Schwanger in der schwangerschaft

Superfötation: Schwanger werden, wenn man schon schwanger ist

Kann eine Frau mit zwei Föten in unterschiedlichen Monaten schwanger sein? Klingt komisch, ist aber möglich. Das Phänomen nennt sich Superfötation.

Kein Tabu daraus machen! Betroffene sollten sich Hilfe suchen.

Wer einmal schwanger ist, muss sich in den nächsten Monaten eigentlich keine Gedanken um das Thema Verhütung machen. Bei einer Schwangerschaft werden keine Eizellen produziert, die befruchtet werden können.

In extrem seltenen Fällen kann es jedoch dazu kommen, dass eine zweite, übrige Eizelle befruchtet wird – auch einige Zeit nach der ursprünglichen Schwangerschaft. Dieses Phänomen nennt sich Superfötation. Bisher sind nur zehn Fälle bekannt.

Während der Schwangerschaft wachsen beide Föten in unterschiedlichen Fruchtblasen heran. Bei so einer Doppel-Schwangerschaft kann es zu einer gefährlichen Frühgeburt kommen. In den USA sorgte jedoch einst der Fall einer Frau für Aufsehen, die per Kaiserschnitt zwei Babys zur Welt brachte, die einen Altersunterschied von zwei Wochen hatten.

Im Tierreich sind Fälle von Superfötation sehr viel häufiger. Besonders bei Katzen und seltener bei Hasen kann es zu einer Doppelträchtigkeit kommen.

Wann kann man schwanger werden: Beim ersten Mal?

Immer noch hält sich der Irrglaube, dass man beim ersten Mal nicht schwanger werden kann. Das ist ein gefährlicher Mythos! Bei jedem Geschlechtsverkehr besteht das Risiko, schwanger zu werden. Egal, ob es das erste Mal ist oder nicht.

Wann kann man schwanger werden: Der weibliche Zyklus

Bestimmt hast du von den „fruchtbaren Tagen“ schon mal gehört. Das ist die Zeit im weiblichen Zyklus, wo die Chance oder das Risiko, schwanger zu werden, besonders groß ist – die Zeit um den Eisprung, der etwa in der Mitte des Zyklus stattfindet.

Wann man im Zyklus schwanger werden kann, hängt aber nicht allein vom Eisprung ab, sondern auch von der Lebensdauer der Eizelle und der Lebensdauer von Spermien. Samenzellen können innerhalb des Körpers ca. 3 bis 5 Tage überleben und quasi auf ein Ei „warten“, die Eizelle selbst ist ca. 12 bis 18 Stunden befruchtungsfähig. Die fruchtbaren Tage beginnen also ein paar Tage vor dem Eisprung bis einen Tag danach.

Was genau bedeutet Fruchtbarkeit?

Bei Frauen oder Mädchen: die Fähigkeit, schwanger zu werden.

Bei Männern oder Jungen: die Fähigkeit, ein Kind zu zeugen.

Kann man während der Periode schwanger werden?

Ganz klar: Ja! Während der ersten drei Periodentage ist das Risiko zwar geringer, aber es ist dennoch gegeben. Vor allem, wenn man einen kurzen Zyklus hat, können die fruchtbaren Tage schnell beginnen. Außerdem können – wie oben schon gesagt – Samenzellen mehrere Tage in der Scheide überleben und so das Ei befruchten.

Schwanger durch Petting?

Generell ist eine Schwangerschaft durch Petting zwar eher unwahrscheinlich, jedoch auch nicht ausgeschlossen. „Gefährlich“ wird es, wenn nach dem Samenerguss das Sperma des Mannes z. B. auf dem Finger in die Scheide eingeführt wird. Auch an der Luft sind Spermien noch einige Minuten überlebensfähig. Achtet also darauf, dass frisches Sperma nicht mit deiner Scheide in Berührung kommt.
Wo und wie lange Sperma überlebt erfährst du hier.

Schwanger trotz Pille?

Die Antibabypille gehört zu den sichersten Verhütungsmitteln. Allerdings können Magen-Darm-Beschwerden, wie zum Beispiel Durchfall oder Erbrechen, dazu führen, dass die Pille vom Körper nicht richtig aufgenommen werden kann und so der Verhütungsschutz nicht mehr vorhanden ist. Auch Zeitverschiebungen, wenn man ein Land mit unterschiedlicher Zeitzone fährt, kann zu Verwirrung bei der Einnahme führen. Wenn man dann die Pille nicht rechtzeitig einnimmt oder vergisst, ist der Schutz nicht mehr gewährleistet. Was du tun kannst, wenn du die Pille vergessen hast, erfährst du mit einem Klick auf den Link!

Kann man an den unfruchtbaren Tagen auf Verhütungsmittel verzichten?

Da man nie exakt bestimmen kann, wann die fruchtbaren Tage genau sind, ist eine konsequente Verhütung sehr wichtig! Wenn du die Pille vergisst, das Kondom reißt oder du am Ende gar nicht verhütest, erübrigt sich die Frage „Wann kann man schwanger werden?“. Bitte bedenke auch, dass du nicht nur wegen einer ungewollten Schwangerschaft verhüten solltest. Ein Verhütungsmittel ist viel mehr, als der Schutz einer Empfängnis und der daraus resultierenden Schwangerschaft. Grundsätzlich gilt auch zu wissen: Verhütung, ganz besonders Kondome, sind sehr wichtig und schützen euch vor einer Geschlechtskrankheit. Kein anderes Verhütungsmittel kann euch vor Infektionen schützen, die im schlimmsten Fall einen gesundheitlichen Schaden an eurem Körper anrichten können. Auch wenn du deinem Date/ deinem Freund/ deiner Freundin vertraust, solltest du vorher ganz sicher klarstellen, dass dir die Verhütung wichtig ist und kein Weg an einem Kondom vorbeiführt. Schließlich geht es um eure Gesundheit! Leider gibt es auch Geschlechtskrankheiten, die sich beim Partner nicht direkt bemerkbar machen und dann an euch übertragen werden.

