Sichere bindung test

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Die Bindungstypen

Bei Kleinkindern von 12 bis 18 Monaten kann man in der so genannten „Fremden Situation“, das ist ein standardisierter, wissenschaftlicher Test (nach Mary Ainsworth), die Bindungsqualität bzw. das Bindungsmuster erfassen. Man unterscheidet die drei Hauptgruppen „sicher“, „unsicher-vermeidend“, und „unsicher-ambivalent“ gebundene Kinder.

Bei der vierten Gruppe der „desorganisiert/desorientiert“ gebundenen Kinder lässt sich gar keine zielgerichtete Bindungsstrategie erkennen. Diese Kinder haben aus verschiedenen Gründen kein stabiles Verhaltensmuster zur Bindungsperson aufbauen können. Ihre Eltern gehen manchmal eher ängstlich mit ihnen um, manchmal drohen sie ihren Kindern oder sind verhalten sich ganz hilflos, weil sie nicht wissen, wie sie auf das Verhalten ihrer Kinder – wie etwas Wutanfälle – reagieren sollen.

Das Bindungsmuster, welches das Kleinkind zu seiner ersten Bezugsperson aufgebaut hat, bleibt über das ganze Leben hinweg relativ stabil und beeinflusst die Gesamtentwicklung und den Werdegang der Persönlichkeit. Bindungsmuster können von Generation zu Generation weiter gegeben werden. Daher ist es wichtig, das eigene Bindungsmuster zu erkennen und mit Hilfe von Rückmeldungen zum eigenen Verhalten zu lernen, wie das Bindungsmuster des eigenen Babys auf einen sicheren Weg gebracht werden kann.

Hier finden Sie weitere detallierte Informationen zu dem „Fremde Situation Test“ (FST) und zu den verschiedenen Bindungstypen: mehr…

Die Mutter-Sohn-Beziehung – Weichenstellung fürs Leben

Die Türglocke läutet: Seine Mutter steht vor der Tür. In den kommenden Tagen wird die eigene Wohnung immer mehr zum „Hotel Mama“: Mama putzt, kocht und wirbelt herum. Für ihn fühlt sich diese Mutter-Sohn-Beziehung vollkommen normal an. Aber ist eine solch enge Mutter-Sohn-Beziehung gut für Ihre Partnerschaft?

Inhaltsverzeichnis:

  • Mutter-Sohn-Beziehung: Wenn man(n) nicht ohne Mama kann
  • Das macht eine gute Mutter-Sohn-Beziehung aus
  • Ursachen einer krankhaften Mutter-Sohn-Beziehung
  • Was tun mit Muttersöhnchen – und ihren Müttern?
  • Nichts ist verloren in der Mutter-Sohn-Beziehung
  • Fazit: Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn: Die Dosis macht‘s

Die Mutter-Sohn-Beziehung ist etwas ganz Besonderes. Schließlich ist die eigene Mutter die erste Frau im Leben eines Mannes und wird deshalb immer eine wichtige Rolle für ihn spielen. Ein Mann möchte seine Mutter brauchen dürfen – ganz egal in welchem Alter. Der Grat zwischen einem Sohn, der sich gut mit seiner Mutter versteht, und einem Sohn, der auch noch im Erwachsenenalter keine Entscheidungen ohne seine Mutter treffen kann und sich von ihr in seinem Alltag und Liebesleben beeinflussen lässt, ist schmal. Muttersöhnchen verursachen oft Beziehungsprobleme. Doch wie sollten Sie damit umgehen, wenn Ihr Partner ein Muttersöhnchen ist?

Mutter-Sohn-Beziehung: Wenn man(n) nicht ohne Mama kann

Ist das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn krankhaft, bemerkt das der Betroffene selbst meist nicht. Für ihn existiert kein Problem. Für das soziale Umfeld – ganz besonders die Partnerin – jedoch schon. Das führt nicht selten zu Beziehungskrisen.

Wenn der Kontakt zur eigenen Mutter stark ausgeprägt ist, nimmt diese enge Bindung auch Einfluss auf die Zweisamkeit eines Paares. Der Sohn wird sich immer wieder an seine Mutter wenden, sich von ihr beraten lassen und letztlich auch auf sie hören. So sind bei einem Muttersöhnchen Beziehungsprobleme vorprogrammiert. Die Partnerin fühlt sich verletzt und zurückgesetzt, sie steht dauerhaft an zweiter Stelle. Für sie ist es enorm schwer, sich in dem Beziehungsgeflecht als engste Vertraute zu behaupten.

„Solche Männer neigen oft dazu, in Beziehungen von der Partnerin die gleiche Fürsorge wie zu Hause zu erwarten“

, sagt unsere Diplom-Psychologin und Paarberaterin Lisa Fischbach.

Hinzu kommt, dass Männer mit dieser besonderen Mutter-Sohn-Beziehung nur schwer auf das Thema ansprechbar sind. „Betroffene sind schnell gekränkt, vertragen Kritik nicht gut, haben oft Probleme beim Sex“, sagt der Heidelberger Ratgeberautor Roland Kopp-Wichmann („Frauen wollen erwachsene Männer“). Die Mutter-Sohn-Beziehung bedroht die Partnerschaft ganz besonders, weil diese Männer auch häufig fremdgehen, da sie das Abenteuer reizt.

