hat vielleicht angefangen. Ergreife keine Partei, sondern hilf Deinen Kindern bei der Suche nach einer friedlichen Lösung und wecke Verständnis füreinander. Geh nicht als Polizist in die Situation rein, sondern lieber als Vermittler.
  • Vermeide Vergleiche: Wenn Du Deine Kinder miteinander vergleichst, verstärkst Du damit die Rivalität zwischen ihnen. Vermeide daher vergleichende Bemerkungen wie „Deine Schwester war die ganze Zeit über brav, warum Du nicht?“, denn so könnte nur ein weiterer Streit entstehen.
  • Verlange keine Unterordnung: Wenn eines Deiner Kinder von Dir sozusagen zum Boss erklärt wird, dann lehnen sich die anderen Kinder automatisch dagegen auf und Du hast dauernd Streit.
  • Betone die individuellen Stärken: Jedes Deiner Kinder hat seine besonderen Begabungen, die von Dir beachtet werden sollten. Lobe es dafür. Wenn sich jedes Deiner Kinder von Dir beachtet fühlt, verkleinerst Du die Rivalität zwischen ihnen und damit auch die Gründe für einen Streit.
  • Stärke das Zusammengehörigkeitsgefühl: Lobe solidarisches Verhalten, übe das Teilen und kläre die Besitzverhältnisse, damit Deine Kinder lernen, sich nicht am Eigentum der Geschwister zu vergreifen.
  • Trenne Deine Kinder vorübergehend: Erzwinge keine gemeinsamen Aktivitäten. Teile den Raum und die Spielsachen. Jeweils ein Kind bekommt seinen Teil und darf darüber bestimmen. Will eines der Geschwister von den anderen Sachen etwas haben, muss es seine Schwester oder seinen Bruder zuerst fragen, sonst darf es sich die Sachen nicht holen. Viele Streitigkeiten beginnen, weil Deine Kinder „gleichzeitig“ ein Spielzeug haben wollen. Deine Kinder lernen so zu teilen und sich zu versöhnen.
  • Alleinsein ist erlaubt: Zwinge Deine Kinder nicht Zeit miteinander zu verbringen. Dein Kind muss sich zurückziehen dürfen. Wenn Dein Kind alleine sein will, müssen die anderen Kinder das respektieren lernen und es in Ruhe lassen.
  • Achte auf die Streitkultur: Gewalt gegen die Geschwister ist tabu. Überlege mit Deinen Kindern, wie sie ihre Wut loswerden können ohne sich zu verletzten oder zu randalieren. Erkläre Deinem Kind, dass es seine Geschwister nicht provozieren darf.
  • Zeige Konsequenzen und bleibe konsequent: Dauerstreiter sollten wissen, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat. Erkläre Deinen Kindern, mit was für Konsequenzen sie rechnen müssen und bleibe dabei. Überlege Dir vorher was für Konsequenzen angebracht sind, denn wenn Du selber ärgerlich bist und spontan entscheidest, könntest Du ungerecht oder zu streng sein.
  • Sorge für Kontakte außerhalb der Familie: Wenn Dein Kind auch noch andere Spielgefährten hat außer seinen Geschwistern, förderst Du seine soziale Kompetenz. Dein Kind findet Anerkennung und es macht wichtige Erfahrungen im Spiel mit Gleichaltrigen.
  • Überprüfe Dein Verhalten: Haben Du oder Dein Partner ein Lieblingskind? Wann hast Du das letzte Mal: „Ich hab Dich lieb!“ zu Deinem Kind gesagt? Gab es viel Aufregung um eines Deiner Kinder, und die anderen fühlen sich vernachlässigt? Das könnten Ursachen für andauernden Geschwisterstreit sein. Verbringe mit jedem einzelnen Kind Zeit. Das gibt ihm das Gefühl wichtig und wertvoll zu sein und verringert den Neid auf die Geschwister.
  • Versuche Deine Nerven zu schonen: Geschwisterstreit gehört zum Alltag jeder Familie. Versuche also ruhig zu bleiben und überlege Dir, wie Du die Ruhe bewahren und Deine Nerven in besonders hitzigen Zeiten schonen kannst, ohne dass der Streit zwischen Deinen Kindern eskaliert. Du musst auch nicht jedes Mal grad eingreifen, wenn deine Kinder streiten. Du musst auch nicht jedes Mal grad eingreifen, wenn deine Kinder streiten. Manchmal können sie ihre Konflikte nämlich auch ganz gut selber lösen.
  • Hilfe vom Fachmann: Beherrscht der ständige Streit das Familienleben derart, dass keiner mehr zur Ruhe kommt, oder beobachtest Du bei Deinem Kind über mehrere Monate Verhaltensauffälligkeiten wie etwa extreme Wutausbrüche, Angstzustände, Feindseligkeit, körperliche Aggression oder überwiegend negative Gefühle gegenüber seinen Geschwistern, dann könnte das ein Hinweis auf eine emotionale Störung sein. Du solltest Dich mit einem Kinderarzt oder Kinderpsychologen beraten.

