Selbstständig als tagesmutter

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Selbstständig machen als Tagesmutter

Wer ein Herz für Kinder hat und sich im Bereich der (U3) Betreuung selbstständig machen möchte, kann hier die berufliche Option prüfen, Tagesmutter zu werden. Neben den persönlichen und fachlichen Voraussetzungen wird praxisorientiert erläutert, wie die Selbstständigkeit als Tagesmutter unter welchen Rahmenbedingungen zu einem Erfolg werden kann. Wer sich als Tagesmutter selbstständig machen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass dies kein sprichwörtliches Kinderspiel sein wird. Dieser Job ist durchaus fordernd und der Staat stellt hohe Anforderungen an selbstständige Tagesmütter.

Existenzgründung als Tagesmutter: auf diese Themen kommt es an

  • Bewertung der Ausgangslage
  • Tagesmutter werden: persönliche und fachliche Voraussetzungen
  • ein ansprechendes Gesamtkonzept ist gefragt
  • Steuern und Co.: formale Einordnung dieser Tätigkeit
  • rechtliche Aspekte für selbstständige Tagesmütter
  • Welche Versicherungen sind nötig?

Ausgangslage bewerten: Existenzgründung als Kinderspiel?

Insgesamt sprechen die Rahmenbedingungen ganz klar für den Schritt, sich beruflich selbstständig als Tagesmutter zu machen. Seit August 2013 haben Eltern einen rechtlichen Anspruch auf die Betreuung vom ersten Lebensjahr an. Hinzu kommt, dass der anhaltende Geburtenboom auch in den kommenden Jahren zu einer starken Nachfrage führen wird. Offizielle Zahlen zeigen, dass vor allem in großen Städten immer noch sehr viele Betreuungsplätze fehlen bzw. diese von städtischen, kirchlichen oder sozialen Einrichtungen nicht gedeckt werden können. Genau in diese Angebotslücke kann eine selbstständige Tagesmutter mit ihrer Betreuung stoßen, zumal viele Eltern händeringend nach einer Betreuungsalternative suchen.

Eine Standortanalyse konkretisiert die Erfolgsaussichten

Das hört sich alles sehr vielversprechend an. Aber dennoch sollten angehende selbstständige Tagesmütter als ersten Schritt zur Existenzgründung eine aussagekräftige Standortanalyse vornehmen. So ist der Bedarf an Betreuungsplätzen (anhand offizieller Zahlen, vorzugsweise mit Blick auf Wartelisten) mit den vorhandenen Plätzen abzugleichen. Nur so zeigt sich, ob in den kommenden Jahren tatsächlich mit einer hohen Auslastung zu rechnen ist. Das Betreuungsangebot kann dabei sogar innerhalb einer Stadt in unterschiedlichen Stadtteilen sehr unterschiedlich sein. Insofern muss eine Standortanalyse der erste Schritt für eine erfolgreiche Existenzgründung als Tagesmutter sein. Und schließlich müssen auch noch geeignete und bezahlbare Räumlichkeiten gefunden werden, die den Anforderungen entsprechen und zudem gut erreichbar sind. Natürlich kann die selbstständige Tätigkeit als Tagesmutter auch in den eigenen Wohnräumen stattfinden, sofern die Anforderungen erfüllt werden (dazu später mehr).

Persönliche Voraussetzungen ehrlich hinterfragen

Hier sind wir wieder beim sinnbildlichen Kinderspiel, das nur vordergründig den Berufsalltag prägen wird. Zweifelsohne ist dieser Beruf anstrengend, sodass angehende Gründerinnen ein hohes Maß an Belastbarkeit mitbringen sollten. Abgesehen von der nachzuweisenden fachlichen Qualifikation müssen selbstständige Tagesmütter auch ihre Motivation glaubhaft darstellen können. Hinzu kommt die Bereitschaft, mit Eltern und Behörden eng zusammenarbeiten zu wollen. Natürlich werden auch fachliche Weiterbildungen regelmäßig auf dem Programm stehen. Neben dem Kinderspiel ist auch der administrative Aufwand im Berufsalltag nicht zu unterschätzen (man denke etwa an Hygienevorschriften und Dokumentationspflichten). Wer sich selbstständig als Tagesmutter machen möchte, muss sich auch für solche Arbeiten ‚begeistern‘ können.

Rechtliche Voraussetzungen, um Tagesmutter zu werden

Wer sich als Tagesmutter selbstständig machen möchte, braucht abgesehen von einer fachlichen Qualifikation eine so genannte Pflegeerlaubnis. Details dazu werden in Paragraf 43 des 8. Sozialgesetzbuches geregelt. Die Pflegeerlaubnis wird durch das zuständige Jugendamt erteilt. Aus formaler Sicht sind insbesondere diese Voraussetzungen zu erfüllen:

  • die angebotene Betreuung wird vergütet
  • die Arbeitszeit liegt bei mehr als 15 Wochenstunden
  • die Tätigkeit soll mehr als 3 Monate dauern
  • die Betreuung ist außerhalb der elterlichen Wohnräume
  • betreut werden bis zu 5 Kinder

Zu beachten ist, dass die spezifischen Regelungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein können. In aller Regel ist aber mit einer Eignungsfeststellung zu rechnen, die sowohl Eignungsgespräche als auch Hausbesuche beinhalten kann. Zudem muss ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt werden. Auch muss durch ein Attest ein unbedenklicher Gesundheitszustand nachgewiesen werden. In aller Regel muss auch eine aktuelle Schufa-Auskunft vorgelegt werden. Wer eine Pflegeerlaubnis erteilt bekommt, kann für 5 Jahre maximal 5 Kinder betreuen (Verlängerungen sind möglich). Wer mehr als 5 Kinder (U3) betreuen möchte, braucht eine eingehende pädagogische Ausbildung (Erzieherin, Kinderpflegerin oder auch einen relevanten Studienabschluss).

Fachliche Qualifikation als selbstständige Tagesmutter?

Der Gesetzgeber sieht vor Aufnahme der selbständigen Tätigkeit als Tagesmutter eine spezielle Ausbildung vor, die sich aus 160 Unterrichtsstunden zusammensetzt. Es handelt sich hierbei um eine pädagogische Qualifizierung, die auf die Tätigkeit vorbereitet. Die Inhalte variieren je nach Bundesland, wobei eine gesetzliche Verpflichtung zur Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs besteht. Möglicherweise kann auch eine Hospitation in Kitas erforderlich sein. Die Kosten für diese Ausbildung inkl. Abschlussprüfung sind bundesweit nicht einheitlich geregelt. Sie bewegen sich aber zumeist in einem moderaten dreistelligen Bereich. Als Grundvoraussetzung für die Teilnahme ist ein Hauptschulabschluss oder die mittlere Reife vorzuweisen. Alternativ kann auch eine Berufsausbildung (egal in welchem Bereich) anerkannt werden.

Praxistipp: Wer sich als Tagesmutter selbstständig machen möchte und an irgendeinem Punkt nicht weiter kommt, sollte sich an das zuständige Jugendamt wenden. Hier erhalten angehende Existenzgründerinnen aussagekräftige Informationen vor allem mit Blick auf die Regelungen im jeweiligen Bundesland.

Anerkannte Ausbildungen sind eine Grundvoraussetzung

Wer online nach Ausbildungsangeboten sucht, wird in der Regel schnell fündig. Das Jugendamt wird aber nur solche Schulungen dulden, die durch einen offiziell anerkannten Träger durchgeführt werden. Insofern sollte dieser Aspekt bei der Auswahl berücksichtigt werden. Es zeigt sich schon, dass der Plan ‚selbstständig machen als Tagesmutter‘ eine gewisse Vorlaufzeit in Anspruch nehmen wird.

Das Konzept muss Kinder UND Eltern ansprechen

Wer sich als Tagesmutter selbstständig machen will, steht im Wettbewerb zu anderen Einrichtungen für die Großtagespflege sowie allen Kitas in der Umgebung. Insofern müssen selbstständige Tagesmütter auch als Geschäftsfrauen denken und handeln. Es sollte eine hohe Auslastung sichergestellt werden, um die eigene Einnahmesituation so positiv wie nur möglich zu gestalten. Und letztlich müssen vor allem die Eltern überzeugt werden, dass sie ihr Kind mit gutem Gewissen bei der Tagesmutter jeden Tag abgeben können.

In dieser Hinsicht ist neben einer liebevollen und sicherheitsorientierten Einrichtung Wert auf ein Konzept zu legen, das Eltern anspricht. Neben pädagogischen Konzepten und motorischen und kognitiven Fördermöglichkeiten sollten insbesondere die Betreuungszeiten auf die Bedürfnisse der Mehrheit der Eltern abgestimmt werden. In diesem Punkt kann auch eine Differenzierung gegenüber der Konkurrenz sinnvoll sein, indem etwa Betreuungszeiten bis in den späten Nachmittag angeboten werden. Auch das angebotene Essen kann sich gezielt von der Konkurrenz abheben, wobei gesunde Ernährung für viele Eltern ein wichtiges Kriterium ist. Letztlich muss das Gesamtkonzept kleinen Kindern Spaß bereiten und Eltern überzeugen, denn sie entscheiden letztlich darüber, ob ein Betreuungsplatz in Anspruch genommen wird.