Nein, es gibt keinen Eisprung während der Schwangerschaft. Im Normalfall bewirken die Schwangerschaftshormone kein herran wachsen neuer Eizellen.

Bei vielen Frauen dauert ein Zyklus 26-30 Tage. Der Eisprung liegt etwa in der Mitte des Zyklus.

Wenn ihr genau wissen wollt, wann ihr euren Eisprung hattet, rechnet ihn doch einmal nach. Mit diesen Informationen könnt ihr dann auch schnell euren möglichen Geburtstermin berechnen.

Seid ihr erst einmal schwanger, werden vom Körper sogenannte Schwangerschaftshormone ausgeschüttet. Das Hormon ß-HCG lässt sich mit Fälligkeit eurer Regelblutung im Urin feststellen. Die Schwangerschaftshormone bewirken in eurem Körper, dass keine weiteren Eier mehr heranreifen. In der Schwangerschaft gibt es deshalb also keinen weiteren Eisprung.

Einzelfälle gibt es doch

In England hat eine Frau allerdings im Jahr 2007 zwei Mädchen auf die Welt gebracht, die unterschiedlich alt waren. Um genau zu sein wurde das erste Mädchen ca. zwei Wochen vor dem zweiten Mädchen befruchtet. Hier ist das eigentlich Unmögliche wahr geworden. Sie hatte einen Eisprung während einer bestehenden Schwangerschaft.

Bis 40 ist eine Frau fruchtbar

Eizellen haben Frauen schon bereits bei ihrer Geburt. Ein weibliches Baby hat mehrere hunderthausende Eizellen bei der Geburt. Mit dem Beginn der Pubertät werden diese allerdings deutlich weniger. Im Laufe des Lebens der Frau werden allerdings nur ein paar hundert Eizellen heranreifen. Eine Frau ist dadurch ca. 40 Jahre fruchtbar.

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Superfötation: 2 x schwanger in 10 Tagen!

Ja, Sie haben richtig gelesen, das gibt es tatsächlich. Wenn eine Frau während einer bestehenden Schwangerschaft erneut schwanger wird, sprechen wir von „Superfötation“. Aber wie kann das überhaupt funktionieren? Wir erklären das medizinische Phänomen.

„Doppelt“ schwanger?

Kate Hill aus Australien staunte nicht schlecht, als ihr Frauenarzt verkündete, sie und ihr Mann bekämen nicht nur eins, sondern zwei Kinder. Doch damit nicht genug! Der Arzt errechnete für beide Föten unterschiedliche Geburtstermine, da die Zeugung der beiden zehn Tage auseinander lag. Kann nicht sein? Beim Menschen wirklich fast unmöglich, denn es gibt weltweit nur zehn bestätigte Fälle. Wie kam es zu dem medizinischen Wunder?

Kates Kinder sind keine Zwillinge

Teilt sich eine befruchtete Eizelle und wächst zu zwei Föten heran, spricht man von eineiigen Zwillingen. Werden zwei Eizellen von zwei Spermien befruchtet, wachsen zweieiige Zwillinge heran. Dabei erreicht eine zweite Samenzelle innerhalb der Frist von 24 Stunden die reife Eizelle. Von „Superfekundation“ spricht man, wenn die zweite Befruchtung durch einen zweiten Geschlechtsakt erfolgte. Hier kann es also theoretisch passieren, dass zweieiige Zwillinge von zwei verschiedenen Vätern gezeugt werden, wenn die Frau innerhalb von 24 Stunden Geschlechtsverkehr mit verschiedenen Partnern hat.

Bei Kate Hill trat der seltenste Fall ein: Tatsächlich hatte sie innerhalb von zehn Tagen nur einmal mit ihrem Mann geschlafen – und wurde trotzdem erneut schwanger. Normalerweise ist das 24 Stunden nach einer Befruchtung nicht mehr möglich, da die Hormone verhindern, dass eine zweite Eizelle heranreifen kann. Doch genau das passierte bei Kate. Dazu hielten sich die Spermien der ersten Befruchtung wacker bis zur zweiten Zieleizelle. Dass Spermien mehrere Tage zeugungsfähig bleiben, ist zwar kein Einzelfall, doch die Kombination aus der zweiten reifen Eizelle nach zehn Tagen und dem Spermium des ersten Aktes ist durchaus ein medizinisches Wunder.

Superfötation bei Tieren häufiger

Für die die wundersame Entstehung ihrer Kinder macht Kate eine Hormonbehandlung verantwortlich, da sie zuvor Schwierigkeiten hatte, schwanger zu werden. Was bei uns als sehr unwahrscheinlich gilt, ist in der Tierwelt häufiger: Bei Kaninchen, Hasen und Katzen und einigen anderen Tieren löst eine Überbefruchtung eine Superfötation aus – bei Katzen sogar in zehn Prozent der Fälle. Beim Zwergkärpfling, eine nordamerikanischen Fischart, ist die Superfötation sogar der Normalfall. Durch diesen Kniff der Natur bringt der Zwergkärpfling nahezu genauso viele Nachkommen wie seine größeren verwandten Arten hervor.

