Schmerzen nach abtreibung

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Schwangerschaftsabbruch nach einem auffälligen PND-Befund

Die Nachricht, dass ihr Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Krankheit oder Behinderung zur Welt kommen wird, kann Schwangere und Paare vor schwere Entscheidungen stellen. Erwägen sie einen Schwangerschaftsabbruch, ist es wichtig, die gesetzlichen Bedingungen zu kennen.

Einen Weg suchen

Im Laufe der Schwangerschaft kann sich herausstellen, dass ein Kind krank oder behindert auf die Welt kommen wird. Manchmal ist die Entwicklungsstörung so schwerwiegend, dass das Kind bereits während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder bald danach sterben wird. Oder aber es sind nach der Geburt viele medizinische Eingriffe zu erwarten, von lebenserhaltenden Maßnahmen bis hin zu schweren Operationen.

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Liegt ein auffälliger Befund vor, bricht für viele werdende Frauen und Paare eine Welt voller Hoffnung zusammen. Sie geraten in eine tiefe Krise und erleben Augenblicke von Verzweiflung und Zukunftsangst. Nicht selten müssen sie in einer Situation einen Weg finden, in der sich keine Entscheidung wirklich gut und richtig anfühlt. Auf viele Fragen gibt es auch keine sicheren Antworten: Wie sähe mein oder unser Leben mit dem kranken oder behinderten Kind aus? Wie könnte ich das seelisch und körperlich schaffen? Und was kommt auf mich, was kommt auf uns zu, wenn ich mir das nicht vorstellen kann?

Vielen Paaren hilft es in dieser Situation, mit Freundinnen, Freunden und Familie zu sprechen. Auch ein Gespräch in einer Beratungsstelle kann eine große Hilfe sein. Die Beraterinnen und Berater haben viel Erfahrung und können die Frauen und Paare bei der Entscheidungsfindung und bei allen weiteren Schritten begleiten.

Auch wenn man in einer solchen Situation die Ungewissheit am liebsten möglichst schnell beenden würde: Zu Entscheidungen, die sorgsam und mit Bedacht getroffen werden, kann man später meist besser stehen. Welche Entscheidung auch immer man trifft: Sie bleibt immer ein Teil des eigenen Lebens.

Die medizinische Indikation

Ist absehbar, dass die Fortsetzung der Schwangerschaft die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren stark gefährdet, kann das eine medizinische Indikation für einen rechtlich zulässigen Schwangerschaftsabbruch, auch nach der zwölften Schwangerschaftswoche, darstellen. Das Gesetz knüpft die medizinische Indikation jedoch an bestimmte Voraussetzungen:

  • Nur eine Ärztin oder ein Arzt kann die medizinische Indikation stellen.
  • Unter Berücksichtigung der gegenwärtigen und zukünftigen Lebensverhältnisse der Schwangeren muss eine Gefahr für das Leben oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren bestehen, die nicht auf eine andere zumutbare Weise abwendbar ist.
  • Zwischen der Mitteilung der Diagnose und der schriftlichen Indikationsstellung müssen drei volle Tage liegen, es sei denn, es besteht eine unmittelbare gesundheitliche Gefahr für das Leben der Schwangeren.
  • Vor der Ausstellung der medizinischen Indikation muss die Ärztin oder der Arzt die Schwangere zu den medizinischen und psychischen Aspekten eines Schwangerschaftsabbruchs beraten und über die Möglichkeit der weiteren psychosozialen Beratung informieren. Wenn die Schwangere dies wünscht, ist die Ärztin oder der Arzt verpflichtet, Kontakte zu Beratungsstellen zu vermitteln.
  • Wird der Schwangeren die schriftliche Indikationsbescheinigung ausgehändigt, muss sie der Ärztin oder dem Arzt schriftlich bestätigen, dass sie ärztlich beraten und auf die Möglichkeit der Beratung durch weitere Stellen hingewiesen wurde.

Betroffene Frauen haben einen gesetzlichen Anspruch auf Gespräche in einer Schwangerschaftsberatungsstelle, um ihre Gefühle und Gedanken zu klären und mithilfe der Beraterin oder des Beraters eine Entscheidung zu treffen. Die Beratung kann helfen, Abschied vom Wunschbild eines gesunden Kindes zu nehmen und der Trauer Raum zu geben. Sie kann der Frau und dem Paar helfen, mit der Krise und der damit verbundenen Hilflosigkeit und Überforderung umzugehen. Gefühle wie Schuld, Selbstzweifel, Wut und Trauer sind in einer solchen Situation ganz normal. Wege zu finden, damit umzugehen, ist ebenfalls Ziel der Beratung.

Die Schwangere bestimmt jedoch selbst, ob sie Kontakt zu Schwangerschaftsberatungsstellen, Selbsthilfegruppen, Behindertenverbänden oder anderen Hilfsangeboten aufnehmen will oder nicht. Es besteht kein Beratungszwang. Verzichtet die Schwangere auf die Beratung, muss sie dies schriftlich bestätigen.

Der Schwangerschaftsabbruch

In den meisten Fällen erfahren Schwangere und werdende Eltern erst spät, dass ihr ungeborenes Kind krank ist oder behindert sein wird. Es ist dann oft schon so groß, dass ein Schwangerschaftsabbruch nicht mehr mit der Absaugmethode oder einer Ausschabung der Gebärmutter möglich ist. Bei Schwangerschaftsabbrüchen nach der zwölften Schwangerschaftswoche nach der Empfängnis (das heißt nach der 14. Woche nach dem ersten Tag der letzten Periode) wird mit Medikamenten eine Geburt eingeleitet.

Die Medikamente sind notwendig, da zu diesem Zeitpunkt der Körper der Schwangeren auf den Erhalt der Schwangerschaft und noch nicht auf die Geburt eingestellt ist. Sie sollen den Muttermund weich machen und Wehen auslösen und leiten so eine Geburt ein. Bis es zu der beabsichtigten Fehlgeburt kommt, vergehen im Allgemeinen einige Stunden, es können aber auch einige Tage sein. Zur Schmerzbehandlung können schmerzstillende Mittel eingenommen werden oder es wird eine Periduralanästhesie gelegt.

Die eingeleitete Geburt findet in einem Kreißsaal oder in einem Wehenzimmer statt. Sie wird von einer Ärztin oder einem Arzt und einer Hebamme betreut. Ist das Kind geboren, können es die Eltern, wenn sie möchten, ansehen und eine Weile mit ihm alleine sein.

Es kann sein, dass nach der Geburt eine Ausschabung der Gebärmutter unter einer kurzen Vollnarkose notwendig wird, beispielsweise wenn Plazentareste in der Gebärmutter zurückgeblieben sind. Treten nach dem Abbruch keine Komplikationen auf und ist ihr Allgemeinbefinden gut, kann die Frau nach einigen Stunden die Klinik wieder verlassen.

Auch nach einer solchen Fehlgeburt beginnt der Körper Milch zu bilden. Die Milchbildung kann entweder medikamentös unterbunden werden oder indem die Brüste mit kalten Kompressen gekühlt und mit einem elastischen BH hochgebunden werden. Hierbei kann eine Hebamme Rat und Unterstützung geben. Die Brüste reagieren innerhalb weniger Tage auf die ausbleibenden Signale und stellen die Milchbildung ein.

Vor oder nach dem Schwangerschaftsabbruch werden die Eltern wahrscheinlich um die Einwilligung zu einer Gewebeentnahme oder Obduktion des Kindes gebeten, damit das genaue Krankheitsbild festgestellt werden kann. Dies kann im Hinblick auf eine neue Schwangerschaft sinnvoll sein.

Was zu bedenken ist

Ab etwa der 20. Woche nach Empfängnis steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind die eingeleitete Geburt überlebt und auch lebensfähig ist. In diesem Fall sind Ärztinnen und Ärzte ethisch und juristisch verpflichtet, das Kind am Leben zu erhalten. Mit dem Einverständnis der Schwangeren kann deshalb vor der Geburt ein sogenannter Fetozid durchgeführt werden. Das heißt, dass in das Herz oder die Nabelschnurvene des Kindes eine Kaliumchloridlösung gespritzt wird, die zu einem sofortigen Herzstillstand und somit zum Tod des Kindes führt.

Ärztinnen und Ärzte sind nicht verpflichtet, einen solchen Abbruch vorzunehmen. Auch Hebammen können ablehnen, daran mitzuwirken. In vielen Kliniken entscheidet ein Ethikrat, der aus ärztlichem Personal, Hebammen, Seelsorgern und Psychologen besteht, gemeinsam über die Durchführung eines Spätabbruchs.

Nach dem Schwangerschaftsabbruch

In der Regel brauchen Körper und Seele ihre eigene Zeit, um den Abbruch der Schwangerschaft und den Abschied vom Kind zu verkraften und die Rückbildungs- und Heilungsvorgänge abzuschließen. Möglicherweise besteht ein Anspruch auf die Mutterschutzfrist nach der Geburt. Wenn nicht, kann es sinnvoll sein, sich zumindest eine kurze berufliche Auszeit zu nehmen.

Neben den körperlichen Folgen bedeuten ein später Abbruch und insbesondere ein Fetozid für viele Frauen und Paare eine enorme seelische Belastung. Neben der Trauer um das Kind empfinden nicht wenige auch Schuldgefühle oder zweifeln an ihrer Entscheidung. Vielleicht treten auch Gefühle der Unzulänglichkeit und Ohnmacht gegenüber dem Schicksal auf. Vielen betroffenen Eltern hilft in dieser Ausnahmesituation eine psychosoziale Beratung und Begleitung, ebenso wie das Gespräch und der enge Kontakt mit dem geburtshilflichen Team. Selbsthilfegruppen von Eltern, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, können eine weitere wichtige Unterstützung sein. Sie können helfen, den Verlust zu betrauern, sich mit dem Schicksal auseinanderzusetzen und neue Zuversicht zu entwickeln.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 25.07.2019

Abtreibung
– Bis wann möglich?

