Schlafmittel für baby

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Schnelle Hilfe: Die 10 besten Hausmittel für Kinder und Babys

Bevor man wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt geht, kann man sich häufig auch mit einfachen und günstigen Methoden helfen, die nebenbei auch hundertprozentig ökologisch sind. Deshalb geht der Trend in der Babypflege wieder zu traditionellen Heilverfahren, die sich über Generationen hinweg bewährt haben.
Wir haben den Erfahrungsschatz unserer Mütter und Großmütter ausgegraben und verraten euch, welche Hausmittel für Kinder bei Beulen, Erkältungen, Insektenstichen, Schlafproblemen und sonstigen kleinen Alltagssorgen helfen. Will ich trotz Hausmittel keine Besserung einstellen, sollte natürlich immer ein Kinderarzt aufgesucht werden.

1. Wunder Po bei Babys und Kindern

Au weia: Das Baby hat einen knallroten, wunden Po? Das kann ein Anzeichen für Windeldermatitis sein. Aber auch wenn es „nur“ eine Reizung durch feuchte Windeln oder Stuhlgang ist, ist ein wunder Po für Babys sehr unangenehm.
Der einfachste Weg, den Po wieder heilen zu lassen, ist frische Luft. Denn eine Reizung entsteht, wenn die zarte Babyhaut lange mit Urin und Stuhl in Kontakt gerät. Zieh deinem Baby also nur ein Oberteil an und leg es mit nacktem Po auf ein altes Handtuch. Achte aber darauf, dass das Kind nicht friert. Wenn das aus organisatorischen Gründen nicht geht, musst du unbedingt darauf achten, es häufiger als sonst zu wickeln und die Freiluftpausen beim Wickeln ein bisschen länger zu machen. Ältere Windelkinder kann man mal eine Zeit lang nackt durch die Wohnung oder im Sommer draußen laufen lassen. Das unterstützt auch das Trockenwerden.

Hausmittel bei wundem Po

Wenn der Po einmal so richtig rot ist, sollte man neben der frischen Luft auch etwas zur Linderung der Reizung tun. Das geht zum einen mit Kamillentee. Einfach den Tee aufsetzen, ziehen und abkühlen lassen. Anschließend den wunden Po damit betupfen oder den Sud nutzen, um den Po zu reinigen. Ältere Kinder kann man auch für ein paar Minuten in die Kamillenlösung setzen. Vor der nächsten Windel sollte der Po aber wieder richtig trocken sein.
Ein anderes Hausmittel, das man eigentlich immer zu Hause hat, lässt sich aus Kartoffeln herstellen. Dafür einfach eine rohe Kartoffel reiben, in eine Kompresse oder Mullbinde legen und auf die gereizte Haut legen. Bitte nicht die geriebene Kartoffel direkt auf die Haut legen, sondern immer eine Stoffschicht zwischen Haut und Kartoffel legen.
Wer gerade viel unterwegs ist und keine Zeit hat, Kamillenlösungen aufzutupfen oder Kartoffelwickel aufzulegen, dem empfehlen wir Heilwolle (Schafwolle). Die gibt es im Reformhaus oder der Apotheke. Einfach eine dünne Schicht in die Windel legen, den Po vorher nicht mit Creme oder Puder behandeln. Der Fettgehalt der Wolle soll dafür sorgen, dass der Po trocken bleibt, ohne ihn dabei auszutrocknen. Mit jeder neuen Windel dann aber auch bitte neue Wolle einlegen. Schon nach einem Tag sollte sich eine Besserung zeigen.
Hier gibt’s noch mehr Hausmittel gegen Windeldermatitis!

2. Schluckauf bei Kindern

Wer selbst schon mal über längere Zeit einen Schluckauf hatte, der weiß, wie anstrengend das sein kann. Warum genau der Körper uns Erwachsene manchmal so unangenehme Dinge machen lässt, ist nicht ganz klar. Bei Kindern hingegen, vor allem bei sehr kleinen, stammt der Schluckauf vermutlich noch aus der Zeit in Mamas Bauch. Damals diente er dem Ungeborenen als Atemübung. Bei Säuglingen sorgt er dafür, dass keine Nahrung in die Luftröhre kommt. Je älter die Kinder werden, desto weniger häufig tritt ein Schluckauf auf.
Es kursieren ja ein paar Tipps, was man bei einem Schluckauf tun kann: Luft anhalten, ein ganzes Glas Wasser auf einmal trinken, drei mal schlucken ohne Luft zu holen, die Zunge entspannt aus dem Mund hängen lassen, den Betroffenen erschrecken und noch viele mehr.
Es erklärt sich ja fast von selbst, dass man all das mit größeren Kindern, jedoch nicht mit einem Baby ausprobieren kann.

Hausmittel gegen Schluckauf bei Babys

Was du versuchen kannst, wenn der Schluckauf den kleinen Körper so gar nicht loslassen mag, ist dein Kind mit ein paar Fingerspielen, einem Buch oder der Rassel abzulenken. Villeicht hast du Glück und dein Kind ‚vergisst‘ beim Spielen den lästigen Schluckauf.
Was du auf jeden Fall immer machen solltest, ist dein Kind nach dem Trinken ein Bäuerchen machen lassen. Außerdem kannst du versuchen, es über eine leichte Massage entspannen zu lassen. Vielleicht versuchst du es auch mal, ihm vorsichtig und leicht ins Gesicht zu pusten. Dein Baby wird die Luft anhalten und dann in einem anderen Rhythmus weiter atmen. Das könnte helfen, den Schluckauf zu stoppen.

3. Schlafprobleme bei Babys

Schlafprobleme bei Babys treten häufig dann auf, wenn das Kleine ins Bettchen soll, um dort – alleine – ein Nickerchen zu machen. Denn auf Mamas oder Papas Arm ist das mit dem Einschlafen gar kein Problem. Aber nicht nur das ‚alleine‘ Einschlafen, sondern auch das Zahnen oder Blähungen können die Kleinen davon abhalten, in den benötigten Schlaf zu finden.
Bei der Lösung des Schlafproblems ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Das sagt sich leicht, wenn man selbst nicht ausgeruht und total gestresst ist. Aber es ist entscheidend für den Erfolg oder Nicht-Erfolg. Der Schlüssel zu stressfreiem Einschlafen ist oft die Routine. Denn wenn das Kind weiß, welcher Schritt auf den nächsten folgt, dann ist es nicht ‚überrascht‘ wenn Mama oder Papa es ganz plötzlich in sein Bettchen legen und es schlafen soll.
Versucht, an jedem Abend oder zur Mittagsschlafzeit das selbe Muster zu haben. Essen, noch ein Buch ‚lesen‘, Windel wechseln und Schlafanzug anziehen. Dann ins Bett legen, Spieluhr oder Nachtlicht an. Je nachdem wie groß oder klein die Kinder sind, mit ans Bettchen setzen und dem Kind die Hand halten.
​Das wird selbstverständlich nicht sofort funktionieren. Aber wenn ihr das Programm jeden Tag beibehaltet, dann wird euer Kind nach einer Woche wissen, wann seine Schlafenszeit ist.
Die solltet ihr kennen: Die bseten Einschlafhilfen für Babys

Hausmittel gegen Schlafprobleme bei Kindern

Wer trotz einer Routine keinen Erfolg mit dem Einschlafen hat, der kann vielleicht mal folgendes versuchen: Wärme das Bettchen mit einer lauwarmen Wärmflasche oder einem Wärmekissen vor und nimm es heraus, wenn du dein Kind ins Bett gelegt hast. Es gibt auch Wärmflaschen, die in Stofftieren versteckt sind, dann kann sich dein Baby an die „warme Maus“ kuscheln und hat automatisch einen Mama-Ersatz. So ein warmes Kissen oder Plüschtier kann auch bei Bauchschmerzen gut helfen.
Wenn all das nicht helfen will und das Kind trotzdem immer wieder aufdreht, wenn es eigentlich ins Bett gehen sollte, rät Oma zu einer schönen Tasse warmer Milch oder einem beruhigenden Tee, zum Beispiel mit Orangenblüten. Einfach noch mal hinsetzen, in aller Ruhe die Milch oder den Tee trinken, ein bisschen mit Mama oder Papa kuscheln, Zähne putzen und dann ab ins Bett.
Wovon wir eher abraten würden, ist Omas Tipp mit dem ‚Betthupferl‘. Dafür gibt man einen Tropfen Orangenblütenwasser auf ein Stück Zucker und das darf das Kind dann lutschen. Auch wenn das Lutschen selbst vielleicht eine beruhigende Wirkung hat, der Zucker bewirkt genau das Gegenteil.
Und noch ein kleiner Tipp an die Stillmütter: Schon ein paar Stunden vor dem Zubettgehen solltet ihr auf stimulierende Getränke wie schwarzen Tee, Kaffee oder Cola verzichten. Auch das kann die Kleinen am Einschlafen hindern.
Am naheliegendsten bei Einschlafproblemen, vor allem bei noch sehr kleinen Kindern, ist der Körperkontakt. Nimm dein Kind einfach mit in dein Bett und mach dir keine Sorgen, du könntest dein Kind damit zu sehr verwöhnen. Der Körperkontakt zu Mama und Papa ist für die meisten Kinder der ‚Durchschlaf‘-Garant schlechthin.
Lest dazu auch: Wie bringe ich mein Kind zum Schlafen? Tipps für völlig übermüdete Eltern

4. Zahnen bei Kindern

Wenn sich die ersten Zähne durch das Zahnfleisch bohren, dann ist das für Babys oft eine schmerzliche Erfahrung. Begleiterscheinungen können außerdem Fieber und Durchfall sein. Das Problem ist, so ein kleines Kind weiß nicht, warum es Schmerzen hat, es fühlt sich einfach nicht wohl. Weinen, Quengeln und schlechte Laune sind das Ergebnis. Daher ist es wichtig, dass die Eltern aufmerksam sind und die ersten Symptome erkennen, um Baby das Zahnen zu erleichtern. Wie? Das sind 7 typische Anzeichen, dass Baby zahnt!
Erste Linderung können Eltern durch Beißringe schaffen. Die kann man zum Teil sogar kühlen und so schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Wichtig ist, dass Mama und Papa ruhig bleiben und dem Kind noch ein bisschen mehr Nähe spenden als es sonst vielleicht braucht. Denn der seelische Beistand allein hilft dem Kind schon.

