Schmerzen nach geburt

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Schmerzen nach der Geburt

Wenn Sie bei der Geburt einen Dammriss, einen Dammschnitt oder einen Kaiserschnitt hatten, sind Schmerzen im Wochenbett leider nicht zu vermeiden.

Mütter mit einem Dammriss oder einer Naht werden beim Wasserlassen wahrscheinlich einen brennenden Schmerz verspüren und deshalb nicht gern auf die Toilette gehen. Dann hilft es oft, reichlich Flüssigkeit zu trinken, um den Urin zu verdünnen. Auf der Wochenbettabteilung erhalten Sie dafür meist einen Abspülkrug, mit dem Sie während dem Wasserlassen den Intimbereich abspülen. Weniger konzentrierter Urin ist weniger aggressiv, und dadurch wird das Brennen schon erträglicher.

Bei starken Schmerzen können Sie sich, auch wenn Sie stillen, ein Schmerzmittel verschreiben lassen. Besondere Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur können die Heilung von Schnitten und Nähten ebenfalls beschleunigen, damit sollte allerdings nicht zu früh begonnen werden. Aber auch wenn Sie das Glück hatten, die Geburt ganz ohne Riss oder Naht überstanden zu haben, ist Wundsein oder Druckempfindlichkeit der Scheide in den ersten Tagen nach einer Entbindung ganz normal.

Ihre Gebärmutter entwickelt sich in den ersten Wochen nach der Geburt zu ihrer ursprünglichen Grösse zurück. Sie werden in den ersten Tagen Krämpfe oder Kontraktionen im Unterleib verspüren, die so genannten Nachwehen. Sie sind beim ersten Kind noch nicht so stark, beim zweiten oder dritten Kind können sie dagegen richtig schmerzhaft werden. Diese Gebärmutterkontraktionen machen sich meist beim Stillen noch stärker bemerkbar, da dabei das Hormon Oxytozin freigesetzt wird, welches die Gebärmutter stimuliert. Das tut zwar weh, hat aber einen sehr wichtigen und guten Effekt: Der Wochenfluss wird verstärkt und die Anfälligkeit für Infektionen in der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis oder Myometritis) so gesenkt. Ausserdem bewirkt Oxytocin ein Zusammenziehen der Milchkanäle in der Brust, wodurch die Muttermilch bzw. zunächst das Kolostrum (Vormilch) leichter und schneller befördert wird.

Häufige Fragen zum Thema

Bilden sich Hämorrhoiden nach der Geburt zurück?

Wann kann man nach einem Dammschnitt wieder Sex haben?

Mein Dammschnitt schmerzt nach vier Wochen immer noch. Was kann ich dagegen tun?

Newsticker

Stillen als Schmerzkiller | 24.11.2017

Eine von fünf Müttern, die ihr Baby per Kaiserschnitt geboren haben, leidet noch drei Monate später unter chronischen Schmerzen, wollen aber möglichst auf Schmerzmedikamente verzichten. Eine Studie zeigt: Stillen über mindestens zwei Monate scheint einen positiven Einfluss auf die postoperativen Schmerzen zu haben. Mütter, die weniger als zwei Monate nach einem Kaiserschnitt stillten, hatten ein dreifaches Risiko für chronische Schmerzen im Vergleich zu längeren Stilldauern. Durch das Stillen wird bekanntlich Oxytocin ausgeschüttet. Das Hormon führt nicht nur zur besseren Rückbildung durch Zusammenziehung der Gebärmutter. Ältere Studien geben auch Hinweise, dass Oxytocin die Wundheilung beschleunigt.

Dammschnitt mit Nachwirkungen: Unmittelbar nach der Geburt sowie drei Monate später haben norwegische Forscher jungen Müttern einen Fragebogen vorgelegt. Darin wurde nach Schmerzen, Infektionen und sexueller Aktivität der Teilnehmerinnen gefragt. Das Ergebnis: Knapp ein Viertel der Frauen, bei denen ein Dammschnitt (Episiotomie) durchgeführt worden war, klagte noch drei Monate später über Schmerzen v.a. beim Geschlechtsverkehr. Dies war unabhängig davon wie der Schnitt bei der Episiotomie geführt wurde, ob gerade oder schräg, oder wie lang die Narbe war. (swissmom Newsticker, 11.1.15)

Letzte Aktualisierung : 29-04-16, BH / swissmom-Hebammenteam

Diese Schmerzen können NACH der Geburt auf euch lauern

Wenn es um Babys geht sieht man hier zu Lande (also in meiner Filterblase) häufig das Bild der freudestrahlenden Mutter mit dem friedlich schlafenden Baby im Kinderwagen. Oder die überglückliche Mum im Kreißsaal, die (top gestyled) ihr Baby in Empfang nimmt. Man hört von wundervollen Geburtsgeschichten und freut sich immer auf die „Kennenlernzeit“ oder auch „Kuschelzeit“. Selbst ich habe meine Geburtserlebnis trotz Schmerzen erstmal als wunderschön erlebt. Dennoch gibt es Dinge, die mich wirklich ärgern und von denen ich bisher gar nichts wusste. Der Fokus wird nämlich oft auf Geburtsschmerzen und Angst davor gelegt. Kein Schwein erzählt aber wie es danach wird. Denn das empfinde ich aktuell als sehr viel lästiger. Davon möchte ich euch jetzt gern etwas verraten.

Dieser Beitrag enthält fiese Wahrheiten über die Schmerzen in der Babyzeit. Wer nichts von der „dunklen Seite“ erfahren möchte, klickt jetzt bitte weg. Allen anderen wünsche ich viel Spaß und gute Nerven, wenn ihnen das Wochenbett noch bevorsteht 😉

Vom Babyglück und Unterleibsschmerzen

Als ich meine Maus nach der Geburt angelegt hatte, schien das Schmerzmittel allmählich aus meinen Knochen zu weichen. Plötzlich empfand ich ein unglaubliches Ziehen im Unterleib: Die berühmten Nachwehen hatten mich in Beschlag genommen. Durch das Stillen werden sie wohl verstärkt. Bei meiner ersten Tochter habe ich davon gar nichts gespürt, Womöglich war ich zu sehr darauf fixiert nicht zu lachen, mich zu bewegen oder zu atmen, weil es unbändige Schmerzen im Bauchraum ausgelöst hatte (Kaiserschnittnarbe). Man sagt aber auch mit jeder Geburt werden die Nachwehen schlimmer. Womöglich lag es daran. Jedenfalls waren sie echt unangenehm, ebbten zum Glück nach einigen Tagen ab. Ohne Schmerzmittel hätte ich die ersten Tage im Krankenhaus aber nicht überstanden. Au!

Was zwickt denn da?

Durch den Kaiserschnitt bei der ersten Geburt war mir der Dammriss noch schlichtweg unbekannt. Erst mit Maries Geburt – die wirklich echt gut lief – habe ich die Ausmaße des Dammriss´ kennen und hasse gelernt. Das fing schon im Kreißsaal an: Nachdem die Nachgeburt (Plazenta) aus mir herausgeflutscht war und wir ihre Untersuchung mit angewiedert-neugierigen Blicken verfolgt haben, hieß es plötzlich ich müsse genäht werden. Der Damm sei leicht eingerissen. Davon habe ich bei all den Wehen und Schmerzen aktiv gar nichts mitbekommen. Das sollte sich aber bald ändern… Das Nähen selbst tat Dank Betäubungsmitteln nicht weh und dauerte nur wenige Minuten. Das erste Mal Aufstehen war da deutlich schmerzhafter. Von wegen man ist nach einer spontanen Geburt sofort top fit!

Es fiel mir nicht so schwer, wie nach dem Kaiserschnitt – das stimmt. Dennoch hat es echt böse geziept. Das Pippi machen war, als würde jemand meine Vagina anzünden wollen. Geheimtipp: Lauwarmes Wasser mitlaufen lassen. Das mindert den Schmerz. Längere Strecken laufen? Pffffffff. Nach kurzer Zeit fühlt es sich an, als schwillt meine gesamte Vagina an und beginnt zu pochen. Nicht wirklich geil. Dieses Gefühl von geschwollener Vagina war übrigens in den ersten beiden Wochen präsent – auch ohne Laufen. Es nervt einfach tierisch. Vor allem, weil es nicht nur vorn, sondern such hinten schmerzt.. Aktuell befinde ich mich in Woche 6 und es piekst immernoch beim Pinkeln. Vielleicht ist es aber auch die Schürfung, die ich in der Vagina habe? Wohl eine Geburtsverletzung. Meine Wundheilung ist echt für den Po… Bei großen Stress fühlt sich alles geschwollen an. To be continued…

Blut, überall Bluuut!

