Selbstauskunftsbogen mutter kind kur was schreiben

Thema: Frage zum Antrag / Selbstauskunftsbogen

hallo,
also, wer glaubt, dass eine berufstätige mutti KEINEN streß hat, niemals, der hat zuviel werbung geguckt,… die, mit der bekannten maragrine am frühstückstisch…ich bin bös, ich weiß.
ich weiß aber auch, dass viele gutachter, die das letzte wort über den antrag haben, noch mit einer eingeschränkten, altmodischen weltanschauung die anträge bearbeiten.
gehen wir mal davon aus, dass diese leute studiert haben und in der freien wirtschaft keinen arztberuf ausüben wollten / konnten…und nun angestellt sind und für eine geregelte arbeitsszeit mit gutem tariflohn nun über dein wohl und weh zu entscheiden haben.
die sicher ein paar schlagworte wie „alleinerziehend“, „Schichtdienst“, und „eheprobleme“, gehört haben, die wie jeder schon mal gehört hat.
aber letzlich nicht selbst erfahren bzw zuwenig einfühlungsvermögen bzw kundenfreundlichkeit, es zu empfinden bzw zu verstehen.
auch ich hatte so eine hardcore- gutachterin, die war kinderlos und konnte sich beileibe nicht vorstellen, dass eine chronische kranke mutti schon im 2.jahr babypause schon kurreif sein kann. frei nach dem motto.“ vati arbeitet, mutti ist zuhause, warum hat die ’ne kur nötig??“- (mit feineren worten so in die ablehnung geschrieben, ich habs mir vorlesen lassen).
solche leute gehören meiner meinung nach nicht auf diesen posten. (immerhin sind das jetzt pflichtleistungen der kk und der vorreiter der kuren, das mgw, gibt’s mindestens schon seit der nachkriegszeit!)
-oder doch:
???
doch:um geld einzusparen,
-oder nur die eltern /muttis in die kur zu lassen, die alles, was es gibt, GLEICHZEITIG haben
-oder gar nix davon.
das ist mein persönlicher eindruck. jedenfalls
gehen wir mal davon aus, dass dein doc, der dich schickt und du selbst, wo beantragst, schon wissen, warum sie es tun.
sich aus einem gesicherten posten darüber hinweg zu setzen, heisst für mich, mich und meinen doc für unmündig zu erklären, blinddiagnosen/ -beurteilungen zu stellen (ohne mich zu sehen, nur nach den vorliegenden papieren), die höhere wahrheit haben als das, was der doc sagt, wo mich lange kennt.
weiter: als unangemessen verantwortungslos zu erklären (leistungsforderung von der kk!!) und allemal hysterisch und reif für den psychiater…na, als ob der noch viel am realen leben in der realen gesellschaft ändern könnte,
…. am niedriglohnsektor, popularität von teenagerschwangerschaften, mindestlohn, arbeitslosigkeit, rassimus, fehlenden kitaplätzen, benachteidigung von alleinerziehenden oder großfamilen,…. und was nicht alles.
natürlich KANN man nicht in 3- 4 wochen kur die welt verändern, aber man kann sich mal erholen (wozu sonst wurde das müttergenesungswerk erfunden????)
und ggf ein paar lösungsansätze für den alltag und hilfe für die gesundheit finden und ggf kann man davon noch dies und das für den alltag mit nehmen und umsetzen.
wenn ich die welt verändern möchte, fahre ich nicht (nur) in kur, sondern gehe aktiv in die politik (nach der kur, woher sonst die power??), kommunal, bundesweit, initiativen, es gibt da einige möglichkeiten…theoretisch.
aber solange eltern nicht in kur gehen durfen, um sich zu erholen und zu sich zu kommen, wird denen auch der weg zum aktiven mitmischen versperrt sein, sind ja so schon fertig, wo bleibt die kraft zur veränderung…und alles bleibt beim alten…und schön ruhig (oberflächlich jedenfalls).
also wirklich, du kannst und sollst und mußt schreiben was wichtig ist für dich. zuviel schreibst du vom falschen (und was ist hier falsch?), wirst du ggf als „hysterische mutti mit bedarf an psychiater“ abgestempelt.
schreibst du zuwenig vom richtigen (siehe oben), dann kriegst du die kur auch abgelehnt, weil nicht hervorgeht, warum du die eigentlich brauchst.
praktische antwort nach viel theorie:
du kannst dir ggf praktische hilfe bei einer beratungstelle suchen. die stehen aussen vor, aber zu dir, und können dir beim formulieren helfen.
gehen wir mal davon aus, dass die wissen, welche formulierungen am besten „ziehen“.
viel erfolg dabei.
ps: gleiches gilt auch für die erfolgreiche durchsetzung von widersprüchen.
pps:
ich suche auch noch die sätze und formulierungen, die „ziehen“—(bzw beratungstelle bei dem 3.antrag seit 2007 für eine erfolgreiche kur, wo ich gerade lostrete-)

lg
baobab69

Mutter-Kind-Kur richtig beantragen

Interview mit Anne Schilling vom Müttergenesungswerk

Viele Mütter, aber auch immer mehr Väter machen eine Kur, weil sie erschöpft sind. Die betroffenen Eltern kommen mit den Mehrfachbelastungen aus Familie und Beruf nicht mehr zurecht.

Rund 49 000 Mütter und 1150 Väter kommen jährlich zum Müttergenesungswerk, das in Deutschland 77 gemeinnützige Kliniken für Mütter- und Mutter-Kind-Kuren anerkannt hat. Auch für immer mehr Väter gibt es entsprechende Angebote. Wir haben mit Anne Schilling gesprochen, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks. Sie erklärt, warum Stress so viele Mütter krank macht, wie eine Kur helfen kann und was Eltern dabei erwartet.

Tarifcheck.de: Was sind die häufigsten Gründe, warum Eltern bei Ihnen eine Kur machen?

