Schnuller für baby

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Schnuller und Nuckel

Man kann sie lieben, man kann sie hassen, fest steht: Eltern geben ihren Kindern seit Jahrhunderten Schnuller und Nuckel. Die Hoffnung: Der Schnuller möge das Baby – und manchmal auch das Kleinkind – beruhigen. Während einige Mütter den Tag niemals überleben würden, gäbe es keinen Nuckel für ihr Kind, halten andere Mütter und einige Mediziner überhaupt nichts von Schnullern.

Was sind Schnuller (oder Beruhigungssauger)?

Früher hätte ein Nuckel alles sein können, solange ein Baby daran saugen kann – so wie Zahnungshilfen oder Babyrasseln mit abgerundeten Enden. Inzwischen versteht man unter einem Schnuller ein Standardmundstück und ein Schutzschild aus Plastik oder Silikon mit einem Bügelchen zum Festhalten. Schnuller aus Latex sind zwar weicher und biegsamer als die aus Silikon, aber sie halten auch nicht so lange. Moderne Schnuller sind im Gebrauch sicher – sie können leicht sterilisiert werden und das Schild verhindert, dass das Baby den Schnuller verschluckt.

Wie viele Eltern verwenden Schnuller?

Um ihre Kinder zu beruhigen, greifen viele Eltern auf Schnuller zurück. Laut einer Studie namens „Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC)“, man nennt sie auch die Studie „Kinder der 90er“, haben zwei Drittel der Mütter aus insgesamt 10.950 Probanden zu irgendeinem Zeitpunkt ihrem Kind den Schnuller gegeben (North et al 1999).
Bei dieser Studie wurden die Mütter unter anderem zweierlei gefragt: Erstens, ob sie einen Schnuller für ihr vier Wochen altes Baby benutzen und zweitens, ob sie den Schnuller auch für das sechs Monate alte Kind benutzen. Die Hälfte der Mütter gab an, einen Schnuller für ihr sechs Monate altes Kind zu haben und für die meisten jener Mütter galt dies auch, als das Baby vier Wochen alt war.

Ab wann kann ich meinem Kind einen Schnuller geben?

Wenn Sie stillen, ist es sinnvoll, mit dem Schnuller zu warten, bis Ihr Kind einen Monat alt ist. Denn die Benutzung eines Schnullers könnte sich störend aufs Stillen auswirken, solange es noch nicht reibungslos klappt. Die meisten Eltern greifen auf Nuckel zurück, wenn ihr Baby zwei bis drei Monate alt ist (Vogel et al 2001).
Sie nutzen ihn dann vor allem, um Ihrem Baby das Einschlafen zur Nacht oder bei den Mittagsschläfchen zu erleichtern. Einige Eltern geben ihn auch deshalb, weil sie gehört haben, dass Schnuller das Risiko des Plötzlichen Kindstodes reduzieren können (DH 2009) ).

Was sind die Vorteile eines Schnullers?

  • Einschlafhilfe und Tröster. Eltern und Babysitter profitieren vor allem davon, dass ein Schnuller dem Baby dabei hilft, einzuschlafen. Nuckeln kann Schmerzen lindern (Pinelli et al 2002; Carbajal et al 2000). Deshalb geben Eltern ihren Kindern oft einen Nuckel, wenn diese unter Koliken leiden oder sich einfach nicht trösten lassen wollen. Der Schnuller kann nicht nur beim nächtlichen Einschlafen helfen, sondern auch während der Mittagsschlafs.
  • Hilfe für Frühchen. Frühgeborenen kann das Saugen an einem Schnuller wirklich helfen: Mit Hilfe von Studien hat man herausgefunden, dass Frühchen auf diese Weise schneller mit der Flasche gefüttert werden können (Pinelli et al 2002; Carbajal et al 2000) und die Nahrung nicht mehr über eine Sonde bekommen müssen. Bei Frühgeborenen kann ein Schnuller also den Krankenhausaufenthalt verkürzen (Pinelli and Symington 2005).
  • Hilfreich gegen den Plötzlichen Kindstod. Neuere Studien geben Hinweise darauf, dass ein Schnuller helfen kann, das Risiko des Plötzlichen Kindstods zu reduzieren (O’Connor et al, 2009). Das ist allerdings noch nicht zweifelsfrei belegt.

Was spricht gegen einen Nuckel?

  • Eine höhere Infektionsgefahr. Es gibt einen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen anhaltendem Schnullergebrauch und einer Mittelohrentzündung (PIER 2001). Das kann zum Teil durch andere Lebensumstände wie einem schwachen Immunsystem, ärmlichen Wohnverhältnissen oder einem geringen Einkommen der Eltern erklärt werden – Faktoren, die offenbar auf viele Familien zutreffen, die Schnuller benutzen.
    Darüber hinaus gibt es dennoch einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Schnullern und Ohrinfektionen. Man vermutet, dass Schnullernuckeln eine Infektion begünstigt, die vom Mund in die Eustachische Röhre (das ist die Verbindung zwischen Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum, auch Ohrtrompete genannt) wandert (Hanafin and Griffiths 2002). Um keine Infektion zu riskieren, sollten Sie den Nuckel nur dann benutzen, wenn Sie Ihr Kind beruhigen wollen (PIER 2001).
  • Mageninfekte und andere Infektionen. Schnuller erhöhen das Risiko von Infekten mit Folgen wie Erbrechen, Fieber, Durchfall und Koliken (North et al 1999).
  • Probleme bei der Entwicklung des Gebisses. Im Dauergebrauch können Schnuller und Daumenlutschen der Kiefer- und Zahnentwicklung schaden, vor allem dann, wenn die Milchzähne ausfallen und die bleibenden Zähne kommen und das Kind immer noch Trost beim Nuckeln sucht. Trotzdem raten Kieferorthopädische und Zahnärztliche Vereinigungen nicht generell vom Schnullergebrauch ab. Vielmehr sollten Eltern darauf achten, dass der Schnuller anatomisch geformt und nicht zu groß ist. Außerdem sollten Eltern Ihrem Kind den Schnuller nicht zum Dauergebrauch geben und im Kleinkindalter abgwöhnen. Sonst können Fehlstellungen im Kiefer entstehen, die später möglicherweise mit einer Zahnspange korrigiert werden müssen.
  • Sprachprobleme. Der Gebrauch eines Schnullers hindert das Baby am Brabbeln – ein wichtiger Entwicklungsschritt beim Spracherwerb. Ein Kleinkind mit Nucki im Mund kann sich schlechter unterhalten – das muss es aber, um seine Sprachkenntnisse zu erweitern (The National Literacy Trust, Stand 2008).
  • Der Schnuller von Anfang an kann das Stillen behindern. Ob Schnuller generell verhindern, dass Mütter die empfohlenen fünf bis sechs Monate lang stillen, ist umstritten (Benis 2002, Barger 2000, Vogel et al 2001) und die Frage ist letztendlich nicht geklärt. Tatsache ist aber, dass Stillbabys von vielen Vorteilen profitieren (DH 2007), weshalb Mütter möglichst stillen sollten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF raten daher prinzipiell von Schnullern bei Stillbabys ab (UNICEF 2008, WHO 2010). Neuere Empfehlungen lauten, seinem Baby zumindest in den ersten (vier bis sechs) Lebenswochen keinen Schnuller zu geben – so lange, bis Mutter und Kind sich an das Stillen gewöhnt haben und der Stillvorgang etabliert ist (O’Connor 2009).

Kann ein Schnuller tatsächlich das Risiko für den Plötzlichen Kindstod (SIDS) minimieren?

Es gibt immer mehr Anzeichen, dass ein Schnuller das Risiko des Plötzlichen Kindstods senken kann (Hauck et al 2005; AAP 2005; Blair 2006), besonders wenn noch andere Risikofaktoren bestehen. Allerdings gibt es auch eine Studie, die belegt, dass Daumenlutschen ebenfalls helfen kann (BMJ 2005).
Niemand kann sicher sagen, warum ein Schnuller gegen den Plötzlichen Kindstod helfen könnte, aber folgende Möglichkeiten kommen in Betracht:

  1. Das sperrige äußere Schild des Schnullers sorgt möglicherweise dafür, dass Nase und Mund des Babys von Bettdecke oder Ähnlichem frei bleiben.
  2. Der Saugvorgang hilft dem Baby möglicherweise, die oberen Atemwege besser zu kontrollieren.
  3. Der Schnuller könnte Ihr Kind selbst im Schlaf aufmerksamer sein lassen, so dass es weniger Atem- oder Herzprobleme bekommt (Hauck et al 2005).

