Schwangerschaft wann arbeitgeber

Inhalte

Schwanger: Wann soll ich meinen Arbeitgeber informieren?

Ich war in der SSW 16, als meine erste Schwangerschaft mit einem geplanten Abbruch beendet werden musste. Das Mädchen war nicht lebensfähig. In meiner Firma wusste niemand von meiner Schwangerschaft. Das Problem war allerdings, dass von der ersten vorsichtigen Diagnose meines Frauenarztes bis zum endgültigen Befund und dem Abbruch gut eine Woche verging, in der ich täglich meinen Rechner an meinem Platz aufklappte und so tat, als würde ich konzentriert arbeiten. Zu meinem großen Glück gab es in dieser Zeit keine superwichtigen Kunden zufriedenzustellen, es war recht ruhig und ich konnte mich hinter meinem Bildschirm verstecken. Aber auf dem Weg zur Toilette, in der Mittagspause und auf dem Bahnsteig der S-Bahn fragten sich meine Kollegen sichtlich, was mit mir los war. Ich bin ein recht geselliger Mensch, rede gerne Unsinn, bin meistens gut drauf und lache viel. Die Veränderung meines Verhaltens war offenbar so auffällig, dass andere Mitarbeiter mich darauf ansprachen. Klar ging es mir schlecht, denn in den nächsten Tagen würde sich entscheiden, ob ich mein Baby behalten würde können oder nicht.

Ich wollte nicht von meiner Schwangerschaft erzählen

Ich war in der Zwickmühle. Mein Chef bemerkte die auffälligen Mängel in meiner Arbeit und die Blicke und Fragen der anderen verfolgten mich. Ich hätte so gerne darüber geredet, aber irgendwie brachte ich es jetzt nicht mehr übers Herz. Also erzählte ich einfach nur von privaten Problemen. Ich muss dazu sagen, dass ich einen ganz großartigen Chef und wunderbare Kollegen hatte. Hätten sie von meinem Problem gewusst, hätten sie mich ganz sicher nach Hause geschickt und mir befohlen die restliche Woche nur an mich zu denken. Aber ich war da und ich war nicht ich selbst und auch den besten Kollegen fällt so eine Situation schwer. Dann bekamen wir die Diagnose, ich musste in die Klinik und war danach zwei Wochen krank geschrieben. Allerdings genügen 14 Tage nicht mal annähernd, um so ein Erlebnis zu verarbeiten. Also ging ich wieder in die Arbeit und erzählte etwas von irgendeiner Bauch-OP. Ich fand, nun war es auch schon zu spät für die Wahrheit.

Wieder schwanger? Diesmal mache ich es ganz anders!

Als ich nach einem Jahr wieder schwanger wurde, wollte ich es ganz anders machen. Ich wartete den ersten Ultraschall ab und bat dann sofort meinen Chef um ein Gespräch. Ich war erst in der fünften Woche, aber mir war wichtig, dass jemand Bescheid wusste. Ich hatte Angst und ich war nach der Fehlgeburt ein wenig verunsichert. Bei jedem kleinen Ziehen dachte ich: „Ich verliere das Baby.“ Also beschloss ich meinem Vorgesetzten alles zu erzählen. Auch von der ersten Schwangerschaft, von meinen Ängsten und Sorgen. Ich hatte wahrscheinlich Glück, denn er reagierte einfach wunderbar. Er war selbst Papa und bat mich, sofort Bescheid zu sagen, wenn ich mich schlecht fühle. Ich solle mich ausruhen oder sofort nach Hause gehen oder erst gar nicht zur Arbeit kommen. Ich muss zugeben, so einen Chef hat nicht jeder. Verständnisvoll und einfühlsam fragte er mich täglich nach meinem Befinden und als ich mich plötzlich unwohl fühlte und Angst hatte, schickte er mich ohne Umschweife zu meinem Arzt. Ich war sehr froh, es ihm so früh gesagt zu haben. Denn so hatte ich Rückendeckung auf ganzer Linie.

Mal ganz abgesehen von der eigenen persönlichen Erfahrung. Es gibt ganz klare Regeln und Rechte, die dein Arbeitgeber während deiner Schwangerschaft einhalten muss.

SSW 12: Jetzt dürfen es alle wissen

Nach dem Ende der zwölften Schwangerschaftswoche fühlte ich mich wunderbar. Meinem Baby ging es gut, ich war total positiv und zuversichtlich. Also erzählte ich beim nächsten Redaktionsmeeting vor versammelter Mannschaft von meiner Schwangerschaft. Die Kollegen waren wunderbar. Sie freuten sich alle, fragten mich wie es mir geht, kümmerten sich um mich und sahen zu, dass ich alles hatte was ich brauchte. Wäre ich bei unserem zweiten Kind nicht noch in Elternzeit gewesen, hätte ich wohl manchen Leuten noch früher als in der SSW 12 davon erzählt. Viel mag aber auch daran liegen, dass wir ein sehr freundschaftliches Verhältnis untereinander pflegten – ich bin sicher, dass das nicht in jedem Betrieb so einfach ist. Für mich war es aber die beste Entscheidung überhaupt, zumindest eine Person sehr schnell von meinem wunderbaren Zustand in Kenntnis zu setzen. Es tat mir einfach gut und ich hatte das Gefühl, jemanden auf meiner Seite zu haben.

Eine Schwangerschaft lässt sich dauerhaft nicht geheim halten, so viel ist sicher. Sinnvoll wäre das ohnehin nicht, denn oft müssen sich auch andere auf die kommende Zeit vorbereiten. Der Arbeitgeber zum Beispiel.

Egal, ob Du und wie viel Elternzeit Du als Mutter nimmst, eine Schwangerschaft und Geburt ist immer mit organisatorischem Aufwand für den Arbeitgeber verbunden. Es muss nämlich gegebenenfalls:

  • jemand als Ersatz eingestellt und eingearbeitet werden,
  • eine Übergabe muss stattfinden,
  • die Verwaltung muss sich um Kostenerstattung bei der Krankenkasse kümmern,
  • Dein Elternzeit-Antrag muss bewilligt werden,
  • die Lohnabrechnungen entsprechend ausgestellt und vieles mehr.

Das alles braucht auch Zeit.

Doch wie viel Zeit musst Du dafür einräumen? Ab wann musst Du Deinem Arbeitgeber sagen, dass Du schwanger bist?

Beitragsinhalte anzeigen

Ab wann muss ich meinem Arbeitgeber verraten, dass ich schwanger bin?

Das sagt das Gesetz

Im Mutterschutzgesetz (§ 5 Abs. 1 S. 1 MuSchG) heißt es, dass Du dem Arbeitgeber über deine Schwangerschaft und den mutmaßlichen Entbindungstermin informieren sollst, sobald sie Dir bekannt sind.

Sollen heißt aber nicht müssen, auch nicht für Juristen. Eine Sollvorschrift bedeutet, dass Du dazu nicht gesetzlich verpflichtet bist.

Damit folgende Schutzmaßnahmen greifen, solltest Du deinem Arbeitgeber rechtzeitig sagen, dass Du schwanger bist

Es gibt Situationen, in denen Du dies aber tatsächlich tun solltest. Nämlich immer dann, wenn Dein Arbeitsplatz Deine Schwangerschaft gefährdet und deshalb sofortiges Handeln erforderlich ist.

Sofortiges Beschäftigungsverbot

In vielen medizinischen Berufen oder in bestimmten Laboren bedeutet ein positiver Schwangerschaftstest ein sofortiges Beschäftigungsverbot. Zu hoch ist das Risiko einer schweren Infektion mit verschiedensten Erregern.

Beschäftigungsverbote werden vom Arbeitgeber oder vom Arzt ausgesprochen und bedeuten, dass Du bei voller Bezahlung zu Hause bleibst. Natürlich gibt es auch Teilzeitbeschäftigungsverbote. Alternativ kann der Arbeitgeber Dir auch eine andere zumutbare Tätigkeit im Unternehmen zuweisen.

Auch andere gesetzlich vorgeschriebene Schutzmaßnahmen kann der Arbeitgeber erst treffen, wenn er über die Schwangerschaft informiert wurde. Wenn Du zum Beispiel eine Arbeit ausführst, bei der Du ausschließlich stehen musst oder schwer heben, muss er Dir einen anderen Arbeitsplatz zuweisen. Auch Schicht- oder Nachtarbeit ist für Schwangere tabu.

Werden meine Kollegen von meiner Schwangerschaft erfahren, wenn der Arbeitgeber informiert wurde?

Nein. Angst, dass es gleich die ganze Firma erfährt, musst Du nicht haben. Denn ohne Dein Einverständnis darf Dein Chef niemandem von Deiner Schwangerschaft erzählen.

In welchen Fällen sollte ich besser warten, bis ich meinen Chef über die Schwangerschaft informiere?

Es gibt tatsächlich auch manchmal gute Gründe, die Schwangerschaft besser zu verheimlichen und dem Vorgesetzten erst mal nichts von einer Schwangerschaft zu sagen, obwohl man es „sollte“.

Befristeter Arbeitsvertrag

Wenn Du kurz vor einer Vertragsverlängerung stehst zum Beispiel. Denn auch, wenn Dein Arbeitgeber Dich offiziell nicht wegen Deiner Schwangerschaft benachteiligen darf, sieht die Realität leider meist anders aus. Wenn vor einer Vertragsverlängerung schon klar ist, dass Du spätestens im Mutterschutz und vielleicht anschließender Elternzeit ausfällst, wird Dein Chef vielleicht andere Gründe finden, Dir keinen Folgevertrag anzubieten. Rechtlich kannst Du dagegen rein gar nichts unternehmen.

