Senkwehen 35 ssw

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35. Schwangerschaftswoche (SSW)

Das Baby in der 35. SSW

In der 35. Schwangerschaftswoche misst das Baby in der Scheitel-Fersen-Länge etwa 46 Zentimeter und wiegt etwa bei 2.400 bis 2.550 Gramm. Bis zum Geburtstermin nimmt es nochmals kräftig zu. Diese Energiereserven wird es während der Geburt und in seinen ersten Lebenstagen dringend brauchen.

Das Baby kann jetzt seine Bewegungen immer besser koordinieren, für ein ausgiebiges Bewegungsprogramm fehlt allerdings der Platz. Es verfügt über ausgeprägte Sinneswahrnehmungen und bildet seine Reflexe immer weiter aus. Lichtquellen wendet sich das Baby automatisch zu – auch dieser Reflex ist eine wichtige Vorbereitung auf das Leben außerhalb des Mutterleibs.

In Studien wurde nachgewiesen, dass ungeborene Kinder in dieser Woche bereits intensive Träume haben und parallel dazu die REM-Schlaf-Phasen (Rapid Eye Movement, Schlafphasen mit hoher Traumaktivität) bereits vorhanden sind.

Seine Körpertemperatur reguliert das Baby jetzt immer besser. In der 35. SSW funktioniert auch sein Immunsystem unabhängig von den mütterlichen Abwehrkräften. Trotzdem bleibt das Immunsystem des Kindes noch für lange Zeit extrem sensibel. Wichtige Abwehrstoffe für die ersten Lebenswochen bringt es aus der Fötal-Zeit mit oder erhält sie mit der Muttermilch. Eigene Antikörper gegen verschiedene Krankheitserreger bildet es danach über mehrere Jahre aus. Dieser Prozess erklärt, warum Kinder in ihren ersten Lebensjahren oft besonders anfällig gegenüber Infektionen sind.

Die Nieren des Babys sind in der 35. Schwangerschaftswoche voll entwickelt, auch die Leber hat ihre Arbeit aufgenommen. Im Darm lagert sich jetzt immer stärker das sogenannte Kindspech (Mekonium) ab. Das Mekonium ist kein Verdauungsendprodukt, sondern eine dunkle, zähe Masse aus Haut- und Schleimhautzellen, verschluckten Haaren, Käseschmiere und eingedickter Galle.

In den ersten 24 bis 48 Lebensstunden wird es als erster Stuhlgang ausgeschieden. Durch das Trinken des Fruchtwassers ist der Magen des Babys meist mit Flüssigkeit gefüllt, wodurch es seine Verdauungsfunktionen bereits elementar trainiert.

Die Mutter – beschwerlicher Endspurt und Beginn des Mutterschutzes

Die Schwangere hat ab der SSW 35 durch den Mutterschutz endlich mehr Zeit, um ihre eigenen Kraftreserven aufzufüllen. Viele Frauen freuen sich jetzt über ausgedehnte Ruhepausen und sollten sich dabei trotz aller familiären Pflichten und der Vorbereitung auf das Kind nach den Signalen ihres Körpers richten. Vielleicht sind die letzten Wochen vor der Geburt auch nochmals eine sehr intensive Zeit für die Partnerschaft, bevor sich der Familienalltag vor allem auf das Baby konzentriert.

Der Uterus drückt in der 35. Schwangerschaftswoche direkt auf den Rippenbogen. Die Schwangeren haben oft das Gefühl, dass sie aus allen Nähten platzen. Ihr Gewicht hat sich seit dem Beginn der Schwangerschaft um 11,5 bis 13,5 Kilogramm vergrößert. Allein die Gebärmutter wiegt in der 35. SSW etwa 1.500 Gramm – gegenüber einem Gewicht von rund 80 Gramm vor dem Beginn der Schwangerschaft, ihre Größe hat sich seitdem vertausendfacht. Hinzu kommen das Gewicht des Kindes, das Fruchtwasser sowie die eigenen Fettreserven.

Die Blutvolumen der Mutter erreicht jetzt sein Maximum und ist mit etwa 5,5 Litern etwa eineinhalbmal so groß wie vor der Schwangerschaft. Für Herz und Kreislauf bedeutet diese Blutmenge Schwerstarbeit. Viele Frauen spüren in dieser Woche, dass ihr Herzschlag deutlich stärker wird oder auch, dass ihr Kreislauf nicht absolut stabil ist.

Viele andere Schwangerschaftsbeschwerden verstärken sich in dieser Woche weiter. Die starke Belastung des Beckenbodens äußert sich ab der 35. SSW oft in einer leichten Blasenschwäche, die sich beim Lachen, Husten oder Niesen zeigt. Das Tragen von Binden oder Slip-Einlagen verhindert peinliche Momente.

Viele Frauen haben damit bereits im 2. Trimester ihrer Schwangerschaft begonnen. Falls nicht, ist es auch jetzt dafür noch nicht zu spät. Elastische und gut trainierte Beckenbodenmuskeln werden demnächst auch die Geburt erleichtern.

Frühgeburt in der 35. SSW

Im Falle einer Frühgeburt in der 35. SSW zählt das Neugeborene bereits zu den „späten Frühchen“. Die für das Leben außerhalb des Mutterleibs notwendigen Entwicklungsschritte hat das Kind nun fast vollständig hinter sich. Da die Überlebenschancen des Babys daher nun sehr gut sind, versuchen Ärzte eine Frühgeburt in der 35. SSW in der Regel auch nicht mehr zu verhindern.

