Schnupfen in schwangerschaft

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Verstopfte Nase

Sie haben eine verstopfte Nase, aber keine Erkältung oder Allergie – das ist in der Schwangerschaft für viele Frauen eine lästige Begleiterscheinung. Schätzungsweise ein Drittel aller Schwangeren leidet unter einer erschwerten Nasenatmung, vor allem Raucherinnen und Frauen mit einer Milbenallergie. In der Fachsprache nennt man das Schwangerschafts-Rhinitis oder Rhinopathia gravidarum. Nach der Geburt sind die Symptome dieses „Schwangerschaftschnupfens“ dann wie weggeblasen!

Die Hormone sind verändert, dadurch nimmt die zirkulierende Blutmenge zu und alle Schleimhäute des Körpers schwellen an. Viele Schwangere wirken deshalb, vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel, ständig verschnupft. Weil die Nasenatmung behindert ist, wird durch den Mund geatmet, was wiederum die Schleimhäute austrocknet und zu Borken und zähem Schleim in der Nase und den Nasennebenhöhlen führt. So entsteht auch häufig eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Eine verstopfte Nase und geschwollene Nebenhöhlen können so eine direkte Ursache für Kopfschmerzen sein. Auch Schlaflosigkeit und Schnarchen ergibt sich häufig daraus.

Ist die Nase ständig verstopft, kann es helfen, mit etwas höher gebettetem Kopf zu schlafen. Nasentropfen oder -Spülungen mit physiologischer (0,9%iger) Kochsalz- oder Meersalzlösung können Erleichterung bringen. Bei Krustenbildung und leichtem Nasenbluten haben sich Dexpanthenol-haltige Nasensprays oder Salbe bewährt. Aber auch schon mit Vaseline oder einer einfachen Hautpflegecreme schützen Sie Ihre Nasenschleimhäute vor Austrocknen und Wundsein. Elastische Pflaster oder Nasenclips/Nasenklemmen erleichtern die Nasenatmung und verhindern das Schnarchen – vor allem nachts. Und nicht zuletzt: Trinken Sie soviel wie möglich!

Die üblichen Nasensprays, die zu einer Verengung der Blutgefäss in der Nasenschleimhaut führen, sind kurzfristig (für wenige Tage) angewandt in der Schwangerschaft nicht schädlich. Das Problem entsteht bei längerer Anwendung, weil sie zu einer Gewöhnung führen und dadurch ihre Wirksamkeit bald verlieren. Es entsteht ein Teufelskreis mit immer höherer Dosierung und trotzdem stärker verstopfter Nase. Cortisonhaltige Nasensprays sind sinnvoll, wenn Anhalt dafür besteht, dass auch eine allergische Beteiligung an der Rhinitis besteht. Der abschwellende Effekt tritt aber erst nach einigen Tagen ein.

Werden die Blutgefässe so stark belastet, können kleine Gefässe leicht platzen und bluten. Nasenbluten ist deshalb eine der häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden.

Die besten Hilfsmassnahmen bei starkem Nasenbluten

Häufige Frage zum Thema

Ich arbeite in einem klimatisierten Büro. Seitdem ich schwanger bin, habe ich ständig eine verstopfte Nase. Bekommt mein Kind noch genug Sauerstoff?

Auch ohne Erkältung leiden viele schwangere Frauen unter einer ständig verstopften Nase. Der Grund: Alle Schleimhäute sind in der Schwangerschaft stärker durchblutet und oft geschwollen. An den Atemwegen kann das besonders störend sein, denn wenn nicht ausreichend Sauerstoff eingeatmet wird, sind…

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Letzte Aktualisierung : 04-05-16, BH

Schnupfen in der Schwangerschaft

Ursachen für Schnupfen in der Schwangerschaft

Die klassischen Symptome eines Schnupfens sind Niesattacken, eine laufende oder verstopfte Nase sowie ein eingeschränkter Geruchs- und Geschmackssinn. Tritt in der Schwangerschaft eines dieser Anzeichen auf, sind unterschiedliche Auslöser denkbar. Am häufigsten ist eine der folgenden drei Ursachen:

Erkältungsviren (Erkältungsschnupfen)

Eine Virusinfektion ist grundsätzlich der häufigste Auslöser eines Schnupfens. Das gilt auch für Frauen, die ein Baby erwarten. Dass Erkältungsviren die Ursache eines Schnupfens in der Schwangerschaft sind, erkennt man in der Regel daran, dass die schwangere Frau noch unter anderen klassischen Erkältungssymptomen, zum Beispiel unter Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Husten oder Mattheit, leidet. Ein grippaler Infekt ist auch in der Schwangerschaft in der Regel kein Grund zur Sorge.

Hormonelle Veränderungen (Schwangerschaftsschnupfen)

Fast jede dritte Schwangere wird von der sogenannten Schwangerschaftsrhinitis heimgesucht. Die Nase ist dauerhaft verstopft, es fließt aber nicht immer Sekret. Da der Schwangerschaftsschnupfen in der Regel länger als sechs Wochen anhält, oftmals sogar einen Großteil der Schwangerschaft, handelt es sich um eine chronische Schnupfenart. Auslöser ist wahrscheinlich die hormonelle Umstellung, daher tritt er häufig bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel (erstes Trimester) auf und klingt auch ohne Zutun nach der Geburt innerhalb weniger Wochen wieder ab. Es gibt Untersuchungen, die einen Zusammenhang mit dem höheren Östrogen- bzw. Progesteronspiegel werdender Mütter nahelegen. Schwangerschaftsrhinitis ist demnach nicht ansteckend. Auch für das Kind im Bauch der Mutter besteht keine Gefahr. Für eine Diagnose sollten werdende Mütter einen erfahrenen Arzt zurate ziehen. Er ermittelt die Ursache nach dem Ausschlussverfahren.

Allergischer Schnupfen

Fast jede fünfte Schwangere leidet unter Allergien. Darunter sind auch viele Atemwegsallergien, die allergischen Schnupfen bedingen, beispielsweise Heuschnupfen. Aufgrund der hormonellen Veränderungen während einer Schwangerschaft kann sich auch ein allergischer Schnupfen während dieser Zeit verschlimmern.

