Soziale intelligenz fördern

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Emotionale Intelligenz bei Kindern ist für die Entwicklung entscheidend. Schließlich wollen wir Eltern, dass aus den Kleinen mitfühlende Erwachsene werden, die Probleme erkennen und selbständig lösen können. Wir haben mit der Bildungswissenschaftlerin Sibel Attili über den EQ gesprochen und haben sechs einfache Erziehungs-Tipps, wie ihr den EQ eurer Kinder fördern könnt…

Natürlich wollen wir, dass unsere Kinder in der Schule gute Noten schreiben. Doch zu einem erfolgreichen Leben gehört viel mehr. Bei Bewerbungsgesprächen fällt immer wieder der Begriff der „Emotionalen Intelligenz“. Emotionale Intelligenz beeinflusst die Gesundheit, das Glücksempfinden und letztlich auch den Erfolg im Leben viel unmittelbarer als gute Leistungen. Ein hoher EQ sorgt für ein stabiles Selbstwertgefühl, was einen großen Anteil daran hat, sich zu einer selbstbewussten Persönlichkeit zu entwickeln. Außerdem sorgt emotionale Intelligenz dafür, dass man früh lernt richtig zu kommunizieren – was wiederum ein wichtiger Faktor ist für harmonische Beziehungen.

Wir wollten wissen, wie wichtig emotionale Intelligenz für unsere Kinder ist, welchen Stellenwert sie in der Erziehung einnehmen sollte und haben Sibel Attili dazu befragt. Sibel Attili ist Bildungswissenschaftlerin und Diversity-Trainerin. Als Personal- und Managementberaterin gestaltet sie unter anderem Transformations- und Changeprozesse. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

LUNA: Was verstehen Sie unter emotionaler Intelligenz?

Sibel Attili: Die Begabung, wie wir mit uns selbst und anderen umgehen. Dazu gehören Mitgefühl, Kommunikationsfähigkeit und Höflichkeit.

Wie wichtig ist der EQ, also der emotionale Intelligenzquotient, in der Kindererziehung?

In der Erziehung ist emotionale Intelligenz deshalb wichtig, weil sie Kindern hilft, mit einer immer komplexeren Welt umzugehen. Sie fördert die gesunde Beziehung zu anderen Menschen, stärkt die eigene Belastbarkeit, fördert die Empathie und – ganz wichtig – bringt auch inneren Frieden. Wir lernen uns selbst wertzuschätzen und mit uns zufrieden zu sein. Das ist ein Problem in unserer gegenwärtigen Gesellschaft, dass immer mehr Menschen unter Selbstzweifeln, hohem Leistungsdruck und Burn-out leiden.

Reicht es, wenn man das als Eltern vorlebt, oder kann man emotionale Intelligenz mit Kindern trainieren?

Man kann sie gut lehren, indem man sie jeden Tag vorlebt. Es ist aber auch hilfreich, bestimmte Achtsamkeitsübungen zu Hause zu machen, also zum Beispiel sich gegenseitig zu beschreiben, wie es einem geht, was man fühlt …

Also die typische Elternfrage „Wie war dein Tag?“ stellen?

Wenn Sie Ihre Kinder das fragen, dann werden Sie nicht viel herausfinden. Viel besser ist es, Kindern intensive Fragen zu stellen, bei denen sie über die Antwort nachdenken müssen. Also zum Beispiel: Was hat dich heute zum Lachen gebracht? Oder: Welchen größten Fehler hast du heute begangen?

Wie man Gespräche mit Kindern richtig angeht, könnt ihr hier nachlesen.

Ab welchem Alter soll man damit starten?

Je früher, desto besser. Einige Eltern neigen dazu, Gefühle beiseitezuschieben, andere geben den Gefühlen zu viel Macht. Stattdessen sollten wir Gefühle als Information betrachten. Also statt mit Geschrei auf den Wutanfall des Kindes zu reagieren, lieber einmal kurz innehalten und sich fragen: Warum reagiert mein Kind jetzt so und was bewirkt das bei mir? Das hilft uns, über unsere Gefühle zu sprechen und damit umzugehen.

Können Sie uns drei schnelle Tipps geben, wie man emotionale Intelligenz im Familienalltag pusht?

Ein Tipp ist, wie gesagt, konkrete Fragen zum Tag zu stellen. Außerdem kann man sich beim gemeinsamen Abendbrot über den Gefühlsstatus austauschen, also die Gefühle auf einer Skala von eins bis zehn bewerten und das begründen. Kleinere Kinder können Tiere als Metaphern benutzen, also sagen „Ich habe mich heute gefühlt wie eine Maus, weil …“ oder „Ich habe mich gefühlt wie ein Tiger …“. Kindern macht das Spaß und es hilft ihnen, ihre Emotionen zu verstehen und zu benennen. Und ein kleines Dankbarkeitsritual ist gut, etwa gemeinsam mit Saft auf einen schönen Tag anstoßen. Kinder lieben das und es stärkt ihren EQ.

Bild: privat; Aufmacher: Annie Spratt on Unsplash

So könnt ihr die emotionale Intelligenz Eurer Kinder fördern!

