Schlafstörung BEI kleinkindern

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Schlafstörungen bei Kindern

Etwa jedes dritte Kind hat im Laufe seiner Entwicklung Probleme mit dem Schlafen. Die einen können einfach nicht einschlafen, die anderen wachen nachts mehrmals auf, wieder andere schlafwandeln oder werden von Albträumen heimgesucht. Wann man von einer Schlafstörung spricht und was es mit dem Begriff „Schlafhygiene“ auf sich hat.

Schlaf ist für Kinder immens wichtig. Bekommt ein Kind längerfristig nicht genug Schlaf, drohen Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie psychische und gesundheitliche Schwierigkeiten. Müde Kinder können sich nur schlecht konzentrieren und auch das Gedächtnis leidet unter anhaltendem Schlafmangel. Schulische Probleme sind da vorprogrammiert. Und nicht nur das. Anhaltende Schlafprobleme bei Kindern sind auch eine Belastung für die ganze Familie: Selbst die verständnisvollsten Eltern stoßen bei permanent übermüdeten Kindern und allabendlichem Theater zur Bettgehzeit irgendwann an ihre Grenzen. Und je negativer das Thema Schlaf in der Familie besetzt ist, desto schlimmer werden die Probleme.

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Warum genug Schlaf für Kinder so wichtig ist

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Zum Glück kann man Schlafstörungen gut vorbeugen. Schlafhygiene und Konsequenz sind da wichtige Stichwörter. Wir erklären Ihnen hier, welche Schlafstörungen bei Kindern auftreten können und geben Tipps, damit die Nächte wieder ruhiger werden.

Woran erkenne ich, dass mein Kind nicht genug schläft?

Am leichtesten erkennen Sie das, wenn Ihr Kind unter einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit leidet, träge, vergesslich und schusselig wird. Doch nicht immer ist es so offensichtlich, dass dem Kind Schlaf fehlt. Häufig sind übermüdete Kinder auch besonders zappelig, reizbar und launisch. Vor allem kleinen Kindern geht das so. Sollte Ihnen dieses Verhalten bei Ihrem Kind auffallen, ohne dass Sie es sich erklären können, sollten Sie nachforschen, ob es vielleicht an einem gestörten Schlafverhalten liegt. Von einer Schlafstörung spricht man übrigens, wenn der Betroffene an drei Nächten pro Woche und mindestens einen Monat lang nicht normal schlafen kann.

Wie viele Kinder von Schlafstörungen betroffen sind, ist schwer zu sagen. Verschiedene Studien gehen von 10 bis 25 Prozent der Kinder aus. Andere Experten sprechen davon, dass jedes dritte Kind zumindest kurzzeitig einmal unter Schlafstörungen leidet. Auf jeden Fall zählen Schlafstörungen zu den häufigsten Verhaltensauffälligkeiten im Kinderalter. Insbesondere Klein- und Vorschulkinder sind davon betroffen.

Typische Schlafstörungen im Kindesalter

Im Folgenden stellen wir Ihnen die typischen Schlafstörungen im Kindesalter vor. In den allermeisten Fällen sind sie harmlos und legen sich mit der Zeit von allein. Manchmal können sie aber auch ein Symptom für eine Erkrankung sein. Deshalb gilt: Wenn Sie unsicher sind oder das Verhalten Ihres Kindes plötzlich, regelmäßig und übermäßig stark auftritt, sprechen Sie Ihren Kinderarzt darauf an!
➤ Einschlafstörungen
Davon spricht man, wenn das Kind regelmäßig länger als 20 Minuten braucht, um einzuschlafen. Einschlafprobleme haben oft ganz nachvollziehbare Ursachen. So wird beispielsweise das individuelle Schlafbedürfnis der Kleinen von den Eltern häufig falsch eingeschätzt. Ein Kind, das eher im Bett liegt als es müde ist, wird natürlich Probleme beim Einschlafen haben. Und ein Kind, das aufgewühlt von der aufregenden Fernsehserie ist, die es gerade noch gesehen hat, wird auch nicht so schnell zur Ruhe kommen. Gleiches gilt für Kinder, die bis kurz vorm Schlafengehen Videospiele spielen. Oder für gestresste Kinder. Oder für Kinder, die tagsüber nicht ausreichend aktiv waren und einfach viel zu ausgeruht zum Schlafen sind…
Sie merken schon, Einschlafstörungen im Kindesalter haben viel mit dem Verhalten am Tage und Abend zu tun. Und das ist der Grund, warum sie sich in der Regel relativ gut behandeln lassen. Mehr dazu lesen Sie auf der nächsten Seite.
➤ Albträume
Auch Albträume gehören zu den typischen Schlafstörungen bei Kindern. Sie treten vor allem in der zweiten Nachthälfte auf. Die Kinder werden munter und fürchten sich. An ein Weiterschlafen ist da erstmal nicht zu denken. Treten Albträume wiederholt auf, fürchten sich Kinder verständlicherweise auch vor dem Einschlafen am Abend. Hatte Ihr Kind einen Albtraum, trösten Sie es liebevoll durch sanftes Streicheln und Zureden. Eine kleine Lichtquelle im Zimmer, die geöffnete Zimmertür oder ein beschützendes Kuscheltier können gegen die nächtliche Furcht helfen.
Albträume werden häufig durch aufregende oder gruselige Medieninhalte begünstigt. Daher der Tipp: Mindestens eine, besser zwei Stunden vor dem Schlafengehen sollten Kinder kein Fernsehen mehr schauen und keine Videospiele spielen. Bei häufig auftretenden Albträumen hat sich eine Mal-Therapie bewährt: Lassen Sie Ihr Kind den Albtraum Tags darauf aufmalen und – ganz wichtig – auch eine Lösung für die furchteinflößenden Situation. So hat Ihr Kind im Falle eines erneuten Albtraums eine Idee, wie es dem Bösen „entkommen“ kann.

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Angst im Dunkeln – Das Monster unterm Bett

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➤ Nachtschreck (Pavor nocturnus) Dieses Ereignis tritt vor allem bei jungen Kindern von vier bis sechs Jahren auf. Hierbei schreien, keuchen oder wimmern die Kleinen plötzlich und/oder schlagen panisch um sich. Im Unterschied zum Albtraum erwachen die Kinder beim Nachtschreck nur unvollständig und können sich am nächsten Tag an nichts davon erinnern. Der Nachtschreck wird zum Beispiel durch emotionalen Stress oder Schlafmangel ausgelöst. Achten Sie deshalb auf eine gesunde Schlafhygiene und sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind während des Anfalls nicht verletzen kann. Versuchen Sie nicht, Ihr Kind währenddessen durch Zureden oder Berührungen zu beruhigen, das wird im Zweifel ein noch panischeres Verhalten provozieren. Am besten ist es, wenn Sie einfach abwarten, bis der Spuk nach zehn bis 15 Minuten vorbei ist.
➤ Schlafwandeln
Gerade bei jüngeren Kindern ist auch das Schlafwandeln gar nicht so unüblich. Vor allem in den ersten ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen tritt es auf. Die betroffenen Kinder führen dann im Schlaf komplexe Bewegungen aus, schauen umher, wedeln mit den Armen oder steigen gar aus dem Bett und laufen durch die Wohnung. Schlafwandler lassen sich nur schwer wecken und sind dann oft verstört oder reagieren aggressiv. Besser ist es, Ihr Kind sanft wieder ins Bett zurückzuführen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr kleiner Schlafwandler nicht verletzen kann und sichern Sie Türen und Fenster. Ansonsten ist Schlafwandeln relativ harmlos. Es tritt beispielsweise als Folge von Schlafmangel oder Infekten auf. Bis zur Pubertät sind die nächtlichen Wanderungen meist beendet.
➤ Rhythmische Bewegungen
Kommt bei Vorschulkindern auch vor: rhythmisches Schaukeln des Kopfes oder der Extremitäten in der Einschlafphase (Jaktationen). Zeigt Ihr Kind sonst kein auffälliges Verhalten, dienen diese unbewussten Bewegungen allermeist der Selbstberuhigung. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind tagsüber genug Möglichkeiten hat, sich zu bewegen und zu toben. Und sichern Sie die Schlafumgebung so, dass es sich nicht verletzen kann.
➤ Schnarchen und Schlafapnoe
Viele Kinder schnarchen, das ist entwicklungsbedingt vollkommen normal. Als Ursache kommen Übergewicht, Kiefer-Fehlbildungen, vor allem aber vergrößerte Mandeln und Polypen in Frage. Kritisch wird es, wenn das Schnarchen von Atemaussetzern (Apnoe) begleitet wird. Dann ist an erholsamen Schlaf nicht mehr zu denken. Alle Informationen dazu lesen hier:

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Mein Kind schnarcht, ist das normal?

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➤ Bettnässen
Auch das nächtliche Bettnässen zählt zu den typischen Schlafstörungen im Kindesalter. Nässt das Kind mit fünf Jahren immer noch mindestens zwei Mal pro Monat ein, spricht man von Enuresis nocturna. Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel: Enuresis – Bettnässen bei Kindern
➤ Narkolepsie
Kinder, die an Narkolepsie bzw. der „Schlaf-Krankheit“ leiden, können aus dem Stand plötzlich einschlafen, während des Essens oder beim Sprechen, für Sekunden, manchmal gar für eine halbe Stunde. Außerdem kann es sein, dass sie während des Einschlafens visuelle und akustische Halluzinationen haben. Es ist wichtig, Narkolepsie, auch wenn sie sehr selten ist, früh zu erkennen. Zum Beispiel an einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit oder daran, dass das Kind morgens sehr große Problem damit hat, aus dem Bett zu kommen.
Lesen Sie weiter: Wie Sie Schlafstörungen mit einer gesunden Schlafhygiene vorbeugen können und was zu tun ist, wenn Ihr Kind schlecht schläft.

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Schlafhygiene im Kindesalter

Gesunder Schlaf ist nicht nur im Kindesalter von ein paar Bedingungen abhängig. Dazu gehören neben einer geeigneten Schlafumgebung auch eine regelmäßige Bettgehzeit und feste Rituale.

Schlafstörungen, gerade im Kindesalter, haben viel mit dem Verhalten am Tage und Abend zu tun. Und gerade deshalb lassen sie sich in der Regel gut behandeln. Experten sprechen hier von einer Schlafhygiene, die – wenn sie eingehalten wird – sicherstellt, dass die Rahmenbedingungen für ein gesundes Schlafverhalten gegeben sind.

Schlafhygiene für Kinder: Regeln für einen gesunden Schlaf

Regel Nr. 1: Die Schlafumgebung muss stimmen. Kinder wie Erwachsene können nur dann gut einschlafen, wenn sie sich sicher und geborgen fühlen. Lärm- und Lichtquellen müssen dafür so gut es geht ausgeschaltet werden. Die Temperatur im Zimmer sollte zwischen 16 und 19 Grad liegen. Selbstverständlich muss ihr Kind sein Bett bequem finden. Das Bett selbst sollte nur zum Schlafen und nicht etwa tagsüber als Spielwiese dienen. Ganz fatal: das Bett als Strafe für Fehlverhalten nutzen – so stellt das Bett keine sichere Schlafhöhle dar, sondern wird mit etwas Negativem verknüpft. In unmittelbarer Nähe zum Bett sollten kein Fernseher, kein Computer, keine Spielekonsole und keine Schulsachen stehen. Hat Ihr Kind schon ein Handy, sollte es nachts nicht direkt neben dem Bett liegen, sondern außer Reich- und Sichtweite.
Regel Nr. 2: Ein strukturierter Abend und Einschlafrituale. Vor allem Klein- und Vorschulkinder profitieren davon, wenn jeder Abend gleich abläuft, zum Beispiel: Zähneputzen, Schlafanzug anziehen, „Gute Nacht“ sagen, ins Bett gehen und dann noch ein kleines Einschlafritual begehen. Einschlafrituale können beispielsweise sein: ein Buch anschauen, eine Geschichte (vor)lesen, ein Hörbuch hören oder Kuschelzeit mit Mama oder Papa. Behalten Sie diesen Ablauf und auch die Uhrzeiten dabei konsequent ein, stellen sich Körper und Geist Ihres Kindes abends von ganz allein aufs Schlafen ein.
Regel Nr. 3: Zur Ruhe kommen. Etwa zwei Stunden vor dem Schlafengehen sollte keine aufregende Fernsehsendung mehr geguckt und kein Videospiel mehr gespielt werden. Auch toben oder laute Musik sollten tabu sein. Der Abend sollte – so gut es geht – in ruhiger und entspannter Atmosphäre ausklingen. Entspannungsmethoden wie Fantasiereisen können dabei helfen, abends „herunterzufahren“. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Kind am Tag körperlich und geistig ausreichend aktiv war, damit es abends auch ausgepowert genug zum Schlafen ist.
Regel Nr. 4: Vor dem Schlafen nichts mehr essen und trinken. Denn hat der Körper mit der Verdauung zu kämpfen oder drückt die Blase, kann man nicht schlafen. Koffeinhaltige Getränke wie Cola oder Energy Drinks am Abend sind selbstverständlich tabu.

