Schwangerschaft und ausfluss

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Fruchtwasser oder Ausfluss – wie erkenne ich den Unterschied?

Die Sorge, ob es starker Ausfluss ist oder doch schon Fruchtwasser, hat jede Schwangere mindestens einmal in den neun Monaten. Wie erkennt man eigentlich den Unterschied?

Auch wenn man immer hört, dass der Fruchtblasensprung meistens nicht unbemerkt bleibt und das Fruchtwasser dabei in aller Regel schwallartig kommt, ist man als Schwangerenatürlich beunruhigt, wenn’s im Höschen immer wieder nass wird. Ist es nur Ausfluss oder doch schon Fruchtwasser? Das ist dann immer die bange Frage. Denn während der Ausfluss überwiegend harmlos ist, sollte man bei abgehendem Fruchtwasser schnell reagieren.

Fruchtwasser oder Ausfluss – was ist der Unterschied?

Grundsätzlich ist es völlig normal, dass eine Frau während der Schwangerschaft vermehrt Ausfluss hat, weil die Scheide stärker durchblutet wird. Ist der Ausfluss durchsichtig bis etwas trübe, so ist das völlig harmlos.

Fruchtwasser ist nicht Ausfluss: drei Arten von Ausfluss

Bräunlicher Ausfluss
In den ersten Wochen der Schwangerschaft bekommt fast jede fünfte Frau bräunlichen Ausfluss. Häufig treten dabei auch ziehende Schmerzen auf, ähnlich wie Menstruationsbeschwerden. Meistens ist die Blutung jedoch so schwach, dass sie kaum bemerkt wird. Die Ursache ist in den überwiegenden Fällen harmlos. Bei starken Blutungen und sehr starken Schmerzen oder wenn der Ausfluss länger anhält, solltest du aber unbedingt zum Arzt gehen, um die Ursache zu klären, zur eventuellen Behandlung und um mögliche Komplikationen abzuwenden.

Gelblicher Ausfluss
Zwischen Pubertät und Wechseljahren sondert die Scheide ein Sekret ab – als Abwehr- und Selbstreinigungsmechanismus. Dieser Scheidenausfluss besteht aus Schleim aus der Gebärmutter sowie aus Schleimhautzellen der Vagina. Farblich ist dieser Ausfluss zumeist hellgelb, die Konsistenz kann von wässrig bis dickflüssig gehen. Auch Menge und Geruch können von Frau zu Frau und während der Menstruation unterschiedlich sein.

Weißer Ausfluss
Eine Schwangerschaft bewirkt, dass von Woche zu Woche der gesamte Körper stärker durchblutet wird, dadurch die Temperatur rund um die Gebärmutter steigt und der Unterleib mehr gelockert wird. In der Folge wird ein weißlicher Ausfluss, den die Vagina absondert, schneller nach außen abgesondert. Dieses Sekret ist ein Begleitprodukt der permanenten hormonellen wie physischen Veränderungen im Körper, von der Befruchtung bis zur Geburt, und kann daher durchgängig auftreten. Der farblose und geruchlose Ausfluss besteht hauptsächlich aus Wasser und Schleimhautzellen von Gebärmutter und Vagina; durch sein Entstehen werden beide Bereiche gereinigt. Starker Ausfluss ist ganz normal und muss keine Frau beunruhigen.

Ausfluss als Warnsignal

Eine Veränderung des Ausflusses kann jedoch ein Hinweis auf eine eventuelle Erkrankung sein und du solltest sicherheitshalber mit deinem Gynäkologen sprechen, wenn der Ausfluss …

Was sind Ursachen für stärkeren Ausfluss?

Es gibt eine Reihe von möglichen Ursachen, die vermehrten Scheidenausfluss hervorrufen können:

  • Stress oder seelische Belastungen
  • Hormonumstellungen, etwa durch Antibabypille oder Schwangerschaft
  • Reizungen durch die Spirale oder einen vergessenen Tampon
  • Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Viren
  • Feigwarzen oder Entzündungen der äußeren Geschlechtsorgane
  • Eileiter- oder Eierstock-Entzündungen
  • Tumoren, gut- oder bösartig, in Eierstock, Scheide oder Gebärmutter
  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr

Es kommt bei vielen Frauen vor, dass sich der Ausfluss nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr verändert. Eine Erklärung dafür ist, dass dann für eine kurze Zeit der saure pH-Wert der Scheide durch das alkalische Sperma angehoben wird. Für eine gesunde Vagina stellt das jedoch kein Problem dar. Zusätzliche Hygieneaktionen solltest du auf keinen Fall einleiten. Seifen und Duschgels können die Flora von Vagina und Scheide angreifen und sie für Krankheiten anfälliger machen. Um nachzuschauen ob deine Flora gesund ist kannst du dir auch einen vaginalen Selbsttest (ca. 10 Euro, auf Aponeo)* holen, mit diesem kannst du Scheideninfektionen selbst diagnostizieren.

Es ist völlig ausreichend, den Intimbereich mit klarem, lauwarmen Wasser zu reinigen. Jedoch gibt es auch spezielle Mittel wie die Intimpflege-Tücher von Nivea (ca. 13 Euro, bei Amazon)* oder die Intim-Waschlotion von LacVital (ca. 13 Euro, bei Amazon)*, die extra für die Intimreinigung hergestellt wurden.

Auch die werdenden Väter sollten auf ihre Hygiene achten, nicht durch übertriebene, aber durch gründliche Reinlichkeit – und eventuelle Entzündungen oder Krankheiten von einem Arzt untersuchen lassen.

Schwangerschaftsanzeichen: 17 typische Symptome

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Ausfluss oder Fruchtwasser?

In den letzten Wochen der Schwangerschaft verstärkt sich der Ausfluss und wird zumeist dickflüssiger – ein Hinweis darauf, dass die Geburt bald bevorsteht. Viele Frauen sind dann extrem verunsichert, ob sie nicht bereits Fruchtwasser verlieren.

So erkennst du, ob es Fruchtwasser ist

Fruchtwasser unterscheidet sich vom normalen Scheidenausfluss deutlich in mehreren Punkten:

  • es kommt häufig schwallartig, nach einem vorzeitigen Blasensprung
  • es ist dünn wie Wasser, nicht dickflüssig
  • es ist durchsichtig, manchmal leicht rosa
  • es riecht nicht
  • man kann es mit der Beckenmuskulatur nicht aufhalten
  • es hat einen extrem hohen pH-Wert von über 7

Den pH-Wert kann man leicht mit dem so genannten Lackmustest bestimmen. Dazu gibt es Lackmuspapier aus der Apotheke oder Lackmus-Teststreifen im Internet*. Der normale pH-Wert im Scheidenmilieu liegt in etwa bei 4.

So funktioniert der Lackmustest

Der pH-Wert, also der Säure- bzw. Basengehalt einer Lösung, kann mit Hilfe des Farbstoffs Lackmus ermittelt werden. Lackmus besitzt die Eigenschaft, seine Farbe zu verändern, abhängig davon, ob er mit sauren oder basischen Stoffen zusammengebracht wird. Bei pH-Werten unter 4,5 erscheint Lackmus rot, bei Werten größer als 8,3 blau und dazwischen violett.

Normaler Scheidenausfluss oder doch schon Fruchtwasser? Grundsätzlich gilt natürlich auch hier: Wenn du nicht ganz sicher bist, ob du Fruchtwasser oder Ausfluss verlierst, solltest du dich umgehend mit deiner Hebamme oder deinem Arzt besprechen. Sie können am besten beurteilen, wie kurz die Geburt bevorsteht. Wenn es tatsächlich Fruchtwasser nach einem Blasensprung ist, müssen sie ohnehin sogleich die nächsten Schritte, sprich die Geburt einleiten, da sonst die Gefahr einer Infektion besteht.

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Wie lässt sich ein Blasensprung von einem Abgang von Urin unterscheiden?

Viele Frauen sind beunruhigt, wenn sie in der Schwangerschaft vermehrt nasse Flecken in ihrem Slip bemerken. Ist es Ausfluss, Urin oder Fruchtwasser? Die Unterscheidung ist nicht immer ganz einfach.

Verstärkter Ausfluss in der Schwangerschaft ist unbedenklich

In der Schwangerschaft werden die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron vermehrt gebildet. Diese hormonellen Veränderungen können in der Schwangerschaft zu verstärktem Scheidenausfluss führen. Dies ist normal und kein Grund zur Beunruhigung, sofern der Ausfluss sich in der Konsistenz und der Farbe nicht verändert und geruchlos ist. Stellt die Schwangere allerdings eine starke Veränderung fest, oder leidet unter Schmerzen oder Juckreiz, sollte sie den Gynäkologen aufsuchen.

