Schwitzen am kopf

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Das Baby schwitzt am Kopf beim Schlafen: Cool bleiben!

Das Kind ist normal angezogen, es verhält sich auch normal, die Zimmer sind nicht überheizt, und dennoch ist es am Kopf völlig nassgeschwitzt. Was heißt das – und wann besteht Anlass zur Sorge?

Es ist völlig verständlich, dass du dir um deinen kleinen Liebling Sorgen machst, wenn etwas nicht normal erscheint. Zum Beispiel, wenn dein Baby morgens oder nach dem Mittagsschlaf wie nass gebadet aufwacht. Der Strampler oder Body ist durchgeschwitzt, die Haare sind klatschnass und sogar das Kissen ist total durchfeuchtet. Stimmt da etwas nicht? Musst du dir Sorgen machen? In der Regel nein, und jeder Kinderarzt wird dir sagen, dass das alles völlig normal ist. Alle Babys schwitzen sehr viel. In den allermeisten Fällen ist extremes Schwitzen nichts Schlimmes. Denn Schwitzen ist auch eine wichtige Körperfunktion, sie schützt den Körper vor Überhitzung. Durch die Schweißperlen kühlt die Hautoberfläche herunter. Beim Säugling ist die Temperaturregulation im Körper noch nicht gut entwickelt, überschüssige Wärme wird hauptsächlich über den Kopf abgeleitet, daher schwitzt das Baby am Kopf besonders stark.

Nicht immer ist das Kind krank, wenn es am Kopf schwitzt

Warum Babys viel schwitzen, vor allem am Kopf

Babys können an den unterschiedlichsten Stellen schwitzen: an den Händen, den Füßen, in den Hautfältchen. Oder eben am Kopf. Dort und im Nacken stark zu schwitzen ist für Babys daher nicht ungewöhnlich.

Das sind die Gründe, warum Babys vermehrt schwitzen:

• sie können ihren Kreislauf und Wärmehaushalt noch nicht regulieren
• viele Babys und Neugeborene haben eine vermehrte Schweißbildung
• Kinder träumen sehr intensiv und schwitzen dann
• große Kraftanstrengungen wie das Trinken beim Stillen sind schweißtreibend
• sie sind zu warm angezogen
• das Zimmer ist überheizt
Kein Grund zur Sorge besteht in diesen Fällen:
• das Baby verhält sich normal
• es ist fit
• es trinkt normal
• es hat kein Fieber

Sicherheitshalber zum Arzt gehen solltest du bei diesen Anzeichen:
• die Haut ist marmoriert
• die Lippen sind blau
• es atmet schnell und angestrengt
• es hat Atemaussetzer im Schlaf
• es ist unruhig
• es weint

Und wenn es doch einen Auslöser gibt – das könnte es sein:
• das Kind hat Fieber
• es kann sein, dass das Baby zu zahnen angfängt
• der Säugling hat einen angeborenen Herzfehler
• das Baby hat eine schwere Lungenerkrankung
• selten kann es auch eine Schilddrüsenüberfunktion sein

Das Baby schwitzt extrem – so kann man ihm helfen

Wenn es keinen Verdacht für eine der Erkrankungen gibt, was der Kinderarzt sicher längst bemerkt hätte, gibt es keinen Grund zur Sorge. Vielmehr ist es so, dass für den kleinen Körper viele Tätigkeiten eben sehr anstrengend sind. Neben dem kräftigen Saugen beim Stillen sind das auch noch die intensiven Träume und damit einhergehend ein Hin- und Herwerfen im Schlaf. Das alles verbraucht viel Energie und kurbelt die Schweißbildung an.

Was du tun solltest, wenn das Kleine stark schwitzt:
• umziehen, wenn es durchgeschwitzt ist
• viel trinken lassen
• gut lüften
• dünnere Kleidung, auch beim Schlafen
• möglichst Baumwollwäsche
• im Zwiebellook, für schnelles Aus- und Anziehen
• kein Mützchen in der Wohnung, schon gar nicht beim Stillen
• ein kühles Schlafzimmer

Was hilft?

Hitzepickel oder Hitzefrieseln beim Baby

Weiterlesen Was hilft? Weiterlesen

Also auch wenn dein Baby manchmal schweißgebadet ist und vor allem am Kopf extrem stark schwitzt, solltest du dir deswegen keinen Kopf machen. Denn alle Babys schwitzen sehr viel, und ziemlich sicher ist alles in bester Ordnung.

Kopfschweiß – Ursachen & Tipps gegen starkes Schwitzen am Kopf

Die eigentliche Behandlung von Kopfschweiß ist etwas komplizierter: Beim Schwitzen am Kopf kommt nicht jede der klassischen Hyperhidrose-Therapiemöglichkeiten in Betracht. So eignen sich Deos mit Aluminiumchlorid für eine Anwendung im Gesicht wegen möglicher Hautreizungen eher weniger. Worauf können Betroffene stattdessen zurückgreifen?

Starkes Schwitzen am Kopf: Behandlung

Eine Möglichkeit, das Schwitzen am Kopf auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, ist eine Behandlung mit Botulinumtoxin, besser bekannt als Botox. Das Nervengift hemmt die Signalübertragung zu den Schweißdrüsen und damit auch die Schweißproduktion. Dazu muss es in die Haut injiziert werden, was durchaus schmerzhaft sein kann. Die Wirkung tritt etwa ein bis zwei Wochen nach der Behandlung ein und hält dann für gut ein halbes Jahr an. Anschließend muss die Behandlung wiederholt werden. Die Kosten müssen Betroffene meist selbst übernehmen. Zur Einordnung: Eine Behandlung unter den Achseln kann circa 600 Euro kosten, mitunter auch mehr.

Neben Botox-Injektionen können auch spezielle Medikamente dabei helfen, das starke Kopfschwitzen in den Griff zu bekommen. Die sogenannten Anticholinergika enthalten bestimmte Wirkstoffe, die ebenfalls die Reizübertragung an die Schweißdrüsen unterdrücken. Je nach Präparat können sie bei akutem Schwitzen am Kopf helfen oder in Form einer Dauerbehandlung eingesetzt werden.

Erst, wenn andere Behandlungsmethoden keine Wirkung zeigen, wird bei Kopfschwitzen eine Operation in Erwägung gezogen. Ziel der OP ist es, den Sympathikus-Nerv zu blockieren, der für das übermäßige Schwitzen am Kopf verantwortlich ist. Als Nebenwirkung kann es jedoch zum sogenannten kompensatorischen Schwitzen kommen, bei dem der Körper im Anschluss an die OP verstärkt an anderen Körperstellen schwitzt. Wer sich einen solchen Eingriff überlegt, sollte daher mit seinem Arzt in Ruhe alle Vorteile und Risiken besprechen.