Wie in vielen anderen Ländern ist Abtreibung auch in Deutschland möglich. Allerdings nur, wenn der Schwangerschaftsabbruch bis zu einem bestimmten Zeitpunkt durchgeführt wird.

Abtreibung: Rechtliche Grundlagen

Nimmt man es ganz genau, ist Abtreibung in Deutschland eigentlich rechtswidrig. Denn nur unter bestimmten Bedingungen darf ein Schwangerschaftsabbruch überhaupt vorgenommen werden. In diesen Fällen bleibt die Abtreibung straffrei. Gesetzlich geregelt wird der Abbruch von Schwangerschaften mit dem Paragrafen 218 des Strafgesetzbuchs.

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Bis wann eine Abtreibung möglich ist, hängt von den Gründen für den Schwangerschaftsabbruch ab.

Abtreibung: Bis wann möglich in Deutschland?

Abtreibung aus persönlichen Gründen

Entscheidet sich eine Frau selbst dafür, ihr Kind nicht zu bekommen, muss sie zunächst an einer Schwangerschaftskonfliktberatung teilnehmen, die ihr mit einem Beratungsschein attestiert wird. Nach der Beratung müssen mindestens drei Tage bis zum Schwangerschaftsabbruch vergehen. Außerdem dürfen die Beratung und der Eingriff nicht von ein und demselben Arzt durchgeführt werden.

Eine Abtreibung, die auf eigenen Wunsch der Frau geschieht, darf dem Medizinportal „Onmeda“ zufolge nur bis zur 14. Schwangerschaftswoche erfolgen. In anderen Quellen ist häufig von der 12. Schwangerschaftswoche als Grenze die Rede. Laut „Onmeda“ meinen beide Angaben jedoch denselben Zeitpunkt. Denn im ersten Fall wird der Beginn der Schwangerschaft mit dem ersten Tag der letzten Periode markiert, im zweiten Fall gilt erst der Tag der Befruchtung als Beginn der Schwangerschaft. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegen etwa zwei Wochen.

Ist die Schwangerschaft Folge einer Straftat wie etwa Vergewaltigung, ist ein Schwangerschaftsabbruch nicht rechtswidrig. Er muss allerdings ebenfalls bis zur 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.

Abtreibung aus medizinischen Gründen

Die Gründe für den Abbruch einer Schwangerschaft können aber auch medizinischer Natur sein – in diesem Fall ist die Abtreibung ebenfalls straffrei. Unter gewissen Umständen ist ein Schwangerschaftsabbruch dann auch noch über die 14. Schwangerschaftswoche hinaus möglich. Eine solche Abtreibung kann notwendig sein, wenn das Leben beziehungsweise die körperliche und psychische Gesundheit der Schwangeren gefährdet sind.

Wird eine Schwangerschaft noch nach der 22. Schwangerschaftswoche abgebrochen, wird vor dem eigentlichen Eingriff zunächst der Fötus getötet. Anschließend erfolgt das Einleiten der Wehen und damit die Ausstoßung des toten Fötus.

Kosten für eine Abtreibung

Die Kosten einer Abtreibung liegen zwischen 300 und 800 Euro, je nachdem welche Methode dafür angewandt werden kann. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur bei Abtreibungen aus medizinischen Gründen, wenn zum Beispiel die Gesundheit der Mutter bei einer weiterbestehenden Schwangerschaft in Gefahr wäre. Bei Schwangeren, die sich eine Abtreibung nicht leisten können, kann die Kostenübernahme beantragt werden. Bei dem Antrag müssen die Einkommens- und Vermögensverhältnisse offen gelegt werden – bei positivem Bescheid übernimmt der Staat die Kosten.

Welche Methoden für einen Schwangerschaftsabbruch gibt es?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Abtreibung durchzuführen: Absaugmethode, Ausschabung und Abtreibungspille. Während es sich bei der Ausschabung und der Absaugung um operative Eingriffe handelt, die unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden, wird der Abbruch mit der Abtreibungspille medikamentös herbeigeführt. Welche der Methoden infrage kommt, richtet sich vor allem daran, in der wievielten Schwangerschaftswoche die Abtreibung vorgenommen wird.

Zusammenfassung der Redaktion

Eine Abtreibung kann viele Gründe haben. Egal, warum Frauen über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken: Wichtig ist, dass sie die Entscheidung gut überlegen – und die Fristenregelungen kennen. Denn in Deutschland sind Abtreibungen nur in einem gesetzlich geregelten Zeitrahmen möglich.

Beim Thema Schwangerschaftsabbruch unterscheidet die Rechtssprechung: Zum einen gilt für Frauen, die aus welchen Gründen auch immer, kein Kind zum jetzigen Zeitpunkt bekommen möchten, dass sie bis zur zwölften Woche abtreiben können. Laut offizieller Sprachregelung ist das zwar vom Grundsatz her rechtswidrig, bleibt aber unter bestimmten Voraussetzungen (u. a. Konfliktberatung) in der Regel straffrei. Die zwölfte Woche ist auch der Termin für einen Abbruch nach kriminologischer Indikation (Empfängnis nach einem Sexualdelikt wie einer Vergewaltigung). Als dritten Aspekt nennt die Rechtslage noch die medizinische Indikation: Gefahr für das Leben oder eine schwerwiegende Beeinträchtigung der körperlichen und aber auch der seelischen Gesundheit der Schwangeren ist damit gemeint. Ein Abbruch aus medizinischer Indikation ist auch nach der zwölften Woche noch möglich.

Voraussetzungen für einen Abbruch bis zur zwöften Woche:

  • Die Schwangere verlangt einen Abbruch.
  • Besuch einer Schwangerschaftskonfliktberatung (§219).
  • Der Abbruch wird von einem Arzt vorgenommen.
  • Dieser Arzt darf nicht identisch sein mit dem Konfliktberater.

Vorgehensweise beim Abbruch

  1. Operativ: Die Methode wird ambulant nach örtlicher Betäubung oder kurzer Narkose durchgeführt.
  2. Medikamentös: Der Arzt verordnet ein Präparat, das in der Regel etwa zwei Wochen eingenommen wird und dann eine Fehlgeburt auslöst.
  3. Fetozid: Dieser wird angewandt bei Abbrüchen nach der 22. Schwangerschaftswoche, wenn der Fetus außerhalb des Mutterleibs theoretisch noch Überlebenschancen hätte.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten von ca. 300 bis 400 Euro werden bei medizinischer und kriminologischer Indikation von den Krankenkassen übernommen. Lassen Frauen nach der Beratungsregelung abtreiben, müssen sie den Abbruch aus der eigenen Tasche bezahlen.

Schmerzempfinden vor der Geburt

Schon seit Jahren ist bekannt, dass die Berührungs- und Schmerzempfindlichkeit eines ungeborenen Kindes recht früh entsteht (u.a. Stellungnahme der Bundesärztekammer von 1991, weitere Quellen siehe Linkliste unten). Hier einige Details:

  • Ab 8-10 Wochen nach der Zeugung reagiert das vorgeburtliche Kind auf Berührungen, anfangs vor allem in der Mundregion.
  • Ab der 11. SSW lutschen viele Ungeborene genüsslich an ihrem Daumen, wie oft im Ultraschallbild zu sehen ist. Offenbar ist das ein lustvolles Erlebnis für das Kind, das gezielte und koordinierte Bewegungen erfordert. Ein spontaner Reflex sieht anders aus.
  • Nach 20 Wochen reagiert das Kind am ganzen Körper auf Stimuli in einer Weise, die allgemein als Zeichen von Schmerzempfinden angesehen werden (z.B. Zurückzucken, Ausweichen, Zittern).
  • Bei solchen Stimulationen treten bei Ungeborenen signifikant erhöhte Werte von Stresshormonen auf (Stress-Reaktionen). Nach einer Anästhesie des Kindes (Injektion in die Nabelschnur, wird vor pränatalen Operationen vorgenommen) sind diese Hormonausschüttungen nicht vorhanden.
  • Die Gehirnstruktur ist in früheren Entwicklungsstadien anders als bei Erwachsenen, sodass die Signal- und Schmerzverarbeitung von anderen Regionen übernommen wird. Die Annahme eines komaähnlichen Zustandes vor der Geburt ist nicht vereinbar mit den vorliegenden Erkenntnissen.
  • Zwischen der 20. und der 30. SSW ist die Dichte der Schmerzrezeptoren in der Haut des Kindes so hoch wie zu keinem anderen Zeitpunkt im Leben eines Menschen. Außerdem sind im Gehirn jene Funktionen noch nicht ausgebildet, die die Intensität einer Schmerzwahrnehmung dämpfen können. Daher ist die Intensität der Schmerzempfindung in dieser Zeit am höchsten, weit höher als jemals nach der Geburt.

Bei Ultraschall-Aufnahmen von Abtreibungen war zu sehen, wie das Kind (12. SSW) schon bei der gewaltsamen Öffnung des Muttermunds die Gefahr spürt. Es ist sehr erregt, macht hektische Bewegungen, und flieht in den äußersten Winkel der Gebärmutter, um Schutz zu finden. Sein Herzschlag ist um 60 bis 70 Schläge pro Min. erhöht, der Mund des Kindes ist aufgerissen, als ob es schreien wollte. Es wurden erhöhte Werte von Stresshormonen nachgewiesen, wie sie üblicherweise nur bei starken Schmerzen vorkommen.

