Sodbrennen BEI schwangerschaft

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Aufstoßen

Aufstoßen: Ursachen und mögliche Erkrankungen

Der mit Sicherheit häufigste Grund, warum es zum Aufstoßen beziehungsweise Rülpsen kommt, ist das Schlucken von Luft beim Essen. Besonders wenn man gehetzt isst und es beim Essen mal wieder schnell gehen muss, gelangt mit jedem Bissen ein wenig Luft in den Magen. Auch gesellige Runden, bei denen man während des Essens viel spricht, sorgen oft dafür, dass viel Luft in das falsche Hohlorgan gelangt. Die Luft im Magen sucht sich nun wieder ihren Weg nach „draußen“ und somit kommt es zum Aufstoßen. Ein Teil der wandert weiter in den Darm.

Diese Art von Aufstoßen ist völlig normal und sollte nicht unterdrückt werden, da es sonst zu Blähungen kommen kann.

Gas als Ursache von Aufstoßen

Neben normaler Atemluft kann es auch Gas sein, das beim Aufstoßen nach oben gelangt. Entweder, weil dieses bei der Verdauung entsteht, oder weil man sich zum Beispiel mit einem kohlensäurehaltigen Getränk erfrischt hat. Wer also ein Mittagsmal mit Hülsenfrüchten wie Erbsen oder Linsen zu sich nimmt und dazu Cola trinkt, der darf sich über häufiges Aufstoßen nicht wundern. Zwiebeln, Vollkorn- und Hefeprodukte, Kaffee, Sahne und manches mehr können ebenfalls einen blähenden Effekt haben.

Aufstoßen mit festem oder flüssigem Mageninhalt

Kommt beim Aufstoßen etwas Nahrungsbrei mit, muss das noch nicht krankhaft sein. Das von der entweichenden Luft etwas „mitgerissen“ wird, ist nicht ungewöhnlich. Selbst wenn der aufgestoßene Mageninhalt ab und an sauer ist, liegt deshalb noch keine Erkrankung vor.

Erst wenn dies regelmäßig geschieht, vor allem nach dem Verzehr fetthaltiger und süßer Speisen, liegt der Verdacht einer Refluxerkrankung (Sodbrennen) nahe. Dabei kommt es zu einer verstärkten Produktion von Magensäure, die vom Schließmuskel der Speiseröhre nicht mehr zurückgehalten werden kann. In der Folge kommt es oft zu Schmerzen in der Brust (retrosternal) und die Speiseröhre wird von der andauernden Reizung durch die Säure geschädigt. Auch die Zähne können durch den regelmäßigen Kontakt mit der Magensäure in Mitleidenschaft gezogen werden.

Zudem gibt es in selteneren Fällen weitere Erkrankungen, die unter Umständen für übermäßiges Aufstoßen verantwortlich sind:

  • Ist der aufgestoßene Nahrungsbrei noch unverdaut, kann das daran liegen, dass eine Enge (Stenose) der Speiseröhre vorliegt und die geschluckte Nahrung somit nicht oder nur teilweise in den Magen gelangen kann. Diese Enge kann etwa durch Tumoren verursacht werden oder sogar angeboren sein.
  • Schließt die Muskelschlinge (Sphinkter) am Übergang von Speiseröhre und Magen hingegen nicht richtig, gelangen Luft, Gas und fester Mageninhalt leichter nach oben. Dies kann zum Beispiel als Nebenwirkung bestimmter Medikamente (Psychopharmaka, Kalziumantagonisten) auftreten, oder ebenfalls von Geburt an bestehen.
  • Beim Zenker-Divertikel handelt es sich um eine Aussackung des Schlunds (Hypopharynx), also der tiefen Rachenregion, noch oberhalb der Speiseröhre. Dabei kommt es zu einer Ausstülpung der Muskulatur in der sich im fortgeschrittenen Stadium Nahrungsbrei ansammelt, der irgendwann durch Aufstoßen wieder in den Mund gelangt. In der Speiseröhre kommen ebenfalls Divertikel vor.

  • Auch eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann ein Grund für häufiges Aufstoßen sein. Verursacht wird diese oft durch einen Befall mit dem Bakterium Helicobacter pylori.
  • So wie eine Enge oder gar ein Verschluss der Speiseröhre vorliegen kann, ist dies auch beim Magenausgang (Pylorus) und im Darm möglich. Verkrampft etwa die Muskulatur des „Pförtners“, wird der angedaute Nahrungsbrei an der Passage in den Zwölffingerdarm gehindert. Einen ähnlichen Effekt haben gelegentlich Narben nach Geschwüren oder Tumoren. Letztere können auch außerhalb des Magens liegen, zum Beispiel das Pankreaskarzinom.
  • Einen Darmverschluss nennen Fachleute Ileus. Je weiter unten dieser Verschluss liegt, desto verdauter erscheint der Nahrungsbrei beim Aufstoßen. In extremen Fällen riecht er sogar faulig nach Stuhl.
  • Tritt das Aufstoßen besonders nach dem Verzehr bestimmter Speisen auf, ist dies möglicherweise der Hinweis auf eine Nahrungsmittelallergie beziehungsweise -unverträglichkeit. Immer mehr Menschen leiden etwa an Glutenunverträglichkeit (Sprue/Zöliakie) und/oder Laktoseintoleranz.

Aufstoßen in der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft ist in jeder Hinsicht ein Ausnahmezustand für die Frau. Neben zahlreichen anderen Besonderheiten leiden viele Schwangere unter vermehrtem Aufstoßen. Grund dafür ist der Druck von unten auf den Magen, den der wachsende Fötus zunehmend ausübt. Dadurch wird der Magen nach oben geschoben und der Schließmuskel an seinem Übergang zur Speiseröhre hält nicht mehr richtig dicht.

Leider hat es dann nicht nur Luft, sondern auch Magensäure leichter nach oben zu gelangen. Deshalb werden Schwangere auch häufig von Sodbrennen geplagt. Ein Trost ist jedoch, dass dieser Zustand vorübergeht.

Aufstossen Rülpsen

Antwort:

Hallo,
1.
der hormonell bedingt verringerte Tonus der glatt gestreiften Muskulatur sorgt auch dafür, dass die Eintrittspforte von der Speiseröhre zum Magen nicht richtig verschlossen bleibt und so saurer Magensaft zurückfließen kann und das typische Sodbrennen, was auch mit Aufstoßen einhergehen kann, hervorruft. Sinnvoll ist es hier, auf kleinere Mahlzeiten umzustellen.
Verzichten Sie auf alles, was die Bildung der Magensäure wie etwa Bohnenkaffee oder Süßigkeiten anregt. Meiden Sie stärker gewürzte und frittierte Speisen. Als Getränke sind stille Wasser, die keine Kohlensäure enthalten, aber auch andere, kohlensäurefreie Getränke und Kamillentee geeignet.
Manchmal kann ein Glas warme Milch, ein Joghurt oder eine Milchspeise vor dem Schlafengehen ebenso Linderung verschaffen, wie das Kauen von Haselnüssen oder trockenen Haferflocken. Nehmen Sie sich beim Zerkauen ausreichend Zeit. Vorsicht: manchmal kann der Tipp mit der Milch oder den Milchspeisen auch genau gegenteilige Reaktionen hervorrufen.
Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, eher häufigere und dafür kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Nach dem Essen am besten erst mal ein wenige bewegen und einen kleinen Spaziergang machen, anstatt sich hinzulegen. Während des Liegens dann den Oberkörper mit einem Kissen etwas höher lagern. Für hartnäckige Fälle gibt es ansonsten einige Präparate, die man hier auch gut verordnen kann und die dann Abhilfe leisten. Vor allem zu nenne wären die so genannten Antazida, die in der Lage sind die Magensäure zu neutralisieren und damit die Beschwerden schnell und effektiv zu lindern. Als Präparate zu nennen wären hier zum Beispiel Rennie® oder Talcid® zu nennen.
Die lokal wirkenden Antazida, (wie z.B. Talcid®) die Aluminium enthalten, gelten in der gesamten Schwangerschaft als unbedenklich. Hie sollten aber Tageshöchstdosen nicht überschritten werden.
In jedem Fall ist es sinnvoll, wenn Sie sich bei Bedarf durch Ihre Frauenärztin/Frauenarzt hinsichtlich der für Sie besten Maßnahmen und des Medikamentes beraten lassen.
2. die gebeugte Haltung hat sicher keine Auswirkung und ich gehe davon aus, dass Ihnen an dem beschriebenen Arbeitsplatz die üblichen Pausenzeiten (Bildschirmzeiten) zugestanden werden.
VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 23.06.2010

Magenbrennen in der Schwangerschaft

Magenbrennen in der Schwangerschaft lässt sich nicht ursächlich verhindern, doch es ist möglich, die Beschwerden zu lindern. Da Schwangere oft einen ganz speziellen Appetit entwickeln oder empfindlich auf bestimmte Lebensmittel reagieren, ist es schwierig, allgemeine Diätempfehlungen zu geben. Für Betroffene mit starkem Magenbrennen kann es hilfreich sein, ein Essenstagebuch zu führen, um herauszufinden, welche Nahrungsmittel die Beschwerden auslösen oder verstärken, und dann auf diese zu verzichten.

Allgemeine Massnahmen gegen Magenbrennen

  • Schlafen mit leicht erhöhtem Oberkörper
  • Weite Kleidung tragen, denn enge Hosen und Gürtel üben Druck auf den Magen aus
  • Mahlzeiten auf fünf bis sechs kleine Portionen verteilen
  • Die letzte Mahlzeit einige Zeit vor dem Zubettgehen einnehmen
  • Nicht direkt nach dem Essen hinlegen, sondern einen Spaziergang machen
  • Magensäure steigernde Lebensmittel („Säurelocker“) wie Kaffee, Schwarztee, saure Getränke (Säfte, Kohlensäure), Pfefferminze, Schokolade und andere Süssigkeiten meiden

Pflanzliche Mittel und Hausmittel

  • Tees oder Tropfen mit Pflanzenwirkstoffen, beispielsweise aus Kamillenblüten, Fenchel, Kümmel oder Galgantwurzel, aber auch Schafgarbenkraut oder Süssholzwurzel helfen bei vermehrter Magensäure. Auch Malve und Eibisch können sich lindernd auf Magenbrennen auswirken.
  • Zwieback und Weissbrot, auch Haferflocken, in kleinen Bissen gegessen, binden die Magensäure.
  • Kartoffeln als Pellkartoffeln und Kartoffelbrei neutralisieren die Magensäure, doch ein besseres Mittel gegen Magenbrennen scheint Kartoffelsaft zu sein, der in der Apotheke gebrauchsfertig erhältlich ist. Ein Glas morgens und abends lindert die Beschwerden.
  • Rollkuren mit Kamillentee oder Kartoffelsaft bewirken, dass sich die Heilmittel gleichmässig auf die Wände des Magens legen können. Dazu drehen sich die Betroffenen nach dem Trinken jeweils ein paar Minuten zuerst auf den Rücken, anschliessend auf die rechte und linke Seite und am Ende auf den Bauch. Insgesamt soll die Rollkur ungefähr 20 Minuten dauern.
  • Heilerde als fein gemahlenes Pulver saugt Flüssigkeit auf und bindet Säure. Wer das sandige Gefühl im Mund nicht mag, kann auf Kapseln mit Heilerde zurückgreifen.
  • Kaugummikauen regt die Speichelbildung an und spült dadurch die Säure aus der Speiseröhre. Welche Art von Kaugummi, ist laut Studienlage dabei egal, doch empfehlen sich zuckerfreie Produkte, die nicht zu viel Minze enthalten. Für eine zuverlässige Wirkung sollte mindestens eine Stunde gekaut werden.
  • Ob Milch und andere Milchprodukte wie Quark wirklich gegen Magenbrennen helfen oder dieses gar verstärken, dazu gehen die Empfehlungen auseinander. Wer dennoch auf dieses Hausmittel setzt, dem empfiehlt es sich, lauwarme Milch zu trinken und nicht die kalte direkt aus dem Kühlschrank.
  • Natron aus Backpulver oder als Bullrichsalz hilft zwar, die Magensäure zu binden. Doch setzt dieser Prozess Kohlendioxid im Magen frei, was zu Blähungen und Aufstossen führt.

