Schnuller abgewöhnen wann

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Manche Babys verweigern den Schnuller, andere können nicht ohne sein und laufen auch mit zwei Jahren fast den ganzen Tag mit Stöpsel im Mund herum. Wie Eltern ihre Kinder bei der Trennung vom Schnuller unterstützen können, weiß die Kinderärztin und Buchautorin Ursula Keicher.

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Nuckeln beruhigt und gibt ein Gefühl der Sicherheit, auf das manche Kinder nur ungern verzichten.

(Foto: Jens Lumm/Photocase)

Süddeutsche.de: Den Schnuller, den die Eltern ihrem Baby einst tröstend in den Mund steckten, werden sie später, wenn es an der Zeit wäre, nicht mehr los. Wie können sie ihre Kinder überzeugen, dass auch ein Leben ohne Schnuller Spaß macht?

Ursula Keicher: Der erste Schritt ist, dass die Eltern den richtigen Zeitpunkt abwarten. Im Allgemeinen sollen die Kinder ihren Schnuller spätestens mit drei Jahren abgeben, weil dann oft schon die ersten Zahnfehlstellungen drohen. Diese Maßnahme fällt dann oft ausgerechnet mit dem Kindergartenstart zusammen – eine Zeit großer Veränderungen und damit Unsicherheit für die Kinder. Da brauchen sie mehr Halt und Schutz. Dann auch noch den Schnuller wegzunehmen, ist eher schwierig.

Süddeutsche.de: Woran erkennt man also den richtigen Zeitpunkt, um den Schnuller abzulegen?

Keicher: Wenn gerade keine großen Veränderungen für das Kind anstehen und es ein bisschen autonomer wird, sich nicht mehr so an die Mutter klammert. Und wenn die Eltern merken, dass das Schnullern kein Nuckelbedürfnis mehr ist, sondern nur noch eine schlechte Gewohnheit. Dann können sie ihn tagsüber schon mal verschwinden lassen.

Süddeutsche.de: Sie sollen den Schnuller verstecken?

Keicher: Das nicht, aber sie können das Thema ansprechen: „Du bist doch so groß, du brauchst den Schnuller beim Spielen gar nicht mehr.“ Und wenn das Kind gut gelaunt spielt, den Schnuller beiseite räumen. Das führt bei vielen Kindern zu der Einsicht, dass sie ihn tagsüber tatsächlich nicht brauchen.

Süddeutsche.de: Und wenn sich die Kleinen sogar beim Spielen nur schlecht davon trennen können?

Keicher: Ein zweiter Schritt, um dem Kind zu helfen, ist ein kleiner Talisman als Ersatz. Das kann eine kleine Puppe sein, die es selbst in der Tasche hat, oder die es bekommt, wenn es Trost braucht. Die Kinder brauchen einen Ersatz für den Schnuller – ähnlich wie Raucher zur Entwöhnung, die oft Kaugummi kauen. In dieser Phase sollte man das Kind in typischen „Schnullersituationen“ viel ablenken und ihm Sicherheit vermitteln. Wenn das Schnullerthema aber zum Machtkampf zwischen Eltern und Kind wird, ist es vielleicht noch nicht so weit. Dann sollte man das nicht erzwingen, denn Zähne sind leichter zu reparieren als die Psyche.

Süddeutsche.de: Eltern lesen aber in Ratgebern, mit zwei Jahren sollte der Schnuller weg sein …

Keicher: … und hören das auch von anderen, das verunsichert natürlich. Aber jedes Kind ist da anders. Die Zahnfehlstellung bildet sich häufig von allein wieder zurück. Und beim Bewerbungsgespräch fragt keiner danach, wie lange man früher einen Schnuller hatte.

Süddeutsche.de: Wieso sollten Eltern ihren Babys überhaupt Schnuller geben?

Keicher: Das Nuckeln entspricht einem menschlichen Saugbedürfnis und beruhigt ungemein. Außerdem wird spekuliert, dass durch die Kaubewegungen das Gehirn stimuliert und so das Risiko von plötzlichem Kindstod verringert wird. Aber manche Babys nehmen den Schnuller überhaupt nicht an.

Wann muss der Nuggi weg?

Das Saugbedürfnis ist bei Neugeborenen lebenswichtig, sonst würden sie verhungern. Aber auch nach der Säuglingszeit trägt Saugen zur Beruhigung bei. Zur Auswahl stehen da der eigene Daumen oder der Beruhigungssauger, Schnuller oder Nuggi.

Es soll Kinder geben, die diese Frage gar nicht erst aufkommen lassen: Sie spucken jeden Nuggi gleich wieder aus. Andere finden keine Ruhe und lassen sich nicht trösten ohne das Nuckeln am Schnuller.

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In den ersten drei Jahren haben auch Experten grundsätzlich nichts gegen den Nuggi einzuwenden. Die meisten Kinder haben sowieso bis zum Ende des dritten Lebensjahres den Nuggi zur Seite gelegt. Sollte sich bis dahin eine Kieferverformung, z.B. ein „offener Biss“ entwickelt haben, bei dem die Schneidezähne auseinander klaffen und das Kind vorne nicht mehr richtig abbeissen kann, besteht noch eine gute Chance, dass sich dies zurückbildet. Die Benutzung des Daumens wird als schlimmer erachtet, weil Daumenlutscher oft länger, manchmal bis weit in die Schulzeit hinein, nuckeln. Manche Kieferorthopäden empfehlen heute sogar, innerhalb der ersten drei Monate einen Schnuller zu geben, um die Angewohnheit des Daumenlutschens zu verhindern, bevor sie beginnt.

Nur 1% aller Kinder lutschen im vierten Lebensjahr noch weiter. Hier sollten Eltern Anstrengungen unternehmen, um dem Kind den Nuggi oder das Daumenlutschen abzugewöhnen. Gelingt das nicht, sollte nach Meinung der Kinderzahnärzte und Kieferorthopäden spätestens mit dem Frontzahnwechsel (Wackeln der unteren Milchschneidezähne) eine spezielle Zahnspange eingesetzt werden, um das Kind am Saugen zu hindern und die Auswirkungen auf die Zahnstellung zu korrigieren.

Wenn Ihr Kind zu sprechen anfängt, ist es wichtig, dass es nicht mit dem Nuggi im Mund spricht! Die Sprache kann sich sonst nicht richtig entwickeln und das Kind gewöhnt sich beim Sprechenlernen falsche Techniken an. So stellt sich die Mundmotorik bei zu langem Nuggigebrauch um, die Zunge rutscht beim Schlucken nach hinten, der Ringmuskel um den Mund herum wird schwächer und die Atmung stellt auf reine Mundatmung um. Kinder, die zu lange nuckeln, sollen auch häufiger Mittelohrentzündungen haben.

Gewöhnen Sie das Kind mit der Zeit daran, den Nuggi nur im Bett oder zum Entspannen und Trösten zu nehmen. Er sollte nicht mehr als sechs Stunden durchgehend im Mund bleiben. Wir haben für Sie die besten Tipps zum Abgewöhnen zusammengestellt.