Gefühle erkennen und benennen

„Bist du wütend, traurig, enttäuscht?“ Ach, immer diese typischen Elternfragen. Doch gerade diese sind wichtig damit Kinder lernen, ihre Gefühle zu erkennen und sie auch zu benennen. Schon beim Angucken von Bilderbüchern kann man zusammen darüber reden, warum die Hauptfigur im Buch gerade traurig ist (Spielzeug verloren), oder wütend (bekommt nicht das, was sie will). Bereits Dreijährige verstehen diese Gefühlsregungen und entwickeln Empathie.

Fragen, die Empathie fördern:

  • Elena weint, siehst du das? Hast du eine Idee, warum sie weint?
  • Robert sieht sehr wütend aus. Was hat ihn wohl so wütend gemacht?
  • Du bist aufgeregt. Kannst du mir sagen warum?

Aussagen, die Empathie verhindern:

  • Stell dich nicht so an. Du hast gar keinen Grund wütend zu werden.
  • Hör auf zu heulen. So schlimm ist das nicht!
  • Reg dich nicht so auf. Dein Verhalten ist lächerlich!

Mit Gefühlen umgehen lernen

Negative Gefühle wie Wut, Ärger, Frustration, Enttäuschung aushalten können, dazu gehört eine ganze Menge. Auch hier ist der wichtigste Tipp für Eltern: Verständnis zeigen. Ein Kind für negative Emotionen zu kritisieren oder gar zu bestrafen, hat nur gegenteilige Auswirkungen. Allerdings heißt das nicht, dass wir Eltern jedes Verhalten akzeptieren müssen: „Ich verstehe, dass du dich ärgerst, aber schubsen geht nicht.“ Besser ist es zusammen mit dem Kind zu überlegen, was es in der Situation tun könnte.

Grundsätzlich sollten wir als Eltern die Botschaft vermitteln, dass jedes Gefühl in Ordnung ist, nicht aber jedes Verhalten rechtfertigt. Trotzdem sollten wir dabei auf das Alter des Kindes achten und nicht zu viel erwarten. Ein Dreijähriger kann nicht das gleiche Maß an Empathie haben, wie ein Sechsjähriger.

Misserfolge dürfen passieren

Ganz wichtig für die emotionale Entwicklung unserer Kinder ist, dass sie lernen mit Misserfolgen umzugehen. Es aushalten zu können, dass ein anderes Kind in Sport bessere Leistungen erzielt, ein Bild perfekter malen kann oder dass die eigene Mannschaft beim Fußball verliert, ist entscheidend für spätere Jahre.

Wenn ein Kind nicht die Leistung erbringt, die es von sich selbst erwartet, ist es natürlich traurig und enttäuscht. Was es jetzt braucht ist Trost und Zuspruch. „Du hast viel länger an dem Bild gearbeitet und hast dir wirklich Mühe gegeben. Das kann man deutlich sehen.“ oder „Du hast das Tor verfehlt, aber nur knapp. Lass uns nächste Woche üben, damit du beim nächsten Mal besser triffst“ – das sind Botschaften, die Kindern in dieser Situation helfen.

Zuhören fördert den EQ

Gehört und verstanden werden ist für Kinder jeden Alters wichtig. Auch wenn wir vielleicht den Wunsch, den es an uns heranträgt nicht sofort erfüllen können (oder wollen), sollten wir klar machen, dass wir zugehört haben. „Ich habe gehört, dass du jetzt ein Eis willst, aber vor dem Essen finde ich das nicht gut. Wir können eines zum Nachtisch essen.“ Wenn wir zuhören, zeigen wir unserem Kind Respekt. Das wiederum lehrt die Kinder Respekt, was ein wichtiger Faktor für den EQ ist.

In diesem Punkt können wir uns sehr viel vom dänischen Erziehungsstil abschauen. Mehr darüber erfahrt ihr in dem Interview mit Iben Dissing Sandahl, die das Buch „Warum dänische Kinder glücklicher und ausgeglichener sind“ geschrieben hat (erschienen im Mosaik Verlag).

Das Gute im Schlechten erkennen

Wir können auch negative Situationen umdeuten, indem wir unsere Einstellung dazu ändern. Das Fußballspiel ist wegen schlechtem Wetter gecancelt worden? Dann gibt es stattdessen eben einen Nachmittag mit Brettspielen. Alle Kinokarten sind schon ausverkauft? Dann machen wir es uns auf dem Sofa gemütliche mit einem Film und Popcorn.

Es ist genau diese Haltung, die wir unseren Kinder mitgeben und die es ihnen später erleichtert, mit stressbeladenen Situationen positiv umzugehen. Was außerdem positive Auswirkungen auf die Stimmung in der Familie hat ist, sich gegenseitig darauf zu verständigen, dass Klagen und Meckern ein No-Go sind. Situationen mit Humor zu nehmen und auf Meckern zu verzichten, wirkt sich sehr schnell auf die Zufriedenheit der Familie aus.

Kinder Freiheit erfahren lassen

Unsere Kinder werden beinahe rund um die Uhr betreut. Freies Spiel findet so gut wie gar nicht statt, da wir vielfach sogar die Freizeit organisieren und mit Playdates oder anderen Aktivitäten verplanen. Dabei stärkt nichts so sehr den EQ wie die Erfahrung von Freiheit.