Anne Schilling: Bei den Müttern, aber auch immer mehr Vätern, die zu uns kommen, geht es meist um Erkrankungen wie Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Gelenkbeschwerden, Essstörungen, Erschöpfungserscheinungen aber auch um Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Infektanfälligkeit. Solche Leiden sind Anzeichen dafür, dass der Körper nicht gut funktioniert, dass eine Schwächung vorhanden ist. Wenn dazu dann Belastungen kommen, zum Beispiel durch Probleme in der Partnerschaft, in der Erziehung, durch Arbeitslosigkeit oder gar durch den Tod des Partners oder des Kindes, werden Krankheiten und Beschwerden begünstigt oder verstärkt. Oft kommen zu uns auch Eltern, die selbst einen Angehörigen pflegen oder ein chronisch krankes oder behindertes Kind.

© Tarifcheck.de Bild: Anne Schilling.

Viele Mütter berichten dann zum Beispiel davon, dass sie in der Erziehung zunehmend die Geduld verlieren. Dass sie eigentlich nicht mehr können. Und erst dann, wenn der Leidensdruck zu hoch wird, kommen die Mütter zu uns oder gehen zum Arzt und sagen: ich kann nicht mehr. Kann ich vielleicht zur Kur? Oft stellt aber auch der Arzt die Erschöpfung fest, bevor die Mutter den Wunsch äußert, und empfiehlt eine Kurmaßnahme.

Tarifcheck.de: Über welchen Weg kommen die meisten Frauen ins Müttergenesungswerk?

Anne Schilling: Nach unseren Erfahrungen kennt die Mehrheit der Mütter die Möglichkeit einer Kurmaßnahme bereits über andere. Mund-zu-Mund-Propaganda tut hier einen guten Dienst. Oft sagen Freundinnen oder Bekannte: Erkundige dich doch mal nach einer Kur oder frag’ Deinen Arzt. Ein relativ großer Teil der Mütter wird aber auch von ihrem Arzt darauf hingewiesen, dass bei ihnen vielleicht eine Mutter-Kind-Kur angebracht ist. Oder auch eine Mütter-Kur. Ob die Kur mit oder ohne Kind angetreten wird, das muss man im Einzelfall sehen und auch die Frau muss das entscheiden.

Tarifcheck.de: Eine klassische Kur ist das ja nicht, oder…? Was erwartet Eltern?

Anne Schilling: Eine Mutter-Kind-Kur ist eine medizinische Maßnahme und kein Erholungsurlaub. Wenn eine Kurmaßnahme genehmigt wird, fährt entweder die Mutter oder der Vater – mit oder ohne Kinder. Manchmal werden diese Kuren in den Medien als Mutter-Vater-Kind- oder Elternkuren dargestellt. Die Krankenkasse bewilligt eine Kurmaßnahme individuell aufgrund der persönlichen Gesundheitssituation. Mit und auch ohne Kinder, aber nicht als Familie.

Tarifcheck.de: Wie lange dauert eine Mutter-Kind-Kur?

Anne Schilling: Die Kurmaßnahme dauert in der Regel drei Wochen. Je nach Einzelfall ist eine Verlängerung möglich, das muss die Krankenkasse aber genehmigen. Die überwiegende Mehrheit macht eine 3-Wochen-Kur.

Tarifcheck.de: Wann bekommt man eine Mutter-Kind-Kur? Was kann für oder gegen eine Kur sprechen? Müssen andere therapeutische Maßnahmen davor ausgeschöpft werden?

Anne Schilling: Nicht jeder, der hin und wieder Kopfschmerzen hat, braucht so eine Kur. Wenn Sie aber merken, dass Ihnen alles zu viel wird, wenn Sie das Gefühl bekommen, Sie würden am liebsten weglaufen, dann scheint es eine Belastungssituation zu geben, die man zumindest überprüfen sollte. Viele Frauen haben in der Regel auch schon eine Krankengeschichte hinter sich oder waren beim Arzt, bevor sie eine Kur in Erwägung ziehen

Tarifcheck.de: Gibt es Ausnahmen, in denen eine Mutter-Kind-Kur mit dem Vater genehmigt wird?

Anne Schilling: Ja, es gibt Ausnahmen. Wir haben zum Beispiel Kliniken, die auf Mütter mit schwerstbehinderten Kindern spezialisiert sind. Solche Kinder müssen rund um die Uhr betreut werden. In diesen Fällen bewilligt die Krankenkasse manchmal eine Assistenzpflege für die Kurmaßnahme oder der andere Elternteil bekommt zeitgleich auch eine Kur bewilligt.

Mutter-Kind-Kur mit PKV

Ob und welche Leistungen die private Krankenversicherung bewilligt, hängt von den jeweiligen Vertragskonditionen ab. Erkundigen Sie sich deshalb im Vorfeld, ob Ihr Tarif die Finanzierung von Mutter-Kind-Kuren beinhaltet.

Der zu erbringende Eigenanteil variiert zudem je nach Klinik, deshalb lohnt sich die diesbezügliche Recherche.

In den Kliniken im Müttergenesungswerk ist das Paar dann gemeinsam untergebracht und beide Elternteile machen ihre Kurmaßnahme parallel zueinander: im gleichen Kurdurchgang in der Mutter-Kind-Gruppe und in der Vater-Kind-Gruppe mit jeweils eigenen therapeutischen und gendersensiblen Angeboten. Dazu kann es auch gemeinsame Einheiten geben.

Tarifcheck.de: Gibt es Besonderheiten bei den Kurmaßnahmen für Väter?

Anne Schilling: Das Müttergenesungswerk ist der einzige Anbieter in Deutschland, der speziell Kuren für Väter anbietet. Wir haben derzeit zwölf Kliniken, in denen Väter spezifische Kurmaßnahmen gemeinsam mit anderen Vätern erhalten. Und es kommen sicher noch weitere Häuser dazu. Diese Kliniken haben ein vom Müttergenesungswerk geprüftes Vater-Kind-Konzept, das heißt, es gibt dort entweder reine Vater-Kind-Kuren, die nur Väter mit ihrem Kind aufnehmen, oder parallel zu Mutter-Kind-Kuren Vater-Kind-Gruppen von mindestens 5 Vätern, damit ein Austausch untereinander möglich ist.