Wer denkt, dass die Wochenblutung die einzige Blutung sei, die nach der Geburt wartert. Pfft! Wartet mal auf die Hämhorriden! Früher dachte ich echt Hämhorriden sei so ne Krankheit für Ommas und Oppas. Junge Menschen bekommen die nicht. Dann habe ich gelesen, dass sie in der Schwangerschaft häufiger vorkommen können, wenn der Darm träger arbeitet. Da man nach meinem Stuhlgang quasi die Uhr stellen konnte, hat mich auch das erstmal nicht tangiert. Aber ich hab nicht mit den Nachwirkungen der spontanen Geburt gerechnet… Tatsächlich können durch den großen Druck der Presswehen Hämhorriden nach außen gedrückt werden – wie es bei mir der Fall ist (ich schreibe noch einen ausführlichen Beitrag darüber, wie das entstehen kann). Plötzlich war da überall Blut! Die ganze Kloschüssel voll, am Klopapier, überall! Und Schmerz, dieser sengende Schmerz…

Erst dachte ich, es sei eine Fissur – das hatte ich in der Vergangenheit auch immer. Als es aber nach einer Woche immer schmerzhafter wurde, statt besser, begann ich die Stelle einzucremen und bemerkte dabei eine Art „Hautlappen“ an meinem After. Ich bin zum Arzt gegangen und siehe da: Es sind Hämhorriden… Es gäbe die Option das zu operieren, doch zunächst (ein paar Wochen lang) wollte er eine Creme ausprobieren. Klasse! Jedes Mal, wenn ich merke, dass ich „groß“ muss, steht mir nun der Angstschweiß im Gesicht. Es tut wirklich höllisch weh… Jedes Mal reißt mir der Arsch gefühlt erneut auf. Doch danach ist es nicht vorbei. Frisch vom Klo schmerzt der Po nun für mehrere Stunden: Stehend, liegend oder sitzend. Es wird erst nach vielen Stunden wieder besser. Und mit jedem weiteren Stuhlgang bricht die Hölle erneut an meinem After aus. Nachdem ich Freundinnen und Twitter davon berichtet habe, hieß es: Das ist voll normal und käme oft vor (wenngleich vielleicht nicht in dem Maße).

What?! Warum hat mir das nie einer erzählt? Warum höre ich immer: „Geburt war ok, freue mich über mein Baby“ aber niemals: „Der Arsch brennt wie Zunder!“. Blödes Thema? Verschweigt man das absichtlich, weil es peinlich ist? Oder ist das die Schattenseite der Geburt über die man einfach nicht sprechen mag (wie beispielsweise Gebärmutter, die plötzlich aus der Vagina hängt, weil man die Rückbildungsgymnastik versäumt hat – mehrmals). Ick wees es nid. Allerdings hätte ich mich gefreut, wenn man mir das gesagt hätte. Vorher. Mittlerweile schmiere ich mir im Wechsel Cortison-Salbe und ein Quercus-Schweineschmalzgemisch an den Po. JA ihr habt richtig gelesen. Schweineschmalz! Dank weicherem Stuhlgang durch literweise Buttermilch, Pflaumentrunk, Apfelsaft und Co. ist der Ritt auf dem Pott zum Glück auch nicht mehr so wild. Aber schön ist anders… Nach gut 4 Wochen Behandlung trat aber leider noch keine deutliche Besserung auf. Mal sehen, wie lang ich mich noch daran erfreuen kann und, ob sie wieder in meinen Allerwertesten zurückkriechen werden.

These Boobs are mine – NOT

Wie ältere Leser vielleicht wissen, hatte ich nach der ersten Geburt über meine schwierige Stillbeziehung zu Claire geschrieben. Ich habe offen zugegeben, dass ich nicht weiß, ob ich nochmal stillen würde. Als Marie dann im Kreißsaal in meinen Armen lag, habe ich sie intuitiv angelegt. Einfach so. Damit war die Frage dann auch geklärt. Trotz Erfahrung kam es aber dann, wie es kommen musste: Blutige Brustwarzen. Das lese ich recht oft und sogar eine langjährige Stillberaterin meinte letztens auf Twitter, dass auch ihre Brustwarzen manchmal wieder in Mitleidenschaft gezogen werden, weil sie falsch angelegt hat. Es scheint sich also nicht vermeiden zu lassen.

Zu stillen, wenn sie Brustwarzen schon bluten ist kein Spaß. Mit jedem Zug fährt ein stechender Schmerz durch die gesamte Brust und man hat das innere Verlangen, sich die Brüste abzuschneiden. Mir schoßen dabei auch immer wieder Tränen in die Augen. Mehr als aushalten kann man auch fast nicht tun. Natürlich gibt es Helferlein wie Heilwolle, Mam Kompressen oder Stillhütchen, aber bis der Schmerz abebbt, dauert es schon eine Weile. Danach geht´s aber meistens. Aktuell läuft´s in jeder Hinsicht (ich produziere quasi Sahne und könnte zwei Kinder satt bekommen).

Sowas gab es noch nie bei mir: Ein #Stillbild ? Dank einer coolen App kann ich das aber gut vertreten 😉 #Stillen klappt jetzt übrigens super gut. Keine Schmerzen aktuell. Und mein Monchichi hat nun auch schon 3500g geknackt – sie werden so schnell groß! #Julibaby #julibaby2017 #newborn #neugeborenes #treeoflife #Baby #instababies #instababy #breastfeeding #mamablogger_de #Mama #photooftheday

Ein Beitrag geteilt von Yasmin Neese (@dierabenmutti) am 28. Jul 2017 um 7:39 Uhr

Wer meint das blutige Brustwarzen das ultimative Level sind, hat die Rechnung aber ohne Mutter Natur gemacht. Sie setzt eins obendrauf: Entzündete Brustwarzen inklusive Fieber und Schüttelfrost setzen dem Ganzen nochmal die Krone auf. Das kommt zum Glück seltener vor, aber erst kürzlich las ich davon in meiner Timeline. Und dann ist da noch dieser Milchstau, der üble Schmerzen verursachen kann und, wenn er zu spät erkannt wird, richtig fies wird. Die Erste Hilfe ist Ausstreichen der Brüste – bei mir hat das Schlimmeres abgewandt. Zum Glück. Ich kann jede Mutter verstehen, die von Anfang an zur Flasche greift (also Babynahrung hrhr) und einen großen Bogen um die Schmerzen macht. Meine Brüste sind derzeit heile, aber sobald ich falsch anlege, habe ich auch mal einen Tag Schmerzen. Das nervt. Mal vom Milcheinschuss abgesehen: Jedes Mal, wenn ich länger nicht stille und dann anlege, schmerzen die Brüste beim Stillen. Es piekst von innen. Auch die „Gegenbrust“. Diese kommt dann nicht umhin und sabbert mir auch direkt die Stilleinladen voll. Lustig wird es, wenn ich im Bett liege und die Brustwarze aus der Einlage herausschaut. Dann bade ich nachts in Milch – DAS ist aber ein anderes Thema 😉

Der Soor greift um sich

Sobald man Mutter wird, wird man mit verschiedensten Begrifflichkeiten konfrontiert, von denen man vorher nie was gehört hat: Reboarder, Hand-Mund-Fuß Krankheit oder auch Soor (Mundsoor und Windelsoor). Soor ist Infektionskrankheit der Haut und Schleimhäute, die durch den Candida-Pilz ausgelöst werden und den die Babys häufig auf der Zunge haben (sieht aus wie ein weißer Belag auf der Zunge). Dagegen gibt es Mittelchen, die diesen Pilz eindämmen sollen. Wenn man zu spät agiert, kann sich der Soor auch auf der Brust der Mutter ausbreiten. Und, wenn es dann mal ganz blöd kommt und man sich am Auge kratzt, hat man den Pilz dann halt auch im Auge. Wer nicht die Hände wäscht, bekommt dann auch mal gern Pilze in der Scheide. Und wer dann noch Sex hat, steckt den Partner auch noch an. Klingt toll, oder? Das ist schon unangenehm und kann blöde jucken.

Mit Soor ist nicht zu spaßen und sollte in jedem Fall immer behandelt werden. Er kann zu schlimmeren Krankheiten führen. Außerdem ist die Gefahr sehr groß,dass sich Mutter und Kind immer wieder gegenseitig anstecken. Klingt nach viel Spaß, oder?

Warum spricht keiner über die Schmerzen nach der Geburt?

Das klingt jetzt alles nicht so berauschend, gell? Dabei sind beispielsweise bis zu 50 Prozent aller Schwangeren beziehungsweise Mütter von Hämhorriden betroffen. Aber bisher hat niemand drüber gesprochen. Warum? Immer, wenn mich wer fragt, wie es mir geht, sage ich: „Ach es geht. Ich hab ein paar Probleme mit der Naht und Hämhorriden“. Daraufhin kommt bei den meisten ein überstürzter Themenwechsel. Blut aus dem After ist also ein Tabuthema? Na gut… Ich bin froh, dass ich zumindest einer handvoll Mädels davon erzählen kann, die auch nachfragen wie es mir geht. Also richtig nachfragen. Denn seien wir mal ehrlich: Die meisten fragen ja nur, weil es sich gehört und erwarten die Antwort einer jeden frischgebackenen Mutter: Natürlich gut und glücklich! Auf sowas hab ich eigentlich keinen Bock…

Es gibt natürlich noch zahlreiche andere Schmerzen: Schlafentzug zum Beispiel. Das verursacht Kopfschmerzen, Übelkeit und Unzurechnungsfähigkeit. Wie oft bin ich aus Müdigkeit schon gegen den Türrahmen gerannt, oder das Stuhlbein. AU! Ihr merkt schon, die Schmerzen hören nicht im Kreißsaal auf – es fängt gerade erst an!