Das macht eine gute Mutter-Sohn-Beziehung aus

Da ein Kind besonders in den ersten Entwicklungsjahren durch Kindergärtnerinnen, Tagesmütter und Lehrerinnen verstärkt von weiblichen Personen umgeben ist, ist es besonders wichtig, dass es auch genug Kontakt zu Männern hält. Ansonsten kann die Mutter-Sohn-Beziehung krankhaft werden. Auch Vater, Großvater oder der Fußballtrainer sind wichtige Bezugspersonen, die andere Rollenbilder vermitteln. Jungen brauchen ein glaubhaftes männliches Vorbild, damit sie nicht die Mutter als alleinigen emotionalen Bezugspunkt verankern. Dies gilt im Besonderen für alleinerziehende Frauen.

Eine starke Liebe zur Mutter macht aus einem Mann noch lange kein Muttersöhnchen. Liebe und eine innige Vertrautheit sind wichtig, denn sie bestimmen das Verhalten gegenüber anderen Menschen. Ebenso wichtig ist jedoch auch das Loslassen. Funktioniert der Abnabelungsprozess gut, ist die Mutter-Sohn-Beziehung gesund.

„Ein Mann, der von seiner Mutter übermäßig umsorgt wurde, bleibt unselbstständig und emotional stark an diese gebunden“

, erklärt Diplom-Psychologin Lisa Fischbach. „Wenn Kinder nicht genügend in den notwendigen Selbstständigkeitstendenzen unterstützt oder gelassen werden, misslingt der Abnabelungsprozess. Deshalb kommt es zu Konflikten in späteren Partnerschaften“, so Fischbach weiter. Das Loslassen kann Stück für Stück in die Kindheit integriert werden. Wer die Selbstständigkeit des Sohnes fördert und ihm dabei trotzdem das Gefühl der Unterstützung vermittelt, unternimmt einen wichtigen Schritt für seine weitere gesunde Entwicklung – und fördert eine gesunde Mutter-Sohn-Beziehung.

Ursachen einer krankhaften Mutter-Sohn-Beziehung

Dass Männer eine starke Bindung zu ihrer Mutter aufbauen, liegt in der Natur der Sache. Dadurch allein wird eine Mutter-Sohn-Beziehung aber nicht krankhaft. Schließlich ist sie die erste und damit zunächst wichtigste Frau im Leben eines Kindes. Somit ist sie im Wesentlichen dafür verantwortlich, wie er sich im Laufe seines Lebens entwickelt. Nach wie vor sind es – auch in Zeiten von Elternzeit für Väter – zumeist die Mütter, die die wichtigsten Versorgungsaufgaben rund um den Nachwuchs übernehmen und die ersten Entwicklungsphasen hautnah miterleben.

Die Mutter-Sohn-Beziehung findet – im Gegensatz zu der zwischen Mutter und Tochter – auf einer anderen Bindungsebene statt. Studien zufolge verwöhnen Mütter ihre Söhne stärker als Töchter und stillen sie auch häufiger. Deshalb werden Söhne tendenziell häufiger zu Mamakindern als Töchter. Das „All-Inclusive-Hotel Mama“ bleibt für Jungen attraktiver, weil auch das Konfliktpotential zwischen Mutter und Sohn geringer ist als zwischen Mutter und Tochter.

Was tun mit Muttersöhnchen – und ihren Müttern?

Unter einer zu starken Mutter-Sohn-Beziehung leidet die Partnerschaft häufig. „Starke Bindungen zwischen Mutter und Sohn stellen für deren Frauen eine immense psychische Belastung dar“, konstatiert unsere Paar-Beraterin Lisa Fischbach. „Wenn nur Mutters Essen gelobt wird, Termine nach dem Kalender der Mutter orientiert sind und die Frau sich laufend der Mutter gegenüber zurückgestellt fühlt, ist die Partnerschaft in Gefahr.“

Doch auch eine verspätete Abnabelung, und damit ein Lösen der engen Mutter-Sohn-Beziehung, kann gelingen. Jedoch nicht über die Mutter. Lisa Fischbach rät:

„Letztlich muss er einsehen, dass es besser ist, sich für die Frau zu entscheiden und der Mutter klarzumachen, dass man immer für sie da ist, aber nun sein eigenes Leben leben möchte.“

Es ist wichtig, ein klares neues Rollenbild für den Mann zu schaffen. Er muss begreifen, dass seine Mutter-Sohn-Beziehung krankhaft ist und dass es in der Partnerschaft eine andere Frau gibt, die von ihm umsorgt und gleichzeitig für ihn da sein will.

Jedoch muss dabei auch bedachte werden: „Mit der Forderung, sich grundlos mehr von den Eltern abzuwenden, um mehr Aufmerksamkeit vom Partner zu fordern, übertritt sie die persönlichen Grenzen des Partners und missachtet seine Bedürfnisse“, so Fischbach. Dieses Vorgehen wird beim Muttersöhnchen auf Trotz und Abwehr stoßen. Seine ausgeprägte Veränderungsresistenz wird eher dazu führen, der Partnerin Eifersucht vorzuwerfen.

Nichts ist verloren in der Mutter-Sohn-Beziehung

Ein Muttersöhnchen ist noch lange kein Trennungsgrund, sondern es kann eine Chance für eine glückliche Beziehung geben – weder als Partner noch als betroffener Mann selbst. „Wenn einem Mann die Beziehung wichtig ist, kann er ja das gute Verhältnis zur Mutter beibehalten, sich aber gleichzeitig abgrenzen und ein eigenständiges Leben führen“, sagt Lisa Fischbach.