Tarifcheck.de: Ist eine Mutter-Kind-Kur vergleichbar mit einem Krankenhausaufenthalt?

Anne Schilling: Nein. Die Umgebung ist sicherlich angenehmer, die Kurhäuser liegen alle in landschaftlich schönen Gebieten. Je nach Erkrankung sind die Kliniken spezialisiert. In den Häusern erwartet Mütter und Väter eine wohnliche Atmosphäre und sie gestalten aktiv ihre Kurmaßnahme.

Tarifcheck.de: Wie läuft eine Mutter-Kind-Kur ab?

Anne Schilling: Dem Müttergenesungswerk und in allen anerkannten Kliniken für Mutter-Kind-Kuren geht es um die Behandlung von Körper und Seele. Die Kurmaßnahmen sind deshalb ganzheitlich ausgelegt. Bei der Ankunft gibt es eine Eingangsuntersuchung von einem Arzt bzw. einer Ärztin. Dann wird mit der Mutter gemeinsam ein Therapieziel vereinbart. Die Frauen kommen in der Regel mit mehreren Gesundheitsstörungen, wie zum Beispiel Schlafstörungen, Rückenschmerzen , Migräne oder Kopfschmerzen – im Gespräch wird gemeinsam ausgelotet, welche zusätzlichen Belastungsfaktoren es gibt und was davon im Zentrum der Kurmaßnahme stehen soll. Wo ist der Leidensdruck am größten? Was ist am allerwichtigsten? Das ist die Grundlage für den individuellen Therapieplan.

Tarifcheck.de: Aus welchen Maßnahmen besteht so ein Therapieplan?

Anne Schilling: Der Therapieplan besteht aus fünf bis sechs verschiedene Einheiten pro Tag, und es bleibt auf jeden Fall Platz für eigene Ruhezeiten und eigene Aktivitäten. Das ist ein wichtiger Teil des Programms: sie müssen auch spazieren gehen können, Zeit für sich haben.

Jede Frau bekommt einen individuellen Plan mit medizinischen Maßnahmen, zum Beispiel tägliches Inhalieren, wenn Atemwegserkrankungen vorliegen, aber auch physiotherapeutische Maßnahmen, etwa zur Linderung von Verspannungen, wie medizinische Bäder oder Aquafitness. Zusätzlich gibt es immer ein Bewegungs-und Entspannungsprogramm und psychosoziale Therapien. Einzel- und– Gruppenangebote, zum Beispiel für Lebenssituationen wie Trauer, chronische Erkrankungen, Trennungsprobleme oder Erziehungsschwierigkeiten.

Tarifcheck.de: Wie können die Therapien der Mutter genau helfen?

Anne Schilling: Das Ziel einer Mutter-Kind-Kur oder Mütter-Kur ist immer, nicht nur die Rückenschmerzen oder die Kopfschmerzen zu lindern, sondern auch herauszufinden, welche Belastungen die Krankheit verstärken oder begünstigen.

Kann ich daran etwas verändern? Und wenn ja, was? Und was ist tauglich für meinen Alltag? Warum bin ich so erschöpft? Liegt das vielleicht daran, dass ich alleine die Verantwortung trage? Kann ich Verantwortung teilen? Kann ich Dinge neu organisieren, und wen kann ich da miteinbeziehen, wie kann ich mir Luft schaffen? Und bin ich trotzdem eine gute Mutter, wenn ich einmal in der Woche einen Sporttag mit meinen Freundinnen haben will?

© Fotolia.com – Syda Productions Entspannung bei der Mutter-Kind-Kur.

Tarifcheck.de: Finden Mutter-Kind-Kuren in der Gruppe statt?

Anne Schilling: Der gesamte Kurdurchgang reist gemeinsam an und wieder ab. Das fördert den Austausch unter den Teilnehmern, es entstehen gruppendynamische Prozesse, die auch therapeutisch genutzt werden. Es gibt auch Kliniken, bei denen die Anreise wöchentlich ist, dann sind die Gruppen einfach kleiner. Unsere Erfahrung zeigt, dass es sehr heilsam ist, die Situation anderer Mütter und Väter kennen zu lernen. Wenn sie in der Kur sehen, dass es anderen auch so geht wie ihnen, relativieren sich manche belastenden Sichtweisen auf die eigene Situation.

Viele haben Sorge, keine gute Mutter zu sein. Es ist für viele eine große Befreiung, die eigenen Ansprüche etwas herunterzuschrauben und zu relativieren, Dinge einfach mal laufen zu lassen. Zu erleben, dass es anderen genauso geht und zu erkennen, dass sie trotzdem eine gute Mutter sind und dass es normal ist, nicht immer perfekt zu sein. Bei Erziehungsproblemen sind ExpertInnen und TherapeutInnen da, die konkret unterstützen.

Tarifcheck.de: Gibt es bundesweit Unterschiede in der Mutter-Kind-Kur?

Anne Schilling: Die Mutter-Kind-Kur ist im Sozialgesetzbuch V bundesweit einheitlich geregelt. Aber es gibt sehr verschiedene Konzept der Kliniken oder auch Schwerpunkte. Eine Mutter oder ein Vater sollte sich überlegen, welche Art von Klinik er oder sie braucht: Klein oder groß, nah oder fern, Spezialisierungen oder bestimmte Angebote usw. Die Auswahl der richtigen Einrichtung bestimmt maßgeblich den Erfolg einer Kurmaßnahme. Individuell ist das manchmal schwierig zu entscheiden. Wir bieten über die Beratungsstellen Hilfe an.

Tarifcheck.de: Was entscheidet darüber, welche Einrichtung die richtige ist?