Abgang von kleinen Mengen Urin ist normal

Es gibt kaum eine Schwangere, die von einer leichten Blasenschwäche verschont bleibt. Wenn das Kind wächst, nimmt der Druck auf die Blase zu. In der Folge kommt es nicht nur zu vermehrten Toilettengängen, sondern auch zu einer leichten Inkontinenz. Bei Belastung des Beckenbodens, zum Beispiel beim Niesen, Husten oder Lachen, geht dann tröpfchenweise Urin ab. Mit einer Binde oder Slipeinlage lässt sich die Menge meist auffangen. Beckenbodengymnastik nach der Geburt behebt das Problem wieder.

Was viele werdende Mütter beunruhigt, ist die Tatsache, dass sich Urin und Fruchtwasser auf den ersten Blick nicht unterscheiden lassen. Fruchtwasser hat im Vergleich zu Urin einen leicht süßlichen Geruch. Manchmal – aber nicht immer – ist Fruchtwasser leicht rosa gefärbt oder kann weiße Flöckchen enthalten. Urin hingegen ist leicht gelblich. Auf einer Damenbinde lässt sich die Flüssigkeit meist unterscheiden. Während Harn bei Beckenbodenbelastung tröpfchenweise abgeht, lässt er sich, wenn der Beckenboden nicht belastet wird, normalerweise einhalten. Fruchtwasser hingegen tröpfelt ohne Auslöser und geht unkontrolliert ab.

Fruchtwasserverlust bei Riss in der Fruchtblase

Nicht immer geht bei einem Blasensprung das Fruchtwasser schwallartig ab. Es ist durchaus möglich, dass die Schwangere tröpfchenweise Fruchtwasser verliert. Dann liegt ein sogenannter „hoher Blasensprung“ vor. Ursache für den Verlust von Fruchtwasser ist dabei ein kleiner Riss in der Fruchtblase. Wenn die Geburt noch nicht bevorsteht, wird das fehlende Fruchtwasser wieder nachgebildet. Häufig schließt sich ein kleiner Riss von selbst wieder und der Blasensprung bleibt unbemerkt. Solange das Baby in einer intakten Fruchtblase liegt, hat ein hoher Blasensprung keine Auswirkungen auf den Verlauf der Schwangerschaft. Es besteht jedoch die Gefahr, dass in die beschädigte Fruchtblase Keime eindringen, die Infektionen auslösen können. Diese müssen mit Antibiotika behandelt werden.

Den pH-Wert im Schnelltest selbst bestimmen

Ob es sich bei einem wässrigen Ausfluss um Urin oder Fruchtwasser handelt, lässt sich durch die Bestimmung des pH-Werts feststellen. Der normale pH-Wert in der Scheide liegt zwischen 4,0 und 4,5. Urin hat einen pH-Wert von 5,0 bis 6,0. Der pH-Wert von Fruchtwasser liegt bei 7,0 bis 7,5. Um den pH-Wert zu bestimmen, wird häufig Lackmus-Papier empfohlen, das nach dem Toilettengang in den Slip gelegt wird. Je nach Verfärbung lässt sich dann der pH-Wert bestimmen.

Zuverlässiger ist jedoch ein Selbsttest mit einem speziellen Testhandschuh, wie er auch von Hebammen verwendet wird. Mit dem Finger des Handschuhs, auf dem sich ein Teststreifen befindet, wird der pH-Wert direkt in der Scheide gemessen. Dazu wird der Handschuh wenige Zentimeter in die Vagina eingeführt. Am Handschuh bleibt Vaginalsekret haften. Anhand der Verfärbung lässt sich der pH-Wert bestimmen. Allerdings kann ein erhöhter pH-Wert nicht nur auf Fruchtwasser, sondern auch auf eine bakterielle Vaginose, eine Infektion in der Scheide, hinweisen. Liegt der pH-Wert also nicht mehr im Normbereich von 4,0 bis 4,5, sollte die Schwangere ihren Gynäkologen aufsuchen, um weitere Tests durchführen zu lassen.

Fruchtwasser oder Ausfluss? So erkennst du es!

Ob du es mit Fruchtwasser oder Ausfluss zu tun hast, kannst du schnell und einfach selber herausfinden. Wie du den Unterschied zwischen beiden Flüssigkeiten erkennen kannst, erklären wir dir hier.

So kannst du Fruchtwasser von Ausfluss unterscheiden

Vor allem in den letzten Wochen vor der Geburt ihres Kindes sind viele werdende Mütter verunsichert, ob sie einfach nur starken Ausfluss haben oder bereits Fruchtwasser verlieren. Fruchtwasser oder Ausfluss – wo liegt der Unterschied?

# Ausfluss

Ausfluss in der Schwangerschaft ist genauso normal wie der Vaginalausfluss, den viele Frauen auch außerhalb der Schwangerschaft haben. Dieses Scheidensekret wird von der Scheidenschleimhaut abgesondert und schützt unter anderem vor vaginalen Infektionen. Wenn sich während der Schwangerschaft unter dem Einfluss des Schwangerschaftshormons Östrogen die Durchblutung im Vaginalbereich erhöht, produzieren die Drüsen dasselbe Sekret in deutlich größerem Ausmaß. Bereits zu Beginn einer Schwangerschaft ist ein verstärkter Ausfluss, der sich bis zur Geburt weiter steigert, daher nichts Ungewöhnliches und muss dich nicht beunruhigen.

Eigenschaften von Ausfluss in der Schwangerschaft:

  • Milchig-weiß
  • Milder, unauffälliger Geruch
  • Sehr starker und dickflüssiger Ausfluss gegen Ende der Schwangerschaft

Die 12 häufigsten Schwangerschaftsmythen

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# Fruchtwasser

Lackmuspapier kann einen Hinweis geben, ob es sich um Fruchtwasser oder Ausfluss handelt.

Im Gegensatz zu normalem Ausfluss ist Fruchtwasser tatsächlich so dünn wie Wasser und tritt bei einem vorzeitigen Blasensprung meist eher schwallartig aus. Da es einen sehr hohen pH-Wert von über 7 aufweist, kannst du die Scheidenflüssigkeit mit Lackmuspapier aus der Apotheke oder vergleichbaren Teststreifen untersuchen. Halte das Papier dazu einfach in die Flüssigkeit, sobald du einen vermehrten Ausfluss hast, der dir verdächtig vorkommt – zum Beispiel in den Slip drücken, wo etwas aufgesaugt wurde. Anhand der Färbung des Teststreifens kannst du schnell erkennen, ob es sich um einen Blasensprung oder Ausfluss handelt: Bei Kontakt mit Fruchtwasser (leicht basischer ph-Wert) färbt sich Lackmus in der Regel blau, in Verbindung mit Ausfluss (leicht sauer) rot.

Eigenschaften von Fruchtwasser:

  • Wässrig
  • Schwallartiger Austritt
  • ph-Wert von über 7

Video: Das kann dich nach einer Schwangerschaft erwarten

Nach der Geburt ist dein Körper nicht gleich wieder wie vorher. Gib ihm etwas Zeit. Damit du schon eine Vorstellung davon hast, was dich erwartet, erfährst du im Video, welche Dinge passieren können und dass sie gar nicht so schlimm sind.

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HINWEIS: Auch wenn dir der Test mit Lackmuspapier einen Hinweis geben kann, ist er eher ungenau. Denn es gibt viele Faktoren, die zum Beispiel den ph-Wert von Urin schnell beeinflussen können. Falls du also nicht sicher bist, ob du Fruchtwasser oder Ausfluss verlierst, setze dich umgehend mit deiner Hebamme oder deinem Arzt in Verbindung! Sie können den Fortschritt der nahenden Geburt genauer beurteilen und im Falle eines Blasensprungs notwendige Schritte einleiten.

Ausfluss aus der Scheide (Scheidenausfluss): Was ist normal?

Letzte Änderung: 02.07.2019
Zuletzt bearbeitet von Dr. rer. nat. Geraldine Nagel • Medizinredakteurin
Geprüft von Annette Mittmann • Gynäkologin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Jede Frau hat ihn: Ausfluss aus der Scheide (Scheidenausfluss). Er gehört zu den normalen weiblichen Körperfunktionen. Unter bestimmten Umständen kann sich der Ausfluss jedoch verändern und Anzeichen für Erkrankungen sein.

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Inhaltsverzeichnis

  • Infos zum Symptom
  • Ursachen
  • Diagnose
  • Therapie
  • Quellen

Was ist Ausfluss?
Als Ausfluss bezeichnet man bei Frauen das Sekret, das die Scheide fortwährend (und meist in geringer Menge) absondert. Im Regelfall ist der Ausfluss weiß und geruchslos (sog. Weißfluss). Der normale Ausfluss aus der Scheide besteht aus einer Flüssigkeit des Gebärmutterhalses sowie Zellen der Scheidenschleimhaut und enthält viele Milchsäurebakterien.

Der Fachbegriff für Ausfluss aus der Scheide lautet „Fluor genitalis“ oder „Fluor vaginalis“.

Wie viel Ausfluss ist normal?

