Spermien weg zur eizelle

Inhalte

Es ist ein unfreundlicher Empfang, wie man ihn Liebenden nicht zutrauen mag. Ein Milieu so sauer wie Zitronensaft begrüßt die 100 bis 600 Millionen Spermien, sobald sie im weiblichen Genitaltrakt abgesetzt werden, und lässt viele in einer Säurestarre verharren. Die übrigen müssen sich Angriffen des weiblichen Immunsystems erwehren, das sich auf die Fremdlinge stürzt. Abwehrzellen eilen zum Ejakulat und begehen Selbstmord, um Erbgutfäden und Abwehrmoleküle freizusetzen, mit denen die Spermien wie in einem Spinnennetz festgesetzt und abgetötet werden.

Spermien haben Überlebensstrategien

Angesichts des Frontalangriffs des weiblichen Körpers würde wohl kaum ein Spermium das Ziel erreichen – wenn sie nicht ihre eigenen Überlebensstrategien in petto hätten. Enzyme im Ejakulat zerschneiden das Spinnennetz aus DNS-Fäden, sodass sie sich einer Kaulquappe gleich durch Bewegen ihres Schwanzes wieder auf den Weg zur Eizelle machen können. Gegen die Abwehrgifte des Immunsystems rüsten sie sich mit süßen Gegengiften auf ihrer Zelloberfläche – langkettigen Zuckermolekülen.

Was aber soll der Kampf zwischen Mann und Frau, künftiger Mutter und baldigem Vater, auf molekularer Ebene überhaupt, wo makroskopisch doch alles so liebevoll und zärtlich beginnt? Viel wissen Forscher darüber nicht, zumal sich der Vorgang im Labor schwerlich nachstellen lässt. Doch schrittweise finden sie immer mehr darüber heraus.

Bakterien im Gefolge

Des Rätsels Lösung ist vermutlich, dass die Spermien selten alleine kommen, sondern Hundertschaften von Bakterien im Gefolge haben. „Wir gehen davon aus, dass das weibliche Immunsystem deshalb so aggressiv reagiert, um diese Mikroben loszuwerden, weil sie Entzündungen verursachen können, die die Empfängnis erschweren“, erklärt Sebastian Galuska, Biochemiker an der Universität Gießen.

Die Spermien kümmert das nicht. Sie müssen flott weiter. Die Zeit drängt. Irgendwo im linken oder rechten Eileiter wartet die Eizelle und rutscht ganz gemächlich, Mikrometer um Mikrometer, der Spermienschar entgegen. Vor den männlichen Keimzellen aber liegt ein Marathon: Nur ein paar tausendstel Millimeter sind sie lang, etwa 60 Mikrometer, und müssen dennoch in den kommenden Stunden und Tagen zwanzig Zentimeter schwimmend zurücklegen. Für einen Menschen entspräche das einer Strecke von 5,8 Kilometern.

Bessere Mikroskope zeigen mehr Details

Doch einige Spermien kommen nicht weit. Sie haben einen Knick oder einen zum Kringel verklebten Schwanz. „Die werden es nie schaffen“, sagt Toxikologe und Pathologe Klaus Weber vom „Anapath“-Labor in Oberbuchsiten. „Die mit Ringschwanz schwimmen immerzu im Kreis herum. Kreisläufer heißen sie deshalb auch.“ Weber hat im Dezember eine neue Technik zur Beobachtung von Spermien vorgestellt: Unter einem Laserscanmikroskop kann er die Keimzellen mehr als 17 000 Mal vergrößern. Bisher schauen sich Reproduktionsmediziner diese bei maximal 1000-facher Vergrößerung an. Weber entdeckte ganz neue Anomalien: Zwei am Kopf verklebte Spermien etwa, die aufgrund der geringen Auflösung bislang als doppelschwänziges Spermium fehlinterpretiert wurden. „Die kommen nicht in die Eizelle hinein“, sagt Weber. Er hofft, dass seine Technik die bisherige, oft fehlerhafte Spermienanalyse verbessert. Weber selbst wurde, wie viele andere Männer auch, als unfruchtbar abgestempelt, wurde jedoch später zweifacher Vater.

Im Team schwimmen Samen doppelt so schnell

Bisher verglich man den Weg der Spermien gerne mit einer Rallye. „Man glaubte, die treten alle gegeneinander an und das schnellste gewinnt“, sagt Gunther Wennemuth, Leiter des Instituts für Anatomie am Universitätsklinikum Essen. „Doch das Bild stimmt so nicht.“ Spermien beherrschen verschiedene Schwimmtechniken und können sich zu Bündeln von zwei, drei und vier Spermien zusammentun. Im Team schwimmen sie dann doppelt so schnell wie jeder Einzelkämpfer, fand Wennemuth heraus. Kooperation statt Konkurrenz ist also gerade am Anfang des Rennens von Vorteil, obwohl es am Ende gewöhnlich nur ein Spermium in die Eizelle schafft. Außerdem schwimmen Spermien nicht einfach bloß geradeaus, sondern drehen sich dabei schraubenförmig um ihre Längsachse. Spermien ohne diese Bewegung irren nur im Kreis herum.

Haben sie dann endlich das Etappenziel Gebärmutter erreicht, gibt es erstmals weibliche Hilfe. Der Beckenboden zieht sich beim Orgasmus rhythmisch zusammen und pumpt dadurch das Sperma durch das birnenförmige Organ nach oben – vorausgesetzt, das Timing stimmt und die Spermien sind rechtzeitig da, sonst müssen sie den Weg aus eigener Kraft zurücklegen.

Die alles entscheidende Frage: nach rechts oder links?

Dann kommt die erste Verzweigung: In den linken oder den rechten Eileiter schwimmen? Wo steckt die Eizelle? Bis heute weiß kein Forscher, woher die Spermien, noch weit entfernt vom Ziel, an dieser Gabelung wissen, wo es langgeht. Vielleicht bleibt auch alles dem Zufall überlassen und die eine Hälfte schwimmt nach rechts und die andere nach links?

Im Eileiter müssen sie jedenfalls die längste Strecke zurücklegen – über unwegsames Gelände. „Das ist eine Art labyrinthartiger Grand Canyon mit vielen Einsenkungen“, sagt Wennemuth. Hier sind besondere Schwimmkünste gefragt. Würden sich die Spermien stur geradeaus bewegen, würden sie unweigerlich gegen eine Wand des Eileiters schwimmen. Wennemuth aber hat beobachtet, dass sich die Spermien an die Eileiterwand heften und dann ihre Richtung um eine halbe Drehung ändern, bevor sie sich mit einem Schwanzschlag wieder losreißen. So arbeiten sie sich per „Stop and Go“ den zwei Millimeter breiten Kanal hinauf.

Ein Erfrischungsgetränk für die müden Schwimmer

Damit die Spermien in dem Labyrinth nicht verloren gehen, hilft ihnen wieder der weibliche Körper. Zum einen werden die Schwimmer mit Calcium aus der Flüssigkeit im weiblichen Genitaltrakt aufgepäppelt. Das wirkt auf die Spermien wie ein Erfrischungsgetränk, sodass sie prompt flotter schwimmen.

