Schwanger nach 2 jahren

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Schwanger werden klappt nicht? Das können Sie tun

Nicht immer stellt sich die erhoffte Schwangerschaft direkt ein. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann die Psyche enorm belasten, doch es gibt viele Möglichkeiten, Hilfe zu finden. Lassen Sie sich beraten!

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Ohne Stress und Druck schwanger werden

Schwanger zu werden klappt nicht immer auf Anhieb. Irgendwann stellen Sie sich womöglich die Frage, ob Sie den Kinderwunsch aufgeben sollten. Auf längere Sicht kann ein unerfüllter Kinderwunsch die Psyche enorm belasten und sogar zu Depressionen führen. Viele Frauen haben jedoch auch festgestellt, dass sich das Kinderglück wider Erwarten urplötzlich einstellte, nachdem sie den Kinderwunsch bereits aufgegeben hatten.

Das ist gar nicht so überraschend, wie es klingt, denn Schwangerwerden ist nicht zuletzt Kopfsache: Setzen Sie sich selbst mit einem starken Kinderwunsch psychisch unter Druck, setzt Ihr Körper verstärkt Stresshormone frei. Und schwanger zu werden unter Stress und Leistungsdruck ist weit schwerer, als wenn Sie ganz entspannt an die Sache herangehen.

Es ist nicht unbedingt leicht, aber es ist wichtig, dass Sie bei einem Kinderwunsch gelassen bleiben. Denken Sie nicht bei jedem Geschlechtsverkehr daran, dass es jetzt unbedingt „klappen“ muss, sondern geben Sie sich einfach der Leidenschaft und Liebe hin. Planen Sie einen romantischen Urlaub mit dem Partner, statt über die Wandfarbe für das Kinderzimmer nachzudenken. Schauen Sie beim Stadtbummel in die Schaufenster der Modeboutiquen statt auf die Frauen, die einen Kinderwagen vor sich herschieben. Je lockerer und gelassener Sie mit dem Kinderwunsch umgehen, desto größer ist die Chance, dass Ihr Körper Sie schon bald mit der frohen Botschaft der Schwangerschaft überrascht.

Unerfüllter Kinderwunsch: Ab wann zum Arzt?

Trotz aller Geduld und Gelassenheit will sich der Kinderwunsch auch nach vielen Monaten des Wartens nicht erfüllen? Mediziner raten Frauen bis Anfang 30, etwa ein Jahr zu warten, ehe sie ärztliche Hilfe suchen. Bei Frauen ab 35 Jahren kann es sogar noch länger dauern, bis sich eine Schwangerschaft einstellt. Hier droht natürlich ein Teufelskreis, denn mit jedem Jahr sinkt die Fruchtbarkeit weiter, sodass ein unerfüllter Kinderwunsch die Psyche noch stärker belastet und der Druck weiter steigt. Daher sollten Frauen ab 35 Jahren ruhig schon nach einem halben Jahr ärztliche Hilfe bei einem unerfüllten Kinderwunsch suchen.

Etwa 15 Prozent der Paare in Deutschland sind ungewollt kinderlos. Ärzte werden zunächst potenzielle körperliche Ursachen bei der Frau und beim Mann ermitteln. Mit je 40 Prozent sind Männer und Frauen in gleichem Maße von organischen Ursachen betroffen. Dazu gehören:

  • Endometriose bei der Frau (gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut)
  • Über- oder Unterfunktionen der Schilddrüse
  • Hormonelle Störungen
  • Hodenhochstand beim Mann
  • Lebensstilfaktoren wie hoher Alkoholkonsum, Rauchen und Stress
  • Vorerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck

Von Endometriose sind fast 30 Prozent der Frauen betroffen. Dabei handelt es sich um ein gutartiges Gewebewachstum im Unterleib, das der Frau eine Empfängnis erheblich erschwert. Da sie häufig undiagnostiziert bleibt, wissen viele Frauen gar nichts von dieser Erkrankung. Wird das überflüssige Gewebe entfernt, stellt sich oft schon bald eine Schwangerschaft ein. Relativ häufig sind zudem Über- oder Unterfunktionen der Schilddrüse, die sich auf die Produktion der weiblichen Sexualhormone auswirken und so den Eisprung negativ beeinflussen.

Unerfüllter Kinderwunsch: Therapiemöglichkeiten & Alternativen

Wurden organische Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch ermittelt, wird der Arzt diese behandeln. Für viele Paare stellt sich die ersehnte Schwangerschaft dann auch bald ein. Sind Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkohol oder Übergewicht im Spiel, wird er zusätzlich Ratschläge für ein gesünderes Leben bereithalten, um die körperliche Gesundheit der Eltern zu steigern. Bei hormonellen Störungen kann die Medizin heute mit individuellen Hormonbehandlungen, die die Fruchtbarkeit steigern, oder mit einer künstlichen Befruchtung helfen. Dabei werden die Spermien und die Eizelle außerhalb des weiblichen Körpers zusammengeführt und nach der Befruchtung in die Gebärmutter eingepflanzt.

Hormonstörungen können grundsätzlich bei beiden Geschlechtern auftreten; bei Männern können sie zu einer Unterfunktion der Hoden führen, bei Frauen beispielsweise den Eisprung verhindern oder die Reifung der Eizelle stören. Helfen kann eine follikelstimulierende Hormontherapie, die die Eierstöcke stimuliert und den Zyklus anregt und so die Fruchtbarkeit erhöht.

Lesen Sie unten mehr zu den verschiedenen Therapiemöglichkeiten bei unerfülltem Kinderwunsch.

Schwanger werden klappt nicht – Alternative: Adoption

Will sich der Kinderwunsch trotz aller medizinischer Hilfe nicht erfüllen, könnte eine Adoption die beste Lösung sein. Dazu muss ein Elternteil mindestens 25 Jahre und ein Elternteil mindestens 21 Jahre alt sein. Weiterhin sollte der Altersunterschied zwischen Eltern und Kind maximal 40 Jahre betragen. Wenn Sie sich also mit 43 Jahren für eine Adoption entscheiden, wird Ihr Adoptivkind mindestens drei Jahre alt sein. Die Behörden achten darüber hinaus darauf, dass die Eltern über ein sicheres Einkommen verfügen und dem Kind ausreichenden Wohnraum bieten können. Für ein erstes Beratungsgespräch können Sie sich an die Adoptionsvermittlungsstelle des Jugendamtes in Ihrem Wohnort oder an die Adoptionsvermittlungsstellen der freien Träger in Ihrer Stadt wenden.

Führt ein unerfüllter Kinderwunsch zur Depression?