„Wer sich loslöst, sich eigener Werte, Bedürfnisse und Lebensweisen bewusst ist und sich dann wieder liebevoll den Eltern zuwendet, zeigt fürsorgliches Engagement und Interesse“

, so Lisa Fischbach. Und das ist gut.

Außerdem tut die heutige Gesellschaftsstruktur ihr Übriges für den Rückgang von Mutter-Sohn-Beziehungen in Extremform. Die Diplom-Psychologin gibt zumindest Entwarnung: „Kinder, die heutzutage mit einer berufstätigen Mutter aufwachsen, sind das stete ‚Umsorgt sein‘ von Kindesbeinen an nicht mehr in dem Maße gewohnt und entwickeln sich zwangsläufig selbstständiger.“

Fazit: Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn: Die Dosis macht‘s

Eine besonders enge Mutter-Sohn-Beziehung kann zur einer echten Belastungsprobe für eine Beziehung werden. Die Partnerin fühlt sich zurückgesetzt, denn im Leben ihres Partners steht nur eine Frau an erster Stelle – seine Mutter. Fehlender Kontakt zu männlichen Bezugspersonen, eine enge emotionale Bindung zur Mutter oder eine übertriebene Fürsorge der Mutter können dazu führen, dass sich Muttersöhnchen durch eine emotionale Abhängigkeit nicht abnabeln können. Soll diese Abnabelung im Erwachsenenalter gelingen, muss sich der Mann bewusst für seine Partnerin entscheiden. Ist ihm seine Partnerschaft wichtig, wird er versuchen sich von seiner Mutter zu lösen und ein eigenständiges Leben mit seiner Partnerin zu führen.

Die Mutter-Sohn-Beziehung – Weichenstellung fürs Leben

Die eigene Mutter – sie ist die erste Frau im Leben jedes Mannes. Kein Wunder also, dass sie auch die grundlegenden Weichen für sein ganzes, weiteres Beziehungsleben stellt.

Jungs haben’s gut: Denn Studien haben gezeigt, dass Mütter ihre Söhne nicht nur häufiger verwöhnen als ihre Töchter, sondern auch häufiger stillen.

Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn birgt zudem weniger Konfliktpotential in sich als die zwischen Mutter und Tochter.

Deshalb sind es auch viel häufiger die Söhne, die es sich im All-Inclusive-Hotel Mama so richtig gut gehen lassen – auch weit über den 18. Geburtstag hinaus.

Mutter und Sohn – eine ganz besondere Beziehung

Ob Erzieherin in der Kita oder Klassenlehrerin in der Grundschule: Der Alltag der meisten Jungen spielt sich anfangs vor allem in der Gegenwart von Frauen ab, wobei die eigene Mutter natürlich immer die Nummer eins ist und bleibt. Das hat vor allem mit der Bedürftigkeit und Abhängigkeit eines Kindes zu tun. Schließlich sind wir im Gegensatz zu den meisten Tieren direkt nach der Geburt vollkommen hilflos – und ganz und gar auf den Schutz, die Liebe und die Versorgung durch andere angewiesen, um überhaupt überleben zu können.

Nach wie vor sind es in den meisten Fällen Mütter, die alle wichtigen Aufgaben rund um den Nachwuchs übernehmen. Denn auch heute verläuft die Rollenverteilung in Deutschland oft noch nach dem klassischen Modell: Der Vater ist berufstätig, die Mutter bleibt in den entscheidenden Entwicklungsjahren zu Hause und kümmert sich ums Baby.

Mit unserer Mutter lernen und spielen wir, und sie ist es auch, die uns ein bestimmtes Rollenbild vorlebt. Gerade daher sollte man von klein auf darauf achten, dass der männliche Nachwuchs auch genügend Kontakt zu Männern bekommt – denn Väter, Onkel oder Opas sind für kleine Jungen ebenfalls enorm wichtige Bezugspersonen: Sie verhalten sich anders als das weibliche Umfeld und verkörpern zudem ganz andere Rollenbilder. Und da immerhin fast jede fünfte Mutter in Deutschland alleinerziehend ist, ist es gerade dann für eine ausgewogene Mutter-Sohn-Beziehung besonders wichtig, dass es auch männliche Vertrauenspersonen im Umfeld gibt.

Worauf sollten Sie als Mutter achten

Ein inniger und liebevoller Umgang zwischen Mutter und Sohn wird im späteren Verlauf auch sein Verhalten gegenüber anderen Menschen bestimmen.

Deshalb ist Liebe genauso wichtig, wie das Loslassen-Können.

Propeller-Mütter, die überfürsorglich immer nur um das Wohlergehen ihres Sohnes herumkreisen und ihn vor allem Ungemach der bösen Welt da draußen beschützen möchten, tun ihrem Nachwuchs keinen Gefallen.