Abtreibungs-Methoden

Nebenwirkungen

Wie man Mensch wird

Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass gewisse Mediziner, Fachleute und Organisationen versuchen, jedes vorgeburtliche Schmerzempfinden zu leugnen. In aller Regel wird bei behauptet, dass Schmerzempfindung und Bewusstsein im Kortex (Großhirnrinde) lokalisiert sei. Dieser sei im 2. Trimester noch nicht ausgebildet, sodass Ungeborene zu diesen Empfindungen nicht fähig seien. Dabei wird in diesen Publikationen eine psychologische Definition von Schmerzempfinden bei Ungeborenen verwendet, die sonst nirgends in Medizin oder Biologie üblich ist, und welche auf der nicht beweisbaren Abwesenheit bestimmter Eigenschaften basiert.
Der aktuelle Stand der Schmerzforschung kommt jedenfalls zu anderen Erkenntnissen. Demnach sind Schmerzempfindung und auch das Bewusstsein zumindest zu Beginn der Entwicklung nicht in der Großhirnrinde lokalisiert, sondern im Thalamus (untere Gehirnbereiche), welcher schon früh angelegt wird. Bewiesen wurde dies anhand verschiedenen Kindern, die ohne Großhirnrinde (Kortex) geboren wurden. Sie empfanden Schmerzen, hatten ein Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeit, und zeigten sogar musikalische Vorlieben.
Diese Gegenbeispiele werden offenbar bewusst ‘übersehen’, um Abtreibungen weiter bagatellisieren zu können. (Siehe Abhandlung der Nerven- und Schmerzspezialistin Dr Sheila Page (Deutsche Übersetzung)).

Bei Abtreibung keine Narkose

Von einer Abtreibung spürt das Kind in einer fortgeschrittenen Schwangerschaft nur dann nichts, wenn das Kind direkt über die Nabelschnur narkotisiert wurde. Eine lokale Narkose (PDA) der Mutter hat jedenfalls keine schmerzlindernde Wirkung auf das Kind, und die Empfindungen des Kindes sind unabhängig von denen der Mutter. Selbst bei einer Vollnarkose der Mutter ist das Kind bestenfalls leicht ‘sediert’, denn es hat einen getrennten, eigenständigen Blutkreislauf, sowie ein unabhängiges Nervensystem. Eine Narkotisierung des Kindes ist bei Abtreibungen nicht gesetzlich vorgeschrieben, und wird auch nicht durchgeführt.

2014 Schwangerschaftsabbrueche nach Dauer, Methode und Anästhesie (CC-BY-SA Dieter Egert)

Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes (2014) finden 26% der Abtreibungen nach der 9. Schwangerschaftswoche (SSW, nach letzter Menstruation) statt, und rund 3% nach der 12. SSW. Bei 43% der Spätabtreibungen nach der 22. SSW (insgesamt 252 Abtreibungen in 2014) wurde keine Allgemein-Anästhesie der Mutter vorgenommen, ebenso bei 50% nach der 12. SSW.

Weitere Informationen

  • Pain-Capable Unborn Child Protection Act – Dr-Sheila-Page – DE.pdf (auf Deutsch)
  • Pränatale und perinatale Schmerzempfindung, Bundesärztekammer – Deutsches Ärzteblatt 1991; 88(47), A 4157-4169
  • Fetal-Pain_FRC.pdf Broschüre zum Schmerzempfinden ungeborener Kinder (FRC.org, in Englisch)
  • www.doctorsonfetalpain.com Amerikanische Seite, Dokumentation vieler Studien-Auszüge zum Schmerzempfinden ungeborener Kinder
  • Fetal-Pain-The-Evidence-Feb.pdf Zusammenstellung wichtiger Studienergebnisse (Doctors-on-fetal-pain)
  • http://www.nrlc.org/abortion/fetalpain Verschiedene Quellen und Links (NRLC.org)
  • http://www.nrlc.org/abortion/fetalpain/nrlcrebuttaljama Gullible Treatment of Trumpet Up ‘Study’ on Fetal Pain

Was Abtreibung einem Baby antut – Videos, Fotos, Methoden und Mittel

Methoden und Mittel

Im Jahre 2016 wurden in der Schweiz offiziell 10’256 Abtreibungen verzeichnet. Davon waren 5% Spätabtreibungen nach der 12. Schwangerschaftswoche. Hinter jeder Abtreibung stecken Schicksale – Schicksale kleiner Menschen, die ihr Leben verlieren – Schicksale von Müttern und Vätern, von Ärzten und anderen Beteiligten, die für den Tod dieser kleinen Menschen verantwortlich sind. Nachfolgend lesen Sie von den zahlreichen Methoden und Mitteln, die man gefunden hat, um Abtreibungen zu ermöglichen.

Die kombinierte Pille
Zusammensetzung: *Gestagen und *Östrogen.
Es gibt dieses Präparat als Ein-, Zwei- und Dreiphasenpillen. Die Beweglichkeit der Eileiter, die für den Ei- und Samentransport von Bedeutung sind, wird eingeschränkt. Der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird gestört, so dass sich der Embryo nicht einnisten kann und stirbt.

Die Mikropille ist eine einphasige Weiterentwicklung der kombinierten Pille, die deutlich weniger Östrogen enthält.
Die Minipille
Zusammensetzung: *Gestagen namens Levonorgestel.
Die Minipille dient der Veränderung des Zervixschleimes, um die Durchlässigkeit für männliche Samenzellen zu erschweren. Die Beweglichkeit der Eileiter, die für den Ei- und Samentransport von Bedeutung sind, wird eingeschränkt. Der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird gestört, so dass sich der Embryo nicht einnisten kann. Zudem besteht die Gefahr von Eileiterschwangerschaften.
Die Pille danach
Zusammensetzung: *Gestagen namens Levonorgestel.
Die Pille danach ist ein hochdosiertes Hormonpräparat, das zur Vermeidung einer Schwangerschaft nach einem vorangegangenen Geschlechtsverkehr angewandt wird. Die „Pille danach“ hat eine zweifache Wirkung: Vor dem Eisprung der Frau verhindert sie den Eisprung (ovulationshemmende Wirkung); hat der Eisprung der Frau jedoch bereits stattgefunden und ist die Eizelle von einem Spermium befruchtet worden, verhindert sie die Einnistung des Embryos (nidationshemmende Wirkung) – wirkt also damit frühabtreibend.
RU 486 (Mifepriston)
Zusammensetzung: Anti-Progesteron.
Das Schwangerschaftshormon Progesteron ist für die Entwicklung der Schwangerschaft und des Kindes unabdingbar: es bereitet die Gebärmutter auf die Aufnahme und Versorgung des Kindes vor, senkt die Kontraktilität der Gebärmutter (verhindert Krämpfe, die das Kind gefährden könnten). Es festigt den Gebärmutterhals und ist für den mütterlichen Körper das dauerhafte Signal, das Kind zu versorgen. Mifepriston blockiert die Aufnahme des Progesterons durch die Rezeptoren (Zellen in der Gebärmutter), so dass das Hormon seine Wirkung in den Zellen nicht mehr entfalten kann. Die Folge ist, dass die Versorgung des Kindes in der Gebärmutter eingestellt wird. Das Kind verhungert, verdurstet und erstickt qualvoll über den Zeitraum von mehreren Tagen. Da Mifepriston Gebärmutterkrämpfe fördert und den Gebärmutterhals öffnet und erweicht, kann ausser der Tötung des Kindes auch gleich die Ausstossung erfolgen.
Spirale und „Spirale danach“
Bei der Spirale gibt es zwei Versionen: eine arbeitet mit der permanenten Freisetzung von Hormonen, die andere ausschliesslich auf mechanische Art und Weise.
Die hormonelle Spirale (z.B. Mirena)
Zusammensetzung: aus Kunststoff mit einem Hormondepot, von dem bis zu fünf Jahre lang regelmässig eine geringe Dosis Levonorgestrel abgegeben wird.
Die hormonelle Spirale verhindert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Die Beweglichkeit der Spermien wird behindert, der *Zervixschleim verdickt und Embryo wird an der Einnistung gehindert; er stirbt.
Die mechanische Spirale
Die mechanisch wirkende Kupferspirale kann etwa fünf Jahre lang verwendet werden. Sie besteht darin, in der Gebärmutter einen Dauerreiz auszulösen, wodurch die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert wird. Bis zu fünf Tage nach einem Geschlechtsverkehr besteht die Möglichkeit, die Einnistung des Embryos mit Hilfe der Spirale zu verhindern.
Curettage
Die Curettage wird bis zur 12. Schwangerschaftswoche angewandt. Der Embryo wird in der Gebärmutter mit einem chirurgischen Instrument zerstückelt und dann zusammen mit dem Anhangsgewebe mittels eines löffelartigen Instruments (Curette) ausgeschabt. Vorher muss der Muttermund erweitert werden.
Saugcurettage
Durch die *Zervix wird eine Kanüle eingeführt, durch die unter Erzeugung eines sehr hohen Unterdrucks das Kind zerrissen und abgesaugt wird. Sollten beim nachträglichen Zusammensetzen der Kinder- und Gewebeteile Stücke fehlen, muss noch eine Curettage vorgenommen werden. Die Methode der Absaugung bietet die Möglichkeit, die Embryonen weiterzuverwenden. Je nach Grösse des Embryos kann man zu diesem Zweck durch grössere Kanülen dafür sorgen, dass auch der Kopf des Kindes hindurchpasst.
Manueller Vakuum-Aspirator (Manual Vacuum-Aspirator)
Wird schon seit 1927 verwendet. Im Gegensatz zur Saugcurettage erfolgt die Absaugung ohne Elektrizität, rein manuell durch Erzeugung eines mechanischen Unterdrucks. Da keine Narkose gebraucht wird, kommt das Gerät vor allem in der Dritten Welt zum Einsatz. Der Embryo wird praktisch unversehrt – noch lebend – herausgeholt, und z.T. sofort weiterverwertet.
Erweiterung und Räumung (Dilatation and Evacuation)
Eine Abtreibungsmethode nach der 12. Woche. Zunächst wird der Muttermund mit z.B. Mifepriston oder Misoprostol erweitert und weich gemacht, danach erfolgt die elektrische Vakuum-Aspiration mit Kanülen bis zu 16 mm Durchmesser unter Zuhilfenahme einer Geburtszange.