Beim Nuggi-Einkauf achten Sie bitte darauf, dass der Schnuller ein asymmetrisches Schnullerschild hat, damit erkennbar ist, ob der Sauger richtig im Mund sitzt. Ein im Mund verdrehter Schnuller kann die Gebissentwicklung stören.

Wichtig ist es, den Nuggi nie selbst in den Mund zu nehmen und dann ungewaschen dem Baby zu geben. Karies- und andere Bakterien können so übertragen werden. Tauchen Sie den Nuggi auch niemals in süsse Substanzen, vor allem nicht in Honig, der ausser zu Karies auch noch zu einer lebensgefährlichen Infektion mit Botulismuserregern (Clostridium botulinum) führen kann.

Wenn Sie den Nuggi mit einem Kettchen an der Kinderkleidung befestigen, achten Sie unbedingt darauf, dass sie möglichst kurz ist (10 cm), damit sich das Kind damit nicht strangulieren kann. Verwenden Sie niemals ein Band oder eine Kordel, um den Schnuller am Hals oder am Körper zu befestigen. Auch Perlenketten können gefährlich sein, wenn sie aufreissen und die Perlen verschluckt werden.

Wissen

Jahrelanges Nuckeln verzögert die Sprachentwicklung

Newsticker

Daumenlutschen und Nägelbeissen | 21.09.2016

Schon im Uterus stecken die Feten den Daumen in den Mund. Doch je älter die Kinder sind, desto beunruhigter sind die Eltern wegen dieser Gewohnheit. Jetzt hat eine neuseeländische Studie an über 1000 Kindern einen Vorteil gefunden: Kinder, die Daumen lutschen oder Nägel beissen, entwickeln weniger leicht allergische Empfindlichkeiten. Hatten Kinder beide dieser „schlechten Angewohnheiten“, so war die Wahrscheinlichkeit einer Allergie gegen Hausstaubmilben, Gras, Katzen, Hunde, Pferde oder in der Luft enthaltene Pilze sogar noch geringer. Dies stützt die Theorie, dass ein früher Kontakt mit Schmutz oder Bakterien das Allergierisiko verringert. Der Trend blieb bis ins Erwachsenenalter erhalten.

Letzte Aktualisierung : 24-01-20, MR/VZ

Schnuller abgewöhnen? Der Abschied vom Nuckel

In den ersten Lebensjahren sind Nuckel tolle Tröster – umso schwerer fällt der Abschied vom Schnuller. Warum er weg muss und wie andere Mamas es geschafft haben, lesen Sie hier.

Trost, Beruhigung und Einschlafhilfe – für viele Babys und Kleinkinder geht ohne den heiß geliebten Nucki gar nichts. Trotzdem sollte der Schnuller möglichst vor dem dritten Geburtstag aus dem Kindermund verschwinden. Das fordern Zahnärzte und Kieferorthopäden.

Der Schnuller muss weg!

Denn zu langer Schnuller-Gebrauch führt zum offenen Biss, das heißt, dass durch den Schnuller die Ober- und Unterkieferschneidezähne auseinandergedrängt werden, sodass ein Abbeißen nicht mehr möglich ist. Und das betrifft alle Schnuller: Egal, wie die Schnuller geformt sind, wenn sie zu lange und zu intensiv benutzt werden, dann verformen alle die Stellung der Schneidezähne. Die Schnuller-Entwöhnung lohnt sich sogar noch, wenn die Milchzähne schon schief sind. Der offene Biss im Milchgebiss schließt sich von ganz alleine innerhalb weniger Monate, wenn der Schnuller weg ist.

Gesundheit

Die richtige Zahnpflege für Kinder

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Daher gilt: Um den dritten Geburtstag herum sollte man spätestens den Schnuller (und das Daumenlutschen) abgewöhnen. Das klappt auch meist ganz gut, weil das Saugbedürfnis in diesem Alter allmählich nachlässt. Kinderärzte empfehlen allerdings, früher mit dem Abgewöhnen zu beginnen: Schon bei der U6 am ersten Geburtstag und noch intensiver bei der U7 am zweiten Geburtstag des Kindes, ist der Nuckel ein Thema. Denn je früher man mit dem Abgewöhnen beginnt, desto leichter funktiert es. Im besten Fall tolerieren Eltern den Schnuller bei ihrem Kind ab dem zweiten Geburtstag nur noch zum Einschlafen.
Bevor Sie jetzt in Panik ausbrechen: Weder Daumen noch Schnuller führen automatisch zu Zahn- und Kieferproblemen. Bei Babys unter zwei Jahren gleicht das Wachstum eventuelle Schäden durch den Schnuller noch aus, je älter das Kind wird, desto wahrscheinlicher entwickeln sich Fehlstellungen. Und diese können ab einem bestimmten Alter nur noch mit Zahnspange und Co. korrigiert werden. Dazu kommt: der Schnuller erschwert es, sprechen zu lernen. Vor allem S- und Z-Laute machen bei vollem Mund Schwierigkeiten.

Schnuller weg mit Schnullerfee?

Was sich in der Theorie so einfach anhört, gleich in der Realität bei manchen Kindern eher einem Kampf. Wie werden wir den Nuckel los – mit kaltem Entzug? Mit langsamen Entwöhnen? Leider gibt es hier keinen allgemeingültigen Weg – wie so oft. Wie es andere Mütter gemacht haben, haben wir auf Spielplätzen in München gefragt: Und auch Mama Nadja hatte so ihre Probleme mit der „bösen“ Schnullerfee. Aber es schließlich doch geschafft:

Kleinkind

Die Schnullerfee kommt hier nicht rein!

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Tipps zum Schnuller entwöhnen

Im Dauergebrauch sollte der Schnuller auch bei Babys niemals sein. Je früher der Nuckel wirklich nur dann herausgeholt wird, wenn es nicht anders geht und keine andere Ablenkung hilft, desto besser. Der Abschied für immer fällt später dann vielleicht ein bisschen leichter.
Wenn es soweit ist: Werfen Sie aber auf keinen Fall den Nuckel einfach heimlich weg. Stellen Sie sich vor, man würde Ihnen so etwas antun! Bei so einer wichtigen Trennung muss Ihr Kind mitentscheiden dürfen. Schließlich ist der Schnuller der erste große Verzicht. Abgesehen vom heimlichen Wegwerfen ist erlaubt, was funktioniert. Egal ob über Bücher, die Schnullerfee oder etwas ganz anderes. Wie haben Sie es geschafft? Schreiben Sie uns auf Facebook oder in den Kommentaren!
Einen Versuch wert sind diese Möglichkeiten:
● Die Schnuller-Fee: Wer der Fee seine Schnuller gibt, bekommt im Gegenzug ein tolles Geschenk.
● Schnuller verschicken: Packen Sie alle Schnuller in ein Päckchen und bringen Sie es gemeinsam mit Ihrem Kind zur Post – vereinbaren Sie das mit einem Adressaten, z.B. der Oma. Wenig später bekommt Ihr Kind auch ein Päckchen mit einer schönen Überraschung.
● Schnuller-Fest: Heute ist der Tag, an dem das Kind kein Baby mehr ist und sich von seinen Schnullern trennt! Das feiert die ganze Familie wie einen kleinen Geburtstag.
● Auch viele Kinderärzte helfen gerne beim Abgewöhnen, wie etwa Dr. Oliver Harney: „Jedes Kind kann bei mir seinen Schnuller abgeben und bekommt dann ein kleines Geschenk. Ich habe schon eine halbe Schublade voller Schnuller!“
● Schrittweiser Abschied: Je älter Kinder werden, desto mehr können sie abwägen, ob sie den Schnuller wirklich brauchen. Wenn er gerade nicht im Einsatz ist, kann der Schnuller z.B. in einem Schatzkästchen liegen: Dort schläft der Schnuller und ruht sich aus.

