Stiftung warentest sonnencreme 2017

Stärken

  1. viele bewahren die Haut sehr gut vor UV-Strahlen
  2. schon günstige Sonnenschutzmittel können die Haut gut schützen
  3. große Auswahl an zuverlässigen Mitteln
  4. meist guter Schutz vor Feuchtigkeitsverlust

Schwächen

  1. verwirrende Vielfalt an Abkürzungen und Empfehlungen zum individuellen Lichtschutz
  2. der UVA-Schutz muss mindestens ein Drittel des LSF betragen
  3. Experten werten Schutzwirkung kritisch: vor Sonnenbrand ja, nicht aber vor Hautkrebs

Vom LSF, SPF und UV-Index: Verwirrende Vielfalt an Abkürzungen beim Sonnenschutz

Ein hoher SPF ist nicht gleich hoher Lichtschutzfaktor, sondern nur die amerikanische Methode der LSF-Klassifizierungen. (Bildquelle: amazon.de)

Der Frühling ist die ideale Zeit, um Sonne zu tanken – aber auch die Markisen auszufahren, um das Sonnenbrand-Risiko zu minimieren. Wäre da nicht die Vielfalt an Abkürzungen, Zielgruppen und Ratschlägen zum wirksamen Lichtschutz, die selbst die Fachpresse unterschiedlich handhabt, stünde der guten Frühlingslaune nichts entgegen. Noch dazu sehen sich Sonnenanbeter mit weiteren Faktoren wie UV-Index, Sonnenstand und Ozongehalt in der Atmosphäre konfrontiert.

Dabei scheint es ganz einfach, den optimalen Sonnenschutz zu finden: Auf jedem Sonnenschutzmittel finden Sie Angaben zum Sonnen- oder Lichtschutzfaktor (LSF oder SPF). Dessen Schutzstufen reichen von leicht (LSF 6-10) über mittel (LSF 15-25) und hoch (LSF 30-50) bis zu sehr hoch (50+). Die Angabe bezieht sich jedoch nur auf den Schutz vor UVB-Strahlung.

Doch es gibt eine Faustformel, die Sie sich merken können: Je höher der LSF, desto höher ist der Schutz, den eine Sonnencreme vor Verbrennungen bietet. Beträgt der Faktor Ihrer Sonnenmilch beispielsweise 20, können Sie 20-mal länger in der Sonne bleiben als ohne Schutz. Doch um die Formel korrekt anzuwenden, müssen Sie die Eigenschutzzeit Ihrer Haut kennen – und die ist abhängig vom Pigmentierungstyp und von der Vorbräunung Ihrer Haut.

Stiftung Warentest: Die Zahlen gaukeln Genauigkeit vor

Der LSF ist die wichtigste Kenngröße bei einem Sonnenschutzmittel und als große Zahl deutlich erkennbar auf der Verpackung aufgedruckt. Doch Hautärzte empfehlen, nur zwei Drittel der errechneten Sonnenschutzzeit auszunutzen. Denn auch ohne sichtbare Rötungen kann die Haut geschädigt werden, was zu verstärkter Faltenbildung, schlimmstenfalls zu Hautkrebs führen kann. Und: Je intensiver die UV-Strahlung, desto höher das Hautkrebsrisiko. Bei Kindern sollte man noch mehr Vorsicht walten lassen und sie möglichst früh aus der Sonne holen.

Überhaupt ist dem LSF eine Tücke zu eigen: Er stellt nur einen gerundeten Mittelwert dar, der nicht jedem Pigmentierungstyp entspricht. Denn der Lichtschutzfaktor ist nur ein Durchschnittswert, der unter Laborbedingungen ermittelt wurde. Die Stiftung Warentest wird noch viel deutlicher: Die Zahlenangaben „gaukeln eine Genauigkeit vor, die so nicht gegeben ist“. Demnach wäre etwa die Beispielformel „Zehn Minuten Eigenschutz – mit LSF 6 eine Stunde“ irreführend, mit Unwägbarkeiten verbunden und zudem abhängig vom Ort der Bestrahlung. Nicht zuletzt ist die erlaubte Sonnendauer von der richtigen Anwendung und Auftragsmenge abhängig. Tests und Untersuchungen belegen, dass hier vieles im Argen liegt.