Gibt es einen Kündigungsschutz für Schwangere?

Eine Kündigung brauchst Du übrigens nicht zu fürchten, wenn Dein Chef aus irgendeinem Zufall heraus trotzdem davon erfährt. Du bist als Schwangere vor einer Kündigung rechtlich geschützt, egal ob dem Arbeitgeber Dein Zustand bekannt war, oder nicht.

Nach Erhalt einer Kündigung hast Du zwei Wochen Zeit, die Schwangerschaft per Attest anzuzeigen. Die Kündigung muss dann zurückgenommen werden.

Elterngeld

Ob es dem Vertrauensverhältnis zum Vorgesetzten sehr förderlich ist, Dir auf diese Weise einen Anschlussvertrag zu verschaffen, ist fraglich.

Finanziell kann es sich allerdings durchaus lohnen, denn zur Berechnung des Elterngeldes wird das Netto-Einkommen der 12 vorangegangenen Monate herangezogen.

Wenn Du in dieser Zeit nicht arbeitssuchend warst, sondern ein festes Einkommen vorweisen kannst, wird Dein Elterngeld auch höher ausfallen.

Keine Lücke im Lebenslauf

Auch im Lebenslauf sieht es besser aus, wenn Du keine Lücke, sondern eine durchgehende Beschäftigung mit dem Vermerk einer Elternzeit, hast.

Selbst wenn Dein Chef also wütend werden sollte, wenn Du ihm nach Unterschrift auf der Vertragsverlängerung von der Schwangerschaft erzählst, macht es trotzdem Sinn.

Nur, wenn Du Dir sehr sicher bist, dass es für Deinen Chef keinen Unterschied macht und er Dich auch nach der Elternzeit gerne zurück in seiner Firma sieht, würde ich trotz befristetem Arbeitsvertrag von der Schwangerschaft erzählen. So riskierst Du keinen Vertrauensverlust.

>> Hier findest Du die besten Tipps dazu, mit welchen Tricks man, wie lange man eine Schwangerschaft geheim halten kann.

Ab wann sollte ich es den Kollegen auf Arbeit sagen, dass ich schwanger bin?

Für viele weibliche Arbeitnehmer sicherer, die berüchtigten ersten 12 Wochen abzuwarten bevor sie ihre Schwangerschaft verkünden. Denn in dieser Zeit ist das Risiko eines frühen Aborts (natürlicher Abgang des Embryos) sehr hoch. 80% der Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüche finden in diesem Zeitraum statt.

Das kann für Frauen nicht nur ein traumatisches Ereignis sein, danach ist am Arbeitsplatz vielleicht nichts mehr wie vorher. Dabei würde die Normalität am Arbeitsplatz vielen Betroffenen wirklich gut tun.

Stattdessen bekommst Du im besten Fall Mitleid und Aufmerksamkeit von den Kollegen. Im schlimmsten Fall hast Du eines offen gelegt: Du wünscht Dir ein Kind und könntest jederzeit wieder schwanger werden.

Schwangerschaftsabbruch und mögliche Nachteile in einer leistungsorientierte Unternehmenskultur

Der Kündigungsschutz gilt jetzt nicht mehr. Das heißt, wenn Dein Chef den Ausfall während des Mutterschutzes und der Elternzeit nicht in Kauf nehmen möchte, sucht er jetzt möglicherweise nach Gründen, Dich loszuwerden.

Auch anderen Arbeitskollegen kann das Risiko, dass Du wieder schwanger werden könntest, sauer aufstoßen. Vielleicht rechnen sie auch nur unterbewusst mit der Möglichkeit und nehmen Dich nicht mehr so ernst wie früher?

Wie sage ich meinem Chef am besten, dass ich schwanger bin?

Wenn Du nun entschieden hast, wann der richtige Zeitpunkt ist, Deinem Chef oder Deiner Chefin von der Schwangerschaft zu erzählen, bleibt noch zu klären, wie Du das am besten tust.

Zunächst solltest Du Dir dafür Zeit nehmen und einen Termin geben lassen. Unter vier Augen lässt sich so ein wichtiges Thema am besten ansprechen.

Übernimm ruhig für ein paar Minuten die Gesprächsführung, nachdem Du mit der Neuigkeit herausgeplatzt bist. Denn auch Dein/e Chef/in muss seine/ihre Gedanken vielleicht erst einmal sammeln und überlegen, wie die angemessene Reaktion ist.

Im Idealfall gratuliert er/sie zunächst einmal und ihr besprecht dann in Ruhe, wie es weiter gehen könnte.

Für die weitere Planung nach der Bekanntgabe deiner Schwangerschaft sind zwei Punkte sehr wichtig:

  1. Hast Du vor, nach dem Mutterschutz Elternzeit zu nehmen und wenn ja, wie lange?
  2. Möchtest Du wirklich in den Job zurückkehren nach dieser Zeit?

Wenn Du vorhast, vielleicht sogar schon nach dem Mutterschutz oder nach wenigen Monaten in Deinen Job zurückzukehren, dann sollte diese Tatsache relativ am Anfang des Gesprächs stehen. Denn das ist eine ganz andere Grundlage als ein jahrelanger Ausfall mit einer eventuellen Rückkehr in die Firma.

Wenn Du dich gut fühlst und wenig Beschwerden hast, bist Du vielleicht hoch motiviert, bis zum Anfang des Mutterschutzes im Job zu bleiben. Teile auch das Deinem Vorgesetzten mit, auch das ist für die Planung wichtig.

Sollte die Reaktion unangemessen ausfallen, versuche ruhig und sachlich zu sein. Beende das Gespräch, mit dem Hinweis, es besser an einer anderen Stelle weiter zu führen.

Auch Vorgesetzte sind nur Menschen und auch wenn ein werdendes Leben allgemein Anlass zur Freude sein sollte, sieht Dein/e Chef/in vielleicht im ersten Moment nur den Verlust einer guten Arbeitskraft und die damit verbundenen Schwierigkeiten.

Fazit: Lieber auf Nummer sicher gehen, wenn Du auf Arbeit deine Schwangerschaft verkündest

Bei der Entscheidung, ab wann Du dem Arbeitgeber von der Schwangerschaft erzählst, sollte immer Dein Wohl und das Deines Babys im Vordergrund stehen. Auch, wenn Du eine hohe Arbeitsmoral hast und Dich Deiner Firma verpflichtet fühlst, versuche einen kühlen Kopf zu bewahren und die beste Lösung für Deine Zukunft zu finden.

Riskiere nicht den Verlust Deines Arbeitsplatzes, indem Du zu früh Bescheid gibst. In keinem Fall aber solltest Du das Wohl Deines Kindes aufs Spiel setzen, nur um den Arbeitsplatz nicht zu verlieren.

Sobald Deine Arbeitsstelle eine Gefahr für die Schwangerschaft darstellt, musst Du Deinen Arbeitgeber umgehend informieren.

Auf Pinterest merken:

Be­kannt­gabe der Schwanger­schaft

Sobald Sie von der Schwangerschaft wissen, müssen Sie Ihren Chef in­for­m­ieren. Damit Ihr Dienstgeber die gesetzlichen Mutter­schutz­be­stimm­ungen ein­halten kann. Es ist aber kein Entlassungsgrund, wenn Sie die Schwangerschaft nicht melden.

Gleichzeitig mit der Schwangerschaft müssen Sie Ihren Dienst­geber auch über den voraussichtlichen Geburtstermin informieren, denn ge­wisse Tätigkeiten sind ab einem bestimmten Zeitpunkt der Schwangerschaft nur mehr be­schränkt erlaubt oder verboten. Beispiele: Arbeit im Stehen, Akkord­arbeiten.

Ihr Dienstgeber ist verpflichtet, die Beschäftigungsverbote zu beachten. Und er muss das Arbeitsinspektorat schriftlich darüber informieren, dass er eine Schwangere beschäftigt.

Ärztliche Bescheinigung

Sie müssen eine ärztliche Bestätigung über die Schwangerschaft vorlegen, wenn Ihr Dienstgeber es ausdrücklich verlangt.

Pflichten des Dienstgebers

Ihr Dienstgeber muss dem Arbeitsinspektorat folgende Daten bekannt geben:

1. Name der werdenden Mutter
2. Alter der werdenden Mutter
3. Tätigkeit und Arbeitsplatz
4. voraussichtlicher Geburtstermin

Wichtig!

Wenn es in Ihrem Betrieb einen Betriebsarzt gibt, muss er vom Dienst­geber über Ihre Schwangerschaft informiert werden.

Können Sie von der Arbeit frei gestellt werden?

Wenn bei Fortdauer der Beschäftigung Gefahr für Leben oder Gesundheit von Ihnen oder Ihrem Kind besteht, können Sie bereits vor der Schutzfrist vom Dienst frei gestellt werden. Dazu müssen Sie eine ärztliche Bestätigung vor­legen.

Von wem erhalte Sie während der Freistellung Ihr Geld?

Sie erhalten das sogenannte „vorgezogene Wochengeld“ von Ihrer zuständigen Krankenkasse, und zwar für die Dauer der ärztlich bestätigten Freistellung.

Schwangerschaft während der Probezeit

Sie sind nicht verpflichtet, dem Arbeitgeber die Schwangerschaft während der Probezeit mitzuteilen. Hat der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis während der Probezeit aufgelöst, weil Sie schwanger sind, ist dies eine unzulässige Dis­krimi­nierung auf Grund des Geschlechtes und ein Verstoß gegen das Gleich­be­handlungs­gesetz. Die Auflösung kann innerhalb von 14 Tagen nach Ausspruch der Auflösung beim Arbeits- und Sozialgericht bekämpft werden.

