Sprachförderung im kindergartenalltag

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Sprachförderung im Kindergarten: Ziele, Methoden und Konzepte

Kindertagesstätten, Krippen und Tagespflegestellen haben neben dem Erziehungs- auch einen klaren Bildungsauftrag. Dieser ist in allen Kita-Gesetzen der einzelnen Bundesländer schriftlich fixiert. Die Beherrschung der deutschen Sprache, die Fähigkeit zur Kommunikation und Interaktion sind essentielle Kompetenzen die jeder Mensch braucht, der seinen Platz in der Gesellschaft finden will. Ein Kind, welches in der Lage ist sich richtig auszudrücken, Lautbildung und Satzbau beherrscht, wird problemlos das Lesen und Schreiben lernen. Doch auch der sozial-emotionale Aspekt darf in diesem Zusammenhang nicht vernachlässigt werden: Wir brauchen die Sprache, um mit anderen zu kommunizieren, Wünsche und Bedürfnisse auszudrücken und um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Aus diesem Grund wird schnell deutlich, welch hohen Stellenwert die frühe Sprachförderung im Kindergarten einnimmt. Das gilt besonders für Kinder, die benachteiligt sind, wenn es um eine altersgerechte Sprachentwicklung geht, also solche, die aus sozial schwachen oder bildungsfernen Schichten stammen, die eine Behinderung oder einen Migrationshintergrund haben. Alle Maßnahmen, die eine Gesellschaft zur Sprachförderung von Kindern und natürlich auch Erwachsenen anbietet und durchführt, dienen also letztendlich der Integration, der sozialen Gerechtigkeit und der Chancengleichheit und haben dementsprechend auch eine wirtschaftliche Bedeutung. Denn: Nur derjenige, der die Landessprache in Wort und Schrift beherrscht und sich im Alltag daher gut zu recht findet, wird eine qualifizierte Ausbildung absolvieren können und hat Chancen auf einen Job, der soziale Absicherung bietet und so gut bezahlt wird, dass keine zusätzlichen staatlichen Mittel zur Grundsicherung in Anspruch genommen werden müssen.

Sprachförderung im Kindergarten und in der Kita: Wie lautet die Definition?

Unter dem Begriff „Sprachförderung“ werden alle Methoden zusammengefasst die zum Ziel haben, Kinder und auch Jugendliche in ihrer sprachlichen Entwicklung zu fördern. Die zu fördernden Kinder sollen befähigt werden, im Hinblick auf ihre Sprachentwicklung altersgerechte Kompetenzen zu entwickeln, um spätestens im Erwachsenenalter ihre Muttersprache bzw. die jeweilige Landessprache fließend in Wort und Schrift zu beherrschen, inklusive der korrekten Lautbildung und Grammatik.

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Sprachförderung im Kindergarten: Welche Ziele hat sie?

Die Sprachförderung im Kindergarten hat viele Kernziele, die sich oft noch in Feinziele gliedern lassen. Es wäre ein wenig zu einfach zu behaupten, das wichtigste Ziel der Sprachförderung im Kindergarten wäre es, das jeweilige Kind darauf vorzubereiten, dass es bei Schuleintritt keine Probleme mit dem Schriftspracherwerb hat, aber für viele Eltern und Lehrer ist das natürlich ein besonders wichtiger Aspekt. Aber Sprachförderung im Elementarbereich setzt viel früher an. Zunächst geht es darum, den Wortschatz der Kinder zu erweitern und Sprechfreude zu vermitteln. Ein dreijähriges Kind verfügt durchschnittlich über einen aktiven Wortschatz von etwa 500 Wörtern, ein sechsjähriger Schulanfänger hat schon rund 2500 Wörter im Repertoire. Der passive Wortschatz ist natürlich weit größer. Aber: Gerade jüngere Kinder sind oft noch schüchtern und trauen sich nicht, sich zu äußern. An diesem Punkt setzt Sprachförderung im Kindergarten oft an. Es geht darum, den Wert von Sprache zu vermitteln und Kinder anhand von geeigneten Medien und Materialien zum Sprechen anzuregen. Darüber hinaus gibt es natürlich noch weitere Ziele, z.B.

– die Verbesserung der Lautsprache,

– den Ausbau grammatikalischer Fähigkeiten,

– die Vermittlung von Rhythmus und Taktgefühl und damit der Bedeutung von Sprachmelodie und Lautbildung,

– die Optimierung des Sprachverständnisses, also beispielsweise der Fähigkeit, Gehörtes wiederzugeben, Fragen zu Geschichten zu beantworten, Stellung zu einem Thema zu nehmen, Reime und Lieder auswendig wiederzugeben usw.

– den kommunikativ-sozialen Aspekt der Sprache zu vermitteln (Wie drücke ich meine Bedürfnisse richtig aus? Wie rede ich mit anderen? Wie reagiere ich verbal, wenn es zu Konflikten kommt?)

Davon abgesehen gibt es noch zahlreiche weitere Ziele, die indirekt ebenfalls dazu beitragen, dass sich die Sprach- und Ausdrucksfähigkeit altersgerecht entwickelt, wie die Förderung der Konzentration, der Feinmotorik, der sozial-emotionalen Kompetenz, der Frustrationstoleranz usw. Die Sprachförderung im Kindergarten sollte daher immer im Kontext der allgemeinen pädagogischen Zielsetzung gesehen werden, jedes Kind in seiner Entwicklung zu begleiten, seine Persönlichkeit zu stärken und ihn zu helfen, wichtige Kompetenzen zu entwickeln die es braucht, um später ein zufriedenes, selbstbestimmtes Leben innerhalb unsere Gesellschaft zu führen.

Sprachförderung: Welche Methoden und Spiele gibt es?

Sprachförderung beginnt eigentlich mit der Geburt. Jede Interaktion mit dem Kind, die durch Sprache begleitet wird, fördert auch dessen Sprachentwicklung. Eltern und gegebenenfalls ältere Geschwister sind die ersten und wichtigsten Sprachvorbilder für ein Kind. Die institutionelle Sprachförderung durch Pädagogen beginnt vergleichsweise spät, das Fundament für die Sprachentwicklung ist bereits gelegt, wenn ein Kind beginnt eine Krippe oder einen Kindergarten zu besuchen. Auch braucht es eigentlich keine komplexen Methode und Konzepte, um Kinder in ihrer Sprachentwicklung zu fördern. Allgemein hat es sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die meisten Kinder am besten durch in den Alltag integrierte Sprachförderung profitieren, die als solche vielleicht gar nicht immer bewusst erkannt werden.

Hier einige der wichtigsten und einfachsten Methoden und Spiele der Sprachförderung:

– Bilderbuchbetrachtungen in der Kleingruppe,

– Erzählkreise,

– Lieder, Reime und Singspiele,

– bei Lautbildungsfehlern oder grammatikalischen Schwächen der Einsatz von korrektivem Feedback (Das Gesagte wird von der pädagogischen Fachkraft richtig wiederholt,

– Gestaltung einer anregungsreichen Umgebung, die Kinder dazu einlädt, Rollenspiele zu spielen und miteinander ins Gespräch zu kommen

Wichtig ist, dass Sprache im Alltag Wertschätzung erfährt. Das bedeutet Konkret beispielsweise, dass Erzieher sich Zeit nehmen, Kindern zuzuhören und immer in ganzen Sätzen mit ihnen sprechen, anstatt lediglich knappe Anweisungen wie „Räum auf“ oder „Zieh dich an“ zu erteilen. Davon abgesehen ist es wichtig gerade Kindern mit Migrationshintergrund zu vermitteln, dass ihre Muttersprache genauso gut und wertvoll ist wie die Landessprache.