Wer einen lange gehegten Kinderwunsch aufgeben muss, wird daran lange zu knabbern haben. Wie gut Sie darüber hinwegkommen, hängt dabei auch von Ihrem Umfeld ab. Begegnen Sie täglich den erwartungsvollen, dann immer enttäuschteren Blicken der potenziellen Großeltern? Haben Sie fast täglich mit Freundinnen zu tun, die nur vom eigenen Nachwuchs und seinen Fortschritten reden? Dann ist die Gefahr groß, dass Ihr unerfüllter Kinderwunsch eine Depression auslöst. Führen Sie offene Gespräche mit Verwandten und Freunden und bitten Sie sie zu akzeptieren, dass Sie das Thema Kinder eine Weile nicht hören mögen. Falls notwendig, legen Sie eine Freundschaftspause ein und vermeiden Sie soziale Medien wie Facebook, auf denen Freundinnen täglich neue Babybilder veröffentlichen.

Pflegen Sie Freundschaften zu Singles und kinderlosen Paaren, die Ihnen zeigen, dass das Leben ohne Kinder erfüllend und glücklich sein kann. Möglicherweise hilft Ihnen der Kontakt zu Paaren, die ähnlich wie Sie einen Kinderwunsch aufgeben mussten und ihr Glück auf andere Weise mit spannenden Hobbys, Reisen oder Haustieren gefunden haben.

Belastet ein unerfüllter Kinderwunsch Ihre Psyche stark, können Sie sich auch Hilfe suchen, zum Beispiel bei Selbsthilfegruppen oder bei einer Psychotherapie. Ein guter Therapeut kann Ihnen dabei helfen, innerlich Abschied zu nehmen und eine positive Einstellung zum Leben zurückzugewinnen.

Unerfüllter Kinderwunsch: Welche Therapie hilft?

Wenn sich kein Nachwuchs einstellen möchte, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, der Fruchtbarkeit auf die Sprünge zu helfen. Lesen Sie hier, welche Therapie bei Kinderwunsch möglich ist.

Sanft gegen den Stress: Yoga-Übungen

Kinderwunsch und das Ausbleiben einer Schwangerschaft führen häufig zu Stress und Verspannungen. Je länger Paare erfolglos Geschlechtsverkehr haben, desto drängender wird die Frage: „Wie werde ich endlich schwanger?“ Durch dieses Grübeln sowie den streng geplanten Geschlechtsverkehr setzen sich Paare häufig extrem unter Druck. Diese Situation ist allerdings ungünstig, um ein Kind zu empfangen. Denn die Stresshormone im Körper der Frau setzen die Fruchtbarkeit herab, wie eine Studie der US-amerikanischen Forscherin Courtney Denning-Johnson Lynch von der Ohio State University in Columbus belegt. Zur bewussten Entspannung und Unterstützung bei Kinderwunsch ist Yoga ein bewährtes Mittel. Besonders das in den 1970er-Jahren entwickelte Luna-Yoga soll Frauen die Möglichkeit geben, mit Körperübungen, Atemkontrolle und Entspannung positiven Einfluss auf den Zyklus und den Hormonhaushalt zu nehmen.

Luna-Yoga – Übungen bei Kinderwunsch

Luna-Yoga wurde von der israelischen Physiotherapeutin Aviva Steiner entwickelt. Es beinhaltet sowohl klassische Yoga-Übungen als auch Bewegungsabläufe, die den Fruchtbarkeitsritualen von Urvölkern nachempfunden sind. Bei Kinderwunsch sollten Sie Yoga über mehrere Monate regelmäßig praktizieren, am besten täglich 15 bis 20 Minuten. Auch wissenschaftlich ist diese Therapie bei Kinderwunsch inzwischen belegt, zum Beispiel durch die Forschungen der Rush University und der Fertility Center Illinois/USA.

Die Vorteile von Luna-Yoga:

  • Baut nachweislich Stress ab
  • Kann den Eisprung positiv beeinflussen
  • Lindert Menstruationsbeschwerden
  • Regt Selbstheilungskräfte an
  • Kann den Hormonhaushalt ankurbeln

Übrigens: Beim Mann kann sich durch Yoga die Spermienqualität verbessern. Also machen Sie die Übungen am besten zusammen!

Schwanger werden mit Medikamenten oder Hormonbehandlung

Ein unerfüllter Kinderwunsch liegt bei gut einem Drittel der Frauen in Störungen des Hormonhaushalts begründet. Diese behindern zum Beispiel die Reifung der Eizellen oder verhindern den Eisprung. Wenn Sie natürliche Maßnahmen zur Verbesserung der Fruchtbarkeit wie Yoga, Sport und gesunde Ernährung erfolglos probiert haben, wird Ihr Gynäkologe ein sogenanntes Zyklus-Monitoring vorschlagen. Dabei wird Ihr Hormonspiegel während des monatlichen Zyklus untersucht. Anhand dieser Ergebnisse kann der Facharzt Ihrem Kinderwunsch durch Hormone auf die Sprünge helfen. Das am häufigsten verwendete Hormon bei Kinderwunsch ist Clomifen. Sie können es entweder in Form von Spritzen oder Hormontabletten erhalten. Diese gezielte Hormontherapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen zu 100 Prozent übernommen. Ist ein gestörter Hormonhaushalt die Ursache, führt eine Hormontherapie häufig zum gewünschten Ergebnis. Meist dauert es rund sechs bis sieben Zyklen, bis die Frau ihre Fruchtbarkeitstabellen gegen Schwangerschaftsrechner und Schwangerschaftskalender austauschen kann.

Neben der Hormontherapie gibt es noch andere Medikamente und Präparate, die bei Kinderwunsch zum Einsatz kommen können. Ein häufig verwendetes Präparat ist Clomiphencitrat: es regt die Reifung der Eizellen an und fördert die Ausschüttung der Geschlechtshormone FSH (follikelstimulierende Hormone) und LH (luteinisierendes Hormon).

Da bei Kinderwunsch wie bei der Ernährung in der Schwangerschaft eine ausreichend hohe Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen notwendig ist, können Sie Ihre Fruchtbarkeit außerdem mit geeigneten Nahrungsergänzungsmitteln erhöhen.

Künstliche Befruchtung – Ablauf und Methoden

Sind alle anderen Möglichkeiten zur Therapie bei unerfülltem Kinderwunsch ausgeschöpft, bleibt Paaren die künstliche Befruchtung, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. Künstliche Befruchtung bedeutet, dass die Eizelle der Frau mit einer Samenzelle des Mannes außerhalb des weiblichen Körpers befruchtet wird. Daher stammt auch der Begriff „Retortenbaby“. Das erste im Reagenzglas gezeugte Baby kam 1978 in Großbritannien zur Welt. Heute werden in Deutschland etwa 2 Prozent der Babys mithilfe von künstlicher Befruchtung gezeugt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen dabei jeweils mindestens 50 Prozent der Kosten bei bis zu drei Versuchen.