Und was hilft nun gegen all die Schmerzen? Nichts…außer das Baby anschauen und sich bewusst machen., wofür das alles gut war. Dann geht´s wieder.

Wie war es bei euch? Unter welchen Wehwechen habt ihr gelitten? Empfandet ihr sie auch so lästig? Seid ihr verschont geblieben?

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Wochenbett

Wochenbett: Ruhephase für die Mutter

Die Zeitspanne von der Geburt der Plazenta bis zur vollständigen Rückbildung der Gebärmutter wird als Wochenbett bezeichnet und dauert in etwa 6 bis 8 Wochen. Dabei unterscheiden Ärzte und Hebammen zwischen einem Früh- und einem Spätwochenbett.

Die ersten zehn Tage nach der Geburt des Babys werden Frühwochenbett genannt. Junge Mütter benötigen in dieser Zeit besonders viel Ruhe, um sich von den Strapazen der Geburt zu erholen. Außerdem ist diese Zeit wichtig, um sein Baby behutsam kennenzulernen.

Um diese Zeit mit dem Neugeborenen in aller Ruhe genießen zu können, sollte der Haushalt erstmal Nebensache sein.
Tipp: Fragen Sie vor der Geburt Familienmitglieder und Freunde, ob Sie sich in den ersten Tage um Essen, Einkauf und etwas Hausarbeit kümmern können.

Auch im Spätwochenbett sollten sich frischgebackene Mütter noch nicht übernehmen und es etwas ruhiger angehen lassen. Das Wochenbett ist nach etwa 8 Wochen beendet, wenn sich die Gebärmutter vollständig zurückgebildet hat.

Das geschieht im Wochenbett

Im Wochenbett stehen bei der jungen Mutter viele körperliche Veränderungen an. Die Gebärmutter bildet sich langsam auf ihre Ursprungsgröße und ein Gewicht von etwa 70 Gramm zurück. Kaum zu glauben: Während der Schwangerschaft erreicht die Gebärmutter das 20-fache ihrer Größe und wiegt rund 1000 Gramm. Die Rückbildung der Gebärmutter wird von Nachwehen unterstützt.

Vor allem beim Stillen und der damit verbundenen Ausschüttung des Hormons Oxytocin zieht sich das Muskelgewebe zusammen. Bei der ersten Geburt merken die jungen Mütter häufig nur ein leichtes Ziehen im Unterleib. Ab dem zweiten Kind klagen Frauen über stärkere Schmerzen, da sich die vorgedehnte Gebärmutter stärker zusammenziehen muss.
Im Wochenbett schreitet auch langsam die Wundheilung voran: Durch die Ablösung der Plazenta von der Gebärmutterwand unmittelbar nach der Geburt entsteht eine Wundfläche. Das Wundsekret, das aus der Vagina austritt wird als Wochenfluss bezeichnet. Dieser dauert bis zu 6 Wochen. Zum Wochenbett gehört auch die Stärkung des Beckenbodens sowie der Bauchmuskulatur.

Mit Übungen, die die Hebamme mit der jungen Mutter im Wochenbett durchführt, können Beckenboden und Bauchmuskeln gezielt trainiert werden. Allerdings sollte die Bauchmuskulaturgezielt erst dann trainiert werden wenn die Rektusdiastase, also die geraden Bauchmuskeln geschlossen sind und der Beckenboden wieder kontrolliert werden kann.

Demnach sollte bewusst darauf geachtet werden, die Bauchmuskeln nicht zu belasten. Ein Beispiel ist falsches Aufstehen. Gerade im Wochenbett sollte immer über die Seite aufgestanden werden, um eine Belastung der geraden Bauchmuskeln zu vermeiden. Übungen im Wochenbett sind besonders wichtig, da ein überdehnter Beckenboden später bei Frauen zu Inkontinenz führen kann.

Wochenbett nach einem Kaiserschnitt

Frauen, die ihr Baby mit einem Kaiserschnitt entbunden haben, müssen deutlich länger mit den Nachwirkungen der Geburt kämpfen. Sie benötigen schon allein aufgrund der Kaiserschnittnarbe und der Wundschmerzen längere Zeit, um ihren Körper zu regenerieren. Häufig bleiben diese Frauen etwa 3 bis 7 Tage nach der Geburt im Krankenhaus.

Zu Hause angekommen sollten sich die Frauen besonders schonen und die Zeit mit ihrem Baby ausgiebig genießen. Da sie in der ersten Zeit ihr Baby aufgrund der Kaiserschnittnarbe nicht tragen und wickeln sollten, sind sie besonders auf die Hilfe vom Partner, anderen Familienmitgliedern oder Freunden angewiesen.

Tipp: Falls Sie in Ihrem Umfeld niemanden haben, der Ihnen unter die Arme greifen kann, informieren Sie sich bei Ihrer Hebamme oder der Krankenkasse nach externer Unterstützung.

Genau wie nach einer spontanen Geburt treten auch nach einem Kaiserschnitt Nachwehen auf und es kommt zum Wochenfluss. Dieser ist häufig jedoch nicht ganz so stark wie bei einer spontanen Geburt.

Nach einem Kaiserschnitt sollten sich Frauen etwa 6 Wochen schonen und auf körperliche Anstrengungen wie zum Beispiel schweres Tragen und Hausarbeit komplett verzichten. Wer sich zu früh zu viel zumutet, hat nicht selten mit Störungen der Wundheilung zu kämpfen.

Selbstverständlich steht auch diesen Müttern eine Nachsorge durch eine Hebamme zu. Sie kümmert sich neben der Kontrolle der Gebärmutter und des Wochenflusses zusätzlich um den Heilungsprozess der Kaiserschnittnarbe. Außerdem kann sie hilfreiche Tipps zum Stillen geben, das selbstverständlich auch nach einem Kaiserschnitt möglich ist.

Komplikationen im Wochenbett

Auch wenn das Wochenbett in der Regel problemlos verläuft, kann es bei einigen Frauen zu Komplikationen kommen. Fieber in Kombination mit einem Rückgang des Wundsekrets spricht für einen Wochenflussstau. Außerdem kann es im Wochenbett zu einem Milchstau und schmerzhaften Brustentzündungen kommen, die mit Fieber einhergehen können.

Zudem ist im Wochenbett die Gefahr einer Thrombose erhöht, die durch mangelnde Bewegung und Krampfaderbildung in der Schwangerschaft hervorgerufen werden kann. Um Thrombosen vorbeugen zu können hilft eine regelmäßige Gymnastik im Wochenbett, die die Durchblutung fördert.

Eine weitere Komplikation ist das sogenannte Kindbettfieber. Diese Infektionskrankheit kann sich zum Beispiel durch Fieber, Druckschmerzen im Unterbauch und eine verzögerte Gebärmutterrückbildung äußern. Aber auch die Wochenbettdepression stellt eine Komplikation während des Wochenbetts dar, die über kleine Stimmungsschwankungen hinaus geht. Bei Komplikationen sollten Sie immer Ihre Hebamme oder Ihren Arzt zu Rate ziehen.

Die Nachsorge: Hebammenhilfe im Wochenbett

Eine wertvolle Hilfe und Unterstützung für die ersten Tage nach der Geburt stellt die Hebamme für die jungen Eltern dar. In den ersten zehn Tagen nach der Entbindung besucht sie täglich Mutter und Baby. Die Hebamme kontrolliert die Rückbildung der Gebärmutter sowie den Wochenfluss und schaut sich, soweit vorhanden, den Heilungsprozess der Dammnaht an. Darüber hinaus steht die Hebamme beim Stillen mit Rat und Tat zur Seite, gibt Tipps für die Babypflege und begutachtet den Nabel des Babys. Das Baby wird in den ersten Tagen außerdem von der Hebamme gewogen.

Aber auch bei Unsicherheiten, Sorgen und Ängsten ist die Hebamme eine sehr gute Ansprechpartnerin. Darüber hinaus sind bis zum Alter von 8 Wochen 16 weitere Termine mit der Hebamme möglich. Die Nachsorge durch die Hebamme wird von den Krankenkassen bezahlt.

Auch nach der achten Woche steht den Frauen weiterhin Hebammenbetreuung zu, bei Stillproblemen bis zum Ende der Stillzeit und bei nicht gestillten Kindern bis zum 9.Monat. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Hebamme auch dann noch um Rat zu fragen.

Wochenbettgymnastik: Wichtig für die Rückbildung

Damit sich die Gebärmutter vollständig zurückbilden kann und Beckenboden und Bauchmuskeln wieder gekräftigt werden, ist eine spezielle Gymnastik im Wochenbett wichtig. Schon beim Aufenthalt im Krankenhaus werden den jungen Mamas einfache, aber effektive Übungen gezeigt. Und auch die Hebammen, die die Wöchnerinnen zu Hause betreuen, führen gemeinsam Gymnastikübungen durch.