Welche Mittel zur Feststellung der Sprachkompetenz gibt es?

Um festzustellen, ob ein Kind im Hinblick auf seine Sprache altersgerecht entwickelt ist, stehen den pädagogischen Fachkräften neben der freien Beobachtung auch standardisierte Beobachtungsbögen zur Verfügung. Die bekanntesten sind SISMIK und SELDAK, welche vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München entwickelt wurden und mittlerweile in allen Bundesländern genutzt werden. Sie dienen auch als Grundlage für Elterngespräche und für die Auswahl gezielter individueller Fördermaßnahmen im Bereich Sprache und Sprachentwicklung.

Spiele für die Sprachförderung und anderes kostenloses Material

Kostenloses Material für die Sprachförderung findet man nahezu überall. Denn im Kindergarten geht es nicht darum eine Sprache systematisch zu lernen, wie es in der Schule der Fall ist. Jedes Bilderbuch oder Memory-Spiel dient der Sprachförderung, wenn es didaktisch sinnvoll eingesetzt wird. Für den Zweit- bzw. Fremdspracherwerb eignen sich als Ergänzung Bildkarten sehr gut. Viele Bilder, Fotos und Grafiken sind im Netz frei zugänglich und können großformatig ausgedruckt laminiert und je nach Bedarf vielseitig werden.

Was sind Grenzen und Schwierigkeiten in der Sprachförderung?

Erzieherinnen und Erzieher sind keine Ärzte oder Therapeuten. Sie dürfen keine medizinischen Diagnosen stellen. Ob zum Beispiel eine Sprachentwicklungsverzögerung vorliegt, kann nur ein Kinderarzt oder ein Logopäde entscheiden. Pädagogische Fachkräfte sollten das Gespräch mit den Eltern suchen, wenn sie vermuten, dass die Fördermaßnahmen im Kindergarten allein nicht ausreichen, um den Bedürfnissen eines Kindes im Hinblick auf seine Sprach- und Ausdrucksfähigkeit gerecht zu werden.

Wie sieht Sprachförderung in der Grundschule aus?

Viele Schulen bilden spezielle Klassen für Kinder, die gar keine oder nur wenige Kenntnisse in der deutschen Sprache haben, bevor sie nach etwa einem Jahr in der Lage sind, dem regulären Unterricht zu folgen. Das trifft vor allem auf Kinder auch Flüchtlingsfamilien zu und auf solche, deren Muttersprache nicht deutsch ist und die zuvor keine vorschulische Einrichtung besucht haben. Darüber hinaus werden in der Grundschule vielfach ähnliche Methoden der Sprachförderung eingesetzt wie in Kindergärten auch. Optimal ist es jedoch, wenn ein Kind über einen ausreichend großen Wortschatz verfügt, gerne diskutiert und Lautbildung wie Grammatik weitestgehend beherrscht, wenn es eingeschult wird.

Sprachförderung im Kindergarten

Die Sprachförderung ist eine der zentralen Aufgaben des Kindergartens. Die Sprachentwicklung wird durch Sprachspiele und Erzählen gefördert.

Sprachförderung im Kindergarten

Sprachförderung ist allgegenwärtig

Während ihrer Zeit im Kindergarten erweitern Kinder permanent ihren Wortschatz und ihre Sprachkompetenz. Beim Erkunden der Welt lernen sie neue Wörter und deren Bedeutung. Sie lernen, durch Sprache die Welt zu verstehen und zu ordnen. So wissen sie, dass ein Schäferhund und ein Dackel zur Gruppe der Hunde gehören und ein Hund wiederum zu den Tieren, ebenso wie der Elefant oder die Katze. Sprachförderung ist ein allgegenwärtiger Teil des Alltags im Kindergarten. Beim Spielen, Singen, Turnen, Basteln, Experimentieren oder beim Betrachten von Bilderbüchern – immer geht es auch um Sprache.

Sprachförderung: Je öfter und abwechlungsreicher Sprache ist, desto besser

Je mehr Sprachanlässe gefunden werden, je vielfältiger die Themen sind, je reichhaltiger und abwechslungsreicher Sprache ist, desto besser ist die Sprachförderung. Erzieher im Kindergarten sind Experten für Sprachförderung in vielen alltäglichen Situationen. Sie haben gelernt, Handlungen der Kinder sprachlich zu begleiten. So nutzen sie den Stuhlkreis für Sprachspiele, für eigenes Erzählen oder für das Einüben von Gesprächen und so zur Sprachförderung. Dabei werden im Kindergarten auch die dafür notwendigen Regeln geübt, wie etwa sich gegenseitig ausreden zu lassen, sich gegenseitig zuzuhören und zu warten, bis man an der Reihe ist. Ebenso wird auch das gemeinsame Essen für die Kommunikation und die Sprachförderung genutzt. Hier – wie in vielen anderen Bereichen des Kindergartens – spielen Rituale eine große Rolle. Dazu zählt etwa das Gutenappetit-Gedicht zu Beginn der Mahlzeit oder ein Spruch am Ende des gemeinsamen Essens. Reime, Abzählverse, Fingerspiele, Lieder und Kreisspiele gehören in den Tagesablauf des Kindergartens. Dadurch werden auch Kinder mit Sprachschwierigkeiten oder Kinder mit geringen Deutschkenntnissen sprachlich gefördert. Denn durch Reime und Wiederholungen prägen sich Wörter, Wortfolgen, Begriffe und Aussprache ein und sind so die perfekte Sprachförderung.
Erfahren Sie hier, wie erstaunlich leicht Kinder mit zwei Sprachen zurechtkommen.

Sprache und Sprachförderung im Kindergarten

Spracherwerb und sein Bedingungsgefüge

Sprechen lernen

Sprachlernen funktioniert nur in Interaktion mit anderen. Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass Kinder vom rein passiven „Sprachkonsum“ (z.B. durch Fernsehen oder Abspielen von Sprache von Kassette) nicht in der Lage sind, eine Sprache zu entschlüsseln und sie sich anzueignen. Ein Kind lernt Sprache aus dem sozialen Bedürfnis nach Austausch, aber auch, weil es seine Bedürfnisse mitteilen will. Beides funktioniert nur, wenn es einen Interaktionspartner gibt, der auf die Kommunikationsversuche des Kindes reagiert.

Schon das Schreien des Säuglings wird von den Eltern als Mitteilung interpretiert. Durch die Reaktion der Eltern lernt das Kind, dass seine Lautäußerung eine Wirkung hat. Das ist der Beginn des aktiven Dialogs. Die Ausdifferenzierung geschieht dann beim Einstieg in den Lautspracherwerb: Das Kind begreift, dass Dinge einen Namen haben, es ist mit etwa einem Jahr in der Lage, die ersten Dinge oder Personen selbst zu benennen und damit aktiv den Dialog mit anderen Personen voranzutreiben. Dabei ist die Freude am „Spiel Sprache“ den Kindern anzusehen. Sie freuen sich über erfolgreiches Verstehen und Lob seitens der Bezugspersonen und machen schnelle Fortschritte im Erlernen neuer Wörter. Kinder brauchen beides: die Erkenntnis, dass man durch Sprache Bedürfnisse vermitteln kann, und die Freude am sozialen Austausch. Diese zwei Komponenten sind extrem wichtig für den weiteren Spracherwerb.

