Schierling und schafgarbe

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Früher Artikel Die Blütezeit der Schafgarbe

Konkrete Gefahren aufgrund der Verwechslungsgefahr bei der Schafgarbe

Eine Verwechslung mit dem sogenannten Wiesenschaumkraut ist noch relativ unbedenklich, da dieses selbst auch zu den verzehrbaren Kräutern zählt. Anders verhält es sich, wenn statt der Schafgarbe ein giftiger Doppelgänger wie der Gefleckte Schierling oder der aus dem Kaukasus stammende Riesenbärenklau für die Verwendung in der Küche, als Heilpflanze oder für Trockensträuße geschnitten wird. Schließlich können diese beiden Pflanzen nicht nur bei einem versehentlichen Verzehr zu schlimmen Gesundheitsschäden führen. Oftmals reicht schon die bloße Berührung aus, damit sich auf der Haut äußerst unangenehme Brandblasen bilden.

Der Gefleckte Schierling

Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) wird eigentlich mit einer Wuchshöhe von bis zu zwei Metern deutlich höher als die Schafgarbe. Die Verwechslungsgefahr besteht aber trotzdem bei jüngeren Exemplaren der Pflanze, die Ihre volle Höhe noch nicht erreicht haben. Der Gefleckte Schierling kann an den rötlichen Flecken im Bereich der Stängel identifiziert werden. Außerdem verbreitet die Pflanze einen stechenden und für den Menschen unangenehmen Geruch, der entfernt an Mäuse-Urin erinnert. Die möglichen Beschwerden bei einem Verzehr von Pflanzenteilen sind aufgrund der enthaltenen Alkaloide:

  • Schluckbeschwerden
  • Brennen im Mund
  • Nervenlähmung und Atemstillstand

Der Riesenbärenklau

Ein weiterer, äußerst giftiger Doppelgänger mit einer konkreten Verwechslungsgefahr beim Sammeln von Schafgarben ist der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum). Dieser wurde aus dem Gebiet des Kaukasus eingeschleppt und hat sich in vielen Naturlandschaften stark ausgebreitet. Noch mehr als beim Gefleckten Schierling bedeutet bei dieser Pflanze bereits der bloße Hautkontakt Gefahr. Der Riesenbärenklau unterscheidet sich aufgrund seiner Blätter zwar deutlich von den Schafgarben, Kindern erscheint er aufgrund der weißen Doldenblüten trotzdem manchmal als ähnlich. Wird die Pflanze mit nackten Händen berührt, können sich wochenlang andauernde Verbrennungswunden bilden, die bei Sonneneinstrahlung noch verstärkt werden.

Tipps

Um die Schafgarbe zweifelsfrei zu erkennen, sollten Sie sich diese auf Bildern genau ansehen und nach Möglichkeit von einem Experten in der Natur zeigen lassen. Generell gilt im Garten und bei Ausflügen in die Natur mit Kindern die Devise, dass unbekannte oder nicht sicher bestimmbare Pflanzen nicht angefasst und schon gar nicht verzehrt werden sollten.

Text: Alexander Hallsteiner

Schafgarbe – Alles was Sie wissen müssen

Die Schafgarbe ist eine besondere Pflanzenart, die viele Vorzüge aufweist, insbesondere aufgrund ihrer Erscheinung und ihrer Einsatzmöglichkeiten in einigen medizinischen Bereichen. Die auch als Achillea bekannte Pflanze ist eine Gattung von etwa 85 Blütenpflanzen, die zur Familie der Asteraceae zählt. Der Begriff Schafgarbe ist zwar in erster Linie auf die Achillea bezogen, kann jedoch auch für andere Vertreter dieser Oberfamilie genutzt werden. Die Schafgarbe kommt in Europa und in einigen gemäßigten Gebieten Asiens vor, etwa in der Grenzregion von Russland und Japan. Einige Pflanzen der Gattung wachsen auch in Nordamerika. Schafgarben haben in der Regel haarige und aromatische Blätter und große, flache Stängel mit kleinen Blüten an der Spitze. Diese Blüten können weiß, gelb, orange, rosa oder rot sein.