Für Kate sind ihre beiden Töchter so oder so ein Wunder – und vor allem das größte Glück.

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Warum es immer mehr Zwillinge gibt

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Sex in der Schwangerschaft: Erlaubt ist, was gefällt – und nicht schadet

Wenn die Schwangerschaft normal verläuft, können die werdenden Eltern nach Lust und Laune ihr Liebesleben beibehalten. Einige körperliche und seelische Veränderungen können sich aber auf die Sexualität auswirken.

© Getty Images

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, in der Schwangerschaft Sex zu haben. Das ungeborene Kind ist durch die Gebärmutter und das Fruchtwasser gut geschützt und nimmt bei normalem Geschlechtsverkehr keinen Schaden.

Aber wie so vieles andere verändert sich in der Schwangerschaft auch die Sexualität. Ein Kind auszutragen verlangt eine enorme körperliche und seelische Anpassungsleistung, die sich auch auf das Bedürfnis der Frau nach Nähe und Sexualität auswirkt. Auch der Mann muss sich an den neuen Zustand gewöhnen. Die Vorstellung, von nun an umfassend und für lange Zeit für einen kleinen Menschen verantwortlich zu sein, will erst einmal verarbeitet werden – das gilt für beide Partner.

Wann Vorsicht geboten ist

Bei bestimmten Schwangerschaftsrisiken kann es nötig sein, beim Sex auf das Eindringen des Penis in die Scheide zu verzichten. Dazu zählen Infektionen, Blutungen, vorzeitige Wehen, ein ungünstig liegender Mutterkuchen (beispielsweise eine Plazenta praevia) oder ein Blasensprung.

Vorsicht ist außerdem geboten:

  • im ersten Drittel der Schwangerschaft, falls die Schwangere schon einmal eine frühe Fehlgeburt hatte,
  • im letzten Schwangerschaftsdrittel, wenn sich eine Frühgeburt abzeichnet und
  • bei Mehrlingsschwangerschaften.

Die werdende Mutter: Mal Lust, mal Frust

Manche körperlichen Veränderungen können die Lust auf Sex erhöhen: So sorgen die Schwangerschaftshormone dafür, dass die Geschlechtsorgane stärker durchblutet sind. Klitoris und Venuslippen (Schamlippen) sind dadurch empfindsamer und die Frau kann leichter erregbar sein. Der Körper bildet auch mehr Scheidensekret, was die Gleitfähigkeit in der Scheide erhöht. Auch die Brustwarzen sind empfindlicher.

All dies kann aber auch dazu führen, dass die Berührung der Genitalien oder der Brüste als unangenehm oder sogar schmerzhaft empfunden wird. Ob körperliche Veränderungen das Lustempfinden also verstärken oder schwächen, ist von Frau zu Frau verschieden – und kann sich im Verlauf der Schwangerschaft auch wieder ändern.

In den ersten Wochen der Schwangerschaft können Übelkeit, Brechreiz und Müdigkeit die Lust auf Sex mindern. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel, wenn die Symptome abklingen, fühlen sich die meisten Schwangeren wieder wohler. Oft – aber nicht immer – stellt sich dann das Bedürfnis nach Sex wieder ein.

Im letzten Schwangerschaftsdrittel nimmt die sexuelle Lust bei vielen Frauen wieder ab. Der wachsende Bauchumfang und die zunehmend eingeschränkte Beweglichkeit machen es schwierig, eine bequeme Stellung zu finden. Oft kommt auch die Sorge hinzu, sexuell nicht mehr attraktiv zu sein, selbst wenn der Partner signalisiert, dass er die körperlichen Rundungen anziehend findet.

Überwiegend sind die Schwangeren in dieser Phase auf den Schutz des Babys und die nahende Geburt konzentriert und wünschen sich in erster Linie Nähe, Zärtlichkeit und Geborgenheit. Aber natürlich gibt es nicht DIE werdende Mutter und DEN werdenden Vater.

Der werdende Vater: Faszination und Verunsicherung

Die körperlichen Veränderungen seiner Partnerin können für einen Mann faszinierend und aufregend sein. Der runde Bauch und der größere Busen können als erotische Signale wirken. Schwangerschaftshormone bewirken zudem, dass die Haare stärker glänzen, die Haut glatter und rosiger wirkt und der Bereich um die Brustwarzen sich dunkler färbt. Dies alles kann auf den werdenden Vater eine enorme sexuelle Anziehungskraft haben und seine Partnerin für ihn auf ganz neue Art attraktiv machen.

Es kann aber auch sein, dass sich beim Mann ein Gefühl von Verunsicherung einstellt. Die hormonell bedingten Stimmungswechsel der Schwangeren können den Partner ebenso irritieren wie die Gelassenheit und Selbstsicherheit, die manche Frauen zeitweilig ausstrahlen. Auf einige Männer wirkt auch die beträchtliche Gewichtszunahme der Schwangeren oder das Austreten von Vormilch aus der Brust befremdlich.

Nicht selten wird die Lust der Männer auch von der – meist unbegründeten – Angst getrübt, ihrer Partnerin oder dem ungeborenen Kind beim Sex zu schaden. Nicht zuletzt empfinden manche Männer (und Frauen) die Anwesenheit eines „Dritten“, des ungeborenen Kindes, beim Geschlechtsverkehr als irritierend.