Bei der weit verbreiteten chirurgischen Abtreibungsmethode „Absaugen“ wird das vorgeburtliche Kind in Stücke gerissen und abgesaugt. Die Absaugmethode kommt bis etwa zur 14. Schwangerschaftswoche zur Anwendung.
Abtreibungen nach der 14. Woche

Nach der 14. Schwangerschaftswoche wird eine Abtreibung üblicherweise mit *Prostaglandinen durchgeführt. Bei einer eingeleiteten Geburt werden zunächst *Prostaglandine als wehenfördernde Mittel gegeben. Das Kind wird nach Stunden entweder tot geboren, vorher getötet -, oder falls es die Abtreibung überlebt -, in einen Nebenraum gelegt, bis es stirbt.

Letzterer Sachverhalt ist eine nach Strafgesetzbuch Art. 128 (Unterlassung der Nothilfe) strafbare Handlung. „Wer einem Menschen, den er verletzt hat, oder einem Menschen, der in unmittelbarer Lebensgefahr schwebt, nicht hilft, obwohl es ihm den Umständen nach zugemutet werden könnte, wer andere davon abhält, Nothilfe zu leisten, oder sie dabei behindert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.“

Abtreibungen nach der 20. Woche

  1. Um zu verhindern, dass Kinder bei einer eingeleiteten Geburt lebend zur Welt kommen, werden sie häufig vorher getötet. Hierzu verwendet man entweder Kaliumchlorid, das dem Kind direkt ins Herz gespritzt wird, oder chemische Stoffe wie die Ethacridinsäure Rivanol, ein Desinfektionsmittel, das in die Fruchtblase injiziert wird, um das Kind tödlich zu verätzen. Es kommt gelb verfärbt wie eine Zitrone auf die Welt.
  2. Bei einer eingeleiteten Geburt werden zunächst *Prostaglandine als wehenfördernde Mittel gegeben. Das Kind wird nach Stunden entweder tot geboren, vorher getötet – oder falls es die Abtreibung überlebt -, in eine Decke gewickelt und in einen Nebenraum gelegt, bis es stirbt.
  3. Bei der Sectio Parva wird die Gebärmutter über den Bauch der Mutter geöffnet, das Kind zunächst getötet (meistens mit einer Abortzange) und dann herausgeholt.
  4. Bei der Partial Birth Abortion wird das Kind bis zum Kopf geboren, dann wird mit einer Schere ein Loch in dessen Kopf gestossen, um das Gehirn herauszusaugen. Danach wird die Geburt abgeschlossen. Die Tötung des Kindes nach der Geburt kann auch durch Dekapitation (Abtrennung des Kopfes mit einer Siebold-Schere) oder durch Perforation (Durchstossen der Schädeldecke) erfolgen.

Worterklärungen
*Östrogene sind weibliche Geschlechtshormone. Östrogene spielen vor allem in der ersten Hälfte des weiblichen Zyklus eine wichtige Rolle. Östrogene sind für den Eisprung verantwortlich, sie bereiten die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor.

*Gestagene sind weibliche Geschlechtshormone. Gestagene hemmen den Eisprung und erhöhen die Viskosität (Maß für die Zähflüssigkeit) des *Zervixschleims. Sie sind während der zweiten weiblichen Zyklushälfte das dominierende Hormon. Sie bereiten die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor.
*Progesterone sind natürliche Gestagene.
* Prostaglandine sind Gewebshormone, die nahezu in allen Organen vorkommen. Sie nehmen Einfluss auf viele Vorgänge im Körper, unter anderem auf die Weitstellung von Blutgefäßen, auf Schmerzzustände und Entzündungen. Eine wichtige Rolle spielen sie durch ihre Wirkung auf die Muskulatur der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses. Das von vielen Frauen als schmerzhaft erlebte Zusammenziehen des Uterus in den ersten Stunden der Regelblutung wird von Prostaglandinen verursacht.

*Zervix: Gebärmutterhals

*Endometrium: Gebärmutterschleimhaut

Abtreibungen nach der 20. Woche

Der operative (instrumentelle) Schwangerschaftsabbruch

  1. Beratung und Voruntersuchung
    Zu Ihrem Termin in der Praxis oder Klinik bringen Sie den Beratungsschein mit. Die weiteren benötigten Unterlagen (zum Beispiel Blutgruppenausweis, Krankenversicherungskarte etc.) erfragen Sie am besten bei der Terminvergabe. Die Ärztin oder der Arzt prüft mit einer Ultraschall-Untersuchung die Lage der Gebärmutter und das Alter der Schwangerschaft. Möglicherweise wird Ihnen eine Tablette mitgegeben, die Sie einige Stunden vor dem Abbruch nehmen, um den Muttermund für den Eingriff weicher und leichter dehnbar zu machen. Bei der Voruntersuchung werden Sie auch über Vor- und Nachteile der Vollnarkose und der örtlichen Betäubung aufgeklärt, sodass Sie sich für eine Methode entscheiden können, sofern beide angeboten werden.
    Wird der Eingriff in Vollnarkose durchgeführt, dürfen Sie wie bei jeder Narkose einige Stunden vorher nichts essen, trinken, kein Kaugummi kauen und nicht rauchen.
  2. Eingriff und Narkose
    Bei einer Vollnarkose erhalten Sie das Narkosemittel über eine in die Armvene gelegte Nadel. Haben Sie sich für eine örtliche Betäubung entschieden, bekommen Sie vorab auf Wunsch ein Schmerz- und Beruhigungsmittel. Danach werden der Muttermund und der Gebärmutterhals betäubt. Im Anschluss wird der Muttermund mit Metallstäbchen vorsichtig einige Millimeter aufgedehnt, sodass ein Saugröhrchen eingeführt werden kann, durch das der Embryo und die Gebärmutterschleimhaut abgesaugt werden. Nach der Absaugung zieht sich die Gebärmutter mit wehenartigen Kontraktionen auf ihre ursprüngliche Größe zusammen. Anschließend prüft der Arzt oder die Ärztin, ob Schleimhaut und Embryo vollständig entfernt wurden. Nach etwa zehn bis 15 Minuten ist der eigentliche Eingriff beendet.
    Frauen mit einer Rhesus-negativen Blutgruppe erhalten nach dem Abbruch Anti-D-Immunglobuline, um die Bildung von Antikörpern bei einer späteren Schwangerschaft zu verhindern.
  3. Nach dem Eingriff
    Nach der Vollnarkose werden Sie etwas benommen sein. Sie können sich in einem Ruheraum der Praxis oder Klinik ausruhen, bis sich Ihr Kreislauf erholt hat. Falls Sie den Eindruck haben, ein zusätzliches Schmerzmittel sei nötig, besprechen Sie mit dem Arzt oder der Ärztin, welches für Sie in Frage kommt.
    Sie sind nach dem operativen Abbruch nicht verkehrstüchtig und sollten nicht Auto oder Fahrrad fahren. Wenn Sie eine Vollnarkose hatten, ist es notwendig, dass Sie jemand abholt und nach Hause begleitet.
    Bevor Sie nach Hause gehen, erhalten Sie Informationen, worauf Sie in den nächsten Tagen achten sollten, sowie eine Telefonnummer, die Sie im Notfall anrufen können.

Schwangerschaftsabbruch im zweiten Trimester – 13. bis 17. Woche

Ab der 13. Woche wird der Schwangerschaftsabbruch instrumentell durchgeführt. Sie können zwischen örtlicher Betäubung und einer Sedierung (kurzzeitigen Narkose) wählen. Wenn Sie sich für eine Sedierung entscheiden, werden Sie zunächst in Schlaf versetzt. Wenn Sie sich für eine örtliche Betäubung entscheiden, spüren Sie insbesondere die Einstiche der Betäubung und danach möglicherweise Krämpfe wie während der Menstruation. Je nach Schwangerschaftsdauer beträgt die Behandlungszeit 10 bis 20 Minuten. Es kann erforderlich sein, dass Sie einige Stunden vor dem Eingriff Prostaglandintabletten einnehmen, die den Gebärmuttermund erweichen.

Wenn Sie sich für eine Sedierung entschieden haben, weckt der Arzt Sie unmittelbar nach dem Eingriff auf. Je nach Schwangerschaftsdauer verbleiben Sie nach der Behandlung 1½ bis 3 Stunden zur Beobachtung in der Klinik.

Die Gesamtaufenthaltsdauer in der Klinik beträgt im Durchschnitt 6 Stunden.

Bis zu einer Schwangerschaftsdauer von etwa 15 Wochen können Sie sich im Anschluss an die Behandlung eine Spirale setzen lassen.

Falls Ihre Blutgruppe und Ihr Rhesusfaktor nicht bekannt sind, werden diese durch uns festgestellt. Da bei einem Schwangerschaftsabbruch insbesondere der Rhesusfaktor wichtig ist, müssen wir wissen, ob dieser positiv oder negativ ist. Bei einem negativen Rhesusfaktor wird Ihnen unmittelbar nach der Behandlung ein Antiserum verabreicht.

Abtreibung, Schwangerschaftsabbruch

Letzte Änderung: 21.11.2018
Verfasst von Onmeda-Redaktion Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland rechtswidrig, unter bestimmten Voraussetzungen aber straffrei: Wenn die betroffene Frau durch eine Schwangerschaft in einen schwerwiegenden Konflikt gerät, kann sie unter bestimmten Voraussetzungen eine Abtreibung vornehmen lassen.

