Stillen oder nicht stillen

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Bindung
 Mama fremdelt

„Also dann, bis heut Abend. Ihr kommt sicher klar.-“ „Nein!“, wollte ich schreien, als Matthias aus dem Haus ging. „Ich komme überhaupt nicht klar! Lass mich nicht mit dem Monster alleine!“ Aber mein Mann musste nach einer Woche Babyurlaub wieder zur Arbeit. Und ich blieb nicht nur mit unserer Tochter Katharina zu Hause, sondern auch mit einem Problem: Ich verstand mich mit meinem Baby nicht. Meine Tochter war kein Schmusebaby. „Nun nehmen Sie Ihr Kind doch mal in den Arm“, hatte schon am Tag der Geburt eine Ärztin gemahnt. Leider hatte die Gute keine Ahnung. Sobald ich Kathi schaukelte, schrie sie nämlich los – so schien es mir wenigstens, nachdem es zweimal geschehen war. Warum war mein Baby so renitent? Ich kämpfte sehr mit meiner Enttäuschung. Vielleicht klappte es auch deshalb nicht mit dem Stillen. Wie sehr hatte ich mich in der Schwangerschaft gefreut: Tanzen wollte ich mit Kathi auf dem Arm oder auf dem Sofa schmusen. Stattdessen hatte ich einen widerborstigen Schreihals, der jedesmal 50 Minuten lang an meinen entzündeten Brustwarzen saugen wollte. Nicht nur wegen der Stillhütchen, die ich dabei überzog, kam ich mir wie eine Versagerin vor. Zwischen mir und meinem Kind war eine Gummimauer. Ich heulte oft.

Selbst wenn Katharina ruhig und satt war, wusste ich nicht weiter. Oft saß ich mit ihr in der Küche und betrachtete sie, nachdem sie getrunken hatte. Mit großen Augen schaute sie mich an und schien auf etwas zu warten. „Was soll ich mit dir machen?“, flüsterte ich. Ich hatte unter allen Rasseln und Stofftieren kein Lieblingsspielzeug erkennen können. Alles schien sie zu langweilen. Nahm ich sie aber auf den Arm, argwöhnte sie eine Schlafstrategie – und schrie das Haus wach. Mit dem Problem, keinen Draht zu meinem Kind zu finden, war ich alleine. Matthias verstand es nicht, denn er war bis über beide Ohren verliebt in die Kleine. „Schau doch, schau! Ist die süß!“, hatte er bei der Geburt gerufen. Seitdem hatte sich nichts verändert: Spielte er mit ihr, waren beide überglücklich. Ihm fielen immer die richtigen Kabbeleien ein, er wirbelte sie herum, als hätte er nie etwas anderes getan. Bei ihm lachte und quietschte sie. Papa kann es, Mama stellt sich an wie eine Idiotin – so fühlte sich der Anblick an.

Hi erstmal,
Ich heiße Lena und bin 13 Jahre alt! Vor genau 3 Wochen hab ich ein kleines Mädchen zur Welt gebracht!
Die Geburt war schlimm und ich will nie wieder ein Baby bekommen, es tat sooo weh ….
Aber Egal! Mein Problem:
Zuerst war alles noch schön und gut, die im KH waren alle echt nett zu mir, ich hab viel Besuch von Verwanten und Freunden bekommen!
Auch mein Freund war täglich da!
Aber vor 11 Tagen wurde ich aus dem KH entlassen!
Jt ist niemand mehr da der mein Baby versorgt, es wickelt und pflegt!
Ich, manchmal meine Eltern oder ein Freund, aber HAUPTSÄCHLICH ich muss mich um das Kind kümmern!
Und ich halt das nicht mehr aus!
Ständig schreit es und ich weiß nicht warum, ich hab kaum einen Busen zum Füttern und muss es an manchen Tagen mit Flascherl füttern!
Und wenn ich das ohne Flasche schaffe, dann beißt sie mich die ganze Zeit in den Nippel!
Das tut so weh und ist immer gereizt!
Dann bin ich fertig mit füttern und es schreit einfach weiter!
Und die ganzen Windeln zu wechseln ist auch sau blöd!
Bein Freund ist auch 13 und will das nicht machen, weil ihn die nackte Scheide erregt!
Alles nur Ausreden!
Und schlafen will die kleine auch nie!
Um 19 Uhr fang ic an und versuch sie einzuschläfern und um 22 uhr geh ich erst ins bett!
Tja und dann schreit sie nach 3 Stunden wieder!
Vadammt ist ein so kleines Wesen, wirklich sooo nervig
Ich halt sie nicht mehr aus!
Ich hab mit meinen Eltern geredet, sie haben gesagt mehr unterstützung ist nicht drinnen, wegen Arbeit und so!
Und das baby wollen sie auch nicht ganz nehmen! Sie sagen:
Wir habens dir ja gesagt, du hättest abtreiben solen!
Und Mein Freund ist total gegen Adoption! Weil das ja nicht nötig ist! >/
Woher weiß er das schon, mehr als spatziern und manchmal spielen, macht er ja nicht!
In ein Mutter Kind heim will ich aber nicht!
Fuck was soll ich tun, ich halt das blöde Baby nicht mehr aus!

Kinderhaben – Bringt es das?

Ich habe ein Video auf YouTube gesehen, eine Mutter, die weint… wegen ihrem Kind, das sie so unbedingt wollte.

Ich liebe Kinder über alles – je kleiner umso besser. Ich will aber keine – mit Leib und Seele!
Bei meiner Freundin sieht es haargenau gleich aus.

Ich war mit meiner Freundin am Wochenende an einer Züricher Strand Bar. Schönstes Wetter, jeder Sitzplatz besetzt, emsiges Treiben vorbeilaufender Gäste. Da lief ein kleines Kind mitten durch die Menge. Ca 1 ½ Jahre alt. Ich bin von so etwas immer wie magisch angezogen. Das zaubert das breiteste Grinsen auf meinem Gesicht. Ich schaue diese Wesen immer mit derselben Intensität an, wie ein Hund auf das wurfbereite Stöckchen in der Hand seines Herrchens. Dann hab ich mich mal in dieser Strandbar umgeschaut, wie viele denn noch von diesem Fabelwesen begeistert waren. Ich schaute zweimal 360 Grad in die Runde. Ergebnis… Kein Einziger. Niemand! Selbst ein Pärchen, das sich offensichtlich seit einer halben Stunde nichts zu sagen hatte, – und sicherlich mal eigene Kinder haben will – schaute woanders hin.

Scheinbar haben nur diejenigen eigene Kinder, die keine Liebe zu Kindern haben.

Ich beobachte keine Liebe zu Kindern, sondern…

Ich verstehe das nicht: Die meisten Menschen, die Kinder haben wollen, haben keine Liebe zu Kindern, sondern nur Liebe zum Besitz. Sie lieben gar keine Kinder, sondern nur die EIGENEN Kinder. Ich besorge mir ein Anbetungs-Objekt.

Und dabei verleugnen sie den lebensbeschränkenden Einschnitt, den jeder so offensichtlich sehen kann.

Mit einem Kind ist alles so beschwert. Ärger – Sorge – finanzielle Einbußen – Stress – Arbeit – keine Freizeit mehr – das Sexleben ist tot – Freundschaften entfremden sich – ständige Angst, dem Kind könnte was passieren … Die ganze jugendliche Unbekümmertheit ist vergangen. Verantwortung klebt wie Blei an den Füßen. Das Leben ist irgendwie vorbei. So empfinde, so beobachte ich das.

Erleuchtung ist wie Kinderhaben – Nur in der Beschreibung ist es ideal.
Die realen Erleuchteten sind die Realität


Es gibt keine Selbstliebe. Die Psychologie füttert uns seit 130 Jahren mit einer Fantasie.
Lesen Sie, warum Sie auf ewig damit scheitern werden, sich selbst zu lieben.
Lesen Sie, warum Sie auf ewig damit scheitern werden, Ihren Selbstwert zu erschaffen.
Lesen Sie, warum der Satz „Liebet deinen nächsten wie dich selbst“, eine undurchführbare Illusion ist.

Lesen Sie, warum auch die grössten Führer, die grössten spirituellen Weisen uns immer etwas vormachen. Es gibt keine Autoritäten, denen wir wirklich trauen können. Niemand!

Lesen Sie, warum auch Erleuchtete nur Scheinwisssen lehren.

Ja, das interessiert mich
Buch anschauen

Leben mit Kind anders vorgestellt

Es wird immer nur die Kate & William heile Welt – wenn sie mit ihren putzigen Kleinkindern aus dem Flugzeug steigen – nach außen projiziert. Aber das ist doch nur 10% der Wahrheit. Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, dass wir uns diese Mühsal hinter den verschlossenen Türen kollektiv verschweigen. Die gängigen Frauenzeitschriften, die Mutti-Blogger und die Werbung mit ihren „Junge-Familie-mit-Hund-Bildern“ romantisieren eine Welt, die es nie gegeben hat… Ich weiß es aus meiner eigenen Herkunfts-Familie, den Familien meiner Geschwister, der meiner Freundin und der Nachbarn… Zu viele haben sich das Leben mit Kind ganz anders vorgestellt.

Ich liebe Kinder, besonders so zwischen 0.5 und 3 Jahren. Je doofer umso besser. Anschauen genügt perfekt. 2 Minuten, 3 Minuten, das reicht vollkommen. Nach spätesten 10 Minuten gibt es eine Sättigung. Ich kann es nicht nachvollziehen, dass man eigene Kinder will. Nur weil ich ab und zu gerne in den Zoo Tiere schauen gehe, halte ich mir deswegen doch kein eigenes Flusspferd auf dem Balkon?

(Ganz davon abgesehen, dass jeder, der ein Kind in die Welt setzt, 25 mal so viel CO2 verursacht, wie wenn ich ein Leben lang auf Transatlantikflüge verzichte.)

Das Leben mit Kind ist furchtbar, sagen Viele im Nachhinein

Die verzweifelte Mutter im Video, dessen Kind die Nacht durchgeschrien hat, sagt, sie wäre „urlaubsreif“. Hier Video anschauen.

Wenn wir hören könnten, wie oft Mütter wegen ihrem Kind weinen – nicht vor Glück, sondern vor Verzweiflung? Die ersten 6 bis 12 Monate… Katastrophe. Dann zwischen 1.5 und 4 Jahren kommt ne Zeit, wo öfter mal ein Lächeln zwischen den Sorgenfalten der Eltern aufblitzt. Das ist dann genau die Zeit, an die sich die Eltern wehmütig zurückerinnern wollen, wenn der sorgenmachende Bengel dann 12, 13 Jahre alt wird und sich wegen der Eltern zu schämen beginnt.
Die Nachdenklichkeit über das Leben und seinem scheinbaren „Sinn“, die Nachdenklichkeit über das Lebensinhalts-Gebäude Kinder, das vielleicht doch auf Treibsand gebaut wurde, nimmt trotz scheinbarer „Lebensaufgabe“ rasant zu. Die US-Soziologin Robin Simon fand in einer Studie heraus: „Eltern sind depressiver als Nicht-Eltern“. Eine Studie des Max-Planck-Instituts in Rostock stellte fest, dass Eltern durch die Geburt ihres ersten Kindes unglücklicher werden. Und 86% aller von einer Midlife-Crises betroffenen Menschen haben eigene Kinder.

Ich verstehe das ganze Konzept des Kinderhaben-Wollens nicht.

Die raren Momente der puren Freude gehen ruckzuck vorbei. „Mein Gott, die Zeit vergeht so schnell.“ Das ist das Statement, das Eltern mit Blick auf das älter gewordene Kind am häufigsten von sich geben. Sobald das Kind 5,6,7 wird… beginnt man sich schon wehmütig an diese vergangene Zeit zurückzuerinnern „wo sie doch noch so süß waren“. Dann muss das nächste Kind auf die Beine gestellt werden. Wieder Sorgen, wieder Ärger, wieder schlaflose Nächte.

Ich beobachte so viele junge Eltern, die, gierig nach Bestätigung suchend, andere Menschen fragen, ob sie nicht auch bald Kinder haben wollen. Das kommt mir so vor, wie Jemand, der eine hochspekulative Aktie gekauft hat und jetzt verzweifelt andere Menschen sucht, die ihm bestätigen sollen, dass sie auch diese Aktie für gut halten… damit er sich mit seinem Zweifel nicht so alleine fühlt.

Aber, jeder soll nach seiner eigenen Façon happy werden.

Selbst wenn er’s gar nicht ist.

Hier weitere Stimmen von Müttern im Tagesspiegel

Artikel über die Mutterglück-Lüge

Artikel über Elternfrust: Ich will mein Leben zurück

Liste der Nachteile, wenn man Kinder hat

Die Nachteile mit Kindern

Wenn Kinder da sind, schläft der Sex ein. Die sexuelle Anziehung der Partner ist mit Kindern gegen Null. Eine stillende Mutter mit allen Körperlichen Nebenerscheinungen ist nicht mehr so anziehend für den Mann. Alles dreht sich nur noch um dieses nervende Kind.