Wie viel Ausfluss aus der Scheide austritt, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Die Menge an Scheidenausfluss schwankt außerdem im Rahmen des weiblichen Zyklus: Unter dem Einfluss des Geschlechtshormons Östrogen nimmt der Ausfluss aus der Scheide kurz vor dem Eisprung zu und wird spinnbar. Das bedeutet, dass der Ausfluss zwischen zwei Fingern auseinandergezogen werden kann. Vor dem Einsetzen der Menstruation nimmt ebenfalls die Menge zu. Zur Zyklusmitte hin ist zudem ein eher dünnflüssiger und durchsichtiger Scheidenausfluss typisch, während der Ausfluss kurz vor und nach der Periode zähflüssiger ist und damit schlechter passierbar für Spermien.

Ist der Scheidenausfluss in seiner Beschaffenheit verändert, kann das auch ein Anzeichen für eine Störung sein: Beispiele hierfür sind ein

  • wässriger Ausfluss,
  • schleimiger Ausfluss,
  • schaumiger Ausfluss oder
  • krümeliger Ausfluss,
  • ein eitriger oder blutiger Ausfluss
  • sowie ein brauner oder grünlicher Ausfluss aus der Scheide.

Oft begleiten weitere Symptome einen veränderten Ausfluss: So können zum Beispiel Beschwerden wie Juckreiz, Schwellungen, Rötungen, Schmerzen beim Wasserlassen oder ein unangenehmer Geruch auftreten.

Bei einem derart veränderten Ausfluss aus der Scheide ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursachen für die Veränderung abzuklären. Das gilt insbesondere bei ungewöhnlichem Ausfluss in der Schwangerschaft: Denn bei Schwangeren ruft häufig eine Scheidenentzündung den Ausfluss hervor, welche möglichst behandelt werden sollte. Ohne Behandlung steigt das Risiko für eine vorzeitige Wehentätigkeit und dadurch für eine Fehlgeburt.

Mehr zum Thema: Ausfluss in der Schwangerschaft

Ausfluss aus der Scheide

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Über Ausfluss aus der Scheide (Fluor genitalis) spricht wohl keine Frau gerne. Tatsache ist aber: Jede Frau hat ihn.

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Unter Scheidenausfluss versteht man das Sekret, dass die Scheide (Vagina) natürlicherweise täglich absondert. Im Normalfall ist der Ausfluss weißlich und geruchslos (sog. Weißfluss). Er sollte nur in geringen Mengen auftreten.

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Der normale Ausfluss aus der Scheide besteht aus einer Flüssigkeit des Gebärmutterhalses und Zellen der Scheidenschleimhaut.

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Der Scheidenausfluss einer gesunden Frau enthält viele Milchsäurebakterien, die ein saures Milieu erzeugen. Auf diese Weise helfen sie dabei, dass sich in die Scheide eingedrungene Krankheitserreger nur schwer vermehren können.

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Wie viel Scheidenausfluss sich genau bildet, ist von Frau zu Frau unterschiedlich.

© LifeART/Super Anatomie 3

Die Menge des Ausflusses schwankt außerdem im Rahmen des weiblichen Zyklus: Unter dem Einfluss des Geschlechtshormons Östrogen nimmt der Ausfluss aus der Scheide kurz vor dem Eisprung und vor dem Einsetzen der Periode zu.

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Zur Zyklusmitte hin ist ein eher dünnflüssiger und durchsichtiger Ausfluss typisch (ähnlich wie Eiklar), kurz vor und nach der Menstruation ist er hingegen zähflüssiger.

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Aber auch Stress oder sexuelle Erregung kann Menge und Beschaffenheit des Scheidenausflusses verändern.

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Sieht der Ausfluss nicht wie gewohnt aus, ist das unter Umständen ein Hinweis auf eine Erkrankung. Beispiele hierfür sind ein wässriger, schleimiger, schaumiger oder krümeliger Ausfluss, ein eitriger oder blutiger Ausfluss sowie ein bräunlicher oder grünlicher Ausfluss.

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Meist ist ein veränderter Ausfluss aus der Scheide auch von weiteren Beschwerden begleitet – zum Beispiel von Juckreiz, Schwellungen, Rötungen, Schmerzen beim Wasserlassen oder einem unangenehmen Geruch.

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Bei einem derart veränderten Scheidenausfluss ist es auf jeden Fall ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursachen für die Veränderung abzuklären.

© Jupiterimages/Brand X Pictures

Dies gilt besonders bei ungewöhnlichem Ausfluss in der Schwangerschaft: Wenn für den Ausfluss (wie es oft der Fall ist) eine Scheideninfektion verantwortlich ist, besteht bei schwangeren Frauen ohne Behandlung in schweren Fällen das Risiko für eine Fehlgeburt.

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Verändert sich der Scheidenausfluss, liegt das häufig in einem veränderten Scheidenmilieu: Verändert sich der Säuregehalt (pH-Wert) der Scheide, können Krankheitserreger sich leichter ausbreiten und bakterielle Infektionen, Pilzinfektionen oder Geschlechtskrankheiten entstehen. Als Folge verändert sich der Ausfluss.

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Ist der Ausfluss zum Beispiel wässrig, schleimig, eitrig, schaumig, krümelig oder blutig und möglicherweise auch übel riechend, liegt meist eine bakterielle Scheideninfektion vor.

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Ein grau-weißer, dünnflüssiger Ausfluss, der eventuell noch unangenehm fischig riecht, deutet auf eine bakterielle Vaginose hin. Darunter versteht man ein bakterielles Ungleichgewicht der Scheidenflora, also eine übermäßige Besiedelung mit Bakterien, die dort sonst nicht vorkommen.

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Bei einem Scheidenpilz – meist verursacht durch den Hefepilz Candida albicans – ist der Ausfluss dagegen typischerweise stark und weißlich-krümelig.

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Die Gründe, warum sich das Scheidenmilieu verändert, können vielfältig sein. Zu den möglichen Ursachen gehören zum Beispiel …

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… hormonelle Veränderungen während der Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre oder durch die Antibabypille, …

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… eine übermäßige oder falsche Intimhygiene, …

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… Allergien wie die Latexallergie, …

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… mechanische Reizungen durch einen Fremdkörper (z.B. vergessener Tampon, Spirale), …

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… eine Therapie mit Antibiotika, …

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… eine schwache Immunabwehr, …

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… oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus.

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Daneben kann ein veränderter Ausfluss nicht nur durch eine Infektion der Scheide, sondern auch durch eine Infektion der äußeren Geschlechtsorgane, des Gebärmutterhalses, der Gebärmutterschleimhaut, der Eierstöcke oder der Eileiter entstehen.

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Wie ein krankhafter Ausfluss aus der Scheide behandelt wird, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Je nach Diagnose kann zum Beispiel eine Behandlung mit Milchsäurebakterien oder östrogenhaltigen Hormonpräparaten sinnvoll sein.

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Bei einer Infektion mit Bakterien kommen in der Regel Antibiotika zum Einsatz, bei einer Pilzinfektion helfen Antimykotika.

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Die Behandlung erfolgt meist in Form von Scheidenzäpfchen oder Salben, die in die Scheide eingebracht werden.

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Die Medikamente stehen meist auch als Tabletten oder Injektionen zur Verfügung.

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Bei einem infektiös bedingten Scheidenausfluss ist es meist ratsam, auch den Partner zu behandeln, um eine erneute Infektion zu verhindern. Außerdem ist es empfehlenswert, während der Behandlung auf Geschlechtsverkehr zu verzichten.

Ausfluss aus der Scheide (Scheidenausfluss): Mögliche Ursachen

Warum haben Frauen Ausfluss?

Die Milchsäurebakterien (auch Laktobazillen oder Döderlein-Bakterien genannt) in der Scheide und im Ausfluss geben Milchsäure ab. Dadurch entsteht in der Scheide ein saures Milieu. Dieses saure Milieu sorgt dafür, dass sich in die Scheide eingedrungene Krankheitserreger schlecht vermehren können und schützt bis zu einem gewissen Maß vor einer Fehlbesiedelung. Eine gesunde Scheidenflora, die sich Gleichgewicht befindet, kann durch ihr saures Milieu Infektionen weitestgehend abwehren.

Für veränderten Ausfluss aus der Scheide (Scheidenausfluss) kommen verschiedene Ursachen infrage.

Wichtig zu wissen: Eine gewisse Menge an Scheidenausfluss ist völlig normal und stellt keinen Anlass zur Sorge dar. Im Rahmen des weiblichen Zyklus schwankt die Ausfluss-Menge aus hormonellen Gründen. Daneben können Ursachen wie Stress oder sexuelle Erregung dazu führen, dass vorübergehend mehr Ausfluss aus der Scheide auftritt.