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Kalter Schweiß: Ursachen und was Sie dagegen tun können

  • Ob nun durch erhöhte Außentemperatur oder aufgrund von Anstrengung, etwa beim Sport – wenn es dem Körper zu warm wird, schwitzen Sie.
  • Es bildet sich ein Feuchtigkeitsfilm auf der Haut – der Schweiß. Verdunstet dieser, entsteht Verdunstungskälte und die Haut wird abgekühlt.
  • Da bei dieser normalen Art zu Schwitzen die Haut warm ist, wird die Hautausdünstung auch nicht als kalt empfunden. Kommt es dagegen zu Schweißausbrüchen, deren Ursache nicht Wärme ist, fühlt sich dieser Schweiß nicht nur kalt an. Die Temperatur liegt dann tatsächlich niedriger als die von normalem Schweiß.
  • Bei kaltem Schweiß handelt es sich nicht um eine normale Reaktion des Körpers. Fast immer ist eine Krankheit die Ursache und Kaltschweiß nur eines von meist mehreren Symptomen. Bis auf wenige Ausnahmen ist dann der ganze Körper davon betroffen.
  • Eine mögliche Ursache ist eine Schockreaktion. Dabei kann sowohl ein körperlicher als auch ein seelischer Schock dafür verantwortlich sein.
  • Auch bei einem akuten Herzinfarkt gilt kalter Schweiß als mögliches Symptom. Dann geht der Kaltschweiß meist mit einem Engegefühl in der Brust, Blässe und teils panikartiger Angst einher.
  • Bei Diabetes kann dies auf eine Entgleisung des Blutzuckers hinweisen. Bei einer starken Unterzuckerung ist beispielsweise besonders die Stirn betroffen. Häufig leiden Betroffene zusätzlich unter Herzrasen und Schwindel.
  • Kalter Schweiß auf der Stirn kann aber auch ein Zeichen eines Lungenödems sein, also einer Wasseransammlung in der Lunge.
  • Geht ihr Kreislauf ein wenig in die Knie, reagiert er Körper ebenfalls mit kaltem Schweiß. Vor allem Frauen kennen das Gefühl während ihrer Monatsblutung. Aber auch Teenager haben manchmal während der Pubertät einen labilen Kreislauf.
  • Entwickeln kleine Kinder kalten Schweiß, kann dies ein Zeichen von Pseudokrupp sein.

Kalter Schweiß

Sehr geehrter Herr Busse,
unser kleiner Sohn (4,5 Mon.) hatte in der vorvergangenen Nacht kalten Schweiß im Nacken. Bisher ist mir das nicht aufgefallen. An den Beinen und Armen hatte er das schon ab und zu mal. Allerdings schwitzt unser Sohn auch extrem schnell. Angefangen hat alles vor 2 Wochen mit kleinen Spuren Blut und viel Schleim im Stuhl. Die daraufhin abgenommene Stuhlprobe brachte keine Ergebnisse. Vom Arzt bekamen wir dann Mutaflor (mit mäßigem Erfolg). Zur Nachkontrolle eine Woche später sagte mir der Arzt dann, dass es sich wohl um einen Infekt handelt, mit dem sein Körper selber fertig wird. In der vergangenen Woche, am Mittwoch (genau 1 Woche her), bekam er die 6-fach-Impfe und die Impfe gegen Pneumokokken. Fieber hatte er nach der Impfe nur einen Abend. Allerdings hat er das Wochenende über viel geweint und war sehr unausgeglichen. Gestern hat er dann einmal gebrochen und die übrigen Male sehr viel von den Mahlzeiten wieder ausgespuckt. Der Stuhl hatte sich zwischenzeitlich wieder normalisiert, allerdings war gestern abend dann einmalig sehr flüssig. Seitdem hatte er keinen Stuhlgang mehr. Heute habe ich meine Hebamme mal danach gefragt und sie meinte, es könnte am Wachstum liegen oder an der Impfe. Nach einem Magen-Darm-Infekt sieht es ihrer Meinung nach nicht aus, da er sehr fit wirkt, lacht, spielt und erzählt. Ich bin mir allerdings sehr unsicher, da ihm das Essen (er wird voll gestillt) ständig wieder hochkommt. Außerdem hat er gelegentlich Temperaturen um 37,8° C. Sollte ich ihn dem Arzt noch einmal vorstellen?

Extremes Schwitzen bei Kindern: Das sagt die Kinderärztin Dr. med. Nadine McGowan

Es kommt gar nicht selten vor, dass mich Eltern besorgt ansprechen, weil ihr kleines Kind mehr schwitzt als ihnen normal vorkommt. In den allermeisten Fällen ist extremes Schwitzen nichts Schlimmes. Wichtig ist dann zu erklären, dass Schwitzen eine wichtige Körperfunktion ist – sie schützt den Körper vor Überhitzung. Durch die Schweißperlen kühlt die Hautoberfläche herunter.

Wie stark extremes Schwitzen bei Kindern ausgeprägt ist, ist individuell sehr unterschiedlich. Das eine Kind schwitzt kaum, das andere sehr rasch und stark. Zusätzlich kommt es auch auf die Aktivität an: Einige Kinder beschäftigen sich eher mit ruhigen Dingen, andere sind immer in Aktion, rennen, springen umher und werden naturgemäß auch mehr schwitzen.

Extremes Schwitzen bei Kindern in der Nacht

Wenn extremes Schwitzen bei Kindern nicht von Atemnot-Symptomen begleitet wird, steckt in der Regel keine Erkrankung dahinter, sondern eine individuelle NeigungFoto: Fotolia

Nachts sind oft – neben einer individuellen Neigung – intensive Träume daran schuld, dass das Kind nass geschwitzt ist. Solange es ihm aber sonst gut geht, das Schlafzimmer kühl genug ist und das Kind nicht zu warm angezogen ist (und darum so schwitzt), besteht auch hier kein Grund zur Sorge.

Ist extremes Schwitzen bei Kindern ein gefährliches Zeichen?

Solange sich Ihr Kind aber gut entwickelt – also normal wächst und gedeiht, nicht bei kleinsten Anstrengungen schwitzt und sogar Hinweise auf Atemnot zeigt, wie es bei Säuglingen mit einem angeborenen Herzfehler oder schweren Lungenerkrankungen selbst beim Trinken der Fall sein kann, müssen Sie sich nicht sorgen.

Bei übermäßiger Schweißentwicklung kann ein Dermatologe helfen

Wenn es auf die Pubertät zu geht und durch extremes Schwitzen bei Kindern ein Leidensdruck entsteht, kann ein Dermatologe spezielle Deodorants verschreibenFoto: Fotolia

Bei etwas größeren Kindern, die plötzlich vermehrt schwitzen, ist es etwas anderes. Meist ist die Pubertät für extremes Schwitzen verantwortlich – die Schweißdrüsen produzieren zum einen mehr Schweiß und zusätzlich kommt es zu einem veränderten bakteriellen Milieu, was zu einer anderen Geruchsentwicklung führt und teilweise für die Jugendlichen sehr unangenehm sein kann. Nach einiger Zeit pendelt sich in der Regel wieder alles auf ein normales Maß ein. Bis dahin gilt es, auf vermehrte Hygiene zu achten und ein gutes Deodorant zu finden, das die Geruchsentwicklung weitestgehend verhindert. Ist der Leidensdruck sehr groß, kann auch ein Gang zum Dermatologen sinnvoll sein, der spezielle Deodorants verschreiben kann, die stärker wirksam sind als die üblichen, in den Geschäften erhältlichen. Darüber hinaus gibt es auch noch weitere Möglichkeiten, eine übermäßige Schweißentwicklung zu unterbinden. Darüber kann Sie Ihr Hautarzt genauestens aufklären, um mit Ihnen und Ihrem Kind zusammen die ideale Therapieform zu finden.

Stoffwechselerkrankung kann extremes Schwitzen hervorrufen

In seltenen Fällen kann auch mal eine Stoffwechselerkrankung für extremes Schwitzen bei Kindern verantwortlich, wie eine Schilddrüsenproblematik. Wenn Sie unsicher sind, ob bei Ihrem Kind noch ein „normales“ vermehrtes Schwitzen vorliegt oder eine Grunderkrankung dahintersteckt, sprechen Sie vertrauensvoll mit Ihrem Kinderarzt.