Bring deine Kinder so oft wie möglich in die Natur, wo sie sich ausprobieren können, mit natürlichen Materialien kreative Spiele ausdenken und gegenseitig ihre Grenzen austesten können. Ein Waldkindergarten ist dafür zum Beispiel ideal.

Kinder brauchen keine von Erwachsenen angeleiteten Spiele oder Aktivitäten. Sind sie in der Gruppe, fallen ihnen die kreativsten Dinge ein: Hütten bauen, Detektiv spielen oder „verschollen auf einer einsamen Insel“… Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Je mehr Kinder die Möglichkeit haben solche Erfahrungen zu machen, desto mehr profitiert davon die Entwicklung ihrer emotionalen Intelligenz.

Noch mehr kinderleichte Erziehungstipps findet ihr hier.

Soziale Kompetenz: So lernt Ihr Kind, Gefühle besser wahrzunehmen

Was ist soziale Kompetenz?

Unter sozialer Kompetenz versteht man die Fähigkeit, Stimmungen und Gefühle bei sich selbst und bei anderen wahrzunehmen sowie in angemessener Art und Weise damit umzugehen. Untersuchungen haben gezeigt, dass sozial kompetente Kinder Emotionen bei sich und bei anderen genauer erkennen können als weniger sozial kompetente Kinder. Sie können die Unterschiede in Mimik und Körpersprache besser wahrnehmen und sind geübter in der Zuordnung von Emotionen zu sozialen Situationen. Soziale Kompetenz lernt Ihr Kind erst nach und nach mit zunehmendem Alter, es muss also immer wieder üben.

Helfen Sie Ihrem Kind, seine Gefühle wahrzunehmen und einzuordnen

Ein wütendes Kleinkind weiß noch nicht, dass das Gefühl, das es gerade so mächtig überrollt, Wut ist. Es weiß nur, dass in diesem Moment etwas absolut nicht so ist, wie es sich das wünscht. Im akuten Wut- oder Trotzanfall mit Ihrem Kind über Gefühle zu sprechen, ist wenig sinnvoll, denn es kann Ihnen in diesem Gemütszustand gar nicht richtig zuhören. Hat sich Ihr Kind beruhigt, ist es wieder aufnahmebereit, und Sie können mit ihm über seine Gefühle sprechen. Vielleicht wirkt Ihr Kind aber auch bedrückt oder lustlos. Versuchen Sie, das dahintersteckende Gefühl herauszufinden.

Das könnte z. B. mit einem Kindergartenkind so aussehen:

  • Mutter: „Ich habe den Eindruck, dass du traurig bist. Habt ihr euch im Kindergarten gestritten?“
  • Kind: „Nein. Aber Thorsten hat immer nur mit Andi gespielt.“
  • Mutter: „Oh, das war bestimmt schlimm für dich, dass die anderen dich nicht mitspielen lassen wollten.“
  • Kind: „Ja.“
  • Mutter: „Ich kann mir vorstellen, dass du da sehr enttäuscht warst und dich allein gefühlt hast.“

Wenn Sie mit Ihrem Kind über ein Problem sprechen, das es bedrückt, helfen Ihnen diese 5 wichtigen Punkte, zum Kern des Problems vorzudringen und Ihr Kind zu unterstützen, selbst eine Lösung zu finden:

  1. Was ist eigentlich genau passiert?
  2. Wie hat sich Ihr Kind dabei gefühlt?
  3. Was war für Ihr Kind das Schlimmste daran?
  4. Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie verstehen können, was es gefühlt hat.
  5. Gibt es Dinge, die Ihrem Kind helfen, die Situation auszuhalten?
    Was könnte es tun, wenn es wieder in so eine Situation gerät?
    Wo könnte es sich Unterstützung holen?

Kinder probieren gerne aus, wie es sich anfühlt, jemand ganz anderes zu sein

Im Karneval sind bei den Mädchen vor allem „wunderschöne Prinzessinnen“ und bei den Jungs „starke Männer“ wie Indianer oder Cowboys gefragt. Dieser kleine Indianer fühlt sich offenbar bärenstark.

Wenn Sie versuchen, die Gefühle, die Sie bei Ihrem Kind wahrnehmen können, in eigene Worte zu fassen, lernt Ihr Kind, seine Gefühle besser zu erkennen und zu unterscheiden. Es fühlt sich von Ihnen verstanden. Und es lernt noch etwas Wichtiges: Es ist in Ordnung, Gefühle zuzulassen!

Bei sozialer Kompetenz ist auch das Zulassen negativer Gefühle wichtig

Würden Sie im vorherigen Beispiel sofort versuchen, Ihr Kind „aufzumuntern“, indem Sie sein Problem kleinreden („Ach, morgen spielt Thorsten bestimmt wieder mit dir!“), würde es sich nicht ernst genommen fühlen. Leider haben viele Eltern das Bedürfnis, ihr Kind vor Unangenehmem möglichst zu beschützen. Sie wollen deshalb negative Gefühle wie Trauer, Angst, Wut oder Enttäuschung schnell aus der Welt schaffen, indem sie ihr Kind ablenken oder eine „Patentlösung“ anbieten.