Sie finden keinen Schlaf mehr. In Zagreb hat jetzt ein Pärchen ein Inserat aufgegeben, dass sie eine Nanni suchen, die ihr Kind Nachts aufnimmt, damit sie endlich wieder mal schlafen können. Die Normalität: Nur zwei bis drei Stunden Schlaf wegen dem schreienden Kind. Kaum sind Sie eingeschlafen, schon kommt wieder das grausame Wecken durch das ständig brüllende Kind. Und dann müssen Sie auch noch am nächsten Tag erschöpft und übermüdet zur Arbeit.

Sie haben keine Zeit mehr für sich. Italienisch lernen? – geht nicht mehr. Regelmässig Joggen gehen? geht nicht mehr. Mal Wandern? Geht nicht mehr. Yoga praktizieren? Geht nicht mehr. In Ruhe ein gutes Buch lesen? Geht nicht mehr. Bungee Jumping, Surfen, Sport… geht nicht mehr.

Einfach mal am Wochenende ausschlafen, ist nicht mehr.

Sie verdreifachen die Angst in Ihrem Leben. Diese unendliche Angst, die mit Kindern kommt. Angst, dass das Kind einen Unfall hat. Angst, dass es schlecht in der Schule ist. Angst, dass es von anderen gemobbt wird. Angst, dass es entführt, oder sexuell missbraucht wird. Angst, dass es krank wird. Angst, dass keinen ordentlichen Beruf ergreift. Angst, dass es Drogen in Kontakt kommt. Angst, dass er keine Freundin findet. Angst das es auf die schiefe Bahn gerät. Angst, dass es mich ohne Enkelkinder im Herbst des Lebens alleine lässt. Angst, dass es mich im Alter nicht besuchen wird. Angst, Angst, Angst.

Die Angst vor dem eigenen Tod wird dramatisch grösser
Standen Sie vielleicht vorher dem eigenen Tod gelassen gegenüber, so ergreift jetzt eine neue Art der Todesangst Besitz von Ihnen: „Was passiert mit meinem Kind, wenn ich nicht mehr da bin?“ Sie fantasieren: niemand anders als ich selber wird dem Kind eine gute Mutter/Vater sein. Die auf Eitelkeit begründetet Angst, dass ihr Kind dann eine andere Person statt Sie selber als Mutter/Vater vergöttern wird und es Sie vielleicht sogar vergessen könnte, verleugnen Sie natürlich.

Mit einem Kind ist man finanziell immer eingeschränkt, man kann sich nichts mehr richtig leisten und ist ständig am Limit. Das Kind braucht neue Kleider, das Kind braucht einen Kita-Platz, das Kind braucht Schulmaterial, das Kind braucht ein Geburtstagsgeschenk, das Kind braucht ein neues Fahrrad, das Kind braucht Geld zum Studieren… Es hört und hört nicht auf. Bis zum 18. Lebensjahr kostet sie das ca 130’000 Euro, bis zum Ende des Studiums ca 160’000 Euro

Das Kind will einfach nicht gehorchen. Das Kind soll herkommen, aber es tut es einfach nicht. Alles Drohen und gut zureden nützt nichts. Hilflos stehen Sie da – es macht was es will, es ist ausserhalb ihrer Kontrolle.

Die Beziehung zum Partner bekommt einen Knacks. Die Konzentration & Aufmerksamkeit richtet sich ur-plötzlich nur noch auf das Kind. Romantische Momente gehören der Vergangenheit an. Genervtheit ersetzt die frühere zärtliche Zuwendung. Entweder er oder sie oder beide fühlen sich vernachlässigt. Anbrüllen und Ehekrise sind die Folge.

Das Kind schreit, weil es seinen Kopf durchsetzen will. Sie sind in einem Einkaufszentrum und es fängt einfach zum Schreien an, weil es irgendetwas will, was Sie ihm aber nicht geben wollen oder können. Laut, schrill, markdurchdringend. Sie sagen, es soll das wieder hinlegen. Die Antwort ist einfach nervtötendes Schreien. Die Leute schauen Sie vorwurfsvoll an, weil sie sich gestört fühlen, und deren Blicke machen SIE verantwortlich. Es bockt und brüllt. Sie sind hilflos. Das passiert Ihnen zu Hause, in der S-Bahn, am Flughafen… Schrecklich.

Die jugendliche Unbeschwertheit ist für immer vorbei. Mal spontan was trinken gehen? geht nicht mehr. Mal spontan durchgehend Party machen? Geht nicht mehr. Mal spontan nach Paris fahren? geht nicht mehr. Alles muss geplant & getaktet werden. Entgegen aller Lippenbekenntnissen, ist man zu denselben spiessigen, sorgenvollen Eltern geworden, wie die eigenen Eltern.

Diese ständige Verpflichtung macht einen krank. 80% der Dinge, die Sie im Alltag tun, tun Sie nicht, weil Sie sie tun wollen, sondern weil die Existenz des Kindes Sie dazu zwingt. Ihr Leben dreht sich nur noch um das Kind. Aller Gesprächsstoff mit dem Partner: Zu 90% über das Kind. Kind, Kind, Kind…

In der Pubertät zeigt das Kind Aggression gegen Mutter und Vater. Kinder beginnen sich wegen der eigenen Eltern zu schämen. Sie verleugnen sie. Manchmal geht das bis zum Hass, Zerstörung und physischer Gewalt.

Die einstmals schöne Wohnung mutiert zu einem Chaos-Haushalt. Überall liegen ständig Babykram, Spielzeug, Kekspackungen herum. Statt Büchern stehen jetzt Lego-Landschaften und Playmobil-Burgen auf den Regalen. Das einst mit Liebe und Geschmack eingerichtete Wohnung gleicht einer Messi Unterkunft. Es gibt keine Rückzugsort mehr, wo man auf dem Sofa liegend in Ruhe lesen kann. Das selbe Chaos herrscht im Auto, das ständig mit Babynahrung, Plastikdosen und angekauten Zwiebackstücken versifft ist.

Sie haben alle Merkmale eines Abhängigen. Vor allem Mütter sehen ihr Kind oft als einzigen Quell all ihrer Sehnsüchte. Ihre Gedanken kreisen ständig um das Objekt. Sie wollen immer mehr davon. Sie haben Entzug, wenn das Objekt nicht da ist. Sie stellen sich vor, ohne es nicht mehr leben zu können. Sie wären bereit für das Objekt zu töten. So definieren Suchtberater eine starke Drogenabhängigkeit. Das ist ungesund und der Zahltag kommt immer.

Ein Kind redet nur über sich, interessiert sich nur für sich. Den ganzen Tag muss man sich mit jemand beschäftigen, der nur ein Interesse kennt: Sich selber. „Schau mal, wie ich mit meinem Fahrrad über die Schanze springen kann“. Alles dreht sich in der Welt eines Kindes um sich selber. Man verkommt zum Dauer-Claqueur und Zwangs-Bewunderer. Die ständig eingeforderte Aufmerksamkeit ist eine erschöpfende Einbahnstrasse. Niemand ist gerne lange mit jemand zusammen, der nur über sich reden will. Das saugt aus.

Die Freundschaften schlafen ein. Freunde lassen sich nur noch selten blicken. Was will man auch reden? Man kann mit den neugewordenen Eltern sowieso nichts mehr unternehmen. Die Gespräche drehen sich entweder nur ums Kind oder um vergangene Zeiten. Das ist auf Dauer öde. Mütter suchen sich dann als Ersatz andere Mütter und unterhalten sich dann 7 Tage die Woche, 24 Stunden pro Tag über… Kinder!

Sie müssen immer dann Ferien nehmen, wenn die Kinder Ferien haben. Dann wenn alle in den Urlaub fliegen, dann müssen Sie auch fliegen. Dann wenn die Urlaubsgebiete überfüllt sind, dann müssen Sie auch sich dort aufhalten. Dann wenn alles am teuersten ist, dann müssen auch Sie buchen. Jedes Packen dauert 3 mal so lange, wie ohne Kinder.

Früher konnten Sie sich frei entscheiden, wo Sie dazugehören wollten. Heute bewegen Sie sich automatisch dort, wo es Kinder, Mütter und Väter gibt.

Es gibt keine Erfolgserlebnisse mehr. Ausser Kind wecken, Kind anziehen, Kind füttern, um’s Kind kümmern, Kind ins Bett bringen. Aber ansonsten NICHTS.

Man besucht Sie nur noch aus Höflichkeit und Verpflichtung. Wenn jemand zu frisch gewordenen Eltern eingeladen wird, dann gehen die Gespräche nur um die Kinder. Der Besucher empfindet sich mit seinem Besuch missbraucht, lediglich der als sagenhaft und toll dargestellte Familie die gehörige Bewunderung abzuliefern. Ein normales Gespräch ist kaum mehr möglich, ständig wird das Augenmerk auf die im Hintergrund plärrenden Kindern gerichtet. Klar, dass man junge Eltern entweder gar nicht mehr, oder nur aus Höflichkeit besuchen will.
Nur noch Oma und Opa lassen sich blicken, denn die suchen Abwechslung in ihrer Isolation.

Von einem auf den anderen Tag sind Sie alt geworden. Eltern gehören plötzlich zu einer anderen Generation. Sie altern mit einem Schlag um 10 Jahre. Eltern kümmern sich um Windeln, Kita und Bausparverträge. Jemand der Kinder hat, ist in der Wahrnehmung von jungen Menschen weder jung, noch „cool“ – er ist „aussortiert“ bestenfalls spießig.
Eltern altern auch in ihrer eignen Wahrnehmung viel schneller. Die Messlatte fürs eigene Alter sind die explosionsartig älter werdenden Kinder. „Mein Gott, ist Julia schon 10?… Das war doch alles erst Gestern“

Die Mutter langweilt sich zu Hause und ist unterfordert. Monatelang unterhält sie sich ausschliesslich in Brabbelsprache – es wird mehrheitlich Fernseh-Nachmittagsprogramme und Frauenmagazine konsumiert, um die Zeit totzuschlagen. Mütter fühlen sich uninteressant und humorlos. Die eigene Identität hat sich auf „Mutter“ reduziert. Sie schreit entweder Mann oder Kinder an.

Andere Mütter mischen sich bei Ihnen ein und wollen Ihnen schlechte Gefühle vermitteln. Wenn Mütter an Spielplätzen notgedrungen zusammen ihre Zeit verbringen, dann müssen sie ständig die ganzen Eifersucht- Neid-, Von-oben-herab, Einmischung-, und Selbstprofilierungs- Gespräche anderer Mütter ertragen „Meine Marie kann schon bis 20 zählen. Kann dein Kind das noch nicht???“

Die Karriere kommt ins stottern: Wer ein Kind hat, muss Zeit mit ihm verbringen. Es ist sehr schwer den ständigen Balanceakt zwischen Job und Kind hinzubekommen. Es wird zwar nach aussen nicht direkt gesagt, aber Personen, deren Priorität beim Kind statt beim Unternehmen ist, bleiben auf der Karriereleiter stecken.

Nach der Scheidung geht das Gezerre um die Kinder los. Die Scheidungsrate in Deutschland liegt bei 40%. Weil Kinder da sind, muss man sich schon mal auf das dreckige-Wäsche-waschende Gezerre um die Kinder gefasst machen – oft vor Gericht mit teurem Rechtsanwalt. Für alleinstehende Frauen mit Kindern ist es verdammt schwer einen neuen Mann zu finden.

Wenn die Kinder aus dem Haus gehen, fällt die scheinbare Lebensaufgabe ins Nichts. Depression, Krebs, Scheidung ist die häufige Folge. Studien beweisen das.

Sie werden genau wie Ihre eigene Mutter – unvermeidlich! Obwohl Sie es sich doch tausendmal anders vorgenommen haben – Sie werden in Ihrem Verhalten ein Clon Ihrer eignen Mutter. Denn, genauso wie bei Ihrer eigenen Mutter, ist der wahre Grund Kinder zu haben, Angst und nicht Liebe. Und Angst erzeugt immer dasselbe Verhalten

Es ist für immer! Irgendwann kommt die quälende Frage „Wie wäre mein Leben, wenn das Kind nicht da wäre?“ – Zu spät! Das Leben wird nicht mehr sein, wie es vorher war. Sie werden nicht mehr die sein, die Sie vorher waren. Jeden ungeliebten Job kann man wechseln, jedes fade gewordene Hobby kann man fallen lassen, von jedem stressauslösenden Ort kann man wegziehen. Aber hier gibt es kein zurück. Sie als Person leben nicht mehr. Sie sind Opfer eines Gefängnisses geworden, das „mein Kind“ heisst.

