Stillen BEI magen darm infekt

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Stillen bei einem Magen-Darm-Infekt

Ihre Milch ist immer noch das Beste für Ihr Baby. Denn mit der Muttermilch bekommt Ihr Kind auch Antikörper, die helfen, es vor der Infektion zu schützen. Das wäre nicht der Fall, wenn Sie das Stillen plötzlich beenden und Ihr Kind Flaschennahrung bekommt.

Keine Sorge, die Krankheitserreger werden nicht über Ihre Milch auf Ihr Baby übertragen!

Besonders sorgfältige Handhygiene, gerade auch nach dem Gang zur Toilette, ist allerdings jetzt sehr wichtig. Das gilt übrigens für alle Familienmitglieder! Es ist auch besser, wenn Sie Ihr Kind nicht ins Gesicht oder auf die Händchen küssen, solange Sie krank sind. In dieser Zeit also lieber mit mehr Abstand kuscheln.

Versuchen Sie, trotz der Beschwerden viel zu trinken und immer wieder eine Kleinigkeit zu essen. Wenn Sie gar keinen Appetit haben, probieren Sie es doch mal mit leichter Kost wie etwas Apfel oder leicht getoastetem Vollkorntoast. Hauptsache, Sie ernähren sich nicht nur von Salzstangen und Cola. Der Mix versorgt weder Sie noch Ihr Kind mit hilfreichen Nährstoffen.

Medikamente brauchen die meisten Frauen nicht; der Körper regelt einen solchen Infekt normalerweise gut von alleine. Fühlen Sie sich sehr krank und schwach oder bessern sich die Beschwerden gar nicht, kann es allerdings sinnvoll sein, zum Arzt zu gehen. Falls Sie überhaupt nichts essen oder bei sich behalten: In der Apotheke gibt es Elektrolyt-Präparate, die Sie unterstützend einnehmen können.

Sie brauchen viel Ruhe und Schlaf, damit sich Ihr Körper erholen kann und Kraft hat für die Milchbildung. Es ist in dieser Situation sehr hilfreich, wenn jemand Sie daheim unterstützt und sich mit um das Baby kümmert, und sei es auch nur für ein paar Stunden. Falls Ihr Partner das nicht tun kann, hat vielleicht eine Freundin oder Verwandte Zeit? Sie könnte zum Beispiel mit dem Kind einen Spaziergang machen, damit Sie ungestört ein wenig schlafen können.

Nicht nur mit Erkältungen müssen wir uns im Moment herumschlagen, sondern man hört auch immer wieder von Magen-Darm-Infekten. Heute möchte ich Euch aufklären, welche Medikamente Ihr in der Stillzeit zu Euch nehmen könnt, wenn Ihr mit Euren Magen und/oder Darm Beschwerden habt.

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Übelkeit und Erbrechen

Dimenhydrinat-Präparate (zum Beispiel Vomacur, Superpep) gilt als verträglich bei kurzzeitiger Therapie. Zu vielen anderen Mittel gegen Übelkeit liegen kaum Erkenntnisse in der Stillzeit vor. Grundsätzlich müsst Ihr immer beachten, dass Ihr bei starker Übelkeit und/oder Erbrechen über einen längeren Zeitraum immer einen Arzt aufsuchen solltet. Außerdem kann man kurzfristige Übelkeit, Reise- und Seekrankheit auch mit Ingwer-Kapseln oder -tropfen oder pflanzlichen Arzneimitteln wie zum Beispiel Nausyn bekämpft werden.

Bauchkrämpfe

Die Behandlung mit Krampflösenden Medikamenten ist bei strenger Indikationsstellung in der Stillzeit möglich, diese solltet Ihr allerdings Euren Arzt oder Ärztin entscheiden lassen. Bekanntestes Medikament gegen Krämpfe ist Buscopan. Bisher gibt es keine Hinweise auf schädliche Effekte für Stillkinder.

Durchfall

Wenn Ihr unter Durchfall leidet, ist es gerade in der Stillzeit am wichtigsten, dass Ihr viel trinkt, um den Verlust an Wasser und Elektrolyten auszugleichen. Am besten geeignet sind in diesem Fall Mineralwasser, Kamille- oder Fencheltee. Auch alte Hausmittel wie medizinische Kohle und Apfelpektin sind ungefährlich und können von Euch eingenommen werden. Alternativen von pflanzlichen Rezepturen aus gelben Enzian, Sternanis, Kümmel und Kamille sind zum Beispiel Wala Bolus albacomp. Pulver. Wenn Ihr unter sehr starkem Durchfall leidet, hilft der Wirkstoff Loperamid. Dieser ist sehr wahrscheinlich unbedenklich (zum Beispiel Imodium, Lopedium). Da die Substanz zu den morphinähnlichen Medikamenten gehört, sollte sie in der Stillzeit aber vorsichtshalber nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin eingenommen werden.

Blähungen

Neben Heilpflanzen wie Kümmel, Fenchel, Anis und Koriander (zum Beispiel als Tee) helfen auch Lefax oder sab simplex. Alle genannten Dinge sind gut verträglich und für Euch als Stillende geeignet.

Es sollte in der Stillzeit nie unüberlegt oder vorschnell zu Medikamenten gekriffen werden. Wenn es nicht anders geht, habe ich Euch in diesem Artikel mögliche Präparate aufgezeigt, die Ihr in der Stillzeit verwenden könnt. Diese Medikamente sollten immer zur kurzzeitigen Therapie genutzt werden. Wenn Eure Beschwerden nicht abklingen, müsst Ihr immer einen Arzt aufsuchen!

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Noroviren, Rotaviren, Salmonellen oder Campylobacter: Die verschiedenen Erreger der Magen-Darm-Grippe lösen meist sehr ähnliche Beschwerden aus. Wer wissen möchte, was ihn krank macht, sollte zeitnah zum Arzt gehen. Im Nachhinein ist es oft schwierig, den Verursacher zu ermitteln. Die Behandlung der Magen-Darm-Grippe zielt meist nur auf die Symptome ab und versucht, diese zu lindern.