Die Eizellen entnimmt der Facharzt dabei direkt aus der Gebärmutter der Frau. Die Spermien stellt der Mann entweder durch Masturbation zur Verfügung oder sie werden aus den Hoden gewonnen. Bei der künstlichen Befruchtung unterscheiden Fachleute die intrauterine Insemination (IUI), die In-vitro-Fertilisation (IVF) und die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Je nach Methode hat die künstliche Befruchtung einen anderen Ablauf.

Die intrauterine Insemination

Hierbei erfolgt die Samenübertragung direkt im Körper der Frau. Der Samen des Partners oder eines Samenspenders wird dabei mit einem Schlauch in die Gebärmutter transportiert. Diese Methode kommt zu Einsatz, wenn:

  • Der Partner keinen Geschlechtsverkehr haben kann (z. B. bei Querschnittslähmung)
  • Der Partner zu wenige oder unbewegliche Spermien besitzt
  • Samen von einem Spender verwendet werden

Ausschlaggebend für den Erfolg sind vor allem das Alter der Frau und die Qualität des Spermas. Pro Zyklus kommt diese künstliche Befruchtung auf eine Schwangerschaftsrate von 10 bis 15 Prozent.

Künstliche Befruchtung mit In-vitro-Fertilisation

Diese künstliche Befruchtung ist die am häufigsten angewendete Methode. Sie hat mit einer durchschnittlichen Schwangerschaftsrate von 38-41 Prozent deutlich höhere Erfolgschancen als die IUI. Vor dieser Maßnahme erhalten Sie zunächst Hormone, damit in Ihrem Körper möglichst viele Eizellen heranreifen. Sind diese voll entwickelt, saugt der Spezialist sie mit einem Schlauch ab. Ihr Partner sorgt für die benötigten Samenzellen. Beide Komponenten bringt der Facharzt in einer Nährlösung zusammen. Hat die Befruchtung stattgefunden, teilen sich die befruchteten Eizellen und bilden Embryonen. Der Gynäkologe setzt bis zu drei befruchtete Eizellen in Ihre Gebärmutter ein. Nisten sich eine oder mehrere Eizellen in der Gebärmutter ein, sind Sie schwanger.

Künstliche Befruchtung mit ICSI

Ist die Fruchtbarkeit beim Mann stark eingeschränkt, kann eine künstliche Befruchtung durch die ICSI-Methode helfen. Die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion bedeutet, dass eine Ihrer Eizellen gezielt mit einer Samenzelle Ihres Partners befruchtet wird. Dazu werden Eizellen aus Ihrer Gebärmutter entnommen, der Mann spendet den Samen. Mit einer feinen Nadel wird die männliche Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert. Ist die Befruchtung erfolgreich, werden Ihnen die befruchteten Eizellen wie bei der In-vitro-Befruchtung eingepflanzt.

Da bei dieser Form der künstlichen Befruchtung mehrere Eizellen eingesetzt werden, besteht bei der In-vitro-Fertilisation und bei der ICSI stets das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft und der damit verbundenen Mehrbelastung für Ihren Organismus.

Schwangerschaften, die durch künstliche Befruchtung entstehen, verlaufen in der Regel normal. Damit ist auch diese Therapie bei Kinderwunsch eine echte Chance auf Nachwuchs.

Die wichtigsten Kinderwunsch­zentren in Deutschland

Wenn der Klapperstorch Starthilfe benötigt, verfügen erfahrene Kinderwunschzentren in Deutschland über notwendiges und qualifiziertes Know-how.

Moderne Kinderwunschzentren helfen bei ungewollter Kinderlosigkeit, den Traum vom eigenen Nachwuchs zu verwirklichen. Immerhin jedes sechste bis siebte Paar in Deutschland sieht sich vor die Tatsache gestellt, auf natürlichem Weg kein Kind empfangen zu können. Kinderwunschkliniken in ganz Deutschland wenden moderne Verfahren der Reproduktionsmedizin zur Diagnostik und Behandlung an. Und immer öfter übernehmen auch Krankenkassen sogar teilweise bis zu 100 Prozent der Kosten dieser Behandlungen. Gute Nachrichten also für den bisher unerfüllten Kinderwunsch: Qualifizierte Fachmediziner und bezahlbare Therapien sind selten weit von Ihrem Wohnort entfernt.

Von unerfülltem Kinderwunsch sprechen die Experten, wenn nach einem Jahr erfolgloser Versuche keine Schwangerschaft zustande kommt. Dann verweist Sie Ihr Gynäkologe an eine der nahen Kinderwunschkliniken zur weiteren Diagnose und Behandlung. Diese beziehen sowohl körperliche als auch psychologische Aspekte mit ein. Ob im Rahmen allgemeiner Informationsabende oder im ganz vertraulichen Gespräch – kinderlose Paare finden in den Kinderwunschzentren von Hamburg bis München offene Ohren und dank hervorragender Möglichkeiten auch eine 60 bis 80-prozentige Chance, doch noch das eigene Baby im Arm zu halten.

Wir geben Ihnen nachfolgend einen Überblick über die wichtigsten IVF-Kinderwunschkliniken in Deutschland. IVF steht in diesem Fall für In-vitro-Fertilisation, im Volksmund auch künstliche Befruchtung genannt. Diese Kliniken bieten jedoch darüber hinaus weitere gängige Methoden bei ungewollter Kinderlosigkeit von der Hormontherapie bis zur Befruchtung außerhalb der Gebärmutter.

Kinderwunschzentren – Postleitzahlen 0 bis 4

Leipzig & Chemnitz

Mit gleich zwei Standorten und einer mehr als zehnjährigen Erfahrung in Sachen unerfülltem Kinderwunsch punktet die Praxisklinik City Leipzig. Das Team aus fünf Ärztinnen, einem Professor und einer Diplom-Biologin arbeitet in vertrauensvoller Atmosphäre eng mit den künftigen Eltern zusammen.

Berlin

Gleich neun IVF-Zentren stehen in Berlin bei unerfülltem Kinderwunsch als kompetente Helfer bereit. Eines davon ist die Arbeitsgruppe Endokrinologie und Reproduktionsmedizin Gemeinschaftspraxis im Lützow Center. Das auch international renommierte Ärzteteam rund um Dr. Temme bietet seit 30 Jahren eine komplette Betreuung, beginnend bei Ernährungsempfehlungen über Zyklusstabilisierung und Hormonbehandlung bis hin zur Kryokonservierung von Ei- und Samenzellen.