Viel besser ist es, die Selbständigkeit des Sohnes zu unterstützen und ihm dennoch das Gefühl zu geben, immer für ihn da zu sein. Schließlich gehört es zu einer gesunden kindlichen Entwicklung einfach dazu, dass sich Jungen allmählich aus der mütterlichen Bindung lösen – denn spätestens in der Pubertät entdeckt ein Teenager nicht nur seine sexuellen Bedürfnisse, sondern auch wie wichtig es ist, eigene Schritte in Richtung Selbstständigkeit zu gehen. Bei Töchtern erscheint der Ablösungsprozess von der Mutter meist flotter zu gehen als beim männlichen Nachwuchs. Der Grund: Mädchen werden oft wesentlich mehr zur Selbstständigkeit erzogen als Jungs. Doch gerade weil viele Mütter sehr dazu neigen, ihre Söhne in ganz besonderem Maße zu verwöhnen, ist es wichtig, eine gute Balance aus Liebe und persönlichem Freiraum zu entwickeln. Denn Jungen müssen irgendwann auch ihre eigenen Wege gehen können. Mag die Beziehung zum Sohn also noch so vertrauens- und liebevoll sein: Mütter müssen lernen, loszulassen – und das am besten so früh wie möglich.

Erwachsene Söhne kontrollierender Mütter: Auswirkungen einer toxischen Bindung

Die Liebe einer Mutter ist nicht immer bedingungslos. Manchmal trägt diese Leid in sich, das zahlreichen Bedingungen und Forderungen Vorschub gibt, die sie kennzeichnen und ihre Spuren hinterlassen. Ein Beispiel dafür sind zweifelsohne die erwachsenen Söhne kontrollierender Mütter: Diese werden zu Menschen, die trotz ihrer voranschreitenden Reife das Gewicht dieser schädlichen und komplexen Bindung mit sich tragen. Aber gesprochen wird selten darüber.

Es ist so, als würde unsere Kultur den Blick nur auf Mutter-Tochter-Beziehungen lenken und in absoluter Kurzsichtigkeit die oft schmerzhafte Beziehung zwischen einem Sohn und seiner Mutter außer Acht lassen. Doch was geschieht mit den Männern? Dies ist eine der selteneren Fragen zu diesem Thema, die uns in Artikeln über narzisstische, manipulative oder distanzierte Mütter gestellt und vielleicht beantwortet wird.

Vielleicht hat der Schatten verstörender Theorien, wie beispielsweise jener von Freud zum Ödipuskomplex, dazu beigetragen, den Fokus bevorzugt auf die Beziehung zwischen Vater und Sohn zu legen und der Welt des Kinos das Verhältnis zwischen einem Mann und seiner Mutter überlassen. Wir müssen nicht mehr tun, als die Filme von Alfred Hitchcock Revue passieren zu lassen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, welche Vorstellung man hatte vom Einfluss, den eine extrem kontrollierende Mutter auf ihre Kinder haben kann.

Doch wir benötigen Arbeiten hierzu, die tiefer gehen und uns eine realistischere Beschreibung dieser Situation geben, als diese, die von unserer Gesellschaft überdeckt werden. Wir sprechen hierbei von einem Problem, das für die betroffenen Personen selbst sehr schwer zu erkennen ist. In gewisser Weist ist diese „Zwangsjacke“, die mit dem jeweiligen Geschlecht verbunden ist, immer noch vorhanden. So führt zum Beispiel der implizierte Code der Männlichkeit die Herren der Schöpfung in vielen Situationen dazu, nicht den Schritt zu wagen, um Hilfe zu bitten.

Die Beziehung eines Mannes zu seiner Mutter ist wichtig, um seine eigene Identität aufbauen zu können und zu lernen, wie er mit anderen Menschen zusammenleben kann. Daher kann der Schatten einer kontrollierenden Mutter schwerwiegende Folgen haben, wenn es darum geht, Unabhängigkeit und Glück zu erreichen.

Erwachsene Söhne kontrollierender Mütter: Wie wirkt sich diese Verbindung auf ihr Leben aus?

Oft leben diese erwachsenen Söhne kontrollierender Mütter in einer Sphäre des Schweigens und der ständigen Widersprüche. Dies ist vor allem auf die zuvor genannten Aspekte zurückzuführen:das Gewicht unserer Kultur und jene Ideale, die die männlichen Kinder dazu zwingt, ihre Emotionen zu verschweigen, um stark zu wirken … um sich nicht wie ein Mädchen zu verhalten.

Um zu verbergen, was ihnen Schmerzen bereitet, reagieren sie auf die einzige mögliche Weise, die ihnen erlaubt ist, nämlich mit Wut. So ist es in einer Welt, in der der Mann immer noch mit dem Ideal der Freiheit oder Unabhängigkeit gleichgesetzt wird, nicht leicht zu akzeptieren, dass das Gewicht einer kontollierenden, narzisstischen und manipulativen Mutter auf ihm ruht.

Hierzu kann man sagen, dass diese erwachsenen Söhne kontrollierender Mütter die gleichen Wunden teilen, wie die Töchter, die von einem solchen Erziehungsstil betroffen sind. Denn wenn man mit einer emotional nicht verfügbaren Person aufgewachsen ist und mit dem klassischen „Glanz“ von Selbstsucht, Klagen und Kontrollbedürfnis leben muss, hinterlässt das Spuren – bei beiden Geschlechtern.

Darüber hinaus ist es so, dass individuelle Unterschiede auftreten, die mehr mit der eigenen Persönlichkeit zu tun haben, als mit dem Geschlecht. Nun, kommen wir zum Muster, anhand dessen man die Söhne von kontrollierenden Müttern (und oft auch deren Töchter) identifizieren kann.