Schwangerschaft: Was werdende Mütter mit dem Arbeitgeber klären sollten

Wie sollte die Mitarbeiterin dem Arbeitgeber mitteilen, dass sie schwanger ist?

Eine besondere Form der Mitteilung ist nicht zwingend, sie kann auch mündlich erfolgen. Markowski empfiehlt aber, den Arbeitgeber schriftlich zu informieren, wenigstens per E-Mail. Als Nachweis kann der Arbeitgeber ein ärztliches Attest oder das einer Hebamme verlangen, dies ist dann vorzulegen.

Dabei ist zu bedenken, dass der Arbeitgeber auch nicht die besonderen Schutzvorschriften für werdende Mütter berücksichtigen kann, solange er von der Schwangerschaft nichts weiß.

Welche Schutzvorschriften legt das Mutterschutzgesetz für Schwangere fest?

Werdende Mütter stehen unter besonderem Schutz und dürfen manche Tätigkeiten nicht ausüben. Dazu zählen schwere körperliche Arbeiten, auch solche, bei denen sie sich regelmäßig bücken müssen, oder solche, bei denen sie schädlichen Umgebungseinflüssen, zum Beispiel Dämpfen, Hitze, Kälte oder großem Lärm, ausgesetzt sind.

„Verboten sind auch Fließband- oder Akkordarbeit und damit alle Entlohnungsarten, die an Arbeitstempo oder Quantität anknüpfen“, sagt Jurist Markowski. Auch Überstunden, Nachtarbeit oder Arbeiten an Sonn- und Feiertagen sind grundsätzlich nicht erlaubt, Letzteres ist aber auf ausdrücklichen Wunsch der Schwangeren gestattet, dann jedoch meldepflichtig.

Auch das Arbeiten bis 22 Uhr kann möglich sein, wenn die werdende Mutter ein Attest über die gesundheitliche Unbedenklichkeit vorlegt und die Nachtarbeit behördlich genehmigt wird.

Bei Problemen in der Schwangerschaft sind individuelle Beschäftigungsverbote möglich

Kommt es im Verlauf der Schwangerschaft zu Komplikationen, können zudem individuelle Beschäftigungsverbote greifen. Hierüber muss dann ein ärztliches Attest beigebracht werden.

Dürfen Arbeitgeber einer schwangeren Mitarbeiterin andere Tätigkeiten zuweisen, wenn sie ihren eigentlichen Aufgaben nicht mehr nachkommen kann?

Ja, das darf und muss er. Dies können dann auch Aufgaben sein, die die Mitarbeiterin normalerweise nicht machen müsste. „Hier gelten die normalen Grenzen des Weisungsrechts nicht. Was zumutbar ist, hängt vom Einzelfall ab“, erklärt Experte Markowski.

Wann gilt die Mutterschutzzeit und darf man auf sie verzichten?

Sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen nach der Entbindung dürfen Frauen grundsätzlich nicht arbeiten. „Wenn eine werdende Mutter aber ausdrücklich in der Mutterschutzzeit vor der Geburt arbeiten möchte, darf sie dies tun.“

Regelmäßig wird der Arbeitgeber dieses Einverständnis, das jederzeit widerrufen werden kann, schriftlich einfordern. Anders ist es nach der Geburt. Markowski: „Diese Mutterschutzfrist ist zwingend und muss eingehalten werden.“

Werden Mitarbeiterinnen während des Mutterschutzes finanziell unterstützt?

Während der Mutterschutzzeiten haben werdende und gerade entbundene Mütter keinen Anspruch auf Entgelt vom Arbeitgeber. Stattdessen erhalten gesetzlich versicherte Frauen Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse.

Dies beträgt maximal 13 Euro pro Tag; zusätzlich haben sie Anspruch auf einen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld durch den Arbeitgeber: „Dieser zahlt die Differenz zwischen dem kalendertäglichen Nettodurchschnittsentgelt und den 13 Euro von der Krankenkasse“, erläutert Markowski.

Nicht gesetzlich krankenversicherte Frauen erhalten Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt in Bonn. Dies ist auf 210 Euro pro Monat begrenzt und muss dort extra beantragt werden.

Gilt für Schwangere ein besonderer Kündigungsschutz?

Das Mutterschutzgesetz schützt Schwangere nicht nur vor gefährlichen und Mutter und Kind gefährdenden Tätigkeiten, werdende Mütter genießen auch einen besonderen Kündigungsschutz.

Während der Schwangerschaft und bis vier Monate nach der Entbindung darf diesen Frauen nicht gekündigt werden. „Dies betrifft jegliche Art von Kündigung, die ordentliche ebenso wie die außerordentliche, die Änderungskündigung und jene im Rahmen von Massenentlassungen.“

In besonderen Fällen ist allerdings unter behördlicher Genehmigung eine Kündigung möglich, etwa wenn sich die Schwangere ein erhebliches Fehlverhalten hat zuschulden kommen lassen oder wenn beispielsweise der Betrieb aufgegeben wurde.

Was passiert, wenn die Schwangere die Kündigung erhält, weil der Arbeitgeber noch nichts von der Schwangerschaft weiß?

Erhält eine schwangere Mitarbeiterin eine Kündigung, etwa weil sie den Arbeitgeber noch nicht über die Schwangerschaft informiert hatte, muss sie das Unternehmen innerhalb von zwei Wochen über ihre Schwangerschaft in Kenntnis setzen, sonst ist die Kündigung wirksam.

Mitarbeiterinnen mit einem befristeten Arbeitsvertrag stehen nicht unter diesem Kündigungsschutz. Deren Verträge laufen auch während der Schwangerschaft regulär aus.

Wann müssen junge Mütter dem Arbeitgeber mitteilen, ob und in welchem Rahmen sie nach der Geburt wieder in den Beruf einsteigen wollen?

Mütter, die in Elternzeit gehen möchten, müssen dies dem Arbeitgeber rechtzeitig mitteilen. Wer die gesamte Elternzeit in den ersten drei Lebensjahren nutzen will, ist verpflichtet, dies spätestens sieben Wochen vor dem beabsichtigten Beginn anzeigen.

Wer die Elternzeit zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr das Kindes nehmen möchte, muss sie spätestens 13 Wochen im Voraus anmelden. Markowski: „Dies muss schriftlich geschehen, mit eigenhändiger Unterschrift. Eine E-Mail reicht hier nicht aus.“

Wer in Teilzeit wieder in den Beruf einsteigen möchte, muss auch dies dem Arbeitgeber sieben Wochen vor dem geplanten Start schriftlich mitteilen, und zwar mit dem avisierten Anfangszeitpunkt und dem gewünschten Umfang.

„Zusätzlich empfiehlt sich auch ein Vorschlag zur Verteilung der Arbeitszeit“, rät Markowski. Hier sollte eine einvernehmliche Lösung mit dem Arbeitgeber angestrebt werden. Wer sich gar nicht äußert, muss mit Ablauf der Mutterschutzzeit acht Wochen nach der Geburt wieder im selben Umfang arbeiten wie vor der Entbindung.

Welche Rechte haben stillende Mitarbeiterinnen?

Auch wer sein Kind stillt, hat besondere Rechte. So können stillende Mütter verlangen, dass ihnen die hierfür nötige Zeit freigegeben wird, mindestens zweimal eine halbe Stunde täglich oder einmal eine Stunde.

Wer mehr als acht Stunden zusammenhängend arbeitet, hat einen Anspruch auf zweimal täglich wenigstens 45-minütige Stillzeiten oder eineinhalb Stunden am Stück. Hierbei kommt es auf die Zeit an, die objektiv für das Stillen benötigt wird. „Muss die Mitarbeiterin hierfür beispielsweise nach Hause fahren, werden auch Wegezeiten berücksichtigt“, sagt Anwalt Markowski.

Wissenswertes rund um die Schwangerschaft

Das Mutterschutzgesetz besagt, es bestehe Mitteilungspflicht der Schwangerschaft, sobald sie der Schwangeren bekannt ist. Da dies keine genaue Frist vorschreibt, ist es Ihre persönliche Angelegenheit, wann Sie sich tatsächlich Gewissheit über Ihren Zustand verschafft haben. Damit können Sie selbst entscheiden, wann Sie Chef oder Chefin informieren. Warten Sie jedoch nicht zu lange damit. Ein guter Zeitpunkt ist der vierte Monat, denn dann ist die Gefahr einer Fehlgeburt nicht mehr so groß. Außerdem bleibt Zeit genug für alle Beteiligten, sich auf die neue Situation einzustellen und eventuelle Vorbereitungen zu treffen: Eine Schwangerschaftsvertretung organisieren, Konzepte für ein Teilzeit- oder Job-Sharing-Modell zu entwickeln, etc.

Wenn Sie Ihre Schwangerschaft wesentlich länger für sich behalten, könnte das für Verstimmung sorgen. Es vermittelt den Eindruck, als hätten Sie Angst vor den Folgen und wenig Vertrauen in die Kooperationsbereitschaft des Arbeitgebers. Gehen Sie selbstsicher an die Sache heran. Eine Veränderung in Ihrer Berufsplanung betrifft immer auch Ihr berufliches Umfeld und sollte von verantwortlicher Stelle mit gestaltet werden. Ein rein formaler Tipp: Informieren Sie im Anschluss an dieses Gespräch auch die Personalabteilung, weil von nun ab bestimmte Mutterschutzvorschriften für Sie gelten.