Altersabhängige Tipps für ein gesundes Schlafverhalten

➤ Kleinkinder
Damit Ihr Kleinkind abends gut einschlafen kann, sollte der Mittagsschlaf nicht zu lang ausfallen. Außerdem sollten mindestens vier Stunden zwischen dem Erwachen aus dem Mittagsschlaf und dem abendlichen Zubettgehen liegen.
Zudem sollten Kleinkinder daran gewöhnt werden, allein einzuschlafen. Das ist leichter gesagt als getan, das wissen wir. Nicht selten fühlen sich Mama oder Papa dazu gezwungen, sich mit ihnen hinzulegen, weil die Kleinen sonst einfach nicht zur Ruhe kommen. Das Problem: So gewöhnt sich Ihr Kind daran, dass Sie beim Einschlafen dabei sind. Wird es nachts einmal munter, fällt ihm das alleinige Einschlafen dann schwer. Es schreit, wird dadurch noch wacher, Sie müssen aufstehen und Ihr Kind beruhigen usw. – angenehmer für beide wäre es, wenn Ihr Kind von allein wieder in den Schlaf findet. Experten raten hier zu Übergangsobjekten, wie einem Kuscheltier, das statt den Eltern beim Einschlafen hilft.
➤ Vorschulkinder und Grundschüler
In diesem Alter stellt nicht das Durchschlafen, sondern das Zubettgehen das größte Problem dar. Auch hier sei nochmal betont, wie wichtig Rituale und eine konsequente Bettgehzeit sind. Eine Studie der Universität Köln unter Schulanfängern hat gezeigt, dass Kinder, die zu unterschiedlichen Zeiten ins Bett gehen, doppelt so häufig unter Schlafstörungen leiden, als Kinder mit regelmäßigen Bettgehzeiten. Auch ein Fernsehgerät im Zimmer schien die untersuchten Kinder beim Schlafen zu stören. Ein großer Schlafstörer ist zudem familiärer Stress. Versuchen Sie also, Streitigkeiten in der Familie so gut es geht von Ihrem Kind fern zu halten und es nicht mit solchen Sachen zu belasten.
➤ Teenager
Das Klischee vom langschlafenden und spät-ins-Bett-gehenden Teenager kommt nicht von ungefähr. Je älter Ihr Kind wird, desto mehr verschiebt sich sein Schlaf-Wach-Rhythmus nach hinten. Es ist für Teenies also vollkommen normal, abends länger wach zu sein und dafür morgens lange zu schlafen. Deshalb setzen sich einige Pädagogen auch dafür ein, dass die (weiterführende) Schule morgens später beginnen sollte.Findet Ihr Teenie abends gar nicht in den Schlaf, können Entspannungsmethoden wie zum Beispiel autogenes Training dabei helfen. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) empfiehlt bei einem stark aus dem Lot gekommenen Schlaf-Wach-Rhythmus eine „Radikalkur“ am Wochenende: Der betroffene Teenager sollte sich Freitagnacht nicht zum Schlafen legen sondern durchmachen. Auch am Samstag sollte er nicht schlafen, sondern erst ins Bett gehen, wenn er gegen Mitternacht richtig müde ist. Sonntagmorgen solte er dann zur schulüblichen Zeit aufstehen. Hat sich der Schlaf-Wach-Rhythmus dadurch wieder eingependelt, sollten die Bettgeh- und Aufstehzeiten konsequent eingehalten werden, auch am Wochenende.

Wenn Sie allein keine Lösung finden: Schlaftherapie kann helfen

Schlafstörungen, denen keine Krankheit zu Grunde liegt, sind in der Regel gut behandelbar, können aber hartnäckig sein. Bekommen Sie die Schlafprobleme Ihres Kindes nicht allein in den Griff, scheuen Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ihr erster Ansprechpartner dafür ist Ihr Kinderarzt. Er kann Sie beraten und Sie gegebenenfalls an spezialisierte Neurologen oder Psychiater überweisen. Möglich ist, dass Ihr Kind eine Nacht im Schlaflabor verbringen muss, damit sich die Ärzte ein Bild davon machen können, wie stark der Schlaf Ihres Kindes gestört ist. Darauf aufbauend kann dann eine geeignete Therapie stattfinden.
Mehr Informationen über Schlafstörungen im Baby- und Kindesalter sowie Ansprechpartner finden Sie im DGSM Patientenratgeber AG Pädiatrie sowie auf der Webseite der DGSM.

Tut sich dein Kind schwer beim Einschlafen am Abend oder wacht es in der Nacht häufig auf? Schlafstörungen in Form von Ein- und Durchschlafproblemen kommen im Kindes- und Jugendalter sehr häufig vor.

Kinesiologische Unterstützung

Sollte dein Kind Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen haben, könnte unter anderem ein energetisches Thema dahinter stecken. Wacht es z.B. jede Nacht um die gleiche Zeit auf, könnte es ein Hinweis darauf sein, dass ein bestimmter Meridiankreis mehr Unterstützung braucht.

So ist etwa der Lebermeridian von 1:00-3:00 am aktivsten. Ist dieser Energiekreislauf jedoch im energetischen Ungleichgewicht, könnte es dazu führen, dass dein Kind aufwacht. Das Ungleichgewicht in diesem Meridian könnte aus kinesiologischer Sicht durch aufgestaute Wut oder einer Entgiftungsthematik entstehen. Zwischen 3:00 und 5:00 Uhr ist die Zeit der Lunge. Hier können sich Themen wie chronischer Kummer, Trauer, Abgrenzungsschwierigkeiten etc. zeigen. Gerne würde ich euch dann mit einer kinesiologischen Sitzung unterstützen.

Probleme mit dem Einschlafen haben Kinder auch oft, wenn sie ihre Gedanken einfach nicht abschalten können oder Angst vor etwas (Dunkelheit, Alptraum, etc.) haben. Hier können energetische Übungen, die du selbst am Abend mit deinem Kind durchführen kannst, unterstützend wirken. Sie helfen deinem Kind ruhiger zu werden und sich so besser aufs Schlafen gehen einzustellen. Gerne stelle ich dir ein paar Übungen, angepasst an eure individuelle Situation, zusammen.

Bei tiefersitzenden energetischen, emotionalen Themen unterstütze ich dein Kind sehr gerne mit einer energetischen Kindersitzung. Gerne sende ich dir auch mein kostenloses E-Booklet „Hilfe bei Schlafproblemen von Kindern“ zu.

Schreib mir einfach ein kurzes Mail oder ruf mich an unter der Tel. 0650/6007464.

Bachblüten

Bachblüten können deinem Kind ebenso helfen, um ruhiger und entspannter zu werden. Ich helfe dir gern bei der Wahl der passenden Blüten. Hier findest du eine kleine Auswahl, die sich vor allem bei Kindern sehr bewährt haben.

Da Schlafprobleme nicht nur energetische Ursachen haben kann, suche bitte aber auch unbedingt einen Kinderarzt auf, der dich weiter beraten kann.

Weiter interessante Themen:

> Kinderängste

> Bettnässen

> Was tun bei einem Schreibaby

Wie immer gilt: Ein energetischer Ausgleich ersetzt nicht die Untersuchung eines Arztes, Psycho- oder Physiotherapeuten, Psychologen, etc.. Es werden bei Energiearbeit keine Krankheiten behandelt oder geheilt sondern präventiv bzw. unterstützend das energetische System ausgeglichen und gestärkt.

Hilfe ich leide an Jaktation

Hi JoJoausMarzahn – ich weis deine Frage ist schon längst beantwortet und das freut mich! Ebenso freu ich mich für alle Betroffenen die (endlich)auf diesen Fachbegriff „Jaktation“ gekommen sind(mich selbst mit eingeschlossen)! (: Ich möchte auch noch gerne meine persönlichen Erfahrungen, Umgangsstrategien und meine Lösung mit dieser Verhaltensauffälligkeit dazu beitragen.

tanca1 hat die Ursachen unseres Phänomens sehr gut erklärt! 🙂 Ich möchte noch gerne mehr auf MEINE mögliche „Löschung“ des Verhaltens eingehen—> sprich wie hab ich mein „Jukeln „(so wurde es „liebevoll“ in der Familie genannt und somit verharmlost….) in den Griff bekommen. So wie 95% hier hab auch ich kein Urvertrauen und keine richtige Bindung zu meiner Mutter/ Vater in der frühen Kindheit aufbauen können. Ich zeige diese Störung seit ich ein paar Monate alt war. Meine Eltern wussten sich nicht zu helfen und wie das nun mal so ist wenn Eltern verzweifelt sind… wird der Vater meist handgreiflich. All die versuche haben natürlich nichts genützt und haben nur dazu geführt das ich am Ende ins Heim kam. Im Alter von 12 fragte ich mich warum mach ich das eigentlich… und wie nennt man das ganze wirklich?! Ich war verzweifelt und hab dieses kleine Geheimnis immer mit mir herumgetragen (so wie viele hier). Ich sollte noch ganze sechs Jahre auf die Antwort für dies verhalten warten…..

Bis zu dem Moment als ich mich entschied Jugend und Heimerzieher zu werden. In meiner Ausbildung habe ich dann meine persönliche Geschichte aufgrund des erworbenen Fachwissems gut reflektieren können. Irgendwann kam dann der Begriff „Hospitalismus“ und ich dachte mir „hey das ist genau das was ich jeden Abend vorm Einschlafen mache!“. Mit der Zeit verstand ich dann immer mehr und mein Zwang das ewige rumwälzen(was ja nicht unangenehm ist, aber sehr lästig den Drang zu unterdrücken wenn man bei Freunden schläft oder die Freundin bei einem übernachtet) ließ sichtlich nach. Trotzdem ist es nicht ganz weg und ich bin heute 20 Jahre. Deshalb hab ich mich entschieden eine Verhaltenstherapie zu beginnen. Ich möchte einfach noch besser verstehen was mit mir passiert. Warum und die wichtigste Frage welche Fähigkeiten (Wie stark kann ich aus psychologischer Sicht Bindungen zu anderen Menschen aufabauen; Wie wirkt sich das auf meine psychische Widerstandsfähigkeit aus und gleichzeitig auf die Einschätzung von Problemen; usw…) wurden Mir persönlich meiner frühen Kindheit wirklich „geraubt“ (?).

Ich hoffe das ich auf all diese Fragen eine zufriedenstellende Antwort bekomme. Ich denke wenn das alles für mich persönlich geklärt ist und aufgearbeitet, dass dann das „Jukeln“ aufhört. Und gerne schreibe ich hin und wieder meine Entwicklung hinsichtlich der Jaktation als Kommentar für die Interessierten auf bzw. wer möchte schreibt mir eine Email oder etwas in die Kommentare. Ich bin sehr gespannt auf Fragen die dich beschäftigen und Erfahrungen die du mit dem „Päckchen“ gemacht hast!

Ps: In diesem Sinne: Gute Nacht und schlaft Gut! 🙂

Wenn man den Medien-Berichten glauben schenken darf, will oder muss (je nach Einstellung), dann mehren sich die Verhaltensauffälligkeiten in allen Altersstufen (Verkehrsdelikte beispielsweise sind nicht mehr ausschließlich „Jugendsünden“). Andererseits will man aber auch wissen, was in Kindheit und Jugend in unserer Zeit und Gesellschaft nun besonders „aus dem Ruder läuft“. Und hier hätte man gerne Klarheit, was zwar Verhaltensauffälligkeiten sind, aber kein krankhaftes Fehlverhalten, weil alterstypisch, habituell (gewohnheitsmäßig – s. u.).

Auch hier gibt es natürlich unterschiedliche Lehrmeinungen, von den individuellen Einstellungen ganz zu schweigen. Deshalb ist es interessant, die Fachleute zu hören, in diesem Falle also die Kinder- und Jugendpsychiater. Diese psychiatrische Disziplin im Rahmen der Medizin war vor etwa einem halben Jahrhundert als Problemlöser durchaus gefragt, als eigenständiges Fach allerdings noch in der eigenen Entwicklungsstufe, den berühmten „Kinderschuhen“. Das hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich geändert und schlägt sich beispielsweise in einer Flut von Publikationen, Fachbüchern, ja sogar mehreren Lehrbüchern nieder, allein in deutscher Sprache.

Einer der Klassiker in dieser Hinsicht ist „der Remschmidt“, d. h. die Kinder- und Jugendpsychiatrie von Prof. Dr. Dr. Helmut Remschmidt, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität Marburg, erstmals im Jahre 1979 erschienen und inzwischen unter Mitwirkung von zwei weiteren Herausgebern und mehr als ein Dutzend Experten in 5. Auflage erschienen. Und aus diesem „Klassiker“ versuchen wir uns in dem Kapitel alterstypische, habituelle Verhaltensauffälligkeiten einige wissenschaftlich objektivierbare und damit „ent-dramatisierende“ Erkenntnisse herauszulesen.

Störungsmuster mit Gewohnheitsbildung

Unter der Bezeichnung „alterstypische, habituelle Verhaltensauffälligkeiten“ verstehen die Kinder-Psychiater Störungsmuster, bei denen der führende psychologische Mechanismus die Gewohnheitsbildung ist. D. h. entsprechende Handlungen sind den Betroffenen durchaus bewusst und könnten willkürlich auch jederzeit unterbrochen werden, sind also dem eigenen Willen unterworfen, bringen aber in einigen Fällen sogar offensichtlich einen Lustgewinn und werden deshalb entgegen aller Vernunft fortgeführt.

Damit treten habituelle Verhaltensweisen oft als Ersatzbefriedigung auf, und zwar entweder bei aggressiven oder regressiven Empfindungen (also einer Art Entwicklungs-Rückschritt in frühere Verhaltensweisen). Und deshalb kommen sie meist in Frustrations-Situationen vor (vom lat.: frustra = vergebens). Und sie häufen sich bei jenen Kindern, die nicht die Möglichkeit zu einer alters-entsprechenden Betätigung haben.

Das ist allerdings nicht die einzige Ursache. Es gibt auch Kinder, die aus durchaus harmonischen Familien-Verhältnissen stammen und dennoch bestimmte Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

Was gehört nun dazu?

  • Daumenlutschen

Das Daumenlutschen ist jedem geläufig. Exzessives Daumenlutschen ist allerdings krankhaft und hat durchaus Folgen (z. B. Kiefer-Verbiegungen, Zahnstellungs-Anomalien, ja sogar den bekannten „Lutschfinger“ mit unschönen Deformationen). Nicht auszuschließen sind auch Folgen für das ganze Gebiss, und zwar durchaus für den Rest des Lebens, was dann mit hohem Zeit- und Kostenaufwand wieder korrigiert werden muss.

Gelegentliches Daumenlutschen ist aber kein Problem, z. B. vor dem Einschlafen oder in Entbehrungs-Situationen. Anders ist es allerdings, wenn es gehäuft auftritt und vor allem der altersgemäßen Entwicklung des Kindes nicht mehr entspricht.

Ursprünglich ein natürliches Saugbedürfnis des Kindes und sinnvoll für das Training zur Nahrungs-Aufnahme, wird es also erst krankhaft, wenn es über das 3. Lebensjahr hinaus reicht und/oder gar in seiner Intensität zunimmt. Die Gründe sind schon angeklungen: Ersatzbefriedigung in Mangel-Situationen, fortdauernde Gewohnheitsbildung als Ausdruck einer Regression (s. o.) u. a.

Der Therapie sollte eine genaue Analyse des Einzelfalles vorausgehen. Daraus ergibt sich dann die Behandlungs-Strategie. Ist es beispielsweise nur Teil eines umfassenderen Beschwerdebildes oder eine mehr oder weniger isolierte Störung?

