Schwer tragen nach geburt

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Hast Du auch schon mal gehört, dass Schwangere nicht mehr als 5 kg heben dürfen? Hast Du Dich schon mal gefragt, warum eigentlich und was mit den Frauen passiert, die es trotzdem tun? Ich selbst habe mir darüber keine Gedanken gemacht – bis ich mit meinem zweiten Kind schwanger wurde und mein 3-jähriges 16-kg-Kind trotzdem getragen werden will. Was Du beim Baby oder Kleinkind tragen in der Schwangerschaft beachten musst und was tatsächlich erlaubt ist, wird Dich vielleicht überraschen.

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Warum “darf” man in der Schwangerschaft nicht mehr als 5 kg heben?

Tatsächlich gibt es keine Studien oder wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber, was schweres Heben in der Schwangerschaft bewirkt. Lange hieß es, dass dadurch eine Fehl- bzw. Frühgeburt ausgelöst werden kann. Jedoch gibt es dafür keinerlei statistische Belege. Die 5-kg-Grenze, die Vielen im Kopf herumgeistert, ist tatsächlich eine willkürliche Grenze. Sie stammt aus dem Arbeitsschutzgesetz. Demnach dürfen Schwangere keine Tätigkeiten ausüben, bei denen regelmäßiges Heben von mehr als 5 kg oder gelegentliches Heben von mehr als 10 kg erforderlich ist. Im Arbeitsschutz macht das auf jeden Fall auch Sinn. Denn hier können Schwangere nicht so einfach nach ihrem Bauchgefühl und der aktuellen Befindlichkeit entscheiden, ob sie etwas heben möchten oder nicht.

Außerhalb des Arbeitslebens aber bedeutet das, dass es für eine gesunde Schwangere keinen Grund gibt, ihr Kind nicht weiterhin zu tragen. Natürlich nur, sofern sie sich gut und wohl damit fühlt.

Rückenschonendes Heben und Tragen in der Schwangerschaft

Trotzdem solltest Du immer darauf achten, Dich nicht zu überlasten. Das gilt für das Baby oder Kleinkind Tragen in der Schwangerschaft genauso wie für alle anderen körperlichen Aktivitäten. Denn Dein Körper braucht jetzt viel Energie, um Dein ungeborenes Baby zu versorgen.

Wenn Du Dein Kind vom Boden aus hochhebst, dann tu das aus den Knien heraus. Beuge Dich nicht nach vorne, denn dann hebst Du aus dem Rücken. Sondern geh in die Knie und dann mit Deinem Baby wieder nach oben. Achte dabei immer auf die Signale Deines Körpers – wenn Du Schmerzen hast, lass es lieber.

Wenn Du Dein Baby möglichst nah am Körper und möglichst hoch hältst, ist die Belastung für den Rücken am geringsten. Ältere Kinder können vielleicht selbst schon auf einen Stuhl oder eine andere Erhöhung klettern, sodass Du Dich gar nicht erst bücken musst.

Tragen und Heben in der Schwangerschaft vermeiden

Andere Situationen, zum Beispiel das Hochheben Deines Babys auf den Wickeltisch, kannst Du vielleicht sogar gänzlich vermeiden. Etwa, indem Du einfach auf der Couch oder auf dem Boden wickelst. Dein Kind kann schon selbst laufen, aber will lieber getragen werden? Dann versuche mit spielerischen Mitteln, es zum Laufen zu animieren. Wenn ihr zum Beispiel eine Treppe hoch müsst, kann das stufenweise Hüpfen (nur Dein Kind, nicht Du) oder das Mitzählen der Stufen je nach Alter eine lustige Alternative sein. Viele Dinge im Haushalt, wie die Toilette, das Waschbecken oder die Küchenarbeitsplatte kann ein Kleinkind, das Laufen kann, schon selbständig erreichen. Alles, was Du dazu brauchst, ist ein Lernturm oder ein Tritthocker.

Darf ich mein Baby oder Kleinkind trotz Schwangerschaft in der Tragehilfe tragen?

Vorteile einer Tragehilfe

Trotzdem wollen oder können schwangere Mütter nicht in allen Situationen auf das Tragen verzichten. Immerhin hat auch das ältere Geschwisterkind noch Bedürfnisse nach Nähe und Fürsorge der Mutter. Eine erneute Schwangerschaft bedeutet viele Veränderungen und Umbrüche für Dein Baby. Wenn Du ihm nun auch noch die gewohnte körperliche Nähe durch das Tragen nimmst, scheint das vielleicht nicht ganz fair. Wenn Dein Baby noch nicht selbst laufen kann, ist Tragen im Tuch oder der Babytrage oft die weniger anstrengende Alternative zum Tragen auf dem Arm. Denn dabei verteilt sich das Gewicht über den Oberkörper und Du belastest Deinen Körper in der Regeln nicht einseitig.

Voraussetzung für das Baby Tragen trotz Schwangerschaft

Wichtig beim Baby tragen in der Schwangerschaft ist, dass Dein Körper an diese Art der Belastung bereits gewöhnt ist, dass Du also nicht erst in der Schwangerschaft damit anfängst. Außerdem musst Du gesund sein, also nicht unter vorzeitigen Wehen, Symphysenlockerung, Beckenschmerzen oder übermäßigen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft leiden.

Vor allem durch die Bauchtrageweise wird Dein Beckenboden zusätzlich belastet. Mögliche Folge einer übermäßigen Belastung des Beckenbodens ist eine frühe Inkontinenz durch Beckenbodenschwäche. Dehalb ist es besser, ein Baby in der Schwangerschaft auf der Hüfte oder noch besser auf dem Rücken zu tragen. Voraussetzung hierfür ist, dass Dein Baby schon groß genug ist. Die meisten Babys können ab einem Alter von etwa 5 Monaten auf dem Rücken getragen werden.

Die Rückentrageweise eignet sich am besten für das Tragen in der Schwangerschaft

Mehr Tipps zum Thema Tragen im Kleinkindalter gebe ich Dir in meinem Beitrag “5 Gründe, Warum Du auch Dein Kleinkind tragen solltest”.

Richtiges Tragen in der Schwangerschaft

Zunächst solltest Du Dein Kind niemals tragen, wenn es Dich zu sehr anstrengt. Wenn Du Schmerzen im Bauch hast oder gar Blutungen bekommst, erst recht nicht. Dann ist es besser, den Kinderwagen zu nutzen. Oder bitte andere Bezugspersonen wie Papa oder Oma, Dein Baby zu tragen.

Wenn Du Dein Baby in der Schwangerschaft trägst, darf nie Gewicht auf dem Babybauch lasten. Das heißt, den Hüftgurt der Trage bzw. die Stränge des Tuchs musst Du entweder über, oder unter dem Babybauch anbringen. Ob der Gurt auf den Bauch drückt, merkst Du ganz schnell. Druck auf den Schwangerschaftsbauch ist immer unangenehm.

Wenn der Hüftgurt über dem Babybauch sitzt, achte darauf, dass das Gewicht nicht trotzdem nach unten auf den Babybauch drückt. Denn zu viel Druck auf den Uterus kann unter Umständen dafür sorgen, dass die Gebärmutter reißt. Dann verlierst Du Fruchtwasser und das Baby ist nicht mehr vor möglicherweise gefährlichen bakteriellen Infektionen geschützt. Du kannst überprüfen, ob Dein Baby weit genug über dem Bauch sitzt, indem Du eine Hand oben auf den Babybauch legst. Das muss ohne Probleme und herumschieben möglich sein, dann ist alles in Ordnung.