Baby schwitzt am Kopf: Das kannst du tun

Dein Baby schwitzt am Kopf und du machst dir große Sorgen? Kein Grund zur Beunruhigung. Das ist meistens sogar ganz normal. Hier erfährst du, warum Babys oft stärker schwitzen und was du dann tun kannst.

Darum kann ein Baby am Kopf schwitzen

Zunächst einmal sei dir gesagt: Babyschweiß ist ganz normal. Viele Babys neigen dazu beim Schlafen oder Stillen zu schwitzen. Du musst also nicht gleich in Panik ausbrechen, wenn du feststellst, dass dein Baby ab und zu schwitzt. Doch natürlich geht es vielen jungen Müttern vor allem beim ersten Kind ähnlich wie dir und sie machen sich Sorgen, dass etwas Ernsthaftes dahinter stecken könnte.

Babys können ihre Körpertemperatur noch nicht richtig regulieren und stabilisieren. Daher steigt sie in einer warmen Umgebung eher an und sinkt bei Kälte. Unabhängig von ihrer Körpertemperatur haben viele Babys und Neugeborene eine vermehrte Schweißbildung. Meistens schwitzen Babys daher an den Händen, Füßen, im Nacken oder am Kopf. Vor allem in den Hautfalten staut sich die Wärme und Schweiß entsteht. Babys schwitzen generell bei Tätigkeiten mehr, die für den kleinen Körper eher anstrengend sind: intensives Träumen, Umherwerfen im Schlaf oder angestrengtes Trinken beim Stillen verbraucht viel Energie und kurbelt die Schweißbildung an.

9 seltsame Dinge, die alle Eltern tun

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Dein Baby schwitzt am Kopf? Dann kann es sein, dass …

  • die Zimmertemperatur einfach sehr warm ist und daher seine Körpertemperatur ansteigt.
  • es zu warm angezogen ist und daher vermehrt Schweiß am Kopf und Nacken bildet.
  • sein Bettchen nicht ausreichend belüftet ist.
  • es im Auto zu warm ist.
  • es im Tragetuch zu dick angezogen ist.
  • es im Schlaf intensiv träumt.
  • es sehr durstig ist und sich beim Stillen sehr anstrengt.

Ein Baby schwitzt am Kopf oft beim Schlafen und intensiven Träumen.

Das kannst du tun, wenn dein Baby am Kopf schwitzt

Auch wenn es normal ist, wenn dein Baby am Kopf schwitzt, solltest du das genau beobachten und für eine Abkühlung sorgen. Ein schwitzendes Baby wird schnell unruhig und macht sich durch Schreien bemerkbar. Früher galt immer: Zieh dein Baby möglichst warm an, sonst friert es. Diesen Rat gibt heute keiner mehr, denn man weiß, dass Babys auch ab und zu schwitzen und jedes Kind ein anderes Kälteempfinden hat. Daher ist es am besten, wenn du herausfindest, in welchen Situationen dein Kind am häufigsten schwitzt und dann dementsprechend regulierst.

#1 Das Baby schwitzt beim Stillen am Kopf

Viele Babys schwitzen beim Stillen, weil sie das Trinken sehr anstrengt. Vor allem Neugeborene werden schnell müde, wenn sie sehr fest saugen und ziehen müssen. Meistens wird das im Alter von 5 Monaten besser, weil sich der Körper dann besser auf das Trinken einstellen kann und es nicht mehr so anstrengend findet. Zieh ihm daher für das Stillen am besten nur einen dünnen Body oder Strampler an und ggf. auch die Söckchen aus, damit es sich wohler fühlt und sich die Hitze nicht staut. Halte am besten ein Handtuch bereit, mit dem du ihm Kopf und Nacken trocknen kannst.

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#2 Das Baby schwitzt in der Nacht und beim Schlafen

Wenn es vor allem beim Babyschlaf zu starker Schweißbildung im Kopf und Nacken kommt, ist wahrscheinlich die Zimmertemperatur zu warm oder die Bettdecke zu dick. Ob das Baby nachts stark schwitzt, findest du heraus, indem du den Finger in den Nacken legst. Meist sammelt sich dort der ganze Schweiß. Ein Baby schwitzt dann oft zuerst am Kopf. Wechsle dann am besten den durchschwitzten Strampler sowie das Laken und kühle den Nacken mit einem feuchten Lappen und trockne auch den Schweiß am Kopf. Sollte sich dein Baby wohler fühlen und wieder einschlafen können. Manche Kinder bewegen sich so intensiv beim Träumen, das sie wild gestikulieren und das führt natürlich auch zur Schweißbildung. Wenn du weißt, dass dein Kind einen solchen Schlaf hat, dann zieh ihm am besten immer luftige Strampler an und achte auf eine gut Belüftung des Bettchens. Ob du das Fenster nachts auflässt, musst du ausprobieren. Es ist natürlich auch nicht gut, ein Neugeborenes kühler Zugluft auszusetzen.

#3 Das Baby schwitzt im Auto

Vor allem im Sommer schwitzen viele Babys in Auto-Babyschalen und Kindersitzen sehr. Im Auto staut sich nicht nur die Hitze sehr. Auch im Kindersitz reibt die Haut verstärkt am synthetischen Stoff. Dann sammelt sich die Wärme am Hinterkopf und Nacken. Daher solltest du deinem Baby in der Babyschale nicht zu viel anziehen und in Abständen die Kleidung wechseln. Es kann auch helfen, den Sitz mit einem feuchten, kühlen Tuch abzuwischen und so etwas für Kühlung zu sorgen. Setze dein Baby in heißen Sommermonaten am besten nicht mehrere Stunden der stickigen Autoluft aus.

Babys mögen deine Körperwärme, aber im Tragetuch schwitzen sie im Sommer auch häufig.

#4 Das Baby schwitzt im Tragetuch

Auch in Tragetüchern schwitzen manche Kinder mehr als andere. Je nach Außentemperatur solltest du es daher nicht zu dick anziehen. Das Tuch und deine Körperwärme wirken für dein Baby wie ein Heizkessel. Hab daher am besten Wechselkleidung dabei und zieh ihm bei Kälte lieber etwas mehr an, als es von Anfang an zu dick einzupacken. Auch kühle Füße sind nicht immer ein Zeichen dafür, dass das Kind friert, sondern eher ein Indiz, dass es an anderen Körperstellen schwitzt. Bei der Wahl des Tuchs kannst du auch darauf achten, dass es aus natürlichen Fasern wie Baumwolle besteht und nicht aus Synthetik.

Achtung: Sollte dein Baby trotz deiner Maßnahmen seine Temperatur nicht regulieren und weiterschwitzen, empfehlen wir dringend den Gang zum Kinderarzt. Dieser kann abklären, ob es noch andere Ursachen für den Schweißausbruch gibt. Ein Arztbesuch ist außerdem dringend nötig, wenn das Kleine extrem unruhig ist, weint, einen sehr roten Kopf bekommt, sich die Lippen verfärben und es schwer atmet.

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Video: Dein Baby zahnt? So übersteht ihr diese schwierige Zeit

Zähne zu entwickeln ist kein Kinderspiel und furchtbar anstrengend für so einen kleinen Körper. Manche Babies schwitzen auch dabei. Unser Video verrät dir, wie ihr diese anstrengende Zeit gut bewältigt.

Ein schwitzendes Baby ist nichts Ungewöhnliches. Beobachte einfach regelmäßig, wann dein Baby am Kopf schwitzt und sorge für luftige Kleidung und etwas Abkühlung. Wenn der Schweiß nach der Abkühlung jedoch nicht aufhört, dann solltest du Fieber messen und gegebenenfalls den Arzt besuchen. Wenn dein Baby im Sommer an Hitzepickeln leidet, hilft Babypuder und Apfelessig. Hast du weitere Tipps für ein schwitzendes Baby? Dann verrate sie uns doch in den Kommentaren.