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Wie kannst Du Streit zwischen Geschwistern vorbeugen?

  • Vermeide Vergleiche: Wenn Du Deine Kinder miteinander vergleichst, verstärkst Du damit die Rivalität zwischen ihnen. Vermeide daher vergleichende Bemerkungen wie „Deine Schwester war die ganze Zeit über brav, warum Du nicht?“, denn so könnte nur ein weiterer Streit entstehen.
  • Verlange keine Unterordnung: Wenn eines Deiner Kinder von Dir sozusagen zum Boss erklärt wird, dann lehnen sich die jüngeren Kinder automatisch dagegen auf und Du hast dauernd Streit.
  • Betone die individuellen Stärken: Jedes Deiner Kinder hat seine besonderen Begabungen, die von Dir beachtet werden sollten. Lobe es dafür. Wenn sich jedes Deiner Kinder von Dir beachtet fühlt, verkleinerst Du die Rivalität zwischen ihnen und damit auch die Gründe für einen Streit.
  • Stärke das Zusammengehörigkeitsgefühl: Lobe solidarisches Verhalten, übe das Teilen und kläre die Besitzverhältnisse, damit Deine Kinder lernen, sich nicht am Eigentum seiner Geschwister zu vergreifen.
  • Sorge für Kontakte außerhalb der Familie: Wenn Dein Kind auch noch andere Spielgefährten hat außer seinen Geschwistern, förderst Du seine soziale Kompetenz. Dein Kind findet Anerkennung und es macht wichtige Erfahrungen im Spiel mit Gleichaltrigen.
  • Überprüfe Dein Verhalten: Haben Du oder Dein Partner ein Lieblingskind? Wann hast Du das letzte Mal: „Ich hab Dich lieb!“ zu Deinem Kind gesagt? Gab es viel Aufregung um eines Deiner Kinder und die anderen fühlen sich vernachlässigt? Das könnten Ursachen für andauernden Streit sein. Verbringe Zeit mit jedem einzelnen Kind. Das gibt ihm das Gefühl wichtig und wertvoll zu sein und verringert den Neid auf die Geschwister.

7 Elterntipps gegen Geschwisterstreit

Was tun als Mutter oder Vater, wenn sich Geschwister so schlimm streiten, dass es einen selbst belastet? Hier sind Tipps aus der Tollabea-Community!

Fan Sonja war am Ende mit ihren Nerven…. Das fragte sie meine Tollabea Facebook Community: „Ich weiß mir keinen Rat mehr was die Geschwisterstreitigkeiten meiner beiden Jungs betrifft (3 und 5). Sobald sie aufstehen, und das ist IMMER früh, geht es schon los. Ich merk dann auch gleich, wie mir der Hals schwillt. Wir hatten dadurch auch schon einige Unfälle (Zähne gegen Kloschüssel, Auge gegen Holzecke). Ich weiß natürlich das es „normal“ ist… Rivalität, Eifersucht, Kräftemessen… aber meine Nerven begreifen es scheinbar nicht. Ich bin sehr genervt was dieses Thema betrifft…“

Und da kamen ganz viele Antworten – hier meine Zusammenfassung an geballter Mutter- und Vaterweisheiten (Manche Rechtschreibfehler müsst ihr entschuldigen, ich habe viele Originalzitate hier):

1. Ab nach Draußen!

Fast alle sind sich einige: Geraufe in der Wohnung sollte generell verboten sein. Wenn sie sich körperlich bekriegen, lass sie sich an der frischen Luft verausgaben, rennen, springen, klettern, schwimmen. Nach dem Toben sind sie deutlich ausgeglichener!

Torben Stern macht mit seinen Jungs immer einen langen Spaziergang: “Erstens erzählen die Jungs irgendwann einfach was sie stört und zweitens sind die Streitigkeiten dann nur noch verbal und nicht körperlich brutal. Nach einer gewissen Zeit ist es ein Ritual und gehört zum Tag dazu. Ich habe es mit meinem 4 Jungs 16 Jahre lang gemacht und es war immer schön und tat ihnen echt gut.”

Auch regelmäßige Sportkurse vermitteln ein gutes Körpergefühl. Sogar gezielter Kampfsport lehrt schnell, dass man seine Kräfte nicht missbrauchen darf – diese Erfahrung haben viele Eltern gemacht.