Bindeweisen und Tragen ohne Hüftgurt

Mit Trageweisen wie dem Rucksack oder dem Double Hammock gibt es für das Tragetuch Bindeweisen, die ohne Tuchstrang über den Bauch auskommen. Es gibt auch fertige Komforttragen, die ohne Bauchgurt auskommen, z.B. den Glückskäfer Tragesack oder den Onbuhimo. Zweiterer ist allerdings ausschließlich für das Tragen auf dem Rücken gedacht. Ein Ring Sling Tragetuch hat ebenfalls keinen Hüftstrang, ist aber wegen der einseitigen Belastung bei größeren Babys eher für kurze Strecken zu empfehlen. Bei all diesen Versionen verteilt sich das Gewicht vornehmlich auf den Schultern der Schwangeren, der Bauch wird kaum belastet.

Wenn Du Dir unsicher bist, welche Babytrage oder welche Bindeweise für Dich in der Schwangerschaft am angenehmsten ist, sieh Dich mal nach einer Trageberatung in der Umgebung um. Dort kannst Du meist verschiedene Tragen ausprobieren und auf diese Weise Fehlkäufe verhindern. Natürlich kannst Du auch auf eigene Faust verschiedene Tragen nach Hause bestellen und die ungeeigneten zurück schicken. Bindeweisen für das Tragetuch kann man sich mit etwas Erfahrung und Geduld auch anhand von Youtube-Videos aneignen.

Der Schwangerschaftstest lag auf der Ablage im Bad und ich wartete. An meiner Seite mein 3-jähriger, mittlerweile 16 kg schwer. „Ich will auch sehen“ – er wollte hoch gehoben werden. Und zum ersten Mal stellte ich mir die Frage: Wie schwer darf ich in der Schwangerschaft eigentlich heben und tragen?

Natürlich hob ich ihn diesmal noch hoch, immerhin war ich erst in der 4. Woche schwanger und körperlich noch völlig unbeeinträchtigt. Doch nachdem der Test positiv war, wollte ich es für die Zukunft genauer wissen, damit ich nicht zu schwer hebe und damit mich und mein Baby gefährde. Deshalb wollte ich folgende Fragen beantwortet wissen:

  • Wie viel kg darf eine Schwangere heben?
  • Darf ich andere schwere Gegenstände heben und tragen?
  • Ab wann sollte ich schweres Heben in der Schwangerschaft vermeiden?
  • Darf ich mein Kleinkind während der Schwangerschaft tragen?

Die Ergebnisse meiner Recherche haben mich selbst ein wenig überrascht.

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Wie viel Kilogramm darf eine Schwangere heben?

Schwer heben auf Arbeit

Wie wahrscheinlich viele andere auch, dachte ich irgendwie, dass Schwangere nicht mehr als 5 kg heben sollten. Tatsächlich gibt es diese Kilogrenze – für schwangere Beschäftigte in einem Arbeitsverhältnis. Denn im Arbeitsschutzgesetz wurde irgendwann festgelegt, dass Schwangere keine Tätigkeiten ausführen dürfen, bei denen sie regelmäßig mehr als 5 kg oder gelegentlich mehr als 10 kg heben müssen. Das heißt, der Arbeitgeber muss der Schwangeren dann entweder eine andere Arbeit zuweisen, oder sie freistellen.

Wenn der Arbeitgeber das nicht tut bzw. sich mit der Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes Zeit lässt, kann auch jeder Arzt ein Beschäftigungsverbot ausstellen.

Risiko und Folgen: Schadet schweres Heben in der Schwangerschaft?

Eine medizinische Grundlage dafür, dass Schwangere nur die 5 kg bzw. 10 kg heben dürfen, gab und gibt es bis heute nicht.

Allerdings ist klar, dass eine Überbelastung in der Schwangerschaft unbedingt vermieden werden sollte. Auch ist das Risiko für Rückenschmerzen oder Hüftprobleme in der Schwangerschaft erhöht.

Im normalen Alltag können Frauen meist auf ihren Körper hören und ihre aktuelle Tagesverfassung berücksichtigen, wenn es um schweres Heben geht. Das ist in der Arbeitswelt nicht möglich und würde im schlimmsten Fall sogar als Arbeitsverweigerung mit einer Abmahung geahndet.

Deshalb ist diese Arbeitsschutz-Regelung für schweres Heben in der Schwangerschaft durchaus sinnvoll. Aber macht sie deshalb auch für meinen Alltag Sinn?

Folgen – Was kann passieren, wenn man zu schwere Sachen in der Schwangerschaft hebt?

Tatsächlich gibt es keine Untersuchungen oder gar Studien an menschlichen Teilnehmern die belegen, ob schweres Heben in der Schwangerschaft einer gesunden Mutter oder ihrem Baby schadet.

Denn natürlich wären solche Versuche ethisch nicht tragbar – man müsste Schwangere so lange und so schwer heben lassen, bis sich Schäden nachweisen ließen. Das würde kein Arzt und vor allem keine Schwangere mitmachen.

Die 5-Kilo-Grenze aus der Arbeitswelt scheint aber keinesfalls auf das Familienleben und den Alltag in der Schwangerschaft übertragbar zu sein.

Manche Frauen berichten auch davon, dass sie Unterleibsschmerzen nach schwerem Heben wahrgenommen haben. Solltest Du einmal zu schwer gehoben haben und ein Ziehen im Unterleib spüren, konsultiere bitte sofort einen Arzt. Gleiches gilt für Blutungen und andere Schmerzen, die als Folge des zu schweren Hebens in Frage kommen.

Risiko für Frühgeburt durch zu schweres Heben in der Schwangerschaft?

Während man früher dachte, schweres Heben oder Tragen könnte sogar eine Frühgeburt auslösen, geben die meisten Ärzte dahingehend heute Entwarnung. Es scheint keinen Zusammenhang zwischen schwerem Heben in der Schwangerschaft und dem Risiko einer Frühgeburt zu geben.

Einkäufe, Koffer und Babys tragen – Ab wann sollten Schwangere im Alltag nichts schweres mehr heben?

Solange Du Dich als Schwangere fit und stark genug fühlst, darfst Du also auch heben und tragen – auch mehr als 5 kg. Eine vorgeschriebene Kilogrenze, bis zu der das Heben in der Schwangerschaft als sicher gilt, gibt es nicht.

Deine Belastungsgrenze hängt immer auch von der körperlichen Verfassung und dem Trainingsstand der Muskulatur ab. Das heißt, wenn Du es gewohnt bist, viel und schwer zu heben, wirst Du auch schwanger etwas müheloser und mehr heben können als andere schwangere. Natürlich auch immer davon abhängig, ob Du dich noch in der Frühschwangerschaft oder schon zum Ende der Schwangerschaft befindest.

Pass aber trotzdem beim Bücken und Heben auf deinen Rücken auf.

Richtig heben in der Schwangerschaft

Auch wenn Heben in der Schwangerschaft also nicht per se verboten ist, so solltest Du doch nicht ohne Rücksicht auf Verluste jede Last tragen.

Achte auf Deinen Körper und seine Signale. Wenn es Dir zu viel wird, wirst Du es sicherlich spüren – solange Du langsam und achtsam vorgehst. Achte außerdem auf richtiges Heben.

In der Schwangerschaft sind viele Frauen besonders anfällig für Rückenschmerzen und Hüftprobleme. Außerdem sind Deine Bänder und Sehnen durch die Schwangerschaftshormone gelockert, das solltest Du bedenken.