Die ersten Kinderzähne: Das hilft Ihrem Baby beim Zahnen

Ihr Baby zahnt – etwas zum Draufbeißen hilft

Es gibt Babys, die kommen bereits mit einem Zahn zur Welt, während andere ihren ersten Zahn erst im zweiten Lebensjahr bekommen. Bei den meisten Babys zeigt sich der erste Zahn aber zwischen dem fünften bis achten Monat. Da sich die Zähne schubweise bereits ab dem dritten Monat nach oben schieben, beginnen Zahnungsbeschwerden oft ebenfalls schon im dritten Lebensmonat.

Sinnvoll ist es, dem Baby etwas Hartes zu geben, worauf es herumkauen kann – das lindert das Druck- und Spannungsgefühl des Kiefers. Am besten geeignet sind dazu Beißringe mit Noppen, die den Kiefer massieren, oder einem Kühlteil. Es gibt sogar Modelle, die beides in sich vereinen (z. B. Beißring Fisch oder Schmetterling von JAKO-O). Bitte legen Sie einen Beißring niemals ins Gefrierfach, da er sonst am Kiefer oder an den Lippen festfriert! Ähnlich wie ein Beißring wirkt auch eine Veilchenwurzel (genau genommen Wurzel der wilden Iris) aus der Apotheke, ein altes Hausmittel, das jetzt wieder häufiger eingesetzt wird, da die Wurzel beim Herumkauen auch beruhigende und schmerzlindernde Inhaltsstoffe abgibt.

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Große Auswahl an Beißringen

Das Zahnen ist für die Kleinen sehr unangenehm. Der gekühlte Beißring lenkt nicht nur ab, sondern lindert auch die Schmerzen Ihres Schatzes. Um den Beißring auf eine angenehme Temperatur zu bringen, kann er einfach in den Kühlschrank gelegt werden…

Zahnen: Welche Anzeichen weisen darauf hin, dass Ihr Baby zahnt?

  • Das Baby sabbert stark.
  • Es steckt alles Greifbare in den Mund, besonders die eigenen Finger, und kaut darauf herum.
  • Ein oder beide Bäckchen sind gerötet.
  • Das Zahnfleisch ist an einer Stelle gerötet und geschwollen, eventuell schimmert schon das Zähnchen durch.
  • Das Baby ist oft quengelig, weint viel, kann nicht (ein)schlafen.
  • Es hat etwas dünneren Stuhl (bis hin zu Durchfall) und oft auch einen wunden Po.
  • Möglicherweise hat es etwas erhöhte Temperatur, selten Fieber über 38 °C.
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Grünspecht Veilchenwurzel

Seit Generationen werden den Babys beim Durchstoßen der Zähnchen Veilchenwurzeln als Zahnbeiß gegeben, da sie durch die Feuchtigkeit des Speichels weich und elastisch werden und somit den Babys das Zahnen erleichtern…

Mein Tipp: wenn Ihr Baby gerade zahnt

Halten Sie die Veilchenwurzel regelmäßig zur Reinigung für kurze Zeit in kochendes Wasser, dann bestehen keine hygienischen Bedenken gegen die Verwendung. Bekommt Ihr Baby bereits Beikost, können Sie ihm auch hartes Brot und größere Apfel- oder Karottenstücke zum Herumkauen geben – aber bitte nicht ständig, denn der enthaltene Zucker bzw. die Stärke fördern Karies, wenn Ihr Baby bereits Zähne im Mund hat! Geben Sie Ihrem Baby Brot und andere Nahrungsmittel bitte immer unter Aufsicht und im Sitzen, denn es könnte sich daran verschlucken.

Was Sie direkt auf die schmerzende Stelle beim Zahnen auftragen können

Oft hilft es bereits, den Kiefer mit Kamillentee (Kamillenblüten aus der Apotheke, nicht Teebeutel aus dem Supermarkt!) einzureiben. Bei stärkeren Beschwerden empfehlen sich eher Bach-Blüten-Notfalltropfen, die Sie einreiben oder mit einem Wattestäbchen auftupfen können. Reicht das nicht aus, können Sie auch eine käufliche Zahnungshilfe (meist in Form von Gel) aus der Apotheke auftragen. Da die meisten Mundgele ein oder zwei Lokalanästhetika enthalten, besteht hier vor allem bei längerfristiger und/oder häufiger Anwendung die Gefahr der Allergieentwicklung. Auch enthalten sie oft Alkohol, der nicht immer im Beipackzettel aufgeführt ist. Am ehesten zu empfehlen ist Kamistad Baby® Gel, das neben Kamillentinktur ein in Bezug auf Allergien unbedenkliches Lokalanästhetikum enthält.

  • Mein Tipp: Viele Babys lieben es beim Zahnen, auf einem Waschlappen herumzukauen und daran zu lutschen. Ein mit kaltem Wasser ausgewaschener und ausgewundener Waschlappen wirkt dabei oft beruhigend und schmerzlindernd zugleich.
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Dentinox Zahnungshilfe

Das Dentinox Gel ist eine bewährte und zuverlässige Hilfe bei Zahnungsbeschwerden. Denn die ersten Zähnchen sind für viele Babys mit Unwohlsein und Schmerzen verbunden…

Hilfe durch Homöopathie

Eine homöopathische Behandlung unterstützt Ihr Kind beim Zahnen und lindert dabei auftretende Beschwerden. Das Hauptmittel ist Chamomilla, das in den meisten Fällen angebracht ist. Welche weiteren Mittel geeignet sein können, entnehmen Sie bitte dem Flussdiagramm. Geben Sie das passende Mittel in der Potenz D12, 3-mal 5 Globuli oder 1 Tablette im Abstand von 30 Minuten. Bessern sich die Beschwerden innerhalb einiger Stunden, geben Sie das Mittel je nach Heftigkeit der Zahnungsbeschwerden 3-mal täglich bis zu zweistündlich. Plantago stellt hier ein Ausnahme dar. Es wird als Urtinktur gegeben (3- bis 6-mal täglich 3 Tropfen in etwas Wasser), und zusätzlich können Sie Ihrem Kind schmerzhafte Stellen damit einreiben.