Anne Schilling: Den optimalem Ort der Kur entscheidet einerseits die medizinische Indikation. Deswegen gibt es Kliniken, die sich auf bestimmte Krankheiten spezialisiert haben. Manche haben zum Beispiel Spezialisierungen für Mütter entwickelt, die eine Krebstherapie hinter sich haben oder die von MS betroffen sind. Bei solchen Krankheiten und damit verbundenen Einschränkungen und Ängsten leidet oft auch die Beziehung zum Kind. Es gibt auch Kliniken mit dem Schwerpunkt Allergien oder Naturheilverfahren.

Andererseits haben wir auch Kliniken, die auf bestimmte Belastungsfaktoren spezialisiert sind. Zum Beispiel für Frauen , die sich in einer Pflegesituation befinden oder die durch den Tod eines Angehörigen besonders belastet sind. Schwerpunkte gibt es auch für Alleinerziehende, für Mütter mit Migrationshintergrund oder mit Gewalterfahrungen oder die mit besonders kleinen Kindern anreisen wollen.

Tarifcheck.de: Was entscheidet sonst noch darüber, welche Maßnahmen geeignet sind?

Anne Schilling: Welche Bedürfnisse haben die Mutter oder der Vater? Sind sie zum Beispiel beruflich stark eingespannt und wollen mehr Zeit mit ihrem Kind verbringen? Es gibt unterschiedliche Konzepte in den einzelnen Kliniken, manche haben besonders viele gemeinsame Angebote für Mutter-Kind, in anderen geht es um möglichst große Entlastung durch viel Kinderbetreuung. Manche Frauen wollen auch in ein besonders kleines Haus, andere möchten so weit wie möglich von zuhause weg. Die Beratungsstelle hilft dabei, herauszufinden, welches Angebot zu den Bedürfnissen der Frau passt.

Tarifcheck.de: Was kann dafür sprechen, mit oder besser ohne Kind zur Kur zu gehen?

Anne Schilling: Manchmal ist es sehr gut, zusammen mit dem Kind zur Kur zu fahren Manchmal ist es aber auch wichtig, dass die Frauen alleine gehen. Bei dieser individuellen Entscheidung kann manchmal die Beratungsstelle helfen.

Wir ermutigen Mütter, sich und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und nicht eine gesellschaftliche Norm zu erfüllen. Eine Kur ist kein Erholungsurlaub, sondern eine Gesundheitsmaßnahme, die deshalb auch von der Krankenkasse bezahlt wird.

© Fotolia.com – Jacob Lund Mit oder ohne Kind zur Kur?

Tarifcheck.de: Wie läuft eine Kur mit Kind ab?

Anne Schilling: In der Mutter-Kind-Kur wird die Beziehung zwischen Mutter und Kind immer als Einheit verstanden. Wenn das Kind selbst nicht krank ist, verbringt es feste Zeiten in der Kinderbetreuung. Dazu gibt es Mutter-Kind-Interaktion, also gemeinsame Angebote für Mutter und Kind. Das geht vom gemeinsamen Turnen über Entspannungsübungen bis zu Bastelarbeiten und Vertrauensaktivitäten. Es geht darum, die Beziehung zwischen Mutter und Kind bzw. Vater und Kind zu stärken.

Tarifcheck.de: Wie genau wird die Beziehung zum Kind verbessert?

Anne Schilling: Mütter schildern oft Ihre Probleme aus dem Alltag in der Erziehung – die Kliniken drehen die problematische Sicht um und schauen: was läuft denn gut? Was ist das Schöne daran, Mutter bzw. Vater zu sein? Wie kann man diese Beziehung wieder leichter machen? In der Klinik steht dann ein gemeinsames Erleben, ein gemeinsames Arbeiten im Vordergrund, das sehr viel Freiraum für die Zukunft schafft.

Wir haben wissenschaftliche Studien, die klar belegen, dass selbst ein Jahr nach der Kurmaßnahme die positiven Wirkungen anhalten. Müttern, die eine Kur gemacht haben, geht es auch lange Zeit danach deutlich besser und die Mutter-Kind-Beziehung wird ebenfalls nachhaltig gestärkt.

Tarifcheck.de: Welche Hilfe gibt es für Alleinerziehende, die ohne Kind zur Kur gehen möchten?

Anne Schilling: Wenn Kinder jünger als zwölf Jahre sind, haben Eltern bei einer Kurmaßnahme Anspruch auf Familienhilfe. Die Beratungstelle hilft bei der Organisation . Dann wird zum Beispiel geklärt, wer einspringen oder unterstützen kann. Es wird in jedem Fall besprochen, wie es organisiert werden kann, damit die Mutter alleine fahren kann, wenn sie das muss oder will. Wenn die Familienhilfe nicht ausreicht und Bedürftigkeit gegeben ist, kann ggf. mit Spendenmitteln des MGW unterstützt werden.

© Fotolia.com – Kalim Kurangebote für Alleinerziehende

Tarifcheck.de: Was empfehlen Sie, wenn eine Mutter privat krankenversichert ist und der Vertrag keine Kurmaßnahmen abdeckt?

Anne Schilling: Man kann einen Vertrag natürlich ändern. Es wird dann geklärt, was finanziell selbst getragen werden kann oder ob es die Möglichkeit gibt, die Kosten zu stückeln.

Ob die Mutter mit Spendengeldern unterstützt werden kann, muss im Einzelfall geprüft werden. Das Müttergenesungswerk als Stiftung ist daran gebunden, dass eine Bedürftigkeit besteht, wenn es um finanzielle Unterstützung geht. Dafür sammeln wir Spenden. Der Bedarf ist groß. Die Beratungsstellen werden in jedem Fall versuchen, mit der Frau eine Lösung zu finden.

Tarifcheck.de: Unterstützen Sie finanziell, wenn sich jemand die Kur überhaupt nicht leisten kann?

Anne Schilling: Wir sind eine gemeinnützige Stiftung und sammeln Spenden. Es gibt Mütter, die sich zum Beispiel die gesetzliche Eigenbeteiligung von 10 Euro pro Tag (für die erwachsene Person) für die Kur nicht leisten können. Oder es passiert, dass eine Frau mit zwei Kindern ihr Gepäck vorausschicken muss, und kann sich das nicht leisten. Oder man muss noch Badeanzüge oder Sportkleidung oder einen Koffer für die Kur kaufen. In diesen Fällen helfen wir bei Bedarf und wenn möglich mit Spendengeldern.