Der wiederkehrende Gebrauch von Lügen und Verleugnung

Der Sohn, der unter dem Einfluss einer kontrollierenden Mutter aufgewachsen ist, hatte keine Zeit dafür, sich eine authentische und starke Identität aufzubauen. Deshalb stellt der wiederkehrende Gebrauch von Lügen einen wichtigen Überlebensmechanismus desselben dar.

Zuerst greift er auf Lügen zurück, um seine Mutter nicht zu enttäuschen, um Schuld zu vermeiden, doch weil er sich schon in Kindestagen an diese Ressource gewöhnt, wird er sie auch im Erwachsenenalter ausschöpfen. Die Lüge dient dazu, ihn zu beschützen, seine Gefühle zu verbergen, der Mutter zu gefallen und, egal in welchem Kontext, zu überleben.

Emotionale Zurückhaltung

Die erwachsenen Söhne kontrollierender Mütter verbringen ihr Leben oft in emotionaler Leere – ausgelöst durch diesen mütterlichen Einfluss. Dadurch, dass die Mutter von Beginn an die emotionale Energie des Kindes unterdrückte, um selbst oberste Priorität zu sein, lernte der Sohn schon sehr früh, dass das Zeigen von Gefühlen nicht nur beschämend sondern auch gefährlich ist.

Auf diese Art und Weisewird der erwachsene Mann, der immer noch unter dem Einfluss dieser kontrollierenden Mutter lebt, weiterhin eine starke emotionale Zurückhaltung zeigen, die gar zu psychischen Störungen führen kann.

Feindseligkeit

Eine kontrollierende Mutter erzeugt eine unsichere Bindung. Eine Bindung, in der das Kind emotional nicht akzeptiert wird und deshalb oft aggressives oder feindseliges Verhalten zeigt. Dies ist eines der Merkmale, das bei Töchtern kontrollierender Mütter seltener auftritt.

In seiner Aggression kann der Mann, der mit dieser Dynamik aufgewachsen ist, seine überdimensionierte, von Wut geprägte Reaktion auf Situationen zeigen, in denen er die Kontrolle verliert. Seine Fähigkeit, mit Emotionen umzugehen, ist kaum ausgeprägt.

Frustrierende Beziehungen und Selbstboykott

Kontrollierende Mütter betrachten ihre Kinder häufig als ihr persönliches Eigentum. Diese toxische Beziehung hat schwerwiegende Folgen für die emotionale Entwicklung des Kindes, für seine psychologische Reife, für seine Unabhängigkeit, für seine Fähigkeit, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Und eine offensichtliche Konsequenz dessen ist die Schwierigkeit, Intimität und eine authentische emotionale Verbindung zu einem Partner herzustellen.

So ist es üblich, dass die Mutter nicht zögert, die kompliziertesten Tricks anzuwenden, um jeden Versuch des männlichen Kindes zu verhindern, sich seinen eigenen Raum zu schaffen, um sich ein unabhängiges und glückliches Leben mit einer anderen Person aufzubauen. Sie sind die Erzeuger von Neurosen, lassen im Kopf des Mannes immer mehr Zweifel aufkommen, sodass seine gerade erst aufkeimende Beziehung ge- und zerstört wird.

Abschließend ist es wichtig, einen weiteren Aspekt hervorzuheben. Männer bitten generell seltener nach Hilfe und gehen somit auch nicht sehr häufig zu einer Therapie. Obwohl sie in ihrem Inneren schweres Leid tragen, ist ihre Fähigkeit zur Verleugnung sehr stark ausgeprägt. Somit kann man die erwachsenen Söhne kontrollierender Mütter als eine Gruppe betrachten, die Hilfe benötigt, sich dieser Erkenntnis aber verweigert – um ihren Mann zu stehen. Und es ist unsere Verantwortung als Gesellschaft, dass wir ihnen helfen.

Psychologie: Mütter und Töchter streiten im Alter immer öfter

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„Das Eltern-Kind-Verhältnis zählt zu den dauerhaftesten sozialen Bindungen, die Menschen eingehen“, sagt die Psychologin Kira Birditt von der Universität von Michigan in Ann Arbor. „Die Verbindung ist oft sehr positiv und unterstützend, enthält aber gewöhnlich auch Gefühle von Irritation und Spannung.“ Um die Beziehungen zu ergründen, untersuchte Birditt 474 Eltern und erwachsene Kinder, die maximal 80 Kilometer voneinander entfernt lebten.

Die Eltern stuften das Verhältnis meist negativer ein als ihre Nachkommen, wobei Lebensweise und Verhalten der Sprösslinge die Hauptstreitpunkte bildeten. Birditt erklärt dies damit, dass Väter und Mütter mehr in die Beziehung investiert haben und sich stärker um die Entwicklung ihres Nachwuchses sorgen.

Auffällig war zudem, dass Eltern die Beziehung zu den Töchtern im Durchschnitt schlechter einstuften als die zu den Söhnen, was Birditt darauf zurückführt, dass Frauen generell ein engeres Verhältnis zu ihren Eltern haben als Männer. Unabhängig vom Geschlecht stufte der Nachwuchs die Beziehung zur Mutter schlechter ein als die zum Vater.

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Zur Überraschung der Forscherin verschlimmerten sich die Probleme mit zunehmendem Alter. Möglicherweise erwarten betagte Eltern von ihren Nachkommen mehr Zuwendung, während Söhne und Töchter ihren eigenen Verpflichtungen in Beruf und Familie nachkommen müssen.

