Stillen mit flachwarzen

Inhalte

Stillen bei Flachwarzen, Schlupfwarzen und Hohlwarzen

Auch Frauen mit besonderen Brustwarzenformen können stillen. (© Jhfdsskl, Wikimedia)

Eigentlich ist die Form der Brustwarzen unerheblich, die meisten Babys kommen mit der Brustwarze ihrer Mutter bestens zurecht. Denn Babys saugen an allem, was ihnen angeboten wird. Nur in Ausnahmefällen treten Schwierigkeiten auf – mit kompetenter Unterstützung und viel Ausdauer lassen sie sich jedoch meistern. Der folgende Artikel informiert über die Funktionalität der Brustwarzenformen beim Stillen sowie über verschiedene Möglichkeiten, anfängliche Hürden zu überwinden.

Die verschiedenen Brust­warzen­formen und ihre Besonder­heiten beim Stillen

Jeder Mensch ist anders. Auch die Brustwarzen sind bei jeder Frau individuell geformt: Es gibt breite und schmale, kurze und lange, hervorstehende und eingezogene, mehr oder minder elastische Brustwarzen. Bei manchen Brustwarzenformen ist das Risiko von Anlegeproblemen etwas erhöht und ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich.

Im idealtypischen Fall ragen Brustwarzen hervor und können auf diese Weise vom Baby leicht gefunden und zentral erfasst werden. Auf Stimulation wird die Brustwarze fester, richtet sich stärker auf und erleichtert das Andocken. Das Baby erfasst die Brustwarze samt eines großen Bereichs des Brustwarzenhofs und formt das Gewebe mit seinem Mund zu einem Kegel. Brustwarze und Brustgewebe verlängern sich in der Mundhöhle des Kindes durch das Saugen, sodass die Brustwarze den hinteren Gaumen berührt. Diese Berührung erzeugt einen Saugstimulus. Die Brustwarze füllt die Mundhöhle des Babys aus, was ihm hilft, das Vakuum zu erzeugen und aufrechtzuerhalten.

Kneif-Test (Pinch-Test): Drückt man die Basis der Brustwarzen zusammen, richtet sich eine gewöhnliche Brustwarze stärker auf. Eine „echte“ Schlupfwarze zieht sich jedoch zurück, wodurch das Erfassen der Brust durch das Baby erschwert ist.

Bei Abweichungen von diesem idealtypischen Muster ist es für das Baby schwieriger, die Brustwarze zu finden und zentriert zu erfassen. Wenn das Brustgewebe und die Brustwarze wenig formbar sind, dann ist es für das Baby schwieriger, das Vakuum aufrechtzuerhalten. Bei einer fehlenden Berührung des Gaumens bei flachen oder eingezogenen und/oder unelastischen Brustwarzen bleibt der Saugstimulus aus. Das Baby lässt wieder los, macht suchende Kopfbewegungen, wird unruhig, frustriert, evtl. apathisch und schläft hungrig ein. Manchmal versuchen Babys die geringere Elastizität der Brustwarze mit einem erhöhten Vakuum zu kompensieren. Dieser Prozess kann für die Mutter schmerzhaft sein.

Die Funktionalität der Brustwarzen in Bezug auf das Stillen lässt sich anhand einer rein visuellen Betrachtung im Ruhestadium noch nicht beurteilen. Es kommt darauf an, wie sich die Brustwarzen in der Mundhöhle des Kindes verhalten. Um das einschätzen zu können, wird der so genannte Pinch-Test (Deutsch: Kneif-Test) durchgeführt. Hierzu erfasst man die Basis der Brustwarze zwischen Zeigefinger und Daumen und drückt das Gewebe mehrmals zusammen. Je nachdem, wie sich die Brustwarzen im Ruhezustand und nach dem Kneif-Test verhalten, werden fünf verschiedene Brustwarzentypen unterschieden:

Brustwarzentypen:

Bei der üblichen Brustwarzenform, die am häufigsten vorkommt, ragen die Brustwarzen im Ruhestadium leicht heraus. Durch Stimulation richten sie sich stärker auf und sind dadurch für das Baby leicht auffindbar und zentriert erfassbar. Die Brustwarzen sind elastisch und lassen sich vom Baby beim Ansaugen leicht bis zum Übergang des harten und weichen Gaumens langziehen.

Eine Flachwarze hat einen sehr kurzen Schaft. Durch Stimulation bleibt sie im Wesentlichen unverändert; Sie bewegt sich eventuell leicht nach innen oder außen, aber für das Baby ist es schwieriger sie zu finden und an ihr zentriert anzudocken als an einer üblichen Brustwarzenform.

Eine „falsche“ Schlupfwarze ist in Ruhezustand eingezogen, richtet sich aber auf Stimulation leicht auf. Falsche Schlupfwarzen stellen für das Stillen kein wesentliches Hindernis dar.

Die „echte“ Schlupfwarze ist die häufigste Schlupfwarzenform. Sie erscheint im Ruhestadium erfassbar. Doch auf Stimulation zieht sie sich zurück, wodurch das Andocken und das Saugen durch das Baby erschwert wird.

Bei einer Hohlwarze fehlt die eigentliche Brustwarze. Der Warzenhof hat eine zentrale Vertiefung mit einem kleinen Randwall. Die Hohlwarze zieht sich auf Stimulation noch stärker zurück. Sie ist für das Baby schwierig zu erfassen und auszumelken. Echte Hohlwarzen sind sehr selten. Mitunter gehen Hohlwarzen mit verkürzten Milchgängen und einem verminderten Brustdrüsengewebe einher und können mit Milchbildungsproblemen assoziiert sein.

In der deutschen Sprache werden Schlupfwarzen und Hohlwarzen teils synonym verwendet, teils sollen sie unterschiedliche Brustwarzenformen beschreiben. Auch in der internationalen Fachliteratur sind Bezeichnungen für verschiedene Brustwarzenformen uneinheitlich. In diesem Artikel werden Schlupfwarzen und Hohlwarzen nach der Definition von Scheele (2001) für unterschiedliche Brustwarzenformen verwendet (siehe Definitionen). Der Begriff „eingezogene“ Brustwarze wird in diesem Artikel als Sammelbegriff für Schlupfwarzen und Hohlwarzen genutzt.

Die Übergänge zwischen den verschiedenen Brustwarzenformen sind in der Realität nicht so kategorisch wie in dieser Aufzählung, sondern fließend. Manchmal unterscheiden sich auch die beiden Brustwarzen einer Frau.

Die Form und die Elastizität der Brustwarzen verbessern sich bereits während der Schwangerschaft. Auch durch das Stillen und das Pumpen verändern sich die Brustwarzen weiter, sodass sie im Laufe der Tage, Wochen oder Monate stärker hervortreten. Die jüngeren Geschwister werden bereits mit stärker hervortretenden und elastischeren Brustwarzen empfangen, sodass sie diese oft früher erfassen können als die Erstgeborenen.

Im Zuge der initialen Brustdrüsenschwellung werden die Brustwarzen zusätzlich flachgezogen, was das Anlegen weiter erschwert.

Auf der anderen Seite beeinflussen auch vorübergehende Ödeme und Schwellungen die Form und die Elastizität der Brustwarzen und des Brustgewebes. Ödeme an der Brust können durch natürliche Wassereinlagerungen während der Schwangerschaft und durch intravenös verabreichte Medikamente während und nach der Geburt entstehen (z.B. durch den „Wehentropf“ oder eine Periduralanästhesie). Etwa am Tag 3–4 nach der Geburt, manchmal einige Tage später, tritt die initiale Brustdrüsenschwellung (Milcheinschuss) auf. Ödeme sowie eine verstärkte initiale Brustdrüsenschwellung verursachen angeschwollene, gespannte Brüste und Brustwarzen, was das Erfassen der Brust zusätzlich erschwert. Auch die gewöhnlichen, hervorstehenden Brustwarzen können durch die Ödeme sowie eine verstärkte initiale Brustdrüsenschwellung verflachen, bei ohnehin flachen oder eingezogenen Brustwarzen kommen diese Zustände erschwerend hinzu. Sind diese vorübergehenden Herausforderungen erst einmal überwunden, kann das Andocken mit der Zeit jedoch klappen.

Weitere Faktoren mit Einfluss auf das erfolgreiche Stillen

In vielen Fällen können Babys auch an flacheren und eingezogenen Brustwarzen gut trinken, auch wenn das Anlegen am Anfang eine größere Herausforderung darstellt und länger dauern kann als bei der üblichen Brustwarzenform. Es gibt noch eine Reihe weiterer Faktoren, die das erfolgreiche Stillen positiv oder negativ beeinflussen (siehe auch Warum das Stillen häufig nicht klappt). Erst die Summe all dieser Faktoren entscheidet über das Gelingen. Prinzipiell sind komplikationslose, natürliche Geburten ohne medizinische Interventionen, viel direkter Haut-zu-Haut-Kontakt zwischen Mutter und Baby direkt nach der Geburt und im Wochenbett, Anlegen nach kindlichen Reflexen usw. gute Voraussetzungen, damit das Stillen klappt.

Kräftige, wache, fitte Babys haben bessere Chancen, auch an einer flachen oder eingezogenen Brustwarze erfolgreich zu trinken. Bei einem frühgeborenen, schwachen, kranken Baby, nach einer schwierigen Geburt, Kaiserschnitt, medizinischen Interventionen, nach einer Trennung von der Mutter usw. können vorübergehend die nötige Saugkraft oder die Koordinierungsfähigkeit für das Saugen fehlen oder die kindlichen Reflexe können durcheinander sein. In all diesen Fällen braucht es Zeit, bis das Baby fit genug ist, um an der Brust effektiv zu saugen. Die Muttermilch wird vorübergehend anders (per Hand und/oder per Pumpe) gewonnen, um das Baby zu füttern.

Auch die Mundanatomie des Babys beeinflusst das Stillen. In Bezug auf die Mundanatomie gibt es genauso vielfältige Variationen wie bei der Brustwarze. Besonders die Zungenbeweglichkeit spielt eine große Rolle. Ist das Zungenbändchen des Babys verkürzt, so sollte es idealerweise bereits in den ersten Tagen nach der Geburt durchtrennt werden, damit das Baby die Zunge aus dem Mund stecken und die Brust besser ausmelken kann (siehe auch Zu kurzes Zungenbändchen). Verkürzte Lippenbändchen können das Stillen ebenfalls erschweren und sollten ggf. durchtrennt werden.