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Was ist eine Abtreibung?

Der Begriff Abtreibung ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Schwangerschaftsabbruch, das heißt, die Schwangerschaft wird absichtlich vorzeitig beendet. Eine Abtreibung ist eine Notfallmaßnahme und keinesfalls als eine Verhütungsmethode anzusehen!

Liegen bestimmte medizinische Gründe (Indikationen) vor, etwa große gesundheitliche Gefahr für die Mutter, wenn sie die Schwangerschaft fortsetzt, oder ist die Schwangerschaft Resultat eines Sexualdelikts (kriminologische Indikation), dann ist eine Abtreibung nicht rechtswidrig. Unter ganz bestimmten medizinischen Voraussetzungen ist auch ein Schwangerschaftsabbruch nach der 14. Schwangerschaftswoche (nach der 40-Wochen-Berechnung) möglich.

Gibt es keine medizinischen oder kriminologischen Hintergründe für eine Abtreibung, dann muss die Schwangere eine Schwangerschaftskonfliktberatung aufsuchen und sich die Beratung schriftlich mit einem Beratungsschein bestätigen lassen, bevor die Schwangerschaft abgebrochen werden darf.

Voraussetzungen für eine Abtreibung

Damit eine Abtreibung durchgeführt werden kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Außerdem wird unterschieden, ob die Abtreibung auf eigenen Wunsch erfolgt oder ob eine kriminologische oder medizinische Indikation besteht.

Kriminologische Indikation

Wenn ein Strafdelikt Grund für die Schwangerschaft ist, also beispielsweise eine Vergewaltigung oder sexueller Missbrauch, dann ist ein Schwangerschaftsabbruch nicht rechtswidrig. Allerdings darf auch dann nur bis zur 14. Schwangerschaftswoche (beziehungsweise bis zur 12. Woche nach der Befruchtung) abgetrieben werden.

Medizinische Indikation

Gibt es eine medizinische Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch, dann ist die Abtreibung nicht rechtswidrig und unter bestimmten Umständen auch nach der 14. Schwangerschaftswoche möglich. Eine medizinische Indikation für eine Abtreibung liegt vor, wenn Leben, Gesundheit oder Psyche der Schwangeren gefährdet sind und sich diese Gefahr nicht anders abwenden lässt.

Ein Sonderfall ist dabei der sogenannte Spätabbruch nach der 22. Schwangerschaftswoche. In diesem Fall erfolgt vor der Abtreibung der sogenannte Fetozid, also die gezielte Tötung des Fötus im Mutterleib. Das soll verhindern, dass ein zunächst lebensfähiges, aber schwer geschädigtes Kind die Abtreibung überlebt.

Auf eigenen Wunsch

Ein Schwangerschaftsabbruch auf eigenen Wunsch, ohne medizinische oder rechtswidrige Indikation, ist in Deutschland grundsätzlich rechtswidrig. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Abtreibung dennoch möglich, ohne dass die betroffene Frau oder die Beteiligten straffrechtlich verfolgt werden:

  • Die Schwangere muss eine Schwangerschaftskonfliktberatung in Anspruch nehmen.
  • Ein Beratungsschein muss ausgestellt werden.
  • Zwischen Beratung und Abtreibung müssen mindestens drei Tage liegen.
  • Die Schwangere muss die Beratung selber wollen!
  • Ein Arzt muss die Abtreibung vornehmen.
  • Die Konfliktberatung darf nicht von dem Arzt durchgeführt werden, der die Schwangerschaft abbricht.
  • Die 14. SSW darf nicht überschritten sein.

Frist für eine Abtreibung

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Schwangerschaftswochen zu berechnen:

  • Nach der 40-Wochen-Rechnung beginnt eine Schwangerschaft am ersten Tag der letzten Periode – nach dieser Rechnung gilt die 14. SSW als Grenze für einen Schwangerschaftsabbruch.
  • Häufig wird aber die 12. Schwangerschaftswoche als Grenze genannt: Dann ist die tatsächliche Anzahl von Schwangerschaftswochen gemeint, also die Zeit, die seit der Befruchtung vergangen ist.

Beide Angaben beziehen sich letztendlich aber auf den gleichen Zeitpunkt und widersprechen sich nicht.

Wer die Kosten für eine Abtreibung tragen muss, hängt von den Voraussetzungen für den Schwangerschaftsabbruch ab. Liegt eine medizinische oder kriminologische Indikation vor, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.

Lässt eine Schwangere auf eigenen Wunsch abtreiben, muss sie die Kosten in Höhe von 300 bis 400 Euro selber tragen. Ist ihr das nicht möglich, kann sie bei jeder gesetzlichen Krankenkasse (auch wenn sie nicht dort versichert ist) einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Die Krankenkasse wird bei Anspruch auf Kostenerstattung die Gebühr auslegen und die Abrechnung mit dem zuständigen Bundesland regeln.

Schwangerschaftskonfliktberatung

In erster Linie soll die Schwangerschaftskonfliktberatung die Schwangere, aber auch potenzielle Väter dazu ermutigen, das Kind auf die Welt zu bringen und die Schwangerschaft nicht abzubrechen. Sie berät über Hilfsangebote und mögliche Alternativen zur Abtreibung. Die Berater sind aber professionell geschult und wissen, dass es nicht weiterhilft, denjenigen, der eine Abtreibung anstrebt (ob Schwangere oder werdender Vater), unter Druck zu setzen.

Und letzten Endes gilt: Das letzte Wort hat ausschließlich die Schwangere!

Unabhängig davon, wie die Schwangere sich entscheidet, steht ihr die Schwangerschaftskonfliktberatung weiterhin zur Seite. Entscheidet sie sich für den Schwangerschaftsabbruch, wird die Schwangere über mögliche Risiken und Folgen beraten und erhält nach der Beratung eine Beratungsbescheinigung. Außerdem steht die Schwangerschaftskonfliktberatung der Frau auch nach dem Schwangerschaftsabbruch zur Verfügung, um über die Abtreibung zu sprechen und psychisch damit zurechtzukommen.

Fällt die Entscheidung gegen eine Abtreibung aus, unterstützt die Schwangerschaftskonfliktberatung die Schwangere weiterhin bei allen Fragen rund um die Familienplanung.

Nach der Schwangerschaftskonfliktberatung (bzw. nachdem der Beratungsschein ausgefüllt wurde) müssen mindestens drei Tage vergehen, bis der Schwangerschaftsabbruch vorgenommen werden darf. Das ist so vorgeschrieben, damit sich das Beratungsgespräch bei der Schwangeren setzen kann und sie noch Zeit hat, ihre Entscheidung zu überdenken und sich wirklich sicher zu sein.

Die Schwangerschaftskonfliktberatung ist in allen Fällen kostenlos – sowohl für Frauen als auch für Männer. Dies hängt auch nicht davon ab, ob die Schwangerschaft abgebrochen oder das Kind ausgetragen wird.

Beratungsbescheinigung

Die Beratungsbescheinigung ist Voraussetzung dafür, im Rahmen der 14-Wochen-Frist eine zwar rechtswidrige, dann aber straffreie Abtreibung vornehmen zu lassen. Frauen, die eine Abtreibung ohne rechtlichen oder medizinischen Hintergrund wünschen, müssen daher zwingend eine Schwangerschaftskonfliktberatung in Anspruch nehmen. Dass sie dies getan haben, belegt der Beratungsschein.

Nicht jede Beratungsstelle stellt eine Beratungsbescheinigung aus. Bei einigen kirchlichen Beratungsangeboten kann das der Fall sein, da eine Abtreibung deren Prinzipien widerspricht. Hilfesuchende erhalten aber auch dort eine neutrale Beratung. Man sollte sich daher vor der Beratung informieren, ob man an gleicher Stelle auch die nötige Beratungsbescheinigung erhalten kann.

Beratungsstellen, die grundsätzlich Bescheinigungen ausstellen, dürfen keiner Schwangeren diese Bescheinigung nach einer Beratung verwehren. Es ist lediglich möglich, die Bescheinigung bis auf Weiteres zu verzögern, weil die Berater der Meinung sind, dass weitere Gespräche nötig sind, bevor die Schwangere in der Lage ist, sich zu entscheiden. Aber auch das ist nur dann möglich, wenn durch diese Verzögerung die 14-Wochen-Frist, die für Abtreibungen ohne medizinische Indikation gilt, nicht überschritten wird.

Beratungsstellen

Schwangerschaftskonfliktberatung ist nicht gleichzusetzen mit Schwangerschaftsberatung. In der Schwangerschaftskonfliktberatung sitzen professionell ausgebildete Beratungskräfte und die Beratungsstelle muss staatlich anerkannt sein – das kann beispielsweise auch eine Arztpraxis sein. Bei der beratenden Person darf es sich aber nicht um den Arzt handeln, der später möglicherweise die Abtreibung vornimmt.

Wer Beratungsstellen für eine Schwangerschaftskonfliktberatung sucht, wendet sich am besten an seine Krankenkasse und lässt sich dort Stellen in seiner Nähe nennen. Alternativ finden Sie Beratungsstellen bei folgende Einrichtungen:

  • Arbeiterwohlfahrt
  • Caritas
  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Diakonie
  • Kommunen
  • pro familia

Operativer Schwangerschaftsabbruch

Es gibt zwei operative Möglichkeiten, eine Schwangerschaft gezielt zu beenden: die Absaugung und die Ausschabung. Meist erfolgt ein operativer Schwangerschaftsabbruch unter Vollnarkose und in einem Krankenhaus, in dem die Frau stationär aufgenommen wird. Einige Kliniken bieten aber auch eine ambulante Abtreibung bei örtlicher Betäubung an. Nach einem operativen Schwangerschaftsabbruch überprüft der Arzt per Ultraschall, ob die Abtreibung erfolgreich war.

