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Windelsoor

Windelsoor: Behandlung

Zur Behandlung von Windelsoor verschreibt der Arzt in der Regel eine oder mehrere Hautpasten für das Baby. Eine weiche Zinkpaste schützt die Haut und hilft bei der Wundheilung. Direkt gegen den Erreger wirken Antipilzmittel, sogenannte Antimykotika. Diese Wirkstoffe – meistens Clotrimazol oder Miconazol – werden bei Windelsoor ebenfalls als Paste auf die betroffenen Stellen aufgetragen.

Bei schweren Entzündungen verschreibt der Arzt gegebenenfalls kurzfristig eine Paste mit Hydrokortison. Wenn zusätzlich Soor im Mund- oder Darmbereich besteht, bekommt das Baby außerdem ein Antimykotikum (meist Nystatin) als Gel oder Lösung zum Schlucken.

Was Sie selbst bei Windelsoor tun können

Die wichtigste Therapie bei Windelsoor besteht jedoch darin, den Windelbereich so sauber und trocken wie möglich zu halten, damit die Entzündung abklingt und die Haut heilen kann. Dabei sind folgende Tipps hilfreich:

  • Wechseln Sie die Windeln in möglichst kurzen Abständen. Ideal ist es bei Windelsoor, wenn das Baby zwischendurch phasenweise gar keine Windel trägt.
  • Benutzen Sie besonders saugfähige und atmungsaktive Einmalwindeln oder Baumwollwindeln. Letztere sollten Sie nach jeder Benutzung auskochen.
  • Waschen Sie beim Windelwechsel die Haut des Babys mit lauwarmem Wasser und trocknen Sie sie anschließend vorsichtig, aber sorgfältig ab, z.B. mit einem Tuch oder einem Föhn auf lauwarmer Stufe. Tragen Sie anschließend die Paste auf, bevor Sie das Baby wieder „einpacken“.
  • Verwenden Sie bei jedem Wickeln eine frische Unterlage auf dem Wickeltisch und waschen Sie sich nachher sorgsam die Hände.
  • Milde und antientzündliche Bäder können der Haut des Kindes bei Windelsoor gut tun, zum Beispiel Hafer-, Weizenkleie- und Ölbäder.

Windelsoor: Vorbeugen

Eine sichere Vorbeugung ist bei Windelsoor nicht möglich. Jedoch können Sie mit verschiedenen Hygienemaßnahmen die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Ihr Kind an einem Windelpilz erkrankt. Besonders wichtig ist es, die Windel häufig zu wechseln – dies gilt besonders, wenn das Kind Durchfall hat – und die Haut bei jedem Windelwechsel gründlich, aber sanft zu reinigen und abzutrocknen. Feuchtigkeit begünstigt Windelsoor und andere Infektionen. Trockentupfen und –föhnen ist schonender als Trockenreiben. Scharfe Seifen greifen den natürlichen Schutzmantel der Haut an, und auch auf Babypuder reagieren manche Säuglinge mit Hautreizungen.

Häufig wird es so dargestellt, als seien Hautprobleme im Windelbereich, speziell Windeldermatitis und Windelpilz ein unvermeidliches Übel bei Babys. Aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen: Das stimmt nicht. Zwar leiden fast alle Babys in ihrer Windelzeit an einem Windelausschlag und solchen Hautproblemen – aber das liegt daran, dass fast alle auf dieselbe Weise bzw. mit denselben Produkten gewickelt werden. Es geht auch anders.

Dieser Artikel erklärt Dir deshalb zunächst, was Windelpilz eigentlich ist, wie er entsteht und wie die konventionelle Behandlung oder Hausmittel dafür aussehen. Danach erfährst Du, warum all das nicht nötig wäre und wie Du Windelpilz in Zukunft vermeiden kannst.

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Was ist Windelpilz?

Ein Windelpilz ist eine starke Entzündung im Windelbereich, die meist als harmlose Rötung bzw. als „wunder Po“ beginnt. Bei einer Infektion mit Windelpilz ist der Po Deines Babys nicht mehr nur „wund“, sondern wirklich entzündet, rissig, blutend oder mit Schuppen bzw. Pusteln bedeckt. Manchmal bildet sich am Rand der Schuppen auch ein weißlicher Belag.

Windelpilz verursacht starken Juckreiz und Schmerzen für Dein Baby. Dann ist die Haut von einem Hefepilz befallen, der sich auch im Mund ausbreiten kann (Mundsoor). Im Zweifel einen Arzt aufsuchen oder in der Apotheke nachfragen.

Windelpilz wird auch als Windelsoor bezeichnet und ist eine spezielle Art von Windeldermatitis. Verursacht wird er von einem Hefepilz, dem Erreger Candida Albicans. Dieser Erreger befindet sich auch auf der Haut und im Darm von Erwachsenen, wird dort allerdings vom Immunsystem in aller Regel im Zaum gehalten. Vermeiden, dass das Baby mit dem Hefepilz in Kontakt kommt, kann man also nicht.

Bilder & Fotos: Wie sieht Windelpilz aus?

Wie entsteht Windelsoor?

Der Grund, warum bei Babys oder auch Erwachsenen aus einem sonst harmlosen Pilzerreger eine Infektion wird, ist eine mangelnde Hautbarriere in Kombination mit einem schwachen Immunsystem. Der Erreger, ohnehin immer in kleinen Mengen vorhanden, „nutzt“ also die Gunst der Stunde und breitet sich aus. Ein Windelpilz entsteht.

Gründe für die druchlässige Hautbarriere gibt es viele, zum Beispiel:

  • mangelnde Hygiene beim sauber machen der Windelregion
  • langer Kontakt mit nassen Windeln und Chemikalien in der Windel (die Harnsäure aus dem Urin verändert ph-Wert der Haut, der diese normalerweise vor dem Eindringen von Erregern wie Pilzen schützt. Urin bildet nach einiger Zeit Ammoniak – ein Stoff, der die Haut angreift.)
  • allergische Reaktionen auf die Windel oder eine verwendete Creme
  • Lebensmittelunverträglichkeiten
  • Neurodermitis
  • Austrocknen der Haut durch Super-Absorber der Windel, wodurch es zu feinen Rissen kommt.

Fast alle dieser Ursachen haben eines gemeinsam: Sie werden verursacht bzw. verschlimmert durch Windeln.

Sobald die Hautbarriere feine Risse aufweist, können Pilze und andere Erreger können eindringen und sich im feucht-warmen Milieu der Windel ideal vermehren und weiter ausbreiten. Der Windelpilz kann sich dann bis auf Beine und Bauch ausbreiten, wenn er nicht behandelt wird.

Bei sehr kleinen Säuglingen hat Windelpilz meist eine andere Ursache: Sie haben sich während der Geburt bei der Mutter angesteckt, die einen Scheidenpilz hat / hatte. Aus diesem Grund prüft Dein Gynäkologe regelmäßig, ob Du von einem Genitalpilz betroffen bist.

Aber auch Du selbst solltest, vor allem in den letzten Wochen der Schwangerschaft, aufmerksam sein. Brennen beim Wasserlassen, Jucken und vermehrter, ungewohnt oder übelriechender Ausfluss deuten auf eine Infektion im Vaginalbereich hin. Ein Einfacher Abstrich beim Arzt kann dann Klarheit schaffen.

Wie lange dauert Windelpilz?

Die Dauer der Infektion mit Windelpilz hängt davon ab, wie schnell er erkannt und behandelt wird. Abwarten ist in keinem Fall eine Option, denn dann breitet sich die Infektion immer weiter aus und mehr und mehr Hautpartien sind betroffen. Offensichtlich ist das Immunsystem Deines Babys damit überfordert, die Erreger selbst abzuwehren und benötigt Hilfe.

Welche Salbe hilft bei Windelsoor?

Für den Anfang wird Windelpilz meist mit einer harmlosen Zinksalbe behandelt. Diese trocknet nasse Hautpartien und Entzündungen aus und entzieht damit dem Pilz die Lebensgrundlage. Diese Windelsoor Salbe ist rezeptfrei erhältlich, da sie keine verschreibungspflichtigen Arzneimittel enthält. Das in der Salbe enthaltene Zinkoxid ist ein natürlich im Körper vorkommender Stoff, der leicht antiseptisch und wundheilungsfördernd wirkt.

Wenn das nicht ausreicht oder der Windelpilz schon sehr weit fortgeschritten ist, kann Dein Arzt Dir auch ein Antipilzmittel verschreiben. Das sind Pasten mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin – also jeweils einem Wirkstoff, der den Pilz abtötet (Fungistatikum).

In vereinzelten Fällen kann der Arzt auch zusätzlich eine kortisonhaltige Creme verschreiben, um weitere Entzündungen einzudämmen und die Heilung zu beschleunigen. Eine vorübergehende Behandlung der Haut mit Kortison ist entgegen weit verbreiteter Meinung ohne Folgen für die Gesundheit Deines Babys.

Auf keinen Fall solltest Du fettige Cremes, Lotionen oder Öle verwenden. Diese geben dem Windelpilz neuen Nährboden. Bei einer Infektion mit Windelsoor ist es wichtig, dass die Haut trocken wird.

Baby mit Windelpilz baden

Wenn Du Dein Baby mit Windelpilz baden willst, spricht erst einmal nichts dagegen. Denn natürlich muss Körperhygiene trotzdem sein, sonst können sich weitere Entzündungen bilden. Der Zusatz von heilenden Substanzen wie z.B. Kamille, kann außerdem den Windelpilz weiter eindämmen.

Achte aber darauf, es danach wirklich gut abzutrocknen und die betroffenen Regionen gleich wieder einzucremen. Bei starken Entzündungen solltest Du vorher lieber den Arzt fragen und vielleicht ein paar Tage auf das Baden verzichten.

Ist Windelpilz ansteckend?

Die Erreger, die Windelpilz verursachen, sind überall. Auf unserer Haut, in unserem Darm, in unserer Umwelt. Windelpilz ist darum nicht ansteckend und Du kannst Dich vor dem Candida-Pilz nicht schützen. Eine Infektion tritt nur dann auf, denn die Hautbarriere und das Immunsystem geschwächt sind. Mit einer Ansteckung hat das nichts zu tun.

Deshalb darf Dein Wickelkind natürlich auch mit Windelpilz in die Kita. Allerdings sollten die Erzieher Bescheid wissen und bei der Pflege der Windelregion entsprechende Hygiene walten lassen. Nicht, um andere Kinder oder sich selbst zu schützen, sondern um weitere Infektionen, z.B. mit Bakterien, bei Deinem Kind zu verhindern.

Heilung unterstützen und Windelpilz vorbeugen

Damit die Windelpilz Salbe ihre Wirkung voll entfalten kann, solltest Du die betroffene Region möglichst trocken halten. Dein Baby sollte also nie länger mit einer nassen Windel sein – denn genau diese Windeln haben ja zum Entstehen der Soor-Infektion geführt!

Bedenke außerdem, dass herkömmliche Wegwerfwindeln die Temperatur in der Windel um bis zu ein Grad erhöhen. Außerdem sind Wegwerfwindeln wenig atmungsaktiv und es entsteht Kondenswasser an der Haut. Beide Faktoren tragen zu einem feucht-warmen Windelklima bei, das den Windelpilz in seinem Wachstum unterstützt.

Versuche also, Dein Baby so oft wie möglich ohne Windel zu lassen, zum Beispiel zum strampeln und spielen auf einer abwischbaren Unterlage oder einem Handtuch. Babys lieben es ohnehin, nackt zu sein. Außerdem unterstützt die frische Luft den Heilungsprozess der Haut.

Alternativ kannst Du auch überlegen, vorübergehend oder dauerhaft auf Stoffwindeln umzusteigen. Hat Dein Baby ständig Windelpilz, ist das vielleicht die gesündere Option, die euch allen Stress und Sorgen erspart. Vielleicht sind auch Öko-Windeln eine gute Alternative? Probier es einfach aus. Diese Windeln sind nicht nur zu großen Teilen biologisch abbaubar, sie sind auch atmungsaktiver als herkömmliche Pampers.