Tagespflege: Anforderungen an die Räumlichkeiten

Viele angehende Tagesmütter fragen sich, ob die eigene Wohnung oder das eigene Haus für eine solche Tätigkeit genutzt werden kann. Alternativ besteht die Möglichkeit, neue Räumlichkeiten zu suchen. Die Räumlichkeiten sind mit Blick auf die Anforderungen gezielt auszuwählen, die in Paragraf 43 Absatz 2 des 8. Sozialgesetzbuches dargelegt werden. Eine Prüfung der Räumlichkeiten erfolgt bei einem Hausbesuch durch eine sozialpädagogische Fachkraft. Natürlich ist es auch möglich, dass sich zwei Tagesmütter zusammenschließen und nicht ihre eigenen Räumlichkeiten, sondern angemietete für die Großtagespflege nutzen. Zu den Anforderungskriterien gehören insbesondere:

  • ausreichende Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten
  • Rückzugs- bzw. Schlafmöglichkeiten
  • hohe Sicherheitsstandards durch unfallverhütende Maßnahmen
  • ausreichende Spielmöglichkeiten/-materialien
  • Einhaltung von Hygienestandards

Formale Rahmenbedingungen: rechtliche Aspekte

Wer sich als Tagesmutter selbstständig machen möchte, unterliegt der Steuerpflicht. Die Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit müssen bei der jährlichen Steuererklärung bis zum 31. Mai angegeben werden. Im Sinne von Paragraf 6 der Gewerbeordnung und gemäß Paragraf 18 des Einkommenssteuergesetzes handelt es sich bei Tagesmüttern um Einnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit, sodass kein Gewerbe angemeldet werden muss. Diese Regelungen gelten seit 2009 für selbstständige Tagesmütter, die nicht angestellt sind (und zwar ungeachtet der tatsächlichen Anzahl an betreuten Kindern). Es ist in der Regel zulässig, bei der Steuererklärung eine Betriebskostenpauschale zu beanspruchen.

Pflichten einer selbstständigen Tagesmutter

Was die rechtlichen Rahmenbedingungen angeht, so sehen sich selbstständige Tagesmütter mit zahlreichen Pflichten konfrontiert. Sie sind in dieser Hinsicht insbesondere für das körperliche und seelische Wohl der Kinder verantwortlich. Alle Anstrengungen müssen dem Ziel des Wohlergehens der betreuten Kinder dienen und darüber hinaus deren Förderung begünstigen.

Mehr Sicherheit schaffen durch Versicherungen

Natürlich wünscht es sich keiner, aber trotz aller Vorsicht lassen sich Unfälle nicht immer vermeiden. Insofern sollten selbstständige Tagesmütter einen umfassenden Versicherungsschutz herstellen, um im Ernstfall auf der sicheren Seite zu sein. Sofern eine Pflegeerlaubnis vorliegt, sind die betreuten Kinder über die Landes-Unfallversicherung abgesichert. Für Schäden, die durch die betreuten Kinder (vor allem bei Exkursionen) verursacht werden, ist eine Haftpflichtversicherung dringend zu empfehlen. Ohnehin wird das Jugendamt angehende selbstständige Tagesmütter mit Blick auf die Pflichten in diesem Bereich beraten.

Verdienst als selbstständige Tagesmutter?

Zum Schluss noch eine zentrale Frage, die für den Weg in die Selbstständigkeit als Tagesmutter sicher nicht unwichtig ist. Wieviel verdient eine selbstständige Tagesmutter? Hier gibt es regionale Unterschiede, sodass sich Interessentinnen vorab informieren sollten. Offiziellen Zahlen zufolge liegt der Verdienst pro Stunde und Kind in einem Rahmen von 3 bis 7 Euro. Bei einer maximalen Auslastung mit 5 Kindern ergäbe sich daraus ein Stundenlohn von 35 Euro, in dem auch die Sozialversicherungsbeiträge für die Tagesmutter und die Kosten für die Verköstigung der betreuten Kinder enthalten sind. Sofern Räumlichkeiten angemietet werden, sind diese Kosten zwar absetzbar, aber auch mindernd mit Blick auf die Einnahmen anzusehen.

Selbstständig machen als Tagesmutter: kompakte Zusammenfassung aller Schlüsselfaktoren

  1. Fehlende Betreuungsplätze vielerorts, ein Rechtsanspruch der Eltern auf Betreuung seit 2013 und ein anhaltender Geburtenboom versprechen auch langfristig gute Berufsaussichten als selbstständige Tagesmutter
  2. Wer als selbstständige Tagesmutter nachhaltig erfolgreich sein möchte, sollte den Standort mit Bedacht bzw. Blick auf die vorhandene Nachfrage wählen
  3. Selbstständige Tagesmütter stehen im Wettbewerb: das angebotene Betreuungskonzept muss Eltern ansprechen und sich von der Konkurrenz abheben (etwa mit Blick auf die im Lebensalltag wichtigen Betreuungszeiten)
  4. Formale Voraussetzung: Wer sich als Tagesmutter selbstständig machen möchte, muss beim Jugendamt eine Pflegeerlaubnis erwirken
  5. Mit Blick auf die fachliche Eignung ist eine Ausbildung zu absolvieren, die insgesamt 160 Stunden umfasst
  6. Die Anforderungen an die Räumlichkeiten für die Tagespflege werden in Paragraf 43 Absatz 2 des 8. Sozialgesetzbuches dargelegt
  7. Gemäß Einkommenssteuergesetz handelt es sich bei der Tagesmutter um eine freiberufliche Tätigkeit, sodass eine Gewerbeanmeldung nicht erforderlich ist
  8. Die Landes-Unfallversicherung und eine Haftpflichtversicherung schützen vor hohen Summen, die im Schadensfalle entstehen können.

Gewerbe anmelden als Tagesmutter?

Durch den Geburtenboom und den großen Bedarf an Betreuungsplätzen in vielen Städten spielen nicht wenige Frauen damit, sich im Bereich der Kinderbetreuung selbstständig zu machen. Und auch das ‚neue‘ Berufsbild Tagesvater findet gesellschaftlich immer mehr Akzeptanz. Wer sich als Tagesmutter selbstständig machen möchte, muss sich abgesehen von der erforderlichen persönlichen Qualifikation auch mit den formalen Startvoraussetzungen auseinandersetzen. Insofern ist neben einer notwendigen Ausbildung und einer durch das Jugendamt ausgestellten Betreuungserlaubnis auch die Frage zu prüfen, ob für die selbstständige Kinderbetreuung ein Gewerbe angemeldet werden muss.

Gewerbeordnung (GewO): Ein Blick in die Rechtsgrundlage

Wer prüfen will, ob für die Kinderbetreuung eine Gewerbeanmeldung als Tagesmutter notwendig ist, sollte einen Blick in die maßgebliche Gewerbeordnung werfen. Gemäß Paragraf 6 der Gewerbeordnung handelt es sich bei der Kindertagespflege nicht um eine gewerbliche Tätigkeit. In diesem Paragraf wird der Geltungsbereich der Gewerbeordnung geregelt. Es ist explizit die Rede davon, dass dieses Gesetz (= GewO) nicht ‚für die Erziehung von Kindern gegen Entgelt‘ angewendet wird. Der allgemeinen Rechtsprechung zufolge ist die Kindertagespflege diesem Bereich zuzuordnen, zumal Erziehungsaspekte ganz klar zum ‚Bildungsauftrag‘ von selbstständigen Tagesmüttern gehören.

Gewerbe anmelden für Kinderbetreuung? Regionale Unterschiede beachten

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass eine selbstständige Tagesmutter maximal 5 Kinder betreuen darf. Insofern kann der eigentlich vorgesehene Status der Freiberuflichkeit wegfallen, wenn Kindertagespflege in einem anderen Umfang angeboten wird. In jedem Fall empfiehlt es sich immer, bei Unklarheiten das zuständige Jugendamt anzusprechen. Dort erhalten angehende selbstständige Tagesmütter eine umfassende Beratung, auch mit Blick auf die Anforderungen im jeweiligen Bundesland. Hier kann es z.T. deutliche Unterschiede geben, sodass Rechercheergebnisse aus dem Internet immer mit Vorsicht zu genießen sind.

Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesem Status?

Selbstständige Tagesmütter müssen in Anbetracht der Ausführungen bis dato kein Gewerbe anmelden. Sie werden in der Regel als Freiberufler anerkannt. Somit entfällt die Pflicht, ein Gewerbe für die Kinderbetreuung anmelden zu müssen. Auch hat die Anerkennung als Freiberufler erleichternd zur Folge, dass sich die Buchhaltung deutlich vereinfacht. Die Einordnung von selbstständigen Tagesmüttern stützt sich auch auf Paragraf 18 Absatz 1 des Einkommenssteuergesetzes, in dem von erzieherischen Tätigkeiten die Rede ist. Auch wenn für die professionelle Kinderbetreuung kein Gewerbe angemeldet werden muss, so unterliegen die Einkünfte dennoch der Einkommenssteuer. Zudem kann bei der jährlich bis Ende Mai einzureichenden Steuererklärung pro betreutem Kind eine Pauschale für Betriebskosten geltend gemacht werden.

Zusammenfassung für die Existenzgründung: Ist eine Gewerbeanmeldung für die Kinderbetreuung nötig?

1. Selbstständige Tagesmütter müssen für eine Ausübung der Tätigkeit ihre fachliche Eignung durch eine spezielle Ausbildung nachweisen. Nur so kann die vom Jugendamt erteilte Betreuungserlaubnis erlangt werden

2. Paragraf 6 der maßgebenden Gewerbeordnung regelt, für welche Bereiche dieses Gesetz ausdrücklich keine Anwendung findet

3. Dort ist explizit von der entgeltlichen Kindererziehung die Rede, sodass eine Gewerbeanmeldung für Tagesmütter nicht vorzunehmen ist

4. Paragraf 18 (Absatz 1) des Einkommenssteuergesetzes legt zudem nahe, dass die erzieherische Tätigkeit den Freien Berufen zuzuordnen ist

5. Neben der Beachtung formaler Rahmenbedingungen für die Existenzgründung im Bereich der Kinderbetreuung ist auch an die private Vorsorge in Bezug auf Krankenversicherung und Rente zu denken.