Manchmal gibt es Wichtigeres als Sex

Die bevorstehende Geburt wird für die werdende Mutter wie für den Vater bedeutende Veränderungen in vielen Lebensbereichen mit sich bringen. Wie wird das Leben mit einem (weiteren) Kind sein? Wird die Partnerschaft den anstehenden Belastungen standhalten? Wie wird es sich finanziell und auf das berufliche Fortkommen auswirken, (noch) ein Kind zu haben?

Veränderte Lebensbedingungen, Existenzängste und Stress sind immer ein mehr oder minder großer Störfaktor für die Sexualität. In der Schwangerschaft ist das nicht anders. Gerade in dieser Situation können andere Belange und Bedürfnisse in den Vordergrund treten.

Neu zueinander finden

Mitunter macht eine Schwangerschaft auch Konflikte und Abneigungen unübersehbar, die bislang unausgesprochen blieben. Besonders beim ersten gemeinsamen Kind gewinnt die Partnerschaft durch die Schwangerschaft und die gemeinsame Verantwortung eine Verbindlichkeit, die vorher vielleicht so nicht empfunden wurde. Möglicherweise schleicht sich das Gefühl ein, „in der Falle zu sitzen“, vielleicht tauchen auch Zweifel an der Verlässlichkeit des anderen auf.

Wenn die Vorstellung des künftigen gemeinsamen Familienlebens und der neuen Elternrolle keine Vorfreude, sondern zunehmendes Unbehagen auslöst, können solche manchmal verdrängten Unstimmigkeiten auch in sexueller Unlust oder Ablehnung ihren Ausdruck finden.

Auch wenn es schwer fällt: In Konfliktsituationen hilft es nur, die eigenen Gefühle zu hinterfragen und offen mit dem Partner zu reden. Wenn das nicht gelingt oder die Probleme unlösbar scheinen, kann es sinnvoll sein, eine Paarberatung in Anspruch zu nehmen.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 01.08.2015

Schwangere informieren

Schwangere unterstützen© Ruslan Dashinsky / iStock.com

Rund um die Familienplanung, Schwangerschaft und Geburt, besonders wenn das erste Kind erwartet wird, stellen sich zukünftigen Eltern viele Fragen: Wo findet man verlässliche Informationen, Versorgungs- und Beratungsangebote rund um die Schwangerschaft? Was tun bei einem unerfüllten Kinderwunsch? Wie bereite ich mich auf die Geburt vor? Welche Vorteile und welche Risiken hat die Pränataldiagnostik? Wie geht unser Leben nach der Geburt weiter? Wo bekommen Schwangere Unterstützung in Notlagen? Welche Regelungen gelten bei einem Schwangerschaftsabbruch? Was ist eine vertrauliche Geburt?

Schwangerschaft und Geburt – Familienplanung von Frauen und Männern

Bei Fragen zu Schwangerschaft und Geburt können werdende Eltern auf eine Fülle von Informations- und Beratungsangeboten zurückgreifen.

Unter der Fachaufsicht des Bundesfamilienministeriums stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine Vielzahl von Medien zu Schwangerschaft und Geburt, zum unerfüllten Kinderwunsch sowie zu Verhütung und zur Sexualaufklärung zur Verfügung. Auch Themen wie Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung und Fruchtbarkeit im Lebenszyklus sowie Fragen nach Lebensperspektiven mit einem behinderten Kind werden aufgegriffen. Ebenso werden die umfangreichen Leistungen für junge Familien dargestellt.

Beratung in der Schwangerschaft

Jede Frau und jeder Mann hat in Deutschland einen Anspruch auf eine Beratung im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft. Dies ist im § 2 Schwangerschaftskonfliktgesetz festgelegt. Die Beratung in einer hierfür vorgesehenen Schwangerschaftsberatungsstelle ist in der Regel kostenlos und kann auf Wunsch anonym erfolgen. Die Beraterinnen und Berater unterliegen der Schweigepflicht. Der Anspruch auf Beratung umfasst unter anderem Informationen über bestehende gesetzliche Leistungen und Hilfen für Familien und Kinder, Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen der Schwangerschaft, soziale und wirtschaftliche Hilfen für Schwangere und Lösungsmöglichkeiten für psychosoziale Konflikte im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft.

Hilfen für Schwangere mit Anonymitätswunsch – Regelung der vertraulichen Geburt

Keine schwangere Frau muss in Deutschland ihr Kind allein und heimlich zur Welt bringen. Jede Frau hat das Recht bei den Schwangerschaftsberatungsstellen vor, während und nach der Schwangerschaft anonym und beschützt Hilfe zu suchen.

Um den Schwangeren mit Wunsch nach Anonymität noch besser zu helfen, trat am 1. Mai 2014 das „Gesetz zum Ausbau der Hilfen und zur Regelung der vertraulichen Geburt“ in Kraft. Damit verbessert die Bundesregierung das Hilfsangebot für Schwangere in Notlagen und baut es aus. Ziel der vertraulichen Geburt ist es, die für Mütter wie Kinder riskanten heimlichen Geburten ohne medizinische Betreuung zu vermeiden und zu verhindern, dass Neugeborene ausgesetzt oder sogar getötet werden. Als niedrigschwelliges Unterstützungsangebot hat der Bund das kostenlose Hilfetelefon „Schwangere in Not – anonym und sicher“ unter der Rufnummer 0800 40 40 020 eingerichtet. Das Telefon ist rund um die Uhr erreichbar und vermittelt Schwangere an eine Beratungsstelle vor Ort weiter. Online gibt es Informationen und anonyme Beratung unter www.geburt-vertraulich.de. Auch die Internetseite www.schwanger-und-viele-fragen.de sowie ein Flyer informieren in mehreren Sprachen über Themen rund um die Schwangerschaft und stellt weitere Informationen zu verschiedenen Angeboten bereit.