Rückenschonendes Heben macht übrigens auch außerhalb der Schwangerschaft Sinn.

Wie sollten Schwangere richtig heben und tragen, um Schmerzen zu vermeiden?

Es kommt darauf an, dass Du nicht aus dem Rücken, sondern aus den Beinen heraus hebst. Das heißt, Du solltest, wenn Du dich bückst und etwas vom Boden aufhebst, zuerst in die Knie gehen und dann gerade wieder nach oben kommen.

Wenn Du Dich nach vorne beugst, um etwas hochzuheben, dann belastet das vor allem Deinen Rücken und ist deshalb nicht zu empfehlen.

Beim Tragen von schweren Gegenständen, achte immer darauf, kein Hohlkreuz zu machen. Sobald Du das tust, verlagerst Du das Gewicht von Deinen Armen auf Deine Wirbelsäule.

Schwanger mit dem 2. Kind – Baby tragen trotz erneuter Schwangerschaft

Auch biologisch würde es wenig Sinn machen, wenn Schwangere niemals mehr als 5 kg heben dürften. Denn nach den ersten paar Lebenswochen wiegt jedes Baby schon mehr.

Während es in der ersten Schwangerschaft noch leichter fällt, sich dahingehend zu schonen, bleibt für viele Mütter in der zweiten Schwangerschaft wenig Spielraum, weil das größere Baby oder Kleinkind auch Bedürfnisse hat. Viele Kinder wollen auch im Kleinkindalter noch die Nähe und Fürsorge des Tragens genießen oder können über lange Strecken einfach nicht mehr laufen.

Baby oder Kleinkind während der Schwangerschaft im Tragetuch oder Babytrage tragen

Das Tragen auf dem Arm kann eine gute vorübergehende Lösung sein. Über längere Strecken wollen aber vor allem Mütter, die das gewohnt sind, ihre Kinder weiterhin im Tragetuch oder in der Komfort-Babytrage tragen. Zum Glück ist das in vielen Fällen bis zur Geburt möglich – vorausgesetzt, man stellt es richtig an.

Was müssen Schwangere bei Babytragen und Tragehilfen beachten

Denn das allerwichtigste, wenn Du schwanger bist und dein Baby oder Kleinkind tragen willst, ist, dass der Hüftgurt der Babytrage bzw. Strang des Tuchs nicht direkt über den Babybauch gelegt wird.

Stattdessen muss er unter oder über dem Bauch verlaufen. Denn sonst wird zu viel Druck auf den Uterus ausgeübt, was im schlimmsten Fall zu einem Riss führen kann. In jedem Fall aber ist es ein unangenehmes Gefühl im Bauch, das Du niemals ignorieren solltest. So sagt Dein Körper Dir gleich, ob die Tragehilfe richtig gebunden ist.

Tragetuch binden in der Schwangerschaft

Wenn Du das Tragetuch über dem Babybauch bindest, sollte Dein Baby, das darin sitzt, nicht von oben auf den Bauch drücken. Das wäre ebenfalls unangenehm und im schlimmsten Fall gefährlich. Solange Du noch eine flache Hand ohne Quetschen zwischen Babypopo und Bauch schieben kannst, sitzt Dein Kind richtig.

Rückentrage in der Schwangerschaft

Viele Mütter tragen in der Schwangerschaft aber ohnehin lieber auf dem Rücken. (Auch das Tragetuch kann man auf den Rücken binden, wenn man schwanger ist). Das vermeidet nicht nur, dass das Baby wie oben beschrieben auf den Bauch drückt. Es ist auch schonender für die Rücken- und Beckenbodenmuskulatur.

Die meisten Babys kann man auf dem Rücken tragen, wenn sie etwa 4-5 Monate alt sind.

Fazit: Darf ich also alles heben in der Schwangerschaft?

Insgesamt scheint Tragen und Heben in der Schwangerschaft also nicht annähernd so gefährlich zu sein, wie suggeriert wird. Was Du Dir zutraust und ohne Schmerzen oder Überanstrengung tragen kannst, das darfst Du auch tragen.

Allerdings bedeutet das nicht, dass keine Last und keine Anstrengung Deinem Körper etwas anhaben können. Vor allem bei sehr schweren Dingen, die Du auch außerhalb der Schwangerschaft nicht gewöhnt bist, solltest Du trotzdem vorsichtig sein. Denn auch wenn es keine Hinweise in der Forschung gibt, wie schwer zu schwer ist, so ist Dein Körper doch in einem Ausnahmezustand.

Sicherheitshalber solltest Du Dich daher nicht überanstrengen.

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Je mehr du schuftest, desto schwieriger könnte es was werden mit dem Wunsch-Baby

0 0 Schwangere Frauen sollen nicht schwer heben. Laut einer Studie sollen aber auch Frauen, die noch schwanger werden wollen, das meiden.

Boston/Krefeld. Schwere körperliche Arbeit und nächtliche Schichtarbeit beeinträchtigen die Eizellenqualität und -zahl von Frauen und damit womöglich ihre Fruchtbarkeit. Besonders ausgeprägt sei der Effekt bei übergewichtigen und älteren Frauen, berichten US-Forscher im Fachblatt „Occupational and Environmental Medicine“. Frauen, die schwanger werden wollen, sollten sich des Einflusses bewusst sein, den schweres Heben und nächtliche Schichtarbeit auf ihre Fruchtbarkeit haben könnten.

Eine Reihe von Studien habe bereits gezeigt, dass die Arbeitsbedingungen einer Frau ihre Fertilität beeinflussen, schreiben die Forscher um Lidia Minguez-Alarcón von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston (US-Staat Massachusetts). Bisher sei aber noch nicht untersucht worden, welche Abläufe im Körper direkt beeinträchtigt würden. Die Wissenschaftler hatten nun Frauen untersucht, die sich zu einer Fruchtbarkeitsbehandlung entschlossen hatten, weil sie auf natürlichem Weg nicht schwanger wurden.

Forscher maßen verschiedene biologische Kenngrößen

Im Rahmen der Behandlung maßen die Forscher verschiedene biologische Kenngrößen für die Fruchtbarkeit direkt, etwa die Zahl der Eibläschen, die zu Beginn eines Zyklus in den Eierstöcken vorhanden sind. In den Eibläschen befinden sich die Eizellen. Eine geringe Zahl von Eibläschen deutet darauf hin, dass der Eizellenvorrat der Frau abnimmt, womit die Fruchtbarkeit schwindet.

Zudem bestimmten die Forscher, wie viele Eizellen bei den Frauen im Zuge der Fruchtbarkeitsbehandlung heranreiften und wie viele davon ausgereift waren. Normalerweise reift pro Zyklus nur eine Eizelle in den Eierstöcken vollständig heran. Bei Fruchtbarkeitsbehandlungen wie einer In-vitro-Fertilisation werden die Eierstöcke hormonell gezielt zur Bildung mehrerer Eizellen angeregt. Diese können dann entnommen und außerhalb des Körpers befruchtet werden.

Tätigkeit der Frau hat offenbar Auswirkung auf Eizellen

Schließlich untersuchten die Forscher noch den Gehalt verschiedener Hormone. In einem Fragebogen gaben die Frauen detailliert Auskunft zu ihren Arbeitsbedingungen. Die Auswertung zeigte, dass bei Frauen, die schwer heben, während der Fruchtbarkeitsbehandlung weniger Eizellen in den Eierstöcken heranreifen als bei Frauen, die überwiegend im Sitzen arbeiten oder körperlich weniger schwere Arbeit leisten. Außerdem waren weniger dieser Eizellen voll ausgereift. Ferner schien ihr Vorrat an befruchtungsfähigen Eizellen insgesamt kleiner zu sein. Dieser Zusammenhang war allerdings statistisch nicht eindeutig.