Dortmund

Seit 1997 empfängt das Kinderwunschzentrum Dortmund kinderlose Paare und kann aktuell (Frühjahr 2016) über 11.100 Schwangerschaften verzeichnen. Zukünftige Eltern schätzen das freundliche, kompetente Klima und das umfassende Therapieprogramm. Das Kinderwunschzentrum in Dortmund verfügt zudem über weitere Standorte in Siegen, Dorsten und Wuppertal.

Düsseldorf

Das Zentrum für Reproduktionsmedizin Düsseldorf steht mit einem modernen Rundum-Programm gegen unerfüllten Kinderwunsch inklusive Kryokonservierung von Eizellen, Gewebe und Sperma bereit. Sechs qualifizierte Mediziner arbeiten hier mit neuesten Therapien und operativen Maßnahmen für die künftigen Eltern.

Hamburg

Aktuell sechs Zentren für unerfüllten Kinderwunsch stehen in der Hansestadt mit fachlicher Kompetenz und modernsten Therapien bereit, um zukünftigen Eltern zu helfen. Eines davon finden Sie im Gynäkologicum Hamburg, wo sich die Arbeit von gleich sechs Ärztinnen und Ärzten auch international eines ausgezeichneten Rufs erfreut.

Kinderwunschzentren – Postleitzahlen 5 bis 6

Wiesbaden

Im Kinderwunschzentrum in der Mainzer Straße arbeiten drei Mediziner nicht zuletzt durch ihre eigens entwickelte Polkörperdiagnostik mittels der Analysemethode „Molecular Copy Counting“ (MCC) an der Verwirklichung des Traums vom eigenen Kind. Hierbei werden die entnommenen Eizellen genetisch untersucht, so dass nur die Besten von ihnen zur künstlichen Befruchtung verwendet werden. Regelmäßige Informationsabende geben den Paaren vorab die wichtigsten Informationen über Therapien wie Hormonstimulation, Insemination (Samenübertragung), IVF (In-Vitro-Fertilisation), Mikroinjektion (Zellinjektion), operative Samengewinnungsmethoden wie MESA (Mikrochirurgische Epididymale) oder TESE (Testikuläre Spermienextraktion) und Kryokonservierung (das Einfrieren von Zellen).

Mainz

Das Kinderwunschzentrum im Mainzer Fort Malakoff Park hat 2004 seine Arbeit aufgenommen und seither etwa 15.000 Paare beraten und behandelt. Moderne Therapien wie IUI (Intrauterine Insemination), ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) und IVF gehören zum Programm des Teams um Dr. Robert Emig. Das Zentrum unterhält eine zweite Außenstelle in Worms.

Heidelberg

Das Kinderwunschzentrum Heidelberg arbeitet mit sechs Ärztinnen und einem dreiköpfigen IVF-Team am Kinderwunsch betroffener Paare. Ganzjährig geöffnet, bietet die Praxis außer zwischen den Jahren zwischen 7 Uhr morgens und 20 Uhr abends Termine, um eine bestmögliche Chance auf eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Alle zwei Monate veranstaltet die Praxis kostenlose Infoabende.

Siegen

Das Kinderwunschzentrum Siegen ist eines der vier Standorte des Zentrums in Dortmund. Eröffnet im Jahr 2008, profitiert der Standort von den Erfahrungen im Stammhaus. Umfassende Beratung und Diagnostik sowie alle modernen Therapien, auch Chemo- und Strahlentherapie sowie Kryokonservierung, werden angeboten, künstliche Befruchtungen finden jedoch im Kinderwunschzentrum Dortmund statt.

Köln

Eines von vier Behandlungszentren in Köln ist das Kinderwunschzentrum in der Schönhauserstraße. Seit 2008 stellt das medizinische Team um Dr. Merzich die zukünftigen Eltern in den Mittelpunkt von Betreuung und Behandlung nach neuesten Gesichtspunkten. Unter anderem zählen Polkörperchendiagnostik und Polescopie-Mikroskopie zu den Möglichkeiten im Kampf gegen ungewollte Schwangerschaft.

Kinderwunschzentren – Postleitzahlen 7 bis 9

Ulm

Das Endokrinologikum der Praxisklinik in der Frauenstraße stellt trotz aller moderner Wissenschaft und Therapien wie IVF/ICSI/MESA/TESE, IMSI, Vibrationskultur, AssistedHatching, Kryokonservierung, hormoneller Stimulation und Insemination die künftigen Eltern einfühlsam ins Zentrum der Behandlung. Das Team um Prof. Dr. Sterzig betreut vom ersten Tag bis nach der Geburt und darüber hinaus.

Stuttgart

Die Frauenarztpraxis Villa Haag bietet als Zentrum der Reproduktionsmedizin ein breit gefächertes Angebot, um mittels individuell abgestimmter Therapien bis zu 80 Prozent der behandelten Paare zum Lebensglück mit einem eigenen Kind zu verhelfen. Zentrumsnah engagiert sich das Team um Dr. med. D.B. Mayer-Eichberger auch für unverheiratete oder gleichgeschlechtliche Paare mit Kinderwunsch, inklusive SocialFreezing, dem Einfrieren und sorgsamen Lagern von Eizellen, Samenzellen, Hodengewebe oder Eierstockgewebe.

Karlsruhe

Im Karlsruher IVF-Programm, der Arbeitsgemeinschaft für Fortpflanzungsmedizin, setzen die beiden Mediziner Dr. Wetzel und H.J. Gräber alle Hebel moderner Behandlungsmethoden in Bewegung, um den Kinderwunsch zu verwirklichen. Kein Wunder also, dass 95 Prozent der Patienten diese Praxis weiterempfehlen. Arbeitnehmerfreundliche Praxiszeiten ab 7 Uhr morgens unterstützen die Therapie. Das Zentrum erfreut sich an einer überdurchschnittlich hohen Zahl an Behandlungen, die letztendlich auch häufig zur Geburt führen.

München

Nicht weniger als sechs Institute und Praxen setzen in München alles daran, den Kinderwunsch aus medizinischer Sicht erfolgreich umzusetzen. Die Frauenklinik der LMU München-Großhadern unter Leitung von Prof. Dr. med Christian J. Thaler nutzt alle traditionellen und operativen Therapien auf dem Weg zum Wunschkind. Des Weiteren besteht in Hinblick auf später geplante Schwangerschaften die Möglichkeit der Kryokonservierung. Eine weitere Zweigstelle befindet sich im Zentrum in der Frauenklinik Maistraße.

