Schwangerschaft milch trinken

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Arzt: Schwangere in Gefahr:
Medizin-Professor warnt: Zu viel Milch schadet der Gesundheit

Der Hautarzt aus Gütersloh und Lehrbeauftragte an der Universität Osnabrück warnt vor allem junge Eltern und Teenager vor den Folgen: Zu viel Milchkonsum in der Schwangerschaft führe zu übergewichtigen Babys, ebenso steigere künstliche Säuglingsnahrung das Risiko für späteres Übergewicht. Und zu viel Milch in der Pubertät fördere Akne, Kurzsichtigkeit und sogar Prostatakrebs im Alter. Generell steigere eine hohe Menge von Milchprodukten das Risiko von Diabetes, Brustkrebs und vor allem Prostatakrebs.

„Je mehr Milch die Mutter in der Schwangerschaft trinkt, desto größer wird das Kind“, meint der Arzt. Dicke 4000-Gramm-Babys aber hätten im Vergleich zu normalgewichtigen Säuglingen auf Dauer ein erhöhtes Krebsrisiko. Der Arzt rät schwangeren Frauen daher, auf große Mengen Milcheiweiß zu verzichten. Auch warnt er davor, Säuglinge zu früh abzustillen und ihnen künstliche Milchprodukte zu geben. Denn das sei eine Fehlprogrammierung des Stoffwechsels in einer sensiblen Phase, in der die Organe reiften.

„Wir müssen wieder zurück zu unseren natürlichen Verhaltensweisen“, fordert Melnik. „Eine davon ist das ausgiebige Stillen.“ Die Werbung für künstliche Säuglingsnahrung in schönen bunten Farben hält er für fatal, und Sprüche wie „Nach dem Vorbild der Muttermilch“ oder „Abgestimmt auf den natürlichen Babyorganismus“ sind ihm ein Graus.

Wie gelangte der Arzt zu seinen Erkenntnissen? Den Anstoß gab die Akneforschung. Melnik betreibt in Gütersloh eine Praxis als Hautarzt und befasst sich im Zusammenhang mit Milch fachübergreifend mit weiteren medizinischen Disziplinen: mit der Kinderheilkunde und Krebsforschung, mit innerer Medizin und Biochemie. Im Internet stieß er auf Datenbanken und Studien, und auf dieser Grundlage fügte er seine Informationen zusammen. „Ein Experiment ist nicht mehr nötig, das wäre nur Zeitverschwendung“, sagt Melnik, der an der Universität Osnabrück im Nebenamt als Lehrbeauftragter für Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie wirkt. Der Mediziner sieht in Milch nicht allein ein Nahrungsmittel, sondern vor allem ein aktives Signalsystem, das nachhaltig in die Hormonregulation und in das Wachstum des Körpers eingreift. Zu viel Kuhmilch, sagt der Arzt, sei aufgrund von biochemischen Prozessen schädlich (siehe Beitrag unten).

„Wir tun so, als wäre Milch unbedenklich grenzenlos gesund“, kritisiert der Medizinprofessor. „Doch wir müssen über Grenzen nachdenken.“ Und dass sich der Konsum von Käse vervielfacht hat – von 3,9 Kilogramm pro Jahr Ende der 1950er-Jahre auf 23 Kilogramm im Jahr 2011 –, hält er für eine ungünstige Entwicklung. Konkrete Empfehlungen für die Ernährung will er noch nicht geben. Doch er hält es beispielsweise für ungesund, jeden Tag 250 Gramm Joghurt zu löffeln oder mehr als ein Glas Milch zu trinken. Gemüse, Obst, Nüsse und mäßiger Fleischkonsum seien viel besser.

Seine Thesen hat der Arzt vor Vertretern der Milchindustrie vorgetragen, und er hat mit Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) gesprochen. Durchgedrungen ist Melnik mit seiner Auffassung vom Risikofaktor Milch in Deutschland bisher nicht, er sieht sich noch als Einzelkämpfer. Nach wie vor preist das Verbraucherministerium des Bundes in einer Broschüre die Milch als ein gesundes, ja sogar als das „vielseitigste Nahrungsmittel der Welt“ an, weil sie hochwertiges Eiweiß enthalte und Milchzucker Energie liefere. Außerdem heißt es in der Broschüre: „Die in der Milch enthaltenen Vitamine (A, D, E, K, B1, B2, B12) und Folsäure runden den gesunden Power-Mix ab.“

Auch Professor Gerhard Rechkemmer vom Max Rubner-Institut (MRI), dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, teilt die Thesen des Arztes nicht. Dessen Schlussfolgerungen müssten kritisch überprüft werden, meint der Karlsruher Ernährungswissenschaftler, dessen Institut dem Bundesernährungsministerium untergeordnet ist. Wenn etwa eine von Melnik angeführte Studie zum Risiko von Prostatakrebs auf den negativen Einfluss von Milch verweise, gelte diese Aussage nur für Vollmilch, nicht aber für teilentrahmte Milch, betont Rechkemmer.

