Stottern BEI kleinkindern

Wie häufig tritt Stottern auf?

Das Stottern beginnt meistens im Kindesalter und tritt bei etwa 5 % aller Kinder auf. Stottern kann bereits ab dem Alter von etwa 2 Jahren beginnen. Vor dem 4. Lebensjahr fängt das Stottern bei der Hälfte dieser Kinder an, bis zum 6. Lebensjahr bei 90% all dieser Kinder. Nach dem 12. Lebensjahr ist nur noch sehr selten mit einem Beginn von Stottern zu rechnen.

50-80 % (Silverman, 1996) aller Kinder zeigen eine Remission (spontane Zurückbildung). Unter diesen Kindern sind deutlich mehr Mädchen, so dass im Jugend- und Erwachsenenalter männliche Stotternde im Verhältnis von 4 zu 1 überwiegen. Die Häufigkeit der Remissionen nimmt mit zunehmender Dauer der Störung ab. Nach der Pubertät sind Remissionen beinahe ausgeschlossen. ). Die Zahl derer, die das Stottern beibehalten, liegt dann bei etwa 1 % der Bevölkerung.

Woran erkenne ich ein Stottern?

Sprechunflüssigkeiten wie Wiederholungen von Wörtern oder Satzteilen, Pausen oder Flicklaute (z.B. äh….) kommen bei allen Sprechern vor, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Sie werden von Zuhörern und Sprechern nicht als Stottern empfunden und irritieren normalerweise nicht.
Auffällig wird der Sprechablauf, wenn Sprechanstrengungen und spezielle Unflüssigkeiten auftreten, z.B.:

  • Blockierungen (Steckenbleiben von Lauten),
  • Dehnungen (wwwann) oder
  • Wiederholungen (kakakakann) von Lauten, Silben oder Wörtern.

Diese sogenannten „Kernsymptome“ lassen sich bei Nichtstotternden fast nie beobachten.
Durch die willentlichen Versuche, das Stottern zu vermeiden oder zu beenden, entwickeln sich „Begleitsymptome“, die teilweise noch auffälliger und belastender sind, als die „Kernsymptome“.

  • Emotionen und Einstellungen, z.B. Sprechangst, Frustration, Versagensängste
  • Verhalten/Sozialverhalten: z.B. Abbruch des Blickkontaktes, Vermeideverhalten von Sprechsituationen
  • Sprechverhalten: z.B. Veränderung der Sprechweise z.B. Flüstern, „singendes Sprechen“
  • Sprachliche Ebene: z.B. Vermeiden gefürchteter Wörter oder Laute, Floskeleinsätze, Satz-, umstellungen oder -abbrüche
  • Motorik: z.B. physische Anspannung, Mitbewegungen, Grimassieren, Kopf- und Armbewegungen, Aufstampfen mit dem Fuß

Was meint mein Kinderarzt mit „normalen Sprechunflüssigkeiten“?

Bei vielen Kindern im Vorschulalter (etwa zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr) treten im Rahmen der normalen Sprach- und Sprechentwicklung Redeunflüssigkeiten auf. Dabei handelt es sich zum Beispiel um das ein- oder mehrfache Wiederholen von Silben, Wörtern oder Satzteilen, um Dehnungen von Lauten oder Pausen. Für das Auftreten dieser entwicklungsbedingten Unflüssigkeiten gibt es zahlreiche unterschiedliche Erklärungsansätze. Folgende Beispiele seien genannt:

In den meisten Fällen klingen diese sprachlichen Unflüssigkeiten nach einer Durchgangsphase von alleine ab, wobei sich angemessene Verhaltensweisen der Umwelt meist günstig auswirken. Bei einigen Kindern entwickelt sich aus diesen Unflüssigkeiten jedoch ein beginnendes oder bleibendes Stottern. Bei einigen Kindern tritt auch erst nach vollendeter Sprachentwicklung plötzlich Stottern auf.

Welche Ursache hat das Stottern?

Obwohl sich seit bereits vielen Jahrzehnten immer mehr Wissenschaftler mit dem „Phänomen Stottern“ beschäftigen, konnte die eigentliche Ursache für diese Sprechunflüssigkeiten bis zum heutigen Tag nicht ausreichend geklärt werden.
Nach dem aktuellen Forschungsstand müssen verschiedene Faktoren zusammentreffen, um ein Stottern zu begünstigen. Dabei unterscheidet man

  • Veranlagungsfaktoren (z.B. genetische Vorbelastung, Sprachentwicklungsverzögerung)
  • auslösende Faktoren (z.B. Wortschatz, der so schnell wächst, dass die Sprechmotorik nicht schritt hält)
  • aufrechterhaltende Faktoren (z.B. Angst vor dem nächsten Stottersymptom, angestrengter Versuch, auf keinen Fall zu stottern).

Was können wir als Eltern tun?

Es ist erwiesen, dass sich bestimmte Verhaltensweisen positiv auf die Sprachentwicklung des Kindes auswirken. So können Sie auch Ihrem Kind günstige Bedingungen schaffen, um das Stottern indirekt zu vermindern.

  • Seien Sie selbst ein gutes Sprachvorbild, indem Sie ruhig und etwas verlangsamt sprechen (das Stottern verstärkt sich, wenn Sie selbst sehr schnell mit dem Kind sprechen). Bilden Sie einfache Sätze, die dem Sprachniveau Ihres Kindes entsprechen.
  • Sorgen Sie für entspannte Gesprächssituationen und setzen Sie Ihr Kind nicht unter Sprechdruck
  • Stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes, indem Sie es selbständig etwas tun lassen, worauf es stolz sein kann. Loben Sie viel.
  • Lassen Sie Ihr Kind nicht Nachsprechen und unterbrechen Sie es nicht, dass erhöht enorm den Sprechdruck.
  • Stellen Sie besonders in den Momenten, in denen das Kind sehr flüssig spricht, viele Situationen her, in denen das Sprechen Spaß macht, z.B. Geschichten erzählen, Rollenspiele, Singen
  • Führen Sie viele „stotterfreie“ Situationen herbei, indem Sie ihr Kind genau beobachten und herausfinden, welche Situationen oder Personen sich positiv auf das Sprechverhalten Ihres Kindes auswirken.
  • Geben Sie Ihrem Kind keine Sonderstellung, weil es stottert. So wie das stotternde Kind nicht wegen seinem Sprechen benachteiligt oder bestraft werden darf, so darf es auch nicht verwöhnt oder bevorzugt werden. Nehmen Sie Ihrem Kind nicht das Sprechen ab und auch keine Tätigkeiten.
  • Stellen Sie Ihrem Kind möglichst wenig Fragen, besonders wenn es ihm schwer fällt, sie zu beantworten.
  • Wenn Ihr Kind über sein Stottern beunruhigt ist, verärgert oder traurig, dann sprechen Sie es ruhig darauf an und trösten Sie. Ihr Kind braucht gerade in diesen Momenten Ihren Zuspruch und die Gewissheit, dass Sie es lieb haben und Ihnen nicht das „Wie“ es spricht, sondern das „Was“ wichtig ist. Die Behauptung, dass Kinder erst dann auf das Stottern aufmerksam werden, ist völlig veraltet.