Sie müssen sich aber auch keine Sorgen machen, wenn dem Kind der Schnuller im Schlaf herausfällt, und wenn es keinen Schnuller will, dann sollten Sie es nicht zwingen. Es gibt viel wichtigere Aspekte als Schnuller, die Sie gegen den Plötzlichen Kindstod berücksichtigen sollten. Dazu gehört, dass Ihr Kind auf dem Rücken schläft und dass es in einer rauchfreien Umgebung lebt.

Wie verwende ich den Schnuller richtig?

Viele Eltern beruhigen ihre Kinder mit einem Schnuller, andere Eltern hassen diese Methode regelrecht. Wieder andere sind sich vor der Geburt noch hundertprozentig sicher, dass sie nie einen Nuckel gebrauchen werden, ändern aber ihre Meinung, sobald sie mit ihrem schreienden Baby konfrontiert sind.
Falls Sie sich für einen Schnuller entscheiden:

  • Benutzen Sie einen kiefergerechten Schnuller. Dieser ist abgeschrägt und passt sich dem Gaumen besser an.
  • Das Schild des Nuckels sollte immer größer sein als Babys Mund, damit es ihn nicht ganz im Mund verschwinden lassen kann (GEPS 2008).
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Baby den Schnuller nicht „falsch herum“ im Mund hat oder den Schnuller dreht. So verhindern Sie Gebissschiefstellungen (GEPS 2008).
  • Halten Sie den Schnuller so sauber wie möglich – sterilisieren Sie ihn wie den Nuckel einer Flasche.Kochen Sie auch auf jeden Fall vor dem ersten Gebrauch den Schnuller aus um Schadstoffe zu entfernen.
  • Nehmen Sie den Schnuller nicht selbst in den Mund, wenn Sie zum Beispiel Herpes oder eine Streptokokkeninfektion haben – sonst könnten Bakterien und Viren von Ihnen auf das Baby übertragen werden und die Infektionsgefahr steigt (GEPS 2008).
  • Tauschen Sie den Schnuller oft und regelmäßig aus – kontrollieren Sie – wie bei Flaschennuckeln – regelmäßig, ob Brüche, Risse oder Löcher vorhanden sind, denn dort können sich Keime festsetzen. Sollte dies so sein, ersetzen Sie den alten Schnuller umgehend.
  • Tunken Sie den Schnuller niemals in süße Speisen wie Honig oder Orangensaft, damit Ihr Kind sich beruhigt und zu schreien aufhört – dies kann sehr schnell zu Karies führen (BDHF 2005).
  • Lassen Sie den Nuckel nicht zur Gewohnheit werden und setzen Sie ihn nur begrenzt ein, zum Beispiel nur zum Einschlafen oder wenn Ihr Baby Bauchschmerzen durch Koliken hat. Langanhaltender Gebrauch von Schnullern wird mit Mittelohrentzündungen und anderen Infektionen des Ohres in Zusammenhang gebracht (siehe oben unter Nachteile).
  • Warten Sie, bis Ihr Baby den Schnuller verlangt. Bieten Sie Ihrem Kind nicht automatisch den Nuckel an.
  • Versuchen Sie Ihr Kind noch vor dem ersten Geburtstag vom Schnuller „zu entwöhnen“. Das ist bis zu diesem Zeitpunkt viel leichter als mit 2-3 Jahren. Sie sollten Ihrem Kind dem Nuckel aber definitiv abgewöhnt haben, bevor die zweiten Zähne wachsen (gewöhnlich mit 6 Jahren).

Wie kann ich meinem Kind den Schnuller abgewöhnen?

Falls Ihr Kind seinen Nuckel fast immer braucht und ihn nicht so leicht aufgeben will, wie Sie es gerne hätten, versuchen Sie es einmal so:

  • Verringern Sie die Zeiten, in denen Sie Ihrem Kind den Nuckel geben, langsam aber stetig.
  • Lassen Sie den Gebrauch des Schnullers nur zu bestimmten Zeiten zu, wie zum Beispiel zum Schlafengehen oder bei Krankheit. Bleiben Sie konsequent.
  • Belohnen Sie Ihr Kleines, indem Sie etwas gemeinsam unternehmen. Oder führen Sie ein Belohnungssystem ein: Für jeden Erfolg gibt es einen Aufkleber und wenn eine gewisse Anzahl an Aufklebern erreicht wird, gibt es eine große Belohnung. Keinesfalls sollten Sie Ihrem Kind Süßigkeiten als Schnullerersatz geben.
  • Lassen Sie die „Schnullerfee“ kommen: Wenn Ihr Kleines seinen Schnuller freiwillig aufgibt, dann legt ihm die „Fee“ dafür etwas Besonderes an den Ort, von dem sie den Schnuller mitgenommen hat.
  • Machen Sie Ihr Kleines auf ältere Kinder aufmerksam, die keinen Schnuller mehr brauchen: Kindergartenkinder wollen oft unbedingt auch schon groß sein!
  • Schlagen Sie Ihrem Kind vor, alle Schnuller einem ganz besonderen Menschen zu schenken, z.B. der Oma oder der Kindergärtnerin.

Und denken Sie immer daran: Ihr Kind kann und wird sich den Schnuller abgewöhnen und ihn am Ende gar nicht mehr vermissen.
Zuletzt überarbeitet: Juli 2018

Quellen

AAP. 2005. The changing concept of sudden infant death syndrome: diagnostic coding shifts, controversies regarding the sleeping environment, and new variables to consider in reducing risk. American Academy of Pediatrics. www.guideline.gov
Barger J. 2000. Nipple confusion: the truth and (potential) consequences. Mother Baby Journal Vol 5 (4). pp. 42-4.
BDHF (British Dental Health Foundation). 2005. Dental care for mothers and babies. www.dentalhealth.org.uk
Benis MM. 2002. Are pacifiers associated with early weaning from breastfeeding? Advances in Neonatal Care. Vol 2 (5). pp. 259-66.
BMJ 2006. Li D-K et al. Use of a dummy (pacifier) during sleep and risk of sudden infant death syndrome (SIDS): population based case-control study. British medical Journal, BMJ 2006; 332: 18-22.
Carbajal R, Chauvet X, Couderc, S et al. 2000. Pacifiers have greater analgesic effect than sweet solutions during venipuncture in full term newborns. Evidence-Based Medicine. Vol 5 (4). pp. 122.
Blair PS, Ward Platt M, Smith IJ, Fleming PJ. 2006. Sudden Infant Death Syndrome and the time of death: factors associated with night-time and day-time deaths. International Journal of Epidemiology 35(6):1563-1569
DH. 2007. Breastfeeding: Off to the best start. London: Department of Health. www.dh.gov.uk
Hauck FR, Omojokun OO, Siadaty MS. 2005. Do Pacifiers Reduce the Risk of Sudden Infant Death Syndrome? A Meta-analysis. Pediatrics116(5):e716-23. pediatrics.aappublications.org/
FSID. 2007. New dummy advice for parents. www.fsid.org.uk
GEPS 2008. Gemeinsame Elterninitiative Plötzlicher Kindstod, GEPS-NRW e.V. Die optimale Schlafumgebung für Ihr Baby. Ein Ratgeber für Eltern und alle, die es werden wollen 12. Auflage, Juli 2008

www.sids.de
Hanafin S, Griffiths P. 2002. Does pacifier use cause ear infections in young children? British Journal of Community Nursing, 2002. 7 (4). pp. 206-11.
Jolivet, R. Rima, Evidence based practice. Current Resources for Evidence-Based Practice,
January/February 2010 www.childbirthconnection.org
North K, Fleming P, Golding J and the ALSPAC Study Team. 1999 Pacifier use and morbidity in the first six months of life. Pediatrics Vol 103 (3). Pp.e34. www.pediatrics.org
O’Connor NR, Tanabe KO, Siadaty MS, Hauck FR. Pacifiers and breastfeeding: A systematic
review. Arch Pediatr Adolesc Med 2009;163:378–82.
PIER (Paediatric Information and Education Resource). 2001 „Otitis Media – Acute“ Royal Children’s Hospital, Melbourne, Australia.
Pinelli J, Symington A. 2005. Non-nutritive sucking for promoting physiologic stability and nutrition in preterm infants. Cochrane Database of Systematic Reviews Issue 4. Art. No.: CD001071. www.mrw.interscience.wiley.com
The National Literacy Trust. Advice and information on dummies. www.nationalliteracytrust.org.uk
UNICEF. 2008. UNICEF UK Baby Friendly Initiative statement on dummy use.
Vogel AM, Hutchison BL and Mitchell EA. 2001. The impact of pacifier use on breastfeeding: a prospective cohort study. Journal of Paediatrics and Child Health Vol 37 (1). pp. 58-63.
WHO. 2006. Optimal feeding of low-birth-weight infants: Technical Review. World Health Organization.whqlibdoc.who.int
WHO. 2010. Breastfeeding key to saving children’s lives World Health Organization. www.who.int

Schnuller – ja oder nein?