Auf einen Blick: Welche synthetischen Sonnenschutz-Filter sind unbedenklich?

Keine oder wenig allergisierende oder hormonelle Wirkung haben Studien zufolge folgende chemische UV-Absorber:

  • Butyl Methoxydibenzoylmethane (Avobenzone)
  • Drometrizole Trisiloxane (Meroxyl XL)
  • Terephthalylidene Dicamphor Sulfonic Acid (Mexoryl SX)
  • Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine (Tinosorb S)
  • Diethylhexyl Butamido Triazone (Iscotrizinol)
  • Ethylhexyl Triazone (Uvinul T 150)
  • Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate (Uvinul A Plus)
  • Phenylbenzimidazole Sulfonic Acid (Enzulisol)

Sonnenschutzmittel im Test: Auf UVB-/UVA-Balance achten

Obwohl sich der LSF stets nur auf den Schutz vor UVB-Strahlung bezieht, sollte Ihre Creme auch vor der langwelligeren Strahlung im UVA-Bereich schützen. Letztgenannte bräunt die Haut zwar nur kurz, dringt jedoch tief in die Haut ein und wird für Hautkrebs, krankhafte Veränderungen der Haut, vorzeitige Hautalterung oder Immunsuppressionen durch die ultravioletten Strahlen verantwortlich gemacht.

Erkennbar ist der UVA-Schutz auf Sonnenschutzmitteln erst seit dem Jahr 2013 – und zwar in Gestalt eines Logos auf der Packung, das die Buchstaben UVA in einem Kreis zeigt. Fachgesellschaften empfehlen Produkte mit einem 1:3-Verhältnis von UVA- und UVB-Schutz – das heißt heruntergestrickt auf eine allgemein verständliche Formel: Der UVA-Schutz muss mindestens ein Drittel des LSF betragen. Darüber hinaus wäre eine noch exaktere Angabe des UVA-Schutzes denkbar, die aber die wenigsten Hersteller bieten. Sie können sie an den Abkürzungen UVA-PF (UVA-Protection Factor) oder PPD (Persistent Pigment Darkening) erkennen.

La Roche-Posay führt in seiner Produktlinie Anthelios Sonnenschutzmittel mit UVA-Symbol im Kreis. Es bedeutet, dass der UVA-Schutz 1/3 des UVB-Schutzes erreicht. Nach EU-Vorgaben ist das optimal. (Bildquelle: larocheposay.de)

Empfehlungen der Tester: Im ersten Lebensjahr ist pralle Sonne tabu

Wenn Sie sich viel in der Sonne oder an besonders sonnenintensiven Orten aufhalten, beispielsweise am Wasser, im Hochgebirge oder beim Wintersport, sollten Sie einen möglichst hohen LSF wählen. Auch Kinder sollten mit hohen Lichtschutzfaktoren versorgt werden. Für sie empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) generell Mittel mit LSF 30 und höher, Erwachsene sollten zu LSF von mindestens 20 greifen. Bei gesunder Haut sind höhere LSF als 25 aber nicht notwendig, selbst empfindliche Menschen können sich an jedem Ort der Erde ausreichend schützen – immer unter der Annahme, sie geizen beim Auftragen nicht und halten die Dauer ihrer Sonnenbäder in Grenzen. Für Babys und Kleinkinder im ersten Lebensjahr ist pralles Sonnenlicht generell tabu.

Erwachsenen bieten strikte Sonnenabstinenzen allerdings keine Garantie für ein gesünderes Leben. Im Gegenteil. Denn mithilfe von Sonnenlicht bildet der Körper das lebenswichtige Vitamin D, das vor vielen Krankheiten schützt. Studien legen nahe, dass Menschen, die sich viel im Freien aufhalten, ein geringeres Hautkrebsrisiko besitzen als völlig ungebräunte Menschen. Am „gesündesten“ ist laut einiger Experten eine angemessene Sonnendosis am Vormittag oder nach 17 Uhr. Der (Nach-)Mittagssonne sollten sich Sonnenhungrige lieber nicht aussetzen.