Strafen oder einschränkende Maßnahmen (bis hin zur Fixierung des Daumens oder einem Handschuh) bzw. das scheinbar „humanere“ Bestreichen des Daumens mit übelriechenden Substanzen haben sich nicht bewährt. Im Allgemeinen legt sich das Daumenlutschen wieder. Es gibt allerdings auch Kinder, die bis in das Jugendalter hinein ihren Daumen „missbrauchen“ und dann nicht selten die Zigarette als Ersatz einsetzen; dieser Verdacht ist also in der Tat nicht von der Hand zu weisen…

  • Nägelbeißen

Das Nägelbeißen (Fachbegriff: Onychophagie) tritt gewöhnlich nicht vor dem 4. bis 5. Lebensjahr auf. Dann aber kann es massive Ausmaße annehmen, wobei die Nägel bisweilen bis zur Nagelsohle abgebissen werden, mitunter auch die Haut um den Nagel oder gar die Haut der Fingerkuppen. Manche Kinder spucken die abgebissenen Nagel- oder Hautstücke wieder aus, andere zerkauen und schlucken sie auch.

In Stress-, Angst- und Konfliktsituationen kann man Nägelbeißen verstärkt beobachten. Dort kann es sogar zu ernsteren und schmerzhaften Verletzungen kommen, die aber trotzdem nicht von weiterem Nägelbeißen abhalten.

Psychologisch gesehen verbindet man das Nägelbeißen auf Grund seines „gewaltsamen Charakters“ mit einer Neigung zu aggressiven Durchbrüchen, die sich (erst einmal) gegen den eigenen Körper richten, weil sie nicht auf andere Weise „abgeführt“ werden können. Das ist nicht selten, man spricht bei den Acht- bis Zehnjährigen von bis zu jedem fünften Kind beiderlei Geschlechts.

Die Ursachen ranken sich also überwiegend um eine aggressive Basis, wobei man allerdings die eigentlichen Hintergründe nicht übersehen sollte. Beispiele: einengende oder gar unterdrückende Erziehung, Einengung der Bewegungsfreiheit im weitesten Sinne, Verhinderung aggressiven Verhaltens (was auch durchaus sinnvoll sein kann, nur eben kanalisiert werden muss), oder ein soziales Umfeld, das die Kinder einem gemütsmäßigen Mangelzustand aussetzt.

Natürlich tritt das Nägelbeißen auch bei erhöhten Spannungszuständen auf und gilt deshalb als „Affekt-Abfuhr“, wenn auch inadäquat. Oder auf Deutsch: eine Entlastung in gemütsmäßiger Hinsicht, wenn auch nicht gerade auf üblichem Wege. Und es kann eine Art Ersatz-Befriedigung darstellen.

So findet man das Nägelbeißen vor allem bei

– Kindern, die eine Bewegungs-Unruhe zeigen, wenn nicht gar hyperaktiv und leicht erregbar sind (und im Übrigen auch andere Verhaltensauffälligkeiten zeigen) sowie

– bei überängstlichen Kindern, deren Entfaltungsmöglichkeiten vor allem im Bewegungs- und Gemüts-Bereich eingeengt sind.

Manche Experten bezeichnen das Nägelbeißen auch als eine Art „Selbst-Bestrafung“, worüber wissenschaftlich zwar kontrovers diskutiert wird, doch mag dies in Einzelfällen durchaus seine Richtigkeit haben.

Bei der Therapie liegen die Dinge ähnlich wie beim Daumenlutschen: rein äußerlich lässt sich hier schwer etwas erzwingen. Günstiger ist eine so genannte Bedingungs-Analyse, d. h. was liegt dem Nägelbeißen nun wirklich zugrunde. Und daran schließt sich dann die entsprechende Behandlung an: alternative Verhaltensweisen (zur Abfuhr aggressiven Verhaltens oder Milderung ängstlicher Reaktionen), Entspannungsmethoden (vor allem zur Reduktion von Angst und innerer Unruhe), sportliche Aktivitäten (besonders bei Hyperaktivität und Impulsivität) u. a. Manchmal sind auch verhaltenstherapeutische Maßnahmen angezeigt, was sich vor allem im Erwachsenenalter anbietet (denn das Nägelbeißen muss nicht unbedingt in der Kindheit und Jugend aufhören). Bei den Erwachsenen gelten übrigens die gleichen Ursachen/Bedingungen, denn letztlich unterscheiden sich die Alters-Stufen kaum voneinander, wenn es sich um Verhaltensauffälligkeiten mit Gewohnheitscharakter handelt.

  • Haare-Ausreißen

Das Haare-Ausreißen (Fachbegriff: Trichotillomanie), d. h. Drehen, Zupfen oder Ausreißen von Haaren ist oft ein Anzeichen umfassender und durchaus schwer-wiegender psychischer Störungen. Es kommt sowohl bei retardierten, d. h. in ihrer Entwicklung verzögerten und geistig behinderten Kindern als auch bei altersentsprechend normal entwickelten Kindern vor, dann allerdings mit besonderer psychischer Problematik.

Oft sind die Kinder depressiv verstimmt und zeigen auch andere Stereotypien (krankhafte ständige Wiederholung von Bewegungen oder Wörtern) sowie habituelle Verhaltensweisen (z. B. Daumenlutschen, Nägelbeißen, genitale Manipulationen u. a.).

Manche Kinder, insbesondere die geistig behinderten, schlucken ihre ausgerissenen Haare sogar, so dass es zur Bildung von so genannten Trichobezoaren kommen kann.

Vom Trichobezoar bis zum Rapunzel-Syndrom

– Ein Trichobezoar ist ein Haarbalg, d. h. ein Knäuel aus verschluckten Haaren im Magen oder Darm.

Betroffen sind meist junge Mädchen mit langen Haaren. Die psychodynamischen Hintergründe sind mehrschichtig, meist aber auf einer intellektuellen Minderbegabung basierend und oft auch noch zusätzlich mit einer dauerhaften Verstimmung oder Angststörung verbunden.

Das Beschwerdebild durch einen solchen verschluckten Haarknäuel entwickelt sich nur langsam; lange merken die Betroffenen überhaupt nichts, bis der Haarbalg eine zum Teil unglaubliche Größe erreicht hat. Dann kommt es zu unspezifischen Magen-Darm-Beschwerden und schließlich zu Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen nach dem Essen sowie zunehmend krampfartigen Bauchschmerzen. Ggf. können weitere Symptome hinzutreten wie Blutung, Magengeschwür, Bauchspeichelentzündung u. a.

– Wenn sich der Haarbalg vom Magen „schwanzartig“ in den Dünndarm fortsetzt und gelegentlich sogar den Dickdarm erreicht, spricht man von einem „Rapunzel-Syndrom“, nach der Märchengestalt eines Mädchens mit ungewöhnlich langem Haar-Zopf.

Meist muss der Betreffende operiert werden, anders lassen sich die zum Teil auch noch verhärteten bis fast „versteinerten“ Fremdkörper aus eigenem Haar im Magen kaum mehr entfernen. Danach allerdings gilt es den Patienten kinderpsychologisch engmaschig weiter zu betreuen, sonst kann sich das Ganze wiederholen.

In schweren Fällen kann das Haare-Ausreißen nicht nur zu kahlen Stellen, sondern auch zur Kahlköpfigkeit führen.

Die Häufigkeit dieser Störung wird mit zwei bis fünf Prozent bei 7- bis 11-jährigen Schulkindern angegeben.

Von manchen Kindern wird das Ausreißen der Haare als lustvoll empfunden, ja, kann zuweilen Suchtcharakter annehmen. Einige Experten meinen, dass sich die Kinder damit ihres Körpers „bewusster“ werden möchten. Andere glauben, dass das ungewöhnliche Zufügen von Schmerzen einen Zustand stärkerer Aktivität nach sich zieht.

Psychodynamisch spricht man von „verdrängten aggressiven Impulsen“. Tatsächlich befinden sich viele dieser Kinder in einem für sie unlösbaren Konflikt-Zustand, der sie in starke und nach außen gerichtete aggressive Durchbrüche zieht, die sie aber dann doch nicht realisieren können. Also wenden sich die aggressiven Impulse nach innen, gegen den eigenen Körper. Dann hätten die erlittenen Schmerzen die Funktion, die auftretenden Schuldgefühle zu mildern. Von einigen Fachleuten wird angenommen, dass Kinder mit Trichotillomanie unter einem ungewöhnlichen Zärtlichkeits- und Anlehnungsbedürfnis leiden, leiden deshalb, weil das von der Umgebung nicht erfüllt wird. Bei vielen aber gewinnt das Symptom des Haare-Ausreißens einfach den Charakter einer eingefahrenen Gewohnheit, die sie nur schwer wieder rückgängig machen können.

Die Therapie besteht vor allem – und hier überwiegend verhaltenstherapeutisch orientiert – in der Behandlung gemütsmäßiger Fehlentwicklungen. Oft muss auch die Eltern-Beziehung näher unter die Lupe genommen und dann normalisiert werden (mit der Konsequenz, dass die Eltern ihre pädagogische Einstellung verändern). Handelt es sich um Kinder mit hirnorganischen Störungen, kommt man auch um eine medikamentöse Behandlung, meist mit Neuroleptika nicht herum.

Im Allgemeinen nimmt das Haare-Ausreißen nach der Pubertät ab, kann in einzelnen Fällen aber fortbestehen und spricht dann für eine (schwere?) neurotische Fehlentwicklung. Das bedarf dann einer längerfristigen Psychotherapie

  • Stereotype rhythmische Einschlaf-Bewegungen

Stereotype, rhythmische Bewegungen, hauptsächlich vor dem Einschlafen oder beim Alleinsein nennt man in der Fachsprache Jaktationen. Sie sind für das Kind meist lust-betont.

Man unterscheidet verschiedene Formen: die häufigste ist das Kopf-Schaukeln (jactatio capitis) und das Oberkörper-Schaukeln, manchmal auch das Schaukeln des ganzen Körpers (jactatio corporis).

Dieses rhythmische Schaukeln ist möglich in Rücken- oder Bauchlage, im Sitzen, manchmal sogar in Knie-Ellenbogen-Lage. Es kann so heftig werden, dass Kopf oder Oberkörper gegen die Wand schlagen (in Wohnungen oder Mehrfamilien-Häusern gibt es dann Probleme, man kann es sich denken, zumal diese Kinder dies nicht zuletzt beim Alleinsein praktizieren). Das gehäufte Vorkommen beim Einschlafen hängt mit dem so genannten hypnoiden Zustand zusammen (hypnoid = schlafähnlich, leichte Bewusstseinsveränderung beim Einschlafen oder auch als oberflächlicher Hypnose-Grad bei Fremd- oder Selbst-Hypnose). Dieser Zustand begünstigt auch andere stereotype Bewegung.

Typisch für solche Kinder ist ihre Abkapselung von der Umwelt, ihre Selbstbezogenheit, die allerdings durch entsprechende Reize unterbrochen werden kann. Jaktationen finden sich etwa bei vier Prozent der 10- bis 11-jährigen Kinder, Jungen doppelt so häufig wie Mädchen. Besonders verbreitet sind sie in Heimen und bei gemütsmäßig vernachlässigten Kindern. Sie sind aber keinesfalls immer typisch für Vernachlässigung oder mangelnde gemütsmäßige Zuwendung.

Gehäuft kommen sie bei Kindern mit Gehirnschäden und Intelligenzminderung vor und solchen, bei denen Bewegungs- und Sprach-Verzögerungen diagnostiziert werden. Sie sind aber auch bei normal intelligenten und nicht vorgeschädigten Kindern zu finden. Es handelt sich eben um eine lust-betonte Reaktion, die nach Wiederholung verlangt. Das kann hirnorganisch, neurotisch oder „normal“ sein.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Vernachlässigung (mehr Zuwendung), hirnorganische Schädigung (heilpädagogische oder verhaltenstherapeutische Maßnahmen) oder einfach so (günstig ist auch die Spieltherapie und motorische Bewegungs-Entfaltungsmöglichkeiten). Notfalls muss man zu Medikamenten greifen, vor allem Neuroleptika oder Antidepressiva.

  • Bewegungs-Stereotypien

Bewegungs- oder motorische Stereotypien sind verschiedene Bewegungs-Abläufe, die durch gleichförmiges Auftreten, Wiederholungs-Neigung und Fehlen eines sinnvollen Handlungs-Ziels charakterisiert sind. Oft sind sie auch Verlegenheits-Gesten.

Bewegungs-Stereotypien äußern sich in rhythmischen Fingerbewegungen, Schaukeln mit den Armen oder dem Oberkörper, rhythmisches Hirn- und Herbewegen der gespreizten Hand vor den Augen, Auf- und Abbewegen des Kopfes bei gleichzeitigem Schnüffeln, Kreisbewegungen mit der Hand (mit oder ohne Gegenständen), Zehenspitzen- oder Hackengang, Knirschen mit den Zähnen, abnorme Mundbewegungen, stereotype Wortwiederholungen, stereotypes Ausstoßen von Lauten oder Worten u. a. Im Säuglings- und frühen Kindesalter sind sie häufig, rund 15 bis 20%. Nach dem dritten Lebensjahr werden sie seltener und oft durch Manipulationen am eigenen Körper ersetzt (Erkundungs-Bewegungen).

Fortdauernd oder noch gehäuft findet man sie bei blinden, psychotischen (geisteskranken) und überhaupt geistig behinderten Kindern sowie bei solchen mit einer seelischen Vernachlässigung oder Hirnschädigung. Bei psychotischen und autistischen Kindern mit krankhafter Selbstbezogenheit können Stereotypien bisweilen geradezu bizarre Formen annehmen.

So sind auch die Ursachen vielfältig: Unter-Stimulation, Über-Stimulation, neurologische Störungen, selbst-stimulierende Verhaltensweisen u. a. Bisher gibt es kein einheitliches Erklärungsmuster.

Bei gesunden Kindern gehen sie – wie erwähnt – zurück. Schwierig wird es bei geistig behinderten, hirngeschädigten, autistischen und psychotischen Kindern. Hier hilft eine Verhaltenstherapie bzw. der Aufbau alternativer Verhaltensweisen (z. B. andere Reize anbieten, das Interesse auf sich ziehen). Die Heilungsaussichten hängen vom Gesundheitszustand (s. o.) und vor allem Intelligenzniveau ab.