Aber ich will!!!

Trotzphase: Trotz lass nach!

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Bücher, die den Schnuller-Abschied begleiten

Beim abendlichen Vorlesen kann beginnt der langsame Schnuller-Entzug ganz kuschelig. Das Leben geht schließlich weiter, wenn auch schnullerfrei. Aber dafür mit Stolz-Sein, Groß-Sein und Erfolg. Natürlich sind Bücher auch kein Patentrezept und es kann sein, dass Ihr Kind immun ist gegen Schnullermonster und „große“ Kinder, die ohne Nucki auskommen. Aber einen Versuch ist es allemal wert, zum Beispiel mit diesen Büchern:
➤ Danke, sagt das Schnuller-Monster: Mit 10 tollen Klappen!, erschienen im Tessloff Verlag
➤ Ich will keinen Schnuller mehr, erschienen im Verlag Neuer Favorit
➤ Klaus Schnullermaus, erschienen im Thekla Verlag

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Alles rund um den Schnulli

Schnuller-Ratgeber: Infos & Tipps zum Nuckel

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Schnuller abgewöhnen: 5 Tipps für einen sanften Abschied

Junge Eltern lernen sehr schnell, dass aus so einem kleinen Baby unfassbar laute Geräusche kommen können. Oft ist das Einzige, was dann noch hilft, der Schnuller. Dieses unscheinbare Ding schafft es, dass zuhause wieder selige Ruhe einkehrt. Doch aus Babys werden Kleinkinder und plötzlich fallen uns die Nachteile des Schnullers ins Auge. Die Speichelproduktion scheint nun außer Kontrolle zu geraten und in uns wird auf einmal eine Stimme laut, die sich fragt, ob die Kinder jetzt schiefe Zähne bekommen, bloß weil wir ihnen diesen Schnuller angewöhnt haben?

Bis zu einem gewissen Punkt ist der Schnuller vollkommen in Ordnung, um Babys zu beruhigen, und – so lange man ein paar Dinge beachtet – auch harmlos. Aber irgendwann ist es Zeit, dass ihr und vor allem euer Kind, sich vom Nuckel verabschiedet. Damit ihr euch nicht den Kopf darüber zerbrechen müsst, wie ihr das möglichst ohne Tränen und großen Kummer schafft, verraten wir euch ein paar Tipps, mit denen das große Drama ausbleibt.

Schnuller abgewöhnen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wenn es um Schnuller geht, ist die große Frage zweifelsohne: Wann sollte man sie abgewöhnen? Viele Eltern machen sich Sorgen, dass zu langes Warten in einer Fehlstellung der Zähne äußern könnte. Andere Eltern sehen dies komplett entspannt und sind sich sicher, dass Kinder mit 3 oder 4 Jahren den Schnuller freiwillig abgeben. Die Meinungen gehen an diesem Punkt also stark auseinander.

Leider sind sich auch Experten beim Thema Schnuller uneinig. Einige sagen, dass das Nuckeln am Schnuller schon nach dem 6. Monat reine Gewohnheit und somit unnötig ist. Andere sagen, dass der Schnuller ein Mittel zur Stressbewältigung ist und Kinder beruhigt. Tatsächlich nuckeln viele Kinder, die keinen Schnuller bekommen, einfach am Daumen. Und eine Entwöhnung vom Daumen ist oft schwieriger als eine vom Schnuller.

Wenn es also um den richtigen Zeitpunkt geht, ist die Frage nach den Zähnen letztlich die entscheidende. Denn Schnuller können tatsächlich zu einer Fehlstellung der Zähne führen. Man muss sich aber trotzdem keine Sorgen machen, denn bei Milchzähnen ist diese noch nicht tragisch. Die Vorstellung der Milchzähne bildet sich nach der Entwöhnung vom Schnuller meist innerhalb von 6 Monaten wieder zurück. Anders sieht es bei bleibenden Zähnen aus. Wenn ein Kind bereits bleibende Zähne hat und den Schnuller trotzdem noch benutzt, kann es nämlich tatsächlich zu einer bleibenden Fehlstellung der Zähne kommen.

Ab welchem Alter man Kindern den Schnuller am besten abgewöhnt, bleibt jedem selbst überlassen. Die meisten Experten sind sich jedoch in dem Punkt einig, dass man zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr Kindern den Schnuller abgewöhnen sollte.

Wie gewöhnt man den Schnuller am besten ab?

Es gibt verschiedene Tipps und Tricks, mit denen es Kindern leichter fallen soll, dem Schnuller auf Nimmerwiedersehen zu sagen. Für die einen funktioniert der „kalte Entzug“, andere brauchen eine langsame Entwöhnung. Bevor man also damit beginnt diese oder jene Methoden anzuwenden, sollte man sich bewusst machen, was dem eigenen Kind am besten tut.
Vielen Kindern fällt die langsame Umgewöhnung tatsächlich leichter. Schließlich war der Schnuller bisher ihr ganzes Leben lang ihr Begleiter. Es kann also durchaus sein, dass der Prozess länger als ein paar Tage in Anspruch nimmt. Das ist aber überhaupt nicht schlimm. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo und jedes Kind geht auch anders mit dem Verzicht auf den Schnuller um.

Bevor man Tipps zur Entwöhnung befolgt, sollte man die Kinder also langsam darauf vorbereiten, dass der Schnuller bald gehen muss. Eine weit verbreitet Methode dafür ist, den Schnuller in stressfreien Situationen wegzulassen. Wenn ihr also zuhause seid und euer Kind glücklich spielt, dann braucht es auch keinen Schnuller. Wenn sich das Kind daran gewöhnt hat, den Schnuller tagsüber zuhause nicht mehr zu tragen, könnt ihr festlegen, dass er nicht mehr mitgenommen wird, wenn ihr kleine Besorgungen macht. So fügt ihr Stück für Stück „Schnuller-freie“ Zonen hinzu. Bis ihr schließlich eingeführt habt, dass der Nuckel nur noch im Bett benutzt werden darf.

Die meisten Kinder kommen mit dieser langsamen Entwöhnung sehr gut zurecht. Schwieriger wird dann meist der finale Abschied. Denn obwohl sie den Schnuller die meiste Zeit nicht mehr benutzen, ganz Lebewohl sagen möchten die meisten Kinder trotzdem nicht. An diesem Punkt gibt es jedoch eine ganze Reihe Tipps und Tricks, die euch dabei helfen können.