Was ist der UV-Index und was muss ich beachten?

Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) soll der UV-Index Menschen für die gesundheitliche Gefährdung durch sonnenbrandwirksame UV-Strahlung sensibilieren. Der DWD sagt in Kooperation mit dem BFS täglich die UVI-Werte für verschiedene Regionen Deutsch­lands vorher. Je besser Sie den UV-Index und die ihm zugeordnete Strahlungsstärke kennen, desto besser können Sie auf darauf reagieren – und ggf. Schutzmaßnahmen treffen oder den Aufenthalt im Freien ganz vermeiden.

Mit Blick auf die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Grundregel ganz einfach: Ab UV-Index 3 sind Schutz­maßnahmen notwendig. In den Mittags­stunden sollte jeder den Schatten suchen und sich ansonsten mit schützender Kleidung, Kopfschutz und Sonnenbrille ausrüsten.

UV-Index Strahlungsstärke Schutz
1 bis 2 mittel Kein Sonnenschutz erforderlich.
3 bis 5 mittel Schatten suchen. Schutzmaßnahmen wie Sonnenbrille und -creme, Hut, T-Shirt erforderlich.
6 bis 7 hoch Schatten suchen, Schutzmaßnahmen wie Sonnenbrille und -creme, Hut, T-Shirt erforderlich.
8 bis 10 sehr hoch Aufenthalt im Freien möglichst vermeiden. Schutz erforderlich.
11 bis 12 extrem Aufenthalt im Freien möglichst vermeiden. Schutz erforderlich.

Guter Sonnenschutz muss nicht teuer sein. Die „sehr gute“ Aldi Nord / Ombra Sonnenmilch für knapp 3 Euro führte als Spitzenprodukt sogar die Testtabelle bei Stiftung Warentest an. (Bildquelle: aldi-nord.de)

Muss guter Sonnenschutz viel Geld kosten?

Nein. Die Testtabellen zeigen sogar das gegenteilige Bild vom günstigen Discounter-Sonnenschutzmittel als gutem, umfänglichem Sonnenschutz und hohen Lichtschutzfaktoren, die zum Teil zwar hautreizendes Parfüm, aber keine bedenklichen Inhaltsstoffe enthalten. Beispiele dafür sind bei vielen Discounter-Produkten anzutreffen, und sogar geeignet, um mit der konkurrierenden Apothekenware mitzuhalten. Umgekehrt signalisiert ein abschließendes „Mangelhaft“ als Testnote, dass gerade die teuersten oftmals die schlechtesten Mittel sind. Als „sehr gut“ und besonders günstig sind in Tests Produkte von Aldi Nord / Ombra (Ultra Sensitiv Sonnencreme) , Lidl (Cien Sun Sonnenmilch Classic), Real (Sôi Sonnenmilch), Rossmann (Sunozon Transparentes Sonnenspray) oder dm (Sundance Sonnenmilch LSF 30) aufgefallen. Mit der Ombra Sun Care Sonnenmilch LSF 30 bietet Aldi sogar ein Spitzenprodukt, das die Sonnenschutz-Konkurrenz komplett in den Schatten stellt.

Im Test: Sonnencreme

Der Sommer ist da, der Urlaub wartet. Ob man verreist oder die freien Tage auf Balkonien verbringt, ein guter Sonnenschutz ist Pflicht. Die Stiftung Warentest nimmt regelmäßig Lotionen und Sprays unter die Lupe und testet sie auf ihre Tauglichkeit. Hier gibt’s die aktuellen Testergebnisse und Testsieger im Überblick.