Auch wenn Sie vor der Schwangerschaft sehr sportlich waren: Die ersten 6 Wochen nach der Entbindung sollten Sie auf anstrengende Workouts verzichten und sich viel Ruhe gönnen. Vor allem Sportarten wie zum Beispiel Joggen belasten den Beckenboden sehr. Mit der eigentlichen Rückbildungsgymnastik, die in speziellen Kursen von Hebammen angeboten wird, sollten Frauen ebenfalls erst nach dieser 6-wöchigen Schonfrist beginnen, abgeschlossen sein sollte er allerdings spätestens ab dem 9. Lebensmonat des Kindes.

Fazit

  • Das Wochenbett dauert bis zu 8 Wochen
  • Im Frühwochenbett ist viel Ruhe für die Mutter besonders wichtig
  • Bei Komplikationen immer einen Arzt oder die Hebamme aufsuchen
  • Nachsorge wird von den Krankenkassen bezahlt
  • Wochenbettgymnastik ist wichtig für die Rückbildung der Gebärmutter

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Wochenbett: Die ersten Wochen nach der Geburt

Im Wochenbett ist viel Gelegenheit zum Kuscheln mit dem Baby. Die erste Zeit nach der Geburt ist wichtig für die Entwicklung der Mutter-Kind-Bindung. © iStock.com / ChristinLola

Mit Wochenbett bezeichnet man die ersten sechs bis acht Wochen nach der Entbindung. In dieser Zeit schaltet der Organismus der Mutter langsam wieder auf den Normalmodus vor der Schwangerschaft um. Die Gebärmutter bildet sich zurück, Geburtsverletzungen heilen aus und der Hormonhaushalt stellt sich in kurzer Zeit um. Der Milchfluss setzt ein und damit beginnt die Zeit des Stillens. In das Wochenbett fällt auch die wichtige Phase, in der Mutter und Kind eine enge seelische Bindung aufbauen.

Die Zeit des Wochenbetts sollte die Mutter nutzen, um sich auszuruhen und zu erholen. Denn Ruhe und viel Schlaf sind die besten Mittel, damit der Organismus sich ausreichend regenerieren kann. Die körperlichen und hormonellen Veränderungen können mit einer Reihe von Beschwerden verbunden sein. Dazu gehören:

  • Probleme beim Wasserlassen und Stuhlgang durch den noch geweiteten Beckenboden und mögliche Geburtsverletzungen
  • Nachwehen, die zum Teil recht schmerzhaft sein können
  • Schwitzen, Frieren und Kopfschmerzen durch die Umstellung von Kreislauf, Stoffwechsel und Hormonhaushalt
  • Stimmungsschwankungen (Babyblues) und Haarausfall durch die hormonelle Umstellung
  • Verdauungsprobleme wie Verstopfung, Blähungen oder Durchfall
  • schmerzhafte und empfindliche Brüste durch das ungewohnte Stillen

Stuhlgang beim Baby: Das bedeutet der Windelinhalt

All diese Beschwerden sind nicht beängstigend und zum Glück sind gesundheitliche Komplikationen im Wochenbett heute eher selten. Sollte es jedoch zu verstärktem Ausfluss oder Blutungen kommen, Fieber, starke Schmerzen im Oberbauch oder in den Brüsten auftreten, so sollte die Wöchnerin sich ärztlich untersuchen lassen. Die Symptome können mit Infektionen, Wochenflussstau oder einer Brustentzündung zusammenhängen. Psychische Probleme, die sich nicht nach wenigen Tagen geben, können sich zu einer Wochenbettdepression entwickeln, die behandelt werden muss.

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Wochenfluss

Nachdem bei der Geburt die Plazenta ausgestoßen wurde, befindet sich an der Innenseite der Gebärmutterwand eine große Wunde. Diese schließt sich in der Zeit des Wochenbetts. Mit Wochenfluss (medizinisch: Lochien) wird das Wundsekret genannt, welches die heilende Gebärmutter absondert und durch die Scheide abfließt. Unterstützt wird der Abfluss durch die Nachwehen und durch Hormonausschüttung beim Stillen.

Menge, Farbe und Konsistenz des Wochenflusses verändern sich im Verlauf des Wochenbetts. In den ersten Tagen nach der Geburt ist er blutig und stärke als eine Mestruationsblutung. Am Ende der ersten Woche ist er bereits dünnflüssig-bräunlich (wie getrocknetes Blut), später nimmt er eine gelbliche, dann weißliche Farbe an. Ab der dritten Woche wird der Wochenfluss immer weniger, komplett versiegt er etwa nach sechs bis acht Wochen. Dann ist die Wundheilung der Gebärmutter abgeschlossen.

Erst wenn der Wochenfluss eitrig ist und einen üblen, fischartigen Geruch annimmt, ist von einer Infektion auszugehen. Weitere Symptome sind erhöhte Temperatur oder Fieber, Schmerzen im Oberbauch und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Diese Anzeichen deuten auf das Kindbettfieber hin. Zu früheren Zeiten waren Infektionen nach der Geburt aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen auch auf Geburtsstationen eine gefürchtete Komplikation, an der bis ins 19. Jahrhundert noch viele Wöchnerinnen starben. Heute sind sie mit Antibiotika-Gaben gut behandelbar.

Der Wochenfluss wird mit – am Anfang extragroßen – Binden aufgefangen. Es sollte darauf geachtet werden, dass diese Vorlagen luftdurchlässig sind. Slipeinlagen mit Plastik sind ungeeignet, sie würden zu einem feucht-warmen Klima am Scheidenausgang führen, welches die Entwicklung von Keimen begünstigt. Auf Tampons sollte ebenso verzichtet werden, denn diese behindern den freien Abfluss des Sekrets.

Wochenfluss und Hygiene

Der Wochenfluss besteht aus Blut, weißen Blutkörperchen, Lymphflüssigkeit, Ei- und Schleimhautresten. Er enthält zwar eine ganze Reihe an Keimen, die jedoch nicht krankheitserregend sind und die der Organismus ohne weiteres bekämpfen kann.

Früher wurde davon ausgegangen, dass der Wochenfluss hochinfektiös sei und dass die Wöchnerin es deshalb tunlichst vermeiden sollte, mit den Ausscheidungen in Kontakt zu kommen. Davon ist man inzwischen abgekommen. Allerdings ist der Wochenfluss ein guter Nährboden für Keime, wenn er nicht richtig abfließen kann oder hygienische Grundregeln nicht beachtet werden.

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Deshalb sollten Wöchnerinnen auf Hygiene bei der der eigenen Körperpflege, beim Stillen und der Pflege des Säuglings auf folgendes achten:

  • Hände: mit warmen Wasser und Seife gründlich waschen nach dem Toilettengang und der Intimpflege, nach dem Wechseln der Vorlagen, vor der Essenszubereitung, vor dem Stillen und nach dem Windeln des Kindes.

  • Intimbereich, Dammnaht: Den äußeren Genitalbereich täglich mehrmals mit klarem, warmem Wasser waschen beziehungsweise spülen. Am besten geht das auf einem Bidet oder unter der Dusche. Nach dem Spülen den Bereich gut trocknen – mit einem weichen Handtuch abtupfen, lauwarm föhnen oder einfach an der Luft trocknen lassen. Extra Handtücher für den Intimbereich, die Brust und die Hände benutzen und täglich wechseln!

  • Brust: Die Brust inklusive Brustwarzen täglich mit warmem Wasser waschen. Seife ist nicht nötig. Diese trocknet die Haut an den Warzenhöfen aus und macht sie empfindlich für kleine Verletzungen. Besondere Hautpflegemittel sind nicht nötig. Die Warzenhöfe haben spezielle Drüsen, die eine ölige Flüssigkeit absondern, damit die Haut geschmeidig bleibt. Außerdem enthält die Muttermilch pflegende und schützende Substanzen. Sie können nach dem Stillen einige Tropfen Muttermilch auf dem Warzenhof verreiben und antrocknen lassen. Still-Einlagen regelmäßig wechseln und Luft an die Brustwarzen lassen!

  • Körperpflege: Duschen ist sicherlich in den ersten Tagen die einfachste Möglichkeit, aber auch Baden in der Wanne ist nach der ersten Woche durchaus möglich. So können Sitzbäder mit Zusätzen die Heilung von Wunden beschleunigen, Rückenschmerzen lindern oder für eine kleine Entspannungsphase sorgen. Bei entzündeten Brustwarzen sollte auf Vollbäder verzichtet werden, bis die Entzündung abgeklungen ist. Nach einem Kaiserschnitt sind Wannenbäder erst ratsam, wenn die Narbe geschlossen und die Wunde abgeheilt ist. Wer sich unsicher ist, kann die Hebamme um Rat fragen.

Sex im Wochenbett?