Formung der Brustwarzen in der Schwangerschaft

Eine Zeit lang war die Formung von flachen oder eingezogenen Brustwarzen in der Schwangerschaft verpönt. Sie galt als wirkungslos und schädlich, da sie zu Verletzungen der Brustwarzen führen und die Mutter verunsichern kann. In letzter Zeit sprechen sich wieder mehr Stillfachleute für eine Formung von flachen oder eingezogenen Brustwarzen aus, um das Stillen zu erleichtern. Um Verletzungen und Schmerzen zu vermeiden, sollten diese Techniken nur vorsichtig und sanft durchgeführt werden.

Techniken für die Formung der Brustwarzen in der Schwangerschaft:

  • Bei der Hoffmann-Technik werden die Brustwarzen zwischen Daumen und Fingern gerade und seitlich gezogen und gestreckt. Randomisierte Studien konnten jedoch keine Änderung der Brustwarzenform und keine Verbesserung der Stillfähigkeit durch die Hoffman-Technik feststellen. Daher wird diese Technik heute nicht mehr empfohlen.

Brustwarzenformer (© Medela)

  • Die so genannten Brustwarzenformer sind Plastikschilder, bestehend aus einer flachen Scheibe mit einem Loch in der Mitte für die Brustwarze und einem gewölbten Schild darüber (erhältlich in Online-Shops, s. z.B. den ). Werden Brustwarzenformer in den BH gelegt, entsteht Druck auf den Brustwarzenhof, der mittlere Bereich – also die Brustwarze –, wird herausgedrückt. Die Brustwarzen sollen dadurch gedehnt und verlängert werden. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien bezüglich Brustwarzenformer sind widersprüchlich. Frühere Studien konnten keine Verbesserung der Brustwarzenform und keine Verlängerung der Stilldauer feststellen. Neuere Studien weisen auf eine gewisse positive Wirkung bei Flach- oder Hohlwarzen hin. Bei Schlupfwarzen konnten keine klaren Effekte festgestellt werden. Damit die Brustwarzenformer ihre Wirkung entfalten können, muss Druck durch den BH ausgeübt werden. Der BH soll nicht zu locker, aber auch nicht zu eng sein. Gegebenenfalls braucht die Frau einen etwas größeren BH, wenn sie einen Brustwarzenschoner trägt.
  • Manche Stillfachleute empfehlen, in einen BH oder Bustier um die Brustwarzen herum ein kleines Loch zu schneiden, sodass die Brustwarzen durch das Loch gedrückt werden. Der Effekt ist identisch mit dem der Plastikschilder. Welche Methode die Frau bevorzugt, ist ihre individuelle Entscheidung.

Niplette (© Philips Avent)

  • Mit der so genannten Niplette wird Vakuum auf die Brustwarzen ausgeübt und dadurch werden Schlupfwarzen herausgezogen und verlängert. Die Niplette soll vor und in den ersten 6 Monaten der Schwangerschaft täglich 8 Stunden und länger getragen werden. Das Vakuum darf nicht zu stark sein – dann resultieren Schmerzen und Blutungen. Es gibt nur eine kleine Beobachtungsstudie über die Wirksamkeit von Niplette. Diese hat über erfolgreiches Stillen nach der Anwendung von Niplette berichtet. Die Niplette ist in Online-Shops erhältlich (s. )
  • In schweren Fällen besteht die Möglichkeit, die Brustwarzen mithilfe von plastischer Chirurgie aufzurichten. Jede Operation an der Brust birgt indes die Gefahr, dass für das Stillen wichtige Strukturen wie Milchkanäle und Nerven verletzt werden. Daher werden Operationen an der Brust in der Stillförderung grundsätzlich kritisch gesehen. Andererseits gibt es Hinweise aus Studien, dass je nach Methode die Stillfähigkeit erhalten bleiben und sogar gesteigert werden kann.

Gegen die Manipulation der Brustwarzen in den letzten Monaten der Schwangerschaft gibt es Bedenken, weil dadurch theoretisch Wehen und eine Frühgeburt eingeleitet werden könnten. Ab der 37-38. Schwangerschaftswoche, wenn die Gefahr der Frühgeburt vorüber ist, kann aus der Sicht mancher Stillberaterinnen die Brustwarzenformung fortgesetzt werden. Laut Lauwers & Swisher reagieren die Brustwarzen im letzten Schwangerschaftsdrittel am besten auf die Formkorrektur. Sie empfehlen, dass die Formung der Brustwarzen nach Rücksprache mit dem betreuenden Gynäkologen erfolgen sollte.

Stillmanagement bei flachen oder eingezogenen Brustwarzen

Frauen mit besonderen Brustwarzenformen suchen sich idealerweise bereits während der Schwangerschaft Stillfachfrauen, die sich mit dem Anlegen bei diesen Brustwarzenformen gut auskennen und die Frauen begleiten können (siehe z.B. unser Stillberatungsverzeichnis). Betroffene Frauen profitieren auch besonders von der Geburt in einem Babyfreundlichen Krankenhaus, die stillfreundliche Routinen praktizieren, meist mehrere Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC beschäftigen und in denen alle MitarbeiterInnen eine verbindliche Grundschulung im Stillmanagement erhalten.

Es gibt verschiedene Vorgehensweisen, die das Stillen mit flachen oder eingezogenen Brustwarzen erleichtern:

Die Erfolgschancen sind höher, wenn das Stillen anhand der kindlichen Reflexe, in einer zurückgelehnten Stillposition erfolgen kann.

  • Damit die kindlichen Reflexe beim Stillen optimal genutzt werden, lohnt es sich die zurückgelehnte Stillposition zu nutzen (siehe auch Laid-back-nursing). Das ist die Stillposition, in der das Stillen auch bei flachen oder eingezogenen Brustwarzen am besten klappt. Viel direkter Haut-zu-Haut-Kontakt zwischen Mutter und Baby unterstützt das Stillen auch in diesen Fällen.
  • Insbesondere bei flachen oder eingezogenen Brustwarzen wird das asymmetrische Anlegen empfohlen, um die Brustwarze optimal zu positionieren: Das bedeutet, dass das Baby mehr vom unteren Brustwarzenhof im Mund hat als vom oberen: das Kinn vergräbt sich im Brustgewebe, die Nase hat jedoch einen kleinen Abstand zur Brust. Für das asymmetrische Anlegen wird die Brustwarze direkt unter die Nase des Babys gehalten. Das Baby erkennt den Geruch der Brustwarze und macht den Mund groß auf. Es legt dabei den Kopf leicht in den Nacken, um anzudocken. Es nähert sich somit zuerst mit dem Kinn und den unteren Lippen an die Brust. Nach dem Andocken schließt es auch die oberen Lippen nah oberhalb der Brustwarze.
  • Optimalerweise darf das Baby direkt nach der Geburt (innerhalb von 60–90 Minuten) das erste Mal ungestört an der Brust trinken (siehe auch: Erstes Stillen nach der Geburt) und wird nach einer kleinen Verschnaufpause anschließend häufig (etwa alle 1–3 Stunden) angelegt, insgesamt mindestens 8- bis 12-mal in 24 Stunden. Die ersten Tage sind ideal, um das Stillen zu üben. Das Baby ist noch gut versorgt und die Brust ist noch weich. Etwa ab Tag 3–4 setzt die initiale Brustdrüsenschwellung ein: die Brust wird groß und spannt, das Trinken wird schwieriger und das Baby braucht langsam größere Mengen Muttermilch.
  • Wenn das Kind vorübergehend noch nicht effektiv an der Brust trinken kann, dann soll Kolostrum innerhalb von 60–90 Minuten nach der Geburt zum ersten Mal und anschließend alle 1–3 Stunden (insgesamt mindestens 8- bis 12-mal in 24 Stunden) manuell entleert und dem Baby mit Löffel gefüttert werden. Ab dem zweiten bis dritten Tag soll zusätzlich eine elektrische Doppel-Krankenhausmilchpumpe genutzt werden, um die Milch aus den Brüsten häufig und effektiv zu entleeren (siehe Abpumpen und Aufbewahren von Muttermilch und auch den Artikel Aufbau und Aufrechterhaltung der Milchbildung bei Frühgeburt, wenn die Milchbildung ohne das Saugen des Babys aufgebaut werden muss). Das Kind kann dann per Becher gefüttert werden. So kann man auch bei anfänglichen Anlegeschwierigkeiten die Milchbildung gut in Gang bringen und das Kind ernähren und dadurch insgesamt Zeit gewinnen, um das Stillen zu üben. Häufig lernen Neugeborene die Brust zu erfassen und effektiv zu trinken, wenn die Milch reichlich fließt.

Falls das Baby Schwierigkeiten haben sollte, die Brustwarze zu erfassen, dann kann die Mutter diese auch direkt vor dem Stillen formen. Hierzu gibt es auch verschiedene Vorgehensweisen.

Methoden zur Formung der Brustwarzen direkt vor dem Stillen:

  • Zusammendrücken an der Basis oder Kälteanwendungen mithilfe einer gekühlten Kompresse oder eines kalten, feuchten Tuches lassen manche Brustwarzen stärker hervortreten.
  • Das so genannte Brustwarzen-Sandwich hilft die Brust so zu formen, dass das Baby sie erfassen kann: Die Mutter nimmt die Brust zwischen Daumen (oben) und Fingern (unten) in ihre Hand. Daumen und Finger liegen dabei 3–5 cm hinter der Brustwarze. Dann presst die Mutter ihre Finger und den Daumen leicht zusammen. Die längliche statt der runden Form ist für das Baby leichter zu fassen. Die Mutter drückt ihre Brust anschließend gegen den Brustkorb. Dadurch tritt die Brustwarze stärker hervor. Schließlich wird der Daumen fester in die Brust gedrückt als die Finger. So zeigt die Brustwarze leicht nach oben, Richtung Gaumen des Kindes. Diese Technik funktioniert bei manchen Frauen am besten in einer Seitenlage.
  • Der so genannte Teetassengriff (teacup hold) ist eine weitere Variation mit demselben Ziel wie das Brustwarzen-Sandwich. Er kann gut bei nicht angeschwollenen oder ödematösen Brüsten eingesetzt werden (d.h. vor und nach dem Milcheinschuss und wenn keine Ödeme anderer Ursachen vorliegen): Hier kneift die Mutter den Brustwarzenhof und umliegendes Gewebe direkt oberhalb der Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger zusammen, um eine längliche Hervorwölbung zu formen. Die Längsachse der Hervorwölbung passt zur Längsachse des geöffneten Mundes des Babys. Das Brustgewebe wird so gehalten, bis das Baby daran korrekt andocken konnte.