1. Bietet den Schnuller nicht mehr an

Der erste Tipp ist der banalste, aber manchmal reicht es schon, wenn man Kindern den Schnuller nicht mehr anbietet. Oft ist es nämlich auch unsere eigene Gewohnheit, die den Prozess der Abgewöhnung verlangsamt. Packt die Schnuller also weg, sodass euer Kind nicht mehr daran erinnert wird und redet auch nicht mehr davon. Frei nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“ kann das schon ausreichend sein, damit euer Kind den Schnuller einfach vergisst.

2. Die Schnuller-Fee

Wenn ihr nicht dagegen seid, könnt ihr eurem Kind auch eine kleine Notlüge erzählen: Sagt ihm, dass die Schnuller-Fee kommt, um alle Schnuller abzuholen und als Dankeschön wird sie eine Überraschung bringen. Diese Überraschung könnt ihr so gestalten, wie ihr wollt. Das kann ein kleines Geschenk sein, das können ganz viele bunte Luftballons mit einer Dankeskarte von der Schnuller-Fee persönlich sein – eurer Fantasie sind an dieser Stelle keine Grenzen gesetzt.

Tipp: Damit ihr später nicht in Versuchung geratet, eurem Kind den Schnuller doch wiederzugeben, solltet ihr wirklich alle Schnuller entsorgen. So kann auch euer Kind die Schnuller nicht zufällig finden, was die Glaubwürdigkeit eurer Schnuller-Fee in Frage stellen könnte.

3. „Verschenkt“ die Schnuller

Wenn in eurem Bekanntenkreis ein neues Baby geboren wurde, könnt ihr diesen Umstand nutzen und eure Schnuller an das neue Baby „verschenken“. Ihr gebt sie natürlich nicht wirklich dem neuen Baby, aber ihr könnt eurem Kind erklären, dass Schnuller für Babys sind und dass ihr deshalb seine Schnuller dem neuen Baby weitergeben möchtet. Euer Kind wird verstehen, dass das Baby die Schnuller braucht und wahrscheinlich helfen wollen. Dann könnt ihr daraus ein kleines Ritual machen und die Schnuller in eine Box legen und hübsch als Geschenk verpacken. Wenn ihr sie „verschenkt“ habt, könnt ihr eurem Kind sagen, wie glücklich das Baby über die Schnuller war und wie stolz ihr seid, dass es helfen wollte.

So konnte euer Kind sich darauf vorbereiten, von den Schnullern Abschied zu nehmen. Sollte mit der Zeit doch eine Nachfrage zu ihnen kommen, könnt ihr wieder erklären, dass ihr die Schnuller gemeinsam weggegeben habt und warum ihr das gemacht habt.

4. Schneidet mit der Schere ein Stück vom Schnuller ab

Ein winzig kleiner Schnitt mit der Schere und die Spitze vom Schnuller ist ab. Und schon kann euer Kind nicht mehr so gut an ihm nuckeln. Es wird sich anders anfühlen, ungewohnt und unbequemer und euer Kind wird das schnell merken. Das alleine kann schon reichen, damit es diesen letzten Schritt in ein schnullerfreies Leben geht – sogar freiwillig. Wenn euer Kind diesen Einschnitt ignoriert, könnt ihr jeden Tag ein Stückchen mehr abschneiden. Spätestens dann wird es das Interesse am Schnuller verlieren.

Wenn es dagegen erstmal traurig ist und fragt, was mit dem Schnuller ist, könnt ihr sagen, dass er kaputt gegangen ist, euer Kind ihn aber nicht mehr braucht, weil es jetzt schon groß ist.

5. Der kalte Entzug

Je älter euer Kind wird, desto schwieriger wird es, ihm das Nuckeln abzugewöhnen. Wenn ihr alles versucht habt, euer Kind aber trotzdem nicht die geringsten Anstalten macht, sich vom Schnuller zu trennen, dann hilft oft nur noch der kalte Entzug. Entsorgt die Schnuller und gebt sie eurem Kind nicht mehr wieder. Dies ist mit Sicherheit die radikalste Methode und sie verlangt sehr viel Verständnis und Durchhaltevermögen eurerseits, doch wenn sie einmal durchgestanden ist, sind Schnuller definitiv kein Thema mehr für euer Kind.

Wichtig ist hier allerdings, dass ihr nicht nachgebt. Wenn ihr diesen Weg einmal eingeschlagen habt, müsst ihr ihn auch zu Ende gehen. Wenn ihr eurem Kind nämlich doch den Schnuller wiedergebt, nachdem es 45 Minuten lang danach geschrien und um sich getreten hat, dann habt ihr eurem Kind damit beigebracht, dass es sich nur lange genug so verhalten muss, bis es bekommt, was es möchte. Wenn ihr also versucht seid nachzugeben, denkt daran: Vor euch sind schon Millionen Eltern diesen Weg gegangen und bisher hat noch jedes Kind irgendwann seinen Schnuller aufgegeben.

Schnuller abgewöhnen – hier sind 4 hilfreiche Tipps

Rund um den dritten Geburtstag ist es so weit: Der Abschied vom Schnuller rückt näher. Aber wie wird das Kind möglichst schnell und ohne große Dramen schnullerfrei? Was unmöglich erscheint, ist oft gar nicht so schwer. Wir sagen Ihnen, wie Sie den Schnuller abgewöhnen können.

beginnen sie rechtzeitig mit der entwöhnung

Schnuller verfügen definitiv über magische Kräfte: Einerseits zaubern sie schnell ein Lächeln in die von Schmerz gequälten Gesichter der Kleinen und andererseits schonen sie das Nervenkostüm der Eltern. Eine Traumkonstellation! Was will man mehr? Doch Zahnärzte und Kieferorthopäden mahnen zur Vorsicht: Rechtzeitig den Nuckel abgewöhnen!

die folgen des nukels

Noch vor dem dritten Geburtstag sollte der Seelentröster aus dem Kindermund endgültig verschwinden. Zwar werden die kleinen Sauger aus medizinischen Gründen als weniger schädlich als das Daumenlutschen angesehen, aber im Dauereinsatz können sie zu Zahnfehlstellungen beziehungsweise schlimmstenfalls zu Kieferverformungen führen. Dies ist grundsätzlich keine zwangsläufige Konsequenz, doch das ständige Nuckeln verstärkt leider die Wahrscheinlichkeit, lieber Nuckel abgewöhnen!

schnullerzeit möglichst dosieren

Möchten Sie also den Schnuller abgewöhnen, empfehlen Ärzte die Entwöhnung rechtzeitig „einzuleiten“, damit Sie noch vor dem dritten Lebensjahr den Nuckel abgewöhnen können. Das heißt, der kleine Sauger sollte immer das allerletzte Mittel sein, um ein Kind zu beruhigen beziehungsweise zum Einschlafen zu bringen. Bei Kleinkindern zwischen sechs und zehn Monaten kann der Latex-Nuckler noch erfolgreich gegen ein Schmusetuch oder einen Beißring getauscht werden. Während sich der Abschied bei älteren Kindern deutlich problematischer gestaltet. Beginnen Sie also frühzeitig den Gebrauch von Schnullern zu dosieren, sodass es Ihrem Kind gar nicht mehr so schwer fällt, wenn Sie ihm den Schnuller abgewöhnen möchten.

