Schmerzen einer geburt

Wehensimulator Männer – weiß jmd wo man das evtl machen kann?

Huhu liebe Mitschwangeren
Ich bin heute bei genau 23+0 mit meinem 3. Kind, für meinem Partner ist es das 1. Kind.
Eben haben wir uns ein Video angesehen worin Männer an einem Wehensimulator angeschlossen wurden und er meinte er wolle das auch mal sooo gerne ausprobieren da er sich das nicht so ganz vorstellen kann wo bzw was weh tut, aber er weiß dass es wirklich keine leichten schmerzen (zumindest meistens nicht) sind.
Ich meinte er könnte es sich so vorstellen wie als wenn er rizinusöl einnimmt aber nicht auf Toilette könnte oder versucht eine Wassermelone zu k***en *sorry* xD Die unterleibsschmerzen können vllt simuliert werden aber nicht den Schmerz bzw das Gefühl wenn der Kopf kommt meinte ich zu ihm.
Ich hab mal gegooglet aber nichts gefunden ob das iwo in Deutschland mal zu testen geht ich würde es wirklich feiern wenn er das machen würde – ich wette er hat danach noch größeren Respekt davor !
Zumal meine beiden Geburten 15 und 13 Stunden dauerten (2. Ohne jeglichen Schmerzmittel) und ich nicht glaube dass er annähernd so lange durchhalten würde. 😛
Vielen Dank schon mal
Love mit 3. Prinzessin 23+0

Simulierte Wehen: Männer wollen beweisen, dass Mütter sich „nur anstellen“

„Ach, so schlimm kann das mit den Wehen doch eigentlich nicht sein“, dachten sich zwei Ehemänner, die ihre mutige These prompt beweisen wollten. Auf Youtube machten sie den Selbstversuch: In einer Klinik ließen sie mit Stromstößen ihre Unterleibsmuskeln so stimulieren, dass sie sich wie bei Geburtswehen zusammenzogen und entspannten.

„Frauen übertreiben doch immer“

Zu Beginn des Videos geben sich die beiden noch sehr überlegen und selbstbewusst: „Laut Frauen sind das die schlimmsten Schmerzen aller Zeiten“, erklärt einer von ihnen. „Und laut Männern übertreiben Frauen immer total“, ergänzt sein Freund. Eine steile These, die ihnen schon kurz darauf ganz schön leid tun wird.

Händchenhalten gegen den Schmerz

Damit das Erlebnis einer „echten“ Geburt möglichst nahe kommt, sind auch die Frauen der beiden mit im Zimmer, um sie zu „unterstützen“. Und schon bei den ersten „Wehen“ steht den beiden Kerlen ins Gesicht geschrieben, dass das Ganze vielleicht doch nicht so lässig ablaufen wird, wie sie sich das vorgestellt hatten. Schon bald klammern sie sich an die Hände ihrer Partnerinnen um mit den Schmerzen einigermaßen klarzukommen. Vielleicht ist das mit den Geburtsschmerzen doch keine Anstellerei von Frauen?

„Als ob ich von einer Säge aufgeschnitten werde!“

„Ich muss daran denken, zu atmen“, keucht einer von ihnen, während sein Freund ergänzt: „Es fühlt sich an, als würde jemand meinen Unterleib mit einer Säge aufschneiden!“ An diesem Punkt sind die Herren immerhin schon auf Phase Vier von insgesamt zehn Phasen der simulierten Geburt. „Ich glaube, ich muss mich übergeben“, stöhnt einer von ihnen. Währenddessen setzt sie die Ärztin nüchtern darüber in Kenntnis, dass sie bei einer tatsächlichen Geburt mehr Wehen zu erleiden hätten. Viel mehr.

„Mama, es tut mir so leid!“

Schließlich geben sich die Männer geschlagen und gestehen ein: Na gut, dass tut alles doch sehr viel weher als erwartet – und mit so krassen Schmerzen kommen sie nicht klar. Schließlich bringt es einer von ihnen perfekt auf den Punkt: „Mama, wenn du vor all den Jahren mit mir auch nur annähernd sowas durchmachen musstest, tut es mir leid! Du bist eine echte Superheldin, eine echt harte Mutti!“

Schmerzlinderung in den Wehen

Schmerzlinderung in den Wehen

Dabei steht eine Frage häufig im Mittelpunkt: Kann ich die Schmerzen bei einer Geburt überhaupt aushalten? Die Frage kann nicht so leicht beantwortet werden, da jede Frau die Geburt und die damit verbundenen Schmerzen individuell erlebt. Darüber hinaus kann die Zeit der Entbindung stark variieren: Bei einigen Frauen dauert die Geburt nur wenige Stunden, andere müssen die Wehen 12 Stunden oder länger aushalten.

Die gute Nachricht für alle werdenden Mamas: Es gibt eine Vielzahl an Methoden, um die Wehenschmerzen zu lindern und erträglicher zu machen. Egal ob Sie im Krankenhaus, im Geburtshaus oder zu Hause entbinden: Ihre Hebamme steht Ihnen während der Geburt mit Rat und Tat zur Seite und kann Sie im Vorfeld über verschiedene Möglichkeiten der Schmerzlinderung aufklären.

PDA: Die wirkungsvollste Art der Schmerzlinderung

Eine Standardmethode der Schulmedizin, die bei einer Geburt immer häufiger zur Schmerzlinderung angewendet wird, ist die Periduralanästhesie, kurz PDA. Dabei wird von einem Anästhesisten ein lokales Betäubungsmittel in die Rückenmarksregion der Schwangeren gespritzt. Die Periduralanästhesie ist besonders wirkungsvoll: Frauen spüren fast keine Wehen mehr, sind aber dennoch bei vollem Bewusstsein und können die Geburt miterleben.