Latch Assist (© Lansinoh)

  • Die Brustwarze mithilfe einer abgeschnittenen 10-ml- oder 20-ml-Plastikspritze oder mithilfe des so genannten „Latch Assist“ (siehe ) kurz vor dem Anlegen herausziehen und 30–60 Sekunden halten. Die Plastikspritze wird am spitzen Ende abgeschnitten und der Stempel von der abgeschnittenen Seite reingesteckt, damit die flache Auflagefläche auf dem Brustwarzenhof liegt. Der Schaft der Plastikspritze soll ein wenig breiter sein als die Brustwarze, damit sich die Brustwarze ohne Reibung im Spritzenschaft bewegen kann (10-ml-Spritze bis zu einem Brustwarzendurchmesser von ~13 mm, darüber die 20-ml-Spritze). Der Kolben der angesetzten Spritze wird zur Aufrichtung der Brustwarze langsam herausgezogen. Die Brustwarze darf nicht Weh tun oder sich verfärben. Dann ist das Vakuum zu stark. Der Latch Assist erinnern an eine altmodische Fahrradhupe. Man betätigt sie, indem man auf den Gummiball drückt. Es ist sehr wichtig, dass der Latch Assist mit heißem Seifenwasser gewaschen, gründlich ausgespült und getrocknet wird, damit sich keine Bakterien in seinem Inneren vermehren könnten.
  • Auch Milchpumpen können eingesetzt werden, um die Brustwarzen aufzurichten. Sie haben den Nachteil, dass sich das Vakuum auf eine relativ große Fläche verteilt und dass Ödeme um die Brustwarzen herum verstärkt werden. Dies wiederum erschwert das Anlegen. Wenn keine anderen Hilfsmittel parat sind, können aber auch Milchpumpen hilfreich sein.
  • Manche Frauen tragen Brustwarzenformer oder die Niplette auch nach der Geburt weiter. Nach dem Milcheinschuss kann dies zu einem verstärkten Auslaufen der Milch führen. Bei Frauen, die viel Milch bilden und zu Milchstaus neigen, könnten diese Hilfsmittel das Risiko von Milchstaus steigern, weil sie möglicherweise Milchkanäle zusammendrücken. Daher kann es empfehlenswert sein, diese Hilfsmittel nach dem Milcheinschuss abzusetzen und zur Aufrichtung der Brustwarzen andere Techniken anzuwenden, falls noch erforderlich.

Stillhütchen bei Flach-, Schlupf- oder Hohlwarzen?

Stillhütchen werden bei flachen oder eingezogenen Brustwarzen häufig empfohlen. Ihr routinemäßiger Einsatz wird jedoch kritisch gesehen (siehe auch Stillhütchen – ein Hilfsmittel mit bedingtem Nutzen). Manche Autoren lehnen Stillhütchen komplett ab, auch im Falle von Flach-, Schlupf- und Hohlwarzen (Newmann & Pitman, 2014; Cadwell & Turner-Maffei, 2017). Denn Stillhütchen haben eine Reihe von Nachteilen. Es gibt auch Bedenken, dass sie zu einem Rückgang der Milchbildung führen. Stillen ohne Stillhütchen ist am einfachsten, sichersten und langfristig erfolgreichsten. Und vor allem: Wenn das Baby sich einmal an das Hütchen mit dem starken Saugstimulus gewöhnt hat, akzeptiert es die Brust ohne Hütchen oft viel schlechter, als wenn es keine anderen Saugmöglichkeiten als die Brust der Mutter kennengelernt hätte. So können Stillhütchen oft mehr Probleme verursachen als lösen. Einige Autoren andererseits sehen in Stillhütchen ein pragmatisches und sinnvolles Hilfsmittel, wenn das Stillen auf andere Weise nicht funktioniert (Wronsky El-Awamry, 2017; Wilson-Clay & Hoover, 2017; Walker, 2017; usw.). Ein Rückgang der Michbildung sei mit den modernen Silikon-Stillhütchen und unter fachkundiger Begleitung vermeidbar.

In den meisten Fällen ist es sinnvoll, das Stillen zuerst ohne Stillhütchen zu probieren. Wenn das Baby in den ersten Tagen oder während der initialen Brustdrüsenschwellung (Milcheinschuss) nicht andocken kann, dann kann es das Kolostrum mithilfe alternativer Fütterungsmethoden erhalten. Die Milchbildung wird durch die regelmäßige Entleerung der Brust in Gang gebracht. Ein kräftiges und fittes Baby, das sich von den Strapazen der Geburt gut erholt hat, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit andocken und trinken können. Damit die Milchbildung ohne direktes Stillen in Gang kommt, wird die Brust in Absprache mit der betreuenden Fachperson z.B. am ersten Tag mindestens 6-mal per Hand, dann mindestens 8- bis 12-mal in 24 Stunden mit einer elektrischen Doppelmilchpumpe entleert. Eine Pumpsitzung dauert etwa 15 Minuten, bis die Brüste gründlich entleert wurden. Eine Kombination aus Handentleeren und Pumpen hilft die Milchmenge effektiv zu steigern (siehe Abpumpen und Aufbewahren von Muttermilch).

Manchmal entscheiden sich Mütter zusammen mit ihren betreuenden Fachpersonen für das Stillhütchen, wenn das Stillen auf andere Weise nicht klappt. Denn die regelmäßige Brustentleerung und das künstliche Füttern des Babys ist aufwendig und anstrengend. Mithilfe des Stillhütchens kann das Stillen schnell funktionieren. Zudem kommt es in seltenen Fällen vor, dass das Stillen ohne Hütchen vorübergehend oder auch langfristig gar nicht funktioniert. Dann sind Stillhütchen ein Segen. Oft verändern die Brustwarzen ihre Form im Laufe der Stillbeziehung, auch mit Stillhütchen, und treten mit der Zeit stärker hervor. Die Stillhütchen können mit der Zeit häufig abgewöhnt werden. Mutter und Baby können anschließend eine lange und glückliche Stillzeit genießen.

Erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich

Da das Risiko von verfrühtem Abstillen und unzureichender Gewichtszunahme bei besonderen Brustwarzenformen erhöht ist, ist es hilfreich, wenn das Mutter-Kind-Paar länger von einer Stillfachkraft begleitet wird. Eine enge Begleitung ist sinnvoll, bis das Stillen gut etabliert ist. Daran kann eine regelmäßige Kontrolle anschließen.

Um sicherzustellen, dass das Baby ausreichend mit Muttermilch versorgt wird, ist es empfehlenswert, auf die Effektivität des Milchtransfers, die Ausscheidungen und die Gewichtsentwicklung des Babys zu achten. Das Gewicht des Babys kann bis zur Erreichung des Geburtsgewichts täglich, anschließend ein- bis zweimal wöchentlich durch eine exakte Babywaage bestimmt und in eine Wachstumskurve von der WHO eingetragen werden (mehr dazu im Artikel Zu wenig Milch). Verliert das Baby zu viel an Gewicht oder nimmt es nicht erwartungsgemäß zu, dann braucht die Mutter Unterstützung, um das Anlegen zu optimieren. Die Milchbildung sollte zwischenzeitlich mithilfe von Handentleeren / Pumpen zusätzlich angeregt und die gewonnene Muttermilch zugefüttert werden. Falls die Mutter wegen Brustdrüsenanomalien nicht ausreichend Milch bilden kann (sehr selten), dann wird mit gespendeter Frauenmilch oder künstlicher Säuglingsmilch zugefüttert.

Idealerweise wird auf künstliche Sauger (Saugflaschen und Schnuller) verzichtet, um das Risiko einer Brustverweigerung zu reduzieren. (© Wilawan Khasawong)

Es ist sinnvoll, dass bei einer evtl. erforderlichen Zufütterung auf Saugflaschen verzichtet wird. Denn durch künstliche Sauger erfährt das Baby eine Saugstimulation, die ihr die Brust nicht bieten kann, was letztlich zur Ablehnung der Brust führen kann. Die Zufütterung sollte mithilfe stillfreundlicher Techniken – also Mittels Löffel, Becher, Brusternährungsset etc. erfolgen. Fingerfütterung ist bei diesen Mutter-Kind-Paaren ebenfalls kontraproduktiv. Auch der Einsatz von Schnullern kann das Anlegen an flachen Brustwarzen erschweren und sollte vermieden werden.

Manche Frauen mit flachen oder eingezogenen Brustwarzen erleben den Anfang der Stillzeit, wenn ihre Brustwarzen zum ersten Mal herausgezogen werden, als etwas schmerzhaft. Bei Schlupfwarzen, die zum ersten Mal herausgezogen wurden, ist die Haut eine Zeit lang noch sehr empfindlich.

Bei Schlupfwarzen, die sich direkt nach dem Stillen wieder zurückfalten, wird Feuchtigkeit in der Falte mit eingeschlossen. Dies kann zu Wunden und Infektionen führen. Daher sollte die Mutter versuchen, das Zurückfalten der Brustwarzen für wenige Minuten zu verhindern, bis diese an der Luft getrocknet sind. Auch nach dem Duschen oder Baden muss die Brustwarze evtl. extra an der Luft getrocknet werden, um eine Aufweichung und Blutung zu verhindern. Wenn sich eine Infektion anbahnt, dann helfen oft viel frische Luft und Licht und ggf. lokale Antiseptika oder Medikamente in Rücksprache mit den betreuenden Fachkräften (Jod-haltige Antiseptika sind in der Stillzeit nicht zu empfehlen).

Quellen:

Flach- oder Hohlwarzen

Etwa 7 % bis 10 % aller Frauen haben Flach- oder Hohlwarzen. Sie können entweder beidseitig auftreten oder aber nur eine Brust betreffen, entwickeln sich während der Pubertät oder sind angeboren. Der Grund für die Entstehung von Hohlwarzen sind häufig verkürzte Milchgänge des Brustgewebes, die zu Verklebungen führen und die Brustwarzen nach innen ziehen.

  • Flachwarzen erheben sich nicht über das Niveau des Warzenvorhofs (Areola).
  • Hohlwarzen sind in den Warzenvorhof eingestülpt oder eingezogen.

Das können Sie zu Hause auch selbst überprüfen: Drücken Sie Daumen und Zeigefinger sanft auf den Rand des Warzenhofes. Die „normale“ Brustwarze steht hervor, die Flachwarze, „schlupft“ zurück.

An Flachwarzen oder Hohlwarzen könne das Baby nicht richtig saugen, weil es beim Trinken die Brustwarze nicht richtig mit seinem Mund aufnehmen bzw. greifen kann, wurde früher pauschal behauptet. Davon sollten sich Mütter aber keinesfalls verunsichern lassen. Hebt sich die Brustwarze kaum oder gar nicht vom Warzenvorhof ab, kann das zwar beim Stillen Probleme verursachen, muss es aber nicht. Und wenn Probleme auftreten, lassen sie sich in den allermeisten Fällen durch korrektes Anlegen überwinden.