Eine Frühgeburt ist nie schön. Schließlich hat es einen Grund, weshalb Babys normalerweise 40 Wochen im Bauch ihrer Mami verbringen. Jede Woche zu früh bringt also bestimmte Komplikationen mit sich. Bei einer Frühgeburt in der 35. SSW brauchst Du Dir allerdings nicht mehr so viele Sorgen zu machen, denn ab diesem Zeitpunkt zählt Dein Kleines als „spätes Frühchen“. Sollte sich die Geburt nun ankündigen, werden die Ärzte auch nicht mehr versuchen, sie aufzuhalten, denn die Überlebenschancen Deines Babys liegen nun bei beinahe 100 Prozent. Problematisch ist bei einer Frühgeburt in der 35. SSW vor allem das noch recht niedrige Gewicht Deines Babys. Gut 2.500 Gramm wiegt es nun vermutlich. Nach 40 Schwangerschaftswochen kommen die meisten Babys auf weitere 1.000 Gramm. Dies liegt daran, dass ab diesem Zeitpunkt beinahe alles komplett ausgebildet und entwickelt ist und es nun hauptsächlich darum geht, ordentlich Energie für die anstrengende Geburt und die Zeit danach zu tanken. Dies ist jedoch keinesfalls so tragisch wie wenn etwa die Lungen oder der Darm Deines Babys noch nicht richtig ausgebildet wären. Das fehlende Gewicht lässt sich unter ärztlicher Aufsicht auch relativ leicht außerhalb Deines Bauchs drauffüttern.

Eine Frühgeburt in der 35. SSW birgt meist keine großen Risiken.

Frühgeburt in der 35. SSW: Darum brauchst Du Dir keine zu Gedanken machen!

Kommt Dein Baby in der 35. SSW zur Welt, brauchst Du Dir in der Regel um Komplikationen keine großartigen Sorgen mehr zu machen. Bei einer normalen Entwicklung im Mutterleib wiegt das Kind nun etwa 2.500 Gramm und misst circa 45 Zentimeter. In den Lungen steht in der Regel nun auch genügend „Surfactant“ zur Verfügung – der Stoff, der die für die Atmung wichtigen Lungenbläschen vor dem Zusammenfallen bewahrt. Daher können die meisten Babys, die bei einer Frühgeburt in 35. SSW zur Welt kommen, bereits selbstständig atmen. Auch der Verdauungstrakt und das zentrale Nervensystem stehen zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Ende ihrer Entwicklung. Zudem hat das Kind in der 35. Woche bereits ein eigenes Immunsystem entwickelt, das es bei einer Frühgeburt in der 35. SSW selbstständig vor Krankheitserregern schützen kann. Auch die Körpertemperatur kann das Baby nun in großen Teilen selbst regulieren. Außerdem hat sich das Gehör nun vollends entwickelt, sodass die Eltern nun viel mit ihrem Kind sprechen sollten, da es die vertrauten Stimmen wiedererkennt und sich beruhigt, sobald es diese hört. Gerade nach den Strapazen einer Frühgeburt in der 35. SSW kann dies von entscheidender Bedeutung sein. Du siehst also, dass die Entwicklung Deines Babys zu diesem Zeitpunkt schon fast vollständig abgeschlossen ist. Um die üblichen Risikofaktoren bei Frühchen wie etwa Atemnot, eine Nierenunterfunktion, Darmstörungen und ein schwaches Immunsystem brauchst Du Dir also gar keine Gedanken mehr zu machen.

Nach einer Frühgeburt in der 35. SSW ist keine intensivmedizinische Betreuung nötig

Da alle lebenswichtigen Funktionen des Körpers in dieser Phase bereits ausgebildet sind, stehen die Überlebenschancen bei einer Frühgeburt in der 35. SSW bei 99 Prozent. Aufgrund dieser guten Werte lassen die Ärzte der Natur in der Regel auch ihren Lauf, wenn sich die Geburt bereits in der 35. Schwangerschaftswoche ankündigt. In den meisten Fällen muss das Kind nach seiner verfrühten Entbindung auch nicht intensivmedizinisch betreut werden. So entfällt aufgrund der positiven Entwicklung der Lunge auch meist die Notwendigkeit, das Frühchen zu beatmen oder ihm das Atmen mit einer Atemhilfe zu erleichtern. Trotzdem werden auch Babys, die in einer Frühgeburt in der 35. SSW zur Welt kommen, in der Regel auf der Frühchenstation beobachtet. Da das Baby im Mutterleib gerade in den letzten fünf Schwangerschaftswochen noch einmal ordentlich an Gewicht zulegt, um für die Anstrengungen der Geburt und die ersten Tage außerhalb des Mutterleibs gerüstet zu sein, muss nach der Entbindung auf eine stetige Gewichtszunahme des Babys geachtet werden. Dies ist vor allem auch wichtig, da Dein Baby aufgrund des geringen Gewichts nicht so viel Energie und Kraft hat. Insbesondere das Stillen oder das Nuckeln an einem Fläschchen erfordern von den Kleinen aber oftmals schon Höchstleistungen. So kann es daher sein, dass Dein Kleines in der ersten Zeit hierfür schlicht nicht die nötige Kraft aufbringen kann, um weiter gut zuzunehmen. Eine genaue Beobachtung durch die Ärzte ist daher das A und O.

Späte Frühchen, die in einer Frühgeburt in der 35. SSW auf die Welt kommen, haben eine exzellente Chance auf ein normales, gesundes Leben. Meist sind sie auch schon direkt nach der Geburt quietschfidel und unterscheiden sich bis auf ihr geringeres Gewicht und die etwas kleinere Größe kaum von später auf die Welt gekommenen Babys. Da sie gerade aufgrund ihres geringen Gewichts etwas anfälliger für äußere Einflüsse sind, brauchen Kinder, die durch eine Frühgeburt in der 35. SSW geboren werden, dennoch eine besondere Beobachtung und Fürsorge.

Der Mutterschutz beginnt und die letzten Vorbereitungen für die Geburt werden erledigt. PraxisVita erklärt, was alles in der 35. SSW ansteht.