Behandlung der Magen-Darm-Grippe: allgemeine Maßnahmen

Unabhängig von der Art des Keims, den Sie sich eingefangen haben – folgende Maßnahmen helfen, die Magen-Darm-Grippe besser zu überstehen:

  • Schonen Sie sich und ruhen Sie sich aus. Körperliche Anstrengung ist eher tabu, weil das Immunsystem ohnehin schon genug damit zu tun hat, den Erreger zu bekämpfen.
  • Trinken Sie möglichst viel, um den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt wieder auszugleichen. Gut sind Wasser ohne Kohlensäure, Kräutertees oder schwarzer Tee. Auch Gemüsebrühe enthält viel Salz. Lassen Sie stark gezuckerte Getränke wie Fruchtsäfte, Limonaden, Energydrinks, Kaffee und Alkohol beiseite. Sie reizen den Magen und Darm nur noch mehr.
  • Elektrolytlösungen sind für kleine Kinder, ältere Menschen oder bei sehr starkem Durchfall eine Möglichkeit. Sie enthalten eine genau definierte Menge an Traubenzucker, Salzen und Mineralstoffen, die den Wasser- und Salzmangel beheben. Meist sind sie fertig als Pulver zum Anrühren mit Wasser in der Apotheke erhältlich. Alternativ können Sie die Elektrolytlösung auch selbst herstellen.

Magen-Darm-Grippe: was essen?

Diese Frage stellen sich wohl die meisten, weil sie befürchten, die Übelkeit, das Erbrechen und der Durchfall könne sich durch das Essen noch weiter verstärken. Ob und was Patienten mit Magen-Darm-Grippe essen mögen, kann sehr unterschiedlich sein. Bei Appetit empfiehlt sich leichte Kost, die gut verdaulich ist und den Magen-Darm-Trakt nicht noch zusätzlich belastet. Beispiel für empfehlenswerte Lebensmittel sind:

  • Reis, Nudeln
  • Brot, z.B. Toastbrot oder Knäckebrot (ohne Butter etc.)
  • Zwieback
  • Salzgebäck in kleinen Mengen
  • Grießbrei, Haferbrei
  • Bananen

Sehr fettreiche und ballaststoffhaltige Lebensmittel meiden Sie dagegen besser. Dazu gehören unter anderem Wurst, Käse, Milch, Vollkornbrot, Müsli, Obst und rohes Gemüse.

Magen-Darmgrippe: Hausmittel gegen die Beschwerden

Es gibt einige Hausmittel gegen die Magen-Darm-Grippe, deren Wirksamkeit auf langjährigen Erfahrungen beruht. In Studien ist sie jedoch meist nicht ausreichend belegt. Einige Beispiele für Hausmittel:

  • Cola und Salzstangen sind der Klassiker unter den Hausmitteln bei Magen-Darm-Grippe. Zu beachten ist, dass Cola sehr viel Zucker enthält (nicht bei starkem Durchfall konsumieren!). In den Salzstangen steckt zwar Natrium, aber kein Kalium – und dieses Mineral verliert der Körper verstärkt bei Durchfall. Probieren Sie am besten aus, ob Sie beides gut vertragen.
  • Wärme ist ein gutes Hausmittel gegen Schmerzen – sie lindert Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe, die oft unangenehme Begleiter der Magen-Darm-Grippe sind. Versuchen Sie es zum Beispiel mit einer Wärmflasche auf dem Bauch.
  • Geriebene Äpfel, Bananen und Karotten enthalten größere Mengen an Quellstoffen (Pektine). Sie binden Giftstoffe im Darm, dicken den Stuhl ein und lindern somit Durchfall. Karotten können Sie übrigens auch in Form einer Suppe zu sich nehmen.
  • Heilerde ist ein bewährtes Hausmittel gegen Durchfall, denn sie bindet Flüssigkeit und Giftstoffe. Heilerde ist ein feiner Sand mit verschiedenen Mineralien und Spurenelementen. In der Apotheke, Drogerie oder dem Internetversandhandel ist Heilerde in unterschiedlichen Zubereitungen erhältlich: Als Pulver zum Einnehmen, zum Anrühren mit Wasser oder als Kapseln.
  • Ingwer kann offenbar bei Kindern sowohl die Dauer als auch die Schwere des Erbrechens reduzieren. Auch Erwachsenen tut Ingwer oft gut.
  • Magen-Darm-Tees enthalten verschiedenste Früchte und Heilpflanzen, beispielsweise Heidelbeeren, Kamille, Fenchel, Anis oder Kümmel. Sie beruhigen den Magen-Darm-Trakt und lindern die Symptome. Es gibt sie als fertige Zubereitungen zu kaufen, Sie können den Tee aber auch selbst anmischen.

Magen-Darm-Grippe: Behandlung mit Medikamenten

Zur Behandlung von Magen-Darm-Grippe gibt es verschiedenen Medikamente, die Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen lindern. Einige Beispiele:

  • Medikamente gegen Durchfall (Antidiarrhoika): Wirkstoffe wie Loperamid (nicht für Kinder unter 12 Jahren) und Racecadotril (für Kinder verschreibungspflichtig) hemmen die Darmtätigkeit, drosseln den Durchfall und sorgen für weniger Toilettengänge. Die Medikamente sind in der Regel rezeptfrei in der Apotheke oder im Internetversandhandel erhältlich. Setzen sie diese aber nur im Notfall (z.B. längere Reisen) und nur für kurze Zeit ein. Durchfall ist zwar sehr unangenehm, spült aber viele Krankheitserreger aus dem Körper. Medikamente, die dies unterdrücken, können das Abklingen der Magen-Darm-Grippe verzögern. Für Kinder sind Hausmittel gegen Magen-Darm-Grippe die bessere Wahl.
  • Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetika): Diese Arzneien wirken direkt im Brechzentrum im Gehirn und lindern die Übelkeit wirksam. Ein häufig bei Magen-Darm-Grippe eingesetzter Wirkstoff ist Dimenhydrinat.
  • Krampflösende Medikamente (Spasmolytika): Oft geht eine Magen-Darm-Grippe mit Bauchschmerzen und Bauchkrämpfen einher. Dann sind krampflösende Medikamente hilfreich, zum Beispiel der Wirkstoff Butylscopolamin.
  • Probiotika können die Dauer des Durchfalls verkürzen. Probiotische Lebensmittel (z.B. Joghurt) oder Nahrungsergänzungsmittel enthalten besondere Bakterien, die eine gesundheitsfördernde Wirkung besitzen.
  • Kohletabletten und Hefetabletten (Perenterol): Sie sollen die Ausscheidung der Erreger beschleunigen oder Giftstoffe im Darm binden und so die Beschwerden lindern. Wissenschaftlich bewiesen ist die Wirksamkeit jedoch nicht.
  • Antibiotika sind nur wirksam, wenn der Erreger ein Bakterium ist (z.B. Salmonellen, Campylobakter, Shigellen). Gegen Viren (Norovirus, Rotaviren) können Antibiotika nichts ausrichten. Ärzte verschreiben sie nur in besonderen Fällen.