Wenn sich der Ausfluss aus der Scheide verändert, können die Ursachen hierfür jedoch auch krankhaft sein. Oft ist ein veränderter Scheidenausfluss zum Beispiel Anzeichen für:

  • eine bakterielle Scheidenentzündung (Kolpitis): Der Ausfluss aus der Scheide ist hierbei häufig
    • wässrig,
    • schleimig,
    • gelblich-eitrig,
    • schaumig,
    • krümelig oder
    • blutig
    • und oft übelriechend.
  • eine bakterielle Vaginose: Hierbei ist der Ausfluss aus der Scheide häufig
    • grauweiß,
    • dünnflüssig und
    • riecht meist unangenehm fischig.
  • einen Scheidenpilz: Der Ausfluss ist hierbei typischerweise
    • stark weißlich-krümelig,
    • cremig, geruchlos.
  • einen sog. Tripper (Gonorrhö): Als Anzeichen für die Geschlechtskrankheit kann wässriger, gelbgrünlicher Ausfluss aus der Scheide auftreten.
  • eine Chlamydienzervizitis: Bei einer Gebärmutterhalsentzündung durch Chlamydien ist der Ausfluss gelbgrünlich.

Neben Bakterien und Pilzen können auch Viren (z.B. Herpesviren) oder andere Mikroorganismen (wie Trichomonas vaginalis bei einer Trichomoniasis) eine Scheideninfektion mit Scheidenausfluss verursachen. Im Falle einer Trichomoniasis ist der Ausfluss grüngelblich, schaumig und oft übelriechend.

Darüber hinaus kann Ausfluss weitere Ursachen haben, wie zum Beispiel:

  • eine Entzündung der äußeren Geschlechtsorgane (Vulvitis)
  • eine Entzündung des Gebärmutterhalses (Zervizitis)
  • eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis)
  • Feigwarzen
  • eine Eierstock- oder Eileiterentzündung (Adnexitis)
  • eine mechanische Reizung, zum Beispiel durch Fremdkörper (wie Tampons oder ein Pessar)
  • eine chemische Reizung, etwa durch Scheidenspülungen bzw. eine falsche Intimhygiene

In vielen Fällen steckt ein verändertes Scheidenmilieu hinter einem veränderten Ausfluss aus der Scheide. Denn ist das Scheidenmilieu nicht mehr im Gleichgewicht, kann das die Entstehung von Infektionen begünstigen.

Zu den möglichen Ursachen für ein verändertes Scheidenmilieu zählen zum Beispiel:

  • hormonelle Veränderungen während der Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre
  • übermäßige oder falsche Intimhygiene
  • Latexallergie
  • mechanische Reizung durch einen Fremdkörper (z.B. Spirale, vergessener Tampon)
  • Behandlung mit Antibiotika, da dadurch auch die Zahl der Milchsäurebakterien in der Scheide sinken kann
  • Einnahme der Antibabypille
  • geschwächtes Immunsystem
  • Diabetes mellitus
  • Stress, psychische Belastungen
  • gut- oder bösartige Tumoren der Scheide oder Gebärmutter
  • Genitaltuberkulose

Ausfluss aus der Scheide: Diagnose

Wenn sich der Ausfluss aus der Scheide (Scheidenausfluss) ungewohnt verändert oder übermäßig stark scheint, ist ein Termin beim Frauenarzt (Gynäkologen) ratsam.

Um Hinweise darauf zu erhalten, welche Ursachen der Ausfluss haben könnte, erkundigt sich der Arzt zunächst näher nach den Beschwerden und Begleitumständen, möglicherweise mit Fragen wie diesen:

  • Seit wann besteht der Ausfluss?
  • Wie intensiv ist der Ausfluss und wie sieht er aus?
  • Hat der Ausfluss einen unangenehmen Geruch (z.B. fischig)?
  • Tritt der Ausfluss ständig auf oder nur in bestimmten Situationen?
  • Haben Sie begleitende Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen?
  • Wie sieht die Intimhygiene aus?
  • Nehmen Sie im Moment Medikamente ein oder haben Sie vor Kurzem welche eingenommen (z.B. Antibabypille, Antibiotika, Diabetesmittel)?
  • Gab es in letzter Zeit Veränderungen in Ihrem Alltag (z.B. Stress, Urlaub, enge Kleidung, neues Waschmittel)?
  • Gab es Änderungen in Ihrem Beziehungsleben (z.B. Partnerschaft, ungeschützter Geschlechtsverkehr)?

Meist folgt dann eine Untersuchung der Scheide. Dabei kontrolliert der Arzt die Scheidenwand und den Gebärmutterhals sowie Farbe, Menge, Art und Geruch des Ausflusses. Außerdem bestimmt er mit einem Teststäbchen den pH-Wert des Scheidensekrets und macht den sogenannten Amintest. Dies ist ein Riechtest bei dem etwas Scheidensekret mit ein paar Tropfen Kalilauge vermengt wird. Ein unangenehm fischer Geruch in Verbindung mit einem basischen pH-Wert spricht für eine Aminkolpitis. Der physiologische pH-Wert der Scheide liegt zwischen 4,0 bis 4,6.

Bei einem veränderten Ausfluss aus der Scheide ist es für die Diagnose auch wichtig, nach möglichen Erregern zu suchen. Hierzu nimmt der Arzt einen Abstrich der Scheidenwand und untersucht ihn mikroskopisch. Ist das Ergebnis nicht eindeutig, besteht die Möglichkeit, eine Erregerkultur anzulegen (d.h. die Erreger in einer geeigneten Umgebung anzuzüchten) und diese im Labor zu untersuchen.

Je nach vermuteter Ursache für den Scheidenausfluss können zur weiteren Diagnose zusätzliche Untersuchungen nötig sein, wie zum Beispiel

  • ein zytologischer Abstrich (Gewinnung von Zellmaterial, um die Zellen unter dem Mikroskop zu untersuchen),
  • eine Gewebeentnahme (sog. Biopsie) oder
  • eine Kolposkopie (Untersuchung des Gebärmutterhalses mit einem Kolposkop, einer Art Mikroskop für den Gebärmutterbereich)

Wie behandelt man Ausfluss aus der Scheide?

Bei einem veränderten Ausfluss aus der Scheide (Scheidenausfluss) richtet sich die Therapie in erster Linie nach dem Leidensdruck und der Ursache.

Gestörte Scheidenflora

Tritt der Scheidenausfluss ohne weitere Krankheitssymptome auf, können Scheidenzäpfchen mit Milchsäurebakterien dabei helfen, die natürliche Scheidenflora wiederherzustellen. Auch bei Scheideninfektionen kommen zusätzlich zu den Medikamenten, die direkt gegen den Erreger wirken, oft Scheidenzäpfchen mit Milchsäurebakterien zum Einsatz.

Steckt ein Östrogenmangel hinter dem Scheidenausfluss, bieten sich östrogenhaltige Hormonpräparate an, die man örtlich anwendet (z.B. als Creme oder Zäpfchen).

Eine falsche Intimhygiene kann die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen und zu Scheidenausfluss führen. Bei der Intimpflege sollten Frauen deshalb folgende Tipps beherzigen:

  • Verzichten Sie im Intimbereich möglichst auf parfümierte Produkte, alkalische Seifen oder Duschgele.
  • Falls Sie im Intimbereich nicht auf reinigende Produkte verzichten möchten, achten Sie darauf, dass diese schonend sind.
  • Verzichten Sie auf Waschlappen im Intimbereich. Waschen Sie sich stattdessen besser unter fließendem Wasser mit der Hand.

Video: Tipps zur Genitalhygiene

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Scheideninfektion mit Bakterien oder Pilzen

Entsteht der Ausfluss als Folge einer Scheideninfektion, hängt die Therapie vom jeweiligen Erreger ab:

  • Ist eine Infektion mit Bakterien für den Scheidenausfluss verantwortlich, kommen Antibiotika zum Einsatz.
  • Gegen Scheidenpilz helfen Mittel gegen Pilzerkrankungen (Antimykotika).

Die Behandlung erfolgt meist in Form von Scheidenzäpfchen oder Salben. Die Medikamente können aber auch als Tabletten oder Injektion zum Einsatz kommen.

Bei einem infektionsbedingten Ausfluss aus der Scheide ist meist auch eine Therapie der Sexualpartner ratsam. So lässt sich vermeiden, dass man sich erneut infiziert (sog. Ping-Pong-Effekt). Außerdem ist es empfehlenswert, während der Behandlung auf Geschlechtsverkehr zu verzichten.

Fremdkörper

Wenn ein Fremdkörper (z.B. Spirale, vergessener Tampon) den vermehrten Scheidenausfluss verursacht, muss dieser entfernt werden.

Allergie

Bewirkt eine Allergie (z.B. Latexallergie) den Ausfluss aus der Scheide, besteht die beste Therapie darin, die auslösende Substanz zu meiden. Wenn Sie eine Latexallergie haben und mit Kondomen verhüten möchten, könne Sie auf latexfreie Kondome ausweichen. Diese erhalten Sie in Apotheken oder Spezialgeschäften. Alternativ zum Kondom ist das sogenannte Frauenkondom geeignet, welches ebenfalls kein Latex enthält.