Medikamente

Helfen alle Hausmittel oder Massnahmen nicht, können auch Schwangere Medikamente gegen Magenbrennen nehmen. Sie sind allerdings gut beraten, sich vorher mit dem Gynäkologen zu besprechen; nicht alle Mittel sind für Schwangere zu empfehlen.

Die Wirkstoffgruppen im Einzelnen:

  • Antazida: Ein Antazidum ist ein Medikament zur Neutralisation von Magensäure und hilft, Magenbrennen, saures Aufstossen und Magenschmerzen aufgrund von zu viel Magensäure zu behandeln. Neuere Wirkstoffe können auch eine Art Schutzfilm auf der Magenschleimhaut bilden, um diese zu schützen. Antazida gibt es als Kautablette, als Pulver oder Gel. Sie wirken schnell nach der Einnahme, aber nur kurz. Schwangere sollten darauf achten, dass sie aluminiumfreie Medikamente einnehmen (z.B. Natriumalginate in Kombination mit Natriumbikarbonat und Kalziumkarbonat).
  • H2-Rezeptor-Antagonisten (H2-Antihistaminika): H2-Rezeptor-Antagonisten hemmen im Magen die Wirkung des körpereigenen Histamins, da dieses die vermehrte Ausschüttung von Magensäure verursacht. In der Schweiz ist derzeit nur noch Ranitidin im Handel, es wird zur Behandlung von zu viel Magensäure, Reflux und Magengeschwüren eingesetzt.
  • Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI): PPI (z.B. Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol, Rabeprazol) gelten als die besten Wirkstoffe bei Refluxkrankheit und Magenbrennen, denn sie hemmen die Säureherstellung im Magen. Sie wirken schnell und helfen beim Verheilen von Entzündungen der Magenschleimhaut. Sie werden als Tabletten eine halbe Stunde vor dem Essen eingenommen.

Die 12 typischsten Symptome bei Stillem Reflux

​Es gibt eine ganze Reihe von Stiller Reflux Symptomen.

Typischerweise sind dies Probleme, die direkt oder indirekt mit Entzündungen zusammenhängen.

Denn der Mechanismus des Refluxes besteht letztendlich darin, dass Schleimhäute angegriffen, gereizt und zerstört werden.

Das führt zu Entzündungen.

1. Heiserkeit und Probleme beim Sprechen (Laryngitis)

Heiserkeit und Beschwerden beim Sprechen sind typische Symptome bei Stillem Reflux.
Ursache ist eine Reflux Laryngitis, also eine Kehlkopfentzündung, die durch Reflux entsteht.

Der Kehlkopf befindet sich nahe an der Speiseröhre. Daher bekommt er bei jedem Reflux auch eine gute Ladung an Magenenzymen ab.

Gleichzeitig ist die Stimme ein sehr empfindliches Instrument. Bereits kleine Entzündungen können einen starken Einfluss auf unsere Fähigkeit zu Sprechen haben.

Beim Stillem Reflux wird typischerweise der Bereich im Kehlkopf angegriffen, welcher dem Hals und damit der Speiseröhre am nächsten liegt: der Kehlkopfeingang. Er bekommt schlicht und ergreifend einen großen Anteil des Refluxes ab.

Die Stimmbänder dagegen sitzen weiter unten im Kehlkopf und sind somit etwas besser vor dem Reflux geschützt.

Jedoch wirken der gesamte Kehlkopfapparat und seine Muskulatur beim Sprechen mit. Selbst wenn die Stimmbänder in Ordnung sind, kann es daher zu Problemen beim Sprechen kommen

2. Halsschmerzen

Schmerzen aller Art im Hals sind ebenfalls typische Stiller Reflux Symptome. Schließlich liegt der Hals, zusammen mit dem Kehlkopf, der Speiseröhre am nächsten.

Daher kann der Hals besonders leicht in Kontakt mit den refluxten Stoffen kommen. Jedoch muss man nicht zwangsläufig Halsschmerzen haben, um Stillen Reflux zu habe

3. Kloßgefühl im Hals (Globus Syndrom)

Manche Betroffene berichten von dem Gefühl einer Enge im Hals. Als würde dort ein Kloß sitzen. Oder sie haben das Gefühl, als ob ein Fremdkörper im Hals steckt.

Das kann ein Stiller Reflux Symptom sein. Denn die Entzündungen im Hals können in Form von Schwellungen auftreten. Die Schwellung ist ja dann auch tatsächlich wie ein Kloß, der im Hals festsitzt.

Medizinisch nennt man dieses Gefühl „Globus Syndrom“. Oftmals werden Patienten mit diesem Problem in die psychosomatische Ecke gesteckt. Da viele Ärzte sich mit Stillem Reflux nicht auskennen, können sie logischerweise auch keine physische Ursache entdecken.

Da das Globus Syndrom tatsächlich psychisch begründet sein kann, wird Patienten dann nach dem Ausschlussverfahren schnell mal eine psychosomatische Ursache diagnostiziert.

4. Schluckbeschwerden

Durch die Schwellungen und Entzündungen kann auch die Passage von Nahrung beim Schlucken behindert werden.

Ähnlich wie beim Globus Syndrom können durch die Schwellungen Engstellen im Hals vorhanden sein. Oder der Schluckapparat ist durch die Entzündungen negativ beeinflusst.​

5. Übermäßige Schleimbildung in Hals und Atemwegen

Die ständigen Reizungen der Schleimhäute können zu einer Absonderung von Schleim führen. Ganz ähnlich wie bei einer Erkältung. Das kann dazu führen, dass man Schleim heraus hustet. Oder einem läuft die Nase.

Dies wird dann sehr oft mit einer Allergie verwechselt, da die Symptome sehr ähnlich sind. Hinzukommt, dass eine Allergie ja auch tatsächlich vorhanden sein kann und durch den Reflux die Schleimhäute einfach noch zusätzlich gereizt werden. Dadurch erscheint die Allergie dann stärker, als sie eigentlich ist.​

6. Chronischer Husten

Ebenfalls eine sehr typisches Stiller Reflux Symptom. Die ständige Reizung von Hals und Atemwegen führt dabei zu einer Chronifizierung. Die Symptome können sich dabei über Jahrzehnte entwickeln.

Oftmals wird der Husten mit anderen Krankheiten verwechselt. Man kann die Probleme mit einem Raucherhusten vergleichen – nur, dass sie eben durch Reflux verursacht werden.​

7. Andauernder Räusperzwang

In Verbindung mit der Reizung von Hals und Kehlkopf kann das Gefühl entstehen, sich ständig räuspern zu müssen.​

8. Asthma und Atemprobleme

Unter Refluxexperten mehrt sich immer mehr die Meinung, dass Reflux möglicherweise DER Grund ist, weswegen die Anzahl der Asthmatiker in den letzten Jahren rasant ansteigt.

Laut Dr. Jamie Koufman aus den USA, einer der führenden Forscherinnen auf dem Gebiet des Stillen Reflux, ist es extrem wichtig zu wissen, ob Asthmatiker Probleme beim Ein- oder beim Ausatmen haben. Probleme beim Ausatmen sind ein typisches Zeichen von „normalem“ Asthma, während Probleme beim Einatmen eher auf einen Stillen Reflux hindeuten.​

9. Häufiges Aufstoßen

Ständiges Aufstoßen von Luft wird ebenfalls in Zusammenhang mit Stillem Reflux beobachtet.

Schwierig zu sagen ist jedoch, ob dies nun ein Symptom ist, oder nicht eher sogar die Ursache darstellt. Denn bei jedem Aufstoßen können natürlich auch Mageninhaltsstoffe nach oben befördert werden.​

10. Generell gereizte Schleimhäute

Die bisherigen Symptome sind alle eine Äußerung angegriffener Schleimhäute. Die Reizungen können dabei natürlich auch in weiteren Formen auftreten. Beispielsweise als Brennen in der Nase oder den restlichen Atemwegen.

Durch die Reizungen können auch andere Krankheiten, welche die Atemwegsschleimhäute betreffen, verstärkt werden.​

11. Übelkeit

Die Reizung des Halses kann in manchen Fällen auch zu Übelkeit führen. Jeder kennt sicher das Gefühl, wenn man beim Arzt ein Stäbchen auf die Zunge gelegt bekommt, damit der Arzt besser in den Hals sehen kann. Dabei kommt es oft zu einem Würgereiz.

Ganz ähnlich kann die ständige Reizung im Hals dazu führen, dass man ein Gefühl von Übelkeit bekommt.​

12. Häufige Infekte

Stiller Reflux führt zur ständigen Belastung der Schleimhäute. Dabei werden die Abwehrmechanismen des Körpers geschwächt – selbst dann, wenn man sonst keine Symptome spürt.

Entsprechend steigt auch die Anfälligkeit für Erkältungen und andere Infekte. Menschen, die an ständigen und scheinbar grundlosen Infektionen der Atemwege leiden, sollten sich auf Stillen Reflux untersuchen lassen.

Nicht nur häufige Atemwegsinfekte, sondern auch häufige Infekte an den Ohren können Stiller Reflux Symptome sein. Denn durch die sogenannte eustachische Röhre (Ohrtrompete) sind unsere Ohren mit den Atemwegen verbunden. Entsprechend kann der Reflux es sogar bis in die Ohren schaffen.​

Weitere Stiller Reflux Symptome

Diese Liste der Symptome von Stillem Reflux ist nicht abschließend.

Beim Stillen Reflux findet letztendlich eine Entzündung statt. Diese entsteht dadurch, dass Magensäure und Enzyme, besonders Pepsin, mit den Schleimhäuten der Atemwege in Kontakt kommen.

Grundsätzlich kann daher jedes Symptom, das auf Entzündungen basiert, durch Stillen Reflux ausgelöst werden oder durch andere Krankheiten verstärkt werden. Auch Krebs kann eine Spätfolge von Stillem Reflux sein, wenn er nicht, oder ​unzureichend behandelt wird.​

Der Reflux-Symptom-Index (RSI) Onlinetest

Bist du unsicher, ob deine Symptome zum Stillen Reflux passen?

Forscher standen vor dem Problem, bei Studien zu entscheiden, wen sie als Stiller Reflux Patient einordnen. Gerade bei schwacher Ausprägung sind die Symptome nicht eindeutig.

Als Lösung haben die Spezialisten den Reflux-Symptom-Index entwickelt (RSI).

Der RSI schätzt ein, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass Stiller Reflux deine Symptome verursacht.

Hier geht es zum RSI Onlinetest.

Refluxdiagnostik

Dr. Bodlaj wird Ihnen eine Reihe von Fragen bezüglich Ihrer Symptome stellen oder Sie bitten, einen Fragebogen auszufüllen. Damit kann er feststellen, ob Ihre Beschwerden möglicherweise durch einen Reflux hervorgerufen werden. Diese Informationen helfen dem Arzt zu entscheiden, ob ein Reflux-Test zur Diagnosestellung, als Grundlage für eine richtige Therapieentscheidung, geeignet ist. Informieren Sie Ihren Arzt unbedingt über eventuelle Stimmbelastung und Alkohol- ⁄Nikotinkonsum. Wenn ein Verdacht auf einen Reflux besteht, ist eine Untersuchung des Kehlkopfes angezeigt. Diese Untersuchung ist schnell und problemlos in der Arztpraxis durchführbar. Dr. Bodlaj wird nach Zeichen einer Schwellung, einer Rötung oder weißlichen Veränderung der Schleimhaut und andere möglichen Zeichen von Reflux-Ereignissen, wie Granulome und Knötchen suchen.

Hier kommt ggf. auch das hochmoderne „Restech Dx-System©“ zum Einsatz. Dabei wird eine kleine Sonde durch die Nase in den Rachen hinter das Zäpfchen eingeführt und platziert. In der Sondenspitze befindet sich ein empfindlicher Sensor, der nicht nur Flüssigkeit sondern auch Säure in aerosilierter (vernebelter) Form messen und aufzeichnen kann. Die Sonde wird an Ihrem Gesicht mit einem durchsichtigen Pflaster befestigt. Die Daten werden von einem kleinen Apparat, den man am Gürtel oder mit einem Band über die Schulter tragen kann, drahtlos aufgenommen. Der Sitz der Sonde wird Sie beim Sprechen, Essen und Trinken oder Schlucken nicht stören. Während der Aufzeichnungszeit (16-48 Stunden) können Sie alle normalen Mahlzeiten zu sich nehmen, zur Arbeit gehen und Sport treiben. Duschen oder Baden ist während dieser Phase nicht erlaubt, weil der Transmitter dadurch Schaden erleiden kann.