Absaugung

Für gewöhnlich erfolgt ein Schwangerschaftsabbruch mithilfe der Absaugung (Vakuumaspiration). Die Absaugung findet unter Narkose statt. Der Arzt saugt über ein schmales Röhrchen, das er durch die Vagina in die Gebärmutter einführt, die Gebärmutterschleimhaut, die Fruchtblase und den Embryo ab.

Ausschabung

Eine Abtreibung ist auch per Ausschabung (auch Kürettage oder Abrasio genannt) möglich. Unter Narkose werden Gebärmutterschleimhaut, Fruchtblase und Embryo mit einem löffelartigen Instrument ausgeschabt. Eine Ausschabung wird aber seltener für eine Abtreibung eingesetzt, sondern dient eher dazu, nach einer Fehlgeburt verbliebenes Gewebe zu entfernen. So lassen sich Komplikationen vermeiden.

Abtreibungspille

Eine Alternative zum operativen Schwangerschaftsabbruch ist die sogenannte Abtreibungspille. Mithilfe des Wirkstoffs Mifepriston werden die Wehen medikamentös eingeleitet und so eine Fehlgeburt provoziert. Die Wirkung der Abtreibungspille setzt gewöhnlich nach zwei bis drei Tagen ein.

Die Abtreibungspille darf nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden. Eine Abtreibung per Abtreibungspille ist nur bis zur 9. Schwangerschaftswoche möglich.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Schwangerschaftswochen zu berechnen:

  • Nach der 40-Wochen-Rechnung beginnt eine Schwangerschaft am ersten Tag der letzten Periode – nach dieser Rechnung gilt die 9. SSW als Grenze für einen Schwangerschaftsabbruch mittels Abtreibungspille.
  • Häufig wird aber die 7. Schwangerschaftswoche als Grenze genannt: Dann ist die tatsächliche Anzahl von Schwangerschaftswochen gemeint, also die Zeit, die seit der Befruchtung vergangen ist.

Beide Angaben beziehen sich letztendlich aber auf den gleichen Zeitpunkt und widersprechen sich nicht.

Männer und Abtreibung

Abtreibung ist auch für Männer ein Thema, auch wenn die Entscheidung letzten Endes bei der Schwangeren liegt. Gerade deshalb aber fühlen sich viele Männer hilflos, oft auch wütend und ohnmächtig, wenn sie eine andere Einstellung zu der Schwangerschaft haben als die Frau und deren Entscheidung abwarten müssen. Auch Männer finden darum Hilfe in der Schwangerschaftskonfliktberatung – ob alleine oder gemeinsam mit der Schwangeren. Auch nach einer Abtreibung steht Männern die Beratung weiterhin zur Verfügung.

Wenn ein Mann Vater werden möchte, die Frau aber eine Abtreibung in Betracht zieht, ist es wichtig, miteinander zu kommunizieren. Vorwürfe sollten da keinen Platz haben, stattdessen sollte man Raum für Lösungen lassen. Kann man die Gründe klären, warum die Schwangere eine Abtreibung möchte, ist es möglich, gemeinsam nach potenziellen Alternativen zu suchen. Vielen Paaren hilft es, gemeinsam die Schwangerschaftskonfliktberatung aufzusuchen.

Möchte der Mann eine Abtreibung, die Frau aber nicht, sollte er sich klarmachen, dass es nicht weiterhilft, die Schwangere unter Druck zu setzen. Jetzt ist es wichtig, die Gründe zu hinterfragen, die gegen eine Vaterschaft sprechen. Auch hierbei unterstützt die Schwangerschaftskonfliktberatung. Alternativ kann man sich mit anderen Männern (sowohl Männern, die sich bewusst für die Vaterschaft entschieden haben, als auch Männern, die eine Abtreibung erlebt haben) auseinandersetzen.

Nach der Abtreibung

Nach der Abtreibung ist es sinnvoll, sich weiter Hilfe und Unterstützung in einer Beratungsstelle zu suchen.

Ob auf eigenen Wunsch oder aufgrund einer medizinischen oder kriminologischen Indikation: Eine Abtreibung ist für die meisten Frauen nicht ohne Weiteres zu bewältigen und erfordert häufig eine gewisse Zeit, um das Geschehene zu verarbeiten.

Körperlich ist eine Abtreibung für gewöhnlich wenig belastend und selten kommt es zu Komplikationen. Die Frau kann nach einer Abtreibung gleich wieder schwanger werden – ob das sinnvoll ist und welche die beste Verhütungsmethode für die erste Zeit ist, sollte sie individuell mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Quellen

Linktipps:

Quellen:

Abtreibung. Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.familienplanung.de (Abrufdatum: 17. März 2014)

Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Informationen über das Schwangerschaftskonfliktgesetz und gesetzliche Regelungen im Kontext des § 218 Strafgesetzbuch. (Stand: 12.3.2012)

Letzte inhaltliche Prüfung: 17.03.2014
Letzte Änderung: 21.11.2018

Spätabtreibung: Diese Kriterien gelten

Das Kinderzimmer wird schon Monate vor dem Geburtstermin eingerichtet, der Kinderwagen steht auch bereit. Viele Paare können die Geburt ihres Babys kaum erwarten. Auf die Frage, ob sie lieber einen Jungen oder ein Mädchen hätten, geben sie meist die Antwort: „Egal, Hauptsache gesund.“ Doch was ist, wenn Ärzte eine schwere Krankheit oder Behinderung des Kindes feststellen? In Deutschland kam es im ersten Quartal 2010 zu 96 Schwangerschaftsabbrüchen ab der 22. vollendeten Schwangerschaftswoche. Was sind die Kriterien für eine Spätabtreibung? Welche gesetzlichen Richtlinien gibt es?

Zahl der Spätabtreibungen scheinbar gestiegen

Laut dem Statistischen Bundesamt erhöhte sich die Zahl der Spätabtreibungen im ersten Quartal 2010 um 54,8 Prozent. Ein Grund hierfür könnte allerdings nach Ansicht von Dorothee Bär (CSU), familienpolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, in der nunmehr vollständigeren Erhebung liegen: Die bisherige Erhebung von Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland wies die Tötung ungeborener Kinder im Mutterleib nicht aus – das hat sich nun geändert, was wohl in erster Linie den starken Anstieg der statistischen Zahlen erklärt. Diese so genannten Fetozide werden bei Spätabtreibung eingesetzt. Die Methode wird angewendet, wenn das Kind außerhalb des Mutterleibes schon lebensfähig wäre, der Arzt jedoch aufgrund einer zu erwartenden Behinderung des Kindes eine Gefahr für die Gesundheit der Mutter sieht. Diese Gefahr bezieht sich insbesondere auf psychische Beeinträchtigungen der Mutter bei Weiterbestehen der Schwangerschaft. Etwa, wenn der Arzt für die werdende Mutter schwere Depressionen oder Suizidgefahr befürchtet. Außerdem werden auch bei manchen Mehrlingsschwangerschaften einzelne Feten getötet, besonders nach Hormonbehandlung. In den ersten drei Monaten dieses Jahres kam es zu sieben Fetoziden bei Mehrlingsschwangerschaften und 62 in sonstigen Fällen.

Wann ist eine Spätabtreibung möglich?

Juristisch sind in Deutschland Spätabtreibungen nur möglich, wenn eine medizinische Indikation besteht, also eine Gefahr für die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter. Dann kann die Schwangerschaft theoretisch bis zum Entbindungstermin abgebrochen werden. Eine Abtreibung nur wegen einer Behinderung des Kindes ist seit 1995 verboten, als das Gesetz zum Schwangerschaftsabbruch (§ 218 StGB) neu geregelt wurde. Dennoch werden nach Angaben von Frauenärztin Jette Brünig weit mehr als 80 Prozent der Schwangerschaften abgebrochen, wenn Ärzte schwere Erkrankungen beim Kind – etwa das Down-Syndrom (Trisomie 21) – feststellen. Brünig betreut seit über 25 Jahren als Therapeutin im Gesundheitsamt Berlin-Charlottenburg Frauen, die behinderte Kinder erwarten.

Pränataldiagnostik: Fluch und Segen

Familientherapeutin Maria Nuij-Brandt von der Berliner Beratungszentrale „Familie im Zentrum“ sagt: „Die heutigen medizinischen Möglichkeiten sind sowohl ein Segen als auch ein Fluch.“ Die Sozialpädagogin ist spezialisiert auf psychosoziale Beratung nach vorgeburtlichen Untersuchungen (Pränataldiagnostik). „Die Technik ermöglicht es, beispielsweise schwere Herzfehler rechtzeitig zu erkennen.“ Dadurch überlebten viele Babys, die früher gestorben wären. Ebenso können unheilbare Krankheiten und Behinderungen entdeckt werden, bevor das Kind auf die Welt kommt. „Das führt zu einem Schock bei den Frauen. Familien drohen an den Belastungen kaputtzugehen.“

„Sie gehen durch die Hölle“

Wie eine Spätabtreibung nach der 22. Schwangerschaftswoche erfolgt, wissen die wenigsten. „Die Frauen müssen die toten Babys richtig gebären“, erklärt Brünig. Sie bereitet Frauen auf diesen Schritt vor. Sie erklärt ihnen, dass das ungeborene Kind vor dem Auslösen der Wehen mit einer Injektion getötet wird. Sie hilft den Müttern, ihr totes Baby nach der Entbindung in den Arm zu nehmen, um sich zu verabschieden – zunächst unvorstellbar für die meisten Frauen. Und sie hilft ihnen zu trauern. „Schuldgefühle verhindern oft die Trauer. Die Frauen geben sich die Schuld am Tod des Kindes. Sie gehen durch die Hölle.“

Beratungspflicht für Ärzte

Bei drei bis fünf Prozent aller Ungeborenen wird nach Angaben von Pränataldiagnostiker Adam Gasiorek-Wiens eine Fehlbildung festgestellt. Häufig seien die Paare aber nicht ausreichend auf diese Möglichkeit vorbereitet, sagt der in Berlin praktizierende Arzt. Er wünscht sich mehr frühzeitige Beratung. „Ärzte handeln häufig nach ihren eigenen Wertvorstellungen und genehmigen einen Abbruch, ohne dass die Frauen genügend Zeit bekommen, um alles zu verarbeiten“, kritisiert Gasiorek-Wiens. Eine erzwungene Beratung vor der Spätabtreibung sei viel zu spät. Seit 2009 gibt es nun ein Gesetz, dass den Arzt zur Beratung bei einem Schwangerschaftsabbruch nach der zwölften Schwangerschaftswoche verpflichtet. Zugleich muss seit dieser Neuregelung zwischen der Diagnose und der ärztlichen Abbrucherlaubnis eine dreitägige Bedenkfrist liegen. Kommt der Arzt den Auflagen nicht nach, droht ihm ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro. Damit soll verhindert werden, dass Frauen sich unüberlegt und noch unter Schock stehend voreilig für eine Abtreibung entscheiden.