Andere Erkrankungen

Tritt der Ausfluss aus der Scheide als Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung auf, muss diese gezielt behandelt werden.

Quellen

Vaginal Discharge. Online-Informationen der National Health Services: www.nhs.uk (Stand: 17.1.2018)

Fluor genitalis. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: Oktober 2017)

Goerke, K., et al.: Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe. Urban & Fischer, München 2013

Kaufmann, M., et al.: Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2012

Intimhygiene: Weniger ist mehr. Online-Informationen der Pharmazeutischen Zeitung: www.pharmazeutische-zeitung.de (Stand: Juli 2011)

Kirschbaum, M., et al.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

  • Ausfluss in der Schwangerschaft: Alle Infos
  • Bakterielle Vaginose: Scheidenflora aus der Balance
  • Scheidenpilz: Infos zur Krankheit
  • Bakterielle Vaginose: Infos zur Krankheit
  • Forum Gynäkologie (mit Expertenrat)

Letzte inhaltliche Prüfung: 02.07.2019
Letzte Änderung: 02.07.2019

Krankhafter Ausfluss (pathologischer Fluor genitalis): Vermehrter, meist unblutiger Sekretabfluss aus der Scheide. Dies ist keine Krankheit an sich, sondern ein Symptom, für das es viele Ursachen gibt. Etwa 25 % aller Frauen leiden im Lauf ihres Lebens einmal an krankhaftem Ausfluss. Ist die Ursache gefunden und die richtige Behandlung eingeleitet, verschwindet der Ausfluss in den meisten Fällen nach kurzer Zeit.

Leitbeschwerden

  • Vermehrter Ausfluss, evtl. unangenehm („fischig“ oder faulig) riechend oder verfärbt
  • Jucken in der Scheide.

Wann zum Arzt

In den nächsten Wochen bei

  • vermehrtem, aber normal riechendem und nicht verfärbtem Ausfluss.

Am nächsten Tag, wenn

  • der Ausfluss unangenehm riecht oder blutig ist.
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Die Erkrankung

Ausfluss ist normal, solange er farb- und geruchlos und von der Beschaffenheit her glasig-schleimig ist. Kurz vor dem Eisprung wird er für einige Tage dünnflüssiger. Verfärbter, fischig riechender oder trocken-krümeliger Ausfluss ist immer Zeichen einer Erkrankung.

Ursachen

Als Ursache kommen bei jüngeren und sexuell aktiven Frauen Infektionen und bei älteren Frauen Entzündungen z. B. durch Scheidentrockenheit und Tumoren vor.

Ausfluss aus der Scheide (vaginaler Ausfluss):

  • Infektionen durch Pilze (Candida), Bakterien (wie Chlamydien), Viren oder Protozoen (z. B. Trichomonaden)
  • Mechanische Reizung durch Fremdkörper in der Scheide wie ein vergessener oder zu spät gewechselter Tampon oder Pessare bei erwachsenen Frauen sowie Fremdkörper wie Murmeln oder Knöpfe bei Mädchen
  • Chemische Reizung durch Scheidenspülungen mit Seifenlösungen oder desinfizierenden Substanzen
  • Schmierblutungen bei Hormonspiegelveränderungen unterschiedlicher Ursachen
  • Austrocknung und Reizung der Scheide durch Östrogenmangel bei Frauen in oder nach den Wechseljahren
  • Vermehrte Produktion von Östrogen und Gestagen, beispielsweise in der Schwangerschaft
  • Verhütungsmittel wie Spirale oder Schaumzäpfchen
  • Chronischer Stress.

Ausfluss aus dem Gebärmutterhals (zervikaler Ausfluss):

  • Infektionen (Gonokokken, Chlamydien)
  • Funktionell-hormonelle bzw. psychische Ursachen wie Eisprung oder vermehrte Absonderung von Drüsensekret (Hypersekretion)
  • Organische Veränderungen des Gebärmutterhalses durch Tumoren, Polypen oder Gebärmutterriss.

Ausfluss aus dem Gebärmutterkörper (korporaler Ausfluss):

  • Tumor (Myom, Karzinom)
  • Entzündungen der Gebärmutter (Pyometra)
  • Gewebereste nach Fehlgeburt
  • Polypen
  • Endometritis.

Ausfluss aus den Eileitern (tubarer Ausfluss, sehr selten):

  • Adnexitis
  • Eileiterkarzinom (große Mengen von dünnflüssigem Ausfluss).

Ausfluss aus dem Scheidenvorhof (vestibulärer Ausfluss):

Mit steigender sexueller Erregung wird die Scheidenwand stärker durchblutet und sondert größere Mengen eines wässrigen Schleims ab, der als Gleitsubstanz den Koitus erleichtert (nicht krankhaft).

Risikofaktoren

Besonders gefährdet sind Frauen mit einem geschwächten Immunsystem, mit Diabetes mellitus sowie Schwangere. Ebenso ist das Risiko für eine Scheideninfektion mit Ausfluss bei einer Antibiotika- und einer wiederholten Kortison-Behandlung größer.

Diagnosesicherung

Die Anamnese gibt meist schon Hinweise auf die Ursache für den Ausfluss: Menge, Konsistenz, Geruch und Farbe, Juckreiz (evtl. auch beim Partner), Menstruationszyklus, Einnahme von Medikamenten (v. a. Antibiotika, Hormone), Verwendung von Tampons, Gleitmitteln, Sexspielzeug wie Vibratoren oder Liebeskugeln, aber auch Gebrauch von Intimsprays.

Wichtige Hinweise auf die jeweilige Ursache geben Aussehen und Geruch des Ausflusses. Bei Verdacht auf eine Infektion entnimmt der Arzt einen Abstrich des Scheidensekrets; oft liefert schon eine kurze Begutachtung des Materials unter dem Mikroskop erste Hinweise auf die Erreger. Zum Ausschluss eines Tumors nimmt der Arzt einen Abstrich vom Muttermund (Gebärmutterhalsabstrich) und führt evtl. eine Scheidenspiegelung durch. Ein Vaginalultraschall schließt sich an.

Behandlung

Die Behandlung des krankhaften Ausflusses hängt von der zugrunde liegenden Krankheit ab. So werden Infektionen mit Antimykotika (gegen Pilze) oder Antibiotika (gegen Bakterien) behandelt. Beschwerden durch Hormonmangel nach den Wechseljahren können mit einer östrogenhaltigen Salbe (z. B. Linoladiol®, OeKolp®) gelindert werden.

Der Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Selbsthilfemaßnahmen sollten nicht statt der Behandlung mit Antimykotika oder Antibiotika eingesetzt werden, sondern ergänzend.

  • Intimhygiene: Wasser reicht, um den äußeren Intimbereich zu säubern. Verzichtet werden sollte auf aggressive Seifen, Intimsprays oder Scheidenspülungen.
  • Milchsäurekur mit speziellen Milchsäurezäpfchen oder mit Tampons mit Joghurt. Dadurch kommt die Vaginalflora wieder ins Gleichgewicht.
  • Bei Östrogenmangel in den Wechseljahren sind östrogenhaltige Cremes hilfreich.
  • Bei häufig auftretendem Ausfluss sollte auf die Verwendung von Tampons generell verzichtet werden.
  • Unterwäsche aus Baumwolle statt solcher aus synthetischen Fasern, da sonst der Luftaustausch behindert und das Wachstum von Bakterien und Pilzen im äußeren Genitalbereich begünstigt wird.

Autoren

Dr. med. Astrid Waskowiak, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung der Sektionen „Die Erkrankung“, „Diagnosesicherung“ und „Ihr Apotheker empfiehlt“: Dagmar Fernholz | zuletzt geändert am 12.11.2019 um 10:05 Uhr

Ist es Ausfluss oder schon Fruchtwasser im Slip? Wie du es erkennen kannst

Gegen Ende der Schwangerschaft sind sich viele Schwangere unsicher: Ist die vermehrte Flüssigkeit im Slip Ausfluss oder tatsächlich schon Fruchtwasser? Es gibt aber keinen Grund, hier besorgt zu sein, denn mit einem einfachen Lackmusstreifen aus der Apotheke weiß man sofort, worum es geht. Außerdem kann man auf folgende Anzeichen achten:

Ausfluss ist…

  • weiß und milchig
  • hat einen milden Geruch
  • und ist dickflüssig

Ausfluss tritt bei fast jeder Frau auf, egal ob sie schwanger ist oder nicht. In der Schwangerschaft tritt das Sekret noch stärker und dickflüssiger aus. Das kann schon mal verunsichern, muss es allerdings nicht. Der Vaginalausfluss ist ein Schutz vor Infektionen und wird von der Scheidenschleimhaut abgesondert. Durch den Östrogen-Überschuss in der Schwangerschaft wird das Scheidensekret gesteigert produziert.