Das Dx-System wird Ihre pH-Werte aufzeichnen, so lange die Sonde getragen wird. In der Auswertung erhält Ihr behandelnder Arzt verlässliche Hinweise zu dem Ausprägungsgrad Ihrer Reflux-Ereignisse. Durch Ihre Mitarbeit beim Eingeben von bestimmten Informationen in das Dx-System (Mahlzeiten, ausgewählte Symptome und Liegezeiten), tragen Sie wesentlich zum Erfolg dieser Diagnostik bei. Sie helfen Ihrem Arzt, einen Zusammenhang zwischen Beschwerden und Refluxmustern besser beurteilen zu können. So wird nicht nur festgestellt, ob Sie unter Reflux leiden, es wird auch festgestellt, ob die Säure für Ihre Problematik überhaupt verantwortlich ist, oder ob die Symptome durch eine hohe alkalische Konzentration verursacht werden. Die Entfernung der Sonde ist sehr einfach. Die Auswertung dauert nur wenige Minuten. Anhand der Ergebnisse wird Dr. Bodlaj die für Sie bestmögliche Therapie festlegen können. Abhängig vom Schweregrad Ihrer Symptome, den ärztlichen Untersuchungsbefunden und Ihren pH-Messwerten, wird die für Sie geeignete Therapie festgelegt. Diese kann, je nach Ausprägung des Refluxes, von einer Umstellung der Lebensgewohnheiten bis zur Medikamentengabe und bei mittel- und schwergradigen Fällen sogar bis zu einem operativen Eingriff reichen.

Wenn Reflux für Schluckbeschwerden verantwortlich ist

19. März 2018 7 Min.

Wenn saurer Mageninhalt nicht im Magen bleibt, sondern in die Speiseröhre gelangt, entstehen dort meist brennende Schmerzen und andere Beschwerden – eine Tatsache, die kaum überrascht. Dass sich in Verbindung mit Sodbrennen aber auch Schluckbeschwerden beim Betroffenen ausbilden können, ist hingegen ein Phänomen, das auf den ersten Blick sehr ungewöhnlich erscheint. Wie ist es möglich, dass zurückfließende Magensäure den Rachen angreift und für Schluckstörungen sorgt?

Schluckbeschwerden – was ist das?

Unter dem Begriff Schluckbeschwerden (medizinisch auch Dysphagie) werden allgemein alle Schwierigkeiten und Störungen zusammengefasst, die im Zusammenhang mit dem Schluckvorgang auftreten. Dazu gehören unter anderem:

  • Fremdkörper- und/oder Engegefühl im Hals
  • Räusperzwang
  • Mundtrockenheit
  • Schmerzen beim Schlucken
  • Schleim im Hals
  • Hervorwürgen von Speiseresten
  • häufiges Verschlucken

Halten die Schluckbeschwerden nur kurzfristig an, ist das in der Regel nicht weiter problematisch. Äußern sich die Symptome allerdings sehr stark, versuchen Betroffene oftmals ihren Hals zu schonen und so weit wie möglich auf Essen und Trinken zu verzichten. Langfristig können deshalb schwerwiegende Folgen wie Nährstoffmangel, Unterernährung oder sogar Austrocknung entstehen.

Abhängig von der Ursache könnten auch die Strukturen im Hals langfristige Schäden davontragen. Um das zu verhindern, gilt es, den jeweiligen Auslöser für die Schluckstörungen ausfindig zu machen und eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

Mögliche Gründe für Schluckbeschwerden

Hinter langanhaltenden Schluckbeschwerden steckt häufig Reflux, insbesondere wenn er nachts auftritt: Fließt Magensäure im Liegen zurück in die Speiseröhre, kann sie nämlich bis in den Hals- und Rachenraum vordringen.
Ursache dafür ist entweder eine zu große Menge Säure oder ein Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, der nicht dicht bleibt.

Auf den Kontakt mit der aggressiven Magensäure sind die Schleimhäute im Halsbereich jedoch nicht vorbereitet, sie reagieren mit Entzündungen und in der Folge mit den typischen Dysphagie-Symptomen.

Das Problem: Nicht immer wissen die Betroffenen, dass sie an Reflux leiden. Der sogenannte „stille Reflux“ äußert sich nicht durch Sodbrennen – vielmehr entstehen neben den Schluckbeschwerden weitere unspezifische Symptome wie Husten, Halsschmerzen, Mundgeruch oder Zahnschäden.

Gut zu wissen

Ist Reflux verantwortlich für auftretende Schluckstörungen, entsteht in einigen Fällen zusätzlich eine Stimmstörung (Dysphonie). Der saure Mageninhalt greift in diesem Fall auch den Kehlkopf und den Stimmapparat an: Erkennbar wird das durch Heiserkeit und/oder eine belegte Stimme.

Abgesehen vom Reflux sorgen unter Umständen auch einige andere Ursachen für Schluckbeschwerden:

  • Nahrungsbestandteile oder Fremdkörper, die in der Speiseröhre feststecken und auf diese Weise das Schlucken behindern
  • Verkrampfung der Schluck- und/oder Speiseröhrenmuskulatur
  • Infektionen (beispielsweise Rachen- oder Mandelentzündung)
  • Fehlbildung im Bereich der Speiseröhre
  • Entzündung der Speiseröhre
  • Speiseröhrenkrebs
  • Erkrankungen des Nervensystems (zum Beispiel Alzheimer oder Parkinson)
  • Schlaganfall

Daneben kommen auch psychische Faktoren als Auslöser von Schluckbeschwerden infrage. So können Angststörungen wie eine Sozialphobie oder die Phagophobie (Angst vor dem Schlucken) den Betroffenen so beeinträchtigen, dass ein normaler Schluckakt unmöglich wird – obwohl keinerlei organische Störungen vorliegen. Gleichzeitig verstärkt der damit verbundene Stress die Produktion von Magensäure und verschlimmert so möglicherweise auch eine vorliegende Reflux-Problematik.

Diagnose und Behandlung von Schluckbeschwerden bei Reflux

Leiden Sie unter Dysphagie und/oder Dysphonie, die sich nicht durch einen einfachen Infekt erklären lassen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Er untersucht Sie genau und kommt Ihrer persönlichen Ursache auf die Spur. Zu Beginn der Diagnosestellung steht eine genaue Befragung zu den Symptomen: Welche Beschwerden treten bei Ihnen auf? Wann kommt es zu den Schluckstörungen? Wie lange hält die Problematik bereits an? Der Arzt beobachtet seinen Patienten beim Schlucken und ordnet Untersuchungen von Blut und Nerven an, um schwerwiegendere körperliche Erkrankungen auszuschließen.

In vielen Fällen kommen außerdem Untersuchungsmethoden wie eine Speiseröhren- oder Magenspiegelung zum Einsatz. Dabei führt der Arzt einen dünnen, biegsamen Schlauch mit winziger Kamera über den Mund bis in die Speiseröhre und den Magen ein. Das ermöglicht ihm, den Zustand des Rachens und der Schleimhäute zu beurteilen sowie Schäden durch aufsteigende Magensäure ausfindig zu machen.

Steckt tatsächlich Reflux hinter Ihren Schluckbeschwerden, schließt sich an die Diagnose eine entsprechende Behandlung an. Vier Faktoren sind dabei besonders wichtig:

  • Medikamente: Protonenpumpenhemmer helfen, die Herstellung der Magensäure zu bremsen und so für Erleichterung zu sorgen. Daneben bieten sich Antazida an, die überschüssige Säure neutralisieren und die Reizung der Schleimhäute auf diese Weise vermindern. Pflanzliche Arzneimittel helfen dabei, die Vorgänge im Verdauungstrakt zu normalisieren und das Auftreten von Reflux zu verringern.
  • Ernährung: Versuchen Sie von nun an darauf zu achten, sich abwechslungsreich und gesund zu ernähren. Stark zucker- und fetthaltige Mahlzeiten sollten Sie von Ihrem Speiseplan streichen – dann muss der Magen nicht mehr so viel Säure produzieren, um eine reibungslose Verdauung zu gewährleisten.
  • Stress: Psychischer Stress belastet auch Magen und Darm. Damit dadurch kein Reflux entsteht, ist es wichtig, an der Prävention von Stress zu arbeiten. Das ist zwar oftmals leichter gesagt als getan, mit etwas Übung kann es aber dennoch gelingen: Probieren Sie zum Beispiel Yoga, Qigong oder Kurse zum Stress-Management aus.
  • Lebensgewohnheiten: Auch der regelmäßige Konsum von Genussmitteln, hastiges Essen und sehr große Mahlzeiten tragen zur Entstehung von Reflux bei. Um sein Auftreten zu vermeiden, sollten Sie deshalb versuchen, diese Faktoren zu vermeiden.

Sie werden sehen: Berücksichtigen Sie die Empfehlungen, werden sich auch die refluxbedingten Schluckbeschwerden allmählich zurückbilden – und Sie können Ihr Essen bald wieder genießen.

Was hilft gegen Sodbrennen bei Kindern und Babys?

30. November 2016 7 Min.

  • viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen
  • übermäßig scharfe Lebensmittel vermeiden
  • fettiges oder frittiertes Essen reduzieren
  • Stress im Alltag verringern
  • dem Kind ausreichend Bewegung ermöglichen
  • Babys nach dem Füttern in aufrechter Position halten
  • enge Kleidung oder zu stramme Windeln vermeiden
  • Baby in Rückenlage und mit erhöhtem Oberkörper ablegen
  • den Einfluss von Nikotin auf Babys und Kinder verhindern

Babys und Kinder sind genau wie Erwachsene (beispielsweise Schwangere) ab und an von Reflux betroffen. Das gelegentliche Zurückfließen des Mageninhalts in die Speiseröhre hat in der Regel keine krankhaften Beschwerden zur Folge. Per Definition spricht man erst dann von einer Erkrankung, wenn das Kind unter wiederholtem Reflux und Refluxbeschwerden leidet, weitere Symptome auftreten oder die Schleimhaut der Speiseröhre angegriffen ist. Sodbrennen ist ein typisches refluxbedingtes Symptom, das sowohl bei Babys, als auch bei älteren Kindern auftreten kann.

Verschiedene Refluxarten im Überblick

Reflux bedeutet Rückfluss und bezeichnet in der Medizin den Vorgang, bei dem saurer Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt. Man spricht demnach auch von einem gastroösophagealen Reflux (Wortherkunft: Gaster = Magen, Ösophagus = Speiseröhre). Sodbrennen gehört zu den Beschwerden, die durch Reflux ausgelöst werden. Doch warum gibt es Reflux und Sodbrennen bei Kindern oder beim Baby? Ursache hierfür ist die ätzende Magensäure, die im Magen wichtige Funktionen erfüllt, in der Speiseröhre jedoch Schaden anrichten kann. Allerdings sind gelegentliches Sodbrennen und Reflux bei Kindern und beim Baby völlig normal.

Je nachdem welche Ursachen für Reflux oder Sodbrennen bei Kindern oder beim Baby vorliegen, gibt es eine Reihe verschiedener Ausprägungen von Reflux:

  • funktioneller Reflux
  • pathologischer Reflux
  • sekundärer Reflux

Bei Säuglingen kann es zu einem sogenannten funktionellen Reflux kommen. In diesem Fall lockert sich das noch nicht vollständig ausgereifte Muskelband, das den Mageneingang abschließt und der Mageninhalt gelangt zurück in die Speiseröhre. Da außerdem der Winkel zwischen Magen und Speiseröhre bei Babys nicht sehr groß ist, kann die Milch vergleichsweise leicht zurückfließen. Das Problem löst sich mit dem Alter: Sobald die Kinder wachsen, vergrößert sich der Winkel – und es kommt seltener zu Reflux. Auch das Magenband entwickelt sich weiter und verschließt den Magen besser.