Zum anderen verursachen feine Härchen an der Wand des Eileiters, sogenannte Zilien, einen Flüssigkeitsstrom entgegen der Bewegungsrichtung der Spermien. Das klingt zunächst widersinnig: Die Strapazierten müssen also auch noch stromaufwärts schwimmen. Doch das nehmen die Spermien in Kauf, denn die Strömung dient ihnen als Wegweiser. Erst kurz vor der Ziellinie, wenige Millimeter von der Eizelle entfernt, kommt vermutlich ein zweites Navigationssystem zum Zug. Die Eizelle samt schützender Eihülle sendet Botenstoffe aus, die den wenigen verbliebenen Spermien signalisieren, wo es langgeht. Chemotaxis, Lenken durch Lockstoffe, nennt sich dieses Lotsenprinzip.

Spermien, die Maiglöckchenduft riechen – ein Mythos

Oft ist in diesem Zusammenhang vom Maiglöckchenduft die Rede. Doch es ist wohl ein Mythos, dass die Eizelle die Spermien mit Blumenduft anlockt. Vielmehr hat man in Laborexperimenten verschiedene Duftstoffe von Chemiekonzernen zu Spermien gegeben und beobachtet, dass sie auf Maiglöckchenduft ansprechen. Allerdings erst bei hohen Dosen, sodass der Effekt auf die Befruchtung bezweifelt werden kann.

Sicher ist, dass die Eihülle das weibliche Sexualhormon Progesteron in großen Mengen bildet – ein wahres Dopingmittel für die Spermien auf den letzten Mikrometern. Es öffnet die Ionenkanäle in ihrem Schwanz weit und lässt viel Calcium hinein. Die Spermien schlagen darauf hin wie wild mit dem Schwanz und mobilisieren ihre letzten Kräfte.

Ein Cocktail aus Enzymen

So kurz vor dem Ziel sind nur noch rund zehn von den einst 100 bis 600 Millionen Spermien übrig. Die Eizelle ist umgeben von einer Eihülle, die wiederum eine ordentliche Schicht Zuckermoleküle umkleidet, an die die Spermien nun andocken können. Daraufhin „spucken“ sie einen Cocktail aus Enzymen aus einer Tasche des Spermienkopfes, die die Hülle um die Eizelle schmelzen lassen. In diesem Augenblick, in dem das erste Spermium eindringt, wirft es seinen Schwanz ab und die Eizelle versiegelt im selben Moment ihre Andockhülle. Die übrigen Spermien rutschen ab. „Clever gemacht“, sagt Weber: Das eine Spermium, das es geschafft hat, sei dann der „King of Sperm“.

Auf zielorientierte Zusammenarbeit kommt es bei der Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle an

Die Befruchtung der Eizelle ist keineswegs das Ergebnis gnadenloser Konkurrenz. Unser Bild vom Zeugungsvorgang, bei dem Ei- und Samenzelle miteinander verschmelzen, sieht in etwa so aus: Im Eierstock reift ein Follikel zur Eizelle heran, die nach dem Eisprung über die Eileiter in Richtung Gebärmutter transportiert wird. Im Eileiter findet die Befruchtung der Eizelle statt, wenn dort Samenzellen und Eizellen aufeinander treffen. Diese Samenzelle, so der Kenntnisstand heute, hat bis dahin eine überaus anstrengende Zeit hinter sich: Mit Höchstgeschwindigkeit haben sich bis zu 900 Millionen Samenzellen in der Scheide auf den Weg Richtung Gebärmutter gemacht. Kein leichtes Unterfangen: Das Milieu in der Scheide ist pures Gift für die Samenzellen, und bis zur Gebärmutter ist es eine Strecke, die auf unsere Maßstäbe übertragen einem Weg von fünfeinhalb Kilometern entspricht.

Als erste bei der Eizelle ankommen, ein Auftrag jeder Samenzelle?

Jede Samenzelle folgt, so die weit verbreitete Vorstellung, einem einzigen Auftrag, nämlich als erste bei der Eizelle anzukommen, deren Außenhaut zu durchbohren und in den Kern der Zelle vorzudringen. Das Spermium „weiß“: Wenn es die Außenhülle durchbohrt hat, hat es gewonnen, die Eizelle kann jetzt nicht mehr durch ein anderes Spermium befruchtet werden. Der Vorgang ist abgeschlossen. Dr. med. Friedrich Gagsteiger, Kinderwunsch Zentrum Ulm beschreibt: „Die Befruchtung der Eizelle ist ein sehr komplexer Vorgang, der jedoch wenig mit gemeinhin vorstelligen Konkurrenz der Samenzellen untereinander zu tun hat.“ Tatsächlich, so ist Dr. med. Friedrich Gagsteiger, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe am Kinderwunsch Zentrum Ulm überzeugt, „ist die Befruchtung der Eizelle ein sehr differenzierter Vorgang. Und sie ist zudem vor allem eines: menschlich.“ Im Zeitraum zwischen Samenerguss und Verschmelzung von Ei- und Samenzelle fehlten jeglicher Egoismus oder konkurrierende Rücksichtslosigkeit. „Wir müssen das Vorurteil über Bord werfen, dass das Überleben des Stärkeren nach Darwin ein Kampf sei, der bereits im Mutterleib beginne“, betont Dr. med. Friedrich Gagsteiger.

Befruchtung der Eizelle: Vorurteil vom Überleben des Stärkeren über Bord werfen

Richtig sei vielmehr: Die Spermien landen in einer Wolke von Ejakulat in der Scheide. Müssten sie jetzt schwimmen, die Samenzellen wären dem Untergang geweiht, denn dafür sind sie nicht ausgerüstet. Ihr Schwanz, die Geißel, hilft ihnen bei einer einzigen Aufgabe: dem Durchbohren der Hülle, nicht aber bei der Vorwärtsbewegung über diese Distanz. Es sind vor allem die Muskelkontraktionen der Gebärmutter, die die Samenzellen Richtung Ziel schieben. Zusätzlich saugt der Gebärmutterhals die Zellen an und bildet somit eine Art „Shuttleservice“ für kleine Pakete voller Spermien, die in den Eileiter transportiert werden.

Muskelkontraktionen der Gebärmutter schieben die Samenzellen Richtung Ziel

Das Ziel ist die Eizelle, die, bereit für eine Befruchtung, chemische Stoffe aussendet. Von allen Seiten versuchen die Samenzellen, die es in den Eileiter geschafft haben, über die Hülle in die Eizelle vorzudringen. Schließlich gibt die Hülle nach und reißt an einer Stelle. Jenes Spermium, das zufällig an der geplatzten Stelle der Eihülle sitzt, wird das Ei befruchten. Die Samenzellen müssen also zusammenarbeiten. Eine allein schafft es nicht, die äußere Hülle des Eis abzutragen.

Fortpflanzungsvorgänge beim Mann

Der männliche Körper produziert täglich Millionen von Samenzellen (Spermien), die eine weibliche Eizelle befruchten können. Wer über diese Vorgänge gut informiert ist, kann die Chancen für eine Schwangerschaft erhöhen oder sich besser vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen.

In der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) des Mannes werden mit Beginn der Pubertät Hormone gebildet, die die Funktion der Hoden steuern. Hormone sind Botenstoffe, die in Körperdrüsen gebildet und ins Blut ausgeschüttet werden. Sie sind nicht nur wichtig für die Fruchtbarkeit und die Sexualität, sie beeinflussen neben vielen anderen Körperfunktionen auch das Immunsystem und das seelische Befinden.