Hausmittel gegen Zahnungsschmerzen bei Kindern

Das klingt vielleicht ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber eine italienische Oma hat uns den Tipp gegeben, die Zahnschmerzen mit Parmesan zu behandeln! Kauf dafür einfach ein Stück harten Parmesan mit Rinde, säubere die Rinde und lass dein Kind daran knabbern. Die halb-weiche halb-harte Konsistenz der Rinde und der leicht stechende Käsegeschmack sind sehr wohltuend fürs Kind!
Eine ähnlich beruhigende Wirkung erzielen auch ein Stück hartes Brot, ein Fenchelstängel oder andere harte Obst- oder Gemüsesorten, die roh verzehrt werden können und die dein Baby gut in die Hand nehmen kann (Karotte, Apfelschnitz, Kohlrabi-Stäbchen …).
Vor dem Schlafen gehen empfielt es sich, eine leichte Massage des Zahnfleischs mit Kamillentee oder Kamillenextrakt zu machen. Die Kamille beruhigt das Zahnfleisch und die Massage tut deinem Kind tut.
Viele Eltern schwören übrigens auf Bernsteinketten gegen Zahnungsbeschwerden. Eine Wirkung konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Und Achtung: Für kleine Kinder können Ketten gefährlich sein!
Mehr zum Thema: Babys erster Zahn macht Probleme? Schnelle Hilfe beim Zahnen

5. Erkältung bei Kindern

Vor allem in den kühlen Monaten vergeht kaum eine Woche, in der nicht mindestens einer in der Familie einen Schnupfen hat. Dank Kindergarten und Schule verbreiten sich die fiesen Schnupfen-Keime in rasender Geschwindigkeit. Ein paar einfache Hausmittel gegen Erkältung lassen die Schlechtwetter-Krankheit aber schnell wieder abklingen.
So ein Schnupfen vergeht nach ein paar Tagen von selbst wieder. Im allgemeinen muss man ihn also ausstehen. Was man aber tun kann, ist die Beschwerden des Schnupfens zu lindern. Hausmittel gegen Erkältung zielen alle darauf ab, die Atemwege mit ätherischen Ölen oder Dampfbädern zu befreien und die Beschwerden zu lindern.
Aber Achtung: Ätherische Öle sind nicht für Säuglinge und sehr junge Kinder geeignet. Am besten fragst du mal beim Kinderarzt oder in der Apotheke nach, welche Öle und Dämpfe unbedenklich für dein Kind sind.

​Hausmittel gegen Schnupfen bei Kindern

Am gemeinsten für Groß und Klein ist bei einer hartnäckigen Erkältung auf jeden Fall die verstopfte Nase. Herkömmlicher Nasenspray ist die einfachste Lösung. Aber auch ein Nasenspray auf Kochsalzbasis kann ganz natürlich Linderung schaffen.
In der Nacht kann man ätherische Öle im Kinderzimmer verbreiten, indem man ein paar Tropfen auf ein feuchtes Handtuch gibt und das über Nacht in dem Zimmer aufhängt. So vermeidet man direkten Hautkontakt, was vor allem bei kleinen Kindern oft schwierig ist. Bei kleiner Kindern tun es auch ein paar frische Minzblätter neben dem Babybett.
Ein Dampfbad kann ebenfalls dabei helfen, die Atemwege zu befreien. Dafür einfach heißes Wasser in eine Schüssel geben und mit ein paar Tropfen Öl, z.B. Pfefferminze oder Eukalyptus (wahlweise kann man auch Teebeutel nehmen oder frische Kräuter wie Rosmarin oder Salbei) ergänzen. Das Kind sollte dann den Kopf über die Schüssel halten, bekommt ein Handtuch über den Kopf und inhaliert die Dämpfe für cirka 10 Minuten. (Empfehlen wir aber erst bei größeren Kindern ab 10 Jahren.)
In Russland greifen Eltern zu etwas geruchsintensiveren Hausmitteln. Sie schneiden eine Zwiebel oder Knoblauchknolle auf und stellen die auf eine Untertasse neben das Babybett. Manchmal verteilen sie den Lauch sogar im ganzen Haus.
Wichtig: Wenn dein Kind allergisch ist, unter Asthma oder Neurodermitis leidet, solltest du ihm auf keinen Fall Pflanzen oder ätherische Öle ohne die vorherige Zustimmung deines Arztes verabreichen!

Lest dazu auch: Ist die Baby-Nase zu? Diese Tipps helfen

6. Husten bei Kindern

Auch wenn wir immer der Meinung sind, Husten ist etwas schlechtes und wir müssten ihn so schnell wie möglich los werden, so sollten wir uns bewusst machen, dass er in Wahrheit etwas Gutes ist (was sich nur unangenehm anfühlt). Denn Husten hilft, die Lunge von Krankheitserregern, Bakterien oder Fremdkörpern zu befreien. Es sollte bei der ‚Bekämpfung‘ des Hustens also nicht darum gehen, ihn zu unterdrücken. Vielmehr sollten wir dabei helfen, den Husten so effektiv wie nur möglich zu machen, damit die Lunge schnell wieder frei von Schleim ist.

Bevor man nun wild die Hausmittel zusammenbraut, um den Husten zu bekämpfen, sollte erst einmal klar sein, unter welcher Art des Hustens das Kind leidet. Denn bei feuchtem Husten mit Auswurf werden schleimlösende Substanzen eingesetzt, die den Hustenreiz verstärken und beim Abhusten helfen. Handelt es sich jedoch um trockenen Reizhusten, werden lindernde Substanzen eingesetzt, die den Hustenreiz reduzieren und Schleim bilden. Hier wird also erst einmal das genaue Gegenteil bewirkt!

​Achtung: Die folgenden Hausmittel sind nur für ältere Kinder geeignet und nicht für Säuglinge, die weder mit ätherischen Ölen noch mit Honig in Kontakt kommen sollten.

Hausmittel gegen feuchten Husten bei Kindern

T​rinken löst den Schleim. Ein Hustentee auf Basis von Thymian, Fenchel, Anis, Pfefferminze, Holunderblüten oder Majoran fördert das Abhusten.
Bei hartnäckigem Schleimhusten schwören viele auf Kirschstieltee oder Zwiebelsaft. Der Zwiebelsaft ist super einfach herzustellen: 1 Zwiebel würfeln, in ein Schraubglas geben, mit 3 EL braunem Zucker oder Honig bedecken, verschließen und über Nacht stehen lassen, bis sich der Zwiebelsaft bildet. Die Zwiebeln gut auspressen und jede Stunde einen Löffel Zwiebel-Hustensaft schlucken.

Hausmittel gegen trockenen Husten bei Kindern

Trockener Husten ist besonders dann eine Qual, wenn der Hals die ganze Zeit kratzt und man regelmäßig unter Hustenanfällen leidet. Damit der Husten effektiv wird, muss man bei trockenem Husten erst einmal dafür sorgen, dass der festsitzende Schleim in der Lunge, der für den Hustenreiz verantwortlich ist, gelöst wird.
Eine Möglichkeit, den Hustenreiz zu lindern, ist die Kombination von warmem Zuckerwasser mit Eigelb. Das ganze vermischen und langsam im Mund zergehen lassen. Wem das ein wenig zuwider ist, der kann auch einfach warme Milch mit Honig mischen. Beide Drinks lindern im ersten Schritt den Hustenreiz, um den Schleim nun aber zu lösen gilt es, ausreichend zu trinken. Warme Tees oder Brühe sind ideal.
Unser Tipp: Halte die Raumluft möglichst staubfrei (gut lüften, nicht abstauben) und feucht. Stell einfach eine Schale Wasser auf die Heizung oder häng die Wäsche im Wohnzimmer auf.
Und noch ganz wichtig: Wenn der Husten länger als zwei Wochen anhält, von weiteren Symptomen begleitet wird (Fieber, Schmerzen, Atembeschwerden) oder wenn der ausgehustete Schleim rötlich oder rosa ist (also Blut enthält), solltest du unverzüglich deinen Kinderarzt aufsuchen.

7. Hausmittel gegen Beulen und Schwellungen bei Kindern

Stürze bleiben bei kleinen mobilen Kindern nicht aus und auch Ecken und Kanten sind gerne mal im Weg, wenn die Kleinen spielen und toben. Schnell stoßen sie sich den Kopf und die Beule ist da, bevor man das Kind überhaupt erst erreicht hat. Es gilt also, die Ausbreitung der Schwellung zu verhindern. Am besten gelingt das mit Kälte. Ein Kühlpad oder, wenn das gerade nicht vorhanden ist, ein kalter Waschlappen helfen, die Beule in Grenzen zu halten.

8. Hausmittel gegen Insektenstiche bei Kindern

Bsss … Erst hört man sie, dann spürt man sie. Vor allem in den wärmeren Jahreszeiten sind Stechmücken, Bienen und Wespen wieder unterwegs. Wenn die Kleinen erst mal gestochen wurden, dann juckt der Stich natürlich und sie fangen an zu kratzen.
Damit der Stich nicht die ganze Zeit juckt gilt es, die Stelle zu kühlen und zu beruhigen. Kühlgels können helfen. Oma würde uns vermutlich noch den Rat geben, ein bisschen verdünnten Essig auf den Stich aufzutragen. Auch eine Kompresse mit Zitronensaft soll helfen. Angeblich zieht auch eine Scheibe rohe Zwiebel das juckende Insektengift aus der Haut und verschafft Linderung.
Ein beliebtes Hausmittel ist zudem eine einfache Zuckermassage: Dafür den Stich befeuchten, eine Fingerspitze voll Zucker einmassieren und den Zucker auf der Haut trocknen lassen. Das Reiben befriedigt den Juckreiz und sobald der Zucker trocken ist, spürt man die Stelle nicht mehr!
Lesetipp: 7 Hausmittel gegen Mücken

9. Fieber senken bei Kindern

Von Fieber bei Kindern spricht man, wenn die Körpertemperatur auf über 38,5 °C ansteigt. Fieber ist eine wichtige Körperfunktion, um Infektionen zu bekämpfen, und muss nicht zwangsläufig behandelt werden. Steigt das Fieber aber stetig an oder hält sich auf hohen Werten über 39 °C, sollte man den kleinen Körper unterstützen.
Bestimmte Hausmittel können das Fieber senken und dazu beitragen, die Hitze physikalisch aus dem Körper abzuleiten. Wenn diese Mittel aber nicht in Kürze helfen, das Fieber zu senken und unten zu halten, solltest du unbedingt deinen Kinderarzt aufsuchen!
Wenn dein Kind andauerndes hohes Fieber hat (also über 39°C anal gemessene Temperatur), solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Gib deinem Kind viel zu trinken (Wasser, dünne Kräuter- und Früchtetees), um einer Dehydration vorzubeugen.