Gut zu wissen:

Reflux tritt sowohl bei Babys und Kindern auf, die gestillt werden, als auch bei jenen, die mit Säuglingsmilch gefüttert werden.

Wenn es zu weiteren Symptomen wie Heiserkeit, gestörtem Essverhalten oder Magenschmerzen kommt, spricht man von einem pathologischen Reflux beziehungsweise von einer Refluxerkrankung.

In schweren Fällen steckt eine andere, neurologische Erkrankung – wie etwa die Zerebralparese (frühkindliche Hirnschädigung) – hinter den Beschwerden, wodurch es zum Beispiel zu Reflux beim Baby kommt. Reflux kann aber auch durch einen Zwerchfellbruch (Hiatushernie) ausgelöst werden. In diesem Fall gelangen Teile der Organe – wie beispielsweise der Magen – durch eine Öffnung im Zwerchfell in den Brustraum. Sobald also eine andere Erkrankung die Beschwerden auslöst, spricht man von einem sekundären Reflux.

Refluxerkrankung: Symptome bei Babys und Kindern

Reflux kann beim Baby und bei älteren Kindern zu einer Vielzahl von Symptomen führen. Hierzu gehören:

  • Schmerzen durch Sodbrennen
  • Schlafstörungen
  • Schweißausbrüche
  • trockener Husten
  • Erbrechen von Milch
  • Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme
  • Appetitlosigkeit

Bei älteren Kindern kann die aufsteigende Magensäure auch Schäden an den Milchzähnen hinterlassen. Liegt ein chronischer Husten vor oder leidet Ihr Kind häufig unter Atemwegsinfektionen, sollte auch eine Refluxerkrankung in Betracht gezogen werden.

„Wann zum Arzt?“ und „Bei welchen Beschwerden sofort zum Arzt?“ sind Fragen, die sich besorgte Eltern oftmals stellen. Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn sich Ihr Baby regelmäßig übergibt oder nach dem Stillen sehr unruhig ist. Auch häufiges Husten nach den Mahlzeiten kann ein Anhaltspunkt für eine Refluxerkrankung sein. Derartige Symptome gilt es ärztlich abzuklären.

Wenn folgende Beschwerden auftreten, sollten Sie umgehend zum Arzt gehen:

  • Schluckbeschwerden oder Schluckstörungen
  • damit verbundene Verweigerung der Nahrungsaufnahme
  • Blut im Erbrochenen

Reflux bei Kindern und Babys behandeln und vorbeugen

Reflux beim Kind oder Baby – was tun? Welche Maßnahmen bei Verdacht und letztendlicher Diagnose einer Refluxerkrankung genau erfolgen, muss individuell mit dem Arzt besprochen und in weiteren Untersuchungen ermittelt werden. Je nach Ursache können Medikamente gegen Übersäuerung oder säurebindende Mittel (Antazida) hilfreich sein. Wichtig ist es hierbei, genaue Absprachen mit einem Arzt zu treffen, denn einige dieser Medikamente sind für Babys und Kinder ungeeignet. Bei einem sekundären Reflux, also wenn eine andere Krankheit die Beschwerden auslöst, sollte ebendiese zugrundeliegende Erkrankung therapiert werden.

Was hilft, wenn Babys Reflux haben? Allgemein gibt es gegen die verstärkte Neigung zu Reflux einige Maßnahmen, die im Alltag helfen können:

  • kleinere Mahlzeiten, dafür häufiger füttern
  • für zwanzig Minuten nach dem Füttern in aufrechter Position halten
  • Lagerung in Rückenlage mit erhöhtem Oberkörper (vor allem nach dem Essen)
  • Vermeidung von zu strammem Windeln
  • während und nach der Schwangerschaft Nikotin vom Baby fernhalten

Auch ältere Kinder leiden unter Reflux beziehungsweise dem typischen Reflux-Symptom Sodbrennen. Meistens sind es eine ungesunde Ernährung, sowie mangelnde Bewegung und Stress, die dem Körper zusetzen. Darum ist es wichtig, die Ernährung des Kindes im Auge zu haben. Denn genau wie bei Erwachsenen sind

  • fettige oder frittierte Speisen,
  • sehr scharfes Essen sowie
  • eine Überlastung des Magens durch zu viel Nahrung

ungünstig und führen auch bei Kindern schnell zu Sodbrennen. Ist der Magen überfüllt, drückt sich der Speisebrei wieder nach oben in die Speiseröhre. Es ist daher ratsam, mehrere kleine, leicht bekömmliche Mahlzeiten über den Tag zu verteilen, als sehr viel auf einmal zu essen.

Sodbrennen bei Kindern: Symptome, Ursachen und Behandlung

5. Juni 2018 8 Min.

Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder können an Sodbrennen leiden. Die Beschwerden werden durch den Reflux ausgelöst, also das Zurückfließen des Mageninhalts in die Speiseröhre. Verschiedene Anzeichen helfen dabei, Sodbrennen beim Kind zu erkennen und mithilfe eines Arztes die Ursache herauszufinden.

Sodbrennen beim Kind: Symptome richtig deuten

Wenn Kinder nach dem Essen quengelig und unruhig sind, könnte das unter Umständen daran liegen, dass sie unter Sodbrennen leiden.

Begriffserklärungen:

  • Reflux: Beschreibt den Zustand, wenn die saure Magenflüssigkeit (Magensaft) in die Speiseröhre zurückfließt.
  • Sodbrennen: So werden die Beschwerden bezeichnet, die bei einem Reflux entstehen. Ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein ist eine mögliche Folge.

Gerade bei kleineren Kindern ist es schwer, Sodbrennen zu erkennen. Jedoch gibt es Anzeichen, die Ihnen dabei helfen können. Achten Sie darauf, ob Ihr Kind …:

  • … ständig hustet oder heiser ist
  • … oft an Schluckauf leidet
  • … häufig Mundgeruch hat
  • … sich dauernd verschluckt
  • … nicht an Gewicht zunimmt
  • … immer wieder schreit

Die Symptome von Sodbrennen bei größeren Kindern zu erkennen, ist etwas einfacher, da sie sich uns besser mitteilen können. Kinder beklagen sich dann beim Essen über Schmerzen oder haben vor allem nachts Probleme mit den Reflux-Beschwerden. Durch die liegende Position ist es für die Magenflüssigkeit leichter, in die Speiseröhre zu fließen und Sodbrennen beim Kind auszulösen. Die Kleinen wachen dadurch häufig in der Nacht auf.

Wie macht sich Sodbrennen bei Babys bemerkbar?
Nach dem Füttern warten Eltern, bis ihr Baby ein Bäuerchen gemacht hat, damit die geschluckte Luft dem Bauch entweichen kann. Häufig kommt mit der Luft ein bisschen Milch auf Mamas oder Papas Schulter. Solange das Kind dabei nicht weint und keine weiteren Beschwerden bestehen, brauchen Sie sich keine Sorgen machen – das Spucken bei Babys ist ganz normal. Doch sind die Kleinen zusätzlich quengelig und unruhig, vor allem während und nach dem Essen, dann könnten die Kinder an Sodbrennen leiden. Ein weiterer Hinweis auf Sodbrennen bei einem Säugling: Das Baby möchte trotz Hunger nach dem ersten Schluck nicht mehr trinken.

Diese Beschwerden können – zusätzlich zu den allgemeinen Anzeichen wie sie auch bei größeren Kindern vorkommen – auf einen Reflux hindeuten. Die Körpersprache der Babys beim Trinken hilft möglicherweise auch, Sodbrennen zu erkennen. Sie drücken aufgrund der Beschwerden ihren Rücken durch und machen sich steif oder schieben die Flasche weg. Auch wenn Babys den Kopf von der Brust oder dem Fläschchen wegdrehen, obwohl sie hungrig sind, kann das ein Hinweis für das brennende Gefühl in der Brust sein.

Um eine genaue Diagnose zu stellen, sollten Sie mit Ihrem Kind einen Arzt aufsuchen und ihm die Beobachtungen schildern. Mit diesen Hinweisen und einer darauffolgenden Untersuchung kann Sodbrennen bei Kindern festgestellt und therapiert werden.

Sodbrennen bei Kindern feststellen – was macht der Arzt?

Die Untersuchung unterscheidet sich von der bei Erwachsenen. Während bei den Großen eine Magenspiegelung die Methode der Wahl ist, wird bei Kindern vorerst behutsamer vorgegangen. Die Erstdiagnose wird durch Schildern der Symptome und das Verhalten der Kinder gestellt. Besteht die Vermutung, dass es sich beim Kind um Sodbrennen handelt, wird eine geeignete Behandlung eingeleitet. Bringt diese keine Besserung oder ist sich der Arzt unsicher, können weitere Verfahren durchgeführt werden.

Bei der oberen Magen-Darm-Passage (obere MDP) wird ein Röntgenbild des Halses und des Magens angefertigt. Währenddessen muss eine Flüssigkeit getrunken werden, die auf dem Bild erkennbar ist. Dadurch können Fehlbildungen des Übergangsmuskels zwischen Magen und Speiseröhre (dem Sphinkter) sichtbar gemacht werden. Schließt dieser Muskel nicht komplett, kann es zum Reflux kommen.

Wenn die Symptome beim Kind auf Sodbrennen hindeuten, kann auch eine Endoskopie also eine Magenspiegelung hilfreich sein. Dabei führt der Arzt einen dünnen Schlauch mit einer Kamera über den Mund in die Speiseröhre und den Magen, um zu sehen, ob das Gewebe von der Magenflüssigkeit beschädigt ist. Keine Sorge, durch ein Beruhigungsmittel schlummern die Kinder dabei und merken nichts von der Untersuchung.

Welcher Arzt ist für die Diagnose geeignet?

Ärzte, die sich mit dem Magen-Darm-Trakt des Menschen beschäftigen, sogenannte Gastroenterologen, kennen sich am besten mit Reflux und Sodbrennen aus. Wenn es um Sodbrennen bei Kindern geht, sind die pädiatrischen Gastroenterlogen die richtigen Ansprechpartner. Pädiatrie bedeutet „kinderärztliche Kunst“. Ärzte in diesem Fachbereich sind spezialisiert auf die Verdauungsorgane bei Kindern.

Sodbrennen bei Kindern richtig behandeln

Wenn die Diagnose Reflux gestellt ist, ist die Behandlung abhängig von der Ursache, also ob Ihr Kind gewisse Nahrungsmittel beispielsweise nicht verträgt. In diesem Fall sollte eine Ernährungsumstellung erfolgen und dem Kind ein richtiges Essverhalten gezeigt werden. Zusätzlich sind einige Tipps hilfreich, die Sodbrennen lindern können:

  • Mehrere kleine Mahlzeiten sind besser als wenige große, um den Magen nicht zu überfordern.
  • Verzicht auf Sodbrennen-auslösende Nahrungsmittel. Dazu zählen unter anderem fettreiche Lebensmittel, stark gewürzte Speisen oder auch Schokolade. Je nachdem, welche Speise bei Ihrem Kind zu den Sodbrennen-Symptomen führt: Sie sollte vermieden werden.
  • Die richtige Schlafposition wählen. Wie Erwachsene können auch Kleinkinder die richtige Schlafposition gegen Sodbrennen wählen. Es ist empfehlenswert, sein Kind nachts auf die linke Seite zu drehen. Die Position des Magens liegt dann unterhalb der Speiseröhre und der Reflux wird erschwert.

Tipp: Sodbrennen bei Babys behandeln
Eine Möglichkeit, um speziell Sodbrennen bei Babys zu behandeln, könnte die Verwendung eines Schnullers sein. Das Nuckeln erhöht die Speichelproduktion. Der Schnuller verdünnt die hochsteigende Magenflüssigkeit in der Speiseröhre und reduziert das Brennen. Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass sich die Symptome einer Kuhmilchallergie und Sodbrennen bei Babys sehr ähneln. Deshalb sollte der Arzt eine allergische Reaktion ausschließen. Allerdings treten beide Krankheiten sehr oft auch gleichzeitig auf. 40 Prozent aller Babys mit Sodbrennen leiden ebenso an einer Kuhmilchallergie1.