Milchkonsum hält der Experte nicht für gefährlich, im Gegenteil: „Milch ist ein gesundes Produkt“, betont Professor Rechkemmer und verweist etwa darauf, dass Milch Calcium enthält, das der Mensch zum Knochenaufbau benötigt.

Weil Melnik mit seinen Warnungen auch das Ernährungsministerium kontaktierte, beauftragte man dort das MRI mit einer Stellungnahme zu den Thesen des Mediziners. Es erstellt derzeit eine Meta-Analyse auf der Grundlage des aktuellen Stands der Wissenschaft. Sie soll in den nächsten Monaten fertiggestellt werden.

Ist der Facharzt aus Gütersloh also nur ein Spinner, der eine krude Theorie verfolgt? Dagegen spricht, dass die deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin Melnik 1989 mit dem Felix-Hoppe-Seyler-Preis ehrte, dagegen sprechen auch seine internationalen Veröffentlichungen.

So erschienen seine neuen Erkenntnisse unter anderem im „ Deutschen Ärzteblatt “, im „World Journal of Diabetes“ (Welt-Journal für Diabetes), im „Journal of Obesity“ (Journal für Übergewicht) und in „Dermato-Endocrinology“ (einem Journal, das sich mit den Hormonstörungen bei Hauterkrankungen befasst).

Den eigenen Milchkonsum hat Melnik seit einigen Jahren drastisch reduziert. Nahm er früher abends gerne einmal Käsehäppchen zum Glas Rotwein, verzichtet er jetzt weitgehend ebenso darauf wie auf Joghurt und Quark. Und in seinen Kaffee gießt er nur einen kleinen Schuss Milch – doch er trinkt niemals Latte macchiato. Der eingeschränkte Milchkonsum wirkte sich aus: „Ich habe dadurch fünf Kilo abgenommen“, stellt der 56-Jährige fest.

Milch in der Schwangerschaft

Wer schwanger ist und für zwei sorgen muss, sollte jeden Energiespender nutzen – allen voran Milch.

Milch – bedeutender Kalzium-Lieferant während der Schwangerschaft

Das Kalzium in Milch-Produkten schützt vor allem die Zähne. 1000 Milligramm Kalzium sollten Schwangere deshalb täglich zu sich nehmen, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Das ist nicht mehr Kalzium, als für Erwachsene ohnehin empfohlen wird. Frauen haben also während Schwangerschaft und Stillzeit keinen überdurchschnittlichen Bedarf an dem Mineral, das Knochen und Zähne härtet.

Kalzium-Mangel in der Schwangerschaft

Dennoch sollten Schwangere ihre Kalzium-Versorgung besonders im Auge behalten. Denn bei Kalzium-Mangel greift der Körper einer Schwangeren auf Reserven zurück, damit das Baby alles bekommt, was es zum Aufbau des Knochengerüsts braucht. So werden bei Kalzium-Mangel vor allem die Zähne der Mutter angegriffen, denn sie sind neben dem Skelett der wichtigste Speicher für das Mineral Kalzium. Bei Kalzium-Mangel wird das Kalzium somit aus den Zähnen abgebaut. Durch den erhöhten Östrogenspiegel während der Schwangerschaft macht den Speichel zudem saurer und verstärkt damit zusätzlich die Gefahr von Zahnlöchern.

Wie den Kalzium-Bedarf in der Schwangerschaft decken?

Jeden Tag ein großes Glas Milch, ein bis zwei Scheiben Käse und ein Becher Joghurt – das genügt, um den täglichen Kalziumbedarf während der Schwangerschaft zu decken. Für Schwangere sind fettarme Produkte am besten, deren Genuss über den Tag verteilt werden sollte. Besonders wichtig ist die Milchmahlzeit am Abend: Sie stellt sicher, dass der Körper in der Nacht genug Kalzium zur Verfügung hat, um die Speicher wieder aufzufüllen. Außerdem sind Milchprodukte eine gute Quelle für weitere wichtige Vitamine, wie beispielsweise A, B2, B12, und für Mineralstoffe, vor allem Zink.

Welche Milchprodukte sind während der Schwangerschaft geeignet?

Doch Vorsicht: Nicht alle Milchprodukte sind für Schwangere geeignet! Auf keinen Fall dürfen sie Rohmilch trinken, denn die könnte zu viele Listerien enthalten. Das sind Bakterien, die für gesunde Erwachsene ungefährlich sind, bei Babys aber Organschäden verursachen, sogar Fehlgeburten auslösen können. Wenn ein Milchprodukt Rohmilch enthält, muss das auf der Verpackung stehen. Weil Listerien bei hohen Temperaturen abgetötet werden, sind pasteurisierte Milchprodukte dagegen während der Schwangerschaft ungefährlich. Ratsam ist allerdings, sie nach dem Öffnen zügig zu verbrauchen, weil sich Bakterien in die Packung mogeln können. Zudem sollten Schwangere auf eingelegten Käse oder Frischkäse aus offenen Gefäßen (zum Beispiel von der Käsetheke) verzichten und Käserinden abschneiden. Industriell hergestellter und verpackter Frischkäse ist dagegen unbedenklich. Einige pasteurisierte Milchprodukte bieten Schwangeren und Müttern besonders guten Schutz: Probiotischer Joghurt etwa enthält wichtige Milchsäure-Bakterien, die die Immunabwehr stärken können. Das scheint sich auch gut auf die Gesundheit des Kindes auszuwirken: Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass diese Milchsäure-Bakterien das Neurodermitis-Risiko beim Kind senken können.