Nach der Geburt spielt das Liebesleben der frischgebackenen Eltern meistens zunächst eine untergeordnete Rolle. Bei der Frau ist das Verlangen nach Erotik wahrscheinlich eher gering: Sie hat mit ihren körperlichen und hormonellen Veränderungen, dem Stillen und dem Alltag mit dem Baby meist ganz andere Dinge im Kopf. In der gesamten Zeit des Wochenbetts fließt durch den noch leicht geöffneten Muttermund der Wochenfluss ab. Umgekehrt können auch Keime von außen durch den Muttermund in die Gebärmutter gelangen.

Falls die Frau sich bereit fühlt, kann das Paar den Geschlechtsverkehr zwei bis drei Wochen nach der Entbindung wieder aufnehmen. Der Partner sollte jedoch während des Wochenbetts Kondome benutzen, um Infektionen zu vermeiden.

Hilfe annehmen im Wochenbett

In früheren Zeiten war es ganz normal, dass die frischgebackene Mutter während des Kindbetts sechs Wochen lang nicht vor die Tür durfte und von Familie und Nachbarsfrauen ver- und umsorgt wurde: regelmäßig wurde die Wöchnerin von den Frauen besucht. Sie kamen nicht vorrangig, um sich das Baby anzuschauen, sondern um sich nützlich zu mache: Sie brachten warme Mahlzeiten mit oder kochten, wuschen Wäsche und erledigten andere Arbeiten im Haushalt und kümmerten sich um den Rest der Familie.

Die heutigen Zeiten sind natürlich anders und schnelllebiger, trotzdem ist das Wochenbett eine wichtige und wertvolle Phase, die jede Mutter auch genießen sollte. Ehrgeiz ist fehl am Platz. Die Wohnung muss wenige Tage nach der Geburt nicht wie geleckt aussehen, der Abwasch kann durchaus liegenbleiben, um Einkäufe können sich andere kümmern. Idealerweise bespricht man schon während der Schwangerschaft mit dem Partner, den Eltern, Geschwistern und Freunden, wie die Unterstützung nach der Geburt aussehen kann.

Unterstützung durch die Hebamme

Während des Wochenbetts hat die Wöchnerin außerdem Anspruch auf Hebammenhilfe. Die Hebamme schaut bei den Hausbesuchen, ob bei Mutter und Baby gesundheitlich alles in Ordnung ist. Das Baby wird gewogen und gemessen, die Hebamme untersucht, ob der Nabel komplikationslos abheilt und sich das Kind gut entwickelt. Bei der Mutter achtet sie auf den Wochenfluss, die Rückbildung der Gebärmutter und die Narbenheilung (Dammnaht, Kaiserschnittnarbe). Sie hilft bei Stillproblemen und zeigt erste Übungen, die die Rückbildung unterstützen. Sie ist auch Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Säuglingspflege sowie bei psychischen Problemen und Alltagssorgen.

Gesetzlich versicherte Frauen haben in den ersten zehn Tagen nach der Geburt Anspruch auf einen täglichen Besuch der Hebamme. Bis zur zwölften Woche nach der Geburt können weitere 16 Beratungen vereinbart werden – wenn es ärztlich erforderlich ist, sogar mehr. Darüber hinaus unterstützt die Hebamme bei Fragen, Problemen oder Komplikationen auch während der gesamten Stillzeit.

Zusammenfassung

Die ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt werden als Wochenbett bezeichnet. In dieser Zeit findet die Rückbildung der Gebärmutter statt, der Hormonhaushalt stellt sich um. Die Phase ist auch wichtig für die Entwicklung der Mutter-Kind-Bindung. Wöchnerinnen sollten sich im Wochenbett viel ausruhen, um die Regeneration des Organismus zu unterstützen. Zwar ist der Wochenfluss nicht hochinfektiös, trotzdem sollte auf gewissenhafte Hygiene geachtet werden. Es empfiehlt sich, Unterstützung in der Familie, bei Freunden zu suchen. Gesetzlich versicherte Frauen haben zudem Anspruch auf Hebammenbetreuung.

Schwanger werden – die besten Tipps

Scheidentrockenheit  – (k)ein Tabuthema

Verschiedene Faktoren im Leben einer Frau können den Feuchtigkeitshaushalt der vaginalen Schleimhäute negativ beeinflussen. Die Gründe für eine verminderte Scheidenfeuchtigkeit sind vielfältig, wobei das Alter nur eine untergeordnete Rolle spielt:

  • Stress und Nervosität
  • Medikamente
  • Operationen
  • Schwangerschaft
  • Wechseljahre
  • Übertriebene Intimhygiene

Frauen leiden oft nach der Geburt an einer Scheidentrockenheit. Der Grund ist der unausgeglichene Hormonhaushalt nach der Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit durch den Rückgang der Östrogene. Die Schleimhaut wird dünner und empfindlicher. Die Vaginalflora kann aus dem Gleichgewicht geraten und dies führt zu Trockenheit und Infektionen der Scheide.

Bemerkbar macht sich das durch Juckreiz, Brennen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Empfindlichkeit bei Reizungen durch mechanische Beanspruchung wie enge Slips/Hosen oder Radfahren etc., in seltenen Fällen Blutungen der Vaginalhaut.

Entzündungen der Scheide (Vagina), des Scheidengangs, der Schamlippen und der Vulva sind in unseren Breitengraden keine Frage von unzureichenden Hygienemassnahmen. Wir waschen uns eher zu viel, zu oft und zusätzlich werden Duschmittel und normale Seifen verwendet. Das kann die empfindliche Haut schädigen. Viele Produkte zerstören den schützenden Säuremantel der Haut, Wasser trocknet die Haut aus. In der Schwangerschaft gibt es zudem durch die Hormonumstellung oft eine pH-Veränderung des Scheidenmilieus. Die Schleimhaut wird empfindlicher und anfälliger auf Reizungen. Geschlechtsverkehr, Slipeinlagen oder fremde Keime sind zusätzliche Belastungen. Eigene Keime oder Pilzsporen, die sonst friedlich in der Scheide leben, können bei geschädigter oder zu aufgeweichter Haut (Schwimmbad) eine Infektion auslösen. Pilzinfektionen sind während der Schwangerschaft und Geburt in der Regel harmlos, allenfalls wegen des Juckreizes sehr störend. Bei zu wenig saurem Scheidenmilieu fehlen die schützenden Milchsäurebakterien. Sperma ist alkalisch und bedeutet nach jedem Geschlechtsverkehr eine Herausforderung für die Scheide, ihr saures Milieu wieder herzustellen.

Tipps:

  • Beziehen Sie Ihre Intimpflege in die tägliche Körperpflege und Aufmerksamkeit mit ein. Pflegen Sie sie so liebevoll, wie Sie auch Ihr Gesicht pflegen. Fett pflegt und schützt die Haut.
  • Waschen Sie den Intimbereich nicht mit Normalseife. Pures Wasser ist am besten. Bei Bedarf können Spezial-Intimwaschlösungen, die gegen Juckreiz wirken und rückfettend sind benutzt werden. Empfindliche Haut nach dem Duschen eincremen.
  • Fetten oder cremen Sie Ihren Intimbereich bei grösserer Beanspruchung mit einem für Sie angenehmen Körperöl oder einer Fettcreme ein, insbesondere vor dem Gang ins Hallenbad, vor langen Velotouren etc.

Zur Befeuchtung und zum Schutz der empfindlichen Schleimhaut im Intimbereich ist die Verwendung eines guten Gleitmittels (z.B. pjur med) zu empfehlen, denn dies kann schnell und einfach bei den vorgenannten Ursachen helfen. Die Verwendung der richtigen Produkte ist sehr wichtig, denn viele herkömmlichen Fette und Öle sind nicht für den Intimbereich geeignet.

Sowohl wasser- als auch silikonbasierte Gleitmittel besitzen hervorragende Gleiteigenschaften und sind für alle Hauttypen geeignet. Sie unterstützen die Feuchtigkeit im Intimbereich und verhindern kleinere Hautrisse oder Haut-Irritationen. Sie werden zudem von Frauen für ein unbeschwertes Erleben der körperlichen Liebe verwendet.

Wasserbasierte Gleitmittel sorgen für eine sanfte, gleichmässige Befeuchtung und können mit wertvollen pflanzlichen Extrakten angereichert werden. Silikonbasierte Gleitmittel entwickeln eine nachhaltige Gleitwirkung bei erhöhtem Feuchtigkeitsbedarf. Zusätzlich eignen sie sich auch für die Partnermassage. Wichtig: Die Produkte sollten präservativverträglich sein, damit keine Mikrorisse im Latexkondom entstehen und Spermien und/oder Krankheitserreger durchdringen können.

Scheiden- und Gebärmuttersenkung

Als Folge des Elastizitätsverlustes senken sich Vagina und Uterus getrennt oder gemeinsam tiefer in das kleine Becken ab. Schmerzen und starke Beschwerden müssen damit nicht in jedem Fall verbunden sein. Leichte Senkungen bemerken viele Frauen nicht einmal.