Natürlich sind all diese Maßnahmen auch geeignet, um Windelpilz vorzubeugen und so das Problem von vornherein zu umgehen.

Als bewährte Hausmittel gegen Windelpilz gibt es folgende Optionen:

  • Umschläge oder Waschungen mit Calendula, Kamille oder Eichenrinde
  • Abtupfen mit Rosenwasser (Apotheke), Propolistinktur, oder Essigwasser
  • Haut mit Heilerde pudern

Die Wahrheit über Windelpilz

Soweit so gut. Das Vorkommen und die Behandlung von Windelpilz scheint also Routine zu sein. Auch Kinderärzte und andere Experten werden Dir sagen, dass es völlig normal ist, dass Dein Baby Windeldermatitis oder Windelpilz hat.

Ich sage Dir: Es ist nicht normal.

Nicht in allen Kulturen und Regionen der Erde sind Windeln und damit Windelpilz überhaupt ein Thema. In vielen Ländern werden Babys von Geburt an abgehalten, wenn sie mal müssen. Das heißt, sie tragen je nach Temperatur und Tradition überhaupt nichts „untenrum“ und die Eltern spüren bzw. bemerken in der engen Kommunikation mit ihren Säuglingen, wann es so weit ist. Auch in Europa wurde das vor der Einführung von Windeln zu gehandhabt. Heute bezeichnet man das mit den Begriffen „windelfrei“ oder „elimination communication“ und Eltern, die das so handhaben, werden meist schief angeschaut.

Stattdessen soll Windelpilz, der laut Medizinern selbstverständlich bei fast allen Wickelkindern entsteht, mit Cremes, Pasten und Medikamenten behandelt werden. Dafür wird niemand schief angeschaut.

Dabei ist auch das nicht normal!

Gesunde Babyhaut braucht auch keinerlei Lotionen, Öle oder Puder. In den ersten Lebensmonaten oder sogar -jahren musst Du die Haare von Babys und Kleinkindern nicht mit Shampoo waschen und beim Baden benötigst Du keinerlei Zusätze.

Natürlich versucht die Kosmetikartikel-Industrie, Dir in Werbung und Medien etwas anderes zu vermitteln. Dabei ist die Wahrheit, dass all diese Substanzen potentiell in die Entwicklung einer gesunden Hautbarriere bei Deinem Baby eingreifen können und mehr schaden, als nutzen.

Nur, wenn Dein Kind tatsächlich Hautprobleme hat, braucht es zusätzliche Pflegeprodukte. Aber auch dann solltest Du lieber auf natürliche Öle und Fette zurückgreifen, als auf parfümhaltige Produkte auf Erdölbasis. Oft ist auch Muttermilch die beste Behandlung für entzündete Hautstellen, denn sie ist völlig natürlich und wirkt antibakteriell.

Das ist natürlich nichts, was Dir die Pharma- oder Kosmetikindustrie jemals raten wird.

Unser Sohn hatte die ganze Wickelzeit über nie mit Windelpilz zu tun – und das, obwohl er sehr empfindliche Haut und leichte Neurodermitis hat. Wir haben wenige Wochen nach der Geburt angefangen, ausschließlich mit Stoffwindeln und notfalls Öko-Windeln zu wickeln. Wann immer möglich, haben wir unser Baby ohne Windeln gelassen und abgehalten, wenn er mal musste – oder eben das Höschen gewechselt, wenn es mal daneben ging.

In Kontakt mit Wunschutzcreme kam er nur in Ausnahmefällen und Shampoo, Badezusätze oder gar Babypuder haben wir nie verwendet. Unsere Hebamme riet uns damals: Lass nur an die Haut Deines Babys, was Du auch essen würdest. Und das mit gutem Grund. Denn viele Stoffe werden über die Haut in den Organismus aufgenommen – auch und vor allem Giftstoffe.

Windelpilz: Entstehung und Behandlung von Soor

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Was ist Windelpilz?

Bei Windelpilz, auch Soor oder Windelsoor genannt, handelt es sich um eine starke Entzündung der Haut im Windelbereich. Anders als bei einfachem Wundsein ist die Haut nicht nur stark gerötet, sondern auch rissig, eventuell geschwollen und von schuppigen, roten Pusteln bedeckt, die meist einen weißen Kopf bilden und bei Berührung oft zu bluten beginnen. Auch die Mundschleimhäute können auf eine Pilzinfektion hinweisen. Sollten Dir dort weiße Beläge auffallen, die sich nicht einfach abwischen lassen, ist auch dies ein Indikator für einen Pilzbefall. Falls Du Dir unsicher bist, ob Du es mit Windelpilz zu tun hast, suche sicherheitshalber besser einen Arzt auf, damit Dein Baby gegebenenfalls schnell behandelt werden kann. Windelpilz verursacht starken Juckreiz und ist deshalb für Dein Baby sehr unangenehm.

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Wie entsteht Windelpilz?

Die Entstehung von Windelpilz kann unterschiedliche Ursachen haben. Meist ist jedoch ein wunder Po der Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Windelpilzes. Ursache dafür kann beispielswiese mangelnde Hygiene im Windelbereich sein. Das zu lange Tragen feuchter Windeln strapaziert die zarte Babyhaut sehr, da die im Urin enthaltene Harnsäure den pH-Wert der Haut verändert und so den natürlichen Säureschutzmantel der Haut beeinträchtigt. Doch auch Unverträglichkeiten der Windel selbst oder zu viel Säure in der Nahrung können Rötungen und Entzündungen zur Folge haben, die unbehandelt zu kleinen Rissen und blutigen Wunden am Babypo, einer beginnenden Windeldermatitis, führen können.

Durch die Störung der natürlichen Hautbarriere können nun Bakterien und Pilze leichter in die Haut eindringen. Im feucht-warmen Windelbereich finden sie den idealen Nährboden, um zu wachsen und sich weiter auszubreiten, beispielsweise in den Genital- oder Lendenbereich. Auch Beine und Bauch des Babys können bei Nichtbehandlung von einem Windelpilz betroffen sein.

Bei sehr jungen Kindern, die kurz nach der Geburt von einem Windelpilz betroffen sind, ist die Infektion meist auf eine Ansteckung durch die Mutter zurückzuführen. Während der Schwangerschaft verändert sich das saure Scheidenmilieu und es kann leichter zu Pilzinfektionen kommen. Bei der Geburt kann eine Soor-Infektion dann über den Geburtskanal an das Baby weitergegeben werden. Daher solltest Du eine eventuelle Infektion schon vor der Geburt abklären und gegebenenfalls behandeln lassen, um eine Ansteckung Deines Babys zu vermeiden.

Was tun bei Windelpilz?

Windelpilz sollte auf jeden Fall schnell behandelt werden, da er sich andernfalls immer weiter verbreiten kann. Bei einem Verdacht auf Windelpilz bei Deinem Kind solltest Du deshalb sofort einen Arzt mit ihm aufsuchen, damit er eine genaue Diagnose stellen und Euch ein geeignetes Mittel zur Behandlung verschreiben kann. Meist wird es sich dabei um eine zinkhaltige Salbe handeln, die die charakteristischen Pickel austrocknet und dem Pilz so den Nährboden entzieht.

Zusätzlich ist es wichtig, dass Du den Po Deines Babys möglichst trocken hältst. Das bedeutet, dass Du Dein Kleines öfter als sonst wickeln solltest, um die in Urin und Stuhlgang enthaltene Säure weitgehend von der gereizten Haut fernzuhalten. Nach dem Waschen solltest Du den Po und vor allem die Hautfalten gut trocknen, um weiteres Wundwerden zu vermeiden. Versuche außerdem, Dein Baby so oft wie möglich ohne Windel strampeln zu lassen, damit viel frische Luft an die wunde Haut gelangen kann.

Mit diesen einfachen Maßnahmen lässt sich nicht nur die Wundheilung beschleunigen, Du kannst so auch einem Wund werden und dem Entstehen eines Windelpilzes effektiv vorbeugen.

Mundsoor

Bei Mundsoor ist die Mundschleimhaut mit weißen Belägen überzogen. (1dbrf10 / Fotolia.com)

Mundsoor ist eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut. Die Erkrankung tritt besonders häufig bei Neugeborenen und Babys auf. Wie Mundsoor behandelt wird, erfahren Sie hier.

Kurzfassung:

  • Mundsoor ist eine Infektion mit bestimmten Hefepilzen im Mund- und Rachenraum.
  • Charakteristisch sind weißliche Beläge auf geröteter Schleimhaut.
  • Mundsoor kommt bei Neugeborenen und Babys häufig vor und ist ansteckend.
  • Mundsoor wird mit Antipilzmitteln (Antimykotika) behandelt.

Mundsoor ist eine Pilzinfektion, die Haut und Schleimhäute befallen kann und durch Hefepilze ausgelöst wird. Manchmal sind auch andere Körperstellen, wie z.B. der Windelbereich, betroffen. Mundsoor kommt häufig bei Neugeborenen und Babys vor. Bei Erwachsenen tritt die Krankheit meist bei Personen auf, deren Immunsystem geschwächt ist oder die bestimmte Medikamente (z.B. Antibiotika) einnehmen.

Charakteristisch sind weiße Beläge auf einer geröteten Mundschleimhaut. Die Erkrankung ist bei gesunden Kindern ungefährlich, kann aber unangenehm sein. Mundsoor ist ansteckend, daher sollte bei einer Erkrankung auf Hygiene geachtet werden.

Welche Symptome treten bei Mundsoor auf?

  • weißlich-graue Beläge auf der Mundschleimhaut
  • brennendes Gefühl im Mund und/oder Rachen

Mundsoor können Sie gut von Milchresten unterscheiden: Versuchen Sie, den Belag mit einem sauberen Wattestäbchen wegzuwischen. Wenn es sich um einen Pilzbefall handelt, so lässt sich dieser weißliche Belag oft sehr schwer wegwischen, da er fest auf der Schleimhaut haftet. Hat Ihr Kind Mundsoor, zeigen sich darunter häufig entzündete, teils blutige Hautstellen.

Was sind die Ursachen für Mundsoor?

Der Erreger dieser Krankheit ist ein Hefepilz der Gattung Candida albicans (albicans = weißlich). Auch bei rund 50% der gesunden Menschen kann man diesen in der Mundhöhle nachweisen, ohne dass es zu einer Erkrankung kommt. Da bei Neugeborenen das Immunsystem noch nicht ausgereift ist, sind diese besonders häufig von Mundsoor betroffen.

Oft steckt sich das Neugeborene schon bei der Geburt durch die Scheide der Mutter an. Viele Mütter schlecken den Schnuller ab, bevor sie ihn dem Baby geben – aus Hygienegründen. Damit können aber Pilze (vor allem Soor) von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Zwar ist das Risiko nicht besonders hoch, dennoch ist es besser, den Schnuller oder andere Gegenstände, die das Baby in den Mund nimmt, stattdessen abzuwaschen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Bei Verdacht auf Mundsoor sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um eine gezielte Behandlung zu ermöglichen. Der Arzt stellt die Diagnose meist auf Grund des typischen Krankheitsbildes und der typischen Beläge. Ein Abstrich der Mundschleimhaut ist möglich, aber meist unnötig.

Wie wird Mundsoor behandelt?

In aller Regel ist ein Gel, das mittels Schnuller oder mit dem kleinen Finger in der Mundhöhle verteilt wird, völlig ausreichend. Allerdings sollte bei gestillten Kindern auch die mütterliche Brust eingecremt werden, um ein Wiederauftreten zu verhindern. Hygiene bei Saugern und Schnullern ist naturgemäß wesentlich.

Wie können Sie Mundsoor vorbeugen?

  • Regelmäßige Reinigung und/oder Sterilisation von Gegenständen, die das Baby in den Mund nimmt (Flaschensauger, Beißringe, Schnuller usw.)
  • Der Austausch von Schnullern, angebissenen Nahrungsmitteln, Schleckern etc. unter Kindern sollte möglichst verhindert werden.
  • Stillende Mütter müssen ihre Brustwarzen mit einer verordneten Salbe eincremen.
  • Behandlung des Scheidenpilzbefalls im Endstadium der Schwangerschaft

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Stand der medizinischen Information: Dezember 2018

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Hautpilz Ursachen

Der Hautpilz gehört zu den Infektionskrankheiten. Das heißt, die Krankheitserreger werden durch Ansteckung übertragen.