Milch und Milchprodukte wie Käse, Joghurt oder Quark enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe, die Sie während der Schwangerschaft brauchen. Schwangere Frauen sollten am besten täglich Milch und Milchprodukte verzehren. Sie enthalten Kalzium, Eiweiß und zahlreiche Vitalstoffe, die eine gesunde Entwicklung und den Knochenaufbau des Babys fördern. Für Schwangere wird die Aufnahme von einem Gramm Kalzium pro Tag empfohlen – dies entspricht etwa einem Liter Milch beziehungsweise Milchprodukten.

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Milchprodukte – pasteurisiert und fettarm

Die Ernährung in der Schwangerschaft sollte möglichst fettarm sein. Greifen Sie deshalb zu Milch und Milchprodukten mit einem Fettgehalt von 1,5 Prozent. Empfehlenswert sind auch fettärmere Käsesorten mit bis zu 40 Prozent Fett in der Trockenmasse. Trinken Sie am besten pasteurisierte Milch, da diese garantiert keimfrei ist.

Milchprodukte auf Pflanzenbasis

Wer keine Milch mag, sollte andere Milchprodukte (Kefir, Buttermilch, Joghurt, Schnittkäse) zurückgreifen oder Fruchtsäfte trinken, die mit Kalzium angereichert sind.

Menschen mit einer Laktoseintoleranz (Laktoseunverträglichkeit, Unverträglichkeit von Milchzucker) vertragen keine Milchprodukte, die von Tieren stammen. Hier gibt es mittlerweile gute Alternativen auf pflanzlicher Basis, zum Beispiel Sojamilch und Sojamilchprodukte. Beim Mineralwasser sollten Schwangere auf den Kalziumgehalt achten. Ein Mineralwasser, das sich gut für Schwangere eignet, sollte mindestens 200 Milligramm Kalzium pro Liter enthalten – studieren Sie am besten das Etikett.

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Milchprodukte – diese sollten Sie meiden

  • Besser selbst zubereiten: Verzichten Sie auf Fertigdesserts sowie fertig zubereitete Fruchtquarks oder Fruchtjoghurts, da sie meist sehr zuckerhaltig sind und künstliche Zusätze enthalten. Eine bessere Alternative sind frische Früchte, die Sie ins Naturjoghurt mischen.
  • Keine Rohmilchprodukte: Nehmen Sie während der Schwangerschaft keine unerhitzte Rohmilch, keinen Rohmilchkäse und keine Vorzugsmilch zu sich, da sie Listerien enthalten können. Listerien sind Bakterien, welche die Krankheit Listeriose verursachen. In der Schwangerschaft ist eine Listeriose besonders gefährlich, da sie das Baby schwer schädigt.
  • Käserand entfernen: Entfernen Sie vor dem Verzehr von Camembert, Brie und anderem Weichkäse die Randschicht. Hartkäse können Sie unbedenklich verzehren.

Milchprodukte – so viel sollten Sie essen

Um Ihren täglichen Bedarf an Kalzium zu decken, verzehren Sie 100 Gramm Quark, 0,3 Liter Milch und drei Scheiben Schnittkäse. Etwa 30 Gramm wiegt eine Scheibe Schnittkäse.
Eine andere Variante: 150 Gramm Joghurt, 220 Gramm Camembert und 250 Milliliter Buttermilch. Alternativ können Sie über den Tag verteilt einen halben Liter Buttermilch oder fettarme, pasteurisierte Milch trinken. Essen Sie in der zweiten Schwangerschaftshälfte zusätzlich eine Scheibe Käse oder etwa 200 Gramm Joghurt mehr.

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Gesund durch die Schwangerschaft Lebensmittel, die Sie in der Schwangerschaft meiden sollten

Schon während der Schwangerschaft kann man die gesunde Entwicklung des Babys beeinflussen – durch die richtige Ernährung zum Beispiel. Denn im Mutterleib ist das Kind durch die Nabelschnur mit seiner Mutter verbunden. Über die Nabelschnur wird es auch mit Sauerstoff und allen wichtigen Nährstoffen versorgt, die es braucht, um zu wachsen. Der Austausch von Sauerstoff, Nahrung und Abfallprodukten erfolgt in der Plazenta. Die Plazenta ist stark durchblutetes Gewebe, die wegen ihrer wichtigen Aufgabe auch Mutterkuchen genannt wird. Gerade, weil das Ungeborene so abhängig von seiner Mutter ist, sollte diese rücksichtsvoller als sonst handeln – auch in Sachen Ernährung.