Bei Kindern mit Sodbrennen können Medikamente helfen, die Beschwerden zu lindern. Geeignet sind zum Beispiel sogenannte Antazida, die für Kinder ab zwölf Jahren anwendbar sind. Diese neutralisieren die saure Magenflüssigkeit, die daraufhin nicht mehr reizend wirkt und das brennende Gefühl in der Speiseröhre lindert. Welche Mittel Sie Ihrem Kind geben, sollten Sie aber immer vorher mit einem Arzt absprechen.

Was tun bei Sodbrennen?

Frau Gräber-Brenner, warum tritt in der Schwangerschaft oft Sodbrennen auf?

Die Hauptursache ist, dass Schwangerschaftshormone die glatte Muskulatur erschlaffen lassen. Dazu gehört auch der Schließmuskel zwischen Speise­­röhre und Magen. Wenn er nicht fest schließt, kann saurer Magen­inhalt in die Speiseröhre zurückfließen. Das löst das Brennen aus. Auch drückt die Gebärmutter zunehmend auf den Magen, wenn das Baby wächst. Deshalb tritt Sodbrennen vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel auf.

Kann ich die Beschwerden durch Ernährung beeinflussen?

Ungünstig sind „Säurelocker“ wie Kaffee und scharfe Gewürze. Auch fette, frittierte, süße und blähende Speisen, Fruchtsäfte und kohlensäurehaltige Getränke vertragen viele Schwangere schlecht. Aber nicht alle! Beschwerden und Auslöser sind bei den Frauen sehr unterschiedlich. Ich rate, mög­liche Auslöser durch Beobachten und Weglassen zu prüfen. Beobachten Sie auch, ob Milch, Joghurt, Karotten oder Haferflocken die Beschwerden bessern – diese Nahrungsmittel können Magensäure gut neutralisieren. Mein Geheimtipp: Kartoffelsaft, zweimal täglich 50 ml vor dem Essen.

Häufiges Aufstoßen in der Schwangerschaft ist ganz normal

4. April 2018 8 Min.

Wir nennen es höflich Aufstoßen, das Baby macht Bäuerchen und manchmal wird auch, etwas unfeiner, vom Rülpsen gesprochen. Es gibt viele Bezeichnungen für die – mehr oder weniger geräuschvoll – aus dem Magen aufsteigende Luft. Auch Schwangere haben oft mit ständigem Aufstoßen zu kämpfen.

Warum kommt es zum Aufstoßen?

Das Aufstoßen ist, genau wie Blähungen, ein ganz natürlicher Vorgang und auch in der Schwangerschaft zunächst kein Grund zur Besorgnis. Der Körper lässt auf diese Weise überflüssige Luft aus dem Magen entweichen. Man kennt das von dem Genuss stark kohlensäurehaltiger Getränke, auf die meist relativ schnell ein Aufstoßen folgt. Genau wie bei fetthaltigen oder blähenden Lebensmitteln werden überschüssige Gase auf diese Weise entfernt – nach unten und eben auch nach oben.

Manchmal kommt der Verdauungsprozess nur langsam in Gang. Die Nahrung liegt dann schwer im Magen und gärt dort. Es bilden sich Gärungsgase, die durch das Aufstoßen den Weg aus dem Körper suchen. Ein harmloser und vorübergehender Vorgang, bei dem im Normalfall keine Medikamente notwendig sind und schon Gewürze wie Ingwer, Fenchel oder Kardamom gute Dienste leisten. Arzneimittel, die die Magensäure neutralisieren oder hemmen, sollten beim Aufstoßen in der Schwangerschaft nur in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. Dieser sollte grundsätzlich zu Rate gezogen werden, um die Ursachen des ständigen Aufstoßens genauer abzuklären und mögliche zugrundeliegende Erkrankungen auszuschließen.

Was unterscheidet saures Aufstoßen von Sodbrennen?

Doch nicht nur Luft kann beim Aufstoßen entweichen. Manchmal suchen sich auch angedauter Mageninhalt oder Magensäure den Weg nach oben. Das unangenehme Brennen, das dadurch entsteht, wird auch als Sodbrennen bezeichnet. Wird dabei zu viel Magensäure produziert, die der Magen nicht mehr zurückhalten kann und kommt beim Aufstoßen regelmäßig saurer Mageninhalt mit hoch, der auch die Speiseröhre schädigt, spricht man von der Refluxerkrankung.

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Das saure Aufstoßen gehört zu den säurebedingten Magenbeschwerden, unter denen viele schwangere Frauen leiden. Magensäure kommt in die Speiseröhre, sorgt für ein brennendes Gefühl in Hals und Rachen und gelegentlich auch für einen unangenehmen Geschmack im Mund. Die eigentliche Aufgabe der Magensäure ist es, die aufgenommene Nahrung zu zerkleinern. Kein Wunder also, dass sie ziemlich aggressiv ist und der Magen deshalb mit einer dicken Schleimhaut vor ihr geschützt wird. Durchfließt Magensäure zu oft die dagegen relativ ungeschützte Speiseröhre, kann dies zu langanhaltenden Schädigungen führen.

Das Baby drückt auf den Magen

Für das saure Aufstoßen kommt in der Schwangerschaft noch ein weiterer Grund hinzu: Von Monat zu Monat braucht das Baby im Bauch mehr Platz. Die wachsende Gebärmutter schiebt andere Organe nach oben oder drückt sie ein wenig zusammen. Das betrifft auch den Magen.

Die werdende Mutter spürt das vor allem daran, dass es zu einem Völlegefuehl kommt. Vor allem beim Liegen auf dem Rücken oder beim Hinunterbeugen kann es schnell passieren, dass Magensäure oder angedauter Mageninhalt nach oben gedrückt werden und die Schwangere ständig aufstoßen muss.

Zusätzlich zum herausfordernden Platzmanagement werden im weiblichen Körper durch die Schwangerschaftshormone die Muskeln, Bänder und Sehnen weicher. Dies geschieht, damit sie für Geburt flexibel sind und es nicht zu vorzeitigen Wehen kommt. Betroffen sind allerdings auch Muskeln, die mit der Geburt gar nichts zu tun haben, wie der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre. Vermehrtes saures Aufstoßen während der Schwangerschaft ist die Folge.

Sie müssen ständig aufstoßen? Dann lieber zum Arzt!

Schwangere, die auffallend häufig unter Aufstoßen leiden, sollten zur Sicherheit beim Arzt nachfragen, ob Grund zur Besorgnis besteht. Denn übermäßiges Aufstoßen kann ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein. Folgende Krankheiten beziehungsweise Probleme können sich zum Beispiel hinter Aufstoßen und Sodbrennen verbergen:

  • bakteriell bedingte Magenschleimhautentzündung
  • Tumore in der Speiseröhre
  • Medikamentenunverträglichkeit

Auch Lebensmittelunverträglichkeiten wie Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) oder Laktoseintoleranz äußern sich häufig durch ständiges Aufstoßen. Auffällig dabei: Die Symptome treten gezielt nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel auf. Gerade Schwangere, die während der Schwangerschaft ihre Ernährungsgewohnheiten ändern, kommen möglicherweise sogar einer Unverträglichkeit auf die Spur.

Hausmittel können bei ständigem Aufstoßen helfen

Das dauernde Aufstoßen wird gerade in der Schwangerschaft als sehr unangenehm empfunden. Vor allem, wenn das Brennen durch Magensäure hinzukommt. Eine Ernährungsumstellung und bewusstes Essen können die Situation nicht nur im Fall einer Unverträglichkeit bereits deutlich verbessern. Wer sich dazu noch voll und ganz aufs Essen konzentriert und wenig dabei spricht, der sorgt dafür, dass keine überflüssige Luft in den Bauch gelangt. Blähende Lebensmittel und Kohlensäure zu meiden, kann zusätzlich helfen.

Tipp: Gerade in der Schwangerschaft sind mehrere kleine Essensportionen, die über den Tag verteilt werden, der beste Schutz gegen saures Aufstoßen.

Frauen, die ein Baby erwarten, sollten beim Griff zu Arzneimitteln zurückhaltend sein, da die Entwicklung des Ungeborenen durch bestimmte Wirkstoffe erheblich gestört werden kann. Es gibt aber Medikamente gegen saures Aufstoßen und Sodbrennen, die lokal wirken und die auch während einer Schwangerschaft eingenommen werden dürfen.

Allerdings sollten Schwangere vor der Einnahme immer ärztlichen Rat einholen. Wenn werdende Mütter Probleme mit saurem Aufstoßen in der Schwangerschaft haben, ist es ratsam, es zunächst mit Hausmitteln zu probieren, zum Beispiel ein Glas Wasser trinken oder Kaugummikauen. Auch verschiedene Gewürze und Tees können Erleichterung schaffen.

Vorsicht: Pfefferminze gilt als magenberuhigend, kann aber saures Aufstoßen und Sodbrennen auslösen. Denn die verdauungsfördernde Wirkung des Krauts liegt darin, dass es die Bildung der Magensäure anregt.

Letztendlich können sich Frauen bei saurem Aufstoßen in der Schwangerschaft bereits an die Teesorten halten, die auch fürs Stillen und später gegen Babys Bauchweh empfohlen werden. Sie werden in der Regel mit Bestandteilen aus Kümmel, Anis und Fenchel hergestellt. Eine sanfte Behandlung hilft dem Körper, unangenehme Gase schneller zu verarbeiten.

Ständiges Aufstoßen – Ursachen und Behandlung

Aufstoßen („Rülpsen“) und Völlegefühl sind ganz normale „Nebenwirkungen“ des Verdauungsprozesses, mit denen wohl jeder Mensch hin und wieder zu kämpfen hat. Vor allem, wenn die Symptome nach einem üppigen Essen auftreten, besteht normalerweise kein Grund zur Sorge.

Tritt das Aufstoßen jedoch über eine längere Zeit hinweg verstärkt auf, ist dies oft ein Hinweis auf eine Störung des Verdauungsapparats oder eine Überforderung des Körpers mit den bestehenden Ernährungsgewohnheiten. Ständig wiederkehrende und/oder länger als zwei Tage andauernde Beschwerden sollten dementsprechend immer von einem Arzt untersucht werden, um organische Störungen erkennen bzw. ausschließen zu können. Häufig hilft es bei permanentem Aufstoßen schon, die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zu verändern. Darüber hinaus können verschiedene Medikamente und wirksame Hausmittel zum Einsatz kommen.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen von ständigem Aufstoßen: Reflux

Mit dem Begriff „Reflux“ (von lat. „refluere“ für „zurückfließen“) wird normalerweise das Zurückfließen von Magensaft in die Speiseröhre beschrieben, was zu Sodbrennen und saurem Aufstoßen führt. Dies ist in gewissem Rahmen völlig normal und kein Grund zur Sorge. Tritt der Rückfluss jedoch öfter auf, kann dies die Speiseröhren-Schleimhaut schädigen und starke Beschwerden verursachen. In der Medizin wird in diesem Fall von der „gastroösophagealen Refluxkrankheit“ (engl.: Gastroesophageal Reflux Disease, kurz: GERD) gesprochen, eine der häufigsten Magen-Darm-Beschwerden, die Schätzungen zufolge in den westlichen Industrieländern ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung betrifft.

Reflux ist eine häufige Ursache für ständiges Aufstoßen. Bild: designua – fotolia

Häufiges saures Aufstoßen und/oder brennende Schmerzen hinter dem Brustbein (Sodbrennen) sind die zentralen Beschwerden bei der Refluxkrankheit. Meist treten diese verstärkt beim Herunterbeugen bzw. Bücken, schweren Heben oder nach üppigem, stark zuckerhaltigem, fettigem oder scharfem Essen auf. Auch Alkohol und Nikotin werden oft nicht gut vertragen. Da der Magensaft im Liegen leichter die Speiseröhre erreicht, haben viele Betroffene vor allem nachts mit starken Symptomen zu kämpfen. Neben dem Aufstoßen und Brennen in der Brust sind auch mehr oder weniger stark ausgeprägte Oberbauchschmerzen typisch, zudem treten häufig Übelkeit und Erbrechen, Rachenschmerzen oder Heiserkeit auf.