Flachwarzen lassen sich durch Druck mit Zeigefinger und Daumen auf den Warzenhofaussenrand oder durch Stimulation hervorholen, sodass es beim Stillen häufig keine Probleme gibt. Der Stillerfolg bei flachen Warzen hängt davon ab, ob die Brust im Bereich der Brustwarze weich genug ist, damit das Baby viel Brustgewebe mit dem Mund aufnehmen kann. Die weite Öffnung des Mundes muss daher unterstützt und gefördert werden.

Anders ist der Fall bei Hohlwarzen (Schlupfwarzen): Sie richten sich auch bei Fingerdruck hinter dem Warzenvorhof oder bei Stimulation nicht auf, sondern ziehen sich in den Warzenvorhof zurück, sodass dem Kind das Ansaugen schwer fällt. Bei echten Hohlwarzen kann es sinnvoll sein, vor dem Stillen die Warze beispielsweise mittels Pumpe herauszuziehen, damit das Baby die Brust besser erfassen kann.

Hebammen empfehlen bei Flachwarzen gern die Anwendung der so genannten Hofmann-Technik – einer Massageform, welche das Hervortreten der Warze erleichtern soll. Beide Daumen werden entlang einer gedachten Kreuzlinie angelegt, und zwar so, dass sie sich direkt am Ansatz der Brustwarzen (nicht des Warzenhofes!) befinden. Die Daumen werden fest in das Brustgewebe gedrückt und dabei gleichzeitig auseinander gezogen. Dasselbe wird an der anderen Linie und dann bei Bedarf an der anderen Brust durchgeführt. Die Brustwarze soll damit gedehnt und der Brustwarzenansatz gelöst werden, damit sich die Warze besser aufrichten kann und das Baby sie leichter fassen kann.

Zuweilen werden bei ungünstiger Brustwarzenform auch Hilfsmittel empfohlen wie Brusthütchen, Saughütchen oder Stillhütchen. Sie bestehen aus Silikon, Gummi oder Latex und werden auf die Brustwarze gelegt. Beim Stillen trinkt das Baby durch diese Hütchen wie durch einen Sauger. Bei der Nutzung von Stillhütchen kann durch den fehlenden direkten Hautkontakt unter Umständen der Milchflussreflex (Milchspendereflex) gestört werden, und bei einigen Babys kommt es zu Saugverwirrung oder Veränderung des Saugrhythmus.

Darüber hinaus gibt es spezielle Brustschilde (Brustwarzenformer), die zugleich vor wunden und gereizten Brustwarzen schützen und die Schmerzen beim Stillen lindern können. Sie bestehen aus zwei übereinander liegenden, durchsichtigen Plexiglasschalen von etwa 10 cm Durchmesser. Die Schale, die auf der Brust liegt hat ein kreisförmiges Loch für die Brustwarze und die obere Schale ein oder mehrere Luftlöcher. Brustwarzenformer können schon in der Schwangerschaft in den BH eingelegt werden und sollen das Hervortreten der Brustwarzen fördern. Durch den Druck auf den Warzenhof kommen die Brustwarzen durch die Öffnung und werden so darauf trainiert, stärker hervorzutreten. Sie sollten anfangs 10 Minuten und später bis zu 8 Stunden täglich getragen werden. Die Brustschilder können auch während der Stillzeit getragen werden.

Eine neuere und wirksame Methode zur Behandlung von Flach- und Hohlwarzen ist die Niplette. Sie besteht aus einem durchsichtigen Brustwarzenformteil mit einem kleinen Schlauch. Dieser Teil wird auf die eingezogene Warze gesetzt. Mittels Unterdruck wird die Warze dann leicht herausgezogen und somit die verkürzten Milchgänge gedehnt, welche die Ursache für die Schlupfwarzen darstellen. Während die Brustwarzenschilder bedenkenlos bereits in der Schwangerschaft angewendet werden können, sollten Frauen die Niplette erst ab dem 5. Monat und dann nur nach Rücksprache mit dem Arzt, der Ärztin oder Hebamme benutzen, da die Saugwirkung unter Umständen vorzeitige Wehen auslösen kann. Es empfiehlt sich, die Niplette zwei bis drei Wochen lang im BH, ca. 8 Stunden (Tag oder Nacht) zu tragen, danach sollte sie nur gelegentlich verwendet werden.

Bei guter Stillberatung und mit entsprechender Technik kann man auch ohne Verwendung solcher Hilfsmittel in der Regel erfolgreich stillen. Wer sie dennoch anwenden möchten, sollte sich von einer Stillberaterin oder Hebamme sorgfältig über die richtige Anwendung sowie die verschiedenen Vor- und Nachteile informieren. Besonders auf die korrekte Reinigung und Desinfektion muss geachtet werden, um Infektionen bei Mutter und Kind zu vermeiden.

Wichtige Tipps beim Stillen:

  • Vor dem Anlegen drücken Sie einige Tropfen Muttermilch aus der Brust. Der Geruch der Milch kann die Motivation des Babys steigern.
  • Wenn Sie Schwierigkeiten beim Anlegen des Babys haben, können Sie die Brustwarze durch Abpumpen mit einer elektrischen Pumpe vor dem Anlegen stimulieren bzw. vorbereiten. So wird die Brustwarze sanft hervorgezogen und das Baby kann leichter trinken. Oder drücken Sie sanft mit zwei Fingern auf den Warzenhof, damit die Brustwarze leicht hervortritt.
  • Reissen Sie das Baby zum Ende der Stillmahlzeit nicht von der Brust, sondern führen Sie vorsichtig den kleinen Finger zwischen die Zahnleisten des Kindes.
  • Wenn Sie Stilleinlagen benutzen, sollten diese besonders atmungsaktiv sein. Sobald die Stilleinlagen feucht oder nass sind, wechseln Sie diese sofort, sonst entsteht ein feuchtes Milieu für Keime und Bakterien. Grundsätzlich sollten Sie die Warzen trocken halten: Lassen Sie Muttermilch und Speichel des Babys nach dem Stillen antrocknen.
  • Die sorgsame Pflege der Brustwarzen und ihrer Umgebung ist bei Flach- und Hohlwarzen besonders wichtig. Dazu gibt es spezielle Brustpflegesalben. Zur Reinigung keinesfalls Seife oder alkoholischen Desinfektionsmitteln verwenden, denn das macht die Haut trocken und rissig.
  • Bei Flach- und Hohlwarzen ist es empfehlenswert, auf Beruhigungssauger zu verzichten, da beim Baby leichter eine Saugverwirrung auftreten kann.

Häufige Frage zum Thema

Stimmt es, dass Frauen mit kleinen Brüsten nicht genügend Milch produzieren können?

Kleine Brüste geben nicht genug Milch – das ist ganz falsch. Es ist völlig egal, wie gross der Busen ist: Entscheidend ist die Menge an Drüsengewebe. Das kann bei einer Frau mit grossen Brüsten durchaus kleiner sein als bei einer mit kleinen oder mittleren Brüsten. Die Brust ist kein Milchreservoir…

vollständige Antwort lesen

Letzte Aktualisierung : 26-11-19, BH

Tipps & Infos

Schon in der Schwangerschaft beschäftigen sich einige Frauen mit der Form ihrer Brustwarzen. Eingezogene Brustwarzen werden auch als Hohlwarzen, flache Brustwarzen oder als Flachwarzen bezeichnet. Hervorgerufen werden beide durch eine Verkürzung der Milchgänge, die vom Drüsenkörper zur Brustwarze führen. Die Milchgänge transportieren während der Stillzeit die Muttermilch.

Bereits in der Schwangerschaft können Frauen mit Flach- oder Hohlwarzen einen Termin mit einer Stillberaterin vereinbaren, um eventuelle Maßnahmen zu besprechen, die der Formung der Brustwarzen dienen. Brustwarzen, die sich etwas nach außen aufrichten, können später besser vom Baby erfasst werden. In diesem Falle ist eine Vorbereitung der Brust tatsächlich sinnvoll.

Nach der Geburt des Kindes gilt es, dem Talent des Babys zu vertrauen. Das Baby kennt nur die Brustwarze seiner Mama. Es weiß nicht, dass es auch andere Brustwarzen gibt. Viele Mütter sind überrascht, wie gut ihr Neugeborenes auch an flachen Brustwarzen trinken kann. Wenn Kinder sich dennoch schwer tun, können Stillhütchen ein gutes Hilfsmittel sein. Auch der LatchAssist kann unmittelbar vor dem Anlegen des Kindes angewandt, helfen die Brustwarzen hervorzuholen und damit das Andocken des Kindes zu erleichtern. Nach einigen Wochen konsequentem Training können die meisten Frauen auf diese Stillhilfsmittel verzichten, da die Milchgänge sanft gedehnt worden sind und die Brustwarze nun die optimale Form für das eigene Baby hat. Geduld, eine gute Anlegetechnik und die richtigen Hilfsmittel sind bei Flach- oder Hohlwarzen daher besonders wichtig.

Tipps bei Flach- oder Hohlwarzen

Direkt vor dem Anlegen:

# 1 Massieren Sie die Brustwarze und den Brustwarzenhof.

# 2 Bringen Sie mithilfe eines Brustwarzenformers die Brustwarze und den Brustwarzenhof in die richtige Position. Zwischen dem Hervorholen der Brustwarze und dem Saugprozess sollte nicht zu viel Zeit vergehen.

# 3 Legen Sie das Baby zügig zum Saugen an die Brust an. Es gibt Hilfsmittel, um die Brustwarze bereits in der Schwangerschaft zu formen. Sprechen Sie dazu bitte mit Ihrer Hebamme oder Stillberaterin.

Ähnliche Kategorien

Stillen Stilltipps Schwierigkeiten beim Stillen

Was tun gegen Schlupfwarzen?

Die weibliche Brust ist nicht einfach nur ein Körperteil, auf den sich alle Blicke richten, sondern trägt auch erheblich dazu bei, wie sich eine Frau fühlt. Viele machen ihr Selbstwertgefühl davon abhängig, sodass Unzufriedenheit mit den Brüsten zu weniger Selbstbewusstsein oder sogar zu Minderwertigkeitsgefühlen und Depressionen führen kann. In einigen Fällen ist das Problem nicht nur ästhetischer und emotionaler Natur, sondern ruft körperliche Beschwerden hervor. Man nehme nur einmal die Schlupfwarzen, unter denen nicht wenige Frauen leiden.