Vorbereitung ist alles

Ein Baby ist unterwegs und die Aufregung ist groß! Was Sie vor der Geburt noch alles erledigen sollten, erfahren Sie hier:

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Zwar ist es wichtig, während der Schwangerschaft gesund und regelmäßig zu essen, doch auf einige Lebensmittel sollten Sie allerdings in der Schwangerschaft verzichten. Zu groß ist die Gefahr, sich eine Lebensmittelinfektion zuzuziehen und nicht nur seine eigene Gesundheit zu gefährden, sondern auch die des Babys. Vor allem Rohmilchprodukte und rohes Fleisch gehört nicht auf den Speiseplan einer Schwangeren. Um Ihnen den Lebensmitteleinkauf etwas zu erleichtern, finden Sie hier eine kleine Auflistung der Lebensmittel, die Sie in der Schwangerschaft lieber meiden sollten.

Finger weg von:

  • Weichkäse aus Rohmilch, zum Beispiel Camembert, Brie oder Roquefort
  • Käserinde
  • eingelegter Käse aus offenen Gefäßen in der Kühltheke
  • Milchmischgetränke, z.B. selbstgemixte Milchshakes aus Fruchtsaft und Milch
  • rohes Fleisch, z.B. Hackfleisch, Mett oder medium gegartes Fleisch
  • Rohwurst, wie Salami, Cabanossi, Chorizo, Schinken oder Räucherspeck
  • Fleischsalate und Feinkostsalate ohne Konservierungsstoffe
  • Roher Fisch und Fischerzeugnisse, z.B. Sushi, Austern, Muscheln oder Graved Lachs
  • stark gesalzener, gesäuerter oder gesüßter Fisch, wie Sardellen, Hering, Kaviar, Matjes und Rollmops
  • abgepackte Fertigsalate
  • unerhitzte Sprossen und Keimlinge
  • ungewaschenes Gemüse und Obst
  • unerhitztes Tiefkühlobst
  • rohes Getreide, z.B. Keimlinge
  • rohe Backwaren, wie Puddingschnecken
  • frisch gepresste Säfte von Saftständen
  • rohe Eier, insbesondere Mayonnaise, Tiramisu, Mousse au Chocolat, Zabaione

Diese Getränken können in der Schwangerschaft schaden:

  • alkoholische Getränker aller Art
  • chininhaltige Getränke, wie Bitter Lemon
  • Kaffee und koffeinhaltige Getränke (Faustregel: je nach Verträglichkeit höchstens zwei Tassen am Tag)

Falls Sie doch mal etwas von der „roten Listen“ gegessen haben sollten, ist dies halb so schlimm. Während der regelmäßigen Check-Ups beim Frauenarzt wird festgestellt, ob ein Vitamin- oder Nährstoffmangel besteht. Der Arzt würde die Ernährungsweise in solchen Fällen sofort anpassen oder ergänzende Nährstoffpräparate empfehlen.

Milchprodukte: Starke Knochen und mehr

Sollte ich mehr Milchprodukte essen, wenn ich schwanger bin?

Ob Sie als Schwangere mehr oder weniger Milchprodukte essen sollten, hängt davon ab, wie viel sie normalerweise aus dieser Lebensmittelgruppe essen. Sie können dieselben Nährstoffen auch aus anderen Nahrungsmitteln erhalten, aber Milchprodukte sind ausgezeichnete Quellen für Kalzium, Proteine, Vitamin D und Phosphor – Nährstoffe, die für Ihr Baby bei der Entwicklung von Knochen und Zähnen, Muskeln, Herz, Nerven und Blutgerinnung wichtig sind.
Versuchen Sie während der Schwangerschaft täglich drei oder vier Portionen kalziumreiche Lebensmittel zu essen, damit Sie 1000 Milligramm Kalzium pro Tag bekommen. Mit einem Glas Milch (200 ml), ein bis zwei Scheiben Käse (50 g) und einem Becher Naturjoghurt (150 g) können Sie den Bedarf gut abdecken.

Kann ich Milchprodukte essen, selbst wenn ich eine Laktose-Intoleranz habe?

Selbst wenn Sie eine Laktose-Intoleranz haben, brauchen Sie nicht auf alle Milchprodukte zu verzichten. Die Forschung hat gezeigt, dass die meisten Menschen, die Probleme haben, Laktose (Milchzucker) zu verdauen, kleine Mengen zu den Mahlzeiten essen oder trinken können. Übrigens haben die meisten Käsesorten einen geringen Laktosegehalt.
Die folgende Liste zeigt Ihnen fünf Möglichkeiten, Milchprodukte in Ihren Speiseplan aufzunehmen, wenn Sie laktoseintolerant sind. Sehen Sie die Liste auch durch im Hinblick auf andere gute Kalzium-Lieferanten.