Schwangere müssen sich nicht sofort für eine PDA entscheiden. Wenn der Muttermund allerdings schon zu weit geöffnet ist, ist es für die Betäubung zu spät.
Die PDA hat keine Auswirkungen auf das Baby. Für die Mutter können aber trotzdem Nebenwirkungen wie zum Beispiel starker Blutdruckabfall oder Kopfschmerzen auftreten. Auch beim Setzen der Spritze in die Rückenmarksregion besteht immer ein Restrisiko.

Einige Gebärende empfinden es ausserdem als unangenehm, wenn die Beine sich durch die PDA schwach oder sogar taub anfühlen. Ein weiterer Nachteil: Frauen sind unter der Geburt häufig auf die Liegeposition beschränkt, da sie durch die tauben Beine keine weiteren Positionen ausprobieren können. Dadurch kann sich die Geburt unter Umständen länger hinziehen.

Darüber hinaus müssen sich Gebärende auf die Anweisungen der Hebamme beim Schieben (früher: Pressen) verlassen, da sie aufgrund der Betäubung die starken Wehen nicht spüren können. Manche Frauen empfinden diese Einschränkung als unangenehm.
Besprechen Sie die Vor- und Nachteile der PDA am besten vor dem Geburtstermin ausführlich mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Hebamme.

Alternative Methoden der Schmerzlinderung

Viele Frauen möchten das Wunder der Geburt bewusst erleben und auf die PDA verzichten. Damit die Wehenschmerzen etwas erträglicher werden, können Hebammen verschiedene alternative Heilmethoden anwenden. Sie sollten jedoch berücksichtigen, dass Sie mit Hilfe dieser naturheilkundlichen Methoden nicht völlig schmerzfrei sind. Die alternative Medizin kann aber Schmerzen lindern und erheblich zur Entspannung beitragen.

Atmung

Die richtige Atmung ist das A und O, um die Wehen erträglicher zu machen. In jedem Geburtsvorbereitungskurs wird deshalb der Atmung ein besonders grosser Teil gewidmet. Schwangere lernen, die Wehen „wegzuatmen“. Was von vielen werdenden Eltern in den Kursen häufig belächelt wird, hat einen tieferen Sinn: Eine tiefe und gleichmässige Atmung entspannt die Mutter und trägt ausserdem dazu bei, dass das Baby im Mutterleib ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Akupunktur

Bei der Akupunktur handelt es sich um ein über 2000 Jahre altes Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die von Hebammen häufig zur Linderung der Wehen angewendet wird. Dabei werden Nadeln etwa 3 Millimeter tief an festgelegten Punkten für etwa 20 Minuten in die Haut gesetzt. Diese Punkte befinden sich auf den Energielinien des menschlichen Körpers, auch Meridiane genannt.

Die Nadeln sind so dünn, dass Sie die Stiche kaum merken werden. Der grosse Vorteil dieser sanften Heilmethode: Akupunktur hat keine negativen Auswirkungen auf die Mutter und das Baby.
Akupunktur wird übrigens mit wachsender Beliebtheit als Geburtsvorbereitung ab der 36. Schwangerschaftswoche durchgeführt: Die Behandlung sorgt für eine leichtere Geburt und bei vielen Frauen sogar für eine verkürzte Geburtsdauer.

Homöopathie

Homöopathie ist eine ganzheitliche Medizin, die in allen Stadien einer Geburt von einer Hebamme mit Zusatzausbildung eingesetzt werden kann. Am verbreitetsten sind die kleinen Zuckerkügelchen, Globuli genannt, die gezielt zur Einleitung und Förderung der Wehen, zur Schmerzlinderung und bei der Nachgeburt gegeben werden.

In der Homöopathie gibt es eine Vielzahl an Wirkstoffen, die individuell auf die körperlichen und seelischen Ansprüche der Frau bei einer Entbindung abgestimmt sind. Die Globuli werden einfach unter die Zunge gelegt, lösen sich langsam auf und entfalten ihre Wirkung.

Die Homöopathie geht auf Samuel Hahnemann zurück, der Ende des 18. Jahrhunderts in einem Selbstversuch herausfand, dass „Ähnliches mit Ähnlichem“ geheilt werden kann. Bis heute gilt dieses Ähnlichkeitsprinzip als Grundlage der Homöopathie.

Ein Beispiel zum besseren Verständnis: Ein Stoff, der Übelkeit verursacht, kann in potenzierter, homöopathischer Dosis bei Übelkeit helfen. Die Homöopathie ist frei von Nebenwirkungen und kann Frauen während der Geburt bedenkenlos gegeben werden.

Bachblüten

Eine weitere alternative Heilmethode, die Frauen während der Entbindung helfen kann, stellen die Bachblüten dar. Bei Bachblüten handelt es sich um Extrakte aus 38 verschiedenen Blüten, die sich auf negative Emotionen wie zum Beispiel Angst oder Stress positiv auswirken können.

Entdeckt wurde diese sanfte Heilmethode vor über 70 Jahren von dem Engländer Dr. Edward Bach. Bachblüten werden auf die Zunge geträufelt oder mit Wasser verdünnt und üben eine beruhigende Wirkung auf die Gebärende aus. Sie bekämpfen zwar nicht direkt den Wehenschmerz, können aber zur Entspannung beitragen und dadurch zum Beispiel Ängste und Unsicherheiten verringern.

Da die Bachblüten keine Nebenwirkungen haben, können sie bedenkenlos Schwangeren und Kindern verabreicht werden. Am bekanntesten sind bei uns die Notfall- oder auch Rescue-Tropfen der Bachblüten-Therapie, die Menschen in seelischen Extremsituationen helfen sollen.