SchwangerschaftsrhinitisIndikationenSchwangerschaftEine Schwangerschaftsrhinitis äussert sich in einer geschwollenen Nasenschleimhaut und einer verstopften Nase und hat wahrscheinlich hormonelle Ursachen. Zur Behandlung sollen keine abschwellenden Nasensprays, sondern sanfte Mittel wie zum Beispiel Salzsprays eingesetzt werden.

synonym: Schwangerschaftsschnupfen

Symptome

Als Schwangerschaftsrhinitis wird eine verstopfte und/oder laufende Nase mit geschwollenen Nasenschleimhäuten während der Schwangerschaft bezeichnet. Die Beschwerden verschwinden in der Regel in den ersten Wochen nach der Geburt des Kindes.

Ursachen

Die Ursachen sind nicht-allergisch oder und nicht-infektiös. Ein Heuschnupfen oder Erkältungsschnupfen während der Schwangerschaft ist daher keine Schwangerschaftsrhinitis. Vermutet wird eine hormonelle Ursache in Kombination mit Risikofaktoren.

Komplikationen

Eine verstopfte Nase kann Beschwerden wie Schnarchen, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Halsentzündungen, trockene Nase und Nasenbluten auslösen, unter anderem deshalb, weil durch den Mund geatmet wird. Der längerfristige Gebrauch abschwellender Nasensprays kann zu einer Rhinitis medicamentosa führen.

Diagnose

Bei der Diagnose müssen andere Erkrankungen ausgeschlossen, die ebenfalls eine Rhinitis und verstopfte Nase auslösen können, wie zum Beispiel eine Erkältung, Heuschnupfen, eine Sinusitis, Rhinitis medicamentosa, Granulome oder Nasenpolypen.

Medikamentöse Behandlung

Für die Behandlung werden sanfte Nasenmittel auf der Basis von Meerwasser, Natriumchlorid oder Emsersalz empfohlen. Es stehen Nasensprays und Spülungen zu Verfügung. Auch milde Nasensalben, z.B. mit Dexpanthenol, sind empfehlenswert.

Auf abschwellende Nasensprays mit Wirkstoffen wie Xylometazolin, Oxymetazolin, Phenylephrin oder Naphazolin soll möglichst verzichtet werden. Sie können bei einem längerfristigem Gebrauch von über eine Woche zu einer Rhinitis medicamentosa und einer Abhängigkeit führen.

siehe auch

Rhinitis medicamentosa, Verstopfte Nase

Literatur Autor

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Nasenlaufen: Was hinter Schnupfen steckt

Ursachen

Bei einem Schnupfen entzündet sich die Nasenschleimhaut. Sie wird wund, sondert wässriges oder eitriges Sekret ab und schwillt an. Die Schleimhaut reagiert damit auf unterschiedliche Einflüsse und Reize.

  • Akuter Schnupfen
    Bei einer Erkältung treten meist zwei Schnupfenarten gemeinsam auf: Ein Fließschnupfen ist ein sehr dünnflüssig-wässriger Schnupfen. Beim Stockschnupfen sitzt das Nasensekret fest und führt zu einer behinderten Nasenatmung.
  • Allergischer Schnupfen
    Ein Schnupfen infolge einer Allergie ist meist ein Heuschnupfen. Tritt er saisonal auf, sind oft Pollen und Blütenstaub die Allergene. Ein ganzjähriger allergischer Schnupfen geht vielmals auf Hausstaub, Tierhaare, Schimmelpilze oder allergieauslösende Lebensmittel zurück.
  • Hormonell bedingter Schnupfen
    Verändert sich das Gleichgewicht bestimmter Hormone, etwa der Östrogene, schwellen die Nasenschleimhäute an. Ein typisches Beispiel ist der „Schwangerschaftsschnupfen“. Ein hormonell bedingter Schnupfen kann auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten.
  • Chronischer Schnupfen
    Häufige Erkältungen oder die ständige Einwirkung von Reizen (z. B. Ozon, Feinstaub, Abgase, Tabakrauch usw.) können zu einer chronischen Entzündung der Nasenschleimhaut und sehr häufig auch der Schleimhäute in den Nebenhöhlen führen.
  • Nichtallergischer Schnupfen
    Andere ganzjährige Schnupfenbeschwerden ähneln allergischen Symptomen, aber der Arzt kann keine Allergie nachweisen. Asthmatischer Husten kann dazukommen. Häufig haben die Betroffenen auch Nasenpolypen oder reagieren teils heftig auf bestimmte Schmerzmittel.
  • Altersnase
    Mit zunehmendem Alter erweitern sich die Blutgefäße in der Nase. Die Schleimhäute schwellen leichter an. Deshalb leiden ältere Menschen sehr häufig unter einer ständig zu trockenen Nase oder unter einer vollkommen unkontrolliert, wässrig laufenden „Alterstropfnase“.

Eine laufende Nase an sich ist medizinisch gesehen zwar harmlos, allerdings kann sie das Leben der Betroffenen stark einschränken. Eine behinderte Nasenatmung kann zu Schlafstörungen wie Schnarchen oder Schlafapnoe führen.

Nasenlaufen, ständig laufende Nase

Was tun bei chronisch laufender Nase?

Auch außerhalb von Heuschnupfensaison und Erkältungszeit klagen manche Menschen über ein stetes Laufen der Nase. Anders als bei den bekannten Schnupfen-Formen scheint sich jedoch kein Auslöser zu finden. Die Betroffenen bekommen schlecht Luft, müssen sich andauernd die Nase putzen und sind ständig von Erkältungssymptomen geplagt. Grund ist häufig eine überreagierende beziehungsweise hypersensible Nasenschleimhaut.

Inhaltsverzeichnis

Was hilft schnell gegen eine laufende Nase?

Sind chronische Auslöser bekannt, die die Nasenschleimhäute anschwellen lassen, sollten diese so weit wie möglich gemieden werden. Solche Auslöser können beispielsweise Kaffee, Alkohol, Luftverschmutzung, Ozon, Feinstaub, Abgase, Tabakrauch oder Reizstoffe aus Putzmitteln sein. Regelmäßige Nasenspülungen können dazu beitragen, die empfindliche Nase von auslösenden Stoffen zu befreien. Außerdem sollte viel Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungesüßten Tees getrunken werden, um die Nasensekrete flüssig zu halten. Auch trockene Raumluft kann die Nasenschleimhaut reizen. Raumluftbefeuchter und Zimmerpflanzen können das Raumklima verbessern und die Nase entlasten.