Fieber senken mit Hausmitteln

Oma würde ihrem Enkel gleich kühle Wadenwickel anlegen, um dem Körper die Hitze zu entziehen. Es gibt zwei verschiedene Methoden, das Fieber auf diese Weise zu senken: mit Wickeln oder Socken.
So werden die Wadenwickel angelegt: Mische lauwarmes Wasser (kein kaltes Wasser, denn das kann dem aufgeheizten Körper einen Schock versetzen, mit dem nicht zu spaßen ist) mit ein paar EL Essig oder Zitronensaft. Wickel deinem Kind dann nasse, ausgewrungene Tücher um die Waden oder ziehe ihm nasse, getränkte Socken an. Decke die Waden mit trockenen Handtüchern ab und wechsel die Wickel, sobald sie warm werden. Die Wadenwickel können bis zu drei Mal ausgetauscht werden. Wichtig: Wadenwickel dürfen nicht bei Schüttelfrost angewendet werden!
Lesetipp: Fieber beim Baby: Das hilft dem kranken Kind

10. Durchfall bei Babys, Kindern und Kleinkindern

Durchfall kann bei Babys und Kleinkindern schnell ein gefährliches Ausmaß annehmen, da der Körper durch den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust stark geschwächt wird. Von einer reinen Selbstbehandlung mit Hausmitteln ist deshalb abzuraten, wenn der Durchfall anhält und das Kind geschwächt und apathisch ist.
Generell gilt: Mit einem Kind unter drei Jahren solltest du bei Durchfall unbedingt zum Arzt gehen. Gib deinem kleinen Patienten viel zu trinken und achte darauf, die verlorenen Mineralsalze auszugleichen, am besten mit einem Elektrolytpulver aus der Apotheke, das mit babygeeignetem Wasser aus der Flasche angerührt wird. Alternativ kannst du Traubenzucker in Wasser oder Tee auflösen und deinem Kind zu trinken geben.
Nur dein Kinderarzt kann wirklich darüber informieren, welche der folgenden Hausmittel gegen Durchfall im konkreten Fall angewendet werden dürfen!

Hausmittel gegen Durchfall bei Kindern

Häufig werden stopfende Lebensmittel empfohlen: Reis, Banane, Kartoffeln, Zwieback, trockene Haferflocken. Oder leicht verdauliche Kost, die mit Flüssigkeit angereichert ist: Mehlsuppe, Möhrensuppe und natürlich die berühmt berüchtigte Haferschleimsuppe (Zarte Haferflocken in Brühe schmelzen lassen, bis sie „schleimig“ werden).
Ein weiteres beliebtes Hausmittel gegen Durchfall sind geriebene Äpfel oder Karotten, eventuell mit ein paar Haferflocken vermischt, weil die darin enthaltenen Pektine dazu beitragen, die Verdauung zu beruhigen. Um dem Körper wieder ausreichend Flüssigkeit zuzuführen und den Magen zu beruhigen, solltest du deinem Kind viel Wasser, Brühe, Kamillentee, Salbeitee oder Obstsäfte zu trinken geben. Zur Mineralstoffzufuhr hilft auch gezuckerter Orangensaft mit einer Prise Salz.
Vorsicht: Nicht alle Hausmittel gegen Durchfall sind auch kindgerecht. Auch wenn schwarzer Tee bei Erwachsenen gerne gegen Durchfall eingesetzt wird – für Kleinkinder unter drei Jahren ist er nicht zu empfehlen und auch bei älteren Kindern sollte schwarzer Tee nur mit ausdrücklicher ärztlicher Zustimmung verabreicht werden. Da der Tee sehr lange durchziehen muss, um die stopfenden Gerbstoffe zu entfalten, schmeckt er für Kinder ohnehin zu bitter und müsste stark gesüßt werden.
Viele kennen aus ihrer Kinderzeit noch Cola und Salzstangen als Hausmittel gegen Durchfall. Bedingt stimmt das: Salzstangen gleichen ein wenig den Mineralstoffhaushalt aus. Cola hingegen ist lediglich ein zu süßes Getränk. Besser und gesünder sind also andere Mittel.
Auch wichtig: Bei Durchfall vorübergehend auf Milchprodukte verzichten!

Quellen und weitere Informationen:
– Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA)
– Kinderärzte im Netz
– Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.

Weitre Hausmittel für Kinder & Erwachsene:

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Alarmierender Trend: Eltern stellen Kleinkinder häufiger mit Schlafmitteln ruhig

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„Ich würde gerne mal wieder acht Stunden schlafen, aber eigentlich will ich meinem Kleinen keine Schlafmittel geben. Nur mein Körper bricht unter der Müdigkeit zusammen.“ Oder: „Das ist meine letzte Option, endlich mal wieder eine Nacht schlafen zu können.“

Oder: „Geschmeckt hat’s ihr nicht, aber wir nennen sie Zaubertropfen und so hat sie das Zeug doch geschluckt. Wer will schon nicht zaubern?“

Elternforen im Internet sind voll von Einträgen dieser Art, und die lösen immer wieder heftige Diskussionen unter den Teilnehmern aus. Die umstrittene Frage: Dürfen Eltern ihren Kleinkindern Schlafmittel geben, wenn der Nachwuchs einfach nicht durchschlafen will?

Die unglaubliche Rettungsaktion eines Zweijährigen

Bowdy und Brock aus Utah spielen in ihrem Kinderzimmer. Brock zieht sich an der Kommode mit geöffneten Schubladen hoch, sein Zwillingsbruder macht es ihm nach. Was dann passiert, grenzt an ein Wunder.

Quelle: Die Welt

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Mediziner und Behörden sehen eine bedrohliche Entwicklung. Nach Einschätzung des bayerischen Gesundheitsministeriums geben inzwischen immer mehr Eltern ihren Kindern Schlafmittel. „Diesen gefährlichen Trend, den Kinderärzte und Wissenschaftler derzeit beobachten, müssen wir stoppen“, erklärt Ministerin Melanie Huml (CSU). Welche Medikamente das genau sind, wird nicht näher erläutert.

Warnung vor gesundheitlichen Folgen

Huml warnt vor „schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für die Kinder“. Die Mittel können psychisch abhängig machen und innere Organe wie Leber und Niere schädigen, betont Huml. Damit hat sie aus Sicht des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) auch völlig Recht. „Es kann – auch in niedrigen Dosen – zum Atemstillstand kommen“, sagt BVKJ-Sprecher Hermann Josef Kahl.

Forscher lüften das Einschlaf-Geheimnis

Viele Menschen leider unter einer Schlafstörung. Jetzt haben Forscher offenbar herausgefunden, warum wir manchmal nicht einschlafen können. Es hat mit den Füßen zu tun.

Quelle: Die Welt/Now This

Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) warnte schon vor Jahren vor Schlafmitteln für Kinder. Konkrete Zahlen haben beide Organisationen nicht – ebenso wenig wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Zahlen zu verschriebenen Schlafmitteln für Kinder des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI), die vor einiger Zeit öffentlich wurden, bezeichnet das Institut selbst inzwischen wegen eines Fehlers bei der Datenerhebung als nicht valide.

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„Ich hätte als Arzt Bauchschmerzen, so etwas zu verschreiben“, sagt Kahl. „90 bis 95 Prozent der Kinder sind gesund, haben nur einen anderen Schlafrhythmus.“ Bauchschmerzen macht ihm auch, dass es Schlafmittel für Kinder gibt, die nicht verschrieben werden müssen, weil sie frei verkäuflich sind.

<<< Lesen Sie auch: Das sind die besten Mittel gegen Wehwehchen >>>

„Ich merke schon, dass das Thema die Eltern beschäftigt“, sagt Carla Sauer von Kirchbach von der Elternberatung der Diakonie Gilching bei München. „Die Frage, ob man Schlafmittel geben darf, taucht hier immer mal wieder auf. Das ist vielleicht einfacher, als den mühsamen Weg zu gehen und den Alltag zu ändern.“

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Im Mittelalter hätten Kinder abends einen Löffel Schnaps bekommen, damit sie tief und fest schlafen, sagt Kinderarzt Kahl. Ob das schlimmer ist als Schlafmittel? „Man sollte beides nicht machen“, betont Kahl. Seine Alternative: Die Eltern brauchen Schlaf, nicht die Kinder. „Die Mütter müssen ihre Erschöpfung loswerden. Da empfehlen wir in der Regel den gnadenlosen Einsatz der Verwandtschaft.“

Eine ruhige Nacht. Eine einzige nur. Ob es das Neugeborene ist, das über Wochen die Nächte durchschreit oder der Zweijährige, der mit schöner Regelmäßigkeit nachts zwischen zwei und vier Geschichten erzählt haben möchte – der Wunsch nach ein paar ungestörten Stunden Schlaf am Stück vereint alle Eltern. In Onlineforen ist zuletzt vermehrt zu lesen, dass einige Eltern sogar bereit sind, ihren Kindern Schlafmittel zu geben, wenn sie selbst mit ihren Kräften und Nerven am Ende sind.

Gelesen hat das auch die bayerische Gesundheitsministerin und Ärztin Melanie Huml. Anfang des Jahres schlug sie Alarm. Nach Einschätzung ihres Ministeriums greifen immer mehr Eltern auf Medikamente zurück, damit ihr Kind durchschläft. „Diesen gefährlichen Trend, den Kinderärzte und Wissenschaftler derzeit beobachten, müssen wir stoppen“, erklärte die Ministerin und warnte vor gesundheitlichen Folgen für die Kinder.

„Wenn Kinder nicht durchschlafen, handelt es sich meist um eine Phase, und die wird nicht besser, wenn der Schlaf künstlich induziert wird“, sagt Hans Fuchs, Leiter der pädiatrischen Intensivmedizin am Universitätsklinikum Freiburg. Er rät grundsätzlich davon ab, Kindern Mittel zu geben, die sie zum Schlafen bringen, auch von pflanzlichen. Medikamente können gerade bei kleinen Kindern sehr leicht überdosiert werden. Fast jedes Schlafmittel führt ab einer gewissen Dosis zu Atemstillstand – das ist lebensbedrohlich. Auch Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus gehören zu den Nebenwirkungen von beruhigenden und sedierenden – also ruhigstellenden – Medikamenten.

Ein flächendeckendes Problem, sagt Hans Fuchs, sei die Gabe von Schlafmitteln sicher nicht. Er habe mit Kinderärzten und Kollegen aus der Vergiftungszentrale gesprochen, denen ebenfalls nichts aufgefallen sei. „Das schließt aber nicht aus, dass in Einzelfällen Eltern ihren Kindern Schlafmittel geben oder sie ihnen auch von einem Arzt verschrieben werden“, sagt Fuchs. Dass es diese Fälle tatsächlich gibt, bestätigen Zahlen, die im Herbst 2017 veröffentlicht wurden: Laut einer Auswertung des gemeinnützigen Deutschen Arzneiprüfinstituts (DAPI) haben Ärzte 2015 insgesamt rund 18700 Mal Beruhigungs- und Schlafmittel für Kinder unter drei Jahren verschrieben. Auch wenn das nicht zwangsläufig heißt, dass die Eltern dem Nachwuchs die Tropfen oder Zäpfchen auch gegeben haben, ist das Grund zur Beunruhigung.