Informationen zur Pränataldiagnostik

Die Pränataldiagnostik ist ein fester Bestandteil der Schwangerenvorsorge. Sie kann helfen, den Verlauf der Schwangerschaft und die Entwicklung des Ungeborenen zu beobachten. Oft können Bedenken der Schwangeren über den Verlauf der Schwangerschaft und Risiken mit der Pränataldiagnostik ausgeräumt oder gemindert werden. Durch die Pränataldiagnostik können aber auch Fehlbildungen oder schwere Erkrankungen des Ungeborenen erkannt werden. Betroffene Frauen und ihre Partner haben dabei einen erheblichen Informations-, Aufklärungs- und Beratungsbedarf. Zur Verbesserung der Beratung im Vorfeld einer möglichen medizinischen Indikation trat zum 1. Januar 2010 das Gesetz zur Änderung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes in Kraft, welches im Falle einer medizinischen Indikation sowohl ärztliche, als auch vertiefende psychosozialen Beratung durch eine Schwangerschaftsberatungsstelle sicherstellt. Darüber hinaus trägt das Gendiagnostikgesetz zu einer Verbesserung der Beratungssituation nach einem auffälligen Befund bei einer vorgeburtlichen genetischen Untersuchung bei.

Schwangerschaftsabbruch nach § 218 Strafgesetzbuch

Unter bestimmten Voraussetzungen bleibt der in Deutschland grundsätzlich rechtswidrige Schwangerschaftsabbruch straffrei. Dies trifft zu, wenn zum Beispiel nach der sogenannten Beratungsregelung vorgegangen wird: Die Schwangere muss nachweisen, dass sie mindestens drei Tage vor dem Eingriff an einem Beratungsgespräch in einer staatlich anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle teilgenommen hat. Die Rechtswidrigkeit ist dann ausgeschlossen, wenn die Lebensgefahr oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren abzuwenden ist und wenn die Schwangerschaft auf einem Sexualdelikt beruht.

Bundesstiftung Mutter und Kind

Um schwangere Frauen in besonderen Notlagen schnell und unbürokratisch finanziell zu unterstützen, wurde 1984 die Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ errichtet. Ziel der Bundesstiftung ist es, die Bedingungen für Mutter und Kind zu verbessern und Frauen den Weg in das Netz früher Hilfen zu ebnen. Die Bundesstiftung gewährt insbesondere finanzielle Hilfen für Schwangerschaftsbekleidung, für die Erstausstattung des Kindes, für die Weiterführung des Haushaltes und der Wohnung, für Einrichtung sowie für die Betreuung des Kindes.

Die ergänzenden Stiftungshilfen können nur in einer Schwangerschaftsberatungsstelle vor Ort beantragt werden. Es besteht kein Rechtsanspruch; die Hilfen dürfen aber auch nicht auf andere Sozialleistungen, wie zum Beispiel Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe, angerechnet werden. Dabei können die erfahrenen Beraterinnen und Berater auf die Gesamtsituation der schwangeren Frau und ihres Umfelds eingehen und auch gezielt weiterführende Hilfen leisten oder vermitteln.

Hilfe und Unterstützung bei ungewollter Kinderlosigkeit

Fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren ist ungewollt kinderlos und für die Erfüllung des Kinderwunsches auf medizinische Hilfe angewiesen. Damit Paare mit unerfülltem Kinderwunsch verbesserte Unterstützung bekommen, die Beratung gestärkt wird und das Thema insgesamt enttabuisiert wird, hat das Bundesfamilienministerium die Bundesinitiative „Hilfe und Unterstützung bei ungewollter Kinderlosigkeit“ gestartet.

Seit dem 1. April 2012 stellt der Bund zum Beispiel finanzielle Hilfen für Kinderwunschbehandlungen von Ehepaaren bereit. Voraussetzung ist, dass sich die Bundesländer mit einem eigenen Landesförderprogramm entsprechend beteiligen. Mit einer Änderung der Bundesförderrichtlinie Anfang Januar 2016 hat das Bundesfamilienministerium erwirkt, dass erstmals auch unverheiratete heterosexuelle Paare für reproduktionsmedizinische Behandlungen eine finanzielle Unterstützung erhalten können, sofern sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Nähere Informationen dazu bietet die Internetseite www.informationsportal-kinderwunsch.de

Adoptionen und Adoptionsvermittlung

Nach der aktuellen Gesetzeslage in Deutschland muss derjenige, der ein Kind adoptieren möchte, egal ob im Inland oder im Ausland, unbeschränkt geschäftsfähig und mindestens 25 Jahre alt sein. Bei Ehepartnern kann einer beziehungsweise eine dieses Alter unterschreiten, muss jedoch mindestens 21 Jahre alt sein. Ein Höchstalter für Adoptiveltern ist gesetzlich nicht festgelegt. Der Altersunterschied zwischen dem Kind und seinen Adoptiveltern sollte jedoch nicht größer als 40 Jahre sein.

Zoophile haben Sex mit Tieren. Dabei betonen sie, dass ihnen das Tierwohl am Herzen liegt und dass die Tiere mehr sind als bloße Sexobjekte, nämlich gleichberechtigte Partner. Dennoch bleibt diese Spielart für die meisten Menschen ein absolutes Tabu. Der Zeta-Verein in Berlin mit dem Vorsitzenden Matthias Gerstenkorn bemüht sich um eine Versachlichung der Debatte.