4 tipps zum schnuller abgewöhnen:

  1. Das Kind darin bestätigen, wie toll es doch sei, dass ein so großes Mädchen oder ein so großer Junge seinen Schnuller nur noch selten braucht.
  2. Gemeinsam mit dem Kleinen ein Buch zum Thema „Schnuller abgewöhnen“ oder über die Schnullerfee ansehen und darüber sprechen. Dem Kind erklären, warum es jetzt Zeit ist, den Schnuller abzugeben. Sind die Kinder bereits zwei Jahre alt, kann man sie auch mit logischen Argumenten überzeugen.
  3. Wenn das Kind den Nuckler nur noch zum Schlafen verlangt: Von der „Schnullerfee“ erzählen, die alle Schnuller einsammelt und gegen schöne Geschenke tauscht. Gemeinsam mit dem Kind wird dann ein Päckchen mit allen im Haushalt verfügbaren Schnullern gepackt und weggeschickt. An einem darauf folgenden Tag erhält das Kind Post von der „Schnullerfee“ mit einem heiß ersehnten Geschenk.
  4. Dem Kind sagen, dass es erst verständlich ist, wenn es ohne Schnuller spricht. Meist vergessen Kinder danach, ihn wieder in den Mund zu stecken. Auf diese Weise kann man „unbemerkt“ den Nuckel abgewöhnen.

schnuller abgewöhnen, wenn der abschied besonders schwer fällt

Experten raten dazu, nach dem 8. Lebensmonat die Schnullerzeiten zu reduzieren, da das Saugbedürfnis zu diesem Zeitpunkt bereits langsam abnimmt. Der Beruhigungssauger kommt dann nur noch als Einschlafhilfe oder Tröster zum Einsatz. So fällt Ihrem Kind der Abschied wesentlich leichter als bei einem Dauergebrauch des Schnullis.

konsequent bleiben

Nicht nur Ihrem Kind, sondern auch Ihnen selbst fällt der Abschied leichter, wenn Sie konsequent bleiben. Legen Sie einen festen Zeitrahmen fest, in dem der Schnuller vollständig aus dem Kinderzimmer verschwinden soll und halten Sie an diesem fest.

den abschied zelebrieren

Ihrem Kind fällt der Abschied weniger schwer, wenn es lernt, den Grund für diesen zu verstehen. Schnullerfeste sind darum sehr beliebt: Zu diesem werden enge Verwandte und Freunde Ihres Kindes eingeladen. Im Mittelpunkt steht die Verabschiedung des Schnullis. Dieser wird gefeiert, weil er seine Aufgabe erfüllt. hat. Er geht nun auf die Reise zu einem Baby, das ihn dringender benötigt. Als Belohnung bekommt Ihr „großes“ Kind selbst ein Geschenk.
Vorlesen
Auch Bilderbücher und Vorlesegeschichten können Ihrem Kind helfen, den Abschied vom Schnuller besser zu verkraften. Dazu gehört z. B. das Buch „Ich brauche keinen Schnuller mehr“ (Ravensburger Buchverlag).

Schnuller abgewöhnen

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5 Tipps zum Schnuller abgewöhnen

Kinder sollten sich in der Regel spätestens zum Eintritt in den Kindergarten das Saugen am Schnuller abgewöhnen. Zum Glück hören viele Kinder in diesem Alter von alleine auf zu nuckeln, doch manchmal müssen die Eltern doch noch etwas nachhelfen. Mit folgenden Tipps wird das Schnuller abgewöhnen leichter für die ganze Familie.

Früh Schnuller abgewöhnen

Die Entwöhnungsphase sollte schon nach dem ersten Lebensjahr beginnen, um zu verhindern, dass Dein Kind eine „Abhängigkeit“ vom Nuckeln und Saugen entwickelt. Im besten Fall ist die Schnullerzeit mit dem Durchbruch der ersten Zähnchen beendet. Es ist aber auch schon ein großer Schritt getan, wenn der Schnuller oder Sauger bis zum zweiten Lebensjahr nur noch gelegentlich oder zu einem bestimmten Zeitpunkt eingesetzt wird, zum Beispiel beim Einschlafen. Natürlich sollten auch diese bestimmten Zeitpunkte nicht zur Gewohnheit werden.

Schnuller nur zu festen Gelegenheiten

Achte darauf, dass Dein Kind auch schon bald zu den festen Gelegenheiten oder festen Zeitpunkten auf den Schnuller verzichten kann. Der endgültigen Entwöhnung steht dann nichts mehr im Wege.

Viel loben beim Schnuller abgewöhnen

Eltern sollte zunächst klar sein, dass einem Kind das Schnullern nicht sofort abgewöhnt werden kann, sondern dass die Entwöhnung ein Prozess ist, der langsam von statten geht. Bei jedem Kind kann diese Phase unterschiedlich lange andauern, in der Regel jedoch zwei bis vier Wochen. Wenn Du versuchst, Deinem Kind den Schnuller abzugewöhnen, solltest Du darauf achten, dass Du es dabei ausreichend lobst und weniger tadelst. Denn Deinem Kind fällt es bestimmt nicht leicht, auf seinen „treuen Begleiter“ zu verzichten.

Eine Alternative zum Schnuller bieten

Wenn sich Dein Kind den Schuller abgewöhnen soll, ist es gut, ihm eine Alternative zu bieten: Beißringe sind dafür ideal geeignet. Denn sie ersetzen nicht nur den Schnuller, sondern tun Deinem Kind gut, wenn die ersten Zähnchen durchkommen. Er kann Schmerzen lindern und dabei helfen, das Zahnfleisch ausreichend zu durchbluten. Der Saugreflex wird durch den Kaureflex ersetzt.

Schnuller abgewöhnen im Urlaub

Da ein Ortswechsel und viele neue Eindrücke Dein Kind von seinen bisherigen Entdeckungen und Gewohnheiten ablenken, ist der gemeinsame Urlaub eine ideale Gelegenheit, sich den Schnuller abzugewöhnen. Biete den Schnuller einfach nicht mehr an und beobachte, wie sich Dein Kind verhält.

Während diese Entwöhnungsmethode bei einigen Kindern sofort funktioniert, kann es sein, dass andere Kinder gerade im Urlaub noch häufiger als sonst nach dem Schnuller verlangen, weil der Schnuller für sie etwas Vertrautes in der sonst fremden Umgebung ist. Dann solltest Du ihm den Schnuller gewähren und mit der Entwöhnung des Schnullers fortfahren, sobald ihr aus dem Urlaub zurückgekehrt seid. Dadurch, dass Dein Baby sich dann in seiner vertrauten Welt wiederfindet, kann es sein, dass es den Schnuller nicht mehr benötigt, da es sich an den anderen vertrauten Dingen erfreut.

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5 Rituale zum Schnuller abgewöhnen

Ein schönes Ritual hilft Deinem Kind, sich vom Schnuller zu verabschieden. Wir haben Dir fünf beliebte Rituale zusammengestellt. Da ist bestimmt auch für Euch das richtige Ritual zum Schnuller abgewöhnen dabei.