Das so genannte follikelstimulierende Hormon (FSH) reguliert die Bildung der Samenzellen in den Hoden. Das luteinisierende Hormon (LH) steuert die Produktion des Geschlechtshormons Testosteron. Die Bildung und Ausschüttung von FSH und LH sind abhängig vom Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH), das im Zwischenhirn (Hypothalamus) gebildet wird. Die Ausschüttung dieses so genannten Freisetzungshormons wird über die Großhirnrinde reguliert.

Auch äußere Reize und seelische Signale, die im Gehirn verarbeitet werden, wirken auf den hormonellen Regelkreis ein und können die Produktion der Samenzellen positiv oder negativ beeinflussen.

Die Bildung von Samenzellen (Spermiogenese)

Klick vergrößern © BZgA

Spermien entwickeln sich in den Samenkanälchen der Hoden. Von dort gelangen sie in die Nebenhoden. Dort reifen die Samenzellen endgültig aus. Spermien messen etwa 0,06 mm und gehören damit zu den kleinsten Körperzellen. Jedes einzelne Spermium enthält das gesamte Erbgut des Mannes.

Der gesamte Entwicklungs- und Reifeprozess der Spermien dauert etwa drei Monate. Für die Spermienbildung wird eine konstante Körpertemperatur von ungefähr 35 Grad Celsius benötigt. Um das zu gewährleisten, ziehen sich die Hoden bei niedrigen Temperaturen näher an den (warmen) Körper heran. Bei höheren Temperaturen weitet sich die Haut des Hodensacks, sodass die Hoden etwas tiefer hängen. Dadurch sind sie weiter vom Körper entfernt und können besser „abkühlen“.

Die reifen Samenzellen werden sowohl in den Nebenhoden als auch in den Samenleitern gespeichert. Sie können sich noch nicht selbstständig fortbewegen, sondern werden durch Kontraktionen der Samenleiter zur Prostata transportiert.

Bei einem Orgasmus ziehen sich neben der Prostata auch die Samenleiter stark zusammen und bewirken so einen Samenerguss (Ejakulation). Die Spermien gelangen dabei in die Harnröhre und durch den Penis nach draußen. Erfolgt über längere Zeit kein Samenerguss, werden die Spermien von Immunzellen des Körpers wieder abgebaut oder durch einen unwillkürlichen Samenerguss (meist im Schlaf) nach draußen befördert.

Die Samenflüssigkeit (Sperma)

Beim Orgasmus des Mannes werden im Allgemeinen 2 bis 6 Milliliter Samenflüssigkeit (Ejakulat) aus der Harnröhre ausgestoßen. Sie dient als Transportmittel der Spermien zur Eizelle und sieht durchsichtig-milchig aus. In jedem Milliliter Ejakulat befinden sich bei einem fruchtbaren Mann durchschnittlich zwischen 20 und 60 Millionen Samenzellen. Mit jedem Samenerguss verlassen daher vierzig bis einige hundert Millionen Spermien den Körper.

Die Samenzellen selbst machen im Sperma nur etwa fünf Prozent der Menge aus. Sie vermischen sich vor dem Samenerguss mit Sekreten aus anderen Drüsen, insbesondere der Prostata und den Bläschendrüsen. Diese Sekrete sind für die Befruchtungsfähigkeit der Samenzellen sehr wichtig. Unter anderem sorgen sie für die Beweglichkeit der Samenzellen und dienen ihnen als Energielieferant.

Das Sperma eines Mannes, der ein Kind zeugen will, sollte pro Milliliter mindestens 15 Millionen Spermien enthalten, denn nicht alle von ihnen sind befruchtungsfähig. Oft ist etwa die Hälfte nicht vollständig entwickelt und nicht ausreichend beweglich. Dies und einige Hindernisse auf dem Weg zur Eizelle führen dazu, dass am Ende nur wenige hundert Samenzellen ihr Ziel erreichen.

Nach dem Samenerguss

Unmittelbar nach dem Samenerguss sind die Spermien in der zähen Samenflüssigkeit noch unbeweglich eingeschlossen. Nach 15 bis 30 Minuten bewirkt das Sekret der Prostata, dass sich das Sperma deutlich verflüssigt und die Spermien sich Richtung Eileiter fortbewegen können. Für den 12 bis 15 Zentimeter weiten Weg durch die Gebärmutter in die Eileiter brauchen gut bewegliche Spermien eine bis drei Stunden. Die Gebärmutter unterstützt sie dabei durch gezielte, aber unmerkliche Muskelkontraktionen. Auf diesem Weg greifen jedoch Immunzellen in der Gebärmutter die (körperfremden) Samenzellen an, sodass von den ursprünglichen Millionen nur wenige hundert in den richtigen Eileiter und zum Ei gelangen.

Ei und Spermien werden durch die Bewegung feiner Flimmerhärchen und Kontraktionen des Eileiters aufeinander zu bewegt. Die Spermien lösen nun gemeinsam die Außenhülle des Eies auf, doch nur einem Spermium gelingt es schließlich, ins Innere des Eis vorzudringen und es zu befruchten. Sobald dies geschehen ist, wird in der Eizelle ein Mechanismus ausgelöst, der die Befruchtung durch weitere Spermien unmöglich macht. Die verbliebenen Samenzellen baut der weibliche Körper ab.

Die befruchtete Eizelle wandert schließlich den Eileiter hinunter und nistet sich in der Gebärmutterschleimhaut ein, um sich dort weiter zu entwickeln.

Wenn von der berühmten biologischen Uhr die Rede ist, denken wir meist an Frauen über 40. Doch gerade beim Thema Kinderwunsch zeigen neueste Studien: Auch Männer sollten nicht ewig warten, denn die Qualität ihrer Spermien sinkt mit dem Alter. Und überhaupt kursieren rund um die kleinen Schwimmer eine Reihe von Irrtümern. Antworten auf die wichtigsten Fragen gibt Priv.-Doz. Dr. med. Frank vom Dorp, Chefarzt der Urologie und Kinderurologie an der Helios Marien Klinik Duisburg.

Wie lange sind Männer tatsächlich fruchtbar?

Grundsätzlich stimmt zwar die weit verbreitete Annahme, dass Männer auch im hohen Alter noch Kinder zeugen können. Aber so leicht, wie es klingt, ist es nicht. Die Fruchtbarkeit des Mannes beginnt mit dem ersten Samenerguss in der Pubertät und erreicht ihren Höhepunkt ungefähr mit Mitte 20. Danach geht es, wie in anderen Bereichen unseres Körpers, stetig bergab. Das bedeutet, dass die Zahl der beweglichen und gesunden Spermien sinkt, gemeinsam mit der Wahrscheinlichkeit ein gesundes Kind zu zeugen. Deshalb sollten sich bei Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch auch immer beide untersuchen lassen. In etwa 40 Prozent der Fälle liegt die Ursache beim Mann.

Wie misst man die Qualität von Spermien?