Die festgestellten Auswirkungen waren bei übergewichtigen und fettleibigen Frauen sowie bei Frauen über 37 Jahren besonders ausgeprägt. Auch bei Frauen, die nachts im Schichtdienst arbeiteten, war die Ausbeute reifer Eizellen geringer im Vergleich zu Frauen, die tagsüber im Schichtdienst tätig waren. Auf den Hormongehalt wirkten sich die Arbeitsbedingungen nicht aus.

Nicht sicher, ob harte körperliche Arbeit Fruchtbarkeit einschränkt

Welche Ursachen den Unterschieden zugrunde liegen, wissen die Forscher nicht. Möglicherweise seien Störungen der biologischen Uhr beteiligt. Ihre Ergebnisse hätten unmittelbare klinische Bedeutung, weil eine geringere Anzahl reifer Eizellen zur Folge hat, dass aus weniger Eizellen ein gesunder Embryo hervorgehen kann, schreiben die Forscher. Ob die Effekte umkehrbar seien und wie lange das dauere, müssten weitere Untersuchungen zeigen. Unklar sei auch, ob die Ergebnisse auch für Frauen gelten, die bereits auf natürlichem Wege schwanger geworden sind, ob harte körperliche Arbeit also auch ihre Fruchtbarkeit einschränkt.

Für Georg Döhmen, Reproduktionsmediziner und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (DGRM) liefert die Studie solide Ergebnisse, aber keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse. Sie zeige einmal mehr, dass körperlicher Stress die Fruchtbarkeit beeinträchtigt, vor allem in zunehmendem Alter und bei Übergewicht. „Man muss aber beachten, dass die Ursachen einer eingeschränkten Fertilität meist multifaktoriell sind, da kommen mehrere Sachen zusammen.“ Einer der wesentlichsten schädlichen Faktoren sei das Rauchen; Sport und gesunde Ernährung hingegen förderten die Fruchtbarkeit, bei Männern wie Frauen.

Bildungsgrad könnte Ergebnisse miterklären

Denkbar sei auch, dass der Bildungsgrad und damit zusammenhängende Lifestyle-Faktoren die Ergebnisse miterklärten. So sei der Bildungsgrad bei jenen untersuchten Frauen geringer, die schwere körperliche Arbeit verrichteten und nachts arbeiteten. „Inwieweit das möglicherweise eine Rolle spielt, beantwortet die Studie nicht.“

Döhmen rät Frauen, die mit unerfülltem Kinderwunsch zu ihm ins Kinderwunschzentrum kommen, weitgehend gesund zu leben und Stress zu reduzieren, ohne sich völlig aus dem normalen Alltag auszuklinken. „Wenn man sich zu viele Regeln auferlegt, kann das sonst auch Stress erzeugen und dann kontraproduktiv sein.“ (dpa)

Wochenbett – Zeit für Mutter und Kind

Das Wochenbett (auch Kindbett oder Puerperium) beginnt aus medizinischer Sicht, sobald die Nachgeburt ausgestoßen ist. Die Dauer des Wochenbetts beträgt sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit steht die Frau noch unter medizinischer Beaufsichtigung, damit alle Wunden gut heilen.

Wochenbett als nötige Ruhephase

Die Zeit des Wochenbetts dient der Erholung der Mutter von Schwangerschaft und Geburt. Selbst in früheren Zeiten, als mit Schwangeren nicht zimperlich umgegangen wurde und sie unter anderem bis zur Geburt auf dem Feld arbeiteten, wurde hingegen das Wochenbett sehr ernst genommen. Die Wöchnerin musste eine Woche Bettruhe halten und durfte sechs Wochen das Haus nicht verlassen, um die nötige Ruhe sicherzustellen.

Der Körper benötigt diese Zeit der Anpassung, um sich von den körperlichen Veränderungen der Schwangerschaft und den Strapazen der Geburt zu erholen. Auch muss die Milchproduktion geregelt werden, eventuelle Geburtsverletzungen müssen heilen, um Kindbettfieber (Puerperalfieber) zu vermeiden und der Körper macht anstrengende hormonelle Veränderungen im Wochenbett durch. Das neugeborene Baby muss sich an das Leben außerhalb des Mutterleibs gewöhnen, was eine große Umstellung bedeutet.

Frühwochenbett – wichtige Ruhezeit

Die ersten sieben Tage nach der Geburt werden als Frühwochenbett bezeichnet. In dieser Zeit finden die größten Veränderungen statt. Selbst eine Frau, die eine ambulante Geburt gewählt hat, muss nach der Entbindung vier Stunden im Kreißsaal bleiben, da Blutdruck, Temperatur und Gebärmutterstand überprüft werden müssen. Der Wochenfluss (Lochien) setzt ein, der aus Wundsekret der Ablösungsstelle des Mutterkuchens (Plazenta) in der Gebärmutter besteht. Soalnge der Wochenfluss besteht, sollte Baden vermieden werden, da die Frau sich leicht infizieren kann.

Durch das rasche Absinken der Hormone setzt die Rückbildung der Gebärmutter ein. Dies geht mit starken Nachwehen einher und ist oft schmerzhaft. Auch beim Stillen, wo Oxytocin freigesetzt wird, wird die Gebärmutterrückbildung angeregt.

Wochenbettgymnastik unterstützt Rückbildung

Mit leichter Gymnastik wie Atem-, Kreislauf- Beckenboden- und Bauchmuskelübungen kann im Wochenbett bereits langsam begonnen werden. In vielen Krankenhäusern gibt es PhysiotherapeutInnen, die der Wöchnerin erste einfache Übungen zeigen. Oft übernimmt dies auch die Hebamme. Allerdings sollte in den ersten sechs Wochen nach der Geburt unbedingt auf schweres Heben und körperliche Belastung verzichtet werden. Auch die eigentliche Gymnastik soll frühestens nach sechs Wochen, also nach dem Wochenbett, durchgeführt werden.

Rückbildung – Tipps für den Alltag

Hormonveränderung im Wochenbett

Das rasche Absinken des Schwangerschaftshormons HCG und anderer Hormone kann besonders in den ersten Tagen des Wochenbetts zu Stimmungsschwankungen und psychischer Labilität führen. Das wird als so genannter Baby-Blues bezeichnet. Bis zu 70 Prozent der Wöchnerinnen leiden – meist am zweiten oder dritten Tag nach der Geburt – kurzfristig unter einer vorübergehenden Depression. Viele Frauen verunsichert dies, da sie denken, sie müssten nun überglücklich sein und fühlen sich doch schlecht. Aber das ist ganz normal und hormonell bedingt. Hält diese Stimmung jedoch mehrere Wochen an und besteht auch nach dem Wochenbett, spricht man von einer Wochenbettdepression (postpartale Depression) und die Frau sollte sich ihrer Hebamme oder der Gynäkologin anvertrauen.

Sollten im Wochenbett irgendwelche gesundheitlichen Probleme, wie Kopfschmerzen oder Fieber auftreten, sollte unbedingt die Hebamme kontaktiert werden, um ernste Wochenbettkomplikationen auszuschließen.