  • Essen Sie kleinere Portionen. Trinken Sie nur eine halbe Tasse Milch, besonders laktosereduzierte Milch, viermal am Tag zu Ihren Mahlzeiten oder Snacks.
  • Trinken Sie Milch zum Essen. Sie ist leichter zu verdauen, wenn sie mit anderen Nahrungsmitteln gemischt wird.
  • Halten Sie nach laktosereduzierter Milch Ausschau oder fügen Sie ein freiverkäufliches Verdauungsenzym (Lactase) hinzu, das für die Aufspaltung des Milchzuckers verantwortlich ist.
  • Wählen Sie harte und gereifte Käsesorten. Harte, gereifte Käsesorten enthalten fast gar keine Laktose mehr, dafür reichlich Kalzium.
  • Essen Sie Joghurt. Dies kann eine gute Alternative zur Milch sein. Joghurt enthält aktive Kulturen, nützliche Bakterien, die Ihnen helfen, Laktose zu verdauen.

Die folgende Liste bezieht sich auf 100 Mililiter bzw. 100 Gramm pro Angabe:

Drei einfache Wege, mehr Kalzium in Ihren Speiseplan aufzunehmen

  • Essen Sie morgens eine Schale Haferflocken mit Milch – oder, wenn Sie nicht gerne frühstücken, trinken Sie doch wenigstens ein Glas Milch oder essen Sie einen Becher Joghurt mit Früchten.
  • Wenn Sie nachmittags einen Heißhunger bekommen, dann gönnen Sie sich 150 g Skyr oder 100 g Hüttenkäse mit 1 EL gehackten Mandeln und 2 getrockneten Datteln. Beide Milchprodukte enthalten viel Kalzium.
  • Haben Sie Lust auf etwas Süßes? Dann mixen Sie sich einen Buttermilchshake mit frischen süßen Beeren, 1 TL Kakaopulver (stark entölt) und 1 EL Ahornsirup.

Übrigens: Brokkoli, Haferflocken, Kräuter, grünes Gemüse, Sesam und Mineralwasser mit mehr als 150 mg pro Liter gehören ebenfalls zu den kalziumreichen Lebensmitteln.
Zuletzt überarbeitet: Mai 2019

Milch in der Schwangerschaft: Was Sie darüber wissen sollten

  • Verzichten Sie in der Schwangerschaft auf rohe Lebensmittel. Rohe Milch sollten Sie deshalb nicht trinken.
  • Milch, die Sie im Geschäft kaufen können, ist in den meisten Fällen pasteurisiert. Die Keime sind hier bereits durch eine Wärmebehandlung abgetötet. Diese Milch können Sie deshalb bedenkenlos trinken.
  • Wenn Sie Rohmilch beim Bauern kaufen, ist es wichtig diese vor der Verwendung auf jeden Fall zu kochen. Erhitzen Sie die Milch dafür auf 100 Grad Celsius in einem Topf. Anschließend können Sie sie bedenkenlos weiterverarbeiten.
  • Häufiger finden Sie in den Geschäften Milchprodukte, die aus Rohmilch hergestellt wurden. Dazu gehören zum Beispiel Quark, Joghurt oder Käse.
  • Auf der Verpackung muss immer angegeben werden, ob das Produkt aus Rohmilch hergestellt wurde oder nicht. In diesem Fall heißt es auf der Verpackung zum Beispiel „aus Rohmilch hergestellt“. Verzichten Sie auf solche Produkte in der Schwangerschaft.
  • Ansonsten gehören Milch und Milchprodukte auf den Speiseplan einer Schwangeren. Insbesondere Milch enthält viele wichtige Nährstoffe.

Milchprodukte für den Kalzium-Bedarf in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft brauchen das Ungeborene und der eigene Körper sehr viel Energie und Nährstoffe. Gerade auf den täglichen Kalziumbedarf sollten werdende Mütter gut achten, denn ein Mangel daran kann zu einer Schwächung der Knochen und auch der Zähne führen. Eine gesunde Ernährung mit ausreichend Milchprodukten ist daher besonders wichtig.

Warum der Kalziumbedarf so wichtig ist

Der Kalziumbedarf in der Schwangerschaft sollte gezielt durch verschiedene Milchprodukte bedient werden. Vor allem für die Knochenbildung ist der Nährstoff wichtig, aber auch Nerven, Herz und Muskeln benötigen ihn täglich. Fehlt es während der Schwangerschaft und in der Stillzeit an Kalzium in der Ernährung, kann es bei Müttern in späteren Jahren zu Spätfolgen wie Osteoporose, also Knochenschwund, kommen.