Weiterführende Literatur und Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.bvss.de und unter www.stottern-und-schule.de und unter www.demosthenes-verlag.de. Sollten Sie zusätzliche Informationen wünschen, nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Was erfolgt in der Therapie?

Ein wichtiger Hinweis vorab. Wir können das Stottern nicht „wegtherapieren“ oder heilen, sondern wir werden gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind einen selbstbewussten und angstfreien Umgang mit seinen Stottersymptomen erarbeiten.
Dabei ist uns ein vertrauensvoller, altersgerechte Umgang mit Ihrem Kind sehr wichtig
Mit dem „Interaktiven Stottertest“* können Sie herausfinden, ob eine Untersuchung oder eine Behandlung erforderlich ist.

Therapie

Es gibt im deutschsprachigen Raum eine Vielzahl unterschiedlichster seriöser und unseriöser Therapieverfahren. Diese lassen sich unterscheiden nach
Verfahren, die dem Patienten ermöglichen, mit ihrem Stottern selbstbewusst umzugehen und in die Stottersymptomatik einzugreifen. Die zugrundeliegende Theorie ist, dass bei Stottern die Patienten grundsätzlich sprechen können, aber zwischenzeitlich Zusammenbrüche der Sprechfähigkeit auftreten. Daher muss ein Patient nicht das Sprechen neu lernen, sondern er muss lernen, die Symptome entweder rechtzeitig vorher „abzufangen“ oder, wenn dies nicht gelingt, das Symptom möglichst schnell unter Kontrolle zu bekommen und dann aufzulösen. Dafür erarbeiten sich die Patienten einen angstfreien Umgang mit Stottern. Auf diese Weise können sie auch mit den stottertypischen Phasen mit verstärkter Symptomatik zurecht kommen. Wesentlich ist, dass stotternde Kinder keine Angst vor dem Stottern, Sprechen oder vor Zuhörern aufbauen, sondern sich als kompetente Sprecher erleben und so ihr Selbstbewusstsein behalten.

Wo bekomme ich noch mehr Informationen?

Der Demosthenes Verlag der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V., Köln*, Gereonswall 112, 50670 Köln hat einige interessante Bücher herausgebracht:

Außerdem gibt es hier kostenlose Faltblätter für jugendliche und erwachsene Stotternde, Eltern, Lehrer, Erzieherinnen, Kinderärzte, z.T. auch auf türkisch und russisch. Auch der Ulrich-Natke-Verlag in Neuss* hat sich auf Stottern spezialisiert. Hier gibt es u.A. das Bilderbuch für Kinder im Vor- und Grundschulalter:

  • Schneider, P.: Was ist ein U-u-uhu
  • Interessant ist außerdem die Broschüre
  • „Stottern, Kommunikation zwischen Partnern“, Band 205.

Diese kann gegen Portogebühr bei der Bundesarbeitsgemeinschaft für Behinderte*, Kirchfeldstr. 149, 40215 Düsseldorf angefordert werden.

Nützliche Adressen

Unflüssiges Sprechen bei Kleinkindern

Stottert mein Kind?

Der Paketdienst klingelt an der Tür. Mama öffnet die Tür und nimmt ein Paket entgegen. Aufgeregt stürmt Tom auf seine Mama zu:
„Was, was ist, was ist das da?“ fragt das Kind. Mama sagt, dass es ein Paket von Opa sei. Voller Spannung fragt Tom „i—i-ist da Schoschoschokolade drin? Oder ein Spiel – äähm – Auto mein ich?“

Die Mutter ist schockiert und versucht dies vor dem Kind zu verbergen. Heute Morgen hat ihr Dreijähriger doch noch ganz normal gesprochen. Jetzt hört es sich an wie Stottern.
In ihrem Kopf kreisen unkoordiniert tausend Zukunftsängste und Fragen:

  • Wird ihr Kind jemals wieder richtig sprechen?
  • Wird Tom jetzt im Kindergarten gehänselt?
  • Wird er durch die Sprachbehinderung verhaltensauffällig?
  • Wie antworte ich auf Fragen aus unserem Umfeld?
  • Wird Tom trotzdem einen guten Beruf erlernen können?

Krampfhaft versucht sich die Mutter wieder klar zu machen, dass es sich vielleicht doch nur um eine Phase handeln könnte. Dann erinnert sie sich an ein Mädchen aus Toms Kindergarten, welches auch stottert: Hat er das vielleicht von ihr übernommen?

Toms Mutter versucht, die Gedanken wegzuschieben und so normal wie möglich mit ihrem Sohn umzugehen.
Mittags beim Bäcker fragt Tom dann lautstark: „Krieg, krieg, krieg ich eine Bre-Bre-Brezel?“
Die Verkäuferin und alle umstehenden Kunden schauen Mutter und Kind sichtlich irritiert an.
Toms Mutter weiß nicht, wie sie sich verhalten soll.

Plötzlich war es da, ohne Vorzeichen: Die vierjährige Madeleine sprach nicht mehr flüssig. „Wwwwann gggehen wir denn auf den Spielplatz?“ „Schau mmmal, Mamma, wawawas ich da Schönes gebaut habe.“ Erst dachten die Eltern, das gibt sich wieder. Denn Madeleine hatte bisher ganz normal gesprochen. Auch zwischendurch sprach sie wieder ganz flüssig. Doch das Stottern kam wieder und wollte nicht mehr weggehen. Wenn Kinder holprig sprechen, erschrecken viele Eltern. Dabei ist Stottern an sich noch keine Auffälligkeit, bei der die Alarmglocken losgehen müssen: Bei etwa zehn Prozent aller Kinder zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr entstehen im Laufe der Sprachentwicklung solche Sprechunflüssigkeiten (Lesen Sie auch: The Kid’s Speech). Es gibt Kinder, die ganz plötzlich sehr starke Auffälligkeiten zeigen. Doch oft ist es so schnell, wie es gekommen ist, auch wieder vorbei.

Wann aber steckt mehr dahinter als entwicklungsbedingte Sprechunflüssigkeiten? Wann soll man reagieren und wie? „Unser Messbarometer ist die Elternsorge“, sagt Alexander Zimmermann, Leiter Logopädie der Stimm- und Sprachabteilung am Inselspital Bern. „Sobald Eltern sich Sorgen machen, sollen sie sich an Fachleute wenden.“ Manche Eltern würden schnell reagieren, bereits in den ersten Tagen der Auffälligkeiten. „Ein Telefongespräch kann dann Ängste nehmen und beruhigend wirken“, so Zimmermann. Andere melden sich jedoch spät, nach Monaten, wenige zu spät, nach Jahren erst. „Eltern sind manchmal von vielen Kräften hin- und hergerissen“, schreibt Jürg Kollbrunner, klinischer Psychologe und Psychotherapeut im Ratgeber „Stottern ist wie Fieber“. „Sie hoffen, dass sich das Anstossen von selbst verlieren wird (…). Sie möchten es allein schaffen, wissen aber nicht genau wie. Und nicht selten schämen sie sich, dass in ihrer Familie ein solches Problem überhaupt existiert.“ Denn der gesellschaftliche Druck ist enorm – Stotterer werden oft als dumm abqualifiziert und ausgelacht.

Sind die Eltern Schuld?