Die größten Probleme entstanden, wenn entweder die Lebenseinstellungen beider Generationen unvereinbar waren oder wenn die Eltern sich ungefragt in Angelegenheiten des Nachwuchses einmischten. „Die gute Nachricht ist, dass sowohl Eltern als auch Kinder meist mit den Problemen konstruktiv umgingen und versuchten, die Wünsche des anderen zu berücksichtigen und die Sichtweise des anderen zu verstehen“, betont Birdell.

Aber je größer die Spannungen sind, desto schwerer fällt der konstruktive Umgang damit. Vom Totschweigen von Konflikten rät die Forscherin, deren Studie demnächst im Fachblatt „Psychology and Aging“ erscheint, dringend ab: „Vermeiden klappt nicht als Strategie für den Umgang mit Konflikten“, so Birditt. „Es scheint die Dinge schlimmer zu machen.“

Selten konfliktfrei: die Mutter-Tochter-Beziehung

Manche lieben, andere hassen sich, wieder andere gehen sich ganz aus dem Weg: Die Mutter-Tochter-Beziehung ist immer etwas Besonderes – aber auch nicht immer ganz einfach.

Die Beziehung zur Mutter prägt Kinder am meisten. Während Jungens sich aber eher schnell, das heißt früh, abnabeln und laut einer Studie der TU Chemnitz in späteren Jahren nur 29 Prozent der Söhne ihre persönlichen Belange mit der Mutter besprechen, tut das die Mehrheit der Töchter, nämlich 55 Prozent. Bis es allerdings soweit ist, müssen bei vielen heftige Mutter-Tochter-Konflikte überstanden werden.

Mütter und ihre Töchter haben eine besondere Beziehung

In den ersten Lebensjahren gibt es zwischen Mutter und Tochter eine extrem starke Bindung. Der enge Kontakt liegt vor allem daran, dass es sich bei beiden um das selbe Geschlecht handelt und daher viele Wünsche und Bedürfnisse besser nachvollzogen werden können. Die Mama als erste wichtige Bezugsperson. Mädchen identifizieren sich total mit ihrer Mutter, sie ist das große Vorbild, dem sie in allem und jedem nacheifern.

Manche verharren dabei oft in einer geradezu symbiotischen Beziehung zur Mutter. Was nicht immer gut ist, für beide Seiten nicht. Sie kopieren die Mutti, stolzieren in ihren Schuhen durch die Wohnung, behängen sich mit Mamas Schmuck* und spielen Modenschau mit ihren Kleidern. Nichts will das kleine Mädchen mehr, als genau so zu werden wie die Mama.

Familienleben

Mütter und Töchter haben die stärkste aller Bindungen

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Die Mutter-Tochter-Beziehung ändert sich

Die kritiklose Bewunderung kann später allerdings umschlagen oder zumindest aussetzen. Und das nicht erst während der Pubertät. Erste Konflikte zeigen sich oft schon zur Kindergartenzeit, häufig ausgehend von der Mutter, zum Beispiel wenn das Mädchen nicht ihrem Tochter-Ideal entspricht und seinen eigenen Kopf entwickelt.

In den frühen Jahren werden diese Konflikte jedoch nicht angesprochen. Heftiger wird es dann schon während der klassischen Rebellions-Phase, während der Pubertät im Teenageralter. Die Tochter findet ihre Mutter auf einmal gar nicht mehr so großartig, vielmehr peinlich, und lehnt alles, was sie tut, total ab. Die Abnabelung beginnt, der erste Versuch, sich als eigenständiger Mensch zu behaupten.

Das Verhalten der Mutter prägt das weitere Leben der Tochter

Wie stark der Einfluss der Mutter auf die Entwicklung der eigenen Identität der Tochter ist, zeigt sich besonders in den Fällen, in denen der Umgang der beiden miteinander gestört ist. Nicht immer ist die Mutter-Tochter-Beziehung in Kindheit und Jugend für das Mädchen eine glückliche Zeit voller Liebe, Verständnis und Zuwendung. Manche Mütter sehen ihr kleines Pendant auch als Konkurrenz. Und das ist nur einer von mehreren möglichen Konfliktpunkten.

Probleme in der Mutter-Tochter-Beziehung:

  • Ablehnung: Die Mutter kann nicht loben, die Leistungen der kleinen Tochter (Bastelarbeit, gute Schulnoten o.ä.) werden nicht anerkannt. Auch später denkt die Tochter immer wieder, ihre Arbeit und ihre Meinung seien nichts wert.

  • Dominanz: Die Mutter mischt sich in alles ein, bestimmt über den Kopf der Tochter hinweg, reißt Entscheidungen an sich. „Nur zu deinem Besten“, ihr Argument. Eine solche Tochter hat später oft Schwierigkeiten, eigenständige Entscheidungen zu treffen.

  • Gefühlskälte: Die Mutter kann keine Nähe und Wärme geben, sie kuschelt und tröstet nicht. In eigenen Liebesbeziehungen ist die Tochter später meist unsicher und klammert oft.

  • Rechthaberei: Die Mutter verbessert und kritisiert ihre Tochter ständig. Häufig fühlen sich Töchter solcher Mütter ihr Leben lang wertlos.

  • Unberechenbarkeit: Nicht zu wissen, wie die Mutter reagiert, führt dazu, dass Töchter die Schuld immer bei sich suchen – oft ihr ganzes Leben lang. Die Mutter-Tochter-Beziehung bleibt oft nachhaltig gestört.