Die Brustwarze: Form und Funktionen

Frauen wurden von der Natur mit Brustwarzen ausgestattet, um das Stillen zu ermöglichen. Die Babys saugen hieran, um mit Muttermilch versorgt zu werden. Außerdem sind die Warzen recht sensibel und reagieren auf Berührung und Stimulation, weshalb sie im Sexualleben eine wichtige Rolle übernehmen und mindestens genauso wichtig sind wie die Brüste an sich, wenn nicht sogar wichtiger. Von Haus aus stehen die Brustwarzen leicht oder deutlich hervor, wobei sie sich durch Reize wie Kälte aufrichten und verhärten. Die genaue Form, Größe und Farbe von Warzen und Warzenhof variiert von Frau zu Frau, wobei manche Frauen mit zu großen Brustwarzen oder mit eingezogenen (nach innen statt außen gerichteten) Brustwarzen zu kämpfen haben. Letzteres Phänomen ist teilweise mit Schmerzen und Entzündungen verbunden. Leidet man unter Schlupfwarzen, die auch als Hohlwarzen bezeichnet werden, beeinträchtigt dies zudem das sexuelle Lustempfinden sowie die Stillfähigkeit.

Ursachen für Schlupfwarzen

Im Gegensatz zu anderen Problemerscheinungen bei der Brust wie dem Hängebusen, zu großen oder zu kleinen Brüsten gibt es nur eine einzige Ursache für die Schlupfwarze (einseitig oder beidseitig): verkürzte Milchgänge. Sie sind angeboren und werden nicht durch bestimmte Verhaltensweisen oder Substanzen hervorgerufen oder verstärkt. Die unzureichende Länge der Kanäle, welche die Muttermilch durch die Brust leiten, verhindert das nach außen gerichtete Wachsen der Brustwarze. Die Warzen sind trichterförmig ins Brustinnere hinein gestülpt und richten sich nicht auf. Das hat zur Folge, dass Säuglinge beim Stillen nur schwer oder gar nicht Nahrung aufnehmen können. Sich erst spät entwickelnde (einseitige) Hohlwarzen mit permanenter Einziehung können auch ein Anzeichen von einem Mammakarzinom sein. Untersuchungen stellen sicher, ob es sich rein um einen ästhetischen Makel handelt, ob ein hohes Entzündungsrisiko besteht oder ob es sich wirklich um ein Brustkrebs handelt. Manchmal ist die Schlupfwarze nicht genetisch bedingt oder ein Symptom von Mammakarzinom, sondern eine Nachwirkung von Brustkrebs oder von Vernarbungen.

Hilfe bei Schlupfwarzen

Bei einigen Problemen mit dem Busen gibt es Mittel und Wege, um Abhilfe zu schaffen, wie z. B. das Tragen eines stützenden BHs, gymnastische Übungen, Massagen oder eine bewusste Ernährung und regelmäßige Bewegung. Sicher ist eine gesunde Lebensweise an sich von Vorteil, doch Schlupfwarzen beheben kann man so nicht.

Es gibt jedoch ein Hilfsmittel gegen Hohlwarzen, das Erfolg verspricht: Viele versuchen, Schlupfwarzen per Niplette zu bekämpfen. Es handelt sich hierbei um kleine Hütchen aus Plastik, die man auf die Warzen setzt. In die Nipletten sticht man eine Spritze, um ihnen die Luft zu entziehen. Diese Saugbewegung gemeinsam mit dem erzeugten Umgebungsdruck zieht die Brustwarzen in das Hütchen hinein und damit aus dem Körper heraus. Es ist wichtig, die Nipletten mehrere Tage bis Wochen einige Stunden am Stück zu tragen. Das Tragen der Hütchen empfiehlt sich speziell vor und während der Schwangerschaft, um die spätere Stillfähigkeit zu verbessern.
Die Nutzung einer Niplette oder eines damit verwandten Brustschildes wird als konservative Methode bezeichnet. Es geht darum, die verkürzten Milchgänge zu verlängern, wobei ein operativer Eingriff nicht notwendig ist. Nipletten kann man nach Absprache mit dem Frauenarzt verwenden, wobei sie in der Apotheke erhältlich sind. Die Erfolgschancen der Verwendung von Unterdruck sind hoch, aber die Methode ist nur für die zeitweise Ausstülpung (für das Stillen) geeignet. Das Massieren der Brüste mag ebenfalls hilfreich sein, denn es regt die Durchblutung des Gewebes an.
Will man nicht die Niplette als Abhilfe gegen Schlupfwarzen einsetzen, bietet sich eine weniger konventionelle Methode an: ein strategisch platziertes Brustwarzen-Piercing. Piercings werden so in die Warzengegend eingesetzt, dass die eingezogenen Warzen ein wenig nach vorne gezogen werden. Die Frau muss das durch ein minimal-invasives Verfahren eingesetzte Brustwarzen-Piercing nicht auf Dauer tragen, denn es wird vom Arzt so platziert, dass die Warzen auch nach der Abheilung aufgerichtet sind und nach außen weisen.

Die operative Korrektur von Schlupfwarzen

Wer unter entzündeten und schmerzenden Brustwarzen leidet oder die unattraktiven Brüste als psychische Belastung empfindet, der sollte sich für eine Schlupfwarzen-Operation entscheiden. Die eben erwähnte Korrektur per Piercing ist eine Möglichkeit und für all jene Frauen vorzuziehen, die sich eine gute Stillfähigkeit wünschen. Man kann sich aber auch für eine Schönheitsoperation entscheiden, bei der der Chirurg die Warzenregion nach Wusch modelliert. Diese Schlupfwarzenkorrektur ist für alle betroffenen Frauen gedacht, denen es nicht mehr in erster Linie um die Stillfähigkeit, sondern um schöne und ästhetische Brüste geht. Denn durch die Operation können Milchkanäle dauerhaft geschädigt werden. Eine Kombination von Op und – meist vorübergehendes – Piercing ist ebenfalls eine Option bei sehr hartnäckigen Befunden.

Wenn Sie unter Hohlwarzen leiden und konservative Methoden nicht die gewünschten Ergebnisse bieten bzw. Sie dauerhaft aufgestülpte Brustwarzen wünschen, sollten Sie mit uns Kontakt aufnehmen. Wir weisen Ihnen den Weg zu schönen Brüsten und erklären Ihnen in einem persönlichen, detaillierten Beratungsgespräch, welche Art der Brustkorrektur für Sie am besten geeignet ist. Dr. Pejman Boorboor nimmt sich Ihnen als hochqualifizierter Facharzt für die plastische und ästhetische Chirurgie an und verhilft Ihnen zum Wunschergebnis. Näheres zu den Behandlungsmöglichkeiten und Operationstechniken finden Sie hier im informativen Überblick nochmals zusammengefasst.

Schlupfwarzen: Was ist das?

Groß, klein, dunkel, hell, lang oder kurz: Brustwarzen können die verschiedensten Formen und Farben haben. Sind die Brustwarzen zeitweise oder dauerhaft nach innen gerichtet, spricht man von „Schlupfwarzen“. Nicht nur Mädchen, sondern auch einige Jungen haben solche Brustwarzen. Hier gibt’s die wichtigsten Infos über Schlupfwarzen im Überblick:

Schlupfwarzen erkennt man daran, dass sie nach innen gerichtet sind.wunderweib.de

Wie entstehen Schlupfwarzen?

Schlupfwarzen entstehen durch eine Verkürzung der Milchgänge und sind in der Regel angeboren. Sie können aber auch später im Laufe des Lebens noch auftauchen. Dann können sie ein Anzeichen für Entzündungen oder Brustkrebs sein. Solltest du also bemerkt haben, dass sich deine Brustwarzen verändert haben, ist es wichtig, dass du dich vorsorglich von einem Frauenarzt untersuchen lässt.

Sind Schlupfwarzen gefährlich?

Wenn du die Schlupfwarzen von Geburt an hast, sind sie nicht gefährlich. In der Regel sind Schlupfwarzen ein rein optisches Problem. Nur wenn du sie ganz plötzlich bekommst, solltest du dich von einem Frauenarzt untersuchen lassen, um herauszufinden, was die Gründe für die Veränderung der Brustwarzen sind.

Welche Probleme können Schlupfwarzen verursachen?

Das größte Problem bereiten sie Müttern, denn Schlupfwarzen können vor allem beim Stillen hinderlich sein. Es gibt aber mittlerweile spezielle Pumpen, die das Stillen mit Schlupfwarzen erleichtern sollen. Sie richten durch Unterdruck die Brustwarze vor dem Stillen auf.

Was kann man gegen Schlupfwarzen tun?

Sollten dich die Schlupfwarzen stören, gibt es verschiedene Methoden, um sie zu korrigieren. Welche das sind kann dir ein Frauenarzt ausführlich erklären.

Wie funktioniert die Vakuummethode zur natürlichen Behebung von Schlupfwarzen?

Viele Frauen leiden unter Schlupfwarzen und empfinden diese als ästhetischen Makel. Nicht in allen Fällen ist jedoch ein chirurgischer Eingriff zur Korrektur von Schlupfwarzen erforderlich. Die Vakuummethode mit einer speziellen Pumpe ist eine Möglichkeit, um Schlupfwarzen ohne chirurgischen Eingriff zu behandeln.

Welche Vorteile bietet die Vakuummethode?

Nicht vergessen sollten Betroffene, dass es sich bei Schlupfwarzen in der Regel um ein rein ästhetisches Problem handelt; so ist selbst das Stillen mit nach innen gezogenen Brustwarzen in aller Regel ohne Komplikationen möglich.

Üblicherweise werden Ärzte Patientinnen erst sogenannte konservative Möglichkeiten bei der Korrektur von Schlupfwarzen vorschlagen, ehe ein chirurgischer Eingriff empfohlen wird. Bei einer dieser Möglichkeiten handelt es sich um die Vakuummethode. Der Hauptvorteil dieser Behandlungsmöglichkeit von Schlupfwarzen ist, dass keine Narben entstehen und die Vakuummethode keine nennenswerten Nebenwirkungen mit sich bringt.

Wie funktioniert die Vakuummethode?

Die Vakuumpumpe wird auch Niplette genannt und ist in Sanitätshäusern und Apotheken erhältlich. Die Pumpe wird hierbei über den Warzenhof der Brust gelegt und erzeugt dort ein Vakuum. Dadurch wird die Brustwarze zunächst nach außen gezogen, was zu einer Dehnung des Gewebes führt. Bei den meisten Geräten lässt sich die Stärke des gewünschten Vakuums selbst einstellen. Damit sich Erfolge zeigen, ist es wichtig, die Vakuumpumpe regelmäßig und im besten Fall über mehrere Stunden täglich zu tragen. Viele dieser Geräte verschwinden problemlos im BH und lassen sich so auch tagsüber unauffällig benutzen. Empfehlenswert ist es, die Anwendung mit der Niplette über mehrere Wochen oder Monate durchzuführen.