Ein Kalziummangel kann aber auch dazu führen, dass die Zähne angegriffen werden. Auf Sie greift der Körper wie auf einen Speicher zurück, wenn der Kalziumbedarf nicht ausreichend gedeckt ist. Dazu kommt, dass Schwangere einen erhöhten Östrogenspiegel haben, was wiederum den Säuregehalt des Speichels erhöht. Bei einem Kalziummangel besteht daher ein erhöhtes Risiko, dass sich Löcher in den Zähnen bilden.

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Empfohlene Kalziummenge während der Schwangerschaft

Nach Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten Frauen während der Schwangerschaftsmonate etwa 1.000 Milligramm Kalzium pro Tag zu sich nehmen. Das ist laut der DGE allerdings nicht mehr als die Menge, den ohnehin jeder Erwachsene zu sich nehmen sollte. Ist die werdende Mutter hingegen unter 19 Jahren, liegt die empfohlene Kalziummenge pro Tag bei 1.200 Milligramm. (Kopfschmerzen in der Schwangerschaft: Was tun?)

Welche Milchprodukte sich eignen

Zu den typischen Milchprodukten, mit denen Sie Ihren Kalziumbedarf decken können, gehören Milch, Käse, Joghurt und Quark. Ein Glas Milch mit 250 Millilitern fettarmer Milch enthält beispielsweise etwa 300 Gramm Kalzium. In 250 Gramm fettarmem Joghurt finden sich ungefähr 350 Milligramm Kalzium. Achten Sie aber darauf, dass Sie nur pasteurisierte Milchprodukte zu sich nehmen! Vermeiden Sie Rohmilch und Rohmilchkäse, da diese Bakterien, die sogenannten Listerien, enthalten, die zu einer Schädigung des Kindes führen können. Neben Milchprodukten enthalten übrigens auch Lebensmittel wie Spinat, Lachs, Fenchel und Tofu Kalzium und können ebenso zu einer gesunden Ernährung während der Schwangerschaft beitragen.

Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

Nahrungsergänzende Kalziumpräparate sollten Sie nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt verwenden, da verschiedene Tablettensorten auch verschiedene Inhaltsstoffe und Dosierungen enthalten können. (Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft: Darauf sollten Sie achten)

Hocherhitzte Milch: Ein Hoch auf die neue Milch

Die Ursprünglichste: Praktisch direkt vom Euter kommt die Rohmilch. Nach dem Melken wird sie bloß gefiltert, aber weder erhitzt noch irgendwie behandelt. Deswegen bleiben sämtliche Vitamine und der natürliche Fettgehalt erhalten. Rohmilch gibt es im konventionellen Handel nicht zu kaufen, sondern nur auf dem Hof des Erzeugers oder als Vorzugsmilch. Leider besteht keine Garantie, dass sie frei von Krankheitserregern ist (wie Salmonellen, Staphylokokken, B-Streptokokken, EHEC). Die können Fieber, Erbrechen und Hirnhautentzündung auslösen. Rohmilch muss deshalb abgekocht werden. Dabei gehen aber viele Vitamine verloren.

Die kontrollierte Rohe: Ebenfalls roh ist die Vorzugsmilch, also nicht erhitzt oder behandelt. Tierärzte überprüfen laufend ihre hygienische Qualität. Die Kühe und ihr Pflegepersonal unterstehen besonderen gesundheitlichen Anforderungen. Vorzugsmilch steht oft in den Kühlre­galen von Bioläden und Reformhäusern, selten im herkömmlichen Handel. Risikogruppen wie Kleinkin­der, Schwangere und Kranke sollten besser ganz auf diese Milch verzichten oder sie abkochen.

Leicht erhitzt: In Ge­nuss- und Ernährungswert nahezu gleichauf mit Rohmilch liegt pasteurisierte Milch. Das Pasteurisieren gilt als schonendstes Verfah­­ren, um Milch haltbar zu machen. Dabei wird sie für Sekunden auf meist 75 °C er­hitzt. Die Zeit reicht, um Krankheitserreger sowie Hefen und Schimmelpilze zu töten. Die Erhitzung bewirkt, dass der Mensch das wertvolle Milcheiweiß besser verdauen kann. Pasteurisierte Milch wird meist auch homogenisiert. Das be­deutet: Das Milchfett wird in winzige Kügelchen zerteilt. Dann setzt sich später kein Rahm oder Sahnepfropf oben auf der Milch ab. Diese technologischen Eingriffe beeinflussen den Gehalt an Milchzucker (Laktose) und Milchfett nicht, auch die Menge an Mineralstoffen wie Phosphor und Kalzium bleibt unverändert. Verglichen mit Rohmilch enthält die Pasteurisierte etwa zehn Prozent weniger Vitamin A, D, E, B1, B2, Niacin, Pantothen­säure und Biotin. Weil pasteurisierte Milch keimarm, aber nicht keimfrei ist, hält sie sich meist etwa fünf Tage.