  • Selbstverletzendes Verhalten

Unter selbstverletzendem Verhalten (Fachbegriff: Automutilation) versteht man verschiedene seelische Auffälligkeiten, deren gemeinsame Grundlage die selbst herbei geführte Beschädigung des eigenen Körpers ist: z. B. Kopfschlagen, Beißen, Kratzen. Bedeutungsgleich sind auch selbst-destruktives, selbst-bestrafendes, auto-aggressives Verhalten sowie Selbstverstümmelung.

Die häufigsten Formen sind das erwähnte Beißen, Kratzen, Kopfschlagen und das Verletzen mit Hilfe von Messern, spitzen Gegenständen usw. selbst-verletzendes Verhalten hat so manche Parallele mit suizidalem Verhalten (Selbsttötungs-Absichten). Der Unterschied liegt aber darin, dass es nicht auf die Beendigung des eigenen Lebens abzielt. Allerdings droht eine ständige Wiederholungs-Gefahr. Einzelheiten zu diesem komplexen Problem siehe die entsprechende Fachliteratur, auch in diesem Lehrbuch.

Schlafstörungen

Auch Schlafstörungen (Fachbegriff: Insomnie) sind nicht nur insgesamt ein häufiges Phänomen, sondern zeigen auch eine typische Altersbindung. Im Vorschulalter sind sie im ersten Lebensdrittel am häufigsten. Zu den Schlafstörungen zählt man auch das „Schlafwandeln“ (Fachbegriff: Somnambulismus) und häufig auch das nächtliche Aufschrecken (Pavor nocturnus), was aber eigentlich keine Schlaf- sondern Angststörung ist.

Das Schlafbedürfnis von Kindern variiert zwischen rund 16 Stunden gegen Ende des 1. Lebensjahres bis zu zehn bis zwölf Stunden um die Einschulung herum.

– Einschlafstörungen sind die häufigsten Schlafstörungen im Vorschulalter und hängen oft mit Angstzuständen zusammen. Dies lässt sich nebenbei sehr gut mit einem durchgehenden Einschlaf-Ritual vermeiden (z. B. „Schlafbär“, Schlaflied u. a.). Zumeist hängen Einschlafstörungen mit den Ereignissen des Tages zusammen, können aber auch durch einen zu langen Nachtschlaf bedingt sein.

– Durchschlafstörungen sind eine Art „zerhackter Schlaf“, ebenfalls häufig ein Angst-Symptom mit meist unangenehmen Träumen.

– Das nächtliche Aufschrecken (s. o.) ist auf jeden Fall ein Angst-Hinweis, der sich meist vor Mitternacht äußert und für den die Kinder völlige Erinnerungslosigkeit angeben.

Die Behandlung aller Schlafstörungen hängt von der vermuteten Ursache ab, meist also Konflikte mit Eltern, Geschwistern u. a. Liegt eine depressions-bedingte Schlafstörung vor, kommt man um eine antidepressive medikamentöse Behandlung nicht herum, des gleichen bei starken Angstzuständen mit einem Anxiolytikum (einem Angst lösenden Arzneimittel). Wichtig ist aber die Aufklärung der Eltern und ihr entsprechend modifiziertes Verhalten.

– Beim Schlafwandeln kommt es in den Stadien des Tief- und Traumschlafs zu zwar geordnet erscheinenden Handlungsabläufen, an die sich die Kinder aber nicht mehr erinnern. Meist stehen sie aus ihrem Bett auf, laufen in der Wohnung umher, machen „unsinnige Handlungen (z. B. Schrank ausräumen, Blumen abbrechen), können aber auch auf die Straße gehen (Selbstgefährdung!). Die Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Nicht selten leiden sie auch unter Albträumen und Angstzuständen.

Meist bildet sich das Schlafwandeln im Laufe der Zeit wieder von selber zurück. In hartnäckigen Fällen braucht es eine ärztliche Untersuchung (und oft auch ein antidepressives Arzneimittel zur Behandlung, was in der Regel erfolgreich ist).

Schlussfolgerung

Alterstypische, habituelle Verhaltensauffälligkeiten sind also nicht selten, können die Betroffenen und vor allem ihr Umfeld z. T. erheblich irritieren, sollten dann fachärztlich, d. h. durch einen Kinder- und Jugendpsychiater abgeklärt und ggf. gezielt behandelt werden. Manchmal aber reicht auch schon der Hinweis, dass es sich hier um ein vorübergehendes Geschehen handelt, das zwar beobachtet werden sollte, zumindest eine Zeit lang, aber keine gezielte Behandlung notwendig hat, sofern es sich schließlich wieder verflüchtigt.

Sinnvoller ist es aber auf jeden Fall, nicht allzu lange zu warten (d. h. das „Prinzip Hoffnung“ nicht unnötig zu strapazieren), sondern durch eine entsprechende Arzt-Konsultation Klarheit, zumindest aber eine fachärztlich begründete Sicherheit zu erlangen.

Die wenigen Zeilen zu diesem Thema aus dem Lehrbuch der Kinder- und Jugendpsychiatrie von H. Remschmidt und Mitarbeitern zeigt, wie vielschichtig inzwischen die Kinder- und Jugendpsychiatrie geworden ist und vor allem eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit und Gesellschaft wahrzunehmen hat: die Gesundheit unseres Nachwuchses (VF).

Jaktation

Jaktation (lat. “das Umherwerfen, das Herumwerfen“; in Fachbüchern: jactatio) nennt man die krankhafte Unruhe bei Fiebernden, bei Menschen im Delirium, bei Menschen mit kognitiver Behinderung oder bei Hospitalismus, auch bei autistischen oder verhaltensgestörten Kindern.
Generell ist es häufig bei vernachlässigten oder vereinsamten Menschen festzustellen.
Jaktation tritt häufiger bei Kindern bis zu zehn Jahren auf, seltener bei älteren.
In der ICD-10-Klassifikation wird die Jaktation unter die stereotypen motorischen Bewegungsstörungen gerechnet und hat die Nummer ICD-10 98.4.

Formen

  • Als Jactatio corporis bezeichnet man das Schaukeln, Wiegen oder Wippen mit dem Oberkörper. Das Pagodenwackeln als Unterform ist nach den Bewegungen der chinesischen Priester vor ihren Götterbildern benannt. Kennzeichen ist das langsame Vor- und Zurückbeugen des Oberkörpers, häufig bei Kindern mit kognitive Behinderung|kognitiver Behinderung (Wachstereotypie), bei Hospitalismus und bei Autismus|autistischen Kindern.
  • Jactatio capitis ist das Kopfwackeln, auch im Bett beim Einschlafen.

Folgen

Durch das monotone Schaukeln, Wackeln, Wiegen oder Wippen beruhigen und stimulieren sich die Betroffenen. Ständige Jaktation stumpft den Betroffenen ab und versetzt ihn in eine Art von Trance.
Eine ähnliche Wirkung hat auch das länger dauernde Schaukeln z. B. auf dem Spielplatz oder in der Hängematte.
Bei heftiger Jaktation, insbesondere beim Anschlagen mit dem Kopf an die Wand oder bei autoaggresiven Jaktationen besteht Verletzungsgefahr.

Still ist es und dunkel an diesem Abend gegen 21 Uhr an der Adenauerallee im Norden von Gelsenkirchen. Zwischen dem weißen Gebäudekomplex der Kinder- und Jugendklinik und der Straße, auf der nur selten ein Auto vorüberfährt, liegt ein kleiner Park. Der gewaltige Ahornbaum in seiner Mitte reicht bis fast an ein Fenster im zweiten Stock heran. Dahinter liegt das Zimmer von Kathleen Z. und ihrer knapp dreijährigen Tochter Ava. Das Fenster ist an diesem Spätsommerabend leicht gekippt, doch kein Ton dringt nach draußen. Könnte man hineinsehen, würde man warme Farben entdecken, zwei Bilder an der orange gestrichenen Wand, von Kinderhand gemalt und von der Kunsttherapeutin holzgerahmt: ein Löwe und ein Nashorn. Kein Fernseher, ansonsten erinnert die freundliche Einrichtung mehr an ein Hotel- als an ein Krankenhauszimmer. Nur oben in einer Ecke stört ein Detail: eine kleine Infrarotkamera, die auf das vergitterte Kinderbett gerichtet ist.

Kathleen Z. und Ava sind jetzt seit zweieinhalb Wochen hier im Schlaftraining der Abteilung für pädiatrische Psychosomatik, einem der wenigen stationären Angebote für Kinder mit schweren Schlafstörungen in Deutschland. Vor vier Tagen hat Ava begonnen durchzuschlafen, doch gestern hatte sie einen Rückfall.

Nie durchgeschlafen

„Sie ist um zwanzig nach zehn aufgewacht, wie immer“, erzählt ihre Mutter ein paar Stunden zuvor im leeren Seminarraum der Klinik. „Erst sagte sie, dass sie pullern wollte, dann wollte sie mit der Decke zugedeckt werden. Und dann fing sie wieder mit ihren Machtspielchen an.“ Kathleen Z., 39 Jahre alt, ist eine schmale, blonde Frau, sehr aufrecht sitzt sie am Tisch, vor sich ihr iPhone und eine Tasse Kaffee. Wenn sie spricht, klingt sie geübt, so wie Menschen klingen, die ihre Geschichte in der letzten Zeit sehr oft verschiedenen Therapeuten erzählt haben.

„Eigentlich“, sagt Kathleen Z., „hat sie nie geschlafen. Wir hatten Probleme ab dem Tag, an dem wir sie aus dem Krankenhaus mit nach Hause brachten. Aber ab anderthalb hat sie uns richtiggehend bewacht. Wir haben seitdem jeden Abend vier Stunden gebraucht, bis sie endlich einschlief. Nachts ist sie dann bis zu sechsmal aufgewacht. Sie hat Lautstärken erreicht, dass die Nachbarn gekommen sind.“ Es ist ein warmer Tag, von draußen fällt die Nachmittagssonne in den Raum. Kathleen Z. hat mit dem Smartphone einen Film aufgenommen in der letzten Nacht zu Hause in Sachsen-Anhalt, bevor sie und Ava nach Gelsenkirchen gefahren sind. Sie legt das Handy auf den Tisch, sehen kann man auf dem Film nichts, denn es ist dunkel in Avas Kinderzimmer. Ava ruft mehrfach: „Mama bleib hier“, bis sich ihre Stimme überschlägt. Dann weint sie, ihr Weinen steigert sich zu einem bebenden Crescendo. Danach kommen wütende Schreie ohne Worte, sie enden in einem sirenenenartigen, langen Heulen, in dem die ganze ungebremste Energie eines sehr jungen Menschen liegt. Die Lautstärke geht zurück, als sich die Stimme der Mutter nähert, schwillt aber schnell und übergangslos wieder an. „Da war ich gerade wieder aus dem Zimmer gegangen“, kommentiert Kathleen Z., dann schaltet sie den Film gnädig ab.

Schlafstörungen bei Kleinkindern

Das Schlafbedürfnis von Kleinkindern ist immer noch relativ hoch: Etwa 16 Stunden Schlaf benötigt ein Kleinkind täglich. Mit zunehmendem Alter brauchen Kinder immer weniger Schlaf: So benötigen Kinder im sechsten Lebensjahr durchschnittlich etwa zehn Stunden Schlaf täglich.

Wie kommt es zu Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern?

Auch Kleinkinder können bereits unter Schlafstörungen leiden. Die Ursachen dafür sind – wie bei Schlafstörungen generell – sehr unterschiedlich. Bei Kleinkindern handelt es sich aber meistens um ein vorübergehendes Problem, das sich im Laufe der Jahre legt. Vorübergehende Schlafstörungen können immer wieder auftreten, beispielsweise, wenn das Kind gerade zahnt oder die Verdauungsregulierung noch nicht vollständig funktioniert.

Schlafstörungen lassen sich grundsätzlich in Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen unterteilen. Parasomnien sind eine besondere Form von Schlafstörungen: Bei Parasomnien handelt es sich eigentlich um Angststörungen, die sich in Schlafstörungen äußern.

Schlafstörungen: Diese sechs Tipps helfen Ihrem Kind beim Einschlafen

Unregelmäßigkeiten sind häufige Auslöser

Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf sind eine häufige Ursache von Schlafstörungen bei Kleinkindern: Ortswechsel, unregelmäßige Schlafenszeiten, Veränderung der Essensgewohnheiten, aufregende Ereignisse am Tage oder Ängste sind einige Beispiele für solche Unregelmäßigkeiten. Kleinkinder brauchen eine gewisse Zeit, bis sie sich an bestimmte Abläufe gewöhnt haben. In dieser Umgewöhnungsphase kommt es besonders oft zu Schlafstörungen.

Psychische Ursachen

Auch psychische Belastungen können zu Schlafstörungen bei Kleinkindern führen. Kleinkinder sind für Stimmungen innerhalb der Familie sehr empfänglich – Probleme im familiären Umfeld belasten sie deshalb besonders. Depressionen bei Kindern bei Kindern gibt es durchaus auch und diese können zu Störungen des Schlafs führen.

Unbearbeitete, psychische Konflikte sind die häufigsten Gründe für Ein- und Durchschlafstörungen. Auch Ereignisse, die – im positiven oder negativen Sinne – als besonders aufreibend empfunden wurden, können Probleme beim Einschlafen verursachen. Ein zusätzlicher Grund für Einschlafstörungen ist ein zu langer Nachtschlaf. Wenn Kinder morgens zu lange „ausschlafen“, kann es vorkommen, dass sie abends zur Schlafenszeit nicht ausreichend ermüdet sind.

Ursachen von Parasomnien bei Kindern

Parasomnien sind gekennzeichnet durch Störungen beim Aufwachen. Bei Kindern treten oftmals Pavor nocturnus – das nächtliche, plötzliche Aufschrecken aus dem Schlaf -, oder das Schlafwandeln (Somnambulismus) – das Verrichten von Tätigkeiten während des Tiefschlafs – auf.

Die genauen Ursachen von Parasomnien sind bislang nicht eindeutig geklärt. Als Auslöser wird ein gestörtes Verhältnis im Schlaf-Wach-Rhythmus diskutiert. Bei Kindern wird das mit einer verzögerten Hirnreife erklärt, die sich im Laufe der Jahre „auswächst“.