Die Vakuummethode während der Schwangerschaft

Übrigens sind solche Vakuumpumpen auch für Frauen empfehlenswert, die ihr Baby aufgrund von Schlupfwarzen nicht stillen können. Ebenso können Nipletten auch für Frauen in der Schwangerschaft interessant sein, die unter Schlupfwarzen leiden, sofern der Frauenarzt oder die Hebamme aus medizinischen Gründen keine Einwände dagegen haben sollte. Alternativ kann die Vakuummethode auch erst nach der Geburt und direkt vor dem Stillen angewendet werden. Hierbei wird die Brustwarze dann für einige Minuten durch die Vakuumpumpe nach oben gezogen und das Baby kann an der Brust gestillt werden.

Flachwarzen

So lassen sich Flachwarzen entfernen

Juvenile Warzen sind harmlos. Sie bilden sich meist spontan von allein zurück (nach Monaten oder Jahren). Es bleiben dabei keine Narben zurück. Es ist also eigentlich nicht nötig, Flachwarzen zu behandeln. Therapeutische Maßnahmen (vor allem invasive Maßnahmen) sollten nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden.

Flachwarzen: Äußerliche Behandlung

Die Hornschicht der Planwarzen lässt sich mit einer Vitamin-A-Säure-haltigen Salbe oder mit Salizylsäure auflösen. Eventuell kann man deren Anwendung mit einer UV-Bestrahlung kombinieren.

In schweren Fällen wird außerhalb des offiziell zugelassenen Anwendungsgebiets (off-label) der Wirkstoff Imiquimod als Creme angewendet. Der Wirkstoff beeinflusst das Immunsystem, ist also ein Immunmodulator.

Flachwarzen: Invasive Maßnahmen

Man kann Flachwarzen vereisen (Kryochirurgie) oder mit elektrischem Strom erhitzen und „verbrennen“ (Elektrokoagulation). Eine andere Möglichkeit ist, sie mit einer sogenannten Kürette abzutragen (Kürettage) oder mithilfe eines Lasers zu entfernen (Laser-Therapie). Solche invasiven Maßnahmen sind bei Flachwarzen aber im Allgemeinen nicht angezeigt. Außerdem ist die Rückfallquote relativ hoch: Nach Beseitigen der Flachwarzen bilden sich in vielen Fällen bald neue.

Saugverwirrung erkennen und beheben

Ihr Baby biegt sich nach hinten und weint, sobald Sie es anlegen wollen. Sie sind verzweifelt, denn die letzte Mahlzeit ist bereits länger her, und greifen ein weiteres Mal zum Fläschchen. So haben es Ihnen Hebamme und Kinderarzt geraten. Ihr Baby trinkt zufrieden am Flaschensauger und ist hinterher sichtlich satt. Was ist los? Mag das Baby die Flasche lieber als Mamas Busen? Eigentlich nicht – es hat einfach eine Saugverwirrung.

Welche Gründe gibt es dafür? Wie kann man eine Saugverwirrung erkennen? Und wie können Sie Ihrem Baby sanft helfen? Die Antworten auf Ihre Fragen verraten wir Ihnen in unserem Artikel.

Was ist eine Saugverwirrung?

Eine Brustverweigerung kann viele Ursachen haben und findet im Verlauf einer Stillbeziehung immer wieder statt. Seien es die Zähnchen, die das Stillen für Ihr Kind gerade nicht so angenehm machen, seien es Koliken durch die Anregung der Darmfunktion beim Saugen oder sei es ein Schub.

Künstliche Sauger im Focus

In den ersten Lebenswochen jedoch ist der Verursacher der Brustverweigerung meist schnell ausgemacht, denn die Anzeichen sind eindeutig: Es ist die Saugverwirrung, die aufgrund der Nutzung künstlicher Sauger entsteht. Diese wird seit 1995 wissenschaftlich erforscht.

Kurz nach der Geburt sind nicht nur Sie ein Stillanfänger, sondern auch Ihr Baby. Zwar wurde es für das Stillen geschaffen und hat das komplette dafür nötige Equipment. Allerdings bieten künstliche Sauger viele Tücken, an denen eine Stillbeziehung scheitern kann. Befindet sich das Neugeborene noch in der Lernphase des Saugens und hat es dieses noch nicht perfektioniert, so ist es möglich, dass es das Trinken an Mamas Busen wieder verlernt.

Wenn sich also ihr Neugeborenes partout nicht anlegen lässt, überlegen Sie, ob es bereits einmal einen Schnuller oder ein Fläschchen bekommen hat. Denn darin könnten die Ursachen der Saugverwirrung liegen.

Saugen bei Mama oder an der Flasche – ist das nicht das Gleiche?

Diese Frage lässt sich mit einem klaren „Nein!“ beantworten. Beim Trinken an der Flasche wird den Babys eine komplett andere Abfolge an Bewegungen abverlangt als beim Stillen.

Letzteres verlangt dem Kind nicht nur eine bestimmte Bewegungsabfolge, sondern auch eine spezielle Formung der Mundwerkzeuge ab. Der Mund muss weit geöffnet sein wie beim Gähnen, die Kauleisten führen eine Kaubewegung aus. Die Zunge „melkt“ die Brustwarze. Ihr Baby leistet dabei richtig schwere Arbeit, denn das Stillen ist anstrengend! Kein Wunder, dass viele Neugeborene dabei einschlafen.

Ein Fläschchen hingegen trinkt sich praktisch fast von selbst. Durch die Öffnung des Saugers fließt die Milch quasi schon allein, die Schwerkraft tut ihr Übriges. Der kindliche Mund muss sich außerdem nur ein kleines Stückchen weit öffnen, um den dünnen Silikon- oder Kautschuksauger aufnehmen zu können. Und auch wenn manche Hersteller künstlicher Sauger werbewirksam versprechen, der Flaschensauger sei wie die mütterliche Brustwarze geformt – „geformt wie die Brust“ ist wirklich nur die Brust. Der Saugakt an allen Saugern ist ein anderer als der beim Stillen.

Künstliche Sauger führen also dazu, dass das Baby mit der Zeit das Stillen regelrecht verlernt.

Achtung, denn dazu zählen auch Stillhütchen! Daher werden diese ebenfalls von Stillberaterinnen kritisch gesehen. Man sollte sie nur im absoluten Notfall verwenden, auch wenn die Hebamme sie empfiehlt. Beachten Sie, dass das Stillthema nicht umfangreich genug in der Ausbildung zur Hebamme behandelt wird. Auch deshalb sollte die Stillbegleitung durch eine Stillberaterin stattfinden, wenn Probleme auftauchen und deren Ursachen erforscht werden sollen.

Was sind die Folgen der Saugverwirrung?

Die direkte Folge einer Saugverwirrung ist zunächst die Verweigerung des Stillens. Dabei können folgende Symptome beobachtet werden: Die Stillkinder schreien, wenn die Mütter sie anlegen möchten, strecken den Rücken durch, schlagen nach der Brust und drehen den Kopf weg.

Nimmt es dennoch den Busen, kann es vorkommen, dass es mit der falschen Technik saugt. Nimmt es beim Saugen zu wenig Brustgewebe in den Mund, kann dies zu wunden Brustwarzen sowie einer unzureichenden Milchbildung kommen. In der weiteren Konsequenz geht die Milch zurück, bis Sie mehr zufüttern müssen, was eine weitere Verringerung der Milchproduktion zur Folge hat.

Was tun bei einer Saugverwirrung?

Das Wichtigste bei einer Saugverwirrung ist Geduld. Bieten Sie Ihrem Baby immer wieder die Brust an, jedoch ohne Zwang und Druck, denn beides kann die Frustration, die gerade herrscht, noch verstärken.

Lassen Sie ab sofort alle künstlichen Sauger weg. Müssen Sie zufüttern, tun Sie dies mit einer alternativen Methode. Im Handel sind Brusternährungssets erhältlich, die nicht nur für ein wohliges Sättigungsgefühl bei Ihrem Schatz, sondern auch für die Anregung der Milchproduktion sorgen.

Werbung

87 Bewertungen Medela 009.0005 Brustnährungsset SNS, transparent

  • Die Lösung für Mütter mit Stillwunsch, die eigentlich nicht dazu in der Lage sind.
  • Regt Ihre Milchproduktion an
  • Für Neugeborene mit schwachem Saugreflex oder unzureichender Fähigkeit zur Aufrechterhaltung des Saugvakuums
  • Trainiert die Saugfähigkeiten des Säuglings
  • Hilft beim Stillen von adoptierten Babys und ist für das Füttern unterschiedlichster Zusatznahrung geeignet

39,95 EUR Bei Amazon kaufen

Ist Ihr Baby sehr ungeduldig, weil es den schnellen und sofortigen Milchfluss aus der Flasche gewöhnt ist, so können Sie vor dem Anlegen bereits durch Stimulation der Brustwarze den Milchspendereflex auslösen. Dann fließt die Milch gleich, wenn das Baby stillen möchte. Schreit es, geben Sie ihm immer wieder ein paar Tropfen Milch direkt aus der Brustwarze in den Mund. So wird es sanft zum Trinken angeregt.

Hat sich Ihr Baby so in Rage geschrien, dass es die Brust partout verweigert, so können Sie es zunächst ein wenig herumtragen. Lassen Sie sich das Stillen im Tragetuch zeigen, denn dies wird Ihnen das Leben sehr erleichtern.

Lassen Sie es jedoch auf keinen Fall erneut von der Flasche trinken oder schnullern, denn beides verstärkt die Saugverwirrung.

Das beste Mittel gegen eine Saugverwirrung jedoch ist und bleibt die Vorbeugung.

Wie kann ich eine Saugverwirrung vermeiden? Unsere Tipps!

Das Gelingen einer Stillbeziehung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das Stillen selbst sowie die Milchbildung sind hormonelle Vorgänge. Diese werden unter anderem durch körperliche Nähe positiv beeinflusst.

Versuchen Sie, in den ersten Wochen Ihr Baby stets bei sich zu behalten. Lassen Sie den Haushalt einmal liegen und kuscheln Sie sich mit Ihrem Kind ins Bett. Gehen Sie spazieren, nutzen Sie ein Tragetuch. Versuchen Sie, sich für die Wochenbettzeit vorab bereits Entlastung zu holen. Familie, Freunde und selbstverständlich Ihr*e Partner*in sollten eingespannt werden. Zögern Sie nicht, zuzugeben, dass Sie gerade ein wenig Hilfe gebrauchen könnten.

Geben Sie Ihr Neugeborenes möglichst nicht ins Schwesternzimmer der Station, denn gerade über Nacht sind viele Geburtsstationen nur unzureichend besetzt. Es ist leichter, einem Baby schnell ein Fläschchen zu geben als seine noch unerfahrene Mama eine halbe Stunde lang beim Stillen zu begleiten. Dies ist kein böser Wille der Schwestern, sondern einfach dem Pflegenotstand geschuldet.