Tarifcheck.de: Wie sollten Mütter mit ihrem Arbeitgeber vorgehen, wenn sie eine Kur machen möchten?

Anne Schilling: Zu allererst sollten sie an sich selbst und an ihre Gesundheit denken. Wir im Müttergenesungswerk bieten Frauen an, dass Sie sich an eine unserer rund 1300 Beratungsstellen im Bundesgebiet wenden. Hier bekommen Sie eine kostenlose Beratung und Antworten auf alle Fragen rund um die Kur. Manchmal stellt sich dort auch heraus, dass es noch gar nicht um eine Kur geht, sondern dass ein ganz anderes Problem im Vordergrund steht.

Bezüglich des Arbeitgebers müssen Mütter und Väter jedenfalls nichts unternehmen, solange sie nicht eine Kur beantragt haben und die Krankenkasse entschieden hat, ob die Maßnahme genehmigt wird. Erst wenn diese Bewilligung vorliegt, muss der Arbeitgeber informiert werden. Die Krankenkasse ist gesetzlich verpflichtet, innerhalb von drei Wochen über einen Kurantrag zu entscheiden, ob die gesundheitlichen und medizinischen Voraussetzungen für eine Kur gegeben sind. Die Zeit der Kurmaßnahme gilt als Krankheit. Es wird kein Urlaub angerechnet, das Gehalt wird normal fortgezahlt.

Antrag auf Mutter-Kind-Kur – leicht gemacht

Informationen zur Antragstellung können Sie sich herunterladen, ausfüllen bzw. vom Arzt ausfüllen lassen und an das Beratungsteam senden oder auch direkt bei Ihrer Krankenkasse einreichen.

Download Informationen zur Antragstellung für gesetzlich Versicherte (bitte nicht beidseitig ausdrucken)

Download Informationen und Preisliste für privat Versicherte

Sie haben keine Möglichkeit, die Unterlagen auszudrucken?

Gerne lassen wir Ihnen diese auch per Post zukommen.
Informationen zur Antragstellung per Post für Mütter oder Väter anfordern

Übrigens: der Antrags- und Reservierungsservice der Kur + Reha GmbH ist einzigartig. Bei uns werden Sie online und telefonisch zu allen Fragen der Kur beraten, wir unterstützen auf Wunsch die Antragstellung für gesetzlich Versicherte und Sie können direkt einen Platz in einer unserer sieben Kliniken für Mütter und Kinder reservieren.

Zum Online-Reservierungssystem

Das Beratungsteam steht Ihnen bei Fragen unter der kostenfreien Rufnummer 0800 2 23 23 73 von Montag bis Freitag, 08:00 bis 19:00 Uhr gern zur Verfügung.

Schnell erledigt: der Antrag auf eine Mutter-Kind-Kur

Mutter-Kind-Kuren sind seit 2007 Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Wenn die Voraussetzungen für eine Vorsorge- oder Rehamaßmahme für Mutter und Kind gegeben sind, wird Ihre Krankenkasse den Kurantrag in der Regel innerhalb von 3 Wochen genehmigen.

Der Antrag auf eine Mutter-Kind-Kur ist schnell ausgefüllt. Die dafür nötigen Unterlagen bekommen Sie in Ihrer Caritas-Beratungsstelle vor Ort oder bei uns in der Klinik. Darunter ist auch ein Attestvordruck, auf dem Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die medizinische Notwendigkeit einer Mutter-Kind-Kur bestätigt.

Wenn das Attest vorliegt, können Sie zusammen mit Ihrer Kurberaterin die weiteren Unterlagen ausfüllen. Diese Unterlagen schicken Sie dann an Ihre Krankenversicherung.

Die Antragsunterlagen

hier finden Sie eine Mustervorlage der Antragsunterlagen, die Originalformulare sind in den Arztpraxen verfügbar:

Wenn Ihr Antrag genehmigt wurde

Wenn Ihre Krankenkasse nach Prüfung der eingereichten Unterlagen Ihrem Kurantrag zustimmt, erhalten Sie eine Bescheinigung zur Kostenübernahme der Maßnahme zur Vorsorge oder Rehabilitation. Diesen Bescheid schicken Sie bitte an die Klinik, um Ihren Kur-Termin verbindlich zu reservieren.

Wenn Ihr Antrag abgelehnt wurde

Sollten Sie einen ablehnenden Bescheid der Krankenkasse erhalten, können Sie innerhalb von einem Monat Widerspruch einlegen. Der Widerspruch muss zunächst nicht begründet werden, die Begründung des Widerspruchs kann auf jeden Fall nachgereicht werden. Insbesondere kann zunächst Akteneinsicht beantragt werden.

Die Krankenkasse ist verpflichtet, über den Widerspruch zügig zu entscheiden. Tut sie dies nicht, kann nach Ablauf einer Frist von 3 Monaten nach Erhebung des Widerspruchs unmittelbar Klage erhoben werden, auch wenn noch kein Widerspruchsbescheid vorliegt.

Die Praxis hat gezeigt, dass viele Widersprüche erfolgreich sind. Wir unterstützen Sie gerne bei einem Widerspruch – oder Sie wenden sich an eine Beratungsstelle vor Ort.

Zuzahlung

Eine Mutter-Kind-Kur dauert in der Regel drei Wochen, eine Verlängerung ist in bestimmten Fällen auf Antrag möglich.

Gesetzlich vorgeschrieben ist für Mütter eine Zuzahlung von 10 Euro pro Tag, die Sie selbst tragen müssen, wenn Sie nicht von Zuzahlungen durch Ihre Krankenkasse befreit sind. Unter Umständen ist auch eine Unterstützung durch die Elly-Heuss-Knapp Stiftung – Deutsches Müttergenesungswerk möglich.