2. Lenkt sie ab!

Tut so als hättet ihr nichts von dem Streit mitbekommen und konfrontiert einen der beiden unter Augenkontakt mit einer ruhig gestellten belanglosen Frage so wie Stephanie Schürheck: “Wo ist denn schon wieder der grüne Dino hingekommen? Du wolltest ihn doch mit in den Kindergarten nehmen. Such ihn jetzt!” Er muss sofort anfangen zu suchen! Dem anderen sofort danach zwei Möglichkeiten zur Auswahl anbieten, auch wieder unbedingt mit Augenkontakt: „Möchtest du dich zuerst anziehen oder möchtest du erst frühstücken?“ Innerhalb von wenigen Sekunden auf eine Antwort bestehen, damit auch er vom Streit abgelenkt ist.

3. Trennt die Streithähne!

Bloß keine Partei ergreifen und sich auf große Diskussionen einlassen: Caro Geli Lehmann schickt jeden in sein Zimmer und schreibt: “Ich gönn mir im Wohnzimmer einen Kaffee wo ich beide Türen im Blick habe. Meist kommt dann einer der beiden angeschlichen und entschuldigt sich.”

Der Tipp ist, Gespräche am besten getrennt führen um neue Streitereien zu vermeiden. Und: Gezielte Einzelspielzeiten regeln das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit! Auch kann man den ein oder anderen verabreden, damit der andere wieder vermisst wird und ihnen klar wird wie wichtig sie einander sind…

4. Feste Regeln aufstellen!

Gut sichtbar und in freier Gestaltungsvielfalt können Tafeln, Poster oder Dosen aufgestellt werden, die Hausregeln verkünden oder ermutigen gute Taten zu vollbringen.

Die „Exekutive“ erfolgt dann entweder in Form von Strafen, wie bei Caro Geli Lehmann: “Strafpunkte haben wir auch eingeführt! Seitdem klappt das mit der Zankerei denn sie wissen sobald mehr als 2 Strafpunkte an der Tafel hängen gibt es entweder keine Gute-Nacht Geschichte (worauf sich der kleine immer sehr freut) oder der Laptop wird vom großen eine Woche lang eingezogen! Zweimal haben sie es bisher geschafft, danach wussten sie es und es gab nie wieder so große Raufereien!”

… oder in Form von Belohnungen wie es Ostfriesenmutti schreibt: “Wir haben hier auch eine Belohnungs-Tafel eingeführt. Mit Smileys. Eine Mama-Tafel gibt es auch – gleiches Recht für alle.”

Anmerkung Béa: Wir haben das aufgeführt, weil das aus der Community kam. Ich selbst bin kein großer Fan von Bestrafungen.

5. Mama ist der liebste Feind!

Beim elterlichen Durchgreifen entwickelt sich oft ganz automatisch “der böse Gegner”. Plötzlich sind die Streitereien vergessen und der Teamgeist erweckt. So Charlotte Weber: ”Im Notfall geb‘ ich mich auch für’s zusammenschweißende gemeinsame Feinbild her „Schon Zimmer aufgeräumt“? „Für heute habt Ihr genug Ferngesehen!“… wirkt Wunder.”

6. Schaltet auf Durchzug!

Wenn sie sich streiten, lasst sie sich ausstreiten. Wenn es um Aufmerksamkeit geht, hier hilft es das Zimmer zu verlassen; “Wenn kein Schiedsrichter da ist, gehts scheinbar auch um nix.”, so Veronika Schuster. Entzieht man sich dem Spektakel schont das auch die eigenen Nerven, wie bei Daniela Martini :”Kopfhörer auf und alle ignorieren! Nach circa 30 Minuten spielen sie friedlich zusammen. Die Kinder brauchen Streit um Konfliktlösungen zu erlernen.”

Ähnlich positiv sieht das auch Janett Simon: “So sehr streiten nervt, heißt es doch auch, dass man sich miteinander beschäftigt und das ist prinzipiell gut. Ich versuche ihnen zu vermitteln, dass nichts so schlimm ist, dass man sich körperlich wehtut (dafür haben wir eine Art Mantra) und dass man auch mal wüten und schimpfen darf, aber dass es auch irgendwann mal wieder gut sein muss, man sich wieder verträgt, entschuldigt, Kompromisse eingeht.”

und jetzt ein Tipp aus meiner eigenen Familie:

7. Gelegenheits-Einzelkinder

Meine Schwester und ihr Mann haben das Problem gelöst, indem sie auch mal einzel etwas mit je einem der Kinder was gemacht haben. Da füht sich der Einzelne mehr „gesehen“ , oder gar geliebt – und hat Streit weniger nötig. Das tut generell gut: Einen sehr schönen Blogbeitrag habe ich dazu bei Tafjora gelesen.