Kinder haben ist kein Produkt der Liebe.
Kinder haben ist ein Produkt der Angst. Angst, mit seinem Partner nichts mehr zu reden zu haben, Angst, dass nichts von einem bleibt in dieser Welt, Angst, keinen Sinn im Leben zu haben, Angst, im Alter allein zu sein, Angst niemanden zu haben, der einen als „Gott“ sieht, Angst, von den anderen mitleidig angeschaut zu werden. Wir können uns nicht selbst lieben, also suchen wir verzweifelt ein Wesen zu erschaffen, das uns die Liebe von aussen geben soll.
Diese Gleichung geht am Ende immer nicht auf… wie jeder an seinen eigenen Eltern sehen kann

Wenn Sie lieber Leser weitere Nachteile erleben, bitte schreiben Sie mir.

Hier das ist, was Google als die häufigst gesuchten Begriffe angibt, die im Zusammenhang mit „Kind Problem“ eingegeben werden.

kinder nerven

kind schreit

ich will mein kind nicht mehr haben

kind hört nicht und provoziert

ich hasse mein kind

bettnässen

mein kind hört nicht und ist aggressiv

Schulangst

mein kind hört nicht auf mich

hyperaktive kinder

überfordert mit kind

leben mit kind langweilig

überforderte mutter

pubertät aggression gegen mutter

wutanfälle kind 4

baby hört nicht auf zu schreien

kind 3 jahre hört nicht

was tun wenn kinder nicht hören

Kinder haben oder nicht

depressive mutter

Ehekrise

entscheidungshilfe kind ja nein

ich hasse mein Kind

seit Kind kein Leben mehr

Leben mit Kind anders vorgestellt

keine Freizeit mehr mit Kind

Leben mit Baby mein Kind zerstört mein Leben

pro contra kinder bekommen

ich hasse mein leben als mutter

Mutter mit Burnout

argumente für kinder

eigenes Kind nervt

gründe kinder zu bekommen

Kinder sind Belastung

Kinder machen mich fertig

pro contra kinderwunsch

kind ja oder nein mit 35

pro und contra für ein baby

kinder ja oder nein test

Wenn es mit dem Stillen trotz allem nicht klappt

Autorin: Márta Guóth-Gumberger, IBCLC |
Wenn das Stillen Ihres Babys trotz intensiven Bemühens, Geduld und Ausdauer nicht gelingt, trauern Sie um den Verlust der ersehnten Stillbeziehung.

Vielleicht haben Sie alles Mögliche versucht, um stillen zu können. Vielleicht haben Sie gepumpt, sondiert, besondere Stilltechniken oder Hilfsmittel verwendet. Vielleicht saßen Sie viele Stunden am Bett Ihres kranken oder frühgeborenen Babys.

Denken Sie daran, dass alle diese Bemühungen viel mehr Anstrengung erforderten als eine eingespielte Stillbeziehung. Sie haben damit sehr viel für Ihr Baby getan. Auch das hat in der schwierigen Situation Bindung aufgebaut.

Die biologische Möglichkeit, Ihr Baby zu stillen, ist manchmal nur theoretisch vorhanden, weil die Hindernisse so groß sind.

Mangelnder Rückhalt in Familie und Umgebung, sehr große Anforderungen an die Mutter, Krankheit bei Mutter und/oder Kind, Stress, Angst, Sorge, zu wenig Unterstützung und Information von medizinischem Personal, falsch eingefädelte Verhaltensweisen in der Klinik, fehlende Information zur richtigen Zeit, Temperament und Saugtechnik des Babys, frühere Misserfolgserlebnisse beim Stillen und das gesellschaftliche Klima können einzeln oder in Kombination die Stillbemühungen der Mutter um den Erfolg bringen.

Sie erleben dann vielleicht Versagensgefühle, aber halten Sie sich all die erschwerenden Faktoren in Ihrer Situation vor Augen. Denken Sie daran, dass Stillen zum Ziel hat, eine liebevolle Mutter-Kind-Bindung zu ermöglichen. Das Stillen erzwingen zu wollen, würde das Gegenteil bewirken.

Vielleicht können Sie stillen, sind aber auf Dauer auf Zufütterung angewiesen. Vielleicht entschließen Sie sich, mit dem Brust-Ernährungsset zuzufüttern. Vielleicht klappt aber auch das nicht.

Sie erleben in jedem Fall Trauer um den Verlust einer komplikationslosen Stillbeziehung bzw. einer Stillbeziehung überhaupt. Lassen Sie diese Gefühle der Trauer zu, aber bleiben Sie nicht bei ihnen stehen.

Sie haben die Möglichkeit, auf andere Weise Ihrem Kind die Nähe, Geborgenheit und Bindung zu geben, die beim Stillen entstehen würden.

Im Folgenden einige Vorschläge dazu:

  • Füttern Sie Ihr Baby immer in Ihrem Arm, nahe an Ihrer Brust, die Flasche an Ihren Körper gelehnt – statt aus Entfernung zum Körper gerichtet. Bei entsprechender Gelegenheit können Sie das Fläschchen auch an Ihrer nackten Brust füttern. So hört das Baby Ihren Herzschlag, riecht und fühlt Sie und kann Ihnen in die Augen sehen.
    Beim Füttern auf den Oberschenkeln ist das Baby nicht so nah bei Ihnen. Sie sollten nie die Flasche mit einer Decke festklemmen und dann Ihr Baby allein saugen lassen. Nehmen Sie sich genügend Zeit zum Füttern, nach Möglichkeit in einer entspannten Atmosphäre.
    Füttern immer Sie als Mutter Ihr Baby, denn bei der Nahrungsaufnahme lernt das Baby entscheidend, wer seine Mutter ist. Wechseln Sie während des Fütterns die Seite, das unterstützt die Entwicklung der Augenkoordination.
    Füttern Sie nach Bedarf und wählen Sie eine dafür geeignete Säuglingsmilchsorte (adaptierte, nicht teiladaptierte Milch). Das Loch am Sauger sollte klein sein, damit Ihr Baby sein Saugbedürfnis befriedigen kann.
  • Lassen Sie Ihr größeres Baby die Flasche nicht selbst halten. Lehren Sie es Trinken aus der Tasse, das kann es selbständig machen; Trinken aus der Flasche sollte immer mit Kontakt mit der Mutter verbunden sein.
  • Füttern Sie Ihrem größeren Baby die feste Kost immer im Schoß, nicht in einer Wippe oder in einem Stuhl – bis es den Löffel selbst in die Hand nehmen will.
  • Wenn Sie Ihrem Baby einen Schnuller geben, damit es das über die Nahrungsaufnahme hinausgehende Saugbedürfnis befriedigen kann, dann lassen Sie es das Saugen in Ihren Armen oder im Tragetuch genießen. Benutzen Sie den Schnuller nicht als Stöpsel zum Ruhigstellen.
  • Tragen Sie Ihr Baby soviel wie möglich am Körper, mit Tragetuch, Snugli und/oder Babyschlinge. Benutzen Sie einen Kinderwagen sowenig wie möglich. Ihr Baby braucht viel Haut- und Körperkontakt.
  • Wenn Sie später Ihr Kind wegen des Gewichts nicht länger tragen können, dann wählen Sie einen Kinderwagen, in dem Ihr Kind mit dem Gesicht zu Ihnen sitzt.
  • Lassen Sie Ihr Baby in der Nacht in Ihrem Bett schlafen. Versuchen Sie nicht, Ihrem Baby anzugewöhnen, auf sich allein gestellt einzuschlafen. Bleiben Sie bei ihm, bis es abends einschläft und lassen Sie es Ihre Nähe spüren.
  • Baden Sie mit Ihrem Baby zusammen. Es wird den Hautkontakt und das warme Wasser genießen.
  • Gehen Sie freiwillig keine Trennung von Ihrem Baby ein, die länger als einige Stunden dauert. Gerade wenn Sie nicht stillen, ist für Ihr Baby Ihre beständige Anwesenheit wichtig.

Stillen bringt viele dieser Verhaltensweisen automatisch mit sich. Ohne Stillen ist mehr Disziplin und bewusste Bemühung notwendig. Das oben beschriebene Verhalten steht in vielen Punkten im Widerspruch zum üblichen Umgang mit Babys in unserer Gesellschaft, da es eine Erziehung mit Nähe und Bindung ist. Die Zufriedenheit und die Entwicklung Ihres Kindes werden Ihnen aber langfristig zeigen, wie wohl es sich dabei fühlt.

Autorin: Márta Guóth-Gumberger IBCLC, Rosenheim
Foto: James Stewart

Weitere Infos: Nuckelchen – Alles rund ums Flaschenkind

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Du willst nicht stillen? Dann bist du eine schlechte Mama!

So, oder so ähnlich wird es einem oft vermittelt. Doch wer hat eigentlich das Recht so hart über andere zu urteilen? Woher kommt diese Annahme? Und was ist, wenn man zwar stillen will aber verschiedene Gründe dagegen sprechen? Ist man dann trotzdem eine schlechte Mama?

Nicht stillen? Keine leichte Entscheidung

Die Entscheidung nicht zu stillen, ist für die allermeisten Mamas keine, die sie leichtfertig treffen. Jede Mama macht sich Gedanken und Sorgen, überlegt, was für sie und ihre Familie das beste ist und entscheidet dann nach bestem Wissen und Gewissen.

Und ja, auch wenn sie sich dazu entscheidet nicht zu stillen, kann das für genau diese Familie das beste sein.

Ich bin keine Still-Gegnerin.
Ich bin aber eine Momshaming-Gegnerin.

Und wenn unsere Still-Liebe darin mündet, dass Mamas, die nicht stillen wollen oder können verurteilt werden, dann ist es wichtig, dass wir erkennen, dass das der falsche Weg ist.

Die Still-Dauer sagt nichts darüber aus, ob du eine gute Mama bist.

Von einem Extrem ins Andere

Auch wenn uns manchmal etwas anderes vermittelt wird: Überall auf der Welt war es schon lange üblich, dass Babys nicht nur gestillt sondern auch mit anderer Nahrung gefüttert wurde. In München lag die Stillquote zum Beispiel zwischen 1861 und 1886 unter 20 Prozent. Wie lange und ob gestillt wurde, war oft reginal sehr unterschiedlich und hing vor allem damit zusammen, dass Frauen wertvolle Arbeitskräfte waren, die man nicht entbehren konnte.

Problematisch war daran jedoch, dass die Babys mit Nahrung gefüttert wurden, die für sie eigentlich ungeeignet war. Es wurde teilweise Kuhmilch gefüttert, die oft nicht genügend sterilisert war, teilweise aber auch direkt ein flüssiger Brei aus Getreide mit Wasser oder Milch.

Viele dieser Säuglinge starben – deutlich mehr als in vergleichbaren Gruppen von gestillten Säuglingen.

Erste Fortschritte

Erst Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen die ersten industriellen Säuglingsnahrungen auf den Markt – die jedoch noch nicht wirklich auf die Bedürfnisse von kleines Babys angepasst waren. Trotzdem stellte dies einen ersten großen Fortschritt da, da Nahrung nun deutlich hygienischer war und so das Risiko für die gefütterten Kinder stark sank.

Erst in der Nachkriegszeit wurde daran gearbeitet die Milchnahrung immer weiter an die Muttermilch anzupassen, was wiederum in der Werbung genutzt wurde, um den Müttern eine Milch zu versprechen, die „humanisiert“ oder „adaptiert“ sei.

Seit einigen Jahren steht jedoch fest, dass die heutige Säuglingsnahrung zwar hygienisch einwandfrei ist, die Muttermilch in Zusammensetzung und gesundheitsfördernden Eigenschaften deutlich überlegen bleibt.

Werbung für das Stillen

Und mit diesen Erkenntnissen beginnen große Kampagnen um Mütter vom Stillen zu überzeugen. „Breast ist best“, „every ounce counts“ und „babys are born to be breastfeed“ sind dabei Slogans, die bald auch auf Social Media rauf und runter gebetet werden.

Und was an sich eine gute und sehr berechtigte Sache ist und unsere Babys schützen und ihre Gesundheit fördern soll, schlägt langsam um in Propaganda und Indoktrination.

Indoktrination
ist eine besonders vehemente, keinen Widerspruch und keine Diskussion zulassende Belehrung. Dies geschieht durch gezielte Manipulation von Menschen durch gesteuerte Auswahl von Informationen, um ideologische Absichten durchzusetzen oder Kritik auszuschalten.

Mütter, die nicht stillen (egal, aus welchen Gründen) werden verurteilt. Sie würden ihrem Kind das beste vorenthalten.

Eine Diskussion auf Augenhöhe ist nicht möglich, weil die, die Stillen das absolute Totschlagargument haben: „Es ist das beste für unsere Kinder.“

Mama als Märtyrer

Stillen ist nicht immer einfach. Es kann schmerzen. Wunde Brustwarzen, Milchstaus und Krämpfe in den Milchgängen. Doch wer eine gute Mutter ist, der erträgt das alles (und noch mehr!) mit einem Lächeln auf dem Gesicht und stillt sein Kind weiterhin.