Hierzu noch ein kleiner Ausschnitt aus dem Mutterschutzgesetz § 5 – Mitteilungspflicht, ärztliches Zeugnis

(1) Werdende Mütter sollen dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen, sobald ihnen ihr Zustand bekannt ist. Auf Verlangen des Arbeitgebers sollen sie das Zeugnis eines Arztes oder einer Hebamme vorlegen. Der Arbeitgeber hat die Aufsichtsbehörde unverzüglich von der Mitteilung der werdenden Mutter zu benachrichtigen. Er darf die Mitteilung der werdenden Mutter Dritten nicht unbefugt bekannt geben.

(2) Für die Berechnung der in § 3 Abs. 2 bezeichneten Zeiträume vor der Entbindung ist das Zeugnis eines Arztes oder einer Hebamme maßgebend; das Zeugnis soll den mutmaßlichen Tag der Entbindung angeben. Irrt sich der Arzt oder die Hebamme über den Zeitpunkt der Entbindung, so verkürzt oder verlängert sich diese Frist entsprechend.

(3) Die Kosten für die Zeugnisse nach den Absätzen 1 und 2 trägt der Arbeitgeber.

Autoren:
Dr. Renate Kirschner (Doktor der Erziehungswissenschaften; seit mehr als 25 Jahren in der sozialwissenschaftlichen Forschung und Beratung tätig)
Dr. Wolf Kirschner (Doktor der Philosophie; seit 1997 in den Bereichen Epidemiologie, Evaluations- und Interventionsforschung, Gesundheitsförderung und Prävention tätig)
Priv. Doz. Dr. med. Dr. rer. nat. Axel Schäfer (Doktor der Medizin, Doktor der Naturwissenschaften, Frauenarzt)
Geprüft durch das wissenschaftliche Beratungskomitee von BabyCare.
Beitrag erstellt am: 18.04.05 00:00
Beitrag zuletzt aktualisiert am: 22.08.16 12:55

Schwangerschaft: Wann muss der Chef informiert werden?

Wenn sich der Teststreifen blau färbt, ist die Freude meist groß. Aber auch andere Gefühle stellen sich ein: Unsicherheit, Zukunftsängste und die Frage, wann der Arbeitgeber informiert über die Schwangerschaft werden muss.

Schwangerschaftskalender – Das passiert nach der Befruchtung

Schwangerschaftskalender
Das passiert nach der Befruchtung

Die meisten Schwangeren wollen warten, bis die ersten kritischen Wochen vorbei sind. Die gesetzliche Empfehlung lautet, es zu sagen, sobald man es weiß, sagt Nathalie Oberthür, Rechtsanwältin in Köln. Es habe jedoch keine Folgen für die Frau, wenn sie dieser Empfehlung nicht folgt. „Es ist ihr deshalb selbst überlassen, wann sie es dem Vorgesetzten sagt.“

Schwangere sind vom Gesetzgeber besonders geschützt

Allerdings sollte man fair sein und es nicht zu spät sagen, damit das Unternehmen für die Abwesenheit rechtzeitig planen kann. Dies nutzt auch der Frau, denn Schwangere werden vom Gesetzgeber besonders geschützt. Das Mutterschutzgesetz regelt, welche Rechte sie haben.

Was Schwangere nicht dürfen

Es gibt Situationen im Arbeitsleben, die einer Schwangeren nicht zugemutet werden können. Dazu zählen unter anderem der Umgang mit radioaktiven beziehungsweise giftigen Stoffen oder Krankheitserregern, Akkord- und Fließbandarbeit, ständiges Stehen sowie Nacht- und Sonntagsarbeit.

Schwer heben in der Schwangerschaft ist verboten

Schwangere müssen außerdem darauf achten, dass sie nicht mehr als zehn Kilogramm heben. Darauf weist Michael Nasterlack von der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) hin. Es besteht die Gefahr, sich zu überlasten und frühzeitig Wehen auszulösen. Auch das regelmäßige Heben von Gewichten, die mehr als fünf Kilogramm wiegen, ist nicht erlaubt. Im Zweifel sollten Schwangere lieber Kollegen um Hilfe bitten.

Werdende Mütter dürfen manche Arbeiten nicht ausführen

Stewardessen, Taxifahrerinnen, U-Bahnfahrerinnen und andere Frauen, die den Großteil ihrer Arbeitszeit auf sogenannten Beförderungsmitteln verbringen, dürfen bereits ab dem dritten Monat nicht mehr an ihrem eigentlichen Arbeitsplatz tätig sein. Für alle gilt, dass die reine Arbeitszeit von 8,5 Stunden täglich nicht überschritten werden darf und dass der Arbeitgeber ihnen die Möglichkeit geben muss, sich bei Bedarf auszuruhen.

Beschäftigungsverbot für bestimmte Berufe

Für bestimmte Beschäftigungsbereiche wie Gastronomie oder Landwirtschaft gibt es Ausnahmen. Zusätzlich zu den gesetzlichen Bestimmungen existiert das individuelle Beschäftigungsverbot. Durch ein ärztliches Attest kann die Beschäftigung ganz oder teilweise untersagt werden. Besonders häufig davon betroffen sind zum Beispiel Kita-Erzieherinnen.

Beschäftigungsverbot bedeutet, die Frau muss bei vollem Lohn von der Arbeit freigestellt werden. Diese Regelungen gelten übrigens nicht für Selbstständige. Sie müssen sich selbst darum kümmern, dass ihre Arbeit sie und das ungeborene Baby nicht gefährdet.

Kündigungsschutz für Schwangere

Einer schwangeren Frau darf normalerweise bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Geburt nicht gekündigt werden. Selbst in der Probezeit. Das gilt auch, wenn die Frau zum Zeitpunkt der Kündigung zwar bereits schwanger war, dies aber dem Vorgesetzten noch nicht mitgeteilt hat oder es selbst noch nicht wusste. Allerdings muss sie dann innerhalb von zwei Wochen die Schwangerschaft bekannt geben. Sollte die Frau eine Fehlgeburt erleiden, erlischt der Kündigungsschutz übrigens sofort.

Was wird aus dem Urlaub?

Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt die Mutterschutzzeit spätestens. Schwangere Frauen müssen danach nicht mehr arbeiten, ausgenommen wenn sie sich ausdrücklich dazu bereit erklären. Ihre restlichen Urlaubstage müssen die Frauen nicht vor dem Mutterschutz und ihrer folgenden Elternzeit abbauen. „Den Resturlaub kann man auch ans Ende der Elternzeit hängen“, sagt Anwältin Oberthür.

Zuerst der Vorgesetzte, dann die Kollegen

Je gefährlicher der Job für das werdende Leben sein kann, desto eher sollte die Schwangere mit dem Vorgesetzten reden. Denn nur dann hat dieser die Möglichkeit, der schwangeren Frau – ohne Einkommenseinbußen – einen adäquaten anderen Arbeitsplatz zuzuteilen. Vor allem in größeren Betrieben muss auch die Personalabteilung von der Schwangerschaft unterrichtet werden.

Wenn das Unternehmen einen Beleg für den geplanten Entbindungstermin fordert, trägt es die Kosten. Um die Vertrauensbasis nicht zu zerstören, ist es sinnvoll, zunächst mit dem Chef zu reden und erst dann die Kollegen und andere Stellen einzuweihen.

Das Gespräch mit dem Chef

Ein solches Gespräch sollte nicht zwischen Tür und Angel und möglichst auch nicht Montagmorgen oder Freitagnachmittag geführt werden. Es ist sinnvoll, sich einen längeren Termin geben zu lassen, damit in Ruhe über die Situation gesprochen werden kann. Dabei sollte die Frau dem Vorgesetzten signalisieren, wie wichtig ihr der Arbeitsplatz ist und dass sie gerne zurückkehren möchte.

Am besten ist es, wenn die Schwangere bereits konkrete Vorstellungen davon hat, wann sie wiederkommen möchte und in welchem Umfang. Gut ist es, sich in die Situation des Vorgesetzten hineinzuversetzen und vielleicht eigene Ideen einzubringen, wie die Babypause optimal überbrückt werden kann.

Unterschiede für Kleinbetriebe und große Unternehmen

Nach wie vor gibt es Arbeitgeber, die auf eine Schwangerschaft nicht positiv reagieren. Das bringt vor allem Frauen in leitenden Positionen dazu, ihren Zustand erst sehr spät zu offenbaren, um keine Nachteile zu erfahren. Für ein großes Unternehmen sind die Themen Mutterschutz und Elternzeit Alltag, aber gerade für Kleinbetriebe bedeutet der Ausfall oft einschneidende Veränderungen. Hier ist es gut, die Kommunikation aufrechtzuerhalten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Professionell bleiben

Auch wenn man am liebsten die ganze Abteilung mit den neuesten Ultraschallbildern beglücken möchte und sich von früh bis spät Gedanken darüber macht, ob ein Geburtshaus für die Entbindung in Frage kommt, sollte man diese Themen vom Arbeitsplatz fernhalten. Arzttermine erledigt man am besten außerhalb der Arbeitszeit. Es ist deutlich besser, den Kollegen und Vorgesetzten zu zeigen, dass sich an der Qualität der Arbeit und an der Professionalität nichts geändert hat.

Eine solche Haltung schließt von vornherein aus, dass kritische Kollegen die berufliche Kompetenz der Schwangeren in Frage stellen und sie damit in eine Außenseiterrolle drängen können. Doch bei aller Professionalität sollte man das Wohl des Kindes nicht aus den Augen verlieren. Denn Stress während der Schwangerschaft ist weder für die Mutter noch für das Baby gut.