Mehr zu: Elevit® 1 ab Kinderwunsch

Unerfüllter Kinderwunsch

Der Kinderwunsch muss nicht für immer unerfüllt bleiben

Wenn der Kinderwunsch zunächst einmal unerfüllt bleibt und die Frau nicht schwanger wird, kann es verschiedene Ursachen geben, die mithilfe verschiedener Untersuchungen geklärt und oft auch behandelt werden können. Die gute Nachricht ist: Fast alle Paare mit Kinderwunsch halten früher oder später ein Baby im Arm. Die wenigsten Paare bleiben nach der entsprechenden Behandlung wirklich kinderlos.

Ursachen für Kinderlosigkeit sind vielfältig

Unfruchtbarkeit muss also nicht die letzte Diagnose sein. Eine vorübergehende Unfruchtbarkeit kommt sowohl bei Männern (Sterilität) als auch bei Frauen vor. Die Ursachen für Unfruchtbarkeit sind vielfältig. Bei Frauen kann es häufig am PCO-Syndrom liegen, einer Gelbkörperschwäche oder weiteren Ursachen, die mit den Hormonen zusammenhängen. Die häufigste Ursache, warum es mit dem schwanger werden nicht klappt, ist der fehlende Eisprung (Anovulation).

Hier können Behandlungen mit Medikamenten, zum Beispiel Clomifen oder Mönchspfeffer zur Zyklusregulierung helfen. Um die zugrunde liegenden Aspekte für unerfüllten Kinderwunsch zu finden, können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Nicht zuletzt spielt aber auch das Fruchtbarkeit mit dem Alter abnimmt eine Rolle. So sinkt bei Frauen ab etwa 35 Jahren die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden.

Männer bleiben zwar bis ins hohe Alter theoretisch zeugungsfähig, aber auch sie können von unerfülltem Kinderwunsch betroffen sein. Anatomische Probleme, Chromosomenstörungen, Hormonstörungen oder früher durchgemachte Infektionen (wie etwa Mumps) können dazu führen, dass sie keine Kinder mehr zeugen können. Viele Probleme lassen sich aber behandeln. Einige kinderlose Paare entscheiden sich auch für eine Adoption.

Depression durch unerfüllten Kinderwunsch

Gerade Frauen leiden häufig darunter, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Wenn Sie spüren, dass sie depressive Phasen haben oder den Fokus nur noch auf den Kinderwunsch haben und dieses Thema sie so sehr beschäftigt, dass Sie die anderen, schönen Dinge im Leben nicht mehr genießen können, dann sollten Sie sich psychologische Hilfe suchen. Hierfür gibt es spezielle Kinderwunsch-Coachs. Leider erfüllt sich nicht bei allen Paaren irgendwann der Kinderwunsch. Depressionen treten im Verarbeitungsprozess häufig auf, bis die Kinderlosigkeit akzeptiert werden kann.

10 Fragen bei unerfülltem Kinderwunsch

Viele Paare wünschen sich nichts sehnlicher als ein Baby und trotzdem klappt es mit dem Schwanger werden einfach nicht. Jetzt kreisen viele Fragen im Kopf. Die wichtigsten Fragen zum unerfüllten Kinderwunsch möchten wir hier für Sie beantworten.

1. Schwanger werden: Wie viel „Wartezeit“ ist normal?

Gerade erst die Pille abgesetzt und schon schwanger. Wer sich ein Baby wünscht, hört bei diesen Geschichten im Bekanntenkreis immer ganz genau hin. Dabei sollte man nicht vergessen: Darüber, dass es auch eine Weile dauern kann, schweigen die meisten. Nach jahrelanger hormoneller Verhütung ist eine Wartezeit von einem halben bis zu einem Jahr sogar ganz normal. Weltweit treten bei jedem sechsten Paar innerhalb der ersten zwölf Monate Schwierigkeiten beim Schwanger werden auf. Nach einem Jahr regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr könnte eine Fruchtbarkeitsstörung vorliegen. Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht man nach zwei Jahren von einer „sterilen Partnerschaft“.

2. Gründe für unerfüllten Kinderwunsch: Warum klappt das Schwanger werden einfach nicht?

Etwa 15 Prozent aller Paare haben Probleme damit, ein Kind zu zeugen – die Dunkelziffer der Betroffenen liegt aber noch weitaus höher. Oftmals ist keine vollständige Unfruchtbarkeit, sondern eine vorübergehende Fruchtbarkeitsstörung dafür verantwortlich. Die Ursachen für Unfruchtbarkeit liegen zu jeweils 30 bis 40 Prozent an biologischen Störungen bei Mann und Frau. Bei 20 Prozent der Paare mit Kinderwunsch liegt eine eingeschränkte Fruchtbarkeit beider Partner vor. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie können hormoneller, organischer oder seelischer Natur sein.

Einige Paare bleiben kinderlos, weil sie sich zu spät für ein Baby entschieden haben. Denn, dass die Fruchtbarkeit mit dem Alter abnimmt, wird oft unterschätzt. Je älter die Eizellen der Frau sind, desto häufiger treten Störungen der Eizellreifung auf. Beim Mann nimmt die Spermienqualität mit dem Alter kontinuierlich ab. Auch ein übermäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum kann die Fruchtbarkeit schädigen. Starkes Über- oder Untergewicht sowie exzessiver Sport und schwere körperliche Arbeit sind ebenfalls Risikofaktoren für Fruchtbarkeitsstörungen.

Medizinische Ursachen bei der Frau

Ist der Hormonhaushalt der Frau gestört, reifen nicht genügend Eizellen heran und der Eisprung bleibt aus (z. B. PCO-Syndrom). Erkrankungen wie eine gestörte Schilddrüsenfunktion oder ein gestörter Insulinstoffwechsel (z. B. bei Diabetes) können ebenfalls dazu führen. Organische Ursachen für Sterilität sind Defekte der Eierstöcke, Eileiter oder Gebärmutter – zum Beispiel, wenn ein Eileiterverschluss oder eine Verwachsung der Gebärmutter vorliegt. Bei Frauen über 30 treten außerdem häufiger gynäkologische Krankheiten, wie eine Endometriose: Was tun bei Kinderwunsch?, auf. Auch Entzündungen, Infektionen oder Operationen können zu einer Fruchtbarkeitsstörung führen. Selten liegen angeborene Fehlbildungen vor.