Es scheint manchmal fast, als wäre es ein Wettbewerb unter Müttern: Wer opfert sich am meisten auf? Wer erträgt seinem Kind zuliebe am meisten Schmerz?

Und wer sich diesem Wettbewerb entzieht, lieber die Flasche gibt, eben weil es schmerzt, der hat eh verloren. Der hat sich einfach nicht genug bemüht. Und keine Hilfe gesucht (oder eben nicht die richtige).

Eure Geschichten

Auf Insta habe ich nach Mamas gesucht, die nicht stillen konnten oder wollten. Die Bilder oder Geschichten mit mir und euch teilen mögen. Einige dieser Geschichten möchte ich euch hier gerne erzählen.

Es sind Geschichten, die mir Tränen in die Augen treiben. Weil diese Mamas so viel durchgemacht haben. Das beste für ihre Kinder wollen. Und von fremden Personen verurteilt werden. Egal ob du stillst oder nicht stillst, vielleicht helfen dir diese Geschichten. Dabei nicht zu schnell zu verurteilen. Dabei deinen eigenen Weg zu gehen ohne dich schlecht zu fühlen.

Stillen ist toll. Ich selber hatte einen holperigen Start und am Ende war es das beste, was uns passieren konnte. Ich finde es toll, wenn eine Mama, die eigentlich nicht stillen möchte es zumindest probiert. Aber am Ende ist es die Entscheidung jeder einzelnen Mama. Und es ist nicht an uns diese Entscheidung zu verurteilen.

Das Stillen klappt nicht

Laura

Es ist spät. Ich bin unglaublich erschöpft und müde. Zum zehnten Mal in dieser Stunde lege ich mein neugeborenes Baby an. Versuche ihn irgendwie an die Brust zu bekommen, damit er endlich etwas trinkt. Tränen laufen mir übers Gesicht. Mein Baby brüllt aus voller Kehle. Ich weiß, dass er hungrig ist. Seit vier Tagen kämpfen wir ums Stillen. Seit vier Tagen lege ich ihn teilweise alle 5 Minuten an. Seit vier Tagen weiß ich, was es heißt wirklich verzweifelt zu sein.

Ich hatte es mir alles so schön vorgestellt. Stillen sollte doch einfach sein. Das natürlichste der Welt. Es ist das beste für unsere kleinen Babys. Und das beste für uns Mamas. Es ist praktisch. Und hygienisch.

Doch bei uns ist es ein einziges Drama.

Es klopf an der Tür und die Nachtschwester kommt herein. In der Hand hält sie eine Flasche. Sie schaut mich mitfühlend an und sagt mir, was ich selber auch fühle. Dass wir den Druck rausnehmen müssen. Dass mein Kind Nahrung braucht und ich etwas Ruhe.

Ich nehme die Flasche. Bin unentschlossen. Es fühlt sich an wie aufgeben. Als wäre ich nicht stark genug. Nicht gut genug.

Ich gebe meinem Sohn die Flasche dennoch. Weil ich einfach nicht mehr kann. Weil er nicht mehr kann.

Er trinkt.
Und trinkt.
Und trinkt.

Und auf einmal ist es still. Mein Sohn ist friedlich eingeschlummert. Er liegt in meinen Armen, atmet ruhig und sieht so unglaublich zufrieden aus. Und bei mir brechen alle Dämme. All die Verzweiflung, die Angst, die Schuldgefühle überwältigen mich förmlich. Ich weine und weine und weine.

In dieser Nacht – der ersten, in der mein Sohn länger als zwei Stunden am Stück schläft, kann ich das erste Mal seit der Geburt etwas ausruhen. Die Schwestern bringen mir später noch eine Flasche und ich füttere meinen Sohn damit ohne ihn zuvor anzulegen.

Am nächsten Morgen fühle ich mich hundeelend und gleichzeitig befreit. Ich sehe, wie gut es meinem Kind geht und fühle mich so schlecht, weil ich es einfach nicht geschafft habe.

Stillen ist doch der heilige Gral der Mutterschaft.

Und ich bin einfach unfähig.

Ich weiß, dass ich von anderen (Müttern) verurteilt werde. Dass viele denken, dass ich es einfach nicht genug wollte. Dass ich nicht stark genug war. Und lange Zeit habe ich das auch gedacht. Mich schlecht und ungenügend gefühlt.

Doch mittlerweile frage ich mich, wer eigentlich das Recht hat so hart über mich zu urteilen. Und vor allem: WARUM Mütter in punkto Stillen so hart verurteilt werden.

Weil es das beste für das Kind ist?

Klar ist es das. Aber das sind viele andere Dinge auch, die ebenso wenig von allen umgesetzt werden.

Und ehrlich gesagt finde ich es ziemlich anmaßend von einer Mama dafür verureilt zu werden, die ihr Kind auf dem Spielplatz ständig anschreit und ihm droht Spielzeug wegzuschmeißen, wenn es nicht auf sie hört…

Ich bin nicht perfekt.

Wahrlich nicht.

Aber genauso wenig perfekt sind Mütter nur weil sie stillen.

Wir alle haben Fehler.
Wir alle machen Fehler.

Und anstatt uns gegenseitig zu verurteilen und uns über andere zu erheben, sollten wir uns doch einfach viel öfter anlächeln und die schlechten Gedanken beiseite schieben.

Cindy

Ich hatte drei Jahre vor der Geburt eine OP, weil ich große (zum Glück gutartige) Tumore in beiden Brüsten hatte. Diese wurden entfernt.

Während der Schwangerschaft hat sich wieder einer gebildet und in der Stillzeit hat sich (vermutlich auch durch die OP) die Milch darin eingekapselt und konnte nicht abfließen. Das musste spätestens alle zwei Wochen mit einer Spritze abgezogen werden, weil die Milch zu gerinnen drohte.

Nach mehreren Monaten haben wir mit Hebamme und Frauenärztin entschieden lieber abzustillen, da das jedes Mal ohne Betäubung war (das Betäubungsmittel wäre auch in die Milch übergegangen und niemand konnte mir so richtig sagen, wie lange es dauert, bis das wieder abgebaut ist und ob es schädlich für meinen Sohn wäre) und auch immer ein Infektionsrisiko für mich und meinen Sohn brachte. Ab da gab’s dann PRE-Nahrung und mein Kleiner hat das super vertragen.

Vivian (_vivi.os_)

Im Krankenhaus haben wir versucht meinen Sohn öfter anzulegen, auch mit Stillhütchen, leider hat es nicht funktioniert. Er konnte einfach nichts saugen und hat nur geweint und geschrien vor Hunger. Nach drei Tagen habe ich dann gefragt, ob sie ihm nicht mal ein kleines Fläschchen machen können, damit er wenigsten mal etwas zu sich nimmt. Das hat super geklappt und er war friedlich.

Ich wollte weiter versuchen zu stillen aber meine Brustwarzen waren so kaputt und blutig, das tat sehr doll weh und mein Sohn hat es wieder nicht geschafft und nur genuckelt. Als wäre es für ihn nur zur Beruhigung aber nicht um zu essen.

Ich habe es immer und immer wieder versucht, bis ich irgendwann sehr verzweifelt war und ihm lieber die Flasche gegeben habe. Nach der Flasche war er sofort ruhig und viel zufriedener.

Am Ende habe ich entschieden bei der Flasche zu bleiben und mich nicht weiter zu stressen, da es so ja wunderbar funktioniert. Ich wurde von den Schwestern zwar doof angeguckt, weil ich das Stillen somit ablehnte aber das war mir egal! Hauptsache mein Sohn nimmt so etwas zu sich.

Bei der U3 wurde bei unserem Sohn dann ein Herzfehler festgestellt. Der Kardiologe sagte mir daraufhin, dass das Stillen für unseren Sohn viel schwerer sei, als für gesunde Kinder und wahrscheinlich deswegen nicht geklappt hat. Als mir das gesagt wurde, wusste ich, dass ich im Krankenhaus die richtige Entscheidung getroffen habe.

Es ist nicht (wie viele denken) eine Entscheidung, weil man als Mama nicht möchte oder keine Lust drauf hat! Das ist völliger Quatsch. Ich hätte liebend gerne gestillt aber leider ging es nicht und ich bin als Mama dankbar, dass es das Fläschchen gibt. Mit vielen verschiedenen Lochgrößen und verschiedenen Aufsätzen und Marken – so kann man herausfinden, womit das Baby am besten trinken kann.

Tina (Pfirsichmama)

Für mich stand fest, dass ich stillen möchte. Also habe ich mir ein stillfreundliches Krankenhaus gesucht und eine Hebamme, die auch Stillberaterin war. Dann ging es los und alles war ganz anders als gedacht.

Es wurde ein Notfallkaiserschnitt und da mein Kind so fertig war und nur geschlafen hat, wurden wir in eine andere Klink verlegt und er kam auf die Intensivstation. In diesem Krankenhaus lag ich auf einer gynäkologischen Station. Da hieß es nun ich müsse alle vier Stunden abpumpen. Das tat ich und er bekam die Flasche mit Pre.

Keiner hat mir gezeigt, wie man anlegt oder sonst was. Na gut, ab nach Hause.

Meine tolle Hebamme hat wirklich alles versucht aber der Kleine wollte einfach nicht an die Brust. Letztendlich meinte meine Hebamme, dass Stillen Spaß machen und schön sein soll, aber für uns sei es nur Stress. Also habe ich weiter gepumpt.

Ich habe das in unseren Alltag integriert und es geht ganz gut. Ich pumpe jetzt fast 10 Monate, nicht mehr alle vier Stunden, sondern nur drei Mal am Tag aber ich hatte so manche Tage, wo ich nicht mehr wollte. Aber Augen zu und durch!

Ich hatte leider viele Milchstaus und das richtig doll. Habe auch einige Pumpen ausprobiert, bis ich eine gute gefunden habe, die die Pumpe aus der Apotheke ersetzen konnte (bei mir war das die Ardo von Calypo). Außerdem kann ich jeder Mama, die abpumpt ein spezielles Bustier dafür empfehlen, so hat man beide Hände frei beim Pumpen.

Aileen

Ich wollte sehr gerne stillen aber mein Körper hat nicht genug Milch produziert und sie war „saugfaul“, sodass mir im Krankenhaus empfohlen wurde, ich solle mal die Flasche versuchen. Das haben wir gemacht und es hat super geklappt und die Hebamme im Krankenhaus meinte dann dass es besser ist die Flasche zu geben, da mein Körper wohl auch nicht sehr viel weitere Milch produzieren wird und sie so oder so überwiegend von der Flasche trinken muss. Somit habe ich mich dann für die Flasche entschieden.

Natürlich war ich am Anfang sehr traurig aber im Endeffekt ist sie jetzt fünf Wochen alt und sie wächst und gedeiht und ich sehe das positive an der Sache: Mein Mann kann nachts auch aufstehen, die OMas können sie auch mal über Nacht nehmen und wenn wir unterwegs sind, geht das mit der Flasche auch super.

Manuela

Mini bekommt die Flasche, weil er seit der Geburt einen hohen Gaumen hat und deshalb den nötigen Druck zum Saugen nicht aufbauen kann. Desweiteren war er aufgrund eines echten Nabelschnurknoten unterversorgt und kam einen Tag vor ET mit gerade einmal 2450 g zur Welt. Kinderarzt und Hebamme haben gemeinsam mit mir entschieden, dass es das beste ist, wenn Mini aus der Flasche trinkt, da man dann auch sieht, wie viel er zu sich nimmt.

Katharina

Wir geben unseren Babys die Flasche, da es nicht anders geht.

Dass unsere Zwillinge überhaupt auf der Welt sind, ist laut Ärzten eine kleine Sensation. Denn da ich 2015 mit 27 Jahren an Brustkrebs erkrankt bin und viel Chemotherapie bekommen musste, war eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege fast ausgeschlossen.

Zudem musste ich mir als krönenden Abschluss für die ganze Tortur meine Brüste entfernen lassen – somit ist Stillen anatomisch einfach nicht mehr möglich. Daher haben wir keine andere Wahl als unseren Babys die Flasche zu geben.

Ich musste mir leider schon das ein oder andere Kommentar bezüglich des Fläschchens anhören- Wenn ich dann sage, warum ich nicht stillen kann, gucken die Leute meist beschämt zu Boden… zu recht!

Gerade weil es so unterschiedliche Gründe gibt nicht zu stillen – und alle sind absolut berechtigt! – wünsche ich mir mehr Akzeptanz.

Ich möchte nicht stillen

Lara

Ich habe es zwei Wochen probiert und trotz super Hebamme und Beratung habe ich mich einfach nicht wohl gefühlt.

Ich fand es furchtbar und musste bereits weinen, bevor mein Sohn seinen Hunger geäußert hat. Das hat uns beiden nicht gut getan. Deshalb habe ich von einen auf den anderen Tag abgestillt und alle waren glücklich. Ich habe viel Gegenwind erhalten, jedoch nie etwas darauf gegeben. Nicht stillende Mütter lieben ihre Kinder nicht weniger.