Kinder dürfen wütend, traurig oder frustriert sein und müssen mit der Zeit lernen, diese Gefühle auszuhalten! Wir Eltern können sie nicht vor diesen Erfahrungen bewahren. Natürlich sollen Sie Ihr Kind trösten und ihm helfen, damit es sich wieder besser fühlt. Doch was Ihr Kind in solchen Momenten braucht, ist individuell sehr unterschiedlich. Das eine will absolut in Ruhe gelassen werden und wird noch wütender, je mehr man sich um es bemüht. Das andere wiederum braucht eine „Runde“ Kuscheln, um sich besser zu fühlen. Und ein drittes muss aktiv werden, um sich zu beruhigen – es will am liebsten gemeinsam mit Mama oder Papa etwas tun, z. B. bei einer Arbeit helfen.

Trainieren Sie mit Ihrem Kind, Gefühle bei anderen zu erkennen

Damit Ihr Kind Gefühle bei anderen erkennen kann, muss es lernen, den Gesichtsausdruck, die Körperhaltung und auch den Klang der Stimme einzuschätzen und bestimmten Emotionen zuzuordnen. Das können Sie ohne Aufwand nebenbei im Alltag trainieren. Weisen Sie Ihr Kind auf Personen hin, die z. B. ganz offensichtlich fröhlich oder traurig sind, und fragen Sie es, wie sich dieser Mensch seiner Meinung nach gerade fühlt. Natürlich können Sie auch auf Bilder in Büchern oder Fotos in Zeitschriften zurückgreifen.Es gibt inzwischen auch Bilderbücher und Spiele, mit denen Ihr Kind das Erkennen von Emotionen trainieren kann.

Hier eine kleine Auswahl:

  • „Lustig, Traurig, Trotzig, Froh. Ich fühle mich mal so, mal so!“
    von Emma Brownjohn (Gabriel Verlag 2004; 16 Seiten):
    Bilderbuch für Kinder ab drei Jahren. Ein witziges Drehscheibenspiel am Schluss des Buches fasst die Gefühle auf spielerische Weise noch einmal zusammen.
  • „Meine Welt der Gefühle. Entdecken & Begreifen“
    von Astrid Hille, Dina Schäfer und Jutta Garbert (OZ Verlag 2004; 48 Seiten):
    Bilderbuch mit kurzen Geschichten für Kinder ab drei Jahren.
  • „Ich und meine Gefühle. Emotionale Entwicklung für Kinder ab 5“
    von Holde Kreul und Dagmar Geisler (Loewe Verlag 2004; 36 Seiten):
    Auch wenn im Titel „Kinder ab 5“ angesprochen werden, ist das Bilderbuch bereits für Kinder ab vier Jahren geeignet.
  • „Fröhlich oder traurig … wie zeigst du Gefühle?“ (Kosmos Spiele 2007):
    Magnetisches Legespiel für zwei bis vier Kinder ab vier Jahren. Zwei Mädchen spielen Fangen und lachen ganz fröhlich. Ein Junge ist hingefallen und weint. Spielaufgabe für die Kinder: Wer kann die Gefühle Freude, Trauer, Wut und Angst richtig erkennen? Mit Hilfe magnetischer Legesteine können die typischen mimischen Ausdrucksformen dieser Gefühle nachgestaltet werden.
  • „Gefühle-Quartett“ (Mebes & Noack 1999):
    Die Spielkarten zeigen verschiedene Gefühle und Stimmungen, z. B. Freude, Glück, Stolz, Traurigkeit, Ekel, Wut, jeweils bei einem Jungen und einem Mädchen. Da die Karten nicht unbedingt als Quartett gespielt werden müssen, sind sie für Kinder ab drei Jahren geeignet. Sie können sie Ihrem Kind vorlegen und es nach den gezeigten Gefühlen befragen. Oder Sie suchen diejenige Karte heraus, die Ihrer Meinung nach der Stimmung Ihres Kindes entspricht, und fragen Ihr Kind, ob Sie richtig getippt haben. Sie können Ihr Kind auch selbst die entsprechende Karte heraussuchen lassen. So haben Sie einen prima Aufhänger, um über Stimmungen und Gefühle zu reden.

Mein Tipp: Die Karten des „Gefühle-Quartetts“ lassen sich hervorragend als Stimmungsbarometer für Kinder im Vorschulalter einsetzen. Befestigen Sie eine Klarsichthülle an der Kinderzimmertür. Ihr Kind kann aus dem Quartettspiel jeweils die Karte heraussuchen, die seiner Stimmung entspricht, und die Karte in die Klarsichthülle schieben. Dann weiß jeder in der Familie, wie es Ihrem Kind gerade geht.

Spielen Sie „Gefühlsdetektive“

Hier drei Spielvorschläge für Kinder ab vier bis fünf Jahren, die Ihrem Kind helfen, Emotionen bei sich und anderen besser kennen zu lernen:

  • Pantomime: Bitten Sie Ihr Kind, Ihnen ein Gefühl vorzuspielen, sodass Sie es erkennen können. So kann es beispielsweise lachen und Freudensprünge machen, um Freude auszudrücken. Danach sind Sie an der Reihe, und Ihr Kind ist mit dem Raten dran.
  • Gesicht im Spiegel: Ihr Kind sitzt Ihnen oder einem anderen Kind gegenüber. Wie ein Spiegelbild soll es versuchen, die vorgemachten Gesichtsausdrücke nachzumachen und damit den gleichen Gesichtsausdruck zu zeigen wie sein Gegenüber.
  • Der Ton macht die Musik: Nicht nur Körperhaltung und Mimik vermitteln Emotionen, sondern auch der Klang der Stimme. Nehmen Sie einen kurzen, verständlichen Satz, z. B.: „(Name Ihres Kindes), du hast dein Spielzeug noch nicht aufgeräumt“, und sprechen Sie ihn mit unterschiedlicher Lautstärke, Stimmlage und Betonung aus. Sie können ihn drohend hervorstoßen, lieblich säuseln, laut brüllen, flüstern oder kichernd aussprechen. Wie wirkt der Satz jeweils auf Ihr Kind?