Die Schafgarbe, die u. a. auch in Deutschland, aber auch in vielen anderen Regionen der Welt zuhause ist, begeistert mit ihren Heilkräften, die ihr viele Spitznamen eingebracht haben. Sie wächst überwiegend auch an Wegrändern oder zwischen Stauden. So ist die Schafgarbe etwa als Frauenpflanze bekannt, da sie bei Menstruationsstörungen wahre Wunder vollbringen kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass die positive Wirkung der Pflanze nicht auch für das männliche Geschlecht bei bestimmten Krankheiten und Leiden zu empfehlen ist. Zudem gilt sie bei Gärtnern aufgrund ihrer Winterhärte und ihrer einfachen Aufzucht als sehr beliebt. Rezeptliebhaber und Anhänger der Homöopathie sind von der beruhigenden Wirkung und dem zugleich aufpushenden Gefühl, das die Schafgarbe erzeugt, angetan. Schließlich kann die Pflanze aus de

Wortherkunft und Aussehen der Schafgarbe

Die Gattung Achillea, wie die Schafgarbe in der Botanik heißt, wurde nach der griechischen mythologischen Figur Achilles benannt. Nach den griechischen Mythen verwendet Achilles Schafgarben, um Soldaten und ihre verletzten Wunden zu behandeln. Auch zu anderen Zwecken soll die Pflanze im antiken Griechenland eingesetzt worden sein. Ihr Aussehen gilt als einzigartig und somit leicht unterscheidbar von anderen Pflanzenarten. Dies liegt in erster Linie an folgenden Merkmalen, welche sich auf das Aussehen der Schafgarbe beziehen:

  • rundlicher und kriechender Wurzelstock
  • Behaarter Stängel
  • Im Querschnitt erscheint der Stängel länglich
  • Am Stängel wachsen verschiedenfarbige Blüten
  • Diese täuschen eine Dolde vor, stellen jedoch eine Rispe dar

Synonyme der Schafgarbe

Die Schafgarbe ist unter vielen weiteren Namen als Kraut bekannt. Hierzu gehören u. a. Allheil und Barbarakraut, Schafgarbenkraut, Gotteshand, Frauenkraut, Gotteskraut, Heil aller Schäden und Neunkraft. Aufgrund ihres Aussehens wird die gemeine Schafgarbe zudem sehr häufig als Tausendblatt bezeichnet.

Steckbrief zur Schafgarbe

Offizieller Name Achillea
Familie Korbblütengewächse bzw. Asteraceae Compositae
Größe Der Stängel erreicht eine Höhe von ca. 80 Zentimetern
Geruch und Geschmack Herb-würziger Geruch – Geschmack als junge Pflanze würzig, als ältere Pflanze bitter
Inhaltsstoffe Eukalyptol, Gerbstoffe, Flavone, ätherisches Öl, Azulen, Bitterstoffe und antibiotische Substanzen
Blüte Korbblütler (und kein Doldenblütler – trotz ähnlichen Aussehens)
Verwandtschaft Frauenmantel, Bärenklau, Kamille und Ringelblume
Doppelgänger/ähnliche Pflanzen Wird häufig mit Wiesenschaumkraut oder Doldenblütlern verwechselt
Bestandteile der Schafgarbe

Es gibt zahlreiche Bestandteile, die wichtige Funktionen für die Schafgarbe einnehmen. Wie andere Pflanzen auch weißt das Tausendblatt u. a. folgende Komponenten auf:

  1. Stängel
  2. Blätter und Blüten
  3. Haare
  4. Spross
  5. Verschiedene Gewebeformen

Die nachfolgende Zeichnung der Schafgarbe zeigt, wie diese Pflanze aufgebaut ist und aus welchen wichtigen Komponenten sie besteht.