  • Selbstsucht: Eine Mutter, die nur an sich denkt, versucht, die Tochter als schmückendes Anhängsel in ihr Leben einzubauen. Solche Töchter leiden oft unter mangelndem Selbstbewusstsein.

  • Übertragung: Schwache oder überforderte Mütter nutzen ihre Tochter gern aus und übertragen ihr schon in jungen Jahren Erwachsenen-Aufgaben. Selber erwachsen stellen die Töchter dann fest, dass ihnen ihre Kindheit geraubt wurde.

Konflikte können die Mutter-Tochter-Beziehung auch stärken

Aus Fehlern lernen – das gilt auch hier, und es gilt für beide Seiten. Manche Handlungsweise der Mutter kann die Tochter vielleicht erst viel später verstehen, im Erwachsenenalter; oder wenn sie selber Mutter ist und in einer ähnlichen Situation steckt. Sich aneinander zu reiben ist ja auch eine Art Liebesbeweis. Schließlich setzt du dich doch nur mit jemandem auseinander, der dir etwas wert ist. Die Mehrzahl der kritischen Mutter-Tochter-Beziehungen verbessert sich mit den Jahren.

Modischer Partnerlook für Mutter und Tochter

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Das zeigt schon die Tatsache, dass mehr als jede zweite erwachsene Frau ihre Probleme mit der Mama bespricht. Die Mutter erfüllt also doch die Aufgabe als wichtige Vertraute einer Tochter. Wir haben ja auch nur diese einzige, unsere Mutter – und auch das nicht ewig.
*Gesponserter Link

Mutter-Tochter Beziehung- zwischen Liebe und Konflikt

Für ein Kind ist die Mutter immer die erste große Liebe. Die körperliche Verbundenheit durch die Schwangerschaft und die enge Bindung im Kleinkindalter legen den Grundstein zu einer großen Vertrautheit. Doch diese bedingungslose Nähe kann sich gerade zwischen Müttern und Töchtern drastisch verändern, wenn die süßen Kleinen beginnen flügge zu werden. Wie Mütter erreichen können, dass das Verhältnis zu ihren Töchtern trotz schmerzhafter Konflikte langfristig keinen Schaden nimmt, erläutert eine Expertin.

Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist etwas ganz Besonderes. Die Psychologie nennt sie auch die „Mutter aller Beziehungen“ und charakterisiert sie als die komplexeste zwischenmenschliche Bindung überhaupt, die sich im Laufe des Lebens in einem großen Spannungsfeld zwischen Liebe, Fürsorge, Anerkennung, Stolz, Neid, Abhängigkeit und Eifersucht bewegt.

In der frühen Kindheit ist die Mutter das große Ideal

Zunächst identifizieren sich Mädchen vollkommen mit ihrer Mutter. Sie ahmen ihre Mamas nach, schlüpfen in ihre viel zu großen Schuhe, probieren Mamas Schminke aus und machen Modenschau mit ihren Kleidern. Kleine Töchter möchten sein wie ihr großes Vorbild.

Im weiteren Verlauf der Kindheit sind dann allerdings Reibungspunkte möglich: „Ab dem Kindergartenalter kann es zum ersten Mal spannungsreicher zwischen Mutter und Tochter werden“, erklärt die Sozialpädagogin und Erziehungswissenschaftlerin Professor Renate Zwicker-Pelzer von der Deutschen Gesellschaft für Systematische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF). „Das passiert vor allem dann, wenn die Töchter zu brav und schüchtern oder zu trotzig und penetrant sind und nicht dem Mädchen-Ideal ihrer Mütter entsprechen. Doch diese Konflikte sind sehr einseitig und werden noch nicht offen ausgetragen.“

Pubertät: Suche nach der eigenen Identität

Das ändert sich drastisch in der Pubertät. Plötzlich beginnt die Tochter zu rebellieren, lehnt ihre Mutter ab und findet sie peinlich. Sie ist nun auf der Suche nach dem eigenen Ich, will sich um jeden Preis abgrenzen und kämpft um ihr Ansehen als unabhängige Persönlichkeit.

Gleichgültig wie liebevoll das Verhältnis vorher war, wollen Töchter in dieser Zeit meist nur eins, nämlich „nicht so wie Mama sein“ – eine völlig natürliche Abnabelungsreaktion auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Da können schon beiläufige Fragen der Mutter zum Outfit wie „willst du dich nicht noch umziehen?“ oder „müsstest du nicht mal wieder zum Friseur?“ die Tochter zur Weißglut bringen, weil sie sich kritisiert und gegängelt fühlt und die mütterliche Fürsorge als Kontrolle missversteht.

„In der Pubertät“, kommentiert Zwicker-Pelzer, „geht es ja eigentlich um das Ringen um Ebenbürtigkeit, um einen Konflikt auf Augenhöhe zwischen Mutter und Tochter.“ Und dieser Kampf werde in den letzten 15 bis 20 Jahren oftmals besonders intensiv geführt, da die Mütter heute häufig sehr jugendlich aussähen und sich äußerlich kaum noch von ihren Töchtern unterscheiden würden, ergänzt die Expertin: „Das ist ein Konkurrenzphänomen, das es den Töchtern sehr schwer macht, sich abzugrenzen, sich zu befreien und sich selbst zu finden. Irgendwie wird den Mädchen dadurch auch das Recht auf Pubertät geraubt.“

Besonders Mütter leiden unter den Spannungen

Bei Auseinandersetzungen in dieser Phase sind meist die Töchter die Aktiveren, die unter Umständen massiv gegen die in ihren Augen erdrückende Dominanz und Fürsorge ihrer Mutter rebellieren. Ihre Gefühle wie etwa Wut oder Trauer äußern die jungen Frauen in solchen Situationen zwar sehr heftig, reagieren dabei aber sehr unspezifisch und wollen zumeist auch nicht die Konflikte reflektieren, geschweige denn mit ihrer Mutter darüber reden.