Die Hocherhitzte: Diese Milchsorte gibt es erst seit Mitte der 90er Jahre in Deutschland. Das Herstellungsverfahren stammt aus den USA. Deswegen hat die Milch auch noch einen Namen, der sich aus dem Englischen ableitet: ESL. Das steht für Extended Shelf Life – für längeres Leben im Regal. Die Hocherhitzte soll den Charakter von Frischmilch haben, gleichzeitig bis zu 21 Tage lagern können und ernährungsphysio­logisch so wertvoll wie die Pasteurisierte sein. So wird sie oft hergestellt: Man stellt den gewünschten Fettgehalt der Milch ein und wärmt sie an. Dann wird sie durch viele kleine Löcher einer Teflonplatte gedrückt, ähnlich wie bei einem Duschkopf. Der Effekt: Die Milch wird in haarfeine Strahlen aufgeteilt und hat eine wesentlich größere Oberfläche als vorher. So gelangt sie in eine Überdruckkammer, wo sie durch heißen Dampf für ein bis zwei Sekunden auf 85 bis 127 °C erhitzt wird. Sofort da­nach kommt die Milch in ein Gefäß mit Unterdruck. Dort kommt sie rasch auf 65 Grad herunter. Danach wird sie oft homogenisiert und auf 5 °C abgekühlt. Vorsicht: Die längere Haltbarkeit gilt nur für geschlossene und gekühlte Packungen.

Die Ultrahocherhitzte: H-Milch ist ultrahocherhitzt. Das heißt: Sie wurde für mindestens eine Sekunde auf Temperaturen von 135 bis 150 °C gebracht. Kein vermehrungsfähiger Keim sollte diese Behandlung überle­ben. Die Prozedur sowie das im Vergleich zur Hocherhitzten langsamere Abkühlen hinter­lässt einen Kochgeschmack in der Milch, der bei H-Vollmilch nicht so stark ist wie bei teilentrahmter oder entrahmter H- Milch. Je länger H-Milch lagert, desto mehr verliert sie übrigens diesen Geschmack. Milchzuc­ker, -fett und Kalzium bleiben aber voll erhalten, das Milchei­weiß ist gut zu verdau­en. Allerdings gehen bis zu 20 Prozent der Vitamine verlo­ren. Vor allem von den hitzeem­pfind­li­chen Vi­taminen B1, B6 und B12 sind in H-Produkten weniger vorhanden als in pasteurisierten. Trotzdem hat H- Milch Vorteile: Die Milch, unter sterilen Bedingungen ab­gefüllt und verpackt, hält sich ungeöffnet bei Zimmertempe­ratur sechs bis acht Wochen.

Die Keimfreie: Sterilmilch wird in geschlossener Verpa­c­kung etwa 30 Minuten auf 110 °C erhitzt. Danach sind sämtliche Keime tot. Ungeöffnet hält sich Sterilmilch bei Zimmertemperatur ein halbes bis ein Jahr. Bei der Sterilisation verän­dern sich das Eiweiß und der Geschmack sehr stark, sehr viele Vitamine gehen verloren. Daher ist diese Milch für Säuglinge nicht geeignet. Sterilmilch wird oft als Kondensmilch oder in der Backindustrie verwendet.

Die Fettstufen: Wird der Fettgehalt der Milch auf 3,5 Prozent eingestellt oder der natürliche Fettgehalt belassen, kommt sie als Vollmilch in den Handel. Der Fettgehalt von teilentrahmter oder fettarmer Milch schwankt zwischen 1,5 Prozent und 1,8 Prozent. Der Fettgehalt von entrahmter Milch (Magermilch) darf 0,5 Prozent nicht überschreiten.

Haltbarkeit von H-Milch ist schwer zu bestimmen

Milch ist ein leicht verderbliches Lebensmittel. Doch einige Sorten halten sich mittlerweile recht lange. Auf die richtige Lagerung und bestimmte Zeichen sollten Sie dennoch achten.

„Meinst du, die ist noch gut?“ Diese Frage ist typisch in Bezug auf die Haltbarkeit von Milch. Die Antwort lautet immer ähnlich: „Lass mich mal riechen. Riecht nicht sauer. Die können wir noch trinken.“ Doch was viele nicht wissen: Bei H-Milch versagt der Geruchstest, denn sie wird nicht sauer. Wir haben bei der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) nachgefragt, warum das so ist und woran man wirklich erkennen kann, dass Milch schlecht ist.

H-Milch kann nicht sauer werden

„Es gibt einen einfachen Grund, warum H-Milch nicht sauer werden kann“, erklärt Armin Valet, Experte für Ernährung und Lebensmittel der VZHH. „Sie besitzt keine Milchsäurebakterien mehr.“ H-Milch, also ultrahocherhitzte Milch, wird für mindestens eine Sekunde auf 135 bis 150 Grad erhitzt. Bei diesem Prozess werden nicht nur schädliche Keime abgetötet, sondern auch die nützlichen Milchsäurebakterien. So ist die ungeöffnete Milch zwar bis zu zwölf Wochen bei Zimmertemperatur haltbar, aber sie kann auch nicht mehr sauer werden.