Lassen Sie Ihr Kind in verschiedene Rollen schlüpfen

Um sich in andere einfühlen zu können, braucht es einige Übung. Ganz spielerisch geschieht das im Rollenspiel mit Ihnen oder anderen Kindern. Dabei kann Ihr Kind ausprobieren, wie es sich anfühlt, mal Mutter, Vater, Kindergärtnerin, Verkäufer/in, Kellner/in oder Arzt/Ärztin zu sein.

Sehr beliebt ist das Spiel „Heut bin ich mal die Mama“. Wechseln Sie die Rollen in der Familie doch einfach einmal durch. Ihr Kind darf z. B. für eine bestimmte Zeit Mama oder Papa sein, während der Vater in die Rolle der Mutter bzw. die Mutter in die Rolle des Vaters schlüpft und der andere Elternteil das Kind spielt. Jeder muss dabei so lebensnah wie möglich das Verhalten und die Tätigkeiten/Aufgaben der übernommenen Rolle nachspielen. Und jeder wird auch entsprechend der Rolle, die er spielt, behandelt: Z. B. muss Papa, wenn er das Kind spielt, zur üblichen Schlafenszeit ins Bett. Sprechen Sie anschließend darüber, wie sich das jeweilige Familienmitglied in seiner Rolle gefühlt hat.

Auch mit Puppen oder Kuscheltieren lassen sich prima Rollenspiele spielen, z. B. „Kindergarten“, „Geburtstagsparty“ oder „Auf dem Spielplatz“. Ideal sind solche Rollenspiele, wenn Ihr Kind ganz offensichtlich etwas bedrückt, es sein Problem aber noch nicht in Worte fassen kann. Dann kann Ihnen ein solches Rollenspiel eventuell verraten, wo das Problem liegt. Gleichzeitig können Sie Ihr Kind ermuntern, im Spiel auszuprobieren, wie man sich in der betreffenden Situation verhalten könnte (weglaufen, ein anderes Kind oder die Erzieherin holen, zurückschlagen – bitte die Vorschläge Ihres Kind nicht bewerten oder gleich abtun!).

Mein Tipp:

Ihr Kind ist eher der kleine „Schweiger“ und erzählt nicht viel über sich? Manchmal ist es für Kinder einfacher, etwas in der dritten Person zu erzählen. Sie können dann sein Lieblings-Kuscheltier fragen: „Sag mal, Teddy, wie geht es denn jetzt gerade der/dem (Name Ihres Kindes)?“ Dann kann Ihr Kind für das Kuscheltier sprechen und über sich und seine Gefühle erzählen. Ein großer Vorteil: Auf diese Weise hat es etwas mehr Distanz zum Erlebten, sodass es meistens klarer denken kann, weil die Emotionen nicht so intensiv sind. Außerdem kann es leichter auf Lösungsvorschläge komm

Helfen Sie Ihrem Kind, sich in andere einzufühlen, indem Sie es zum Nachdenken über die Gefühle anderer anregen. Ihr Kind hat z. B. ein anderes Kind von der Schaukel geschubst, weil es nicht schnell genug Platz gemacht hat? Es will die gerade mit dem Zug angekommene Oma nicht begrüßen oder möchte auf dem Spielplatz partout nichts von seinen Spielsachen abgeben? Damit Ihr Kind lernt, sich in andere einzufühlen, können Sie es in solchen Situationen fragen: „Würde es dir gefallen, wenn dich das andere Kind von der Schaukel geschubst hätte?“ oder „Wie würdest du dich jetzt fühlen, wenn du die Oma wärst?“

Emotionale Intelligenz fördern und verstehen

Emotionale Intelligenz ist ein wichtiger Bereich in der Entwicklung Ihres Kindes. Schon ganz früh lernen Kinder, Emotionen zu erkennen. Was sich außerdem hinter dem Begriff verbirgt und wie Sie Ihr Kind in Emotionaler Kompetenz fördern können, haben wir für Sie zusammengefasst.

Warum soziale emotionale Intelligenz so wichtig ist

Die Emotionale Intelligenz eines Menschen ist dafür verantwortlich, wie wir Beziehungen zu anderen gestalten und selbst erleben. Den Grundstein hierfür legen Eltern bereits in der frühen Kindheit, deswegen ist die Emotionale Intelligenz in der Entwicklungspsychologie ein großes Thema. Mit wachsender emotionaler Kompetenz gewinnt Ihr Kind an Mitgefühl, lernt zu kommunizieren und vor allem mit seinen eigenen Gefühlen umzugehen. Was Ihr Kind in den ersten Jahren lernt, beeinflusst sein ganzes Leben: Wie es mit Kritik umgehen kann, ob es sich in andere hineinversetzen und angemessen auf die Emotionen anderer reagieren kann und es lernt, seine eigenen Gefühle zu verstehen, einzuordnen und zu regulieren.