Zeichnung: Otto Wilhelm Thomé (1885-1905) (Das Bild wurde mit freundlicher Genehmigung von Kurt Stübers bereitgestellt)

Wo wächst und gedeiht die Schafgarbe

Die Herkunft der Schafgarbe ist umstritten, da die Unterarten der Pflanze (Heilkraut) in vielen Erdteilen vorzufinden sind. Sie wächst sowohl in Nord- und Südeuropa, Nordamerika und Asien sowie in Nordafrika. Sowohl in der Wüste wie auch im Eis, in der Steppe wie im Hochland kann die Achillea dank ihrer hohen Anpassungsfähigkeit leben und gedeihen. Zu den bekanntesten Sorten der Schafgarbe gehören:

  • Gemeine Schafgarbe
  • Gelbschafgarbe
  • Rotschafgarbe
  • Rosafarbene Schafgarbe
  • Lilafarbene Schafgarbe
  • Wiesenschafgarbe
  • Paprikaschafgarbe
  • Yarow Terracotta

Verwandtschaft der Schafgarbe

Neben ihren vielen Unterarten weist die Schafgarbe (Achillea millefolium) auch eine recht große Verwandtschaft auf, wie z.B. die Filipendulina. Welche anderen bekannten Pflanzenarten mit der Achillea verwandt sind und welche Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede diese zu ihr aufweisen, ist auf diesem Infoportal unter Verwandtschaft erfahrbar.

Aufzucht der Achillea – Besonderheiten und Merkmale

Schafgarbensamen gelten bei Pflanzenliebhabern und Botanikern als sehr begehrt. Dies liegt an der tollen Farbenpracht, dem hohen Wirkungsgrad und der einfachen Aufzucht, mit der die Achillea daherkommt. Zudem gelten Schafgarben als winterhart, was zu einem besonders geringen Pflegeaufwand über das Jahr hinweg gesehen führt. Es gibt dennoch einige Aspekte, die beim Schafgarbensamenkauf, bei der Aufzucht und beim Düngern sowie bei der allgemeinen Pflege beachtet werden sollten:

  • Samen am besten online erwerben, da im Internet günstigere Angebote vorzufinden sind
  • Über die Google Suche oder einen Preisvergleich kann das beste Angebot für Schafgarbensamen gefunden werden
  • Nur Saatgut vom ausgezeichneten Saathändler erwerben
  • Nach dem Erwerb das Saatgut mit einem Pflanzabstand von 40 bis 60 Zentimetern im Garten einpflanzen
  • Vermehrung erfolgt durch Aussaat und Teilung
  • Als Boden eignen sich humoser und wasserdurchlässiger Hintergrund
  • Staunässe ist trotz hoher Wasserresonanz zu vermeiden
  • Blätter regelmäßig säubern

Da die Schafgarbe – wie bereits oben angemerkt – zu den pflegeleichteren Gartenpflanzen zählt, gibt es nicht viel mehr bei der Aufzucht und beim Erwerb der Schafgarbensamen zu beachten. Nicht zuletzt deshalb erfreut sich die Pflanze einer großen Beliebtheit, etwa auch als weiterzugebendes Geschenk.

Schafgarbenkräuter sehr begehrt in der Alternativmedizin

Die Schafgarbe als Heilfplanze ist in keinerlei Hinsicht giftig und gilt nicht nur bei vielen Menschen als sehr wirkungsvoll, sondern auch bei einigen Tieren. Zudem hat die Schafgarbe den Ruf, in jeglicher Hinsicht die Gesundheit positiv zu beeinflussen. Es gibt jedoch eine Situation, in der die Achillea nicht angewandt werden sollte – in der Schwangerschaftszeit. Ansonsten ist die medizinische Wirkung der Schafgarbe als Heilfplanzen in der Naturheilkunde unumstritten, nicht nur unter Heilpraktikern, sondern auch unter Gesundheitsexperten und zahlreichen Medizinern. Vergleichbar ist die Stellung der Schafgarbe mit jener der Kamille. Anwendbar ist die Achillea als Heilpflanze unter Anderem in folgenden Formen/Fällen:

  • Sitzbad
  • Gegen Entzündungen
  • Bei offenen Wunden
  • Gegen Appetitlosigkeit
  • Bei Verdauungsbeschwerden
  • Gegen Krämpfe (krampflösend)
  • Gegen Blutungen (blutstillend)
  • Gegen Magen Beschwerden (Unterleibsbeschwerden)
  • Gegen Wechseljahrbeschwerden
  • Gegen Nasenbluten
Umsetzung von Rezepten mit Schafgarbe

Auch in der menschlichen Nahrung nimmt die Schafgarbe eine wichtige Rolle ein. Es besteht die Möglichkeit, leckeren Likör, schmackhafte Limonade oder beruhigenden Tee mit Schafgarbe zuzubereiten. Wichtige Tipps und Informationen zur Zubereitung dieser und vieler weiterer Gerichte mit Schafgarbe gibt es auf der Infoseite Umsetzung.

Schafgarbe und Tiere

Es gibt zahlreiche Tiere, für die Schafgarben zur täglichen Ration gehören. Einige davon sind Haustiere, etwa die Landschildkröte oder Meerschweinchen. Ebenso kann die Schafgarbe bei Hunden und Pferden angewandt werden, welche die Pflanze jedoch nicht als ihre favorisierte Nahrung ansehen. Was bei der Verabreichung der Schafgarbe an Tiere zu beachten ist, kann auf der Unterseite Tiere in Erfahrung gebracht werden.

Definition von Wikipedia zur Achillea Millefolium:

Die Schafgarben (Achillea) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihr botanischer Name Achillea leitet sich von dem griechischen Helden Achilles ab, von dem behauptet wird, dass er mit dieser Pflanze seine Wunden behandelt hat. Vertreter dieser Gattung finden als Heilpflanzen Verwendung.

Erklärungsvideo von Focus Gesundheit:

Schafgarbe – Wirkung und Anwendung

Die Gewöhnliche Schafgarbe trägt die Heilpflanze bereits im Namen: Im Althochdeutschen bedeutete „garwe“ grob übersetzt Heiler. Außerdem sahen unsere Vorfahren, dass Schafe und andere Tiere geradezu verrückt nach der Pflanze sind und sie als erstes fressen, wenn sie auf eine neue Weide kommen. In der Ilias heilt Achilles die verwundeten Soldaten mit dem Kraut, was zu dem lateinischen Namen Achillea führte. Hier die wichtigsten Fakten zur Schafgarbe vorab:

  • Schafgarbe ist seit der Antike als Heilkraut bekannt, und die moderne Wissenschaft bestätigt die heilende Wirkung.
  • Sie wirkt antibakteriell und gegen Entzündungen.
  • Schafgarbe wirkt innerlich gegen Magen-Darm-Beschwerden, Menstruationsprobleme im speziellen und Unterleibsschmerzen allgemein, die generell beruhigenden Eigenschaften helfen auch gegen Kopfschmerzen und leichte Zahnschmerzen.
  • Schafgarbe ist ungiftig in all ihren Teilen, hat aber hoch giftige Doppelgänger. Deshalb sollten Sie sich genau informieren, und / oder Fachleute zu Rate ziehen, wenn Sie die Pflanze sammeln.

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsstoffe

Schafgarbe hemmt Entzündungen und fördert die Wundheilung, sie lindert Verdauungsprobleme, Nierenbeschwerden, Rheuma und Menstruationsschmerzen. Die Pflanze enthält mehr als 80 Stoffe, die der Heilung dienen. Darunter sind Flavonoide, Proazulen, Achillein, Kampfer und Kaffeesäurederivate.