Mit der 35. SSW beginnt für berufstätige Schwangere offiziell der Mutterschutz. Das heißt, Arbeitnehmerinnern hören spätestens jetzt auf zu arbeiten. In vielen Fällen brauchen die werdenden Mütter schon bereits vor dem Mutterschutz ihren Resturlaub auf und sind bereits zu Hause, wenn der Mutterschutz beginnt. Die Zeit des Mutterschutzes können sie optimal nutzen, indem sie zu Geburtsvorbereitungskursen gehen, Schwangerschaftsgymnastik machen oder die letzten Einkäufe vor der Geburt erledigen. Falls nicht bereits geschehen – und falls die körperliche Verfassung es noch zulässt – kann jetzt auch das Kinderzimmer eingerichtet werden. Und vor allem anderen: entspannen. Die letzten Wochen sollten genutzt werden, um die Beine hochzulegen und sich auszuruhen.

Foto: iStock/AleksandarNakic

Hier finden Sie alle Schwangerschaftswochen auf einen Blick!

35. SSW: Das passiert im Körper

Ein Problem, das viele Schwangere spätestens in der 35. SSW kennenlernen, ist Blasenschwäche. Beim Niesen, Husten oder Lachen kann es passieren, dass Schwangere unkontrolliert etwas Urin verlieren. Deshalb ist es jetzt ratsam, vorsorglich Slipeinlagen zu benutzen. Neben Blasenschwäche und dem immer weiter an Gewicht und Umfang zunehmendem Schwangerschaftsbauch gibt es noch weitere Schwangerschaftsbeschwerden, die in den letzten Wochen zunehmen und diese Zeit sehr beschwerlich machen können.

Diese Schwangerschaftsbeschwerden sind jetzt typisch:

  • Verstärkter Harndrang
  • Blasenschwäche
  • Sodbrennen
  • Ischiasschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Wassereinlagerungen

Auch das Herz muss jetzt an Aktivität zulegen und kräftiger schlagen. In der 35. SSW ist das Blutvolumen nämlich auf seinem Höhepunkt angelangt und es befinden sich jetzt eineinhalb Mal so viel Blut im Körper wie vor der Schwangerschaft. Um das durch den ganzen Körper zu pumpen, braucht es den verstärkten Herzschlag.

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Was passiert beim Kardiotokogramm?

Beim nächsten Besuch beim Gynäkologen, schließt er die werdende Muttern an das Kardiotokogramm, kurz CTG, anschließen. Das misst die Herztöne des Babys sowie die Wehen-Tätigkeiten. So stellt der Arzt fest, ob es dem Baby gutgeht. Übrigens: Manche Frauen haben bis zur Geburt gar keine Wehen-Tätigkeit, bei anderen kann die Kurve schon mal leicht ausschlagen.

In dieser Zeit werden die Herztöne des Kindes und die Wehentätigkeit gemessen. Foto: iStock/alexxx1981

Welche Unterschiede gibt es bei den Wehen?

Manche Frauen spüren bereits jetzt erste Wehen. Es ist wichtig, klar zu unterscheiden, um welche Art von Wehen es sich handelt. Spricht man von „Wehen“ sind damit meist die Geburtswehen gemeint. Es gibt aber verschiedene Arten von Wehen und nicht alle lösen die Geburt Ihres Babys aus.

Vorwehen:
Als Vorwehen, Übungswehen, Schwangerschaftswehen oder auch Braxton-Hicks-Kontraktionen bezeichnet man Wehen, die die ganze Schwangerschaft über auftauchen können. Die sind in der Regel nicht schmerzhaft. Sie sind unregelmäßig und die werdende Mutter merkt sie vor allem dadurch, dass der Bauch härter wird.

Senkwehen:
Die Senkwehen sorgen dafür, dass der Kopf des Babys tiefer ins Becken der Mutter rutscht. Sie treten meist ab der 36. SSW auf. Bei einigen Frauen werden die Senkwehen von einem Ziehen im Becken, Rücken oder im Bereich des Schambeins begleitet. Manche spüren auch ein Stechen in der Vagina. Nach spätestens zwei Stunden sind die Beschwerden der Senkwehen meist aber vorüber.

Geburtswehen:
Dass es sich bei den Wehen um die tatsächlichen Geburts- oder Eröffnungswehen handelt, merken Schwangere vor allem daran, dass sie regelmäßig auftreten. Meistens beginnen sie langsam in großen Abständen von etwa zehn bis 15 Minuten. Die Wehen dauern am Anfang etwa 30 bis 60 Sekunden. Die Abstände werden immer kürzer und die Dauer der Wehen länger. Die Geburtswehen werden oft nach und nach schmerzhafter. Der Schmerz kann bis in den Rücken ausstrahlen.

Das Baby macht sich nun langsam für die Geburt bereit. Käme es in der 35. SSW zur Welt, wäre es schon vollständig lebensfähig. Foto: iStock/Eraxion

35. SSW: Das macht der Fötus

Das Baby ist jetzt circa 46 Zentimeter lang und rund 2,5 Kilogramm schwer. Bis zur Geburt wird es aber noch ordentlich an Gewicht zulegen. Das braucht es als Puffer für die Geburt und die erste Zeit danach. Das Immunsystem des Kindes arbeitet in der 35. SSW unabhängig von der Mutter. Ein bisschen Zeit braucht es aber nach der Geburt trotzdem noch, um eigene Antikörper zu bilden. Dabei hilft auch die Muttermilch. Zudem liegt das Baby jetzt in seiner endgültigen Geburtsposition. Es jetzt noch zu drehen, ist nur schwer möglich. Damit die Geburt natürlich verlaufen kann, sollte es nun mit dem Kopf nach unten liegen, die Wirbelsäule parallel zur Wirbelsäule der Mutter und der Rücken parallel zur Bauchdecke der Mutter. Das ist beim Großteil der schwangeren Frauen der Fall. In wenigen Fällen liegt das Baby in der Beckenend- oder Steißlage, das heißt mit dem Po nach unten und den Beinen nach oben, oder auch quer. Ist das der Fall, kann es gut sein, dass der Arzt einen Kaiserschnitt durchführen muss.