Babys und Kinder lernen dies zunächst durch Gesten, Mimik, Körperhaltung und den Tonfall, weswegen ein Baby z.B. zurücklächelt, wenn seine Mutter es liebevoll anlächelt. Erst ab dem vierten Lebensjahr können Kinder die inneren Vorgänge eines anderen verstehen und in ihr Handeln einbeziehen. Zu diesem großen Schritt trägt die immense Sprachentwicklung in der Kindergartenzeit bei, denn was Ihr Kind benennen kann, kann es verstehen und das macht die Gefühlswahrnehmung differenzierter.

Emotionale Intelligenz bei Kindern fördern

Ihr Kind erweitert seine Emotionale Kompetenz jeden Tag, wenn es sieht, was sein Verhalten auslöst beziehungsweise wie die Mutter, der Vater oder eine andere Bezugsperson reagiert. Als Eltern können Sie Ihr Kind in dieser Entwicklung unterstützen, wenn Sie es bewusst loben, wenn es besonders fleißig oder höflich war oder es auf eine Person aufmerksam machen, die sich gut verhalten hat. So lernt Ihr Kind durch die Spiegelung zum Beispiel Ausdauer und Durchhaltevermögen („Da hast du richtig toll gewartet, bis wir an der Kasse dran waren. Super!“), Selbstvertrauen und Empathie. Außerdem hilft es Ihrem Kind sehr, wenn sie es bewusst ermutigen, seine Gefühle zu benennen. Sie können es nach einem Kindergartentag fragen, ob es ihm gefallen hat, was besonders schön war usw. Streitet Ihr Kind mit einem Gleichaltrigen, fragen Sie es gezielt, was es wütend oder traurig macht, damit es lernt, seine Empfindungen zu benennen. Denn Kleinkinder lernen Sozialkompetenz zu einem großen Teil von seinen Altersgenossen. Sehr wichtig ist, dass Sie seine Beschreibungen ernst nehmen. Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass Sie es verstehen. Mitgefühl bedarf keiner großen Worte, was Sie Ihrem Kind vorleben ist entscheidend.

Bilderbücher für Babys

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Auch Bilderbücher bieten viel Anlass, die Emotionale Intelligenz zu fördern. Lassen Sie Ihr Kind beschreiben, was es sieht, wie sich die Person/ das Tier/… auf dem Bild fühlt, warum es weint/ lacht/ grimmig ist.

Aktuelle Entwicklungen sind beunruhigend

Die frühen Jahre sind entscheidend dafür, wie ein Kind und später ein Erwachsener mit Gefühlen und Konflikten umgeht. Umso problematischer ist es, dass Kinder heutzutage viele Stunden alleine vor dem Computer verbringen und sich die Interaktion mit Bezugspersonen und anderen Kindern verringert. Es zeigt sich, dass Kinder im Verlauf der letzten 30 Jahre schwieriger mit ihren Emotionen und den Gefühlen anderer umgehen können. Emotionale Intelligenz ist nicht nur ein Plus, sondern Voraussetzung für Erfolg, Zufriedenheit und eine gute Beziehung untereinander.

Eltern

Erben Kinder ihre Intelligenz wirklich von der Mutter?

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Was ist emotionale Intelligenz?

Der Psychologe Daniel Goleman beschreibt emotionale Intelligenz als die Fähigkeit, „unsere eigenen Gefühle und die anderer zu erkennen, uns selbst zu motivieren und gut mit Emotionen in uns selbst und in unseren Beziehungen umzugehen“. Das limbische System im Gehirn, das für diese Emotionen und Bindungen verantwortlich ist, reift am längsten und ist – im Vergleich zu den anderen Teilen des Gehirns – als letztes ausgereift. Erst im Alter von ungefähr 25 Jahren ist die komplette Emotionalität des Menschen ausgebildet. Das liegt daran, dass dieser Bereich des Gehirns mit Erfahrungen aus der Kindheit und Jugend gespeist wird und sich nur so ausbilden kann. Die Prägejahre (das Alter von 0 bis 3 bzw. das Jugendalter) sind entscheidend, um emotional intelligent zu werden.

Wer in dieser Zeit eine stabile Kindheit erlebt, erhält ein emotionales Verständnis, ist empathisch, sozialkompetent und kann auch auf seine eigene Gefühlswelt in einer angemessenen und gesellschaftsfähigen Weise zugreifen.

Ist mein Kind emotional intelligent?