In ungünstigen Fällen ist die Senkung jedoch so stark ausgeprägt, dass der Uterus und Teile der Scheide aus dem Körperinneren nach aussen treten – Mediziner sprechen dann von einem Scheiden- und Gebärmuttervorfall (Uterusprolaps, Prolaps).

Ursachen für eine Scheiden- und Gebärmuttersenkung

An der Entstehung einer Scheiden- und Gebärmuttersenkung wirken meist mehrere Faktoren mit. Zu diesen gehören:

  • Der natürliche Alterungsprozess: Mit zunehmendem Alter verliert der Halteapparat von Vagina und Uterus einen Teil seiner Elastizität. Spätestens nach dem Eintreten der Wechseljahre prägt sich eine – oft nur leichte – Scheiden- und Gebärmuttersenkung bei fast allen Frauen aus.
  • Schwangerschaft und vaginale Geburten: Jede Schwangerschaft und jede vaginale Geburt belastet den Beckenboden sowie die anderen Muskeln und Bänder im Unterleib. Während der Schwangerschaft macht sich diese Belastung beispielsweise durch ein zum Teil recht schmerzhaftes Ziehen an den Mutterbändern bemerkbar. Vor allem bei sehr grossen Kindern oder Mehrlingen kommt es während Schwangerschaft und Geburt zu starken Dehnungen der Bänder.
  • Schwere körperliche Arbeit, vor allem das regelmässige Heben schwerer Lasten
  • Starkes Übergewicht, chronische Verstopfung, chronischer Husten
  • Lageanomalien des Uterus
  • Auch die operative Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) kann zu einer Scheidensenkung führen. Nach dem Eingriff bleibt der sogenannte Scheidenblindsack übrig. Falls dieser während der Operation im Becken nicht ausreichend befestigt wurde, kann er sich später durch die Wirkung der Schwerkraft nach unten senken.

Frauen mit einer angeborenen Bindegewebsschwäche tragen in Verbindung mit starken Belastungen des Beckenbodens ein besonders hohes Risiko, eine Scheiden- oder Gebärmuttersenkung zu erleiden. Zusätzlich wirken sich schwach entwickelnde Bauchmuskeln als risikoerhöhend aus, da diese ebenfalls dazu beitragen, Gebärmutter und Scheide an ihrem Platz zu halten.

Eine Scheiden- oder Gebärmuttersenkung kann sich nach und nach entwickeln oder – beispielsweise nach einer Geburt – ein vorübergehendes Ereignis sein. In diesem Fall bildet sie sich zurück, sobald die Belastung aufhört.

Ausprägungsgrade und Symptome

Mediziner unterscheiden zwischen vier unterschiedlichen Graden einer Gebärmuttersenkung: Eine Gebärmuttersenkung 1. Grades ist nur sehr geringfügig ausgeprägt. Von den betroffenen Frauen wird sie oft gar nicht bemerkt. Bei einer Senkung 2. Grades senkt sich der Uterus bis zur Scheide ab, beim 3. Grad ist sie in der Scheide sichtbar. Bei einer Gebärmuttersenkung 4. Grades handelt es sich um einen kompletten Prolaps (Gebärmutter- und Scheidenvorfall).

Welche Symptome sich aus einer Scheiden- und Gebärmuttersenkung ergeben, hängt von der Ausprägung des Krankheitsbildes ab. Typische Anzeichen für eine Gebärmuttersenkung sind:

  • Zug- und Druckgefühl im Unterleib
  • Unterleibs- und Kreuzschmerzen, die sich vor allem nach körperlichen Anstrengungen melden
  • Fremdkörpergefühl in der Vagina
  • Häufiger Harndrang und Blasenschwäche.

Blasenprobleme durch eine Gebärmuttersenkung zeigen sich immer dann, wenn der Uterus so weit abgesunken ist, dass er auf die Blase drückt. Falls sich auch die vordere Scheidenwand absenkt, kommt es zu einem Blasenvorfall, der sogenannten Zystozele. Sehr ausgeprägte Zystozelen haben oft Stressinkontinenz zur Folge: Beim Niesen, Husten und bei körperlichen Anstrengungen wird unwillkürlich Urin verloren.

Zum Teil treten Blasenentleerungsstörungen auf, der gestaute Restharn kann zu Harnwegsinfektionen führen. Eine Absenkung der hinteren Scheidenwand drückt auch den Enddarm in die Tiefe (Rektozele), was hartnäckige Verstopfungen zur Folge haben kann. Dieses Symptom tritt jedoch seltener auf als Zystozelen. Starke Schmerzen können entstehen, wenn durch die Senkung alte Narben oder Verwachsungen belastet werden.

Bei einem vollständigen Gebärmuttervorfall tritt der Muttermund nach aussen. Durch die Zerstörung der Scheidenflora entstehen Scheidenentzündungen und durch den Einfluss von Druck und Reibung auf den Muttermund auch Druckgeschwüre. Betroffene Frauen leiden unter zum Teil blutigem Ausfluss und naturgemäss auch unter Schmerzen.

Diagnose und Therapie

Eine Scheiden- oder Gebärmuttersenkung diagnostiziert der Frauenarzt während der normalen gynäkologischen Untersuchung. Der Grad der Senkung wird nach der Entfaltung der Scheide mit dem Spekulum sichtbar. Zysto- und Rektozelen lassen sich manuell ertasten.

Je nach dem Ausmass der Gebärmuttersenkung und dem individuellen Beschwerdebild schliessen sich möglicherweise weitere Untersuchungen an, beispielsweise ein Ultraschall der Nieren, um einen Harnstau auszuschliessen.

Die Therapie von Scheiden- und Gebärmuttersenkungen kann sowohl konservativ als auch durch eine Operation erfolgen. Grundsätzlich sollte man schon präventiv etwas tun, bevor es zu einer Senkung kommt. Die Art der Therapie hängt davon ab, wie weit die Senkung fortgeschritten ist, ob sich die Patientin noch Kinder wünscht, wie alt sie ist und ob sie eine Operation verkraftet.

Leichte Formen lassen sich gut durch regelmässiges Beckenbodentraining therapieren und bilden sich dabei oft auch weitgehend zurück. Zusätzlich gibt es die Therapie mit speziellen Kugeln oder mit Elektrostimulation. Nach der Menopause – dem endgültigen Ausbleiben der Monatsblutung in den Wechseljahren – wird der Arzt eine Scheiden- und Gebärmuttersenkung oft lokal durch östrogenhaltige Zäpfchen oder Cremes behandeln.

Bei schweren Senkungen gibt es zu einer Operation jedoch nur wenige Alternativen. Dabei nimmt der Arzt eine sogenannte Scheidenplastik vor – strafft also operativ die Scheidenwand – bringt Uterus, Blase und/oder Enddarm zurück an ihren Platz und fixiert sie dort.

Durch das Kürzen der Bänder können diese ihre Haltefunktion wieder übernehmen. Bei Frauen, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben, wird der Arzt bei einer schweren Senkung oft zur Entfernung der Gebärmutter raten. Der Scheidenblindsack wird danach in der Beckenhöhle fixiert, um einen späteren Scheidenvorfall zu vermeiden.

Leider halten diese Operationen auch nicht ewig an. Daher ist ein Beckenbodentraining trotzdem wichtig.

Vorbeugung durch Beckenbodentraining, gesunde Ernährung, Sport

Vorbeugen lässt sich einer Scheiden- und Gebärmuttersenkung durch verschiedene Methoden. Ärzte raten Frauen, die unter einer angeborenen oder erworbenen Schwäche des Bindegewebes leiden, zu regelmässigem Beckenbodentraining, mit dem möglichst schon begonnen werden sollte, bevor sich die ersten Beschwerden und Senkungssymptome zeigen.

Ebenso wichtig sind eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie regelmässige sportliche Betätigung, da sie Übergewicht wirkungsvoll verhindern. Ausreichende Bewegung stärkt zusätzlich die Bauch-, Unterleibs- und Beckenbodenmuskeln.

Welche Folgen hat eine Gebärmuttersenkung für spätere Schwangerschaften?

Auch bereits stärker ausgeprägte Scheiden- und Gebärmuttersenkungen stehen einer (erneuten) Schwangerschaft nicht entgegen. Allerdings kann es durch die stärkere Belastung von Muskeln, Bändern und Beckenboden während der Schwangerschaft zu einer Verstärkung der Symptome – vor allem von Blasenschwäche und Harninkontinenz – kommen.

Das Risiko einer Frühgeburt erhöht sich hierdurch nicht. Auch mit Geburtskomplikationen durch die Senkung ist nicht zu rechnen – ein lockerer Beckenboden ist kein Hindernis für die Geburt und erleichtert sie zum Teil sogar. Trotzdem sollten betroffene Frauen während der Schwangerschaft besonders gut auf ein regelmässiges Beckenbodentraining achten.

Generell gilt: Jede Schwangerschaft und jede Geburt belasten den Beckenboden und den Halteapparat des Uterus. Auch ohne bekannte Bindegewebsschwäche sind während der Schwangerschaft Sport, Schwangerschaftsgymnastik und Beckenbodentraining wichtig.