Hanna

Ich habe die Flasche gegeben, weil es von Anfang an ein Kampf war ihn anzulegen beim Stillen und keine Hebamme mir je richtig geholfen hat mit unseren Problemen und meinen Ängsten. Mir wurde immer nur gesagt „Ach, Sie machen das schon! Das wird sich einpendeln!“.

Nach zwei Wochen wollte ich einfach nicht mehr. Emil hat jedes Mal wenn ich ihn alegen wollte nur noch gebrüllt und die Brust gar nicht mehr genommen. Also habe ich die Flasche gegeben.

Richtig Milch hatte ich auch nicht. Ich habe dann noch versucht für ihn abzupumpen und ihm abgepumpe Milch aus der Flasche zu geben aber nach zwei Tagen war es vorbei und es kam gar keine Milch mehr.

Rabea

Bei mir persönlich stand es von Anfang an fest, dass ich es mir nicht vorstellen kann mein Kind immer und überall zu stillen. Während der Schwangerschaft habe ich dann doch hin und her überlegt weil mir auch viele reinreden wollten. Dann bin ich zu meiner Mama (5 Kinder). Sie hat die erste gestillt und dann nicht mehr, weil sie solche Schmerzen und ENtzündungen bei der ersten hatte. Sie meinte, ich soll auf mein Herz und mein Bauchgefühl hören. Ich soll die Geburt abwarten und vielleicht kommt alles ja ganz anders als man denkt.

Mein erster Sohn kam nach 12 Stunden und abfallenden Herztönen per Kaiserschnitt auf die Welt. Er bekam keinen Sauerstoff mehr, weil sich die Nabelschnut um seinen Hals gelegt hatte. Nach dem Kaiserschnitt kam die Hebamme und fragte mich, wie es mit Stillen wäre und da war es wieder so, dass ich mich total unwohl fühlte. Sie bat mich, es dennoch zu versuchen und dem Kind zumindest die erste Milch auf den Weg zu geben.

Gesagt, getan. Aber was soll ich sagen: Wir versuchten Paul anzulegen und der kleine Mann hat der Mama wohl angemerkt, dass sie sich nicht wohl fühlte, also wollte er nicht. Er drehte seinen Kopf weg und ließ sich nicht darauf ein. Somit hat unser kleiner Mann mir die Entscheidung abgenommen.

Im Nachhinein war es für mich so toll. So durfte auch der Papa seinen kleinen Mann das erste mal füttern, während Mama sich ausgeruht hat.

Meine Einstellung hat sich auch bei Nummer zwei nicht geändert.

Paul wird im April drei Jahre alt und Luke ist im Dezember ein Jahr geworden. Sie sind beide super entwickelt und selten krank. Ich glaube, jede Mama muss das für sich entscheiden und sich damit wohlfühlen, dann ist es die richtige Entscheidung, egal ob gestillt oder Flaschenkind.

Du bist dir unsicher?

Wenn man sich nicht sicher ist, ob man stillen möchte oder nicht, dann würde ich prinzipiell empfehlen zunächst gar keine Entscheidung zu treffen, die Geburt abzuwarten und dann einfach das Kind anzulegen.

Abstillen kann man dann jederzeit aber vielleicht ist das Stillen ja gar nicht so schlimm, wie man es sich vorstellt. Ein toller Nebeneffekt dabei: Das Kind bekommt das Kollostrum (die erste Milch, die noch vor dem eigentlichen Milcheinschuss produziert wird). Diese Milch gibt deinem Kind einen besonderen Immunbooster und ist darum sehr wertvoll.

Solltest du merken, dass das Stillen wirklich gar nichts für euch ist, dann kannst du im Grunde jederzeit abstillen. Deine Hebamme oder auch eine Krankenschwester im Krankenhaus kann dich dabei unterstützen.

Zu wenig Milch?

Wenn es darum geht, warum Mamas aufgehört haben zu stillen, hört man oft, dass sie zu wenig Milch hatten. Viele Stillberaterinnen und Still-Verfechterinnen im Internet tun das mittlerweile (teilweise sehr unfreundlich) ab und sagen, dass fast jede Mama genug Milch produzieren kann.

Gängige Tipps um die Milchbildung anzuregen, sind dann das Kind sehr oft anzulegen, Stilltee zu trinken und die Brust vor dem Stillen zu erwärmen (um den Milchfluss überhaupt in Gang zu bringen).

Die Unsicherheit

Und ja, wenn man sich Erhebungen ansieht, dann haben nur wenige Mamas zu wenig Milch. ABER entgegen einiger anderer Meinungen denke ich nicht, dass viele Frauen das als Ausrede benutzen um nicht zu stillen, sondern vielmehr, dass es ein Ausdruck der Unsicherheit ist, die wir als Mamas alle durchmachen.

Bekommt mein Kind wirklich genügend Nährstoffe?
Entwickelt sich mein Kind (alters-)gerecht?
Biete ich ihm wirklich alles, was es braucht?

In unserer modernen Welt wissen wir eigentlich immer genau, was wir wann wo gegessen haben. Wie viel Milch ein Baby aus der Brust trinkt, ist jedoch unergründlich. Wie viele Nährstoffe diese Milch enthält umso mehr.

Auch ich habe mir diese Sorgen gemacht. Unser Sohn ist sehr schmal für sein Alter und noch heute frage ich mich manchmal, ob er nicht von Flaschennahrung profitiert hätte. Aber beim Stillen müssen wir (wie auch bei vielen anderen Dingen, die unsere Babys betreffen) genau solche Gedanken loslassen. Uns davon nicht verrückt machen lassen.

Vertrau auf dich und deinen Körper!

Sprich mit deiner Hebamme über deine Bedenken. Und letztendlich: Triff die Entscheidung, mit der du dich wohl fühlst. Nicht weil du dich dazu genötigt fühlst. Nicht weil du unsicher bist.

Schmerzen

Und zu guter Letzt ein Wort zu Schmerzen beim Stillen: Nein, stillen tut nicht unbedingt weh.

Für manche ist es angenehm.
Für manche unangenehm.
Für manche ist es einfach ungewohnt.
Und manchen tut es weh.

Zu welcher Gruppe du gehörst, wirst du erst erfahren, wenn du es ausprobierst. Und nein, man muss nicht monatelang Schmerzen ertragen. Gute Stillberaterinnen können in den meisten Fällen sehr gut helfen – und falls nicht: Es ist absolut gut auf sich zu achten. Und wenn man die Schmerzen nicht aushält, dann ist ein Fläschchen eine wundervolle Alternative!

Stillen ist Liebe – Fläschchen geben aber auch!

Noch mehr Artikel zu dem Thema findest du zum Beispiel hier:

Bloggermumofthreeboys – Flaschenkinder – ich stille nicht

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Ich bin eine Rabenmutter: Ich stille mein Baby nicht!

Gute Mütter geben alles für ihr Kind. Natürlich auch die Brust. Tatjana hat sich allerdings gegen das Stillen entschieden. Hier erzählt sie von den Gründen für ihre Entscheidung und was sie an der „Still-Front“ so alles erlebt hat.

„Ich will mein Baby nicht stillen!“

30. Schwangerschaftswoche
Langsam, aber sicher rückt die Geburt näher, die Vorstellung von einem, meinem Leben mit Baby nimmt von Tag zu Tag mehr Gestalt an. Juhu, ich freue mich darauf! Aber je länger ich darüber nachdenke, wie das wohl sein wird, mein Leben als Mama eines neugeborenen Winzlings, umso klarer wird mir eines: Ich möchte mein Kind nicht stillen. Ja, ihr habt richtig gelesen: Ich. Möchte. Mein. Kind. Nicht. Stillen.
Bislang weiß nur mein Mann davon. Irgendwie ahne ich, dieser Entschluss wird mich noch einige Nerven kosten. Ich höre alle Mit-Mamas, Schwieger-Mamas und Besserwisser-Mamas durcheinander rufen „Aber Stillen ist doch das Beste fürs Kind!“, „Willst Du es nicht wenigstens versuchen?“, „Warum tust du deinem Kind DAS an?“. Ein Glück, mein Mann hält sich mit Kommentaren zurück und überlässt mir die Entscheidung.

34. Schwangerschaftswoche
Es kam wie es kommen musste: Beim Plauderstündchen nach der Schwangerschaftsvorbereitung kam die Rede aufs Stillen. Mein erster Auftritt als „Still-Verweigererin“ war gekommen: „Ich werde meinen Sohn nicht stillen.“ Schweigen. Gerunzelte Augenbrauen. Dann ging es los. „Warum denn nicht?“, „Ich finde, das total egoistisch von dir!“. Die Frage „Warum kriegst du dann überhaupt ein Kind?“ war der Gipfel der wortgewaltigen Ergüsse. Ha, zum Glück war ich vorbereitet auf den verbalen Frontalangriff! Ich versuchte den fünf anderen Bald-Mamas zu erklären, was sich für mich so schlüssig anfühlte: Nach so vielen Monaten Schwangerschaft, vorsichtig sein und Verzicht will ich meinen Körper und ein kleines Stückchen meines alten Lebens zurück. Ich will wieder hübsche BHs tragen – und nicht einen aufklappbaren Milchimbiss mit Stilleinlagen oder wahlweise feuchten Flecken auf Brusthöhe vor mir hertragen. Ich finde die Vorstellung, dass jemand an meiner Brust nuckelt, zieht und schmatzt, zu jeder Tages- und Nachtzeit, egal, wo man sich gerade befindet, furchtbar. Dass ich mich auf lustige Cocktail-Abende mit meinen Freundinnen freue, konnte ich mir gerade noch verkneifen. Wie die Diskussion ausging? Die anderen gingen noch auf einen Kaffee ins Café nebenan. Ich ging eine Runde schwimmen, Dampf ablassen.

Live von den Kämpfen an der „Still-Front“

Zwei Tage nach der Geburt
Erik ist da. Gesund, fröhlich und zuckersüß! Und jetzt schon ein wahrer Meister im Fläschchen trinken. Der Preis dafür hat’s in sich: Die Hebamme auf der Station spricht nicht mehr mit mir. Davor sprach sie sehr viel, sehr unfreundlich, sehr verständnislos. Für sie bin ich nur noch die „egoistische Frau aus Zimmer 3, die ihrem Kind das Glück des Stillens verwehrt“. Nun gut. Meine Vorstellung von einer Begleitung in den ersten Tagen nach der Geburt und bei allen wichtigen Fragen rund um das Leben mit Kind war eine andere. Schade. Dazu kommt: Meine Bettnachbarin beneidet mich für mein momentan sehr entspanntes Leben mit meinem Flaschenkind. Sie ist richtig gestresst: Erst Schmerzen beim Stillen, dann nicht genug Milch, Abpumpen, zum Kühlschrank rennen, Milch aufwärmen, zufüttern. Ihr kleiner Sohn schreit viel und trinkt schlecht. Ich freu mich auf Zuhause!

Baby

Pre, 1, 2 oder 3: Welche Milch ist wann die richtige?

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Vier Wochen nach Eriks Geburt
Ich bin glücklich! Mein neues Leben mit meinem wunderbaren Sohn ist großartig! Und: Ich bin genervt. Das Thema Nicht-Stillen verfolgt mich. Eigentlich geht es um nicht mehr als ein bisschen Muttermilch! Das ist nicht viel, sollte man meinen. Zumindest in Relation zu den Problemen, die diese Welt sonst so zu bieten hat. Aber das Universum der meisten Frauen scheint sich um nichts anderes zu drehen als um die Frage, wie andere das mit dem Stillen machen. Ob es klappt. Wie lange man stillen sollte. Dazu ohne Unterlass Fragen, Kommentare, Vorurteile, Unterstellungen. Hier die Top Five:
● „Stillen ist doch so gesund!“ – Stimmt, Stillen ist gesund! Für das Baby und die Mama. Aber Stillen ist nur gut, wenn beide sich dabei wohlfühlen. Wenn die Mutter sich überwinden muss, ist dadurch nichts gewonnen.
● „Warum pumpst du nicht ab?“ – Abpumpen? Bitte nicht, ich bin doch keine Milchkuh!
● „Du hast doch nur Angst vor einem Hängebusen!“ – Nein, habe ich nicht. Zumal bewiesen ist, dass die Schwangerschaft dafür verantwortlich ist, dass sich die Brust eventuell verändert und nicht das Stillen.
● „Wer sein Kind nicht stillt, handelt fahrlässig und egoistisch.“ – Kann sein. Aber nur glückliche Mütter können ein glückliches Kind haben.
● „Dein Kind bekommt viel zu wenig Nähe und Liebe, wenn du es nicht stillst!“ – Erik schläft bei uns im Familienbett. Und beim Fläschchen geben wechseln wir uns ab, halten ihn dabei im Arm, kuscheln danach mit ihm. Das ist allemal besser als Stillen und dabei Fernsehen, wie es nicht wenige meiner Bekannten machen…

Liebe ich mein Kind weniger – bloß weil ich nicht stille?