Diphenhydramin macht müde

Hermann Josef Kahl, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), ist angesichts dieser Zahlen sehr deutlich in seiner Aussage: „Kinder sollten auf gar keinen Fall Schlafmittel bekommen. Auch Medikamente wie Vomex oder Fenistil (beides sind Anthistaminika, d. Red.), die als Nebenwirkung müde machen können, sollten Kindern niemals mit dieser Intention verabreicht werden.“

Auch der frei verkäufliche Wirkstoff Doxylamin, der unter anderem in dem Saft Sedaplus enthalten ist, wird bisweilen von Eltern eingesetzt, um Kinder ruhigzustellen. Mediziner sehen das kritisch, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) prüft derzeit, ob das für Kleinkinder zugelassene Doxylamin verschreibungspflichtig werden sollte. Die Behörde weist darauf hin, dass die Packungsbeilage schon längst ausführlich über die Risiken informiere. „Auch die Packungsbeilagen der Diphenhydramin-haltigen Arzneimittel informieren über die Risiken einer Überdosierung bei Kindern unter drei Jahren.“

Diphenhydramin ist der meist verwendete Arzneistoff gegen Erbrechen und Reiseübelkeit. Er macht müde und ist der Grund, weshalb manche reisenden Eltern ihren Kindern gerne Präparate wie Vomex A in Zäpfchenform geben. Das macht einen langen Flug erträglicher, für Eltern und Mitreisende. Doch der Wirkstoff ist gefährlich: Bei ruhig gestellten Kindern kann er Krämpfe, Angstzustände, Herzrasen oder Sehstörungen verursachen.

Für sogenannte Antihistaminika der ersten Generation, zu denen Doxylamin und Diphenhydramin gehören, forderte die Kommission für Arzneimittelsicherheit im Kindesalter (KASK) der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin bereits 2012 die Rezeptpflicht. Davon wären viele Husten- und Erkältungspräparate betroffen.

Der falsche Ansatz

„Es ist der falsche Ansatz, die Kinder zum Schlafen bringen zu wollen“, sagt der Kinderarzt Kahl. „Gesunde Kinder holen sich den Schlaf, den sie brauchen.“ Statt nach dem Kind solle man nach den Eltern schauen. Wie erschöpft sind sie, wann können sie schlafen? „Hier rate ich zum gnadenlosen Einsatz der Verwandtschaft und anderer Hilfsangebote. Sind die Eltern dann mal ausgeschlafen, ist es längst nicht mehr so problematisch, wenn das Kind nachts mal wach wird“, sagt Kahl.

„Jedes Baby muss einschlafen lernen, das ist keine angeborene Fähigkeit“, sagt der Reutlinger Kinderarzt Till Reckert. Kinder, die nachts häufig aufwachen, stecken in der Regel noch in der Lernphase. Ihre Hauptzeit, sagt Till Reckert, reiche etwa von der zweiten Woche bis zum dritten Monat. Irgendwann dann lernt das Kind, auch ohne Brust oder Flasche einzuschlafen. „Das zu erleben, muss dem Kind irgendwann ermöglicht werden, damit es das Einschlafen an dieser Erfahrung immer besser lernt“, sagt Reckert. Und genau diese Möglichkeit nimmt man dem Kind, wenn man ihm Schlafmittel verabreicht. Je selbständiger ein Kind hingegen einschlafen kann, desto eher wird es in der Nacht durchschlafen. Und wenn es dann doch einmal aufwacht, schläft es einfach wieder ein.

Diesen und weitere Artikel rund um die Themen Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und Kinderheilkunde finden Sie im aktuellen Gesundheitsführer „Tagesspiegel Mutter & Kind 2018/2019“. Aus dem Inhalt: Künstliche Befruchtung – Interview mit einer Hebamme – Crashkurse für Väter – Protokoll einer Geburt – Jedes vierte Kind in Berlin kommt per Kaiserschnitt zur Welt, ist das immer nötig? – Geburtshäuser – Über die Schönheit und das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft – Die ersten Beißerchen – Wenn Armut krank macht. Außerdem: Vergleichstabellen aller Geburts- und Kinderkliniken in Berlin und Brandenburg mit Fallzahlen und Ärzteempfehlungen. Das Magazin kostet 12,80 Euro und ist erhältlich im Tagesspiegel-Shop, www. tagesspiegel.de/Shop, Tel. 29021-520 sowie im Zeitschriftenhandel.

Keine Schlafmittel für Kinder: Ärzte warnen vor Schlafsaft – Lebensgefahr

Das Zaubermittel, das ein Kind zum Durchschlafen bewegt, wünschen sich viele übermüdete Eltern. In Foren kursieren Namen von Mitteln aus der Apotheke, die Kinder müde machen sollen. Viele Eltern denken, ein Medikament, das frei verkäuflich ist, kann nicht gefährlich sein. Ein Irrtum, der fatale Folgen haben kann.

Eltern sollten ihren Kindern keine Schlafsäfte geben. „Schlafmittel können bei Kindern zum Atemstillstand führen“, warnt Hermann Josef Kahl, Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. Säfte, die zum Beispiel Doxylamin enthalten, wirken direkt im Gehirn – und können abhängig machen. Eltern sollten vielmehr wissen, dass es normal ist, wenn das Kind abends nicht so gut einschläft oder nachts häufig aufwacht.

„Die allermeisten Kinder haben gar kein Schlafproblem“, sagt Till Roenneberg, Leiter der Human Chronobiologie an der Universität München. Der kleine Körper holt sich so viel Schlaf, wie er braucht – nur nicht unbedingt nachts, so dass sich ihr Rhythmus häufig nicht mit dem der Eltern verträgt. Nicht die Kinder brauchen also mehr Schlaf, sondern die Eltern.

Früher waren „Schlafmittelchen“ nicht unüblich

Mit Mohn gefüllte Stoffsäckchen, Melissengeist auf einem Zuckerstückchen, ein in Bier oder Rotwein getunkter Schnuller – das alles war früher üblich, um Babys und Kleinkinder ruhigzustellen. Auch heute tauschen sich Eltern in Foren über „Einschlafhilfen“ aus.

Eltern, die völlig übernächtigt sind, von Schuldgefühlen und Ängsten sprechen, aber auf Verständnis hoffen: „Ich war eigentlich skeptisch“, schreibt eine Mutter, „aber da in so vielen Medikamenten auch Alkohol drin ist, dachte ich mir, ich versuche es mal.“ Ein Verhalten, das man als verantwortungslos bezeichnen muss, das aber zu dem gefährlichen Trend passt: Das medikamentöse Ruhigstellen von Kindern.

Medikamente zur Beruhigung von Kleinkindern offiziell zugelassen

„Wenn Eltern mit dem Wunsch in die Apotheke kommen, ein Schlaf- oder Beruhigungsmittel für ihre Kinder zu erhalten, dann werden sie im Normalfall erst einmal beraten“, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). „Und sie werden dazu angeleitet, es mit anderen Methoden zu versuchen. Aber es gibt tatsächlich seit einiger Zeit zugelassene Arzneimittel, die Kindern zur Beruhigung verabreicht werden dürfen, die man ursprünglich gegen Allergien eingesetzt hat und deren Indikation heute Ein- und Durchschlafstörungen sind.“

Nebenwirkungen können massiv sein

Diese frei verkäuflichen Mittel gegen Ein- und Durchschlafstörungen lassen bei Kinderärzten Alarmglocken schrillen. Denn: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Dass diese Medikamente das Schlafmuster stören und sich negativ auf die Entwicklung auswirken können, ist dabei noch die geringste. „Die Nebenwirkungen können hier extrem sein. Das reicht von Auswirkungen auf die Nieren und die Leber, über eine Abhängigkeit bis hin zum Atemstillstand.“ Schon eine leichte Überdosierung kann die Atmung lähmen, im schlimmsten Fall tödlich sein.

Kahl kann nachvollziehen, dass Eltern, deren Schlaf seit Wochen massiv gestört ist, nach Lösungen suchen. „Aber diese Medikamente sind zum Beispiel für Operationsvorbereitungen gedacht. Sie zu benutzen, um Kinder ruhig zu stellen, halte ich für sehr gefährlich. Alle diese Medikamente greifen zentral an, arbeiten über das Gehirn und sollten meines Erachtens nach nicht frei verkäuflich sein.“

Statt Medikamente: Die übermüdeten Eltern unterstützen

Aus seiner täglichen Praxis kennt der Kinder- und Jugendarzt die verzweifelte Bitte von Eltern, der Nachtruhe des Kindes etwas nachzuhelfen. „Wir verordnen oder empfehlen solche Mittel nicht, auch nicht ausnahmsweise. Es gibt natürlich Kinder, die schreien sehr viel, ohne dass es gesundheitliche Probleme gibt und ein sehr großer Teil schläft auch nachts lange nicht durch. Das Kind holt sich seinen Schlaf dann tagsüber, hier fünf Minuten, da eine Viertelstunde und die Mutter geht inzwischen auf dem Zahnfleisch, weil sie selbst das so nicht kann beziehungsweise es sich oft auch gar nicht erlaubt. Aber hier muss man ansetzen, sich Hilfe von außen holen, damit die Mutter ein paar Stunden Schlaf nachholen kann und wieder ausgeruht ist.“ Eine Anlaufstelle sind Schrei-Ambulanzen.

Die Gefahr ist schwer zu erkennen

Den einschläfernden Effekt der früheren Antihistaminika haben auch Husten- und Erkältungspräparate oder solche gegen Übelkeit und Erbrechen. Immer wieder kommt es daher vor, dass Kinderärzte aus ihrer Erfahrung heraus Medikamente verschreiben oder empfehlen, die für die Kleinen gar nicht zugelassen sind. „Ich halte ein solches Verhalten für sehr gefährlich“, so Kahl, „denn was ist, wenn es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt?“

Eine Gefahr, der sich manche Eltern nicht bewusst zu sein scheinen oder die sie billigend in Kauf nehmen. Niemand wird offen zugeben, dass er sein Kind mit Beruhigungs- oder Schlafmitteln ruhigstellt, doch die Tipps werden unter der Hand weitergegeben. Dabei ist es wichtig klarzustellen, dass Hustensäfte oder Mittel gegen Reiseübelkeit Gefahren bergen, wenn man sie falsch einsetzt, sie zum Beispiel nutzt, um ein Kind während eines langen Fluges ruhigzustellen.