Sonnencreme im Test 2017: Die Testsieger

Erfreulich: Im neuen Sonnenschutzmittel-Test der Stiftung Warentest konnten 18 von 19 Produkten mit SPF 30 bzw. SPF 50 überzeugen – sie schützen die Haut nachweislich vor schädigenden UVA- und UVB-Strahlen. Nur ein Produkt wurde von den Testern nicht mit den Noten 1 oder 2 bewertet: Die Ream Sun Care Sonnenmilch wasserfest konnte in den Augen der Tester sein Sonnenschutz-Versprechend nur „ausreichend“ einhalten. Doch nicht etwa weil er zu niedrig war sondern um ein Vielfaches höher als auf der Verpackung angegeben! Dafür gab es die Gesamtnote „befriedigend“.
Alle anderen Sonnenschutzmittel schnitten dagegen mit dem Urteil „gut“ (11x) oder „sehr gut“ (7x) besser ab. Testsieger wurde wieder einmal das günstigste Produkt im Test. Guter Sonnenschutz muss also nicht teuer sein.

Sonnencreme im Test: Ergebnisse aus 2016 und 2015

Welche Sonnenschutzlotionen hielten 2016 und 2015 ihre Versprechen in Sachen Lichtschutzfaktor und Wasserfestigkeit? Außerdem testete Öko-Test 2015 Sonnencremes speziell für Babys und Kinder. Welche Produkte die Tester hinsichtlich der Inhaltsstoffe überzeugen konnten, erfahren Sie in unserer Bildergalerie.

Sonnencreme für Kinder im Test

Bilderstrecke starten (11 Bilder)

Sonnencreme im Test 2013: Nur 2 Produkte mangelhaft

Die Tester von Stiftung Warentest kauften verdeckt 19 Sonnenschutzmittel mit mittlerem Sonnenschutz (Sonnenschutzfaktor SPF 15, 20 und 25) ein und überprüften diese zum Beispiel hinsichtlich der Einhaltung des Sonnenschutzfaktors (UVB), des UVA-Schutzes, der Anwendung und der Feuchtigkeitsanreicherung.
Nur zwei Produkte lagen am Ende unter dem Notenwert 2,5 und wurden mit einem „befriedigend“ bzw. einem „mangelhaft“ bewertet. Wie in den letzten Jahren zeigte sich, dass guter Sonnenschutz nicht teuer sein muss. Die preiswerten Produkte von Aldi, Edeka und Rossmann konnten die Tester genauso überzeugen, wie die meisten teureren Lotionen und Sprays von namenhaften Markenherstellern – zum Teil schnitten sie sogar besser ab.

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Sonnenschutz-ABC für Kinder

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Übrigens unterschieden sich die getesteten Sprays, ein Ölspray und ein Creme-Gel in den wesentlichen Eigenschaften nicht von der traditionellen Sonnenmilch. Lediglich „bei den pflegenden Eigenschaften, der Feuchtigkeitsanreicherung, haben einige Sonnenmilchprodukte leicht die Nase vorn“.
Denken Sie daran: Auch wenn ein Sonnenschutzmittel mit Wasserfestigkeit wirbt, sollten Sie sich und Ihre Kinder trotzdem nach jedem Baden und Abtrocknen erneut eincremen.In den ersten 18 Jahren bekommt der Mensch 80 Prozent der UV-Strahlung seines ganzen Lebens ab. Sonnenschutz ist deshalb ein Thema für die ganze Familie.

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Babyhaut vor Sonne schützen

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Die besten Sonnencremes im Test

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 14 wasserfeste Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) getestet. Das Ergebnis: Ob Diskonter-Produkt oder teure Marke, alle Sonnencremes im Test boten sehr guten Schutz gegen UV-Strahlung. Unterschiede gab es bei der Feuchtigkeitsanreicherung.

Die UV-Strahlung gilt als Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Mit jedem Sonnenbrand wird die Haut geschädigt. Menschen mit heller Haut, mit rötlichen oder blonden Haaren und Neigung zu Sommersprossen sind besonders gefährdet und sollten sich besonders gut einschmieren.