Candidose: Soor bei Babys und Kleinkindern

In sehr seltenen Fällen sind auch Hautstellen und Schleimhäute befallen. Allgemein gilt sie bei Babys und Kleinkindern als gut behandelbar.

Die Ursachen für die Entstehung von Soor

Der Hefepilz Candida albicans ist für die Entstehung von Soor verantwortlich. Er ist auf der Haut und im Verdauungstrakt vieler Menschen zu finden und überträgt sich deshalb sehr leicht auf andere Menschen und somit auch auf Babys und Kleinkinder.

Gerät das pH-Milieu von Schleimhäuten oder Haut in Schieflage bzw. liegt eine Schwächung des Immunsystems vor, kommt es innerhalb kurzer Zeit zur verstärkten Besiedlung mit dem Hefepilz und somit zu Soor. Da sich Candida albicans in feucht-warmen Umgebungen am wohlsten fühlt, tritt er besonders:

  • im Mund
  • unter feuchten Stilleinlagen oder
  • im Windelbereich in Erscheinung

Erkennbar ist eine übermässige Hefepilz-Besiedelung durch Rötung der Haut mit Ausschlag und weisslichen Ablagerungen, die oft mit Juckreiz und Brennen verbunden sind. Babys, die jünger als sechs Monate sind, haben meist ein noch zu schwaches Immunsystem, das die Ausbreitung des Candida albicans ausreichend unterbindet.

Sehr oft entsteht auch eine Ping-Pong-Infektion zwischen Mutter und Baby, da die Brustwarzen beim Stillen ebenfalls oft befallen werden und so immer wieder Ausgangspunkt einer Neuinfektion für das Baby sind.

Zusätzlich können Antibiotika und Kortisonbehandlungen bei Säuglingen und Kleinkindern für ein Ungleichgewicht der Schleimhäute und Haut sorgen, was schliesslich zu Soor führt. Auch viele Frauen kennen diese Auswirkung und leiden nach einer Antibiotika-Behandlung beispielsweise unter einer Scheidenpilz-Infektion.

Die Symptome von Soor bei Kleinkindern

Je nach Infektionsort am Körper unterscheiden Mediziner zwischen:

Mundsoor:

  • tritt meist innerhalb der ersten acht Lebenswochen auf, weisser Belag auf Mundschleimhaut und Zunge, der sich nicht abwischen lässt,
  • ist aufgrund von Schmerzen mitunter mit Trinkschwierigkeiten verbunden und
  • kann Mundgeruch verursachen

Vaginal- und Windelsoor:

  • ist von der Windeldermatitis zu unterscheiden
  • zeigt sich durch Hautrötung, rote Pusteln mit feinen weissen Rändern sowie offene Hautstellen und Schuppungen
  • breitet sich sehr schnell im Windelbereich aus (innerhalb weniger Stunden)
  • tritt häufig in den ersten sechs Lebensmonaten auf

Erfahrene Kinder-, Haus- und Hautärzte können einen Pilzbefall durch eine äussere Untersuchung feststellen. In wenigen Fällen wird ein schmerzloser Abstrich an den betroffenen Haut- und Schleimhautbereichen vorgenommen und mikroskopisch bzw. labortechnisch untersucht.

Die Verlaufsformen

Obwohl Soor als harmlose Erkrankung bei Babys und Kindern gilt, ist eine konsequente Behandlung wichtig. Auch schon leichte Mund- und Windelsoorfälle können sehr schnell zu Schmerzen und zum Unwohlsein führen und sollten deshalb schnellstmöglich behandelt werden. Bei Kindern und Erwachsenen mit sehr schwachen Abwehrkräften kann es sogar zu einem schmerzhaften Befall der Speiseröhre und somit zu Problemen beim Essen kommen.

Wachstumsstörungen können bei Babys die Folge sein. Unbehandelt kann Cadida albicans zu einer Infektion des Blutes und somit zu Leber-, Lungen- oder Hirnhautentzündungen führen.

Die Therapiemassnahmen bei Soor

Mithilfe von Antimykotika (Medikamente, die pilztötend wirken) lässt sich Soor in der Regel schnell und unkompliziert, sowohl bei Säuglingen und Kindern als auch bei Erwachsenen behandeln. Die häufigsten Wirkstoffe der Wahl sind Nystatin und Clotrimazol.

Während beim Mundsoor in der Regel Tropfen oder Suspensionen verschrieben werden, kommen bei dem Befall anderer Körperstellen Salben, Cremes oder auch Zäpfchen zum Einsatz. Bei Säuglingen, die gestillt werden, ist die Behandlung der Mutter unbedingt mit vorzunehmen.

Alternative homöopathische Behandlungsformen greifen für die Soor-Behandlung auf Ratanhia, Myrrhe-Tinkturen, Mercurius solubilis sowie Kalium chloratum Globuli D6 zurück. Die positive medizinische Wirkung ist jedoch nicht durch Studien bewiesen.

Massnahmen zur Vorbeugung von Soor

Da entzündete Brustwarzen sehr häufig bei Stillbabys eine Soor-Infektion verursachen, ist es wichtig dieser vorzubeugen. Der häufige Wechsel von Stilleinlagen, um ein feuchtes Milieu zu vermeiden, ist eine wichtige Präventionsmassnahme.

Die Körperpflege des Babys sollte in den ersten Lebenswochen und -monaten altersgerecht erfolgen.

Sowohl zu wenige als auch zu häufige Bäder können das Milieu auf der Haut stark beeinflussen. Häufiges Windelwechseln ist ebenfalls für die Soor-Vorbeugung wichtig, da es den Po trocken hält. Besteht bereits ein Pilzbefall ist eine ärztliche Behandlung empfehlenswert, um die weitere Ausbreitung auf und im Körper zu vermeiden.

Soor-Infektion in der Stillzeit

Eine Soor-Infektion ist an den Brustwarzen nicht immer sichtbar. Rosa glänzende Brustwarzen, schuppige oder rissige Haut, nicht heilende Wunden können ein Hinweis auf Soor sein.

Soor ist eine Infektion mit Hefepilzen (Candida). Er kann in der Stillzeit sehr viel Leid verursachen und sogar zum vorzeitigen Abstillen führen. Der folgende Artikel zeigt auf, wie sich eine Candida-Infektion in der Stillzeit bemerkbar macht, wie sie diagnostiziert und behandelt wird.

Eine eindeutige Diagnose des Brust-Soors bleibt eine Herausforderung

Die Symptome des Soors können von Infektion zu Infektion bzw. von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein, daher ist das Stellen einer eindeutigen Diagnose auch für Ärzte nicht einfach. Sichtbare Symptome können auch komplett fehlen, je nachdem, welcher Hefestamm die Krankheit verursacht. Die weißen Belege werden nur durch Candida albicans hervorgerufen, andere Stämme erzeugen einen perlmuttartigen Schimmer. Hinzu kommt, dass sich diese Hefepilze labordiagnostisch trotz Infektion nicht einfach nachweisen lassen, bzw. umgekehrt, selbst der Nachweis von Candida ist noch kein eindeutiger Beweis für eine Infektion, da diese Pilze auch natürlicherweise auf der Haut und möglicherweise auch in der Muttermilch vorkommen. Da eindeutige Symptome häufig fehlen, führen manche Fachleute Brustschmerzen durch das Ausschlussprinzip auf einen Soor zurück: Wenn das Anlegen korrigiert und andere Ursachen für Schmerzen beim Stillen ausgeschlossen sind, können Medikamente gegen Soor-Infektion versucht werden. Eine Besonderheit von Soor-Infektionen im Gegensatz zu anderen Ursachen von Brust(warzen)schmerzen ist die Tatsache, dass sie häufig erst Wochen, Monate bis Jahre nach der Geburt auftreten, während andere Brust(warzen)schmerzen eher zu Beginn der Stillzeit vorkommen. Andererseits begünstigen Verletzungen der Brustwarze durch das anfängliche ungünstige Anlegen die Besiedlung mit den Hefepilzen, was das Abheilen der Wunden erschweren kann.

Allgemeine Symptome der Soor-Infektion in der Stillzeit

Folgende Brustsoor-Symptome bei der Mutter sind möglich:

  • Schmerzen: heftig brennende, stechende Schmerzen sowohl während als auch nach dem Stillen
  • Mögliche Symptome an der Brustwarze: Juckreiz, Rötung, Schwellung, Hautabschilferungen, weiße Beläge, rosafarbene schuppige Haut, oder perlmuttartiges Glänzen der Haut, evtl. tiefe Risse oder Pickelchen
  • Oft steht die Intensität der Schmerzen im auffälligen Widerspruch zu ansonsten unscheinbarer Erscheinung der Brust.

Beim Kind können folgende Symptome vorkommen:

Mundsoor zeigt sich beim Baby z.B. durch weiße, nicht abwischbare Belege an der Zunge. (© rioblanco)

  • Mundsoor (weiße, nicht abwischbare Belege oder ein perlmuttartiger Glanz an der Mundschleimhaut, Probleme beim Stillen durch Schmerzen im Mund, evtl. Stillstreik)
  • Windelsoor (Rötung, Hautabschilferung, usw.)
  • auch beim Kind sind Symptome äußerlich nicht immer erkennbar

Andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen

Viele der potenziellen Brustsoor-Symptome können auch andere Ursachen haben. Einseitig auftretende stechende Schmerzen beim Stillen können auch durch einen Milchstau verursacht werden, z.B. wenn ein Milchgang mit einem dünnen Häutchen überwachsen oder durch einen Fettpfropf verstopft wird. Heftig stechende, brennende Schmerzen direkt nach dem Stillen werden in erster Linie durch einen Vasospasmus / Raynaud-Syndrom verursacht, bei dem die Durchblutung der Brustwarzen gestört ist. Soor-Infektionen und Vasospasmen kommen sogar häufig zusammen vor und müssen dann auch gleichzeitig behandelt werden. Auch Infektionen der Brust mit Bakterien (z.B. mit Staphylococcus aureus, s. den Artikel Mastitis) oder eine Dysbiose von Mikroorganismen in den Brustdrüsen können ähnliche Symptome haben wie eine Soor-Infektion. Oft kommen bakterielle und Pilzinfektionen ebenfalls zusammen vor. Eine Minderdurchblutung der Brustwarzen kann auch mit dem so genannten Mammary Constriction Syndrome zusammenhängen. Mitunter verstecken sich hinter den hartnäckigen Schmerzen seelische Ursachen, wie eine starke psychische Belastung, verschiedene psychische Erkrankungen oder eine Schmerzerkrankung (Allodynie).

Auch ein suboptimales Anlegen, Saugprobleme seitens des Babys (z.B. aufgrund von oralen Anomalien wie ein verkürztes Zungen- oder Lippenband oder Muskelverhärtungen) sollten ausgeschlossen werden (siehe auch die Artikel Das korrekte Anlegen, Wunde Brustwarzen und Zu kurzes Zungenbändchen). Ungünstiges Saugen an der Brust kann schon allein große Schmerzen verursachen und darüber hinaus das Risiko einer bakteriellen und einer Pilzinfektion erhöhen, wenn die Integrität der Haut durch die unphysiologische Beanspruchung der Brustwarzen verletzt wird.

Bei Fehlen von sichtbaren Symptomen bleibt oft nur das Ausprobieren verschiedener Maßnahmen, da auch eine Labordiagnostik keine sichere Soor-Diagnose ermöglicht: Hautabstriche von den Brustwarzen zeigen auch bei symptomlosen Frauen oft eine Candida-Besiedlung und Abstriche aus der Muttermilch zeigen eine vorhandene Candida-Besiedlung nicht an, weil Lactoferrin und andere immunologische Komponenten in der Muttermilch das Wachstum der Candida-Stämme hemmt. Bei einer ausprobierenden Vorgehensweise wird z.B. zunächst das Anlegen und das Trinken an der Brust beobachtet sowie die Mundanatomie des Kindes sowie der Brustwarze vor und nach dem Stillen untersucht. Gibt es hier keine Auffälligkeiten, dann geben manche Fachleute testweise z.B. Probiotika, Antibiotika und Antimykotika sequenziell oder gleichzeitig.