Warme Bäder

Ein Bad im warmen Wasser kann die Wehen mildern, da es sich entspannend auf den Körper auswirkt. Die Muskeln werden weicher, der Beckenboden elastischer. Viele Frauen finden es besonders angenehm sich vom Wasser tragen zu lassen. Wenn Sie über eine Wannengeburt nachdenken, sollten Sie das im Vorfeld mit Ihrer Hebamme besprechen.

Nicht alle Krankenhäuser verfügen über ausreichend Wannen in den Kreisssälen, deshalb ist eine vorherige Anmeldung sinnvoll. Ein angenehmer Duft mit Aroma-Ölen oder die Lieblingsmusik können eine entspannte Atmosphäre verstärken.

Vor allem die Massage am Kreuzbein empfinden Schwangere während der Wehen als besonders angenehm. Ihre Hebamme, der werdende Vater oder eine andere Begleitperson kann diese Massage mit wenigen Handgriffen durchführen. Oft wird diese Entspannungs-Massage im Geburtsvorbereitungskurs besprochen.

Es ist aber auch möglich, dass Sie unter den Wehen Körperkontakt als besonders unangenehm empfinden. Probieren Sie dann einfach etwas anderes aus, das Ihnen gut tut.

Überblick über die Methoden der Schmerzlinderung:

  • Periduralanästhesie (PDA)
  • Atmung
  • Akupunktur
  • Homöopahtie
  • Bachblüten
  • Warme Bäder
  • Massage

Es gibt heute mehrere Möglichkeiten, dass Frauen bei der Geburt weniger oder gar keine Schmerzen spüren. Dazu gehören zum Beispiel der Kreuzstich, auch Peridural-Anästhesie genannt, oder der Kaiserschnitt auf Wunsch, das heißt, ohne dass er notwendig ist. Diese Eingriffe gelten als modern und immer mehr Frauen nehmen sie in Anspruch. Manche Menschen glauben deshalb, dass die Schmerzen bei einer Geburt unerträglich sind und dass man sie am besten ganz vermeidet. Sie halten die Wehen-Schmerzen auch für unnötig und meinen, man sollte die Schmerzen behandeln.

Aber Wehen und Schmerzen gehören zu einer natürlichen Geburt dazu. Und die Schmerzen sind wichtig und sogar sinnvoll! Das sind einige Gründe dafür:

  • Der Geburtsschmerz macht Frauen aktiv. Wenn sich Frauen während der Geburt bewegen können, nehmen sie automatisch eine Stellung ein, die den Schmerz leichter macht. Das senkt auch den Druck auf den Kopf des Babys und damit den Stress für das Kind. Außerdem schützt sich die Mutter auf diese Weise selbst vor Verletzungen.
  • Der Schmerz bringt den Körper dazu, Hormone auszuschütten. Das gibt der Mutter besondere Kraft und Energie für die Geburt. Einige Hormone helfen aber auch dem Baby, mit der Anstrengung besser zurechtzukommen. Und sie unterstützen das Kind gleich nach der Geburt, wenn es sich an das Leben außerhalb der Mutter anpassen muss.
  • Durch den Schmerz produziert die Mutter Endorphine, das sind Hormone, die den Schmerz leichter machen. Das schützt sowohl die Mutter als auch das Baby vor zu starken Schmerzen. Niemals sonst im Leben hat eine Frau mehr Endorphine im Körper als nach der Geburt.
  • Geburtsschmerzen sind eine ganz besondere Erfahrung. Die meisten Frauen empfinden sich nach einer natürlichen Geburt als gestärkt und gereift. Das gibt Selbstvertrauen für das Leben als Mutter.

Eine gute Geburts-Vorbereitung kann viel dazu beitragen, dass die Geburt ein einzigartiges Erlebnis wird. Hier können Frauen und Paare lernen, welche Methoden bei der Geburt helfen können und wie man mit den Schmerzen am besten umgeht.

  • Die Geburt geht schneller voran, wenn sich die Frau bewegt, oder wenn sie steht oder aufrecht sitzt.
  • Bewusstes Atmen während der Geburt hilft, dass Mutter und Kind genug Sauerstoff bekommen. Das gibt gleichzeitig Kraft und Energie, und die Frau kann die Schmerzen besser ertragen.
  • In den Pausen zwischen den Wehen ist Entspannung ganz wichtig. Dann helfen Massagen, Berührungen, ein warmes Bad oder eine Wärmeflasche.
  • Wenn Frauen während der Geburt von einer vertrauten Person begleitet und unterstützt werden, brauchen sie weniger Schmerzmittel. Das ist erwiesen!

Es ist gut, dass die moderne Medizin mehrere Möglichkeiten kennt, die im Notfall einem Kind sicher auf die Welt helfen. Aber vertrauen Sie zuerst Ihrem Körper!

Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, können ihre Fantasie noch so sehr bemühen: Die Schmerzen der Geburt können sie sich nicht vorstellen. Sie glauben nur zu gerne, dass alles schon nicht so schlimm werden wird. Und selbst für romantische Vorstellungen, dass eine Geburt sanft und sogar lustvoll sein kann, sind manche Frauen empfänglich. Schmerzmittel während der Geburt? Niemals!

Im Kreißsaal kann die Realität aber anders aussehen. Studien zufolge hatten bis zu 50 Prozent der Frauen, die während der Geburt Schmerzmittel verlangten, dies zuvor strikt abgelehnt. Die Folge: Sie waren schlecht informiert über die Möglichkeiten der Schmerzlinderung. Ganz verdenken kann man das den Frauen allerdings nicht, denn auch Wissenschaftler haben längst nicht bei allen Methoden den zweifelsfreien Wirknachweis.