Diese 11 Tipps helfen, wenn Geschwister streiten

Die meisten kennen das, vielleicht auch noch von der eigenen Kindheit mit den Geschwistern: Irgendwann kracht’s! Was du tun kannst, wenn deine Kinder miteinander streiten, erklären wir dir im folgenden Beitrag. Wir haben 11 Tipps für dich gesammelt, allesamt von Eltern getestet und für gut befunden!

– Hör auf die Gefühle deiner Kinder

Wenn deine Kinder miteinander streiten, versuche, die Situation zu evaluieren. Ist eines der Kinder übermüdet? Hatte es vielleicht einen schlechten Tag im Kindergarten/ in der Schule? Sich die Zeit zu nehmen, um wirklich aktiv hinzuhören, kann dir helfen, das Verhalten deiner Kinder besser zu verstehen. Setze dich einfach eine Minute hin und SPRICH mit deinem Kind über die Situation.

– Das Leben ist nicht immer fair

Mit dem Alter deiner Kinder kommen unterschiedliche Verantwortungen und Privilegien. Eines ist dabei aber klar: Nicht alles wird immer fair sein. Wenn du immer versuchst, fair zu agieren, wirst du unter Umständen nur noch mehr Frustration erzeugen.

– Spar deine Kräfte für die größeren Konflikte

Lass deine Kinder Konflikte, beispielsweise um ein Spielzeug, selbst lösen. Wenn deine Kinder nur schwer zu einer Lösung kommen, kannst du ihnen ein zeitliches Limit setzen. Etwa: “Ich gehe jetzt ins Badezimmer. Wenn ich wiederkomme, seid ihr wieder friedlich.” Eingreifen solltest du wenn sich eines deiner Kinder permanent zum Opfer macht oder bei gegenseitigem Runtermachen.

– Das Haus ist eine sichere Zone

Führe die folgende Regel ein: Zuhause wird nur in Liebe miteinander gesprochen und einander ermutigt. Das Zuhause soll ein sicherer Ort sein, an dem sich jeder geliebt und respektiert fühlt.

– Macht Family-Meetings

Regelmäßige Treffen, bei denen die Familie zusammenkommt, sind ein großartiges Mittel um Kindern Zusammenhalt zu vermitteln. Besprecht etwa die Woche, denkt verschiedene Szenarios durch und sprecht darüber. Das bewusste Füreinander-Zeitnehmen wird eure Bindung stärken.

– Investiere in Zweisamkeit

Oftmals haben Kinder besonders “schlimme” Phasen, wenn sie gemeinsame Zeit mit der Mutter brauchen – ohne Geschwisterchen. Nimm dir regelmäßig Zeit, um dich nur mit einem Kind zu beschäftigen. Diese “Quality time” wird deinem Kind guttun und sein Selbstwertgefühl stärken.

– Manchmal muss man nicht teilen

Das kennt vermutlich fast jeder: Die Kinder streiten wegen eines Spielzeuges. Zwar wollen wir natürlich, dass die Kinder teilen lernen, andererseits sollen sie auch lernen, Eigentum anderer zu respektieren und akzeptieren. Gib daher jedem Kind für sich eine spezielle Box, wo ganz spezielle, besondere Spielzeuge aufbewahrt werden können.

– “Gleich gehört es mir”

Wenn die Konflikte in puncto Spielzeug zu sehr außer Kontrolle geraten, solltest du eingreifen. Erkläre deinen Kindern, warum du ihnen das Spielzeug nun wegnimmst. Versuche ihnen zu erklären, dass ihre Beziehung zueinander wichtiger ist, als ein Spielzeug.

– Heb das Positive hervor

Manchmal fokussiert man sich nur auf das Negative. Dabei solltest du das Positive genauso hervorheben! Lobe deine Kinder wenn sie friedlich miteinander spielen oder sich gegenseitig helfen und unterstützen.

– Vermeide Vergleiche

Geschwister werden naturgemäß sehr oft miteinander verglichen. Dennoch: Versuche, es zu vermeiden. So stärkst du den Selbstwert jedes deiner Kinder und zeigst ihnen, dass sie jeweils in ihrer jeweiligen Art einzigartig und besonders sind.

– Erwarte nicht, dass jeder immer glücklich ist

Friede, Freude, Eierkuchen hätten wir alle immer gern – die Realität ist aber, dass nicht jedes deiner Kinder immer happy sein wird. Und das ist auch okay- schließlich haben auch wir unsere schlechten Tage und Momente!

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