Selbstständig als Tagesmutter – Gründen als Erzieher/in

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In vielen Städten und Regionen sind Plätze für die Betreuung von Kindern in einer Kita rar. Besonders in Regionen, die von einem starken Zuzug betroffen sind, finden junge Eltern nur schwer einen Kitaplatz. Vor einigen Jahren wurde der Anspruch auf einen Kindergartenplatz gesetzlich verankert. Eltern, die kein Betreuungsangebot in Anspruch nehmen können, haben in den vergangenen Jahren die Städte und Kommunen verklagt. Teilweise ohne Erfolg, denn wenn es keine Plätze gibt, können diese auch nicht vergeben werden.

Die Suche der Eltern nach einem Kitaplatz hat aber auch eine positive Seite. Der Beruf der Tagesmutter hat wieder einen hohen Stellenwert. Wenn ihr plant, euch als Tagesmutter selbstständig zu machen, werdet ihr kurzfristig einen hohen Zuspruch erleben.

Persönliche Voraussetzungen für selbstständige Tagesmutter

Ich mag Kinder, also kann ich sie auch erziehen! Was auf Eltern zutrifft, jedenfalls sieht es der Staat so und verlangt keine Nachweise wie einen Elternführerschein oder ähnliches – das ist bei Erziehern ganz und gar nicht so… Hier regelt der Staat durchaus genau, welche Voraussetzungen ihr als Tagesmutter erfüllen müsst:

  • Ausbildung als Erzieherin, Sozialpädagogin oder Tagesmutter
  • geeignete Räumlichkeiten
  • hohes Organisationstalent
  • guter Umgang mit Stress
  • Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten

Fachliche Qualifikation als selbstständige Tagesmutter

Vor der Aufnahme der selbständigen Tätigkeit als Tagesmutter müsst ihr eine spezielle Ausbildung nachweisen. In 160 Unterrichtsstunden bekommt ihr eine pädagogische Qualifizierung, die euch auf die Tätigkeit vorbereitet. Die Inhalte variieren je nach Bundesland, immer dabei ist aber ein Erste-Hilfe-Kurs. In manchen Gemeinden ist auch eine Hospitation in Kitas Pflicht.

Die Kosten für diese Ausbildung inkl. Abschlussprüfung sind bundesweit nicht einheitlich und liegen im unteren dreistelligen Bereich. Grundvoraussetzung ist ein Hauptschulabschluss oder die mittlere Reife oder eine Berufsausbildung.

Euer Konzept für Kinder und Eltern

Grundsätzlich müsst ihr die Eltern mit eurem Angebot überzeugen. Dh: Neben einer liebevollen und sicherheitsorientierten Einrichtung solltet ihr also Wert auf ein Konzept legen, das Eltern anspricht. Folgendes solltet ihr bedenken:

  • pädagogische Konzepte
  • motorischen und kognitiven Fördermöglichkeiten
  • Betreuungszeiten auf Eltern-Bedürfnisse abgestimmt
  • Essensangebot
  • räumliche Nähe zu den Familien

Baut euch ein kleines Tagesmutter-Team auf

Die professionelle Betreuung der Kinder ist alleine nicht einfach. Was, wenn ihr selbst mal krank seid, wie regelt ihr Urlaubszeiten? Außerdem braucht ihr Mitarbeiter, die sich um das Essen und die Sauberkeit der Räumlichkeiten kümmern. Möchtet ihr mehr als sechs bis acht Kinder aufnehmen, ist es empfehlenswert, wenn ihr im Team zu zweit arbeitet. Auch wenn ihr erst einmal alleine anfangt… plant zumindest eine Kollegin oder sogar einen Kollegen ein, sucht nach geeigneten Mitstreitern.

Und dabei solltet ihr auch die Organisation eurer Firma nicht vergessen …

  • Welche Rechtsform eignen sich am besten für so ein Team?
  • Wie organisiert ihr Abrechnung und Buchhaltung?

Denkbar ist hier zum Beispiel eine Partnergesellschaft. Schaut doch mal hier: Basics: Welche Rechtsform passt für mein Unternehmen?

Pflegeerlaubnis für Tagesmutter

Wer sich als Tagesmutter selbstständig machen möchte, braucht abgesehen von einer fachlichen Qualifikation eine so genannte Pflegeerlaubnis. Die Regelungen dazu findet ihr in Paragraf 43 des 8. Sozialgesetzbuches. Die Pflegeerlaubnis bekommt ihr vom zuständigen Jugendamt. Die Voraussetzungen:

  • eure angebotene Betreuung wird vergütet
  • eure Arbeitszeit liegt über 15 Wochenstunden und auf mindestens 3 Monate ausgelegt sein
  • die Betreuung ist außerhalb der elterlichen Wohnräume und betreut werden bis zu 5 Kinder

Achtung: Die Bundesländer haben dazu noch zusätzliche Regelungen.

  • Außerdem müsst ihr eine Eignungsfeststellung durchlaufen, oft in Eignungsgesprächen und Hausbesuchen.
  • Ihr braucht ein polizeiliches Führungszeugnis und
  • ein Attest zu eurem unbedenklichen Gesundheitszustand.
  • Häufig wird nach einer aktuellen Schufa-Auskunft gefragt.

Bekommt ihr die Pflegeerlaubnis erteilt, dürft ihr für 5 Jahre maximal 5 Kinder betreuen (Verlängerungen sind möglich). Wer mehr als 5 Kinder (U3) betreuen möchte, braucht eine eingehende pädagogische Ausbildung (Erzieherin, Kinderpflegerin oder auch einen relevanten Studienabschluss).

Finanzamt & Gewerbeamt Anmeldung für Tagesmutter

Um euren Verdienst abrechnen zu können, benötigt ihr eine Steuernummer. Ab einem bestimmten Verdienst (Kleinunternehmerregelung gilt seit 2020 bis 22.000 Euro) Umsatz müsst ihr Umsatzsteuer abführen. Dafür beantragt ihr beim Finanzamt eine Umsatzsteuer-ID.

Grundsätzlich unterleigt ihr als Tagesmutter der Steuerpflicht, Abgabe über eure Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit bei der jährlichen Steuererklärung bis zum 31. Mai.

Eure Einnahmen gelten als solche aus freiberuflicher Tätigkeit, ihr müsst also kein Gewerbe anmelden. Es ist in der Regel zulässig, bei der Steuererklärung eine Betriebskostenpauschale zu beanspruchen.

Versicherungen für eine Tagesmutter

Als Tagesmutter müsst ihr eine spezielle Haftpflichtversicherung nachweisen, die ihr speziell für diesen Berufsstand abschließen könnt. Die Versicherung tritt ein, wenn Eltern Schadensersatzansprüche geltend machen, weil ein Kind verletzt wurde. Dabei handelt es sich um Fahrlässigkeiten, die im Alltag einer Erzieherin oder Tagesmutter auftreten können. Glücklicherweise kommen schwere Unfälle nur selten vor. Wenn es aber dazu kommen sollten, können die Schadenersatzansprüche der Eltern schnell in die Zehntausende gehen. Ohne die Versicherung wäre die Existenz der Tagesmutter gefährdet. Aus diesem Grund ist die Versicherung gesetzlich vorgeschrieben.

Für Tagesmütter, die einen Teil ihres Hauses für die Betreuung der Kinder verwenden, ist der Abschluss einer Risikolebensversicherung dringend empfehlenswert. Die Versicherung tritt ein, wenn der Partner tödlich verunglückt. Da es sich nicht um eine kapitalbildende Versicherung handelt, sind hohe Versicherungssummen für einen vergleichsweise geringen Betrag möglich. Dies gilt vor allem für junge Menschen. Weitere Informationen zum Thema Risikolebensversicherung erhaltet ihr hier.

Anforderungen an eure Räumlichkeiten

© Alexander Vollmer /

Reicht die eigene Wohnung oder Haus für eure Tätigkeit als Tagesmutter aus? Oder ist es besser, neue Räumlichkeiten zu suchen?

Die Anforderungen für eure Räume zur Kindererziehung regelt Paragraf 43 Absatz 2 des 8. Sozialgesetzbuches. Ihr solltet euch auch auf eine Prüfung eurer Räumlichkeiten durch einen Hausbesuch durch eine sozialpädagogische Fachkraft einstellen. Die Anforderungskriterien:

  • Platz: ausreichende Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten
  • Ruheraum schaffen: Rückzugs- und Schlafmöglichkeiten
  • Kindersicher: hohe Sicherheitsstandards durch unfallverhütende Maßnahmen
  • Spielzeug: ausreichende Spielmöglichkeiten/-materialien
  • Hygiene: Einhaltung von Hygienestandards

Verdienst als selbstständige Tagesmutter

Wieviel verdient ihr als selbstständige Tagesmutter? Das ist regional unterschiedlich. Offiziellen Zahlen sprechen von einem Verdienst pro Stunde und Kind zwischen 3 bis 7 Euro. Der Tagesmütter Bundesverband empfiehlt 5,50 Euro pro Stunde. Eine kleine Modellrechnung: 35 Betreuungsstunden pro Woche zu je fünf Euro fallen = 700 Euro pro Kind.