Nachsorgehebamme steht zur Seite

In den ersten zehn Tagen nach einer Klinikgeburt steht jeder Mutter auf Kosten ihrer Krankenkasse ein täglicher Besuch einer Hebamme zu. Wurde ambulant oder per Hausgeburt entbunden, so besteht sogar Anspruch auf zwei Mal täglichen Besuch der Hebamme während der ersten zehn Tage nach der Entbindung. Auch im Anschluss daran kann sich die Frau bei Stillproblemen oder anderen Fragen an sie wenden. Zumindest in der ersten Woche sollte die Frau möglichst viel liegen, damit sich die Gebärmutter zurückbilden kann und sich der Milchfluss normalisiert. Stillen kann die Frau auch im Liegen. Die Hebamme kontrolliert die Rückbildung der Gebärmutter, den Wochenfluss, unter Umständen auch die Geburtsverletzung und hilft bei Fragen zum Stillen – auch bei Stillproblemen nach Kaiserschnitt. Auch das Baby wird gewogen und geschaut, ob alles mit ihm in Ordnung ist. Sechs Wochen nach der Geburt, also zum Ende des Wochenbetts hin, steht die Abschlussuntersuchung beim Gynäkologen an.

Sexualität im Wochenbett

Der Wochenfluss ist nicht mit einer normalen Blutung zu vergleichen, da das Blut aus einer Wunde in der Gebärmutter stammt, die vor Infektionen geschützt werden muss. Das bedeutet, dass Sex nach der Geburt mit Kondom prinzipiell möglich ist, wenn keine anderen Gründe, wie eine Damm- oder Kaiserschnittnaht, dagegen sprechen. Allerdings sollte im Frühwochenbett, solange die Blutung noch sehr stark ist, auf Sex definitiv verzichtet werden. Dabei ist es egal, ob das Kind spontan oder per Kaiserschnitt geboren wurde.

5 Wahrheiten über das Wochenbett

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Was ist das Wochenbett eigentlich und wie lange dauert es? Ist das Wochenbett nur für Frauen, die vaginal entbunden haben? Und welche Rolle spielt der Mann während dieser Zeit? In diesem Artikel erfährst du die acht wichtigsten Fakten über das Wochenbett!

1. Was ist das Wochenbett?

Das Wochenbett ist die erste Zeit nach der Geburt eines Babys. Es wird auch als Kindbett (lat. puerperium) bezeichnet und bezieht Mutter und Kind ein. In dieser Zeit soll man sich von den Strapazen der Geburt erholen und die Bindung soll aufgebaut und gefestigt werden. Diese Zeit dient der Heilung, Regeneration und Ankunft. Das Baby muss langsam in dieser Welt ankommen, Frau und Mann werden zu Mutter und Vater.

Das Wochenbett ist für viele Frauen eine besonders emotionale und überwältigende Zeit. Dies liegt zum einen an der völlig neuen Situation mit vielen Herausforderungen, zum anderen aber auch daran, dass die Hormone nach Schwangerschaft und Geburt plötzlich verrückt spielen. Heulattacken, Stimmungsschwankungen und Verstimmungen sind gar nichts ungewöhnliches in dieser Zeit, werden von vielen Frauen (einschließlich mir selbst) aber als sehr belastend wahrgenommen.

In Deutschland wird man während des Wochenbetts durch eine Hebamme betreut, was viele Frauen als extrem entlastend und hilfreich erleben. Durch die aktuelle Lage der Hebammen ist es in manchen Gegenden aber ziemlich schwer geworden eine Hebamme für die Nachbetreuung zu finden und es häufen sich die Berichte von Frauen, die das Wochenbett ohne diese wichtige Stütze erleben müssen.

2. Wie lange dauert das Wochenbett?

Wie lange das Wochenbett überhaupt ist, da scheiden sich die Geister. Es gibt Definitionen, die sagen, dass es mit der Geburt des Kindes beginnt und mit dem Ende des Wochenfluss endet. In diesem Fall würde das Wochenbett nicht länger als zwei, drei Wochen dauern.

Demgegenüber stehen Definitionen, die davon ausgehen, dass das Wochenbett fix sechs oder acht Wochen lang ist, und Wikipedia gibt an, dass das Wochenbett „bis zur Rückbildung der schwangerschafts- und geburtsbedingten Veränderungen“ dauert. Wenn ich danach gehe, befinde ich mich also auch sechs Monate nach der Geburt noch im Wochenbett (mein Bauch ist sicher noch nicht wieder rückgebildet und mittlerweile bin ich nicht sicher, ob das überhaupt jemals der Fall sein wird). Vermutlich ist damit aber eher gemeint, dass die Gebärmutter sich wieder auf ihre ursprüngliche Größe zurückbildet und die Wunde (da wo sich die Plazenta gelöst hat) verheilt ist.

Hebammen dürfen Frauen seit 2007 kassenfinanziert bis zu 12 Wochen nach der Geburt begleiten, solange die Frau Still sogar noch länger in unregelmäßigen Abständen. Somit scheint sogar der Staat ein Interesse daran zu haben, dass Frauen möglichst lang nach der Geburt gut versorgt sind und sich gut erholen. Kein Wunder: Mütter neigen dazu ihre Energietanks nicht gut aufzuladen und vorschnell Belastungen auf sich zu nehmen, die der Körper noch nicht aushalten kann.

Die Frage nach der Länge des Wochenbetts ist somit eigentlich die falsche. Die richtige Herangehensweise wäre dem Körper (und Geist) die Zeit zu geben, die er braucht. Mindestens sechs Wochen lang sollten sich dabei alle Frauen mehr schonen als sonst und gut auf ihren Körper achten.

3. Muss man das Wochenbett im Bett verbringen?

Nein. Man muss nicht. Man kann auch auf dem Sofa liegen 😉

Aber im Ernst: Das Wochenbett hat durchaus einen medizinischen Hintergrund. Der Körper der Frau muss bei einer Geburt Höchstleistungen bringen und ist danach, sagen wir mal, nicht mehr so, wie er vorher war. Bei einer vaginalen Geburt muss sich nicht nur die Scheide, das Becken und der Gebärmutterhals öffnen und weiten, sondern auch die Beckenboden-Muskulatur.

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Im Rückbildungskurs lernen wir diese Muskeln wieder anzuspannen und ein bisschen zu trainieren. Direkt nach der Geburt kann man sich jedoch vorstellen, dass diese Muskeln eher ausgeleierten Gummibändern gleichen, als straffen Muskeln. Das liegt daran, dass diese Muskeln eigentlich dazu da sind alle unsere Körperöffnungen da unten zu verschließen. Klar sind sie ein bisschen dehnbar, das Kind, bzw. dessen Kopf und Schultern, sprengen aber deutlich diesen Rahmen.

Glücklicherweise hat die Natur es so eingerichtet, dass die maximale Dehnung (Kopf steckt in der Scheide) nur sehr kurz andauert und das Gewebe durch die Schwangerschaftshormone deutlich weicher und lockerer ist als normal. Trotzdem sind die Muskeln erst mal extrem mitgenommen und es ist auch nicht so ungewöhnlich, dass sie sogar ein bisschen reißen (Dammriss) oder geschnitten werden müssen (Dammschnitt). Viele Frauen spüren was so eine Geburt anrichtet, wenn sie nach dieser aufstehen: Man hat ein bisschen das Gefühl, dass man da unten nicht mehr so stabil ist und manchmal gar den Eindruck, dass dort etwas „rausfallen“ könnte.

Da der Beckenboden unsere inneren Organe an Ort und Stelle hält (ohne ihn würden die tatsächlich einfach durch unser Becken rausrutschen – die Schwerkraft macht’s möglich!), ist dieses Gefühl ziemlich akkurat. Solange die Muskeln noch ausgeleiert sind und sich nicht komplett zurückgebildet haben, können sie auch unsere inneren Organe nicht so gut halten wie vorher. Um es unserem Beckenboden ein bisschen zu erleichtern ist es darum ziemlich schlau erstmal mehr Zeit im Liegen zu verbringen. So schonen wir die Muskeln und geben ihnen Zeit sich wieder zusammen zu ziehen.