Mittel und ihre typischen Symptome

  • Aconitum: Kind bewegt häufig den Unterkiefer wie beim Kauen; Zahnfleisch entzündet, Zunge weiß belegt,Mund trocken; viel Durst; unruhiges Kind, das viel weint und schlecht schläft (schreckt hoch oder wirft sich hin und her); Gesicht heiß und gerötet, evtl. eine Wange gerötet, die andere blass; oft wässriggrünlicher Durchfall
  • Belladonna: Kind sehr unruhig (es schreit, beißt oder tritt mitunter); Zahnfleisch ist dick geschwollen, gerötet und berührungsempfindlich; Gesicht des Kindes ist gerötet und heiß, Lippen sind gerötet, Hände und Füße sind kalt; evtl. plötzlich ansteigendes Fieber; oft auch etwas grünlicher Durchfall (häufige Entleerungen, aber nur geringe Menge); wenig Durst
  • Calcium carbonicum: verspätete Zahnung (Beginn nach dem 12.Monat); blasses, blondes, dickbäuchiges Kind mit großem Kopf, das sich leicht erkältet; Kopf- und Fußschweiß, besonders nachts kalte, feuchte Füße; oft stinkender, saurer Durchfall
  • Calcium phosporicum: verspätete Zahnung (Beginn nach dem 12.Monat); schlankes, unruhiges, blasses Kind, oft dunkle Haare, allgemein Spätentwickler (auch Gehenlernen verspätet); neigt zu übel riechenden Blähungen und Durchfall (grünlichschleimig, spritzend,mit unverdauten Nahrungsresten)
  • Chamomilla: Kind ist unleidig und gereizt, lässt sich nur durch Herumtragen vorübergehend beruhigen; schreit vor allem nachts und ist sehr unruhig (wirft sich im Bettchen herum, schreit auf); hat anscheinend starke Schmerzen; oft Fieber; eine Wange rot, die andere blass; wund machender, wässriger Durchfall von gelblicher oder grünlicher Farbe, der nach faulen Eiern stinkt; häufig auch Bauchschmerzen und Blähungen; meist durstig
  • Cina: übellauniges, verdrießliches Kind, das nur schlafen kann, wenn es hin und her gewiegt wird; großes, dickes, hungriges und rosiges Baby; reibt häufig an oder bohrt in der Nase oder auch in den Ohren; dunkle Augenringe und gerötete Wangen; oft Zähneknirschen; evtl. kurze Zuckungen von Armen oder Beinen
  • Kreosotium: leidet unter starken Schmerzen; aufgeregtes Kind, das kaum schlafen kann; Zahnfleisch ist stark entzündet, gerötet und schwammig, fauliger Mundgeruch;Wangen gerötet; oft stinkender, bräunlicher Durchfall
  • Mercurius solubilis: starker Speichelfluss, der nachts das Kopfkissen nass macht; übler Mundgeruch, geschwollenes, dunkelrotes Zahnfleisch; Zunge gelblich belegt; viel Durst; schwitzt am ganzen Körper, besonders nachts; Gesicht blass; grünlich-schleimiger Durchfall, der den Po wund macht; sehr temperaturempfindlich gegen Hitze und auch Kälte
  • Plantago major: Schmerzen ziehen bis zu den Ohren oder wechseln sich mit Ohrenschmerzen ab; reichlich Speichelfluss
  • Podophyllum: Kind presst während der Zahnung häufig die Kiefer fest aufeinander und steckt immer wieder die Fäuste in den Mund;Wangen oft glühend heiß; wässriger, oft grünlicher, stinkender Durchfall in größeren Mengen, der sich schwallartig entleert; Kind schwitzt beim Schlafen am Kopf
  • Rheum: ganzes Kind riecht säuerlich, auch aus dem Mund; vor allem nachts weinerlich, ruhelos und gereizt; reichlich säuerlicher Schweiß auf dem behaarten Kopf sowie um Mund und Nase; säuerlich riechende, breiige Durchfälle, die den Po wund machen
  • Bewährte homöopathische Fertigarzneimittel gegen Zahnungsbeschwerden sind Osanit® Globuli sowie Viburcol® N Zäpfchen (enthalten beide unter anderem Chamomilla).Wenden Sie diese Arzneimittel bitte entsprechend der Dosierung in der Packungsbeilage an Alle angegebenen homöopathischen Medikamente sind in Apotheken erhältlich.

Nachtschweiß – Ursachen & Hilfe gegen das Schwitzen in der Nacht

April 15, 2015 7 Min.

Direkt zum Thema:

  • Ursachen
  • Auslöser
  • Therapie und Tipps

Nachts schwitzen – was sind die Ursachen für Nachtschweiß

Sie schlafen ruhig und wohlbehütet ein. Langsam entschlummern Sie in die Traumwelt. Doch plötzlich ist es – mitten in der Nacht – mit der Ruhe vorbei; Sie wachen zitternd auf, sind klatschnass geschwitzt und ein Kälteschauer läuft ihnen über den Körper?

Einen halben Liter Schweiß pro Nacht abzusondern, ist normal. Doch wenn Menschen wesentlich mehr im Schlaf schwitzen, sollte die Ursache geklärt werden. Denn dahinter können sich akute und auch schwerwiegende Erkrankungen verbergen.

Vielleicht haben Sie es mit einer Form der Hyperhidrose, also mit krankhaft gesteigerter Schweißproduktion zu tun: dem Nachtschweiß. In seiner Ausprägung kann nächtliches Schwitzen sehr unterschiedlich sein: Von einem leichten Schweißfilm auf der Haut bis hin zum Durchnässen der Bettwäsche ist alles möglich. Diese Schweißausbrüche können auf Dauer recht anstrengend werden und rauben den Schlaf.

Nächtliches Schwitzen führt durch seine Auswirkungen häufig in der Folge zu Schlafstörungen, spätestens wenn die betroffene Person das Schwitzen als unangenehm empfindet oder das Kältegefühl überhand nimmt. Unter dem Begriff Nachtschweiß versteht man ein übermäßiges Schwitzen während der Bettruhe, das das normale Maß überschreitet.

Nächtliches Schwitzen: die Ursachen

Zwar schwitzt der menschliche Körper auch während normaler nächtlicher Regulationsvorgänge aber nicht in einem so hohen Ausmaß, wie es beim Nachtschweiß der Fall ist. Leider kann es viele Ursachen geben. Die nächtlichen Schwitzattacken können zunächst einmal ganz einfache und harmlose Gründe haben. Zum Beispiel wenn die Umgebungstemperatur oder die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer zu hoch ist.

Ein gestörter Biorhythmus kann sich auch schlecht auf die nächtliche Ruhe auswirken. Wer ständig zu extrem unterschiedlichen Zeiten ins Bett geht und darüber hinaus zu wenig schläft, strapaziert seinen Organismus. Der Körper reagiert auf diese Probleme und Nachtschweiß kann eine Folge sein.

Psychische und psychosomatische Gründe regen die Schweißabsonderung ebenfalls an. Darunter fallen beispielsweise nächtliche Alpträume oder man befindet sich insgesamt in einer stressigen Situation und kann auch nachts nicht richtig abschalten.Der Körper ist „unter Strom“ und das kann sich manchmal durch starkes Schwitzen nachts äußern. Gerade die unbewusst, verdrängten Probleme aus dem Alltag werden mit ins Bett getragen. Denn das Unterbewusstsein ist auch im Schlaf aktiv. Als Folge der seelischen Belastung, kann der Körper im Schlaf mit verstärkter Schweißproduktion reagieren.

Auch der Konsum von Genußmitteln und Drogen fördert die Schweißproduktion. Gerade zu viel Alkohol oder beispielsweise Kokain bringen neben anderen gesundheitlichen Schwierigkeiten (oder gefährlichen Abhängigkeiten) schwitzige Probleme mit sich. Denn die Schweißdrüsen werden durch solche Substanzen „angefeuert“. Ebenso kommt eine idiopathische Hyperhidrose in Betracht, also eine krankhaft gesteigerte Schweißproduktion, ohne einen ersichtlichen Grund und ohne eine andere Krankheit als Auslöser.

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Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) kämpfen oft mit Schweißausbrüchen, sowohl tags- als nachtsüber. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus (Zucker) zeigen ebenso manchmal Symptome wie den Nachtschweiß. Dabei kann der Nachtschweiß ein mögliches Anzeichen einer anbahnenden Unterzuckerung (Hypoglykämie) sein.