Präzisere Brustsoor-Diagnostik anhand von Zeichen und Symptomen

Um allgemeine Symptome einer Soor-Infektion von anderen möglichen Ursachen unterscheiden zu können, orientieren sich einige Fachleute bei der Diagnostik von Brustsoor an einer Arbeit von Francis-Morill und Mitarbeitern (2004). Diese haben Candida-Stämme von Brustwarzen und aus der Milch durch eine besondere Technik kultiviert, bei der die hemmende Wirkung von Laktoferrin durch Eisensulfat aufgehoben wird. Auf diese Weise konnten sie die Kolonisierung durch Hefestämme besser bestimmen als dies durch die übliche Labordiagnostik der Fall ist. Francis-Morill und Kollegen verglichen die Präsenz von möglichen Anzeichen und Symptomen einer Soor-Infektionen mit der Kolonisierung der Hautoberfläche des Brustwarzen-Warzenhof-Komplexes und der Muttermilch mit Candida-Stämmen. Dabei berücksichtigten sie sechs mögliche Anzeichen und Symptome:

  1. schmerzende Brustwarzen ohne Brennen
  2. brennendes Gefühl an den Brustwarzen
  3. Schmerzen in der Brust ohne Stechen
  4. Stechen in der Brust
  5. glänzende Haut am Brustwarzen-Warzenhof-Komplex
  6. schuppige Haut am Brustwarzen-Warzenhof-Komplex

Sie fanden heraus, dass keine der typischen Anzeichen und Symptome einzeln eine Soor-Infektion zuverlässig vorhersagen kann. Wenn mehrere Anzeichen zusammen vorhanden sind, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass eine Candida-Kolonisierung tatsächlich vorliegt. Wenn diese Anzeichen und Symptome entweder glänzende Haut des Brustwarzen-Warzenhof-Komplexes gepaart mit stechenden Schmerzen oder schuppige Haut des Brustwarzen-Warzenhof-Komplexes in Kombination mit Brustschmerzen umfassen, dann ist ein positiver Test auf Candida äußerst wahrscheinlich (Positiver Vorhersagewert > 70%, Wahrscheinlichkeitsquotient > 10). Ab einem positiven Vorhersagewert von 70% kann man laut den Autoren mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Soor-Infektion ausgehen.

Bedeutung verschiedener Anzeichen und Symptome für die Soor-Diagnostik
Symptome Positiver Vorhersagewert (%)
schmerzende BW 27
schmerzende BW + 1 weiteres Zeichen 45-63
schmerzende BW + 2 weitere Zeichen 52-67
schmerzende BW + „brennende“ BW + Schmerzen in der Brust + Stechen in der Brust 74
schmerzende BW + „brennende“ BW + Schmerzen in der Brust + glänzende BW 80
schmerzende BW + „brennende“ BW + Schmerzen in der Brust + schuppige BW 91
schmerzende BW + „brennende“ BW + Schmerzen in der Brust + Stechen in der Brust + glänzende BW 86
schmerzende BW + „brennende“ BW + Schmerzen in der Brust + Stechen in der Brust + schuppige BW 100
schmerzende BW + „brennende“ BW + Schmerzen in der Brust + Stechen in der Brust + glänzende BW + schuppige BW 100
„brennende“ BW 37
„brennende“ BW + 1 weiteres Zeichen 48-55
„brennende“ BW + Schmerzen in der Brust + Stechen in der Brust 63
„brennende“ BW + Schmerzen in der Brust + glänzende BW 80
„brennende“ BW + Schmerzen in der Brust + schuppige BW 85
„brennende“ BW + Schmerzen in der Brust + Stechen in der Brust + glänzende BW 86
„brennende“ BW + Schmerzen in der Brust + Stechen in der Brust + schuppige BW 92
„brennende“ BW + Schmerzen in der Brust + Stechen in der Brust + glänzende BW + schuppige BW 100
Schmerzen in der Brust 48
Schmerzen in der Brust + Stechen 57
Schmerzen in der Brust + glänzende BW 78
Schmerzen in der Brust + schuppige BW 87
Schmerzen in der Brust + Stechen + glänzende BW 82
Schmerzen in der Brust + Stechen + schuppige BW 93
Schmerzen in der Brust + glänzende BW+ schuppige BW 92
Schmerzen in der Brust + Stechen + glänzende BW + schuppige BW 100
Stechen in der Brust 45
Stechen + glänzende BW 75
Stechen + schuppige BW 70
Stechen + glänzende BW + schuppige BW 73
Glänzende BW 50
schuppige BW 45
glänzende BW + schuppige BW 76
Auszug aus: Francis-Morrill et al., 2004.
Positiver Vorhersagewert: Anteil der Frauen mit den dargestellten Symptomen, bei denen Candida-Stämme aus Hautabstrichen von den Brustwarzen oder aus der Muttermilch kultiviert werden konnten.
Ab einem positiven Vorhersagewert von 70% kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Soor-Infektion ausgehen.

Therapiemaßnahmen bei Verdacht auf Soor

Bei einem Verdacht auf Soor sollte ein Arzt aufgesucht werden (Kinderarzt, Haus- oder Frauenarzt, evtl. Überweisung an Hautarzt). Die Krankheit wird medikamentös zunächst durch lokale Anwendung von Antipilzmitteln (z.B. mit Nystatin, Miconazol oder Clotrimazol) behandelt, und zwar müssen Mutter und Kind immer beide behandelt werden, auch wenn die Symptome nur bei einem der beiden auftreten, um eine gegenseitige Wiederansteckung zu vermeiden (Ping-Pong-Effekt). Die Brustwarzen der Mutter werden mit einer Salbe behandelt, beim Kind kommen häufig Suspensionen oder Gele für den Mund und Salben für den Po zum Einsatz. Gele kommen für die Brustwarze nicht in Betracht, diese trocknen sie aus und fühlen sich unangenehm an. Falls eine gleichzeitige Behandlung von Mutter und Kind von den Ärzten nicht veranlasst wird, dann kann es sinnvoll sein, ggf. den anderen zuständigen Facharzt (Kinderarzt oder Frauenarzt) ebenfalls zu besuchen, wobei einige der Medikamente in der Apotheke auch ohne Rezept erhältlich sind. Idealerweise sollten Mutter und Kind mit demselben Wirkstoff behandelt werden. Die Entwicklung von Resistenzen ist bei Soor-Infektionen ein großes Problem, d.h. Wirkstoffe, die vor Kurzem noch hilfreich waren, helfen nicht mehr, weil die Hefestämme gelernt haben, diese unschädlich zu machen. Kinderärzte wissen oft am besten, welche Mittel in einer Region gerade unwirksam sind und welche helfen.

Falls die lokale Anwendung nicht ausreicht bzw. wenn Soor der Milchgänge vermutet wird, dann werden zusätzlich Medikamente zum Einnehmen (Fluconazol) eingesetzt. So gelangt das Medikament in den Blutkreislauf der Mutter und kann die Soor-Infektion auch in den Milchgängen bekämpfen, welche durch das Eincremen der Brustwarzen allein nicht erreicht wird. Leider verschreiben aufgrund der hohen Kosten nicht alle Gynäkologen Fluconazol oder sie verschreiben zu geringe Dosen und/oder für eine zu kurze Dauer. Einige Hebammen und Stillberaterinnen können darüber informieren, welche Ärzte Fluconazol (in ausreichender Dosierung) verschreiben. Die übliche Dosis beträgt in der Regel 400 mg am ersten Tag und anschließend 200 mg täglich mindestens zwei Wochen lang (s. z.B. LactMed zu diesem Thema). Das Baby muss auch bei einer Fluconazol-Behandlung der Mutter mit einem Antimykotikum (z.B. mit Nystatin, Miconazol, Clotrimazol oder Fluconazol) mitbehandelt werden – die Fluconazol-Dosis, die in die Muttermilch übergeht, ist zu gering, um beim Baby gegen die Hefeinfektion effektiv zu wirken. Weiterstillen ist sowohl unter der lokalen als auch unter der Arzneimitteltherapie zum Einnehmen uneingeschränkt möglich. Abstillen ist nicht sinnvoll, die Erkrankung persistiert und kann dann in der nächsten Stillzeit wieder aufflammen.

Die Therapie muss über das Ende der Symptome hinaus mindestens 14 Tage lang fortgesetzt werden, um das Wiederaufflammen der Erkrankung zu vermeiden.

Begleitende Maßnahmen

Eine Soor-Infektion kann sehr hartnäckig sein und öfter wiederkommen. Daher sind ergänzende Maßnahmen empfehlenswert.

Milch, die während der Soor-Infektion gewonnen wird, sollte nicht eingefroren und für später aufbewahrt werden, sondern noch am gleichen Tag verfüttert, pasteurisiert (20 Minuten leicht kochen) oder weggeschüttet werden, da Hefe durch Einfrieren nicht abgetötet wird und die infizierte Milch das Kind nach der Heilung wieder infizieren kann. Bei Stilleinlagen sind wegwerfbare Einmal-Stilleinlagen zu empfehlen. Diese sollten regelmäßig gewechselt werden, damit die Brust immer trocken bleibt. Insbesondere Seide-Wolle-Stilleinlagen, die nicht ausgekocht werden dürfen, sind ungeeignet bei einer Soor-Infektion. Auch der BH und Handtücher sollten regelmäßig gewechselt und im Kochwaschgang gewaschen werden. Regelmäßiges Händewaschen ist ebenfalls wichtig, um die Verbreitung der Ansteckung zu vermeiden: ganz wichtig nach dem Toilettengang und nach dem Windelwechseln. Manche Autoren empfehlen sogar Händewaschen vor jedem Stillen und dem Anfassen der Brust. Nach dem Stillen soll die Brust mit klarem Wasser abgewaschen werden.

Auch Milchpumpen, Schnuller, Fläschchen, Sauger, Zahnungsringe usw., also alles, was mit der Brustwarze und dem Mund des Kindes während der Soor-Infektion in Kontakt kommt, sollte ausgekocht oder weggeworfen werden.

Wenn Soor an anderen Stellen auftritt (im Windelbereich des Kindes, in der Scheide der Mutter, am Penis des Vaters), dann sollten auch diese Regionen mit behandelt werden. Eventuell müssen auch weitere Familienangehörige mit behandelt werden, falls sie von der Infektion betroffen sind.

Als begleitendende und vorbeugende Maßnahme sollte die Brust viel an der frischen Luft und an der Sonne gelüftet werden. Auch der Babypopo soll möglichst trocken sein und ebenfalls viel gelüftet werden. Hefe wächst an dunklen, feuchten Orten. Trockenheit und Licht hemmen das Wachstum.

Quellen:

  • Drugs and Lactation Database (LactMed). Fluconazole; zuletzt besucht am 5. Januar 2020
  • Maier C: Extreme Vasospasmen. Laktation & Stillen. 2018;01.
  • Jahnke M: Der etwas ander Fall aus der Praxis. Laktation & Stillen 2017;04.
  • Glaß A: Schmerzen beim Stillen: Eine Herausforderung in der Stillberatung. Laktation & Stillen 2016;4.
  • Lauwers J, Swisher A: Counseling the Nursing Mother. A Lactation Consultant´s Guide. Jones & Bartlett Learning, 2016, 6. Aufl. S. 388-389.
  • Academy of Breastfeeding Medicine. Clinical Protocol #26. Persistent Pain with Breastfeeding.
  • Walker M: Breastfeeding Management for the Clinician. Using the evidence. Jones & Bartlett Learning. 2017, 4. Aufl. S. 589-591.
  • Guóth-Gumberger M, Hormann E: Stillen. Einfühlsame Begleitung durch alle Phasen der Stillzeit. Gräfe & Unzer, 2014.
  • Franzis-Morrill J, Heinig J, Pappagianis D, Dewey KG: Diagnostic value of signs and symptoms of mammary candidosis among lactation women. J Human Lact 2004;20(3):288-295.
  • Grützmacher A: Beratung bei Stillproblemen. Stillen und Muttermilchernährung: Grundlagen, Erfahrungen und Empfehlungen. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2001.
  • Scheele M: Stillen bei Erkrankungen der Mutter aus frauenärztlicher Sicht. Stillen und Muttermilchernährung: Grundlagen, Erfahrungen und Empfehlungen. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2001.