Um die Qualität beurteilen zu können, müssen die Betroffenen in der Regel eine Spermaprobe in einer urologischen Praxis oder Klinik abgeben. Das ist für viele schon eine unangenehme Hürde. Deshalb ist auch möglich, die Probe daheim in einen speziellen Becher zu füllen und dann innerhalb eines bestimmten Zeitfensters zur Praxis zu bringen. Im Labor wird dann ein sogenanntes Spermiogramm erstellt, das die Ejakulatmenge, die Gesamtzahl der Spermien, ihre Beweglichkeit und Form sowie das Vorkommen von Antikörpern und weißen Blutkörperchen beurteilt. Für dieses Verfahren gibt es feste Vorgaben von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Ergeben sich auffällige Werte, muss der Test einige Wochen später noch einmal wiederholt werden. Um Männern den Gang zum Urologen zu ersparen, arbeitet die Forschung aktuell auch an Tests für Zuhause, ähnlich einem Schwangerschaftstest. Bislang liefern diese aber nur ungenaue Ergebnisse, etwa die reine Spermienanzahl. Da für ein umfassendes Bild aber auch andere Parameter entscheidend sein können und Beratung ebenso wichtig ist, sollte man, um sicherzugehen, immer auch ein herkömmliches Spermiogramm anfertigen lassen.

Schadet Wärme den Spermien?

Das ist zumindest für kurzfristige Aktionen wie ein Saunabesuch oder ein kleines Sonnenbad nicht eindeutig erwiesen, daher sollten diese Dinge keine Probleme verursachen. Jedoch reifen die Schwimmer nicht umsonst rund 72 Tage außerhalb des Körpers im Hoden heran. Diese besondere Lage sorgt für eine kühlere Durchschnittstemperatur von rund 34 Grad. Liegt sie über einen längeren Zeitraum höher, verschlechtert sich die Qualität nachweisbar. Das ist etwa bei männlichen Kleinkindern mit Hodenhochstand der Fall, da sich hier die Keimzellen, also die Vorstufen der Spermien, lange Zeit im Körperinneren bei 37 Grad befinden. Wer täglich lange sitzt, sollte deshalb vorsichtshalber keine Wärmeunterlagen verwenden und zwischendurch die Position wechseln. So kühlen die Hoden wieder ab.

Was tut der Spermienqualität besonders gut?

Abgesehen von einem gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und geringem Alkoholkonsum steht vor allem Nikotinverzicht ganz oben auf der Liste. Denn Rauchen beeinträchtigt die Fruchtbarkeit von Männern enorm. Weitere Faktoren sind Stress und Übergewicht, die es zu reduzieren gilt. Helfen kann moderate Bewegung. Extremsport wiederum ist kontraproduktiv, vor allem die Einnahme von männlichen Hormonen zum Muskelaufbau kann die Spermienproduktion fast komplett lahmlegen.

Abstinenz für bessere Fruchtbarkeit?

Getreu dem Motto „Weniger ist mehr“ gehen immer noch viele davon aus, dass es beim Kinderwunsch helfen kann, Samen aufzusparen. Das ist allerdings widerlegt: Schon nach ein bis zwei Tagen ohne Erguss sinkt die Qualität des Spermas, die Anzahl der zeugungsfähigen Samenzellen nimmt dann deutlich ab, sie sind weniger beweglich. Das längere „Verweilen“ im Hoden wirkt sich offenbar auf die Fitness der Spermien aus. Gegen regelmäßigen Sex auch außerhalb der fruchtbaren Tage ist also gerade in der Kinderwunschzeit nichts einzuwenden.

Bei welchen Symptomen muss ich zum Urologen?

Wer beim Samenerguss Schmerzen verspürt, sollte zum Arzt gehen, um die Ursache abzuklären. Eventuell kann eine Entzündung dahinterstecken. Auch ein „trockener“ Erguss, also einer ohne Ejakulat sollte abgeklärt werden. Ein bisschen Blut im Sperma muss nicht zwangsläufig ein Alarmsignal sein, denn beim Orgasmus kann es durchaus passieren, dass ein kleines Blutgefäß platzt. Dennoch sollte zur Sicherheit einmal ein Urologe nachschauen. Häufigster Grund für den Arztbesuch aber ist meist ein unerfüllter Kinderwunsch. Ist das Paar nach rund 12 Monaten intensiven Übens nicht schwanger, sollten sich beide Partner untersuchen lassen.

Zusätzliche Fakten über Spermien:

  • Die meisten Spermien sind kleiner als 0,06 Millimeter.

  • Pro Samenerguss liegt die Menge des Spermas zwischen zwei bis sechs Millilitern. Die Menge gibt dabei aber keinen Hinweis auf die Fruchtbarkeit.

  • Das Ejakulat besteht nur zu rund einem Prozent aus Spermien, der Rest ist Samenflüssigkeit aus Samenblasen, Prostata und Nebenhoden.

  • Ob es beim Samenerguss spritzt oder nur läuft, sagt nichts über die Qualität des Spermas aus. Dabei spielen Muskelkontraktionen eine Rolle, die je nach Situation variieren können.

  • Spermien sind ausdauernd: Sie legen auf dem Weg zur Eizelle zwar nur rund 15 Zentimeter zurück, können aber im Gebärmutterhals bis zu fünf Tage schwimmend verharren. Auf dem Weg werden sie vom weiblichen Körper unterstützt, der ihnen mit Hilfe des Hormons Progesteron den Weg weist.

Befruchtung (Konzeption)

Etwa zwei Tage nach der Befruchtung wandert die befruchtete Eizelle den restlichen Weg des Eileiters hinab in die Gebärmutter, wo die Einnistung stattfindet.

Damit es überhaupt zur Befruchtung kommen kann, sind einige Voraussetzungen nötig, die alle gemeinsam dazu führen, dass Samen- und Eizelle zusammenkommen können.

So läuft die Befruchtung ab:

  1. Nach dem Eisprung wandert die Eizelle im Eileiter Richtung Gebärmutter.
  2. In den kommenden zwölf bis 24 Stunden ist sie befruchtungsfähig.
  3. Die an der Eizelle angekommenden Spermien versuchen, sich durch ihre Hülle zu bohren.
  4. Die Befruchtung findet in dem Moment statt, in dem ein Spermium es bis zum Zellkern schafft.
  5. Ei- und Samenzelle verschmelzen bei der Befruchtung miteinander.
  6. Die befruchtete Eizelle teilt sich nun alle paar Stunden.
  7. Nach einigen Tagen setzt die befruchtete Eizelle ihren Weg in die Gebärmutter fort, um sich dort einzunisten.

Sex-Tipps zum Schwanger werden

Voraussetzung für die Befruchtung: eine befruchtungsfähige Eizelle

Bei jeder Frau reifen in der ersten Zyklushälfte in den Eierstöcken Eibläschen (Follikel) heran. Ein, gelegentlich auch mehrere, Eibläschen entwickeln sich bis etwa zu Mitte des Zyklus zum sprungbereiten Leitfollikel. In der Mitte des Zyklus – durchschnittlich 14 Tage nach dem ersten Tag der letzten Regelblutung – findet der Eisprung (Ovulation) statt: Eine Eizelle tritt aus dem Leitfollikel aus und in den Eileiter hinein. In den folgenden zwölf bis 24 Stunden nach dem Eisprung wandert die Eizelle im Eileiter in Richtung Gebärmutter. Während dieser „Wanderung“ kann sie durch eine Samenzelle befruchtet werden.

Wie lange überleben Spermien?

Wie lange Spermien aus dem Ejakulat überleben, hängt vor allen Dingen von der Umgebung ab. In der idealen Umgebung der Gebärmutter zur fruchtbaren Zeit können Spermien drei bis fünf Tage überleben – manchmal sogar noch länger, bis zu sieben Tage. An der Luft sterben Spermien schnell ab. Ist Sperma nicht mehr von Flüssigkeit umgeben, beispielsweise an der Hand getrocknet, kann damit keine Befruchtung mehr stattfinden.