Für Ihre Kinder wird keine Zuzahlung erhoben.

Antragsformulare/Atteste

Ich möchte einen Antrag stellen. Wo finde ich die entsprechenden Unterlagen?

  1. In jedem Fall benötigen Sie für Ihre Antragstellung bei Ihrer Krankenversicherung eine ärztl. Verordnung.

  2. Für das Kind benötigen Sie ein eigenes ärztliches Attest, wenn eigene Gesundheitsprobleme gegeben sind.

  3. Die entsprechenden Vordrucke sind in den Arztpraxen in der Verwaltungssoftware verfügbar.

  4. Sie können sich die Vordrucke auf dieser Seite als Muster ansehen oder ausdrucken, und sich so auf das Gespräch mit Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt vorbereiten. Überlegen Sie sich anhand dieser Vorlagen wichtige Punkte, die Sie ansprechen möchten.

  5. Sind Sie bei einer Psychotherapeutin/ einem Psychotherapeuten in Behandlung, können Sie auch diese wegen einer Antragstellung/Verordnung der Rehabilitationsmaßnahme ansprechen.

  6. Lassen Sie die Verordnungen/Atteste vom Haus- oder Facharzt bzw. Kinderarzt oder eventuell Psychotherapeuten ausfüllen und sich aushändigen.

  7. Die Originale reichen Sie bei Ihrer Krankenkasse ein. Zuvor sollten Sie sich eine Kopie fertigen und eine Kopie an Ihre Beratungsstelle geben und mit dieser durchsprechen.

  8. Die Beratungsstelle übernimmt für Sie gerne alle diese Aufgaben. Bei Fragen helfen Ihnen unsere Berater und Beraterinnen in den Beratungsstellen weiter. Diese sind mit dem Antragsverfahren vertraut. Die Adressen der Beratungsstellen in Ihrer Nähe erfahren Sie unter Beratungsstellen.

Kuren und Rehabilitationsmaßnahmen bei der gesetzlichen Krankenversicherung

Die medizinische Rehabilitation ist eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherungen und alle Menschen jeden Alters haben Anspruch darauf. Der Anspruch besteht jedoch nur, wenn mindestens einer der folgende Punkte vorliegt:

  • körperliche oder seelische Erkrankung, die dauerhafte Einschränkungen hervorrufen können
  • chronische Erkrankungen
  • belastende Umweltfaktoren, die zu einer dauerhaften Erkrankung führen können

Es geht bei Kuren und Reha also darum, dem Menschen Fähigkeiten und Fertigkeiten nahezubringen, um mit der Erkrankung auch im Alltag umgehen zu können, eine Neuerkrankung zu vermeiden und allgemein die Lebensqualität zu erhöhen und einen aktiven und selbstbestimmten Lebensstil zu fördern. Bekannte Beispiele für Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen sind vor allem die geriatrische Rehabilitation und die sogenannten Mutter-Kind-Kuren oder Vater-Kind-Kuren. Letztere wurden nach der Gesundheitsreform den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen hinzugefügt und werden über die Paragraphen §§ 24 und 42 SGB V geregelt. So sind Vorsorgemaßnahmen erforderlich, wenn im Elternhaus bestimmte Risikofaktoren vorherrschen, die eine Erkrankung des Kindes hervorrufen können. Ist ein Kind bereits körperlich oder mental erkrankt und kann dies zu bleibenden Schäden oder Einschränkungen führen, sind auch medizinische Reha-Maßnahmen möglich.

Wann steht mir eine Kur zu?

Eigentlich ganz einfach und unbedingt einen Versuch wert: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, und klären Sie: Wann steht mir eine Kur zu? Beantragen Sie gemeinsam mit ihm eine Reha-Maßnahme. Was dabei zu beachten ist, haben wir für Sie zusammengestellt.

Die verschiedenen Kuren

Ambulante Vorsorge: Liegt bei Ihnen ein Gesundheitsrisiko vor, das in absehbarer Zeit zu einer Erkrankung führen könnte? Und bei Ihnen vor Ort sind alle Heilbehandlungen ausgeschöpft? Dann könnte eine ambulante Vorsorgekur für Sie genau das Richtige sein. Sie dauert zwei, höchstens drei Wochen und findet an einem staatlich zugelassenen Kurort statt. Sie müssen bei Ihrem Arbeitgeber Urlaub dafür nehmen. Die Krankenkassen zahlen einen Zuschuss für Unterkunft und Verpflegung sowie für die Heilbehandlung.

Stationäre Vorsorge: Wer körperlich beeinträchtigt ist oder eine umfassende ärztliche Betreuung braucht, sollte eine stationäre Reha-Maßnahme beantragen. Das ist alle vier Jahre möglich. Die Krankenkasse sucht den passenden Kurort aus und berücksichtigt dabei medizinische und wirtschaftliche Aspekte – und, so gut es geht, die Wünsche des Antragstellers.

Eltern-Kind-Erholung: Die Mutter-Kind-Kur ist ideal, um Krankheiten zu verhindern, zu heilen oder um mal so richtig durchzuschnaufen. Sie findet immer stationär in einer Einrichtung des Müttergenesungswerks oder einer gleichartigen Einrichtung statt. Und es handelt sich nicht um einen Urlaub. Angeboten wird immer ein ganzheitliches Konzept mit Bewegung, Gesprächen und Untersuchungen, das zu Beginn abgestimmt wird.

Reha-Maßnahme ambulant: Wenn Sie durch eine Krankheit stark eingeschränkt sind, ist diese Kur die richtige. Ambulant bedeutet hier, dass Sie tagsüber vier bis sechs Stunden in ein Reha-Zentrum in Wohnortnähe gehen und dort behandelt werden.

Reha-Maßnahme stationär: Bei bestehenden chronischen Erkrankungen, schweren gesundheitlichen Einschränkungen oder nach Operationen können Sie sich alle vier Jahre in einer Kureinrichtung behandeln lassen.