Schwangerschaftskalender: So entwickelt sich das Ungeborene von der 1. bis 40. SSW

  • Schwangerschaft als Karrierekiller?: “Gut, dass Sie nicht so blöd sind, schwanger zu werden“
  • Organisatorisches: Was Schwangere wann erledigen sollten
  • Mutterschutzgesetz 2020: Die wichtigsten Fakten zum Mutterschutzgesetz
  • Sicherheitsnadeln und Fernbedienung: Schwangerschaft verkünden – zehn witzige Fotos

In unserer „Eltern-Welt“ finden Sie alles, was Eltern bewegt: Jetzt Facebook-Fan werden und mitdiskutieren!

Vor der Geburt eines Kindes

zur englischsprachigen Version
to the English version

  • Mutterschutzbestimmungen
  • Wochengeld
  • Mutter-Kind-Pass
  • Schwangerenberatung
  • Geburtsvorbereitungskurse
  • Schwangerengymnastik
  • Zusätzliche Informationen
  • Weiterführende Links

Mutterschutzbestimmungen

Mutterschutzgesetz

Die Mutterschutzbestimmungen dienen dem Schutz Ihrer Gesundheit als (werdende) Mutter und dem Schutz der Gesundheit Ihres Kindes. Sie können jedoch erst dann in Kraft treten, wenn Ihre Arbeitgeberin/Ihr Arbeitgeber von Ihrer Schwangerschaft Kenntnis hat.

Die Schutzbestimmungen des Mutterschutzgesetzes gelten für:

  • Arbeiterinnen
  • Angestellte
  • Lehrlinge

Weiters mit Abweichungen auch für:

  • Heimarbeiterinnen
  • Hausgehilfinnen und Hausangestellte
  • Vertragsbedienstete und Beamtinnen des Bundes
  • Landes- und Gemeindebedienstete, die in Betrieben beschäftigt sind
  • Landeslehrerinnen

Das Mutterschutzgesetz gilt nicht für selbstständig erwerbstätige Frauen (in Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft).

Sobald die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber von der Schwangerschaft einer Arbeitnehmerin Kenntnis erlangt, hat sie/er die Schutzbestimmungen laut Mutterschutzgesetz (MSchG) einzuhalten.

ACHTUNG Die Arbeitnehmerin steht ab Bestehen der Schwangerschaft unter Kündigungs- und Entlassungsschutz. Während der Schutzfrist – acht Wochen vor der Entbindung und grundsätzlich acht Wochen nach der Entbindung – besteht ein generelles Beschäftigungsverbot für die Arbeitnehmerinnen.

Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber muss dies sofort dem zuständigen Arbeitsinspektorat melden und Ihnen eine Kopie dieser Meldung aushändigen. Sollten Sie früher als geplant entbinden, melden Sie auch dies rechtzeitig Ihrer Arbeitgeberin/Ihrem Arbeitgeber, damit Sie später bei der Berechnung der Schutzfrist und des Wochengeldes keine Probleme haben.

Beschäftigungsverbote nach Entbindung

Acht Wochen nach der Entbindung (Schutzfrist) dürfen Arbeitnehmerinnen nicht beschäftigt werden, auch wenn sie es selbst wünschen.

  • Bei Früh-, Mehrlings- oder Kaiserschnittgeburten verlängert sich diese Frist auf mindestens 12 Wochen
  • Ist eine Verkürzung der Schutzfrist vor der Entbindung eingetreten, verlängert sie sich nach der Entbindung im Ausmaß dieser Verkürzung (höchstens auf 16 Wochen)
  • Bei einer Arbeitsunfähigkeit der Mutter im Anschluss an die Schutzfrist nach der Entbindung: Die Arbeitnehmerin hat ihre Arbeitsunfähigkeit ohne Verzug der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber zu melden (auf Verlangen der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers ist eine ärztliche Bestätigung über die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit vorzulegen).
  • Im Fall einer Totgeburt (kein Lebenszeichen erkennbar und Geburtsgewicht mindestens 500 Gramm) dauert die Schutzfrist zwischen 8 und 16 Wochen.

Kündigung durch Arbeitgeber

In folgenden Zeitabschnitten können Arbeitnehmerinnen rechtswirksam nicht gekündigt werden:

  • Während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung
  • Nach Ausspruch der Kündigung, wenn die Arbeitnehmerin die Schwangerschaft innerhalb einer bestimmten Frist bekannt gibt:
    • Mündliche Kündigung: Bekanntgabe der Schwangerschaft binnen fünf Arbeitstagen nach Ausspruch der Kündigung
    • Schriftliche Kündigung: Bekanntgabe der Schwangerschaft binnen fünf Arbeitstagen nach Zustellung der Kündigung
    • Nachweispflicht der Arbeitnehmerin: Die Schwangerschaft oder deren Vermutung muss durch eine Bestätigung einer Ärztin/eines Arztes bzw. die Entbindung eines Kindes durch dessen Geburtsurkunde (gleichzeitig mit der Bekanntgabe der Schwangerschaft bzw. der Geburt) nachgewiesen werden
  • (Eltern)Karenz: Bis vier Wochen nach der Inanspruchnahme
  • Teilzeitbeschäftigung: Bis vier Wochen nach dem Ende der Teilzeitbeschäftigung längstens jedoch bis vier Wochen nach dem Ablauf des vierten Lebensjahres des Kindes
  • Bis zum Ablauf von 4 Wochen nach einer Fehlgeburt

Beschäftigungsverbote

Während der Schwangerschaft und nach der Entbindung dürfen Mütter nicht mit schwerer körperlicher Arbeit beschäftigt werden.

Bis zum Ablauf von 12 Wochen nach der Entbindung dürfen Mütter u.a. mit folgenden Arbeiten nicht beschäftigt werden:

  • Heben und Tragen von schweren Lasten
  • Arbeiten, die überwiegend im Stehen zu verrichten sind oder diesen in ihrer Belastung gleichkommen
  • Arbeiten, bei denen die Gefahr einer Berufserkrankung gegeben ist

Wenn Sie eine Arbeit verrichten, die unter das Arbeitsverbot fällt, muss Ihnen Ihre Arbeitgeberin/Ihr Arbeitgeber einen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Falls dies nicht möglich ist, ist die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber trotzdem verpflichtet, Ihnen Ihren Lohn weiterzuzahlen (allerdings ohne Berücksichtigung von Überstunden).

Nähere Informationen darüber, welche Arbeitsverbote bei Ihrer Arbeit eventuell zu tragen kommen, erhalten Sie beim Arbeitsinspektorat.

TIPP Bei Unklarheiten über Regelungen, die den Mutterschutz betreffen, wenden Sie sich bitte an die jeweilige Arbeiterkammer bzw. wenn Sie Gewerkschaftsmitglied sind, an Ihre Fachgewerkschaft. Auch in den Elternschulen finden Sie Gelegenheit, mit Rechtsberaterinnen/Rechtsberatern Ihrer Arbeiterkammer persönlich zu sprechen.

Mitteilungs- und Nachweispflichten

Bei einer Schwangerschaft haben sowohl die Arbeitnehmerin als auch die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber bestimmte Mitteilungs- und Nachweispflichten:

Die Arbeitnehmerin hat

  • ihre Schwangerschaft als auch den voraussichtlichen Geburtstermin der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber unmittelbar nach dem Bekanntwerden mitzuteilen
  • eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Schwangerschaft und den voraussichtlichen Entbindungszeitpunkt auf Verlangen der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers vorzulegen
  • die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber innerhalb der vierten Woche vor Beginn der Schutzfrist auf diese aufmerksam zu machen
  • die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber auf eine von einer vorzeitigen Beendigung der Schwangerschaft hinzuweisen zu verständigen

Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber hat

  • das Bestehen der Schwangerschaft bei einer Arbeitnehmerin dem zuständigen Arbeitsinspektorat schriftlich unter Anführung folgender Informationen über die werdende Mutter mitzuteilen:
    • Name
    • Alter
    • Tätigkeit
    • Arbeitsplatz
    • Voraussichtlicher Geburtstermin
  • diese Meldung an das Arbeitsinspektorat in Kopie der Arbeitnehmerin zu übergeben
  • die Leiterin/den Leiter der betriebsärztlichen Betreuung (wenn vorhanden) zu informieren
  • eine Arbeits- und Entgeltbestätigung für die Inanspruchnahme des Wochengeldes auszustellen

Arbeitskräfteüberlasserinnen/Arbeitskräfteüberlasser sind darüber hinaus verpflichtet, dem zuständigen Arbeitsinspektorat den Wechsel der Beschäftigerin/des Beschäftigers einer schwangeren Arbeitnehmerin oder die Tatsache des häufigen, kurzfristigen Wechsels anzuzeigen.

Wochengeld

Werdende Mütter dürfen ab der achten Woche vor dem voraussichtlichen Geburtstermin nicht mehr beschäftigt werden. Sie befinden sich im Mutterschutz. Das Wochengeld soll während dieser Zeit eine finanzielle Stütze für die werdende Mutter sein und wird als Ersatz für das entfallende Einkommen gezahlt.

Das Wochengeld wird im folgenden Zeitraum gewährt:

  • Acht Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin
  • Am Tag der Entbindung
  • Acht Wochen nach der Entbindung
    (bei Mehrlings-, Früh- oder Kaiserschnittgeburten: zwölf Wochen nach der Geburt)

HINWEIS

Hat die Amtsärztin/der Amtsarzt vor Beginn der Schutzfrist oder darüber hinaus ein Beschäftigungsverbot verhängt, wird das Wochengeld für die Dauer des Beschäftigungsverbots gezahlt.