Rückbildungsgymnastik zielt im übrigen vor allem darauf ab, diese Muskeln wieder zu trainieren. Hier geht es weniger darum wieder den flachen Bauch oder knackigen Popo zu bekommen, sondern vielmehr darum Inkontinenz, einer Gebärmuttersenkung und anderen wirklich unschönen Dingen vorzubeugen.

4. Gilt das Wochenbett auch für Frauen mit Kaiserschnitt?

Ja! Auf jeden Fall!

Auch wenn Frauen mit Kaiserschnitt kein Kind durch ihre Scheide pressen mussten, so waren sie ja dennoch schwanger. Und schon in der Schwangerschaft beginnt unser Beckenboden abzubauen, um dem Kind den Weg zu erleichtern. Dass das Kind per Kaiserschnitt kommen soll, kann der Beckenboden ja nicht wissen. Darum ist es auch für Frauen mit Kaiserschnitt sinnvoll den Beckenboden zu schonen und einen Rückbildungskurs zu besuchen.

Hinzu kommt natürlich, dass ein Kaiserschnitt noch ganz andere Dinge mit sich bringt: Die Narbe tut nicht selten weh und schweres Heben und Tragen sollte am besten komplett der Mann übernehmen (oder eine andere Person). Auch darf man nicht vergessen, dass ein Kaiserschnitt eine OP mit (lokaler) Betäubung ist, was ebenfalls erst einmal vom Körper verarbeitet werden muss.

Und schlussendlich ist die Situation ja die gleiche, egal ob man vaginal oder per Kaiserschnitt entbindet! Plötzlich hat man da so ein kleines Baby. Ein kleines schreiendes Baby, das unsere komplette Aufmerksamkeit fordert. Und das Wochenbett ist ja nicht nur dazu da den Körper auszukurieren, sondern auch um die Beziehung zwischen Mama (Papa) und Baby aufzubauen und zu festigen.

5. Darf man Sex während des Wochenbetts haben?

Prinzipiell ist es nicht verboten während des Wochenbetts Sex zu haben (es sei denn, der Arzt verbietet es explizit), es ist aber eher unüblich. Bei vielen Frauen ist die Libido nach der Geburt erst mal ziemlich im Keller und Sex ist so mit das Letzte, an das man denkt.

Es gibt natürlich auch Ausnahmen. Wenn man schon kurz nach der Geburt wieder Sex haben möchte, sollte man auf jeden Fall ein Kondom benutzen. Dies ist nötig, da innerliche Wunden Zeit zum Verheilen brauchen und währenddessen keine Keime dorthin gelangen sollten. Auch Wunden im Genitalbereich sollten möglichst abgeheilt sein, da diese wieder aufreißen könnten, was zu weiteren Komplikationen führen könnte.

Ansonsten gibt es aber keinen Grund für keusche Enthaltsamkeit – Erlaubt ist, was Spaß macht.

6. Welche Termine muss man während des Wochenbetts einhalten?

Es gibt tatsächlich zwei Termine während des Wochenbetts, die man unbedingt einhalten sollte, was in der Regel aber kein Problem ist. Zwischen dem 3. und 10. Lebenstag steht die U2 an, viele Frauen sind zu diesem Zeitpunkt jedoch noch in dem Krankenhaus, in dem sie entbunden haben. Wer allerdings ambulant, Zuhause oder in einem Geburtshaus entbunden hat, muss daran denken Termine beim Kinderarzt zu machen. Die U3 ist zwischen der 4. und 6. Lebenswoche fällig und fällt somit meist ebenfalls ins Wochenbett.

Ansonsten ist davon abzuraten Termine in die Zeit des Wochenbetts zu legen, solange sich dies vermeiden lässt.

7. Gilt das Wochenbett auch für den Mann?

Jein.

Der Mann hat kein Kind geboren aber dennoch eines bekommen. Von daher muss er seinen Körper nicht auskurieren und ist weniger angeschlagen als die Frau. Dennoch muss auch er sich an die neue Situation gewöhnen und das Baby kennen lernen. Somit ist es toll, wenn auch der Papa in der Zeit des Wochenbetts möglichst viel Zeit mit Frau und Kind verbringt. Toller Nebeneffekt: Er kann die Frau super mit Essen versorgen 😉

8. Hat man ein Recht auf das Wochenbett?

In Deutschland hat man tatsächlich mehr oder weniger ein Recht auf das Wochenbett. Das äußert sich darin, dass Frauen in den ersten acht Wochen nach der Geburt ein absolutes Beschäftigungsverbot haben. Selbst Frauen die wollen, dürfen nicht arbeiten gehen. Geld bekommt man in dieser Zeit von der Krankenkasse, wenn man zuvor angestellt war, für alle anderen gibt es Sonderregelungen.

Zudem hat man während der Zeit des Wochenbetts Anspruch auf eine Hebamme, die zu einem nach Hause kommt. Sie übernimmt die Wundversorgung bei der Frau, hilft bei allen möglichen Probleme und hat auch einen Blick auf die Entwicklung des Babys.

Wer den Haushalt in der Zeit des Wochenbetts nicht alleine bewältigen kann, hat des Weiteren die Möglichkeit eine Mütterpflegerin oder Haushaltshilfe zu beantragen. Dies gilt bis sechs Tage nach der Entbindung für max. acht Stunden am Tag für fast alle Frauen, darüber hinaus müssen jedoch weitere Gründe vorliegen (zum Beispiel Alleinerziehende mit Geschwisterkindern).

Wenn du wissen möchtest, wie das Wochenbett für uns war, kannst du dies in meinem ungeschönten Bericht nachlesen.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Hebamme Andrea Strahm. Ich danke ihr von Herzen für ihre Mühe und Unterstützung.

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Das Wochenbett nach einem Kaiserschnitt

Schnell wieder auf die Beine!

Spätestens am Tag nach der Operation stehen die Kaiserschnitt-Mütter mit etwas Hilfestellung schon zum Waschen auf. Das erste Aufstehen ist meist mühevoll und leider auch etwas schmerzhaft. Aber versuchen Sie es trotzdem: Nach der Operation müssen Sie so schnell wie möglich Ihren Kreislauf in Schwung bringen, denn dadurch werden die gefürchteten Komplikationen verhindert, wie z.B. die Thrombose mit nachfolgender Lungenembolie. Wichtig ist es, so bald wie möglich die Muskelpumpe der Beine zu betätigen, sei es nach physiotherapeutischer Anleitung im Bett oder durch frühes Aufstehen. Anti-Thrombosestrümpfe sollten Sie unbedingt tragen, solange Sie noch nicht soviel herumlaufen können. An vielen Krankenhäusern wird während der ersten Tage zur Blutverdünnung und Vermeidung einer Thrombose eine Heparinspritze gegeben.

Einmal täglich tastet eine Hebamme oder ein Arzt, eine Ärztin Ihre Gebärmutter ab, um die Rückbildung zu kontrollieren. Häufig werden am ersten Tag noch Medikamente zur Gebärmutterkontraktion verabreicht. Auch nach einer Kaiserschnittentbindung gibt es den Wochenfluss, die Blutung ist aber geringer und dauert nicht so lange.