Forscher der für ihre besondere Sorgfalt bekannten Vereinigung Cochrane Collaboration haben die gängigsten Verfahren untersucht. Sichere Nachweise für die schmerzlindernde Wirkung fanden sie nur für die medikamentösen Methoden. Zu den am weitesten verbreiteten gehören:

Periduralanästhesie (PDA): Sie ist die Standardmethode zur Schmerzlinderung. Unter örtlicher Betäubung wird ein dünner Schlauch im Lendenbereich in den Wirbelkanal der Schwangeren geschoben. Er gibt ein lokales Betäubungsmittel ab, das den Schmerz nach etwa 15 Minuten auf ein erträgliches Maß schwinden lässt – und dies bei 96 Prozent der Frauen. Das Medikament geht nicht auf das Kind über.

Diesem Vorteil stehen allerdings einige Nachteile entgegen. So verlängert sich durch die PDA die zweite Geburtsphase, in der die Frau das Kind durch den Geburtskanal presst. Die Verzögerung beträgt im Durchschnitt etwa eine Viertelstunde. Außerdem müssen bei Geburten mit PDA etwas häufiger Geburtszangen oder Saugglocken eingesetzt werden.

Weitere Nebenwirkungen können plötzlicher Blutdruckabfall, Fieber, spätere Blasenentleerungsstörungen und Kopfschmerzen der Mutter sein. Als unangenehm empfinden es Frauen zudem, dass sich bei höherer Dosierung des Betäubungsmittels die Beine schwach oder taub anfühlen und die Bewegungsfähigkeit vorübergehend eingeschränkt ist.

Spinalanästhesie: Hierbei führt der Arzt in Lendenhöhe eine Spritze in den Wirbelkanal und gibt ein Schmerzmittel in das Gehirnwasser, das Hirn und Rückenmark umgibt. Die Wirkung tritt bereits nach einigen Minuten ein. Diese Methode wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Geburt schon sehr weit fortgeschritten ist und rasche Schmerzerleichterung gebraucht wird. Mitunter wird sie auch mit der PDA gekoppelt, um sehr schnell Erleichterung zu verschaffen. Als Nebenwirkung berichten manche Frauen von Kopfschmerzen.

Opiate: In der Eröffnungsphase der Geburt werden mitunter Opiate, also Verwandte des Morphiums, verabreicht. Meist werden sie in das Gesäß gespritzt. Sie wirken schmerzstillend und beruhigend und können dazu beitragen, dass sich der Muttermund schneller öffnet. Nebenwirkungen können Übelkeit, Erbrechen und Schwindel sein. Beim Kind können nach der Geburt Atemprobleme auftreten.

Angst vor der Geburt: Umgang mit dem Schmerz

Viele Frauen haben Angst vor der Geburt und davor, den Schmerz der Wehen nicht auszuhalten. Wehen sind schmerzhaft – da gibt es nichts zu beschönigen. Aber sie unterscheiden sich von anderen Schmerzen, da es Muskelschmerzen der Gebärmutter sind, welche sich regelmäßig zusammenzieht, um den Muttermund zu öffnen und das Kind nach draußen zu „schieben“. Das Wissen um die Vorgänge unter der Geburt und auch die Anatomie des Beckenbodens, die auch in Kursen zur Geburtsvorbereitung erklärt und veranschaulicht werden, kann helfen, den Schmerz zu verstehen und ihn zu ertragen.

Natürliche Mechanismen zum Umgang mit dem Schmerz

Während der Geburt setzt die Natur wirksame Mittel ein, um mit den Schmerzen umzugehen:

  • Wehen sind zeitlich begrenzt: Auf jede Wehe folgt normalerweise eine Pause, in der sich die Frau immer wieder kurz erholen und neue Kraft sammeln kann
  • die Ausschüttung von Hormonen und Endorphinen verringert die Schmerzen während der Geburt
  • die Vorfreude auf das Kind lässt bei vielen Frauen die Schmerzen immer wieder in den Hintergrund treten

PDA (Periduralanästhesie): So läuft sie ab

Angst vor dem Schmerz

Frauen sollten versuchen, den Schmerz als Mittel zum Zweck zu akzeptieren, bis sie ihr Baby im Arm halten dürfen. Die Geburt ist ein natürlicher Vorgang, für den der weibliche Körper natürlicherweise vorgesehen ist. Es ist für eine Geburt förderlich, den Schmerz anzunehmen und nicht abzulehnen, denn der Wehenschmerz ist der Weg zum Kind. Wer ängstlich ist, ist meistens auch verkrampft – keine gute Voraussetzung für eine Geburt. Frauen sollten versuchen, den Ängsten mit Wissen um die Vorgänge unter der Geburt zu begegnen und lernen, ihrem Körper zu vertrauen, dass sie die Geburt schaffen und die Schmerzen aushalten werden.

Mit folgenden Maßnahmen können Schwangere die Schmerzen unter der Geburt leichter ertragen:

  • Atemtechniken (diese erlernen Sie ebenfalls im Geburtsvorbereitungskurs)
  • Körperwahrnehmung
  • Bewegung
  • Unterstützung durch den Partner: leichte Massagen (Stirn und Kreuzbein), Stützen bei Entlastungspositionen, beruhigende Anwesenheit (Körperkontakt, ruhige Worte)
  • die schwangere Frau sollte sich in der Entbindungsklinik wohlfühlen, also vorher in Ruhe den Kreißsaal besichtigen, und ihre vertraute Hebamme an der Seite haben
  • Musik je nach Vorliebe
  • warme Bäder
  • Akupunktur

Es kann auch hilfreich sein, eine sogenannte Doula zur Geburt mitzunehmen, die die Gefühle der Frau aus eigener Erfahrung kennt. Durch die Anwesenheit einer vertrauten Geburtsbegleiterin können sich Stress und Ängste während der Geburt vermindern.