Die Abschiedsprozession

Schöne Rituale helfen Deinem Kind beim Schnuller abgewöhnen und machen zudem noch allen Beteiligten großen Spaß. Bei einem Entwöhnungsritual nehmen die Eltern mit dem Kind und den Geschwistern gemeinsam vom Schnuller Abschied. Deiner Phantasie sind beim Ausdenken des Rituals keine Grenzen gesetzt. Bereite Dein Kind aber schon etwa drei Wochen vor der Abschiedsprozession auf den Tag vor, damit es sich darauf einstellen kann und nicht überrumpelt wird. Die Abschiedsprozession könnte folgendermaßen aussehen: Ihr macht an einem Abend eine Prozession durch die Wohnung, die vor dem Mülleimer oder einem Loch im Garten endet. Dort wird nach einer Rede und einem feierlichen Schwur der „treue Begleiter“ schließlich entsorgt. Als Belohnung und Ausgleich kann das Kind eine Kleinigkeit geschenkt bekommen.

Schnullergeschenk an Baby

Wenn ihr es etwas feierlicher mögt, könnt ihr eine Abschiedsfeier veranstalten. Dein Kind kann seinen Schnuller in Geschenkpapier verpacken und als Geschenk für jemanden bereithalten, der jünger ist als es selber. Du kannst Deinem Kind erklären, dass der Schnuller seinen Zweck erfüllt hat und sich nun jemandem zuwenden muss, der ihn dringender braucht. Trage das Geschenk hinaus und sage Deinem Kind, dass Du es nun zu einem anderen Baby bringen wirst. Komme dann mit einem anderen Geschenk wieder, das Dein Kind als Gegenleistung bekommt. Du kannst ihm auch sagen, dass es das Dankeschön-Geschenk des Babys ist, welches nun seinen Schnuller hat.

Der Schnullerbaum

Auch wird eine Tradition aus Dänemark in Deutschland immer beliebter: der öffentliche „Schnullerbaum“. Dort finden regelmäßig Abschiedszeremonien statt, bei denen sich Kinder von ihrem langjährigen Begleiter verabschieden und die Schnuller in den Baum hängen. Schnullerbäume gibt es unter anderem schon in Köln, Berlin, München, Dresden, Gelsenkirchen, Mannheim, Ratingen und Münster. Vielleicht befindet sich ja auch schon einer in Deiner Nähe? Informiere Dich doch in Deiner Krabbelgruppe oder Deinem Kindergarten.

Die Schnullerfee

Sehr beliebt ist auch die sogenannte „Schnullerfee“, die nachts alle Schnuller abholt, die ihr von Mutter und Kind hingelegt wurden, und dafür als Ausgleich ein schönes Geschenk für das jetzt „große“ Kind hinlegt.

Die Spende

In Schweden gibt es seit geraumer Zeit einen Streichelzoo, der beim Schnuller abgewöhnen hilft. Die Kinder können ihren Schnuller in eine dazu vorgesehene Tonne werfen und ihn den Tierbabys spenden. Die Kinder sehen also, dass die Abgabe ihres Schnullers einen guten Zweck erfüllt. Sie fühlen sich „größer“ und damit eher bereit dazu, auf den Schnuller zu verzichten. Bei Zahnärzten gibt es hier in Deutschland ähnliche Aktionen und die Kinder können ihren Schnuller zum Beispiel Stofftieren spenden. Informiere Dich doch einmal bei Deinem Zahnarzt.

Schnuller abgewöhnen braucht oft Zeit

Wenn die oben genannten Tipps zum Schnuller abgewöhnen nicht funktionieren, solltest Du nicht verzweifeln. Dein Kind braucht vielleicht einfach ein wenig mehr Zeit. Vor allem bei Kindern, die sich vor dem 18. Lebensmonat den Schnuller abgewöhnen sollen, kann es von Vorteil sein, wenn Du ihnen über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen den Schnuller stufenweise entziehst, bis sie ihn am Ende gar nicht mehr oder nur noch zu bestimmten Gelegenheiten brauchen.

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Keine drastischen Methoden zum Schnuller abgewöhnen!

Schnuller sollten nicht vor den Augen des Kindes in den Mülleimer wandern (Ausnahme: im Rahmen einer Abschiedsprozession, siehe oben). Du solltest auch darauf verzichten, den Schnuller einzustechen, sodass die Luft entweichen kann. Dein Kind soll schließlich verstehen können, warum es den Schnuller nicht mehr braucht und nicht auf ihn verzichten, weil er ihm nicht mehr „schmeckt“.

Wie lange einen Schnuller?

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Ab wann darf ein Schnuller eingesetzt werden?

Wenn ein Kind geboren wird, kommt es mit einem Saugreflex auf die Welt. Das Saugen und Nuckeln dient der Nahrungsaufnahme an der Brust und der Beruhigung. Ein Schnuller kann Dein Kind zwar nicht mit wertvollen Nährstoffen versorgen, er wirkt jedoch beruhigend. Aus diesem Grund ist der Schnuller vielen Müttern eine große Hilfe, da sie ab und zu statt der Brust den Schnuller geben können, wenn sie sich sicher sind, dass ihr Kind sich nicht nach Muttermilch sondern Beruhigung sehnt. Der Sauger darf also schon bei Neugeborenen eingesetzt werden. Achte dabei aber unbedingt auf das richtige Modell und die richtige Größe. Lass zu Beginn der Schnullereinführung Dein Kind selbst entscheiden, wann es den Schnuller benutzen möchte und wie lange. So kannst Du sicher gehen, dass es ihn auch wirklich nur dann braucht, wenn es zur Ruhe kommen möchte. Der Schnuller sollte nie zu lange im Mund Deines Kindes bleiben.

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Schnuller wie lange ohne Risiko nutzbar?

Um das Risiko für die Bildung von Zahnfehlstellungen möglichst gering zu halten, raten Zahnärzte dazu, spätestens beim Eintritt Deines Kindes in den Kindergarten mit der Schnullerentwöhnung anzufangen. Viele Zahnärzte raten sogar zu einer früheren Entwöhnung bereits nach dem ersten Lebensjahr, damit unten beschriebene Zahnfehlstellungen nicht eintreten und zu anschließenden Sprachfehlern führen. Für viele Eltern ist das aber nicht umsetzbar, da der Schnuller ihnen in Bezug auf die Beruhigung und Ruhe viel Arbeit abnimmt. Du kannst aber darauf achten, dass Dein Baby den Schnuller bis zum zweiten Lebensjahr nur noch gelegentlich benutzt, zum Beispiel beim Einschlafen.

Der Schnuller ist kein ständiger Begleiter

Es ist in Ordnung, dass Eltern ihrem Baby den Schnuller geben, wenn es schreit oder weint, wenn es müde ist oder wenn es sich einfach nur beruhigen soll. Aber der Schnuller soll nicht als Notstopfen dienen. Der Gebrauch des Schnullers schränkt das Baby in seinem Grummeln, seinem Lächeln und später auch in der Sprachentwicklung ein. Unter anderem hindert er Dein Baby daran, seine Schmerzen, seine Freude und andere Gefühle auszudrücken. Der Schnuller sollte also nicht permanent zur Verfügung stehen, sondern in bestimmten Momenten gezielt eingesetzt werden. Das erleichtert auch später das Abgewöhnen.