Für unselbstständig erwerbstätige Frauen richtet sich die Höhe des Wochengeldes nach dem Nettobezug der letzten drei Monate. Hinzu kommt auch ein Zuschlag für Sonderzahlungen, wie beispielsweise Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Freie Dienstnehmerinnen erhalten ein einkommensabhängiges Wochengeld.

Geringfügig beschäftigte Selbstversicherte (nur bei Selbstversicherung nach § 19a ASVG) erhalten einen Fixbetrag in Höhe von 9,30 Euro pro Tag (Wert für das Jahr 2019).

Bezieherinnen einer Leistung nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz (AlVG) erhalten grundsätzlich das Wochengeld in der Höhe von 180 Prozent der zuletzt bezogenen Leistung.

Bezieherinnen von Kinderbetreuungsgeld bekommen dann Wochengeld für ein weiteres zu erwartendes Kind, wenn sie schon bei der vorherigen Geburt (also für jenes Kind, für das sie gerade Kinderbetreuungsgeld erhalten) Anspruch auf Wochengeld hatten und bei Beginn der Schutzfrist Kinderbetreuungsgeld beziehen.

Tritt man aus dem Bezug von Kinderbetreuungsgeld aus einer Pauschalvariante in die Schutzfrist für ein weiteres Kind ein, wird das Wochengeld in der Höhe von 180 Prozent der rund 436 Euro monatlich (= Auszahlungsvariante 30+6 Monate beim Kinderbetreuungsgeld) berechnet.

Tritt man aus dem Bezug von einkommensabhängigem Kinderbetreuungsgeld in die Schutzfrist für ein weiteres Kind ein, so wird das Wochengeld in der Höhe von 125 Prozent des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes berechnet.

TIPP

Selbstständig erwerbstätige Frauen, die ein Gewerbe ausüben, und Bäuerinnen erhalten als Mutterschaftsleistung Betriebshilfe als Sachleistung. Wird keine Betriebshilfe gewährt, besteht unter Umständen auch ein Anspruch auf Wochengeld in Höhe von 55,04 Euro pro Tag (Wert für das Jahr 2019). Dies gilt insbesondere für selbstständig erwerbstätige Frauen, die kein Gewerbe ausüben (Neue Selbstständige).

Erforderliche Unterlagen

Bei einem Antrag auf Wochengeld vor der Geburt:

  • Arbeits- und Entgeltbestätigung für das Wochengeld oder
  • bei Bezug von Leistungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz (AlVG) – Arbeitslosengeld, Notstandshilfe – bzw. von Kinderbetreuungsgeld vor Beginn der achtwöchigen Schutzfrist: „Mitteilung über den Leistungsanspruch“
  • Arztbestätigung über den voraussichtlichen Geburtstermin oder im Falle einer vorgezogenen Schutzfrist: Freistellungszeugnis

Bei einem Antrag auf Wochengeld nach der Geburt: zusätzlich

  • Geburtsurkunde des Kindes
  • bei Frühgeburt, Mehrlingsgeburt oder Kaiserschnittentbindung: Bescheinigung des Spitals

Zuständige Stelle

Der Krankenversicherungsträger

Mutter-Kind-Pass

Der Mutter-Kind-Pass dient der gesundheitlichen Vorsorge für Schwangere und Kleinkinder. Er beinhaltet die im Mutter-Kind-Pass-Programm vorgesehenen ärztlichen Untersuchungen während der Schwangerschaft und bis zum 5. Lebensjahr des Kindes. Alle vorgeschriebenen Untersuchungen sind wichtig für Mutter und Kind. Die Untersuchungen sind nur bei Inanspruchnahme von Vertragsärztinnen/Vertragsärzten der Krankenversicherungsträger kostenlos.

Nicht krankenversicherte Frauen müssen sich vor Inanspruchnahme einer Untersuchung von der Gebietskrankenkasse, die für den Wohnort zuständig ist, einen Anspruchsbeleg ausstellen lassen. Mit diesem Beleg können dann bei einer Vertragsärztin/einem Vertragsarzt des Krankenversicherungsträgers die jeweiligen vorgesehenen Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen kostenlos durchgeführt werden.

ACHTUNG Für den Bezug von Kinderbetreuungsgeld müssen Sie die fünf Untersuchungen während der Schwangerschaft und die fünf Untersuchungen in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes korrekt durchführen lassen und diese auch nachweisen. Achten Sie bitte dringend darauf, die Untersuchungen in den vorgeschriebenen Zeiträumen durchführen lassen. Die Nichtdurchführung einer Untersuchung (oder mehrerer Untersuchungen), verspätete Untersuchungen sowie das Unterlassen des Nachweises der Untersuchungen bei der Krankenkasse führen zu einer Kürzung des Kinderbetreuungsgeldes.

Schwangerenberatung

Sobald eine Schwangerschaft festgestellt wurde ist eine regelmäßige ärztliche Betreuung durch eine Gynäkologin/einen Gynäkologen wichtig. Nur dann kann bei dem geringsten Anzeichen einer gesundheitlichen Gefährdung rechtzeitig die entsprechende Behandlung erfolgen. Auch die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen nach dem Mutter-Kind-Pass sollten zeitgerecht durchgeführt werden. Die Ärztekammern der Bundesländer bieten eine Arztsuche nach Fachgebiet und weiteren Kriterien an.

TIPP Innerhalb der 18. und 22. Schwangerschaftswoche kann im Rahmen des Mutter-Kind-Passes eine kostenlose einstündige Hebammenberatung in Anspruch genommen werden. Hebammen, die Beratungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes durchführen, finden sich auf den Seiten des Österreichischen Hebammen-Gremiums.

Geburtsvorbereitungskurse

Geburtsvorbereitungskurse werden österreichweit beispielsweise von folgenden Institutionen und Personen angeboten:

  • Geburtenabteilungen von Krankenanstalten
  • Hebammen
  • Volkshochschulen
  • Privaten Vereinigungen wie beispielweise bei der „NANAYA – Zentrum für Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Kindern“ in Wien

Schwangerengymnastik

Schwangerschaftsgymnastik wird in ganz Österreich in Geburtenabteilungen von Krankenanstalten, von Hebammen und in den Eltern-Kind-Zentren des Amtes für Jugend und Familie angeboten.

Zusätzliche Informationen

Weitere Informationen finden Sie auf den deutschsprachigen Seiten von oesterreich.gv.at.

Weiterführende Links

Kliniksuche

Reicht es aus, die Schwangerschaft mündlich bekannt zu geben?

Bei einer Beschäftigung einer werdenden Mutter muss der Arbeitgeber von sich aus die Vorschriften des Mutterschutzgesetzes – MuSchG einhalten und die erforderlichen Maßnahmen treffen.

Gemäß § 15 Abs.1 Mutterschutzgesetz soll die werdende Mutter dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen, sobald ihr ihr Zustand bekannt ist. Die Mitteilung kann auch mündlich erfolgen.

Im Leitfaden zum Mutterschutz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird bzgl. der Bekanntgabe der Schwangerschaft ausgeführt:

„Sie sollten Ihrem Arbeitgeber Ihre Schwangerschaft möglichst früh mitteilen. Im Übrigen müssen Sie grundsätzlich nichts weiter veranlassen. Ihr Arbeitgeber ist zur Einhaltung der Mutterschutzvorgaben und nach Ihrer Mitteilung über Ihre Schwangerschaft bzw. Stillzeit zur Umsetzung der erforderlichen Schutzmaßnahmen gesetzlich verpflichtet. Mutterschutz muss nicht beantragt werden, Ihrer Zustimmung für die Sicherstellung des Mutterschutzes bedarf es nicht.“

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, sofort nach Bekanntwerden der Schwangerschaft die zuständige Aufsichtsbehörde zu informieren sowie den Arbeitsplatz und die Arbeitsbedingungen einer werdenden oder stillenden Mutter so zu gestalten, dass Leben und Gesundheit von Mutter und Kind durch die berufliche Tätigkeit nicht gefährdet werden.

Das bedeutet, dass der Arbeitgeber sofort nach Bekanntgabe der Schwangerschaft die erforderlichen Schutzmaßnahmen, die er aus der Gefährdungsbeurteilung gemäß § 10 Abs. 1 MuSchG ermittelt hat, umsetzen muss. Darüber hinaus ist er verpflichtet, der schwangeren Arbeitnehmerin ein Gespräch über die weitere Anpassung von Arbeitsbedingungen anzubieten (§ 10 Abs. 2 MuSchG).

Falls die Arbeitsplatzbeurteilung ergeben hat, dass die Sicherheit oder Gesundheit der werdenden Mutter oder des ungeborenen Kindes gefährdet ist, muss der Arbeitgeber geeignete Schutzmaßnahmen in folgender Rangfolge veranlassen:

1. Umgestaltung der Arbeitsbedingungen und ggf. der Arbeitszeiten

2. Arbeitsplatzwechsel

3. Freistellung wegen eines Beschäftigungsverbotes unter Fortzahlung des Entgeltes gemäß § 18 MuSchG.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die werdende Mutter über das Ergebnis der o. g. Arbeitsplatzbeurteilung und über zu ergreifende Schutzmaßnahmen zu unterrichten.