Bei maximaler Auslastung von 5 Kindern wäre das ein Wochenlohn von 3.500 Euro. Allerdings gehen davon auch eure Sozialversicherungsbeiträge und die Essenskosten für die Kinder ab.

Förderungen für Tagesmütter

Grundsätzlich könnt ihr mit dem Gründungszuschuss über die Agentur für Arbeit gefördert werden. Der Gründungszuschuss ist eine Leistung nach § 93 Sozialgesetzbuch III und wird für Gründer zur Verfügung gestellt, die mit der geförderten hauptberuflichen Selbständigkeit ihre Arbeitslosigkeit beenden. Wie das genau funktioniert, erfahrt ihr hier: Gründungszuschuss richtig beantragen: In 10 Schritten zur Förderung (2020)

Solltet ihr andere Wege der Vorfinanzierung eures Vorhabens suchen, dann könnt ihr euch auch unseren Leitfaden Gründer-Finanzierung | So bekommt ihr das Geld für den Start schauen.

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Als Tagesmutter selbständig machen: Förderung?

Ich will mich als Tagesmutter selbständig machen. Eine Umschulung zur Tagesmutter habe ich bereits absolviert. Welche Unterstützung steht mir zu? Zurzeit arbeite ich nach meiner Elternzeit zweimal die Woche. Mein Mann wird sich ab dem 01.05.2014 oder früher leider arbeitslos melden müssen. Mein jetziger Arbeitgeber kann mir leider keinen Vollzeitjob anbieten. Welche Möglichkeiten habe ich, um eine Unterstützung für meine Vorhaben zu bekommen?

Antwort

Wenn Sie die Tätigkeit als Tagesmutter nebenberuflich aufnehmen möchten, sollten Sie Ihren Arbeitgeber darüber informieren und sich ggf. sein Einverständnis schriftlich geben lassen. Sollten Sie jedoch die Tätigkeit als Tagesmutter hauptberuflich ausüben wollen und Sie beenden Ihr versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber, könnten Sie mit dem Gründungszuschuss über die Agentur für Arbeit gefördert werden.
Der Gründungszuschuss ist eine Leistung nach § 93 Sozialgesetzbuch III und wird für Gründer zur Verfügung gestellt, die mit der geförderten hauptberuflichen Selbständigkeit ihre Arbeitslosigkeit beenden. Als hauptberuflich wird jede Tätigkeit ab 15 Stunden pro Woche angesehen. Der jeweilige Antrag ist vor Beginn der hauptberuflichen Selbständigkeit bei Ihrer Agentur für Arbeit zu stellen.
Nach §93 Abs.: 2 SGB III kann der Zuschuss geleistet werden, wenn die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer:

  1. „bis zur Aufnahme der selbständigen Tätigkeit einen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, dessen Dauer bei Aufnahme der selbständigen Tätigkeit noch mindestens 150 Tage beträgt und nicht allein auf § 147 Absatz 3 beruht,
  2. der Agentur für Arbeit die Tragfähigkeit der Existenzgründung nachweist und
  3. ihre oder seine Kenntnisse und Fähigkeiten zur Ausübung der selbständigen Tätigkeit darlegt.
    Zum Nachweis der Tragfähigkeit der Existenzgründung ist der Agentur für Arbeit die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle vorzulegen.“

Als fachkundige Stellen sind insbesondere die Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, berufsständische Kammern, Fachverbände und Kreditinstitute benannt. Inwiefern in Absprache mit der Arbeitsagentur z.B. auch ein Steuerberater für die Bewertung hinzugezogen werden kann, klären Sie bitte im Vorfeld mit der Agentur für Arbeit.
Die Förderung erstreckt sich in einer ersten Phase über sechs Monate, in denen Sie den Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes zuzüglich einer Pauschale in Höhe von 300 Euro erhalten. Bei intensiver Geschäftstätigkeit und hauptberuflichen unternehmerischen Aktivitäten kann eine Weiterförderung in Höhe der Pauschale von 300 Euro für weitere neun Monate bewilligt werden.
Der jeweilige Antrag ist bei Ihrer Agentur für Arbeit zu stellen. Zusätzlich muss eine Kurzbeschreibung der Geschäftsidee, ein Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan sowie eine Umsatz- und Rentabilitätsvorschau vorgelegt werden. Für die Beantragung muss die Tragfähigkeit Ihrer Existenz durch eine fachkundige Stelle bestätigt werden.
Weitere Informationen zum Gründungszuschuss erhalten Sie auf den Seiten der Arbeitsagentur, z.B. in der aktuellen Geschäftsanweisung unter (www).
Der Bund und die Länder bieten zudem weitere Fördermöglichkeiten in Form von Zuschüssen, Darlehen oder Bürgschaften zum Aufbau einer selbständigen Tätigkeit an. Welches Förderprogramm in Frage kommen könnte, ist unter anderem von der Fördersumme abhängig.
Als Beispiel möchte ich Ihnen das ERP-Gründerkredit – StartGeld als Bundesförderung vorstellen. Die KfW Bankengruppe fördert mit Unterstützung des ERP-Sondervermögens Existenzgründer, Freiberufler sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln im In- und Ausland mit günstigen Konditionen bis zu einem Fremdfinanzierungsbedarf von bis zu 100.000 Euro. Gefördert werden alle Formen der Existenzgründung, also Errichtung, Übernahme eines Unternehmens und Erwerb einer tätigen Beteiligung sowie Festigungsmaßnahmen in den ersten drei Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit. Eine Gründung im Nebenerwerb muss mittelfristig auf den Vollerwerb ausgerichtet sein. Informationen zu diesem Förderprogramm finden Sie auf der Internetseite www.kfw.de (www).
Sie können sich auch gerne an das Infocenter der KfW-Bankengruppe unter der Rufnummer 0800 5399001 wenden.
Bei geringem Kapitalbedarf ist auch eine Förderung über den Mikrokreditfonds möglich. Dieses Programm richtet sich an Vorhaben mit einem Kreditbedarf von bis zu 20.000 Euro. Es gibt keine Kredituntergrenze, so dass auch sehr kleine Kredite gewährt werden können. Das Besondere hierbei ist, dass auch Gründer, die keinen Zugang zu Banken haben, hier einen Kredit erhalten können. Weitere Informationen zum Mikrokreditfonds und zur Beantragung in Ihrem Bundesland finden Sie auf der Internetseite www.mikrokreditfonds.de (www).
Inwiefern eine Förderung durch Ihre Kommune/Gemeinde möglich ist, müssten Sie bitte vor Ort in Erfahrung bringen.
Zu weiteren Förderprogrammen in Nordrhein-Westfalen berät das Startercenter NRW unter der der Rufnummer 0211-8371939.
Sie können sich aber auch über die Internetseite www.foerderdatenbank.de (www) informieren, welche Fördermöglichkeiten für Sie bestehen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stellt auf dieser Internetseite eine Förderdatenbank zur Verfügung. Unter Eingabe Ihrer Kriterien (Fördergebiet, Förderart oder Förderbereich), können Sie entsprechende Programme und Richtlinien einsehen.
Für Fragen zur Einstellung von Praktikanten und Auszubildenden können Sie gern das Infotelefon zum Arbeitsrecht des BMAS von Montag-Donnerstag von 08:00-20:00 Uhr unter 030 22 19 11 004 anrufen.
Quelle: Ulrike Klein
Infotelefon zu Mittelstand und Existenzgründung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Tel.: 030-340 60 65 60 – Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 20:00 Uhr – Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr
März 2014

Foto: Anja Beuse Photo

Frau Lange-Kuhlmann, erinnern Sie sich noch an die ersten Tage Ihrer Selbstständigkeit als Tagesmutter? Lief damals alles wie geplant?

Ich habe am 1. August 2012 als Tagesmutter angefangen. Gestartet bin ich mit drei Kindern, von denen eins noch heute bei mir in der Betreuung ist.  Die ersten Wochen waren sehr anstrengend. Wir haben ja praktisch zu viert neu angefangen, drei kleine Kinder und ich. Wir mussten uns aneinander gewöhnen und als Gruppe zusammenwachsen. Und obwohl ich selber Zwillinge großgezogen habe, war mir die viele Arbeit mit drei kleinen Kindern irgendwie so nicht vorher bewusst.

Hin und wieder gab es anfangs auch schlaflose Nächte. Egal, wie gut man sich vorbereitet, es ist und bleibt ein Sprung ins kalte Wasser, mal so eben ganz etwas anderes zu tun. Und dann noch selbstständig…

Wie viele Kinder betreuen Sie derzeit? Wie sieht Ihr Alltag aus?

Derzeit betreue ich fünf Kinder. Die Älteste wird bald vier Jahre alt, der Kleinste ist 13 Monate.
Jeder Tag ist anders. Ich muss mich jeden Morgen neu auf die Kinder einstellen, schauen was ihnen gerade wichtig ist und versuche, jedes meiner Kinder in seiner individuellen Entwicklung zu unterstützen. Als Tagesmutter ist es nicht nur meine Aufgabe die Kinder zu betreuen, ich habe auch einen Bildungs- und Erziehungsauftrag.
Mein Arbeitstag beginnt in der Regel so gegen 6.30 Uhr. Ich bereite das Frühstück und das Mittagessen vor. Zwischen 7.30 Uhr und 8.00 Uhr trudeln nach und nach meine Tageskinder ein. Mit einem gemeinsamen Frühstück beginnen wir unseren Tag. Dann sind wir sehr viel im Freien unterwegs oder wir basteln, lesen Bücher, tuschen, singen Lieder usw.
Nach einem gesunden Mittagessen ist es Zeit für den Mittagsschlaf. Am Nachmittag, nach der Vesper, sind wir oft auf einem nahe gelegenen Spielplatz anzutreffen. Bei zu schlechtem Wetter spielen und beschäftigen wir uns hier in der Wohnung. So gegen 16.30 Uhr sind meist alle Kinder abgeholt.
Doch dann habe ich noch lange nicht Feierabend. Aufräumen, Saubermachen, Vorbereitungen für den nächsten Tag müssen erledigt werden.
Nicht zu vergessen: So manches Wochenende verbringe ich mit dem Portfolio über die mir anvertrauten Kinder.
Ich habe wirklich gut zu tun, aber die Arbeit als Tagesmutter macht mir unheimlich viel Freude und das wiegt die viele Arbeit auf.