Funktionen von Nase und Nasenschleimhaut

Die Nase wärmt und feuchtet die Luft an und filtert sie. Dabei kann unsere Nase schon im normalen Zustand bis zu zwei Liter Schleim pro Tag produzieren. Der Schleim ist sauer (pH- Wert 5.5 – 6.5) und seine Wirkung ist gegen Mikroben gerichtet. In puncto Temperatur stellt sie ein wahres Wunder dar, indem sie die Temperatur innerhalb der Nase konstant bei 30 Grad zu halten versucht. Es ist auch normal, dass die Nasenlöcher asymmetrisch durchblutet werden und anschwellen. Mal kann man durch das eine, dann wieder durch das andere besser atmen. Bei einer laufenden Nase ist die Schleimhautdurchblutung erhöht, somit kommt es zu einer vermehrten Schleimproduktion und einem Anschwellen der Schleimhäute. Hier ist eine durchgängige Hyperaktivität zu verzeichnen.

Übersensible Nase

Wenn Mediziner von einer nasalen Hyperreaktivität oder Hyperreagibilität sprechen, liegt eine überempfindliche Nasenschleimhaut vor. Diese reagiert übermäßig empfindlich auf äußere Reize wie Kälte, starke Gerüche, verschmutze Luft, Ozon, Feinstaub, Abgase, Tabakrauch oder Putzmittel sowie auf innere Reize wie bestimmte Nervenbotenstoffe, Hormone oder Eiweißstoffe. Folgende Anzeichen deuten auf eine überempfindliche Nasenschleimhaut hin:

  • häufig verstopfte Nase,
  • verminderter Geruchssinn,
  • Nasenjucken,
  • ständiger Nasenausfluss mit wässrigem Sekret,
  • oft auftretende Kopfschmerzen im Stirnbereich,
  • Symptome tauchen unabhängig von der Jahreszeit auf,
  • bestimmte Einflüsse wie Gerüche oder Temperatur verstärken die Beschwerden.

Oftmals steht eine ständig laufende Nase im Zusammenhang mit einer Allergie. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)

Mögliche Ursachen für ständigen Nasenausfluss

Oft ist eine Allergie oder eine übersensible Nasenschleimhaut (vasomotorische Rhinitis) für den ständigen Nasenausfluss verantwortlich. Daneben gibt es auch besondere Schnupfen-Formen, die mit einem ständigen Laufen der Nase einhergehen. Hierzu zählen beispielsweise der hormonell bedingte Schnupfen, die nicht-allergische eosinophile Rhinitis oder die idiopathische Rhinitis. Des Weiteren kann das Naselaufen auch durch Medikamente ausgelöst werden. Beispielsweise kann die übermäßige Verwendung von abschwellenden Nasensprays zu einer Schleimhautreizung führen.

Vasomotorische Rhinitis (hyperreflektorische Rhinopathie)

Eine besondere Schnupfen-Form, die eine ständiges Naselaufen nach sich ziehen kann, ist die vasomotorische Rhinitis (auch hyperreflektorische Rhinopathie). Liegt eine vasomotorische Rhinitis vor, reagieren die Schleimhäute extrem sensibel auf starke Gerüche, Alkohol, heiße Getränke oder stark gewürzte Speisen. Auch heftige Reaktionen auf Temperaturwechsel oder auf körperliche Anstrengung in kalter Luft sind möglich. Darüber hinaus kann die Schleimhaut auch bei körperlichem oder seelischem Stress anschwellen.

Hormonell bedingter Schnupfen

Ständiger Nasenausfluss kann ebenfalls in Zusammenhang mit einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) stehen. Dabei kommt es zu einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen, die beispielsweise zu einer allgemein erhöhten Sensibilität gegenüber Temperaturen führt. Als Folge reagiert der Körper mit einer anschwellenden Nasenschleimhaut. Generell kann ein veränderter Hormonhaushalt mitunter zu Nasenschleimhautschwellungen führen. So leiden beispielsweise rund 20 Prozent der Schwangeren aufgrund des Östrogenspiegels unter einer verstopften Nase. Dieser „Schwangerschaftsschnupfen“ verschwindet in der Regel wieder nach der Geburt. Schwangere sollten ihre verstopfte Nase wegen möglichen Folgeschäden jedoch nicht mit abschwellenden Sprays behandeln. Stattdessen eignen sich natürliche Hausmittel gegen eine vertopfte Nase.

Bei rund 20 Prozent aller Frauen tritt während der Schwangerschaft hormonbedingt eine verstopfte Nase auf. (Bild: absolutimages/fotolia.com)

Nicht-allergische eosinophile Rhinitis (NARE-Syndrom)

Wenn keine allergischen und infektiösen Auslöser festgestellt werden können, die Betroffenen aber dennoch unter ganzjährigen Symptomen wie Nasenausfluss, Niesattacken, verstopfter Nase sowie Juckreiz im Nasen- und Rachenraum leiden, könnte eine sogenannte nicht-allergische eosinophile Rhinitis (NARE-Syndrom) verantwortlich sein. Häufig liegen bei diesem Krankheitsbild auch Nasenpolypen vor. Zur Behandlung werden diese oft operativ entfernt. Des Weiteren können Nasensprays mit Kortison Linderung verschaffen. Eine neuere Behandlungsform ist eine stationäre Infusion in zwei bis drei Zyklen mit immunstärkenden Proteinen (Interferone). Ein Teil der Betroffenen konnte mit dieser Behandlungsform dauerhaft geheilt werden.

Idiopathische Rhinitis

Ärzte sprechen von einer idiopathischen Rhinitis, wenn im Vorfeld der chronischen Beschwerden wiederholter Schnupfen (Rhinitis) durch Viren auftrat. Die häufigen Virus-Infektionen haben bei diesem Krankheitsbild die Nasenschleimhaut überempfindlich werden lassen. Eine idiopathische Rhinitis zeichnet sich oft dadurch aus, dass sich keine eindeutigen Auslöser identifizieren lassen.

Riss in der Siebplatte

Tritt ständiger Nasenausfluss nach einer Kopfverletzung, einem Unfall oder nach einer Operation auf, sollte auch ein Leck in der Siebplatte (Lamina cribrosa) in Betracht gezogen werden. Dieser hauchdünne Knochen trennt die Nasennebenhöhle von den Organen im Kopf. Ein Riss kann dazu führen, dass Cerebrospinalflüssigkeit (Hirnwasser) aus dem Schädel entweicht und über die Nase abfließt. Abhängig von der Größe des Lecks kann diese seltene Verletzung lebensbedrohlich sein. In der Medizin wird dieser Riss als CSF Leak bezeichnet.

Diagnose

Nach der Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch) prüft die Ärztin beziehungsweise der Arzt zunächst, ob eine allergische oder infektiöse Ursache für den Nasenausfluss verantwortlich ist. Dazu können Diagnosemethoden wie beispielsweise ein Allergietest, Blutanalysen, eine Endoskopie der Nase oder eine Laboruntersuchung des Nasensekrets zum Einsatz kommen.