Organische Erkrankungen

Chronische Krankheiten und damit verbundene Unannehmlichkeiten, zum Beispiel Schmerzen, können ebenfalls zu Schlafstörungen bei Kleinkindern führen. Vor allem Mittelohr- und Mandelentzündungen, Zahn- und Verdauungsprobleme sowie Allergien oder Asthma bronchiale sind „typische“ Erkrankungen von Kleinkindern, die den Schlaf stören können. Epilepsie gehört ebenfalls zu den Ursachen von Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern.

Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus

Eine häufige Erklärung für Schlafstörungen sind Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus des Gehirns, der bei Kleinkindern noch nicht richtig funktioniert.

Symptome von Schlafstörungen bei Kleinkindern

Schlafstörungen bei Kleinkindern äußern sich auf verschiedene Arten. Die Symptome sind dabei abhängig von der Art der Schlafstörung. Diese werden in Ein- oder Durchschlafstörungen sowie Parasomnien unterteilt. Parasomnien, die häufig bei Kleinkindern auftreten, sind Schlafwandeln und Pavor nocturnus.

Symptome von Ein- und Durchschlafstörungen

Wenn Kleinkinder nicht oder nur sehr schlecht einschlafen, spricht man von Einschlafstörungen. Sie sind vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die Kinder trotz regelmäßiger Schlafenszeiten und Rituale vor dem Einschlafen nicht oder nur schwer einschlafen.

Durchschlafstörungen äußern sich in häufigem nächtlichen Aufwachen, häufig begleitet von Albträumen.

Ein Sonderfall – Pavor nocturnus

Nachtschreck (Pavor Nocturnus) bei Kindern tritt meist noch vor Mitternacht, im ersten Drittel des Schlafs, auf. Dabei wachen die Kinder schreckhaft auf, sind ängstlich und häufig auch panisch. Genau genommen zählt Pavor nocturnus deshalb zu den Angststörungen.

Schlafwandeln bei Kindern: Handlungen im Tiefschlaf

Das Schlafwandeln tritt erst im Tiefschlaf auf. Dabei kommt es zu Handlungen, die völlig unterschiedlich ablaufen können. Kinder stehen meist aus dem Bett auf und laufen in der Wohnung herum, verrücken Dinge oder Ähnliches. Eine Gemeinsamkeit haben alle Schlafwandler: Sie können sich hinterher an nichts erinnern (Amnesie). Beim Schlafwandeln kann es außerdem zu riskantem Verhalten des Kindes beziehungsweise zu Verletzungen kommen.

Diagnose von Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern

Bei der Diagnose von Schlafstörungen bei Kindern kommt es vor allem auf die Beobachtungen der Eltern (bei Kleinkindern) und der Kindern selbst an. Deshalb beginnt die Diagnose mit einem eingehenden Gespräch mit dem Arzt, der dabei nach Schlafgewohnheiten, Abendritualen, Stimmung innerhalb der Familie und vielem mehr fragt – nur so können eventuelle psychische Belastungen als Ursache erkannt werden.

Um Krankheiten als Ursache auszuschließen, folgt eine körperliche Untersuchung. Um Störungen im Gehirn auszuschließen, ist ein EEG sinnvoll – besonders, wenn keine andere Ursache für die Schlafstörungen gefunden werden kann.

Unterschiedliche Schweregrade

Alle Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern kommen in unterschiedlichen Schweregraden vor. Eine Einteilung nach der Diagnose ist sinnvoll, um die richtige Therapie zu finden. Gemäß internationaler Klassifikation werden die genannten Schlafstörungen wie folgt eingeteilt:

Ein- und Durchschlafstörungen

  • leicht: sporadisch, es kommt nur zu einer leichten Beeinträchtigung des Wohlbefindens und des Alltags
  • mittel: täglich, die allgemeine Beeinträchtigung durch die Schlafstörungen nimmt zu
  • schwer: täglich, starke Beeinträchtigung

Pavor nocturnus

  • leicht: bis zu ein Mal pro Monat
  • mittel: bis zu ein Mal pro Woche
  • schwer: fast jede Nacht

Schlafwandeln

  • leicht: bis zu ein Mal pro Monat, keine Verletzungen
  • mittel: öfter als ein Mal pro Monat, keine Verletzungen
  • schwer: fast jede Nacht und/oder mit Verletzungen

Wie werden Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern behandelt?

Schlafstörungen bei Kindern und Kleinkindern müssen nicht immer behandelt werden. Medikamente werden grundsätzlich nur in seltenen, schweren Fällen eingesetzt. Vielmehr stehen die Schaffung von Abendritualen, einem regelmäßigen Tagesablauf sowie der Verzicht auf möglicherweise aufreibende Aktivitäten in den Nachmittags- und Abendstunden im Mittelpunkt der Behandlung.

Wenn chronische Krankheiten der Grund für die Störungen sind, werden diese individuell therapiert. In der Regel normalisiert sich der Schlaf von Kleinkindern nach Behebung der Erkrankung von allein.

Bei seelischen Ursachen

Psychische Ursachen werden von einem Kinder- oder Familienpsychologen therapiert. Das gilt vor allem für Depressionen, die auch bei Kindern vorkommen. Probleme in der familiären Umgebung lassen sich gut mit einer Familientherapie in den Griff bekommen, wenn alle Beteiligten daran arbeiten wollen. Im Vordergrund steht dabei, emotionale Belastungen für das Kind abzubauen. Medikamente spielen eher eine untergeordnete Rolle bei der Behandlung von kindlichen Schlafstörungen.

Es kann aber auch ausreichen, wenn im Umfeld des betroffenen Kleinkinds eine gewisse Ruhe einkehrt und Konflikte nicht in der Nähe des Kindes stattfinden.

Abendrituale

Können Kinder abends nicht „abschalten“, ist es ratsam, regelmäßige Abendrituale gemeinsam zu entwickeln und einzuhalten. Vor allem Kleinkinder brauchen eine beständige, ruhige Umgebung, in der sie sich sicher fühlen können. Die Einführung von Abendritualen hilft, eine solche Umgebung zu schaffen. Empfehlenswert sind:

  • regelmäßiger Rhythmus mit festen Schlafenszeiten
  • gemeinsame Zeit vor dem Zubettgehen
  • abends gemeinsam die Ereignisse des Tages bereden
  • ruhige Aktivitäten in den Abendstunden, zum Beispiel (Vor-)Lesen, Kuscheln
  • Verzicht auf aufreibende Aktivitäten wie Toben, Computerspielen oder Fernsehen
  • nicht zu spätes Abendessen
  • nächtliche Fütterungen reduzieren

Welchen Verlauf haben Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern?

Häufig legen sich Schlafstörungen bei Kindern und Kleinkindern mit der Zeit von alleine. Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus im Gehirn sind altersbedingt und nehmen mit zunehmender Hirnreife ab.

In den meisten Fällen wachsen sich Schlafstörungen bei Kindern also aus – mit Beginn und Fortschreiten der Pubertät kommen sie zunehmend seltener vor. Wichtig ist dabei, organische Ursachen zu erkennen und zu beheben. Es ist immer ratsam, psychischen Belastungen von Kindern entgegenzuwirken.

Schlafwandelnde Kinder sollten möglichst nicht aus den Augen gelassen werden, da die Verletzungsgefahr während des Schlafwandelns besonders bei Kindern sehr hoch ist.

Kann man Schlafstörungen bei Kindern und Kleinkindern vorbeugen?

Schlafstörungen können bei Kindern immer wieder auftreten und sind in der Regel kein Grund zur Besorgnis. Feste Zeiten im Tagesablauf, gesunde, ausgewogene, und vor allem nicht zu spät am Abend eingenommene Mahlzeiten sowie ausreichend Bewegung an der frischen Luft mit dem Kleinkind wirken sich grundsätzlich positiv aus.

Schlafprobleme bei Babys und Kindern – Wenn Kinder nicht schlafen wollen…

Einschlaf- und Durchschlafprobleme ihrer Kinder bringen Eltern häufig an den Rand der Verzweiflung. Die Ursachen für die Schlafprobleme der Sprösslinge können ganz verschieden sein. Bis zu einem Alter von 5 Jahren ist es allerdings ganz normal, dass Kinder nachts ab und an aufwachen. Mit einigen einfachen Tipps lassen sich die Nächte jedoch durchaus erholsamer gestalten.

Schläft Ihr Baby schon durch?

Diese Frage bekommen frischgebackene Eltern oft gestellt. Vor allem für die Mutter kann dies schnell zu einer Messlatte ihrer Mutterfähigkeiten werden: Wenn mein Baby nicht ab dem ersten Lebensmonat durchschläft, habe ich etwas falsch gemacht … Zu Ihrer Beruhigung: Es ist ganz normal, dass Babys nicht durchschlafen. Der Hauptgrund liegt im viel kürzeren Schlafzyklus und dem sehr leichten Traumschlaf. Während bei Erwachsenen ein Schlafzyklus ca. 90 Minuten dauert und sich nahtlos an den nächsten anschließt, wachen Babys anfangs ca. alle 60 Minuten auf. Sie haben noch nicht gelernt, nach der leichten Traumphase am Ende eines Schlafzyklus einfach weiterzuschlafen. Ihr Gehirn muss zudem noch die Unterscheidung von Tag und Nacht lernen, daher haben Säuglinge in den ersten Tagen ihres Lebens meist einen umgedrehten Tag-Nacht-Rhythmus.

Ein weiterer Grund für ein häufiges Aufwachen kann natürlich auch Hunger sein. Wird ein Baby nach Bedarf gestillt, fühlt es sich nicht genötigt, tagsüber für die Nacht „vorzusorgen“. Versuchen Sie Ihr Baby bis zu einem Alter von ca. 6 Monaten daran zu gewöhnen, tagsüber mehr zu trinken, und verzichten Sie nachts möglichst auf Stillen oder Fläschchen.

Manche Babys vermissen nachts die Körpernähe der Mutter. Hier kann ein Beistellbettchen Abhilfe schaffen, das direkt am Bett der Mutter angebracht wird. So kann das Baby nachts ganz nah bei Mama sein und fühlt sich sicher und geborgen. Ein kleiner Tipp am Rande: Babys, die tagsüber sehr viel Körpernähe durch Herumtragen und Kuscheln erfahren, können nachts besser alleine sein.

Manche Babys schlafen tagsüber auch zu viel und sind dann nachts nicht mehr müde genug, um durchzuschlafen. Ab einem halben Jahr sollten Babys tagsüber nicht mehr als zwei Nickerchen machen. Jedes Kind hat allerdings ein anderes Schlafbedürfnis und sollte nicht zwanghaft in ein bestimmtes Schlafsystem gepresst werden.

Ganz natürlich sind immer wieder Zeiten, in denen Ihr Baby, das vielleicht schon durchschlafen konnte, nachts mehrfach aufwacht. Meist melden sich dann die Zähne, es wächst gerade besonders schnell oder ein neuer Entwicklungsschritt steht bevor. Versuchen Sie solchen Zeiten mit Geduld zu begegnen und halten Sie sich vor Augen, dass das eine vorübergehende Phase ist und es bald wieder besser wird.

Kinder zwischen 2 und 5 Jahren – Schlafstörung oder nicht?

Zu Ihrer Beruhigung: Kinderärzte sprechen erst von einer Schlafstörung, wenn ein dreijähriges Kind an fünf Tagen der Woche mehr als dreimal pro Nacht aufwacht oder es mehrmals pro Nacht länger als 20 Minuten wach ist. Selbst fünfjährige Kinder wachen noch gelegentlich nachts auf. (Wir Erwachsenen tun das schließlich auch ab und zu.)

Kinder zwischen 2 und 5 Jahren wachen nachts aus den unterschiedlichsten Gründen auf. Manchmal wollen sie nur kurz wissen, ob noch alles in Ordnung ist und Mama noch da ist. Ab und an kann sie auch mal ein Albtraum quälen. Im Traum verarbeiten sie dann aufregende Erlebnisse und für sie beängstigende Situationen des Tages.

In diesem Alter ist allerdings oft weniger das Durch- als das Einschlafen an sich ein Problem. Fällt es Ihrem Kind schwer, zur Ruhe zu kommen, kann ein festes Einschlafritual helfen. Hier haben sich die Gute-Nacht-Geschichte oder ein Einschlaflied bewährt. Wichtig ist auch, Ihr Kind vor dem Schlafengehen nicht mit zu vielen Reizen zu überfluten. Toben vor dem Zubettgehen sollte vermieden werden, genauso wie zu aufregendes Fernsehen. Empfehlenswert sind zudem feste Einschlafzeiten, so gewöhnt sich auch der Körperrhythmus Ihres Kindes an die Ruhephasen. Gegen die Angst vor dem Alleinsein können ein Kuscheltier sowie ein Nachtlicht oder die Tür, die einen Spalt geöffnet bleibt, helfen.

Damit das Bett an sich ein positiv behafteter Ort bleibt, sollten Sie Ihr Kind tagsüber nie zur Strafe ins Bett schicken, sonst empfindet es auch das abendliche Zubettgehen als Bestrafung. Um das Bett noch attraktiver zu machen, kann auch eine kindgerechte Bettwäsche helfen, die Ihrem Kind besonders gut gefällt.

Eilen Sie nicht gleich beim ersten Laut zu Ihrem Sprössling. Dann kann Ihr Kind lernen, selbst wieder in den Schlaf zu finden. Allerdings sollten Sie es auch nicht allzu lange schreien lassen, denn dann fühlt es sich in seiner Einschlafnot alleingelassen. Wenn Sie zu Ihrem Kind gehen, dann lassen Sie das Deckenlicht aus und beruhigen Sie es möglichst leise im Halbdunkeln (Licht vom Flur oder Nachtlicht), um den Schlafrhythmus nicht völlig zu unterbrechen.

Auch größere Kinder haben Schlafprobleme

Auch Kindern im Schulalter kann es gelegentlich schwerfallen, ein- oder durchzuschlafen. Hier sind dann allerdings meist Probleme im Familien- oder Freundeskreis oder Stress in der Schule die Ursache. Natürlich kann auch die Vorfreude auf den Urlaub oder den bevorstehenden Geburtstag das Einschlafen verhindern.

Hier hilft es Ihrem Kind am meisten, wenn Sie tagsüber das Gespräch mit ihm suchen und sich interessiert an seinem Leben beteiligen. Wenn Sie eine liebevolle Beziehung zu ihm pflegen, dann kann es sich öffnen und sich die Sorgen von der Seele reden – egal ob es der Streit mit dem besten Freund oder Versagensängste in der Schule sind. Wenn Ihr Kind sich geborgen und verstanden weiß, kann es auch ruhig schlafen.