„Roter Faden“ durch die Sprachentwicklung

Vielfach werden in der Literatur Meilensteine der Sprachentwicklung angegeben, die mit genauen Altersangaben einhergehen. Diese Angaben sind immer nur Durchschnittswerte. Insbesondere in den ersten beiden Lebensjahren lernen Kinder in sehr unterschiedlichem Tempo und mit unterschiedlichen Prioritäten. Gleiches gilt auch für den Zweitspracherwerb.
Aktive Sprache

Kinder eignen sich sprachliche Regeln aktiv an. Sie probieren eigene Lösungen aus und verwerfen sie wieder, wenn sie eine „bessere“ Lösung gefunden haben (z.B. Mona gegeht. Ich bin gegeht. Ich bin gegangen.). Diese Lösungen sind wichtige Schritte zum Ziel! Daher sollten sie nicht als Fehler betrachtet und verbessert werden (nicht: „Nein! Sag mal: Ich bin gegangen!“), sondern man sollte lieber korrektives Feedback geben (z.B. „Ja, du bist gegangen!“). Aus den „Fehlern“ (besser: nicht-zielsprachlichen Formen) kann man gut erkennen, welche Regeln das Kind gerade versucht zu meistern, nehmen Sie diese daher bewusst wahr und notieren Sie eventuell auch immer wieder seltsam klingende Satzkonstruktionen, um dem aktuellen kindlichen Interesse auf die Spur zu kommen.

Im Folgenden werden wichtige Erwerbsschritte des Erstspracherwerbs Deutsch skizziert. Die Ausführungen beziehen sich auf den Zeitpunkt, zu dem Kinder diese sprachlichen Erkenntnisse tatsächlich vollzogen haben sollten; wie schnell sie diese Ziele erreichen, ist individuell sehr unterschiedlich.

0-2 Jahre

Im Alter von neun Monaten sollte ein Kind sogenannte kanonische Silben produzieren (z.B. bababa, mamama, dada,…). Wenn dies ausbleibt, ist dringend eine Hörüberprüfung angeraten, um Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit auszuschließen.

Mit 24 Monaten ist ein Wortschatz von über 50 Wörtern ein guter Indikator, dass die Sprachentwicklung normal verläuft, ein zusätzlicher Hinweis ist die Kombination zweier Wörter. Eltern können bei Kindern, die durch einen geringen Wortschatz auffallen, meist gut Auskunft über die bereits verwendeten Wörter des Kindes geben (dabei zählen auch Wörter wie wauwau und gagak, wenn diese zuverlässig für den entsprechenden Gegenstand verwendet werden). Sind diese Fähigkeiten mit zwei Jahren nicht vorhanden, ist eine genaue weitere Beobachtung und nach Möglichkeit eine Beratung der Eltern durch Fachleute angeraten, denn 60-70% dieser Kinder entwickeln später eine Sprachentwicklungsstörung.

3 Jahre

Spricht ein Kind mit drei Jahren kurze Hauptsätze korrekt und versucht sich in ersten Nebensatzkonstruktionen mit mehr oder weniger Erfolg, ist es auf einem guten Weg.

Auch Stottern ist im Alter von 2-3 Jahren kein Anlass zur Sorge. Wenn das Kind ohne Verkrampfung Silben oder Worte wiederholt, ist dies meist sogenanntes Entwicklungsstottern, auf das man keinen korrigierenden Einfluss ausüben sollte. Konzentrieren Sie sich auf den Inhalt des Gesagten, nicht auf die Form! Therapeutische Hilfe ist erst indiziert, wenn das Kind Verkrampfungen, Mitbewegungen oder Hängenbleiben an Einzellauten zeigt (Tttt-tom, Grimassieren, Verkrampfung des Körpers etc.).

Die Aussprache sollte mit drei Jahren für Außenstehende weitgehend verständlich sein. Fehler bei Lauten oder Silbenauslassungen sind entwicklungsbedingt normal, solange die Verständlichkeit nicht extrem eingeschränkt ist. Bei stark eingeschränkter Verständlichkeit für Außenstehende (vertraute Personen hören sich in die meist regelhaften Strukturen ein und beurteilen daher die Verständlichkeit nach einer gewissen Zeit oft besser als sie tatsächlich ist) sollte eine Abklärung durch Fachleute (SprachtherapeutInnen, LogopädInnen) erfolgen.

4 Jahre

Mit vier Jahren kann man erwarten, dass ein Kind meist in korrekten Sätzen spricht und einfache Nebensätze korrekt bilden kann (z.B. mit weil, wenn etc.). Hat das Kind Schwierigkeiten mit alltäglichen Satzstrukturen (steht z.B. das Verb ohne Beugung am Ende des Satzes: „Mama auch Haare schneiden!“), sollte eine Diagnose durch Fachleute empfohlen werden. Auch sollten die meisten Begriffe aus dem Umfeld des Kindes sicher aktiv benutzt werden können. Extrem häufiges Suchen nach Begriffen oder auffälliger Einsatz von Füllwörtern (Dings, äh des da) oder nicht ganz passenden Begriffen sollte man abklären lassen.

5-6 Jahre

Die Behebung leichter Aussprachestörungen wie Lispeln (Sigmatismus) oder Auslassung oder Fehlbildung von einzelnen Lauten ist (sofern nicht mehr als drei Laute betroffen sind) eine Sache für das Vorschuljahr; hier kann die Sprachtherapie das Kind meist schnell auf einen altersgemäßen Aussprachestand führen, der für den Einstieg in den Schriftspracherwerb hilfreich ist.

Sprachverständnis

Das Sprachverständnis spielt für die Sprachentwicklung des Kindes eine wichtige Rolle. Einmal, weil es schwerer zu beobachten ist als die aktive Sprache, und zweitens, weil es Voraussetzung für alle Bildungsprozesse ist, die über Sprache vermittelt werden, und das sind in unserer Gesellschaft sehr viele. Ein alters- und entwicklungsgemäßes Sprachverständnis ermöglicht Dreijährigen das Ausführen von Aufträgen, das Verstehen von kleinen Geschichten zu Bildern oder die Erklärung einer Regel. Die älteren Kinder entschlüsseln mühelos vorgelesene Geschichten, können mehrteilige Aufträge ausführen (z.B. „Geh mal zum Schrank und hol mir den Kleber aus der untersten Schublade!“) und sind wahre Meister im Kombinieren von Zusammenhängen, die ihnen mittels Sprache erklärt werden (z.B. „Wenn es warm ist, dann schmilzt der Schnee“).