Es gibt verschiedene Varianten der Erkrankung, in den meisten Fällen liegt aber eine so genannte „nicht-erosive Refluxkrankheit“ (engl.: Non-Erosive Reflux Disease, NERD) ohne Speiseröhrenentzündung vor. Entsteht durch den Rückfluss des sauren Magensafts doch eine Entzündung (Refluxösophagitis), kann dies sehr folgenschwer sein. Möglich sind Vernarbungen und Schluckprobleme sowie im Ernstfall die Entstehung von Speiseröhrenkrebs.

Die Ursachen für einen Reflux sind vielfältig. Im Normalfall wird die Magensäure allein durch die Schwerkraft daran gehindert, wieder zurück in die Speiseröhre zu fließen. Diese verfügt zudem über einem komplexen Verschlussmechanismus („unterer Ösophagussphinkter“), der dafür sorgt, dass keine aggressiven Substanzen aus dem Magen aufsteigen. Bei vielen Betroffenen funktioniert diese „Refluxbarriere“ allerdings nicht richtig, wodurch der Magensaft doch zurückfließen und Schädigungen an der Speiseröhrenwand hervorrufen kann.

Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure durch die Magenklappe hindurch drängt, was im Zusammenhang mit der Ernährung stehen kann. (Bild: Adiano/fotolia.com)

Verantwortlich für die Muskelschwäche ist meist eine Lücke im Zwerchfell (Hiatushernie), wodurch Teile des Magens in den Brustraum gelangen und die Abdichtung zwischen Speiseröhre und Magen gestört wird. Ein solcher Zwerchfellbruch entsteht durch die Abnahme der Elastizität des Bindegewebes, zu welcher neben einem fortgeschrittenen Alter und Veranlagung auch Übergewicht, eine Schwangerschaft, chronischer Husten sowie eine verstärkte Druckausübung auf die Bauchhöhle bei chronischer Verstopfung beitragen können.

Auch eine verminderte Beweglichkeit der Speiseröhre kann der Grund für die Beschwerden sein. Gelangt der Magensaft zurück in die Speiseröhre, sorgt diese normalerweise durch die Eigenbewegung (Peristaltik) selbst dafür, dass die ätzende Säure keine Schädigungen an der Schleimhaut verursachen kann. Ist die Bewegung herab gesetzt, kann diese „Reinigung“ jedoch nicht mehr problemlos erfolgen, wodurch die Schleimhaut geschädigt wird und das typische Sodbrennen entsteht. Als gesichert gilt zudem ein Zusammenhang zwischen der gastroösophagealen Refluxkrankheit und der Lebensweise: Hier spielen vor allem der häufige Verzehr von fettreichen, zuckerhaltigen oder scharfen Speisen, regelmäßiges Rauchen und Alkohol trinken sowie ein starker Kaffeekonsum eine wichtige Rolle. Als weitere Risikofaktoren gelten bestimmte Medikamente (z.B. Beta-Blocker oder Nitrate) und psychische Belastungen bzw. Stress.

Magenschleimhautentzündung

Auch eine akute Gastritis kommt bei ständigem Aufstoßen als Ursache in Betracht. Dabei handelt es sich um eine relativ häufig auftretende entzündliche Erkrankung, die nicht ansteckend ist. Sie entsteht, wenn die Magenschleimhaut beschädigt oder zu viel Magensäure produziert wird. Denn in der Folge kommt die Säure direkt mit der Magenschleimhaut in Kontakt und verursacht eine Entzündung. Eine Gastritis kann sehr plötzlich (akut) auftreten und relativ schnell wieder ausheilen oder einen schleichenden und chronischen Verlauf nehmen. Ebenso ist es möglich, dass die akute Form in eine chronische Erkrankung übergeht.

Eine akute Gastritis kann vielfältige Ursachen haben. Häufig liegt beispielsweise eine Lebensmittelvergiftung vor, auch zu viel Alkohol, Nikotin, Kaffee und scharfes Essen können die Magenschleimhaut reizen und eine Entzündung hervorrufen. Ebenso können Schocksituationen, starker körperlicher oder seelischer Stress, Überanstrengung, Anspannung oder innere Unruhe „auf den Magen schlagen“. Weitere mögliche Ursachen sind bestimmte Medikamente (Kortison, Schmerzmittel wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen), Infektionen, Verletzungen, Unfälle (Traumata), Operationen oder Verätzungen durch Säuren o.ä. Typisch für eine akute Gastritis sind plötzlich auftretende Beschwerden, die oft verstärkt nach dem Essen auftreten. Hierzu zählen vor allem massive Oberbauchschmerzen, die auch in den Rücken ausstrahlen können. Ebenso treten häufig Appetitlosigkeit, ständiges Aufstoßen, Völlegefühl, eine überhöhte Druckempfindlichkeit des Magens sowie Übelkeit und Erbrechen auf.

Die chronische Form der Gastritis verursacht hingegen normalerweise lange keine oder nur sehr leichte Beschwerden. Betroffene berichten z.B. von einem unangenehmen Völlegefühl, Durchfall oder verstärkten Blähungen. Bleibt die Erkrankung weiterhin unentdeckt, können sich langfristig jedoch Komplikationen wie z.B. ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür entwickeln, in seltenen Fällen ist sogar die Entstehung eines Magenkrebs möglich. Für die chronische Magenschleimhautentzündung kommen ebenso verschiedene Ursachen in Betracht. In den meisten Fällen wird sie aber durch eine Autoimmunreaktion, Bakterien (meist Helicobacter pylori) oder Schleimhaut schädigende Substanzen (zurückfließender Gallensaft, größere Mengen Alkohol, Schmerzmittel, Säuren etc.) ausgelöst. Dementsprechend unterscheiden Mediziner hier die drei verschiedenen Typen Gastritis vom Typ A (“autoimmun”), Typ B (“bakteriell”) und Typ C (“chemisch”).

Ständiges Aufstoßen in der Schwangerschaft: Tipps und wirksame Hausmittel

In der Schwangerschaft ist ständiges Aufstoßen ein sehr häufiges Phänomen. Denn das vermehrt gebildete Hormon Progesteron sorgt dafür, dass der innere Schließmuskel (Ösophagussphinkter) zwischen Speiseröhre und Magen entspannt und dadurch nicht mehr vollständig abdichtet. Dadurch kann die Magensäure wieder in die Speiseröhre zurückfließen und zu unangenehmen brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein (Sodbrennen) und saurem Aufstoßen führen – wobei die Beschwerden vor allem im Liegen auftreten. Diese werden im letzten Drittel der Schwangerschaft meist noch stärker, denn durch die immer größer werdende Gebärmutter wird von unten zusätzlich Druck ausgeübt und der Magen nach oben geschoben. Neben dem Sodbrennen und ständigem Aufstoßen sind dadurch weitere Symptome wie z.B. Magenkrämpfe nach dem Essen, ein verstärkter Speichelfluss und Druck in der Magengegend möglich. Ebenso treten oft Blähungen, Völlegefühl, häufiges Räuspern sowie der so genannte „Kloß im Hals“ auf.

Was können Schwangere tun, um sich das Leben mit dem runder werdenden Bauch etwas „leichter“ zu machen? Oft hilft es schon, wenn über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten statt weniger großer Portionen zu sich genommen und fettige, scharf gewürzte Gerichte vermieden werden.

Auch Kaffee regt die Magensaftproduktion an und reizt den Magen – diesen sollten schwangere Frauen aber ohnehin nur in Maßen genießen. Empfehlenswert sind stattdessen Getränke ohne oder mit nur wenig Kohlensäure. Generell sollte darauf geachtet werden, mit hoch gelagertem Oberkörper (durch Kissen, verstellbares Kopfteil) zu schlafen, um der Magensäure das Aufsteigen in die Speiseröhre zu erschweren.

Beim akuten Aufstoßen kann das Kauen von Haselnüssen, Mandeln oder Weißbrot eine gute erste Hilfe bieten, ebenso haben Teemischungen aus Pfefferminze und Kamille eine beruhigende und lindernde Wirkung. Weitere bewährte Hausmittel bei Sodbrennen in der Schwangerschaft sind Haferflocken oder ein Glas Milch, denn diese Lebensmittel helfen, überschüssige Säure zu neutralisieren. Säurehemmende oder -bindende Medikamente (Antazida) wie z.B. Pantoprazol oder Omeloxan sollten jedoch – genau wie alle anderen Arzneien – während der Schwangerschaft keinesfalls ohne Abstimmung mit dem behandelnden Gynäkologen eingenommen werden.

Behandlung bei ständigem Aufstoßen

Wer z.B. nach einem üppigen Essen oder nach dem Trinken alkoholischer Getränke hin und wieder aufstoßen muss, braucht sich normalerweise keine Gedanken zu machen. Denn der gelegentliche Rückfluss von saurem Magensaft in die Speiseröhre ist ganz normal. Ständiges bzw. länger als zwei Tage am Stück anhaltendes Aufstoßen sollte hingegen immer ernst genommen und von einem Arzt untersucht werden. Denn bleibt z.B. eine chronische Refluxerkrankung über längere Zeit unbehandelt, können massive Schädigungen der Speiseröhre und im Ernstfall sogar Speiseröhrenkrebs entstehen.

Handelt es sich um eine „gastroösophageale Refluxkrankheit“, erfolgt die Behandlung je nach Schweregrad. Liegen im Frühstadium noch keine Schleimhautveränderungen vor, hilft oft schon die Umstellung der Ernährung sowie bestimmter Gewohnheiten (Rauchen, Alkoholkonsum etc.). Die Ernährung spielt bei einem Reflux eine besonders wichtige Rolle. Allerdings gibt es hier keine allgemeingültigen Regeln für „richtig“ oder „falsch“, denn die Betroffenen reagieren zum Teil sehr unterschiedlich auf bestimmte Lebensmittel. Dementsprechend sollte sich jeder Reflux-Patient gut und kritisch selbst beobachten, um zu erkennen, was ihm gut tut oder nicht.

Nichts desto trotz gibt es einige Nahrungsmittel, die bei Sodbrennen und ständigem Aufstoßen oft nicht gut vertragen werden. Hierzu zählen Gerichte, die mit sehr viel Fett zubereitet werden bzw. generell fetthaltige Lebensmittel (fette Fleisch- und Wurstwaren, Mayonnaise, Fast Food etc.) sowie Frittiertes und stark Angebratenes. Auch zuckerreiche Nahrungsmittel (z.B. Kuchen, Desserts, Limonade, Säfte) aktivieren die Magensäureproduktion und verstärken dadurch oft die Beschwerden. Gleiches gilt für scharfe Gewürze (Paprika, Knoblauch, Chili etc.), wobei hier durch das enthaltende Capsaicin auch noch die Sensibilität der Speiseröhre erhöht wird. Reichen eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten nicht aus oder sind bereits Schädigungen zu erkennen, kommen normalerweise Medikamente (z.B. Omeprazol oder H2-Blocker wie Ranitidin) zum Einsatz. Selten ist auch ein operativer Eingriff nötig, um die Funktionsfähigkeit des Speiseröhrenverschlusses wieder vollständig herstellen zu können.

Ist z.B. eine Magenschleimhautentzündung der Grund für das permanente Aufstoßen, richtet sich die Therapie ebenfalls nach Art und Ursache der Erkrankung. Bei einer akuten Gastritis reicht es z.B. normalerweise schon, wenn der Magen durch ein bis zwei Tage Diät bzw. leichte Kost und entsprechende Getränke wie Wasser und milden, lauwarmen Tee geschont wird. Auf Kaffee, Säfte, alkoholische und kohlensäurehaltige Getränke sollte hingegen verzichtet werden. Gleiches gilt fürs Rauchen, zudem ist körperliche Schonung wichtig, damit die Erkrankung vollständig ausheilen kann. In einigen Fällen kann auch die Einnahme von Medikamenten (wie z.B. H2-Rezeptor-Blocker oder Protonenpumpenhemmer) sinnvoll sein, um eine akute Entzündung zu behandeln.