Medizinische Ursachen beim Mann

Der häufigste Grund für Sterilität beim Mann ist eine verminderte Spermienqualität – es werden nicht genügend intakte, bewegliche Samenzellen produziert (z. B. OAT-Syndrom). Die Zeugungsunfähigkeit kann durch Krankheiten wie Hodenhochstand, erworbene Hodenfehlfunktionen (z. B. nach einer Mumps-Erkrankung), eine Blockade der Samenwege oder eine hormonelle Störung infolge einer Chromosomenanomalie (z. B. das Klinefelter-Syndrom) hervorgerufen werden. Eine ungesunde Lebensweise mit starkem Nikotin- und Alkoholkonsum kann die Spermienproduktion ebenfalls negativ beeinflussen.

3. Spielt die Psyche bei unerfülltem Kinderwunsch eine Rolle?

In 10 bis 15 Prozent aller Fälle von ungewollter Kinderlosigkeit liegen keine biologischen Ursachen vor. Kommen Körper und Geist nicht zur Ruhe, verhindert der Körper selbst, dass es mit der Schwangerschaft klappt. Das seelische Befinden spielt beim Kinderwunsch also auch eine große Rolle. So haben Dauerstress und -belastungen im privaten oder beruflichen Bereich im Extremfall eine Störung des Hormonhaushalts zur Folge. Ein Teufelskreis: Denn, wird die Frau nicht schwanger, machen sich viele Paare noch mehr Stress.

4. Welche Untersuchungen führt ein Arzt bei Verdacht auf eine Fruchtbarkeitsstörung durch?

Frauen haben die Möglichkeit direkt mit ihrem Gynäkologen über ihre Sorgen zu sprechen und sich untersuchen zu lassen. Bei Männern ist der Urologe für die körperlichen Untersuchungen zuständig. Sie können auch Ihren Hausarzt bitten, dass er Sie an einen Facharzt verweist. Für Kinderwunschbehandlungen gibt es reproduktionsmedizinische Zentren und Spezialpraxen.

Ihr Arzt wird als Erstes eine ausführliche Anamnese durchführen. Das heißt, er befragt sie nach Ihrer Krankengeschichte (z. B. Krankheiten, Operationen, Schwangerschaften), Ihrer psychischen Verfassung (z. B. Stress, Ängste) und Ihrer Beziehung (z. B. Sexualleben). Im Anschluss können unterschiedliche körperliche Checks sinnvoll sein. Bei der Frau werden verschiedene Sterilitätstests, wie Untersuchungen des Urins, Ultraschall- und Hormonuntersuchungen ( Zyklusmonitoring), Bauch– oder Gebärmutterspiegelung, durchgeführt. Beim Mann werden u.a. Hoden und Prostata abgetastet, Ultraschalluntersuchungen der Geschlechtsorgane gemacht und ein Spermiogramm erstellt. Letzteres erfolgt, um die Anzahl der intakten Samenzellen und deren Beweglichkeit festzustellen. Über 40 Prozent der Spermien sollten beweglich sein und mehr als 32 Prozent vorwärtsbeweglich.

Im Anschluss an die Untersuchungen und deren Ergebnisse werden weiteres Vorgehen und Möglichkeiten der Kinderwunschbehandlungen besprochen.

5. Kann Unfruchtbarkeit vorgebeugt werden?

Sind organische Ursachen für die Unfruchtbarkeit verantwortlich, kann dem nicht vorgebeugt werden. Es empfiehlt sich aber die Umsetzung des Kinderwunschs nicht zu lange hinaus zu schieben. Statistisch gesehen haben jüngere Frauen bessere Chancen schwanger zu werden. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, sowie die Vermeidung von Über- und Untergewicht kann die Fruchtbarkeit außerdem erhalten. Nehmen Sie Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahr. Krebspatienten können Samen- und Eizellen vor einer Chemotherapie für eine spätere Befruchtung per Kryokonservierung einfrieren lassen. Umstritten ist das Modell des „Social Freezing“, bei dem Eizellen ohne medizinische Notwendigkeit eingefroren werden, um sich den Kinderwunsch zu einem späteren Zeitpunkt zu erfüllen.

6. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei unerfülltem Kinderwunsch?

Die Behandlungsmethode bei unerfülltem Kinderwunsch richtet sich nach der Diagnose. In einigen Fällen kann schon ein Zyklusmonitoring, also die Beobachtung des Zyklus, weiterhelfen. Sind Hormonstörungen verantwortlich, werden Medikamente zur Normalisierung des Hormonhaushalts (z. B. mit dem Wirkstoff Clomifen) verschrieben. Sie stimulieren die Eierstöcke und können einen Eisprung auslösen, um dann auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Hierbei besteht das Risiko einer Überstimulation und die Wahrscheinlichkeit für eine Mehrlingsschwangerschaft steigt. Hormonbehandlungen gehen zur Vorbereitung auch häufig den Methoden zur künstlichen Befruchtung voraus.

Künstliche Befruchtung: Kinderwunschbehandlungen im Überblick

  • Samenübertragen (Intrauterine Insemination): Produziert der Mann zu wenige oder nicht ausreichend bewegliche Samenzellen, wird diese Kinderwunschbehandlung durchgeführt. Hierbei werden die Samenzellen aufbereitet und direkt mittels Katheter in die Gebärmutter der Frau übertragen, um so die Befruchtungschancen zu erhöhen. Die Erfolgsrate liegt pro Versuch bei fünf bis zehn Prozent.
  • In-vitro-Fertilisation (IVF): Bei dieser Behandlung werden der Frau Eizellen aus dem Eierstock entnommen und in einem Reagenzglas mit den Spermien des Mannes zusammengebracht. Nach einer erfolgreichen Befruchtung werden sie wieder in die Gebärmutter eingesetzt. Um die Chancen der Einnistung zu erhöhen, geschieht dies meist direkt mit zwei oder drei Embryonen. Die Erfolgsrate einer Behandlung liegt bei 25 bis 30 Prozent.
  • Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI): Diese Methode der künstlichen Befruchtung bei unerfülltem Kinderwunsch ist eine spezielle Art der In-vitro-Fertilisation. Ist die Spermienqualität des Mannes zu gering, kann eine einzelne Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert und befruchtet in die Gebärmutter übertragen werden.
  • Testikuläre Spermienextraktion (TESE) und Mikrochirurgische Epididymale Spermienaspiration (MESA): Wenn sich in der Samenflüssigkeit des Mannes keine Samenzellen befinden, gibt es Möglichkeiten diese operativ aus dem Hoden (TESE) oder dem Nebenhoden (MESA) zu entnehmen. Gelingt dies, kann im Anschluss eine künstliche Befruchtung mit der ICSI-Methode erfolgen.

7. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer künstlichen Befruchtung?

Klappt es mit dem Schwanger werden nicht, übernimmt die Krankenkasse die Untersuchungen zur Feststellung der Ursachen komplett. Bei den aufgeführten Methoden zur künstlichen Befruchtung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse 50 Prozent der Kosten, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Das Paar mit Kinderwunsch muss verheiratet sein.
  • Beide Partner müssen das Mindestalter von 25 Jahren erreicht haben. Die Frau darf maximal 40 Jahre alt und der Mann maximal 50 Jahre alt sein.
  • Die Behandlung muss medizinisch notwendig sein.
  • Es muss eine Beratung über die medizinischen, psychischen und sozialen Aspekte der künstlichen Befruchtung stattgefunden haben.
  • Aus ärztlicher Sicht muss eine hinreichende Aussicht auf Erfolg bestehen.

Die anteilige Kostenübernahme der Krankenkasse gilt für folgende Behandlungsanzahl:

  • Samenübertragung (Insemination) ohne hormonelle Stimulation der Eierstöcke bis zu achtmal, mit Hormonbehandlung bis zu dreimal.
  • IVF und ICSI bis zu drei Behandlungen. Aber die dritte wird nur übernommen, wenn es bei mindestens einer der ersten beiden Behandlungen zu einer Befruchtung der Eizelle im Glas kam.

Bei den privaten Krankenkassen variieren die Regelungen zur Kostenübernahme und sollten daher individuell erfragt werden. Handelt es sich um Spendersamen, werden die Kosten in der Regel weder von gesetzlichen noch privaten Krankenkassen übernommen.

8. Welche Methoden sind in Deutschland verboten?

Kinderwunschbehandlungen und Methoden zur künstlichen Befruchtung richten sich in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz und den von Ärztekammern erlassenen Handlungsrichtlinien. Im weltweiten Vergleich sind die Bestimmungen in Deutschland am strengsten. So dürfen bei der Befruchtung ausschließlich Samenzellen des Ehepartners verwendet werden. Leihmutterschaften, das Klonen von Embryonen sowie die Geschlechterauswahl oder die Untersuchung des Embryos auf Krankheiten vor der Übertragung in die Gebärmutter sind verboten.

9. Untersuchungsergebnis „Unfruchtbar“ – Wie verarbeitet man diesen Schock?

Dass der Kinderlosigkeit akzeptiert werden kann, ist für viele Paare immer noch ein Tabuthema. Häufig schämen sich Betroffene dafür, dass es nicht geklappt hat. Sie werden von Minderwertigkeitsgefühlen geplagt. Die drängenden Fragen von Freunden und Familie verstärken diese Gefühle oft. Paare ziehen sich zurück, meiden soziale Kontakte, erleben Beziehungskrisen und trennen sich im Zweifelsfall sogar. Die tiefe Traurigkeit über den unerfüllten Kinderwunsch und das Gefühl der Machtlosigkeit sind schwer zu ertragen. Sprechen Sie mit Ihrer Umwelt über Ihre Probleme, Ängste und Gefühle. Sie sind nicht alleine! Nehmen Sie psychologische Hilfe in Anspruch und lassen Sie sich beraten. In einer Therapie können nicht nur die Gefühle aufgearbeitet, sondern auch neue Wege für die Zukunft entdeckt werden.

10. Trotzdem eine Familie werden – Welche Möglichkeiten gibt es für Sie bei unerfülltem Kinderwunsch?

Bleiben alle Kinderwunschbehandlungen ergebnislos, können Sie sich Ihren Wunsch nach einer Familie trotzdem erfüllen. Eine Möglichkeit ist die Embryonenspende. Kommt eine Adoption für Sie infrage, sollten Sie sich ausführlich darüber informieren. Ein Adoptionsverfahren in Deutschland dauert und ist mit Hürden verbunden, aber nicht aussichtslos. Sie haben außerdem die Möglichkeit Pflegekinder bei sich aufzunehmen und ihnen – (meist) mit einem zu Hause auf Zeit – ein familiäres Umfeld zu bieten. Beschäftigen Sie sich zudem mit der Frage „Wie könnte mein Leben ohne eigene Kinder aussehen?“. Sie können es trotzdem erfüllend gestalten und sich zum Beispiel ehrenamtlich für Kinder engagieren.

Ob tickende „biologische Uhr“ oder das drängende Gefühl, mit dem Partner bereit für den nächsten Schritt zu sein: Beziehung, Zufriedenheit und Zusammenhalt werden auf eine harte Probe gestellt, wenn sich der Wunsch von der Schwangerschaft einfach nicht erfüllen will. Und nicht immer muss das an Erkrankungen & Co. liegen.

Denn glaubt man gynäkologischen Statistiken, entsteht sogar nur bei jeder zweiten Frau, die zweimal pro Woche ungeschützten Sex habt, innerhalb der ersten drei Monate eine Schwangerschaft. Bei 75 Prozent dauert es sogar bis zu sechs Monate. Erst innerhalb eines Jahres sind es dann bis zu 90 Prozent. Und 95 Prozent der Frauen, die zweimal wöchentlich ungeschützten Sex haben, werden innerhalb von zwei Jahren schwanger. Fazit: Zeit und Geduld sind gefragt, bevor ihr panisch abklärt, ob es an einer der folgenden Gründe oder sogar Erkrankungen liegen könnte …

1. Grund, warum man nicht unbedingt sofort schwanger wird: Zu viel Stress

Bei 15 Prozent aller Frauen, die unbedingt schwanger werden wollen, stecken keine biologischen Ursachen dahinter. Stattdessen machen ihnen psychische Probleme einen Strich durch die Baby-Rechnung. Hektik im Alltag, viel Arbeit und Druck, dass es doch nun mit der Schwangerschaft klappen muss, erschweren die Empfängnis.

Die Erklärung: Kontinuierlicher Stress produziert im weiblichen Körper einen Überschuss an männlichen Hormonen, wodurch der Eisprung verhindert werden kann. Was helfen könnte: Schlaf, gesundes Essen mit Kräutern und folsäurehaltigen Nahrungsmitteln, Yoga und autogenes Training.

2. Grund, warum man nicht unbedingt sofort schwanger wird: Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO)

In Europa leiden vier bis zwölf Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter am sogenannten Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCO), also an einem hormonellen Ungleichgewicht. PCO erzeugt einen erhöhten Spiegel an männlichen Hormonen. Dadurch wird der Eisprung verzögert oder bleibt sogar ganz aus.