Es gibt natürlich Extremfälle und Kinder, die ohne feste Bindung, Liebe oder geordnete Verhältnisse aufwachsen. Auch traumatische Erlebnisse wie der Verlust einer nahestehenden Person können sich auf die emotionale Intelligenz negativ auswirken. Doch warum gibt es auch Familien, in denen scheinbar alles stimmt, die trotzdem emotional weniger intelligente Kinder hervorbringen?
Für geringe emotionale Intelligenz verantwortlich sind in unserer Gesellschaft heutzutage hauptsächlich der Leistungsdruck und auch die technische und digitale Weiterentwicklung. Eltern arbeiten länger, um ihren Leistungsstandard zu halten und ihren Lebensstandard bezahlen zu können. Kinder werden überhäuft mit Spielzeug, Hobbys und Bildungsangeboten. Doch die Beziehung bleibt dabei häufig auf der Strecke. Zeit mit der Familie ohne Termine, beruflichen Stress oder schulische Aufgaben zu haben, wird heute immer seltener. Kinder verlernen, eigenständig und selbstgewählt zu spielen und gehen stattdessen festgelegten Hobbys nach, die sie scheinbar im Leben voranbringen und ihnen für später zuträglich sein sollen. Nur bleibt leider zwischen Mathe-Nachhilfe, Hausaufgaben, Schwimmunterricht und Musikgruppe die Entwicklung der emotionalen Intelligenz auf der Strecke.
Auch der Fortschritt der digitalen Medien trägt zur Vernachlässigung der emotionalen Intelligenz bei. Denn: Mehr Zeit am PC bedeutet auch weniger Zeit mit Menschen. So spielt bei der Frage nach der emotionalen Intelligenz unserer Kinder die Verlagerung von realen zu digitalen Bezügen eine genauso große Rolle, wie das Interesse der Eltern am leistungsorientierten Vorankommen der Kinder.

Brauchen wir emotionale Intelligenz überhaupt?

Braucht eine intelligente und top ausgebildete Chefin, die mit Leichtigkeit einen großen Konzern führt und mehrere hundert Angestellte hat, emotionale Intelligenz? Ja, natürlich! Denn ohne einschätzen zu können, wie Mitarbeiter emotional funktionieren, was sie für Erwartungen, Ängste und Beziehungen in der Firma haben, kann niemand ein Unternehmen führen. Es reicht nicht, intelligent, führungsstark und leistungsfähig zu sein.

Der Neurobiologe Gerald Hüther sagt dazu: „Wir sind beides, Gefühls- und Verstandswesen. Jede Erfahrung hat einen kognitiven Anteil: ,Was habe ich erlebt?’ Und einen emotionalen Anteil: ,Wie ist es mir dabei gegangen?’ Die Summe der Erfahrungen, die ein Mensch macht, formt sich im Laufe der Zeit in ihm zu dem, was ich Haltung nenne.“
Nur mit dieser Haltung können wir funktionieren und stabile, langlebige Beziehungen führen. Doch wo bleibt in unserer Leistungsgesellschaft, die nach Zahlen, nach Fortschritt, nach guten Noten und nach einem internationalen Vergleich fragt, die emotionale Intelligenz? Nehmen wir uns noch genug Zeit für unsere Sozialkompetenzen? Wie kehrt man zurück zur Einfachheit der Dinge, zu weniger Anspruch, weniger Leistungsdruck und mehr Familie? Wie wird mein Kind emotional intelligent?

Hintergrund

Kinder stärken 5 Sätze, die du deinem Kind niemals sagen solltest! Job, Haushalt, Familie, Freizeit… Den alltäglichen Wahnsinn zu managen, kann sehr nervenaufreibend sein. Schnell rutscht uns da unseren Kindern gegenüber mal ein Satz raus, den wir so besser nicht gesagt hätten. Diese Worte solltest du deshalb lieber vermeiden.

Emotionale Intelligenz lernen

Wir können nur lernen, wie Beziehung, Vertrauen, Liebe, Verbindung und Empathie funktioniert, indem wir es uns bereits in unserer Kindheit von unseren Eltern abschauen. Durch Nachahmung lernen wir nicht nur sprechen und laufen. Auch die emotionale Intelligenz wird auf diese Weise geformt und ausgebildet. Besonders wichtig sind also unsere frühen Bindungserfahrungen. Beibringen kann man die emotionale Intelligenz seinem Kind nicht. Man muss sie vorleben.
Ganz konkret sieht das so aus: Nimm dein Kind in den Arm. Sag ihm, dass du es liebst. Nimm seine Sorgen und Ängste ernst und frag nach, was dein Kind beschäftigt. Besprecht Konflikte offen und fair in der Familie. Tragt Streit aus und findet Kompromisse. Verbringt Zeit miteinander. Regt zum selbstbestimmten Spielen an. So könnt ihr eure Kinder auf ein sozialkompetentes und glückliches Leben vorbereiten – unabhängig von Inselwissen und Leistung.

Im Video verraten wir dir, wie du verhindern kannst, dass dein Kind egoistisch ist:

10 Tipps, um die emotionale Entwicklung zu fördern

3. Juni 2016

  • Autor Marie-Thérèse Schmiedleitner
  • Thema Elternsein

Kleine Kinder, große Gefühle – wie kannst du die emotionale Entwicklung bei deinem Kind fördern und ihm helfen, Gefühle auszudrücken? Mit welchen Möglichkeiten kannst du Kindern Gefühle erklären?

Erfolg, Glück und sogar Gesundheit hängen weniger vom Intelligenzquotienten ab als von einem bewussten Umgang mit seinen Gefühlen, der emotionalen Intelligenz. „Kinder und Jugendliche mit hoher emotionaler Intelligenz verfügen über ein stabiles Selbstwertgefühl, über Problemlösungsstrategien und über ein inneres Krisenmanagement“, sagt etwa die Pädagogin und Buchautorin Charmaine Liebertz.