Eine ständig laufende Nase kann unterschiedlichste Ursachen haben. Ärztinnen und Ärzte stehen hier zahlreiche Diagnosemethoden zur Ermittlung der Auslöser zur Verfügung. (Bild: auremar/fotolia.com)

Behandlung

Die jeweilige Behandlung ist stark abhängig von der zugrundeliegenden Ursache. Liegt eine nicht allergische und nicht infektiöse Ursache zugrunde, müssen zunächst die Auslöser identifizieren werden, die das Anschwellen der Nasenschleimhaut begünstigen. Dies kann beispielsweise mithilfe eines Krankheitstagebuchs geschehen, in dem festgehalten wird, wie stark die Symptome waren und was man an dem Tag gegessen und gemacht hat. Sind die auslösenden Faktoren einmal identifiziert, gilt es, diese möglichst oft zu meiden. Daneben ist eine ausgiebige Pflege der Nasenschleimhaut zu empfehlen, beispielsweise durch regelmäßige Nasenspülungen mit Salzlösung.

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Die richtige Nasenpflege

Insbesondere bei Dauerschnupfen ist die richtige Pflege der Nase wichtig. Dazu zählt vor allem, die Schleimhaut in der Nase ständig feucht zu halten. In einem trockenen Raumklima trocknet auch die Schleimhaut schnell aus. Dadurch werden die natürlichen Selbstreinigungskräfte vermindert. Staub, Schadstoffe und Schmutzpartikel bleiben so länger in der Nase und reizen die Schleimhaut. Empfehlenswert ist es deshalb, viel zu trinken. Das aufgenommene Wasser hält die Schleimhäute feucht und das Nasensekret flüssig.

Nasensprays

Abschwellende Nasensprays sollten nur kurze Zeit bei akutem Schnupfen eingesetzt werden. Ansonsten können sie ein dauerhaftes Anschwellen der Nasenschleimhaut begünstigen. Meersalzhaltige Nasensprays tragen jedoch dazu bei, die Nase feucht zu halten und von Sekret zu befreien. Auch pflegende Nasensprays mit Dexpanthenol, Zitrusöl, Sesamöl oder Salbeiöl können zur Pflege der Nase eingesetzt werden.

Regelmäßige Nasenduschen

Durch regelmäßige Nasenduschen können die Nasenwege von überschüssigem Schleim, Krusten, Krankheitserregern und Schmutzpartikel befreit werden. Dies entlastet die Nasenschleimhaut und sie beginnt zu regenerieren. Nasenspülungen eignen sich auch als aktive Schutzmaßnahme vor Nebenhöhlenentzündungen und Erkältungskrankheiten wie einem grippalen Infekt sowie anderen Erkrankungen im Bereich von Nase und Ohren. Fertige Lösungen und Salze für die Nasendusche gibt es in Apotheken zu kaufen. Die Spüllösung kann aber auch selbst hergestellt werden, indem man abgekochtes Wasser mit einer Messerspitze Kochsalz versetzt.

Bei Dauerschnupfen sollte auf abschwellende Nasensprays verzichtet werden. Besser sind natürliche Methoden, die die Regeneration der Nasenschleimhaut fördern. (Bild: von Lieres/fotolia.com)

Naturheilkunde

Die Antwort nach der Hyperaktivität ist nach Ansicht der Naturheilkunde selten in der Nase selbst zu finden. Als Hintergrund ist es wichtig zu wissen, dass das lymphatische System der Nase mit anderen Schleimhäuten, wie zum Beispiel dem Darm, kommuniziert. Der in der Klinik häufig zu beobachtende Zusammenhang zwischen Dünndarm und Nase, erklärt sich so auch theoretisch.

In diesem Zusammenhang hat der Hamburger Osteopath Peter Wührl, D.O. zwei Möglichkeiten aufgezeigt: Entweder sind in diesem Schleimhautsystem bestimmte Bereiche nicht richtig aktiv, weswegen die Nasenschleimhaut quasi als Kompensation mit vermehrter Aktivität versucht dies wettzumachen oder es sind schon andere Bereiche hyperaktiv und das reizt die Nase zusätzlich.

Anatomisch kommt ein Teil der Nervenversorgung (sympathischer Anteil) aus der oberen Brustwirbelsäule. Durch mechanische Probleme in dieser Region oder auf dem Weg der Nerven bis zur Nasennebenhöhle kann es zu Beeinträchtigungen kommen, die zu einer fehlerhaften Durchblutung der Schleimhaut führen könnten.

Um diesen Erkenntnissen Rechnung zu tragen, müssen in Untersuchung und Behandlung der ständig laufenden Nase der Zustand der Darmflora, Pilzinfektionen, Schwermetallbelastungen, (Zahn-)Herde, funktionelle Problem im Bereich der Wirbelsäule und eine Regulierung des Immunsystem berücksichtigt sowie auch „versteckte“ Allergien bedacht werden. (jvs, vb; aktualisiert am 23. Januar 2019)

Quellen

  • Leitlinie Rhinosinusitis (Stand April 2017)
  • Internetauftritt des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte – besucht am 22. Januar 2019
  • Internetauftritt der amerikanischen CSF Leak Association – besucht am 22. Januar 2019

Quellen anzeigen Autoren: Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek, Dr. med. Andreas Schilling Quellen:

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Schwangerschaftsschnupfen

Was ist das?

Schnupfen in der Schwangerschaft kann neben den Ursachen die auch bei Nichtschwangeren in Frage kommen (z.B. Erkältung, Allergie, Reizstoffe, seltene Ursachen) auch durch die hormonellen Umstellungen in der Schwangerschaft ausgelöst werden. In diesen Fällen spricht man von Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis). Diese Art von Schnupfen in der Schwangerschaft ist in der überwiegenden Zahl der Fälle relativ harmlos und verschwindet spätestens nach Ende der Schwangerschaft wieder. Dennoch erzeugen die andauernden (chronischen) Schnupfensymptome bei Schwangerschaftsschnupfen mitunter einen ernstzunehmenden Leidensdruck bei betroffenen Schwangeren, was auch die Entstehung anderer Erkrankungen begünstigen könnte.

Ist Schwangerschaftsschnupfen selten?

Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) ist ganz und gar keine Seltenheit – betroffene Schwangere sind alles andere als alleine mit diesem Problem. Es wird angenommen, dass bis zu 30 Prozent aller Schwangeren Schwangerschaftsschnupfen haben. Damit ist Schwangerschaftsschnupfen vermutlich die häufigste Ursache für chronischen Schnupfen in der Schwangerschaft (häufigste Ursache für chronischen Schnupfen bei Nichtschwangeren sind dagegen Allergien, häufigste Ursache für akuten Schnupfen sowohl bei Schwangeren als auch Nichtschwangeren ist erkältungsbedingter Schnupfen). Da die Symptombelastung nur sehr leicht sein kann und da Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) unter Umständen mit anderen Schnupfenursachen verwechselt werden könnte, wird die Erkrankung zusätzlich wahrscheinlich auch nicht selten übersehen, so dass eine relativ hohe Dunkelziffer angenommen werden kann.

Wie entsteht diese Erkrankung?

Ganz eindeutig sind die Ursachen für Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) noch nicht geklärt. Es wird aber vermutet, dass vor allem der erhöhte Spiegel des weiblichen Sexualhormons Östrogen während der Schwangerschaft für Schwangerschaftsschnupfen verantwortlich ist. Normalerweise beträgt der Östrogenspiegel bei einer erwachsenen Frau im gebärfähigen Alter in Abhängigkeit vom genauen Zeitpunkt im Menstruationszyklus zwischen etwa 20 und 200 Pikogramm pro Milliliter (ein Pikogramm entspricht einem Billionstel Gramm). Während einer Schwangerschaft steigt der Östrogenspiegel an – im ersten Schwangerschaftsdrittel auf bis zu etwa 7.000 und in der späteren Schwangerschaft auf bis zu etwa 18.000 Pikogramm pro Milliliter. Östrogen sorgt während der Schwangerschaft vor allem für das Wachstum und die gute Durchblutung von Gebärmutterschleimhaut und Plazenta (Mutterkuchen), hat aber auch zahlreiche andere Aufgaben und Effekte im Körper. Der durchblutungsfördernde Effekt des Östrogens könnte für die relativ stärkere Neigung zum Anschwellen der Nasenschleimhäute während der Schwangerschaft zumindest mitverantwortlich sein. Des Weiteren kann ein erhöhter Östrogenspiegel zur verstärkten Produktion von Nasensekret sowie zu einer Erhöhung der Blutmenge im Körper führen und auch über diese Effekte die Entstehung von Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) fördern. Neben Östrogen ist auch das Hormon Progesteron während der Schwangerschaft stark erhöht – vor allem zum Ende der Schwangerschaft. Verglichen mit Werten vor der Schwangerschaft erhöht sich der Progesteronspiegel teilweise um das mehrere hundertfache, was ebenfalls einen Einfluss auf die Entstehung von Schwangerschaftsschnupfen haben soll. Weitere Hormone oder schwangerschaftsbedingte Veränderungen im Körper der werdenden Mutter können ebenfalls an der Auslösung von Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) beteiligt sein.

Welche Symptome sind typisch?

Bei Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) kommt es zu einer Reizung, Entzündung und Schwellung der Nasenschleimhäute mit typischen Schnupfensymptomen. Schwangerschaftsschnupfen äußert sich vor allem durch eine länger andauernde Nasenverstopfung mit leichter bis schwerer Behinderung der Nasenatmung und gelegentlichem Niesen. Eine laufende Nase kann auch vorkommen, ist jedoch nicht so typisch für den Schwangerschaftsschnupfen, wie die ständig verstopfte Nase. Darüber hinaus kann bei Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) auch relativ häufiges Nasenbluten auftreten. Insbesondere in schweren Fällen, kann die ständige Nasenverstopfung bei Schwangerschaftsschnupfen zu weiteren Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen führen, und oft empfinden betroffene Schwangere die Symptome von Schwangerschaftsschnupfen sowohl körperlich als auch psychisch als sehr belastend. Die Symptome von Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) können ab etwa dem zweiten Schwangerschaftsmonat aber auch erst in der späteren Schwangerschaft auftreten. Typisch ist ein Einsetzen der Beschwerden im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimester). Die schlechten Nachrichten: Schwangerschaftsschnupfen dauert in der Regel mindestens sechs Wochen und kann auch die ganze Schwangerschaft über Probleme bereiten. Die guten Nachrichten: Schwangerschaftsschnupfen verschwindet in den meisten Fällen spätestens innerhalb der ersten zwei Wochen nach dem Ende der Schwangerschaft von ganz alleine und hat meistens keine weiteren, nachteiligen Konsequenzen für die Gesundheit der betroffenen Frauen.

Schwangerschaftsschnupfen von anderen Schnupfenformen unterscheiden

Die Diagnose Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) sollte immer von einem erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker gestellt werden, da zunächst andere Ursachen von Schnupfen in der Schwangerschaft ausgeschlossen werden müssen.

INFEKTE

Zunächst kommen Infektionen mit Schnupfenviren (Schnupfen bei Erkältung in der Schwangerschaft) als mögliche Auslöser in Frage, da sie die häufigste Ursache von Schnupfen sowohl bei Schwangeren als auch bei Nichtschwangeren darstellt. Im Unterschied zu Erkältungsschnupfen fehlen bei Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) andere Erkältungssymptome, wie beispielsweise Hals- und Gliederschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Husten oder erhöhte Körpertemperatur. Eine Unterscheidung zwischen diesen beiden Schnupfenursachen sollte daher relativ leicht möglich sein.

ALLERGIEN

Verglichen mit der Unterscheidung von Erkältungsschnupfen kann die Abgrenzung des Schwangerschaftsschnupfens (Schwangerschaftsrhinitis) zu allergischem Schnupfen schon etwas schwerer sein – nicht zuletzt da Allergien sich in der Schwangerschaft stark verändern können: Sich verstärken, schwächer werden, neu auftreten, verschwinden. Allergischer Schnupfen geht allerdings im Unterschied zum Schwangerschaftsschnupfen häufig mit Juckreiz an Augen, Ohren oder an den Schleimhäuten im Nasen-Rachenraum einher.

VASOMOTORISCHER SCHNUPFEN

Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) muss auch von vasomotorischem Schnupfen unterschieden werden, der durch Reizstoffe oder psychische Belastungen ausgelöst werden kann. Die Auslöser von vasomotorischem Schnupfen können sehr vielfältig sein (z.B. scharf gewürzte Speisen, Reizstoffe oder Düfte in der Luft, Klimaveränderungen, Medikamente, Stress) und sind daher oft nur schwer zu identifizieren. Gelingt es nicht, den Auslöser zu finden, kann diese Schnupfenform oft nicht sicher vom Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) unterschieden werden.