Krankheiten als Auslöser für Nachtschweiß

Allerdings sind auch ernste Erkrankungen (oder die Einnahme von Medikamenten gegen diese Krankheiten) als Ursache von Nachtschweiß möglich. Darunter fallen unter anderem:

Akute Infektionskrankheiten

  • Grippe
  • Pfeiffer´sches Drüsenfieber

Chronische Infektionskrankheiten

  • Tuberkulose
  • AIDS
  • Malaria
  • Osteomyelitis

Malignome

  • Leukämie
  • Lymphome
  • Karzinome

Neurologische Erkrankungen

  • Epilepsie
  • Apoplex

Therapie bei Nachtschweiß

Den Weg für die optimale Therapie einzuschlagen, ist nicht immer ganz einfach, denn schließlich richtet sich die Behandlung nach der Ursache. In manchen Fällen sind aber gerade die Auslöser nicht direkt zu definieren. Deshalb wird der Arzt eine gründliche Anamnese erheben und im Zweifel in alle Richtungen nachfragen. Dabei werden alle Bereiche überprüft, die als Auslöser in Frage kommen. Die Mediziner können so Patienten herausfiltern, deren Ursache von Nachtschweiß eine schwerwiegende Erkrankung sein könnte. Handelt es sich um idiopathischen Nachtschweiß, ist eine Veränderung der Lebensgewohnheiten von Vorteil.

Tipps gegen Nachtschweiß

  • Verzichten Sie auf den (übermäßigen) Verzehr von Genussmitteln wie Zigaretten, Kaffee und Alkohol. Diese Genussmittel können die Schweißproduktion fördern.
  • Vermeiden Sie stressige Situationen, denn dieser ist eine mögliche Ursache für Nachtschweiß. Gönnen Sie sich vor dem Einschlafen eine Ruhephase, um vom Alltag abzuschalten. Hören Sie (Entspannungs-)Musik oder lesen Sie in Ruhe ein Buch. Auch ein Entspannungsbad vor dem zu Bett gehen kann helfen. Ebenso können Hörbücher eine beruhigende Wirkung haben.
  • Ernähren Sie sich gesund und verzichten Sie kurz vor dem Einschlafen auf besonders fettige oder scharf gewürzte Lebensmittel.
  • Schlafen Sie in einem gut gelüfteten Raum. Achten Sie darauf, gerade nachts nicht in einem überheizten Schlafzimmer zu übernachten. Lassen Sie gegebenenfalls das Fenster auf.
  • Verzichten Sie auf Bettwäsche aus synthetischen Stoffen, sondern nutzen Sie lieber natürliche Materialien wie Baumwolle.

Sollte starkes Schwitzen im Schlaf länger als vier Wochen anhalten, empfiehlt es sich in jedem Fall, einen Arzt aufzusuchen. Nur ein Mediziner kann letztlich klären, ob eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt, wenn im Schlaf der Schweiß ausbricht. (N.H.)

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„Fenster auf und nackt schlafen“

Hautarzt über das Schwitzen

Schweiß kühlt den Körper – und riecht manchmal auch unangenehm. Der Dermatologe Timm Golüke über das Schwitzen, Sexuallockstoffe und heiße Sommernächte.

Nicht alle Schweißdrüsen dienen dem Temperaturausgleich Foto: tinibi/photocase

taz am wochenende: Herr Golüke, was ist eigentlich Schweiß?

Timm Golüke: Schweiß ist ein Sekret, das von den Schweißdrüsen hergestellt wird. Es ist einfach ein Gemisch aus Stoffen, die von diesen Schweißdrüsen produziert werden. Wir haben zwei verschiedene Arten von Schweißdrüsen: die apokrinen Schweißdrüsen, das sind Schweißdrüsen im Achsel- und Genitalbereich, und die ekkrinen Schweißdrüsen, die sich auf dem gesamten Körper befinden.

Wie sieht die Arbeitsteilung der verschiedenen Drüsen aus?

Die ekkrinen Schweißdrüsen dienen dem Temperaturausgleich. Das ist alles hormonell gesteuert. Unser Körper checkt: Hey, draußen ist es heiß! Jetzt produziere ich mal mehr Hormone, die den Schweißdrüsen sagen: Kinners, produziert mehr Schweiß, damit die Temperatur ausgeglichen wird! Eine andere Funktion haben die apokrinen Schweißdrüsen. Die entstehen erst in der Pubertät und enthalten sexuelle Lockstoffe, also Pheromone, die ursprünglich mal der Fortpflanzung gedient haben. Diese Schweißdrüsen brauchen wir eigentlich nicht zum Temperaturausgleich.

Es gibt also unterschiedliche Arten des Schwitzens?

Ja. Das wichtigste Schwitzen ist das temperaturausgleichende Schwitzen. Das dient dazu, den Körper zu kühlen. Dann gibt es das Stressschwitzen. Das ist temperaturunabhängig, tritt schlagartig auf und kann sogar eine Krankheit sein. Diese nennt man Hyperhydrosis, was so viel bedeutet wie verstärktes Schwitzen. Als Drittes hätten wir dann noch das Schwitzen als Begleitphänomen von anderen Grunderkrankungen, zum Beispiel Blutdruckabfall und Herzerkrankung.

ist Hautarzt in München. Er studierte Humanmedizin an der dortigen Ludwig-Maximilians-Universität sowie in New York und San Francisco und machte anschließend seine Facharzt­ausbildung zum Dermatologen.

Kann Schwitzen ungesund sein?

Ja, wenn man übermäßig schwitzt, sollte man zum Arzt gehen und einen Check-up machen. Es könnte eine Erkrankung der Schilddrüse vorliegen. Das viele Schwitzen kann aber auch ein Hinweis auf andere Erkrankungen sein. Wenn jemand beispielsweise einen Tumor hat, kann es die Begleiterscheinung Nachtschweiß geben. Das heißt jetzt nicht, dass jeder gleich zum Arzt rennen sollte, der nachts schwitzt. Aber wenn das Schwitzen unabhängig von der Temperatur oder besonders aufregenden Situationen auftritt, dann sollte man seinen Hausarzt aufsuchen.

Wozu gehört das Schwitzen bei Anstrengungen?

Das Schwitzen beim Sport ist ganz normaler Temperaturausgleich. Es wird einem heiß, und dann produzieren die Schweißdrüsen dieses wässrige Sekret, sondern es ab und regulieren darüber die Temperatur des Körpers nach unten.

Warum schwitzen manche Menschen mehr, manche weniger?

Das ist genetisch und auch vom Hormonhaushalt bedingt. Wie viele Kinder in der Pubertät sehen wir mit Schweißfüßen oder Schweißflecken unter den Achseln? Ziemlich viele, nicht wahr? Das hormonelle Yin und Yang muss sich im Laufe des Wachsens erst einmal einstellen. Das beweist, dass das Schwitzen hormonell gesteuert ist.

Anfang der siebziger Jahre nahmen junge Linke heimlich Abtreibungen vor. Sie trafen sich in WGs, benutzen umgebaute Fahrradpumpen und Codewörter. Jetzt haben wir vier Frauen der Gruppe wieder zusammengebracht – in der taz am wochenende vom 4./5. August. Außerdem: In Bayern sind die Grünen in Umfragen zweitstärkste Partei – doch können sie Markus Söder stürzen? Und: Alles, was Sie schon immer über Schweiß wissen wollten. Ab Samstag am Kiosk, im eKiosk, im praktischen Wochenendabo und rund um die Uhr bei Facebook und Twitter.

Man sieht öfter Männer mit Schweißflecken auf dem Hemd als Frauen. Schwitzen die weniger als Männer?

Definitiv nicht. Das ist individuell sehr verschieden.

Verändert sich das auch nach der Pubertät noch, dass man mal mehr, mal weniger schwitzt?

Ja, das Schwitzen nimmt im Alter ab.

Schwitzen wir nachts weniger?

Man schwitzt immer.

Auch wenn ich einem ganz angenehm temperierten Raum bin?