Damit sich ein Kind gesund entwickeln kann, muss es lernen, mit Emotionen umzugehen. Bis Kinder ihre Gefühle zuverlässig benennen können, dauert es Jahre.

Kinder sind darauf angewiesen, dass wir ihnen dabei helfen, ihre Emotionen richtig zu interpretieren und zu regulieren.

Natürlich ist das nicht immer leicht.

Was ist emotionale Kompetenz?

Emotionale Kompetenz bedeutet, mit seinen eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer kompetent umgehen zu können

Studien bestätigen, dass emotionale Kompetenz als wichtiger Schutzfaktor für die kindliche Entwicklung gilt. Emotional kompetente Kinder sind sozial kompetenter, psychisch gesünder und haben bessere Schulleistungen als andere, denen es an emotionaler Kompetenz mangelt.

Bin ich wütend oder fröhlich? Traurig oder müde? Selbst uns Erwachsenen sind unsere Emotionen oft nicht bewusst: Manchmal erkennen wir zum Beispiel gar nicht, dass unsere feuchten Hände in einer Situation Angst ausdrücken.

Wie entwickeln Kinder ein Gespür für ihre Gefühle? Und wie kannst du sie dabei unterstützen?

#1 Auf die Signale achten

Wenn ein Baby von Anfang an viel feinfühlige Zuwendung erfährt, wird es bereits für seine Gefühle sensibilisiert. Deshalb lautet der wichtigste Tipp: Sei feinfühlig, achte auf die Signale des Kindes und reagieren schnell und angemessen darauf.

#2 Alle Gefühle sind erlaubt

Kinder dürfen Gefühle zeigen, positive wie negative. Und jedes Kind darf das auf seine Weise tun, ob laut oder leise. Jeder ist manchmal wütend. Mach deinem Kind klar, dass diese Emotion natürlich ist und du das Kind wertschätzt, dass aggressives Verhalten aber nicht in Ordnung ist und dass man lernen muss, seinen Ärger so zu lenken, dass man keiner anderen Person dadurch weh tut oder etwas beschädigt.

#3 Gefühle ernstnehmen

Kinder wollen mit ihren Gefühlen ernst genommen werden. Bei kleineren oder größeren Katastrophen stehen sie nicht so über den Dingen wie wir Erwachsene. Vermeide es, die Gefühle deines Kindes herunterzuspielen: „Stell‘ dich nicht so an!“

#4 Eltern sind Vorbilder

Auch in der Gefühlswelt lernen die Kleinen von den Großen. Daher dürfen auch Eltern ihren Kindern gegenüber Gefühle zeigen und altersgerecht erklären. Vormachen lassen sie sich ohnehin nichts. Beängstigend ist es für Kinder hingegen, wenn sie spüren, dass etwas in der Luft liegt und wir sie nicht einweihen. Eltern sind genauso wenig vor unangebrachten Zornesausbrüchen gefeit wie Kinder. Dann ist es wichtig, sich hinterher zu entschuldigen.

#5 Darüber reden

Sprich mit deinem Kind über Gefühle: Gefühle sind nie schlecht oder „böse“. Angst, Wut und Traurigkeit sind Emotionen, die offen gezeigt werden dürfen. Alle Gefühle sind OKAY! Ermutige dein Kind, seine Gefühle offen auszudrücken z. B. „Es ist in Ordnung zu weinen, wenn…“ oder frage dein Kind: „Du scheinst aber zornig zu sein. Verziehst ganz böse dein Gesicht. Worüber ärgerst du dich?“

#6 Auf Gefühle eingehen

Unterstütze dein Kind dabei, einen (gewaltlosen) Umgang mit Emotionen zu finden. Bei einem Trotzanfall empfehle ich dir, auf die Gefühle deines Kindes einzugehen und zu trösten: „Wie wäre es, wenn wir gemeinsam schaukeln gehen, damit dein Ärger verfliegt? Oder die Situation zu beeinflussen z. B. „Frag doch den Jungen noch einmal, ob ihr nicht gemeinsam mit dem Auto spielen könnt“.

#7 Stereotypen vermeiden

Vermeide Stereotypen wie „Jungen weinen nicht“, „Große Mädchen haben keine Angst im Dunklen“ oder „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“. Diese können Kinder verunsichern und zur Unterdrückung von Gefühlen führen.

#8 Empathie fördern

Um die Empathie zu fördern, fordere dein Kind auf, die Perspektive anderer Personen einzunehmen z. B. „Stell dir mal vor, du wärst in dieser Situation. Wie würdest du dich dann fühlen?“

#9 Nähe anbieten

Bei einem Wutanfall braucht dein Kind deine Unterstützung! Bleib in seiner Nähe und biete ihm an, dass es zu dir kommen kann, wenn es dies möchte. Schick dein Kind nicht weg.

#10 Bücher und Spiele

Mit Büchern und Spielen können Kinder ihre Gefühle entdecken und spielerisch lernen wie sie damit umgehen können. Bei Büchern empfehle ich „Anna und die Wut“ und „Ein Dino zeigt Gefühle“. Schon die Kleinsten lieben es, Mimik nachzuahmen und Gesichtsausdrücke zu spiegeln. Wenn Kinder größer sind, kann man mit ihnen Gefühlsuhren basteln oder mit Smileys Gefühle erfragen.

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