Die Behandlung der Magen-Darm-Grippe beim Arzt ist immer angeraten, wenn Sie schwere Symptome verspüren, unter einem starken Flüssigkeitsmangel leiden oder zu einer Risikogruppe gehören. Für Babys, Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem kann die Infektion gefährlich werden, weil der Körper stark austrocknet (Dehydratation). Manchmal ist sogar eine Behandlung der Magen-Darm-Grippe im Krankenhaus nötig. Patienten erhalten dann Infusionen, um den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen.

Magen-Darm-Grippe: für einige Erreger besteht Meldepflicht

Für bestimmte Erreger der Magen-Darm-Grippe besteht in Deutschland laut Infektionsschutzgesetz (§ 7 IfSG) eine Meldepflicht: Infektionen mit Bakterien (z.B. Campylobacter, Salmonellen, Yersinien, EHEC) oder Viren (z.B. Noroviren, Rotaviren) müssen Ärzte dem Gesundheitsamt melden.

Kinder unter sechs Jahren, die an einer Magen-Darm-Grippe erkrankt sind, dürfen keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen. Außerdem müssen die Einrichtungen über die Erkrankung informiert werden. Kinder dürfen erst wieder in die Schule oder Kita, wenn sie zwei Tage beschwerdefrei sind. Auch Erwachsene sollten sich auskurieren und erst wieder zur Arbeit gehen, wenn Sie sich fit fühlen. Sonst besteht die Gefahr, dass sie andere Menschen anstecken und sich die Magen-Darm-Grippe ausbreitet.

Magen-Darm-Erkrankung bei Kindern

Wann sollten Eltern mit Babys und Kleinkindern zum Arzt gehen?

Treten Durchfall und Erbrechen gleichzeitig auf, sollten Babys und Kleinkinder immer dem Arzt vor­gestellt werden. Gleiches gilt, wenn sie nicht genug trinken, sie Fieber be­kommen, und/oder Bauch­schmer­zen haben oder die Bauchdecke stark angespannt ist.

„Je jünger das Kind, desto gefährlicher können Durchfall und Erbrechen schon nach ­kurzer Zeit werden“, sagt Johanna Havran. Säuglinge gehören deshalb nach ­spä­testens sechs Stunden zum Arzt – auch wenn nur eines der Symptome, also Durchfall oder Erbrechen, auftritt. Bei Kindern bis drei Jahre können Eltern zwölf Stunden ab­warten. Ältere Kinder, die in gutem Allgemeinzustand sind, kann man auch erst mal einen Tag zu Hause beobachten.

Woran erkenne ich überhaupt, dass mein Kind austrocknet?

Apathie, trockene Schleimhäute, keine Tränenflüssigkeit, bei Säuglingen eine eingefallene Fontanelle: All das sind Anzeichen einer fortgeschrittenen und bedrohlichen Austrocknung – das ist ein akuter Notfall. „Deshalb nicht erst auf solche Signale warten, sondern schon viel früher, nämlich wenn das Kind keine Flüssigkeit bei sich behält und sich fortwährend übergibt, zum Arzt gehen“, sagt Havran. Bei einem schweren Verlauf kann ein Klinik­aufenthalt nötig werden, bei dem das Kind Flüssigkeit und Elektrolyte per Infusion bekommt.

Welche Nahrungsmittel eignen sich bei einer Magen-Darm-Grippe?

Bei Erbrechen besser auf feste Nahrung verzichten, außer das Kind will unbedingt essen. „Trinken ist wichtiger, am besten schluckweise Fencheltee oder dünne Saftschorlen geben“, empfiehlt Moritz Stöber. Wasser mit Kohlensäure reizt hingegen den Magen. Auch stark zucker- und koffeinhaltige Getränke wie Cola sind nicht empfehlenswert. Besser: leicht gesüßten Tee geben. Stillkinder trinken weiter an der Brust und sollten häufiger angelegt werden. Flaschenbabys dürfen weiter unverdünnte Säuglingsmilch bekommen. Ergänzend können sie Wasser oder ungesüßten Tee trinken. Kehrt der Appetit bei älteren Kindern zurück, können Eltern erst einmal etwas zerdrückte Banane oder geriebenen Apfel anbieten.

MAGEN-DARM-INFEKTION BEI KINDERN | EINE KINDERÄRZTIN KLÄRT AUF!

MAGEN-DARM-GRIPPE BEI KINDERN
– was tun, wenn das Kind krank ist

Da ist sie wieder, die kühle Jahreszeit, in der die Menschen dazu neigen, krank zu werden. Wir haben es erst durch: Magen-Darm und zwar die ganze Familie reihum. Doch was sind die Symptome von Magen-Darm, was die Ursachen und kann man überhaupt etwas tun?

Das erzählt uns heute die liebe Snjezi von dem Blog Kinderherztin. Snjezi ist nicht nur Mama, sie ist auch Ärztin und damit Expertin für eben alles rund um die Themen Gesundheit. Sie schreibt auf ihrem Blog aber nicht nur sehr gute, informative und hilfreiche Artikel, nein, auf „die Kinderherztin“ lässt es sich auch so sehr gut verweilen. Denn der Blog ist vielseitig und mit ganz viel Liebe befüllt. Deshalb lohnt es sich immer, auch mal bei ihr vorbeizuschauen.
HIER geht es zu Snjezis Blog „Die Kinderherztin“ und HIER zu ihrem Instagram-Account.

MAGEN-DARM-INFEKTION BEI KINDERN
– ALLES WAS DU WISSEN MUSST IM ÜBERBLICK!

Im Alltag mit Kindern gibt es einige Dinge, auf die (nicht nur) wir Eltern gut und gerne verzichten könnten. Magen-Darm-Infekte gehören definitiv dazu. Sie sind nicht nur äußerst lästig, sondern können gerade bei kleinen Kindern schwerwiegende Folgen haben.