Schmerzen unter der Geburt lindern

Natürlich stehen auch verschiedenen schmerzlindernde Medikamente, wie eine PDA, bei Bedarf zur Verfügung. Viele Frauen beruhigt das Wissen, dass der Schmerz notfalls medikamentös gelindert werden kann.

Übrigens: Manche Frauen mit großer Angst vor den Schmerzen bei der Geburt, denken über einen Wunschkaiserschnitt nach. Dabei wird leider vergessen, dass ein Kaiserschnitt, der eine Bauchoperation ist, viel länger Schmerzen und eine Wunde für viele Wochen nach sich zieht.

Außerdem gibt es tatsächlich auch Frauen, die eine Geburt als schmerzfrei erleben.

Das Gute an den Schmerzen während der Geburt ist: Danach sind sie vorbei und die Frau hält ihr Kind im Arm! Diese Aussicht lässt viele Frauen auch den Schmerz unter der Geburt besser ertragen und die Angst verringern.

Tokophobie: Die Angst vor der Geburt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, einen Kaiserschnitt nur bei medizinischer Indikation vorzunehmen. Raten zwischen 10 und 15 Prozent sind laut Angaben der Behörde sinnvoll. In Deutschland lag die Kaiserschnittrate im Jahr 2017 mit 30,5 Prozent weit über diesem Richtwert. Gebären Frauen mit Geburtsängsten ihr Kind allerdings auf natürlichem Weg, zieht die psychische Belastung offenbar den Geburtsverlauf in die Länge – das zeigte eine 2013 veröffentlichte schwedische Untersuchung mit fast 1000 Schwangeren. Demnach lagen die 365 Frauen mit sekundärer Tokophobie durchschnittlich 40 Minuten länger in den Wehen als die 634 Frauen ohne diese Diagnose. Auch andere Untersuchungen deuten darauf hin, dass große Ängste mit einer komplizierteren Geburt korrelieren. Wahrscheinlich entspannen sich die Frauen durch die psychische Belastung nicht ausreichend und behindern dadurch die Entbindung.

Statt die Betroffenen weiter zu verunsichern, müssten sie ernst genommen werden

Die psychischen Probleme können sich nach der Geburt fortsetzen: So sind Ängste in der Schwangerschaft ein Risikofaktor für eine postpartale Depression oder eine Posttraumatische Belastungsstörung. Das kann sich auch auf die Beziehung zwischen Mutter und Kind auswirken. Eine 2018 veröffentlichte Übersichtsarbeit der Arbeitsgruppe um Susanne Mudra, Kinder- und Jugendpsychiaterin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, weist darauf hin, dass mütterliche Ängste in der Schwangerschaft die emotionale Verbundenheit mit ihrem ungeborenen Baby beeinflussen können. Dies könnte erklären, warum psychischer Stress der Mutter vor der Geburt langfristige Folgen für das Kind haben kann: Er erhöht das Risiko für spätere Verhaltensprobleme und psychische Auffälligkeiten.

„Wir wissen jedoch noch zu wenig über die verschiedenen Formen von Ängsten und ihre Auswirkungen auf das Kind und seine Beziehung zur Mutter, um eindeutige Schlüsse ziehen zu dürfen“, sagt Susanne Mudra, die in einer Spezialambulanz Eltern bei Krisen rund um die Geburt oder bei Problemen mit jungen Kindern begleitet. Sie warnt davor, Ängste generell zu verteufeln. „Nicht jede Angst wirkt sich negativ aus und ist pathologisch. Schließlich benötigen wir ein gewisses Maß an Stress und Angst zum Leben.“ Das ist auch Hebamme Viresha Bloemeke wichtig: „Eine Schwangere, die weiß, dass ihre Angst nicht gut für ihr Kind ist, empfindet nur noch mehr Stress und verstärkt so ihre Ängste weiter“, erklärt sie.

Statt die Betroffenen weiter zu verunsichern, müssten sie zunächst ernst genommen werden – darin sind sich die Experten einig. Sätze wie „Das wird schon“ oder „Weinen gehört dazu“ helfen nicht, im Gegenteil: „Sie machen stumm“, warnt Viresha Bloemeke. Auch Susanne Mudra fordert, die Betroffenen bereits früh in der Schwangerschaft durch einen offenen, wertschätzenden Umgang zu entlasten, „bevor sich die Ängste auf die Dyade von Eltern und Kind auswirken können“.

Für Betroffene ist es wichtig, frühzeitig Hilfe zu bekommen. Nur so lässt sich verhindern, dass Frauen aus Angst keine Familie gründen. Doch an konkreten Angeboten mangelt es bisher. Nötig wären vor allem fundierte Informationen über den Geburtsverlauf, aber auch Aufklärung über die Funktion von Angst. Gynäkologen und Psychotherapeuten, die sich auf das Fachgebiet psychosomatische Gynäkologie spezialisiert haben, können besonders kompetent auf die Bedürfnisse von Angstpatientinnen eingehen, selbst wenn diese noch nicht schwanger sind. In Berlin und Hamburg haben sich entsprechende Experten bereits zu Netzwerken zusammengeschlossen. Ansprechpartner findet man zum Beispiel über die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Frauen, die ein Kind erwarten, sollten einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen: Die wöchentlichen Sitzungen oder auch Informationsabende im Krankenhaus können die Ängste mildern; das ergaben Studien. Denn je mehr man über die bevorstehenden Ereignisse weiß, desto weniger erscheinen sie wie unbekannte und unüberwindbare Hindernisse. „Den Frauen sollte dabei realistisch erklärt werden, wie eine Geburt abläuft, nicht rosarot“, meint Viresha Bloemeke.