Immer wieder bin ich kurz davor, die Geschichte ein kleines bisschen anders zu erzählen. „Ich würde ja so gerne stillen, aber bei mir klappt es leider, leider nicht.“ Dazu ein trauriges Gesicht. Schwupp, schon wäre ich aus dem Schneider. Bekäme sicher auch ungefragt Millionen gut gemeinter Tipps. Dazu aber auch eine Portion Mitleid, weil es einfach nicht klappen will, das Stillen. Aber schlussendlich bleibe ich doch bei der Wahrheit. Die zwingt mich immer wieder zu Rechtfertigungen. Ich bin doch keine schlechtere Mama, bloß weil ich meinem Kind das Fläschchen gebe! Ich liebe meinen Sohn über alles! Und es kann doch nicht sein, dass im Jahr 2017 Mütter nicht frei entscheiden dürfen, wie sie ihr Kind ernähren. Stillen ist hierzulande alternativlos. Das muss sich ändern. Auf meinen Weihnachtswunschzettel werde ich diese Jahr ganz dick und fett schreiben „Ich wünsche mir mehr Respekt und Toleranz unter Müttern“. Nicht nur beim Thema Stillen. Schließlich sitzen wir doch alle im gleichen Boot und müssen zusammenhalten. Oder was meint ihr?

Fünf Monate nach Eriks Geburt
Das Thema Stillen hat sich inzwischen erledigt. Jetzt drehen sich die Gespräche um den besten Zeitpunkt für den ersten Brei und die Frage „Karotten oder Pastinake?“. Heimspiel. Da kann ich mitreden. Will ich aber meist gar nicht. Ich bin durch die Still-Hölle gegangen und dadurch ein kleines bisschen weise geworden: Ich weiß jetzt, bei welchen Bekannten und Freundinnen ich welches Thema lieber meide. Ich habe gelernt, dass es viiiiele Themen gibt, die Mütter in „gut“ und „böse“ trennen: Impfen. Kita-Start. Vollzeit-Arbeiten. Babytrage. Schnuller. Familienbett. To be continued. Das Positive der ganzen Geschichte: Ich weiß jetzt ganz genau, welche Menschen in meiner Umgebung ich wirklich als Freunde betrachten kann.
Und hier noch ein kleiner Hinweis für die, die sich in den letzten Wochen mit Begeisterung in Dinge eingemischt haben, die sie nichts angehen: Ich werde genau aufpassen, ob auch ihr alles richtig macht! Ob ihr bei euren Kindergartenkids dann für täglich fünf Portionen Obst und Gemüse und genügend Sport sorgt. Oder ob ihr vielleicht doch auf dem Spielplatz das Handy nicht aus der Hand legen könnt und in drei Jahren eure Kinder genervt vor den Teletubbies oder KiKANiNCHEN parkt…

Babyfläschchen: 8 Fragen und Antworten

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Stillen: Müssen Mütter stillen?

Fast 90 Prozent der Mütter haben bei der Geburt ihres Kindes die feste Absicht zu stillen. Muttermilch ist schließlich die beste, preiswerteste und bequemste Nahrung für Säuglinge in den ersten Monaten. Die meisten Eltern wissen heutzutage, welche Vorteile das Stillen bringt und dass Gesundheitsorganisationen, Ärzte und Hebammen eine Stillzeit von sechs Monaten empfehlen. Dennoch gibt es Frauen, die sich bewusst gegen das Stillen entscheiden.

Stillen oder nicht stillen? Das denken die T-Online.de-Leser

Müssen Mütter stillen? Über kaum ein anderes Thema können sich frischgebackene Mütter mehr streiten. Wir haben unsere Leser gefragt und über 28.000 Antworten erhalten. Knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent) ist der Meinung, dass „eine gute Mutter ihr Kind so lange wie möglich stillt.“

Rund die Hälfte (50,5 Prozent) findet, dass man zumindest versuchen sollte, die ersten sechs Monate zu stillen. Rund fünf Prozent meinen, ein Jahr Stillen sei die absolute Höchstgrenze. Und immerhin fast sechs Prozent der Leser lehnen das Stillen komplett ab.

Eltern – Stillen stärkt die Bindung von Mutter und Kind

Eltern
Stillen stärkt die Bindung von Mutter und Kind

In den ersten Wochen ist Körperkontakt besonders wichtig für Mutter und Baby.zum Video

Vorurteil: Rabenmütter stillen nicht

Mütter, die nicht stillen wollen, gelten häufig als Rabenmütter. Von ihrem Umfeld werden sie als egoistisch und lieblos eingestuft. Obwohl die Frauen gute Gründe haben, sich gegen das Stillen zu entscheiden, fühlen sich viele durch abschätzige Blicke oder Kommentare anderer (stillender) Mütter unter Druck gesetzt. Besonders Frauen, die sich in der Stillfrage noch unsicher sind, werden schnell von den eigentlich guten Argumenten für das Stillen überrollt, sei es im Krankenhaus oder von ihrer Hebamme. Doch jede Mutter hat das Recht ihre eigenen Prioritäten zu setzen – schließlich muss sie sich wohl fühlen, sonst wird es auch dem Baby nicht gut gehen.

Warum Frauen nicht stillen

Einer der Hauptgründe, warum sich Frauen gegen das Stillen entscheiden, ist der Wunsch nach (körperlicher) Unabhängigkeit. Sie haben Angst, nur noch und lediglich für das Baby da sein zu müssen. Auch befürchten manche Mütter (und Väter), dass die Bindung zwischen Mutter und Kind stärker wird und der Vater außen vor steht. Auch die Änderung der Essgewohnheiten bedeutet in vielen Fällen einen großen Einschnitt in das eigene Leben. Nach neun Monaten Schwangerschaft möchten viele Frauen wieder „Herr“ ihres Körpers sein und endlich wieder das essen oder trinken können, was sie möchten.

Wenn die Frauen schnell wieder ins Berufsleben einsteigen möchten oder müssen, befürchten sie Probleme, wenn sie das Kind voll stillen. Schließlich sind sie nicht ständig verfügbar und die berüchtigte „Stilldemenz“ könnte sie beim Arbeiten stören. Auch haben manche Frauen Angst, sexuell nicht attraktiv zu sein, wenn sie stillen.

Die Gründe nicht zu stillen, sind vielseitig und berechtigt. Da die heutige Ersatzmilch der Muttermilch nachempfunden ist und alle Nährstoffe, Mineralien und Spurenelemente, die Babys brauchen, enthält, haben die heutigen Mütter medizinisch gesehen die Wahl, ob sie stillen oder nicht. Jede sollte für sich entscheiden, ob und wie lange sie ihrem Baby die Brust geben möchte.

Das Beste fürs Kind

Doch es gibt natürlich viele Vorteile, die für das Stillen sprechen. Gestillte Säuglinge erkranken im ersten Lebensjahr seltener an Infektionen und neigen im späteren Alter weniger zu Übergewicht. Außerdem schützt Stillen nach heutigen Erkenntnissen langfristig vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder erhöhten Cholesterinwerten. Auch auf das Allergierisiko scheint Stillen einen positiven Einfluss zu haben. Muttermilch schützt die empfindliche und noch unreife Darmschleimhaut vor Allergenen und Krankheitserregern.

Neben der Gesundheit des Säuglings fördert Stillen auch die Gesundheit der Mutter. Da das Stillen Energie verbraucht, nehmen Mütter nach der Geburt zum Beispiel leichter wieder ab. Ebenso wichtig wie die physische Komponente ist die psychische: Durch den liebevollen und intensiven Kontakt steigert es das Wohlbefinden von Mutter und Kind.

Vorteile des Stillens

  • Muttermilch ist kostenlos, jederzeit verfügbar und immer steril. Es muss keine teure Babynahrung gekauft werden und das umständliche Sterilisieren der Milchflaschen entfällt. Die Mutter muss keine Nahrung und Zubehör in Taschen transportieren sondern hat „alles“ dabei.

  • Die Mutter hat einen extrem hohen Energieverbrauch und nimmt deshalb schneller ab. Außerdem wird die Rückbildung der Gebärmutter beschleunigt.

  • Das Stillen fördert die Mutter-Kind-Bindung. Durch den intensiven Körperkontakt vertieft sich die Beziehung zwischen Mutter und Kind.

  • Stillt die Mutter längere Zeit, sinkt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, da das Brustdrüsengewebe in dieser Zeit ausreift und das ausgereifte Gewebe weniger anfällig für bösartige Veränderungen ist.

  • Muttermilch passt sich an die Bedürfnisse des Babys an, hat das Baby beispielsweise in Wachstumsphasen größeren Hunger, steigert sich auch die Milchproduktion. Hat es weniger Hunger passt sich die Milchbildung dem wieder an.

  • Die Muttermilch enthält alle Nährstoffe, die das Baby genau im jeweiligen Entwicklungsstadium benötigt.

  • Das Risiko von Übergewicht im Säuglings- aber auch im Erwachsenenalter wird verringert.

  • Gestillte Babys haben weniger Verdauungsprobleme (Dreimonatskoliken).

  • Das Immunsystem der gestillten Säuglinge wird gestärkt und sie werden weniger krank, da sie mit der Muttermilch wichtige Antikörper bekommen.

  • Auch das spätere Allergierisiko wird durch längeres Stillen gesenkt.

Nachteile des Stillens

  • Das Stillen belastet vor allem in der ersten Zeit die Brust. Die Brustwarzen sind empfindlich und wund, bei manchen Frauen kommt es (in Stresssituationen) zum Milchstau.
    Wenn etwas Routine eingekehrt ist, nehmen diese Probleme aber ab.

  • Stillende Mütter müssen sich nach langer Schwangerschaft noch immer in ihren Ernährungsgewohnheiten einschränken. Alkoholkonsum und vor allem Rauchen sind Tabu – können die Frauen darauf nicht verzichten, ist es ratsam das Baby mit Ersatzmilch zu füttern.

  • Wurde das Baby anfangs ausschließlich mit Muttermilch ernährt, akzeptiert es möglicherweise später das Fläschchen nicht. Um eine gewisse Unabhängigkeit zu sichern, kann die Mutter hier vorarbeiten und dem Baby auch in der Anfangszeit abgepumpte Milch im Fläschchen anbieten und so für die spätere Zeit „trainieren“. Der Papa kann so ebenfalls, mit der abgepumpten Milch, das Baby füttern und so ebenfalls als „Ernährer“ in den Vordergrund treten.

  • Das Stillen bindet Mutter und Kind stark aneinander. Was eigentlich ein positiver und wichtiger (Neben)Effekt des Stillens ist, überfordert manche Mütter. Sie fühlen sich dem Säugling verpflichtet und bauen dadurch eine Antihaltung auf. Durch die Vorstellung, alleine für die Ernährung und dadurch für das Gedeihen des Babys zuständig zu sein, setzen sie sich so unter Druck, dass häufig die Milch versiegt und es schlimmstenfalls zu einem Milchstau kommt. Durch Selbstreflexion und Gespräche mit dem Partner kann dieses Problem allerdings gelöst werden.

Stillen: aus Überzeugung oder gar nicht

Frauen, die sich fürs Stillen entscheiden, sollten dies aus innerer Überzeugung tun. Nicht, weil es die heutige Gesellschaft von ihnen erwartet. Vor dreißig Jahren galt es als unschick, sein Kind zu stillen. Wer es sich leisten konnte, griff in den Siebzigern zu industriell hergestellter Milch. Mittlerweile weiß man, dass die Muttermilch niemals ersetzt oder von Ersatzprodukten übertroffen werden kann. So ist das Stillverhalten der Frauen auch immer ein Spiegel der jeweiligen Zeit. Trotzdem sollte dies kein Argument für junge Mütter sein, ihr Kind an der Brust ernähren zu wollen. Sind Vorbehalte vorhanden, sind diese berechtigt und frau hat das Recht das Kind „nur“ mit der Flasche aufzuziehen. Denn stillen Frauen ihrem Partner, der Schwiegermutter oder der Hebamme zuliebe, sind die Bemühungen, dem Kind die Brust zu geben, selten mit Erfolg gekrönt – das Stillen wird zur Tortur für Mutter und Kind, die Mutter fühlt sich unfähig und die Bindung zum Kind wird im schlimmsten Fall gestört.

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Für mich stand fest, dass ich nicht stille

Von J.H. |
Hallo, Stillen ist etwas wundervolles und ich möchte auch gerne meine Geschichte teilen.

Ich war während der Schwangerschaft eigentlich davon überzeugt, nicht zu stillen.

Mein Umfeld und besonders meine Schwester haben mir immer wieder davon abgeraten.

Das Kind sei dann nur auf mich fixiert. Ich würde damit anderen die Chance nehmen, beim Füttern die Bindung zum Kind aufzubauen. Ich müsse mich weiterhin so ernähren wie in der Schwangerschaft.