Doch welche Cremes schützen wirklich? Im gemeinsamen Test mit der deutschen Stiftung Warentest untersuchte der VKI zwölf Mittel mit LSF 30 und zwei Produkte mit LSF 50. Darunter waren Sprays, Gele, Milch und Lotionen – von der preiswerten Eigenmarke aus dem Diskonter über teurere Markenprodukte bis zu Mitteln, die es nur in der Apotheke zu kaufen gibt.

dpa/Jörg Carstensen

Je nach Hauttyp sollte der passende Lichtschutzfaktor gewählt werden

Eigenmarken auf Stockerlplätzen

Das Fazit: Sehr guter Lichtschutz muss nicht teuer sein. Der Testsieger Sunkiss-Sonnenmilch von Spar bietet zu einem Preis von drei Euro pro 100 Milliliter besten UVA- und UVB-Schutz, auch reichert er die Haut sehr gut mit Feuchtigkeit an. Auf dem zweiten Platz liegt „Ombia Sun Sonnenmilch Classic“ von Hofer, mit einem Preis von 1,52 Euro pro 100 Milliliter auch das billigste Produkt im Test. Auf dem dritten Rang liegt „Sundance Med Ultra Sensitive Sonnencreme-Gel“ von dm (3,30 Euro pro 100 Milliliter), das zudem ganz ohne Farb-, Konservierungsstoffe und Parfum auskommt.

Unterschiede bei Feuchtigkeitsanreicherung

An vierter Stelle liegt die „Sun Lotion sensitive“ von Douglas (acht Euro pro 100 Milliliter), die bei der Feuchtigkeitsanreicherung etwas weniger punkten konnte. Die weiteren Sonnencremes „Sun Schutz & Pflege Sonnenspray“ (Nivea, 7,70 Euro pro 100 Milliliter), „Lait Solaire Hydratant“ (Biotherm, 15 Euro pro 100 Milliliter), „Anthelios Milch“ (La Roche-Posay, 18 Euro pro 100 Milliliter) erreichten ebenfalls gute Ergebnisse.

Alle getesteten Produkte zumindest „gut“

Nur durchschnittlich bei der Feuchtigkeitsanreicherung, aber sonst mit „Gut“ wurden auch das „todaysun Transparentes Sonnenspray“ (Penny, 2,23 Euro pro 100 Milliliter), „Transparenter Sonnenspray“ (Clever, 2,15 Euro pro 100 Milliliter), die „Ideal Soleil Ultra-leichte Gel-Milch“ (Vichy, 12,50 Euro pro 100 Milliliter) und die „Trockene Haut Sonnenschutz Milch“ (Ladival, 9,45 Euro pro 100 Milliliter, ohne Farb-, Konservierungstoffe und Parfum) beurteilt.

Getty Images/Peopleimages

Auch Mängel bei der Beschriftung bewertet

Das teuerste Produkt im Test, die „Daylong Ultra Liposomale Sonnenschutz-Lotion“ (21 Euro pro 100 Milliliter, ohne Farb-, Konservierungstoffe und Parfum) ist zwar auch von gutem Schutz und guter Feuchtigskeitsanreicherung, hier fanden die Tester allerdings Mängel bei der Beschriftung auf der Verpackung. Ebenfalls mit einem „Gut“ beurteilt wurden das „Sun Spray Transparent“ (Eucerin, 10,50 Euro pro 100 Milliliter) und das einzige Bioprodukt im Test, die „Bio Sonnenblumenöl Sonnencreme“ (Lavera, 10,60 Euro pro 100 Milliliter).

Vorsicht: Stichflamme aus Sonnenspray

Bei Sonnenschutzmitteln in Sprayform rät der VKI zu besonderer Vorsicht. Die getesteten Sprays von Penny, Clever und Eucerin enthielten allesamt Alkohol als Hauptbestandteil und sind dadurch leicht entflammbar. Sprüht man sie in offenes Feuer, entsteht eine Stichflamme. Sie sollten daher keinesfalls in der Nähe von Flammen etwa beim Grillen verwendet werden, da es zu Verbrennungen kommen kann. Beim Nivea-Spray, der deutlich weniger Alkohol enthält, hingegen herrscht keine Feuergefahr, sprüht man in offenes Feuer, wird dieses gelöscht.

Doch nicht nur auf die Creme kommt es an, auch das richtige und reichhaltige Auftragen ist wichtig. Nur wenn in ausreichender Menge geschmiert wird, wird der angegebene Lichtschutzfaktor auch wirklich erreicht. Experten empfehlen die Menge von etwa drei Esslöffel Sonnenschutzmittel für den ganzen Körper.