Die Schafgarbe ist seit Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt und wird gegen eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt. (Bild: visuals-and-concepts/fotolia.com)

Wirkung

Seit der Antike ist die Schafgarbe als Mittel bekannt, um den Blutfluss zu stillen. Schafgarbe beruhigt und löst Krämpfe, fördert den Gallenfluss und bremst Entzündungen der Schleimhäute. Die Pflanze wirkt gegen Bakterien, innerlich wie äußerlich. Besonders wirksam gegen Entzündungen ist das ätherische Öl der Schafgarbe, das sich mit Wasserdampf destillieren lässt.

Die krampflösende Wirkung der Schafgarbe hilft gegen die krampfartigen Schmerzen während der Periode. Schafgarben-Tee wirkt gegen einen gereizten Darm ebenso wie gegen einen schmerzenden Magen. Eingenommen fördert Schafgarbe zudem den Appetit, da sie den Fluss der Gallenflüssigkeit fördert.

Schafgarbe wird traditionell eingesetzt gegen

  • Durchfall,
  • Blähungen,
  • Bluthochdruck,
  • Diabetes,
  • gestörte Durchblutung,
  • Erkältung,
  • Gallenkolik,
  • Gastritis,
  • Kopfschmerzen,
  • Nierenschwäche,
  • Beschwerden der Wechseljahre.

Äußerlich aufgetragen, als Öl, Tee, Extrakt oder Tinktur hilft die Pflanze gegen rissige Hände, Hämorrhoiden, Sonnenbrand, Ekzeme, Pickel, Akne und Sonnenbrand.

Der Pflanzensaft

Der ausgepresste Saft lässt sich sowohl trinken als auch auf die Haut auftragen, zum Beispiel auf Wunden, Akne oder Sonnenbrand. Draußen in der Natur, ohne eine Reiseapotheke, ist der Saft der weit verbreiteten Pflanze bisweilen das Mittel erster Wahl. Sie müssen dazu nur Stängel abschneiden und die Schnittstelle auf die verbrannte Haut legen.

Zum Trinken verrühren Sie einen Teelöffel des frischen Saftes in einem Glas Wasser.

Das Kraut

Das gesamte Kraut ohne Erdreste und Teile anderer Pflanzen können Sie zu einem Tee kochen und diesen als Hausmittel gegen Appetitlosigkeit, Blähungen oder Magenschmerzen trinken. Den Tee können Sie auch in Apotheken und Naturkostläden kaufen, dort gibt es ihn als Beutel oder lose Mischungen.

Sie übergießen circa einen Teelöffel der getrockneten Blätter mit einem Viertel Liter heißem Wasser, lassen alles kurz ziehen und trinken es. Zudem können Sie bei Geschwüren oder gereizter Haut den Tee auf die Haut auftragen.

Schafgarbe-Tee kann bei Regelschmerzen, einem gereizten Darm und schmerzendem Magen helfen. (Bild: Madeleine Steinbach/fotolia.com)

Schafgarbe-Öl

Das Schafgarbe-Öl können zur innerlichen Anwendung zum Beispiel in heißes Wasser oder einen Kräutertee geben (nur einige Tropfen) und trinken. Wenn Sie es äußerlich auf eine Wunde auftragen möchten, werden hierfür 20 Tropfen in einem Glas Wasser untergemischt.

Inhalation: Bei entzündeten Schleimhäuten in Nase, Mund oder Rachen können Sie circa 20 Tropfen in kochendes Wasser geben, ein Handtuch über den Kopf legen und zehn Minuten inhalieren.

Tinktur

Für eine Tinktur setzen Sie ein zur Hälfte mit getrockneter Schafgarbe gefülltes Glas mit klarem Schnaps an, legen einen Deckel darauf und stellen dieses Gemisch zwei Wochen an einen waren Platz. Dann gießen Sie die Flüssigkeit in ein anderes Glas und fertig ist die Tinktur.