Senkwehen: So fühlt es sich an, wenn das Baby übt

Artikelinhalte im Überblick:

  • Was sind Senkwehen?
  • Ab wann treten sie auf?
  • Wie fühlen sich Senkwehen an?
  • Wie lange dauern sie?
  • Wie unterscheiden sie sich von echten Geburtswehen?
  • Was hilft?

Was sind Senkwehen?

Senkwehen (auch Vorwehen) sind eine wichtige Vorbereitung auf die Geburt. Die Gebärmutter „übt“ jetzt schon einmal für den Ernstfall. Diese Art von Wehen sind nötig, damit das Kind tiefer ins Becken der Mutter rutscht und damit optimal im Geburtskanal liegt. Durch seine neue Position hat das Baby im Bauch nun keinen Platz mehr für Purzelbäume, dafür machen sich seine Tritte ab jetzt sehr spürbar bemerkbar.

Geburtsanzeichen: Zehn erste Hinweise darauf, dass Ihr Baby kommt

Sobald das Baby durch die Senkwehen tief ins Becken gerutscht ist, hat der Magen wieder mehr Platz. Dies bemerken einige Frauen dadurch, dass ihr Sodbrennen aufhört und sie etwas größere Mengen essen können. Außerdem fällt das Atmen wieder leichter. Dafür wird, wie zu Beginn der Schwangerschaft, häufig ein verstärkter Harndrang empfunden. Dieser entsteht dadurch, dass die Senkwehen eine Verlagerung der Gebärmutter nach unten bewirken und so der Druck auf Blase und Darm erhöht wird. Senkwehen führen außerdem zu einem sichtbaren Ergebnis: Der Bauch hat sich abgesenkt.

Ab wann treten Senkwehen auf?

Die meisten Schwangeren spüren Senkwehen etwa drei bis vier Wochen vor der Geburt. Diese lösen in der Regel die bis dahin spürbaren Übungswehen ab. Senkwehen sind unregelmäßig und werden unterschiedlich schmerzhaft empfunden. Sie sind ein Anzeichen für die bevorstehende Geburt.

Symptome: Wie fühlen sich Senkwehen an?

Wie das Zusammenziehen der Gebärmutter bei Senkwehen empfunden wird, ist individuell verschieden: Einige empfinden sie stark und schmerzhaft, andere schwach und manche spüren sie gar nicht. Häufig machen sich Senkwehen durch Ziehen im Rücken, ein Hartwerden des Bauches und allgemeines Unwohlsein oder auch leichte Übelkeit bemerkbar.

Wie lange halten Senkwehen an?

Die Kontraktionen dauern bei Senkwehen in etwa 30 bis 40 Sekunden und treten circa ein- bis zweimal pro Stunde in unregelmäßigen Abständen auf.

Sind es Senkwehen oder echte Geburtswehen?

Viele Frauen sind sich unsicher, ob es sich bereits um richtige Geburtswehen handelt. Um herauszufinden, ob die Wehen tatsächlich schon den Beginn der Geburt einläuten, gibt es einen Trick: ein Bad in warmem Wasser (38° Temperatur). Der „Badewannentest“ sollte zur Sicherheit nur im Beisein einer anderen Person durchgeführt werden. Wehen, die im warmen Wasser verschwinden, sind in der Regel noch keine Geburtswehen.

Geburtswehen und Senkwehen grenzen sich außerdem durch folgendenen Unterschied voneinander ab: Senkwehen verebben langsam wieder, Geburtswehen werden immer stärker. Daher gilt: Bleiben die Wehen auch in der Badewanne gleich stark oder werden sogar stärker, kann dies der Beginn der Geburt sein. Sobald die Wehen in sehr kurzen und regelmäßigen Abständen auftreten, sollte die Hebamme oder der Frauenarzt kontaktiert werden. Bei Unsicherheit sollten Schwangere ins Krankenhaus fahren.

5 Anzeichen für den Beginn der Geburt

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Senkwehen oder Geburtswehen: Anzeichen im Überblick

Unsere Tabelle zeigt Ihnen auf einen Blick, bei welchen Symptomen es sich um Senkwehen und bei welchen es sich um echte Geburtswehen handelt. Bitte beachten Sie, dass Anzeichen im individuellen Fall unterschiedlich ausfallen können und unsere Tabelle den ärztlichen Rat nicht ersetzt. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall immer einen Arzt oder Ihre Hebamme.

Senkwehen Geburtswehen
treten in unregelmäßigen Abständen auf treten in regelmäßigen Abständen auf und die Abstände werden immer kürzer
treten etwa ein- bis zweimal pro Stunde auf treten in Abständen von fünf bis zehn Minuten auf und werden schmerzhafter
dauern rund 30 Sekunden lang an dauern bis zu 60 Sekunden an
lassen in einem warmen Bad (ca. 38° Wassertemperatur) spürbar nach lassen im warmen Badewasser nicht nach

Was hilft gegen Senkwehen?

Stress und Überanstrengung führen häufig dazu, dass Senkwehen als schmerzhafter empfunden werden und öfter auftreten. Entspannung hingegen kann zu einer Besserung der Schmerzen durch Senkwehen führen. Auch ein warmes Bad oder Wärme in anderer Form kann die Schmerzen lindern. Stress sollte deshalb vermieden und regelmäßig Pausen eingelegt werden, in denen Sie sich ausruhen und die Füße hochlegen.

Wehen fördern – Hausmittel im Überblick

Gut vorbereitet: Diese Wehen macht jede Mama bis zur Geburt durch

Wehe ist nicht gleich Wehe! Vielleicht kennst du es noch von Freundinnen, die vor dir Kinder bekommen haben und dir erklärt haben, wie lange ihre Presswehen waren – und du so “hä? Was sind Presswehen?” Wir klären auf.