Das Sprachverständnis ist aber oft schwer zu beurteilen, weil Kinder mit Sprachverständnisstörungen Meister darin sind, Kompensationsstrategien zu entwickeln, um mit den Anforderungen der Umgebung klarzukommen, auch wenn sie viele sprachliche Botschaften nicht entschlüsseln können. Dabei dienen ihnen Hinweise aus dem Kontext als Verstehenshilfe, da sie die sprachliche Aufforderung allein nicht verstehen (z.B. „die Erzieherin guckt zum Maltisch, dann soll ich den wohl aufräumen“, „alle Kinder ziehen Schuhe an, dann tu ich das auch“, „einer muss immer nach dem Essen die Teller in die Küche bringen, dann soll ich das wohl heute tun“). Häufig werden daher Sprachverständnisprobleme übersehen oder fehlinterpretiert („Er holt trotz mehrmaliger Aufforderung seine Schuhe nicht, dann will er mich wohl provozieren“, „Sie versteht es nicht, wenn man sie nach der Geschichte fragt, dann ist sie wohl unaufmerksam gewesen oder hat kognitive Probleme“).

Hinweise auf Schwierigkeiten im Sprachverständnis können sein: sehr häufiges Antworten mit „ja“ (das „ja“ veranlasst selten zum Weiterfragen, damit schützt sich das Kind vor weiteren Nachfragen, die es wieder nicht verstehen könnte), voreilige, unpassende oder gar keine Reaktion auf Aufforderungen oder Fragen („Was hast du am Wochenende gemacht?“ „Kindergarten“), unpassendes Wiederholen von Satzteilen („Was willst du spielen?“ „Spielen“) oder eine auffällige visuelle Orientierung (z.B. guckt sich das Kind vor der Reaktion auf eine Aufforderung suchend um oder versucht, aus Ihrer Blickrichtung Rückschlüsse auf die Frage zu ziehen).

Sollte ein Kind die oben genannten Merkmale zeigen, ist es angebracht, die Ursache Hörstörung auszuschließen und parallel einfache Aufforderungen und Fragen bewusst ohne Kontextbezug zu stellen (z.B. unvermittelt aus dem Puppenspiel heraus nach einem Auto fragen oder die Teller zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt holen lassen).

Sind bei einem Kind Schwierigkeiten beim Sprachverständnis erkannt, können sich die Erzieherinnen entsprechend darauf einstellen, daraus resultierendes Verhalten richtig interpretieren und das Kind besonders in seiner Sprachentwicklung fördern, indem sie z.B. Sprache mit Gesten begleiten.

Sprachförderung

Sprachförderung in der alltäglichen Interaktion

Sprachförderung ist ein weites Feld. Im ersten Moment denkt man vielleicht an Sprachkurse oder Förderprogramme. Diese machen jedoch nur einen Bruchteil der Sprachförderung im Kindergarten aus und sind bei weitem nicht so erfolgreich, wie lange Zeit gehofft wurde. Neuere Forschungen lassen Zweifel am Effekt von Sprachförderprogrammen aufkommen, die zwar einzelne sprachliche Fertigkeiten positiv beeinflussen können (z.B. häufigere korrekte Verwendung der Pluralmarkierung, bessere phonologische Bewusstheit), jedoch selten tatsächliche Effekte in Hinsicht auf die Sprachkompetenz im alltäglichen Gebrauch zeigen. Wie oben dargestellt, ist Sprachlernen dann am erfolgreichsten, wenn die Sprache für das Kind selbst Relevanz hat, um Bedürfnisse mitzuteilen, Beziehungen einzugehen oder Dinge zu lernen, die es gerade interessieren. Diese Interessen kommen oft in Sprachförderprogrammen nicht zum Tragen, sie werden häufig als Störfaktoren bei der konsequenten Umsetzung des Programms empfunden (z.B. „Leg den Hund weg, wir sind jetzt bei dem Bild mit den Katzen!“). Sprachförderung sollte daher optimalerweise die momentanen Bedürfnisse der Kinder aufgreifen (z.B. Einzelgespräche über Erlebnisse oder Interessen des Kindes, Kinderkonferenz etc.). Dabei kommt es vor allem darauf an, sich nicht von den eigenen pädagogischen Zielsetzungen verführen zu lassen, den Ablauf vollständig zu kontrollieren, sondern wirklich offen zu sein für kindliche Interessen und Ideen. Denn eine Orientierung daran geht einher mit der intrinsischen Motivation des Kindes, die das Lernen ­ – und nicht nur das Sprachlernen – enorm erleichtert.

Das heißt natürlich nicht, dass alle Aktivitäten abgebrochen werden sollen, wenn ein Kind abschweift, aber es sollte dem Kind signalisiert werden, dass seine Interessen ernst genommen werden (z.B. „Mit dem Hund spielen wir nachher weiter. Der Hund geht jetzt mal schlafen!“). Wenn Lernaktivitäten an den Interessen der Kinder orientiert sind, sind diese immer effektiver (haben z.B. die Kinder beim Ausflug Enten beobachtet und wollen jetzt wissen, wie sie leben, ist das Thema sicher sinnvoller als ein vielleicht geplantes Buch über Kaninchen).

Sprachförderung sollte in den Kindergartenalltag integriert werden, aber nicht nur zufällig stattfinden. Es ist wichtig, sich zu überlegen, welche Kinder welche sprachlichen Anregungen brauchen und diese dann gezielt in Aktivitäten einzubauen (z.B. ein Kind mit geringem Wortschatz öfter mal zur dialogischen Bilderbuchbetrachtung einzeln oder in der Kleingruppe einladen, ein anderes beim Erkennen von grammatischen Regeln unterstützen, indem man mit ihm Rollenspiele mit häufigen sprachlichen Wiederholungen spielt – z.B. Einkaufen, Restaurant …- oder gezielt Bücher mit Wiederholungen für den Stuhlkreis auswählt). Am besten funktioniert das, wenn man einen guten Einblick in die individuellen Fertigkeiten und Bedürfnisse jedes Kindes hat, daher geht guter Sprachförderung immer gute Beobachtung voraus (z.B. mit den Beobachtungsbögen seldak und sismik).

Umgang mit Schriftsprache – Literacy

Sprache ist zunächst nur in Verbindung mit einem Partner sinnvoll. Wie steht es aber nun mit der Vermittlung sprachlicher Inhalte durch Schriftsprache? Schriftsprache existiert losgelöst von bestimmten Kontexten und Personen, sie ersetzt beim eigenen stillen Lesen die auditive und visuelle Information. Schriftsprache hat dadurch den Nachteil der Kontextentfremdung, aber den entscheidenden Vorteil der Wiederholbarkeit und Beständigkeit.

Für Kinder sind Erfahrungen mit Schriftsprache zunächst meist gekoppelt an Vorlesesituationen, in denen die vorlesende Person idealerweise die Vermittlung des Textinhalts und das Austauschbedürfnis des Kindes darüber miteinander in Einklang bringt. Je weiter das Kind in seiner kognitiven Entwicklung und seinem Sprachverständnis fortgeschritten ist, desto mehr kann es sich auf die dekontextualisierte Schriftsprache einlassen, ohne Vermittlungshilfen zu brauchen. Im Kindergarten ist es deshalb wichtig, immer auch für die Bedürfnisse der Kinder mit geringerem Sprachverständnis Sorge zu tragen. Die dialogorientierte Bilderbuchbetrachtung oder das Vorlesen mit begleitendem Rollenspiel oder Material bieten insbesondere diesen Kindern die Möglichkeit, von den Vorteilen der Schriftsprache zu profitieren.