Die Symptome: Bildung von Zysten, männlicheres Erscheinungsbild (Haarausfall, verstärkte Körperbehaarung, fettige Haut, Akne) und Insulinresistenz. Gynäkologen behandeln PCO mit speziellen Medikamenten, die den Eisprung anregen und somit die Schwangerschaft unterstützen. Außerdem können Hormonspritzen (Gonadotropine) injiziert werden.

Diese Reallife-Story macht Mut: Die Ärzte gaben dieser Frau nur eine Ein-Prozent-Chance Mutter zu werden – jetzt hat sie drei Kinder!

Hintergrund

Menopause mit 29 Die Ärzte gaben dieser Frau nur eine Ein-Prozent-Chance Mutter zu werden – jetzt hat sie drei Kinder! Eines steht fest: Die Geschichte von Chelsea Wright dürfte Millionen von Frauen Hoffnung geben. Denn einst hatten die Ärzte bei ihr eine maximal einprozentige Chance gegeben, Kinder zu bekommen. Heute ist sie glückliche Mutter – von gleich drei Kindern!

3. Grund, warum man nicht unbedingt sofort schwanger wird: Diabetes mellitus

Häufig werden Frauen, die an Diabetes Typ 2 erkrankt sind, schwer schwanger. Das liegt an der überschüssigen Insulinproduktion. Durch die Herstellung von Androgenen (Sexualhormone) werden die Eierstöcke getriggert und der Eisprung unterdrückt.

Frauenärzte können mit dem Glukosetoleranztest feststellen, ob diese Erkrankung vorliegt. Durch sportliche Aktivitäten und gesunde Ernährung kann durch den Gewichtsverlust der Zuckerstoffwechsel in den Normalbereich kommen und dadurch die Fruchtbarkeit begünstigen. Außerdem verschreiben Ärzte auch Diabetes-Medikamente.

4. Grund, warum man nicht unbedingt sofort schwanger wird: Endometriose

Bei Endometriose handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut. Auch außerhalb des Uterus verursacht diese den betroffenen Frauen oftmals Schmerzen.

Und: Endometriose hemmt die Fruchtbarkeit. Zur Behandlung ist eventuell auch eine Operation erforderlich. Viele Frauen können mit einer künstlichen Befruchtung allerdings auch trotz dieser Erkrankung schwanger werden.

5. Grund, warum man nicht unbedingt sofort schwanger wird: Unfruchtbarkeit des Mannes

Viele Frauen suchen die Schuld bei sich und glauben, dass ihr Körper versagt, wenn sich eine Schwangerschaft nicht innerhalb weniger Wochen einstellt. Dabei trägt doch auch noch jemand Zweites dazu bei: der Partner. So haben unter anderem Männer mit anatomischen Problemen (Hoden, Prostata) eine verminderte Fruchtbarkeit. Außerdem beeinflusst der Lebensstil (Rauchen, Alkoholkonsum, falsche Ernährung, Stress) erheblich die Qualität der Spermien.

Was ihr tun könnt: Vereinbart einen Termin beim Frauenarzt und klärt die möglichen Ursachen ab. Dann kannst du dir über weitere Schritte Gedanken machen. Denn auch, wenn es auf „normalem“ Wege nicht gelingt, schwanger zu werden, gibt es mittlerweile Möglichkeiten und erfolgversprechende Behandlungsmethoden, damit der Traum vom eigenen Kind doch noch wahr wird.

Was es bedeutet, wenn du träumst, schwanger zu sein? Das verraten wir in folgendem Video …

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Wie lange ist Verhütung nötig?

Das Ende der Fruchtbarkeit ist nicht leicht zu erkennen. Viele Frauen in den Wechseljahren und ihre Partner sind deshalb unsicher, wie lange sie noch verhüten müssen.

© Corbis Images

Aufgrund der hormonellen Umstellung während der Wechseljahre kommt es zu Schwankungen im weiblichen Zyklus. Der Eisprung wird seltener, das heißt, es gibt immer wieder Zyklen ohne einen Eisprung. Damit ist eine Schwangerschaft bei Frauen über 45 Jahren zwar noch möglich, aber zunehmend unwahrscheinlich. Die Aktivität der Eierstöcke kann jedoch stark wechseln: Nachdem die Regelblutung einige Monate ausgeblieben ist, können wieder regelmäßige Blutungen einsetzen – vielleicht auch mit Eisprung. Wegen dieser Unregelmäßigkeit haben Hormonuntersuchungen im Blut keine große Aussagekraft, da sie sich nur auf den Zeitpunkt der Blutabnahme beziehen. Einen Monat später können die Werte ganz anders aussehen.

Die Verhütung bleibt daher ein Thema, bis bestimmte Anzeichen deutlich machen, dass keine Schwangerschaft mehr möglich ist.

Das Ende der Fruchtbarkeit

Eine Frau, die weder hormonelle Verhütungsmethoden nutzt, noch Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden einnimmt, hat einen „natürlichen“ Zyklus. Für sie ist entscheidend, wann die letzte Regelblutung auftritt. Bleibt die Menstruation vor dem 50. Lebensjahr aus, wird dazu geraten, noch bis zu zwei Jahre lang zu verhüten. Hat sie die letzte Blutung danach, wird empfohlen, noch ein Jahr lang zu verhüten.

Der Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen bleibt natürlich weiterhin ein Thema.

Hormoneinnahme und Verhütung

Wenn eine Frau ihre Wechseljahrsbeschwerden mit Hormonen behandelt oder hormonell verhütet, hat sie keine natürlichen Zyklen mehr. Sie kann anhand ihres Blutungszyklus daher nicht erkennen, ab wann keine Verhütung mehr nötig ist. In diesem Fall sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen, wie lange Sie noch verhüten müssen. Wenn Sie die Hormone abgesetzt haben und mehrere Monate lang keine Blutungen mehr eintreten, kann eine wiederholte Hormonbestimmung darüber Aufschluss geben, ob Sie noch schwanger werden können.

Es ist wichtig, dass Frauen in den Wechseljahren mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, ob und wie lange es sinnvoll ist, Hormonpräparate einzunehmen. Dies betrifft auch Frauen, die weiter mit hormonellen Mitteln verhüten.

Gemischte Gefühle

Für die meisten Frauen und ihre Partner ist es erleichternd, nicht mehr auf Verhütung achten zu müssen. Dennoch können Frauen das Ende ihrer Fruchtbarkeit auch wie einen Verlust ihrer Weiblichkeit empfinden.

Selbst wenn sie keine Kinder mehr wollen, kann das Wissen, dass es damit nun unwiderruflich vorbei ist, für Frauen und Paare mit Trauer verbunden sein.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 23.07.2019

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