Fruchtwasser ist…

  • wässrig
  • durchsichtig
  • tritt schwallartig aus
  • (und hat einen PH-Wert über 7)

Anders als Ausfluss tritt Fruchtwasser nur am Ende der Schwangerschaft aus. Es hat die Konsistenz wie Wasser und weist auf einen Blasensprung hin. Mit Lackmuspapier kann man herausfinden, ob es sich tatsächlich um Fruchtwasser handelt oder nur um Ausfluss. Lackmuspapier ist in der Apotheke erhältlich. Im Kontakt mit Fruchtwasser (dafür einfach in die leicht getränkte Unterhose drücken) färbt sich der Streifen blau. Wenn es sich einfach nur um Scheidenausfluss handelt, dann färbt sich das Lackmuspapier rot.

Wie erkennt man Fruchtwasser???

Antwort:

Liebe mtina,
mit zunehmender SSW nimmt leider auch die Inkontinenz zu und frau fragt sich bei „nasser Hose“ immer öfter, ob vielleicht ein Blasensprung dahinter steckt.
Manchmal hilft einfach mit der Nase ran und riechen: Fw riecht ein wenig nach Eiweiss oder gar nicht, während Urin eben nach Urin riecht.
Der Grund für eine Frühgeburt/einen Blasensprung ist in den meisten Fällen/oft eine Infektion. Deshalb wurde ein Testhandschuh entwickelt, mit dem frau den pH-Wert in der Scheide messen kann. Bei einem erhöhten Wert kann Sie dann zum Doc gehen und sich behandeln lassen.
Die Handschuhe sind sehr teuer und die Handhabung muss GANZ korrekt sein, sonst gibt es verfälschte Werte.
Als Ersatz für die Handschuhe gibt es einfache Teststäbchen.
Firma Merck 1.09542.0001
pH-Indikatorstäbchen nicht blutend, Spezialindikator pH 4,0-7,0,
Packung mit 100 Stäbchen
Fragen Sie in IhrerApotheke oder im Laborbedarf danach.
Frauen, die oft unter Infektionen leiden, sind mit dem Test alle 14 Tage sicherlich beruhigt.
Bei den Messungen muß aber einiges berücksichtigt werden, sonst gibt es falsche Ergebnisse und große Aufregung.
Der Teststreifen sagt auch nicht, was nicht in Ordnung ist – nur, dass evtl. etwas nicht in Ordnung ist!
Aus einer anderen Antwort:
„..der Scheiden-pH liegt zwischen 4 und 4,4, Fruchtwasser hat einen pH von 7,0.
Liegt der pH-Wert an zwei aufeinanderfolgenden Tagen bei 4,7 oder höher, sollten Sie ihren Frauenarzt aufsuchen und abklären lassen, ob eine behandlungsbedürftige Störung vorliegt.
Wenn der pH-Wert einmal nicht im Normalbereich ist, besteht noch kein Grund zur Aufregung. Er kann z.B. nach dem Geschlechtsverkehr durch die Samenflüssigkeit verändert sein. Deshalb sollte der pH-Wert nicht innerhalb von 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr gemessen werden, es sei denn, Sie haben Kondome verwendet.
Das Testpapier könnte auch mit Urinresten in Berührung gekommen sein (Urin kann ganz unterschiedliche pH-Werte haben).
In jedem Falle wiederholen Sie bitte bei einem auffälligen Ergebnis die Messung einige Stunden später oder am nächsten Morgen. Sollte der pH-Wert dann immer noch nicht im Normalbereich sein, vereinbaren Sie bitte so bald wie möglich einen Termin bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, damit die Ursache der pH-Wert-Veränderung abgeklärt werden kann.
Solange erhöhte pH-Werte vorliegen, sollten Sie beim Geschlechtsverkehr immer Kondome verwenden, um das Risiko einer aufsteigenden Infektion möglichst gering zu halten.
Wenn Sie eine oder mehrere der folgenden Besonderheiten feststellen, sollten Sie sich so bald wie möglich mit Ihrer frauenärztlichen Praxis in Verbindung setzen:
– wiederholte Messung eines Scheiden-pH-Wertes von 4,7 oder höher
Achtung: Besonders hohe Werte können durch Abgang von Fruchtwasser pH 7,0(vorzeitiger Blasensprung) bedingt sein.
Bei Verdacht auf einen vorzeitigen Blasensprung sofort Praxis oder Krankenhaus aufsuchen!
– Schmierblutungen
übelriechender oder stark vermehrter Ausfluß (eine geringe Vermehrung ist in der Schwangerschaft normal)
– auffallend häufiges Wasserlassen (auch hier ist eine gewisse Zunahme normal) oder Brennen beim Wasserlassen
– Juckreiz oder Brennen in der Scheide oder im äußeren Intimbereich
Fieber und/oder Durchfall (mit diesen Ereignissen gehen oft gesteigerte Aktivitäten der Gebärmutter einher)
– vorzeitige Wehen:
stärkere menstruationsähnliche Beschwerden
Ziehen in den Leistenbeugen oder im Kreuz
vorübergehendes, wiederholtes Hartwerden des Unterbauches
Sie können zur Vorbeugung von Scheideninfektionen selbst etwas tun:
Die Infektionsanfälligkeit der Scheide ist leider in der Schwangerschaft durch die hormonellen Veränderungen erhöht. Aber es gibt auch einige vorbeugende Maßnahmen.
Ein warm-feuchtes Klima unter Luftabschluß begünstigt das Wachstum von Hefepilzen (Candida). Tragen sie deshalb keine eng anliegende Kleidung und keine Slipeinlagen mit Kunststoff – Folie. Bevorzugen Sie Wäsche aus Naturfasern, am besten Baumwolle.
Führen Sie keine Scheidenspülungen durch und bringen Sie keine Substanzen (Spray, Gel usw.) in die Scheide ein, es sei denn, diese sind ärztlich verordnet.
Liebe Grüße
Martina Höfel
Mehr Info:
Schwangerschaft
Bilder und Daten
Babypflege
Babyzeit

von Martina Höfel am 07.01.2007

Wenn das Fruchtwasser abgeht (Blasensprung)

Mit dem sogenannten Blasensprung beginnt die eigentliche Geburt. Das ist dann das Zeichen, dass Ihre Reise durch die Schwangerschaft am Ziel angekommen ist.

Allerdings: Nicht immer geht zuerst das Fruchtwasser ab, sondern es kann sein, das sie nur ein paar Tropfen spüren, bzw. Ihr Slip einfach ständig nass ist. Das passiert, wenn die Fruchtblase nicht ganz platzt sondern nur einen Riss hat. Das Fruchtwasser riecht auch nicht wie Urin sondern leicht süsslich.

Blasensprung: Was soll ich tun?

  • Wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Fruchtblase hat einen Riss, informieren Sie Ihre Hebamme, Ihre Ärztin/Ihren Arzt. Sie wird Ihnen wahrscheinlich raten, abzuwarten, ob nun die Wehen einsetzen.
  • Wenn die Fruchtblase platzt und das Fruchtwasser in einem Schwall abgegangen ist, ist es für Sie wichtig zu wissen, ob sich der Kopf Ihres Babys bereits fest ins Becken gesenkt hat oder nicht. Das hat man Ihnen vielleicht bei der letzten Untersuchung bereits gesagt.
    • Wenn Sie sicher sind, dass das Baby bereits fest im Becken ist, besteht kein Grund zur Eile. Kontaktieren Sie Ihre Hebamme, Ihre Ärztin/Ihren Arzt. Wahrscheinlich wird man Sie bitten, zur Kontrolle in die Praxis oder ins Spital/Geburtshaus zu kommen. Fahren Sie nicht alleine ins Spital, sondern warten Sie auf Ihren Partner oder bitten Sie vielleicht eine Nachbarin, Sie zu fahren, bzw. rufen Sie ein Taxi. Es könnte sein, dass plötzlich die Wehen beginnen. Legen Sie einen Plastiksack auf den Autositz, falls noch mehr Fruchtwasser abgeht.
    • Wenn Sie nicht sicher sind oder es gar nicht wissen, ob sich das Baby bereits nach unten gesenkt hat, sollten Sie sich sofort hinlegen und Ihre Hebamme, Ihre Ärztin/Ihren Arzt informieren. Gehen Sie nicht mehr aufrecht, sondern krabbeln Sie auf allen Vieren zum Telefon, bzw. auf die Couch oder das Bett. Es kann gut sein, dass man Ihnen einen Krankenwagen schickt, sofern es Ihnen nicht möglich ist, liegend in die Klinik gefahren zu werden. Denn, wenn das Baby sich noch nicht gesenkt hat, kann es vorkommen, dass die Nabelschnur eingeklemmt wird (Nabelschnurvorfall). Damit würde Ihr Baby nicht mehr mit genügend Sauer- und Nährstoffen versorgt werden.

Was passiert nach dem Blasensprung?

Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, was Ihre Geburtshelfer nach einem Blasensprung tun können:

  • Geburt einleiten: Einige wenige werden nach dem Blasensprung wehenfördernde Mittel geben. Denn, wenn die Fruchtblase offen ist, ist Ihr Baby nicht mehr geschützt vor Keimen. Somit wäre es gut, wenn die Geburt bald beginnen würde.
  • Andere warten sechs bis maximal 24 Stunden, ob sich die Wehen nicht von alleine einstellen. In sehr vielen Fällen geschieht das dann auch.

Vorzeitiger Blasensprung: Erkennen und behandeln

Kommt es nach der 34. Schwangerschaftswoche zum vorzeitigen Blasensprung, treten die Wehen in der Regel in absehbarer Zeit ein. Ist das nicht der Fall, kann die Geburt eingeleitet werden.

  • Was ist ein vorzeitiger Blasensprung?
  • Ursachen
  • Erkennen
  • Diagnose
  • Therapie
  • Verlauf

Was ist ein vorzeitiger Blasensprung?

Ein vorzeitiger Blasensprung ist eine Komplikation während der Schwangerschaft. Dabei reißt die Fruchtblase vor Beginn der Wehentätigkeit. Die Schwangere verliert dadurch das Fruchtwasser. Das geschieht bei etwa 20 Prozent aller Schwangerschaften. Dabei spielt der Zeitpunkt eine große Rolle, denn umso früher ein vorzeitiger Blasensprung eintritt, desto risikoreicher kann die Restzeit der Schwangerschaft werden. Ein vorzeitiger Blasensprung kann die Schwangere und das Ungeborene gefährden. Daher ist es ratsam, möglichst rasch einen Arzt aufzusuchen.

Neben dem vorzeitigen Blasensprung gibt es noch den frühzeitigen Blasensprung, der zwar erst nach Einsetzen der Wehen stattfindet, jedoch bei noch geschlossenem Muttermund. Der „normale“ Blasensprung hingegen tritt bei vollständig geöffnetem Muttermund eben rechtzeitig ein. Als weitere Abweichung gibt es den verspäteten Blasensprung, der erst nach der Geburt des Kindes stattfindet. Etwa ein Drittel aller Frühgeburten finden aufgrund eines vorzeitigen Blasensprungs statt.

Welche Ursachen hat ein vorzeitiger Blasensprung?

Die Hauptursache eines vorzeitigen Blasensprungs ist meist eine aufsteigende Infektion innerhalb des Genitalbereiches, die sich bis zur Hülle der Fruchtblase (Eihülle) ihren Weg bahnt. Diese Infektion führt zur Freisetzung von Stoffen (Prostaglandinen), die eine Aufweichung der Eihülle zur Folge haben. Somit ist die Stabilität der Fruchtblase gefährdet.

Eine weitere Ursache für einen vorzeitigen Blasensprung kann eine Druckerhöhung innerhalb der Fruchtblase sein. Dies kann mit Wehentätigkeit, einer abnormen Erhöhung der Fruchtwassermenge (Hydramnion) oder einer Schwäche des Gebärmutterhalses einhergehen. Auch ein sogenanntes Bauchtrauma kann einen vorzeitigen Blasensprung auslösen. Bei Mehrlingsschwangerschaften oder bei Querlage des Kindes steigt die Spannung auf die Fruchtblasenhülle ebenfalls.

Vorzeitigen Blasensprung erkennen

Beim vorzeitigen Blasensprung verliert die Schwangere unwillkürlich plötzlich Fruchtwasser. Dies kann tröpfchenweise oder schwallartig abgehen. Idealerweise wird sofort ein Arzt oder das Krankenhaus aufgesucht. Dabei sollte die Schwangere liegend transportiert werden, um das Risiko eines Nabelschnurvorfalls zu reduzieren.

Alarmzeichen in der Schwangerschaft: Bei diesen Symptomen zum Arzt

Wie wird ein vorzeitiger Blasensprung diagnostiziert?

Manchmal ist die Diagnose eines vorzeitigen Blasensprungs schwierig. In erster Linie lässt er sich jedoch durch Abgang von Fruchtwasser während der Untersuchung durch den Arzt nachweisen. Mit Ultraschall kann die verminderte Fruchtwassermenge innerhalb der Fruchtblase nachgewiesen werden. Auch eine mikroskopische Untersuchung des Scheidensekrets kann Aufschluss geben. Dieses wird auf Enzyme untersucht, die sonst nur im Fruchtwasser vorhanden sind. Die sogenannte Lackmusprobe misst mit dem Lackmuspapier den pH-Wert des Scheidensekrets und verfärbt sich bei Verdacht. Diese Methode wird allerdings als unsicher eingeschätzt.

Welche Therapie gibt es beim vorzeitigen Blasensprung?

Tritt der Blasensprung vor der 34. Schwangerschaftswoche auf, ist die Gefahr einer Sepsis hoch. Vorbeugend werden Antibiotika gegeben. Die Behandlung erfolgt im Krankenhaus, idealerweise in einem Perinatalzentrum. Hier werden wenn nötig auch Medikamente zur Lungenreifung verordnet. Bei Ausschluss einer Amnioninfektion (Entzündung der Eihäute) stehen die Chancen gut, die Schwangerschaft zu verlängern. Es ist nun wichtig, strenge Bettruhe einzuhalten und regelmäßig die Fruchtwassermenge und den Gesundheitszustand des Kindes kontrollieren zu lassen. Das geschieht durch Überwachung mit Ultraschall und CTG (Wehenschreiber).

Hat die Wehentätigkeit bereits eingesetzt, wird die Geburt eingeleitet. Hat die Schwangere noch keine Wehen, wartet man für gewöhnlich noch ab und es folgen weitere Untersuchungen. Bei einem zwischen der 34. und 36. Schwangerschaftswoche auftretenden vorzeitigen Blasensprung wird nur beim Nachweis eines Erregers (Streptokokken) ein Antibiotikum gegeben. Bei Wehentätigkeit kommt es dann zur Geburt. Sollte noch keine Wehentätigkeit vorhanden sein, wird die Geburt künstlich eingeleitet.

Auch nach der 37. Schwangerschaftswoche kommt es bei Wehentätigkeit zur Geburt. Wird bei der Untersuchung verunreinigtes Fruchtwasser festgestellt, wird meist sofort die Wehentätigkeit künstlich eingeleitet. Eine drohende Sepsis ist eine Gefahr für Mutter und Kind. Der jeweils genaue Ablauf der Therapie richtet sich nach der Schwangerschaftswoche und danach, ob eine Wehentätigkeit vorhanden ist. Darüber hinaus ist der bakteriologische Befund genauso wichtig.

Wie verläuft ein vorzeitiger Blasensprung?

Ein vorzeitiger Blasensprung ist in jedem Fall eine Situation, die ärztlichen Beistand erfordert. Der Verlauf richtet sich nach dem Zeitpunkt des Blasensprungs. Umso früher er in der Schwangerschaft auftritt, desto risikoreicher ist der weitere Verlauf der Schwangerschaft. Weitere Risiken wie ungünstige Lageveränderung des Kindes oder ein Nabelschnurvorfall werden bei einem vorzeitigen Blasensprung begünstigt. Auch die Sauerstoffversorgung von Mutter zu Kind kann hier gefährdet sein. Oftmals kommt es bei einem vorzeitigen Blasensprung zu einer Frühgeburt.

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Vorzeitiger Blasensprung in der Schwangerschaft

Wobei handelt es sich bei einem vorzeitigen Blasensprung?

Die Amnionhöhle, in der sich das ungeborene Kind während der Schwangerschaft befindet und entwickelt, wird von einer Membran, der sogenannten Fruchtblase, umgeben. Da sich in der Amnionhöhle Fruchtwasser befindet, verhindert diese das Auslaufen der Flüssigkeit. Bei der Geburt kommt es für gewöhnlich zu einem Platzen der Fruchtblase durch die Vorwehen und einem Austritt des Fruchtwassers.
Unter bestimmten Umständen ist es allerdings möglich, dass das Gewebe vor Ablauf der neun Monate einreißt. Dies nennt man einen vorzeitigen Blasensprung oder auch PROM für Premature rupture of membranes.

Fruchtwasser tritt aus und es kann zu gefährlichen Komplikationen in der Schwangerschaft kommen.
In 50 bis 65 Prozent aller Fälle führt ein vorzeitiger Blasensprung in den nächsten 48 Stunden zu einer frühzeitigen Geburt/Fehlgeburt.

Wie sehen die Symptome eines vorzeitigen Blasensprunges aus und wie wird er diagnostiziert?

Blasensprung erkennen: Fruchtwasserabgang oder Harnfluss?