Der Bereich des Umgangs mit Schriftsprache hat insbesondere seine Funktion in der Ausdifferenzierung bereits vorhandener sprachlicher Fähigkeiten, hier insbesondere bei der Ausdifferenzierung des Wortschatzes, der Ausdifferenzierung umgangssprachlich weniger gebräuchlicher Satzkonstruktionen (z.B. Konjunktiv oder in Süddeutschland der Dativ, der umgangssprachlich selten verwendet wird). Diese Ausdifferenzierung sprachlicher Fähigkeiten ist insbesondere für den späteren Bildungserfolg von entscheidender Bedeutung, daher sollte die frühe Literacy-Erziehung, gerade für Kinder mit wenig Schriftspracherfahrung im Elternhaus, ein wichtiger Bestandteil der Arbeit im Kindergarten sein.

Literacy bedeutet übersetzt „Lese- und Schreibkompetenz“. Literacy umfasst aber auch Kompetenzen wie Textverständnis, Sinnverstehen, sprachliche Abstraktionsfähigkeit, Lesefreude, Dekontextualisierung von Sprache, Vertrautheit mit Büchern, Schriftsprache oder sogar Medienkompetenz. Es geht im Kindergarten insbesondere um das Interesse an Schriftsprache und den Umgang mit Büchern und Schrift. Sich mit Büchern über interessante Themen informieren, Schrift in der Umgebung erkennen und Spaß am Ausprobieren von Schrift haben, dies sind wichtige Elemente einer ersten Anbahnung an Literacy im Kindergarten.

Zwei Sprachen – ein Schatz

Mehrsprachigkeit

Die klassische Einteilung unterscheidet den Doppelspracherwerb (auch simultaner bilingualer Erstspracherwerb) vom Zweitspracherwerb (auch sukzessiver Bilingualismus).

Der Begriff Zweitspracherwerb bezieht sich auf das Erlernen einer zweiten (oder weiteren) Sprache, nachdem die erste Sprache in ihren Grundzügen bereits erworben wurde. Oft kommen die Kinder schon vor Eintritt in den Kindergarten in Kontakt mit der „Zweitsprache“, zum Beispiel durch ältere Geschwister oder Kontakte der Eltern – dies muss immer mit beachtet werden.

Kinder, die zu Hause mit einer anderen Sprache als der Umgebungssprache im Kindergarten aufwachsen, brauchen besondere Unterstützung für den Zweitspracherwerb.

Kinder, die mit einer anderen Erstsprache als Deutsch aufwachsen und im Kindergarten nun den ersten oder zumindest den ersten intensiven und regelmäßigen Kontakt mit der deutschen Sprache haben, sind auf gute Rahmenbedingungen für den Zweitspracherwerb angewiesen. Die Kinder müssen die neue Sprache erst als wichtiges Instrument entdecken, um in der neuen Umgebung Kontakte zu knüpfen und ihre Bedürfnisse vermitteln zu können.

Überprüfen Sie daher Ihre sprachlichen Aktivitäten darauf, ob sie vorrangig passives Zuhören statt aktiver Mitgestaltung verlangen (z.B. Vorlesen, Erklärungen zu neuen Wissensinhalten etc.). Diese Kinder brauchen insbesondere die Erfahrung der eigenen Gestaltungsmöglichkeiten in der für sie neuen Sprache. Der Gebrauch der Sprache muss ihnen sinnvoll und erstrebenswert erscheinen. Das bedeutet für den Kindergartenalltag, dass Einzelgespräche, dialogische Bilderbuchbetrachtung und die aktive Mitbestimmung der Kinder bei Lernaktivitäten die besten Grundvoraussetzungen für sprachliches Lernen schaffen. Kein Förderprogramm der Welt kann die Kinder in gleicher Weise von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit des Lernens von Sprache überzeugen. Insbesondere nicht, wenn ohne Handlungszusammenhänge sprachliche Strukturen und Inhalte vermittelt werden (Bildkarten von Obst statt Obstsalat, eine Geschichte über die Tiere am See statt eines Ausflugs), denn diese Abbildung der Wirklichkeit schafft es nur in Verbindung mit tatsächlichen Erlebnissen, für das Kind so wichtig zu werden, dass es die Notwendigkeit aus der Situation heraus sieht, sich sprachlich darüber auszutauschen.

Kinder, die zu Hause mit einer anderen Sprache als der Umgebungssprache im Kindergarten aufwachsen, erleben meist auch zusätzlich zur anderen Sprachumgebung eine Variante kultureller Umgebung. Diese Erfahrungen sind in unserer interkulturellen Welt von großem Wert. Häufig werden die kulturellen und sprachlichen Fähigkeiten der Kinder aber kaum wertgeschätzt, wenn es sich nicht um vermeintlich „wichtige“ Sprachen wie Englisch handelt. Es ist wichtig, den Eltern und den Kindern zu vermitteln, dass die Beherrschung zweier Sprachen und das Zurechtfinden in zwei Kulturen Ziel der Kindertagesstätte ist und nicht das Ausspielen der Umgebungssprache und -kultur gegen die der Familie.

Nur in einer solchen wertschätzenden Umgebung kann ein Kind sich unbefangen dem Erlernen einer neuen Sprache zuwenden, ohne in Konflikte zwischen eigener und familiärer kultureller und sprachlicher Identität zu geraten.

Diese Wertschätzung muss sich auch den Eltern gegenüber zeigen. Denn deren Einstellung dem Kindergarten gegenüber beeinflusst wiederum die Motivation des Kindes zum Lernen im Kindergarten. Die intensive Elternarbeit und der Einbezug der Eltern in Kindergartenaktivitäten sind daher von großer Bedeutung für den Zweitspracherwerb des Kindes.

Dass das Einbeziehen von Eltern mit Migrationshintergrund in Kindergartenaktivitäten oft nicht einfach ist, weiß jede Fachkraft aus eigener Erfahrung. Aber wo liegen die Probleme und welche „Türöffner“ gibt es?

Es ist wichtig, sich zu überlegen, welche Beiträge für Eltern mit Migrationshintergrund ohne Probleme zu meistern sind. Eine persönliche Ansprache mit schriftlicher Kurzinfo zum Mitnehmen ist besser als ein Aushang. Insbesondere ist es sinnvoll, diese Eltern gezielt da um Hilfe zu bitten, wo ihre Kompetenz größer ist als die eigene, um den Eltern zu zeigen, dass sie wirklich gebraucht werden. Dafür bietet sich zum Beispiel das Vorlesen in der Fremdsprache oder die Bitte um Übersetzung von Kindergarteninformationen für andere Eltern an. Zahlreiche Anregungen finden sich auch bei Ulich & Soltendieck (2005).

Stellen Sie sich vor, Sie würden in Indien leben und dort im Kindergarten würde per Aushang auf Hindi um einen Beitrag zum Büffet gebeten. Vorausgesetzt, Sie beherrschen die Sprache UND die Schriftzeichen ausreichend, um die Aufforderung zu verstehen, würden Sie einen Kartoffelsalat machen (der vielleicht keinem dort schmeckt) oder ein Jheenga Pakora (das Sie nicht so beherrschen wie die indischen Eltern)? Vermutlich gar nichts ohne den Hinweis, dass ein Gericht aus ihrem Heimatland gewünscht ist!

Schlussbemerkung

Zusammengefasst geht es bei guter Sprachförderung in erster Linie darum, das Kind mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen und es mit seinen Vorerfahrungen und eigenen Weltdeutungen ernst zu nehmen. Je näher man diesem Ziel kommt, desto erfolgreicher wird sich auch der Sprachlernprozess gestalten. Sprachförderpotenzial steckt in jeder Interaktion, sie muss jedoch erkannt und entsprechend positiv genutzt werden, und dazu braucht es oben angesprochenes Hintergrundwissen.