Mehrmals eincremen auch bei wasserfesten Produkten

Auch sollte der Lichtschutz mehrmals pro Tag erneuert werden. Inzwischen gibt es zwar kaum noch Sonnenschutzmittel, die nicht als wasserfest beworben werden, doch das heißt nicht, dass einmaliges Auftragen den ganzen Tag schützt. Als „wasserfest“ bzw. „wasserresistent“ dürfen Mittel nämlich bereits bezeichnet werden, wenn sie nach zwei mal zwanzig Minuten im Wasser noch die Hälfte der ursprünglichen Schutzleistung bieten. Das Abreiben mit dem Handtuch tut sein Übriges. Ein wiederholtes Eincremen ist also auch bei wasserfesten Produkten unumgänglich.

Link:

  • Der Test im Detail beim VKI (kostenpflichtig)

Publiziert am 28.06.2017

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Sonnencreme-Test: Welchen Sonnenschutz wir für die Haut empfehlen

Testverfahren

Der Einkauf: In unserem Einkaufskorb landeten 22 Sonnenschutzmittel für Gesicht und Körper aus Drogerie-, Super- und Bio-Märkten, Discountern, Apotheken und Parfümerien. Ausgewählt haben wir Produkte mit mittlerem und hohem Lichtschutzfaktor (LSF) von 20 und 30.

Die Inhaltsstoffe: Alle Produkte haben wir im Labor auf umstrittene Konservierungsstoffe sowie auf allergisierende und problematische Duftstoffe überprüfen lassen. Zudem wollten wir wissen, ob sich gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH) und aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachweisen lassen. Erstere reichern sich im Körper an, Letztere können krebserregende Bestandteile enthalten. Zudem auf der Prüfliste: bedenkliche UV-Filter.

Die Praxisprüfung: Auf einen Test zur Ermittlung des Lichtschutzfaktors haben wir verzichtet. Im Rahmen dieses Tests wird mit Probanden gearbeitet, bei denen ein Sonnenbrand verursacht wird. Derzeit gibt es noch keine alternativen Labortests, die ohne Versuche an Menschen auskommen.

Die Weiteren Mängel: Enthalten die Verpackungen PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen, die bei der Entsorgung problematisch für die Umwelt sind? Sind auf den Verpackungen Tipps und Warnungen zum Umgang mit der Sonne laut Empfehlungen des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel abgedruckt?

Die Bewertung: Notenabzüge gibt es für vor allem für bedenkliche UV-Filter, seltener für sensibilisierende Duftstoffe und weitere umstrittene Verbindungen.

Bewertungslegende

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) bedenkliche UV-Filter (hier: Ethylhexyl Methoxycinnamat); b) PEG/PEG-Derivate; c) halogenorganische Verbindungen; d) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Cinnamal); e) Butylphenyl Methylpropional (Lilial). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) bedenkliche UV-Filter (hier: Octocrylen und/ oder Homosalat), falls nicht schon wegen bedenklicher UV-Filter um zwei Noten abgewertet wurde; b) mehr als 1 Prozent apolare Silikonverbindungen; c) Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Hydroxycitronellal), falls nicht bereits wegen Cinnamal um zwei Noten abgewertet wurde.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) ein Umkarton, der kein Glas schützt; b) das Fehlen eines oder mehrerer der Anwendungs- und Warnhinweise nach den Empfehlungen des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW): 1 = Intensive Mittagssonne meiden. 2 = Vor dem Sonnen auftragen. 3 = Mehrfach auftragen, um Lichtschutz aufrechtzuerhalten, insbesondere nach dem Aufenthalt im Wasser. 4 = Sonnenschutzmittel großzügig auftragen, geringe Auftragsmengen reduzieren die Schutzleistung. 5 = Babys und Kleinkinder vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. 6 = Für Babys und Kleinkinder schützende Kleidung sowie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF größer als 25) verwenden. 7 = Auch Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktoren bieten keinen vollständigen Schutz vor UV-Strahlen. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochene) Wirkung der Produkte nicht überprüft haben.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Testmethoden