SCHWANGERSCHAFTSSCHNUPFEN UND ANDERE SCHNUPFENURSACHEN GLEICHZEITIG

Bei Schnupfen in der Schwangerschaft sind auch Mischformen denkbar: Schwangere könnten beispielsweise gleichzeitig an allergischem Schnupfen und Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) leiden. Für den Schwangerschaftsschnupfen typisch ist aber vor allem auch eine andere Mischform: Wenn es infolge der ständigen Nasenverstopfung bei Schwangerschaftsschnupfen zu einem Missbrauch von abschwellenden Nasensprays in der Schwangerschaft gekommen ist. Die dauerhafte Verwendung von abschwellenden Nasensprays kann nämlich über einen Gewöhnungseffekt in der Nasenschleimhaut ebenfalls zu einer ständigen Nasenverstopfung führen (Privinismus), weshalb Frauen mit Schwangerschaftsschnupfen abschwellende Nasensprays eher meiden sollten.

SELTENE URSACHEN

Viele weitere – wenn auch vergleichsweise deutlich seltenere – Ursachen für Schnupfen in der Schwangerschaft müssen bei Verdacht auf Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) ausgeschlossen werden (z.B. andere Infektionen, Fremdkörper). In diesen Fällen stellen die Schnupfensymptome in der Regel ein nachgeordnetes Problem dar, da es in erster Linie gilt die Grunderkrankung zu behandeln, um schwerere Gesundheitsstörungen zu vermeiden.

Was tun?

Bei der Behandlung von Schnupfen in der Schwangerschaft gelten teilweise besondere Spielregeln. Unabhängig von der Ursache, gehört Schnupfen in der Schwangerschaft beispielsweise zunächst immer untersucht, um die genaue Ursache feststellen zu können und eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten, die sowohl für die Mutter als auch das ungeborene Kind gut verträglich ist (Wann müssen Schwangere mit Schnupfen zum Arzt?). Schwangere mit Schnupfensymptomen sollten daher stets den Rat eines Gesundheitsprofis einholen (z.B. behandelnder Frauenarzt, Heilpraktiker, Hausarzt oder Hebamme) und alle Behandlungsmethoden – auch die rezeptfreien! – vor der Anwendung besprechen (ACHTUNG: Schwanger und Schnupfen – Was hilft NICHT?). Das gilt sowohl für den Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) als auch für alle anderen Schnupfenursachen in der Schwangerschaft. Bei Schwangerschaftsschnupfen sind in der Regel vor allem schonende Behandlungsmethoden geeignet (z.B. Allgemeinmaßnahmen, Hausmittel, Homöopathie, Salzwasser-Nasensprays). In seltenen Fällen mit unkontrollierbar starken Symptomen kann zur Behandlung von Schwangerschaftsschnupfen auch der Einsatz von Medikamenten wie Antihistaminika oder Kortison-Sprays (ggf. auch Kortison-Injektionen) in Erwägung gezogen werden – in der Regel ist das aber nicht notwendig. Die Einnahme von Medikamenten sollte nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen und besonders bei Schnupfen in der Frühschwangerschaft (erste drei Schwangerschaftsmonate) vermieden werden, da es sich dabei um die empfindlichste Phase in der kindlichen Entwicklung handelt. Die Anwendung von abschwellenden Nasensprays sollte bei Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) in der Regel ganz und zu jedem Zeitpunkt vermieden werden, da der langfristige Gebrauch dieser Medikamente zu einer Verstärkung der Symptome und zu einer Abhängigkeit von diesen Medikamenten führen könnte.

ALLGEMEINMASSNAHMEN

Allgemeinmaßnahmen gegen Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) können in der Regel einfach und sicher durchgeführt werden, sofern keine Gegenanzeigen vorliegen oder vom behandelnden Arzt, Heilpraktiker oder der Hebamme davon abgeraten wurde. Dazu gehören:

  • Leichtes körperliches Training (kann bei Schwangerschaftsschnupfen gegebenenfalls dabei helfen die Atemwege weiter zu stellen und dadurch die Symptome zu lindern) – Trainingsplan vorher unbedingt mit einem Gesundheitsprofi absprechen,
  • Ausreichend Flüssigkeit aufnehmen: Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für Schwangere mindestens 1,5 Liter über Getränke, aber nicht über die täglich empfohlenen Mengen zur Flüssigkeitsaufnahme hinaus (maximal etwa 2,25 bis 2,7 Liter),
  • Raumtemperatur regulieren: Zwischen 20 und 22 Grad Celsius wird bei Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) in der Regel am besten vertragen,
  • Für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen: Zwischen 50-80 Prozent,
  • Gegebenenfalls Saunagänge, aber unbedingt erst nach Absprache mit einem Gesundheitsprofi und mit Vorsicht: Nicht in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten, kurze Aufenthalten, nicht zu heiße Temperaturen, beim ersten Gefühl für Unwohlsein die Sauna verlassen,
  • Den Kopf beim Schlafen erhöht betten: Kann in der späteren Schwangerschaft auch gleichzeitig schwangerschaftsbedingtem Säurerückfluss aus dem Magen entgegenwirken, der durch den erhöhten Druck in der Bauchhöhle begünstigt werden kann.

HAUSMITTEL

Da bei Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) in der Regel vor allem die Nasenverstopfung Probleme bereitet, können Inhalationen mit heißem Wasserdampf überaus hilfreich sein. Das Inhalieren kann dabei das Abschwellen der Nasenschleimhäute fördern und die freie Nasenatmung wiederherstellen. Frischer Kamillentee oder frische Kamillenblüten können der Inhaltionsmischung beigefügt werden, sofern keine Allergien (z.B. Allergie gegen Korbblütler) oder Warnhinweise durch den behandelnden Arzt, Heilpraktiker oder die Hebamme vorliegen. Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (2. Trimester) kommen auch ausgewählte, schwangerschaftsverträgliche ätherische Öle (z.B. Lavendelöl) als Inhalationszusatz zur Behandlung von Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) in Frage. Aber Vorsicht: Neben möglichen allergischen Reaktionen sollten viele ätherische Öle in der Schwangerschaft besser nicht verwendet werden. Daher sollte dies vor der Anwendung möglichst detailliert mit einem Gesundheitsprofi durchgesprochen werden. Eine Art Mini-Inhalation kann auch schon beim Trinken von heiß aufgegossenem Tee gemacht werden (Vorsicht: Nicht alle Tees sollten bedenkenlos und in größeren Mengen von Schwangeren getrunken werden). In der Schwangerschaft eignen sich besonders Kamillentee, Holunderblütentee, Lindenblütentee oder auch grüner Tee (aufgrund des Koffeingehalts nicht mehr als etwa zwei Tassen pro Tag). Weitere Hausmittel die bei Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) hilfreich sein können, sind:

  • Kompressen mit frischen Zitronenscheiben, um die Nasenverstopfung zu lösen,
  • Heiße Suppen, die wegen der warmen, aufsteigenden Dämpfe ebenfalls einen Mini-Inhalationseffekt haben können (z.B. Hühnersuppe, da diese Suppe zusätzlich entzündungshemmende Wirkungen hat),
  • Scharfe Speisen zur Öffnung der Atemwege aber nur mit Vorsicht und in Maßen (z.B. Chili, Rettich oder Ingwer)

HOMÖOPATHIE

Schnupfen kann in vielen Fällen überaus erfolgreich mit Homöopathie behandelt werden (Schnupfen-Homöopathie). Homöopathische Präparate sind dazu in der Regel auch für Schwangere sehr gut verträglich, da sie nebenwirkungsarm und sicher anwendbar sind. Daher können sie bei der Behandlung von Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) sehr hilfreich sein und stellen in leichten bis mäßigen Fällen häufig auch das Mittel der Wahl dar. Manche homöopathische Präparate sollten allerdings in der Schwangerschaft gemieden werden – vor allem in niedrigen Potenzen. Die Anwendung sollte, wie alle therapeutischen Maßnahmen bei Schwangeren, mit dem behandelnden Arzt, Heilpraktiker oder der Hebamme besprochen werden. Ein Heilpraktiker oder homöopathisch ausgebildeter Arzt kann darüber hinaus bei der Auswahl des richtigen Mittels in der für Schwangere geeigneten Potenz helfen. Erfahrungsgemäß ist bei Schwangeren vor allem die Verabreichung in Form homöopathischer Globuli sinnvoll, da Schwangere beispielsweise keine homöopathischen Tropfen mit Alkoholgehalt einnehmen sollten. Sinnvoll kann aber beispielsweise auch die Anwendung bestimmter homöopathischer Nasensprays in der Schwangerschaft sein. Bei der Wahl homöopathischer Mittel zur Behandlung von Schnupfen ist es entscheidend, die genauen Symptome sowie individuelle Eigenschaften der Betroffenen zu berücksichtigen. Da bei Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) in den meisten Fällen vor allem die Nasenverstopfung im Vordergrund der Beschwerden steht und gleichzeitig das Nasensekret klar ist, kann erfahrungsgemäß beispielsweise besonders Allium cepa hilfreich sein.

SALZWASSER-NASENSPRAYS UND NASENDUSCHEN

Während abschwellende Nasensprays in der Regel bei Schwangerschaftsschnupfen (Schwangerschaftsrhinitis) tabu sind, können Salzwasser- bzw. Meerwasser Nasensprays in der Schwangerschaft zur Symptomlinderung mitunter sehr geeignet sein und werden von vielen Betroffenen gerne angewendet, da bei richtiger Anwendung keine Nebenwirkungen bekannt sind (Sichere Wahl für Schwangere: Salzwasser-Nasensprays) – dasselbe gilt für die Durchführung einer Nasendusche mit Salzwasser. Dexpanthenol Nasensprays pflegen zusätzlich die Schleimhäute und sind in der Regel nicht mit besonderen Anwendungsbeschränkungen in der Schwangerschaft behaftet. Schwangere sollten aber auch hier sicherheitshalber vor der Anwendung einen Gesundheitsexperten zu Rate ziehen.

Autor: Dr. Jörg Schweikart

Erkältungsviren machen leider auch vor Schwangeren nicht halt. Wer in der Schwangerschaft eine Erkältung bekommt, muss sich zwar nicht um das Baby im Bauch sorgen, allerdings ist besondere Vorsicht in Sachen Medikamente geboten. Doch sanfte Alternativen können helfen.

Wenn eine werdende Mutter in der Schwangerschaft eine Erkältung erwischt, ist die Beunruhigung und Unsicherheit oft groß. Doch keine Sorge: Dem Kind kann eine normale Erkältung nicht schaden. Die Erkältungssymptome können aber ganz schön quälend sein. Dennoch sind die meisten Schwangeren extrem zurückhaltend mit der Einnahme von Medikamenten. Und das ist auch gut so. Trotzdem gibt es einige Dinge, die Sie tun können, um die Beschwerden zu lindern und sich wieder wohler zu fühlen.

Schnupfen in der Schwangerschaft: Was tun?

Warum leiden viele Schwangere an Schnupfen?

Zum einen gibt es den hormonell bedingten, nicht-viralen Schnupfen in der Schwangerschaft, gegen dessen Ursachen man wenig tun kann. Eine Schwangere kann in diesem Fall allenfalls versuchen, die Symptome zu lindern.

Zum anderen können sich selbstverständlich auch Schwangere mit viralem Schnupfen anstecken. Das passiert sogar recht häufig, da das Immunsystem während der Schwangerschaft etwas geschwächt ist, damit der Körper das ungeborene Kind nicht abstößt. Außerdem arbeitet das Immunsystem für das Kind mit. Dadurch wird eine Frau jedoch anfälliger für einen Schnupfen. In der Schwangerschaft ist ein Schnupfen leider oft zusätzlicher Stress für den Körper.

Wie kann man Schnupfen in der Schwangerschaft vermeiden?

Zunächst einmal kann eine Schwangere ihr Immunsystem unterstützen, indem sie viel Obst und Gemüse isst, denn die darin enthaltenen Vitamine machen den Körper stark im Kampf gegen den Schnupfen in der Schwangerschaft. Wenn man nicht genug Vitamine über die Nahrung aufnehmen kann, sollte man ergänzend Vitaminpräparate einnehmen. Allerdings sollten niemals über 60 mg Vitamin C am Tag in den Körper gelangen. Außerdem sollte man sich schonen und Stress vermeiden. Auch kalte Güsse sind gut geeignet, um dem Schnupfen in der Schwangerschaft erst gar keine Chance zu geben.