Literatur

  • Oberhuemer, P., Soltendieck, M., Ulich, M. Die Welt trifft sich im Kindergarten. Interkulturelle Arbeit und Sprachförderung. Weinheim: Beltz 2005 (2. neu bearbeitete Auflage)
  • Ulich, M. Lust auf Sprache. Sprachliche Bildung und Deutsch lernen in Kindertageseinrichtungen. (Video/DVD mit Arbeitsheft) Freiburg i.Br.: Herder 2004 (nur bei Herder bestellbar)
  • Demandewitz, R.H., Fuchs, R., Militzer, R. Wie Kinder sprechen lernen. Entwicklung und Förderung der Sprache im Elementarbereich. Düsseldorf: MFJFG 2005.
  • Mayr, T., Ulich, M Seldak. Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern. (Beobachtungsbogen und Begleitheft). Freiburg i.Br.: Herder 2006 (ein Set, das aus 10 Bögen und einem Begleitheft besteht, nur über Herder zu bestellen )
  • Mayr, T., Ulich, M. Sismik. Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen (Beobachtungsbogen und Begleitheft). Freiburg i.Br.: Herder. (ein Set, das aus 10 Bögen und einem Begleitheft besteht, nur über Herder zu bestellen )

Weitere Beiträge der Autorin hier in unserem Familienhandbuch

  • Sprachentwicklung und Sprachentwicklungsstörungen – Früherkennung und Förderung

Quelle

Dieser Artikel erschien in “Der Kindergartenzeitschrift” Heft 13/2008 und wird mit freundlicher Genehmigung des Verlags hier übernommen.

Autorin

Dr. Claudia Wirts, Sonderpädagogin und Sprachheilpädagogin, ist seit 2007 wissenschaftliche Referentin am Staatsinstitut für Frühpädagogik

Schwerpunktbereiche: Sprache, Interaktion, Literacy, Mehrsprachigkeit, Sonder- und Integrationspädagogik

Fortbildungstätigkeit im Bereich der frühen Sprachförderung (Frühtherapie und Interaktionsberatung) und Sprachförderung in Kindertagesstätten

Auch im Kindergarten fördert man die Sprachentwicklung
– z.B. durch Spiele – Foto: © Alena Ozerova

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

  • Förderung der Sprachentwicklung in der Kita
  • Gezieltes Training der Sprachkompetenz
  • Sprache im Kindergartenalltag fördern
  • Sprache fördern durch Vielfalt
  • Die Arbeit der Erzieher zu Hause fortsetzen

Förderung der Sprachentwicklung in der Kita

Eine der elementarsten Bildungsaufgaben einer Kita ist die Sprachförderung der Kinder. Denn Sprache ist eine Kernkompetenz, die für das weitere Lernen und den Bildungsweg der Kinder entscheidend ist. Dabei spielt nicht nur die Sprachentwicklung eine wichtige Rolle, sondern auch das Sprachverständnis. Speziell darauf geschult schaffen es die Erzieher, Kindern im Alter von 0 – 6 Jahren während des normalen Tagesablaufs Sprache zu vermitteln, Verständigung zu fördern und Wortschatz zu erweitern. Mit einer bewundernswerten Geduld und Ruhe befassen sie sich mit der individuellen Sprachentwicklung eines jeden Kindes, beim Malen und Basteln wie auch während gezielter Übungen, die spielerisch verpackt werden.

Gezieltes Training der Sprachkompetenz

Erzieher sehen ihren Bildungsauftrag vielseitig. Neben der alltäglichen Sprachförderung, die quasi nebenbei läuft, nutzen sie das natürliche Interesse der Kinder für Sprache und trainieren mit ihnen, ohne dass die Kinder dies als Übung wahrnehmen. Ein klassisches Beispiel ist der Morgenkreis bzw. auch Stuhlkreis. Das tägliche Zusammensitzen in großer Runde bietet viel Spielraum zur Förderung der Sprache. Das beinhaltet vor allem, dass die Kinder in Aktion treten, denn nur durch das Anwenden von Sprache können sie optimal lernen. Also berichten die Kinder im Rahmen ihrer sprachlichen Entwicklung von Wochenenderlebnissen oder besprechen die Tagesaufgaben. Sie erzählen nach, hören Geschichten und sprechen wiederum darüber. Die Kinder lernen Abzählreime oder amüsieren sich bei Fingerspielen. Durch ständige Wiederholungen werden korrekte Wörter vertieft und verinnerlicht.
Eine dominante Rolle der Sprachförderung im Kindergarten nimmt Musik ein. Kinder bringen sich spontan ein, bewegen sich und singen. Sie experimentieren mit Musikinstrumenten wie Klanghölzern, Trommeln oder Triangeln. Musik und Sprache sind unwiederbringlich miteinander verbunden. Kinder lernen Sprache durch Musik besonders leicht. Durch den Rhythmus während des Musizierens werden beide Gehirnhälften aktiviert. Kommt noch Bewegung dazu, verinnerlichen Kinder Sprache viel einfacher. Musikalische Früherziehung

Sprache im Kindergartenalltag fördern

Neben gezielten Übungen zur Stärkung der Sprachkompetenz bietet die tägliche Kommunikation untereinander unzählige Fördermöglichkeiten. Erzieher kommentieren am laufenden Band ihr Handeln. Sie reden schon mit den Kleinsten, sogar während sie sie frisch wickeln. Kinder lernen in der Kita, andere Gesprächspartner deren Satz vollenden zu lassen, bevor sie sich selbst äußern dürfen. Sie hören Vorlesegeschichten vor dem Mittagsschlaf und singen ein Lied während des Händewaschens. Vor und nach den Mahlzeiten gibt es immer ein Gedicht, das sich als Ritual ebenfalls täglich wiederholt. Selbst beim Malen, Basteln und Experimentieren finden die Kinder leicht Zugang zur Sprache, entdecken neue Wörter und erweitern spielend ihren Wortschatz. Kinder lernen Konflikte verbal zu lösen. Gemeinsam schauen sie mit den Erziehern Bücher an und lernen selbst beim Turnen neue Reime und Lieder. Sprachförderung ist in einer Kita allgegenwärtig. Kinder sind oft fröhlich und gelöst. Sie haben viele Fragen, die die Erzieher geduldig und in korrektem Deutsch beantworten. Dadurch lernen die Kinder wiederum neue Begrifflichkeiten und Bedeutungen. Mit zunehmendem Wortschatz entwickeln Kinder ein immer größeres Verständnis für ihre Umwelt. Sie begreifen durchaus schneller und können sich durch die differenzierte Sprache gezielter ausdrücken.

Sprache fördern durch Vielfalt

Je vielfältiger und abwechslungsreicher die Sprache ist, desto besser ist es für die Kinder. Nicht nur die verschiedenen Situationen, in welchen die Kinder während ihres Tages in der Kita mit Sprache verbunden sind, fördern die Entwicklung. Auch unterschiedliche Sprachen, wie etwa in bilingualen Kindergärten oder durch Freunde mit anderer Nationalität und Sprache in der Kita, wird das sprachliche Verständnis von Kindern unterstützt.