Ein Bad

Ein Bad mit Schafgarbe tut zum Beispiel gut nach einer langen Wanderung mit Insektenstichen, kleinen Schnitten an den Knöcheln und bei einem Sonnenbrand. Sie können entweder den frischen Saft oder das bereits gewonnene Öl, aber auch getrocknetes Kraut in das Badewasser geben. Sie müssen dazu nicht in Schafgarbe sitzen, sondern können das ganze Kraut mit zwei Liter heißem Wasser übergießen, 20 Minuten ziehen lassen und das Wasser dann in die Badewanne geben.

Schafgarbe-Wickel

Bei Leber- oder Nierenschmerzen hilft ein Tuch, das Sie in Schafgarbentee tränken und um die Nieren- bzw. Leberregion wickeln.

Creme

Sie können Cremes mit Schafgarbe in der Apotheke oder in Naturkostläden kaufen. Wollen Sie eine solche Creme selbst herstellen, können Sie 100 g Butter zerlassen und 20 g frische klein geschnittene Schafgarbe hinzufügen und damit die Haut einreiben.

Nebenwirkungen

Alle Teile der Schafgarbe sind essbar und Nebenwirkungen nicht bekannt. Es kann höchstens sein, dass Sie allergisch auf Schafgarbe und verwandte Arten reagieren. Meist merken Sie das, wenn Sie frischen Saft auf die Haut bekommen und die Haut zu jucken oder sich rot zu färben beginnt.

Der auf die Haut aufgetragene Frischsaft führt vermutlich zu einer erhöhten Sensitivität der Haut – diese sollten Sie daher keiner direkten Sonnenausstrahlung aussetzen.

Schwangere und Stillende sollten keine Schafgarbe zu sich nehmen – nicht, weil negative Auswirkungen bekannt sind, sondern weil es dazu keine validen Studien gibt. Außerdem löst Schafgarbe Krämpfe und fördert somit die Wehen.

Das Öl enthält die Wirkstoffe der Schafgarbe in stark konzentrierter Form. Bei einer bekannten Allergie gegen Korbblütler sollte dies daher nur sehr vorsichtig getestet werden. (Bild: Madeleine Steinbach/fotolia.com)

Allergien

Wer eine Allergie gegen Korbblütler hat, reagiert auch empfindlich auf Schafgarbe. Wissen Sie, dass Sie auf Korbblütler allergisch reagieren? Dann können Sie auf einer kleinen Hautpartie Schafgarbe mit Wasser verdünnt aufpinseln, diesen Vorgang am nächsten Tag wiederholen und beobachten, ob sich die Haut rötet oder ob Sie Schmerzen empfinden.

Verwechslungen

Schafgarbe ist, im Gegensatz zu den meisten anderen Heilpflanzen, in allen ihren Teilen ungiftig. Indessen hat Sie gefährliche Doppelgänger. Der Riesenbärenklau lässt sich in einem frühen Stadium seines Wachstums mit ihr verwechseln, danach überragt er die Schafgarbe. Ein anderer „Doppelgänger“ ist der hochgiftige Schierling.

In jedem Stadium sind die Blätter der Schafgarbe ein Alleinstellungsmerkmal. Sie sind länglich, fein und zierlich. Die Blätter sind gefiedert und bilden Rosetten.

Biologie

Schafgarbe ist ein Korbblütler mit weißen, gelben oder roten Blüten und wächst gewöhnlich 80 cm hoch, maximal bis 150 cm. In der Blütezeit duftet sie stark. Die Gewöhnliche Schafgarbe ist in Mitteleuropa weit verbreitet, verwandte Arten besiedeln Südeuropa und Asien. Heute wächst Schafgarbe vom nicht-tropischen Afrika bis in den Norden Skandinaviens und auch in Amerika.