Das Fruchtwasser, welches ein klares bis milchig-trübes Aussehen besitzt und süßlich riecht, tritt aus der Vagina aus. Das kann allmählich und tröpfchenweise geschehen, aber auch in einem großen Fluss. Gerade in späteren Stadien der Schwangerschaft kann dieser Fruchtwasserabgang nur schwer von unwillkürlichem Harnfluss abgegrenzt werden.

Ermittlung de ph-Wertes

Andere Symptome sind selten und kaum vorhanden. Deshalb muss bei jedem Verdacht ein Facharzt aufgesucht werden. Mit einem Spekulum betrachtet er in der Scheide den Abgang des Fruchtwassers und kann mithilfe von Indikatorpapier den pH-Wert bestimmen und auf diese Weise die Flüssigkeit als Urin oder Fruchtwasser diagnostizieren.

In seltenen Fällen wird auch eine Ultraschalluntersuchung gemacht. All diese Untersuchungen verursachen keinerlei Schmerzen und sind vom Arzt relativ einfach durchzuführen.

Was für Ursachen gibt es für einen vorzeitigen Blasensprung und wie kann ihm vorgebeugt werden?

Nach einer endgültigen Diagnose „PROM“ untersucht der Gynäkologe, ob die Frau am Amnioninfektionssyndrom leidet, kurz AIS. Eine Infektion im Bereich der Gebärmutter und des Embryos kann zur Sepsis – Blutvergiftung – führen und dem Embryo schaden. Verursacht wird sie durch Bakterien wie Streptokokken oder Chlamydien.

Diagnose: Amnioninfektionssyndrom (AIS )

Da ein AIS einen vorzeitigen Blasensprung verursachen kann, wird mithilfe eines Blutbildes festgestellt, ob die Frau an diesem Syndrom leidet. Auch eine erhöhte Herzfrequenz und Fieber können in einem späteren Stadium Anzeichen für eine solche Erkrankung sein.

Weitere mögliche Ursachen für den Fruchtwasserabgang:

Fehlgeburten, falsch oder grob durchgeführte Untersuchungen durch den Gynäkologen, Abtreibungen in der Vergangenheit, mengenmäßig größere Bildung von Fruchtwasser . All dies sind auch Indikatoren für eine Komplikation dieser Art.

Gegen manche der Risikofaktoren kann wenig, bis nichts getan werden. Allerdings lässt sich das Risiko dennoch minimieren, wenn in der Schwangerschaft verbotene Verhaltensweisen wie Alkohol trinken, Zigaretten rauchen, Kaffee trinken und Drogen nehmen ausdrücklich unterbleiben. Sie schaden nicht nur dem sich entwickelnden Kind, sondern dem gesamten Fruchtapparat im Uterus und können unter Umständen die Fruchtblase schwächen.

Wie wird ein vorzeitiger Blasensprung therapiert?

Eine Therapie eines vorzeitigen Blasensprungs ist ungemein wichtig aufgrund der Brisanz der Situation und unterscheidet sich je nach Zeitpunkt des Auftretens.

Vor der 24. Schwangerschaftswoche

Ein vorzeitiger Blasensprung führt in diesem Zeitraum meistens zu einer Fehlgeburt, da Kinder aus verschiedenen Gründen in dieser Zeit kaum am Leben gehalten werden können. Höchstwahrscheinlich wird eine strenge Bettruhe verordnet und das Blutbild mehrmals täglich kontrolliert.
Ab der 20. Schwangerschaftswoche werden unter Umständen Antibiotika eingesetzt, die AIS vorbeugen sollen.
Ab der 23. Schwangerschaftswoche wird wahrscheinlich bei der Diagnose AIS sogar eine Frühgeburt eingeleitet.
Vor der 20. Woche allerdings ist aus dem Grund einer Infektionsgefährdung ein Schwangerschaftsabbruch zum Schutz der werdenden Mutter anzuraten.

24. bis 34. Schwangerschaftswoche

In wenigen Fällen kann es verkommen, dass sich der Riss wieder verschließt.
Allgemein wird, wenn kein AIS vorliegt, auch hier Bettruhe verordnet und regelmäßig das Blutbild kontrolliert. Ferner kommen infektionshemmende Antibiotika zum Einsatz und Medikamente, welche Wehen verhindern und die Lungenbildung des Embryos fördern. Dies geschieht aus dem Grund, weil die Entwicklung der Lungen der entscheidende Faktor ist bei einer Geburt in den 20er Schwangerschaftswochen, ob das Kind überlebt.
Falls AIS diagnostiziert wird, werden Antibiotika gegeben und eine Frühgeburt eingeleitet.
Letztendlich ist es aber auch bei AIS die Entscheidung des Arztes, ob der Therapie weitergeführt oder entbunden wird. Spätestens ab der 32. Schwangerschaftswoche ist eine Geburt vorteilhafter, da die Lungen dann weit genug entwickelt sind.

Ab der 34. Schwangerschaftschaftswoche:

Bis zur 37. Woche wird eine Antibiotikatherapie durchgeführt.
Besteht kein AIS Verdacht, wird eine Geburt innerhalb eines Tages durchgeführt.
Bei diagnostiziertem AIS wird die Geburt sofort durch den Kaiserschnitt vorgenommen – unter Antibiose selbstverständlich.

Was für negative Folgen kann ein vorzeitiger Blasensprung dennoch haben?

Es liegt auf der Hand, dass die negativen Folgen eine Früh- oder Totgeburt umfassen. Diese Kinder sind oft noch nicht weit genug entwickelt. Auch ein Kind, welches die Geburt lebend übersteht, kann anschließend sterben oder schwerbehindert sein. Leider liegt die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt sehr hoch bei einem vorzeitigen Blasensprung. Zusätzlich kann es bei der Mutter zu einer Blutvergiftung, zu Harnwegsinfektionen und zu Gebärmutterentzündungen kommen.

Allgemein ist es anzuraten, sich einen guten Gynäkologen zu suchen, der Erfahrung besitzt und im Falle eines Falles die richtigen Schritte einleitet, denn Vertrauen in die Maßnahmen des Arztes ist eine wichtige Grundlage für eine unkomplizierte Genesung.

Blasensprung

Was ist bei einem Blasensprung zu tun?

Bei einem Blasensprung – egal, ob rechtzeitig, frühzeitig oder vorzeitig – heißt es zunächst einmal: Ruhe bewahren. Informieren Sie Ihren Arzt, Ihre Hebamme und die Klinik, in der Sie entbinden möchten und lassen Sie sich möglichst liegend in die Klinik bringen, unter Umständen auch mit dem Krankenwagen. Bei einem vorzeitigen Blasensprung können Sie sich dabei Kissen unter den Po schieben lassen, damit das Kind nicht tiefer ins Becken rutscht. Das verringert die Gefahr eines Nabelschnurvorfalles.

Vorzeitiger Blasensprung: Was macht der Arzt?

Bei neun von zehn Frauen stellen sich innerhalb von 24 Stunden nach dem vorzeitigen Blasensprung die Wehen ein. Anderenfalls wird in Abhängigkeit von der Schwangerschaftswoche eventuell die Geburt eingeleitet.

Bei einem vorzeitigen Blasensprung nach vollendeter 36. Schwangerschaftswoche (SSW) wird die Geburt eingeleitet, wenn innerhalb von acht Stunden nach dem Fruchtwasserabgang keine Wehen auftreten. Sobald die Fruchtblase geplatzt ist, können nämlich Keime aus der Scheide aufsteigen und eine gefährliche Infektion der Eihäute, des Fruchtwassers, der Plazenta und auch des Kindes verursachen, das sogenannte Amnioninfektionssyndrom (AIS). Verschiedene Anzeichen weisen auf eine solche Infektion hin: erhöhte Entzündungswerte im mütterlichen Blut (CRP, Leukozytenzahl) sowie Fieber. Diese Infektionszeichen werden daher kontrolliert. Zusätzlich wird das Kind mittels CTG (Kontrolle der Herztöne und Wehen) überwacht.

Bei einem vorzeitigen Blasensprung zwischen der 28. und 36. SSW kann mit der Einleitung der Geburt gewartet werden, wenn kein Amnioninfektionssyndrom besteht. Liegt dagegen ein AIS vor, wird die Geburt eingeleitet, wenn die kindlichen Lungen bereits reif sind. Bei unreifen Lungen bekommt die Frau Wehenhemmer, um dem Ungeborenen Zeit für die Lungenreifung zu verschaffen.

Auch bei vorzeitigem Blasensprung vor der 28. SSW kann – bei sorgfältiger Kontrolle der Infektionszeichen – mit der Geburtseinleitung abgewartet werden. Um die Lungenreifung des Kindes zu unterstützen, erhalten manche Frauen Kortikosteroide („Kortison“).

Ein vorzeitiger Blasensprung vor der 24. SSW hat eine sehr ungünstige Prognose: Die meisten Babys, die zu diesem Zeitpunkt geboren werden, haben eine zu kleine, mangelentwickelte Lunge (Lungenhypoplasie), die schwere Atemprobleme mit sich bringt.

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