Und mit genau diesen Folgen habe ich im beruflichen Alltag relativ oft und viel zu tun. Privat kenne ich sie natürlich auch; leider. Denn auch meine Jungs hatten sie: Magen-Darm-Infekte und zwar in sämtlichen Ausprägungen. Leider gab es zu ihrer Säuglingszeit noch keine Impfung gegen Rota-Viren, so dass wir genau mit diesem Keim im Krankenhaus gelandet waren. Der Aufenthalt war zum Glück schnell überstanden und ist den Jungs nicht mehr in Erinnerung geblieben.

Dafür weiß ich noch sehr genau, wie es sich angefühlt hat, als unser Großer und der Kleine, der damals noch ein Baby war, nichts mehr bei sich behalten haben und ich zusehen musste, wie sich ihr Allgemeinzustand stündlich verschlechterte. Dagegen konnte ich selbst als Mutter, die „nebenbei“ auch noch Kinderärztin ist, nicht viel ausrichten. Umso glücklicher bin ich, dass es zumindest gegen diesen fiesen Erreger mittlerweile einen wirksamen Impfschutz gibt. Doch kommen wir zunächst zu den allgemeinen Fakten über Magen-Darm-Infektionen im Kindesalter.

Magen-Darm-Infektionen:

Gerade in den eh schon trüben und nass-kalten Wintermonaten kommen sie gehäuft vor: Magen-Darm-Infekte (im Fachjargon auch als Gastroenteritiden bezeichnet). Und sie tragen durch ihre Anwesenheit definitiv nicht dazu bei, die Grundstimmung aufzuhellen. Ganz im Gegenteil: sie sind sehr lästig und insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder potenziell auch

bedrohlich. Denn je kleiner der betroffene Mensch ist, umso geringer sind die Kraftreserven, die der Körper den Erregern entgegen zu setzen hat.

Die Erreger:

Viren:
Die weitaus häufigsten Erreger von Magen-Darm-Infekten sind (zumindest in unseren Breitengraden) Viren. Neben Rota-Viren, sind auch Noro-Viren sehr unangenehme Vertreter, die unseren Magen-Darm-Trakt in ungewollte Wallung bringen können. In den Zeiten, als meine Jungs noch klein waren und es noch keine entsprechende Schutzimpfung gab, waren Rota-Viren mit die häufigsten Errger, die – gerade bei kleinen Kindern – zu einer Klinikeinweisung geführt haben. Mittlerweile ist deren Häufigkeit zurückgegangen, dafür stehen nun die Noro-Viren als ursächliche Erreger ganz weit vorne.

Rota-Viren:
Im Vergleich zu anderen Durchfall-Erkrankungen verläuft eine durch Rota-Viren verursachte Magen-Darm-Infektion bei Säuglingen und Kleinkindern häufig besonders schwer. Die Beschwerden bestehen meistens über 2 bis 6 Tage und können zu erheblichen Flüssigkeitsverlusten führen. Sofern diese nicht rechtzeitig oder ausreichend ausgeglichen werden, kann der Zustand mitunter sogar lebensbedrohlich werden.

Noro-Viren:
Vor einigen Jahren waren diese Viren noch recht unbekannt und spielten kaum eine Rolle. Mittlerweile sind sie jedoch im Viren-Promi-Status rasant nach oben geschnellt und führen die Promi-Riege sogar an. Noro-Viren sind weltweit verbreitet und verursachen mittlerweile einen Großteil der Virus-bedingten Durchfallerkrankungen. Das Tückische an ihnen ist, dass sie sehr ansteckend und dabei auch noch wahre Überlebens-Künstler sind.

Weniger als 20 Erreger reichen schon aus, um einen Menschen krank zu machen. Und die Tatsache, dass ein infizierter Mensch Milliarden von Viren (über Stuhl und Erbrochenes) ausscheidet, erklärt, warum Noro-Viren so hochansteckend sind und sich die Erkrankung so schnell ausbreiten kann. Bei der Übertragung können sie sich nicht nur über die sog. Schmierinfektion, sondern auch über kleinste Tröpfchen in der Luft, die beim Erbrechen entstehen, verbreiten.

Überlebenskünstler:

Und als ob das nicht schon fies genug wäre, schaffen sie es auch noch, lange in der Umgebung zu überleben und infektionstüchtig zu bleiben. Geldscheine, Türklinken, Lichtschalter, Teppiche. An einigen Gegenständen können Noro-Viren mehrere Tage, manchmal sogar Wochen, überleben.

Trotz der vielen Nachteile, hat die hohe Infektiösität dieser Viren auch einen klitzekleinen Vorteil: Die Immunantwort des menschlichen Körpers ist im Normalfall ebenfalls schnell und effizient. Daher dauern diese Infektionen meist nur wenige Stunden bis Tage an. Leider erkennt jedoch das Immunsystem die Viren bei einem erneuten Infekt nicht gleich wieder als „Feind“, da die Viren sehr schnell ihre Oberflächenbeschaffenheit (quasi ihr outfit) ändern

und somit die „security“ des Immunsystems locker austricksen können. Aus diesem Grund ist die Herstellung eines wirksamen Impfstoffes bisher auch nicht gelungen.

Bakterien:

Natürlich gibt es auch Bakterien, die Magen-Darm-Infektionen verursachen. Allen voran die Salmonellen. Daneben gibt es noch weitere Bakterien (z.B. Campylobacter jejuni, E. coli u.a.), auf die wir hier jedoch nicht näher eingehen müssen, da euch euer Kinderarzt im Falle einer solchen Infektion genauer darüber informieren wird.

Andere (selten):

Parasiten, z.B. Amöben

Übertragung von Magen-Darm

Viren:

Sowohl bei den Rota- als auch bei den Noro-Viren ist die Übertragung in Form von Schmierinfektionen am häufigsten. Wenn z.B. nach dem Toilettengang noch Viren an den Händen zurückbleiben, können sie entweder über den direkten Kontakt oder indirekt durch das Berühren von Gegenständen (z.B. Türkliniken, Spielzeug) übertragen werden. Greift man anschließend mit der Hand an den Mund (meist unbemerkt), gelangen die Erreger in den Magen-Darm-Trakt und verursachen dort eine entsprechende Infektion. Auch über verunreinigte Lebensmittel oder Getränke können Viren übertragen werden.