Volksnamen

Schafgarbe ist erstens weit verbreitet und diente zweitens seit der Antike als menschliche Nahrung, Viehfutter und Heilpflanze. Folglich trägt Sie im Deutschen eine Menge Namen: Blutstillkraut und Frauenkraut verweisen auf die blutstillende Wirkung und das Lindern von Menstruationsschmerzen. Die gefiederten Blätter gaben der Pflanze den Namen „Tausendblatt“. Poetischer ist der Begriff „Augenbraue der Venus“, der von der alten Anwendung als Liebespflanze zeugt. Lämmerzunge rührt daher, dass Lämmer die Schafgarbe als Delikatesse ansehen. (Dr. Utz Anhalt)

Quellen anzeigen Autoren: Dr. phil. Utz Anhalt, Barbara Schindewolf-Lensch Quellen:

  • Bäumler, Siegfried: Heilpflanzenpraxis heute: Band 2 Rezepturen und Anwendung, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013
  • Schilcher, Heinz; Kammerer, Susanne; Wegener, Tankred: Leitfaden Phytotherapie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2010
  • Kooperation Phytopharmaka GbR: koop-phyto.org (Abruf: 19.04.2018), Schafgarbe
  • Bühring, Ursel; Ell-Beiser, Helga; Girsch, Michaela: Heilpflanzen in der Kinderheilkunde: Das Praxis-Lehrbuch, Sonntag, Johannes, 2007
  • Kluge, Heidelore: Weihrauch und seine heilende Wirkung: Ein altes Heilmittel neu entdeckt. Erfolgreich bei vielen Erkrankungen. Zahlreiche Tipps für Ihre individuelle Therapie, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2005
  • Strehlow, Wighard: Die Hildegard-Heilschätze: Schafgarbe, Veilchen, Galgant, Bertram – 4 starke Helfer bei Krankheit, Operation und Rekonvaleszenz, Knaur MensSana HC, 2018
  • Dall’Acqua, Stefano et al.: „Vasoprotective activity of standardized Achillea millefolium extract“, in: Phytomedicine, Volume 18 Issue 12, 2011, sciencedirect.com
  • Agar, Osman Tuncay et al.: „Comparative Studies on Phenolic Composition, Antioxidant, Wound Healing and Cytotoxic Activities of Selected Achillea L. Species Growing in Turkey“, in: molecules, Volume 20 Issue 10, 2015, NCBI

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Gefleckter Schierling


Qualitätssicherung am 6. Dezember 2018 von Dipl.-Biol. Elke Löbel Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) ist eine Pflanze, die vor allem für ihre Giftigkeit bekannt ist. Sie geht weit über die giftigen Substanzen anderer Pflanzen hinaus. Wie giftig diese Pflanze ist, zeigt, dass im Altertum Verurteilte mit einem Giftcocktail aus Conium hingerichtet wurden. Das bekannteste Opfer ist der weltbekannte Philosoph Sokrates.

Vorkommen & Anbau des Gefleckten Schierling

Der Gefleckte Schierling hat viele artverwandte Pflanzen wie Kümmel oder Wiesenkerbel, die jedoch wesentlich harmloser, weil nicht giftig, sind. Diese Giftpflanze ist ein Doldenblütler (Apiaceae) mit weißen Blüten, die sie sehr ansehnlich macht. Der Gefleckte Schierling hat viele artverwandte Pflanzen wie Kümmel oder Wiesenkerbel, die jedoch wesentlich harmloser, weil nicht giftig, sind. Diese Ähnlichkeit zu anderen nicht giftigen Pflanzen macht den Gefleckten Schierling so gefährlich, da eine Verwechslung nicht auszuschließen ist. Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet (Conium maculatum). Neben Aethusa cynapium (Hundepersilie) und Cicuta virosa (Wasserschierling) gehört die krautartige, zweijährige Pflanze zu den giftigsten Pflanzenarten. Der spindelförmig in die Höhe wachsende Doldenblütler erreicht eine durchschnittliche Wuchshöhe von 80 Zentimetern, unter guten Wachstumsbedingungen kann er auch zwei Meter erreichen. Der Namenszusatz „gefleckt“ ist auf den hohlen und runden Stängel zurückzuführen, der im unteren Teil rote Flecken aufweist und mit einem blauen Reif überzogen ist.