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Spätfolgen des übermäßigen Nuckelns

Die Folgen des Dauernuckelns sind für das Baby bestimmt schlimmer als das, was Dein Baby in den Momenten erlebt, wenn Du ihm zur Beruhigung den Nuckel gibst. Folgende Spätfolgen des übermäßigen Schnullergebrauchs sind bekannt:

  • Sabbern: Wenn Dein Kind ständig den Schnuller im Mund hat, wird es beginnen, bevorzugt durch den Mund zu atmen. Es hält ihn nämlich nur noch locker im Mund. Das zieht die Konsequenz nach sich, dass Krankheitserreger und Keime ungefiltert in den Körper Deines Kindes geraten können. Das „durch-den-Mund-atmen“ zieht außerdem einen erhöhten Speichelfluss mit sich. Dein Kind fängt an zu sabbern.
  • Zahnfehlstellungen: Durch zu viel Nuckeln am Schnuller kann das Wachstum der Zähne Deines Babys beeinträchtigt werden. Die Zähne können beispielsweise schief nach vorne wachsen oder es kann zu Fehlstellungen des Kiefers kommen. Die Zahnfehlstellungen kommen wie folgt zustande: Dein Kind muss beim Saugen die Lippen schließen und den Schaft mit den Zähnen so zusammenbeißen und knicken, dass ein Unterdruck entsteht. Dies führt wiederum zu einem enormen Kraftaufwand der Kiefer. Das natürlich gegebene Zusammenspiel von Lippen, Kiefer, Zähnen und Zunge wird unterbrochen. Dies führt dann später häufig zu aufwendigen und teuren kieferorthopädischen Behandlungen.
  • Sprachfehler: Zusätzlich kann sich das extreme Nuckeln auch auf die Sprachentwicklung Deines Kindes auswirken. Kinder, die sehr häufig den Schnuller im Mund haben, neigen später häufiger zum Lispeln und zeigen teilweise auch andere Sprachfehler. Dazu kommt es durch folgende Zusammenhänge: Die natürlich gegebene vordere räumliche Begrenzung ist durch den lutschoffenen Biss mit den auseinanderklaffenden Schneidezähnen beim Schnullergebrauch nicht mehr gegeben. Das kann dazu führen, dass das Kind nicht mehr in der Lage ist, Zischlaute von sich zu geben. Das Kind kann später lispeln. Die Muskeln, die beim Sprechen beansprucht werden, haben keine Möglichkeit, „trainiert“ zu werden und so kann das Kind später bestimmte Laute nicht mehr formen.

Das Bedürfnis zu Saugen ist Kindern angeboren. Es entspannt, tröstet und beruhigt Neugeborene. Manche Embryos nuckeln sogar schon im Mutterleib am Daumen. Deshalb lieben die meisten Babys ihre Schnuller!

Neben der beruhigenden Eigenschaft des Schnullers, haben die kleinen Saug-Nuckel auch den Vorteil kiefergerechter geformt zu sein als der Daumen. Langjähriges Daumenlutschen kann zu zu einer Deformierung des Kiefers führen. Außerdem ist es mitunter einfacher ein Kind vom Schnuller zu entwöhnen als vom Daumenlutschen.

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Doch wie lange sollten Eltern ihre Kleinkinder am Schnuller nuckeln lassen?

„Im Grunde kann man den Schnullergebrauch ab dem ersten Geburtstag nach und nach reduzieren. Nach dem zweiten Geburtstag ist das Ziel, den Schnuller nur noch zum Einschlafen zu verwenden und mit 3 1/2 sollte dieses Ziel definitiv erreicht sein“, Dr. Guido Krandick, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin.

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Wichtig: Aus dem Schnullergebrauch sollte kein nerviger Streit gemacht werden, sondern Schritt für Schritt vorgegangen werden. Der Abschied vom Schnuller sollten Eltern behutsam angehen, rät der Experte.

  • Tricks zum Schnuller abgewöhnen

    Die Schritt-für-Schritt-Methode: „Lassen Sie den Schnuller im Alltag immer häufiger weg“, erklärt Psychologe Michael Thiel. Erst schnullert das Kind nur noch in der Wohnung, dann im Kinderzimmer und zum Schluss lediglich vor dem Einschlafen im Bett.

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Wenn dann spätestens im dritten Lebensjahr die „Schnullerfee“ kommt, um den Nuckel gegen ein kleines Geschenk einzutauschen, sind im Allgemeinen keine bleibenden Kieferprobleme zu befürchten!

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Den Schnuller abgewöhnen: Wie wird’s gemacht – und wann?

Sie lauern unter dem Kinderbett und in der Spielzeugkiste. Im Auto ist einer, in der Handtasche auch – und mindestens zwei trocknen gerade im Abtropfgitter. Für Mütter eines Schnullerfans ist das der Dauerzustand. Aber wann soll man ihn abgewöhnen? Das müssen Sie wissen:

Früh Abschied nehmen Während des ersten Lebensjahres bietet das Saugen am Schnuller gesundheitliche Vorteile. Es kann das Risiko des Krippentods verringern. Die meisten Experten sind jedoch der Meinung, dass Eltern nach zwölf Monaten damit anfangen sollten, ihren Kleinkinder den Schnuller abzugewöhnen, so die Kinderärztin Dr. Eva Love (Cleveland Clinic Children’s). Schränken Sie den Gebrauch des Schnullers ab zwei Jahren ein und verzichten Sie bei Kindern ab vier Jahren ganz, empfiehlt Dr. Love. „Zu diesem Zeitpunkt kann der Schnuller einen Überbiss, Kreuzbiss oder offenen Biss verursachen. Dies kann das Kauen, das Sprechen und das Aussehen beeinträchtigen. Gegebenenfalls müssen diese Schäden durch kieferorthopädische Behandlung korrigiert werden“, so Dr. Love weiter.

Je früher Sie ohne Schnuller auskommen können, desto einfacher wird es, meint die Logopädin Melanie Potock, Co-Autorin des Buchs Raising a Happy, Healthy Eater. „Im Alter von zwei Jahren macht die kognitive Entwicklung einen großen Sprung und Ihr Kind erkennt, dass es Sie und Ihre Handlungen zu gewissem Grad mitbestimmen kann“, erklärt Potock. Sobald Ihr Kind dieses (manchmal furchtbare) Alter erreicht, sind Proteste gegen den Schnullerentzug wahrscheinlicher. Kinder um drei Jahre sind eher auf emotionaler, als auf physischer Ebene dem Schnuller zugewandt. Hier sollte also ein eher sachlicher Ansatz gewählt werden (siehe „Kaputt besprechen“ im Folgenden).