Da meine Ernährung zum größten Teil aus geräuchertem und gepökeltem Fleisch besteht, wartete ich sehnsüchtig auf die Entbindung, um mal wieder was essen zu können, das mir schmeckt.

Daher stand für mich direkt fest, dass ich ihr nach der Geburt das Kolostrum füttern werde und dann abstille.

Die Geburt an sich war nicht groß anders, als man es von einer Geburt erwartet und mir wurde die Kleine direkt auf die Brust gelegt. Wir konnten dann schon ein wenig kuscheln und schmusen, dann musste ich aber genäht werden, da mein Damm gerissen ist.

Danach wurde sie mir wieder auf die Brust gelegt und ich legte sie zum ersten Mal an. Welche Gefühle mich da überkamen, weiß wohl jede stillende Mama.

Nichtsdestotrotz stand weiterhin der Entschluss abzustillen, eben wegen der Ernährung.

Also bekam ich eine Tablette zum Abstillen und mir wurden Fläschchen aufs Zimmer gebracht.

Da ich aber erst nach 39h Wehen entbunden habe (davon nur 7h mumu-wirksam), hat meine Kleine erst mal 12h am Stück geschlafen. Ich selbst war zwar kaputt und am Ende, konnte aber kaum schlafen.

Dann hab ich ihr das erste Fläschchen gegeben und sie hat auch ein bisschen getrunken. Allerdings nicht wirklich viel.

Ich habe die Kleine oft nackt auf meiner Brust liegen gehabt und irgendwann im Laufe des ersten Tages hat sie sich hochgerobbt und von selbst die Brustwarze geschnappt.

Ich hab dann ’ne Schwester gerufen und gefragt, ob das irgendwie beim Abstillen stört und ob da überhaupt Milch rauskommt.

Da die Gute leider keine Ahnung hatte, sagte sie mir, das mache nichts, da käme keine Milch und Abstillen würde trotzdem funktionieren.

Also ließ ich sie nuckeln, da ihr das sehr gut zu gefallen schien.

Nur wollte sie dann partout keine Flasche mehr, sie hat wohl gemerkt, dass das aus der Brust doch viel besser schmeckt und war vermutlich auch vom Kolostrum gesättigt.

Erst am nächsten Tag kam eine andere Schwester zu mir, und erklärte mir, dass das Quatsch ist. Natürlich kommt da Milch, wenn genuckelt wird und Abstillen ist dann auch nicht.

Also, was sollte ich tun, da die Kleine keine Flasche nahm?

Ich stillte also weiter, weil meine Tochter das so wollte. In dem Moment ist mir dann klar geworden, dass sie ab jetzt das Sagen hat.

Nun hatte ich mich ja überhaupt nicht informiert vorher und hatte keine Ahnung, wie Stillen überhaupt funktioniert.

Im Krankenhaus bekam ich eine leidliche Anleitung und mir wurde eine einzige Stillposition gezeigt.

Dementsprechend war das Stillen zunächst eine Qual, meine Brustwarzen waren wund und schorfig und jedes Anlegen war mit furchtbaren Schmerzen verbunden.

Aber für meine Tochter wollte ich es unbedingt schaffen, – musste ich – da sie keine Industrienahrung zu sich nahm.

Durch die Tablette zum Abstillen verzögerte sich zu allem Überfluss der Milcheinschuss und kam erst nach 8 Tagen.

Das heißt, in den ersten paar Tagen hatte ich rund um die Uhr die Kleine an der Brust, da sie Hunger hatte.

Es war zum Verzweifeln, ich war völlig überfordert und hab noch nicht mal die Zeit zum Duschen gefunden.

Gott sei Dank, hat meine Hebamme mir immer wieder Mut gemacht, mir die richtigen Stillpositionen gezeigt, und mir erklärt, wie Stillen funktioniert, sodass dann endlich nach knapp 10 Tagen das erste richtig befriedigende Stillerlebnis stattfand.

Meine Brustwarze tat nicht weh und die Kleine hat genug Milch bekommen und von selbst zufrieden und satt die Brustwarze losgelassen.

Nach ein paar weiteren Tagen war die Warze verheilt und seitdem klappt auch das Stillen wunderbar.

Meine Tochter ist jetzt 2 Monate alt und das Stillen ist für uns schon Routine geworden und geht in jeder Lage. Am liebsten liegt sie dabei auf meinem Bauch und sucht sich die Brustwarze selbst, so wie am Anfang.

Sie hat zwar einen starken Zug drauf, aber das hält nur für 10 Minuten an. Dann fängt sie an, ganz langsam zu nuckeln und schläft meistens ein.

Meine Nächte sind auch sehr entspannt, da meine Kleine bei mir im Bett schläft. Ich schlafe ohne Oberteil und wenn sie nachts hungrig wird, dann dockt sie einfach an und isst sich satt, bis sie wieder zufrieden einschläft. Oft werde ich gar nicht davon wach.

Wenn ich sehe, wie glücklich und zufrieden sie an der Brust ist, freue ich mich immer unheimlich. Man sieht ihr an, dass das Stillen für sie so viel mehr als Nahrung ist, wie sicher und geborgen sie sich fühlt und wie sehr sie es genießt.

Das sind für mich Momente des puren Glücks. Das kann man gar nicht richtig beschreiben.

Ich bin sehr froh, dass mein kleiner Sturkopf mir die Entscheidung abgenommen hat. Diese Erfahrung möchte ich nicht missen.

Grüße,
J.H.

Originalbericht einer Mutter, September 2016
Foto: AmyJayPhoto Lévi-23 via photopin (license)

Hast Du selbst eine schwierige Situation mit Deinem Baby erfolgreich bewältigt?
Und möchtest Du Deine Erfahrungen gerne hier mit Anderen teilen?
Dann schreib mir doch Deinen eigenen Bericht!

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Du weißt, es wäre das Beste für dein Kind?

Doch du möchtest auch das Beste für dich!

Denn nur, wenn du glücklich bist, wird auch dein Kind glücklich sein. Es ist abhängig von dir als glücklicher Mutter.

Du wirst dein Baby nicht stillen. Punkt.

Und ja: Du hast eine vorzügliche Ausgangsposition.

Du hast genügend Geld, um hochwertige Nahrung für dein Baby zu kaufen.

Du hast jederzeit Zugang zu sauberem Wasser, kannst es abkochen und die Materialien sterilisieren.

Sollte dein Baby von den gesundheitlichen Nachteilen des Nicht-Stillens getroffen werden, hast du mit großer Wahrscheinlichkeit innerhalb kürzester Zeit Zugang zu medizinischer Versorgung.

Es ist ok, wenn du dich entscheidest NICHT zu stillen.

Wirklich!

Es ist dein Körper. Es ist deine Entscheidung.

Reicht das Stillen?!

Trag dich gleich ein für regelmäßige Infos zu Blogartikeln und Kursen.

Lerne in meinen eMails mehr über das Stillen. Wie es reicht. Wie lange es reicht. Wann es reicht.

Und am wichtigsten: Was DU tun kannst.

Du hast viele Monate auf viele Gewohnheiten verzichtet – so vermute ich.

Und keine Sorge: nein. Das ist kein zynischer, sondern ein durchweg ernst gemeinter Artikel!

Warum schreibe ich darüber? Weil Tina von mommiesusesidedoor.de in einem großen Magazin über ihre Gründe schreibt, die sie bewogen haben sich gegen das Stillen zu entscheiden. Schon während ihrer Schwangerschaft.

Und warum nun dieser Artikel?

Weil ich dir zeigen möchte, dass es da nicht nur schwarz und weiß gibt.

Deshalb besprechen wir jetzt einmal ein paar Gründe, die für dich vielleicht gegen das Stillen sprechen und zu jedem zeige ich dir alternative Lösungsmöglichkeiten, neben der Entscheidung komplett auf das Stillen zu verzichten.

So kannst du eine wirklich informierte Entscheidung treffen. Auch gegen das Stillen.

Das finde ich fairer – in deinem Sinne und in dem deines Kindes. Alle Gründe sind übrigens nicht frei erfunden, sondern wurden genau so von Müttern geäußert, die sich gegen das Stillen aus genau diesem oder weiteren Gründen entschieden haben.

Grund 1: Der Kindsvater soll die gleichen Voraussetzungen zur Bindung haben wie ich als Mama

Einigermaßen perplex verließ ich das Patientenzimmer, als meine neugierige Frage, mit der ich die Abstillpille zu einer frisch geborenen Mama brachte beantwortet bekam.

Ich hatte völlig wertfrei gefragt und sie sehr ehrlich geantwortet.

Noch mehr Fragen taten sich auf. Was hatte dieses Paar wohl gehört, oder erlebt?

Beziehungen sind – ohne Frage – unterschiedlich. Dein Baby ist in deinem Bauch für 10 Monate eng mit dir verbunden gewesen.

Die Beziehung deines Babys zu seinem Vater WIRD eine andere sein.

Ist das schlechter? Und wie lässt sich eine gute Beziehung bauen. Nur durch das Stillen?

Nein eben nicht – denn eine Fläschchen fütternde Mama ist ja auch keine schlechtere als eine, die stillt!

Beziehung und Bindung wachsen beim liebevollen Versorgen. Beim Pflegen. Beim Massieren. Beim Tragen … natürlich auch bei der liebevoll begleiteten Aufnahme der Nahrung – egal ob mit der Flasche oder mit dem Busen.

Gerade das Wochenbett und gerade wenn dein Partner zu dieser Zeit seine Elternzeit nimmt kann er ALLES davon, außer eben dem Stillen, übernehmen. Und im Babymassagekurs wird er der Held sein!! Versprochen. (auch wenn ich es nicht fair finde, weil ich finde, dass da einfach sowieso mehr Papas hingehören und ich die Lobhudeleien auf sich kümmernde Väter nicht mag)

Möchte er dennoch auch an der Ernährung beteiligt sein, könnt ihr dahinein wahlweise abgepumpte Muttermilch füllen oder natürlich Pre-Nahrung. Das Füttern kann mit dem Fläschchen oder mit einem Becher stattfinden, falls der Wechsel Fläschchen-Brust nicht reibungslos klappt.

Letztlich kann er alle bindungs- und bedürfnisorientierten Tipps anwenden, die es auch für den Bindungsaufbau zwischen Fläschchenmüttern und ihren Babys gibt.

Grund 2: Ich möchte wieder vollständig über meinen Körper verfügen

Vielleicht hat dich deine Schwangerschaft wie ein unerwarteter Hammer getroffen. Bähm. Oder du hattest trotz Wunschkind oder gerade wegen eurem Wunschkind das Gefühl auf alles verzichten zu müssen.

Du möchtest endlich mal wieder Rauchen. Auch mal wieder einen über den Durst trinken.

Und außerdem macht alles was du gern isst bei einem Stillkind offenbar Blähungen – so hast du gelesen.

Nun ist es erstmal so, dass gerade auch Flaschennahrung häufig zu Verdauungsbeschwerden, sogar zu Verstopfung führt. Kein Spass. Wirklich.

Interessanterweise ist man beim Rauchen in der Stillzeit inzwischen mit neuen Ergebnissen auch zu neuen Empfehlungen gekommen. Denn trotz Rauchen ist Stillen noch immer die gesündeste Ernährungsform für dein Baby. Dazu gibt es ein paar ergänzende Empfehlungen, die du nachlesen kannst.

Etwas anders ist es mit Alkohol. Wenn du sofort nach der Geburt täglich Alkohol konsumieren möchtest, dann muss ich tatsächlich etwas schlucken. Denn Alkohol beeinträchtigt ja nicht nur die Qualität der Muttermilch. Sondern auch die Qualität mit der du deine Sorgfaltspflicht wahrnehmen kannst.

Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass das dein Gedanke ist.

Vielleicht geht dir eher darum mal wieder so richtig Party zu machen, dein Baby bei den Großeltern zu parken und einen über den Durst zu trinken? Dann buch doch die Versorgung deines Babys bis zum Ausnüchtern und falls du in einen Milchüberschuss kommst kannst du ohne weiteres den Druck abpumpen. Oder von Hand entleeren.

Achtung zynisch: wenn dir einer in der Disco zu sehr auf die Pelle rückt kannst du ihm ja einen ganz besonderen Cocktail von der Bar mit Umweg über einen stillen Ort als Sahne-Cocktail mitbringen. *Ironie off*

Grund 3: Ich möchte keinen 24/7-Stunden Service bieten

“Dennoch erlaube ich es mir Mutter zu werden und ein Kind in die Welt zu setzen” schreibt Tina in ihrem Artikel.

Ein Baby ist eine Lebensaufgabe. Ja. Aber du brauchst nicht dein Leben aufgeben.

Wie genau du deinen Alltag mit Baby einrichten möchtest, kannst du vermutlich erst abschätzen, wenn dein Baby in deinen Armen gelandet ist.