Wie mütterlicher Stress das kindliche Gehirn prägt

Über neun Monate entwickelt sich der Fötus im Mutterleib. Dabei durchläuft auch sein Gehirn einen erstaunlichen Reifeprozess. Mehrere Studien haben gezeigt, dass dieser durch die Emotionen der Mutter beeinflusst werden kann. Insbesondere mütterlicher Stress sowie Ängste und depressive Symptome spielen offenbar eine Rolle: Eine Übersichtsarbeit unter Leitung der belgischen Psychologin Bea Van den Bergh von der Universität in Löwen hat in verschiedenen Hirnregionen von Babys gestresster Mütter strukturelle und funktionelle Veränderungen im Vergleich zu Babys entspannterer Mütter festgestellt. Unter anderem traten diese in präfrontalen Bereichen (wichtig für Problemlösen und Persönlichkeit) sowie Hippocampus und Amygdala (Teile des limbischen Systems, das Emotionen verarbeitet) auf. Darüber hinaus legen die Daten nahe, dass die negativen Emotionen der Mutter die Zusammenarbeit verschiedener neuronaler Netzwerke der Säuglinge beeinflusst hatten. Die Effekte könnten bis ins Erwachsenenalter sichtbar sein.

Diese Veränderungen, so vermuten die Forscher, machen Kinder anfälliger für bestimmte psychische Erkrankungen oder neuronale Entwicklungsstörungen, die mit Gehirnveränderungen in Zusammenhang gebracht werden, wie Autismus-Spektrum-Störungen und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen. Allerdings weisen die Wissenschaftler auch darauf hin, dass die psychische Belastung der Mutter nur ein Faktor von vielen ist, die die Entwicklung des Gehirns steuern. Unklar ist also, welche anderen Einflüsse den Effekt verstärken, abschwächen oder aufheben können.

Van den Bergh, B. R. H. et al.: Prenatal stress and the developing brain: Risks for neurodevelopmental disorders. Development and Psychopathology 30, 2018

Weitere Erleichterung kann ein offenes Gespräch mit der betreuenden Hebamme bringen. Wie wirkungsvoll eine solche persönliche Beratung ist, zeigte 2014 eine australische Studie mit fast 340 Schwangeren, die unter starken Angstsymptomen litten. Eine Forschungsgruppe um die Gesundheitswissenschaftlerin Jocelyn Toohill von der Griffith University in Brisbane teilte die Frauen in eine Kontrollgruppe und eine Interventionsgruppe ein. Alle Teilnehmerinnen erhielten ein Heft mit Informationen zu Wahlmöglichkeiten bezüglich der Geburt. Den Frauen in der Interventionsgruppe wurden zusätzlich zwei telefonische Beratungsgespräche mit einer Hebamme angeboten. Es zeigte sich, dass die persönlichen Gespräche die Geburtsängste stärker senken konnten als die schriftlichen Informationen. Zudem stärkte die Beratung das Selbstwirksamkeitserleben der Frauen – sie fühlten sich also auch innerlich besser auf die Entbindung vorbereitet, hatten mehr Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und brachten ihr Kind tatsächlich eher auf natürlichem Weg zu Welt als die Studienteilnehmerinnen in der Kontrollgruppe.

Womöglich leichter umsetzbar als eine intensivere Betreuung durch Hebammen wäre ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Frauenarzt oder der Frauenärztin, die die Schwangeren ohnehin regelmäßig aufsuchen. Allerdings: Zurzeit spielen seelische Probleme in der gynäkologischen Schwangerschaftsvorsorge kaum eine Rolle. Frauenärzte müssen zu Beginn der Schwangerschaft lediglich entscheiden, ob sie im Mutterpass ankreuzen, dass ihre Patientin psychisch belastet ist. „Diese Angabe bleibt bisher jedoch ohne Konsequenz“, erklärt Stephanie Wallwiener. Gehen Ärzte mit ihren Fragen weiter in die Tiefe, wird ihnen dieser Mehraufwand nicht vergütet. Und stellen sie tatsächlich ungewöhnlich starke Ängste oder eine depressive Verstimmung bei der Schwangeren fest, gibt es wenig Hilfsangebote, an die sie ihre Patientin verweisen könnten.

Pilotprojekt in Baden-Württemberg

Das wollen Stephanie Wallwiener und ihr Team ändern. Mit Unterstützung von 17 deutschen Krankenkassen haben sie an der Universität Heidelberg „Mind:Pregnancy“ entwickelt. Die Initiative soll psychisch belastete Schwangere nicht nur besser erkennen, sondern ihnen auch helfen. Das Programm besteht aus drei Stufen. Im ersten Schritt findet ein Screening beim Frauenarzt statt: Der ermittelt mit Hilfe eines Fragebogens bei den von ihm betreuten Schwangeren, wie stark sie sich von Ängsten oder depressiven Symptomen belastet fühlen. Durch die Beteiligung der Krankenkassen an dem Projekt können teilnehmende Ärzte diese Befragung abrechnen. Im zweiten Schritt werten übergeordnete Stellen in Heidelberg und Tübingen die Fragebogen aus und informieren die Ärzte über die Ergebnisse. Sind die Werte auffällig, bieten geschulte Psychologen den Schwangeren ein Erstgespräch an, das persönlich oder per Videotelefonie stattfinden kann. Dabei soll geklärt werden, welche weiterführende Hilfe die Frauen brauchen. Schwangeren mit besonders starken Geburtsängsten wird eine Psychotherapie empfohlen. „Der größte Teil der Frauen weist erwartungsgemäß aber keine psychiatrisch manifeste Diagnose auf“, erklärt Wallwiener. Diese Frauen bekommen ein onlinebasiertes Achtsamkeitstraining angeboten, mit Atem-, Yoga- und Konzentrationsübungen, aber auch Hintergrundwissen zu schwangerschaftsbezogenen Themen. „Man weiß aus vorangegangenen Studien, dass solche Übungen und Inhalte das Potenzial haben, psychische Symptome zu reduzieren“, so die Projektleiterin.