Was ist Mundsoor?

Mundsoor ist eine Infektion der Mundschleimhaut, die durch den Hefepilz Candida albicans verursacht wird. Die Infektion tritt häufig bei Babys auf, weil ihre Hautbesiedelung mit gesunden Keimen noch nicht so gut ausgebildet ist. Die Erkrankung verläuft jedoch meist harmlos. Ein typisches Kennzeichen der Erkrankung sind grauweiße Flecken und krümelige Auflagerungen auf der Wangenschleimhaut und auf der Zunge. Ältere Kinder erkranken in der Regel nur an Mundsoor, wenn ihre natürliche Abwehr geschwächt ist, oder wenn sie über einen längeren Zeitraum Antibiotika oder Cortison eingenommen haben. Manchmal ist eine Soor-Besiedlung ein Hinweis auf einen Diabetes mellitus, eine Zuckerkrankheit.

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Es können auch andere Organe, wie zum Beispiel die Speiseröhre oder der Magen-Darm-Trakt, von der Pilzinfektion betroffen sein. Bei Babys, die an Mundsoor erkranken, kommt es häufig zu einer zusätzlichen Pilzinfektion im Windelbereich, dem so genannten „Windelsoor“.

Ursachen

Hervorgerufen wird diese Infektion durch den Hefepilz Candida albicans (albicans = weißlich).
Dieser Pilz befindet sich auch bei Erwachsenen im Mund. Sie können ihn z.B. dann auf Ihr Kind übertragen, wenn Sie den heruntergefallenen Schnuller zum „Säubern“ abschlecken!
Bei Babys tritt Mundsoor besonders häufig auf, weil die Keimbesiedlung mit gesunden Keimen auf den Schleimhäuten noch nicht ausgeglichen ist. Neugeborene stecken sich oft schon während der Geburt in der Scheide der Mutter an. Andere Infektionsquellen für die Erkrankung sind meist auf mangelnde Hygiene zurückzuführen. Gegenstände, wie zum Beispiel Flaschensauger oder Beißringe, können eine Infektion auslösen, wenn sie nicht sorgfältig sterilisiert werden.

Bei Babys gilt es besonders auf gute Hygiene zu achten, weil sie gerne Gegenstände in den Mund nehmen. Doch nicht nur Gegenstände können Überträger sein. Auch beim Stillen können die Brustwarzen der Mutter die Pilze übertragen. Schmutzige Hände können den Erreger ebenso übertragen.

Ältere Kinder erkranken eher selten an Mundsoor. Kommt es trotzdem zu einer Erkrankung, geschieht dies meistens in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Antibiotika- oder Cortison-Therapie. Ansonsten sind nur Menschen mit einer Abwehrschwäche (z.B. HIV- Positive oder Diabetes-Kranke) anfällig für diese Infektion.

Symptome & Krankheitsbild

Bei einer Mundsoor-Erkrankung ist der Pilzbefall deutlich auf der Mundschleimhaut als weißlich-grauer Belag sichtbar. Er bildet sich auf der Zunge sowie an der Wangenschleimhaut. Der Belag ist schwer abwischbar – darunter zeigen sich entzündete und zum Teil blutige Hautstellen. Die Flecken sind von Milchresten oder Ähnlichem gut unterscheidbar. Eine Trinkschwäche sind bei Säuglingen häufige Begleiterscheinungen.

Häufig kommt es bei Babys zusätzlich zu einem so genannten Windelsoor im Po-Bereich. Die Haut ist im Windelbereich äußerst empfindlich und meistens auch warm und feucht, oft hat sie viele Falten. Dies sind ideale Wachstumsbedingungen für Pilze. Begünstigt wird der Pilzbefall auch durch seltenes Wechseln der Windeln.

Auswirkungen

Meistens verläuft die Infektion mit dem Pilz Candida albicans harmlos und ihre Behandlung dauert nur wenige Tage. In seltenen Fällen kommt es bei abwehrgeschwächten Patienten zusätzlich zu einem Befall der Speiseröhre. Dabei kommt es zu weiteren Symptomen wie Sodbrennen, Schluckbeschwerden, Erbrechen, Schluckauf und Schmerzen hinter dem Brustbein. Wird der Soor nicht behandelt, können schlimmsten Falls sogar das Herz oder die Lunge befallen werden.

Diagnose

Erkennen kann man den Mundsoor an seinem typischen gräulich-weißen Belag, der sich fleckenartig auf Zunge, Gaumen, Gaumeninnenseiten, Zahnfleisch und Lippen bildet. Der Belag kann schwer entfernt bzw. abgewaschen werden und bringt entzündete, blutige Haut hervor. Bei Babys ist meistens zusätzlich eine Trinkschwäche und leichtes Fieber zu beobachten. Bei Verdacht auf Mundsoor sollte der Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden, damit die Infektion rasch und gezielt behandelt werden kann.

Meistens kann der Arzt schon bei der Betrachtung der typisch weiß-gräulichen Beläge die Diagnose sicher stellen. Zusätzlich entnimmt er oft noch einen Abstrich von der Mundschleimhaut, um eine Kultur zum Pilznachweis anlegen zu können.

Therapie

Mundsoor ist eine eher harmlose Erkrankung. Trotzdem sollte in jedem Fall der Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden. Er klärt die Ursachen und verschreibt dem kleinen Patienten meist pilzabtötende Medikamente, so genannte Antimykotika. Der weiße Belag wird mit einem Gel oder einer Lösung behandelt. Sind der Darm oder andere Organe zusätzlich betroffen, muss ein generalisiert wirkendes Antimykotikum eingenommen werden.
Bis zum Arztbesuch können Eltern die betroffenen Stellen mit verdünnter Myrrhentinktur betupfen und so das Brennen und Wundgefühl im Mund ein wenig lindern. Allgemein ist es sehr wichtig, dass das Kind während der Behandlung ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Kinder sollten jedoch keinen Kamillentee trinken, er steht in Verdacht die Infektion eher zu fördern.

Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und gezielt therapiert, dauert die Behandlung des Mundsoors meist nur 8 bis 10 Tage. Gegen das Stillen spricht auch bei Mundsoor nichts – hierüber berät Sie Ihr Kinder- und Jugendarzt ausführlich.

Vorsorge

Es können vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden, damit Mundsoor erst gar nicht entsteht. Um eine Infektion im Geburtskanal zu verhindern, ist die Behandlung des im Endstadium der Schwangerschaft häufig auftretenden Scheiden-Pilzbefalls der Schwangeren dringend notwendig.

Stillende Mütter sollten ihre Brustwarzen mit einer speziell verordneten Salbe behandeln, damit sich das Baby beim Säugen nicht infiziert.

Darüber hinaus ist es ratsam, für eine gute Hygiene und Sauberkeit in der direkten Umgebung des Babys zu sorgen. Sämtliche Gegenstände (z.B. Schnuller, Trinkflaschen, Beißringe, etc), die das Baby in den Mund nimmt, sollten immer gut gereinigt bzw. sterilisiert werden. Fällt der Schnuller auf den Boden, waschen Sie ihn unbedingt kurz ab – nie selbst ablutschen! Die Mundschleimhäute Ihres Kindes bedürfen keiner speziellen Reinigung.

Beim Umgang mit dem Kind sollte man darauf achten, dass die Hände gründlich gewaschen sind. Vorsorgemaßnahmen sollten besonders während der Stillzeit bzw. in den ersten sechs Monaten getroffen werden, weil in dieser Zeit die größte Gefahr einer Mundschleimhaut-Infektion besteht.

Mundsoor: Pilzbefall im Mund

Was tun bei Mundsoor?

Mundsoor sollte möglichst schnell behandelt werden.

In der Regel verläuft die Krankheit ganz harmlos ab. Wenn Mundsoor jedoch unbehandelt bleibt, kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass sich der Pilzbefall auf das Herz oder die Lunge ausdehnt, was im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden kann.

Auch andere Organe des Kindes können von dem Pilz betroffen sein. Oft sind dies die Speiseröhre oder der Magen-Darm-Trakt. Nicht selten leiden Babys, die an Mundsoor erkranken, zusätzlich an einer Pilzinfektion im Windelbereich, dem so genannten „Windelsoor“.

Lesetipp: Zum Thema Windelsoor lies unseren Beitrag Windeldermatitis und Windelsoor.

Ursachen und Ansteckung

Die Infektion wird durch den Hefepilz „Candida albicans“ verursacht. Dieser befindet sich in den Mundschleimhäuten von Erwachsenen. Babys verfügen über noch keine ausreichende Keimbesiedlung mit gesunden Keimen auf den Schleimhäuten, weshalb Mundsoor bei ihnen besonders häufig auftritt. Neugeborene stecken sich oftmals bereits während der Geburt durch den Kontakt der Schleimhäute der Scheide der Mutter an. Auch beim Stillen stecken sich Babys durch den Kontakt mit der Brustwarze an.

Behandlung und Verlauf der Krankheit

In machen Fällen verschwindet Mundsoor ganz von alleine. Darauf solltest Du jedoch besser nicht spekulieren, sondern rechtzeitig zum Arzt gehen. Bis zum Arztbesuch kannst du die betroffenen Stellen mit einer verdünnten Myrrhentinktur betupfen. Dadurch wird das Brennen und das Wundgefühl im Mund ein wenig gelindert.

Der Arzt verschreibt in der Regel eine Mundspülung bzw. eine Salbe.

Wichtig ist, dass der kleine Patient viel trinkt. Kamillentee solltest du dabei aber meiden, man vermutet, dass dieser den Infekt eher fördert.

Sind weitere Organe betroffen wird oftmals ein Antibiotikum verschrieben.

Die Behandlung dauert meistens nur einige Tage (meist 8 bis 10), und ist eher als harmlos anzusehen. Du kannst Dein Kind auch während der Behandlung weiter stillen, sprich dazu aber nochmal mit deinem Arzt.

Vorsorge – um Mundsoor zu vermeiden?

Generell gilt, die Umgebung des Babys stets sauber zu halten, dies gilt insbesondere in der Stillzeit bzw. den ersten 6 Monaten, da in der Zeit die Gefahr am Größten ist, dass dein Baby von dem Pilz befallen wird. Du solltest alle Dinge, die Dein Kind regelmäßig in den Mund nimmt, gründlich desinfizieren. Schnuller, Beißringe und ähnliches kannst du z.B. täglich auskochen. Um ganz sicher zu gehen, kaufe nach einer erfolgreichen Behandlung von Mundsoor einfach neue Schnuller.

Achtung – häufiger Fehler: Fällt der Schnuller mal auf den Boden, bitte nicht zum säubern abschlecken, gerade dadurch entsteht die Infektion beim Baby oftmals.

Wichtig ist generell, dass sich alle Personen, rund um das Baby regelmäßig die Hände waschen, denn auch schmutzige Hände sind einer der Hauptverursacher der Infektion beim Baby.

Ansteckung bei der Geburt

Da des im Endstadium einer Schwangerschaft nicht selten zu einem Scheiden-Pilzbefall bei der Schwangere kommt, sollte dieser behandelt werden um zu vermeiden, dass es zu einer Infektion im Geburtskanal kommt.

Ansteckung beim Stillen

Als stillende Mutter kannst du deine Brustwarzen mit einer speziell verordneten Salbe behandeln.

Die Mundeschleimhäute des Babys bedürfen keiner gesonderten Reinigung.