Nutzen Sie in den ersten sechs bis acht Wochen keine Fläschchen oder Schnuller, denn diese verursachen in der Regel Probleme in der Stillbeziehung. Lassen Sie Ihr Baby an der Brust trinken, wann immer es möchte, auch zur Beruhigung. Müssen Sie künstliche Nahrung oder Muttermilch zufüttern, greifen Sie auf eine alternative Methode, wie ein Brusternährungsset oder das Fingerfeeding, zurück. Hierbei können Sie sich Hilfe bei einer erfahrenen Stillberaterin, beispielsweise der AFS oder der La Leche Liga, holen. Diese begleiten Sie gern kostenfrei.

Eine Saugverwirrung zu beheben ist nicht ganz einfach, doch es lohnt sich. Denn auch bei bestehenden Stillproblemen ist es noch möglich, zu einer schönen Stillzeit zu finden und Ihrem Kind das Beste aus der Muttermilch zu bieten. Alles, was Sie brauchen, ist die richtige Begleitung – und Geduld.

In meinem letzten Artikel habe ich Euch schon beschrieben, wie Ihr Eure Brust auf das Stillen vorbereiten könnt. Natürlich könnt Ihr die dort genannten Brustwarzenformer auch in der Stillzeit zwischen dem Stillen tragen. Was Ihr sonst noch tun könnt, um Euren Kind das Saugen an der Brust zu erleichtern, könnt Ihr hier lesen.

  1. Brustwarzenformer könnt Ihr, wie oben schon erwähnt, auch in der Stillzeit verwenden. Legt etwa eine halbe Stunde vor dem Stillen die Brustschalen auf die Brustwarzen. Durch den Druck auf den Warzenhof drückt sich Eure Brustwarze durch die Öffnung. Nehmt Euer Kind auf den Arm und entfernt die Schale erst unmittelbar vor dem Ansaugen. Auf diese Weise soll Euer Baby die Warze besser fassen.
  1. Eine andere Möglichkeit Eure Brustwarze vor dem Anlegen zur Aufrichtung zu bringen, ist die Stimulation der Brustwarze. Drückt sanft mit zwei Fingern auf den Warzenhof, damit die Brustwarze hervortritt. Da es eine einfache Methode ist, probiert dies ruhig immer wieder aus. Leider funktioniert es nicht immer.
  1. Eine weitere Möglichkeit die Brustwarze sanft hervorzuziehen, damit Ihr Euer Baby leichter anlegen könnt und es besser trinken kann, ist das kurze „Anpumpen“ mit einer Milchpumpe. Das heißt, Eure Brustwarze soll durch das kurze „Anpumpen“ mit einer elektrischen Pumpe vor dem Anlegen stimuliert bzw. vorbereitet werden.
  1. Drückt einige Tropfen Muttermilch vor dem Anlegen aus Eurer Brust. Der Geruch der Milch kann Euer Kind motivieren und steigert die Lust zu saugen.
  1. Wenn Ihr Flach- oder Hohlwarzen habt, solltet Ihr Euch gut überlegen, ob Ihr Eurem Baby einen Schnuller anbietet. Ebenso sollte, wenn ein Zufüttern notwendig ist, auf Sauger verzichtet werden. Hier könnt Ihr gerne meine Artikel über alternative Zufütterungsmethoden lesen. In beiden Fällen kann leicht eine Saugverwirrung entstehen.
  1. Wenn Ihr alle Tipps ausprobiert habt, aber Euer Kind trotzdem nicht an der Brust saugen kann, gibt es noch die Möglichkeit von Stillhütchen. Diese sollten aber nur verwendet werden, wenn es wirklich nicht anders geht, da durch Stillhütchen manchmal Stillschwierigkeiten auftreten können. Mit Hütchen kann die Zunge des Babys die Milchseen nicht richtig „ausmassieren“, außerdem kann beim Kind eine Veränderung des Saugrhythmus auftreten. Das Stillen mit Hütchen ist aber auf jeden Fall dem Nicht-Stillen vorzuziehen.
  1. Sucht Euch schon zeitig in der Schwangerschaft eine Hebamme, die Euch von Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit beraten kann. Denn in diesem Fall ist ein korrektes Anlegen und ein gutes Stillmanagement entscheidend für den Stillerfolg.

Schlupfwarzen, Flachwarzen, Hohlwarzen – so klappt das Stillen

Gibt es Probleme beim Stillen, kommen verschiedene Gründe in Frage. Eine mögliche Ursache kann die Mutterbrust sein. Denn bei einer besonderen Brustform müssen im Vorfeld auch besondere Vorkehrungen getroffen werden, damit das Stillen gut funktioniert.

Manche Brustwarzenform kann beim Stillen problematisch sein.

Der Anteil der Frauen, die Schlupf- oder Flachwarzen haben, ist sehr klein – es sind nur etwa 10 Prozent – ihre Probleme beim Stillen sind es aber nicht. Doch das bedeutet nicht, dass sie ihrem Kind nicht auch erfolgreich und glücklich die Brust geben können. Nur sollte der Stillstart etwas genauer vorbereitet werden und sie müssen einige Dinge beachten.

Schlupfwarzen, Flachwarzen, Hohlwarzen – was ist damit gemeint?

Jede Frau hat andere Brustwarzen. Es kommt sogar vor, dass eine Frau zwei unterschiedliche Brustwarzen hat. Vor allem aber gibt es verschiedene Arten, die von der mehrheitlichen „normalen“ weiblichen Brustwarzenform abweichen.

Im Allgemeinen unterscheidet man diese Brustwarzenformen:

  1. Die übliche Brustwarze: Sie kommt mit weitem Abstand am häufigsten vor. Im Ruhezustand ist sie vom Warzenhof abgehoben und ragt leicht hervor. Bei Stimulation richtet sie sich weiter auf, so dass das Baby sie beim Saugen leicht fassen kann.

  2. Die Schlupfwarze: Sie ist die häufigste Sonderform von Brustwarzen. Im Ruhezustand steht sie hervor, bei Stimulation zieht sie sich jedoch zurück und erschwert der Mutter das Anlegen und dem Baby das Saugen.

  3. Die Flachwarze: Hier hat die Brustwarze einen sehr kurzen Stiel. Auch bleibt sie bei Stimulation mehr oder weniger unverändert. Für das Baby ist es dadurch schwierig, sie zu finden und anzudocken.

  4. Die Hohlwarze: Echte Hohlwarzen sind sehr selten. Bei ihnen fehlt die eigentliche Brustwarze, der Warzenhof hat vielmehr am Rand eine kleine Wölbung nach außen und im Innern eine Vertiefung. Eine Stimulation führt dazu, dass die Hohlwarze noch mehr nach innen geht. Das Baby hat große Probleme, sie zu fassen und daran zu saugen. Häufig bedeuten Hohlwarzen auch, dass die Brust verkürzte Milchgänge und weniger Brustdrüsengewebe hat.

Mutter & Kind

Animation zeigt, was beim Stillen wirklich passiert

Weiterlesen Mutter & Kind Weiterlesen

Schlupfwarze, Flachwarze oder Hohlwarze – wie erkenne ich das?

Du kannst zuhause selber nachprüfen, ob du eine besondere Brustwarzenform hast. Du musst nur einfach mit Daumen und Zeigefinger sanft auf den Rand des Warzenhofes drücken. Steht deine Brustwarze weiter hoch, so hast du die übliche Brustwarzenform. „Schlupft“ sie zurück, dann gehörst du zu den etwa 10 % Frauen, die eine Schlupf- oder Flachwarze haben.

Stillen mit Schlupf-, Flach-oder Hohlwarzen

Diese besonderen Brustwarzenformen können beim Stillen anfangs etwas problematisch sein. Doch auch wenn es schwieriger ist und etwas länger dauern kann – auch mit flachen oder eingezogenen Brustwarzen kannst du dein Kind natürlich stillen.

Einige Tipps für das Stillen mit Schlupf- und Flachwarzen

Die Stillprobleme bei den verschiedenen Sonderformen von Brustwarzen entstehen vor allem dadurch, dass das Baby Schwierigkeiten hat, die Brustwarze zu fassen oder sie überhaupt zu finden. Doch es gibt ein paar Methoden, die Brustwarzen direkt vor dem Stillen herauszuformen.

So kannst du deinem Kind auf verschiedene Weise helfen:

  • Stimuliere die Brustwarze, so dass sie sich aufrichtet, indem du sanft mit zwei Fingern auf den Warzenhof drückst. So kannst du sie deinem Kind zum Saugen direkt anbieten.

  • Gekühlte Kompressen oder ein kaltes, feuchtes Tuch lassen manche Brustwarzen ebenfalls stärker hervortreten.

  • Auch durch das Abpumpen wird die Brustwarze stimuliert und hervorgezogen. Nachdem dann bereits Milch geflossen ist, kann das Baby leichter trinken.

  • Den zusätzlichen Effekt, dass der Geruch der Milch die Motivation des Babys steigern kann, erreichst du auch, indem du vor dem Anlegen einige Tropfen Muttermilch aus der Brust drückst.

  • Zu empfehlen ist auch das so genannte asymmetrische Anlegen. Die Brustwarze wird dabei direkt unter die Nase des Babys gehalten, wodurch es mehr vom unteren Brustwarzenhof im Mund nimmt als vom oberen. Das ermöglicht eine optimale Position für die Brustwarze.

  • Am besten klappt das Stillen in einer zurückgelehnten Stillposition, bei der die kindlichen Saugreflexe besonders gut unterstützt werden. In dieser Position funktioniert auch das Stillen bei flachen oder eingezogenen Brustwarzen viel unproblematischer.

  • Häufig empfohlen werden bei flachen oder eingezogenen Brustwarzen auch Stillhütchen. Diese Stillhilfe ist aber nicht unumstritten, da Stillhütchen eine Reihe von Nachteilen und Nebenwirkungen haben.

Baby

Stillhütchen – problematisch oder wirkungsvoll?

Weiterlesen Baby Weiterlesen

Hast du eine dieser besonderen Brustwarzenformen, dann schaust du am besten schon frühzeitig in der Schwangerschaft nach einer Still- oder Laktationsberaterin, die sich mit dem Anlegen bei versunkenen und flachen Brustwarzen besonders gut auskennt, dir gute Ratschläge geben und dich in der Anfangszeit mit optimalem Stillmanagement begleiten kann.

Habt ihr dennoch Stillprobleme, kann das auch an möglicherweise verkürzten Zungenbändchen oder verkürzten Lippenbändchen des Babys liegen. Denn die Zungenbeweglichkeit hat beim Stillen beziehungsweise Saugen ebenfalls eine sehr große Bedeutung.

Baby

Die Stillberaterin: eine wichtige Starthilfe für stillende Mütter

Weiterlesen Baby Weiterlesen

Schlupfwarzen, Flachwarzen, Hohlwarzen – was kann oder muss ich tun?