Bakterien:

Salmonellen werden typischerweise über Lebensmittel übertragen. Die häufigsten Quellen für Salmonellen-infizierte Lebensmittel sind rohe, bzw. nicht vollständig durchgegarte Eier bzw. Eiprodukte (z.B. Mayonnaise, Cremes oder Salate auf Eierbasis, roher Kuchenteig, Speiseeis) sowie rohes oder nicht vollständig durchgegartes Fleisch (Hack o.ä.) und Rohwurstsorten wie Mett. Daneben können auch pflanzliche Lebensmittel kontaminiert sein.

Symptome:

Zu den klassischen Symptomen, wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall, muss ich sicher nicht viel sagen. Denn sie sind garantiert jeder / jedem von euch bekannt. Dazu können sich noch Appetitlosigkeit, Blässe, Kopfschmerzen, Fieber und andere Allgemeinsymptome gesellen. Bei einigen Erregern treten blutige Durchfälle auf.

Typisch für Rota-Viren sind z.B. plötzlich einsetzende wässrige Durchfälle, Erbrechen und Bauchschmerzen. Auch bei Noro-Viren ist die Symptomatik eine ganz ähnliche. Wobei ich aus meiner ganz persönlichen Erfahrung sagen muss, dass Noro-Viren nicht nur kurz und heftig wüten, sondern sich dafür auch gerne die nächtlichen Stunden aussuchen.

Tipp:

Ausgangsgewicht zu Beginn der Erkrankung notieren:

Im Falle eines anhaltenden oder schweren Magen-Darm-Infektes kann das Ausgangsgewicht eures Kindes für die ärztliche Beurteilung eine entscheidende Rolle spielen. Daher würde ich euch empfehlen, euer Kind (sofern möglich) gleich zu Beginn der Erkrankung zu wiegen. Wenn alles gut geht, werdet ihr das Gewicht vermutlich gar nicht weiter benötigen, wenn es eurem Kind im Verlauf jedoch nicht so gut gehen sollte, dann kann das Ausgangs-Gewicht hilfreich sein.

Wenn ihr keine Babywaage zu Hause habt, reicht es, wenn ihr euch selbst, einmal mit und einmal ohne Baby auf eine normale Waage stellt und daraus die Differenz (also das Gewicht des Kindes) ermittelt. Zeigt die Waage z.B. mit Baby auf dem Arm ein Gewicht von 70 kg und ohne Baby 63 kg an, dann hat das Kind ein Gewicht von ca. 7 kg. Diese Angabe kann im weiteren Verlauf und bei der Einschätzung des Zustandes für den behandelnden Arzt eine wichtige Rolle spielen.

Komplikationen bei
Magen-Darm-Infekten bei Kindern:

Als Folge der wässrig-dünnen Stühle und des wiederholten Erbrechens kann es gerade bei sehr kleinen Kindern rasch zu Austrocknungserscheinungen kommen. Diese sog. Dehydratation kann sich an folgenden Symptomen bemerkbar machen:

Dehydratation:

  • Gewichtsverlust
  • schwacher Saugreflex
  • stehende Hautfalten
  • seltener Lidschlag
  • geringe Urinmenge bzw. trockene Windel
  • konzentrierter / dunkler Urin
  • Mundgeruch nach Aceton
  • eingesunkene Augen
  • eingesunkene Fontanelle (= Schädellücke bei Säuglingen)
  • trockenes Weinen, d.h. beim Weinen kommen keine Tränen
  • weißlich belegte, trockene Zunge 
Solltet ihr eines oder mehrere der o.g. Symptome bei eurem Kind beobachten, dann solltet ihr das Kind unbedingt ärztlich untersuchen lassen (Kinderarzt bzw. Notaufnahme Kinderklinik) .
    Stationärer Aufenthalt? 
In Abhängigkeit des kindlichen Allgemeinzustandes, der Symptome und des Gewichtsverlustes wird der Arzt entscheiden, ob eine ambulante Therapie noch ausreichend ist, oder das Kind stationär aufgenommen werden muss. Ein solcher Aufenthalt ist natürlich immer mit einer großen Sorge der Eltern verbunden, allerdings kann ich euch beruhigen, denn in den meisten Fällen wirkt eine Infusion, über die das Kind mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt wird, relativ schnell wahre Wunder.

Vorbeugende Maßnahmen
gegen Magen-Darm-Infektionen

Händewaschen, Händewaschen, Händewaschen. Mit Wasser und Seife. Und ausreichend lange.

Desinfizieren ist auch gut, allerdings sollte dabei das Händewaschen keinesfalls vernachlässigt werden. Außerdem ist zu beachten, dass nicht alle Desinfektionsmittel gegen Noro- oder Rota-Viren wirksam sind. Daher gilt auch beim Desinfizieren: das vorherige Händewaschen nicht vergessen.

Gründliches Händewaschen:

  • nach jedem Toilettengang
  • nach dem Wickeln
  • vor und nach der Zubereitung von Speisen

Eigene Handtücher

•Erkrankte sollten eigene Handtücher verwenden, die nicht neben den Handtüchern der anderen Familienmitglieder hängen sollten

Desinfizieren / Reinigen

• Vom Erkrankten berührte Gegenstände (Toilettensitz / Türklinken / Lichtschalter etc) sollten regelmäßig mit einem entsprechenden und wirksamen Desinfektionsmittel gereinigt werden

Waschen

• Benutzte Handtücher / Waschlappen / Bettwäsche sollten nur kurz benutzt und bei mind. 60°C gewaschen werden-

Umgang mit Lebensmitteln:

  • Hitze macht viele Keime (z.B. Viren, Salmonellen) unschädlich, daher sollten die o.g. Lebensmittel bei mindestens 70°C gut durchgegart werden
  • die entsprechenden Lebensmittel bis zu ihrer Zubereitung kühl lagern
  • unterschiedliche Schneidebretter für Fleisch und Gemüse benutzen
  • nach der Zubereitung nicht nur die Hände, sondern auch die benutzten Unterlagen und 
Küchengeräte gründlich reinigen
Noch mehr Infos zu den verschiedenen Erregern und Tipps zur Vorbeugung findet ihr bei 
Bedarf zum Beispiel hier 
Wichtig ist, dass nach einer Infektion die Erreger noch eine Weile über den Stuhl ausgeschieden werden (können). Daher sollten auch nach dem Abklingen der Krankheitssymptome die Hygiene-Maßnahme noch einige Tage fortgeführt werden.