Wie gelangen die Samenzellen zur befruchtungsfähigen Eizelle?

Die Spermien oder Samenzellen werden in den Hoden des Mannes gebildet. Beim Orgasmus vermischen sich diese Spermien mit einem Sekret aus der Prostata. Diese Mischung nennt man Ejakulat. Je nach Zustand befinden sich darin durchschnittlich 150 Millionen Spermien. Das Ejakulat während des Geschlechtsverkehrs beim Orgasmus des Mannes aus dem Penis in die Scheide der Frau. Von dort „schwimmen“ die Spermien in Richtung Gebärmutter und Eileiter.

Das „Wettrennen“ der Spermien bis zur Befruchtung

Die Milieus von Gebärmutter und Gebärmutterschleimhaut sorgen dafür, dass die Spermien im Körper der Frau beweglich bleiben und möglichst lange überleben. In der Zeit um den Eisprung herum ist der ansonsten durch zähen Schleim verschlossene Gebärmutterhals durchgängig, sodass die Spermien ihn passieren können.

Nach Durchquerung des Gebärmutterhalses gelangen die Spermien in die Gebärmutter und in den Eileiter. Dort befindet sich bis zu 24 Stunden nach dem Eisprung die Eizelle. Im Eileiter bewegen sich die Spermien durch Flimmerhärchen hindurch bis zur Eizelle.

Den mühsamen Weg bis zur Eizelle überstehen nicht alle Spermien. Viele gehen bereits vorher zugrunde. Diejenigen, die an der Eizelle angekommen sind, versuchen, sich durch deren Hülle zu bohren.

Die eigentliche Befruchtung

Diejenigen Samenzellen, die sich durch die Hülle bohren konnten, befinden sich nun in einem Zwischenraum, der mit Flüssigkeit gefüllt ist. Schafft es ein Spermium, ins Zellplasma des Zellkerns vorzudringen, findet die Befruchtung statt: Sowohl Eizelle als auch Samenzelle haben alle Erbinformationen gespeichert, die für die Entstehung eines Menschen nötig sind. Beide verschmelzen bei der Befruchtung miteinander. Wesentliche Merkmale des entstehenden Menschen (Geschlecht, Haarfarbe, Blutgruppe usw.) sind also ab diesem Zeitpunkt bereits festgelegt.

Nach der Befruchtung: die Wanderung in die Gebärmutter

Verschmelzen Eizelle und Samenzelle miteinander, verändert sich die chemische Zusammensetzung der Eizelle sofort, um das Eindringen weiterer Spermien zu verhindern. Alle Spermien, die es nicht geschafft haben, sterben bald darauf ab. Im Inneren der Eizelle befindet sich – nach der Verschmelzung mit der Samenzelle – nun wieder eine Zelle, die sich nach einiger Zeit alle paar Stunden teilt.

Die befruchtete Eizelle befindet sich währenddessen immer noch im Eileiter. Erst einige Tage später setzt sie ihre Wanderung in die Gebärmutter fort. Der letzte Abschnitt ist dabei der gefährlichste, da er besonders eng ist. Nicht alle befruchteten Eizellen schaffen es hier hindurch: Einige bleiben an den Wänden hängen und es entwickelt sich eine Eileiterschwangerschaft.

In der Gebärmutter

Hat die befruchtete Eizelle die Wanderung durch den Eileiter schadlos überstanden, kommt sie in der Gebärmutter (Uterus) an. Hier teilen sich einige Zellen in der Hülle nochmals ab. Aus diesen Zellen entsteht der Mutterkuchen (Plazenta), der sich mit dem Organismus der Frau verbindet und den Embryo mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt.

Die restlichen Zellen befreien sich aus der Eihülle und docken im oberen Teil der Gebärmutter in der Schleimhaut an. Ist diese Phase der Einnistung, die Implantation, abgeschlossen, werden Hormone ausgesendet, die die notwendigen körperlichen Veränderungen hervorrufen, damit sich der Embryo in der Gebärmutter der Frau entwickeln kann. Wird das Hormon HCG (Humanes Choriongonadotropin) im Blut der Frau nachgewiesen, besteht sicher eine Schwangerschaft.

Mehrlingsschwangerschaften

Gelegentlich kommt es vor, dass zwei Eizellen gleichzeitig in den Eierstöcken heranreifen. Diese beiden Eizellen „springen“ auch zur gleichen Zeit: Nach dem Eisprung wandern also zwei befruchtungsfähige Eizellen in die Eierstöcke. Werden beide befruchtet, kommt es zu einer Mehrlingsschwangerschaft mit zweieiigen Zwillingen. Im Grunde handelt es sich um parallel stattfindende Befruchtungen mit jeweils einer Eizelle und einer Samenzelle, sodass sich die zweieiigen Zwillinge wie normale Geschwister ähneln oder nicht ähneln.

Teilt sich die Eizelle nach der Befruchtung in zwei Zellkerne, entstehen daraus eineiige Zwillinge. Diese sind – je nach Zeitpunkt der Zellteilung – über die gleiche oder jeweils einen eigenen Mutterkuchen (Plazenta) mit der Mutter verbunden. Eineiige Zwillinge sehen fast identisch aus und haben immer dasselbe Geschlecht.

Mehrlingsschwangerschaften mit drei oder mehr Embryonen sind meistens eine Kombination aus ein- und zweieiigen Zwillingen oder aus drei einzelnen Eizellen, die jeweils durch eine eigene Samenzelle befruchtet werden. Besonders nach einer künstlichen Befruchtung kommt es häufig zu Mehrlingen.

Natürliche Familienplanung (NFP)

Auch wenn streng genommen die Eizelle nur etwa einen Tag nach dem Eisprung befruchtet werden kann, so bedeutet das nicht, dass es zur Verhütung ausreicht, in dieser Zeit auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Spermien sind im günstigen Klima von Gebärmutterhals und Gebärmutter bis zu fünf Tage lebensfähig, möglicherweise länger. Geschlechtsverkehr eine Woche vor dem Eisprung kann also trotzdem zu einer Schwangerschaft führen.

Umgekehrt ist die Kenntnis um den Zeitpunkt des Eisprungs günstig, wenn Kinderwunsch besteht. Empfohlen wird dann der Geschlechtsverkehr in den Tagen vor und direkt während des Eisprungs.

Befruchtung und Einnistung (1. bis 4. Schwangerschaftswoche)

Wenn eine Eizelle befruchtet wird, wandert sie in die Gebärmutter und nistet sich dort ein. Schnell teilt sie sich in immer mehr Zellen. Die Plazenta entwickelt sich und der Embryo wächst heran.

Wie werden die Schwangerschaftswochen gezählt ?

Als Beginn der Schwangerschaft wird in den Mutterpass der erste Tag der letzten Menstruation eingetragen. Weil jedoch die Befruchtung meist erst etwa zwei Wochen später stattgefunden hat, liegt das Alter des sich entwickelnden Kindes stets zwei Wochen hinter der angegebenen Schwangerschaftswoche zurück.

Alle Angaben zu Größe, Gewicht und Entwicklung des ungeborenen Kindes sind Durchschnittswerte, von denen es zum Teil deutliche, aber normale Abweichungen gibt.