Schwangerschaftsabbruch und Abtreibung in Wien

Für Woman & Health gehört das sensibel besetzte Thema Schwangerschaftsabbruch ganz selbstverständlich zum komplexen Gebiet der Frauenmedizin. Als Ärzteteam stellen wir unsere Kompetenz und unser Einfühlungsvermögen zur Verfügung.

Wir beraten, beeinflussen aber nicht. Ganz gleich, welche Empfindung eine ungewollte oder ungeplante Schwangerschaft auslöst, es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Jede Frau hat das Recht selbst zu entscheiden.

Um die Behandlung für die Patientin so einfach wie möglich zu gestalten, führt unser Gynäkologenteam alle tageschirurgischen Eingriffe im Zentrum durch. Medizinische Sicherheit ist dabei oberste Prämisse:

Höchst schonendes Vorgehen unter fachlicher Kompetenz sorgt dafür, das für eine nächste, dann vielleicht gewollte Schwangerschaft keinerlei Risiko bleibt.

Der operative Schwangerschaftsabbruch ist ein kleiner Eingriff, der im Woman & Health OP in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt wird. Bitte kommen Sie zu diesem Eingriff nüchtern (d.h. 6 Stunden vorher weder essen noch trinken) und bringen Sie, wenn vorhanden, einen Blutgruppenausweis mit. Sollten Sie keinen besitzen, wird von unserem Anästhesisten während der Operation der Rhesusfaktor in einem Schnelltest bestimmt. Bei negativem Rhesusfaktor erhalten Sie intraoperativ eine Rhesusprophylaxespritze.

Vor dem Schwangerschaftsabbruch

Vor der Mini-OP werden Sie von Gynäkologen und Anästhesisten aufgeklärt. Auch wenn es sich nur um einen kleinen Eingriff handelt, ist es dennoch eine Operation und wir sind dazu verpflichtet, mögliche Komplikationen sowie deren Folgen und natürlich das Verhalten nach der Operation zu besprechen. OP Kleidung stellt Woman & Health zur Verfügung, Sie müssen nichts mitnehmen.

Nach dem Schwangerschaftsabbruch mit Medikamenten

Wichtige Verhaltensregeln für den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch sind:

  • Körperliche Schonung für 1-2 Tage nach dem Abbruch.
  • Verzichten Sie die ersten 10 Tage unbedingt auf Geschlechtsverkehr
  • Benutzen Sie zur Intimpflege nur Wasser, keine Seifen oder Vaginalwaschlotionen, verwenden sie keine Scheidenspülungen.
  • Benutzen Sie während des Schwangerschaftsabbruchs und in den ersten Tagen danach keine Tampons sondern Binden.
  • Vermeiden Sie Vollbäder in den ersten 10 Tagen nach dem Eingriff, duschen ist erlaubt.
  • Bei Komplikationen wie Fieber, Krämpfen oder sehr starken Blutungen ist jederzeit die gynäkologische Notfallhotline zu kontaktieren.

Beachten Sie, dass auch im ersten Zyklus nach dem Abbruch eine neuerliche Schwangerschaft eintreten kann. Diesbezüglich sollte unbedingt verhütet werden. Falls Sie mittels Antibabypille verhüten, sollten Sie am Tag des Abganges mit einer neuen Packung beginnen.

Nach einem Schwangerschaftsabbruch

Kann ich nach einem Schwangerschaftsabbruch später noch ein Kind bekommen?

Diese ist eine der häufigsten Fragen der Frauen, weil immer noch der Mythos herrscht, eine Frau könne nach einem Abbruch nicht mehr schwanger werden.

Die Fruchtbarkeit ist nach einem Schwangerschaftsabbruch – sofern er medizinisch korrekt mittels einer Saugkürettage durchgeführt wird, nicht beeinträchtigt. Vielmehr kann die Frau gleich nach dem Abbruch wieder schwanger werden.

Kann man mehrmals einen Schwangerschaftsabbruch machen, ohne, dass es gefährlich wird?

Wenn ein Schwangerschaftsabbruch sorgfältig und nach neuesten medizinischen Standards mit einer Saugkürettage durchgeführt wird, gibt es keine medizinische Begrenzung der Zahl der möglichen Abbrüche. Eine unerwünschte Schwangerschaft sollte natürlich schon vorher durch eine sichere Verhütungsmethode vermieden werden.

Ab wann soll ich nach einem Schwangerschaftsabbruch wieder verhüten?

Der Tag des Abbruchs gilt als erster Tag des neuen Zyklus. Der nächste Eisprung findet etwa zwei bis drei Wochen nach einem Abbruch statt.

Dabei können Sie sofort wieder schwanger werden, falls Sie keine sichere Verhütung anwenden. Mit hormonellen Verhütungsmethoden sollten Sie gleich am Tag des operativen Abbruchs beginnen. Um langfristig sicher zu verhüten, können wir im Zuge des operativen Schwangerschaftsabbruches auch eine Spirale oder Hormonspirale einsetzen, was sich vor allem bei einem längeren Verhütungswunsch anbietet. Beim medikamentösen Abbruch beginnen Sie am Tag des Abganges – bei Blutungsbeginn mit einer hormonellen Verhütungsmethode Ihrer Wahl.

Was sind die häufigsten Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch?

Die Gründe sind sehr vielfältig: die Beziehung zum Partner ist noch ungeklärt, gerade erst ein Kind zur Welt gebracht, medizinische Gründe, Seitensprung, die Ausbildung ist noch nicht fertig, finanziell ungesicherte Zukunft, Angst vor dem alleinerziehende Mutter werden, Angst vor der Abhängigkeit von den Eltern.

Was muss ich vor meinem Schwangerschaftsabbruch beachten?

Oft wissen Frauen rasch und klar, wie sie sich nach Feststellen der ungewollten Schwangerschaft entscheiden. Manchmal ist die Situation alles andere als leicht und benötigt Zeit und hilfreiche Gespräche. Oftmals kann ein wertfreies Beratungsgespräch bei Woman & Health weiterhelfen.

Wir bieten auch reine Beratungsgespräche an. Bei diesen muss keine Entscheidung getroffen werden. Hier wird eventuell ein Ultraschall durchgeführt, um die Schwangerschaftswoche festzustellen. Dieses Beratungsgespräch ist meist sehr hilfreich, weil Patientinnen durch die Information, welche im Internet zu finden ist, oftmals verwirrt sind.

Schwangerschaftsabbruch bei Woman & Health

Wie viele Schwangerschaftsabbrüche führt Ihr Team monatlich durch?

Wir führen in unserem Zentrum monatlich in etwa 80-100 medikamentöse und operative Schwangerschaftsabbrüche durch. Unsere Patientinnen entscheiden sich tendenziell eher für einen operativen Schwangerschaftsabbruch.

Wird der Abbruch anonym durchgeführt?

Selbstverständlich – alle Daten werden besonders geschützt.

In welchen Fällen würden Sie einen Schwangerschaftsabbruch „anraten“?

Nur wenn medizinische Gründe, wie beispielsweise eine schwere Erkrankung der Patientin oder die Einnahme schädlicher Medikamente, vorliegen. Wir beraten unsere Patientinnen immer eingehend. Die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch muss die Frau immer für sich selbst treffen.

In welchen Situationen raten Sie von einem Schwangerschaftsabbruch ab?

Wenn eine Frau sich nicht zu 100% selbst entschieden hat, führen wir den Schwangerschaftsabbruch nicht durch. Manchmal stehen Frauen unter Druck der Eltern oder des Partners, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen, das erkennen wir meist schon im Erstgespräch.

Wie fühlen sich die Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch?

Das ist sehr unterschiedlich und hängt von verschiedenen Umständen und Gründen ab. Manche sind sehr erleichtert, andere auch emotional betroffen und benötigen eine psychologische Betreuung.

Oft wissen Frauen rasch und klar, wie sie sich nach Feststellen der ungewollten Schwangerschaft entscheiden. Manchmal ist die Situation alles andere als leicht und benötigt Zeit und hilfreiche Gespräche. Oftmals kann ein wertfreies Beratungsgespräch bei Woman & Health weiterhelfen.

Wir bieten auch reine Beratungsgespräche an. Bei diesen muss keine Entscheidung getroffen werden. Hier wird eventuell ein Ultraschall durchgeführt, um die Schwangerschaftswoche festzustellen. Dieses Beratungsgespräch ist meist sehr hilfreich, weil Patientinnen durch die Information, welche im Internet zu finden ist, oftmals verwirrt sind.