Impfung:

Schluckimpfung gegen Rota-Viren:

Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr und des schweren Verlaufes von Rota-Virus- Infektionen bei Säuglingen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für Säuglinge eine entsprechende Schluckimpfung. Je nach Impfstoff werden dabei zwei bzw. drei Gaben verabreicht. Im Zusammenhang mit der Impfung ist zu beachten, dass die Impfserie möglichst früh begonnen und bis zu einem bestimmten Alter des Kindes abgeschlossen sein sollte.

Diese Empfehlung hat damit zu tun, dass der Darm von Säuglingen (unabhängig von einer Impfung!) in einer gewissen Zeit dazu neigt, sich in andere Darmanteile hinein zu stülpen (= Invagination). Nach Einführung des Impfstoffes wurden, gerade nach Verabreichung der ersten Gabe, unter 100.000 geimpften Kindern 1 bis 2 zusätzliche Invaginationen beobachtet. Aus diesem Grund gilt die Empfehlung, dass die Impfung gegen Rota-Viren bis zu einem bestimmten Alter des Kindes abgeschlossen sein sollte. Über die genauen Impfzeiten und die möglichen Nebenwirkungen wird euch euer Kinderarzt informieren und beraten.

Da eine Invagination per se ein Krankheitsbild ist, das gerade Säuglinge / Kleinkinder betrifft und bei ihnen zu einem Darmverschluss führen kann, möchte ich hier kurz die Symptome erwähnen. Insbesondere auch deshalb, weil sie sich bei ihnen in Form von blutigen Durchfällen äußern kann.

Symptome einer Invagination:

Bauchschmerzen, Erbrechen, Absetzen blutiger Stühle bzw. blutigen Schleims, schrilles Schreien mit Anziehen der Beine, Blässe, Angst, Unruhe.

Da beim Vorliegen einer Invagination die betroffenen Darmanteile relativ schnell absterben können, gilt:

Blutige Stühle sind immer ein Alarmzeichen und müssen rasch abgeklärt werden.

Therapie:

Im Falle einer Magen-Darm-Infektion versucht der Körper durch das Erbrechen und den Durchfall die krankmachenden Erreger auszuscheiden und sie somit möglichst schnell wieder loszuwerden. Das ist zwar unangenehm, eigentlich jedoch ein gar nicht so schlechter Reinigungsversuch des Körpers.

Leider bringt er jedoch auch Probleme mit sich: zum einen die Gefahr der Ansteckung für die Umgebung. Und zum anderen die Gefahr der Austrocknung für den Betroffenen. Denn durch den Durchfall und das Erbrechen werden nicht nur die unerwünschten Erreger ausgeschieden, sondern auch ganz viel Flüssigkeit und wichtige Blutsalze (= Elektrolyte).

Daher besteht die wichtigste Therapiemaßnahme bei Magen-Darm-Infekten darin, den Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten auszugleichen und anschließend mit dem Kostaufbau zu beginnen.

Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes:

Am besten geeignet, um den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen, sind spezielle Fertigpräparate(Glukose-Elektrolyt-Pulver), die man in Wasser auflöst. Dabei handelt es sich um sog. orale Rehydratations-Lösungen (ORL). Manche Kinder trinken sie gerne, andere wiederum gar nicht, da sie geschmacklich (süß und salzig zugleich) nicht jedermanns Sache sind.

Neben den Fertigpräparaten gibt es im Netz auch eine Vielzahl von Rezepten, mit deren Hilfe man solche Lösungen selbst herstellen kann. Allerdings mischen sich bei der Zubereitung relativ schnell auch ungewollte „Fehlerteufel“ ein, so dass man insbesondere bei Kleinkindern eher die Fertigpräparate bevorzugen sollte. Leicht gekühlt scheinen die Lösungen übrigens von den Kindern besser toleriert zu werden.

Wenn Kinder diese Lösungen verweigern, kann man versuchen, Tee (z.B. Kamille, Fenchel, oder aber den Tee, den euer Kind eh gerne trinkt) oder stilles Wasser anzubieten. Bei Bedarf kann der Tee mit etwas Traubenzuckerpulver gesüßt werden, was nicht nur die Trinkmotivation steigert, sondern den Körper der kleinen Patienten auch noch mit Energieträgern versorgt.

Kürzlich konnte eine kanadische Studie zeigen, dass bei älteren Kinder, die nur einen leichten Magen-Darm-Infekt hatten, eine Apfelsaftschorle aus gleichen Teilen Apfelsaft und stillem (!) Wasser einen positiven Effekt auf den Flüssigkeitsausgleich hatte. Auf die Gabe von unverdünnten Fruchtsäften oder stark zuckerhaltigen Getränken (wie z.B. Cola) sollte allerdings verzichtet werden, da durch den hohen Zuckergehalt die Durchfälle verstärkt werden können.

Wenn Kinder gar nichts trinken möchten, dann muss man gelegentlich ein wenig tricksen und die Flüssigkeit in kleinen Mengen z.B. mit einem Löffel, einem Strohhalm oder einer Plastik- Spritze (z.B. die vom Fiebersaft) zuführen.

Wichtig ist: die Flüssigkeit regelmäßig in kleinen Mengen anbieten.

Stillen bzw. Säuglingsnahrung:

Gestillte Kinder sollten zwischen den ORL-Gaben ganz normal angelegt und gestillt werden.

Bei Säuglingen, die Flaschenmilch erhalten, kann die Säuglingsnahrung grundsätzlich normal weiter gegeben werden. Im praktischen Alltag zeigt sich jedoch häufig, dass gerade zu Beginn der Erkrankung in manchen Fällen eine Verdünnung der Flaschenmilch (d.h. auf die sonst übliche Menge an Wasser kommt etwas weniger Milchpulver) hilfreich ist. Im Zweifel wird euch der Kinderarzt über die individuellen Bedürfnisse eures Kindes bei einer Magen-Darm- Infektion beraten.

Was tun gegen den Durchfall?

Da es gegen die Viren, die die meisten Infektionen verursachen, keine spezielle Therapie gibt, ist eine medikamentöse Therapie in der Regel nicht notwendig bzw. auch nicht möglich. Insbesondere sollten bei Kindern keine Medikamente gegeben werden, die den Durchfall unterbinden. In einem solchen Fall würden die im Darm befindlichen Erreger nur verzögert ausgeschieden werden und somit die Krankheitsdauer verlängern.