  • Obst & Gemüse
  • Ergänzende Vitaminpräparate
  • Stress vermeiden
  • Kalte Güsse

Die Behandlung von Schnupfen in der Schwangerschaft

Auch wenn es vielen Schwangeren mit einem Schnupfen sehr schlecht geht: Auf keinen Fall solltest du Erkältungsmedikamente in hoher Dosierung einnehmen. Stattdessen solltest du mit deinem Arzt sprechen, bevor du dich für ein Medikament entscheidest. Es kann nämlich sein, dass Erkältungsmedikamente, die vor der Schwangerschaft noch bedenkenlos eingenommen werden konnten, nicht dafür geeignet sind, den Schnupfen in der Schwangerschaft zu behandeln. Auf jeden Fall solltest du alle Medikamente – egal ob frei verkäuflich oder rezeptpflichtig – nur so lange einnehmen wie unbedingt nötig. Zum Glück gibt es auch zahlreiche unbedenkliche und pflanzliche Methoden, um die Symptome von Schnupfen in der Schwangerschaft zu lindern.

Frage deinen Arzt um Rat, bevor du auf eigene Faust zu Medikamenten greifst.

Hausmittel gegen Schnupfen in der Schwangerschaft

Selbst wenn man rezeptfreie Medikamente einnehmen möchte, um den Schnupfen in der Schwangerschaft zu behandeln, sollte man vorher mit einem Arzt sprechen – auch wenn einige der Medikamente letztendlich unbedenklich sind. Hustenbonbons sowie Cremes mit ätherischen Inhaltsstoffen zum Einreiben sind erlaubt. Schwangere können zudem mithilfe einiger effektiver Hausmittelchen selbst etwas gegen Schnupfen in der Schwangerschaft tun:

  • Dampfbad mit Eukalyptus- oder Pfefferminzöl: Das Inhalieren erleichtert beispielsweise das Atmen durch eine verstopfte Nase und wirkt lindernd bei verstopften Stirnhöhlen.
  • Getränk aus Wasser, Zitrone & Honig oder Salzwasser gurgeln: Tut bei zusätzlichen Halsschmerzen gut.
  • Warmes Erkältungsbad mit Kamille oder Thymian: Danach sollte man schnell ins Bett gehen oder sich auf das Sofa legen, um die Wärme möglichst lange zu speichern.
  • Viel Flüssigkeit

Hinweis: Wenn du doch von einer stärkeren Erkältung oder sogar der Grippe erwischt wirst, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Er kann dir dann ein Antibiotikum verschreiben, das auch für Schwangere geeignet ist. Wenn man darüber hinaus auch Schmerzmittel braucht, sollte nur auf Paracetamol zurückgegriffen werden, denn viele andere Wirkstoffe sind für Schwangere nicht geeignet.

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Nasenspray bei Schnupfen in der Schwangerschaft

Viele Ärzte raten von Nasenspray zur Behandlung von Schnupfen in der Schwangerschaft ab, weil der abschwellend wirkende Inhaltsstoff die Gefäße verengt. Ein gering dosiertes Nasenspray können Schwangere aber bedenkenlos verwenden, zum Beispiel eines für Kleinkinder. Denn dauerhaft eine verstopfte Nase zu haben, wäre für die Mutter und das Kind wesentlich schädlicher als ein in Maßen dosiertes Nasenspray. Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, sollte immer nur ein Nasenloch im Wechsel besprüht oder auf Meerwasserspray zurückgegriffen werden. Dieses kann zur Behandlung von Schnupfen in der Schwangerschaft bedenkenlos angewendet werden.

Ein Schnupfen in der Schwangerschaft ist zwar unangenehm, aber meistens harmlos. Wenn deine Beschwerden länger anhalten oder sehr stark sind, solltest du zum Arzt gehen und dir Medikamente verschreiben lassen, die zur Behandlung für Schwangere geeignet sind. Für leichtere Symptome gibt es unkomplizierte und harmlose Hausmittelchen, mit denen du den Schnupfen bedenkenlos behandeln kannst. Übrigens: Wir können dir auch sagen, was du über eine Krankschreibung in der Schwangerschaft wissen solltest.

Erkältung in der Schwangerschaft: Welche Viren dem Ungeborenen schaden

Während einer Schwangerschaft ist das Immunsystem der Frau damit beschäftigt, das Baby zu schützen. Schwangere sind deshalb viel anfälliger für Viren, die Husten, Schnupfen oder Grippe auslösen. Leichte Erkältungen sind zwar lästig, bedeuten für die Mutter und das ungeborene Kind aber in der Regel keine Gefahr.

Doch nicht jede scheinbar harmlose Erkältung bleibt ohne Folgen für das heranwachsende Baby im Mutterleib. Einige Viren verstecken sich hinter den Symptomen einer Erkältung , können für das ungeborene Kind aber schwerwiegende Folgen haben.

Viren getarnt als harmlose Erkältung

Das Humane-Zytomegalie-Virus (CMV), ein Virus aus der Herpes-Familie, tarnt sich mit Kopfschmerzen und angeschwollenen Lymphknoten. Für gesunde Erwachsene ist es meist harmlos, für ungeborene Kinder kann es dagegen lebensgefährlich sein. „Eine Infektion am Gehirn oder in der Leber kann zu Fehlbildungen führen und lebensbedrohlich für das Kind sein. Taubheit ist nur eine potentielle Folge“, sagt Regina Rasenack, Oberärztin der Geburtshilfe an der Uniklinik Freiburg. Das CMV ist der Erreger, der am häufigsten während der Schwangerschaft von der Mutter auf den Fötus übertragen wird. Zwar infizieren sich gerade einmal 0,3 bis ein Prozent aller Schwangeren mit dem Virus, doch fast die Hälfte davon überträgt den gefährlichen Erreger über die Plazenta an den Fötus.

Auch das Parvovirus B19, der Erreger der Ringelröteln, löst zunächst eine harmlose Erkältung aus. Infiziert sich eine Schwangere mit diesem Virus, kann das Auswirkungen auf die Blutproduktion des Babys haben. „Das Kind produziert dann über Tage oder Wochen keine roten Blutkörperchen und kann schon im Mutterleib an Blutarmut erkranken“, warnt Wolfgang Henrich, Frauen-, Kinder- und Jugendmediziner am Klinikum für Geburtsmedizin der Charité in Berlin. Zwar infiziert sich nur ein Bruchteil aller Schwangeren mit dem Parvovirus B19. Wenn eine werdende Mutter unter Erkältungssymptomen mit Fieber und Hautauschlag leidet oder in der Kita gerade die Ringelröteln umgehen, sollte sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen und sich auf eine Immunität testen lassen, rät Henrich. „Falls die Schwangere nicht immun ist und das Ungeborene erkrankt, lässt sich die Anämie des heranwachsenden Babys mit Bluttransfusionen schnell und effektiv behandeln.“

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