Nach einer Pilotstudie startete das Programm im Januar 2019 zunächst in Baden-Württemberg. Rund 15 000 Frauen können mit dem vorhandenen Budget innerhalb von zwei Jahren getestet und behandelt werden. Das Projektteam erwartet, dass schließlich etwa 1000 Frauen das Achtsamkeitsprogramm durchlaufen. „Es ist ein Stein ins Rollen gekommen“, freut sich Stephanie Wallwiener. Auch Hebammen hätten bereits großes Interesse an dem Projekt bekundet. „Sie wissen oft ebenso wenig wie wir Gynäkologen, wie sie einer psychisch belasteten Frau helfen können.“ Noch müssen Betroffene in anderen Bundesländern auf eigene Faust Achtsamkeits-, Yoga- oder Entspannungskurse belegen. Hat das Projekt Erfolg, könnte es jedoch Teil der Standardversorgung in der Schwangerschaft werden.

Angst vor der Geburt? Völlig unnötig!

Viele Dinge können uns Angst machen, von der kleinen Spinne an der Wand bis hin zur Geburt. Unser Körper reagiert bei Angst intuitiv und bereitet sich blitzschnell auf Flucht oder Kampf vor. Der Blutdruck steigt, der Herzschlag erhöht sich, die Muskeln spannen sich an. Schon seit Beginn des Menschen gibt es diese Reaktion, denn nur so konnten unsere Vorfahren überleben.

Bei der Geburt allerdings sind die Reaktionen des Körpers auf Angst überhaupt nicht hilfreich. Im Gegenteil. Sie blockieren die Geburt. Wie oben beschrieben, muss sich der Muttermund während der Geburt öffnen. Wenn Sie sich also, aus Angst vor der nächsten schmerzhaften Wehe, verkrampfen und alle Muskeln anspannen, machen Sie sich eng. Ihr Muttermund wird es sehr schwer haben, sich zu öffnen und zu dehnen. Dadurch kann sich der Geburtsprozess wesentlich verlängern, da Sie gegen Ihren eigenen Körper arbeiten.

Wenn Sie aber verstanden haben, wie eine natürliche Geburt funktioniert, warum wir die Wehen brauchen, um ein Kind auf die Welt zu bringen und welche Techniken es gibt, um mit dem Geburtsschmerz umzugehen, brauchen Sie keine Angst zu haben und können sich problemlos öffnen.

Die richtige Vorbereitung auf die Geburt spielt dabei eine sehr wichtige Rolle. Deshalb spreche ich in meinen Geburtsvorbereitungskursen u.a. über folgenden Strategien, die Ihnen die Geburt Ihres Kindes erleichtern können:

  • Atemtechniken

  • die richtige Begleitung

  • Geburtspositionen

  • Visualisieren/mentales Training

Auch während der Betreuung in der Schwangerschaft wird das Thema „Angst vor der Geburt“ häufig von meinen Klientinnen angesprochen. In diesen Fällen gehe ich individuell auf die Fragen wie auch alle anderen Bedürfnisse der Schwangeren ein.

Geburt & Schmerzen: Wie weh tun Wehen?

Zum Glück sind Wehen ein Ausnahmezustand – die Schmerzen kommen heftig, aber vergehen auch wieder völlig. Beim ersten Kind haben zirka 60 Prozent der Frauen sehr starke Wehenschmerzen und bei Zweitgebärenden immer noch die Hälfte. Doch sie alle haben es geschafft!

Wie fühlen sich die Schmerzen bei der Geburt an?

„Wie sehr tut eine Geburt weh?“: Das ist vermutlich die am meisten gestellte Frage von Schwangeren. Ehrlich gesagt ist es schwer, diesen Schmerz wirklich treffend zu beschreiben. Wo Wehen wehtun, ist ebenfalls von Frau zu Frau unterschiedlich. Wir versuchen es einmal so zu beschreiben: Der Schmerz fühlt sich so ähnlich an wie eine Mischung aus starken Menstruationsschmerzen mit üblen Magen-Darm-Krämpfen und Rückenschmerzen. Die Schmerzen bei Geburtswehen erzeugen eine Spannung im Bauch, die bis zu einem gewissen Punkt immer intensiver wird und dann langsam wieder abnimmt. Dann tritt eine Ruhephase ein, die im Laufe der Geburt stetig kürzer wird. Manche Frauen sprechen von einem scharfen ziehenden Schmerz oder intensivem Stechen, andere empfinden den Schmerz bei der Geburt als eher dumpf. Wissenschaftler, die versucht haben, die Intensität dieses Schmerzes einzuordnen, beschreiben ihn so: Es tut so weh, als würde jemand mit einem Stilettoabsatz auf deinen Handrücken treten. Aua!

Wehen bei der Geburt: Du musst nicht die Heldin spielen!