Grundsätzlich gilt: Je eher man Sprechunflüssigkeiten abklärt, desto besser. „Wenn die Auffälligkeiten länger als drei Monate dauern, ist eine logopädische Abklärung empfehlenswert“, so Alexander Zimmermann. Eine frühe Therapie ist die beste Chance auf Erfolg. „In der Mehrheit werden stotternde Kinder heute mit einer Verhaltenstherapie behandelt“, schreiben die vier Autoren Jürg Kollbrunner, Psychologe, Sandra Fritschi, Logopädin/Sprachheilpädagogin, Eberhard Seifert, Facharzt Phoniatrie und Pädaudiologie und Alexander Zimmermann in der vierteiligen, 2010 abgeschlossenen, Studie zum Thema „Stottern als familiäre Kommunikationsstörung“.

„Die Verhaltenstherapie basiert auf der Annahme, dass Stottern vererbt oder durch eine minimale Hirnschädigung entstanden sein könnte.“ In der Verhaltenstherapie konzentriere man sich daher primär auf flüssigeres Sprechen durch Atemübungen, sprechrhythmischen Übungen und Entspannungstechniken. Für die Autoren ist diese Therapie als alleinige Massnahme der falsche Ansatz. Mit der Studie wollten die Fachleute beweisen, was sich bisher in der Theorie und in eigener Praxis bestätigt hatte, aber nie abschliessend untersucht wurde: „Stottern ist ein Zeichen eines familiären Ungleichgewichts. In allen für die Studie untersuchten 13 Familien waren emotionale Defizite und Unsicherheiten vorhanden.“ Also sind Eltern Schuld, wenn ihr Kind stottert? „Wir suchen nicht nach Schuld; wir wollen herausfinden, was geschehen ist und vor allem, was man anders machen kann und muss, damit sich das emotionale Ungleichgewicht zwischen Kind und Eltern verbessert“, sagt Alexander Zimmermann. Natürlich würden viele Eltern erst mal erschrecken, sich angegriffen und verletzt fühlen. „Doch nach ersten erklärenden Gesprächen sind viele Eltern heute offen für eine Zusammenarbeit“, so Zimmermann.

„Stottern beginnt meist im dritten oder vierten Lebensjahr, der Trotz- und Ichfindungsphase, dem Erzählalter“, so Alexander Zimmermann. Das Kind erkundet seine Umwelt, kann Wut mit Worten ausdrücken, Wünsche werden lautstark geäussert. Freude kann genauso überborden wie Ärger und Trauer. Es merkt, dass es mit Worten Macht ausüben kann. Es ist die erste Ablösungsphase. Wenn Eltern nun auf solche Emotionen nicht eingehen können, sondern fast ausschliesslich abweisend reagieren, wenn sie beispielsweise Wutausbrüche unterbinden: „Sei ruhig, sonst musst du ins Zimmer!“ – Übermässige Freude dämpfen: „Es reicht jetzt, beruhige dich mal wieder.“ – Verletzt reagieren, wenn das Kind sagt: „Du bist blöd.“ – „Dann gehe ich halt weg, wenn du mich blöd findest.“ – Dann stürzen sie das Kind in ein Gefühlschaos, in Ohnmacht und Verwirrung. Es erkennt, dass überschwengliche Gefühle den Eltern nicht gefallen, weiss aber nicht, wann und warum. „Das Kind lernt in diesem Gefühlschaos nicht, sich selber zu spüren, es wird sich selber fremd“, so Zimmermann. In der Unsicherheit, was gesagt werden darf und was nicht, stolpern dann die Wörter aus dem Mund heraus. Das Kind beginnt zu stottern.

Alexander Zimmermann und sein Team in Bern bieten eine Therapie auf psycho- und familiendynamischer Grundlage für die ganze Familie an: die logopädische Spieltherapie für die stotternden Kinder und Elterngespräche. „Kinder stottern interessanterweise nicht, wenn sie mit oder durch Stofftiere sprechen, wenn sie mit sich selber sprechen oder im Spiel eine Rolle übernehmen“, erklärt Alexander Zimmermann. „Im Laufe der Spieltherapie soll das Kind während des freien Spielens, Gestaltens und im Rollenspiel langsam lernen, seine Gefühle frei äussern zu dürfen, zu sagen, was es denkt, hemmungslos, ohne Angst vor negativen Reaktionen. Mit der Zeit lernt es, eine eigenständige Persönlichkeit zu sein“, so Zimmermann.

In den Elterngesprächen werden die Mütter und Väter ermutigt, hinzuschauen, was passiert ist. Denn meist spielen Verletzungen und Entbehrungen in der eigenen Kindheit eine wichtige Rolle. „Wir ermutigen sie, ihre Beziehung zu ihren eigenen Eltern und zu ihrem Partner anzuschauen. Und wir zeigen auf, wie sie lernen können, auf ihr Kind positiv und gefühlvoller zu reagieren, damit es sich freier entwickeln kann“, so Zimmermann. Wenn das Familienklima das Stottern beeinflusst, fragt sich, warum nicht alle Kinder einer Familie stottern? Alle leben doch im gleichen Umfeld? „Jedes Kind wird in einer anderen Konstellation in eine Familie hineingeboren. Und jedes Kind ist anders. Das stotternde Kind ist halt in seiner Sprachlichkeit sehr sensibel“, erklärt Alexander Zimmermann.

Ist Stottern heilbar?

Mit den Ergebnissen der Therapien ist Alexander Zimmermann zufrieden. „Bei Kindern im Vorschulalter stellen wir nach einem Jahr Therapie eine deutliche Verbesserung fest. Die Beziehung der Eltern zu ihren Kindern wurde gefühlvoller und entspannter.“ Bleibt die Frage: Ist stottern heilbar? Dazu Alexander Zimmermann: „Bei kleinen Kindern ist sicher viel Veränderung möglich, in dem Sinne, dass sich das Sprechen und Verhalten zwischen Eltern und Kind verflüssigt. Viele Frühinterventionen können erfolgreich abgeschlossen werden.“ Bei Jugendlichen und Erwachsenen stehe aber in der Therapie vor allem der Umgang mit dem Stottern im Vordergrund.

So können Eltern helfen

Wenn das Kind stottert

  • Ins Gesicht schauen und ausreden lassen.
  • Nicht unterbrechen. Die Aussage ist wichtiger als das Wie.
  • Flüssiges Sprechen nicht loben.
  • Bei Fachleuten Rat holen.

Besser nicht sagen

  • Überlege zuerst, bevor du sprichst.
  • Atme tief durch und versuchs noch mal.
  • Sprich mir nach.
  • Sprich langsam.
  • Singe das, was du gerade sagen willst.