Ähnliche Infektionen

Auch, wenn Du durch ein anderes Kind oder bereits aufgrund eines vorangegangen Pilzbefalls Medikamente gegen Mundsoor zu Hause hast, solltest Du zum Kinderarzt gehen. Die typischen weißlichen Flecken von Mundsoor können nämlich auch einen anderen Auslöser haben. Manche Bakterien, Viren oder Parasiten verursachen ähnliche Symptome. Außerdem können weiße Flecken auch ein Hinweis auf eine Fehlbildung der Mundschleimhaut sein.

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Soor ist eine Infektionskrankheit der Haut und Schleimhäute, die durch den Candida-Pilz ausgelöst wird. Es handelt sich hierbei um eine spezielle Form der Candidose. Die häufigsten Arten von Soor sind Mundsoor und der bei Babys verbreitete Windelsoor, aber auch in Hautfalten oder im Genitalbereich kann Soor auftreten. Im Folgenden stellen wir Ihnen die verschiedenen Formen der Pilzinfektion vor und erklären, wie Sie die Symptome von Soor erkennen und behandeln.

Candidose und Soor – Definition

Soor ist eine Unterart der Candidose (auch Candidiasis oder Candidamykose). Bei Candidose handelt es sich um eine Sammelbezeichnung für verschiedene Infektionserkrankungen durch eine übermäßige Vermehrung von Candida-Pilzen.

Diese Pilze können sich über das Blut im ganzen Körper ausbreiten und die Organe befallen. Man spricht dann von einer systemischen Candidose. Diese kann eine lebensgefährliche Sepsis auslösen.

Ist die Candidose örtlich auf die Haut oder Schleimhäute begrenzt, bezeichnet man dies als Soor. Andere Bezeichnungen sind lokale Candidamykose oder mukokutane Candidose. Früher wurde Soor auch Moniliasis genannt.

Candida: Hefepilz als Ursache

Candida – also der Pilz, der Candidose beziehungsweise Soor verursacht – ist eine Gattung der Hefepilze. Es gibt etwa 150 verschiedenen Candida-Arten, die Erreger schwerwiegender Pilzinfektionen (Mykosen) sein können. Der häufigste Auslöser von Soor ist die Unterart Candida albicans.

Abhängig von ihrer Art kommen Candida-Pilze auch bei einem Großteil der gesunden Menschen auf und im Körper vor. Oft siedeln die Pilze oberflächlich auf Haut und Schleimhäuten, im Mund und Rachen oder im Dickdarm sowie auf den äußeren Geschlechtsorganen.

In der Regel sind die ansteckenden Pilze ein natürlicher Bestandteil der Haut-, Mund- und Darmflora. Sie verursachen keinerlei Beschwerden, solange ihre Vermehrung durch das Gleichgewicht der anderen Mikroorganismen und das Immunsystem begrenzt ist. Probleme entstehen erst, wenn die Pilze sich übermäßig vermehren oder die natürlichen Barrieren der Haut und Schleimhaut durchbrechen. Dann sind häufig Soorinfektionen oder eine systemische Candidose die Folge.

Pilzinfektion mit vielen Gesichtern

Soor kann verschiedene Körperstellen befallen. Am häufigsten sind folgende Bereiche von der Pilzerkrankung betroffen:

  • Mund und Rachen (Mundsoor)
  • Haut im Windelbereich bei windeltragenden Babys und Erwachsenen (Windelsoor, auch bekannt als Windelpilz)
  • Genitalschleimhaut (vaginale Pilzinfektion oder Infektion der Eichel oder Vorhaut)
  • feuchte Körper- oder Hautfalten, beispielsweise zwischen den Zehen oder Fingern, in der Leistengegend oder im Analbereich (intertriginöse Candidose)
  • Nagelfalze (Finger- und Fußnägel)
  • Brustwarzen (Brustsoor)
  • Speiseröhre (Soor-Ösophagitis)

Soor ist typischerweise örtlich begrenzt. Ein Übergang auf andere Körperregionen ist jedoch möglich. So kann sich beispielsweise Mundsoor unbehandelt auf den Rachen, die Speiseröhre oder den Magen-Darm-Trakt ausbreiten.

Auch eine Infektion des Blutes und schwerwiegende Folgen wie eine Lungenentzündung oder eine Hirnhautentzündung sind möglich. Deshalb sollte Soor immer durch einen Arzt behandelt werden.

Risikofaktoren: Häufige Auslöser von Soor

Soor entsteht in der Regel nur dann, wenn die natürlichen Abwehrmechanismen des Körpers versagen und sich die Pilze ungehindert ausbreiten können. Typische Risikofaktoren, die die Entstehung von Soor begünstigen, sind beispielsweise:

  • die Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika oder Kortison
  • Nährstoffmangel
  • Veränderungen der Haut oder Schleimhaut, die das Eindringen des Pilzes erleichtern, zum Beispiel Wunden, mangelnde Belüftung der Haut durch Verbände oder eine Veränderung des pH-Wertes
  • ein geschwächtes Immunsystem, beispielsweise aufgrund von Infektionen, Krankheiten wie Diabetes mellitus, HIV oder Krebs, oder infolge einer Chemotherapie
  • auch Kinder und alte Menschen haben häufig ein schwaches Immunsystem
  • fehlende Zähne, schlechtsitzende Zahnprothesen, Rauchen oder ein trockener Mund können Mundsoor begünstigen
  • Soor auf der Haut tritt häufig bei Menschen auf, die berufsbedingt feuchte Haut haben (beispielsweise Reinigungskräfte) oder in den Hautfalten von Menschen mit starkem Übergewicht
  • Babys und Neugeborene leiden häufig unter Mundsoor oder Windelsoor. Letzterer entsteht durch das Tragen von Windeln, unter der der Pilz ein ideales feuchtwarmes Klima findet
  • In der Stillzeit stecken sich Mutter und Kind oft gegenseitig an. Die Brustwarzen der Mutter erkranken häufig infolge von Feuchtigkeit unter den Stilleinlagen oder von Mundsoor des Babys

Typische Symptome

Je nach befallener Körperregion verursacht Soor verschiedene Symptome. Folgende Anzeichen sind typisch für die Pilzinfektion der Haut und Schleimhäute:

  • Mundsoor: weiße, leicht ablösbare Beläge sowie eine gerötete Schleimhaut in der Mundhöhle, auf der Zunge oder im Rachen. Je nach Form können die Beläge auch festsitzen oder fehlen. Hier finden Sie Details zu den Symptomen von Mundsoor.
  • Hautsoor (meist in Hautfalten, zum Beispiel unter den Brüsten, in den Achselhöhlen oder in der Leistengegend): starke Rötung, Schuppen, Pusteln, Juckreiz, mitunter ein brennendes Gefühl und Schmerzen
  • Soor an Fuß- und Fingernägeln: Rötung, Schwellung und Schmerzen bei Berührung
  • Vaginalsoor (oft begünstigt durch hohen Östrogenspiegel in der Schwangerschaft): Jucken, Brennen, Rötung und Schwellung der Schleimhaut, weißlicher Belag, mitunter krümelig-weißer Ausfluss
  • Soor an der Eichel (Soor-Balanitis) oder an der Vorhaut (Soor-Balanoposthitis): Brennen, Jucken, Entzündung von Eichel beziehungsweise Vorhaut, Pusteln und kleine Bläschen
  • Soor an der Brust: rosa gefärbte, mitunter glänzende, wunde Brustwarzen, Jucken, Brennen, Schmerzen, Schwellungen, trockene und schuppige Haut, teils mit weißen Belägen oder Bläschen
  • Windelsoor: rote, weiß umrandete Pusteln, Schuppen, gerötete, entzündete Haut im Windelbereich, manchmal auch im Bereich der Oberschenkel, des Bauchs oder Rückens, oft im Zusammenhang mit einer Windeldermatitis

Abstrich ermöglicht die Diagnose

Die Diagnose von Soor kann – ja nach Art des Soors – in manchen Fällen bereits anhand der Symptome erfolgen. Üblicherweise erkundigt sich der Arzt zudem über Vorerkrankungen und erfragt, ob Medikamente eingenommen werden oder andere Risikofaktoren vorliegen.

Die mikroskopische Untersuchung eines Abstriches oder auch von Proben befallener Haut oder Schleimhaut ist das gängigste Verfahren zum Nachweis von Soor und kann die Diagnose im Normalfall schnell sicherstellen. Dies ist vor allem bei Erwachsenen oft nötig, um andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen.

Liegen keine Symptome vor, gilt ein positiver Test auf Candida-Pilze nicht als Nachweis von Soor oder Candidose, da der Hefepilz auch bei vielen gesunden Menschen vorkommt.

Weitere Verfahren zum Nachweis von Soor

Gegebenenfalls können zur eindeutigen Diagnose von Soor weitere bildgebende Verfahren, wie beispielsweise eine Gastroskopie bei einem Soorbefall der Speiseröhre, nötig sein, etwa um eine Gewebeprobe zu entnehmen. Anhand einer Blutuntersuchung können zudem Antikörper gegen den Candida-Pilz nachgewiesen werden. Dieses Verfahren ist allerdings umstritten und meist auch nicht erforderlich.

Mithilfe von Pilzkulturen lässt sich bei Bedarf die genaue Art des Hefepilzes bestimmen. Dies ist besonders dann von Interesse, wenn ein verabreichtes Medikament nicht anschlägt und der Verdacht auf eine Resistenz des Pilzes gegeben ist.

Was hilft bei einer Soorinfektion?

Die Behandlung der verschiedenen Formen von Soor erfolgt mithilfe von lokal angewandten Antimykotika, also Antipilzmitteln. Häufig verwendete Wirkstoffe sind zum Beispiel Nystatin, Amphotericin B, Clotrimazol, Fluconazol und Itraconazol. Werden die Mittel wie verordnet über die empfohlene Therapiedauer angewendet, lässt sich der Soor in der Regel schnell und unkompliziert in den Griff bekommen – Soor gilt als gut heilbar.

Je nach befallener Körperstelle stehen verschiedene Präparate gegen Soor zur Verfügung, zum Beispiel als:

  • Lösung
  • Mundspülung
  • Creme oder Salbe
  • Nagellack
  • Tablette
  • Zäpfchen

Homöopathische Mittel und Hausmittel können in Absprache mit dem Arzt unterstützend eingesetzt werden. Es wird jedoch dringend davon abgeraten, Soor ausschließlich mit Homöopathie oder Hausmitteln zu behandeln.

Soor kehrt oft zurück

Bei der Behandlung von Soor ist es wichtig, sich genau an die Anweisungen des Arztes zu halten und das Antimykotikum für die verordnete Dauer anzuwenden. Ein vorzeitiger Abbruch der Therapie kann sonst schnell zu einem Rückfall oder einer Ausbreitung der Pilzerkrankung führen.

Damit der Soor nicht wiederkehrt, sollte zudem nach Möglichkeit auch stets die Ursache behoben, also beispielsweise die auslösende Grunderkrankung behandelt werden. Sind keine offensichtlichen Risikofaktoren zu erkennen, ist es wichtig, die Ursachen für den Ausbruch der Soorinfektion zu klären. Oft ist Soor ein erstes Anzeichen eines geschwächten Immunsystems aufgrund einer bislang unbemerkten Erkrankung, wie beispielsweise Diabetes oder HIV.

Ergänzende Maßnahmen zur Behandlung

Die medikamentöse Behandlung von Soor sollte immer durch entsprechende Hygienemaßnahmen ergänzt werden, um eine Verschleppung der Infektion zu vermeiden. Generell sollte die Soor-Infektion nicht mit den bloßen Händen berührt werden, um eine Schmierinfektion zu verhindern.

Die weiteren ergänzenden Maßnahmen sind abhängig von der Art der Soor-Erkrankung:

  • Nach Kontakt der Candida-Pilze zu Kleidungsstücken, Handtüchern oder Bettwäsche sollte die Wäsche bei mindestens 60 °C oder mit entsprechenden Hygienespülern gewaschen werden.
  • Bei Soor in Hautfalten ist es wichtig, für ausreichende Belüftung der betroffenen Stellen zu sorgen. Um die Haut hier trocken zu halten, können beispielsweise Mullstreifen in die Hautfalten gelegt werden.
  • Bei Mundsoor sollten Mundhygieneartikel wie Zahnbürsten ausgetauscht werden – gleiches gilt für Schnuller oder Sauger. In Bezug auf Zahnprothesen oder Zahnspangen empfiehlt sich eine gründliche Reinigung.
  • Bei Windelsoor sollte darauf geachtet werden, dass der Windelbereich sauber und trocken bleibt und regelmäßig belüftet wird. Immer frische Wickelunterlagen sind nötig, um die Pilzinfektion nicht zu verschleppen.