(Sokolova Maryna / )

Frage: Mein Baby lässt sich nur an der Brust beruhigen, soll ich ihm einen Schnuller geben?

Antwort: Saugen und Nuckeln sind Grundbedürfnisse aller Babys. Sogar Babys im Mutterleib lutschen ab dem fünften Schwangerschaftsmonat am Daumen. Unmittelbar nach der Geburt saugen Babys an der Brust, wenn sie zum Stillen angelegt werden. Das Saugbedürfnis geht jedoch weit über die Nahrungsaufnahme hinaus. Es beruhigt, tröstet und hilft beim Einschlafen. Manche Babys haben ein so stark ausgeprägtes Saugbedürfnis, dass sie ständig an die Brust möchten oder später beginnen, an ihrem Daumen zu lutschen.

In solchen Fällen können Schnuller hilfreich sein, als erste Beruhigungsmaßnahme sind sie aber nicht geeignet. In vielen Fällen lassen sich Babys auch anders beruhigen: Zuwendung, Körperkontakt oder getragen werden. Daumenlutschen kann mit der Zeit zu Zahn- und Kieferfehlstellungen führen. Es wird daher empfohlen, den Schnuller vorzuziehen. Aufgrund des weichen Materials und der an den Gaumen angepassten Form sind bei zeitlich begrenzter Anwendung in der Regel keine Fehlstellungen zu erwarten.

Grundsätzlich sollten Schnuller jedoch nicht zu früh eingesetzt werden. Um eine Saugverwirrung zu vermeiden, empfehlen Stillexperten mit dem Schnuller zu warten, bis das Stillen gut funktioniert. In der Regel hat sich nach vier bis sechs Wochen eine gute Stillbeziehung etabliert. Wenn bereits Stillprobleme bestehen, kann der Schnuller die Situation noch verschärfen. Bei Babys, die häufig am Schnuller saugen erhöht sich das Risiko, dass sie ihr Saugbedürfnis nicht mehr an der Brust befriedigen und dadurch die Brust nicht ausreichend zur Milchbildung stimuliert wird. Auch bei Kindern, die nicht gestillt werden (können), sollte der Schnullereinsatz hinausgezögert werden.

Unabhängig von der Ernährungsform des Babys sollten Schnuller nur selten und dann möglichst kurz eingesetzt werden, häufig ist das Saugbedürfnis bereits nach wenigen Minuten gestillt.

Fazit: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Woran ist ein guter Schnuller zu erkennen?

  • Der Schnuller soll in Form und Größe für den Mund Ihres Kindes geeignet sein.
  • Der Schnuller hat eine dem Gaumen angepasste Form, also ein abgeflachtes, weiches Saugteil an beiden Seiten und eine schmale Auflage für die Kieferleisten und die Lippen.
  • Optimal sind Löcher im so genannten „Schild“.
  • Ein guter Schnuller verfügt auch über einen Ring, an dem der Schnuller an Babys Jäckchen angebunden werden kann, sodass er nicht dauernd auf den Boden fällt.

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Autoren:
Mag. Astrid Leitner
Medizinisches Review:
Prim. Univ.-Lektor DDr. Peter Voitl
Redaktionelle Bearbeitung:
Nicole Kolisch, Silke Brenner

Aktualisiert am: 22.05.2017 | 08:41

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Mutter verrät Schnuller-Trick, mit dem ihr Baby durchschläft

Ein Baby zum Durchschlafen bringen? HAHAHA, werden sich jetzt viele verzweifelte Eltern denken, die dank Baby nur noch schlaflose Nächte mit ganz viel Geschrei kennen.

Auch Laura Gerson aus Canvey ging es so. Ihre kleine Tochter Amelia wachte Nacht für Nacht mehrmals auf, weil ihr der Schnuller aus dem Mund gefallen war und sie ohne diesen nicht schlafen konnte. Dann ging die Brüllerei los.

Was Laura schließlich geholfen hat, ist ein spezieller Trick, der auf den ersten Blick etwas seltsam aussieht: ganz viele Schnuller im Babybett!

„Seit meine Kleine drei Monate alt ist, platziere ich in ihrem Bett immer 10 Schnuller um sie herum. Wir hatten bemerkt, dass alles, was sie braucht, wenn sie weinte, ihr Schnuller war. Dann haben wir einfach ausprobiert. In 99 Prozent der Fälle wacht sie auf, sucht etwas herum, findet einen neuen Schnuller und alles ist gut! Seit 8 Monaten mussten wir nachts nicht mehr zu ihr ins Zimmer … Jackpot!! Ich will nicht mal daran denken, was passieren wird, wenn eines Tages die Schnullerfee kommt, um die Schnuller wegzunehmen.“

Wie genau der 10-Schnuller-Trick dann aussieht, siehst du in diesem Video:

Der Post mit dem Schnuller-Foto in einem Forum von „The Motherload“ löste bei tausenden Müttern und Vätern große Begeisterung aus. Viele fanden Lauras Idee brillant.

„Das ist genial!! Warum bloß habe ich nicht daran gedacht, als mein Mädchen noch klein war?“

„Genau das werde ich heute Nacht ausprobieren … wünscht mir Glück!“

So groß war der Hype um den Schnuller-Trick, dass schließlich sogar die BBC über Baby Amelia und ihre Schnuller berichtete.

Dass der Schnuller-Trick bei jedem Baby funktioniert, ist natürlich nicht gesagt, schließlich hat jedes Kind ganz unterschiedliche Bedürfnisse, gerade wenn es ums Ein- und Durchschlafen geht. Die einen wollen unbedingt getragen werden, die anderen lieben es, wenn Mama oder Papa ihnen etwas vorsingt oder mit ihnen kuschelt. Die meisten Babys schlafen auch erst nach einigen Monaten einige Stunden durch. Vorher haben Neugeborene noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus und verteilen ihre täglichen Schlafstunden auf mehrere Schlafphasen. Natürlich wachen Babys auch immer wieder auf, weil sie Hunger haben und gefüttert werden müssen oder weil die Windel nass ist.

Aber für müde Eltern von etwas älteren Babys, die Schnuller mögen, ist der Schnuller-Trick vielleicht einen Versuch wert. 🙂

×Das dritte Lichtlein brennt und ich darf euch den dritten „Wochenbett-Gastartikel“ – verfasst von Nora Imlau – präsentieren.

Nora ist Mutter von zwei Kindern, Journalistin und Autorin von den Erziehungsratgebern Das Geheimnis zufriedener Babys und Freundschaft: Wie Kinder sie erleben und Eltern sie stärken können. In ihrem Advents-Beitrag geht es um das Dauerbrenner-Thema Schlaf, denn davon haben Eltern junger Babys – so wie Thomas und ich – ja in der Regel zu wenig 😉
Herzlichen Dank liebe Nora!

Und euch natürlich viel Spaß beim Lesen!
Eure Kathrin

Mit einem Neugeborenen im Haus zu genügend Schlaf zu kommen, kann eine echte Herausforderung sein. Der Grund: Babys schlafen zwar viel, aber meist nur in kurzen Etappen, während Erwachsene vor allem einen undurchbrochenen Nachtschlaf als erholsam empfinden. Lässt sich dieses Dilemma lösen? Ich denke: Ja! Doch dafür müssen wir Eltern verstehen, wie kleine Kinder in Sachen Schlaf ticken, und bereit sein, alte Vorstellungen von „richtigen“ und „falschen“ Schlafgewohnheiten zu überdenken. So können wir gemeinsam einen neuen Schlafrhythmus finden, der der ganzen Familie gut tut.