Herr Gerstenkorn, Sie sind zoophil, haben also Sex mit Tieren. Wann haben Sie gemerkt, dass Sie sich zu Tieren hingezogen fühlen?
Das war eigentlich schon mein ganzes Leben so, dass ich mich zu Tieren hingezogen gefühlt habe. Allerdings konnte ich diese Gefühle anfangs noch nicht richtig deuten. So richtig herauskristallisiert hat es sich dann, als ich 16 Jahre alt war. Ich hatte damals Reitstunden und so nach und nach hat die Stute offenbar gemerkt, dass ich sie sexuell attraktiv finde, und in einer Art und Weise darauf reagiert, wie ich sie nicht erwartet hätte. Das war mein erstes Mal mit einem Tier.

Sex mit Tieren ist für die meisten Menschen ein Tabu. Haben Sie sich danach schmutzig gefühlt?

Nein. Vielmehr war es ein Gefühl der Befreiung, weil ich endlich entdeckt hatte, was schon so lange in mir geschlummert hatte.

Wie muss man sich den Sex mit Tieren vorstellen: Wer penetriert dabei wen?

Beide Varianten sind denkbar: Der Mensch penetriert das Tier oder er lässt sich von ihm penetrieren. Ich selbst habe mich auch schon von einem Rüden decken lassen. Man muss allerdings aufpassen auf die Größe des jeweiligen Geschlechtsteils. Ich würde niemals meine Hündin penetrieren, weil sie dafür einfach viel zu klein ist. Doch es gibt wie beim Sex unter Menschen auch andere Spielweisen wie Masturbation oder Oralverkehr. Meine Hündin besitzt zum Beispiel auch diverse Sexspielzeuge.

Hunde, Pferde – kann man grundsätzlich mit allen Tieren Sex haben?

Mit den meisten. Hunde und Pferde sind unter Zoophilen sicher am stärksten vertreten, aber ich kenne auch Menschen, die stehen auf Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen oder Katzen. Ich weiß sogar von einigen, dass sie auf Großkatzen stehen – auf Tiger oder Löwen!

Ernsthaft?

Ja. Das wäre mir persönlich aber zu gefährlich. Da muss man das Verhalten dieser Raubtiere schon ganz genau kennen.

Haben Sie keine Angst vor Krankheiten, die beim Sex mit Tieren womöglich übertragen werden?

Eigentlich nicht. Die meisten sexuell übertragbaren Erkrankungen treten in der Mensch-Tier-Kombination nicht auf. Es sind eher schon Verletzungen durch die Krallen oder die Zähne der Tiere, die häufiger mal auftreten.

Weil sich die Tiere gegen den Geschlechtsverkehr wehren?

Nein. Der Rüde klammert sich an die Hüfte und hält sich mit der Daumenkralle fest. Das führt schon mal zu Kratzern am Bein, die ein paar Tage halten. Andere männliche Tiere neigen beim Akt zum Nackenbiss, der natürlich auch einen Menschen erwischen kann. Tiere können zwar nicht Nein sagen, aber sie haben andere Möglichkeiten, um deutlich zu machen, dass sie im Moment kein Interesse an Sex haben. Hunde drehen sich weg oder legen sich hin und zeigen damit deutlich, dass der Genitalbereich gerade nicht zugänglich ist. Wenn man das dann nicht akzeptiert, dann fangen sie auch mal an zu knurren. Pferde können auch austreten, was richtig gefährlich werden kann. Ich akzeptiere solche Reaktionen. Die Tiere haben selbstverständlich das gleiche Recht wie ein Mensch, keine Lust auf Sex zu haben. Für Zoophile gibt es Sex nur, wenn beide Seiten damit einverstanden sind.

Aber warum kursieren dann in den Medien immer wieder Fälle, in denen die Tiere zum Beischlaf gezwungen wurden?

Die gibt es, ohne Frage. Es gibt unter den Zoophilen drei verschiedene Gruppen. Diejenigen, die wie ich den Begriff Zoophilie sehr eng fassen und eine enge emotionale Bindung zum Tier voraussetzen, um Sexualität zwischen Mensch und Tier zu legitimieren. Diese Menschen versuchen, Tiere als möglichst gleichberechtigten Lebensgefährten zu behandeln und reduzieren sie also nicht auf bloße Sexobjekte. Dann gibt es die Beastys, die sich nicht in Tiere verlieben und sie nicht als gleichberechtigte Partner ansehen, sondern nur am Sex interessiert sind. Allerdings gibt es unter den Zoophilen auch welche, die eine solche Unterscheidung zwischen „guten“ und „schlechten“ Zoosexuellen grundsätzlich ablehnen, da sie sie für zu wertend halten. Sie argumentieren, dass man ja auch nicht zwischen „guten Homosexuellen“ – also jenen, die eine homosexuelle Beziehung haben – und „schlechten Homosexuellen“, die ihre Wochenenden in Darkrooms verbringen, unterscheidet, sondern all diese Menschen als gleichwertige Homosexuelle betrachtet.

Was ist die dritte Gruppe?