Stottern bei Kleinkindern

Jeder Mensch neigt beim Sprechen zu Unflüssigkeiten, z. B.:

  • Satzteil-, Wort- und Silbenwiederholungen („Ich will… ich will… ich will Saft haben.“)
  • Pausen
  • FüllwörterFüllwörter: Oft versuchen Stotternde ihre Unflüssigkeiten zu verstecken und zu verheimlichen. Hierbei verwenden sie oft Füllwörter (bspw. äh, ähm, also), um den Sprechfluss aufrecht zu halten und herannahende Blockaden zu umgehen. („und“, „äh“, „hmm“, …)
  • Satzkorrekturen („Dann sind wir… dann haben wir den Bus genommen.“)

Diese „funktionellen Unflüssigkeitenfunktionellen Unflüssigkeiten: Sind „normale“, entwicklungsbedingte Unflüssigkeiten welche vom Zuhörer nicht als auffällig wahrgenommen werden. Bspw. Wiederholungen von ganzen Wörtern oder Phrasen, Pausen, FüllwörterFüllwörter: Oft versuchen Stotternde ihre Unflüssigkeiten zu verstecken und zu verheimlichen. Hierbei verwenden sie oft Füllwörter (bspw. äh, ähm, also), um den Sprechfluss aufrecht zu halten und herannahende Blockaden zu umgehen. (äh, und) und Satzkorrekturen.“ werden auch schon von kleinen Kindern intuitiv genutzt, um ihr Sprechen zu planen. Sie zeigen, dass ein Gedanke noch nicht abgeschlossen ist, oder fordern vermehrt die Aufmerksamkeit eines Zuhörers. „Funktionelle UnflüssigkeitenFunktionelle Unflüssigkeiten: Sind „normale“, entwicklungsbedingte Unflüssigkeiten welche vom Zuhörer nicht als auffällig wahrgenommen werden. Bspw. Wiederholungen von ganzen Wörtern oder Phrasen, Pausen, FüllwörterFüllwörter: Oft versuchen Stotternde ihre Unflüssigkeiten zu verstecken und zu verheimlichen. Hierbei verwenden sie oft Füllwörter (bspw. äh, ähm, also), um den Sprechfluss aufrecht zu halten und herannahende Blockaden zu umgehen. (äh, und) und Satzkorrekturen.“ haben also eine nützliche Funktion in unserer Kommunikation und werden vom Gesprächspartner daher nicht als störend wahrgenommen.

Erst Unflüssigkeiten, die überdurchschnittlich häufig auftreten und noch dazu an Stellen, an denen sie der Zuhörer nicht erwartet, werden vom Gegenüber als stottertypische Unflüssigkeitenstottertypische Unflüssigkeiten: Sind überdurchschnittlich häufig, und vom Zuhörer an nicht erwarteten Stellen, auftretende Unflüssigkeiten. Bspw. Wiederholungen von einzelnen Silben oder Lauten, Dehnungen und Blockierungen. empfunden. Außerdem deuten Wiederholungen und Dehnungen einzelner Laute (K-k-k-katze, Mmmmama) oder Blockaden, bei denen das Kind mit großer Anstrengung versucht ein Wort zu beginnen, auf eine StottersymptomatikStottersymptomatik: Hierunter versteht man die Gesamtheit der kennzeichnenden Merkmale des Stotterns. Es wird zwischen Primärsymptomen (Kernsymptomen) und Sekundärsymptomen (Begleitsymptomen) unterschieden. hin.

Stottern – braucht mein Kind Hilfe?

„Das verwächst sich…“

Beginnt ein Kind zu stottern erhalten Eltern häufig den Hinweis „abwarten, das verliert sich von selbst wieder“. Dier Rat ist jedoch nicht sinnvoll und kann sogar schädlich sein, wenn dadurch bei einem tatsächlichen Behandlungsbedarf wertvolle Zeit ungenutzt verstreicht.

Fakt ist: Bisher können selbst Experten nicht vorhersagen, welches Kind das Stottern bis wann „verlieren“ wird oder eben nicht. Sie handeln daher zum Wohle Ihres Kindes, wenn Sie sich jetzt über Stottern informieren und sich frühzeitig um eine diagnostische Klärung bemühen.

Stottern kann bereits bei Kleinkindern therapeutisch begleitet werden und Fachleute sind sich heute einig, dass Stottertherapie umso aussichtsreicher ist, je früher eine qualifizierte Behandlung erfolgt.

Stottern besteht aus Unterbrechungen des Redeflusses:

Je nach Situation tritt das Stottern unterschiedlich auf. So kann es sein, dass Ihr Kind vollkommen flüssig mit sich selbst oder mit seinem Teddy spricht. Auch gibt es immer wieder Zeiträume, in denen Kinder stärker stottern, im Wechsel mit Phasen relativer Stotterfreiheit.

Wenn sich Ihr Kind beim Sprechen offensichtlich anstrengt, sich verkrampft, auf sein unflüssiges Sprechen reagiert (z.B. durch Wut, Weinen, plötzliches Schweigen), wenn es bestimmte Begriffe oder Laute vermeidet, oder nicht mehr so gerne und viel spricht wie zuvor, sind das weitere Anzeichen dafür, dass es sich wirklich um Stottern handeln könnte.

Jetzt fachlichen Rat einholen!
Ganz gleich, ob bei Ihrem Kind einige oder alle dieser Zeichen vorliegen: Sobald die Sprechweise Ihres Kindes Sie verunsichert, sollten Sie eine fachliche Beratung und Diagnostik in Anspruch nehmen!

Warum stottert ein Kind?

Die Ursachen des Stotterns sind noch immer nicht abschließend erforscht. Fest steht jedoch: Eltern trifft keine Schuld an der Entstehung! Stottern entwickelt sich unabhängig von der sozialen oder kulturellen Herkunft und ist auch nicht vom Bildungsgrad oder dem Umgang innerhalb der Familie abhängig.

Wissenschaftler haben inzwischen festgestellt, dass die Sprachverarbeitung im Gehirn bei stotternden Menschen anders verläuft, als bei nicht stotternden. Wahrscheinlich ist auch, dass es eine Veranlagung zum Stottern gibt, die vererbt wird, hinzu kommen dann auslösende und aufrechterhaltende Faktoren. So kann ein besonderes Erlebnis (z.B. die Geburt eines Geschwisterkindes oder ein Sturz vom Fahrrad) zwar der auslösende Moment für Stottern sein, d.h. Sie bemerken, dass Ihr Kind seither stotternd spricht, sie sind jedoch nicht die Ursache – jedes andere Erlebnis hätte das Stottern ebenso hervorrufen können.

„Alles rein psychisch!“
Nur extrem selten liegen psychische Gründe für das Auftreten von Stottern vor. Hemmungen und ein geringes Selbstwertgefühl können jedoch Folgen eines andauernden Stotterns und der Reaktionen darauf (z.B. Lachen, Hänseleien) sein. Eine frühzeitige Beratung und eine darauf eventuell folgende Behandlung können verhindern, dass es dazu kommt.

Therapie schon für Kinder?

Stottern kann bereits bei Kleinkindern behandelt werden. Diagnostiziert und therapiert wird Stottern in Deutschland vor allem von Logopädinnen, Sprachheilpädagoginnen und Atem-, Sprech- und Stimmlehrerinnen (alle Berufe werden natürlich auch von Männern ausgeübt). Sie benötigen für den Besuch eine ärztliche Verordnung. Die Kinderärztin bzw. der Kinderarzt sollte Ihre Sorge ernst nehmen und die qualifizierte Diagnostik sowie eine eventuell notwendige Stottertherapie für Ihr Kind unterstützen. Vielleicht bringen Sie das Informationsmaterial über Stottern gleich mit in die Praxis.