Für Säuglinge kann das lebensgefährlich sein

„Ein solches Verhalten ist regelrecht verantwortungslos. Denn auch diese Medikamente greifen im Gehirn an. Bei einem Säugling können auch sie lebensgefährliche werden“, warnt Kahl. „Wenn Eltern mit einem solchen Anliegen zu uns kommen, dann besprechen wir das sehr ernsthaft mit ihnen, damit sie die Gefahr wirklich erkennen.“

Nur bei Verdacht auf Missbrauch wird Abgabe verweigert

Sowohl das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin warnen vor diesen Mitteln, die Eltern aufgrund ihrer Freiverkäuflichkeit oft für harmlos halten. Und die deshalb zu Tausenden über den Ladentisch gehen. „Lediglich beim Verdacht des Missbrauchs kann die Abgabe verweigert werden. Wenn ein Arzt etwas verschreibt, dann müssen die Apotheker dieses Mittel auch abgeben“, erklärt Ursula Sellermann.

Alternativen suchen

Apotheken und Ärzte können nur beraten und auf bewährte Hausmittel hinweisen. Manchmal kann die Homöopathie eine Lösung bieten. „Aber bei Säuglingen wäre ich auch da vorsichtig“, so Kahl. Um zu wissen, welches Mittel für welches Kind geeignet ist, braucht es einen erfahrenen Homöopathen. Denn auch sogenannte Naturheilmittel sind mit Vorsicht zu betrachten. Nicht jedes eignet sich bereits für Babys und Kleinkinder.

  • Schreibabys: Julia war “nur noch ein brüllendes Etwas“
  • Das passiert im Körper: Langes Schreien ist Gift für Babys
  • ZDF-Doku „Schutz durch Schmutz“: Deshalb werden unsere Kinder immer kränker

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Schlaf, Kindchen, schlaf

13. Dezember 2016

Durchwachte Nächte, Geschrei im Flugzeug, stundenlange Einschlafrituale: Tausende gestresste Eltern in Deutschland geben ihren Kleinkindern Schlafmittel, damit sie nachts oder auf Reisen ruhiger sind. Kinderärzte warnen vor schweren Nebenwirkungen.

Viele Babys schlafen nicht problemlos ein Foto: epd-Bild

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Frankfurt a.M. (epd). „Ich gebe ihr das Zeug sicher nicht, weil ich mal eine Nacht schlecht schlafe, sondern weil ich mittlerweile nachts auch schon echt aggressiv ihr gegenüber werde“, schreibt die junge Mutter in einem digitalen Elternforum. „Das Zeug“ ist in diesem Fall der Schlafsaft Sedaplus, frei erhältlich in Apotheken, zugelassen für Kinder ab sechs Monaten. Sie fragt nach den Erfahrungen anderer Eltern mit dem Saft.

Und die haben viele. In den zahllosen Online-Gesprächen tauschen Eltern Medikamentennamen aus, besprechen die müde machende Wirkung gängiger Mittel gegen Reiseübelkeit und erklären auch, warum sie es ihrem Kleinkind geben: „Unser letzter Flug im Oktober von Miami zurück war Horror, sie war fertig ich war fertig, und die Mitreisenden haben mich gehasst.“

18.700 Mal haben Ärzte im Jahr 2015 Beruhigungs- und Schlafmittel für Kinder unter drei Jahren verschrieben, zeigt eine Auswertung des Deutschen Arzneimittelinstituts. Und: Apotheken verkauften im selben Jahr nach Angaben der Marktforscher von IMS Health rund 35.000 rezeptfreie Schlafsäfte wie Sedaplus. Das Antihistamin soll eigentlich gegen Allergien wirken, als Nebenwirkung macht es aber müde.

Gefahr eines Atemstillstands

„Wir raten dringend davon ab“, sagt Hermann Kahl, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Notwendig seien Schlafmittel bei Kleinkindern selten – etwa dann, wenn sie schwere Stoffwechselerkrankungen haben. Auch zur Vorbereitung auf Operationen würden sie in Kliniken eingesetzt – „unter Aufsicht“. „Hier sprechen wir jedoch von gesunden Kindern, die ruhiggestellt werden“, sagt der Düsseldorfer Kinderarzt, der oft von übermüdeten Eltern nach Schlafmitteln gefragt wird.

Kahl warnt vor den Gefahren: Manche Mittel, auch rezeptfreie, könnten bei Babys zu Atemstillstand führen. „Die Gefahr ist viel größer als bei Erwachsenen, weil das Nervensystem nicht ausgereift ist.“ Zudem sei das Risiko einer Überdosierung bei Unter-Dreijährigen höher und wie bei allen Mitteln, die die sogenannte Blut-Hirn-Schranke passieren, führe längere Anwendung zur Gewöhnung. „Die Mehrheit der Kollegen verschreibt diese Mittel nicht“, ist Kahl überzeugt. „Wir wissen aber nicht, was sich die Eltern frei verkäuflich alles besorgen.“ Der Verbandssprecher fordert eine Rezeptpflicht für „alles, was sediert: Es ist zu gefährlich für Kinder.“

Die Eltern, die Schlafmittel verlangen, seien oft nervlich am Limit, weiß der Arzt. „Die Kinder holen den Schlaf zwischendurch am Tag nach, ihnen fehlt nichts.“ Hilfe bräuchten nicht sie, sondern die Eltern. „Fast immer verbessert sich das Schlafproblem, wenn sich die Eltern ein paar Stunden Schlaf am Tag organisieren“, sagt Kahl. „Sie sind entspannter und strahlen das auch aus.“

Unrealistische Erwartung

Und das beruhigt die Kinder, sagt auch der Pariser Psychologe und Autor Stephan Valentin, der international zum Thema Schlaf arbeitet. „In westlichen Kulturen wie Deutschland wird viel Wert daraufgelegt, dass das Kind möglichst schnell alleine ein- und durchschläft“, sagt Valentin. „Klappt es mit dem Schlafen nicht, glauben viele, dass etwas mit dem Kind nicht stimmt.“ Dahinter stecke eine unrealistische Erwartung: Dass Babys nicht durchschlafen und Hilfe beim Einschlafen brauchen, sei die Regel. „Seit jeher in allen Kulturen“, sagt Valentin.

Vor allem, wenn die Eltern am nächsten Tag auf der Arbeit funktionieren müssen, sei das natürlich ein Problem. Einschlafen sei aber nicht nur für Kinder eine schwierige Sache, jeder entwickle ein eigenes Schlafritual, und „Babys brauchen dafür oft ihre Eltern“, sagt Valentin. „Das sind aber Phasen.“ Ruhe und Abendroutinen helfen. „Schlafmittel lösen die Schlafprobleme nicht“, sagt Valentin „Ohne die Betäubung sind sie ja wieder da.“ Außerdem verlerne der Organismus so, Schlaf selbst aktiv herbeizuführen.

KidsAway – Reisen & Urlaub mit Baby & Kind

Reiseapotheke für KinderKinder auf Reisen „ruhigstellen“? Pro und Contra

So manche Traumreise mit Kindern beginnt als Höllenritt. Verzweifelte Eltern versuchen, ihre übermüdeten, gestressten Kinder vom Schreien, Toben oder Zappeln abzuhalten, während alle anderen Passagiere genervt zusehen. Da wünscht man sich manchmal ein „Zaubermittel“…

von KidsAway-Redaktion

Der Traum aller Eltern: ein selig schlummerndes Baby

© Igor Stepovik – Fotolia.com

Ganz klar: Alle Eltern wünschen sich, dass ihre Babys und Kinder auf langen Flügen, Autofahrten oder auch bei langweiligen gesellschaftlichen Anlässen brav und ruhig sind. Am besten, sie verschlafen das Ganze einfach, dann haben Mama und Papa ebenfalls eine entspannte Zeit. Wie man diesen Wunsch in die Tat umsetzt bzw. vielmehr: Wie weit man gehen darf, damit er Wirklichkeit wird, darüber gehen die Meinungen von Eltern aber weit auseinander.

Die einen sehen nichts Verwerfliches darin, ihrem Baby beim Ein- oder Durchschlafen zu helfen, indem sie ihm einen „Schlafsaft“ geben; die anderen lehnen es entsetzt ab, ein Kind „unter Drogen zu setzen“, nur damit es sich wunschgemäß ruhig verhält.

Welche Fraktion hat Recht? Wir haben die Fakten geprüft und Experten nach ihrer Meinung gefragt.

Harmloser „Schlafsaft“?

Es gibt zahlreiche rezeptfrei erhältliche Medikamente, die Kinder „beruhigen“ können:

  • Beruhigungsmittel mit dem Wirkstoff Doxylamin (Markennamen: Sedaplus Saft, Wick MediNait, SchlafTabs)
  • Beruhigungsmittel mit dem Wirkstoff Diphenhydramin (Markennamen: Betadorm, Emesan, Vivinox Sleep)
  • Medikamente gegen Reiseübelkeit mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat (Markennamen: Reisegold, Reisetabletten, Superpep, Vomacur, Vomex A)

Die Wirkstoffe Diphenhydramin und Dimenhydrinat sind bereits für Säuglinge ab 6 bzw. 8 kg zugelassen; Doxylamin darf „kurzfristig“ bei Kindern ab sechs Monaten angewendet werden.

Allen diesen Wirkstoffen ist gemein, dass sie als Antihistaminika der ersten Generation entwickelt wurden. Sie blockieren aber nicht nur bestimmte Rezeptoren im Gehirn, sondern sie passieren auch die „Blut-Hirn-Schranke“ und wirken auf das zentrale Nervensystem – so machen sie etwa den Patienten enorm müde und verhindern Übelkeit. Das kann sehr praktisch sein; Allergiemedikamente eignen sich oft ebenfalls als Mittel gegen Reisekrankheit und auch als Beruhigungs- bzw. Schlafmittel.

Der Punkt ist aber: So lange ein Medikament nur als Antiallergikum zugelassen ist, sollte es nicht ohne Weiteres „off label“, also wegen einer anderen als der eigentlich beabsichtigten Wirkung, verwendet werden. Vor allem deshalb, weil die umfangreichen Tests dieser Medikamente eben nur in Bezug auf ihren eigentlichen Zweck durchgeführt wurden. Besonders in den USA und Großbritannien scheinen viele Kinderärzte allerdings kein Problem darin zu sehen, Kindern Allergiemedikamente oder Erkältungsmittel zur Beruhigung zu verschreiben oder dies den Eltern zu empfehlen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnte dagegen im November 2012 im „Ärzteblatt“ vor unerwünschten Nebenwirkungen von rezeptfreien H1-Antihistaminika der ersten Generation auf das zentrale Nervensystem: nicht nur Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen, sondern auch Halluzinationen oder Krämpfe, Verstopfung und Herzrhythmusstörungen.

Besonders pikant: Vor allem Säuglinge und Kleinkinder sind von diesen Nebenwirkungen betroffen. Das ist gut, wenn es sich um die Nebenwirkung „Müdigkeit“ handelt, aber schlecht, wenn das Kleinkind davon Halluzinationen bekommt!