Das sind die Zoosadisten – sexuell motivierte Tierquälerei. Diesen Menschen geht es einzig und allein um die Befriedigung ihres sexuellen Triebs, egal, ob das Tier dabei sogar stirbt. So etwas verurteilen wir vom Zeta-Verein – die Abkürzung steht für Zoophiles Engagement für Toleranz und Aufklärung – aufs Schärfste! In unseren Reihen dulden wir keine derartigen Taten, wie wir bereits mehrfach aktiv unter Beweis gestellt haben. Werden uns Hinweise zu aktuellen Fällen bekannt, betreiben wir intensive Recherche und starten auf unserem Blog einen Aufruf, um Hilfe bei der Aufklärung zu erhalten. Können wir gerichtsfeste Informationen zusammentragen, so leiten wir diese unverzüglich an die Polizei weiter und erstatten Anzeige.

Auch aus Selbstschutz, um nicht mit Menschen, die solche Praktiken ausüben, in einen Topf geworfen zu werden?

In erster Linie geht es uns um das Wohl der Tiere. Aber klar: Negative Presse fällt am Ende auf alle Zoophilen zurück. Die breite Öffentlichkeit unterscheidet da nicht so wie wir in verschiedene Kategorien.

Wie viele Zoophilisten gibt es in Deutschland?

Das kann selbst ich beim besten Willen nicht sagen. Die meisten Zoophilen zeigen sich nicht öffentlich, weil sie Angst haben, von der Gesellschaft geächtet zu werden. Und die, die sich in irgendwelchen Foren versammeln, versuchen den Kreis aus genau diesem Grund möglichst klein zu halten. Die Anti-Zoophilie-Vereine sind sehr aktiv und lautstark, was es für uns nicht einfach macht. Sie werfen uns vor, dass wir die Tiere angeblich zu artwidrigem Verhalten zwingen. Das ist einfach lächerlich!

Aber ist speziesübergreifender Geschlechtsverkehr nicht genau das?

Speziesübergreifender Geschlechtsverkehr ist nichts Ungewöhnliches. Sowohl bei domestizierten als auch bei wild lebenden Tieren ist Sex zwischen verschiedenen Spezies zu beobachten und hinreichend dokumentiert. Delfine zum Beispiel paaren sich mit allen möglichen Tieren – sie vögeln sich regelrecht durch den Ozean. Ihnen ist relativ egal, mit wem sie Sex haben, solange es Spaß macht. Bei der Zoophilie geht es um Sex mit erwachsenen Tieren. Diese verfügen sehr wohl über eine entwickelte Sexualität, die sie auch ausleben können und wollen. Adulte Tiere sind keine asexuellen Plüschpuppen. Oft geht die Initiative sogar vom Tier aus.

Würden Sie sagen, Sie führen eine Liebesbeziehung zu Ihrem Tier?

Ja, ich führe eine Beziehung mit meiner Hündin. Wir sind ein gut aufeinander eingespieltes Team. Meiner Meinung nach ist Zoophilie keine Paraphilie, also eine von der empirischen Norm abweichende sexuelle Fantasie, sondern eher eine sexuelle Orientierung – so wie Heterosexualität oder Homosexualität.

Juristisch gesehen war Zoophilie in Deutschland bis 1969 als „wider­natürliches Verhalten“ strafbar. Seit 2013 ist es laut Tierschutzgesetz eine Ordnungswidrigkeit, „ein Tier für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen oder für sexuelle Handlungen Dritter abzurichten oder zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen“. Es drohen bis zu 25.000 Euro Ordnungsgeld.

Ja, doch zwei Jahre später hat das Bundesverfassungsgericht klargestellt, das im Tierschutzgesetz verankerte Verbot greife nur dann, wenn das Tier zu einem artwidrigen Verhalten gezwungen wird. Geschlechtsverkehr mit Tieren ist demnach nicht grundsätzlich verboten. Der Zeta-Verein hält das Gesetz von 2013 ohnehin für ein Sittengesetz, dessen einzige Motivation es ist, als „unanständig“ angesehene Handlungen zu unterbinden. Es ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, dass auf der anderen Seite solch bestialische Verhaltensweisen wie die Schweinekastration ohne Betäubung oder der Schenkelbrand bei Pferden in Deutschland immer noch nicht verboten sind, von anderen Missständen in der industriellen Tierhaltung ganz zu schweigen. Warum werden solche Dinge von der Gesellschaft größtenteils toleriert, aber eine Liebesbeziehung zu Tieren verurteilt?

Viele Menschen werden vermutlich gar nicht so weit denken. Für sie ist Zoophilie derart eklig, dass sie sich gar nicht näher mit solchen Fragen beschäftigen wollen.

Das ist richtig, und genau deshalb gibt es den Zeta-Verein. Unser Ziel ist es, umfassend über Zoophilie aufzuklären, damit eine echte und wissenschaftlich fundierte Debatte entstehen kann. Nicht alle Zoophilen finden das gut: Einige sind der Meinung, wir würden mit unserer Arbeit mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Ich halte das für falsch. Wenn man stets nur im Geheimen operiert, wird es schwer, sich von den Zoo­sadisten abzugrenzen, mit denen wir doch eigentlich nichts zu tun haben wollen. Dann würde man uns kollektiv zu Verbrechern abstempeln.

Schwanger und ein Haustier

Die Erklärung von Haustierexperten: Für Hunde ist ein Baby ein „Rudelmitglied“. Eine Schwangere ist damit jemand, der beschützt werden muss, weil das Ungeborene das schwächste Mitglied des Rudels sein wird. Oft sind es vor allem Rüden, die zum Schutzhund mutieren, bei Hündinnen kommt es eher zu Konkurrenzverhalten: Sie werden scheinträchtig oder mögen Frauchens Berührungen nicht mehr. Katzen aber reagieren eher deshalb spröde, weil sie Reviertiere sind – da ist das sich ankündigende Baby zunächst ein Eindringling.