Genau. Das ist praktisch eine Verdunstung der Haut, quasi das unsichtbare Schwitzen. Die Schweißdrüse ist ständig in einem gewissen Aktivitätsmodus, produziert also immer den ganzen Tag über, und also schwitzt man auch den ganzen Tag über. Nur für das Auge ist das nicht sichtbar. Erst wenn wir mehr schwitzen, merken wir, dass wir schwitzen.

Wieso riecht Schweiß?

Frischer Schweiß und Schweiß an sich riecht nicht. Der Geruch kommt von den Bakterien, die zur natürlichen Hautflora zählen. Logischerweise hat man mehr Bakterien in den Bereichen, in denen wir mehr schwitzen. Diese führen dazu, dass Schweiß riecht, sogar stinken kann. Und das kommt vom Nichtwaschen. Das Sekret aus den apokrinen Schweißdrüsen enthält außerdem Sexualduftstoffe. Die riechen auch, aber die nehmen wir nicht als schlecht riechend wahr.

Wieso finden wir manchen Schweiß anziehend und anderen abstoßend?

Im Eifer des Gefechts stört einen der Geruch vielleicht nicht. Wenn Sie jetzt aber einen Geschäftskontakt haben mit jemandem, an dem sie absolut kein sexuelles Interesse haben, stört es sie, wenn die Person stinkt. Es stört Sie auch, weil es ein Hinweis darauf ist, dass die Person sich nicht ordentlich gewaschen hat, und Sie wundern sich, dass es immer noch Menschen gibt, die keine Deos benutzen. Aber wenn der Mann jetzt vielleicht Ihr Traummann wäre und es sich um eine heiße Sommernacht in Havanna in einem Zimmer ohne Klimaanlage handelt, wird der stinkende Schweiß Sie kaum stören.

Ist Schwitzen anstrengend?

Ja, weil man Elektrolyte verliert. Das ist wie beim Durchfall, wenn man Elektrolyte aus der Apotheke nehmen muss oder Salzstangen isst, weil da Salz darauf ist, was man verliert, wenn man schwitzt. Natürlich ist man äußerst schlapp, wenn man sehr viele Elektrolyte verliert.

Würde es für den Temperaturausgleich nicht reichen, wenn lediglich Wasser, aber keine Elektrolyte ausgeschüttet wird?

Da fragen Sie mal die Natur oder den lieben Gott. Wenn ich das wüsste, dann würde ich den Nobelpreis gewinnen und als Dr. Schweiß in die Menschheitsgeschichte eingehen.

Was ist Ihr persönlicher Geheimtipp gegen das Schwitzen?

Trinken, trinken, trinken. Ich trinke zum Beispiel den ganzen Tag grünen Tee, lauwarm, und stilles Wasser. Ich finde, das Nervigste ist eigentlich nachts, und da kann man natürlich schon so Sachen machen, wie sich Handtücher in die Tiefkühltruhe und auf die Stirn vorm Einschlafen zu legen. Oder ich sag immer: Hey, cool bleiben! Dann ist es jetzt halt mal warm! Wir meckern ja sonst immer, wenn es regnet. Fenster auf und nackt schlafen, und alles ist gut!

PLÖTZLICHER SÄUGLINGSTOD: Morgens lag es tot im Bettchen

2000 mal im Jahr geschieht in Deutschland das Grauenvolle. Die Eltern gehen wie jeden Morgen zu ihrem Kind ans Bettchen. Aber dieses Kind bewegt sich nicht mehr, es ist bleich oder blau angelaufen, hat vielleicht erbrochen und liegt schlaff in kaltem Schweiß. Irgendwann nachts hat dieser völlig gesunde Säugling einfach aufgehört zu atmen.
Der Notarzt kommt, dann die Polizei, die prüfen muß, ob ein Fremdverschulden vorliegt. Die Nachbarn tuscheln, und einige Psychologen wollen die Eltern glauben machen, sie hätten ihr Kind nicht genügend geliebt und deshalb habe es nicht mehr leben wollen.