Methoden der Stottertherapie
Vorsicht bei „Wundertherapien“, die Erfolge in kürzester Zeit versprechen! Zwar lässt sich Stottern in der Tat mit einfachen Änderungen der Sprechweise rasch vermindern, so dass Ihr Kind „geheilt“ erscheint. Die Techniken sind jedoch meist kaum für den Alltag geeignet.

Statt schneller Erfolge ist eine langfristig angelegte Methode wichtig. Eine qualifizierte Stottertherapie braucht Zeit und die Kosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Insbesondere bei der Behandlung sehr junger Kinder werden die Eltern in die Stottertherapie einbezogen, z.B. durch eine begleitende Beratung, damit Sie Ihr Kind unterstützen können.

Zuhören und Zeit geben

Es ist verständlich, wenn Sie das Stottern Ihres Kindes verunsichert. Für Ihr Kind ist es jedoch hilfreicher, wenn Sie es mit seiner Art zu sprechen akzeptieren und es dabei unterstützen, nicht gegen das Stottern anzukämpfen. Vermeintlich gute Ratschläge wie „Hol erst mal tief Luft“ oder „Denk nach, bevor du sprichst“ setzen das Kind nur unter Druck.

Schauen Sie Ihr Kind entspannt an und hören Sie gelassen zu, was es Ihnen sagt. Ergänzen Sie seine Wörter oder Sätze nicht, geben Sie Ihrem Kind die Zeit, bis zu Ende auszusprechen. Zeigen Sie, dass es Ihnen wichtig ist was Ihr Kind sagt und nicht wie es dies tut!

In Kita und Schule

Gehen Sie offen mit dem Stottern Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter um! Unterrichten Sie das Kindergarten-Team darüber, ebenso die Lehrkräfte, denn meist wissen sie nicht viel über Stottern oder darüber, wie sie mit betroffenen Kindern umgehen sollen. Gut informiert werden sie Ihr Kind besser unterstützen können und angemessen auf die Reaktionen anderer Mädchen und Jungen eingehen, falls sie z.B. über das Stottern lachen.

Stotternde Schulkinder haben übrigens Anspruch auf einen so genannten Nachteilsausgleich für die mündlichen Leistungen. Sprechen Sie daher bei der Einschulung das Thema Stottern an, damit diese gesetzlich geregelte Möglichkeit für Ihr Kind genutzt werden kann.

Wer hilft weiter?

Die Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V. (BVSS) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation. Wir vertreten die Interessen stotternder Menschen und ihrer Angehörigen. Eltern stotternder Kindern bieten wir folgende, sich ergänzende Möglichkeiten:

  • Faltblätter und Broschüren – zur Erstinformation über Stottern, beispielsweise die Broschüre „Wenn Kinder stottern – Tipps zur Therapeutensuche“, die wir gemeinsam mit dem Bundesverband für Logopädie erstellt haben.
  • Elternseminar – hier vertiefen Sie gemeinsam mit anderen Familien Ihr Wissen über Stottern und erfahren, angeleitet von einer Sprachheilpädagogin, wie Sie Ihr Kind unterstützen können.
  • Individuelle Fachberatung – rund um die Methoden und Möglichkeiten der Stottertherapien und den Umgang mit Stottern innerhalb der Familie.
  • Therapeutenverzeichnis – Adressen qualifizierter Therapeutinnen und Therapeuten, die sich auf die Behandlung stotternder Kinder spezialisiert haben.
  • Literatur und Filme – beim zur BVSS gehörenden Fachverlag Demosthenes erhalten Sie unter anderem den Ratgeber „Mein Kind stottert – was nun?“ sowie Mut machende Kinderbücher und Comics.

Stottern

Stottern: Beschreibung

Beim Stottern gerät der Redefluss ins Stocken. Der Stotternden hängt wiederholt an einem Wort fest, was sich in Lautwiederholungen, Dehnungen oder völlige Blockaden äußert. Er weiß zwar ganz genau, was er sagen möchte, kann das Wort aber in dem Moment nicht aussprechen.

Stottern kann sich auf unterschiedliche Weise äußern:

Stottern ist ein individuelles Phänomen. Jeder Stotternde stottert anders und in unterschiedlichen Situationen.

Die Sprechbehinderung kann gemeinsam mit anderen Auffälligkeiten auftreten, welche die Kommunikation zusätzlich stören. Dazu zählen zum Beispiel sprachliche Phänomene wie der Einsatz von Füllwörtern sowie nichtsprachliche Erscheinungen wie Blinzeln, Zittern der Lippen, Mitbewegen der Gesichts- und Kopfmuskulatur, Schwitzen oder eine veränderte Atmung.

Seelische Belastung durch Stottern

Stottern kann eine erhebliche seelische Belastung bedeuten. Viele Stotternde versuchen, ihr Problem zu vertuschen. Sie vermeiden bestimmte, für sie schwierige Anfangsbuchstaben oder tauschen heikle Begriffe schnell gegen andere Wörter aus, damit das Gegenüber das Stottern nicht bemerkt. Angst und die erhöhte Anstrengung beim Sprechen führen mit der Zeit zu Vermeidungsstrategien. Bei manchen geht es sogar so weit, dass sie das Sprechen weitgehend vermeiden. Sie ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück.

Wie stark jemand stottert, hängt auch von der aktuellen seelischen Verfassung ab. Trotzdem ist Stottern keine psychische Störung, sondern ein körperlich bedingtes Phänomen.

Stottern beginnt in der Regel ohne erkennbare Ursachen im Kleinkindalter. Tatsächlich durchlaufen die meisten Kinder zwischen zwei und fünf Jahren in ihrer Sprachentwicklung eine Phase, in der Denken und Sprechen nicht immer miteinander Schritt halten können. Dann wiederholt ein Kind so lange bestimmte Worte, bis ihm der gesuchte Begriff wieder eingefallen ist (Beispiel: Der-der-der Hund hat mich gebissen). Das ist normal und legt sich meist von alleine.
Bei etwa 25 Prozent der Kinder entwickelt sich daraus aber ein „echtes“ Stottern. Aufgrund von Anstrengung und Frustration können sie negative Einstellungen gegenüber dem Sprechen entwickeln – insbesondere, wenn das Kind gehänselt wird. Es entsteht ein Teufelkreis aus Angst und Vermeidung. Das Stottern schleift sich immer mehr ein. Je länger es besteht, desto schwerer ist es, zum flüssigen Sprechen zurückzugelangen.

Stottern bei Erwachsenen

Bei erwachsenen Betroffenen verschwindet das Stottern nur noch in seltenen Fällen vollständig. Trotzdem kann eine Therapie erfolgreich sein und die Lebensqualität erheblich steigen. Die Betroffenen können lernen, flüssiger zu sprechen und mit dem Stottern besser zurechtzukommen.

Das gibt vielen das nötige Selbstvertrauen, wieder unbefangen mit ihren Mitmenschen zu kommunizieren und sich vom Stottern nicht in ihrer Entfaltung einschränken zu lassen – sei es bezüglich ihrer Berufswahl oder Freizeitaktivitäten.