Der erste Schritt: Das Einschlafen

Weder Kinder noch Erwachsene können „auf Knopfdruck“ einschlafen. Wir alle brauchen so genannte Brücken in den Schlaf, die uns helfen, die Anspannung des Tages loszulassen und ruhig wegzudämmern. Als ich einmal einen Schlafforscher fragte, wie es sich für ein Baby anfühle, einzuschlafen, sagte er: „Es fühlt sich an wie fallen – in dem guten Gefühl, sicher zu landen.“ Dieses Gefühl kennen wir alle: Wenn wir etwa vorm Fernseher oder auf dem Beifahrersitz im Auto unverhofft einnicken, haben wir plötzlich das Gefühl, ins Bodenlose zu plumpsen – und schrecken mit klopfendem Herzen hoch. Dass uns das beim Einschlafen im Bett nicht so geht, liegt daran, dass wir uns innerlich darauf vorbereitet haben, nun einzuschlafen, und dass wir uns dabei sicher fühlen. Und genau dieses Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit brauchen auch unsere Kinder, um gut einschlafen zu können.

Wie genau wir unseren Babys dieses wohlige Einschlafgefühl vermitteln, ist eine Frage unserer persönlichen Vorlieben. Eins jedoch haben (fast) alle Babys gemeinsam: Besonders gut zur Ruhe finden sie, wenn sie Begrenzung spüren, Körperkontakt haben und an etwas nuckeln können. Der Grund dafür, dass diese drei Sinneserfahrungen das Einschlafen erleichtern, liegt in der Geschichte unserer Art: Schließlich sind Menschenbabys sind seit Jahrtausenden darauf gepolt, dass sie nirgendwo sicherer sind als im Arm der Mutter, an deren Brust. Und dort finden sie ganz von alleine alles drei: Begrenzung, Nähe, und Nuckeln sowieso. Einschlafstillen ist deshalb für viele Familien der einfachste Weg, ein Baby ins Traumland zu befördern. Doch es gibt auch viele andere liebevolle Möglichkeiten, mit denen etwa der Vater oder andere vertraute Erwachsene die liebevolle Einschlafbegleitung übernehmen können.

Meine Lieblings-Einschlafrituale aus unserem Freundeskreis sind etwa …

Die Flüsterpost: Dabei kuscheln sich Mama oder Papa mit dem Baby ins Bett, legen ihm sacht eine Hand auf den Bauch und flüstern ihm leise ins Ohr, wer es alles lieb hat. Ganz langsam und monoton: „Die Mama hat dich lieb, der Papa hat dich lieb, die Oma hat dich lieb, Tante Alma hat dich lieb …“ Das gleichmäßige Flüstern und die liebevolle Zuwendung lässt Babys oft toll ruhig werden und leicht einschlafen.

Der Traumtanz: Mit dem Baby im Tragetuch oder auf dem Arm zu leiser Musik sacht durchs abgedunkelte Schlafzimmer zu tanzen, lässt unruhige Geister ruhig werden. Besonders gern mögen es viele Babys,w enn man ihnen beim Tanzen vorsichtig im Rhythmus der Musik auf den Rücken klopft.

Der Stirnstreichel-Trick: Das Baby ist offensichtlich müde ist, findet aber einfach nicht in den Schlaf, sondern reißtimmer wieder die Augen auf? Dann hilft es oft, ihm von der Stirn herab sanft übers Gesicht die Augen „zuzustreicheln“.

Das pralle Leben: Es gibt Babys, denen ist allzu viel Ruhe unheimlich. Viel lieber als im dunklen, stillen Schlafzimmer schlummern sie im Wohnzimmer oder in der Küche ein, wo ihre Eltern sich unterhalten und große Geschwister um sie herumtoben. Denn was uns viel zu hell und zu hektisch zum Schlafen erscheint, kann für ein Baby genau die Geborgenheit schenken, die es sich zum Einschlafen wünscht. Denn inmitten seiner Familie fühlt es sich so sicher wie nirgendwo sonst auf der Welt.

Der zweite Schritt: Ruhige Nächte

Schlaf ist wichtig für alle: Kinder brauchen ihn zum Wachsen, und um all ihre neuen Erfahrungen in ihren kleinen Gehirnen richtig einzusortieren. Und Erwachsene brauchen ihn, um sich zu erholen und die Kraft zu tanken, die sie brauchen, um liebevolle und zugewandte Eltern sein zu können. Schlafmangel ist deswegen kein Luxusproblem, sondern ein echter Risikofaktor für junge Familien: Die allermeisten körperlichen Übergriffe auf Babys durch ihre Eltern passieren nämlich aufgrund von extremer Erschöpfung und Übermüdung. Nach Wegen zu suchen, die Näche für alle ruhiger zu gestalten, ist deshalb nicht egoistisch , sondern sehr verantwortungsvoll – so lange klar ist, dass nicht das Baby unter den Schlafwünschen der Eltern leiden muss, sondern sein Grundbedürfnis nach Nähe, Milch und Aufmerksamkeit auch in der Nacht erfüllt wird.

Empfehlenswerte, weil sanfte aber wirksame Möglichkeiten, die Nächte mit Baby zu verbessern, sind aus meiner Sicht:

Ein klarer Unterschied zwischen Tag und Nacht: Schlafforscher konnten nachweisen, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene nachts ruhiger schlafen, wenn sie im täglichen Leben einen klaren Unterschied zwischen Tag und Nacht spüren. Bezogen auf das Leben mit einem Baby heißt das: Tagsüber ist es hell, und in der Wohnung ist eine normale Geräuschkulisse zu hören – auch beim Mittagschlaf. Umgekehrt ist es nachts ruhig und dunkel, auch beim Stillen oder Windelnwechseln. Wer nachts wach wird, bekommt Milch und Nähe, geflüsterte Worte und liebevolle Streicheleinheiten im Halbschlaf – aber es wird weder aufgestanden noch gespielt, weder Fernsehen geguckt noch vorgelesen.

Jeden Tag ins Freie! Eine schottische Studie hat vor Kurzem belegt, was Generationen von Eltern schon vermuteten: Frische Luft macht Babys müde. Deshalb möglichst bei jedem Wetter mit dem Baby mehrere Stunden am Tag draußen verbringen. Denn bei einem Spaziergang im Tragetuch oder im Kinderwagen schlafen Babys nicht nur unterwegs sehr gut, sie schlafen auch in der darauffolgenden Nacht ruhiger und länger am Stück.

Nah beieinander schlafen: Je näher Eltern und Baby sich in der Nacht sind, desto unkomplizierter wird es, die allermeisten nächtlichen Bedürfnisse im Halbschlaf zu befriedigen, und desto erholsamer wird auch der Nachtschlaf. Besonders praktisch am gemeinschamen Schlaf im Familienbett ist, dass sich dadurch auch die Schlafzyklen von stillenden Müttern und deren Babys synchronisieren. Dadurch werden wir Mütter in der Nacht nicht mehr aus dem Tiefschlaf gerissen, sondern werden quasi gleichzeitig mit unseren Babys wach, können dann kurz stillen und gleich weiterschlafen. Stillende Mütter etwas älterer Stillkinder machen sogar oft die Erfahrung, dass sich die Kleinen nachts quasi autark an ihre Brust andocken und auf diese Weise so selbstständig stillen, dass die Mutter dafür nicht einmal die Augen aufmachen muss.

Der dritte Schritt: Das Unabänderliche akzeptieren, das Änderbare ändern

Dass Babys und kleine Kinder oft nur mit Begleitung einschlafen, uns auch nachts immer wieder brauchen und morgens früher wach werden als uns lieb ist – all das ist kein Konstruktionsfehler und kein Hinweis auf ein wie auch immer geartetes „Schlafproblem“, sondern schlicht und einfach das angeborene und artgerechte Schlafverhalten von Menschenkindern. Dieses mit Gewalt ändern zu wollen, wäre grausam und ungerecht. Insofern ist ein Schlüssel zu guten Nächten mit kleinen Kindern mit Sicherheit, das akzeptieren, dass kleine Kinder so schlafen, wie sie schlafen, und dass wir daran nicht herumdoktern sollten. Auf der anderen Seite können sich gerade in sehr liebevoll und bedürfnisvoll zusammenlebenden Familien auch Schlafgewohnheiten einstellen, die von den Eltern auf Dauer als sehr belastend empfunden werden und die sich ändern lassen, ohne dabei zu harten und entwürdigenden Schlaflerntrainings zu greifen. Diese Änderungsmöglichkeiten zu nutzen, möchte ich Mütter und Väter ausdrücklich ermutigen – denn Frust und Aggression haben im Familienbett nichts zu suchen!