Das traurige Phänomen heißt wissenschaftlich SIDS (Sudden Infant Death Syndrome). Syndrom nennt man es deshalb, weil man die medizinischen Gründe für den Plötzlichen Säuglingstod, dieser häufigsten Todesursache bei Babys zwischen dem zweiten und zwölften Lebensmonat, nicht kennt.
Eine großangelegte Studie aus Australien hat nun bereits vorhan- dene Vermutungen bestätigt: Schlafen Babys auf dem Bauch, ist das Risiko für den Krippentod erhöht. Das Bundesgesundheitsamt in Berlin hatte bereits 1992 vorsorglich allen Eltern geraten, ihr Kind nicht mehr auf den Bauch zu legen, sondern auf dem Rücken oder, noch besser, auf der Seite schlafen zu lassen. Immerhin schlief damals noch jeder dritte Säugling auf dem Bauch.
Was unsere Eltern nämlich noch für optimal hielten – einen Säugling bäuchlings hinzulegen, damit er nicht am Erbrochenen erstickt – erweist sich nach neuesten Erkenntnissen möglicherweise als fatal.
Anne-Louise Ponsonby von der Universität Hobart im australischen Tasmanien hat vier zusätzliche Faktoren gefunden, die bei auf dem Bauch schlafenden Kindern das Risiko für SIDS drastisch erhöhen können:
Schlafen auf weichen Matratzen
in kuschelige Decken und Tücher gehüllt zu sein
Erkältung oder andere Infektionen
Raumtemperatur zu hoch oder das Baby zu warm angezogen
Ponsonbys These: Die Bauch-Schlafposition bereitet die Basis für den negativen Einfluß der anderen Faktoren. „Allerdings“, betont Christian Poets von der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover, „erklärt dies nicht, warum tausende von Babys auf dem Bauch in überheizten Räumen auf weichen Matratzen schlafen und nicht sterben und einige, die auf dem Rücken in kühlen Zimmern auf harten Unterlagen liegen, trotzdem an SIDS sterben.“
Poets schrieb den Kommentar zur Ponsonby-Studie, die Anfang August im Fachblatt „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde und betont, daß die Suche nach den eigentlichen Ursachen weitergehen muß.
Handelt es sich um eine Unreife bestimmter Nervenzellen der Atemzentren im Stammhirn? Oder sind die Atemwege noch nicht genügend entwikkelt? Poets selbst erforscht den Sauerstoffmangel im Blut als mögliches Warnsymptom für einen drohenden Krippentod.
Um solche Vorwarnzeichen erfassen zu können, werden in Deutschland in einigen Kliniken Babys über Nacht in einem Schlaflabor untersucht. Dabei wird die Atem- und Herzfrequenz bestimmt, die Nasen- und Bauchatmung erfaßt, werden die Hirnströme aufgezeichnet und über Hautelektroden der Sauerstoff- und Kohlen-dioxydgehalt des Bluts gemessen.
Irgendeine Auffälligkeit muß doch SIDS-gefährdete Babys und nicht gefährdete Säuglinge unterscheiden, so die Hoffnung der Wissenschaftler. Treten zum Beispiel charakteristische Atempausen, sogenannte Apnoen, oder spezielle EEG-Kurven auf? In den SIDS-Forschungszentren von Mün-ster, Datteln, Bochum, Berlin, Hannover, Jena und München sind solche Check-ups möglich. Alle Daten, die die 200 000 Mark teure Überwachungs- einheit liefert, werden per Computer gespeichert, und eine Videokamera zeichnet alle Bewegungen der Kinder auf. Die Check-ups verhindern den Plötzlichen Kindstod nicht, erfassen aber manche Risikokinder.
Für Gotthard von Czettritz von der Kinderklinik Schwabing der TU München ist Streßschweiß ein wichtiges Warnzeichen. Immer wieder haben Eltern, deren Kind an SIDS starb, beobachtet, daß es in den Tagen und Wochen, bevor es passierte, vereinzelt schweißgebadet aufwachte.
Von Czettritz glaubt, daß ein extremer, unerklärlicher Schweißausbruch im Schlaf ein Hinweis auf eine unbemerkt abgelaufene lebensbedrohliche Funktionsstörung im Sinne eines „beinahe Plötzlichen Säuglingstodes“ sein kann, eine Krise, die der Körper durch Ausschüttung von Streßhormonen überwinden konnte.
Deshalb wird in München zusätzlich zu den sonstigen Parametern die Schweißabsonderung gemessen und, wie beim bekannten Lügendetektor, die Hautelektrizität erfaßt. Als weiteres Signal des vegetativen Nervensystems registriert ein kleiner schwarzer Knopf nach dem Laser-Dopplerprinzip die Hautdurchblutung, denn: Bei Angst und Streß verengen sich die Hautgefäße plötzlich, und es kommt zum Ausbruch von Schweiß.
Wichtig ist der Hinweis, daß es völlig normal ist, wenn Babys mal einen naßgeschwitzten Kopf haben, oder auch mal das Kopfkissen feucht ist. Beim Streßschwitzen ist die gesamte Kleidung und oft auch die Bettwäsche naß. „Manchmal kann man kaum glauben, daß ein solch kleiner Körper soviel Wasser verlieren kann“, erläutert der SIDS-Forscher. Eltern, die derartige Schweißausbrüche im Schlaf bei ihrem Kind beobachten, sollten um eine Untersuchung in einer Kinderklinik nachfragen.
Schon heute bieten Firmen mobile Atemkontrollgeräte an. Die Heimmonitore geben ein akustisches Signal, wenn das Baby länger als 15 Sekunden nicht atmet. Die Eltern können dann ihr Kind zunächst sacht schütteln. Erscheint das Kind weiterhin leblos, müssen Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Die neueste Entwicklung ist ein Atemsensor-Schlafanzug, den belgische Physiker aus der Raumfahrtforschung konstruiert haben.
Berliner Forscher vom Institut für Perinatale Medizin fanden neben medizinischen Risikofaktoren auch auffällige soziale Faktoren, die eventuell den Plötzlichen Kindstod begünstigen: Die Mütter von SIDS-Opfern waren oft erst nach der 20. Schwangerschaftswoche zur ersten Vorsorge gegangen, die Hälfte hatte mehr als 10 Zigaretten pro Tag während der Schwangerschaft geraucht, 61 Prozent waren ledig oder geschieden.
James McKenna, Anthropologe am Pomona College in Kalifornien, klagt dagegen die westliche Schlaftradition an und plädiert für das „Co-Sleeping“. Die „unnatürliche“ Verbannung der Babys aus dem elterlichen Bett und die Unsitte, sie im eigenen Bett und in einem eigenen Raum schlafen zu lassen, fördere SIDS.
Eine Theorie, die von Czettritz jedoch nicht akzeptiert, ist jene, die den Müttern unterstellt, daß sie ihre Kinder insgeheim ablehnten: „Ich halte das für ganz schlimm und eine unbeschreibliche Grausamkeit.“
2000 BABYS PRO JAHR
RISIKOFAKTOREN
Jungen sterben häufiger als Mädchen
tritt vermehrt im Herbst und Winter auf
Frühgeburt oder Mehrlings- schwangerschaft
Bauchlage beim Schlafen und überheiztes Kinderzimmer
Rauchen während der Schwangerschaft
VORBEUGUNG
nicht auf den Bauch legen
auf vermehrtes Erbrechen und behinderte Nasenatmung ach- ten, z. B. während einer Erkältung
Vorsicht bei auffallender Blässe, Atempausen und bei exzessivem Schwitzen
Atemkontrolle über Klebe- elektrode oder Sensormatte
Hilfe : Gesellschaft zur Erforschung des Plötzlichen Säuglingstodes: 0721-40 65 30

Die Auseinandersetzung mit den Kollegen ist aber nur einer der Konfliktschauplätze für Carpenter. Weitaus heftiger fiel die öffentliche Reaktion aus, vor allem in Großbritannien, aber auch in Deutschland. Unicef, die das Stillen propagierende La-Leche-Liga und viele selbstberufene Experten und Bloggerinnen haben das Ergebnis des Teams geradezu verdammt.

Es habe das falsche Thema gewählt, solle besser die wahren Ursachen von Sids untersuchen – das waren noch die zivilsten Vorwürfe. Andere unterstellten vorsätzliche Datenmanipulation oder politische Motive. Wer davor warnt, dass Kinder im Elternbett schlafen, wird in der Szene gern in die faschistische Ecke geschoben, weil solchen Regimen die Intimität von Mutter und Kind ein Dorn im Auge gewesen sei.

Für manche ist das Familienbett eine Grundsatzentscheidung

Die Schärfe dieser Reaktionen erklärt sich dadurch, dass manche Eltern es als autonome Entscheidung für einen Lebensstil auffassen, ihr Kind mit zu sich ins Bett zu nehmen. Sie verweisen auf Infrarotaufnahmen von schlafenden jungen Frauen, die ihre Babys immer wieder neu positionieren und so vor Gefahren schützen. „Es gibt eine intuitive Beziehung zwischen stillender Mutter und Kind, in der sie sogar ihren Schlafrhythmus synchronisieren“, sagt Herbert Renz-Polster unter Berufung auf renommierte Schlafforscher.

Manche Vertreter dieser Meinung überhöhen sie sogar durch einen Hinweis auf die Stammesgeschichte. Seit Entstehung der Menschheit hätten Neugeborene überhaupt nur an der Seite ihrer Mütter die Nächte überleben können. Die Evolution habe das so eingerichtet – was könne also sicherer und natürlicher sein? Robert Carpenter erwidert: „Noch bis vor wenigen Jahrhunderten betrug die Kindersterblichkeit etwa 50 Prozent. Ein sehr kleines Risiko durch das Schlafen neben der Mutter war dagegen unbedeutend und hat sicherlich in der Evolution keine Rolle gespielt.“

Doch die Eltern, die sich eine einmal getroffene Entscheidung für den Umgang mit den Kindern nicht ausreden lassen wollen, sind womöglich nur eine Minderheit. Weitaus größer könnte die Zahl der Frauen sein, die ihre Kinder nur im Ausnahmefall zu sich ins Bett holen, wenn ihnen die Energie fehlt, die Babys in die Krippe oder den Stubenwagen zurückzulegen.

Herbert Renz-Polster sorgt sich vor allem, wie sie die Nachricht über die Carpenter-Studie aufnehmen. Denn obwohl der britische Statistiker darauf beharrt, das Team habe gar keine Botschaft über das Verhalten aussenden wollen – das Ergebnis wird vermutlich so aufgenommen.

Für Renz-Polster steht fest: „Wenn die Mütter sich jetzt zum Stillen in der Nacht aufrappeln und in einen Sessel oder auf ein Sofa setzen, wird es für die Kinder wirklich gefährlich.“ Schläft die Mutter dann nämlich mit dem Kind im Arm und an der Brust ein, kann es leichter in eine Ritze rutschen, wo Stoff von beiden Seiten Mund und Nase zudrückt.

  • Leben mit dem Baby

    Das Abenteuer Familie fängt nach der Geburt erst richtig an. Eltern stehen vor einigen Fragen: Warum ist stillen besser? Wie entwickelt sich das Baby? Was bedeutet es, wenn ein Säugling ständig schreit? Antworten in einem Ratgeber.

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