Unterstützen Sie Ihr Kind beim Schlafenlernen

Nur etwa 20 Prozent aller Kinder haben tatsächlich Schlafstörungen, wovon aber die wenigsten medizinisch behandelt werden müssen. Bringen Sie Ihrem Kind bei dessen Schlafproblemen viel Verständnis und Geduld entgegen. Seien Sie aber auch konsequent, was Schlafzeiten oder beispielsweise nächtliches Trinken angeht. Klären Sie ab, ob Angst oder eher ein Machtkampf zwischen Ihnen und Ihrem Kind hinter den Schlafproblemen steckt. Finden Sie den tatsächlichen Schlafbedarf Ihres Kindes heraus. Meistens brauchen Kinder weit weniger Schlaf, als Eltern glauben. Während Säuglinge noch bis zu 18 Stunden am Tag schlafen, reichen einem Zehnjährigen oft schon 9 Stunden Schlaf. Lassen Sie sich in Sachen Durchschlafen nicht zu viel Druck von außen machen, sondern finden Sie einen Schlafrhythmus, mit dem es Ihnen und Ihrem Kind gut geht.

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Schlafprobleme bei Kindern – Informationen für Eltern

Was sind altersentsprechende Schlafgewohnheiten?

Schlafgewohnheiten ändern sich im Laufe der Entwicklung. Die Ursachen für die Entstehung für Schlafproblemen sind dementsprechend vielfältig und abhängig vom Alter. Um Schlafprobleme bzw. -störungen von normalem Schlafverhalten abgrenzen zu können, sind im Folgenden Informationen zu altersabhängigen Schlafgewohnheiten zusammengefasst.

1. Lebensjahr

Neugeborene schlafen in Perioden von 2–4 Stunden und haben keinen festen biologischen Rhythmus. Dieser wird vor allem durch die Nahrungsaufnahme bestimmt. Erst im Alter von 3–4 Monaten passt sich der Schlafrhythmus an den Tag-Nacht-Rhythmus an. Die meisten Säuglinge schlafen in etwa 14–18 Stunden pro Tag, davon meist ca. 5 Stunden in der Nacht. 70 % der Säuglinge schlafen mit 3 Monaten, 90 % mit 5 Monaten allein im Bettchen ein, finden bei nächtlichem Erwachen selbst in den Schlaf und schlafen 6–8 Stunden durch. Im 2. Lebenshalbjahr kommt es im Rahmen größerer Entwicklungsschübe häufig zu vorübergehenden Schlafproblemen mit nächtlichem Aufwachen und Schreien, die die Vermittlung von Geborgenheit und Nähe zu vertrauten Personen erfordern.

Kleinkinder 1–5 Jahre

Kleinkinder schlafen ca. 11–14 Stunden pro Tag, es bestehen jedoch große Schwankungen. Sie benötigen weniger und kürzere Schlafperioden während des Tages und macht schließlich keinen Mittagsschlaf mehr. Konflikte und Störungen beim Zubettgehen und Durchschlafen treten typischerweise im 2. Lebensjahr sowie im 3.–4. Lebensjahr auf. Dies liegt u. a. daran, dass sich im 2. Lebensjahr zunehmend die Selbstständigkeit des Kindes entwickelt und Grenzen ausgetestet werden, z. B. durch Weigerung, ins Bett zu gehen. Im 3.–4. Lebensjahr haben Kinder eine ausgeprägte Fantasie und träumen intensiv, weshalb es öfter zu Albträumen kommen kann oder Furcht vor der Dunkelheit entsteht, was das Einschlafen erschwert.

Schulkinder 6–12 Jahre

Schulkinder benötigen ca. 10–11 Stunden Schlaf pro Tag. Es können deutliche Unterschiede der Schlafgewohnheiten von Kindern im Schulalter vorliegen.

Jugendliche 13–18 Jahre

Während der Pubertät verschiebt sich häufig der Schlafrhythmus. Jugendliche schlafen oft später ein und benötigen ca. 9 Stunden Schlaf pro Tag. Auch hier gibt es eine große individuelle Streubreite, wie viel Schlaf benötigt wird.

Schlafstörungen

Schlafstörungen kennzeichnen sich dadurch, dass sie während eines Großteils der Nächte pro Woche auftreten und über mindestens einen Monat anhalten. Man unterscheidet Einschlaf- von Durchschlafstörungen, die oft kombiniert auftreten. Von Einschlafstörungen spricht man, wenn Kinder erst verzögert einschlafen und z. B. öfter den Kontakt zu den Eltern benötigen, um einzuschlafen. Bei Durchschlafstörungen erwachen Kinder nachts häufig über einen längeren Zeitraum, brauchen Beruhigung durch die Eltern oder wechseln ins elterliche Bett. Als Kriterium für Schlafstörungen wird die Dauer des Wachseins je nach Alter des Kindes beurteilt. Schlafstörungen werden in der Regel nicht vor einem Alter von 12 Monaten diagnostiziert.

Da Schlafstörungen meist durch mehrere Faktoren entstehen und altersabhängig unterschiedlich sind, kann keine generelle Ursache für die Entstehung von Schlafstörungen genannt werden. Oft liegt eine erschwerte Kommunikation zwischen Eltern und Kind zugrunde, welche z. B. durch Missverständnisse oder Interaktionsprobleme geprägt ist. Auslöser für Schlafstörungen können aber auch die Änderung der Schlafumgebung, die Anwesenheit fremder Personen bzw. die Abwesenheit vertrauter Personen beim Zubettgehen, die Geburt eines Geschwisterkindes oder andere Änderungen der familiären Situation sein.

Manchmal können Schlafprobleme auf Infekte, Allergien oder andere Grunderkrankungen zurückgehen. Körperliche Ursachen sollten deshalb durch einen Kinderarzt ausgeschlossen werden. Schlafwandeln, der Pavor nocturnus (Nachtschreck), nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus), nächtliches Einnässen (Enuresis) sowie das Restless-Legs-Syndrom können zu Schlafstörungen führen. Seltener treten Schlafstörungen im Rahmen einer Narkolepsie auf. Auch bei Kindern kann ein Schlafapnoe-Syndrom vorkommen. Besonders bei Jugendlichen kann sich in manchen Fällen ein Syndrom der verzögerten Schlafphase hinter einer Schlafstörung verbergen.

Als Komplikationen von Schlafstörungen können negative Auswirkungen auf die Lernfähigkeit, die Gedächtnisfunktion, die Aufmerksamkeit und das Wohlbefinden auftreten. Es besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Übergewicht.

Maßnahmen gegen Schlafprobleme

Einige Maßnahmen können helfen, um Ein- und Durchschlafprobleme zu verringern und die Entstehung einer dauerhaften (chronischen) Schlafstörung zu vermeiden. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Einführung einer individuellen und altersentsprechenden Schlafhygiene. Siehe hierzu auch den Artikel Schlafprobleme bei Kindern unter drei Jahren.

Schlafhygiene

Für eine gute Schlafhygiene ist zunächst ein strukturierter Tagesablauf mit geregelten Einschlaf- und Aufstehzeiten von großer Bedeutung. Tagsüber sollte sich das Kind viel an der frischen Luft bewegen und durch Spiele angeregt werden. Gegen Abend sollte das Aktivitätsniveau verringert werden, z. B. durch kuscheln oder vorlesen. Aufregende Aktivitäten wie Sport, Fernsehen oder Computerspiele behindern die Entspannung und sollten vermieden werden. Nach dem Abendessen sollte genügend Zeit zum Verdauen sein. In der Regel ist leichte Kost abends besser geeignet. Auf koffeinhalte Getränke sollte generell bei Kindern verzichtet werden. Ins Bett zu gehen sollte den Kindern Spaß machen und nicht mit Zwang oder Strafe verbunden sein. Außerdem sollte das Kind ausreichend müde und nicht übermüdet sein. Achten Sie auf Müdigkeitszeichen wie Augenreiben, Gähnen oder Gereiztheit beim Spielen. Zum Mittagsschlaf sollten mindestens 4 Stunden Abstand sein. Eine Zubettgehzeit nach 21 Uhr sollte vermieden werden. Es kann sich ebenfalls negativ auf den Schlaf auswirken, wenn Kinder schlafend (nicht müde) ins Bett gelegt werden.

Das Bett ist allein zum Schlafen gedacht. Andere Aktivitäten sollten nicht im Bett stattfinden, wie Lesen, Spielen, Fernsehen oder Herumtoben. Ein festes Einschlafritual kann dem Kind Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Je nach Alter kann z. B. vorgelesen oder ein Hörspiel angeschaltet werden. Dies kann dem Kind helfen, selbstständig in den Schlaf zu finden. Helles Licht, Lärm oder extreme Temperaturen im Kinderzimmer können den Schlaf stören. Deshalb sollte eher auf eine gedämpfte Beleuchtung zurückgegriffen werden. Vielen Kindern hilft es, wenn die Tür einen Spalt offen bleibt und die gedämpften Stimmen der Eltern beim Einschlafen zu hören sind. Bei Kleinkindern sind Einschlafhilfen sinnvoll, z. B. in Form einer Kuscheldecke, eines Kuscheltiers oder eines Schnullers. Halten Sie das Kinderzimmer in jedem Fall rauchfrei.

Wenn Säuglinge oder Kleinkinder nachts aufwachen, sollten sie nicht sofort aus dem Bett genommen werden. Beruhigende Worte oder die Wiederholung des Einschlafrituals können dem Kind helfen, zurück in den Schlaf zu finden. Kinder über 6 Monaten brauchen in der Regel keine nächtlichen Mahlzeiten mehr. Deshalb sollte ab diesem Alter wenn möglich darauf verzichtet werden, nachts Essen oder Trinken anzubieten.

Schlafprobleme bei Jugendlichen

Jugendliche brauchen in der Regel eine Stunde mehr Schlaf. Oft verlegt sich die Zubettgehzeit nach hinten. Unter der Woche kann es sein, dass durch den frühen Schulbeginn deshalb nicht ausreichend geschlafen wird. Meist wird der fehlende Schlaf dann am Wochenende nachgeholt. Schlafprobleme werden von den Eltern oft nicht direkt erkannt, können aber durch eine verstärkte Müdigkeit bei Tagesbeginn ersichtlich werden. Wenn Jugendliche durch Schlafprobleme einen Leistungsabfall erleben oder wenn sie sich trotz des nachgeholten Schlafs nicht erholen, sollte eine körperliche Grunderkrankung ausgeschlossen werden.

Durch ein Schlafprotokoll kann der Schlafbedarf ermittelt und die Zubettgeh- und Aufstehzeit angepasst werden. Diese sollte möglichst auch am Wochenende eingehalten werden. In einigen Fällen kann es schwierig sein, Jugendliche zu einer Verhaltensänderung den Schlaf betreffend zu bewegen. Ggf. können kurze Ruhe- oder Schlafphasen tagsüber von 20 Minuten Dauer helfen, allerdings mit genügend Abstand zum Nachtschlaf. Ansonsten ist die Einhaltung einer an das Alter angepassten Schlafhygiene ebenfalls hilfreich. Z. B. sollten nachmittags keine koffeinhaltigen Getränke konsumiert und auf Alkohol verzichtet werden. Ebenso sind anstrengende Aktivitäten direkt vor dem Zubettgehen zu vermeiden, wie Sport, Computerspiele, Lernen. Zum Abendessen ist ein Abstand von mindestens einer Stunde empfehlenswert. Ein Abendritual kann Kontinuität schaffen. Auch bei Jugendlichen gilt, dass das Bett nicht für andere Aktivitäten, wie Fernsehen, genutzt werden sollte.

Was tun bei Schlafproblemen?

Wenn Sie Schlafprobleme bei Ihrem Kind beobachten, kann es zunächst helfen, den Schlafbedarf zu ermitteln, z. B. durch das Führen eines Schlafprotokolls. Möglicherweise hat das Kind Schlafprobleme, weil es den Mittagsschlaf nicht mehr benötigt.

Tritt eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit auf oder sind die Schlafstörungen bereits seit längerem vorhanden, sollte der Kinderarzt aufgesucht werden. Gleiches gilt, wenn außergewöhnliche Verhaltensweisen des Kindes während der Nacht beobachtet werden oder wenn es tagsüber zu Konzentrationsstörungen und zu unruhigem Verhalten kommt. Schnarcht Ihr Kind während des Schlafs, ist ebenfalls eine ärztliche Abklärung empfehlenswert.

Wenn Sie bemerken, dass Sie nicht mehr mit der Situation zurechtkommen, können Sie ebenfalls Ihren Kinderarzt, eine spezialisierte Kinderschlafambulanz oder Kinderklinik aufzusuchen, um Unterstützung zu bekommen. Es gibt spezielle Techniken, die von Eltern angewandt werden können, damit das Kind gute Schlafgewohnheiten erlernt. Möglicherweise hilft es dem betroffenen Kind, Entspannungstechniken zu erlernen, z. B. autogenes Training oder Muskelrelaxation nach Jacobsen. Fragen Sie hierzu Ihre Kinderärztin. Eine medikamentöse Behandlung ist bei Schlafproblemen in der Regel nicht angezeigt.

Weitere Informationen

  • Schlafprobleme bei Kindern unter drei Jahren
  • Narkolepsie bei Kindern
  • Bettnässen (Enuresis)
  • Restless-Legs-Syndrom
  • Schlafapnoe-Syndrom
  • Schlafstörungen bei Kindern – Informationen für ärztliches Personal

Patientenratgeber zu Schlafstörungen im Kindesalter

Autoren

  • Marleen Mayer, Ärztin, Mannheim

Wer denkt, dass nur Erwachsene mit Schlafproblemen zu kämpfen haben, irrt sich. Eine repräsentative Studie zeigt, dass 19,5 % der Kinder bis 18 Jahre Schlafprobleme haben.

Auch Kinder sind betroffen und leiden an Schlafproblemen, vor allem beim Einschlafen oder Durchschlafen. Die Folgen sind Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten und Gereiztheit. Dies überträgt sich oftmals auf die Eltern, die gerade bei Säuglingen und jungen Kindern für Entspannung und Ruhe sorgen müssen – dabei sind sie selbst von extremer Müdigkeit und Erschöpfung geplagt. Ein Teufelskreis, der allerdings durchbrochen werden kann.