Man hört immer mal wieder von Frauen, die diese Schmerzen einfach ganz locker weggeatmet haben. Doch ganz ehrlich, die meisten von uns fallen nicht in die Kategorie „Indianerherz kennt kein Schmerz“ – und auch das ist in Ordnung. Denn eine Geburt ist ein Ausnahmezustand und kein Bewerbungsverfahren für Tapferkeitsmedaillen. Ob mit oder ohne PDA, erlaubt ist alles, was dir hilft: Egal, ob du schnaubst und grunzt, laut schreist oder deinen Partner beschimpfst. Die Geburt ist immer mit Schmerzen verbunden, egal, ob du Schmerzmittel bei der Geburt in Anspruch nehmen möchtest oder ob dir Entspannungs- und Atemübungen helfen. Dein Partner oder deine Hebamme werden dich nach besten Kräften bei der Geburt deines Kindes unterstützen. Du kannst den Wehenschmerz aber auch durch den Wechsel der Geburtsposition beeinflussen.

Das Gute an den Schmerzen: Wehenschmerzen kommen und gehen schnell

Als kleiner Trost für dich: Wehen schmerzen tatsächlich lediglich in dem Moment, wenn sie da sind. Ähnlich wie ein Zug, der vorbeirauscht und dessen Geräusch danach völlig verschwunden ist. Das ist wirklich etwas Besonderes, da wir normalerweise nur Schmerzen kennen, die langsam abflauen. Nach einer Wehe tut erst mal nichts mehr weh – allerdings nur so lange, bis die nächste kommt.

Die gute Nachricht: Der Körper selbst hat eine Wunderwaffe gegen die Schmerzen bei der Geburt parat – er schüttet jede Menge Endorphine aus. Sie wirken als natürliches Schmerzmittel und versetzen die werdende Mutter im Idealfall in eine Art Trance-Zustand bzw. machen sie „high“. In diesem Zustand lassen sich die Geburtswehen in der Tat gut „wegatmen“ und Gebärende können sich auf ihre Geburtsarbeit einlassen. Und sobald du es geschafft hast und dein Baby im Arm hältst, wird dein Glücksgefühl die Strapazen und Schmerzen der Geburt überwiegen – versprochen!

Hast du noch Tipps für werdende Mütter? Dann schreib uns doch unter [email protected]

PDA (Periduralanästhesie)

Die PDA ist eine Regionalanästhesie, die recht häufig unter der Geburt verwendet wird und bei den werdenden Mamas sehr beliebt ist. Zu beachten ist, dass erst ab einem Muttermund von etwa drei bis vier Zentimetern eine PDA überhaupt in Erwägung gezogen wird. Ein Anästhesist legt dann einen winzigen Schlauch in einen speziellen Bereich der Wirbelsäule, um so ein schmerzstillendes Medikament zu verabreichen.

Dieses Medikament läuft während der restlichen Geburt über ein Gerät permanent in diesen Raum nahe der Wirbelsäule und nimmt dir die Schmerzen. Du brauchst keine Angst zu haben, denn dieser Schlauch ist nicht im Rückenmark, sondern etwa eine Handbreit darunter. Idealerweise sind deine Beine nicht komplett taub, sodass du dich noch aktiv auf dem Bett bewegen kannst.

Durch die Entspannung, die die PDA bringt, geht der Muttermund oft leichter auf. Wichtig ist aber, dass der Druck weiterhin zu spüren ist, damit du am Ende der Geburt aktiv mitmachen kannst, um deinem Baby auf die Welt zu helfen. Bei einigen Frauen ist die Entspannung zu groß, sodass die Wehen verschwinden. Dem wirkt dann ein Wehentropf entgegen. Da man hierfür das körpereigene Hormon Oxytocin verwendet, ist dies unbedenklich und hilft dir.

Hierin liegt der Unterschied zwischen Spinal- und Periduralanästhesie: Erstere wird zum Beispiel bei einem Kaiserschnitt verwendet. Denn bei dieser Nakose ist alles unterhalb der Einstichstelle innerhalb weniger Augenblicke komplett taub. Die Berührungen der Ärzte spürst du aber trotzdem. Bevor der Kaiserschnitt beginnt, wird mehrfach getestet, ob die Narkose richtig sitzt und du schmerzfrei bist.

Es gibt selten Nebenwirkungen bei einer PDA oder Spinalanästhesie. Wenn du den zehnseitigen Aufklärungsbogen siehst, bekommst du sicherlich erstmal einen Schreck. Aber das Formular ist eine Absicherung für den Arzt, dort muss jedes mögliche Risiko erwähnt sein. Die häufigste Nebenwirkung, die aber nicht oft auftritt, sind Kopfschmerzen. Wie bei allen Eingriffen kann es auch zu einer Infektion kommen. Für dein Baby gibt es kein Risiko.

Bei jeder werdenden Mutter hilft etwas anderes. Jede Geburt ist individuell, wie auch jede Schwangerschaft. Eine Hebamme steht dir während der Entbindung zur Seite und wird dich beraten, was im jeweiligen Moment die passende Variante der Schmerzlinderung für dich ist. Bei der Anmeldung im Krankenhaus, während der Schwangerschaft, kannst du auch schon Wünsche wie zum Beispiel die PDA angeben.

Versuche aber, dich nicht zu sehr auf gewisse Dinge zu versteifen, denn während der Geburt kann sich deine Meinung ganz schnell ändern. Du bekommst nach der Geburt keine Urkunde, wenn du es ohne Schmerzmittel geschafft hast. Wenn du also was zur Schmerzlinderung brauchst, sprich deine Hebamme einfach unter der Geburt an. Eines ist sicher: Sobald du dein Baby in den Armen hältst, ist jeder Geburtsschmerz vergeben und vergessen.

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