Die Geburtswehen sind die Schritte auf dem Weg zu deinem Kind. Jede Wehe bringt dich deinem Kind näher – das ist vielleicht ein guter Gedanke, um positiv zu bleiben, während du die verschiedenen Wehen durchmachst! Es werden 7 Arten von Wehen unterschieden:

1 – Schwangerschafts- und Wachstumswehen

Während der Schwangerschaft steigert die Gebärmutter ihr Gewicht um das 20-fache, von ca. 50 auf ca. 1000 Gramm. Das bedeutet: 950 Gramm in 40 Wochen. Das ist eine körperliche Meisterleistung und nur durch Schwangerschaftswehen möglich. Einerseits helfen sie, die Gebärmuttermuskulatur gut zu durchbluten, andererseits sorgen sie für eine intensive Muskelfaserzunahme.

Die Schwangerschaftswehen bzw. Wachstumswehen kommen meist ab der 20. SSW und zeigen sich bis 4 Wochen vor der Geburt. Sie dauern ca. 15 bis 40 Sekunden. Die Schwangerschaftswehen werden oft als intensives, sehr unangenehmes Ziehen in den Mutterbändern und im Kreuzbeinbereich beschrieben.

2 – Senkwehen

Die Senkwehen treten ca. 3 bis 4 Wochen vor der Geburt auf und dauernd zwischen ca. 30 und 50 Sekunden. Sie helfen dem vorangehenden Kindsteil (also im Klartext: Der Kopf – sofern dein Baby sich nicht in Steißlage befindet) mit dem Beckeneingang Kontakt aufzunehmen. Wenn du bereits ein Kind hast, ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass du die Senkwehen wirklich wahrnimmst. Nur ca. 30% aller Erstlings-Mamas sind von Senkwehen betroffen. Je mehr Senkwehen, desto kürzer die tatsächliche Geburt.

Sprich mit deiner Hebamme vorab über die Möglichkeiten, Senkwehen von tatsächlichen Geburtswehen zu unterscheiden! Das verschafft dir im Falk der Fälle vielleicht etwas Beruhigung.

3 – Einstellungswehen

Diese Wehenart tritt ca. 1 bis 3 Tage vor der Geburt auf und hält zwischen 40 und 55 Sekunden an. Hier ist das Verhältnis genau umgekehrt als bei den Senkwehen: 70% der Erstlingsmamas sind mit Einstellungswehen konfrontiert, wenn du bereits ein Kind geboren hast, erledigen sich die Einstellungswehen quasi durch die Senkwehen. Die Wehen sind dazu da, um das Köprchen, das sich mit Hilfe der Senkwehen bereits in Kontakt mit dem Beckeneingang begeben hat, präzise in den Beckeneingang einzustellen. Dein Kind begibt sich also schon mal in die Poleposition. Ready to go!

4 – Eröffnungswehen

Die Eröffnungswehen heißen so, weil sie den Muttermund öffnen. Dein Muttermund öffnet sich schrittweise bis auf ca. 10cm – die Eröffnungswehen dauern dabei ca. 60 Sekunden. Wenn du Erstgebärende bist und nicht länger als 30 Minuten ins Krankenhaus brauchst, empfiehlt es sich bei regelmäßigen, 60 Sekunden dauernden Wehen, die mit einem Abstand von 3 bis 5 Minuten kommen, dich auf den Weg in die Klinik zu machen. Die Eröffnungswehen sind schmerzhaft und bringen viele Mamas an ihre psychischen und physischen Grenzen – aber nur die Zustand ermöglicht eine Endorphin-Ausschüttung und schenkt dir und deinem Baby eine gute Schmerzlinderung!

5 – Schiebewehen / Presswehen

Die Dauer der Presswehen kann 60 bis maximal 90 Sekunden betragen (in manchen Fällen auch ein wenig unter 60 Sekunden). Je länger die einzelne Dauer der Wehen, desto weniger wirst du von dieser Art der Wehen brauchen – du presst als lange, dafür nicht sooft! Gegen Ende der Geburt werden die Schiebe- oder Presswehen wieder etwas kürzer und die Zeitspanne zwischen den Schüben wird etwas länger. Dadurch bekommen du und dein Baby nochmals die Möglichkeit, volle Power für die letzten Wehen zu tanken. Angenehm an dieser Phase ist, dass du bei diesen Wehen aktiv durch Pressen mitwirken kannst und sie nicht nur Wegatmen musst.

Hebammen-Tipp: Wenn die Hebamme während der Geburt “nicht pressen” sagt und es meldet sich eine Schiebewehe an, dann auf SCH oder F ausatmen oder langsam hecheln. Das gewährleistet, dass das Köpfchen ganz langsam geboren wird und dem Damm mehr Zeit zum Dehnen bleibt. So kann ein Dammriss vermieden werden.

6 – Nachgeburtswehen

Die Nachgeburtswehen werden von den meisten Mamas nur noch als unangenehmes und intensives Ziehen in der Gebärmutter und in der Leiste empfunden. Dabei löst sich die Nachgeburt, also die Plazenta, von der Gebärmutterwand und wird nach draußen befördert. Das passiert meist ca. 30 bis 40 Minuten nach der Geburt, spätestens eine Stunde später solltest du die Nachgeburt hinter dich gebracht haben.

7 – Nachwehen (jaaa, das ist theoretisch schon nach der Geburt – unsere Headline ist also nicht ganz richtig 😉 )

Nach der Geburt schrumpft dein Uterus wieder auf die Normalgröße zurück. Das spürst du natürlich. Sie dauernd 3 bis 5 Tage. Da beim Stillen das Wehenhormon Oxytozin freigesetzt wird, kann es sein, dass stillende Mamas die Nachwehen stärker spüren, also solche, die ihr Baby mit dem Fläschchen füttern.

Wir wünschen dir viel Freude bis zu deiner Geburt und zum großen Finale 🙂

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Senkwehen: Ab wann und woran erkennst du sie?