Voraussetzungen

Das muss vorab passiert sein: Ihr Arzt vor Ort hat sie behandelt und alle erforderlichen Medikamente, Therapien und Heilmittel verordnet. Alle Möglichkeiten wurden dabei ausgeschöpft. Auch ein Facharzt sollte Sie untersucht haben. Eine weitere Voraussetzung: Sie müssen bereits zu Hause für Ihre Gesundheit aktiv sein, etwa durch gesunde Ernährung und Bewegung. Und natürlich müssen die Ärzte oder der Medizinische Dienst das Vorhaben befürworten.

Die Anträge

Die richtigen Ansprechpartner: Wenn der Arzt eine Kur empfohlen hat, gilt es, den Antrag zu stellen – für ambulante Vorsorgekuren bei der Krankenkasse. Für Reha-Maßnahmen haben der Arzt oder das Krankenhaus die richtigen Formulare. Bei stationären Vorsorge-Kuren stellt man den Antrag als Angestellter bei der Rentenversicherung. Alle nicht Festangestellten wenden sich dafür an die Krankenkassen. Handelt es sich um eine Reha-Maßnahme nach einem Arbeits-, Wege- oder Schulunfall, wenden Sie sich an die Berufsgenossenschaften oder die Unfallversicherung.

Die Wahl des Kurorts

Wer darf entscheiden?: Bei ambulanten Vorsorge-Kuren suchen Sie den (staatlich zugelassenen) Kurort gemeinsam mit Ihrem Arzt aus. Bei stationären Kuren wählen die Krankenkassen eine geeignete Einrichtung für Sie aus. Ausführliche Informationen über Heilbäder und Kurorte finden Sie im Netz unter www.deutscher-heilbaederverband.de.

Pauschal im Ausland: Es gibt auch Pauschalkuren im europäischen Ausland, die von spezialisierten Reiseveranstaltern angeboten werden. Im Reisepreis sind von der Verpflegung bis zur ärztlichen Betreuung alles enthalten. Aber Vorsicht: Krankenkassen geben für Pauschalkuren keinerlei Zuschüsse.

Die Kosten

10 Euro/Tag für stationäre Kur: Alle vier Jahre übernimmt der Sozialversicherungsträger eine dreiwöchige stationäre Vorsorgeoder Reha-Kur. Darin enthalten sind Kurleistungen, der stationäre Aufenthalt und die Verpflegung. Der Kurende muss selbst 10 Euro pro Tag dazuzahlen. Das gilt also auch für Mütter, die mit ihren Kindern eine Vorsorgekur machen.

10 Prozent bei ambulanter Kur: Bei einer ambulanten Kur zur Prävention zahlen die Krankenkassen 90 Prozent der Versorgungsmaßnahmen. Die verbleibenden 10 Prozent muss der Kurgast selbst tragen. Hinzu kommen zusätzlich 10 Euro für die Beratung durch den Kurarzt und noch einmal 10 Euro als so genannte Verordnungsblattgebühr, auf der die verschriebenen Anwendungen notiert sind.

Und bei einer Rehabilitation?: Machen Sie eine ambulante Reha-Kur, fahren also täglich in ein spezielles Zentrum, zahlen Sie gar nichts. Auch die Fahrtkosten werden übernommen. Handelt es sich um eine stationäre Reha-Kur, fallen für Sie auch hier die 10 Euro pro Tag an. Geringverdiener können sich befreien lassen.

Tipps und Infos zum Thema

Gut zu wissen: Da geht noch mehr

Entweder müssen Sie dringend wieder auf die Beine kommen oder brauchen eine Verschnaufpause, damit nichts Schlimmeres passiert. Der Antrag für die Kur ist raus. Aber da gibt es noch ein paar wichtige Dinge, an die Sie unbedingt denken sollten.

Haushaltshilfe beantragen

Wenn Sie zur Kur müssen und die so genannte „haushaltsführende Person“ sind, können Sie eine Haushaltshilfe beantragen. Weitere Voraussetzungen: Ein Kind unter zwölf Jahren muss im Haushalt leben und niemand anderes darf dort wohnen, der die Arbeit übernehmen könnte. Mit einer Hilfe ist garantiert, dass der Rest der Familie während Ihrer Kur gut versorgt ist. Und vor allem: Sie stehen dann nicht vor Wäschebergen und noch mehr Stress, wenn Sie nach Hause kommen.

Es geht in die Verlängerung

Sie sind in der dreiwöchigen Kur und merken bald: Um wirklich fitter und belastbarer zu werden, brauche ich mehr Zeit. Dann sollten Sie den Arzt darauf ansprechen, der mit Ihnen gemeinsam die Verlängerung beantragt. Auch bei Mutter-Kind-Kuren ist das durchaus machbar. Auch der Arzt vor Ort kann entscheiden, dass eine Verlängerung aus medizinischer Sicht nötig ist.

Abgelehnt. Und jetzt?

Etwa jeder fünfte Kur-Antrag wird von den Kassen abgelehnt. Ärgerlich, heißt aber noch nicht viel. Lassen Sie sich von Ihrem Vorhaben nicht abhalten. Legen Sie Widerspruch ein. Das lohnt sich sehr oft. Fordern Sie zudem das Gutachten des Medizinischen Dienstes der Kassen an, und besprechen Sie es mit Ihrem Arzt.

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Habe ich Anspruch auf Reha?