Vom Einschlafstillen zum Schnuller: Als Stillberaterin bin ich natürlich ein großer Fan davon, Babys ohne Schnuller groß werden zu lassen – denn der Plastiknuckel kann mit etwas Pech arge Stillprobleme machen. Doch wenn Mütter das Einschlafstillen zusehends als belastend empfinden, halte ich es für absolut legitim, dem Baby etwas anderes anzubieten, an dem es sein Saugbedürfnis befriedigen kann. Das kann der eigene kleine Finger sein, oder ein ein Nuckelpüppchen, aber aus meiner Sicht durchaus auch ein Schnuller. Ist das Baby älter als sechs Wochen und hat sich das Stillen gut eingespielt, empfehle ich vom Einschlafstillen genervten Müttern immer wieder, nach dem abendlichen Stillen das Baby mit einem Schnuller im Mund im Familienbett im Arm zu halten, bis es eingeschlafen ist. Diese Lösung hat schon manche Stillbeziehung gerettet, weil die Mutter sich nur mehr zum Dauerstillen gezwungen fühlte – und vielen Babys sanft in den Schlaf geholfen.

Vom Tuch zum Bett: Weil kleine Kinder so gut einschlafen, wenn sie in Bewegung sind, tragen viele Eltern ihre Babys in den Schlaf. Dagegen ist auch nichts einzuwenden – bis der Punkt kommt, an dem die Eltern langsam genug davon haben, jeden Abend mit ihrem Baby erst auf Wanderung gehen zu müssen, damit es einschläft. In diesen Fällen haben schon viele Eltern gute Erfahrungen damit gemacht, das Baby mit dem Tragetuch einzuwickeln wie in einen Pucksack, damit es die vertraute Enge spürt, sich dann mit ihm ins große Bett zu kuscheln und es dort sanft hin und her zu wiegen. So spürt es die vertraute Enge, die vertraute Nähe und die vertraute Bewegung und gewöhnt sich sanft daran, im Bett statt unterwegs einzuschlafen.

Vom Nuckelstillen zum Durchschlafen: Dass Babys nachts immer wieder wach werden und Milch trinken wollen, ist ganz normal und gesund. Doch wenn Babys auch um den ersten Geburtstag herum die Nacht mehr oder weniger dauerstillend verbringen, kann es sein, dass in ihrem Schlafmuster etwas durcheinander geraten ist: Weil sie abends und auch in der Nacht immer wieder mit Mamas Brust im Mund einschlafen, haben sie irgendwann das Gefühl, nur mit Brust im Mund gut schlafen zu können – und verbringen die Nacht dementsprechend dauernuckelnd. Macht das der Mutter nichts aus, ist das kein Problem. Denn das Baby kann aber Brust weder überfüttert werden, noch Karies bekommen, noch leidet seine Schlafqualität am dauernden trinken.

Doch wenn das Dauerstillen die Mutter auf dem Zahnfleisch gehen lässt, ist es dennoch an der Zeit, etwas zu ändern – auf einfühlsame Weise, versteht sich. Der einfachste Weg dabei ist, die Einschlaf-Assoziation „Schlafen=Brustnuckeln“ durch eine weniger auslaugende zu ersetzen, zum Beispiel „Schlafen=Kuscheln“. In dem Fall stillt die Mutter ihr Baby abends wie gewohnt, dockt es jedoch ab, bevor es richtig einschläft, und hält es zum Einschlafen einfach im Arm. Abend für Abend wird dieser Abdockzeitpunkt etwas nach vorne verlegt, bis das Baby irgendwann daran gewöhnt ist, zu stillen, dann noch eine Weile bei Mama im Arm zu liegen, und dann einzuschlafen. In der Nacht passiert dasselbe: Stillen – im Arm halten – einschlafen. Und, wenn die letzte Stillmahlzeit erst eine halbe Stunde her ist, vielleicht auch einmal: Nicht stillen – nur im Arm halten – einschlafen. Bei Kindern über einem Jahr machen viele Mütter auch gute Erfahrungen mit einer fest definierten Stillpause, etwa zwischen Mitternacht und dem Sonnenaufgang. Erklärt man einem Kind dies liebevoll und kann es in der Zwischenzeit trotzdem Wasser, etwas Banane und natürlich Kuscheleinheiten bekommen, gewöhnen sich die meisten schnell daran und schlafen schon bald in der Stillpause durch.

Ich wünsche Dir, liebe Kathrin, und allen Leserinnen und Lesern Deines Blogs gemütliche Abende, kuschelige Nächte und vor allem: süße Träume!

Deine
Nora Imlau

Er ist Bindungsobjekt, Beruhigungshilfe, treuer Begleiter: Der Schnuller gehört bei vielen Kinder einfach dazu. Er hat aber auch seine negativen Seiten. Ist ein Schnuller schädlich, und wenn ja, warum? Wann sollte er am besten abgewöhnt werden? Und vor allem: wie?

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Ist ein Schnuller schädlich?

Experten sagen, dass der Schnuller in den ersten zwei Lebensjahren noch guten Gewissens genutzt werden kann. Natürlich hat der Schnuller auch in dieser Zeit Vor- und Nachteile für Dein Baby. Später allerdings begünstigt insbesondere häufiges und langes Schnullern verschiedene gesundheitliche Probleme.

Medizinische Gründe, um den Schnuller abzugewöhnen

Es ist natürlich Deine Entscheidung, wann Du Deinem Kind den Schnuller abgewöhnen möchtest. Tatsächlich gibt es aber auch medizinische Gründe, die dafür sprechen, dass der Schnuller schädlich ist — zumindest auf Dauer. Ab dem 3. Lebensjahr kann es zu Fehlstellungen des Kiefers und der Zähne (zum Beispiel großen Zahnlücken) kommen. Diese Gründe solltest Du Deinem Kind ruhig näherbringen, ohne ihm dabei Angst zu machen.

Für Dich wichtig zu wissen: Tatsächlich kann es durch übermäßigen und zu langen Gebrauch des Schnullers nicht nur zu genannten Fehlstellungen, sondern auch dauerhaft bleibenden Schäden kommen. Diese können zum Beispiel folgende sein:

  • Es kann zu einem offenen Biss und somit zu Problemen beim Essen kommen.
  • Die Sprachentwicklung kann gestört werden, es kann Probleme mit Zischlauten geben.
  • Erkältungserkrankungen und Mittelohrentzündungen treten häufiger bei Kindern auf, die den Schnuller häufig nutzen. Dein Kind könnte auch später anfälliger dafür sein.

Schlaffe Wangenmuskulatur durch Schnuller?

Auch dieser Aspekt spricht dafür, das ein Schnuller schädlich sein kann, wenn Dein Schatz ihn über mehrere Jahre braucht: Die Wangenmuskulatur wird geschwächt, wenn Dein Kind den Schnuller im Mund hat und ihn womöglich noch ein wenig dabei öffnet. Es nuckelt schließlich nicht ständig daran, sondern lässt die Muskeln auch mal “hängen”, ohne sie anzuspannen. Passiert dies oft und lange, äußert sich das z.B. mit verstärktem Speichelfluss.

Besser ist es, Deinem Kind während der Abgewöhnungszeit auch mal harte Nahrungsmittel (zum Beispiel Möhren) zum Knabbern anzubieten, damit es die Muskulatur im Mund stärkt. Auch Singen und Sprechen solltest Du öfter in den Alltag integrieren. Das stärkt ebenfalls die Muskulatur und fördert auch die Sprachentwicklung.