MOSH/MOAH in allen Produkten, die Paraffine/Erdölprodukte deklariert haben: LC-GC/FID. Deklarationspflichtige Duftstoffe/polyzyklische Moschus- und Nitromoschusverbindungen/Cashmeran/Diethylphthalat: Extraktion mit TBME, GC-MS. Halogenorganische Verbindungen: a) Heißwasserextraktion mit anschließender Zentrifugation und Membranfiltration, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halo­gengehalts; b) Extraktion mit Essigester, Verbrennung des ­Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Formaldehyd/-abspalter: Saure Wasserdampfdestillation, Deri­vatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol und Bestimmung mittels Fotometrie. Apolare Silikonverbindungen: NPLC/RI. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: März 2018

Diesen Test haben wir zuletzt im ÖKO-TEST Magazin Juni 2018 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Sonnenschutzmittel

Diese Sonnencremes haben wir getestet:

  • Avène Eau Thermale Spray
  • Biotherm Spray Solaire Lacté
  • dm Sundance Sonnenspray
  • Eco Sunmilk Sensitive
  • Eucerin Sonnen Allergie Schutz Sun Creme-Gel
  • Garnier Ambre Solaire Sonnenschutz-Milch
  • Ladival Empfindliche Haut Sonnenschutz Lotion
  • Lancaster Sun Beauty Oil-Free Milky Spray
  • La Roche-Posay Anthelios XL Wet Skin Gel
  • Lidl Cien Sun Sonnenmilch Classic
  • Nivea Sun Schutz & Pflege Sonnenmilch
  • Penny und Rewe Today Sonnenmilch
  • Piz Buin Ultra Light Hydrating Sun Spray
  • Spar Sunkiss Sonnenmilch
  • Vichy Idéal Soleil Sonnenspray mit Hyaluron
  • Weleda Sun Edelweiß Sonnenmilch
  • Yves Rocher Solaire Peau parfaite Sonnen-Milch-Spray

In der Testtabelle finden Sie Infos und Bewertungen zu: Einhaltung des ausgelobten Schutzes, Feuchtigkeitsanreicherung, Anwendung, mikrobiologische Qualität, kritische Duftstoffe, …

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.

Die wichtigste Aufgabe von Sonnenschutzmitteln ist, dass sie uns vor UVA- und UVB-Strahlung schützen. Ultraviolettstrahlung ist zwar wichtig für unsere Gesundheit, weil sie die Vitamin-D-Synthese unserer Haut anregt, aber sie wird rasch zur Gefahr, wenn wir zu viel davon abbekommen.

Test: Sonnencremes mit LSF 30 bis 50

Die langwellige UVA-Strahlung dringt tief in die Epidermis ein, lässt die Haut altern, verursacht Hautirritationen und fördert die Entstehung von Hautkrebs. Ein Zuviel an UVB-Strahlung ist für den Sonnenbrand verantwortlich und fördert ebenfalls Hautkrebs. In unserem aktuellen Test, einer Koproduktion mit der Stiftung Warentest, haben wir 17 Sonnenschutzmittel mit Lichtschutz­faktor 30 bis 50 unter die Lupe genommen.

Feuchtigkeitsanreicherung

Neben dem UV-Schutz haben wir auch überprüft, wie gut die Produkte die Haut mit Feuchtigkeit anreichern, ob sie sich gut anwenden lassen und ob Beschriftung und Verpackung in Ordnung sind. Wie üblich testeten wir auch, ob die Sonnenschutzmittel so gut konserviert sind, dass sie nicht binnen kürzester Zeit nach dem Öffnen verderben.

Synthetische Duftstoffe

Darüber hinaus warfen wir erstmals auch ein kritisches Auge auf die synthetischen Duftstoffe, die manche Hersteller ihren Produkten ­zusetzen. Unter diesen Substanzen gibt es nämlich einige, die als gesundheitsschädlich gelten bzw. als Allergieauslöser berüchtigt sind.

Achtung Sonnenbrand: Ohren, Füße und Nacken werden beim Eincremen oft vernachlässigt.

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