Du bist gerade hochschwanger und fieberst mit Spannung der Geburt deines Babys entgegen. Eine aufregende Zeit, die auch von vielen Begleitsymptomen gezeichnet ist. Schließlich bereitet sich dein Körper auf die bevorstehende Geburt vor. Deine Gebärmutter zieht sich während der gesamten Schwangerschaft immer wieder zusammen, was manche Frauen als leichte Kontraktionen spüren. Aus diesen werden am Ende die echten Geburtswehen, doch diesen gehen bereits Übungs- und Senkwehen voran.

Senkwehen: ab wann treten sie auf?

Sobald du im dritten Trimester bist, wirst du immer wieder bemerken, dass du einen ganz harten Bauch bekommst. Das liegt an den so genannten Übungswehen, die zwischen der 20. und 25. Schwangerschaftswoche beginnen. Etwa ab der 36. Schwangerschaftswoche gehen diese dann in die Senkwehen über. Bei jeder Frau treten sie mit einer unterschiedlichen Intensität und Dauer auf, manche Frauen bemerken von ihnen sogar gar nichts. Trotzdem gibt es einige allgemeine Indizien, an denen du sie bemerken kannst.

So fühlen sich Senkwehen an

Senkwehen dauern etwa 30 Sekunden bis zu einer Minute. Zwischen den einzelnen Senkwehen liegen in etwa 15 Minuten oder mehr, da Senkwehen über mehrere Stunden eher unregelmäßig auftreten. Während manche Frauen von ihnen gar nichts spüren, bemerken andere sie durch ein Ziehen im Rücken und Unterleib, das bis in die Oberschenkel spürbar sein kann. Sie fühlen sich also ähnlich wie Menstruationsschmerzen an. Übungswehen spürst du im Gegensatz meist gar nicht.

Deswegen hast du Senkwehen

Senkwehen bereiten dich bzw. deine Gebärmutter unmittelbar auf die Geburt vor. Dein Baby rutscht durch die Kontraktionen immer tiefer ins Becken und nimmt damit seine Geburtsposition ein. Zudem bewegt sich dein Gebärmutterhals von der Kreuzbeinhöhle in Richtung Schambereich. Manche Frauen bemerken diese Veränderungen durch Beschwerden und Schmerzen, da etwa der Druck des Köpfchens am Beckenknochen, den Bändern und den Knorpelverbindungen im Becken reibt. Manche spüren auch ein Stechen in der Vagina. Um diese Schmerzen zu lindern, können sanfte Massagen oder eine Wärmflasche helfen.

Diese Vorgänge haben aber auch positive Effekte: Da dein Baby sich tiefer ins Becken bewegt, drückt es nicht mehr so sehr auf die Lunge und du bekommst besser Luft. Solltest du unter Sodbrennen leiden, so kann auch dieses jetzt weniger werden. Vorsicht ist geboten, wenn deine Übungs- und Senkwehen konstant vorhanden sind. Sie sind zwar in den letzten Wochen vor der Geburt ganz normal, sollten aber immer mal wieder aufhören. Sollte das nicht der Fall sein, solltest du dir Rat von deinem Arzt einholen um abzuklären, ob alles in Ordnung ist.

Senkwehen vs. Geburtswehen: Daran erkennst du den Unterschied

Vor allem wenn du unter starken Senkwehen leidest kann es passieren, dass du sie mit Geburtswehen verwechselst. Das ist völlig normal, vor allem falls es deine erste Geburt ist. Wenn du dir unsicher bist, frag am besten bei deinem Arzt, deiner Hebamme oder im Krankenhaus nach. Aufschluss kann aber auch ein warmes Bad geben: Falls deine Wehen dadurch stärker werden, dann handelt es sich höchst wahrscheinlich um Geburtswehen. Falls sie wieder verschwinden, dann sind es wohl nur Senkwehen. Geburtswehen erkennst du vor allem daran, dass sie intensiver sind und die Abstände immer kürzer und vor allem regelmäßiger werden. Dann heißt es: ab ins Krankenhaus!

Symphysenlockerung in der Schwangerschaft

Die Symphysenlockerung ist zwar unangenehm und häufig auch schmerzhaft, sie verschwindet in den meisten Fällen einige Wochen nach der Geburt jedoch wieder vollständig.

Ursachen: Wodurch es zur Symphysenlockerung in der Schwangerschaft kommt

Die beiden Hälften des Beckens sind im vorderen Teil des Beckens über die Schambeinfuge (Symphyse) miteinander verbunden. Sie besteht aus festem Knorpel- und Bindegewebe und erlaubt eine gewisse Beweglichkeit im Becken, ohne die das Gehen, Stehen, Sitzen oder Liegen nicht möglich wäre. Bedingt durch die Schwangerschaftshormone kommt es während der Schwangerschaft im Bereich des Beckens zu einer Lockerung der Bänder, Muskeln und des Beckenbodens. Die Bauchmuskeln werden weicher und dehnbarer, um dem wachsenden Babybauch Platz zu machen. Von der Auflockerung ist auch das Knorpelgewebe der Schambeinfuge betroffen, denn bei der Geburt muss das Baby durch das enge Becken passen. Zusammen mit den Fontanellen an Babys Kopf, die sich bei der Geburt ein wenig übereinander schieben können, erlaubt das etwas weitere und lockerere Becken dem Baby, den Geburtskanal zu passieren.

Gleichzeitig wird den mütterlichen Knochen und Gelenken während der Schwangerschaft Kalzium und Phosphor entzogen, weil das Baby einen erhöhten Bedarf an diesen Mineralstoffen hat. Dadurch kann die Schambeinfuge anfälliger für eine Symphysenlockerung (Diastase) werden.

Welche Symptome treten bei einer Symphysenlockerung in der Schwangerschaft auf?