Wie ist überhaupt die Idee entstanden, sich als Tagesmutter selbstständig zu machen?

Oh, den Wunsch hegte ich schon sehr, sehr lange. Von Beruf bin ich Datenverarbeitungskauffrau und ich habe auch immer im kaufmännischen Bereich gearbeitet.
Aber irgendwann war ich unzufrieden und wollte mich beruflich unbedingt verändern. Die Freude am Umgang mit heranwachsenden Kindern ist für mich einer der wichtigsten Gründe als Tagesmutter zu arbeiten.

Es gibt ja nicht wenige Tagesmütter in Neubrandenburg. Wie erfolgreich sind Sie?

Meines Wissens nach sind wir etwas über 80 Tagesmütter in Neubrandenburg. Ich weiß nicht wie es bei den meisten meiner Kolleginnen und Kollegen mit der Auslastung aussieht.
Ich habe viele Anfragen und bereits eine Warteliste. Das macht mich schon stolz.

Als Tagesmutter wurden Sie nicht geboren. Wie, wo und mit wem haben Sie sich damals fit gemacht für die Selbstständigkeit? Welche Wissenslücken gab es vor dem Start in die Selbstständigkeit?

Für mich war das Thema private Kinderbetreuung absolutes Neuland. Als für mich feststand, dass ich als Tagesmutter durchstarten möchte, war mein erster Ansprechpartner das Jugendamt in Neubrandenburg.
Ich habe dann den Kurs zur Qualifizierung von Tagespflegepersonen an der Volkshochschule Demmin mit dem Erwerb des Zertifikates des Bundesverbandes für Kindertagespflege erfolgreich abgeschlossen.
Sehr wichtig war für mich auch der Existenzgründungskurs beim Allgemeinen Unternehmensverband Neubrandenburg. Themen wie Marketing, Recht oder Steuern standen auf dem Stundenplan. Ich habe Sachen gelernt, von denen ich vorher noch nie gehört hatte. Dieses Wissen hilft mir heute noch weiter.
Bei der Erstellung meines Businessplanes erinnere ich mich gern an eine ganz tolle Zusammenarbeit mit Ute Lehmbeck vom Büro für Existenzgründungen – kurz Bürex. Sie hat mir auch noch lange nach der Gründung immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden, wenn ich Fragen hatte.

Welche Rechtsform haben Sie für Ihr Unternehmen gewählt?

Meine Rechtsform ist vorgeschrieben. Als Tagesmutter bin ich Freiberuflerin.

Brauchten Sie Geld für Ihre Gründung? Haben Sie Fördermittel beantragt?

Ja, ich habe von der Agentur für Arbeit den Gründungszuschuss erhalten. Ansonsten brauchte ich kein Geld. Die Wohnung, in der ich nicht lebe und die ich ausschließlich für die Kinder hergerichtet habe, gehört mir. Für die kindgerechte Einrichtung, wie Babybetten, Spielzeug oder Wickeltisch, habe ich mein Erspartes gehabt.

Wo sehen Sie in der nächsten Zeit Ihre größten Herausforderungen?

Sie werden es nicht glauben, aber Herausforderungen gibt es jeden Tag und das ist auch gut so. Zu den besonderen Herausforderungen gehört der Wechsel von Kindern. Demnächst stehen gleich zwei solcher Wechsel an. Zwei der „Großen“ kommen in den Kindergarten und zwei „Kleine“ rücken nach. Das sehe ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Der Abschied ist immer sehr emotional. Das hatte ich mir vorher so nicht unbedingt vorgestellt.

Kindertagespflege – selbstständig oder doch lieber angestellt?

Abgrenzungskriterien: Selbstständig vs. angestellt

Tagesmütter können selbstständig oder angestellt tätig sein. Wie die Beschäftigungsart letztendlich kategorisiert wird, hängt davon ab, ob Sie bei der Durchführung und Gestaltung der Kindertagespflege an die Vorgaben der Eltern bezüglich Ort, Zeit und Art der Betreuung gebunden sind oder beim Umfang und der Art der Betreuung selbst das Sagen haben. Dazu zählen unter anderem Ernährungsfragen wie auch die konkrete Betreuungsausgestaltung – sehen die Kinder fern, welche Spiele spielen sie, machen sie Ausflüge usf.

Als Anhaltspunkt dient ebenso der reguläre Ort der Betreuung. Befindet sich dieser im Haushalt der Eltern, ist von einem Arbeitsverhältnis zwischen Ihnen als Arbeitnehmerin und den Eltern als Arbeitgeber auszugehen. Tagesmütter hingegen, die Kinder verschiedener Eltern in ihrem eigenen Haushalt bzw. anderen kindgerechten Räumen betreuen, sind üblicherweise selbstständig tätig.

Beschäftigungformen in der Kindertagespflege

Tagesmütter können arbeitsrechtlich auf drei unterschiedliche Arten tätig sein. Diese unterscheiden sich durch:

  • Herkunft des Entgelts
  • Höhe des Entgelts
  • Sozialversicherungsfreiheit bzw. -pflicht
  • Höhe der Sozialabgaben

Selbstständige Tätigkeit

Die meisten Tagesmütter arbeiten als Selbstständige. Sie beziehen ihr Entgelt von öffentlichen Jugendhilfeträgern oder privat von den Eltern.

Haushaltsnaher Minijob

Minijobs sind gesetzlich so ausgerichtet, dass die Tätigkeiten im Haushaltsbereich finanziell begünstigt sowie bürokratisch möglichst unbelastet sind. Auch sie stellen ein Beschäftigungsverhältnis dar, bei welchem die Eltern zum Arbeitgeber werden.

Für die Kindertagespflege im Rahmen eines Minijobs ist der Mindestlohn zu zahlen. Da die monatliche Verdienstgrenze bei 450 € liegt, ist die Tagesmutter steuerbefreit und muss nur eingeschränkt Sozialabgaben leisten. Als Arbeitgeber sind die Eltern verpflichtet Pauschalabgaben von 12 % des Verdienstes zu zahlen. Dabei entfallen 5 % auf die gesetzliche Krankenversicherung, 5 % auf die gesetzliche Rentenversicherung, 1,6 % auf die gesetzliche Unfallversicherung sowie 0,84 % auf Umlagen um die Arbeitgeberaufwendung bei Mutterschaft und Krankheit auszugleichen. Gegebenfalls können noch 2 % einheitlicher Pauschsteuer anfallen.

Für Minijobs, die ab 2013 angetreten wurden, besteht prinzipiell keine Rentenversicherungspflicht.

Findet die Betreuung im Privathaushalt statt, erfolgt die Anmeldung des Minijobs per sogenannten Haushaltsscheck bei der Minijob-Zentrale (www.minijob-zentrale.de).

Festanstellung

Geht die Kindertagespflege über ein geringfügiges Betreuungsangebot hinaus, können die Eltern ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis mit der Tagesmutter eingehen. Damit werden sie zu einem Arbeitgeber und müssen die damit verbundenen Pflichten übernehmen.

Dies bedeutet, dass Sie als Tagesmutter beim Finanzamt, den entsprechenden Sozialversicherungen sowie der Berufsgenossenschaft (BGW) anzumelden sind und diesbezügliche Beiträge getragen werden müssen. Darüber hinaus sollte eine Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Ein wesentlicher Vorteil der Festanstellung ist, dass Sie Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Urlaub und im Krankheitsfall haben.

Wie beim Minijob, sollte auch in diesem Fall die Höhe des Stundenlohns der Leistung sowie dem Mindestlohngesetz entsprechen. Eltern können als Personengesellschaft bzw. Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) Zuschüsse für die Festanstellung einer Tagesmutter beantragen, sofern sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Nähere Infos dazu sind auf der Internetseite der ESF-Regiestelle (www.esf-regiestelle.de) und im Förderleitfaden des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu finden.

Auch diese Option besteht: Eltern können sich zusammenschließen oder als Elterninitiative einen Verein gründen und in dieser Form als Arbeitgeber eine Tagesmutter fest anstellen. Das Jugendamt berät hierbei gerne und informiert über rechtliche und sonstige Rahmenbedingungen. Außerdem kann es gleich bei der Auswahl einer passenden Tagesmutter unterstützen.

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Generell gilt: Nicht unter Wert verkaufen!

Als Tagesmutter sind Sie grundsätzlich freiberuflich selbstständig tätig. Das bedeutet, Sie müssen sich im Regelfall Gedanken und Ihre Preisgestaltung machen, wenn Sie wirtschaftlich arbeiten und einen Gewinn erzielen wollen. Wie rechne ich aus, was ich als Tagesmutter verdienen muss? Wie hoch muss der Tagesmutter Verdienst sein?