Jede und jeder gesetzlich Krankenversicherte kann eine Kur oder Rehabilitation beantragen. Zwar wird ein Antrag von den Kostenträgern im ersten Anlauf öfters abgelehnt. Doch das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. „Legen Sie auf jeden Fall Widerspruch ein“, rät Brigitte Goertz-Meissner, Präsidentin des Deutschen Heilbäderverbandes e.V. „Die Erfolgsquoten sind hoch.“ Doch nun von Anfang an – und so geht’s:

Schritt 1: Mit dem Arzt sprechen

Wie steht es um meine Gesundheit? Bin ich „gestresst genug“ für eine Vorsorgekur, „krank genug“ für eine Rehabilitation? Welche Kurformen (siehe auch ganz unten auf dieser Seite) gibt es eigentlich? Und kommt für mich ein Moor-, See-, Thermal- oder Kneippheilbad in Frage? Welche Kurorte gibt es? Das sollten Sie in Ruhe mit Ihrem Hausarzt besprechen, der die Kur aus medizinischer Sicht befürworten muss. „Hausärztinnen und Hausärzte kennen die Krankengeschichte ihrer Patienten oft schon seit vielen Jahren, das kann von Vorteil sein“, so Goertz-Meissner. „Doch bei einem Bandscheibenproblem zum Beispiel ist es unter Umständen sinnvoller, den Orthopäden aufzusuchen, und bei Asthmaproblemen den Lungenfacharzt.“

Schritt 2: Gemeinsam den Antrag ausfüllen

Zusammen mit der Ärztin, dem Arzt legen Sie das Ziel der Kur, den Schwerpunkt der Behandlung und vielleicht auch gleich den Kurort fest. Gemeinsam stellen Sie auch den Antrag. Formulare gibt es bei der Krankenkasse oder bei der Deutschen Rentenversicherung. Der Arzt sollte möglichst präzise begründen, warum eine ambulante Vorsorge oder Rehabilitation medizinisch notwendig ist. Auch die Patientin, der Patient sollte sich nicht scheuen, einen detaillierten persönlichen Bericht zu schreiben.

Sprechen Sie persönlich mit dem Sachbearbeiter

Die Stiftung Warentest (Finanztest 7/2017) rät sogar, beim zuständigen Sachbearbeiter der Krankenkasse oder dem Rentenversicherer einen Termin auszumachen, um die eigene Situation persönlich schildern zu können. Übrigens: Erst in Kur fahren und dann den Antrag stellen, das funktioniert nicht. Die Kur muss vorher bewilligt sein.

Schritt 3: Den Antrag abschicken

Antrag ausgefüllt, alle Nachweise, wie etwa Röntgenbilder, zusammengetragen? Dann ab die Post – aber wohin? Geht der Antrag nun an die Krankenkasse (im Falle einer Vorsorgekur) oder an die Deutsche Rentenversicherung (im Falle einer Rehabilitation)? „Das muss letztlich der angeschriebene Träger klären“, sagt Goertz-Meissner. „Krankenkassen und Rentenversicherung sind verpflichtet, den Antrag innerhalb von 14 Tagen an den richtigen Träger weiterzuleiten.“ Generell gilt: Die Rentenversicherung hat das Interesse, Berufstätige wieder in den Beruf zurückzuführen. Bei Nicht-Berufstätigen ist in der Regel die Krankenkasse zuständig.

Schritt 4: Widerspruch einlegen

Krankenkasse oder Rentenversicherung sind verpflichtet, innerhalb von drei Wochen zu antworten. Bei Ablehnung heißt es: unbedingt widersprechen! Dafür haben Sie einen Monat Zeit.

Mehr als jeder 3. Widerspruch erfolgreich

Erklären Sie nochmals ausführlich Ihre gesundheitliche, berufliche und persönliche Situation. Machen Sie zum Beispiel deutlich, warum medizinische Maßnahmen am Wohnort nicht ausreichen. Bitten Sie auch noch mal Ihren Arzt um eine Stellungnahme. Oder wenden Sie sich an einen anderen Arzt. Von den 2015 entschiedenen Widersprüchen waren mehr als ein Drittel erfolgreich.

Schritt 5: Bei einer Kur Urlaub einreichen, Kosten bedenken

Pferdefuß bei einer ambulanten Vorsorgekur: Im Gegensatz zur Rehabilitation können Sie sich nicht krankschreiben lassen, sondern müssen für die Zeit Urlaub beantragen. Die Krankenkasse übernimmt zwar die Kosten für den Kurarzt und 90 Prozent der Kurmittel, doch Unterkunft und Verpflegung müssen Sie selber zahlen. Die Krankenkasse kann hierfür jedoch einen Zuschuss von bis zu 16 Euro gewähren. Bei allen anderen Kurformen sind Sie krankgeschrieben und Krankenkasse oder Rentenversicherung übernehmen alle Kosten. Ein Eigenanteil von 10 Euro pro Tag (in der Regel insgesamt 21 Tage, also drei Wochen) bleibt in jedem Fall. Übrigens: Der Anspruch auf eine Vorsorgekur verfällt, wenn Sie sie nicht innerhalb von vier Monaten antreten. Buchen Sie also möglichst bald eine schöne Unterkunft und freuen Sie sich drauf!

Übersicht Kur- und Rehaformen

  • Ambulante Vorsorgekur: Der Kurgast muss nicht in eine Klinik. Er wählt sich die Unterkunft am Kurort selbst aus, muss allerdings auch für Übernachtung und Verpflegung selber aufkommen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für den Kurarzt und 90 Prozent der Kurmittel. Ein Zuschuss der Krankenkasse bis zu 16 Euro pro Tag ist möglich. Die Arbeitnehmer müssen Urlaub nehmen.

  • Stationäre Vorsorgekur: Der Kurgast wohnt in einer Kurklinik. Die Krankenkasse übernimmt neben den Kosten für die Behandlung auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Die Arbeitnehmer sind krankgeschrieben. Diese Kurform gibt es in der Regel als Eltern-Kind-Kur oder als Vorsorgekur für pflegende Angehörige.

  • Ambulante Rehabilitation: Der Patient wohnt zu Hause und besucht entsprechende Einrichtungen vor Ort. Die Krankenkasse oder Deutsche Rentenversicherung zahlen die Kosten vollständig. Bei einer Reha ist der Arbeitnehmer immer krankgeschrieben.

  • Stationäre Rehabilitation: Der Patient wohnt in einer zertifizierten Reha-Einrichtung. Die Krankenkasse oder Deutsche Rentenversicherung zahlen die Kosten vollständig.

Autorin: Anke Nolte

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