Der Eisprung

In den Eierstöcken sind seit der letzten Monatsblutung in mehreren Eibläschen (Follikeln) weibliche Eizellen herangereift. Etwa 10 bis 14 Tage vor der nächsten Monatsblutung kommt es in der Regel bei einer der Eizellen zum Eisprung. Das Eibläschen platzt und gibt die Eizelle frei. Sie wird vom trichterförmigen und beweglichen Ende des Eileiters aufgefangen. Muskelbewegungen und feine Härchen transportieren die Eizelle dann im Eileiter langsam weiter.

Das Ei wird befruchtet

Innerhalb der nächsten 24 Stunden kann das Ei im Eileiter befruchtet werden. Dazu muss eine männliche Samenzelle ihr Ziel erreichen und mit der Eizelle verschmelzen. Bei der Befruchtung werden die Erbinformationen der weiblichen Eizelle und der männlichen Samenzelle neu kombiniert – zum Bauplan für einen neuen Menschen. Das männliche Geschlechts-Chromosom legt fest, ob sich ein Mädchen oder ein Junge entwickeln wird.
Kommt es nicht zur Befruchtung, löst sich die Eizelle auf, und am Ende des Zyklus setzt die Periode ein.

Das Ei nistet sich ein

Nach der Befruchtung wandert die Eizelle innerhalb der nächsten vier bis fünf Tage durch den Eileiter in die Gebärmutter. Dabei teilt sie sich mehrfach. Wenn sie die Gebärmutter erreicht hat, nistet sie sich dort in der aufgelockerten Gebärmutterschleimhaut ein. Damit ist die eigentliche Empfängnis abgeschlossen.

Lesen Sie auch

  • Was bei der Fortpflanzung geschieht

Die Versorgung wird gesichert

Die nächste Woche verbringt der Embryo damit, „Wurzeln zu schlagen“. Ein Teil der Zellen entwickelt sich zum eigentlichen Embryo, ein anderer Teil spezialisiert sich auf seine Versorgung: Der Mutterkuchen (Plazenta) beginnt sich zu entwickeln und verankert sich in der Gebärmutterschleimhaut. Im Austausch mit dem mütterlichen Blut übernimmt die Plazenta später die Versorgung des ungeborenen Kindes mit Sauerstoff und Nährstoffen. Aus weiteren Zellen entstehen die Fruchtblase und das Fruchtwasser.

Am Ende des ersten Schwangerschaftsmonats, also etwa zwei Wochen nach der Befruchtung, ist der Embryo noch winzig klein und kaum größer als ein Nadelstich in einem Blatt Papier.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 12.05.2016
Die dem Text zugrundeliegende Fachliteratur kann bei der Redaktion angefragt werden.

Innerhalb weniger Stunden nach dem Eisprung kann die Befruchtung stattfinden. Die wichtigsten Informationen über Deinen Eisprung haben wir Dir hier zusammengestellt. Mit der Befruchtung einer reifen Eizelle beginnt der Zyklus des Lebens. Rein medizinisch beginnt eine Schwangerschaft mit dem ersten Tag der letzten Periode. Da aber niemand genau sagen kann, wann Dein Eisprung stattfindet und wann die reife Eizelle dann befruchtet wird, gilt es als anerkannt, dass man eine Schwangerschaft ab der letzten Monatsblutung rechnet. Doch was genau passiert eigentlich in Deinem Körper, nachdem eine reife Eizelle auf das männliche Sperma trifft?

Inhalt

Befruchtung nur wenige Stunden möglich

Das reife Ei ist nach dem Eisprung nur wenige Stunden zur Befruchtung bereit. Das bedeutet, dass Du am besten etwa zwei bis drei Tage vor Deinem Eisprung Geschlechtsverkehr haben solltest. Dabei solltest Du aber wissen, dass die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, oftmals nur bei etwa 15 – 25 Prozent liegt. Und nur eines von Millionen Spermien schafft den Weg in die Eizelle! Viele von ihnen verlieren den Wettlauf schon auf “den ersten Metern”, denn nur einige Hundert Spermien kommen überhaupt beim Eileiter an. Dazu müssen sie erst einmal durch den Gebärmutterschleim, der sich im Laufe des Zyklus’ “spermienfreundlich” entwickelt. Das bedeutet, dass dieser Schleim normalerweise für Spermien undurchlässig ist. Je näher Du aber Deinen fruchtbaren Tagen kommst, desto durchlässiger wird dieser Schleim – und desto höher ist die Chance, dass die Spermien auch durchkommen. Ist der Schleim für Spermien durchlässig, “warten” diese nach der Ejakulation erst einmal ein paar Tage in der Gebärmutter. Hier herrscht ein freundliches Milieu. Deshalb können sie bis zu sechs Tage überleben.

Sperma macht sich bereit zur Befruchtung

Wenn nun also der Eisprung erfolgt, wird der Schleimpfropf durchlässig, und die Spermien können sich nun durch den Gebärmutterhals auf den Weg zum reifen Ei machen. Damit sich die Spermien nicht “verlaufen” und möglicherweise im falschen Eileiter landen, sendet der Eierstock, der die reife Eizelle enthält, ein Signal. Dabei werden Lockstoffe – sogenannte Chemotaxine – ausgesendet, die den Spermien den Weg bereiten. Jedes Spermium hat auf seinem Köpfchen Rezeptoren. Diese ermöglichen die Aufnahme der Lockstoffe und weisen dem Spermium den richtigen Weg.

Von den Lockstoffen angezogen, versucht nun jedes Spermium, die vor ihm liegende große Hürde zu nehmen. Die reife Eizelle ist von einer Art Schutzhülle, sogenannten Hilfszellen, umgeben. Diese muss erst einmal durchdrungen werden. Und das ist gar nicht so einfach: Wenn es zur Befruchtung kommen soll, muss das “Sieger-Spermium” zuerst die Plasmamembran der reifen Eizelle durchdringen. Das ist aber noch nicht alles: Denn neben der Schutzhülle wird die Eizelle zudem von speziellen Glykoproteinen umgeben. Durch diese muss sich das Spermium ebenfalls arbeiten.

Aber das Spermium hat eine kleine Hilfe: Eine Kappe aus Enzymen hilft ihm dabei, die Schutzhülle und die Plasmamembran zu durchdringen. Hat das Spermium den Weg in das Innere des Zellkerns gefunden, verändert sich sofort die äußere Schutzschicht. Dabei verändert sich die chemische Zusammensetzung und sorgt dafür, dass kein weiteres Spermium eindringen kann. Und genau dieser Zeitpunkt ist die eigentliche Befruchtung: Sobald ein Spermium zur Eizelle durchgedrungen ist, gilt sie als befruchtet.

Alles zum Thema Kinderwunsch

Aboniere jetzt unseren Newsletter und erhalte jede Woche interessante Artikel

DNA schon bei Befruchtung

In dem Moment, indem sich Eizelle und Spermium verbinden, also die Befruchtung stattfindet, werden auch die Erbinformationen (DNA) übergeben. Eizelle und Spermium enthalten jeweils 50 Prozent an Erbinformationen – und damit entsteht ein vollständiger Chromosomensatz. Allerdings haben nicht beide das gleiche “Mitspracherecht”: Denn ob das Kind männlich oder weiblich wird, entscheidet das Spermium, also der Vater. Alle weiteren Erbanlagen wie Haarfarbe, Augenfarbe, Größe etc. entscheidet die Natur.