Weitere Gründe, warum ein Schnuller schädlich sein kann

Außerdem entsteht eine Abhängigkeit zum Schnuller: Kann Dein Schatz zum Beispiel nicht mehr ohne ihn schlafen, wird es zum weitreichenden Problem, wenn der Schnuller (aus welchen Grund auch immer) mal fehlen sollte. Geht Dein Schatz zur Tagesmutter oder in die Krippe oder den Kindergarten, verleitet es durch den Schnullergebrauch auch andere Kinder, die den Schnuller bereits hinter sich haben, wieder dazu, darauf zurückgreifen zu wollen.

Und: Der Schnuller stört Dein Kind beim Sprechen, manche Laute sind mit Schnuller im Mund schwierig auszusprechen und andere Personen verstehen Dein Kind schlechter.

Wann mache ich den ersten Schritt zur Schnuller-Abgewöhnung?

“Du bist doch kein Baby mehr!” Das ist häufig einer der ersten Sätze, der fällt, wenn es um die Abgewöhnung des Schnullers geht. Aber sagen wir das auch zu uns selbst, wenn wir mal das Bedürfnis haben, uns mit “Hilfsmitteln” zu beruhigen? Zur Zigarette greifen oder zur Tafel Schokolade? Ganz so einfach ist es nicht, einem Kind den Schnuller abzugewöhnen. Schließlich ist eine tiefe Bindung zwischen Deinem Kind und dem Schnuller entstanden, die Du langsam lösen musst. Aber wie gewöhnst Du Deinem Kind den Schnuller besonders schonend ab?

Schnuller abgewöhnen: Der richtige Zeitpunkt

Am besten ist es, spätestens ab dem zweiten Geburtstag mit der Abgewöhnung zu beginnen, weil Du nie wissen kannst, wie lange der Prozess dauert. Ab dem zweiten Lebensjahr versteht Dein Kind vieles schon und wird kooperativer. Manche Kinder gewöhnen sich schnell an die Zeit ohne Schnuller, andere hängen mehr daran. Wenn Du Deinem Kind immer öfter die Zeit ohne Schnuller schmackhaft machst, es ihn auch mal vergisst, wird die sukzessive Abgewöhnung leichter und es wird immer wahrscheinlicher, dass Dein Kind den Schnuller irgendwann selbst gar nicht mehr möchte. Mehr zum Thema Schnullerentwöhnung erklärt Dir Hebamme Silke in ihrem Artikel “Wann und wie gewöhne ich meinen Kind den Schnuller ab?”

Ein bewusster Umgang mit dem Schnuller ist wichtig

Ein erster Ansatz ist es mit Deinem Kind über den Gebrauch des Schnullers zu sprechen. Warum möchte es gerade jetzt den Schnuller haben? Und wäre es eine Alternative mit dem Lieblingskuscheltier zu schmusen? Es ist schließlich immer besser, wenn Dein Kind lernt, freiwillig auf den Schnuller zu verzichten. Es kann ihn zum Beispiel tagsüber in ein Glas legen und nur herausholen, wenn es ihn wirklich braucht. Wichtig ist auch, dass Du Deinem Kind erklärst, warum Du möchtest, dass es den Schnuller weniger nutzt. Weil Du es schlechter verstehst oder weil der Schnuller gegen die Zähne drückt und das nicht gut ist, zum Beispiel.

Alternativen zum Schnuller anbieten

Oftmals nutzen Eltern den Schnuller zur Ruhigstellung des Kindes. Wenn es beim Einkaufen quengelig wird, darf es den Schnuller haben. Oder wenn es zu Auseinandersetzungen kommt. Oder sich das Kind unwohl fühlt. Es ist also sinnvoll, ganz in Ruhe andere Wege der Beruhigung zu etablieren, die Deinem Kind in solchen Situationen ebenfalls helfen. Der Körperkontakt (eine Umarmung, das Kuscheln auf dem Schoß) oder ermunternde Worte und das Gefühl gesehen zu werden, können in vielen Situationen schon helfen.

Dabei ist natürlich auch das Umdenken und Umgewöhnen von Seiten der Eltern gefragt. Denn als Elternteil hast Du es selbst in der Hand, wann und wie Du mit der Abgewöhnung startest. Wichtig ist aber, dass Du Deinem Kind genügend Zeit gibst, sich allmählich vom Schnuller zu verabschieden.

Wichtig ist ebenfalls Dein Feingefühl. Du solltest Deinem Kind das Vertrauen geben, dass es den Schnuller jederzeit ohne Angst abgeben kann, weil es ihn zu jeder Zeit wieder zurück haben kann, wenn es ihn braucht. Trotzdem sollte es andere Wege der (Selbst-)Beruhigung kennenlernen: Kuscheltücher, eine kleine Streicheleinheit, ein Schläfchen oder was immer ihm gut tut.

Rituale helfen beim Schnuller abgewöhnen

Das Abgeben des Schnullers kannst Du natürlich auch mit einer Geschichte oder einem Ritual verknüpfen, damit es Deinem Schatz leichter fällt. Wenn Du Dein Kind schlafen legst, könnt Ihr gemeinsam auch den Schnuller “schlafen legen”. Hat sich Dein Kind an die Zeit ohne Schnuller gewöhnt und ist bereit gänzlich auf ihn zu verzichten, gibt es Ansätze wie die Schnullerfee oder den Schnullerbaum. Sie sind sozusagen das letzte Glied im Prozess der Abgewöhnung und machen den endgültigen Abschied leichter. Der eigentliche Prozess findet aber schon viel eher und sukzessive statt.

Du musst nicht radikal sein

Übrigens gilt auch bei der Abgewöhnung des Schnullers, dass Du mal nachgeben darfst. An Tagen, an denen alles schief läuft, Dein Schatz müde, krank oder besonders schlecht drauf ist, darf der Schnuller auch mal ein wenig mehr in Gebrauch sein. Aber eben auch nur in Ausnahmesituationen. Wenn Dein Kind gut gelaunt und kooperativ ist, solltest Du ihm aber auch einiges zutrauen und konsequent Eure Rituale und Regeln einhalten. Schließlich machst Du das Ganze nur mit einem guten Hintergedanken!

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Mein Baby nimmt den Schnuller nicht an

Antwort auf:

Mein Baby nimmt den Schnuller nicht an

Liebe pile1,
das von Ihnen beschriebene Verhalten entspricht schon fast „lehrbuchmäßig“ dem eines wenige Tage oder Wochen alten Babys, das eben nicht zehn bis 15 Minuten an der Brust trinkt und danach zufrieden einschläft (Baby, die sich so verhalten, sind so schwierig zu finden, wie eine Nadel im Heuhaufen).
Babys haben ein über das reine Ernährungssaugen hinausgehendes Saugbedürfnis und diesem „non nutritiven“ Saugen kommt eine sehr große Bedeutung zu. Nun werden viele Menschen sagen: „Dafür gibt es ja einen Schnuller“. Doch das ist eine sehr zweifelhafte Antwort. Der Schnuller ist eine Brustattrappe und von der Natur ist vorgesehen, dass das non nutritive Saugen an der Brust stattfindet. Wird der Schnuller eingesetzt, kann es nicht nur zu Saugproblemen kommen, er kann auch dazu führen, dass das Kind zu wenig Zeit an der Brust verbringt, so dass die Brust nicht ausreichend stimuliert wird und das Kind nicht die Milch bekommt, die es braucht. Der Gebrauch des Schnullers ist sehr kritisch zu sehen.
Die anderen Nebeneffekte, wie häufiges Aufstehen der Mutter, weil das Kind den Schnuller verliert, sind natürlich auch nicht gerade angenehm.
Der Schnuller ist nicht die einzige Möglichkeit, ein aufgebrachtes oder sonstwie unruhiges Kind zu beruhigen, es gibt auch Alternativen.
• Das Kind kann getragen werden. Durch das Tragen wird das Bedürfnis des Kindes nach Körperkontakt, Geborgenheit, Wärme und Nähe gestillt und mit einem gut gebundenen Tragetuch hat man mindestens eine Hand frei, um andere Dinge zu tun.
• Das Kind kann gebündelt werden. Das Bündeln gibt dem Baby das Gefühl von Geborgenheit und lässt es seinen Körper und seine Grenzen spüren. Das Gefühl von Begrenzung hilft dem Kind sich sicher zu fühlen.
• Man kann ein Nest bauen. Auch hier ist die Begrenzung der springende Punkt, der dem Kind Geborgenheit vermittelt.
• Massage, eine warmes Bad oder auch ein warmes Körnerkissen können beruhigend wirken. Schaukelbewegungen (Wiege, Hängematte, Schaukelstuhl, mit Tragetuch spazieren gehen, Kinderwagen), monotone Geräusche (Staubsaugen, Auto fahren), beruhigende Musik, Singen und Tanzen mit dem Baby und auch der Schutz vor Überreizung (viele Besucher, Fernseher) helfen einem Kind sich zu beruhigen.
Als Saugersatz bietet sich ein Finger (von Kind oder Vater oder Mutter) oder eventuell auch ein Lutschetuch an. Schnuller sind auch nicht „kiefergerecht“, wie es immer wieder behauptet wird.
Sie können sich und Ihrem Baby das Leben sehr viel einfacher machen, wenn Sie sich auf Ihr Kind einlassen. Die oben erklärten Zusammenhänge machen es Ihnen möglicherweise einfacher, dem Bedürfnis des Kindes entgegenzukommen, zumal es erwiesen ist, dass es sich langfristig auszahlt, diese Bedürfnisse jetzt zu stillen.
So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys (und keinesfalls ein Einschlafproblem). Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Alterstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Ein Wachstumsschub ist mit etwa sechs Wochen zu erwarten. Ihr Baby ist also im klassischen Alter!!!
Dazu kommt: Menschenbabys sind Traglinge, die den Kontakt zur Mutter brauchen. Es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass sie alleine sind und auch nicht, dass sie alleine schlafen. Das widerspricht dem Bild vom süß in der Wiege schlummernden Baby, das fast alle Frauen (zumindest beim ersten Baby) haben. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn Ihr Kind nicht pausenlos schlafen will und ständigen Körperkontakt sucht.
Es gibt auch noch weitere Gründe, warum Ihr Kind aufwacht, sobald Sie es hinlegen. Es wird einfach deshalb wach, weil es durch die Lageveränderung von senkrecht zu waagerecht geweckt wird. Eine solche Lageveränderung reizt das Gleichgewichtsorgan im Ohr und kann dazu führen, dass das Baby aufwacht. Wenn ein Baby liegend (an der Brust) einschläft und liegen bleiben kann, die Lageveränderung also wegfällt, sind die Chancen, dass es weiterschläft erheblich besser. Das gemeinsame Schlafen hat eine ganze Reihe von Vorteilen und verhilft der Mutter zu mehr Schlaf.
Möglicherweise wird Ihr Kind auch wach, weil das Bett kälter ist als der Körper von Mutter oder Vater. Diese Temperaturunterschiede können ebenfalls zum Aufwachen führen. Hier hilft es, das Baby in eine Decke zu wickeln und in die Decke eingewickelt hinzulegen. Auch der Kopf sollte in der Decke liegen.
Ich kann Ihnen nur dringend empfehlen, einmal ein Stillgruppentreffen zu besuchen oder zumindest einmal mit einer Stillberaterin in ihrer Nähe ein direktes Gespräch (auch am Telefon) zu führen. Viele Unsicherheiten lassen sich im direkten Gespräch sehr viel besser ausräumen und der Austausch mit anderen stillenden Müttern kann sehr ermutigend sein und vor allem werden Sie sehen und erleben, dass sich andere Babys genau so verhalten wie Ihr kleines Menschlein.
Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter:
http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC).
LLLiebe Grüße
Biggi Welter

von Biggi Welter, Stillberaterin am 02.04.2012

Mein Baby will keinen Schnuller – Tipps und Alternativen

Saugreflex ab der Geburt – natürliche Beruhigung

Manche Säuglinge nuckeln schon während der Schwangerschaft im Mutterleid ab Daumen. Diese Gewohnheit behalten sie nach der Geburt bei und nutzen den Saugreflex als natürliches Beruhigungsmittel. Durch das Saugen produziert dein Baby wichtige Hormone, um Eindrücke, Stress oder gar Schmerzen besser zu verarbeiten. Die mütterliche Brust ist hier natürlich die erste Anlaufstelle. Doch diese ist nicht immer verfügbar und nicht jede Mutter praktiziert das sogenannte Dauerstillen bei ihrem unruhigen Kind. Der Schnuller kann ein künstlicher Ersatz für das so beruhigende Saugen sein und wird trotzdem häufig abgelehnt.

Wichtig: Hebammen raten in den ersten Wochen nach der Geburt von einem Schnuller ab. Hier kann es in Kombination mit dem Stillen zu einer sogenannten Saugverwirrung kommen. Die Babys nutzen an der Brust eine andere Saugtechnik und lassen sich durch den Schnuller quasi aus dem Konzept bringen. Das Ergebnis ist eine Verweigerung der Brust. Erst nach gefestigtem Stillverhalten sollten die Kinder an einen Schnuller herangeführt werden. Und auch hier lehnen viele Stillbabys den künstlichen Sauger ab.

Gründe für das Ablehnen des Schnullers

Warum will mein Baby keinen Schnuller? Diese Frage scheinen sich viele Eltern zu stellen und wünschen sich ein Patentrezept – das es jedoch nicht gibt. Zunächst sollte nach den möglichen Gründen für die Ablehnung gesucht werden, was bei Babys häufig im Rätselraten endet. Es gibt nämlich viele verschiedene Faktoren, die hier eine Rolle spielen:

  • falsche Form
  • unangenehmes Material
  • falsche Größe
  • allgemeine Ablehnung

Viele Stillkinder mögen generell keinen Schnuller als Ersatz und ziehen lieber die Mutterbrust vor. Auch das Stillen übernimmt eine beruhigende Funktion und ist nicht rein zur Nahrungsaufnahme gedacht. Auf keinen Fall solltest du deinem Baby den Schnuller aufzwingend, sondern vielmehr auf die Signale und Bedürfnisse achten. Manchmal heißt es auch einfach: testen und ausprobieren. Vielleicht kommt dein Baby einfach mit dem Material nicht klar oder würde lieber eine andere Form bevorzugen?

Das richtige Schnullermodell finden – Größe, Form und Material

  • Größe – 0 – 24 Monate: Die Größe des Schnullers muss an den Kiefer und an das Alter des Babys angepasst sein. Hier bieten die Hersteller meist drei verschiedene Größen, wobei du natürlich immer mit der kleinsten Größe beginnen solltest.
  • Form – rund oder abgeflacht: Oder dein Baby bevorzugt eine andere Form. Schau dir hierfür das Saugteil etwas genauer an. Ist es abgeflacht, rund geformt oder vielleicht kiefergerecht? Die runden Modelle (Kirschform) kommt der Brustwarze am nächsten und wird von Stillkindern bevorzugt. Ältere Babys sollten eher an den kiefergerechten Schnuller gewöhnt werden, um Zahnfehlstellungen zu vermeiden.
  • Material – Latex oder Silikon: Vom Material wählst du zwischen Latex, Naturkautschuk und Silikon. Bei den ersten beiden handelt es sich um ein natürliches Material in leicht bräunlicher Farbe, wobei der Naturkautschuk noch etwas gröber wirkt. Sie zeigen sich widerstandsfähig und sind für Babys mit ersten Zähnchen gut geeignet. Silikon ist etwas weicher und damit auch anfälliger. Es ist dafür farblos und auch geschmacklos, was man von den natürlichen Materialien nicht behaupten kann. Bei Babys mit Latex-Allergie musst du ohnehin auf die Modelle aus Silikon ausweichen.

Darüber hinaus können auch Schild und Griff für die Babys einen Unterschied machen. Während sich manche Kinder eher für Modelle komplett aus Silikon oder Naturkautschuk begeistern, spielen andere gern mit dem Ring.

Baby an den Schnuller heranführen – sanft und liebevoll

Der Schnuller darf nie aufgezwungen werden. Biete ihn ruhig immer wieder und liebevoll an, beispielsweise nach dem Stillen. Achte genau auf die Vorlieben und Abneigungen. Manche Kinder würgen direkt mit dem Schnuller und bringen ihn direkt wieder heraus. Dann sollte ein anderes Modell zum Test ausprobiert werden. Warte auch nicht, bis sich dein Baby in Rage geschrien hat oder vollkommen übermüdet ist. In diesem Moment werden neue Eindrücke auch sehr schnell abgelehnt. Außerdem wirst du mit einem knurrenden Magen auch kein Glück haben, den Schnuller näherzubringen. Nutze ihn lieber immer in gleichen Situationen, beispielsweise nach dem Füttern oder beim Einschlafen. Diese Gewohnheiten fördern die Akzeptanz.