Im Falle einer bakteriellen oder parasitären Magen-Darm-Infektion wird euer Kinderarzt vermutlich eine antibiotische Therapie verordnen. Auch wenn Antibiotika die eh schon angeschlagene Darmflora zusätzlich belasten, ist dies in einigen (wenigen) Fällen erforderlich.

Was tun gegen das Erbrechen?

Sollte euer Kind wiederholt erbrechen und dadurch die (evtl. mühsam) zugeführte Flüssigkeit nicht bei sich behalten können, dann kann in Absprache mit dem Kinderarzt ein sog. Antiemetikum (= Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen) gegeben werden. Da es für den häuslichen Bedarf als Saft/Dragee oder als Zäpfchen verabreicht wird, ist die Aufnahme des Körpers bei Erbrechen und Durchfall natürlich nicht optimal. Aber einen Versuch ist es gelegentlich dennoch wert. In solchen Fällen macht es Sinn, den Trinkversuch ca. 20 Minuten nach Gabe des Medikamentes zu machen.

Appetit?

Gerade in den ersten Stunden erzwingt der Körper meist von sich aus eine Essenspause, die in so einem Fall ganz normal ist. Damit die Kinder nach dieser Essenspause nicht in einen Hungerzustand kommen, sollte man anschließend mit dem Kostaufbau beginnen. Für den Anfang eignen sich z.B. Salzcracker, Salzstangen oder Zwieback. Auch

Traubenzuckerbonbons können hilfreich sein. Sobald der Infekt abgeklungen ist und die Kinder wieder ganz gesund sind, wird sich auch ihr Appetit normalisieren. Dies erfordert jedoch in manchen Fällen ein wenig Geduld.

Kostaufbau:

Für den Kostaufbau bei einer Magen-Darm-Infektion haben sich folgende Lebensmittel bewährt:

  • Reisflocken (mit W asser zubereitet)
  • aufgeschlagene, d.h. sehr fein zerdrückte reife Banane
  • geriebener Apfel (mit Schale)
  • Kartoffelbrei (ohne Milch und Butter)
  • fettarme Suppen/Brühe
  • Karotten, z.B. in Form der alt-bewährten Moro-Suppe.

Moro-Suppe:

Dafür werden 500 g Karotten geschält, in kleine Stücke geschnitten und in 1 Liter Wasser relativ lange (ca. 1-1,5 Stunden) gekocht. Sollte die Garflüssigkeit währenddessen verkochen, füllt man sie am Ende der Kochzeit wieder auf eine Gesamtmenge von 1 Liter auf, gibt 1 gestrichenen Teelöffel Salz hinzu und püriert das Ganze mit einem Mixer oder Pürierstab (Vorsicht: heiß). Durch das lange Kochen der Karotten entstehen sog. Oligosaccharide, die den Andockstellen (= Rezeptoren) der Darmwand sehr ähnlich sehen und die Viren dazu

veranlassen, sich an die zugeführten Oligosaccharide und nicht an die Darmwand zu heften. Dies führt dazu, dass die Viren schneller ausgeschieden werden.

Wiederaufbau der Darmflora unterstützen:

Da sich die normale Darmflora nach einem Infekt erst wieder aufbauen und regenerieren muss, sollte man auch einige Tage nach dem Infekt auf eine leichte Kost achten und auf fettreiche Lebensmittel (Fleisch, Käse, Wurst), gebratene oder frittierte Speisen sowie unverdünnte Säfte bzw. unverdünnte Milch verzichten.

Frucht- und Milchzucker werden übrigens oft noch mehrere Wochen nach einem Magen- Darm-Infekt nur in geringen Menge vertragen.

Bis sich der Stuhlgang, gerade bei Kleinkindern, wieder ganz normalisiert, kann es durchaus einige Tage, gelegentlich auch Wochen, dauern. Unterstützend können 1-2 Esslöffel Natur- Joghurt mit lebenden Milchsäurebakterien gegeben werden.

Ich hoffe, dass ich euch mit diesem Beitrag gut auf die Saison der Magen-Darm-Infekte vorbereiten konnte und wünsche euch einen sonnig schönen Herbst ohne lästige Viren.

Anmerkung: Dieser medizinische Beitrag dient ausschließlich der Information. Er ersetzt in keiner Weise den Arztbesuch bei gesundheitlichen Beschwerden

Bleibt gesund und munter, Eure
 Snježi,
die-kinderherztin

Stillen trotz Magen-Darm-Infekt?

Gehören auch Sie zu den jungen Müttern, die sich im Falle einer Erkrankung unsicher sind, ob eine Unterbrechung der Stillzeit erforderlich ist oder nicht? Dann wird Ihnen dieser Artikel, in dem sich alles um das Thema „Stillen bei infektiösen Erkrankungen“ dreht, sicherlich weiterhelfen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei vor allem der Magen-Darm-Grippe. Wer bereits von diesem Infekt betroffen war, wird wissen, dass hier grundsätzlich absolute Hygiene geboten ist, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Dies trifft natürlich vor allem auf die kleinsten Erdenbürgerinnen und Erdenbürger zu, die eventuellen Angriffen auf ihr Immunsystem besonders hilflos ausgeliefert sind. Doch auch in dieser Hinsicht besteht kein Anlass zur Sorge. Denn wenn Sie die in den folgenden Zeilen dargebotenen Hinweise und Ratschläge beachten, können Sie Ihren Infekt ohne eine Unterbrechung der Stillzeit auskurieren.

Die Muttermilch als natürliche Quelle der wichtigsten Vitalstoffe für Ihr Baby

Bei der Muttermilch handelt es sich um eine Nahrung, die optimal auf die Bedürfnisse Ihres kleinen Schatzes zugeschnitten ist. Jede Form von Ersatz für die kostbare Muttermilch läuft daher Gefahr, mangelhaft, unvollkommen und zudem wenig bekömmlich zu sein. Zudem enthält Muttermilch essentielle Substanzen, welche Ihr Baby nicht nur beim Wachstum unterstützen, sondern ihm auch die notwendigen Abwehrstoffe zuführen, welche vor Krankheiten wie die hier im Zentrum stehende Magen-Darm-Grippe sowie andere Infekte schützen. Entsprechend bietet ein Aussetzen der Stillzeit keine angemessene Lösung, da Sie Ihr Baby damit nur noch mehr gefährden. Weitere eindeutige Vorteile der Muttermilch sind die erwiesene Keimfreiheit, die ideale Temperatur und natürlich die ununterbrochene Verfügbarkeit. Möchten Sie für Ihr Baby also nur das Beste, dann entscheiden Sie sich für eine ununterbrochene Einhaltung der Stillzeit mit natürlicher Muttermilch.