Ab jetzt hat die befruchtete Eizelle auch einen anderen Namen: Sie heißt nun “Zygote”. Für die nächsten rund 30 Stunden ist sie im Eileiter beheimatet und ruht sich hier ein bisschen aus. Anschließend beginnt die Zellteilung. Bei jeder Teilung werden die Zellen verdoppelt, also aus einer Zelle werden zwei, aus zwei Zellen werden vier, aus vier Zellen werden acht usw. Etwa am vierten Tag nach der Befruchtung ist aus der Zellteilung eine Furchungskugel (Morula) geworden. Und das ist das Zeichen für die Eizelle, sich auf den Weg zur Gebärmutter zu machen. Wenn die Eizelle dort angekommen ist, kommt eine Flüssigkeit durch die Membranporen und flutet praktisch die Zwischenräume der Zellen. Dies führt dazu, dass nun eine sogenannte Blastozyste entsteht.

Was kann nun noch schiefgehen?

Normalerweise ist der Weg für die Eizelle zur Gebärmutter (Uterus) ungefährlich. Allerdings kann es passieren, dass die Schleimhaut verklebt ist und die Eizelle dort hängen bleibt. Dies kann – im schlimmsten Fall – zu einer Eileiterschwangerschaft führen. Das passiert aber nur selten – denn meistens kommt die Eizelle nach der Befruchtung gut und sicher in der Gebärmutter an und kann sich dort einnisten. Im Uterus angekommen, sucht sie zuerst den passenden Platz für die Einnistung. Mit dem Andocken und der Verankerung in der Gebärmutterschleimhaut beginnt das Baby sich zu entwickeln.

  • Tags:
  • Kinderwunsch
  • Zyklus

Der Weg des Spermiums zur Eizelle

kus. Einen ganz bestimmten und trotzdem unbekannten Ort zu finden, ist schwierig. Doch genau diese Aufgabe muss ein Spermium auf dem Weg zur Eizelle meistern. Die grobe Richtung weisen ihm dabei offenbar – zumindest bei Säugetieren – feine Temperaturunterschiede, wie

26.03.2003 Drucken Teilen

kus. Einen ganz bestimmten und trotzdem unbekannten Ort zu finden, ist schwierig. Doch genau diese Aufgabe muss ein Spermium auf dem Weg zur Eizelle meistern. Die grobe Richtung weisen ihm dabei offenbar – zumindest bei Säugetieren – feine Temperaturunterschiede, wie Michael Eisenbach vom Weizmann Institute of Science in Rehovot in Israel und seine Kollegen kürzlich gezeigt haben. Sie fanden bei Kaninchen einen Temperaturgradienten zwischen dem (zwei Grad kälteren) Ort der Spermien-„Aufbewahrung“ und dem der Befruchtung. Und tatsächlich bewegten sich in ihren Experimenten Kaninchen- Spermien und in geringerem Masse auch jene von Menschen selbst bei Temperaturunterschieden von nur 0,5 Grad Celsius noch in die Richtung der Wärme – und damit der Eizelle.

Der Nah-Navigation auf der Zielgeraden dienen dann spezielle chemische „Lockstoffe“, die entweder von der Eizelle selbst oder von anderen, eng mit ihr assoziierten Zellen abgegeben werden. Diese sogenannte Chemotaxis, bei der sich die Spermien entlang eines ansteigenden Lockstoff- Gradienten „orientieren“, findet sich in den verschiedensten Tierklassen. Innerhalb der Gruppe der Säuger ist die Anziehungskraft bestimmter, bis anhin noch nicht identifizierter Faktoren in der follikulären Flüssigkeit etwa von Menschen und Kaninchen bekannt. Dabei machen Säuger- Spermien offenbar keine Art-Unterschiede: In der Studie reagierten Spermien von Mensch und Kaninchen in gleicher Weise auf follikuläre Flüssigkeit von Mensch, Rind und Kaninchen.

Wie sich die Spermien entlang des Gradienten orientieren, ist unbekannt. Doch die ersten zellulären Reaktionen beim Kontakt mit dem Lockstoff konnte das Team von U. Benjamin Kaupp vom Forschungszentrum Jülich in Deutschland kürzlich klären – und dabei erstmals nachweisen, dass bereits die Bindung eines einzigen Moleküls in einer Zelle eine Reaktion auslösen kann. Die Forscher veränderten den (bekannten) Lockstoff einer Seeigel-Eizelle so, dass dieser inaktiv wurde, sich durch einen Lichtblitz aber innerhalb von Sekundenbruchteilen wieder in die aktive Form überführen liess. Mit Hilfe dieser zeitlich hochauflösenden Methode fanden sie heraus, dass die Bindung des Lockstoffes an Rezeptoren auf dem Schwanz des Spermiums innerhalb von Millisekunden zur Produktion eines zelleigenen Botenstoffes (cGMP) führt, der dafür sorgt, dass Kalzium in die Zelle einströmen kann. Dieses ändert die Schwimmbewegungen des Spermiums: Es schlägt einen „Haken“, schwimmt ein Stück geradeaus, schlägt wieder einen „Haken“ und so weiter – kommt also von seinem ursprünglich kreisförmigen Kurs ab, was wohl die Wahrscheinlichkeit, im „Dunstkreis“ der Eizelle zu bleiben, erhöhen dürfte. Diese Verhaltensänderung erfolgt möglicherweise aber – im Gegensatz zur zellulären Reaktion – erst beim Überschreiten einer bestimmten Anzahl gebundener Moleküle.

Nature Medicine 9, 149-150 (2003); Developmental Biology 255, 423-427 (2003); Nature Cell Biology 5, 93-96, 109-117 (2003).

Männliche Ejakulation: Die Reise der Spermien

Manchmal reicht eine leichte Berührung. Manchmal auch nur der Anblick eines Bildes. Dann wieder kann es eine flüchtige Fantasie sein, die das Blut in Wallung bringt. Was uns erregt, ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Wie sich dieses sexuelle Empfinden jedoch im Körper entwickelt und bis zur Ekstase steigert, das läuft nach einem bestimmten typischen Muster ab: Von der leichten über die immer stärker werdende Erregung bis zum Orgasmus.

Der rauschhafte Moment dauert nur wenige Sekunden. Wir erleben ihn als krampfartigen Anfall oder als Abfolge von schnellen Zuckungen, denen schlagartig eine wunderbare Entspannung folgt. Während ihres Höhepunkts stoßen Männer Sperma aus. Dieser Samenerguss, die sogenannte Ejakulation, markiert im allgemeinen Verständnis den erfolgreichen männlichen Gipfelsturm. Das ist allerdings nicht immer richtig.

Das Hirn regiert im Liebesspiel

Wenn wir, durch was auch immer, erotisch gereizt werden, bringt sich das Hirn in Befehls-Position. Es sendet Impulse an zwei Nervennetze im Körper: das sympathische und das parasympathische Nervensystem. Beide steuern, ohne dass der Wille dabei eine maßgebliche Rolle spielt, die Atmung, den Herzschlag, die Schweißabsonderung und die Anspannung der Muskeln. Beide Nervennetze haben Ausläufer im Rückenmark. Von da aus geben sie Befehle in jeden Teil des Körpers weiter.