Schlupfwarzen ziehen sich zumeist direkt nach dem Stillen wieder zurück. Zur Gesunderhaltung gilt es daher, zuvor einige Besonderheiten zu beachten.

Die Pflege von flachen und eingezogenen Brustwarzen:

  • Gut abtrocknen lassen – damit nach dem Stillen keine Feuchtigkeit in die Brustfalte gelangt, was zu Entzündungen führen kann. Das Trocknen an der frischen Luft empfiehlt sich auch nach dem Baden oder Duschen.

  • Stilleinlagen sogleich wechseln – wenn sie feucht oder nass geworden sind, damit in der feuchten Umgebung keine Keime und Bakterien entstehen können. Besonders zu empfehlen sind Stilleinlagen aus Seide und Wolle.

  • Nicht mit Seife oder alkoholischen Desinfektionsmitteln waschen – das macht die Haut trocken und rissig.

Die Brustwarzen verändern und verbessern sich

Du wirst feststellen, dass durch das Stillen und Abpumpen im Lauf der Zeit die Brustwarzen allmählich schon viel mehr heraustreten. Und bei einem weiteren Baby werden sie noch einmal stärker hervortreten und auch elastischer sein, so dass dein zweites Kind deine Brustwarzen schon viel besser zu fassen bekommt als das Erstgeborene.

Baby

Tipps zum Stillen: ein Anfänger-Guide

Weiterlesen Baby Weiterlesen

Stillen bei Hohlwarzen

Antwort auf:

Stillen bei Hohlwarzen

Liebe sweethonney,
Hohlwarzen sind nicht zwingend ein Stillhindernis. Diese Warzenform kann muss aber nicht Probleme beim Anlegen verursachen. Das englische Wort für „Stillen“ verdeutlicht so schön, dass die Form der Brustwarze nicht unbedingt wichtig für den Stillerfolg ist: Stillen heißt „Breastfeeding“ also Brusternährung. Es heißt nicht etwa „Nipplefeeding“ sondern „Breastfeeding“. Das Kind trinkt nicht ausschließlich an der Brustwarze, sondern an der Brust.
Ein korrekt angelegtes Kind umfasst nicht nur die Brustwarze, sondern auch einen Teil des Warzenhofes. Wenn ein Kind ausschließlich die Brustwarze beim Saugen an der Brust fasst, dann führt das zu wunden Brustwarzen.
Zunächst einmal sollte festgestellt werden, ob es sich bei den Brustwarzen um Hohlwarzen (eingezogen) oder Flachwarzen handelt. Dazu kann der „Kneiftest“ verwendet werden. Der Brustwarzenhof wird etwa 2,5 cm hinter dem Brustwarzenansatz zusammendrückt. Tritt die Brustwarze dann hervor, handelt es sich nicht um eine echte Hohlwarze, und es ist meist keine besondere Behandlung notwendig. Zieht sich die Brustwarze zurück oder nimmt sie eine konkave Wölbung an, ist es eine echte Hohlwarze.
Hohlwarzen kommen in unterschiedlichen Ausprägungen vor. Manche Brustwarzen sind nur leicht eingezogen, und ein Baby mit normaler Saugfähigkeit kann sie ohne Schwierigkeiten herausziehen (allerdings kann ein frühgeborenes oder saugschwaches Baby zunächst durchaus Probleme haben). Andere Brustwarzen sind mäßig bis stark eingezogen, was bedeutet, dass sie sich beim Zusammenpressen stark zurückziehen, auf die gleiche Höhe oder vielleicht sogar noch hinter den umgebenden Brustwarzenhof. Eine tief eingesunkene Brustwarze kann das Ansaugen und das Stillen problematisch werden lassen. In diesem Fall kann eine Behandlung zum Herausziehen der Brustwarze während der Schwangerschaft sinnvoll sein.
Das Tragen von Brustwarzenformern (gibt es von den Firmen Medela und Ameda und können bei Apotheken oder der La Leche Liga oder LLL Stillberaterinnen bestellt werden) kann helfen, die Brustwarzen hervortreten und besser fassbar zu machen. Die mit der Schwangerschaft einhergehenden Hormonveränderungen erhöhen die Elastizität der Haut einer Frau.
Brustwarzenformer wurden erdacht, um diese natürliche Dehnbarkeit auszunutzen und durch sanften, aber fortwährenden Druck die Brustwarze herauszuziehen. Brustwarzenformer bestehen aus leichtem Hartplastik. Einige haben eine nachgiebige Innenseite aus Silikon (Medela). Sie sollen von der Mutter im Büstenhalter getragen werden. Der innere Ring übt sanften, aber anhaltenden Druck auf den Brustwarzenhof der Mutter aus, was die Brustwarze veranlasst, hervorzutreten und die Verwachsungen dehnt, die sie einziehen. Die Schale die mit Löchern versehen sein sollte hält den Büstenhalter von der nach außen strebenden Brustwarze fern.
Um sie bequem im Büstenhalter unterzubringen, kann es notwendig sein, dass die Mutter eine um eine Nummer größere Körbchengröße trägt. Ist der Büstenhalter der Mutter nicht groß genug, kann durch den Druck eine Brustentzündung hervorgerufen werden.
Brustwarzenformer sollten in den letzten Wochen (ev. drei Monaten) der Schwangerschaft verwendet werden, häufig ist es auch sinnvoll sie in der ersten Zeit nach der Geburt vor dem Anlegen zu tragen.
Seit einiger Zeit wird auch die „Niplette“ auf dem deutschen Markt angeboten, um die Brustwarzen herauszuziehen und zu formen. Meine Erfahrungen mit diesem Hilfsmittel sind allerdings nicht überzeugend und außerdem kann die Niplette bei manchen Frauen wehenauslösend wirken.
Nach der Geburt kann wenn nötig der Einsatz einer Milchpumpe oder einer anderen Saugapparatur helfen, Flach oder Hohlwarzen unmittelbar vor dem Stillen herauszuziehen und dem Baby das Fassen der Brustwarze erleichtern.
Ganz wichtig ist, dass bei Hohl oder Flachwarzen auf absolut korrektes Anlegen geachtet wird.
Von Stillhütchen ist bei Hohlwarzen eher abzuraten.
Ganz kurz kann man die wichtigsten Punkte für den Grundstein einer erfolgreichen Stillbeziehung auf die folgenden Schlagworte zusammenfassen:
Bald stillen oft stillen uneingeschränkt stillen keine Flüssigkeit oder andere Nahrung dazugeben außer bei medizinisch begründeten Fällen.
Das Baby sollte so bald wie möglich nach der Geburt zum ersten Mal angelegt werden und dann jederzeit und ohne zeitliche Einschränkung an die Brust dürfen, wenn es das will. Bei eher schläfrigen Kindern oder Babys mit verstärkter Neugeborenengelbsucht muss die Mutter unter Umständen den Takt angeben und dafür sorgen, dass das Kind mindestens acht bis zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden an der Brust trinkt.
Tee, Glukoselösung oder Wasser sind überflüssig und vor allem bei einer eventuell verstärkten Neugeborenengelbsucht sogar kontraproduktiv. Das Bilirubin (der gelbe Farbstoff, der für die Gelbfärbung der Haut bei der Neugeborenengelbsucht verantwortlich ist) wird nur zu zwei Prozent über den Urin ausgeschieden, der Rest wird durch den Darm ausgeschieden. Daher ist es unsinnig, die Gelbsucht „ausschwemmen“ zu wollen. Wichtig ist, dass der Darm mit Nahrung versorgt wird und die Verdauung angeregt wird, das Mekonium möglichst rasch ausgeschieden wird. Das Kolostrum, die wichtige erste Milch wirkt abführend und begünstigt damit die Ausscheidung des Bilirubins.
Der Organismus eines Neugeborenen ist auf viele, kleine Mahlzeiten eingestellt. Sein Magen hat etwa die Größe eines Teebeutels. Kleine Mengen an Muttermilch sind also absolut richtig und in Ordnung.
Wichtig ist, dass Ihr Baby ab dem zweiten, dritten Tag mindestens drei bis vier Darmentleerungen hat und ausreichend Urin ausscheidet. Eine Gewichtsabnahme von etwa sieben Prozent des Geburtsgewichtes innerhalb der ersten Tage ist normal, bis zehn Prozent sind bei einem ansonsten gesunden Kind tolerierbar. Spätestens mit drei Wochen sollte Ihr Baby sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben.
Milchbildungstee ist nicht notwendig und es hat keinen Sinn ihn bereits während der Schwangerschaft zu trinken. Wenn überhaupt Milchbildungstee getrunken wird, dann bitte auch nicht mehr als höchstens zwei bis drei Tassen täglich, da mehr zu Bauchproblemen beim Kind führen kann.
Wunden Brustwarzen und anderen Stillproblemen können Sie am besten dadurch vorbeugen, dass Sie sich informieren. Wunde Brustwarzen entstehen in über 80 % der Fälle durch falsches Anlegen oder Ansaugen. Es ist extrem wichtig, korrekt anzulegen, nicht nur um wunde Brustwarzen zu vermeiden, sondern auch, damit die Brust gut stimuliert und richtig entleert wird und so die Milchbildung gut in Gang kommt bzw. aufrecht erhalten wird.
Deshalb ist es entscheidend, dass Sie sich möglichst gut über das Stillen und die grundlegenden Dinge wie korrektes Anlegen und Ansaugen, das Prinzip von Angebot und Nachfrage, Stillen nach Bedarf usw. informieren. Nochmals: Ganz wichtig ist dass Sie wissen, wie korrekt angelegt ist und woran Sie erkennen, dass das Baby richtig ansaugt und effektiv an der Brust trinkt.
Hierzu bietet sich neben dem Lesen der entsprechenden Literatur (z.B. „Stillen gesund und richtig“ von Denise Both und Gabi Eugster, „Das Handbuch für die stillende Mutter“ von der La Leche Liga, „Stillen einfach nur stillen“ von Gwen Gotsch) der Besuch einer Stillgruppe an. In einer Stillgruppe treffen Sie nicht nur andere stillende Mütter, sondern Sie lernen auch gleich eine kompetente Ansprechpartnerin kennen, für den Fall, dass es nach der Geburt zu Stillproblemen kommen sollte.
Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus.
Erkundigen Sie sich auch einmal, vielleicht gibt es in Ihrer Nähe ein stillfreundliches Krankenhaus, dort verläuft der Start der Stillbeziehung oft sehr viel besser und es gibt echte und gute Unterstützung nach der Geburt.
Ich wünsche Ihnen schöne restliche Schwangerschaftswochen, eine gute Geburt und diesmal eine problemlose und schöne Stillzeit.
LLLiebe Grüße
Biggi Welter

von Biggi Welter, Stillberaterin am 13.02.2012

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.