Bei mindestens 50 Kleinkindern unter drei Jahren in Deutschland wurden in den letzten Jahren schwere Nebenwirkungen von Antihistaminika der ersten Generation gemeldet; sogenannte „paradoxe Reaktionen“ wie Unruhe, Schlaflosigkeit, Angstzustände oder Zittern können noch viel häufiger auftreten. Säuglinge reagieren sehr empfindlich auf Antihistaminika, hier kann es sogar zu Atemstillstand kommen.

Vorteile und Nachteile von medikamentöser „Ruhigstellung“

Gehören Beruhigungsmittel in die Reiseapotheke?

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Obwohl Beruhigungsmittel als verlockend einfache, schnelle Lösung für lange Reisen mit Kindern erscheinen: Die meisten Kinderärzte raten Eltern davon ab. „Es ist keine gute Idee”, fasst Dr. Daniel Frattarelli von der US-Akademie der Kinderärzte zusammen.

Am Beispiel des Antiallergikums, das in den USA unter dem Namen Benadryl verkauft wird (Wirkstoff: Diphenhydramin), erklärt er seinen Standpunkt: „Wenn man Benadryl als Beruhigungsmittel verwendet, nutzt man die Nebenwirkungen des Medikaments und nicht seinen therapeutischen Zweck. Das kann gefährlich sein, besonders bei unter Zweijährigen. Es sind schon Kinder daran gestorben.“

Die Vorteile überwiegen in der Regel nicht die Risiken:

  • Einige Kinder werden hyperaktiv and nörgelig, wenn sie Antihistaminika einnehmen; genau das sollen sie auf der Reise ja nicht sein.
  • Der beruhigende Effekt von Antihistaminika kann vier bis sechs Stunden anhalten; einen Langstreckenflug kann man damit nicht überbrücken.
  • Landet ihr, während das Medikament noch wirkt, bekommt ihr das Kind entweder gar nicht wach (problematisch bei größeren Kindern und viel Handgepäck) oder es ist noch für mehrere Stunden benommen und schlecht gelaunt.
  • Fällt die Reisezeit nicht exakt mit dem normalen Schlaffenster des Kindes zusammen, wird ein Beruhigungsmittel den natürlichen Rhythmus des Kindes durcheinanderbringen. Die Folge: Am darauffolgenden Abend ist es nicht müde, schläft schlecht ein, wacht am nächsten Morgen zu früh oder sehr spät auf usw.
  • Auch wenn es während der Reise brav geschlafen hat, habt ihr danach vielleicht trotzdem ein nörgelndes und weinerliches Kind. Für euch selbst habt ihr damit gar nichts gerettet; allenfalls den Passagieren im Flugzeug tut ihr einen Gefallen.

Diphenhydramin kann sich in der Hirnflüssigkeit anreichern und unvorhersehbare Effekte bei Säuglingen und Kleinkindern haben, warnt Dr. Frattarelli. „So etwas möchte man nicht in einem Flugzeug erleben.” Wird der Wirkstoff versehentlich überdosiert (etwa weil verzweifelte Eltern „nachlegen“, wenn ihr Kind trotz Beruhigungssaft weiter schreit), kann es zu Krämpfen, Bewusstseinsstörungen und Atemstillstand kommen.

Bitte denkt daran: Ihr müsst euer Kind auf der Reise nicht deshalb ruhigstellen, damit die anderen Leute im Flugzeug oder im Zug eine angenehmere Zeit haben! Der einzige Grund, aus dem so etwas in Erwägung gezogen werden sollte, ist der Schutz eines sehr sensiblen oder sehr jungen Kindes vor den Anstrengungen und Belastungen einer absolut notwendigen Reise.

Wenn ihr absolut von der Notwendigkeit eines Beruhigungsmittels für euer Kind überzeugt seid, sprecht in Ruhe mit eurem Kinderarzt über Vorteile und Risiken dieser Medikamente. Ganz wichtig: Testet das Medikament einige Tage vor der Reise an eurem Kind – sowohl die Wirksamkeit als auch die Zeit, die es bis zum Wirken benötigt und wie lange es anhält.

Gibt es Alternativen?

Um ihr Kind auf langen Flügen zu beruhigen oder ihm beim Einschlafen zu helfen, versuchen es viele Eltern mit „natürlichen“ Beruhigungsmitteln wie Baldrian, Bachblüten-Notfalltropfen oder homöopathischen Mitteln.

Auch das ist problematisch: Baldrian zum Beispiel beruhigt nur, wenn er ausreichend dosiert ist, mindestens 600 mg Baldrianauszug muss man pro Tag einnehmen. Und: Die Wirkung setzt erst nach einer Einnahme über zwei bis vier Wochen ein. Während die meisten apothekenpflichtigen Beruhigungsmittel nur über kurze Zeit genommen werden dürfen, um eine Gewöhnung zu vermeiden, ist es bei pflanzlichen Schlafmitteln also genau andersherum.

Einen enorm guten Ruf hat unter deutschen Eltern das Medikament „Viburcol“ – dabei handelt es sich „nur“ um ein homöopathisches Kombi-Präparat. Der Vorteil: Hier kann man prinzipiell nichts falsch machen, entweder es wirkt tatsächlich beruhigend (und fiebersenkend) oder eben nicht. Homöopathika haben keine Nebenwirkungen. Aus einer streng homöopathischen Sicht könnte man nun argumentieren, dass ein Kombinationspräparat, das ohne Ansehen des individuellen „Patienten“ gegeben wird und dann noch, bevor dieser überhaupt erkrankt ist (denn die Zäpfchen werden ja bereits vorbeugend gegeben), schwerlich wirken können.

Andererseits ist der Placebo-Effekt nicht zu verachten, dessen Wirksamkeit tatsächlich klinisch erwiesen ist: Enorm viele Eltern berichten in Foren darüber, wie sie ihren Babys und Kleinkindern voller Sorge vor einem langen Flug oder einer langen Fahrt ein „Viburcol“-Zäpfchen gaben, woraufhin die Kleinen entspannt alles verschliefen.

Da Kinder extrem feinfühlig auf die Stimmung ihrer Eltern und ihrer Umgebung reagieren, ist es durchaus naheliegend, dass so ein homöopathisches Zäpfchen oder die Notfalltropfen, deren Wirkung wissenschaftlich gar nicht belegt ist, vor allem die Eltern beruhigt – und darüber dann auch das Kind.

Wenn es so funktioniert – wunderbar! Allerdings sollten Kinder auf Dauer nicht lernen, dass sie ein Medikament zum Schlafen oder Ruhigwerden brauchen. Das lässt sich auch ohne Zaubermittel bewirken, meint Kinderarzt Ulrich Fegeler, Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte im Netz.

Was ihr selbst für eure Kinder tun könnt

Langstreckenflug mit einem Kleinkind: Ist das wirklich nötig?

© Daniel Ernst – Fotolia.com

Viel besser, als das „richtige“ Zaubermittel zum Beruhigen eures Kindes zu finden, ist euer angemessener Umgang mit der Situation. Dazu gehört zuerst die ehrliche Antwort auf die Frage, ob die geplante lange Reise wirklich nötig ist, wenn sie doch für euer Kind offenbar so anstrengend ist, dass es sich unerträglich verhalten wird. Gibt es keinen alternativen Anfahrtsweg, kann der Termin verschoben werden?

Mit ein paar Tricks, Geduld und einer entspannten Herangehensweise könnt ihr auch mit einem Baby einen guten Flug erleben – ganz ohne Helferlein aus der Apotheke.

Säuglinge und Kleinkinder können noch nicht verstehen, dass sie jetzt in einem Flugzeug in der Luft sind; für sie ist die Flugzeugkabine einfach ein anderer Raum. Am wichtigsten ist es, dass alles „normal“ läuft. Auch auf der Reise solltet ihr das soweit wie möglich sicherstellen.

Versucht unter allen Umständen, die natürlichen Schlaffenster eures Kindes einzuhalten, und haltet euch dabei an die Rituale, die ihr auch zu Hause verwendet (Schlafanzug anziehen, Milchfläschchen, ein bestimmtes Lied …). Bucht den Flug möglichst so, dass ihr euer Kind nicht für Start und Landung wecken müsst, und wenn es die Essenszeiten verschläft – kein Problem, das kann aufgewärmt werden.

Mutet euch nur so viel zu, wie ihr sicher schaffen könnt – hochschwanger mit einem Kleinkind oder allein mit zwei kleinen Kindern zu fliegen, dürfte jeden überfordern. Kinder, die eine Reise fiebernd oder stark verschnupft antreten müssen, sind ebenfalls eine Einladung für ein Desaster.

Sind die Kleinen wach, dann sind sie das eben – wie zu Hause auch. Bringt Spielzeug und Beschäftigung mit, versorgt sie mit leckeren Snacks und viel Wasser oder Tee, schaut Bilderbücher an, spielt mit Fingerpüppchen … ihr wisst sicher am besten, was eurem Kind gefällt.

Unwohlsein und Angst resultieren bei Flügen oft aus dem steigenden Druck auf den Ohren; vermeidet entstehende Ohrenschmerzen unter allen Umständen, indem ihr den Kleinen während des Starts und der Landung etwas zu trinken gebt. Beginnt die Reise mit einem Schnupfen, dürfen auch prophylaktisch abschwellende Nasentropfen gegeben werden, um den Druck auf den Ohren zu lösen.

Auch gegen die fiese Reisekrankheit kann man viel tun, bevor man zu Beruhigungsmitteln greift. Leidet euer Kind sehr darunter, ist es allerdings völlig legitim, ihm medikamentös zu helfen.

Man hört und liest so viele Horrorstorys von dauerbrüllenden und rücksitztretenden Kindern, dass sich viele Eltern vor einer langen Reise völlig unnötig große Sorgen machen. Babys und Kleinkinder können wunderbare, ausgeglichene, fröhliche Reisegefährten sein, wenn man ihre Bedürfnisse erfüllt. Nehmt euch Zeit dafür und grollt nicht während des gesamten Fluges, dass ihr nicht wie eure kinderlosen Sitznachbarn den Film in Ruhe anschauen könnt.

Denkt außerdem daran: Euer Baby kann sich mit Worten noch nicht ausdrücken und ist in einer neuen und aufregenden Situation. Es ist völlig in Ordnung, wenn es einmal weint oder auch schreit. Gebt ihm Sicherheit und Geborgenheit, und es wird auch wieder aufhören. Dann hat es gelernt, dass es mit einer fremden Situation aus eigener Kraft und mit eurer Hilfe umgehen kann – ohne dass ihr es „unter Drogen setzen“ musstet.