Mutterschutz & Co.: Diese Infos sollten alle Schwangeren kennen

Eine Schwangerschaft ist eine ziemliche Belastung für den Körper. Der werdenden Mutter stehen deswegen im Job einige Vergünstigungen zu, die im Mutterschutzgesetz geregelt werden. Das ist wichtig, damit der Job nicht die Gesundheit von Mutter und Kind gefährdet. Die wichtigsten Punkte haben wir hier für euch zusammengefasst. Und natürlich auch eure Pflichten eurem Arbeitgeber gegenüber, genau wie Infos zur Dauer des Mutterschutzes und zur Elternzeit.
Viele Schwangere interessieren sich besonders für den Mutterschutz und seine Dauer. Sie müssen schließlich planen, ab wann sie nicht mehr arbeiten gehen müssen und auch wie es nach der Geburt weitergeht.

Noch auf der Suche nach einem schönen Vornamen?

Dein Browser kann dieses Video nicht abspielen.

Der Mutterschutz und seine Dauer

Die Mutterschutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet acht Wochen nach der Entbindung – bei Früh- und Mehrlingsgeburten zwölf Wochen nach der Entbindung. Während der Schutzfrist nach der Geburt besteht absolutes Beschäftigungsverbot.

Übrigens: Während nach der Geburt ein absolutes Beschäftigungsverbot gilt, kann auf den Mutterschutz vor der Geburt verzichtet werden. Allerdings muss die Frau das ausschließlich selbst entscheiden, der Arbeitgeber darf keinen Einfluss darauf nehmen oder das von seiner Mitarbeiterin verlangen. Die Entscheidung über den Verzicht auf Mutterschutz kann jederzeit widerrufen werden.
Die Dauer des Mutterschutzes nach der Geburt eines behinderten Kindes wurde mit der Neuregelung der Mutterschutzfrist 2018 auf zwölf Wochen verlängert.

Besondere Situation: Mutterschutz nach einer Totgeburt oder dem Tod des Kindes nach der Geburt

Auch nach einer Totgeburt oder dem Tod des Kindes nach der Geburt hat die Mutter ein Recht auf eine Mutterschutzfrist von acht Wochen. Die muss sie aber nicht in Anspruch nehmen, wenn sie das nicht möchte. Allerdings darf sie frühestens zwei Wochen nach der Geburt wieder in den Beruf zurückkehren. Ihre Entscheidung ist jederzeit widerrufbar.

Im Mutterschutz habt ihr Anspruch auf Mutterschaftsgeld (bei Krankenkasse beantragen!) sowie einen Arbeitgeberzuschuss. Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss machen meist ungefähr so viel aus wie euer letztes Nettoeinkommen.

Nach dem Mutterschutz: Anspruch auf Elternzeit

Nach der Mutterschutzfrist habt ihr die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen. Diese ist für jedes Elternteil höchstens drei Jahre lang und endet grundsätzlich mit der Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Ist der Arbeitgeber einverstanden, kann aber ein Anteil von bis zu einem Jahr auch später noch genommen werden – bis zur Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes. Während dieser Zeit habt ihr Anspruch auf Elterngeld.

Weiter Informationen und einen Leitfaden zum Mutterschutz findet ihr auch auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Weitere Infos rund um Schwangerschaft & Job

Es gibt keinen festen Zeitpunkt, bis zu dem man seinen Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert haben muss. Aber es ist gut, das Gespräch so früh wie möglich zu suchen. Die meisten Schwangeren warten bis zum Ende des ersten Trimesters, also dem Zeitpunkt, ab dem die kritische Phase der Schwangerschaft vorbei und das Risiko für eine Fehlgeburt deutlich gesunken ist.

Übrigens: Der Arbeitgeber kann verlangen, dass ihr die Schwangerschaft per Attest nachweist. Er ist verpflichtet, etwaige Kosten für die Bescheinigung zu übernehmen.

Diese Arbeiten sind während der Schwangerschaft tabu

Während der Schwangerschaft dürfen keine Arbeiten verrichtet werden, die die Gesundheit des ungeborenen Kindes gefährden könnten. So darf man zum Beispiel keine Nachtarbeit mehr leisten, nicht mehr mit gefährlichen Stoffen hantieren und nicht am Fließband arbeiten.

Außerdem tabu: Arbeiten, bei denen man Dämpfen, Kälte, Hitze, Nässe, Erschütterungen oder Lärm ausgesetzt ist. Auch dürft ihr keinen Job ausführen, bei dem ihr euch häufig strecken und beugen und regelmäßig mehr als fünf Kilogramm tragen müsst. Mehr als vier Stunden Stehen sind ebenso verboten.

Sonderpausen für Schwangere

Sonderpausen für Schwangere gibt es nicht, aber ihr solltet während der Arbeit auf ausreichende Erholungspausen achten!
Gut zu wissen: Der Arbeitgeber muss euch für Arztbesuche freistellen. Diese Zeit muss übrigens nicht vor- oder nachgearbeitet werden.

Kündigungsschutz in der Schwangerschaft

Eine Kündigung wegen Schwangerschaft ist in Deutschland verboten. Während der gesamten Schwangerschaft und auch bis zu vier Monate danach ist eine Kündigung nicht zulässig.
Allerdings muss eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Dem Arbeitgeber war zur Zeit der Kündigung die Schwangerschaft oder Entbindung bekannt.
  • Der Arbeitgeber wurde innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Kündigung über die Schwangerschaft oder die Entbindung informiert.

Wenn der Arbeitgeber von der Schwangerschaft weiß und euch trotzdem kündigt, könnt ihr innerhalb von drei Wochen Klage beim Arbeitsgericht einreichen. Entweder gebt ihr die Klage dazu mündlich vor Gericht zu Protokoll – oder ihr beauftragt einen Rechtsanwalt.
Achtung: Die Kosten für diesen müsst ihr selbst bezahlen, auch wenn ihr den Prozess gegen den Arbeitgeber gewinnt.

Rechte von Schwangeren in der Ausbildung

Auszubildende, die während ihrer Lehre schwanger werden, haben im Grunde genommen fast die gleichen Rechte wie Angestellte.
Zusatzinfo: Ist abzusehen, dass die Auszubildende durch die Schwangerschaft länger fehlt, sodass sie die Abschlussprüfungen nicht schaffen kann, kann sie bei der Aufsichtsstelle einen Antrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit stellen.
Nach der Lehre hat sie keinen Anspruch auf Übernahme – es sei denn, diese war bereits vor der Schwangerschaft mit dem Ausbilder besprochen.

Recht von Schwangeren, die selbstständig arbeiten

Ohne finanzielle Rücklagen ist es für Selbstständige oft schwierig, lange mit ihrer Arbeit auszusetzen. Deswegen arbeiten viele Selbstständige oft auch während der Mutterschutzfristen. Denn der Mutterschutz gilt nur für Arbeitnehmerinnen – und nicht für Selbstständige.
Bei freiwillig gesetzlich Versicherten ist wichtig, dass sie eine Krankentagegeldversicherung abschließen. Dann erhalten sie in den 14 Wochen der Mutterschutzfristen Mutterschaftsgeld, das der Höhe des Krankengeldes entspricht. Private Versicherungen zahlen oft nur eine Entbindungspauschale.

Auch auf gofeminin.de:

Elternzeit & Elterngeld: Diese Fakten solltet ihr kennen

Das beste Stillkissen finden: Diese 4 Modelle überzeugen

7 Dinge, die ALLE Kinder von Mama haben (Sorry, Papas)

Mutter­schutz

Als Arbeitnehmerin haben Sie Anspruch auf Mutterschutz, ebenso wie Lehrlinge und Heimarbeiterinnen.

Sonderbestimmungen gibt es teilweise für Dienstnehmerinnen, die in Privat­haus­halt­en beschäftigt sind sowie für Bedienstete in bestimmten Zweigen des öffentlichen Dienstes. Für Landarbeiterinnen gelten die Bestimmungen des Land­arbeits­ge­setz­es und der Landarbeitsordnung.

Das Mutterschutzgesetz gilt unabhängig von

  • Ihrer Staatsbürgerschaft
  • der Dauer Ihres Dienstverhältnisses
  • dem Ausmaß Ihrer Beschäftigung, sprich der Arbeitszeit

So lange haben Sie Anspruch auf Mutterschutz

Als werdende Mutter dürfen Sie in den letzten 8 Wochen vor dem Ent­bind­ungs­termin nicht arbeiten. Das ist die sogenannte Schutzfrist. Besteht Gefahr für Sie oder Ihr Kind, können Sie bereits früher frei gestellt werden, wenn Ihr Fach­arzt die Freistellung befürwortet und schriftlich begründet. In manchen Fällen stellt auch die Arbeitsinspektionsärztin oder der Amts­arzt ein Freistellungszeugnis aus. Das Freistellungszeugnis müssen Sie dem Dienst­geber, der Dienstgeberin vorzulegen – und Sie dürfen dann ab sofort nicht mehr beschäftigen werden.

Wenn Sie Ihr Kind vor oder nach dem Geburtstermin bekommen, verkürzt bzw. verlängert das die Schutzfrist vor der Geburt entsprechend.

Während des Mutterschutzes erhalten Sie Woch­en­geld

Der Mutterschutz nach der Entbindung dauert 8 Wochen. Wenn sich die Schutz­­frist vor der Entbindung verkürzt hat, weil der Geburtstermin nicht richt­ig errechnet war, verlängert sich die Schutzfrist nach der Geburt im Ausmaß der Verkürzung auf höchstens 16 Wochen. Bei Frühgeburten, Mehr­lings­ge­burt­en oder Kaiserschnitt beträgt die Schutzfrist nach der Entbindung mindestens 12 Wochen.

Während des Mutterschutzes erhalten Sie von der Krankenkasse Wochengeld. Ihr Arbeitgeber zahlt in diesem Zeitraum keinen Lohn bzw. Gehalt.