Während der Geburt kann ein rechtzeitiger Dammschnitt dafür sorgen, dass der Beckenboden nicht zu stark belastet wird. Die Rückbildungsgymnastik nach der Geburt ist – für alle Frauen, jedoch vor allem bei vorhandenen Schwächen des Bindegewebes und des Beckenbodens – wichtig.

Was passiert mit der Gebär­mutter nach der Geburt?

In der Zeit der Rückbildung zieht sich die Gebärmutter regelmäßig zusammen. Diese sogenannten Nachwehen können bereits unmittelbar nach der Geburt einsetzen und dauern meistens ein paar Tage. Der Wehenschmerz nach der Geburt ist meist leicht. Er nimmt nach der Geburt weiterer Kinder in der Regel zu, weil die bereits vorgedehnte Gebärmutter sich stärker zusammenziehen muss.

Auch das Anlegen des Kindes an die mütterliche Brust führt über eine Ausschüttung von Hormonen zu einem vermehrten Zusammenziehen der Gebärmutter. Sollten die Schmerzen sehr unangenehm werden, kann nach Absprache mit dem behandelnden Arzt ein leichtes Schmerzmittel Linderung schaffen.

Die Verkleinerung der Gebärmutter führt dazu, dass auch die innere Wundfläche an der Ansatzstelle des Mutterkuchens schrumpft. Ein Zeichen für die Wundheilung ist der Wochenfluss (die Lochien). Dieses Sekret besteht aus Gewebeteilen und Blut und ist immer von Bakterien besiedelt. Sowohl Menge als auch Farbe und Geruch der Lochien verändern sich im Verlauf des Wochenbetts. Anfangs sind sie überwiegend blutig rot, dann wird die Farbe bräunlich, später gelblich bis weißlich. Insgesamt hält der Wochenfluss etwa vier bis sechs Wochen an.

Entgegen der in der Mehrzahl älterer Fachliteratur vertretenen Meinung sind die Lochien nicht infektiöser als normale Periodenblutungen. Sie sind nur dann infektiös, wenn sie eitrig sind und einen hohen Gehalt an pathogenen Keimen enthalten, wie beispielsweise den Staphylococcus aureus oder β-hämolysierende Streptokokken. Hinweis auf solch eine Infektion ist ein fischartiger oder eitriger Geruch.

Da der Wochenfluss allerdings potenziell infektiös sein kann, sollten Wöchnerinnen auf eine besondere Hygiene achten:

  • Gründliche Reinigung der Hände nach jedem Kontakt mit dem Wochenfluss
  • Desinfektion der Hände, insbesondere vor dem Stillen
  • Regelmäßiges Waschen des Genitalbereiches
  • Vermeiden von Vollbädern wegen der Gefahr der Bakterienverteilung
  • Bei schmerzhaften Dammnähten helfen Sitzbäder mit reinigenden und beruhigenden Substanzen
  • Verwenden von Binden und Einlagen, damit die Lochien abfließen können

Was versteht man unter Rückbildungsgymnastik?

Rückbildungsgymnastik unterstützt den Körper nach der Schwangerschaft bei der Wiederherstellung seines ursprünglichen Zustandes. Dabei steht das Training der Beckenbodenmuskulatur im Vordergrund. Kurzfristig wird durch diese Gymnastik die Ausscheidung des Wochenflusses gefördert, die häufig eher träge Darmtätigkeit angeregt und die Entschlackung begünstigt. Langfristig beugt sie einer Beckenbodensenkung mit möglicherweise nachfolgendem unwillkürlichem Harnverlust, Gebärmuttervorfall und Rückenschmerzen vor.

Bereits am Tag der Geburt kann die Frau mit einfachen Übungen beginnen, auch nach einem Kaiserschnitt. Die Anleitung erfolgt meistens durch speziell ausgebildete Krankengymnasten in der Entbindungsklinik oder durch Hebammen. Wichtig ist, diese Übungen zumindest einige Wochen durchzuführen, damit die stark beanspruchte Muskulatur sich wieder kräftigt.

Grundsätzlich können Mütter nach der Entbindung ambulante Besuche durch eine Hebamme in Anspruch nehmen. Dabei überwacht die Nachsorgehebamme die Rückbildungsvorgänge der Frau, die Entwicklung des Kindes in den ersten Wochen und sie hilft bei Stillproblemen und den richtigen Handgriffen bei der Babypflege.

Die Nachsorgehebamme untersucht die Wöchnerin, sie beobachtet die Rückbildung der Gebärmutter und die Wundheilung von Dammrissen, Dammschnitten oder Kaiserschnittnarben. Sie überprüft auch, ob sich Komplikationen wie eine Thrombose oder eine Wochenbettdepression ankündigen. Weitere Tipps zur Pflege des Neugeborenen und der Ernährung der Wöchnerin sowie die Beantwortung der vielen Fragen frisch gebackener Eltern in der neuen Situation gehören auch zu diesen Hausbesuchen.

Was ist beim Stillen zu beachten?

Eine wichtige und vollkommen neue Aufgabe nach der Geburt ist das Stillen.

Auf diese bevorstehende Aufgabe hat sich die Brust schon während der Schwangerschaft durch Vergrößerung und Verfestigung vorbereitet. Stillen bietet, wie man heute weiß, viele Vorteile. Deshalb raten Experten dazu, die Kinder möglichst vier bis sechs Monate voll zu stillen.

Muttermilch hat eine genau auf die Bedürfnisse der Kinder optimal abgestimmte Zusammensetzung und schützt sie darüber hinaus durch die Übertragung von Antikörpern vor Krankheiten. Zusätzlich wird durch die Muttermilch die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Allergien, vor allem bei familiär belasteten Kindern, verringert. Stillen kann zudem sehr praktisch sein, da die Milch stets richtig temperiert und immer verfügbar ist.

Über die Muttermilch werden allerdings auch die möglicherweise aus der Nahrung oder der Umwelt aufgenommenen Schadstoffe an das Kind weitergegeben. Deshalb sollten stillende Frauen unbedingt auf Genussgifte wie Nikotin und Alkohol verzichten. Das Kind nimmt diese Substanzen über die Muttermilch auf, was zu Gesundheitsschäden und Schlafproblemen führen kann. Auch die Einnahme von Medikamenten sollte möglichst vermieden werden und nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Bei bestehendem Stillwunsch sollte möglichst noch im Kreißsaal das erste Mal angelegt werden, um die Milchbildung anzuregen. Anfangs ist nur wenig der sehr nahrhaften Vormilch vorhanden. Durch viel Flüssigkeitsaufnahme und regelmäßiges Anlegen kommt es in der Regel zwischen dem zweiten und fünften Tag zum sogenannten Milcheinschuss.

Die Brüste werden prall und fest und können daher schmerzen. Kühlung als abschwellende Maßnahme und Stillen können dieses vorübergehende Ungleichgewicht normalisieren. Bis sich ein optimales Verhältnis zwischen Milchmenge und Trinkvolumen des Kindes eingespielt hat, dauert es ein paar Tage.

Welche Komplikationen können im Wochenbett eintreten?

Die Veränderungen im Wochenbett sind völlig natürlich. Dennoch kann es zu Störungen und Komplikationen kommen.

Rückbildungsstörungen (Subinvolutio uteri, Lochialstau)

Kommt es zu Rückbildungsstörungen, bildet sich der Uterus nach der Entbindung nur unzureichend zurück. Ursachen können beispielsweise eine vorausgegangene Überdehnung der Gebärmutter etwa bei Mehrlingen sein, schlaffes Bindegewebe, Plazentareste im Uterus oder Uterusfehlbildungen.

Die Gebärmutter ist vergrößert, möglicherweise schmerzhaft und anfällig für Infektionen. Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten, die das Zusammenziehen (Kontraktion) der Gebärmuttermuskulatur fördern.

Eine weitere Komplikation im Wochenbett ist die Lochialstauung (Lochiometra). Dabei verringert sich die Menge des Wochenflusses auffällig schnell, die Gebärmutter ist druckschmerzhaft. Das Sekret nimmt einen übel riechenden Geruch an, oft kommen Fieber und Kopfschmerzen hinzu. Auch in diesem Fall wird der Arzt kontraktionsfördernde Medikamente verordnen.

Entzündungen von Harnblase und Nierenbecken

Verstärkte vaginale Blutungen sowie Entzündungen der Harnblase (Zystitis) und des Nierenbeckens (Pyelonephritis) sollten im Wochenbett ebenfalls vom Arzt abgeklärt werden.

Kindbettfieber

Das sogenannte Puerperalfieber (Kindbettfieber) kann durch Entzündungen verschiedener Organe (zum Beispiel der Gebärmutterschleimhaut, der Gebärmuttermuskulatur, der Eierstöcke und Eileiter) bedingt sein und zu einer Bauchfellentzündung bis hin zur Blutvergiftung (Puerperalsepsis) führen.

Um dem Kindbettfieber vorzubeugen, sollte die Wöchnerin besonders auf Hygiene achten und auf Tampons verzichten.