Hausmittel und Naturheilkunde gegen ständiges Aufstoßen

Sofern organische Störungen medizinisch ausgeschlossen sind, können bei leichten Beschwerden auch verschiedene Hausmittel eine wirkungsvolle Hilfe bieten. Grundsätzlich ist es wichtig, sich bei häufigem Aufstoßen kritisch mit der eigenen Ernährung, Lebensweise und bestehenden „Lastern“ auseinanderzusetzen. Wer z.B. gerne und oft Fast Food isst, viel Alkohol trinkt, starker Raucher ist oder über den Tag verteilt ständig Süßes nascht, hat beispielsweise ein stark erhöhtes Risiko für eine Reflux-Krankheit, welche sehr häufig die Ursache für ständiges Aufstoßen ist. Dementsprechend sollte Übergewicht vermieden sowie das Rauchen und Trinken von Alkohol eingeschränkt werden. Zudem ist eine Umstellung der Ernährung (siehe Behandlung bei ständigem Aufstoßen) und die Veränderung bestimmter Gewohnheiten wie z.B. hastiges Schlingen oder sehr spätes Essen sehr wichtig, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen.

Auch psychische Belastungen wie ungelöste Konflikte, Stress, Anspannung oder aufgestaute Wut können uns bildlich gesprochen „auf den Magen schlagen“ oder „übel aufstoßen“. Daher sollte dringend versucht werden, regelmäßige körperliche Aktivität in den Alltag zu integrieren, um die innere Unruhe auszugleichen und dadurch das Wohlbefinden zu steigern. Um mit Druck, Stress und Anspannung generell besser umgehen zu können und auch in schwierigen Situationen des Alltags nicht das „innere Gleichgewicht“ zu verlieren, bieten sich spezielle Übungen und Methoden zum Stressabbau an. Hierzu zählen beispielsweise Yoga, autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung.

Aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde hat sich vor allem das „Allheilmittel“ Kamille in vielen Fällen zur Selbstbehandlung bei Sodbrennen durch Reflux bewährt. Denn dieses wirkt entzündungshemmend und beruhigend auf den überreizten Magen und kann zudem die Säureproduktion hemmen. Heilpraktiker empfehlen häufig eine so genannte „Rollkur“. Für diese trinkt der Betroffene zunächst eine Tasse Kamillentee und legt sich anschließend für jeweils etwa fünf Minuten erst auf den Rücken, dann auf die rechte Seite, den Bauch, die linke Seite und zuletzt wieder auf den Rücken. Dadurch wird gewährleistet, dass die wertvollen Inhaltsstoffe der Heilpflanze auf die gesamte Magenschleimhaut wirken können. Die Rollkur sollte über mindestens eine Woche lang hinweg morgens auf nüchternen Magen sowie abends direkt vor dem Schlafen durchgeführt werden.

Fenchel und Kümmel lindern Magenbeschwerden. Bild: fabiomax – fotolia

Auch Fenchel, Melisse und Brennessel können als wirksame Hausmittel bei ständigem Aufstoßen eingesetzt werden. Spielt Stress eine zentrale Rolle, hilft oft auch Baldrian. Bei einem Reflux bietet ergänzend die Homöopathie einige wertvolle Mittel zur Behandlung an. Zeigen sich neben dem Aufstoßen und eventuell brennenden Schmerzen z.B. Frösteln, Übelkeit und Erbrechen, kann Acidum sulfuricum (D6) hilfreich sein. Vor allem, wenn der Betroffene eine starke Abneigung gegenüber kalten Getränken und Kaffee zeigt. Leidet der Patient hingegen vor allem nachts unter saurem Aufstoßen, Sodbrennen und Magendruck, kommt Robinia pseudacacia (D6) in Betracht. Auch Nux vomica kann in einigen Fällen eine sehr gute Unterstützung leisten. Daher sollte die Auswahl des am besten geeigneten Mittels vor der Einnahme immer mit einem Heilpraktiker oder naturheilkundlich ausgerichteten Arzt besprochen werden.

Neben der Akupunktur sind Schüssler Salze sehr gut geeignet für eine natürliche Behandlung der Beschwerden. Bei saurem Aufstoßen bietet sich vor allem das Salz Nr. 9 (Natrium phosphoricum) an. Tritt gleichzeitig ein Brennen der Speiseröhre auf, kann dieses auch im Wechsel mit dem Salz Nummer 2 (Calcium Phosphoricum) eingenommen werden. Die genaue Potenz, Einnahmedauer- und häufigkeit sollte aber auch auch hier im Vorhinein immer mit einem Experten abgeklärt werden. (nr)

Quellen anzeigen Autoren: Dipl. Sozialwiss. Nina Reese, Barbara Schindewolf-Lensch Quellen:

  • Thomas Kruzel: Homöopathische Akutbehandlung, Georg Thieme Verlag, 2006
  • Johann Abele: Schröpfkopfbehandlung: Theorie und Praxis, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Irmtraut Koop: Gastroenterologie compact, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Albrecht Molsberger; Gabriele Böwing: So hilft mir die Akupunktur: Für Sie bewertet: Wie die fernöstliche Methode bei 55 Krankheiten hilft, Georg Thieme Verlag, 2006
  • Sven Sommer: Homöopathie in der Schwangerschaft, Gräfe und Unzer, 2009
  • Herbert Renz-Polster; Steffen Krautzig: Basislehrbuch Innere Medizin: kompakt-greifbar-verständlich, 2012

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

© istockphoto, AndreyPopov

Aufstoßen, von Medizinern „Ructus“ genannt, betrifft viele Menschen jeden Alters. Es passiert meist nach dem Genuss einer üppigen Mahlzeit. Die häufigste Ursache für harmloses Aufstoßen sind fettige, süße oder kohlensäurehaltige Speisen und Getränke. In seltenen Fällen kann aber auch eine ernsthafte Erkrankung ursächlich sein.

Aufstoßen – was steckt dahinter?

Das Aufstoßen ist zunächst einmal ein Zeichen dafür, dass sich Luft im Magen befindet. Beim Schlucken gelangt oft ein wenig Luft mit dem Speisebrei in den Verdauungstrakt. Die verschluckte Luft sowie Gase aus kohlensäurehaltigen Getränken bahnen sich dann in Form eines Rülpsers ihren Weg nach draußen.

Auch beim Verdauungsvorgang entsteht Luft, vor allem wenn es sich um schwer verdauliche Nahrung, wie zum Beispiel fettige Braten, sahnige Süßspeisen oder faserhaltige Rohkostsalate handelt. Diese Luft entweicht dann entweder nach oben oder nach unten, wobei im letzteren Fall Blähungen entstehen.

Sodbrennen – das saure Aufstoßen

Besonders unangenehm ist das saure Aufstoßen, bei dem Magensäure in den Mundraum gelangt (Reflux) und das von brennenden Brustschmerzen (Sodbrennen) begleitet wird. Das kann bei jedem einmal vorkommen, ohne dass unmittelbar eine Krankheit vorliegen muss.

Erst wenn es sehr häufig zu Sodbrennen kommt, regelmäßig Schmerzen auftreten oder Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut vorliegen, spricht man von einer „Refluxkrankheit“. Die Beschwerden werden dann typischerweise durch Liegen, Alkohol, Rauchen und Stress verstärkt.

Hinweise auf krankhaftes Aufstoßen

Häufiges Aufstoßen an sich ist nicht gefährlich. Unangenehm sind Begleiterscheinungen wie fauliger Mundgeruch, Brustschmerzen oder Übelkeit. Nächtliches Sodbrennen kann Schlafstörungen zur Folge haben. Ein ständiges Völlegefühl wiederum kann zur Gewichtsabnahme führen.

Kommt die Schleimhaut der Speiseröhre über einen längeren Zeitraum hinweg mit dem sauren Magensaft in Berührung, kann es zu krankhaften Veränderungen der Schleimhautzellen kommen – sogar Krebszellen können dann entstehen.

In seltenen Fällen kann das Aufstoßen ein Hinweis auf ein Passagehindernis des Speisebreis im Magen-Darm-Trakt sein, beispielsweise ein Tumor. Kommt es neben dem Aufstoßen zu Schluckbeschwerden oder einer Gewichtsabnahme sollte ein Arzt zum Ausschluss einer ernsten Ursache befragt werden.

Essgewohnheiten umstellen

Um eine vermehrte Luftproduktion zu vermeiden, kann es bereits hilfreich sein, die Ernährung umzustellen:

  • Kohlensäurehaltige Getränke wie Bier, Limo und Cola bringen potenziell ursächliche Gase in den Magen.
  • Lebensmittel, die die Gasproduktion anregen, sollten bei Beschwerden nur in Maßen oder gar nicht zu sich genommen werden. Dazu gehören Rohkostsalate, Kohl, Zwiebeln, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.
  • Zudem ist bewusstes und langsames Essen zu empfehlen, um so wenig Luft wie möglich zu verschlucken. Konzentrieren Sie sich auf das Essen und sprechen Sie nicht während des Kauens.

Hilfs- und Hausmittel gegen ständiges Aufstoßen

Nach dem Essen kann die Verdauung durch Bewegung angekurbelt werden, um unangenehmen Aufstoßen vorzubeugen. Ein Verdauungsspaziergang ist in diesem Fall besser als ein Nickerchen zur Verdauung. Leiden Sie an saurem Aufstoßen und Brustschmerzen hilft es, beim Schlafen den Oberkörper erhöht zu lagern – zum Beispiel mit zusätzlichen Kissen.

Auf Reizstoffe wie Alkohol, Nikotin und besonders fettiges oder süßes Essen sollte in diesem Fall verzichtet werden. Linderung können auch entblähende Tees aus Kümmel oder Fenchel bringen. Hilft dies alles nichts oder treten Schmerzen auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

13 Tipps zum Vorbeugen

Folgende Tipps können Ihnen helfen, dem Aufstoßen vorzubeugen:

  1. stilles Wasser statt kohlensäurehaltiger Getränke
  2. langsam und bewusst essen
  3. sprechen oder essen – aber nicht beides gleichzeitig
  4. gründlich kauen
  5. fettiges Essen nur in Maßen konsumieren
  6. schwer verdauliche Nahrung reduzieren
  7. mit erhöhtem Oberkörper schlafen
  8. Stress reduzieren
  9. Alkohol, Kaffee und Nikotin meiden
  10. viele kleine statt einige große Mahlzeiten
  11. Abendessen drei bis vier Stunden vor dem Zubettgehen einnehmen
  12. ein Verdauungsspaziergang ist besser als ein Nickerchen
  13. keine engen Hosen oder straffen Gürtel

Aktualisiert: 06.03.2019 – Autor: Dr. med. Lisa Rosch

Unter Sodbrennen versteht man ein hinter dem Brustbein lokalisiertes Gefühl von Brennen und Hitze, das vom mittleren Oberbauch bis in die Halsgrube aufsteigt. Die teils schmerzenden, teils krampfartigen Beschwerden sind von unterschiedlicher Intensität und Dauer und können spontan oder in Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme auftreten. Begleitende Symptome sind oft das Aufstoßen von Luft und saurem Magensaft, Druck- und Völlegefühl im Oberbauch, Kloßgefühl im Hals (mitunter mit Räusperzwang) sowie eine verstärkte Speichelsekretion. Das Sodbrennen beruht in erster Linie auf einem Rückfluss von saurem Mageninhalt infolge eines gestörten muskulären Verschlussmechanismus am Übergang der Speiseröhre zum Magen, bedingt durch Veränderungen im Hormonstatus der Schwangeren. Im letzten Schwangerschaftsdrittel kommt es zudem zu einer erschwerten Magenentleerung durch eine Druckerhöhung im Bauchraum infolge der enormen Vergrößerung der Gebärmutter.
Allgemeinmaßnahmen:

  • Es sollte möglichst in Ruhe gegessen werden, Stress vermieden werden.
  • Es sollte möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit gegessen werden.
  • Alle Speisen sollten gut durchgekaut werden.
  • Süße Speisen, Schokolade, und Kuchen, fettige Speisen oder Pfefferminze senken die Kraft des Verschlusses zwischen Speiseröhre und Magen und sollten deshalb gemieden werden.
  • Eine entzündete Schleimhaut der Speiseröhre wird zusätzlich durch Zitrusfrüchte, Obstsäfte, Eisenpräparate und scharf gewürzte Speisen gereizt.
  • Kaffee, Nikotinkonsum und Alkoholika stimulieren die Ausschüttung von Magensäure und sollten deshalb ebenfalls gemieden werden.
  • Das Trinken von kohlensäurehaltigem Mineralwasser begünstigt das Aufstoßen und damit den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre.
  • Nach üppigen Mahlzeiten kommt es Stunden später reaktiv auch zu einer vermehrten Ausschüttung von Magensäure, dies kann durch Verteilung auf 4-6 kleine Mahlzeiten über den Tag besser kompensiert werden. Beim akuten Aufstoßen bietet das Kauen von Haselnüssen, Mandeln oder von Weißbrot erste Hilfe.
  • Als Hausmittel leisten Teemischungen aus Fenchel, Anis, Kümmel und Kamille gute Dienste.
  • Eine ausreichende Bewegung wirkt vorbeugend.
  • Späte Abendmahlzeiten sind zu vermeiden, die letzte Mahlzeit sollte 3-4 Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen werden.
  • Um nächtlichen Säurerückfluss zu lindern, sollte das Kopfende des Bettes um 20 cm höher gestellt werden.
  • Auch das Tragen einengender Kleidung, reichlich Übergewicht und starkes Pressen beim Stuhlgang begünstigen Aufstoßen.