Nicht vergessen:

Informieren Sie Ihren Dienstgeber 4 Wochen bevor Sie den Mutterschutz antreten!

Zum Arzt während der Arbeitszeit?

Lange, oft unflexible Arbeitszeiten und kurze Öffnungszeiten in der Arztpraxis. Werdende Mütter haben es oft nicht leicht, ärztliche Untersuchungen mit dem Arbeitsalltag zu koordinieren.

Doch keine Sorge – ärztliche Untersuchungen, v.a. die Mutter-Kind-Pass-Unter­such­ungen können Sie auch während der Arbeitszeit machen lassen, wenn es Ihnen nicht möglich oder zumutbar ist, sie sonst durchzuführen. Ihr Arbeit­geber ist verpflichtet, Ihnen während dieser Zeit Ihren Lohn bzw. Ihr Gehalt ganz normal weiter zu bezahlen.

Mutterschutzgesetz 2020: Das sollten schwangere Frauen wissen

In der Schwangerschaft tragen Frauen nicht nur Verantwortung für die eigene Gesundheit, sondern auch für die des ungeborenen Kindes. Damit beide auch am Arbeitsplatz geschützt sind, gibt es das Mutterschutzgesetz. Hier finden Sie einen Überblick darüber, was dieses regelt.

Das Mutterschutzgesetz regelt das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin während Schwangerschaft und Stillzeit. Das reicht von der Mitteilungspflicht der Schwangeren über Schutzfristen und Mutterschaftsgeld bis zum Urlaubsanspruch.

Mutterschutzgesetz schützt werdende Mütter vor Risiken am Arbeitsplatz

Schwangere sollen vor Gefahren und Überforderungen am Arbeitsplatz geschützt werden. Dabei umfasst der Mutterschutz deutlich mehr Regelungen als jene Schutzfristen vor und nach der Geburt, auf die der Mutterschutz häufig beschränkt wird.

Beispielsweise stellt das Mutterschaftsgesetz sicher, dass Frauen nicht wegen der Schwangerschaft gekündigt wird und dass ihnen in dieser Zeit finanzielle Unterstützung in Form des Mutterschaftsgeldes zukommt.

Pflichten, Fristen, Mutterschaftsgeld: die wichtigsten Fakten zum Mutterschutz

  • Mitteilungspflicht für Mutterschutz gegenüber dem Arbeitgeber
  • Arbeitgeberpflichten im Mutterschutzgesetz
  • Beschäftigungsverbot im Mutterschutzgesetz
  • Mutterschutz – wie lange? Das sind die Fristen im Mutterschutzgesetz
  • Mutterschutzrechner
  • Mutterschaftsgeld
  • Mutterschutzlohn
  • Kündigungsschutz innerhalb des Mutterschutzes
  • Urlaubsanspruch im Mutterschutzgesetz

Für wen gilt das Mutterschutzgesetz?

Der Mutterschutz ist für alle Arbeitnehmerinnen gültig, die schwanger sind. Es spielt keine Rolle, ob sie in Betrieben, in der Verwaltung, in Familienhaushalten oder in der Landwirtschaft tätig sind. Zudem gilt das Mutterschutzgesetz auch unabhängig von der Art des Arbeitsverhältnisses. Vollzeitkräfte und hauptberuflich Tätige erhalten gleichermaßen Mutterschutz wie Teilzeitarbeiterinnen, Aushilfen, nebenberufliche Arbeitnehmerinnen und Auszubildende.

Seit der letzten Änderung von 2018 gilt der Mutterschutz zudem auch für Schülerinnen, Studentinnen und Praktikantinnen. Auch für andere Frauen wurde der Mutterschutz 2018 vereinheitlicht – für Beamtinnen, Soldatinnen und Richterinnen etwa.

Schwangere können auch sonntags arbeiten

Unabhängig von der Branche können alle schwangeren Frauen durch die Änderung des Mutterschutzgesetzes von 2018 entscheiden, ob sie sonn- und feiertags arbeiten wollen. Auch zwischen 20 und 22 Uhr ist es dann möglich für sie, zu arbeiten. Das alles geht allerdings nur, wenn sowohl Schwangere als auch Arbeitgeber zustimmen, der Arzt es erlaubt und außerdem die zuständige Aufischtsbehörde zustimmt. An Sonn- und Feiertagen dürfen Schwangere nicht allein arbeiten.

Mutterschutzfristen und Beschäftigungsverbote

Damit der Mutterschutz in Kraft tritt, ist es notwendig, dass Schwangere ihren Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren. Daraufhin muss dieser die Aufsichtsbehörde in Kenntnis setzen und eine Beurteilung des Arbeitsplatzes der Schwangeren vornehmen, hinsichtlich einer möglichen Gefährdung für die Mutter und das ungeborene Kind.

Lassen sich bestimmte Risiken durch eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes oder durch einen Arbeitsplatzwechsel nicht ausschließen, ist unter Umständen ein Beschäftigungsverbot die einzige Lösung. Das generelle Beschäftigungsverbot bezieht sich auf die Tätigkeiten und die Gestaltung des Arbeitsplatzes und deren Auswirkungen auf die Schwangerschaft.

Ein individuelles Beschäftigungsverbot im Mutterschutz ist dann unumgänglich, wenn „Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind“ durch die Arbeit gefährdet sind. Das bezieht sich auf individuelle gesundheitliche Gründe, die in einem ärztlichen Attest bestätigt werden müssen.

Doch neben einem solchen individuellen Beschäftigungsverbot dürfen werdende Mütter darüber hinaus auch – ganz unabhängig von der Art der Beschäftigung – in den letzten sechs Wochen vor dem mutmaßlichen Entbindungstermin und acht Wochen (beziehungsweise bei Früh- und Mehrlingsgeburten zwölf Wochen) danach nicht beschäftigt werden. Mütter von Kindern mit Behinderung können die Schutzfrist von acht auf zwölf Wochen ausdehnen. Diese Ausfallzeiten gelten rechtlich als reguläre Arbeitszeit, weshalb beispielsweise auch Urlaubsansprüche in dieser Phase entstehen.

Allerdings gibt es Unterschiede zwischen der Zeit vor und der Zeit nach der Geburt: Während der letzten sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin ist das Beschäftigungsverbot nur relativ. Das bedeutet, dass Schwangere auf eigenen Wunsch weiter arbeiten dürfen – wenn der Arzt nicht Ruhe verordnet hat. Die Bereitschaft zur Arbeit dürfen Schwangere aber jederzeit widerrufen, mehr als acht Stunden pro Tag sind zudem nicht erlaubt. Nach der Geburt ist das Beschäftigungsverbot dagegen absolut: Arbeitgeber dürfen Mütter in dieser Zeit nicht beschäftigen – selbst wenn diese das wünschen.

Mutterschaftsgeld und Mutterschutzlohn: finanzielle Sicherung

Um berufstätige Schwangere außerdem während der allgemeinen Schutzfristen im Mutterschutz vor finanziellen Nachteilen zu schützen, erhalten sie Mutterschaftsgeld. Wer Anspruch auf Mutterschaftsgeld hat, wo es zu beantragen ist und wie hoch der Betrag ist, lässt sich hier nachlesen.

Bei individuellen Beschäftigungsverboten im Rahmen des Mutterschutzes, aber außerhalb der üblichen Mutterschutzfristen, kann die Arbeitnehmerin den sogenannten Mutterschutzlohn beziehen. Dieser Mutterschutzlohn beträgt mindestens den Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen beziehungsweise der letzten drei Monate vor Schwangerschaftsbeginn.

Sie finden uns auch auf Facebook – jetzt Fan von „t-online.de Familie“ werden und mitdiskutieren!

Mutterschutz als Selbstständige?

Selbstständig erwerbstätige Frauen haben keinen Anspruch auf die gesetzlichen Schutzbestimmungen des Mutterschutzgesetzes. Haben sie eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen, zahlt ihnen der Versicherer etwas für ihren Verdienstausfall während der Schutzfristen. Grundlage dafür ist das im Vertrag festgelegte Krankentagegeld.

Mutterschutzgesetz garantiert Kündigungsschutz

Im Mutterschutzgesetz ist ein besonderer Kündigungsschutz für schwangere Arbeitnehmerinnen verankert. Dieser beträgt vier Monate und gilt auch für Frauen, die nach der zwölften Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt hatten. Ausnahmen für den Kündigungsschutz könnten jedoch ein befristeter Arbeitsvertrag oder eine Kündigung mit behördlicher Zustimmung darstellen.

IAO-Abkommen Nr. 183 enthält wichtige Standards für den Mutterschutz

Am 6. Februar 1952 trat in Deutschland das Mutterschaftsgesetz in Kraft. Ein vergleichbares Gesetz gibt es allerdings nicht nur hierzulande: Das Abkommen Nr. 183 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) gibt nämlich sämtlichen Vertragsstaaten Mindeststandards im Mutterschutz vor.

Hier ist unter anderem festgehalten, dass unselbstständig beschäftigte Frauen eine gewisse Zeit von der Arbeit freigestellt werden.

  • Vor und nach der Geburt: Mutterschaftsgeld beantragen – Wie viel Sie rausholen können
  • Mutterschutzgesetz: Kündigungsschutz während der Schwangerschaft

Das Abkommen enthält außerdem Normen zum Gesundheitsschutz, zu finanziellen und medizinischen Leistungen, zum Beschäftigungsschutz sowie zur Nichtdiskriminierung und zum Schutz stillender Mütter.

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.