Die Arbeit der Erzieher zu Hause fortsetzen

Die Erzieher legen einen wichtigen Grundstock für die sprachliche Förderung der Kinder. Hautbezugspunkt sind und bleiben jedoch die Eltern und die Familie. In einem Gespräch mit den Erziehern können Eltern erfahren, wie sie ihr Kind individuell sprachlich fördern können, wo eventuell noch Handlungsbedarf besteht oder ob bei einer Sprachstörung oder verzögerter Sprachentwicklung professionelle Hilfe von einem Logopäden notwendig sein könnte.

Der Kindergarten wie auch die Kinderkrippe bieten also viel Raum für die Sprachförderung von Kindern und sind der Sprachkompetenz aller Kinder absolut zuträglich, nicht nur bei Kindern mit Migrationshintergrund wie so oft in den Medien betont wird.
Text: C. D. / Stand: 02.02.2020

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7 Regeln für die alltagsintegrierte Sprachförderung

Es gibt Regeln für die Kommunikation im Alltag, die die Umsetzung einer alltagsintegrierten Sprachförderung auch in Ihrer Kita unterstützen können. Für die Umsetzung dieser Regeln benötigen Sie wenig zusätzliches Know-how. Das Problem ist, im Kita-Alltag die Sprachförderung zu integrieren, auch wenn es hektisch ist.

Regel 1: Wir kommunizieren auf Augenhöhe

Diese Regel für eine gelungene Sprachförderung sollte in Ihrer Kita in 2-facher Hinsicht Gültigkeit haben: Zum einen ist damit gemeint, dass Kinder und Erwachsene sich gegenseitig ins Gesicht sehen können, wenn sie miteinander sprechen. Zum anderen bedeutet es, dass die Kinder gleichberechtigte Gesprächspartner sind. Das, was sie sagen, ist genauso wichtig wie das, was die Erwachsenen sagen.

Für die Kinder in Ihrer Kita ist es wichtig, das Gesicht ihres Gesprächspartners beim Sprechen beobachten zu können. Sie beobachten die Mundbewegungen und verstehen das Gesagte so besser. Und sie beobachten den Gesichtsausdruck. So können sie die Gefühlslage ihres Gesprächspartners besser einschätzen.

Die physische Augenhöhe unterstützt aber auch, dass sich die Kinder ernst genommen fühlen. Kein Kind möchte, dass Sie „von oben herab“ mit ihm sprechen. Der Größenunterschied ist durchaus geeignet, auch unterschiedliche Machtverhältnisse zu symbolisieren.

Regel 2: Wir begleiten unser Handeln sprachlich

Kinder lernen Sprache spielerisch: durch das Vorbild der Erwachsenen und durch Wiederholung. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Handlungen sprachlich kommentieren. Das bietet den Kindern die Möglichkeit, durch Wiederholung zu verstehen, wie Gegenstände und Handlungen benannt werden.

Es gibt bestimmte Situationen, die sich besonders dafür eignen, durch die sprachliche Begleitung mit den Kindern in Kommunikation zu kommen und so die Sprachförderung unterstützen. Dazu zählen die Essenssituationen, Situationen, bei denen Sie den Kindern beim An- und Umziehen behilflich sind, und die Wickelsituationen.

Regel 3: Wir regen Kommunikation durch Fragen an

Die eigenen Handlungen zu kommentieren bietet den Kindern die Möglichkeit zu lernen, wie Handlungen und Gegenstände sprachlich benannt werden, und sich an Ihrem sprachlichen Vorbild zu orientieren.

Sprachförderung im Alltag bedingt aber auch, dass Sie die Kinder dazu anregen, sich selbst sprachlich zu äußern. Das lässt sich sehr gut dadurch umsetzen, dass Sie den Kindern Fragen stellen. Durch Fragen eröffnen Sie den Kindern die Möglichkeit, auch ihr Handeln sprachlich zu kommentieren. Auch für diese Art der Sprachförderung bieten sich im Alltag vielfältige Anlässe.

Besonders gut geeignet sind natürlich Situationen wie der Morgenkreis oder eine Kinderkonferenz. Hier sind die Kinder beieinander, und Fragen wie: „Was möchtet ihr nachher gerne machen?“, oder: „Was habt ihr am Wochenende erlebt?“, geben allen Kindern die Möglichkeit, sich zu äußern und ihre Wünsche zu formulieren.

Regel 4: Wir passen unsere Kommunikation der Entwicklung der Kinder an

Die Kinder entwickeln ihre sprachlichen Kompetenzen während der Zeit, in der sie Ihre Kita besuchen. Sie beginnen damit, einzelne Laute von sich zu geben. Danach erwerben sie die Fähigkeit, einzelne Worte zu sprechen, die von Ihnen als solche erkannt werden können.

Die Entwicklung schreitet dann über 2-Wort-Sätze fort, bis die Kinder in der Lage sind, ganze Sätze zu formulieren. Sie müssen Ihre Kommunikation dem Entwicklungsstand der Kinder anpassen um die Sprachförderung optimal umzusetzen. Sprechen Sie in einfachen Sätzen mit den Kindern.

Regel 5: Wir lesen, reimen und singen mit den Kindern

Für Ihr Konzept der Sprachförderung im Alltag sind Singen, Reimen und Vorlesen wichtige Säulen. Vorlesen sollte ein wichtiger Aspekt Ihres Kita-Alltags sein. Bieten Sie Ihren Kindern immer wieder Geschichten an. Auch die Geschichten, die Sie vorlesen, sollten den sprachlichen Fähigkeiten der Kinder angepasst sein.

Neben dem Vorlesen ist auch das Erzählen von Geschichten eine Möglichkeit, den Kindern sprachliche Anregungen zu bieten. Reime oder Lieder lassen sich sehr gut in den Alltag der Kita integrieren. Viele Rituale lassen sich durch Reime oder Lieder gestalten. So ist es in vielen Kitas üblich, dass vor dem gemeinsamen Essen ein gemeinsamer Tischspruch in Reimform gesprochen wird.

Vorlesen, Reimen und Singen sind faktisch in allen Kitas bereits in den Alltag integriert. Es geht um die Intensität. Im Sinne der Sprachförderung im Alltag werden Sie den Einsatz dieser Angebote verstärken, um zusätzliche Sprachangebote für die Kinder zu schaffen.

Regel 6: Wir korrigieren durch Vorbild

Wie alle Menschen, die lernen, machen natürlich auch Kinder beim Spracherwerb Fehler. Sie sprechen Worte nicht korrekt aus, und insbesondere ihre Sätze sind grammatikalisch nicht immer korrekt.

Korrigieren Sie die Kinder nicht explizit. Signalisieren Sie dem Kind, dass Sie verstanden haben, was es Ihnen mitteilen wollte, und geben ihm durch die korrekte Aussprache die Möglichkeit, weiter zu üben. Diese Form der Kommunikation motiviert das Kind, sich weiterhin sprachlich zu äußern, denn es wurde verstanden.

Die Kommunikation war aus seiner Sicht also erfolgreich. Ein explizites Korrigieren etwa mit den Worten: „Nein, das ist falsch, das heißt Krokodil“, bewirkt das Gegenteil.

Es macht keinen Sinn, wenn Sie versuchen, den Kindern explizit grammatikalische Regeln beizubringen. Das wird erst in der Schule wichtig.