Medikamentöse Behandlung:
Mittel der ersten Wahl sind die sogenannten Antazida mit Wirkstoffen wie Magaldrat (Riopan®) oder Hydrotalcid (Talcid®) oder auch Calcium- und Magnesiumcarboant (Rennie®). Die ersten beiden Präparate enthalten Aluminium und sollten generell nur kurzfristig eingesetzt werden. Sie sollten zwischen den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Da Antazida die Aufnahme von Eisenpräparaten beeinflussen können, sollten Eisenpräparate zeitlich versetzt eingenommen werden. Reichen diese Präparate nicht aus, kann man zunächst auf sogenannte H2-Rezeptor-Antagonisten wie Ranitidin und bei weiterhin bestehenden starken Beschwerden auf Protonenpumpehemmer wie Omeprazol zurückgreifen.

Kloß im Hals: Woher das Gefühl kommt und was hilft

Letzte Änderung: 19.07.2019
Verfasst von Dr. rer. nat. Geraldine Nagel • Medizinredakteurin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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Ein Kloßgefühl im Hals ist unangenehm und störend. Die Frage, was hinter der irritierenden Wahrnehmung stecken könnte, beunruhigt viele Betroffene. Zum Glück sind die Ursachen normalerweise harmlos.

© iStock

Von einem Kloß im Hals spricht man, wenn es sich anfühlt, als hätte man etwas im Hals stecken oder kleben – also eine Art Fremdkörpergefühl, ohne dass dort wirklich etwas ist: Bei einem Arztbesuch lassen sich keine Veränderungen im oder am Hals erkennen.

Das Kloßgefühl verstärkt sich meist beim Leerschlucken, während beim Schlucken von Nahrung keine Probleme bestehen. Meist spüren Betroffene den vermeintlichen Kloß eher mittig am unteren Endes des Halses. Schmerzen treten normalerweise nicht auf. Frauen sind häufiger von diesem Gefühl betroffen als Männer.

Andere Bezeichnungen für solch ein Kloßgefühl im Hals lauten Globusgefühl, Globussyndrom oder Globus pharyngis.

Wodurch kann ein Kloßgefühl im Hals entstehen?

Für ein Kloßgefühl im Hals kann es verschiedene Ursachen geben.

Psychische Belastungen, Stress & Co.

Psychische Belastungen, aber auch Stress oder starke Erschöpfung zählen häufiger zu den Ursachen für einen Kloß im Hals oder können ein bereits bestehendes Globusgefühl verschlimmern.

Säurerückfluss vom Magen

Wer Magenprobleme mit Reflux hat, merkt dies möglicherweise an einem Globusgefühl. Denn Magensäure, die in die Speiseröhre zurückfließt, bewirkt bei manchen Menschen das Gefühl, dass im Hals Gewebe angeschwollen ist oder etwas den Hals blockiert – ähnlich wie ein Kloß.

Postnasal-Drip-Syndrom

Von einem Postnasal-Drip-Syndrom (auch sinubronchiales Syndrom oder Upper-Airway-Cough-Syndrom genannt) spricht man, wenn Nasenschleimhaut und Nasennebenhöhlen zu viel Schleim produzieren. Dieser sammelt sich dann im Rachenraum an, wodurch Betroffene häufiger schlucken und sich räuspern müssen. Beim Schlucken kann ein Kloßgefühl im Hals entstehen.

Weitere Ursachen

Daneben gibt es andere mögliche Ursachen für ein Kloßgefühl im Hals, zum Beispiel:

  • eine vergrößerte Schilddrüse
  • erhöhte Muskelspannung im Hals- und Kehlkopfbereich

Um sicher festzustellen, woher das Globusgefühl kommt, ist ein Termin beim Hausarzt oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt ratsam.

Unser medizinischer Experte

Bei Fragen zum Thema HNO hilft Ihnen Prof. Dr. Markus Suckfüll gerne persönlich weiter.

ZUM FORUM

Wie wird man den Kloß im Hals wieder los?

Leider gibt es bislang keine Therapie, die mit der man das Globusgefühl im Hals gezielt loswerden kann. Ein Kloß im Hals ist in vielen Fällen sehr belastend – oft bestehen Ängste, dass es sich um eine bösartige Erkrankung wie Krebs handeln könnte. Diese Sorge ist jedoch normalerweise unbegründet. Nach einem Termin beim Arzt fühlen sich deshalb die meisten Betroffenen schon beruhigt.

Liegen Grunderkrankungen wie eine Refluxkrankheit, ein Postnasal-Drip-Syndrom oder eine vergrößerte Schilddrüse vor, sollten diese behandelt werden. Oft bessert sich dadurch auch das Kloßgefühl.

Konnten andere Ursachen ausgeschlossen werden, geht der Kloß im Hals häufig auf eine erhöhte Muskelanspannung im Hals- und Kehlkopfbereich zurück. Hier kann es manchmal helfen, die Muskulatur mit speziellen Techniken aus der Osteopathie manuell zu dehnen. Daneben können Stimmübungen hilfreich sein.

Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung können dazu beitragen, den Stresslevel im Allgemeinen zu senken.

Quellen

Globus Sensation. Online-Informationen der National Health Services im Auftrag der Hull University Teaching Hospitals: www.hey.nhs.uk (Abrufdatum: 19.7.2019)

Lump in throat. Online-Informationen des MSD Manual: www.msdmanuals.com (Stand: Mai 2018)

Globussymptom. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: April 2016)

Weitere Informationen

Onmeda Lesetipps:

  • Stress: Auslöser, persönliche Stressverstärker & Stressmanagement
  • Forum Psychiatrie & Psychotherapie (mit Expertenrat)

Letzte inhaltliche Prüfung: 19.07.2019
Letzte Änderung: 19.07.2019

Längerfristig bildet sich bei einer Schilddrüsenüberfunktion ein sogenannter Kropf – eine Vorwölbung unterhalb des Kehlkopfs. Neusten Untersuchungen zufolge hat schon jede vierte Schwangere einen Kropf. Dieses homöopathische Mittel hilft bei Problemen mit der Schilddrüse.

Die häufigste Ursache für einen Kropf ist Jodmangel

Während der Schwangerschaft braucht der Körper der werdenden Mutter ein Vielfaches an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Und vor allem an Jod! Doch diesen Faktor lassen viele Frauen außer Acht.

Dieser Jodmangel hat schwerwiegende Folgen. Zum einen leidet das Baby darunter – schon jedes zehnte kommt ebenfalls mit einem Kropf zur Welt. Zum anderen kann ein Jodmangel, der nicht erkannt und deshalb auch nicht behandelt wird, zu Früh- und Fehlgeburten führen.

Jodmangel in der Schwangerschaft

Ab der zwölften Schwangerschaftswoche holt sich der Fötus jeden Tag etwa 50 Mikrogramm Jod aus der mütterlichen Schilddrüse für den eigenen Hormonhaushalt. Von den 250 Mikrogramm, die die werdende Mutter benötigt, bleiben also nur noch 200 übrig. Ein Mangel ist programmiert – und steigt auch die Wahrscheinlichkeit für einen Kropf. Um dem vorzubeugen, empfehlen Experten allen Schwangeren eine tägliche Jod-Aufnahme von 200 Mikrogramm in Tablettenform oder einmal wöchentlich eine Aufnahme von 1500 Mikrogramm. Diese Menge gilt auch später für die Stillzeit. Besprechen Sie eine zusätzliche Jodeinnahme, egal ob schwanger oder nicht, aber immer mit Ihrem Arzt.

In Deutschland entsteht ein Kropf am häufigsten durch Jodmangel. Als Folge vermehren sich die Zellen der Schilddrüse. Außerdem schüttet die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) bei Jodmangel mehr Schilddrüsen-stimulierendes Hormon (TSH) ausFoto: Fotolia

Zwar können Schwangere (und natürlich auch andere) rein theoretisch Jod über die Nahrungsmittel aufnehmen. Doch die Erfahrung der letzten Jahrzehnte hat gelehrt, dass das nicht funktioniert. Im Durchschnitt nehmen wir täglich nämlich nur 70 Mikrogramm Jod mit unserer Nahrung auf. Das ist nicht nur für Schwangere, sondern auch für Jugendliche und Erwachsene (Tagesbedarf 200 Mikrogramm) zu wenig.

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Jodbedarf decken, Kropf vorbeugen

Um den Jodbedarf zu decken und einem Kropf vorzubeugen, müssten Schwangere vor allem viel Seefisch essen – täglich beispielsweise Schellfisch (100 Gramm enthalten 240 Mikrogramm) oder 100 Gramm Scholle (190 Mikrogramm) und 100 Gramm Miesmuschelfleisch (130 Mikrogramm). In 100 Milliliter Vollmilch (3,5 Prozent Fett) sind 11 Mikrogramm Jod enthalten, in 100 Gramm Broccoli 13 Mikrogramm, in 100 Gramm Schnittkäse (45 Prozent Fett) 40 Mikrogramm. Doch in dieser Form ernährt sich kaum jemand, zumal man sich auch nicht ständig Gedanken um seinen Jodhaushalt macht. Das Resultat ist eine permanente Jod-Unterversorgung.

Ein guter Jodlieferant ist übrigens jodiertes Speisesalz, das in jedem Haushalt verwendet werden sollte. Kaufen Sie nach Möglichkeit auch darüber hinaus Nahrungsmittel, die mit Jodsalz hergestellt wurden, wie zum Beispiel Brot, Wurst und andere gesalzene Produkte. Entsprechende Vermerke auf den Produkten geben Auskunft.

Kropf – Welches homöopathische Mittel hilft?

Bereits im 14. Jahrhundert nutzten Küstenbewohner die Heilkraft des Meerschwamms, um einen Kropf zu heilen. Heute kommen die Inhaltsstoffe des im Mittelmeer, im Atlantik und im Indischen Ozean lebenden Tieres im homöopathischen Mittel Spongia zum Einsatz.

Früher wurden Meerschwämme zur Heilung von einem Kropf genutztFoto: iStock/Kerrick

Es hilft bei kruppartigem Husten, nächtlichen Hustenanfällen und Kehlkopfentzündung mit Heiserkeit. Es wird aber auch bei Schilddrüsenüberfunktion, entzündeten Lymphknoten sowie Hoden- und Nebenhodenentzündungen empfohlen. Besonders gut wirkt es bei Menschen, die über Kurzatmigkeit klagen, deren Puls beschleunigt ist und die schon bei leichter Anstrengung zu Hustenanfällen neigen. Typische Symptome sind außerdem ein Kloßgefühl im Hals sowie Kropfbildung. Am häufigsten verschreiben Homöopathen die Potenzen D2 und D6. Bei Schilddrüsenüberfunktionen raten sie meist zu D12. Vorsicht: Wer unter einer Jodüberempfindlichkeit leidet, darf es nicht nehmen.

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