H-Milch flockt nicht aus

Wenn man nicht riechen kann, ob die Milch schlecht ist, kann man es dann sehen? „Das Ausflocken ist bei H-Milch ebenfalls kein verlässliches Warnzeichen. Denn auch hierfür werden Milchsäurebakterien benötigt“, erklärt Valet. Das sicherste Zeichen, dass H-Milch nicht mehr für den Verzehr geeignet ist, ist deshalb der Geschmack. Habe das Tierprodukt ein muffiges oder bitteres Aroma, sollte man es besser entsorgen. Es sei in der Regel zwar nicht gesundheitsschädlich, aber eben nicht mehr genießbar.

„Keime kommen von außen in die H-Milch“

Kritisch wird es erst, wenn Bakterien, Viren oder Schimmelsporen von außen in die Milch gelangen. Zum Beispiel, weil man direkt aus dem Beutel trinkt oder die geöffnete Milch länger außerhalb des Kühlschranks steht. „Es sind die Keime und Schimmelpilze, die von außen in die H-Milch kommen, die uns krank machen können, nicht die Milch selbst“, erklärt der Verbraucherschützer.

Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sind dann mögliche Folgen. Krankheitserreger, die über Tröpfcheninfektion weitergegeben werden, wie beispielsweise Erkältungs- und Grippeviren, verbreiten sich ebenfalls, wenn man direkt aus dem Beutel trinkt. Das gilt allerdings für jedes Getränk, nicht nur für Milch.

Schmeckt die Milch seltsam: besser entsorgen

Daher sollte H-Milch, die seltsam schmeckt, sicherheitshalber entsorgt werden. „Zum einen ist sie kein Genuss mehr, zum anderen kann sie besonders für die Gesundheit von Schwangeren, Kindern oder älteren Menschen riskant sein“, erklärt der Experte. Generell sollten die genannten Risikogruppen immer zu erhitzter Milch statt zu Rohmilch greifen. Zwar habe sie weniger Vitamine als frische Milch, sei aber keimfrei. „Der Kalziumgehalt in der Milch wird durch Hitze übrigens nicht beeinflusst“, ergänzt Valet.

Milch immer im Kühlschrank aufbewahren

Nach Angaben der VZHH ist ungeöffnete Milch auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) noch drei Tage genießbar. Geöffnet und im Kühlschrank halte Frischmilch rund drei Tage, H-Milch sei bis zu sieben Tage haltbar. „Es kommt allerdings immer darauf an, wie mit Milch umgegangen wird. Steht sie geöffnet bei Zimmertemperatur herum, verdirbt sie schneller als im Kühlschrank“, so der Experte.

Um wirklich sicher zu sein, dass die Milch beim Verzehr noch genießbar ist, rät das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, sowohl bei Frischmilch als auch bei H-Milch, die Vier-Tage-Regel einzuhalten. Als Faustregel gilt: Milch nach dem Öffnen so bald wie möglich aufbrauchen.

Die Lagerung im Kühlschrank ist mit fünf bis acht Grad ideal. Wichtig ist zudem, dass die Milch immer verschlossen aufbewahrt wird. Nicht nur als Schutz vor Keimen, sondern auch, weil Milch schnell andere Gerüche annimmt und dann ebenfalls nicht mehr schmeckt.

Wie lange ist „ESL“-Milch haltbar?

Zwischen herkömmlicher Frischmilch und H-Milch gibt es mittlerweile auch die sogenannte ESL-Milch, die länger haltbare Frischmilch. „ESL“ steht dabei für das englische „extended shelf life“ – ein längeres Leben im Kühlschrank. Diese Milch wird in einem Verfahren für wenige Sekunden auf bis zu 127 Grad erhitzt – der Nachteil ist, dass dadurch ein leichter Kochgeschmack entsteht.

Eine andere Möglichkeit, die ESL-Milch länger haltbar zu machen, ist die Trennung der Milch in Magermilch und Rahm. Die Magermilch wird mit mikrofeinen Filtern entkeimt und nur der Rahm und der Filterrückstand werden wenige Sekunden auf Temperaturen bis zu 127 Grad erhitzt. Die filtrierte Magermilch wird nur auf 72 bis 75 Grad erhitzt, bevor alle Bestandteile wieder zusammengeführt werden.

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ESL-Milch ist ungeöffnet und gekühlt bis zu vier Wochen haltbar und unterscheidet sich qualitativ kaum von der traditionellen Frischmilch. Die Verbraucherzentrale kritisiert allerdings: „Milch, die länger als sieben Tage haltbar ist, sollte nicht mehr als ‚frisch‘ bezeichnet werden dürfen. Das würde die Unterscheidung zwischen herkömmlich pasteurisierter Milch und ‚länger haltbarer‘ Milch vereinfachen. Die Angabe ‚traditionell hergestellt‘ scheint nicht eindeutig zu sein und sollte deshalb dem Verbraucherverständnis angepasst werden.“

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