Eine ruhige Umgebung schaffen

Anders als Erwachsene können Kinder oft nicht selbst eine passende Umgebung zum Schlafen schaffen. Daher ist es die Verantwortung der Eltern, bereits einige Zeit vor dem Zubettgehen möglichst elektronische Geräte und ankurbelnde Aktivitäten zu vermeiden. Das Kind sollte tagsüber beim Sport oder Spielen genug Energie verbraucht haben, damit es vor dem Schlafen erschöpft aber ausgelastet und zufrieden schlafen gehen kann. Zu viel Ablenkung aktiviert die Reize des Kindes zu stark und es kann nicht entspannen. Schon hier kann z.B. beim Buch vorlesen eine Gewichtsdecke verwendet werden. Sie hilft dabei, herunterzufahren, ruhiger zu werden und den eigenen Körper, der so viel an dem Tag geleistet hat, verstärkt wahrzunehmen.

Ein Kind erlebt tagsüber viele aufregende und neue Dinge, die es zu verarbeiten gilt. Damit es ruhig schlafen gehen kann, sollte es die Zeit bekommen, um alle Erlebnisse zu teilen und loszuwerden. Ansonsten wird es im Bett das Gefühl verspüren, etwas noch nicht erzählt zu haben. So erhält Ihr Kind die Aufmerksamkeit und fühlt sich ernstgenommen. Dies fördert nicht nur besseres Einschlafen, sondern auch die Beziehung zu Ihrem Kind.

Schlafrituale einführen

Nicht jeder Tag ist gleich und nicht immer können Abläufe eingehalten werden. Dennoch gibt es jedem Kind Sicherheit, wenn es weiß, was wann passiert. Dazu gehören natürlich auch weniger spaßige Dinge, wie Zähneputzen, Schlafanzug anziehen oder zuletzt ins Bett zu gehen. Eltern sollten hier dafür sorgen, dass der Fokus darauf gelegt wird, was das Kind besonders mag und worauf es sich freuen kann.

Kleine Schlafrituale können dem Kind Signale vermitteln, dass es zwar schlafen gehen muss, dies aber auch bedeutet, dass es nun im Lieblingsbuch blättern oder eine spannende Geschichte anhören darf. Binden Sie dabei Ihr Kind ein und kommunizieren Sie offen, welche Rituale es gerne einführen würde. Diese dürfen mit der Zeit auch ausgebaut oder abgeändert werden.

Hilfsmittel richtig einsetzen

Ein natürliches Hilfsmittel, um Kindern beim Ein- oder Durchschlafen zu helfen, ist eine Gewichtsdecke. Das Gewicht der Decke und der damit ausgelöste Tiefendruck sorgt für Entspannung des Körpers. Ein Kind an eine Gewichtsdecke zu gewöhnen ist nicht die leichteste Aufgabe. Daher sollte man schon beim Kauf darauf achten, dass das Kind einbezogen wird. Lassen Sie Ihr Kind entscheiden, welches Muster es haben möchte. Niemand mag es, wenn über den Kopf hinweg entschieden wird. Ein ansprechendes Muster sorgt schon vor dem Ausprobieren dafür, dass das Kind die Decke mit etwas Positivem verbindet.

Sobald die Therapiedecke angekommen ist, darf natürlich ausprobiert werden. Dies bietet sich vor allem bei den abendlichen Ritualen an. Sie sollten Ihr Kind nicht mit der Decke überfordern und es gleich die gesamte Nacht benutzen lassen. Beginnen Sie mit kurzen Verwendungszeiten und steigern Sie sie, ohne Zwang und Druck, langsam. Spüren Sie, dass Ihr Kind ruhiger wird und sich gerne an die Decke kuschelt? Kann es die Decke eigenständig entfernen? Dann kann die Decke die Nacht über benutzt werden.

Sind Sie unsicher, ob Ihr Kind schon eine Therapiedecke verwenden darf oder welche Größe und Gewicht zu wählen ist, können Sie sich gerne an unseren Kundenservice ([email protected]) wenden.

Bei Hinweisen auf langfristige und schwerwiegende Schlafprobleme sollten Sie immer Rücksprache mit einem Arzt halten.

Alle Kinder Therapiedecken mit vielen verschiedenen Mustern finden Sie hier: https://therapiedecken.de/collections/kinder

Schlafstörungen: Zehn Tipps gegen Schlafstörungen bei Kindern

Schlaf ist unverzichtbar für unser Wohlbefinden. Der Körper braucht die Ruhezeit, um sich zu regenerieren. Für Kinder sind diese Erholungsphasen besonders wichtig, denn sie befinden sich noch im Wachstum und benötigen deshalb wesentlich mehr Schlaf als Erwachsene. Doch schon Kinder leiden unter Schlafstörungen. Mit diesen zehn Tipps gegen Schlafstörungen können Eltern ihnen Kindern helfen.

Fast jedes zweite Schulkind hat Schlafstörungen

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) hat etwa jedes dritte Kleinkind und fast jedes zweite Vorschul- und Schulkind phasenweise Schlafstörungen. Am häufigsten haben Kinder Albträume, seltener schlafwandeln sie oder schrecken panisch nachts auf. Doch nur selten sind Behandlungen notwendig. In aller Regel seien die nächtlichen Probleme vorrübergehend und nicht besorgniserregend. Claudia Mehler-Wex von der DGKJP erklärt: „Behandlungsbedürftig sind dagegen andauernde, gravierende Schlafstörungen, die zu erheblichen Leistungs- und Konzentrationsschwierigkeiten führen und sich negativ auf das Allgemeinbefinden auswirken.“

Das sind die Folgen von Schlafmangel

Wenn Kinder nicht ausreichend schlafen, können verbrauchte Energien nicht richtig aufgefrischt, kann Erlebtes nicht genügend verarbeitet werden. In der Regel hat das zur Folge, dass das Kind tagsüber schlecht gelaunt ist und empfindlich reagiert, unausgeglichen ist und es deutlich schneller zu Trotzanfällen und ähnlichen Ausbrüchen kommt.

Durch Schlafmangel werden Kinder zappelig und dick

Wenn Kinder zappelig und unkonzentriert sind, muss also nicht zwangsläufig eine Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) schuld sein. Alfred Wiater, Chefarzt der Kinderklinik des Krankenhauses Porz am Rhein in Köln, wiest darauf hin, dass bei 25 Prozent der hyperaktiven Kinder Schlafstörungen die eigentliche Ursache sind. „Während Erwachsene bei Schlafmangel tagsüber müde sind, sind Kinder motorisch sehr aktiv.“

Eine andere Folge von zu wenig Schlaf kann Übergewicht sein. Eine frühere Untersuchung aus Neuseeland zeigte, dass Kinder, die wenig schlafen, stärker zu Übergewicht neigen. Der Schlafmangel könne das Risiko für Übergewicht sogar auf das Dreifache erhöhen, schrieb die Forschergruppe um Professor Ed Mitchell von der Universität Auckland. Dieser Effekt habe sich unabhängig von Bewegungsmangel und Fernsehkonsum gezeigt.

Schnarchen bei Kindern ist nicht harmlos

Abhilfe könne manchmal schon ein Besuch beim Zahnarzt beziehungsweise Kiefernorthopäden oder Hals-Nasen-Ohrenarzt schaffen: Kinder mit vergrößerten Rachen- oder Gaumenmandeln (Polypen) oder Kieferproblemen, beispielsweise einem Überbiss, hätten beim Atmen oft Schwierigkeiten. Sie schnarchten und schliefen schlecht. „Eltern sollten das Schnarchen ihres Nachwuchses nicht einfach abtun, nach dem Motto: Papa schnarcht auch“, erklärt Wiater anlässlich der 19. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin in Mannheim. „Je früher die Kinder behandelt werden, desto besser ist es.“

Viele Eltern bemerken die Schlafstörungen ihrer Kinder gar nicht

Wenn sich Kindergarten- und Grundschulkinder weigern, ins Bett zu gehen, können auch unverarbeitete Erlebnisse des Tages oder Ängste dahinter stecken. Laut Wiater leiden immerhin 40 Prozent der Schulkinder unter Alpträumen. Diese Gefühle und Ängste sollten Eltern nicht ignorieren. Oft hilft schon eine kleine Lampe oder ein beschützendes Stofftier, manchmal ist es nötig, gemeinsam mit dem Kind auf Monsterjagd zu gehen. Wenn man die Ängste des Kindes ernst nimmt, vermittelt man ihm Beruhigung und Sicherheit. Älteren kann es auch helfen, Entspannungsverfahren wie autogenes Training zu erlernen und so zur Ruhe zu finden.

Einer Studie der Universität Köln zufolge, für die rund 13.000 Eltern und ihre Kinder vier Jahre lang beobachtet wurden, werden jedoch ein Drittel der Schlafstörungen von den Eltern überhaupt nicht wahrgenommen. Dabei sieht Wiater mangelnde Schlafhygiene als ein großes Problem. Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder möglichst jeden Abend zur selben Zeit ins Bett gehen. Fernsehen, PC- oder Videospiele sollten vorher tabu sein. „Ein fester Schlaf-Wachrhythmus ist extrem wichtig, genauso wie Ruhe vor dem Zubettgehen.“

  • Zehn Schlaf-Tipps für Kinder
  • Tabelle mit Richtwerten: So viel Schlaf brauchen Kinder je nach Alter
  • Wirbel um Schlaf-Ratgeber: Das steckt hinter der Ferber-Methode
  • Schlafstörungen: Wenn Kinder schreiend hochfahren
  • Schlafstörungen: Schlafwandelnde Kinder nicht aufwecken
  • Enuresis nocturna: Bettnässen – Kleine Panne oder Krankheit?

Zehn Tipps, mit denen Eltern ihren Kindern helfen können

Wir haben zehn hilfreiche Tipps für Eltern zusammengestellt, mit deren Hilfe Eltern die Schlafschwierigkeiten ihrer Kinder in den Griff bekommen können. Hilft jedoch alles nichts, sollten Eltern sich nicht vor professioneller Hilfe scheuen. Der erste Ansprechpartner bei Schlafschwierigkeiten ist der Kinderarzt. Er wird zunächst einmal organische Ursachen ausschließen und bei eventuellen seelischen Problemen einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten zurate ziehen. Besonders hilfreich sind aber auch Schlafberatungen, die es in vielen Familienzentren und Kliniken Deutschlands gibt. Hier werden die Probleme, die sich durch die Schlafschwierigkeiten des Kindes innerhalb der Familie ergeben haben, ernst genommen und es wird Hilfe angeboten.

GESUNDHEIT QUER GEDACHT
von Dodow

Schlaflosigkeit bei Kindern

Ob es 2 Monate oder 12 Jahr alt ist, ihr Kind verbringt den Tag hin und her rennend wie eine Dampflok. Aber sobald es Zeit für das Bett ist, schläft es kein bisschen. Sie sehen, dass es erschöpft ist, aber es wird von seiner frustrierenden kindlichen Energie wachgehalten. Schlaf und das Kind… Wenn beide doch nur zusammen funktionieren würden!

Online haben Sie vielleicht einige hilfreiche und weniger hilfreiche Tipps gefunden. Um Sie zu unterstützen, hat das Dodow-Team Ihnen die besten Tipps herausgesucht, die Ihr Kind in den Schlaf wiegen.

0 bis 3 Monate: Das Neugeborene

Stunden Schlaf pro Tag: 17 bis 20 Stunden

Anzahl der Nickerchen am Tag: 3 bis 10

Ihr Baby ist gerade erst gefühlte 10 Minuten auf der Welt und schon haben Sie das Gefühl, dass es mehr schläft als lebt – und das ist nicht nur Ihr Gefühl. Es hat einfach noch keine biologische Uhr! Das bedeutet, dass es den Unterschied zwischen Tag und Nacht noch nicht versteht und daher die ganze Zeit schläft (ist es nicht toll?).

Seine Schlafzyklen sind ziemlich kurz: Sie sind ungefähr 50 Minuten lang und haben nur 2 Phasen: unruhiger Schlaf und ruhiger Schlaf, die ihm erlauben, sein neuronales System zu entwickeln, seine Energie aufzuladen und zu wachsen (ein weinendes Baby ist ein Baby, das gerade hart an sich arbeitet).

Was auch immer passiert, es wird nie mehr als 2 bis 4 Stunden am Stück schlafen.

In diesem Alter wird Ihr baby nur schlafen, wenn es ihm passt. Die Spanne beträgt 2 bis 4 Stunden. Seine Wachstunden werden größtenteils von seinen Grundbedürfnissen (Hunger, Pipi, usw.) gelenkt, aber es kann auch einfach… grundlos zwischen zwei Schlafzyklen wach sein.

Wenn alles gut verläuft und Sie keine unverkennbaren Anzeichen (Fieber, Ärger, Hunger, Hitze, Kälte, volle Winder etc.) feststellen können, dann benötigt Ihr Kind einfach nur Hilfe beim Einschlafen.

Pucken Sie es

Pucken ist die hohe Kunst, Ihr Baby so in eine Decke einzuwickeln, dass es sich nur schwer bewegen kann. Diese Technik erinnert Ihr Baby an die Gebärmütter, wo es von den Gebärmutterwänden umarmt wurde, und es beruhigt es. Es wird bereits seit Urzeiten verwendet, um verstimmte Babys zu beruhigen. Das ist übrigens der gleiche Grund, warum Babys enge Krippen bevorzugen.

Wenn Sie stillen, verzichten Sie auf Wachmacher

Genau wie in Ihrer Schwangeschaft wird Ihr Baby, wenn Sie Kaffee, Tee oder andere Wachmacher zu sich nehmen, während der Stillmahlzeit Koffeine oder Theine abbekommen, die Sie vorher aufgenommen haben (übrigens, achten Sie generell darauf, was Sie essen, da Ihr Baby von allem etwas abbekommt). Nicht so schön, Ihr Baby damit vollzupumpen!

Sprechen Sie sanft mit ihm

Das Baby jedesmal aus dem Bett zu heben, wenn es aufwacht, um es zu beruhigen, wird auf Dauer ermüdend. Lassen Sie das Licht aus und spielen Sie nicht mit ihm – das wird es nur noch wacher machen. Ziehen Sie die altbekannte Methode der Schlaflieder vor oder flüstern Sie leise Worte, um es zu beruhigen. Manchmal wird es von allein wieder einschlafen – es ist daher wichtig, erst einmal ein paar Minuten zu sehen, ob Ihr Baby nur kurz aufgewacht ist und ob es von allein wieder zurück in den Schlaf findet.