Wichtig: Verfeinere den Schnuller niemals mit Zucker ohne Honig, um ihn dem Baby schmackhaft zu machen. Das wirkt sich absolut negativ auf die Gesundheit aus und birgt große Gefahren.

Schlagen wirklich alle Versuche mit dem Schnuller fehl, dann leg den Gedanken einfach beiseite. Vielleicht beruhigt sich die Lage in einigen Monaten und dein Kind nimmt ihn dann liebend gerne. Häufiges Tragen, Körperkontakt oder andere Gegenstände zum Saugen (wie beispielsweise deinen Finger oder einen Deckenzipfel) helfen als Alternativen weiter.

Schnuller Pro und Contra – muss er angewöhnt werden?

Bedenke immer: der Schnuller ist kein Muss! Er bringt zwar Stille und Beruhigung, kann aber auch mit liebevollen Alternativen ersetzt werden. Wer sich für einen Schnuller entscheidet und den richtigen gefunden hat, sollte auf jeden Fall mehrere Modelle im Haus haben. Ist der geliebte Nuckel nicht verfügbar, findest du dein Baby nämlich wieder in einer schreienden und aufgelösten Situation wieder. Außerdem ist eine entsprechende Hygiene zu wahren und der Schnuller darf nach dem Herunterfallen nicht einfach abgelekt werden. Klappt es mit keinem Modell und lehnt dein Beby förmlich jeden Schnuller ab, bleibst du am besten ruhig und gelassen. Spätestens beim Thema Abgewönen merkst du die Vorteile. Diese Phase kann nämlich wieder enorm problematisch werden. Um den dritten Geburtstag sollten Kinder ihren Schnuller abgeben, da er sonst Fehlstellungen an Zähnen und im Kiefer verursacht. Natürlich verabschieden sich die Kleinen nur ungern von ihrem liebsten Nuckel. Rituale und viel Zuneigung helfen jedoch bei dem Prozess.

Weiterführende Inhalte:

Kind mag keinen Schnuller und mag nur an die Brust auch zum einschlafen – was tun?

Frage vom 17.08.2002

Liebes Hebammenteam!
Ich muß mal jemanden mein Herz ausschütten. Ich bin im grunde genommen allein erziehend, der Vater, sprich mein Freund, rennt schon, wenn der Lütsche nur´nen Pieps von sich gibt und nimmt ihn auf den Arm oder sagt, wenn wir noch im Bett liegen, laß ihn uns doch in die Mitte legen. Aber ich halte von diesen Sachen eigentlich nichts. Da ich nicht möchte, dass er immer zu uns ins Bett will und gar nicht mehr in seinem Bett schlafen möchte. Ebenso ist das mit dem sofortigem auf dem Arm nehmen.

Auch sagen alle, er sei schon verwöhnt, da es ja nur nach ihm geht. Wenn er knötert, sitzt er manchmal auf dem Schoß oder ist in der Fliegerhaltung, aber wehe, man ändert die Position ein Geknötere. Also bekommt er wieder seine vorherige Stellung zurück, damit er Ruhe gibt.
Ich bin richtig fertig, stehe kurz vorm Nervenzusammenbruch, alles habe ich falsch gemacht!
Und alle sagen, warte ab, es wird besser. Das kann ich leider nicht sagen, da bis jetzt, jeder Tag schlimmer wurde, immer mehr zu einer Katastrophe!
Das war erstmal der eine Punkt, der mich beschäftigt.
So, jetzt komme ich zu den eigentlichen Problematiken, die mich belasten, mich noch wahnsinnig machen. Manchmal könnte ich nur Heulen, ach was sage ich da, ich heule sogar.
Mein Sohn (3 Monate) ist einfach dermaßen schwierig.
Ungefähr seit seiner 2./3. Lebenswoche ist er nur am Knötern und am Schreien. Ich habe halt das Gefühl, dass es immer nur nach seinem Willen gehen muß, ansonsten wird gejammert. Wenn er nicht erhört wird, wird geschrieen und dann hat er es wieder geschafft. Er bekommt seinen Willen. Z.B. Wenn er liegt, wird er hoch genommen u.s.w. Egal in welcher Situation er sich befindet.
Kann das ein Zeichen für seinen Charakter sein, dass er auch später immer seiner Willen durchsetzen will, ansonsten wird geknötert ?
Hat man ihn vielleicht schon dadurch verwöhnt?
Er kann sich nicht mal alleine beschäftigen, damit ich auch mal irgendetwas schaffe. Laufend dann das Geschreie! Was soll ich machen? Ist das jetzt immer so oder macht er nur´ne Phase durch?
Außerdem will er keinen Nuckel nehmen, diesen lehnt er partout ab, vielleicht würde dann vieles leichter sein. Denn, so glaube ich, er hat wahnsinnige Probleme mit dem Einschlafen. Wenn ihn die Müdigkeit überkommt und er nicht in den Schlaf findet, dann wird auch gejammert und einer von uns muß ihn dann in Schlaf wippen, ansonsten wird aus dem Jammern irgendwann Schreien.
Nach dem Trinken, wenn er noch Saugen möchte, versuche ich immer wieder den Nuckel als meine Brustwarze auszugeben. Aber jeder Versuch scheitert mit Geschrei, wenn der Sauger nur seien Mund berührt oder er probiert´s mit dem Nuckeln an der Brust, aber meistens kommt da halt was raus und das passt ihm natürlich nicht, also wieder Geschrei. Seit ein paar Tagen schreit er auch, wenn er merkt, er befindet sich nicht mehr an der Brust. Dann schreit er so lange bis ich ihn wieder angelegt habe.
Ich möchte aber nicht sein Nuckel sein! Was soll ich bloß machen? Das Geschrei macht mich noch ganz fertig und ich gebe wieder nach!
Da ich ihn stille haben wir auch keinen Rhythmus. Habe ich vielleicht etwas falsch gemacht? Hätte ich ihn konsequent alle 3 Std. anlegen sollen?
Nach seiner letzten Mahlzeit, die immer unterschiedlich ist, schläft er meistens beim „Nuckeln“ ein. Die ganze Zeit hat er immer so zwischen 5 – 7,5 Std. geschlafen, bis er sich wieder wegen Hunger meldete. Danach kam er dann so nach 2,5 – 3,5 Std. wieder. Auch das Einschlafen hat immer super geklappt.
Aber seit ungefähr 3 Wochen klappt gar nix mehr. Er kommt das 1. mal schon nach 1 – 2 Std. und dementsprechend nach seinem Rhythmus. Und das Einschlafen ist auch der reinste Krampf. Ich kriege dadurch so gut wie keinen Schlaf mehr, da er auch tagsüber so gut wie gar nicht schläft.
Woran liegt das jetzt bloß, dass er so früh und so häufig nachts kommt?
Ich kann bald nicht mehr!!!!
Wird er vielleicht nicht mehr richtig satt, aber tagsüber will er ja auch nicht immer Trinken, sondern nur Nuckeln. Aber seine Windeln sind immer ziemlich schwer und das mehrmals am Tag. Auch nimmt er ständig an Gewicht zu.
Soll ich abends vielleicht zu füttern? Wenn ja, muß ich ihm dann zusätzlich was zu Trinken geben?
Kann frühes Sitzen und Stehen, man hält und stützt ihn ja, gesundheitliche Folgen haben? Liegepositionen mag er überhaupt nicht. Er bäumt sich immer zum Sitzen hoch und so lässt man ihn dann halt auf dem Schoß sitzen.
Ab wann darf man was (Sitzen, Stehen, Krabbeln, Laufen) ohne das gesundheitliche Schäden entstehen könnten?
Auch würde mich interessieren, wie laut die Musik oder andere Geräusche sein sollten, damit sie keine hörschädigenden Auswirkungen auf Babys/Kleinkinder haben?
Vielen Dank im voraus.
Ist etwas umfangreicher geworden, aber das sind halt meine ganzen Sorgen, die mich tagtäglich beschäftigen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir so schnell wie möglich antworten könnten

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