Ersatz heranführen Ihre Kleine oder Ihr Kleiner besitzt vielleicht schon eine Lieblingsdecke oder ein heiß geliebtes Plüschtier. Falls nicht, holen Sie eins an Bord. „Beginnen Sie mit etwas Weichem, etwa einer Kuscheldecke oder einem vibrierenden Spielzeug, und geben Sie Ihrem Kind andere passende Dinge, an denen es kauen kann“, so Potock. Das Kauen ersetzt im Kleinkindalter das Saugen, das Ihr Kind als Baby so mochte, doch das Signal an das Gehirn erfüllt den gleichen beruhigenden Zweck, sagt sie.

„Kaputt“ besprechen Die Welt ist nicht perfekt: Selbst Schnuller können kaputtgehen und müssen aus dem Verkehr gezogen werden. „Reden Sie mit Ihrem Kind darüber, dass Dinge kaputt sein können”, rät Potock. Sollten Sie etwas haben, das nicht mehr funktioniert, zum Beispiel ein Spielzeug oder einen Stift, können Sie sagen: „Das ist kaputt und ich kann es nicht heil machen. Wir müssen es wegwerfen.“ Erwähnen Sie im Tagesverlauf immer wieder „kaputt“ und wenn Sie bereit sind, schneiden Sie das Ende des Schnullers ab. Zeigen Sie ihn Ihrem Kind, können Sie sagen, er sei kaputt und ihn gemeinsam wegwerfen. (Bewahren Sie keine defekten Schnuller auf, sie könnten für Kinder eine Erstickungsgefahr darstellen.)

Countdown Eine weitere Option ist der Drei-Tages-Ansatz. „Am ersten Tag sagen Sie Ihrem Kind, dass es bald den Schnuller aufgeben wird“, sagt Dr. Love. Fassen Sie sich kurz (30 Sekunden) und wiederholen Sie die Aussage am zweiten Tag, wobei Sie betonen, dass es „morgen“ so weit sein wird. Sammeln Sie die Schnuller am dritten Tag gemeinsam mit Ihrem Kind ein und entscheiden Sie gemeinsam, wohin sie kommen.

Gebrauch einschränken Eine Methode kann sein, den Gebrauch des Schnullers auf gewisse Orte oder Zeiten einzuschränken, sagt Dr. Love. So kann er zum Beispiel nur noch für zu Hause bestimmt sein, im Auto oder in der Kita muss jedoch auf ihn verzichtet werden. Sagen Sie Ihrem Kind nach einer Woche, dass es den Schnuller nur noch im Bettchen zum Mittagsschlaf oder abends zum Einschlafen bekommt.

Bewusst „Tschüss“ sagen “Viele Eltern bewahren ausrangierte Schnuller für die Schnullerfee auf. Als Belohnung gibt es oft ein Geschenk für große Kinder. Andere nähen den Schnulli zu Hause in ein Kuscheltier ein”, berichtet Dr. Love. Erin Farrell Talbots Sohn Liam nannte seinen Schnuller „Didi“, also erzählte sie ihm von der Didifee. „Er war dreieinhalb, als er den Schnuller ablegte – im Tausch für ein Geschenk für große Kinder, mit Fernbedienung“, erinnert sich die in New York City lebende Mutter.

Kalter Entzug Ja, wie das Abreißen eines Pflasters kann auch ein Schnuller endgültig weggenommen werden – und das ist vollkommen in Ordnung. Und manchmal geht es nur auf diese Art und Weise. „Ich versuchte, den Schnuller langsam zu entwöhnen und ihm Ben nur in längeren Abständen zu geben, aber es funktionierte letztendlich nur, indem ich sie allesamt einsammelte und wegwarf“, berichtet Summer Blackhurst, dreifache Mutter aus Kaysville, Utah. Ben protestierte einmal heftig und in den nächsten Tagen verhalten – und dann war es überstanden. Egal wie Sie es machen, bleiben Sie konsequent, rät Dr. Love. „Geben Sie nicht nach, auch wenn Ihr Kind weint, schreit und brüllt. Bleiben Sie hart in der Gewissheit, dass diese Phase, wie alle anderen auch, vorübergehen wird.“

Tipps und Tricks: So gewöhnen Sie Ihrem Kind ohne Drama den Schnuller ab

Vielen Eltern geht es wie denen von Kalle. Sie haben Angst davor, ihrem Kind den Schnuller abzugewöhnen, berichtet Sabine Kowatsch. Die Psychologin und Familientherapeutin rät zur Gelassenheit – auch nach einem solchen Zahnarztbesuch. „Auf ein paar Wochen mehr oder weniger kommt es nicht an. Wichtig ist, dass die Eltern nichts überstürzen, sondern einen guten Zeitpunkt wählen und ihr Kind darauf vorbereiten.“

Den richtigen Zeitpunkt hatten Kalles Eltern schnell gefunden. Die nächsten zwei Wochen würden turbulent werden. Aber danach hätten sie mehr Ruhe. Weil ihr Sohn gar so ein Schnullerkind war, hatten sie sich darauf eingestellt, dass sie einige Nächte nur wenig Schlaf bekommen würden. Um mehr Ruhe zu haben, nahmen sie zwei Tage frei. „Das ist eine gute Idee, gerade wenn die Eltern fürchten, dass es für ihr Kind sehr schwierig wird“, sagt Familientherapeutin Kowatsch. „Der Gedanke, dass sie am nächsten Tag nicht im Job präsent sein müssen, entspannt die Eltern. Diese Ruhe geben sie an das Kind weiter. Dann wird es leichter in den Schlaf finden.“

Früh mit dem Abgewöhnen anfangen

Mit Kalle sprachen die Eltern in den nächsten zwei Wochen immer wieder über die Schnullerfee, die Kalles Schnuller mitnehmen und dafür ein kleines Geschenk bringen würde. Kalle steckte jedesmal, wenn er das hörte, schnell seinen Schnuller in den Mund. Seine Eltern beneideten Freunde: Diese hatten ihrer Tochter die Schnuller kurz nach dem ersten Geburtstag weggenommen – auch auf Anraten des Kinderzahnarztes.

„Im ersten Lebensjahr ist schnullern völlig unproblematisch“, sagt Jacqueline Esch, praktizierende Kinderzahnärztin und Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Kinderzahnärzte. „Saugen ist ein natürliches Bedürfnis der Kinder, es beruhigt sie, das sollte man ihnen nicht nehmen. Nach dem ersten Geburtstag lässt dieses Bedürfnis nach.“ Trotzdem sei das nur in den wenigsten Fällen der richtige Moment, um ein Kind vom Schnuller zu entwöhnen, sagt Psychologin Kowatsch: „Für ein Kind unter zwei Jahren ist das sehr hart. Es versteht den Vorgang nicht, sondern ist ihm ausgeliefert.“ Allerdings könne man schon früh anfangen, den Schnuller nur zum Schlafen und in Ausnahmefällen zum Beruhigen zu geben. Kowatsch berät auch Kinderkrippen. Dort ist es üblich, dass die Kinder morgens ihren Schnuller abgeben. Sie bekommen ihn zum Mittagschlaf, oder wenn sie sich weh getan haben. „Das funktioniert super“, sagt Kowatsch. „Bei den großen Kindern, weil das Prinzip mit ihnen besprochen wurde, und weil sie es verstehen. Bei den Kleinen funktioniert es als Ritual.“

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