Hund und Katze aufs Baby vorbereiten

Es ist ein bisschen, wie bei einem älteren Geschwisterkind: Kommt ein neues Familienmitglied, haben auch Tiere schnell das Gefühl, abgeschoben und nicht mehr geliebt zu werden. Sind Veränderungen nötig, sollte man sie daher einige Monate vor der Geburt des Babys vornehmen. So sieht der fellige Freund nicht das Baby als Ursache, falls der Hundekorb künftig im Flur stehen oder der Katzen-Stammplatz im Schlafzimmer geräumt werden muss.

Eifersucht beugt es auch vor, den Vierbeiner schon in der Schwangerschaft an feste Zeiten zu gewöhnen, in denen ausgiebig gespielt, geschmust oder das Fell gebürstet wird. Diese sollten möglichst wenig mit dem voraussichtlichen Rhythmus des Babys kollidieren. Gut ist der Mittag: Während das Baby später schläft, haben Hund oder Katze ihren Lieblingsmenschen für sich allein.

Tabuzonen abstecken

Wer möchte, dass Hund oder Katze bestimmte Bereiche oder Gegenstände meiden, die mit dem Baby zu tun haben, sollte dies schon während der Schwangerschaft trainieren. Babybett, Wickelkommode, Krabbeldecke oder auch das ganze Kinderzimmer können zur „verbotenen Zone“ erklärt werden. Kleine Belohnungen bei Beachtung, oder (bei Katzen) auch der Einsatz von ein paar Spritzern Wasser konditionieren das Tier auf die neue Regel.

Verbotenes hat jedoch einen besonderen Reiz, und vor allem Katzen halten sich nicht zuverlässig an Regeln. Deshalb kann es entspannter sein, auf Tabuzonen zu verzichten. Dürfen Hund und Katze Babybett, Wickelunterlage oder Krabbeldecke beschnuppern, verlieren diese Dinge an Attraktivität. Allerdings sollten sie nicht zum neuen Ruheplatz des Haustiers mutieren: Es löst sonst Aggressionen aus, wenn sie vom Baby belegt werden. Letztlich hängt es vom Bauchgefühl und Hygienebedürfnis der Halter ab, welche Lösung besser passt.

Hund an den Babywagen gewöhnen

Wer die Vorbereitung optimal gestalten möchte, kauft eine Babypuppe, die schreien kann, und beschäftigt sich immer wieder betont damit. So gewöhnen sich Hund oder Katze daran, nicht mehr der Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit zu sein. Wichtig ist jetzt auch, bei Hunden auf eine gute Leinenführung zu achten. Sonst wird der Spaziergang mit Babywagen und zerrendem Hund zum Kraftakt. Hundetrainer empfehlen, sich dafür ruhig einen Kinderwagen auszuleihen. Geübt wird dabei auch, dass der Mensch bestimmt, wer sich dem Wagen nähert, und nicht der Hund.

„Schwangerschaftsvertretung“ fürs Tier

Planung braucht auch die Tierpflege in der Schwangerschaft: Wer wird mit dem Hund Gassi gehen, wenn der Bauch größer und der Frau alles zuviel wird, oder wenn ihr der Arzt zu Schonung rät? Ein Aushang im Supermarkt, der Uni, im Wohnkomplex oder der Bäckerei kann helfen, eine Vertretung zu finden. Reiterinnen sollten überlegen: Wer kann das Pferd regelmäßig bewegen, wenn man selbst nicht mehr reiten kann oder darf? Vielleicht ist jemand an einer Reitbeteiligung für die Zeit der Schwangerschaft interessiert. Auch hier hilft ein rechtzeitiger Aushang im Reitstall oder eine Annonce im Internet in den Reiterforen.

Meeresbiologie: So schwanger werden männliche Seepferdchen

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Männliche Seepferdchen versorgen Embryos ganz ähnlich wie schwangere Frauen ihre Babys in der Gebärmutter. Das haben Forscher aus Australien und der Schweiz herausgefunden.

Seepferdchen gehören zu der einzigen Tiergruppe, bei der die Männchen die Babys austragen. Die Weibchen spritzen ihnen die Eier beim Geschlechtsakt in eine Bauchtasche. Diese Bruthöhle funktioniere ähnlich wie eine Gebärmutter, berichten die Forscher im Fachjournal „Molecular Biology and Evolution“.

Nährstoffe aus der Bruthöhle des Vaters

Bislang war unklar, welchen Beitrag die Männchen zur Entwicklung der Seepferdchen-Babys leisten. „Seepferdchen-Babys bekommen viele Nährstoffe durch das Eidotter, das die Mutter liefert, aber in der Bruthöhle des Vaters bekommen sie weitere Nährstoffe und Immunschutz“, erklärte Camilla Whittington von der Universität Sidney. Unter anderem bekämen die Embryos energiereiche Lipide und Kalzium für den Aufbau ihres Skeletts.

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Die Forscher hatten Dickbauchpferdchen (Hippocampus abdominalis) untersucht, deren Männchen den Nachwuchs nach 24 Tagen zur Welt bringen. Demnach geben die Tiere nicht nur Nährstoffe in die Bruthöhle ab, auch bei der Aktivität bestimmter Erbgutabschnitte gibt es Parallelen zu der bei Schwangeren.

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