Häufig wird von Soor Betroffenen zu einer kohlenhydrat- und zuckerarmen Ernährung geraten, da sich der Candida-Pilz von Zucker ernährt. Die Wirksamkeit dieser Anti-Pilz-Diät ist jedoch umstritten.

Ansteckung mit Candida-Pilzen

Candida-Pilze können leicht auf andere Körperbereiche oder von einem Menschen auf einen anderen übertragen werden. Beachten Sie folgende Tipps, um eine Ansteckung Anderer zu verhindern:

  • Liegt eine Soorinfektion im Genitalbereich vor, empfiehlt sich die Verwendung von Kondomen, da die Erkrankung über Geschlechtsverkehr übertragen werden kann.
  • Mundsoor bei Babys führt bei stillenden Müttern oft zu einem Befall der Brustwarzen und umgekehrt. Deshalb sollte die Behandlung üblicherweise Mutter und Kind miteinschließen und für die Dauer des Befalls auf Stillen verzichtet werden.
  • Candida-Pilze siedeln sich oft im Mundraum an und sind dann über den Speichel übertragbar. Küssen oder das gemeinsame Trinken aus einem Glas können für eine Ansteckung schon ausreichen.
  • Auch über die Hände können Candida-Pilze übertragen werden – beispielsweise von den Eltern auf ihr Neugeborenes. Daher ist eine gute Handhygiene im Umgang mit Babys besonders wichtig.

Vorbeugung von Soor

Candida-Pilze, die Verursacher von Soor, sind auch bei gesunden Menschen weit verbreitet, führen jedoch erst bei einer Schwächung des Immunsystem zu Beschwerden. Daher lässt sich Soor nur bedingt vorbeugen. Eine Stärkung des Immunsystems durch eine gesunde Lebensweise und eine ausgewogene Ernährung, Hygiene – besonders im Intimbereich – sowie die Verwendung von Kondomen können helfen, einer Ansteckung mit den Pilzen vorzubeugen.

Menschen, deren Immunsystem beispielsweise aufgrund von Erkrankungen oder der längerfristigen Einnahme von Medikamenten geschwächt ist, sollten besonders für das Risiko einer Soorinfektion sensibilisiert sein und aufmerksam auf mögliche Anzeichen achten.

Windelsoor und Mundsoor bei Babys vorbeugen

Um Soor bei Babys vorzubeugen, empfiehlt es sich, vor der Geburt einen Scheidenpilz bei der Mutter auszuschließen, da das Kind sonst bei der Geburt mit den Candida-Pilzen angesteckt werden könnte. Doch auch später kann sich das Kind, beispielsweise über den Speichel oder die Hände der Eltern, anstecken.

Zur Vorbeugung von Mundsoor sollten Eltern besonders auf die Hygiene von Schnullern, Beißringen und Saugern achten. Mütter, die ihren Kindern die Brust geben, sollten zudem entzündeten Brustwarzen vorbeugen, beispielsweise durch den häufigen Wechsel von Stilleinlagen. Zu häufiges oder zu seltenes Baden des Babys kann, ebenso wie zu seltenes Windelwechseln, das Hautmilieu des Kindes aus dem Gleichgewicht bringen und so Windelsoor begünstigen.

Aktualisiert: 25.08.2016 – Autor: Silke Hamann

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Bei Mundsoor handelt es sich um eine Erkrankung, bei welcher der Hefepilz Candida albicans den Mundraum befällt.

Die Candida-Infektion beschränkt sich nicht auf den Mund, sie kann auch an anderen Körperstellen auftreten:

  • Windelregion bei Säuglingen (Windelpilz oder Candida)
  • Vaginalpilz bei Frauen
  • Pilzinfektion im Darmtrakt

Jeder kann von einer Kandidose befallen werden, aber am häufigsten sind betroffen:

  • Babys,
  • Kleinkinder,
  • ältere Menschen,
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Ursachen für Mundsoor

Mundsoor und andere Candida-Infektionen können auftreten, wenn das Immunsystem geschwächt ist durch:

  • Krankheit,
  • Medikamente.

Beispielsweise machen Prednison und Antibiotika den Körper anfälliger, weil sie das dort herrschende natürliche Gleichgewicht der Mikroorganismen stören.
Das Abwehrsystem wehrt sich gegen schädliche, invasive Organismen, wie Viren, Bakterien und Pilze, und bewahrt dabei das Gleichgewicht zwischen schädlichen und nützlichen Bakterien, die den Körper normalerwiese bevölkern.
Manchmal funktionieren diese Schutzmechanismen nicht, was eine orale Pilzinfektion durch Candida begünstigt.

Risikofaktoren von Mundsoor
Besonders gefährdet sind Neugeborene und Kinder, aber im Grunde kann jeder von einer Kandidose befallen werden.
Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt den Pilzbefall; die Gründe hierfür sind:

  1. HIV-Infektionen/AIDS, Diabetes mellitus oder Anämie
  2. Einnahme von Antibiotika oder Kortison
  3. Krebstherapien, wie Chemo- oder Strahlentherapie
  4. Zahnprothesen
  5. Erkrankungen, die Mundtrockenheit oder geringen Speichelfluss verursachen
  6. Rauchen
  7. Schlechter Gesundheitszustand
  8. Organtransplantation

Symptome von Mundsoor

  1. Schmerzen im Mund.
  2. Weißer Zungenbelag und Sprenkel an der Innenseite der Wangen.
  3. Weißer Belag an Gaumen, Zahnfleisch und Mandeln mit käsigem Aussehen.
  4. Geschmacksverlust oder -veränderung
  5. Gefühl von Pelzigkeit im Mund
  6. Belag in der Speiseröhre, der Schluckbeschwerden verursacht.
  7. Bei Neugeborenen können Probleme mit der Nahrungsaufnahme auftreten.

Meine Patienten fragen mich häufig, ob Mundpilz ansteckend ist; wenn ich mit „Ja“ antworte, zeigen sie sich schockiert.
Immer wieder muss ich daran erinnern, dass sich eine Pilz-Infektion im Mund äußerst leicht übertragen lässt, besonders bei stillenden Müttern.
Neugeborene mit Mundsoor können die Mutter beim Trinken an der Brust mit dem Pilz infizieren. Das geht dann zwischen Brust der Mutter und Mund des Kindes immer hin und her.

Bei einer Candida-Infektion der Brust machen sich folgende Symptome bemerkbar:

  1. Schuppige Haut am Warzenhof
  2. Tiefer, stechender Schmerz in der Brust
  3. Gerötete, empfindliche oder juckende Brustwarzen
  4. Schmerzende Brustwarzen beim Stillen

Bei einer Candida-Infektion an der Brust macht sich häufig auch eine vaginale Infektion bemerkbar.

Ansteckung und Übertragung von Mundsoor

Ist Mundsoor ansteckend?

Bevor darauf eine Antwort gegeben werden kann, muss präzisiert werden, dass Candida albicans ein normaler Bewohner des Körpers ist und auch unter normalen Umständen im Mund vorkommt. Das bedeutet, er ist Bestandteil der bakteriellen Mikroflora des Körpers und in geringer Menge vorhanden.
Auf diese Weise ist er leicht vom Körper kontrollierbar.
Wer eine Person küsst, die an Mundsoor leidet, erhöht die Anzahl der im Körper vorhandenen Candida albicans.
Die Menge kann derart ansteigen, dass der Körper nicht länger in der Lage ist, sie zu kontrollieren und infolgedessen treten die Symptome einer oralen Pilzinfektion auf.

Rein technisch gesehen ist Mundsoor nicht ansteckend. Das einfache Küssen einer infizierten Person reicht nicht aus, um sich selbst eine Candida-Infektion zuzuziehen; auf diese Weise erhöht sich lediglich die Menge der Pilze im Mund und das könnte den Ausschlag geben, ob es zu einer Erkrankung kommt oder nicht.

Diagnose von Mundsoor

Normalerweise erfolgt die ärztliche Diagnose aufgrund der typischen Symptomatik und des Erscheinungsbildes des Mundes.
Bildgebende Diagnoseverfahren (z.B. Magnetresonanz) oder Blutuntersuchungen sind nicht notwendig.
Dennoch kann der Arzt eine Blutanalyse anordnen, um Krankheiten festzustellen, die die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Mundsoor erhöhen.
Beispielswiese lässt sich in einer Blutuntersuchung ein Mangel an:

  • Eisen,
  • B12,
  • Folsäure nachweisen.

Wenn der Mundpilz nicht auf die Behandlung anspricht, kann der Arzt einen Abstrich vornehmen, der dann unter dem Mikroskop analysiert wird.

In seltenen Fällen wird eine Biopsie vorgenommen, um die Diagnose einer Candida-Infektion zu bestätigen.
Eine kleine Probe wird dem weißen Belag im Mund entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.

Therapie von Mundsoor

Das Ziel jeder Behandlung ist es, die schnelle Ausbreitung des Pilzes zu stoppen; die beste Therapieform ist abhängig:

  • vom Alter,
  • dem Allgemeinzustand des Patienten,
  • der Infektionsursache .

Bei Babys und stillenden Müttern
Wenn ein Baby gestillt wird, das an einer Candida-Infektion erkrankt ist, müssen Mutter und Kind zusammen behandelt werden. Andernfalls ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Infektion immer wieder hin- und hergereicht wird.
Der Arzt kann dem Kind ein leichtes Antipilzmittel (Antimykotika) und der Mutter eine antimykotische Salbe für die Brust verschreiben.
Schnuller und Fläschchen müssen täglich sterilisiert werden:

  • in der Spülmaschine bei hohen Temperaturen,
  • in einer Schüssel mit Wasser-Essig-Lösung.

Danach müssen sie an der Luft trocknen, um das Pilzwachstum zu verhindern.

Bei Verwendung einer Milchpumpe sind die Teile, die mit der Milch in Berührung kommen, zu sterilisieren oder mit einer Wasser-Essig-Lösung abzuspülen.

Bei gesunden Kindern und Erwachsenen
Wenn Erwachsene oder Kinder an Mundpilz leiden, aber keine anderen Erkrankungen aufweisen, können folgende Maßnahmen helfen:

  • Ungezuckerten Joghurt essen oder Kapseln bzw. eine Lösung mit Lactobacillus acidophilus einnehmen.
    Joghurt und Acidophilus zerstören den Pilz nicht, aber sie helfen, die natürliche Bakterienflora im Körper wiederherzustellen.
  • Bleibt die Infektion bestehen, verschreibt der Arzt ein Antipilzmittel.

Erwachsenen mit geschwächtem Immunsystem empfiehlt der Arzt häufig folgende Therapien:

  • Antipilzmittel; diese gibt es in verschiedenen Darreichungsformen, als Dragées, Tabletten oder als Mundspülung, die nach dem Gurgeln heruntergeschluckt wird.
    Einige Pilzmittel schaden der Leber; deshalb wird der Arzt vermutlich das Blut analysieren lassen, um die Leberwerte zu überwachen.
    Die Blutuntersuchungen werden vor allem dann vorgenommen, wenn eine längere Behandlung ansteht oder ein Leberleiden vorliegt.
  • Amphotericin B. Candida albicans kann Resistenzen gegen Antimykotika entwickeln, vor allem bei Personen, die an einer fortgeschrittenen HIV-Infektion leiden. Dieses Medikament kann eingesetzt werden, wenn andere Arzneimittel keine Wirkung zeigen.

In der Regel verschreiben die Ärzte zur Behandlung von Mundsoor Tropfen, Gel, Tabletten oder Dragées, die Nystatin (Adiclair) oder Miconazol (Daktar) enthalten.