Stottern – Verbreitung

Insgesamt stottert in Deutschland etwa ein Prozent der Erwachsenen, das sind rund 800.000 Menschen. Kinder stottern weit häufiger, bei vielen verliert sich das Problem mit zunehmendem Alter. Jungen und Männer jeden Alters sind häufiger betroffen als Mädchen und Frauen – und bei Letzteren gibt sich die Sprechstörung zudem häufiger. Das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Stotternden verschiebt sich daher von 3:1 in der Kindheit auf etwa 9:1 im Erwachsenenalter.

Das stotternde Kind

Kindliches Stottern, die ungewollte Unterbrechung des Redeflusses, beginnt oft im Alter zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren, dann, wenn die Sprachentwicklung schon fortgeschritten ist und das Kind beginnt, längere und schwierigere Sätze zu bilden.

Plötzlich werden Laute, Silben und Wörter wiederholt oder gedehnt, oft kommt es dabei zu erkennbaren körperlichen Anstrengungen. Das Kind verkrampft sich, es verzieht das Gesicht, der Kopf, die Arme, der Oberkörper zucken. Mädchen und Buben sind in diesem Alter noch gleich häufig betroffen.

Die Eltern reagieren oft verunsichert und sorgen sich um die weitere Sprachentwicklung ihres Kindes. Dieses Entwicklungsstottern ist jedoch kein Grund zur Beunruhigung; ca 80% der Kinder durchlaufen diese Phase vor dem vierten Lebensjahr. Vier von fünf Kindern verlieren das unflüssige Sprechen vor der Pubertät ohne weitere Therapien; dabei gelingt es Mädchen leichter, das Stottern zu überwinden. Erst in der Pubertät entscheidet sich, ob sich das Stottern verliert oder chronisch wird. Erst jetzt beginnt das eigentliche, manifestierte Stottern, das sehr schwer zu überwinden ist und den Erwachsenen meistens ein Leben lang begleitet. Im Erwachsenenalter stottern vier bis fünf Mal mehr Männer als Frauen.

Es gibt unterschiedliche Arten, wie Kinder stottern:

  • Das tonische Stottern mit Dehnungen: „K-k-katze“ und Blockierungen („Kkkkkkatze“) oder
  • Das klonische Stottern mit Wiederholungen („Ka ka ka katze“) und
  • eine Mischform aus beiden.

Als Ursache des Stotterns werden viele verschiedene Faktoren genannt. So kann eine Veranlagung zum Stottern vererbt sein. Wissenschaftler vermuten eine Funktionsstörung des Gehirns, da sich bei Stotterern und Nicht-Stotterern Aktivitäten in unterschiedlichen Hirnregionen zeigen. Dabei ist aber nicht sicher, ob diese Veränderungen eine Ursache oder eine Folge des Stotterns sind. Die Gründe für die Sprechunflüssigkeit sind komplex; ihre Entstehung kann durch organische, psychische, soziale oder sprachliche Faktoren begünstigt werden.

Persönlichkeit oder Intelligenz haben nichts mit dem Stottern zu tun. Auch die weit verbreitete Interpretation, dass stotternde Kinder schüchtern sind, stimmt nicht. Schüchternheit kann allenfalls als Folge des Stotterns erst entstehen, dann nämlich, wenn das Kind bemerkt, dass sein Umfeld merkwürdig und gehemmt auf sein Stottern reagiert. Es will dann versuchen, möglichst ohne zu stottern etwas zu sagen – gerät unter Druck und stottert dadurch noch viel mehr! Angst vor dem Stottern und Vermeidung der frustrierenden Situation begünstigen die negativen Gefühle gegenüber dem Sprechen, das Stottern wird entweder noch verstärkt oder das Kind verstummt in verschiedenen Situationen, z.B. in einer fremden Umgebung.

Darum ist es wichtig, dass Sie sich einige Dinge zum Stottern merken: Ganz wichtig, Sie haben keine Schuld am Stottern Ihres Kindes! Es gibt aber einige Tipps, wie Sie den Rückgang des Stotterns beeinflussen können.

  • Am meisten helfen Sie Ihrem Kind mit viel Gelassenheit. Wegsehen, erschrecken signalisiert dem Kind: Das war falsch!
  • Korrigieren Sie Ihr Kind nicht, lassen Sie es nicht Wörter oder Sätze „richtig“ wiederholen, die es nicht flüssig aussprechen konnte.
  • Hören Sie lieber auf das, was das Kind Ihnen inhaltlich mitteilen wollte – und nicht auf die Art, wie es sein Anliegen formuliert hat.
  • Lassen Sie Ihr Kind ausreden und helfen Sie ihm nicht schon beim zweiten Anlauf über die Schwierigkeit hinweg.
  • Hören Sie Ihrem Kind geduldig und aufmerksam zu. Halten Sie dabei wenn immer möglich den Blickkontakt zu Ihrem Kind und zeigen Sie Ihr Interesse.
  • Gut gemeinte Ratschläge wie “ Sprich langsam“ oder „hol erstmal Luft“ helfen Ihrem Kind nicht, sondern verstärken den Druck.
  • Vermeiden Sie auch häufiges Nachfragen und zwingen Sie Ihr Kind nicht, Ihnen grad jetzt sofort zu erzählen, was es erlebt hat – erzählen Sie lieber erst von sich und ermutigen Sie damit Ihre Tochter, Ihren Sohn auch ihre/ seine Erlebnisse zu schildern.
  • Sprechen Sie ruhig und langsam und formulieren Sie einfachere Sätze, das hilft dem Kind, wenn es Sie nachahmen will.
  • Wenn Ihr Kind signalisiert, dass es das Stottern bemerkt und frustriert ist, gehen Sie darauf ein, reden sie in ruhiger und gelassener Sprache mit ihm darüber.
  • Beziehen Sie Ihr familiäres und soziales Umfeld in Ihre Bemühungen um den richtigen Umgang mit der vorübergehenden Sprachstörung Ihres Kindes mit ein, damit auch Freunde, Nachbarn und andere Personen z.B. im Kindergarten oder in der Kita geduldig und gelassen reagieren.

Hilfe von aussen ist dann ratsam, wenn sich das Stottern über einen Zeitraum von ungefähr einem halben Jahr nicht wieder legt und im Gegenteil stärker wird. Dann ist ein Beratung bei einer Fachperson der Sprachtherapie / Logopädie sicher sinnvoll. Falls Ihr Kind häufig und lange an einem Laut fest hängt, es sich dabei verkrampft und dazu vielleicht sogar die oben genannten körperlichen Anstrengungen zeigt, sollten Sie früher Rat suchen. Dies gilt auch wenn Sie merken, dass Ihr Kind nicht mehr gerne spricht und wütend und frustriert auf die Stottersymptome reagiert.

Newsticker

Stottern behindert nicht: Stottern hat keinen Einfluss auf das soziale Leben von Kindern. Sie seien nicht zurückgezogener als jene, die nicht stottern. Unter Vorschulkindern soll Stottern sogar normal sein, so australische Forscher in einer aktuellen Studie. Sie fanden heraus, dass stotternde Kinder zum Teil ein besseres verbales (sprachliches) und nicht-verbales (Puzzle lösen) Ausdrucksvermögen haben, als Kinder, die nicht stottern. Elf Prozent der Kinder in der Studie begannen im Alter von vier Jahren zu stottern. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Sprachstörung innerhalb eines Jahres überwanden, lag jedoch nur bei 6,3 Prozent. (swissmom Newsticker, 9.10.2013)

Letzte Aktualisierung : 24-01-20, AG

Was tun, wenn mein Kind stottert?