Eine gute Möglichkeit ist mit dem Teilstillen zu kalkulieren. Stille so oft wie du möchtest. Immer, wenn es stressfrei passt.

Gerade für nachts ist es dann aber auch wichtig, klare Absprachen mit deinem Partner zu treffen. Denn ganz von selber werden ihn seine Hormone leider nachts nicht wecken, wenn euer Baby Hunger hat. Und ganz schnell kannst du auch mit dem Fläschchen ganz schön unfrei sein!

Holt euch alle Tipps für eine schnelle und dennoch keimfreie Zubereitung der Nahrung in der Nacht, so dass die Unterbrechungen bzw. die Wartezeit eures Babys kurz gehalten werden.

Eine Sache solltest du wissen: Zwiemilchernährung geht einher mit einer kalkulierten “Gefahr”, dass sich das Baby von sich aus frühzeitig der Flasche zuwendet oder du zu wenig Milch und immer weniger Milch produzierst. Aber die sollte für dich vermutlich nicht allzu schwer “wiegen”.

Die bewusste Wahl eines Saugers mit breiter Lippenauflage, aus weichem Material und mit langsamem Milchfluss ist wichtig für die Entwicklung der Mundmotorik deines Babys.

Ein weiterer Punkt im Rahmen der Zwiemilchernährung: Gerade beim Beikostbeginn profitiert dein Baby noch einmal besonders vom Allergieschutz der Muttermilch. Eine möglichst lange parallele Aufnahme von beidem dazu wichtig ist, um die Wirkung zu entfalten, ist es sinnvoll wenn du das mit im Blick behältst.

Da deine Anforderungen und die Gegebenheiten recht individuell sein werden, lohnt es in eine individuelle Beikostberatung zu investieren. Auch lange vor Beginn der Beikostzeit. So bald du dir da planerische Gedanken machen möchtest und vielleicht noch einmal, wenn ihr kurz vor Beikoststart seid, um das Besprochene dann an die aktuelle Situation anzupassen.

Für grundsätzliche oder zusätzliche Freiräume kann auch der frühe Abend gut genutzt werden. Oder der frühe morgen. Abhängig von den Arbeitszeitgewohnheiten deines Partners. Besprecht genau die Zeitfenster, die dir gehören, wenn dir der Erhalt deiner Freiheit einfach sehr wichtig ist.

Grund 4: Stillen stresst einfach nur

Das Leben mit einem Baby ist manchmal nervenaufreibend.

Das ist unabhängig von der Art der Ernährung der Fall. Da spielt viel hinein, welche Anforderungen du an dich stellst und auch welche Anforderungen dein Baby mitbringt. Die sind sehr unterschiedlich.

Da kann es sogar sein, dass dich das Stillen unterstützt zu deinen Ruhephasen zu kommen, wenn du mit dem Stillen deines Babys die Hormone erhältst, die dir beim Einschlafen helfen.

Auch darf es die Sorge um den plötzlichen Kindstod reduzieren, vor dem dein Baby durch das Stillen zusätzlich geschützt wird.

Egal ob du stillst oder nicht: Es ist es in jedem Fall so wichtig, dass du selbst Hilfe an der Seite hast, auf die du zugreifen kannst, wann immer du vom Mama-Dasein gestresst bist oder sie anderweitig brauchst.

Mama werden ist häufig mit vielen neuen Herausforderungen verbunden. Es ist gut, wenn du dir Räume für unterstützenden Austausch sicherst. In Stillgruppen und Mama-Treffs finden sich andere Mamas. Und neben der Art der Ernährung teilen sie ein ganz normales Babyleben mit dir.

Grund 5: Stillen lässt sich nicht mit meiner Selbstständigkeit und meinem Berufsalltag vereinbaren

Wo du als Angestellte durch Mutterschutzgesetze geschützt bist, da bist du es als Selbstständige nicht. Dafür kannst du dir deine Tätigkeit autarker einteilen.

Das hängt alleine von deiner Organisation ab und ob du die Versorgung deines Babys mit Unterstützung oder in deinem Geschäft parallel übernimmst.

So können hier die alternativen Lösungen ganz verschieden aussehen.

  • Da denke ich einmal an die Mama mit der Boutique, die schrieb, dass sie ihr Baby in der Manduca trägt und stillt.
  • Oder an jene Mamas, die Unterstützung bei der Betreuung haben und sich ihr Baby zum Stillen bringen lassen.
  • Oder die Zwiemilchvariante wählen und eben nur dann Stillen wenn sie daheim sind.

Stillen ist so bunt wie das Leben selbst – und das Leben mit Baby sowieso.

Grund 6: Ich finde den Still-Wahn zu gruselig

Der Still-Wahn ist doch nur eine Erfindung der Industrie.

“Dahinter steckt auch eine Industrie, die unzählige “Still-Produkte” anpreist und Ratgeber sponsert, warum Stillen sooo nötig ist … Der es einzig um Proft, nicht Kindeswohl geht. In der Tat gibt es Milliarden gestillte und “ungestillte” Kinder auf der Welt, genauso glücklich oder unglücklich usw.- was ja von zig anderen Faktoren (mehr) abhängt” schreibt Wolfgang in der Diskussion um den oben genannten Artikel.

Sollte das deinen Gedanken entsprechen, dann empfehle ich dir mein kostenloses eBook in dem ich dir erkläre, wie du auf alle Produkte die dir angeboten werden vollständig verzichten kannst. Und wenn du doch etwas brauchst, welche Alternativen du vermutlich schon zu Hause hast.

Ich halte nicht viel von dem was man angeblich alles braucht. Kann jetzt allerdings den Unterschied zu den Aktivitäten der Nahrungsmittel- und Fläschchenzubehörindustrie beim besten Willen nicht sehen.

Naja. Gut. Dennoch wird diese Meinung nicht nur unter Männern vorherrschen.

Immer verdient irgendjemand Geld.

Ich verdiene es häufig mit Stillproblemen. Oder mit der Vorbeugung von Stillproblemen. Mein Job ist es zu helfen.

Die Wahrheit ist aber auch, dass ich ebenso Frauen begleite, die ein Ende der Stillzeit für sich sehen. Auch wenn das Baby wenige Wochen alt ist. Gehöre ich jetzt zur einen oder zur anderen Liga?

Egal. So lange ich den Mamas, die sich mir anvertrauen sehr individuell helfen darf und sie in ihrer Position stärken darf ist es mir eine erfüllende Aufgabe dies zu tun.

Grund 7: Ich möchte die Schönheit meines Körpers erhalten

Egal ob es einfach nur gesellschaftliche Zwänge sind oder dich auch beruflich betrifft. Schönheitsideale hängen hoch.

Doch die Hauptarbeit in deinem Busen ist bereits geschehen, wenn dein Baby auf die Welt kommt. Die Milchproduktion wird nur noch durch die Anwesenheit der Plazenta zurückgehalten.

Und tatsächlich bist du jeden Tag einem Wandel deiner Schönheit unterworfen. Durch Einflüsse. Durch Eingriffe. Durch Übergriffe.

Noch mehr hat dein Seelenleben Einfluss auf deine körperliche Schönheit – denn es strahlt aus dir heraus – eben auf die Weise wie es ihm gerade geht.

Deine Schönheit ist dir wichtig. Dann wird es dir deine Gesundheit ebenso sein. Und auch die Schönheit und die Gesundheit deines Kindes. Beides wird sich unterschiedlich entwickeln abhängig von dein Einflüssen seines Lebens.

Einer davon ist die Ernährung mit der du es am Tag der Geburt versorgst.

Vieles wird sich mit den Tagen nach der Geburt für dich verändern.

Abstillen kannst du immer. Zu jedem Zeitpunkt … du kannst es ausschleichen lassen, wenn es dir nicht gefällt. Es ist nicht notwendig dich vorher festzulegen.

Aber klar. Du darfst dich festlegen. Auch um deiner Schönheit willen.

Grund 8: Ich wurde missbraucht

Vielleicht gibt es eine sehr, sehr persönliche Geschichte, die dir die Entscheidungen rund ums Kinder-kriegen und versorgen nicht einfach gemacht hat.

Aber du hast entschieden nach vorne zu sehen und dir dein Leben davon nicht zerstören zu lassen.

Dein Leid kann ich nicht nachvollziehen – das können wohl nur wirklich Betroffene und es wäre geheuchelt von mir das zu behaupten.

Dennoch versuche ich mich ein wenig in dich rein zu versetzen. Denn ich bin mir sicher, dass du deine unbändige Liebe zu deinem Baby spürst.

Du wirst abwägen müssen, was für dich geht. Gute Schutzräume schaffen müssen. Deine Begleiter noch viel sorgfältiger auswählen. Vertraute suchen müssen, die deine Intimität noch viel mehr wahren.

Fühle mein volles Verständnis.

Dir möchte ich mit auf den Weg geben, dass du nach der Geburt ein oder mehrere Male das wertvolle Kolostrum auch per Hand entleeren kannst. Einfach auf einen sauberen Teelöffel. Deinem Baby kannst du es von dort aus wie eine erste Impfung ohne Nebenwirkung in den Mund träufeln. Es wird helfen seinen ersten Stuhlgang loszuwerden und es zusätzlich vor einer Neugeborenengelbsucht schützen.

Es ist wichtig zu wissen, dass Stillen etwas ist, was dennoch auch eine große Chance sein kann zurück zu deinem Körpergefühl zu finden. Und dass du auch zu jedem späteren Zeitpunkt – wenn du das Gefühl hast da wird zu viel über deinen Körper verfügt – abbrechen kannst.

Und achte gut auf deine Zeichen.

9. Ich darf wegen einer Medikamenteneinnahme nicht stillen

Ja. Hoppla. Da kommt doch noch ein Zusatzpunkt hinterher.

Tatsächlich ist es für mich in der Arbeit als Stillberaterin zu einem so seltenen Problem, welches sich fast immer lösen lässt, dass ich es beim Schreiben dieses Artikels total vergessen hatte.

Gut, dass ich aufmerksame Leserinnen habe 😀

Nun. Was kann ich dir also dazu sagen.

Vor dem Stillen, kommt die Schwangerschaft.

Nun gibt es Medikamente, die du während der Schwangerschaft bereits einnehmen musst. Die zu diesem Zeitpunkt also bereits so ausgewählt sein müssen, dass sie deinem Baby dabei nicht schaden können.

Auch nach der Geburt ist es natürlich wichtig, Medikamente so auszuwählen, dass sie deinem Baby nicht schaden!

Weil es ethisch nicht möglich und völlig indiskutabel ist hier zu forschen, gibt es ein Institut in Berlin, welches sich mit den Auswirkungen von Wirkstoffen auf dein Baby im Bauch und beim Stillen beschäftigt. Dazu gehören chemische Analysen, Berechnungen die aufgrund der Eigenschaften eines Wirkstoffes möglich sind, aber auch strukturiert gesammelte Berichte, wenn Medikamente zur Anwendung kamen.

Dennoch gibt es weiterhin oft Angst und Sorge. Ärzte fühlen sich einfach unsicher. Verantwortlich.

Das heißt, manchmal wird es notwendig sein, einen Arzt zu finden, mit dem eine Auswahl der richtigen Medikamente für dich so möglich ist, dass du gut versorgt und dein Baby natürlich weiterhin sicher ist!

Dann ist es mit ziemliche großer Sicherheit möglich, dass du stillen kannst!

Um eine zusätzliche Einschätzung zu erhalten, kannst du dich natürlich auch mit einer IBCLC-Stillberaterin in Verbindung setzen. Auch wir erhalten die Arzneimittelinformationen vom Embryotox und können dich unterstützen eine Lösung zu finden.

Fazit zu den Gedanken des Wunsches das Baby nicht zu Stillen

Die Entscheidung das eigene Baby zu Stillen wird oft durch viele Steine im Weg erschwert und kommt nur mit einer guten Beratung in die richtige Spur.

Ebenso häufig werden schon bei der Entscheidungsfindung so viele Steine in den Weg geworfen, dass du vielleicht gar keine Lust hast auf das ganze Bohei.

Möchtest du – egal welche Gründe auf dich zutreffen und ob sie hier genannt sind – Begleitung zu deiner individuellen Entscheidung oder Begleitung auf dem Weg des bedürfnisorientierten Umgangs mit deinem Baby bei einer Ernährung mit der Flasche, kontaktiere mich gern für eine für dich einmalig kostenfreie Impuls-Session.

Doch nun. Was ist dein Grund auf das Stillen zu verzichten? Hast du mit dem Gedanken gespielt und dem Stillen doch eine Chance geben wollen? Schreib mir in den Kommentaren – ich antworte wertschätzend. Versprochen. Es ist und bleibt deine Entscheidung.

Alles Liebe für dich,
~Tabea

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich berate Frauen in der Vorbereitung auf die Stillzeit, helfe beim Lösen von Stillproblemen und darüber hinaus in allen Phasen der Stillzeit, beim Tandem-Stillen und bis hin zum Abstillen.

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