Sollten Sie diese Zeilen noch nicht überzeugt haben, dann besinnen Sie sich vielleicht aufgrund der folgenden Fakten. Muttermilch enthält ein kraftvolles Potpourri an erstklassigen Bestandteilen, die sich einfach nicht mit künstlichen Mitteln erzeugen lassen. Abgesehen von Wasser zählen dazu die für Ihr Baby genau richtige Dosis an Eiweiß, Mineralstoffen, Vitaminen, Spurenelementen, Immunstoffen, wachstumsfördernden Hormonen sowie vielen anderen Elementen. Verzichten Sie auf eine Einhaltung der Stillzeit aus Angst vor einer Ansteckung, so riskieren Sie, dass Ihr Baby langfristig zu wenig dieser lebenswichtigen Bestandteile aus der Muttermilch erhält. Zudem enthält die Muttermilch alle erforderlichen Antikörper, die Sie während einer Infektionskrankheit bilden und die dafür sorgen, dass Ihr kleiner Liebling einen Infekt weitaus schneller überwindet als Säuglinge, die nicht gestillt werden. Es geht also darum, einen Weg zu finden, selbst im Falle einer Erkrankung mit dem Stillen fortzufahren und Ihrem Baby damit die beste Ernährung zu liefern, die die Natur zu bieten hat. Wie Sie dabei idealerweise vorgehen, erfahren Sie in den folgenden Zeilen.

Auftretende Infekte während der Stillzeit – die geeigneten Vorsichtsmaßnahmen im Diskurs

Wer kennt das nicht?! Herbst und Winter sind im Anzug und mit ihnen die schon fast unvermeidlichen Begleiterscheinungen in Form von Schnupfen, Husten und Heiserkeit. Und was sich im Alltag und bei der Arbeit kaum vermeiden lässt, das erweist sich gerade im Umgang mit Ihrem Neugeborenen als nahezu unmöglich. Aufgrund des engen physischen Kontaktes während der Stillzeit ist Ihr Baby unweigerlich sämtlichen Krankheitserregern ausgesetzt, die auch Ihnen zu schaffen machen. Da jedoch nachweislich die Säuglinge, die mit der Muttermilch ernährt werden, weniger anfällig auf Infekte wie die Magen-Darm-Grippe reagieren als andere Kinder, erweist sich die häufige Annahme, dass nunmehr eine Unterbrechung der Stillzeit angesagt ist, als Trugschluss, welcher Ihrem Neugeborenen nicht nur den in der Muttermilch enthaltenen gebührenden Schutz vorenthält, sondern infolge der daraus resultierenden Mangelernährung langfristig möglicherweise noch schwerwiegendere Folgen nach sich zieht. Es geht also darum, die Stillzeit mit der wertvollen Muttermilch weiterzuführen und darauf zu achten, dass Ihr Kind aufgrund Ihrer eigenen Erkrankung möglichst wenig in Mitleidenschaft gezogen wird. Die häufige Sorge, dass das Baby Krankheitserreger über die Muttermilch aufnimmt, ist ebenfalls unbegründet. Vielmehr kommt Ihr kleiner Schatz während der Stillzeit durch die Muttermilch in den Genuss sämtlicher Antikörper, die Sie während einer Infektionserkrankung bilden und ist damit sozusagen doppelt gewappnet, um eventuellen Angriffen auf das eigene Abwehrsystem die Stirn bieten zu können. Hinsichtlich der Rahmenbedingungen sollten Sie vor allem darauf achten, dass Ihr Liebling weder mit Erbrochenem noch mit Stuhl in Kontakt kommt. Hilfreich ist in diesem Fall ein besonders häufiges Reinigen der Hände.

Wie Sie sich als stillende Mutter während eines Infektes selber schützen und wieder zu Kräften kommen

Jede Erkrankung und jeder Infekt bedeuten eine drastische Verminderung der eigenen Leistungsfähigkeit und Fitness. Um für Ihr neues Familienmitglied, welches Ihrer ganzen Aufmerksamkeit bedarf, hundertprozentig präsent sein zu können, ist es wichtig, dass Sie selber so schnell wie möglich gesund werden. Sollten Sie unter einem Magen-Darm-Infekt leiden, so gilt es zudem, die durch Durchfall und Erbrechen verloren gegangenen Vitalstoffe in Form von zusätzlicher Flüssigkeit zu ersetzen. Da sich jeder Mangel auch in einer sinkenden Qualität der Muttermilch bemerkbar macht, sollten Sie umgehend den erforderlichen Ausgleich in Form einer Elektrolyte-Mischung schaffen. Im Notfall lässt sich diese auch mühelos selber mischen. Auf einen halben Liter Wasser und einen halben Liter Fruchtsaft kommen sieben bis acht Teelöffel Zucker sowie ein Teelöffel Kochsalz. Grundsätzlich sollten Sie bei Ihrer Ernährung bedenken, dass ein Großteil der Vitalstoffe an die Muttermilch abgegeben wird und dass Ihr Bedarf als stillende Mutter folglich weitaus höher liegt als bei anderen Frauen. Dies trifft auch auf die Aufnahme von Flüssigkeit zu, welche vor allem bei Fieber weitaus häufiger und umfangreicher ausfallen sollte als im Normalfall. Da Schlaf bekanntermaßen die beste Medizin ist, sollten Sie sich in dieser Zeit möglichst viel Ruhe gönnen, damit Ihr geschwächtes Immunsystem neue Energie schöpfen kann und Sie zudem genug Kraft zur Milchproduktion haben. Frische Luft und eine leichte, gesunde Kost sind weitere Maßnahmen, die Sie sich und Ihrem kleinen Schatz nun vermehrt gönnen sollten, um bald wieder fit zu sein und gemeinsam mit Ihrem gewiss neugierigen und abenteuerlustigen Nachwuchs die Welt mit frischem Elan erkunden zu können.

Sie haben nach der Lektüre dieses Beitrags Fragen, Anregungen oder Tipps? Dann freuen wir uns, wenn Sie unseren Blog mit Ihrem Feedback zum Themenkomplex „Infekte während der Stillzeit“ noch interessanter und hilfreicher gestalten und uns und andere frischgebackene Eltern an Ihren Erfahrungen teilhaben lassen.

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