Über den angemessenen Preis für eine Tagesmutter gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen, weshalb es besonders wichtig ist, dass Sie diesbezüglich eine Linie finden, mit der Sie gut leben können, ohne sich tagtäglich über Ihre Gutmütigkeit ärgern zu müssen.

Bedenken Sie dabei schon im Vorfeld: Tagesmutter zu sein ist ein anstrengender Fulltime-Job, der großes Engagement und unermüdlichen Einsatz fordert. Lassen Sie sich deshalb bitte nicht einreden, Ihre Arbeit sei weniger wert als die eines beliebigen Angestellten.

Diese Faktoren sollten Sie berücksichtigen, wenn es um Ihre Preise geht:

  • Wie viele Kinder werden Sie bei sich aufnehmen? Wenn Sie pro Kind und Stunde bezahlt werden, ist dies eine der wichtigsten Fragen, die beantwortet werden müssen.
  • Welchen täglichen Materialaufwand werden Sie haben? Was werden Sie für Essen, Spiel- und Beschäftigungsmaterialien und die Freizeitgestaltung der Kinder ausgeben müssen? Kalkulieren Sie hier nicht zu knapp, denn sonst zahlen Sie selbst drauf.
  • Müssen Sie eventuell Räume anmieten? In welchem Umfang wird Ihre Tätigkeit den Wasser- und Stromverbrauch erhöhen?
  • Denken Sie auch daran, dass Sie zur Zahlung von Sozialabgaben verpflichtet sind, sowie auch an die eventuelle Steuerpflichtigkeit Ihres Einkommens.
  • Vergessen Sie auch die Kosten für Ihre Fortbildung nicht, sowie Telekommunikationsgebühren und Ihren Aufwand an Büromaterialien.
  • Fahren Sie Kinder auch zum Sportverein oder zu anderen Terminen? Dann setzen Sie auch hierfür eine angemessene Summe für Bezinkosten an.

Über wen erfolgt die Bezahlung?

Ein ganz grundsätzlicher Unterschied in der Bezahlung von Tagesmüttern ist, ob selbige über das Jugendamt oder rein über die Eltern der Tageskinder erfolgt. Entscheidungsfreiheit haben die Tagesmütter in Bezug auf ihre Einnahmen bei einem öffentlichen Entgelt nicht. Die genaue Höhe wird hierbei durch die öffentliche Hand festgelegt. Das Jugendamt trägt einen Großteil des Stundensatzes, die Eltern zahlen – je nach Einkommen – den Restbeitrag zum Stundensatz. Die Überweisung des Geldes erfolgt ebenfalls über das Jugendamt.

Doch kein Nachteil ohne Vorteil. Im Gegenzug zur Bezahlung durch die Eltern genießen Tagesmütter, die vom Jugendamt entlohnt werden, sehr gravierende Vorteile:

  1. Die Bezahlung erfolgt regelmäßig und ist für die Tagesmutter sehr bequem
  2. Die öffentlichen Stellen berücksichtigen ebenfalls sämtliche Sachaufwendungen
  3. Tagesmütter erhalten eine Förderleistung für alle anfallenden erzieherischen Aufwendungen
  4. Sozialleistungen in Hinblick auf Unfallversicherung und Altersvorsorgen sind ebenfalls gern angenommene Vorzüge
  5. Das Jugendamt unterstützt Sie in jeder Hinsicht in Sachen Fort-/Weiterbildung

Tagesmütter: Es gibt eine große Preisspanne

Für Tagesmütter grassieren Preisangaben von 2,08 € je Stunde und Kind, zuzüglich 2,00 € Verpflegungskosten, bis zu 9,00 € je Stunde, zuzüglich 3,50 € Verpflegungskosten.

Diese hohen Differenzen resultieren einerseits aus unterschiedlichen Preisgefügen der einzelnen Regionen, als auch aus der Frage, ob die Tagesmutter nur ein oder aber mehrere fremde Kinder ganz- oder nur halbtags betreut. Auch die Auftragslage der Tagesmutter spielt hier eine Rolle: Ist sie gut eingeführt und sehr beliebt, kann sie einen höheren Preis erzielen. Orientieren Sie sich anfangs an den Preisen anderer Tagesmütter in Ihrer Region. Versuchen Sie nicht, andere Tagesmütter noch zu unterbieten, das wirkt sich auf Ihr Netzwerk sicher negativ aus.

Muss ich meinen Preis vertraglich fixieren?
Halten Sie den vereinbarten Stundensatz unbedingt schriftlich im Betreuungsvertrag fest. Dort sollte auch nachzulesen sein, ob die Bezahlung täglich, wöchentlich oder monatlich erfolgt. Im letzteren Fall legen Sie am besten auch fest, an welchem Tag des Monats die Zahlung auf Ihrem Konto eingehen soll. Motivieren Sie Ihre Kunden möglichst dazu, einen Dauerauftrag einzurichten, oder aber Ihnen eine Einzugsermächtigung zu erteilen, damit Sie sie nicht jeden Monat an die Fälligkeit erinnern müssen.

Ob man als Tagesmutter arbeiten möchte, oder in Erwägung zieht, sich für sein Kind eine Tagesmutter zu suchen – auf beiden Seiten möchte man wissen, wie hoch das Gehalt ist, das man bekommt, bzw. mit welchen Kosten man rechnen muss, wenn man eine Tagesmutter einstellt. Einen Wert für die monatliche Summe kann man natürlich nicht so einfach bestimmen.

Preisgestaltung: Viele verschiedene Faktoren

Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Gerade durch die neuen gesetzlichen Regelungen gibt es in den verschiedenen Bundesländern Sonderregelungen. Diese wirken sich teils deutlich auf die Einnahmen in der Kinderbetreuung aus, da zum Beispiel kein zusätzliches Geld für Verpflegung von den Eltern verlangt werden kann.

Zum einen sind die Qualifikation und die Erfahrung ausschlaggebend. Hinzu kommt der Zeitaufwand, der individuell ganz unterschiedlich ist. Auch an eine Fahrtkostenpauschale ist möglicherweise zu denken.

Betreuung zuhause, in angemieteten Räumen oder bei einer Familie?

Ganz unterschiedlich ist die Preisgestaltung schon deshalb, weil es Unterschiede in der Betreuungsform gibt. So bieten einige Tagesmütter die Betreuung bei sich zu Hause an, andere wiederum kommen zur Familie nach Hause. Wer eine Tagesmutter nur wenige Tage in der Woche benötigt, kann ein Gehalt womöglich nach Stunden abrechnen. Das Gehalt von Tagesmüttern, die sechs Tage voll arbeiten, kann wiederum aus einem Pauschalbetrag einmal monatlich bestehen.

Im Grunde hat man bei der Gehaltsregelung viel Freiheit und Tagesmutter sowie die in Anspruch nehmende Familie können die Arbeitszeiten und die Entlohnung ganz individuell vereinbaren.

Als ganz grobe Richtlinie kann man als Stundenlohn mit einem Tagesmutter-Gehalt zwischen vier und acht Euro rechnen. In Regionen mit hohem Einkommen und wenig Angebot werden auch Stundensätz von 12 Euro bezahlt. Es steht jeder Tagesmutter frei, eigene Verträge ohne Zuschuss/mit Zuschuss vom Staat zu schließen. Dabei müssen dann keine Richtlinien zum Stundensatz eingehalten werden.

Wobei dies wirklich nur ein Wert über den Daumen gerechnet ist, denn letztlich ist auch die Anzahl der zu betreuenden Kinder ein Punkt, der sich auf das Gehalt von Tagesmüttern auswirkt. In den verschiedenen Bundesländern gibt es auch noch wieder unterschiedliche Regelungen.

Krankenversicherung, Rentenversicherung usw. nicht außer Acht lassen

Je nachdem, ob eine Tagesmutter selbständig arbeitet oder durch das Jugendamt bzw. eine Organisation vermittelt wird, kann es sein, dass auch Krankenkassen- und Rentenbeiträge von dem Betrag bezahlt werden müssen. Deshalb ist die Frage nach dem Gehalt einer Tagesmutter ganz genau im Vorfeld zu klären. Am Besten hält man alle Vereinbarungen schriftlich fest.

Beispielrechnung Gehalt

  • Betreute Kinder: 4 (max. 5 pro Tagesmutter)
  • Monat hat 4,1 Wochen
  • Betreuungszeit pro Kind von 20 Std./wöchentlich (Mindestbuchung 20 Stunden)
  • Verdienst pro Betreuungsstunde pro Kind 5,50 € (In den meisten Bundesländern und Landkreissatzungen können die Tagesmütter selbst die Stundensätze festlegen)

4 x 4,1 x 20 Stunden x 5,50 € = 1804 €

Der Gewinn ( Einkünfte minus Kosten) muss natürlich versteuert werden.

Vergleich mit der Erzieherin

Eine Erzieherin durchläuft eine mehrjährige Ausbildung und arbeitet in einem vergleichbaren Tätigkeitsfeld. Mit wie viel Gehalt kann eine Erzieherin rechnen?

„Als angehende Fachkraft ist der Verdienst sehr variabel, meist orientiert er sich allerdings an dem Gehalt einer Kinderpflegerin oder pädagogische Ergänzungskraft. Somit erhalten Sie monatlich, je nach Einrichtung, eine Vergütung zwischen 1700 bis 2000 € brutto.“

Kosten können zum Teil von der Steuer abgesetzt werden

Wer einer Tagesmutter ein Einkommen zahlt, kann dieses ab einer bestimmten Höhe als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Tagesmutter wegen der eigenen Berufstätigkeit in Anspruch genommen wird. Genaue Zahlen, mit denen man fundiert rechnen und kalkulieren kann, erfährt man beim Steuerberater, beim Jugendamt und auch bei einigen anderen Institutionen.