Für einige Tage benötigen Sie eventuell Schmerzmittel, denn bei jeder Bewegung, v.a. beim Aufstehen, ist der gesamte Operationsbereich noch sehr empfindlich. Am ersten postoperativen Tag werden Drainagen und der Blasenkatheter gezogen.

Es geht nach Hause

Nach der Schnittentbindung müssen Sie wahrscheinlich vier bis sieben Tage im Krankenhaus bleiben, je nachdem wie gut es Ihnen geht. Die Fäden werden meist vier bis fünf Tage nach der Operation ganz schmerzlos gezogen, und häufig findet an diesem Tag der Austritt aus der Klinik statt. Die Operationsnarbe wird später kaum noch sichtbar sein.

Zu Hause sollten Sie eine gewisse Zeit alle Bewegungen langsam und vorsichtig durchführen. Ungefähr sechs Wochen lang dürfen Sie weder schwer heben noch sich körperlich besonders anstrengen, damit die Wunde komplikationslos verheilen kann. Duschen ist eher empfehlenswert als ein Vollbad. Viele Frauen fühlen sich nach einigen Wochen in der Lage, Auto zu fahren und es spricht kein medizinischer Grund dagegen.

Narbenpflege

Die Kaiserschnittnarbe liegt meist recht tief und ist am Ansatz der Schamhaare kaum zu sehen. Zur Förderung der Wundheilung haben sich Arnika-Globuli, ein Narbenpflaster oder eine spezielle Narbencreme bewährt. Viele Frauenärzte und Frauenärztinnen raten jedoch, einfach gar nichts zu machen in der ersten Zeit der Wundheilung. Nach etwa vier Wochen kann die Narbe einmal täglich mit Mandelöl oder Mandelölcreme massiert werden. Damit es nicht zu einer unschönen Einziehung der Narbe bzw. Verwachsungen kommt, sollte die Haut bei der Massage möglichst gegen die darunterliegenden Schichten verschoben werden.

Bauchmuskulatur

Zum Wiederaufbau Ihrer Muskeln sollten Sie vier bis sechs Wochen nach der Entbindung mit sanfter Gymnastik beginnen, wobei es wichtig ist, dass Sie gleichmässige Bewegungen ausführen und sich nicht überanstrengen. Hören Sie sofort damit auf, wenn Sie Schmerzen haben. Erst nach acht bis 12 Wochen ist Ihr Körper bereit für einige geeignete Sportarten.

Stillen

Wenn Sie vorhaben, Ihr Baby zu stillen, müssen Sie eine geeignete und bequeme Position finden, um die Wunde nicht zu reizen.

Falls Sie noch Antibiotika einnehmen müssen: Mit den meisten Antibiotika kann ohne Probleme gestillt werden. Es gibt allerdings auch Antibiotika, bei denen die Muttermilch bis 24 Stunden nach der Einnahme verworfen werden muss. In so einem Fall kann die Mutter die Milch mit einer Pumpe abpumpen und wegschütten und das Kind erst nach der letzten Medikamentengabe erstmals anlegen. Auf diese Weise wird der Milchfluss in Gang gehalten, auch wenn das Kind die Milch nicht bekommen kann.

Nachuntersuchung

Die erste Nachuntersuchung nach dem Kaiserschnitt ist sechs Wochen nach der Entbindung geplant, es sei denn, es gibt Probleme. In der Regel ist es auch sinnvoll, Eisen-, Folsäure- und Jodpräparate für einige Zeit nach der Geburt einzunehmen, da in den meisten Fällen die Speicher durch Schwangerschaft und operative Entbindung entleert sind.

Bis zum Beginn der nächsten Schwangerschaft sollten wenigstens zwölf Monate verstreichen, damit sich Ihr Körper erholen bzw. die Gebärmutternarbe gut und haltbar verheilen kann. Diese Empfehlung ist unabhängig davon, ob dann von vornherein wieder ein Kaiserschnitt geplant ist oder eine vaginale Entbindung versucht werden soll.

Newsticker

Stillen als Schmerzkiller | 24.11.2017

Eine von fünf Müttern, die ihr Baby per Kaiserschnitt geboren haben, leidet noch drei Monate später unter chronischen Schmerzen, wollen aber möglichst auf Schmerzmedikamente verzichten. Eine Studie zeigt: Stillen über mindestens zwei Monate scheint einen positiven Einfluss auf die postoperativen Schmerzen zu haben. Mütter, die weniger als zwei Monate nach einem Kaiserschnitt stillten, hatten ein dreifaches Risiko für chronische Schmerzen im Vergleich zu längeren Stilldauern. Durch das Stillen wird bekanntlich Oxytocin ausgeschüttet. Das Hormon führt nicht nur zur besseren Rückbildung durch Zusammenziehung der Gebärmutter. Ältere Studien geben auch Hinweise, dass Oxytocin die Wundheilung beschleunigt.

Letzte Aktualisierung : 07-01-20, BH

Schwer heben in der Schwangerschaft

Besonders gegen Ende der Schwangerschaft ist es alles andere als leicht, schwere Dinge zu heben, geschweige denn, sich überhaupt zu bücken. Schwer heben in der Schwangerschaft ist jedoch nicht nur anstrengend, sondern kann auch zu einer Gefahr für Dich und Dein Baby werden. Nicht umsonst wird häufig davor gewarnt, in der Schwangerschaft übermütig schwere Lasten zu heben, die zuvor kein Problem waren.

In Kürze: Warum darf ich nicht schwer heben?

Dass man in der Schwangerschaft nicht schwer heben sollte, weiß jeder. Warum das so ist und wann schwer zu schwer ist, erklären wir dir kurz und knackig im Video.

Wie schwer ist zu schwer?

Mal eben den Wäschekorb vom Boden aufheben? Oder die Schuhe binden? Das wird zum ernsthaften Problem, sobald sich Dein Babybauch erst einmal soweit nach außen gewölbt hat, dass nicht nur die Sicht versperrt ist. Schwer heben mit Babybauch ist aber nur anstrengender als ohne, sondern auch nicht ganz ungefährlich. Daher solltest Du als werdende Mutter ein paar Dinge beachten.

„Du darfst nicht so schwer heben in der Schwangerschaft!“, so die gut gemeinte und richtige Aufforderung von Freunden. Aber was genau ist denn eigentlich zu schwer?

Die Aussagen von Gesundheitsexperten variieren: Manche Ärzte sagen, schwer heben in der Schwangerschaft fängt bereits bei fünf Kilogramm an, andere befinden eine Getränkekiste als im Rahmen.

Schwer heben in der Schwangerschaft ist nicht nur anstrengend, sondern auch nicht ganz ungefährlich.

Schwer heben in der Schwangerschaft: Vertraue Deinem Gefühl!

Ob etwas schwer zu heben ist, empfindet aber jeder anders. Es ist eine subjektive Empfindung. Auch schwer heben in der Schwangerschaft fängt an, sobald Du selbst einen Gegenstand als schwer empfindest. Das kann bereits bei einer vollen Einkaufstüte der Fall sein oder bei der erwähnten Getränkekiste. Natürlich lässt es sich nicht immer vermeiden, auch in der Schwangerschaft schwere Lasten zu tragen. Haben Schwangere bereits ein Kind, will es ja ab und zu auch mal auf den Arm genommen werden.