Wie steht ihr zu Beruhigungsmitteln für Kleinkinder beim Reisen – habt ihr das schon gemacht oder ist es ein No-go für euch?

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Schlafmittel sind für Babys und Kinder gefährlich!

Mittel oft Rezeptfrei – aber nicht harmlos

Die vermeintlichen Zaubermittel sind zwar ohne Rezept erhältlich, aber keinesfalls harmlos. „Sie können gefährliche Nebenwirkungen haben, Leber und Nieren schädigen, bei Überdosierung oder Fieber bis zu Atem- und Kreislaufstillstand führen“, warnt Erler. „Manche Mittel sind für das Säuglings­alter gar nicht zugelassen. Und Arzneimittel für Erwachsene kann man Kindern nicht einfach in geringerer Dosis geben“, betont der Mediziner. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, ihr Körper reagiert anders.“

Wie viele ihrem Kind Medikamente geben, damit es schläft, ist unklar. „Belastbare Zahlen gibt es nicht“, sagt Dr. Hermann Josef Kahl vom Berufsverband der Kinder- und Ju­gend­ärzte mit Praxis in Düsseldorf. In einer Online-Umfrage von Baby und Familie 2017 gaben sechs Prozent der 501 befragten Eltern an, dass sie ihrem Kind schon mal ein nicht verschreibungspflichti­ges Medikament geben, damit es müde wird, wenn es Einschlafpro­bleme hat und die Eltern dadurch schon völlig übermüdet sind.

Julia Bark ist Apothekerin in Kaiserslautern. Auch sie merkt, dass immer wieder Eltern kurz davorstehen, ihrem Kind ein nicht geeignetes Mittel zu geben, damit es schläft. „Den Leidensdruck offen anzusprechen traut sich zunächst kaum jemand. Wenn Eltern tatsächlich zu einem nicht dafür zugelassenen Arzneimittel greifen, dann sicher in Einzel­fällen und in höchster Not. Seinem Kind bewusst schaden möchte keine Mutter und kein Vater“, sagt sie. „Zum Glück fragen sie zuvor oft zumindest nach einer homöopathischen Alternative.“

Auch „sanfte“ Mittel sind der falsche Weg

Mediziner Kahl hält allerdings auch homöopathische Mittel für ungeeignet: „Schlafprobleme mit Medikamenten, egal welchen, therapieren zu wollen ist falsch. Die Kinder holen sich den Schlaf, den sie benötigen, schon irgendwann. Das Problem sind die überlasteten Eltern.“ Gerade Mütter müssten ihre Erschöpfung loswerden, sich ausruhen und Kraft tanken können. „In der Regel empfehlen wir den gnadenlosen Einsatz der Verwandtschaft. Für Papas, Großeltern, Paten und Freundinnen heißt das Babysitten!“, so Kahl. Nur haben nicht alle eine Familie in der Nähe, die unter die Arme greifen kann. Viele sind alleinerziehend und müssen sehen, wie sie den Wiedereinstieg in den Beruf mit wenig Nachtschlaf schaffen. „Junge Eltern stehen ganz schön unter Druck“, so Julia Bark. „Ihr Umfeld erwartet wenige Monate nach der Geburt, dass sie und ihre Kinder funktionieren. Dass ein Baby mit einem halben Jahr durchschläft, ist aber unrealistisch.“ Viele wissen nicht, dass es normal ist, wenn ein Kind fünf, sechs Mal wach wird. Sie haben das Gefühl zu ver­sagen, schämen sich, dem Arzt ihre Not zu schildern.

Hilfsangebote wahrnehmen

Dabei gibt es Hilfe. Um Eltern zu entlasten, wurde in Deutschland ein großes Netz an sogenannten Frühen Hilfen aufgebaut. In Düsseldorf startete zu Jahresbeginn ein Modellprojekt: Pädiater kleben seither bei den U-Untersuchungen eine Liste mit Telefonnummern örtlicher Beratungs­stellen ins Untersuchungsheft. Damit Eltern im Notfall dort anrufen können. Wer woanders wohnt, dem rät Kahl: „Sprechen Sie Kinderarzt, Hebamme oder die nächste Kinderschutzambulanz an. Sie sind da, um Ihnen zu helfen!“

Eine andere Möglichkeit sind Schrei- und Schlaf­sprechstunden an Kinderkliniken. „Ihr Kinderarzt kann Sie dorthin überweisen“, sagt Erler, der in Potsdam selbst eine Schlafsprechstunde hält. Dort ist Zeit für die Beratung betroffener Familien. Oft stellt sich heraus, dass fehlendes Wissen und Missverständnisse zu den Schlafproblemen führten. Schon kleine Verhaltensänderungen können spürbare Entlastung bringen.

Auch Julia Bark ist froh, wenn müde Mütter ihren Rat suchen. Die Apothekerin, die eine fünfjährige Tochter hat, weiß aus eigener Erfahrung, wie belastend gestörte Nächte sind. Sie nimmt die Frage nach Homöopathika zum Anlass, um mit Eltern ins Gespräch zu kommen, ihnen etwa eine Elternschule zu empfehlen, wo sie Unterstützung finden. Und sie gibt den Müttern ein kleines Entspannungsbad mit. „Einige sind schon wiedergekommen, um sich eine größere Flasche zu holen“, freut sie sich. „Weil sie gemerkt haben, wie gut es ist, etwas für sich selbst zu tun!“

Bitte gib deinem Baby NIE Schlafmittel! Das sind die Gründe

Diese kurzen schlaflosen Nächte! Sie sind wirklich zum Haare raufen.

Egal, ob dein Kind nicht ein- oder durch- oder nicht lange genug schläft – das Gefühl für uns Mamas ist morgens das gleiche: schwerer Kopf, schmerzende Augen, verspannter Nacken, kalte Glieder. Man kann sich nicht vorstellen, wie man den Tag durchstehen soll – geschweige denn die nächste Nacht.

Ich kenne eine Mutter, die hat jedesmal Tränen in den Augen, wenn sie erzählt, dass ihr dreijähriger Sohn Nikolaus erst wieder um 23 Uhr ins Bett gegangen ist. Eine Freundin von mir bekommt hektische Flecken, wenn wir über das Einschlafritual ihrer Tochter Emily sprechen. Die Zweijährige braucht jeden Abend eineinhalb Stunden, um runterzukommen. Natürlich funktioniert es auch nur, wenn ihre Mama sie dabei durch die Wohnung trägt.

Ich finde, als Mama kann man das erste Mal nachvollziehen, dass Schlafentzug Folter ist. Zeitweise habe ich den Tag im Büro nur mit Kaffee und Cola überlebt – ich, die sonst immer nur eine entkoffeinierte Latte getrunken hat.

Manche Eltern greifen aus Übermüdung deshalb anscheinend zum Allerletzten: Einem Schlafmittel für ihr Baby!

Dabei handelt es sich um sogenannte Sedativa, also Medikamente, die das Kind beruhigen, aber auch benommen machen und wegdämmern lassen.

25 Tipps, wie dein Kind besser schläft (kostenloser Download)

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Die Medikamente wirken im Gehirn und greifen dort in den normalen Schlaf-Wach-Rhythmus ein. Sie unterdrücken zum Beispiel die Leichtschlafphasen, die für das Lernen, die Erholung und die psychische Gesundheit sehr wichtig sind. Sie können die inneren Organe wie Leber und Niere schädigen und psychisch abhängig machen.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung („FAS“) schreibt nach einer gemeinsamen Auswertung mit dem gemeinnützigen Deutschen Arzneiprüfungsinstitut, dass letztes Jahr rund 18.700 Rezepte mit Beruhigungs- und Schlafmitteln für Kleinkinder bis drei Jahre ausgestellt wurden (in der gesetzlichen Krankenversicherung). Selbst wenn nicht alle Eltern die Medikamente einsetzen, sind das sehr viele Rezepte. Zusätzlich gingen rund 35 000 frei verkäufliche Arzneimittel (mit dem sedierenden Wirkstoff Doxylamin) über den Ladentisch, so das Marktforschungsinstitut IMS Health. Eine riesige Zahl!

Manche Eltern nutzen diese Arzneien anscheinend nicht nur im Notfall, wenn ihr Kind krank ist, sondern auch dann, wenn sie es „ruhig stellen“ möchten. Mögliche Nebenwirkungen: unter anderem Krämpfe, Herzrthyhmusstörungen, Angstzustände oder sogar Atemstillstand.

Wenn du also sicher gehen möchtest, dass in einem Arzneimittel keine sedierenden Stoffe enthalten sind, dann schaue auf dem Beipackzettel nach folgenden Wirkstoffen: Doxylamin, Promethazin, Diphenhydramin oder Dimenhydrinat.

Und bitte merken: Dein Kind zu sedieren ist keine Option, auch wenn du noch so müde bist. Es ist nicht nur ungesund, es ist auch gefährlich!

Wenn du Hilfe brauchst, weil du nicht mehr zurecht kommst, richte dich an die nächste Schrei-Ambulanz. Experten verschiedener Fachrichtungen helfen dir, herauszufinden, was mit deinem Kind los ist.

Und wusstest du eigentlich, dass es normal ist, dass dein Baby manchmal nachts wach ist oder hochschreckt? Oder sogar phasenweise nicht gut schläft? Sein kleiner Körper wächst – da zwickt oder ruckelt es halt immer wieder mal.

Ist es nicht ein großes Glück, ein gesundes Baby zu haben?!

„Ein schreiendes Baby erzeugt in uns Erwachsenen einen enormen Stress, der schwer zu ertragen ist. Das Baby hat aber vor allem in der ersten Zeit nur dieses eine Ausdrucksmittel zur Verfügung! Das kann selbstverständlich nicht mit Schlafmitteln gelöst werden“, betont der Wiener Kinderarzt Peter Voitl. „Seit dem Aufkommen wirksamer pharmakologischer Schlafmittel ist auch die Nachfrage danach für unruhige Kinder aufgekommen und wird immer wieder thematisiert.“ Er schätzt aber, dass der tatsächliche Gebrauch „sehr selten“ ist. „Die Substanzen sind rezeptpflichtig und werden naturgemäß von Ärzten kaum verordnet.“ Zudem würde der Gebrauch durch den Einfluss auf die kindliche Entwicklung bei den Untersuchungen auffallen. Ähnlich schätzt Prim. Karl Zwiauer, Vorstand der Kinderabteilung im Landesklinikum St. Pölten, die Situation in Österreich ein. An seiner Abteilung habe er dieses Phänomen bisher noch nicht gesehen. „Es steht außer Zweifel, dass dies kein probates Mittel ist, um Kinder zum Einschlafen zu bringen. Das grenzt fast an Kindesmisshandlung.“

Vor allem Neugeborene und Babys haben – in unterschiedlicher Ausprägung – anfangs Schwierigkeiten, sich an die neuen Bedingungen in der Welt zu gewöhnen. „Ein Baby ist oft noch nicht annähernd in der Lage, mit der Regulation der neuen Anforderungen selbst zurecht zu kommen und schreit in Zuständen, wo es dafür Hilfe und Regulationsunterstützung benötigt“, erklärt Voitl.