Kinder erlernen Sprache, weil diese ihnen neue Kommunikationsmöglichkeiten eröffnet. Grammatikalische Korrektheit spielt für sie überhaupt keine Rolle. Denn Sie verstehen die Kinder auch, wenn ihre Sätze grammatikalisch nicht korrekt sind.

Kinder lernen diesen Aspekt einfach da durch, dass sie hören, was Sie sagen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie und die Erzieherinnen grammatikalisch korrekt sprechen.

Regel 7: Wir arbeiten eng mit den Eltern zusammen

Sie und die Erzieherinnen haben den Auftrag, die Sprachentwicklung der Kinder zu unterstützen. Sie tun dies in einem professionellen Umfeld auf der Basis Ihres pädagogischen Konzeptes.

Aber selbstverständlich haben die Eltern einen noch größeren Einfluss auf die Sprachentwicklung ihrer Kinder. Sie sind die primären Bezugspersonen der Kinder, und ihr Beitrag ist besonders wichtig.

Deshalb sollten Sie die Eltern in die Sprachförderung im Alltag einbinden. Sensibilisieren Sie sie dafür, wie sie die sprachliche Entwicklung ihres Kindes fördern können. Die 7 Regeln für die Kommunikation, die in Ihrer Einrichtung gelten, sind auch für die Eltern eine gute Richtschnur.

Wichtig ist es, dass Sie Eltern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, die Angst nehmen, dass ihr Kind dadurch einen Nachteil hat. Bitten Sie Eltern, die die deutsche Sprache selbst nicht gut beherrschen, mit ihrem Kind in ihrer Muttersprache zu sprechen. Die Angst, dass sie es ihrem Kind dadurch erschweren, die deutsche Sprache zu erlernen, ist unbegründet.

Kinder, die zweisprachig aufwachsen, haben dadurch in der Regel keinen Nachteil. Sie lernen beide Sprachen, wobei der Spracherwerb insgesamt etwas länger dauern kann. Wichtig ist dabei, dass die Kinder in beiden Sprachen eine ausreichende sprachliche Anregung bekommen

Für Sie bedeutet das, dass Sie diesen Kindern im Kontext der Sprachentwicklung besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen sollten. Gerade sie benötigen im Alltag der Kita vielfältige sprachliche Anregungen. Denn zu Hause erhalten sie die Anregung in einer anderen Sprache.

Dokumentieren Sie die Sprachentwicklung

Das Konzept der Sprachförderung im Alltag bietet allen Kindern eine Förderung ihrer sprachlichen Entwicklung durch vielfältige Anregung. Sie sollten die sprachliche Entwicklung der Kinder dokumentieren. Zumeist geschieht dies bereits im Rahmen standardisierter Beobachtungsverfahren.

Da diese Verfahren jedoch in aller Regel in großen Abständen – zumeist einmal jährlich – zur Anwendung kommen, benötigen Sie zusätzlich ein unaufwendiges Dokumentationsverfahren der Sprachentwicklung für den Alltag. Legen Sie beispielsweise für jedes Kind ein kleines Heft an, in dem Sie wichtige Punkte der Sprachentwicklung dokumentieren – beginnend mit den ersten Worten. Notieren Sie kurz, wenn das Kind neue Worte lernt.

Im weiteren Verlauf können Sie den Umfang des Wortschatzes des Kindes dokumentieren oder wann es seine ersten vollständigen Sätze spricht.

Arbeiten Sie neue Mitarbeiterinnen in das Konzept der Sprachförderung ein

Damit sich neue Mitarbeiterinnen gut in das Konzept der Sprachförderung im Alltag einarbeiten können, sollten Sie die Regeln und Vorgehensweisen in Ihr Qualitätsmanagementhandbuch aufnehmen.

Die Grundlagen haben Sie bereits beschrieben. Ergänzend sollten Sie in Ihrem QM-Handbuch auch beschreiben, wie Sie die Sprachförderung im Alltag umsetzen.

Themenschwerpunkt Sprachbildung und Sprachförderung

In der bildungspolitischen Debatte und elementarpädagogischen Praxis nimmt die Sprachbildung bzw. Sprachförderung eine zentrale Rolle ein. Sprache gilt als die entscheidende Schlüsselkompetenz für gelingende Bildungsbiographien und die gesellschaftliche Teilhabe. Pointiert könnte man sagen: „Sprache ist nicht alles, aber ohne Sprache ist alles nichts.“

In einem umfassenden Themenschwerpunkt möchten wir das durch eine große Vielfalt und entsprechende Unübersichtlichkeit geprägt Feld der Sprachbildung und -förderung daher nun näher beleuchten und Orientierung geben – von einführenden Beiträgen über verschiedene Ansätze und Methoden der alltagsintegrierten bzw. additiven Sprachförderung sowie der Sprachstandserhebung bis zu den aktuellen Empfehlungen und Förderrichtlinien in Niedersachsen. Vorgestellt werden auch zwei neue alltagsintegrierte Sprachförderansätze aus den nifbe-Forschungsstellen sowie eine aktuelle Expertise zur „Bildung durch Sprache und Schrift“ und die Bundesinitiative „Frühe Chancen“. Abgerundet wird das Schwerpunktthema durch ein Interview mit Prof. Dr. Katja Koch, in dem sie unter anderem Einblicke in neueste Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit der Sprachförderung gibt.

Die Beiträge im Überblick:

Zur Einführung

  • Sprachbildung und Sprachförderung – eine Einführung
  • Sprachentwicklung und Sprachbildung im Kindergarten
  • Perspektiven der Sprachförderung

  • Ressourcenorientierte Sprachförderung

  • Frühe Bildung und frühe Lernprozesse
  • Spracherwerb in den ersten Jahren fördern
  • Sprachentwicklung und Sprachförderung – Handlungsempfehlungen des Landes Niedersachsen

Zur Vertiefung:

  • Aufgaben der Sprachentwicklung bei Kindern unter drei
  • Gender und geschlechtssensible Erziehung
  • Expertise Bildung durch Sprache und Schrift (BISS)
  • Sprachlich-kulturelle Vielfalt in KiTa-Teams
  • Peer-Interaktionen (nifbe-Themenheft 15)
  • Sprache – Beziehung – Selbstkompetenz (nifbe-Themenheft 18)

Sprachförder-Modelle und -methoden:

  • Sprachförder- Ansätze im Elementarbereich
  • Alltagsintegrierte Sprachbildung
  • Bewegungsorientierte Sprachörderung
  • Sprachkultur in der KiTa
  • Die Osnabrücker Materialien
  • Methode Kon – Lab

Sprachstanderhebung / Beobachtungsverfahren

  • Sprachstandserhebungen mit Fokus Niedersachsen
  • Beobachtungsverfahren Sismik und Seldak
  • Sprachstands-Feststellung bei mehrsprachigen Kindern
  • Sprachstandstests: Kriterienkatalog

Förderung von Mehrsprachigkeit

  • Mehrsprachigkeit – Eine Einführung

  • Mehrsprachigkeit und ihre Chancen
  • Förderung von Mehrsprachigkeit: Praxisvorschläge, Arbeitshilfen und Materialien

  • Handreichung zur Mehrsprachigkeit in KiTa und Schule

  • Mehrsprachigkeit fördern: Europäisches Sprachenportfolio

  • LiSKit: Literacy und Sprache in KiTas

Bundesprojekte

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