Eine Symphysenlockerung in der Schwangerschaft ist unterschiedlich schmerzhaft. Hinweise auf eine Symphysenlockerung sind vor allem Schmerzen im Bereich des Schambeins, der Hüfte, in der Leistengegend und Rückenschmerzen im Bereich des unteren Rückens. Die Schmerzen verstärken sich beim Treppensteigen und Gehen oder auch in Positionen, in denen die Beine gespreizt sind. Häufig ist auch das Umdrehen im Liegen mit Schmerzen verbunden. Während bei einigen betroffenen Schwangeren die Schmerzen nur punktuell auftreten, berichten andere von größeren Problemen und einer eingeschränkten Beweglichkeit.

Durch die Symphysenlockerung kann es auch zu einer gewissen Instabilität im Becken kommen. Manchmal beobachtet man bei Schwangeren besonders ab dem dritten Schwangerschaftsdrittel den typischen, breitbeinigen „Watschelgang“, der durch die Lockerung von Schambein und Iliosakralgelenk verursacht wird.

Was tun bei Schambeinschmerzen in der Schwangerschaft?

Bei Schmerzen durch eine Symphysenlockerung empfiehlt sich körperliche Schonung. Tätigkeiten oder Positionen, bei denen Schmerzen auftreten, sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Bei Schambeinschmerzen hilft also in erster Linie eine Schonhaltung.

Ob Physiotherapie oder Osteopathie bei Symphysenlockerung infrage kommt, entscheidet der Arzt im individuellen Fall. Auch ein Beckengurt kann bei Bedarf verschrieben werden und bringt häufig Entlastung. Der Beckengurt oder Symphysen-Beckengurt sitzt unterhalb des Babybauchs sehr stramm auf den Hüften und drückt die Darmbeine zusammen. Das Becken wird dadurch entlastet und die Beschwerden lassen etwas nach. Der Beckengurt kann je nach Modell über oder unter der Kleidung getragen werden.

Manche Ärzte verordnen ein Kalzium-Präparat zur Stärkung der Knochen und Gelenke. Da Vitamin D bei der Kalzium-Aufnahme hilft, ist es sinnvoll, auch auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu achten. Vitamin-D-Präparate sollten ebenfalls nur auf ärztliche Anweisung hin eingenommen werden.

Gute Kalzium-Lieferanten sind neben Milch- und Joghurtprodukten und Käse:

  • grünes Gemüse wie Brokkoli, Mangold, Grünkohl, Spinat oder Fenchel
  • Kidney-Bohnen
  • Nüsse und Kerne, vor allem Mandeln und Haselnüsse oder Sesamsamen
  • manche Mineralwässer

Vitamin D kann der Körper selbst produzieren, wenn er genügend Sonnenlicht getankt hat. Das ist in unseren Breitengraden lediglich in den Sommermonaten möglich. Je nach Hauttyp sind etwa 15 Minuten Tageslicht in den wärmeren Monaten des Jahres empfehlenswert. Über die Nahrung kann Vitamin D hauptsächlich über fette Fischsorten wie Lachs oder Hering aufgenommen werden. Auch Eier (das Eigelb), Butter, Milch oder Käse enthalten Vitamin D. Avocados sowie Steinpilze und Champignons sind gute vegetarische Vitamin-D-Quellen.

Entlasten Sie die Symphyse bei Schambeinschmerzen durch Beckenhochlagerung:

Legen Sie sich auf die Seite und lagern Sie das obere Bein etwa in Hüfthöhe auf ein dickes Kissen. Bleiben Sie einige Zeit so und wechseln Sie dann die Seite.

Legen Sie sich auf den Rücken, Ihr Partner kniet im Fersensitz vor Ihnen. Nun rutschen Sie mit Ihrem Becken auf die Oberschenkel des Partners und legen die Beine ungefähr im 90-Grad-Winkel auf seinen Schultern ab.

Mobilisieren und stärken Sie Ihren Beckenboden. Im Geburtsvorbereitungskurs werden diverse sanfte Übungen vermittelt. Viele Hebammen und Frauenärzte bieten auch Akupunktur zur Linderung der Schmerzen an.

Geburt mit Symphysenlockerung

Schwangere mit einer Symphysenlockerung können in den meisten Fällen vaginal entbinden. In manchen Fällen wird ein Kaiserschnitt durchgeführt. Für die Geburt bei Symphysenlockerung wird von Hebammen eine Wassergeburt oder eine Geburtsposition im Vierfüßler-Stand empfohlen.

Verschwindet die Symphysenlockerung nach der Geburt wieder?

Nach der Geburt werden die Beschwerden im Bereich des Schambeins wieder besser. Bei den meisten Frauen verschwinden sie einige Wochen bis Monate danach von allein. Unterstützend wirkt dabei die Rückbildung (vor allem Stärkung des Beckenbodens) und in manchen Fällen auch spezielle Krankengymnastik (wird vom Arzt verschrieben).

Sehr selten kommt es durch die vaginale Geburt zu einer Symphysendehnung. Bei der Symphysendehnung vergrößert sich die Schambeinfuge auf mehr als sechs Millimeter. Körperliche Schonung, physiotherapeutische Behandlungen sowie eventuell ein Beckengurt werden bei der Symphysendehnung verordnet. Konsequent behandelt, verschwindet auch sie in der Regel innerhalb von vier bis sechs Wochen nach der Geburt.

Schambeinschmerzen in der Schwangerschaft

Druck im Becken steigt mit der Schwangerschaft

Wenn das Kind im Bauch heranwächst, steigt unter anderem der Druck auf die Beckenknochen und die sogenannte Schambeinfuge (Symphyse), die vorne den rechten und linken Beckenknochen miteinander verbindet und sich in der Mitte des Schambeins befindet. Hier sind die rechte und linke Schambeinhälfte mittels einer aus Bändern bestehenden Brücke miteinander verbunden.

Während der Schwangerschaft sorgen bestimmte Hormone dafür, dass das Bindegewebe des Körpers lockerer und somit dehnbarer wird.