Eltern dürfen das Stottern nicht ignorieren

Außerdem wissen Experten, dass die Veranlagung zu der Sprachstörung erblich ist: Stottert jemand in der Familie, ist das Risiko für ein Kind deutlich erhöht. Psychische Gründe hingegen spielen keine Rolle. „Besorgte Eltern stellen zum Beispiel fest, dass ihr Kind kurz nach der Geburt des Geschwisterchens oder nach einem Umzug zu stottern beginnt, und sehen darin einen Zusammenhang“, sagt Thum. Dabei handelt es sich hierbei um Zu­fälle: „Ein einschneidendes Erlebnis wie etwa ein Umzug kann zwar der Auslöser sein, er bedingt das Stottern aber nicht. Das heißt, es wäre zu einem späteren Zeitpunkt auch ohne Umzug aufgetreten.“

Ein weiterer Mythos, auf den die beiden Experten in ihren Beratungen immer wieder stoßen: ­Eltern meinen, dass sich das Stottern vielleicht von selbst wieder erledigt, wenn man es dem Kind gegenüber nicht anspricht. Eine fatale Schlussfolgerung. „Ein Kind merkt sehr früh, was mit ihm los ist. Ignorieren Eltern dies, wird das Stottern zu einem Tabu mit ­einer unheimlichen Dimen­sion“, erklärt Georg Thum.

Besser: es offen, entspannt und wertneutral thematisieren, den Inhalt des Gesagten hervorheben und nicht die Form. „Sag ich: ,Mensch, da hast du mir eine tolle Geschichte­ erzählt, manchmal kamen die Wörter nicht raus’, nimmt das den Leidensdruck. Ich signalisiere Anteilnahme und gebe eine wichtige Botschaft: ,Ich habe dein Stottern bemerkt, du bist trotzdem in Ordnung!’“, sagt Patricia Sandrieser.

Beim Sprechen Zeit geben und zuhören

Der wichtigste Tipp der beiden Experten lautet daher: ein stotterndes Kind wie ein nicht stotterndes Kind behandeln! Es ist genauso belastbar und muss nicht vor Kommunikationssituationen bewahrt werden. „Es braucht zum Sprechen einfach nur mehr Zeit, und dass ihm sein Gegenüber auf Augenhöhe und aktiv zuhört“, erklärt Georg Thum. Das stärkt das Kind, denn es merkt, dass ihm ­etwas zugetraut wird. Mit diesem Selbstbewusstsein kann es auch mögliche Hänseleien besser an sich abprallen lassen. Was ihm dabei ebenfalls hilft: immer wieder betonen, dass jeder Mensch anders ist, manche Kinder tragen eine Brille, andere stottern.

Da psychischer Druck das unflüssige Sprechen verstärkt, sollten ­Eltern auch das Umfeld ihres Kindes sensibilisieren – die Groß­eltern etwa, Erzieherinnen im Kindergarten oder Lehrer in der Schule. „Wir erleben, dass das Problem nie andere Kinder sind“, erzählt Vivienne L. Es sind eher Erwachsene, die ungeduldig reagieren. Bislang waren die Erfahrungen der Familie jedoch in den Schulen fast durchweg positiv. Marcos Lehrer hatten das Stottern sogar häufig gar nicht bemerkt, bis sie darauf aufmerksam gemacht wurden.

Den Kinderarzt um Rat fragen

Wie viele Betroffene auch, leidet Marco meist nicht unter seinem Stottern. Es gibt Phasen, da ist die Sprachstörung für seine Mitmenschen kaum wahrnehmbar. Dann gibt es Zeiten, in denen er extremer stottert. In mehreren Therapien hat er mittlerweile Techniken erlernt, die sein Sprechen flüssiger machen. „Für uns Eltern war gerade­ die erste Therapie sehr wichtig, denn hier erfuhren wir, wie wir am besten mit Marco umgehen“, sagt Vivienne L.

Generell gilt: Je früher ein Kind mit einer Therapie beginnt, umso erfolgreicher erlernt es die Techniken. Wer unsicher ist, ob sein Nachwuchs tatsächlich ­eine Behandlung braucht, wendet sich am bes­ten zuerst an den Kinderarzt und sucht sich dann einen Therapeuten, der erfahren in der Stottertherapie ist. Er sollte über die verschiedenen Therapieansätze informieren und die Familie dann aussuchen lassen, nach welchem Ansatz gearbeitet wird. „Ein Therapeut, der Heilung verspricht, ist unseriös“, sagt Sandrieser.

Marco geht inzwischen aufs Gymnasium. Angst macht die Sprachstörung niemandem mehr in der Familie. „Wir scherzen inzwischen darüber. Ich sag Marco zum Beispiel, dass es ganz gut ist, dass er stottert. Denn er spricht so viel, sein Gegenüber braucht die Pausen einfach zum Verschnaufen“, erzählt Vivienne L.

Patricia Sandrieser beobachtet, dass immer mehr betroffene Familien unbeschwerter mit der Störung umgehen als früher: „Ein stotterndes Kind geht heutzutage relativ unbeschadet durchs Leben. Stottern bedeutet nicht das Ende eines glücklichen Lebens!“