Deshalb solltest Du Dich als schwangere Frau an ganz bestimmte Regeln halten: Solange Du selbst das Gefühl hast, dass Du Dich mit dem Gegenstand nicht überhebst, ist es okay. Bei schon vorhandenen Kindern oder bekannten, häufig ausgeführten Arbeiten sind werdende Mütter ja bereits an das zu tragende Gewicht gewöhnt, der Körper ist deshalb auf das Heben vorbereitet. Sobald Dein Arzt aber ausdrücklich davon abrät, schwer zu heben, solltest Du es auch nicht tun. Zudem solltest Du nicht über längere Zeit und längere Strecken schwer tragen. Im Zweifelsfall ist es immer besser, nach Hilfe zu fragen. Auch Passanten sind insbesondere gegenüber Schwangeren in der Regel äußerst hilfsbereit.

Warum ist es in der Schwangerschaft gefährlich, schwere Sachen zu heben?

Während der Schwangerschaft werden die Muskeln und Bänder im Rücken- und Bauchbereich stark beansprucht. Durch zu starke Belastung können die ohnehin schon überdehnten Bänder noch weiter gedehnt werden. Schwer heben in der Schwangerschaft kann auf diese Weise Rückenprobleme verursachen oder verstärken. In schlimmen Fällen kann schwer heben in der Schwangerschaft sogar vorzeitige Wehen auslösen oder zu einer Fehlgeburt führen.

Allgemein gilt: Vermeide schwer heben in der Schwangerschaft

Die einfachste Methode, um schweres heben in der Schwangerschaft zu vermeiden, ist, andere Menschen um Hilfe zu bitten. Hat der eigene Lebenspartner nicht schon von Anfang an das Regiment in Sachen Dinge schleppen an sich gerissen, ist es spätestens dann an der Zeit, wenn Du ihn bittet, mal die Wäsche aus dem Keller zu holen oder die Einkaufstüten zu tragen.

Häufig wollen Schwangere das nicht einsehen und auch weiterhin eigenständig bleiben. Für kleinere Einkäufe eignen sich in diesem Fall beispielsweise kleine Trolleys oder auch ein Bollerwagen, um die Einkäufe sicher nach Hause zu bekommen.

Wenn sich schwer heben in der Schwangerschaft nicht vermeiden lässt, solltest Du versuchen, Deinen Rücken beim Heben und Tragen möglichst gerade zu halten. Es ist generell viel gesünder für die Muskeln und Gelenke, wenn man in die Knie geht, um etwas anzuheben, anstatt den Rücken zu krümmen. Außerdem besteht so keine Gefahr, dass das Baby im Bauch eingeklemmt wird.

Wenn du zum ersten Mal Mutter wirst, ist es ganz normal, dass du noch nicht alles darüber weißt, was du darfst und was nicht. Welchen Schwangerschaftsmythen du jedoch keinen Glauben schenken solltest, siehst du in unserer Bildergalerie:

Die 12 häufigsten Schwangerschaftsmythen

BILDERSTRECKE STARTEN (15 BILDER)

Schwer heben in der Schwangerschaft bedeutet eine zusätzliche Belastung für Deine Muskeln und Gelenke. Um Komplikationen zu vermeiden, solltest Du versuchen, möglichst darauf zu verzichten. In eine extreme Schonhaltung musst Du dagegen allerdings nicht verfallen. Achte einfach darauf, dass Du es nicht übertreibst.

Heben in der Schwangerschaft

Dass gesunde schwangere Frauen überhaupt nicht mehr heben dürfen, ist ein Ammenmärchen. Der Gesetzgeber regelt zwar die Lasten, die der Arbeitgeber einer schwangeren Mitarbeiterin zumuten darf (regelmässiges Tragen von mehr als fünf, gelegentliche Lasten von mehr als zehn Kilogramm), das heisst aber nicht, dass du dein grosses Geschwisterkind nun gar nicht mehr auf dem Arm halten darfst oder einen Treppenaufzug für deine Einkäufe installieren musst.

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Das Risiko für eine Fehlgeburt durch das Heben oder andere körperliche Aktivitäten ist entgegen landläufiger Meinung medizinisch bisher nicht bewiesen. Wenn du schwanger bist, schadet das Heben aber noch stärker deinem Rücken, dem Beckenboden (Inkontinenz) und den Muskeln und Sehnen. Durch die zusätzlichen Hormone sind die nämlich weicher und das erhöht die Verletzungsgefahr! Wie du rücken- und bauchschonend hebst und wann du nicht mehr heben solltest, hier ein paar Erläuterungen:

Höre auf deinen Körper!

Dieser Ratschlag gilt nicht nur für Schwangere. Dein Körper zeigt dir, wenn etwas nicht stimmt oder du ihm zu viel zumutest, du musst nur seine Signale deuten. Alarmierende Warnzeichen, die ärztlicher Abklärung bedürfen, sind allgemein Schmerzen, ein rhythmisches Ziehen im Unterbauch oder Blutungen.

Fühlst du dich gut, stark und ausgeruht, spricht nichts gegen eine moderate Belastung. Dein Arbeitgeber muss frühzeitig von der Schwangerschaft unterrichtet werden. Besonders, wenn du beruflich tagtäglich körperliche Höchstleistungen erbringen musst. Dann solltest du schon vor der 12. Schwangerschaftswoche mit der Sprache herausrücken und den arbeitsschutzrechtlichen Mutterschutz in vollem Umfang für dich in Anspruch nehmen.

Als Schwangere solltest du nicht heben und dich körperlich besonders schonen, wenn:

  • deine Schwangerschaft unter eine Risikoeinstufung fällt, also Begleiterscheinungen wie ein sich öffnender Muttermund, ein schwacher Beckenboden oder eine verfrühte Plazentaablösung auftreten
  • du zu den Spätgebärenden zählst oder Risikoschwangerschaften innerhalb deiner Familie bekannt sind
  • du schon vor der Schwangerschaft mit Rückenproblemen zu kämpfen hattest und
  • dir dein Arzt deutlich davon abrät, unnötig zu heben

Heben in der Schwangerschaft: so machst du es richtig

Hebe nicht aus dem Rücken! Also beuge dich, wenn es irgend geht, nicht nach vorn, sondern geh in die Knie, anstatt dich zu bücken. Die Babykugel kann hierbei ein Hindernis sein. Weil dein Baby in kniender Haltung darin unnötig eingezwängt wird, solltest du mit fortschreitender Schwangerschaft abwägen, ob es wirklich nötig ist, euch beide einer solchen Belastung auszusetzen. Achte beim Heben und Tragen stets auf eine gerade Haltung des Rückens. Die Statik deines Körpers ist in der Schwangerschaft verändert und die Aufgabe deines Rückens, deinen Körper gerade zu erhalten, besonders erschwert. Tu dir und ihm einen Gefallen und vermeide unnötige Strapazen!

Tipps für den Alltag

  • Ist deine Rückenmuskulatur mit dem schweren Gewicht deiner Babykugel überfordert, kannst du einen Schwangerschaftsgürtel zur Entlastung tragen.
  • Für Einkäufe besorge dir lieber einen Trolley, den du hinter dir herziehen kannst, statt die Lebensmittel in Tüten und auf den Armen nach Hause zu balancieren.
  • Teile eine grössere Last in mehrere kleine auf und nimm lieber Extrawege in Kauf. Bewegung ist auch in der Schwangerschaft gut für deine Gesundheit.
  • Leichte Schwangerschaftsgymnastik stärkt die Rückenmuskulatur und den Beckenboden.

Nur keine falsche Scham! Nimm die Hilfe deiner Umwelt an, du hast schliesslich schon genug an deinem Bauch zu tragen! Mit einer liebevollen Erklärung wird auch dein Grosses schon verstehen, dass die Mama nun ein bisschen mehr auf sich achtgeben muss.

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