Hausmittel bei Mundsoor

Für Erwachsene
Neben wirksamen Medikamenten gehört der regelmäßige Verzehr von Joghurt zu den besten Hausmitteln gegen eine Candida-Infektion im Mund.

Joghurt
Joghurt enthält das Bakterium Acidophilus, das die Zerstörung der in Überzahl vorhandenen Pilze unterstützt.
Die aktiven Joghurtkulturen helfen, das pH-Gleichgewicht im Körper zu bewahren, indem sie die Entwicklung der Bakterien im Mund kontrollieren.
Joghurt wirkt nicht direkt auf den Pilz der oralen Kandidose ein, dennoch sind die von den Bakterien erzeugten aktiven Kulturen ausreichend, um die Pilzinfektion zu bekämpfen.
Auf diese Weise kann Joghurt heilend und vorbeugend auf eine Candida-Infektion einwirken.
Es darf ausschließlich ungezuckerter Joghurt gegessen werden.

Knoblauch und Zwiebeln
Knoblauch hat Anti-Pilz-Eigenschaften.
Auch Zwiebeln helfen, den Mundsoor zu heilen.
Man kann Knoblauch und Zwiebeln kombiniert einsetzen.

Teebaumöl
Einige Tropfen Teebaumöl mit Wasser verdünnen, eine Minute lang im Mund halten und dann ausspucken (nicht herunterschlucken!).

Wasser, Essig und Salz
Lauwarmes Wasser mit Apfelessig und einer Prise Salz mischen und damit Mundspülungen vornehmen, bis der Mundsoor verschwunden ist.
Man kann den Mund auch einfach mit lauwarmem Salzwasser ausspülen (1/2 TL Salz pro Glas).

Natürliche Gurgellösungen
Antipilz-Mundspülungen helfen gegen die Erkrankung; beispielsweise eine Tinktur, die zu gleichen Teilen aus Lakritze, Myrrhe und Echinacea besteht; 1 TL davon mit etwas Wasser alle 3-4 Stunden einnehmen.

Für Neugeborene

Grapefruitkern-Extrakt
Grapefruitkern-Extrakt wirkt gegen:

  • Pilze,
  • Bakterien,
  • Viren,
  • Parasiten

Es kann eingesetzt werden, um bei Kindern den Pilzbefall im Mundraum zu behandeln.

Anleitung:

  • 10 Tropfen Grapefruitkern-Extrakt mit 30 ml Wasser mischen.
  • Einen Wattebausch mit der Lösung tränken und die Brustwarzen der Mutter damit abtupfen.
  • Mit dieser Mischung kann auch der Innenbereich des Babymundes vorsichtig gereinigt werden.
  • Die Reinigung des Babymundes muss vor dem Stillen geschehen; die Brustwarzen werden nach dem Stillen abgetupft.

Wasser und Bikarbonat
Mundspülungen mit Wasser und Bikarbonat können bei oraler Candidose sehr hilfreich sein.

  • Einen TL Bikarbonat in ein Glas Wasser geben.
  • Hat es sich aufgelöst, 5 Minuten mit der Lösung gurgeln.
  • 2- bis 3-mal täglich wiederholen.

Bei Neugeborenen eine sterile Gaze in das Glas tauchen und den Mund damit reinigen.
Hat die stillende Mutter Candida an der Brust, kann sie diese mit Wasser und Bikarbonat waschen.

Hausmittel helfen, Rückfällen vorzubeugen.

Natürliche Behandlung von Mundsoor

Regelmäßige Mundhygiene
Möglicherweise ist dies die einfachste Art, um Mundsoor zu behandeln, auch wenn sie meist vernachlässigt wird.
Sauber gehalten werden müssen:

  • Mund,
  • Zunge,
  • Zähne,
  • Zahnfleisch.

Zweimal täglich gründlich Zähne und Zunge reinigen. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich Bakterien und Pilze im Mund ansammeln und eine Infektion verursachen.

Gebissträger sollten sich vergewissern, dass die Prothese gut sitzt.

Diät und Ernährung bei Mundsoor

Da die Infektion hauptsächlich aufgrund einer Schwäche des Immunsystems entsteht, ist der Verzehr von gesunden und nährstoffreichen Lebensmitteln wichtig.
Das Abwehrsystem muss gestärkt und weiterentwickelt werden.

Man muss eine reinigende Diätkur befolgen, um die Infektion zu heilen.
Fermentierte Lebensmittel und Zucker können die Kandidose im Mund verschlimmern und sind deshalb zu vermeiden.

Was essen?
Alle wissen, dass bei Mundsoor häufig Rückfälle auftreten, wenn er nur mit Medikamenten behandelt wird.
Einige natürliche Diäten zeigen ausgezeichnete Ergebnisse und viele Patienten konnten das Problem durch einige Änderungen in der Ernährung endgültig lösen.

Nach den Erfahrungen meiner Patienten sind dies die wirksamsten Ernährungsformen:

  • Vegane Ernährung mit 50 % Rohkostanteil – sie basiert auf Nahrungsmitteln pflanzlicher Herkunft (Obst, Gemüse, Nüsse usw.), vorzugsweise ungekocht.
  • Blutgruppendiät – sie ist entstanden, nachdem festgestellt wurde, dass einige Nahrungsmittel nur bei Angehörigen einer bestimmten Blutgruppe zu Reaktionen des Immunsystems führen. Bei Personen einer anderen Blutgruppe ruft dasselbe Nahrungsmittel in der Regel keine Symptome hervor.
    Grundsätzlich zu vermeiden sind jedoch:
    • glutenhaltige Getreide,
    • Milch und Milchprodukte,
    • Schweinefleisch und Wurstwaren.

Welche Nahrungsmittel sollten vermieden werden?
Schulmedizin und Naturdiäten raten ab von:

  • Kaffee,
  • Süßspeisen und Backwaren,
  • verarbeiteten Speisen,
  • Fastfood,
  • Hefe (Bier, Pizza usw.),
  • Alkohol.

Eine ausgewogene Ernährung sollte durch ausreichend Schlaf und regelmäßige körperliche Bewegung ergänzt werden, damit das Immunsystem ausreichend gestärkt wird, um Infektionen bekämpfen zu können.

Mehr lesen:

  • Eichelpilz oder Candida-Balanitis
  • Candidiasis oder Scheidencandidose
  • Follikulitis der Kopfhaut und im Gesicht
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Infektion mit Soor: Babys zu Beginn anfällig für Windel- und Mundsoor

Weißlicher Belag auf der Zunge oder roter, schuppiger Ausschlag im Windelbereich – häufig ist eine Infektion mit dem Hefepilz „Candida albicans“ dafür verantwortlich. Und weil bei Neugeborenen die eigene Immunabwehr noch nicht ausgereift und das bakterielle Gleichgewicht noch nicht hergestellt ist, sind sie besonders anfällig für den sogenannten Mund- oder Windelsoor.

Candida albicans – so heißt der Übeltäter

Der Hefepilz Candida albicans liebt es warm, dunkel und feucht. Er siedelt sich deshalb gern auf den Schleimhäuten in Mund- und Rachenraum, im Darm oder im Genitalbereich an. Bei den meisten Menschen würde man den Pilz nachweisen können, würde man sie darauf testen. Doch von der Besiedelung werden die Betroffenen im Normalfall nichts spüren. Denn bei einem gesunden Menschen hält die Immunabwehr Krankheitserreger problemlos in Schach. Zum Ausbruch von Symptomen kommt es erst, wenn das Immunsystem der Person geschwächt ist oder wenn das natürliche bakterielle Gleichgewicht der Darmflora aus der Balance geraten ist. Bei Kindern oder Erwachsenen können beispielsweise eine Erkrankung oder längerfristige Behandlungen mit Antibiotika oder Kortison ursächlich dafür sein.

Bei Neugeborenen ist das Immunsystem noch unterentwickelt und auch die Darmflora muss erst noch reifen. Deshalb sind Säuglinge besonders anfällig für eine Soor-Infektion. Und zum ersten Mal in Kontakt mit dem Hefepilz kommen Babys häufig schon auf dem Weg ins Leben – nämlich im Geburtskanal.

Daran erkennen Sie Soor beim Baby

Vor allem in den ersten zwei Lebensmonaten leiden viele Babys deshalb unter Mundsoor. Mundsoor erkennen Sie an diesen Symptomen:

Baby mit typischen Mundsoor-Symptomen

➤ Ein weißer bis gräulicher, teilweise
krümeliger Belag auf der Zunge, den
Wangeninnenseiten, dem Gaumen
oder dem Zahnfleisch
➤ Der Belag lässt sich nur schlecht
entfernen.
➤ Schabt man mit einem Zungenreiniger
oder Gaze-Tuper vorsichtig (!) etwas
Belag herunter, ist die Haut darunter
rau und gerötet.
➤ Eventuell hat Ihr Baby leichtes Fieber.
Mundsoor bereitet vielen Baby Schmerzen, wodurch sie nur schlecht trinken können und – total nachvollziehbar – sehr weinerlich sind. Aber das ist kein Muss. Einigen Babys macht der Pilzbefall so gut wie nichts aus. Trotzdem muss er natürlich behandelt werden. Übrigens: Mundsoor kann sich vom Baby auf die Brustwarze der stillenden Mutter übertragen und andersherum. Eine mit Soor infizierte Brustwarze ist wund, schuppig oder verkrustet, brennt und juckt und muss ebenfalls behandelt werden.
Windelsoor tritt vor allem bei Babys unter sechs Monaten. Das sind die typischen Anzeichen für Windelsoor:
➤ Roter bis tiefroter, scharf begrenzter Ausschlag am Po, der auch auf
die Genitalien, die Oberschenkel, den Bauch und den Rücken streuen kann.
➤ Es bilden sich rote, zum Teil weißliche Pusteln.
➤ Die Ränder des Ausschlags sind schuppig.
➤ Die einzelnen Ausschlagflecken können ineinander übergehen.
➤ Die betroffenen Hautstellen können nässen.
Windelsoor juckt und verursacht große Schmerzen. Er muss deshalb zügig behandelt werden.

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Mundsoor und Windelsoor behandeln

Sollten Sie den Verdacht auf Mund- oder Windelsoor bei Ihrem Baby haben, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Kinderarzt aufsuchen. In der Regel erkennt er sofort, ob es sich wirklich um einen Pilzbefall handelt oder ob der Ausschlag eine andere Ursache hat. Eventuell macht er aber auch erst einen Abstrich, bevor er eine sichere Diagnose stellen kann.
Gegen Soor helfen pilztötende Medikamente (Antimykotika) in Form von Salben oder Lösungen, die Ihnen der Arzt verschreiben wird. Wichtig: Halten Sie sich strikt an die Anweisungen des Arztes, was die Dosierung und die Dauer der Anwendungen betrifft, um den Pilz auch wirklich zu 100 Prozent los zu werden.
Bis zum Arzttermin können Sie Ihrem Baby bei Mundsoor Linderung verschaffen, indem Sie ihm verdünnte Myrrhe-Tinktur aus der Apotheke auf die entzündeten Stellen tupfen. Das gilt auch für Ihre Brustwarzen, sollten sie infiziert sein.
Bei Windelsoor helfen Sitzbäder mit Eichenrindenextrakt. Das Beste, was die bei Windelsoor tun können: Die Windel so oft wie möglich weglassen, denn Pilze mögen weder frische Luft noch Licht. Sollte es gerade nicht möglich sein, Ihr Baby nackig strampeln zu lassen, dann wechseln Sie die Windel wenigstens in kürzeren Abständen als gewohnt. Der Babypo sollte jetzt nur so lang wie unbedingt nötig in Kontakt mit einer nassen Windel kommen.

Soor vorbeugen: So beugen Sie einer Ansteckung mit Soor vor

Das A und O bei der Vorbeugung vor Pilzinfektionen ist eine gute Hygiene. Säubern und sterilisieren Sie regelmäßig die Schnuller und Flaschensauger und lecken Sie diese nicht ab, um eine Infektion Ihres Babys zu vermeiden. Waschen Sie sich häufig die Hände und reinigen Sie Ihre Brustwarzen nach dem Stillen.

10 Fragen zur Windel

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