In unserem Fall geht der Impuls an die Muskeln rund um Schwellkörper und Adern des Penis. „Entspannen!“, heißt die Aufforderung. Wenn die Muskeln ihr folgen, haben die Adern im Penis genug Platz, sich zu erweitern: Jetzt kann viel Blut in sie einströmen und sich dort ballen – das Glied wird steif.

Sperma zum Sammelplatz

Auf dem Höhepunkt der sexuellen Erregung übernehmen die Nerven des sympathischen Nervennetzes die Regie. Sie sitzen im Rückenmark, etwa in Höhe des Brustkorbs und der Lendenwirbelsäule. Ihr Befehl heißt: „Sperma zum Sammelplatz!“ Und schon strömt Samenflüssigkeit in die hintere Harnröhre. Gleichzeitig verschließt sich die Öffnung zur Blase – damit der Harnleiter allein dem Saft der Lust vorbehalten bleibt.

Nun ist der „Point of no return“ erreicht, es gibt kein Zurück mehr. Mediziner nennen das die Emissionsphase der Ejakulation. Sie geht im zweiten Schritt über in den eigentlichen Ausstoß der Samenflüssigkeit: Die Nerven treiben die Beckenbodenmuskeln und die Muskeln der Schwellkörper an – das Sperma wird in einem stetigen Rhythmus aus der Harnröhre des Penis herausgepumpt. Nach fünf bis zehn Sekunden ist es vollbracht.

Ein ganz besonderer Saft

Dabei kann die Wucht der Ejakulation von einem Mal zum anderen sehr unterschiedlich sein. Sie sagt nichts aus über die Kraft und Männlichkeit. Auch die Menge ist nicht immer gleich: In der Regel fließt so viel, dass es auf einen Teelöffel passen würde. Es kann aber auch sehr viel weniger sein – wenn der Mann innerhalb kurzer Zeit häufiger das Vergnügen hatte. In diesem Fall ändert sich auch Farbe und Konsistenz des Körpersaftes: Er ist nicht mehr grauweiß und dickflüssig, sondern dünner und wässriger.

Was wir umgangssprachlich Sperma nennen, besteht in Wirklichkeit nur zu etwa drei bis fünf Prozent aus Samenzellen. Den Hauptanteil bildet das sogenannte Seminalplasma. Diese Flüssigkeit aus verschiedenen Drüsen ernährt und beschützt unter anderem die empfindlichen Spermien. Und sie hilft ihnen auf die Beine, das heißt, sie aktiviert ihre eigenständige Beweglichkeit. Giftig oder auch nur schädlich sind weder Samenzellen noch Samenplasma, doch können durch die Flüssigkeit bei ungeschütztem Liebesspiel unter Umständen Viren und andere Krankheitserreger übertragen werden.

Die lange Reise zum Gipfel

Kurz ist der Moment des Rausches. Lang ist hingegen der Weg, den die Spermien zurückgelegt haben, bevor sie den Körper des Mannes verlassen. Ihre Reiseroute ist von der Natur vorgegeben. Die erste Station sind die Hoden. Sie bestehen aus vielen kleinen Abteilungen mit winzigen Kanälchen. Dort wachsen die Samenzellen. Die Hoden sind sozusagen das Babyzimmer der Spermien. Von dort aus werden die Samenzellen durch kleine Flimmerhärchen und Muskelbewegungen weitertransportiert zu den Gängen des Nebenhodens, der auf der Oberfläche des Hodens aufliegt. Um durch das Gewirr durchzukommen, brauchen die Zellen etwa 14 Tage. In dieser Zeit entwickeln sie die Fähigkeit, sich selbstständig fortzubewegen, was sie aber erst später ausnutzen werden.

Nach der Wanderung durch die Nebenhoden erreichen die Spermien ihre dritte Station, den Samenleiter. Der führt sie in einer weiten Kurve bis unter die Blase, wo sie in einer Erweiterung, der sogenannten Ampulle, darauf warten, abgerufen zu werden. Gemeinsam mit dem Ausführungsgang der Bläschendrüse, auch Samenblase genannt, wird der letzte Teil des Samenleiters zum Spritzkanal. Er mündet innerhalb der Prostata oder Vorsteherdrüse in die Harnröhre.

Nährende Sekrete

Der große Moment ist gekommen, wenn sich beim Orgasmus reflexhaft der Samenleiter und die Muskeln des Beckenbodens zusammenziehen. Jetzt erreichen die Spermien ihre vierte Station: Sie werden in die Harnröhre gepumpt. Dabei gesellen sich ihnen andere Flüssigkeiten zu: Sekrete aus den Nebenhoden, der Samenblase, der Prostata und aus den sogenannten Cowper- und Littré-Drüsen, die für natürliches „Gleitmittel“ sorgen. Ab jetzt gibt es kein zurück mehr: Die Samenflüssigkeit, bestehend aus Spermien und den erwähnten Sekreten, wird in mehreren schnellen Schüben herausgeschleudert.

Dank Eiweißen und Fruchtzucker aus den Sekreten können die Spermien außerhalb des männlichen Körpers für eine gewisse Zeit überleben. Das endgültige Ende ihrer Reise ist somit offen: Es kann der Beginn eines neuen Lebens sein – sofern sie sich in der Scheide einer Frau sammeln und den Weg zur empfängnisbereiten Eizelle finden. Das aber bestimmt nicht mehr die Natur. Sondern der freie Wille der Liebenden.

Orgasmus ohne Samenausstoß

Auch wenn die Ejakulation das deutlichste Zeichen für einen Orgasmus ist – gleichzusetzen sind beide Körper-Sensationen nicht. Beim Orgasmus ist alles in Aufruhr: Die Geschlechtsorgane ziehen sich rhythmisch zusammen. Alle Muskeln sind angespannt. Der Puls rast. Der Blutdruck steigt. Die Atmung wird schneller. Bis dann plötzlich die krampfartige Anspannung nachlässt. Ein Mann kann zwar ohne Höhepunkt keine Samenflüssigkeit ausstoßen. Er kann aber zum Moment der höchsten Lust kommen, ohne zu ejakulieren. Bestes Beispiel: Jungs vor der Pubertät. Obwohl ihre inneren Organe noch nicht ausgereift sind, können sie einen Orgasmus haben.

Manche erwachsene Männer erleben beide Varianten getrennt, unmittelbar nacheinander. Andere überschreiten die Ziellinie ganz ohne das flüssige Erkennungszeichen. Das sind allerdings meist junge Männer, die innerhalb kurzer Zeit mehrmals Sex hatten. Dann fehlt es nach mehreren Runden schlicht an der nötigen Menge.

Manchmal gehen Spermien rückwärts

Ein eher seltenes Phänomen ist der trockene Orgasmus. Dabei wird während des Höhepunkts die Samenflüssigkeit nicht durch die Harnröhre nach außen, sondern nach innen in die Harnblase gestoßen. Oft ist eine Operation an der Prostata schuld daran, dass die Spermien diesen besonderen Weg wählen. Der Arzt kann die sogenannte retrograde Ejakulation durch eine Untersuchung des Urins feststellen.

Viele Männer empfinden es als äußerst peinlich, wenn sie zu schnell kommen. Ein solcher frühzeitiger Samenerguss, auch Ejaculatio praecox genannt, kann verschiedene Auslöser haben, zum Beispiel Angst und Stress, schlechte Erfahrungen oder einfach ungünstige Umstände. Unter Umständen können auch Krankheiten eine Rolle spielen.

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.