Weitere häufige Fragen zum Schwangerschaftsabbruch

Welche sind die häufigsten Komplikationen eines Schwangerschaftsabbruchs?

Prinzipiell sind Komplikationen sehr selten. In unserem Zentrum werden operative Schwangerschaftsabbrüche immer unter Anwesenheit von zwei Gynäkologen und eines erfahrenen Anästhesisten durchgeführt. Somit ist für höchste Sicherheit gesorgt. Unter der Notfallhotline ist unser Team 24h täglich, auch an Sonn- und Feiertagen, erreichbar und für unsere Patientinnen da.

Selten kann es zu Infektionen in der erste Woche nach dem Schwangerschaftsabbruch kommen. Diese sind mit Antibiotika sehr gut beherrschbar. Sehr selten sind noch Reste der Schwangerschaft in der Gebärmutter vorhanden, dann ist eine Saugkürettage nötig. Extrem seltene Komplikationen sind Verletzungen der Gebärmutterwand. Wenn diese sofort erkannt werden, dann sind sie auch in der Regel harmlos und gut beherrschbar.

Gibt es Blutungen und Schmerzen nach dem Schwangerschaftsabbruch?

Chirurgischer Abbruch:
Die Blutung nach einem Schwangerschaftsabbruch hängt von der Schwangerschaftswoche ab. Bei einer „kleineren“ Schwangerschaft kann diese schwächer als eine normale Regelblutung sein. Bei „größeren“ Schwangerschaften können Schmerzen und Blutungen ähnlich und auch stärker als Regelblutungen vorkommen. Die Dauer der Blutung ist auch hier individuell abhängig und hält ca. drei bis sieben Tage an.

Medikamentös:
Beim medikamentösen Abbruch beginnt die Blutung meist erst nach der Einnahme der zweiten Tablette und kann für einige Stunden stärker sein, als eine normale Regelblutung. Danach geht dies zurück, kann aber als Schmierblutung 1-2 Wochen andauern. Auch dies ist von der Größe der Schwangerschaft und der Schwangerschaftswoche abhängig.

Wie lange soll nach einem Abbruch mit Geschlechtsverkehr, Tampons, Schwimmen, Sport gewartet werden?

In der ersten Woche nach einem Abbruch empfehlen wir von Geschlechtsverkehr, Schwimmen, Baden abzusehen. Es sollten auch keine Tampons sondern nur Binden verwendet werden. Duschen, Arbeit und Sport ist schon am Tag nach dem Abbruch wieder erlaubt. Für die meisten Frauen ist der Abbruch nicht belastender als eine normale Regelblutung.

Wie lange werden Schwangerschaftssymptome wie: Übelkeit, Brustspannen anhalten?

Weil das im Blut vorhandene Schwangerschaftshormon ein wenig Zeit braucht, bis es wieder abfällt und der Wert auf null kommt, können diese Symptome einige Wochen anhalten – abhängig von der Schwangerschaftswoche. Sie verschwinden jedoch wieder völlig.

Muss ich mir für einen Schwangerschaftsabbruch Urlaub/Krankenstand nehmen?

Üblicherweise erholen Sie sich sehr rasch nach dem operativen Eingriff. Hier empfehlen wir, am Tag des Abbruchs einen Tag frei zu nehmen.

Bei dem medikamentösen Abbruch kann es in den ersten Stunden nach der Einnahme des Prostaglandins (der 2.Tabletten nach zwei Tagen) zu Blutungen kommen. Wir empfehlen an diesem Tag zu Hause zu bleiben und die Abbruchsblutung abzuwarten.

Wann setzt nach einem Schwangerschaftsabbruch die nächste Regelblutung ein?

Für den Körper beginnt mit dem Abbruch ein neuer Zyklus. Meist setzt die nächste Regelblutung etwa vier Wochen später ein. Sie können nach dem Schwangerschaftsabbruch sofort wieder schwanger werden, falls Sie keine sichere Verhütung anwenden. Mit hormonellen Verhütungsmethoden sollten Sie gleich am Tag des operativen Abbruchs beginnen. Beim medikamentösen Abbruch können Sie am Tag des Abganges mit einer hormonellen Verhütungsmethode Ihrer Wahl beginnen.

Kontakt

Wenn Sie Fragen zum Thema Schwangerschaftsabbruch und Abtreibung haben, können Sie diese über das untenstehende Formular direkt an unsere Ärzte richten. Wenn Sie einen Termin vereinbaren möchten, so erreichen Sie uns telefonisch unter +43 1 5333 654 52. (Wochenendhotline Samstag und Sonntag, 10 – 20 Uhr: +43 676 5333 654)

Schwangerschaftsabbruch: Mögliche Folgen einer Abtreibung

Bereits während des Eingriffs kann es zu Komplikationen kommen, die die Zukunft der Frau mitunter maßgeblich beeinflussen können. Das bei einer Abtreibung eingeführte Saugrohr oder die Curette können unter Umständen die empfindliche Gebärmutterwand durchstoßen, was nicht nur massive Blutungen zur Folge haben, sondern mitunter auch eine sofortige Entfernung der Gebärmutter erfordern kann. Die Konsequenz sind nicht nur hormonelle Störungen, sondern auch die Unfruchtbarkeit der Frau. Weiterhin können Verletzungen der Gebärmutter oder der Gebärmutterschleimhaut zur Folge haben, dass die Gebärmutter sich in Folge der Abtreibung nicht oder nur unzureichend zusammenziehen kann. Es kann zu Blutungen kommen, die nicht von selbst zum Stillstand kommen und eine schnelle medizinische Versorgung notwendig machen. Ein weiteres Risiko einer Abtreibung besteht wie in jedem anderen operativen Eingriff auch in sogenannten Narkosezwischenfällen. Dabei können allergische Reaktionen auf das verabreichte Narkosemedikament, Herz-Kreislauf-Störungen oder auch Störungen der Atemfunktion sowie Beeinträchtigungen der Leberfunktion auftreten.

Frühkomplikationen infolge einer Abtreibung

Als Frühkomplikationen eines Schwangerschaftsabbruchs werden Probleme angesehen, die einige Tage bis Wochen nach einer Abtreibung auftreten. Durch den operativen Eingriff an der Gebärmutter zählen Narbenbildung sowie Entzündungen der Gebärmutter selbst, aber auch Eileiter- sowie Bauchfellentzündungen zu den möglichen Frühkomplikationen eines Schwangerschaftsabbruchs. Diese Entzündungen können in der Regel antibiotisch behandelt werden. Ein höheres Risiko hingegen stellen postoperative Thrombosen dar, die bis hin zum Tod führen können.

Mögliche Spätkomplikationen einer Abtreibung

Neben den psychischen Problemen, die eine Abtreibung häufig zur Folge hat, können auch körperliche Beschwerden als Spätfolgen die Lebensqualität beeinträchtigen. Entzündungen der Eileiter und Gebärmutter, die nicht frühzeitig erkannt und behandelt wurden, können einen chronischen Verlauf mit dauerhaften Schmerzen nach sich ziehen. Auch Verwachsungen im Unterleib, Unfruchtbarkeit oder Menstruationsstörungen können in Folge einer Abtreibung auftreten. Ein häufig auftretendes Problem für Folgeschwangerschaften ist die Zervixinsuffizienz, die aufgrund der gewaltsamen Öffnung des Muttermundes entstehen kann. Dabei öffnet sich der geschwächte Zervixmuskel viel zu früh, was zu späteren Früh- oder Fehlgeburten führt.

Die Zeitperiode nach der Abbruchbehandlung

Im Allgemeinen hat die Behandlung keine nachteiligen Auswirkungen auf künftige Schwangerschaften. Nach der Behandlung bekommen Sie Antibiotika gegen Infektionen. Körperlich werden Sie sich bald wieder gut fühlen. Sie können ggf. einige Tage lang geringe Beschwerden haben, wie bspw. spannende Brüste, Blutverlust oder Bauchschmerzen. Falls nötig können Sie ein Schmerzmittel wie Advil, Ibuprofen oder Aleve einnehmen. Die nächste Menstruation ist 4 bis 6 Wochen nach dem Schwangerschaftsabbruch zu erwarten.

Wenn Ihre Brüste nach der Behandlung spannen und schmerzen oder eine Stauung auftritt, empfiehlt es sich, einen festen Büstenhalter zu tragen. Bitte nicht die Brust massieren! Kalte Umschläge auf der Brust können ebenfalls hilfreich sein. Eventuell können Sie bei Schmerzen Paracetamol einnehmen. Milchaustritt aus den Brustwarzen kann gehemmt werden. Die hierfür geeigneten Medikamente verschreiben wir aufgrund der Nebenwirkungen nicht standardmäßig. Wenden Sie sich bei Bedarf bitte an Ihren eigenen Arzt.

In den ersten zwei Wochen nach der Behandlung dürfen Sie keine Tampons verwenden, nicht schwimmen, kein Bad nehmen und auch keinen sexuellen Verkehr haben.

Manchmal können Sie einige Tage bis Wochen emotional labil reagieren. Dies ist durch hormonale Veränderungen in Ihrem Körper bedingt. Falls Sie mit der Verarbeitung des Schwangerschaftsabbruchs Probleme haben, können wir Ihnen beim Finden geeigneter psychologischer Betreuung behilflich sein.

Drei Wochen nach der Behandlung kommen Sie zur Nachkontrolle in die Klinik. Sie können die Nachkontrolle übrigens auch bei Ihrem eigenen Hausarzt oder Gynäkologen durchführen lassen. In diesem Fall bitten wir Sie, drei Wochen nach der Behandlung ein Evaluationsformular auszufüllen und an uns zurückzuschicken. Klicken Sie hier, um zum Evaluationsformular zu gelangen.

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