„Schlaftropfen“ für Kleinkinder sind gefährlich

Wissenschaftler und Mediziner warnen vor einem gefährlichen Trend: Immer mehr Eltern geben ihren Kindern Schlafmittel. Aber diese Mittel lösen nicht das Problem übermüdeter Eltern und sind zudem für die Kleinen gefährlich.

© Ilka Burckhardt – Fotolia.com

„Ich würde gerne mal wieder acht Stunden schlafen, aber eigentlich will ich meinem Kleinen keine Schlafmittel geben. Nur mein Körper bricht unter der Müdigkeit zusammen.“ Oder: „Das ist meine letzte Option, endlich mal wieder eine Nacht schlafen zu können.“ Oder: „Geschmeckt hat’s ihr nicht, aber wir nennen sie Zaubertropfen und so hat sie das Zeug doch geschluckt. Wer will schon nicht zaubern?“ – Elternforen im Internet sind voll von Einträgen dieser Art, und die lösen immer wieder heftige Diskussionen unter den Teilnehmern aus. Die umstrittene Frage: Dürfen Eltern ihren Kleinkindern Schlafmittel geben, wenn die einfach nicht durchschlafen wollen?
Mediziner und Behörden sehen eine bedrohliche Entwicklung. Nach Einschätzung des bayerischen Gesundheitsministeriums geben inzwischen immer mehr Eltern ihren Kindern Schlafmittel. „Diesen gefährlichen Trend, den Kinderärzte und Wissenschaftler derzeit beobachten, müssen wir stoppen“, erklärt Ministerin Melanie Huml (CSU) und warnt vor „schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für die Kinder“.
Die Mittel können psychisch abhängig machen und innere Organe wie Leber und Niere schädigen, wie Huml betont. Damit hat sie aus Sicht des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) auch völlig recht. „Es kann – auch in niedrigen Dosen – zum Atemstillstand kommen“, warnt BVKJ-Sprecher Dr. Hermann Josef Kahl.
Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) warnte schon vor Jahren vor Schlafmitteln für Kinder. Konkrete Zahlen haben beide Organisationen nicht – ebenso wenig wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Zahlen zu verschriebenen Schlafmitteln für Kinder des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI), die vor einiger Zeit öffentlich wurden, bezeichnet das Institut selbst inzwischen wegen eines Fehlers bei der Datenerhebung als nicht valide.
„Ich hätte als Arzt Bauchschmerzen, so etwas zu verschreiben“, sagt Dr. Kahl. „90 bis 95 Prozent der Kinder sind gesund, haben nur einen anderen Schlafrhythmus.“ Bauchschmerzen macht ihm auch, dass es Schlafmittel für Kinder gibt, die nicht verschrieben werden müssen, weil sie frei verkäuflich sind.
„Ich merke schon, dass das Thema die Eltern beschäftigt“, sagt Carla Sauer von Kirschbach von der Elternberatung der Diakonie Gilching bei München. „Die Frage, ob man Schlafmittel geben darf, taucht hier immer mal wieder auf. Das ist vielleicht einfacher, als den mühsamen Weg zu gehen und den Alltag zu ändern.“
Früher, „im Mittelalter“, hätten Kinder abends einen Löffel Schnaps bekommen, damit sie tief und fest schlafen, sagt Kinder- und Jugendarzt Dr. Kahl. Ob das schlimmer ist als Schlafmittel? „Man sollte beides nicht machen“, betont Kahl. Seine Alternative: Die Eltern brauchen Schlaf, nicht die Kinder. „Die Mütter müssen ihre Erschöpfung loswerden. Da empfehlen wir in der Regel den gnadenlosen Einsatz der Verwandtschaft.“

Schlaftropfen

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Lifestyle-Medikamente für den Nachwuchs – Gefährliche Entwicklung: Schlafmittel für Babys und Kleinkinder

Übermüdete Mütter, genervte Väter, schreiende Kinder – so sehr sich werdende Eltern auf die Ankunft ihres Sprösslings freuen, so ernüchternd ist oft der Start in den neuen Alltag für die frisch gebackene Familie. Weil Säuglinge in den seltensten Fällen durchschlafen, verwundert es nicht, wenn junge Eltern übermüdet oder schlecht gelaunt im Job auftauchen. Wenn aber auch Kleinkinder nachts einfach nicht zur Ruhe kommen wollen, dann verlieren manche Eltern zunehmend jedes Augenmaß. Über immer mehr Online-Erziehungsseiten melden sich verzweifelte Väter und Mütter zu Wort, die zugeben, ihren Kindern freiverkäufliche Medikamente zum Durchschlafen zu geben. Das selbst von solch scheinbar harmlosen Präparaten eine elementare Gefahr für das Kind ausgeht, scheinen die Wenigsten zu wissen.

Wieso verabreicht man Kindern ruhigstellende Medikamente?

Die Motive für die Verabreichung einer ruhigstellenden Medizin sind vielfältig. Manche Eltern berichten in Online-Foren, dass sie einfach nur einmal „eine Nacht lang durchschlafen“ wollten, und keine andere Möglichkeit dafür sahen, als das Kind leicht zu sedieren. Andere Eltern scheinen die medikamentöse Ruhigstellung zudem als Lifestyle-Mittel zu bewerten und flößen ihren Kleinkindern solche Medikamente für lange Auto- oder Flugreisen ein. Auch finden sich anonyme Blog-Einträge von berufstätigen Müttern, die aus dem Home-Office heraus Telefonate führen müssen und sich schlichtweg keine Hintergrundgeräusche in Form von schreienden oder weinenden Kindern erlauben können.

Zudem scheinen viele Eltern generell überfordert zu sein. Sie verfügen über keinerlei Resilienz mehr, um den wimmernden Nachwuchs beruhigen zu können und gestehen unter Pseudonym sogar aggressive Gedanken ihrem aufgeregten, lauten Kind gegenüber ein. Das Ziel ist immer das Gleiche: der Nachwuchs soll ruhig sein, bestenfalls schlafen oder zufrieden vor sich hin dösen.

Was hat das für Auswirkungen für Babys und Kleinkinder?

Da scheint es auf den ersten Blick sehr einfach zu sein, dem Kind ein freiverkäufliches Präparat zu geben, welches dämpfend auf das vegetative Nervensystem wirkt und für stundenlange Ruhe sorgt. Doch unterschätzen viele Eltern die Gefahr, die von solchen Mitteln ausgeht!

Schlafmittel greifen immer in den Schlaf-Wach-Rhythmus ein. Sie führen zu einer viel zu tiefen und langen Schlafphase des Kindes, was zu einer physiologischen Störung führen kann. Gerade bei Babys und Kleinkindern verankern sich im Schlaf jene Dinge im Hirn, die sie tagsüber erlernt haben. Wird dieser Lernvorgang künstlich unterbrochen, so kann es zu einer unzureichenden Ausbildung von Synapsen kommen.

Auch gewöhnt sich der kleine Körper schnell an die chemische Substanz. So kann es bereits nach einer nur geringen Wiederholung zur Abhängigkeit kommen. Dann ist es dem Säugling oder dem Kleinkind ohne Mittel kaum mehr möglich, von alleine in den Schlaf zu finden. Ebenfalls unterschätzen Eltern die Auswirkungen auf den Tonus des kindlichen Körpers. Immer wieder berichten Notfallmediziner, dass besorgte Eltern ihre Kinder in die Ambulanz bringen, weil sie ungewöhnlich spastische, hyperkinetische Bewegungen im anschließenden Tiefschlaf machen.

Schlussendlich wirken diese Mittel ganzheitlich auf den Körper. Leber und Niere sind noch sehr empfindlich und nicht darauf ausgelegt, chemische Toxine aus dem Blutkreislauf herauszufiltern. Es kann zu Schädigungen und weitreichenden Problemen der Organe kommen.

Erholsamer Schlaf für Mutter und Kind – so geht’s

Junge Eltern müssen akzeptieren, dass Säuglinge ihren ganz eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus haben. Erst in den Folgemonaten werden die Etappen länger und besser planbar. In dieser Anfangszeit sollte die Devise also heißen, es sich so bequem wie möglich mit dem Kind zu machen. Schließlich müssen sich Babys über Schreie bemerkbar machen können, auch wenn das mitunter zur echten Geduldsprobe werden kann. Hilfreich kann es dann sein, wenn der Säugling zumindest mit am Elternbett liegt. Bewährt haben sich dazu passgenaue Beistellbettchen, die variabel zu justieren sind. Dann kann sich die Mutter auch einmal erschöpft daneben legen, wenn das Baby sowieso schläft.

Bei Kleinkindern hat sich später zwar der Tag-Nacht-Rhythmus manifestiert, doch schlafen sie häufig sehr unruhig oder wollen gar nicht erst ins Bett gebracht werden. Hier helfen liebevolle Rituale, die allabendlich zelebriert werden. Dazu gehört das klassische Gute-Nacht-Lied genauso, wie festgelegte Einschlafzeiten und eine gedimmte Beleuchtung. Kleinkinder sind auch sehr sensibel, was ihre direkte Körperumgebung betrifft. So hilft es ihnen, wenn sie beispielsweise ein kuscheliges MeroWing-Kissen zum Anlehnen haben, damit das Bettchen nicht so groß erscheint. Des Weiteren sollte der Bettbezug der Jahreszeit und dem Raumklima angepasst sein. Kleinkinder lieben Bettwäsche mit Haptik, in die sie während des Einschlafens ihre Fingerchen knautschen können.

Alle guten Tipps helfen aber nichts, wenn das Kind einfach einmal einen schlechten Tag hatte und Mami und Papi sowieso vom Alltag gestresst sind. Wenn keine Kraft mehr da ist, sollten Eltern so ehrlich sein, und sich Hilfe in Form eines Babysitters oder liebevollen Verwandten holen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • ✓ Beruhigende Medikamente sollten nur als letzter Ausweg und in enger Absprache mit einem Kinderarzt gegeben werden.
  • ✓ Selbst pflanzliche Präparate sind keine Option für Kinder. Sie könnten ebenfalls zur Abhängigkeit und Schädigung führen.
  • ✓ Latent schreiende Kinder sollten in einer Schrei-Ambulanz vorgestellt werden.
  • ✓ Überforderte Eltern brauchen selbst Ruhe und vor allem Schlaf. Ein Babysitter oder Verwandte sollten mit einbezogen werden, damit die Eltern wieder Kraft tanken können.

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