Wenn diese Kinder in die Pubertät kommen, haben sie es sicher nicht leicht. Man will dazugehören, bloss nicht auffallen.
Das ist nicht zwangsläufig gesagt. Unter den Stotterern kenne ich sehr selbstbewusste, in sich ruhende Persönlichkeiten. Sie mussten schon früh lernen, sich mit ihrem Handicap zu behaupten. Aber es stimmt schon – Stottern ist eine Herausforderung, gerade wenn die Gruppe der Gleichaltrigen wichtiger wird.
Viele Stotterer berichten, dass sie an manchen Tagen überhaupt nicht stottern, während ihnen an anderen das Sprechen sehr schwerfällt.
Das ist das Heimtückische an diesem Handicap. Wir erklären uns dies an einem Küchenwaagen-Modell. Um flüssig zu sprechen, braucht es ein Gleichgewicht zwischen Anforderung und Kapazitäten des Kindes. Äussere Faktoren wie Prüfungsstress, Veränderungen oder Schlafmangel können dieses Gleichgewicht aufheben – dieses Ungleichgewicht macht ein entspanntes, lockeres Sprechen mühsamer.
Welches sind die am meisten gefürchteten Alltagssituationen für jugendliche Stotterer?
Das kann sehr unterschiedlich sein. Manchen fällt es schwer, zu telefonieren. Andere haben damit kein Problem, ihnen treibt vielleicht die Vorstellung, vor einer Gruppe sprechen zu müssen, die Schweissperlen auf die Stirn. Ich rate Betroffenen zu einem offenen Umgang mit dem Handicap. So kann man beispielsweise zu Beginn eines Referates darauf hinweisen, dass es eventuell etwas länger dauern wird, da man an der einen oder anderen Stelle längere Zeit für die Worte braucht. Das nimmt dem Betroffenen den Druck und verbessert nicht zuletzt den Sprechfluss.
In einem geschützten Raum ist das leichter machbar. Bei der Lehrstellensuche möchten Betroffene ihr Handicap aber sicherlich nicht direkt zu Beginn preisgeben.
Das mag sein. Ich rate aber auch hier grundsätzlich zur Offenheit. Und auch dazu, die Berufswahl nicht schon im Voraus aufgrund der Kommunikationsbeeinträchtigung stark einzugrenzen.
Ist Stottern heilbar?
Das Stottern wächst sich nicht aus. Aber in der – möglichst frühen – Therapie bekommen Kinder vom Kleinkind- bis ins Jugendalter eine gute Chance, souverän mit dem Stottern umzugehen, oder Sprechtechniken zu erlernen, die ein Stottern erst gar nicht auftreten lassen.
Was heisst das?
Sie sprechen so flüssig, dass ihnen kaum jemand das Stottern anmerkt. Dafür kombinieren wir in Therapie-Settings wie dem Stottercamp zwei Methoden: Der „Nicht-Vermeidungs-Ansatz“ soll die Kinder dazu bringen, das Stottern nicht krampfhaft zu umgehen und die Angst davor zu verlieren. Sie erlernen einen selbstbewussten Umgang mit dem Stottern. Zum anderen vermitteln wir eine Sprechtechnik, die flüssiges Sprechen fördert.
Wie reagiert man am besten auf einen Stotterer?
Das Wichtigste ist, gegenüber dem Gesprächspartner ein normales Kommunikationsverhalten zu bewahren. Dazu gehören Blickkontakt und geduldiges Zuhören, so signalisiert man: „Ich habe Zeit, ich höre dir zu.“ Diesen Tipp möchte ich vor allem auch Eltern betroffener Kinder und deren Lehrern mit auf den Weg geben. Ratschläge wie „Sprich langsam“, „Überleg doch erst mal“ verunsichern das Kind nur und verstärken letztendlich das Stottern.

Stottern – wie können Eltern ihren Kindern helfen?

Ihr Kind hat plötzlich Probleme, flüssig zu sprechen oder Schwierigkeiten beim Aussprechen von Lauten und Silben? Das kann im ersten Moment beunruhigen, ist aber erstmal nichts Ernstes.

Stottern bei Kindern

Stottern äußert sich durch Unterbrechungen beim Reden durch Wiederholungen von Lauten oder Wörtern und tritt bei vielen Kindern im jungen Alter auf. Dabei gibt es zwei verschiedene Arten des Stotterns: Das entwicklungsbedingte Stottern (bzw. entwicklungsbedingte Redeunflüssigkeiten) und das „echte“ Stottern.

1. Das entwicklungsbedingte Stottern

Kinder durchlaufen in den ersten Jahren ihres Lebens verschiedene Entwicklungsphasen. Dazu gehört auch die Sprachentwicklung. Besonders im Alter zwischen 2-5 Jahren macht die Sprachentwicklung so große Schritte, dass das aktive Aussprechen der Gedanken oft noch nicht hinterherkommt und Kinder eine gewisse Zeit benötigen, bis ihnen das richtige Wort einfällt. Wichtig ist es hier, Ihr Kind beim Sprechen nicht unter Druck zu setzen. Sie kennen es wahrscheinlich selbst, dass Kinder in dem Alter viele Geschichten erzählen und Sie an allem Erlebten teilnehmen lassen wollen. In der Phase des entwicklungsbedingten Stotterns brauchen sie dafür deutlich mehr Zeit – es ist wichtig, ihnen diese Zeit auch zu geben. Durch Drängen oder vermeintliche Hilfe durch das Vorwegnehmen von Wörtern, könnten Sie Ihr Kind um einen wichtigen Lernfortschritt bringen. Außerdem kann Verunsicherung beim Sprechen begünstigen, dass aus dem entwicklungsbedingten Stottern ein „echtes“ Stottern entsteht.

Sie unterstützen das Selbstbewusstsein Ihres Kindes nicht nur beim Sprechen enorm, wenn Sie geduldig warten, bis Ihr Kind alle Worte zu seiner Zufriedenheit gefunden und ausgesprochen hat. Normalerweise verschwindet das entwicklungsbedingte Stottern von selbst nach spätestens 6 Monaten. Wenn dies nicht der Fall ist, sollten Sie einen Termin beim Logopäden vereinbaren und gemeinsam mit Ihrem Kind besprechen, was ein Logopäde tut und wie er helfen kann.

Oft kann der Besuch beim Logopäden helfen | © Fotolia

2. Das „echte“ Stottern

Ca. 25 Prozent der Kinder, die im Kleinkind- bzw. Vorschulalter stottern, entwickeln ein anhaltendes Stottern. Dies hört nicht nach der kurzen Zeitspanne wieder auf. Wenn dieser Fall eintritt, kann eine Therapie beim Logopäden helfen, das Stottern durch bestimmte Atem- und Sprechübungen zu verringern. Ein wichtiger Bestandteil ist hier jedoch auch, Ihrem Kind die Angst vorm Stottern zu nehmen und Gelassenheit mit auf den Weg zu geben.

Was können Sie tun?

Dazu können Sie als Eltern auch Ihren Teil beitragen: Wie auch beim entwicklungsbedingten Stottern ist es wichtig, Ihr Kind ausreden zu lassen und nicht dazwischen zugrätschen. Auch Berichtigungen und Vorsagen können schlechte Gefühle auslösen – dann entsteht das Risiko, dass Kinder zukünftiges Sprechen aus Angst und Unsicherheit meiden wollen. Das ist nicht nur schlecht für die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes, sondern kann zu Selbstzweifeln und Frustration führen. Nicht nur für Kinder, die stottern, ist es wichtig, das Gefühl zu bekommen, es sei interessant und wichtig, was sie zu erzählen haben. In dem Sie Ihr Kind selbst entscheiden lassen, wann und wieviel es sprechen möchte, ermöglichen Sie ihm außerdem, ein entspannteres Verhältnis zur Sprache aufzubauen – denn natürlich ist das Stottern auch eine Belastung für Kinder.

Wie fast überall orientieren sich Kinder auch beim Sprechen an Ihren Eltern. Hilfreich ist es deshalb, bewusst darauf zu achten, langsam und deutlich zu sprechen und eventuell kleine Pausen einzuführen. So merkt Ihr Kind, dass es beim Sprechen nicht auf ein besonders hohes Tempo ankommt und es sich Zeit nehmen kann – denn beim schnellen Sprechen entstehen schnell Verhaspelungen.

Es kann außerdem hilfreich sein, das Gespräch mit dem Lehrer Ihres Kindes suchen und ihn in Kenntnis zu sitzen: Oft haben Lehrpersonen noch gar nicht das richtige Hintergrundwissen, um das Stottern als Sprachstörung einordnen zu können. Zusätzlich entsteht beim Lehrer eine gewisse Sensibilität für dieses Thema – so ist er in der Lage, schnell eingreifen zu können, wenn andere Kinder unbedachte Kommentare äußern. Auch Schulfreunde könnten hier mit ins Boot geholt werden – sie helfen Ihrem Kind, selbstbewusster mit dem Thema Stottern umzugehen und können vermitteln, dass es nichts ist, wofür man sich schämen müsste.

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