Schambeinfuge wird breiter

Dies hat den Effekt, das beispielsweise das Becken für den Durchtritt des Kindes während der Geburt vorbereitet wird. Allerdings betrifft dies auch die Bänder, die die Schambeinfuge bilden. Das bedeutet, dass die Symphyse im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen bei werdenden Müttern cirka drei Millimeter breiter wird. Diese durch Hormone ausgelöste Lockerung und Dehnung der Symphysebänder löst bei manchen Frauen Schmerzen am Schambein aus, die auch in die Oberschenkel oder das Kreuzbein reichen können und beim Gehen, Stehen sowie bei anderen Belastungen besonders stark auftreten.

Zehn Prozent der Schwangeren betroffen

Etwa zehn Prozent aller Schwangeren sind von diesen Beschwerden betroffen, die unterschiedlich stark auftreten können. Man spricht im Allgemeinen von einer Diastase der Symphysis, wenn sich die Schambeinfuge lockert und dadurch ein ungewöhnlich weiter Abstand – zehn Millimeter und mehr – zwischen den Beckenknochen entsteht. Diese kann zum Ende des ersten Trimesters oder nach der Geburt auftreten.

Viele Schwangere bemerken die Symptome aber erst zur Mitte der Schwangerschaft hin. Da Frauen mit dieser Problematik zumeist auch in einer Folgeschwangerschaft mit diesen Beschwerden zu kämpfen haben, ist es empfehlenswert, die Symptome nach einer Schwangerschaft erst einmal abklingen zu lassen, bevor man versucht, ein weiteres Baby zu bekommen.

Treppensteigen kann schmerzhaft sein

Meistens verstärken sich die Schmerzen, wenn die Betroffenen die Beine spreizen, Treppen steigen oder einfach nur gehen. Auch das Drehen im Bett oder der nächtliche Gang zur Toilette kann Schwangeren den Schlaf rauben, da die Beschwerden in der Nacht oft schlimmer sind. Der behandelnde Frauenarzt oder die Hebamme wird die Patientin dann an einen Physiotherapeuten überweisen.

Stützgürtel sorgt für Linderung

Oft hilft auch der Einsatz eines orthopädischen Stützgürtels für das Becken, der die Schmerzen lindert. Weitere Behandlungsansätze sehen spezielle Übungen für den Bauch und die Beckenbodenmuskulatur vor, um die Stabilität zu verbessern. Auch der Besuch bei einem Osteopathen oder Chiropraktiker kann nützlich sein, sofern dieser Erfahrung mit der Behandlung von Schwangeren hat.

Schweres Heben besser vermeiden

Auch sollten die Schmerzen nicht um jeden Preis ertragen werden. Schmerzt eine bestimmte Aktivität, dann sollte man diese meiden. Dies gilt ganz besonders für schweres Tragen oder Heben sowie das Spreizen der Beine. Wenn es nicht verhindert werden kann, sollte man es langsam und vorsichtig tun.

Brustschwimmen bei Schambeinschmerzen ungeeignet

Auch auf Brustschwimmen sollte aufgrund der Bewegungsabläufe verzichtet werden. Zum Anziehen von Unterhosen und Jeans bevorzugen viele Betroffene laut eigener Angaben das Sitzen, wobei die Kleidung zuerst über die Füße gezogen wird, um sie dann beim Aufstehen weiter hochzuziehen.

Homöopathie gegen Schambeinschmerzen

Als weiteres Mittel zur Schmerzbewältigung wird in Schwangerschaftsforen Symphytum C30, ein homöopatisches Mittel diskutiert. Am besten fragt man bei der Hebamme oder Homöopathin nach, welche Globuli Linderung verschaffen können.

Wenn Sie Schambeinschmerzen während der Schwangerschaft verspüren, können Sie diese nicht gänzlich abstellen, aber durchaus lindern. Wir haben hier Tipps für Sie, wie Sie am besten damit umgehen, wenn Sie unter Schambeinschmerzen in der Schwangerschaft leiden:

  • Vermeiden Sie bei Schambeinschmerzen körperliche Belastung und heben Sie keine schweren Dinge. Es spricht auch nichts dagegen, sich eine Haushaltshilfe zuzulegen, die Ihnen bei den schweren Dingen des Alltags hilft.
  • Halten Sie, wenn die Schambeinschmerzen besonders stark sind, Bettruhe. Eine entspannende Haltung ist hierbei, wenn Sie ein Bein auf ein großes Kissen hochlegen. Das entlastet die Hüfte, weil sie sich durch diese Position nicht schmerzhaft verdrehen kann. Achten Sie zudem darauf, bequem zu liegen. Spezielle Schwangerschaftskissen helfen Ihnen hierbei.
  • Auch Schwimmen hilft bei vielen Frauen gegen Schambeinschmerzen in der Schwangerschaft. Die Schwerelosigkeit im Wasser entlastet Gelenke und baut außerdem Ihre Muskulatur auf, sodass Sie weniger Schmerzen verspüren.
  • Sport im Allgemeinen wird Ihnen gut tun. Vor allem Gymnastik oder Yoga sind zu empfehlen. Denn hier wird Ihre Muskulatur gestärkt, die schmerzenden Partien um das Schambein werden entlastet.
  • Tragen Sie bequeme Schuhe.
  • Schwangerschaftsgürtel stützen Ihr Becken und entlasten somit auch Ihren Körper bei Schambeinschmerzen.
  • Vermeiden Sie es, Medikamente oder Schmerzmittel zu nehmen. Denn diese können negative Auswirkungen auf das Baby haben. Besprechen Sie Sich also vor der Einnahme unbedingt mit Ihrem Arzt. Bei großen Schmerzen wird er Ihnen spezielle Schmerzmittel für Schwangere verschreiben. Alternativ sollten Sie auch lieber auf homöopathische Mittel zurückgreifen. Diese helfen auf sanfte Weise, Ihren Schmerz zu lindern.

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