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Inhalte dieses Artikels:
Welche Ursachen hat Schlaflosigkeit bei Frauen?
Welche Ursachen hat Schlaflosigkeit bei Kindern?
Woran erkenne ich Schlafstörungen?
Welche Hausmittel gibt es?
Gibt es eine Atemtechnik?
Kann meine Ernährung schuld sein?

Schlafstörungen kurz erklärt

Fast jeder kennt es: Man liegt nachts wach und kann nicht einschlafen, wacht öfter auf und ist den ganzen nächsten Tag müde und unkonzentriert. Doch von einer Schlafstörung lässt sich erst sprechen, wenn die Probleme mehr als dreimal pro Woche und über mehrere Monate hinweg auftreten. Schlafstörungen sind weit verbreitet, so leiden rund 50% der Menschen temporär an Schlafproblemen. Unterschieden werden Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, unterschiedliche Formen von Tagesschläfrigkeit, Bewegungsstörungen im Schlaf sowie schlafbezogene Atemprobleme. Probleme beim Schlafen sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, denn Betroffene sind oft den ganzen Tag müde und erschöpft und ihre Leistungsfähigkeit ist stark eingeschränkt. Übermüdung kann außerdem nicht nur im Straßenverkehr zu Unfällen führen. Ursachen für Schlafstörungen können sowohl äußere Faktoren als auch psychische oder körperliche Probleme sein.

Was sind die Ursachen für Schlaflosigkeit?

Zuallererst solltest du dir die Frage stellen, was dich eigentlich jede Nacht am Schlaf hindert. Meist stecken keine ernsthafte Erkrankung oder das berüchtigte Gedankenkarussell dahinter, sondern ganz banale Gründe: Liegt das Schlafzimmer ruhig oder ist nachts Straßenlärm hörbar? Ist die Matratze zu hart oder zu weich? Ist es zu kalt oder zu warm? Befindet sich ein Fernseher im Raum? Die meisten Umstände liegen keinen körperlichen Ursachen zu Grunde und lassen sich bereits durch einfache Maßnahmen ändern.

Schlafstörungen bei Frauen

Fast jede vierte Frau leidet unter Schlafstörungen und selbst Studien belegen, dass Frauen langsamer einschlafen, während der Nacht häufiger aufwachen und doppelt so oft mit Schlafstörungen kämpfen, als Männer. Noch unangenehmer kann es für Frauen dann ab einem Alter von 40 Jahren werden, wenn die hormonellen Schwankungen der Wechseljahre so manche Nacht zur Qual werden lassen. Aber nicht nur während der Wechseljahre kommt es zu Schlafstörungen durch Hormonumstellungen. Auch während der Menstruation schlafen Frauen unruhiger und weniger tief. Schuld sind Magenkrämpfe und besonders aufregende Traumphasen. Auch die Antibabypille sorgt durch eine veränderte Melatonin-Ausschüttung vermehrt für Leichtschlafphasen. Frauen leiden zudem öfter als Männer an Schilddrüsenproblemen. Während eine Überfunktion auch bei Nacht nur wenig Ruhe zulässt, führt eine Unterfunktion zwar zu längerem Schlaf, aber auch zu lähmender Tagesmüdigkeit. Außerdem leiden Frauen eher unter Schlafstörungen, wenn sie neben einem Mann schlafen. Offenbar sind dafür evolutionäre Gründe verantwortlich. Das weibliche Geschlecht hat sehr empfindsame Antennen, welche den Mann stets unter Ortung behalten. Erwiesen ist auch, dass Frauen während der Nacht häufiger als Männer grübeln, da sie schlechter vom Tagesstress abschalten können.

Dein Kind wandert nachts in der Wohnung herum oder hat Angst einzuschlafen? Die Gründe, aus denen dein Kind Probleme hat, einzuschlafen, Angst empfindet oder oft aufwacht, können vielfältig sein. Von Zahnschmerzen über Unruhe und Unausgeglichenheit bis hin zur Sorge alleine im Zimmer zu sein, gibt es eine große Bandbreite an Gründen, die dein Kind nicht einschlafen oder oft aufwachen lassen. Für ein entspanntes Kind und eine geruhsame Nacht, helfen oft ähnliche Rituale wie bei Erwachsenen mit Schlafstörungen. Außerdem ist es bei Kindern besonders wichtig, den richtigen Zeitpunkt zum Schlafengehen nicht zu verpassen und die Reizüberflutung zu minimieren.

So schläft dein Baby sicher:

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Was sind die Symptome für Schlafstörungen?

Ob du wirklich unter Schlafstörungen leidest und wie stark diese sind, kannst du zusammen mit einem Arzt herausfinden. Üblicherweise bekommst du dafür einen Fragebogen, den sogenannten Epworth-Test, mithilfe dessen die Tagesschläfrigkeit ermittelt werden kann. Diesen Fragebogen wertet der Arzt zusammen mit einem von dir geführten Schlaftagebuch aus. In dem Tagebuch sollten deshalb alle wichtigen Tagesereignisse und die Schlaf- und Wachzeiten vermerkt werden. So können Störfaktoren wie beispielsweise ein zu spätes Zubettgehen oder der Konsum bestimmter Lebensmittel schnell und zuverlässig identifiziert werden und die Therapie der Schlafstörung individuell angepasst werden.

In folgendem Video erfährst du, welche Schlafposition für besseren Schlaf sorgt:

10 Anzeichen, dass du unter Schlafstörungen leidest

1. Du gehst zu früh ins Bett
Klar, du solltest rechtzeitig schlafen gehen, um am nächsten Morgen wach in den Tag zu starten. Dennoch bringt es nichts, stundenlang herumzuliegen, ohne wirklich müde zu sein. Geh erst ins Bett, wenn du dich auch danach fühlst. Und denk bloß nicht darüber nach, wie viele Stunden Schlaf dir noch bleiben. Das macht nur verrückt.

2. Du lässt das Licht an
Vor dem Zubettgehen solltest du nicht mehr fernsehen. Außerdem sollten Laptop, „iPad“ und Handy ausgeschaltet sein. Das helle Licht hält wach, selbst, wenn du eigentlich müde bist.

3. Du schläfst nicht durch
2:00 Uhr. 3:00 Uhr. 4:00 Uhr. Du wachst nachts immer wieder auf und die Zeit vergeht nicht. Mit so kurzen Schlafphasen kommst du am nächsten Tag sicher nicht erholt aus dem Bett. Tipp: Steh lieber auf und mach etwas, bis du wieder erschöpft sind.

4. Du schnarchst
Dieses Problem stört nicht nur den Schlaf des Partners. Auch du selbst wachen oft unbemerkt auf. Nimmt das Schnarchen überhand, dann solltest du einen HNO-Arzt zurate ziehen.

In folgendem Video erfährst du, was gegen Schnarchen hilft:

5. Du redest im Schlaf
Auch das nervt vor allem den Nachbarn im Bett. Vom Murmeln über einzelne Wörter bis hin zu richtigen Gesprächen lassen manche nachts zahlreiche Geräusche von sich. Meist ist Stress oder Fieber Grund für das Sprechen. Mit Hilfe von Entspannungsübungen kannst du das überwinden.

6. Du wandelst im Schlaf
Rund drei Prozent der Erwachsenen sind von diesem Phänomen betroffen. Die meisten stehen allerdings gar nicht erst vom Bett auf, sondern setzen sich auf und legen sich daraufhin wieder hin. Manch andere wandeln allerdings auch durch die Räume, gehen sogar an den Kühlschrank. Grund für das Schlafwandeln kann Stress sein. Auch hierfür helfen spezielle Entspannungsübungen, im Video verraten wir dir mehr dazu:

7. Du knirschst mit den Zähnen
Hier schlägt nicht nur der Zahnarzt die Hände über dem Kopf zusammen. Knirschst du mit den Zähnen, steht das für starken Stress. Es beeinträchtigt den Schlaf, nutzt die Zähne ab und führt zu Kieferschmerzen. Eine Beißschiene kann für kurze Zeit helfen, langfristig solltest du allerdings definitiv versuchen, den Stress abzubauen.

8. Du schwitzt
Wenn du nicht gerade krank bist und an Fieber leidest, kann eine zu hohe Zimmertemperatur Grund für das starke Schwitzen sein. Lass ein Fenster offen oder wechsle öfter mal die Bettwäsche.

9. Du überhörst den Wecker
Das ist definitiv nicht nur ein Zeichen für Morgenmuffel. Es kann auch sein, dass du dich zu der Zeit noch in der Tiefschlafphase befindest. Finde deinen eigenen Schlafrhythmus und behalte diesen auch am Wochenende bei.

10. Du fühlst dich dauernd schlapp
Wenn keiner der aufgeführten Punkte auf dich zutrifft und du dennoch durchgehend müde bist, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch andere Dinge wie beispielsweise der Hormonhaushalt oder die Schilddrüse kann Grund für die Schlaflosigkeit sein.

Das solltest du bei Schlafstörungen beachten:

Du hast alles versucht, aber es hilft nichts und du wälzt dich weiterhin im Bett? Wachliegen und sich ärgern bringt leider nichts, denn je mehr du dich aufregst, desto unwahrscheinlicher wirst du einschlafen. Steht lieber auf oder greift noch einmal zum Buch. Falls der Kopf vor Gedanken und offener To-Dos überquillt, schreib sie lieber auf.

Darauf solltest du noch achten:

  • Kaffee, Nikotin und Alkohol sind Gift für einen erholsamen Schlaf. Kaffee, Zigaretten oder alkoholhaltige Getränke solltest du abends meiden. Sie wirken anregend und halten dich deshalb in der Nacht wach.

  • Leichte Kost am Abend
    Hat der Magen viel zu tun, beeinträchtigt das deinen Schlaf. Deshalb empfehlen sich abends bekömmliche Mahlzeiten. Ein Kräutertee nach dem Essen beugt ebenfalls Verdauungsbeschwerden vor.

  • Tagsüber auspowern
    Wenn du abends schlecht einschlafen kannst, hast du vermutlich noch zu viel Energie. Versuch dich tagsüber körperlich mehr zu fordern. Tägliche Spaziergänge an der frischen Luft wirken wahre Wunder und steigern obendrein das Wohlbefinden. Sport ist gerade für sitzende Berufe ein guter Ausgleich.

  • Geistig abschalten
    Um zur Ruhe zu kommen, solltest du aber kurz vor dem Schlafengehen anstrengende Tätigkeiten vermeiden. Dazu zählen aufregende Arbeiten oder das Grübeln über persönliche Probleme. Damit der Körper runterfahren kann, muss erst der Geist abschalten.

  • Warmes Wasser macht muntere Menschen müde
    Ein warmes Bad wirkt wahre Wunder! Bei einer Wassertemperatur zwischen 35 und 38 Grad wirst du schnell merken, wie dir die Augen zufallen. Badezusätze mit Melisse oder Lavendel riechen übrigens nicht nur gut, sondern beruhigen auch. Und wer keine Badewanne hat, greift einfach zu einem Glas warmer Milch mit Honig. Das hat in etwa den gleichen Effekt.

  • Selbstkonditionierung
    Allabendliche Rituale helfen dabei, sich aufs Schlafen einzustimmen. Lies beispielsweise eine Stunde in einem Buch, bevor du das Licht ausmachst. Es hilft auch, wenn du jeden Abend zur selben Zeit ins Bett gehst und der Wecker morgens zur gleichen Stunde klingelt. Das gilt übrigens auch fürs Wochenende! So gewöhnst du dir einen festen Schlafrhythmus an.

Hier verraten wir dir noch einen Trick, damit du künftig schneller einschläfst:

Die 4-7-8-Atmung

Schluss mit dem hin und her Wälzen! Mit der 4-7-8-Atemübung schläfst auch du innerhalb von 60 Sekunden ein. Und so funktioniert sie:
Lege dich zunächst in eine bequeme Schlafposition. Am besten eignet sich die Rückenlage, da du so ganz frei atmen kannst. Während der gesamten Übung sollte die Zungenspitze am oberen Gaumen direkt hinter den Schneidezähnen liegen.

  1. Atme die komplette Luft aus deinen Lungen geräuschvoll durch den Mund aus.

  2. Schließe den Mund und atme ruhig durch die Nase ein, zähle dabei innerlich bis vier.

  3. Halte den Atem an und zähle dabei bis sieben.

  4. Atme hörbar durch den Mund aus und zähle dabei bis acht.

Dies ist ein Atemzug. Atme nun wieder ein und wiederhole diese Abfolge weitere dreimal, sodass du insgesamt vier Atemzüge gemacht hast. Durch das Anhalten des Atems kann der Sauerstoff in den Lungen durch den ganzen Körper fließen. Dies sorgt für die Entspannung des gesamten Organismus, da Anspannung und Verspannungen gelöst werden können.

In dem Video unten sind alle wichtigen Informationen zum Thema Schlaf zusammengefasst:

Die richtige Ernährung bei Schlafstörungen

Eine Studie des Penn State College of Medicine in Hershley, USA, zeigte, dass das Schlafverhalten durch vermehrt fettiges Essen, gestörte Tiefschlafphasen aufweist. „Eine erhöhte Fettverbrennung hat eine nachteilige Wirkung auf die Aufmerksamkeit von ansonsten gesunden, nicht-adipösen Erwachsenen“, erklärt der Studienleiter Alexandros Vgontzas. Für einen optimalen Wachheitszustand sei eine kohlenhydratreiche Kost sehr viel empfehlenswerter. Grundsätzlich raten Experten ohnehin dazu, vor dem Zubettgehen eher eine kalorienarme Kost zu sich zu nehmen. So wird der Körper nicht unnötig mit Verdauungsvorgängen belastet, die die Tiefschlafphasen stören und so einen erholsamen Schlaf verhindern. Ein Klassiker unter den Lebensmitteln, die schlaffördernd sein sollen, ist heiße Milch mit Honig. Das Eiweiß der Milch soll ebenso eine einschläfernde Wirkung haben wie der Honig. Kalzium wird darüber hinaus eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur nachgesagt. Ebenfalls als den Schlaf begünstigend gelten Bananen. Es wird vermutet, dass diese Wirkung vom in dem Obst enthaltenen Tryptophan ausgeht. Denn das erhöht den Serotoninspiegel und wirkt so spannungslösend. Auch einige Kräuterteesorten sollen schlaffördernd sein, dazu gehören Baldrian und Melisse.

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