Bevor unser Schreiben an den Jugendhilfeausschuss abgeschickt wird, möchte ich euch die Gelegenheit geben es durchzulesen und Feedback zu geben. Wir haben u. a. Punkte bzgl. der Bezahlung, der Krankheitsvertretungsregelung, der Randzeitenbetreuung und zur Betreuung von Kindern mit erhöhtem Förderaufwand aufgeführt.


Unsere Vorschläge für eine qualitativ hochwertige Betreuung und eine leistungsgerechte Bezahlung

1. Bezahlung der Fachkräfte für Kindertagespflege (kurz Tagesmutter), 173 Arbeitsstunden pro Monat:

Qualität zu messen ist leider nicht möglich. Wir möchten aber die Qualität der Kindertagespflege verbessern und schlagen deshalb eine Bezahlung nach Engagement vor. Durch dieses System kann jede Kindertagespflegeperson selbst entscheiden, wie viel sie sich engagieren möchte und wie hoch ihr Stundensatz ist.

Auf die höchste Stufe kommt eine Kindertagespflegeperson erst, wenn sie mindestens 5 Jahre Berufserfahrung als „Tagesmutter“ gesammelt hat. Die ersten Jahre werden auch häufig nur zur Überbrückung der Elternzeit der eigenen Kinder genutzt. Tagespflegepersonen, die diesen Beruf länger als 5 Jahre ausüben, wollen langfristig eine gute Betreuung anbieten und dies ist auch dementsprechend zu bezahlen.

Stufe 1: Tagesmutter mit Qualifikationskurs
+ 15 Fortbildungsstunden im Jahr
4,20 €
2,25 € Förderleistung
1,73 € Sachkosten
Stufe 2: Fachkraft für Kindertagespflege mit Qualifikationskurs
+ 30 Fortbildungsstunden im JahroderFachkraft für Kindertagespflege mit pädagogischer Ausbildung
+ 15 Stunden Fortbildung im Jahr
4,50 €
2,77 € Förderleistung
1,73 € Sachkosten
Stufe 3: Fachkraft für Kindertagespflege mit mind. 5 Jahren Erfahrung
+ 30 Fortbildungsstunden im JahroderFachkraft für Kindertagespflege mit pädagogischer Ausbildungmit mind. 5 Jahren Berufserfahrung (in der Arbeit mit Kindern)
+ 30 Fortbildungsstunden im Jahr
5,00 €
3,27 € Förderleistung
1,73 € Sachkosten

+ jährliche Anpassung nach der Preissteigerungsrate!

Außerdem ist es notwendig Vor- und Nachbereitungszeit zu bezahlen (in Kitas ist dies auch der Fall). 5 – 10 Stunden pro Woche sind hier für eine Fachkraft für Kindertagespflege zu veranschlagen (wir müssen selbst putzen, müssen selbst einkaufen, alleine vorbereiten, etc.). Eine Pauschale von mind. 100 Euro pro besetzen Platz pro Monat wäre hier am Einfachsten zu realisieren und auch angemessen.Für regelmäßiges Durchführen und Dokumentieren der Entwicklung der Kinder gibt es pro Kind pro Jahr eine Pauschale von 150 Euro.

→ leistungsgerechte Bezahlung, gestaffelt nach Qualifikation, Anerkennung der Vor- und Nachbereitungszeiten, Pauschale zur Erhöhung der Qualität (Dokumentation)

2. Verlässliche Vertretungsregelungen

Viele Kindertagespflegepersonen haben bereits eine gut funktionierende Lösung für Ausfälle. Allerdings sollte die Bezahlung der sogenannten Springer mindestens der Bezahlung der Kindertagespflegepersonen entsprechen. Als finanzielle Anerkennung der Flexibilität ist eher ein höhere Stundensatz zu wählen (dafür fallen meist keine Sachkosten an – für die zu vertretende Kindertagespflegeperson aber schon!). Außerdem haben längst nicht alle Kindertagespflegepersonen eine verlässliche Vertretung. Eine Kollegin wird von einer „Springerin“ betreut, die 14 Tagespflegepersonen regelmäßig besuchen und vertreten muss. Die Kinder haben keine Gelegenheit diese richtig kennen zu lernen um zu ihr eine Bindung aufzubauen.

Für Ausfallzeiten einer Tagespflegeperson ist rechtzeitig eine andere Betreuungsmöglichkeit für das Kind sicherzustellen. (SGB VIII § 23)

Hier ein Auszug aus dem Handbuch Kindertagespflege vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ):

4.2.2.6.1 Vertretungssystem bei Urlaub, Krankheit oder kurzfristigen Notfällen

Für Eltern ist eine Vertretungsregelung in der Kindertagespflege wichtig. Sie muss verlässlich und gut organisiert sein. Laut § 23 SGB VIII haben Eltern einen Anspruch auf Vertretung, welche das Jugendamt zu gewährleisten hat.

Die Person, die die Vertretung übernimmt, sollte den Kindern vertraut sein. Das bedeutet, dass unabhängig vom konkreten Vertretungsfall regelmäßige Treffen mit Tageskindern und der Vertretungsperson stattfinden sollten.

→ Verlässliche Vertretungsregelung mit leistungsgerechter Bezahlung

3. Bezahlte Ausfalltage

Bei einem Stundensatz von unter 6 Euro pro Stunde und Kind ist es uns Kindertagespflegepersonen nicht möglich Geld für Ausfalltage zurück zu legen. Deshalb ist es unabdingbar, dass weiterhin 30 Ausfalltage bezahlt werden. Des weiteren fallen bei zusätzlichen Krankheitstagen auch die Betriebskosten/Sachaufwandskosten für die kranke Tagespflegeperson an. Diese müssen also weiterhin entweder der Ersatzbetreuung oder, wenn im Haus der kranken Kindertagespflegeperson betreut wird, auch dieser bezahlt werden.

→ mindestens 30 bezahlte Ausfalltage + unbegrenzte Erstattung der Sachkosten

4. Pauschale Monatsbeiträge

Die Eltern buchen bei uns eine gewisse Anzahl von Stunden pro Monat. Diese werden für dieses Kind freigehalten. Es ist also auch notwendig, dass genau diese gebuchten Stunden auch bezahlt werden – so wie es bisher der Fall ist.

→ kalkulierbarer Monatssatz

5. Kinder über 3 Jahre

Es ist unabdingbar, dass auch Kinder, die während der Betreuung durch die Fachkraft für Kindertagespflege ihr 3. Lebensjahr vollenden, auch weiterhin mit dem bisherigem Stundensatz gefördert werden. Meist bekommen die Kinder nicht genau an ihrem 3. Geburtstag den Kindergartenplatz.

Auch für Kindergartenkinder und Schulkinder ist es sinnvoll diesen Satz zu zahlen, da diese Kinder nur stundenweise in Randzeitenbetreuung kommen und sich diese Stunden für die Kindertagespflegeperson in keinster Weise rentieren.

→ Gleiche Förderung für Kinder über 3 Jahre

6. Keine Begrenzung der Buchungszeiten

Die Eltern sollen frei entscheiden können, wie lange sie ihre Kinder betreuen lassen möchten. In Kitas gibt es, nicht wie bei uns, keine Begrenzung der Buchungszeiten. Das ist ein großer Nachteil für uns Tagespflegepersonen. Im Zuge der Gleichstellung sollte es keine Einschränkung geben (derzeit 25 Stunden für nicht arbeitende Eltern).

→ Keine Begrenzung der Buchungszeiten

7. Essensgeld

Es gibt derzeit verschiedene Modelle der Verpflegung der Kinder. Einige Tagespflegepersonen kochen vielseitig, kindgerecht und gesund (teilweise auch Bio und Regional) und andere lassen das Essen von den Eltern mitbringen. Essensgeld oder andere Zuzahlungen von Seiten der Eltern sind verboten. Das bedeutet, dass die Fachkräfte für Kindertagespflege, die Geld und Arbeit investieren am Schluss weniger Geld übrig haben. Mehr Service und Qualität für weniger Entgelt. Das ist nicht gerecht. Entweder sollte das Essensgeld von Eltern separat gezahlt werden dürfen (wie es auch in den Kitas der Fall ist) oder die Kindertagespflegepersonen, die selbst kochen, bekommen dieses Geld vom Jugendamt zusätzlich.

Für eine 8 Stunden Betreuung zahlen die Eltern für die Kindertagespflege 220 Euro für einen Platz in der Kita ca. 208 Euro + 50 Euro Essensgeld. Teilweise sind die Elternbeiträge trotz 50 Euro Essensgeld noch unter dem Preis, den die Eltern für die Kindertagespflege zahlen und das ohne Essensgeld. Den Eltern kann man eine zusätzlichen Beitrag für die Verpflegung also nicht zumuten, da sonst der Unterschied zu den Kindertagesstätten unverhältnismäßig groß wäre. Bleibt also nur noch das Jugendamt also Kostenträger für die Verpflegung der Kinder.

→ Faire Regelung für das Essensgeld

8. Kündigungsfristen

Derzeit betragen die Kündigungsfristen 4 Wochen zum Monatsende im Landkreis Würzburg und

2 Monate in der Stadt Würzburg („Im Übrigen kann der Vertrag von jeder Partei mit einer Frist von einem Monat zum Ende des Folgemonats gegenüber den Vertragspartnern schriftlich gekündigt werden.“)

Es ist wohl nur in Ausnahmefällen möglich innerhalb von zwei Monaten oder kürzer ein „Ersatzkind“ zu finden. Durchschnittlich braucht eine Fachkraft für Kindertagespflege 3 Monate um ein neues Kind zu finden, bzw. gefunden zu werden.