Die Therapie sollte durch den Arzt gegebenenfalls mit Antibiotika (Bakterien abtötenden Mitteln) durchgeführt werden.

Im Wochenbett kann es außerdem durch die hormonelle Umstellung und längere Immobilität (zu wenig Bewegung und zu langes Liegen) zum Auftreten von Blutgerinnseln (Thrombosen) kommen, die in die Lungengefäße abwandern und dort stecken bleiben können (Lungenembolie).

Viele Frauen entwickeln im Wochenbett, meist am dritten Tag, depressive Verstimmungen, die auf hormonelle Veränderungen zurückgeführt werden. Allerdings können auch schwere Depressionen und Psychosen entstehen, die der fachgerechten Therapie bedürfen.

Was du gegen Schmerzen nach der Geburt tun kannst

Brennen, Bauchkrämpfe, Probleme beim Wasserlassen: Fünf Tipps, was du gegen Schmerzen nach der Geburt unternehmen kannst.

Die schlechte Nachricht: Nach der (schmerzhaften) Geburt hören die Schmerzen noch nicht auf. Die gute Nachricht: Wir haben Tipps, wie du den Schmerz lindern kannst.

In Schweigen gehüllt und trotzdem da: Über Schmerzen nach der Geburt spricht kaum jemand. Der Gedanke ist wohl: Nun ist ja das Baby da und tröstet mit seiner Präsenz über jegliches Unwohlsein hinweg. Und natürlich: Der kleine Schatz erfüllt Mama mit übermäßigen Glück – die Schmerzen nach der Entbindung bleiben aber trotzdem. Wenn sie überhaupt angesprochen werden, dann mit einem generellen „Ja, nach der Geburt tut es noch ein paar Wochen weh, aber das geht vorbei“. Wir sagen Schluss damit, lasst uns die bösen V-Worte aussprechen.

Ja, wenn du eine natürliche Geburt hattest, wirst du (in den meisten Fällen und unter anderem) Schmerzen in der Vagina und Vulva haben. Ja, deine Vagina und dein gesamter Intimbereich werden dir wehtun. Nein, das ist kein Grund sich zu schämen, sondern völlig normal. Schließlich hast du gerade erst ein kleines Wesen durch eben diese Vagina gepresst.

Und nicht nur dein Intimbereich wird wehtun, auch Kopfschmerzen, Brustschmerzen oder Verstopfung können dazukommen. Und auch die Kaiserschnittnarbe ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Das Gute: Um die Schmerzen zu bekämpfen, musst du dich nicht nur auf die Endorphine verlassen, die dein kleines Wunder in dir auslöst. Denn wir haben fünf Tricks, die die Schmerzen nach der Geburt etwas lindern können.

Schmerzen nach der Geburt – Unsere Tipps

1. Das Kirschkernkissen und Sitzbäder sind deine besten Freunde
Schmerzen im Sitzen gehören wohl zu den häufigsten Schmerzen nach der Geburt, denn schließlich wurde dein gesamter Intimbereich sehr in Anspruch genommen und ist nun geschwollen und strapaziert. Linderung verschafft ein kaltes Kirschkernkissen: Das Kissen dafür, in einen Gefrierbeutel verpackt, eine Weile in den Gefrierschrank und danach zwischen die Beine legen – nicht auf die Blase, um keine Blasenentzündung zu riskieren. Die Kühlung hilf beim Abschwellen und betäubt den Schmerz etwas. Auch Sitzbäder helfen gegen Schwellungen und lindern die Schmerzen. Sitzbäder können einmal pro Tag, bei Bedarf auch häufiger, eingesetzt werden. Sprich am besten deine Hebamme darauf an, sie kann dir auch passende Badezusätze empfehlen. Nach dem Bad solltest du die Vulva und ggf. vorhandene Nähte gut trocknen (ein Fön auf Kalt-Stufe bietet sich hier an), denn trockene Wunden verheilen besser.

2. Zauberkräfte der Zaubernuss
Viele Mamas schwören auf die Kräfte der Heilpflanze Hamamelis virginiana, die auch den schönen Namen „Zaubernuss“ trägt. Salben mit den Zaubernuss-Bestandteilen sollen gegen juckende Kaiserschnittnarben und schmerzhafte Hämorrhoiden helfen. Außerdem soll die Hamamelis virginiana auch Nässen und Brennen lindern und die Wundheilung fördern – besonders praktisch also, wenn du beispielsweise an den Scharmlippen genäht werden musstest. Tipp: Koche zwei Teelöffel der getrockneten Rinde auf einen halben Liter Wasser, lasse das Ganze eine Viertelstunde ziehen und tränke Tücher mit dem Tee. Die warmen Tücher kannst anschließend auf die betroffenen Stellen legen. Noch einfacher: Binden mit der Tinktur einsprühen, ggf. eine Weile in den Gefrierschrank legen und dann tragen.

3. Wasser fürs Wasserlassen
Schwellungen im Bereich der Blase können zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen führen. Dazu kommen noch eventuelle Risse im Dammbereich, die beim Toilettengang brennen können. Die Angst vor den Schmerzen beim Wasserlassen kann sich so auf die Psyche auswirken, dass du Probleme bekommst, Wasser zu lassen. Und das, obwohl du nach der Geburt eigentlich besonders häufig musst. Denn nun versucht der Körper, all das Wasser, das er während der Schwangerschaft eingelagert hat, wieder loszuwerden. Um sich ein bisschen Linderung zu verschaffen und das Wasserlassen zu erleichtern, kannst du, während du auf der Toilette sitzt, warmes Wasser über deine Vulva laufen lassen. Und: Vergiss die Rückbildungsgymnastik nicht. Die Übungen sind wichtig, um Inkontinenz vorzubeugen bzw. zu behandeln.

4. Endlich wieder auf dem Bauch liegen
Bauchschläfer freuen sich wahrscheinlich schon die ganze Schwangerschaft darauf, sich beim Schlafen wieder auf den Bauch drehen zu können. Aber auch Rückenschläfer sollten diese Position einmal ausprobieren – vor allem, wenn sie unter schmerzhaften Nachwehen leiden. Nachwehen sind normal, denn die Gebärmutter muss sich nach der Geburt wieder zusammenziehen. Das tut manchen Frauen weh, andere merken es gar nicht. Meist dauern die Bauchkrämpfe zwei bis drei Tage und gehen von alleine wieder weg. Stillen kann die Schmerzen allerdings verstärken. Fühlst du die Bauchkrämpfe kommen, versuche einfach mal, dich auf den Bauch zu legen. Der Druck regt die Rückbildung der Gebärmutter an und kann auf dich beruhigend wirken. Auch Ibuprofen kann gegen den Schmerz helfen und sollte (in gewissen Mengen) auch beim Stillen kein Problem sein.

5. Gleitgel
Wir reden nicht lange um den heißen Brei herum: Investiere in eine Tube Gleitgel, wenn du dich nach der Geburt wieder bereit fühlst, Sex zu haben. Vielleicht brauchst du es gar nicht. Vielleicht aber schon. Denn: Nach der Geburt und während der Stillzeit ist die Vaginalschleimhaut recht dünn, da dein Östrogenspiegel niedrig ist. Das kann zu einer trockenen Scheide führen, was wiederum in schmerzhaften Sex resultieren kann. Gleitgel verschafft hier Abhilfe.

Bei diesen Schmerzen besser einen Arzt aufsuchen

Wie gesagt: Schmerzen nach der Geburt sind normal. Egal, ob es ein Kaiserschnitt oder eine natürliche Geburt war. Dennoch gilt: Bei sehr heftigen Schmerzen bitte deinen Arzt oder deine Hebamme aufsuchen. Merke dir: Du solltest nicht mehr leiden als du msst. Suche und nimm dir Hilfe!

Gesundheit

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Bei diesen Symptomen sollten Sie (sofort) einen Arzt aufsuchen:

  • Du verlierst sehr viel Blut. Etwas Blutverlust ist normal. Musst du die Binde allerdings öfter als einmal pro Stunde wechseln, solltest du einen Arzt aufsuchen.
  • Du verlierst sehr viele, große Blutklumpen. Auch Blutklumpen können nach der Geburt vorkommen. Sind diese aber größer als ein 50-Cent-Stück, solltest du besser einen Arzt aufsuchen.
  • Heftige Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Sehstörungen können Symptome einer Präeklampsie sein. Diese kann bis zu 14 Tage nach der Entbindung auftreten und muss dringend behandelt werden.
  • Auch bei Schmerzen im Oberbauch, hohem Fieber und Schmerzen in der Brust solltest du einen Arztbesuch nicht scheuen. Das Gleiche gilt, wenn du Probleme damit hast, deinen Stuhlgang zu kontrollieren oder sich Infektionen bilden.
  • Den sogenannten „Baby Blues“ erfahren viele Frauen. Sollte dieser sich nach ein paar Tagen aber nicht legen, solltest du das Gespräch mit deiner Hebamme, einem Arzt oder einer Vertrauensperson suchen.

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