Zurück bleiben häufig verletzte Mütter, die sich abgewertet fühlen und durch die Streitereien mit ihren einstmals kleinen süßen Mädchen Emotionen wie Enttäuschung, Trauer, Zorn, aber auch Eifersucht durchleben. „Das Problem ist, dass viele Mütter zwar sehr leiden, jedoch nicht kämpfen“, kommentiert Zwicker-Pelzer. „Sie sitzen dann auf einem riesigen Gefühlspolster, aber die eigene Tochter versteht sie nicht und will sich auch nicht kognitiv mit ihr auseinandersetzen, hat keinen Gesprächsbedarf. Das ist ein Wahnsinnsdilemma für eine Mutter.“ Die Folge: Viele Mütter ziehen sich in der spannungsgeladenen Phase unsäglich betrübt und resigniert zurück und laufen nicht selten auch Gefahr depressiv zu werden.

Väter können Mutter-Tochter-Konflikte oft abmildern

Besonders explosiv kann die Beziehung zwischen Mutter und Tochter werden, wenn der Vater nicht in der Familie präsent ist. Dann fehle, erklärt die Erziehungswissenschaftlerin, eine wichtige Projektionsfläche.

„Sobald ein Vater in dieser schwierigen Zeit parat ist, ist das oft eine riesige Erleichterung und das Ganze fährt erfahrungsgemäß in ein ruhigeres Fahrwasser“, so die Expertin. „Die Umleitung über den anderen Elternteil ist dann sehr fruchtbar, vor allem wenn es um normative Themen wie etwa Ausgehen am Abend, Zuspätkommen oder Alkohol geht.“ Väter seien eben meist nicht so eng wie Mütter mit ihrem Nachwuchs vernabelt und könnten deshalb häufig mit Konflikten gelassener umgehen.

Gelassenheit und Fingerspitzengefühl helfen

Was aber kann man tun, damit ein über eine längere Phase schwieriges Mutter-Tochter-Verhältnis nicht auf Dauer großen Schaden nimmt? Hier sei es vor allem an den Müttern, die richtigen Weichen zu stellen und gerade in den Augenblicken, in denen mal wieder die Funken sprühen, den Ball flach zu halten und die Gelassenheit aufzubringen, Konfliktsituationen einfach auszuhalten, so der Rat von Sozialpädagogin Zwicker-Pelzer: „Außerdem sollen Mütter beim Streiten ruhig ihre Gefühle offen und genau ausdrücken, zum Beispiel ‚ich bin auch traurig‘, ‚ich bin ratlos‘ oder ‚mir geht es nicht gut‘ sagen. Dann erreichen sie wahrscheinlich ihre Töchter.“

Damit aber eine nachhaltige Annäherung möglich wird, auch wenn die pubertierenden Mädchen fast ständig auf Konfrontationskurs gehen und sich wegen jeder Kleinigkeit angegriffen fühlen, müssten gerade die Mütter an sich selbst arbeiten und mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen, rät die Expertin weiter: „Mütter sollten am besten die jeweilige Situation erst mal so entspannt wie möglich auf sich zukommen lassen, dabei aber auch alles sorgfältig beobachten und schon kleinste Signale wahrnehmen. Wenn die Kinder dann reden wollen, sollten ihre Mütter die Gelegenheit ergreifen und es als Einladung sehen, ins Gespräch zu kommen, ohne sich dabei allerdings gleich zu entschlacken oder ungefragt Ratschläge zu erteilen.“ Dann könne es nämlich passieren, dass der Nachwuchs wieder wütend reagiere und sich sofort zurückziehe.

Statt Worte: Verbundenheit leben

Doch Beziehungspflege zwischen Mutter und Tochter muss nicht immer nur über Kommunikation funktionieren: Gemütlich zusammen zu sitzen, vielleicht einen Film zusammen anzuschauen, spazieren zu gehen oder gemeinsam einzukaufen, kann schon erheblich Spannungen abbauen und mehr Nähe zwischen den Kontrahentinnen schaffen. „Man kann Beziehung auch über wenig Worte leben. Es gibt so viele andere Möglichkeiten, Verbundenheit zu leben. Um gut miteinander auszukommen, muss dabei auch nicht jeder Konflikt ausgeräumt sein“, erläutert Zwicker-Pelzer.

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Als Trost gibt die Erziehungswissenschaftlerin allen geplagten Müttern mit auf den Weg: „Miteinander zu kämpfen und sich zu reiben, ist ja eigentlich ein Liebesbeweis – man bleibt so verbunden. Ich kämpfe ja nur mit jemandem, der mir etwas wert ist und der mich nicht ignoriert. Und gerade Kinder in der Pubertät brauchen einen Resonanzboden, wo Spannungen und Konflikte eine natürliche Gelegenheit bieten, miteinander zu raufen und sich dabei aber trotzdem nicht zu verlieren.“

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