Da wir selbstständig sind, müssen wir für solche Ausfälle Rücklagen bilden, das bisher nicht möglich ist. Wir müssen kalkulieren können und das können wir nicht, wenn Eltern so unvorhersehbar kündigen können.

→ Kalkulierbare Kündigungsfristen

9. Erhöhter Stundensatz für Kinder mit Behinderung und Kinder unter einem Jahr

Der Landkreis Würzburg sieht bereits in der Satzung einen erhöhten Förderbetrag vor. Leider ist dies bisher nicht umsetzbar. Es ist unerlässlich für Kinder mit Behinderung einen erhöhten Satz zu zahlen, da der Förderaufwand unumstritten erhöht ist und somit weniger Kinder gleichzeitig betreut werden können. Die Kindertagespflege bietet gerade Kindern mit Behinderung einen guten, familiären Rahmen um die Welt außerhalb der Familie sicher kennen zu lernen. (Satzung Landkreis Würzburg)

Auch Kinder unter einem Jahr haben einen erhöhten Förderaufwand. Sie werden öfter gefüttert, können noch nicht laufen und brauchen viel mehr Nähe und Sicherheit. Viele von Ihnen haben sicher selbst Kinder und wissen, dass ein Baby noch überhaupt kein Verständnis dafür hat, dass es jetzt nicht sofort etwas zu Essen haben kann, weil es jetzt plötzlich Hunger hat. Die Betreuung eines Säuglings ist eine Herausforderung. Es ist nicht möglich nebenbei noch 4 weitere Kinder qualitativ hochwertig zu betreuen. Die Förderleistung sollte also auch für Kinder unter einem Jahr angehoben werden, damit es weiterhin möglich ist eine hochwertige und kindgerechte Betreuung anzubieten und somit den Betreuungsschlüssel dementsprechend nach Aufwand zu senken. (mit Nachweis des Arbeitgebers über die Arbeitszeiten der Eltern).

→ Erhöhter Stundensatz für Kinder mit Behinderung bzw. erhöhtem Betreuungsaufwand

10. Erhöhter Stundensatz für Randzeitenbetreuung

Kindertagespflegepersonen bieten oft Randzeitenbetreuung an – als einzige Institution. Schicht arbeitende Eltern brauchen uns. Randzeiten sollten also mit einem deutlich erhöhtem Stundensatz vergütet werden, da sich diese Arbeit sonst in keinster Weise rechnet. (Die Stadt Würzburg bietet dies bereits schon). Als Randzeiten verstehen wir Zeiten vor 8 Uhr und nach 17 Uhr, da diese Zeiten nur von vereinzelten Eltern gebucht werden und somit in diesen Zeiten ein besserer Betreuungsschlüssel geboten wird und es sich finanziell für die Tagespflegeperson nicht rentiert nur ein Kind zu betreuen für 3,98 Euro die Stunde zu betreuen. Die Argumentation, dass ein Kind nachts schläft und deshalb nicht die komplette Nacht gezahlt wird, stimmt nicht. Die Kinder sind unter 3 Jahren und es ist nur natürlich, dass sie nachts mehrmals aufwachen. Wir Tagespflegepersonen haben die ganze Nacht die volle Verantwortung für ein fremdes Kind – gut schlafen können wir da nicht.

Pflegekräfte, die sogenannte „Rund-um-die-Uhr-Dienste“ ausüben, sind für diese Zeiten auch mit dem Mindestlohn zu entlohnen, also auch für Arbeitsbereitschaftszeiten und Bereitschaftsdienste – wie das Bundesarbeitsgericht (BAG) in einem Urteil vom 19. November 2014 (5 AZR 1101/12) klargestellt hat.

Diese Aussage bezieht sich natürlich auf Angestellte, die Situation ist aber eine sehr ähnliche.

→ Erhöhung der Stundensätze für Randzeiten und Nachtbetreuung

11. Jährliche Anpassung der Stundensätze

„Eine Anpassung der Stundensätze wie auch der Verpflegungspauschalen erfolgt jährlich zum 01.08. Die Stundensätze werden anhand der jahresdurchschnittlichen Preissteigerungsrate des Bundes (Verbraucherpreisindex für Deutschland) für das Vorjahr erhöht. Bei sinkender Preissteigerungsrate bleibt der Stundensatz unverändert. Die Anpassung der Verpflegungspauschalen erfolgt anhand der jahresdurchschnittlichen Preissteigerungsrate für Nahrungsmittel. Bei sinkender Preissteigerungsrate erfolgt auch eine Senkung der Verpflegungspauschalen.“ (Zitat aus der Satzung von Göttingen)

→ Preissteigerungsrate jährlich berücksichtigen

Natürlich soll dieses Dokument euch auch helfen eure Forderungen zu formulieren, wenn ihr euch an den Jugendhilfeausschuss wendet. Es wäre deshalb sehr schön, wenn ihr sämtliche Ideen und Vorschläge als Kommentare hier unter dem Blogeintrag postet. Das hilft uns allen weiter.

Ich bin mir sicher, dass auch unsere Politiker eine hochwertige Betreuung durch Kindertagespflegepersonen wollen. Wichtig ist ihnen aber auch, dass man mit uns rechnen kann, dass wir zuverlässig und langjährig verfügbar sind. Das erreicht man durch eine angemessene Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen.

Arbeit mit Kleinkindern: Selbstständig machen als Tagesmutter

Sich selbstständig machen als Tagesmutter oder Tagesvater: Um diesen Gründungswunsch zu verwirklichen, musst du einige Hürden überwinden. Schließlich sollen die Kleinen bei ihren Tagesbetreuungspersonen sicher aufgehoben sein und bestmögliche Förderung und Fürsorge erhalten.Für die gut qualifizierte Tagesmutter bedeutet das aber auch, dass sie eine Dienstleistung anbieten kann, die gesucht ist. Außerdem besteht – wenn die Räumlichkeiten dafür geeignet sind – die Möglichkeit, die Kindertagespflege im eigenen Haushalt zu betreiben.

Kita-Plätze sind rar und Kinderbetreuung wird immer gebraucht. Wieso also nicht selbstständig machen als Tagesmutter?

Wenn Eltern eine Tagesmutter suchen

Kinderbetreuung ist ein sensibles Thema. Es fehlen noch immer Kita-Plätze, obwohl Eltern einen Anspruch darauf geltend machen können. Wer als Vater oder Mutter zurück in den Job will, muss sich auf die Tagesbetreuung für die Kinder verlassen können. Eltern erwarten Zuverlässigkeit und sie wollen, dass ihre Kinder gut und sicher in einem kindgerechten Umfeld untergebracht sind. Zusatzwünsche sind zeitlich flexible Betreuung oder einfach, dass das Angebot in Wohn- oder Arbeitsortnähe eines Elternteils ist, damit Bringen und Abholen keine Umwege erfordert.

Es ist also ziemlich egal, wo du deinen Traum vom Tagesmutter sein umsetzen möchtest: Solange du geeignete Räume hast und es nicht allzu abgelegen ist, sollte Kundengewinnung kein Problem sein. Tagesmutterplätze sind, gerade dort, wo der Kita-Ausbau zu wünschen übrig lässt, heiß begehrt.

Wie wird man Tagesmutter/Tagesvater?

Bevor du deine Selbstständigkeit beim Finanzamt melden kannst, musst du zunächst eine Pflegeerlaubnis beim Jugendamt beantragen. Die gilt für bis zu 5 Kinder gleichzeitig.

Das Jugendamt stellt die Eignung der angehenden Tagesmutter fest. Dazu muss sie einige Nachweise erbringen:

  • polizeiliches Führungszeugnis
  • Qualifizierung Erste Hilfe bei Kindern und Säuglingen
  • eine pädagogische Ausbildung (z.B. Erzieherin) oder eine Grundqualifizierung Kindertagespflege (160 Stunden bei einem Träger für Erwachsenenbildung)

Außerdem besuchen dich Fachleute des Jugendamtes zu Hause und sehen sich die Räumlichkeiten an, in denen du die Kinder betreuen willst.

Erteilt das Amt die Pflegeerlaubnis, dann ist diese für 5 Jahre gültig. Das heißt, du wirst sie regelmäßig verlängern müssen und solltest regelmäßige Weiterbildungen in Bereichen wie Kleinkind-Pädagogik, -Entwicklung etc. nachweisen können.

Selbstständig machen als Tagesmutter: Versicherung und Steuern

Kinderbetreuung ist kein Gewerbe, aber eine selbstständige Tätigkeit. Das Finanzamt will also jährlich eine entsprechende Steuererklärung sehen. Zu den steuerlichen Erleichterungen für Tagesmütter gehört, dass bei den Betriebskosten Pauschalen pro betreutem Kind abgesetzt werden können. Außerdem ist die Tätigkeit als Tagesmutter nach §4 Abs.25 UStG nicht umsatzsteuerpflichtig.

Wichtig ist, dass selbstständige Tagesmütter darauf achten, dass sie Sozial- und Rentenversicherung zahlen und z.B. die Haftungsrisiken entsprechend versichert haben.

Weiterführende Links:

  • Als Eventmanager selbstständig machen: Lass die Party beginnen!
  • Als Fotograf selbstständig machen – Wie geht das eigentlich?
  • Was ändert sich steuerlich für Selbstständige 2018?

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