Die Stängel sind gerippt und kahl wie die dreieckigen, zwei- bis vierfach gefiederten Laubblätter. Sie weisen fiedrige Einschnitte auf. Der Blütenstand wächst doldenartig und verzeichnet sechs bis zwanzig einzelne, strahlenförmig wachsende Doldenblüten mit Hüllblättern und weißen Kronblättern. Die eiförmige Frucht wird 2 bis 3,5 Millimeter groß. Das Verbreitungsgebiet ist groß, denn der Gefleckte Schierling kommt in Afrika, Europa, Asien und im Nahen Osten vor.

In Nord- und Südamerika ist er ein Neophyt, der durch Menschen eingeschleppt und eingebürgert wurde. Die Giftpflanze bevorzugt nährstoffreiche und tiefgründige Lehmböden und ist auf Brachen, Schuttflächen, in Ackerrainen, auf Rübenäckern und an Straßenrändern anzutreffen. Sie ist auch unter den Trivialnamen Teufelsperterling, Mäuseschierling, Blutschierling, Tollkraut und Wüterich bekannt.

Wirkung & Anwendung

Im Volksmund ist die krautartige Pflanze auch als der Gefleckte Tod bekannt. Als Inhaltsstoffe wirken die Alkaloide Methylconiin, Pseudoconhydrin, Conicein, Conhydrin und Coniin. In der Heilkunde wird der Doldenblütler aufgrund seiner tödlichen Wirkung nicht mehr angewendet. Er darf nur in Form homöopathischer Arzneimittel und verschriebener Fertigpräparate verwendet werden. Die Homöopathie verwendet den Gefleckten Schierling unter seiner wissenschaftlichen Bezeichnung Conium maculatum mit einer Potenzierung von D2 bis D30.

Das Behandlungsprinzip der Homöopathie ist, Gleiches mit Gleichem zu behandeln. Das jeweilige Arzneimittel wird sozusagen als Gegenmittel oder „Gegengift“ eingesetzt. Weil der Gefleckte Schierling verkrampfend, als Nervengift, lähmend, schweißtreibend, anschwellend, ausleitend und entzündungsfördernd wirkt, wird er gezielt gegen die Krankheiten eingesetzt, die von diesen symptomatisch von diesen Beschwerden begleitet werden.

Das Arzneimittel wirkt gegen Muskelschwäche, Brustknoten, Lymphknotenschwellungen, geschwollene Brüste, Mastopathie, Myom, Lichtempfindlichkeit, Prostataschwellung, Prostatabeschwerden, Wechseljahresbeschwerden, Gefäßverkalkung, Nachtschweiß, Schweißausbrüche und Gedächtnisschwäche.

Patienten, bei denen die Vergabe von Conium maculatum indiziert ist, sind oft traurig, teilnahmslos, antriebslos und schwach. Sie leiden unter starken Verdauungsbeschwerden, Hautproblemen, entzündeten Drüsen, körperlicher Schwäche, Lagerungsschwindel und Kopfschmerzen. Sie essen überwiegend saure und salzige Speisen, trinken viel Kaffee und vertragen keine Milchprodukte.

Essen können sie oft nicht bei sich behalten. Typisch für Conium-Patienten sind lichtempfindliche Augen, die von schwarzen Lichtblitzen heimgesucht werden. Häufige Männerbeschwerden sind verschiedene Prostatabeschwerden sowie vergrößerte und verhärtete Hoden. Frauen leiden verstärkt unter der Menopause, begleitet von angeschwollenen Brüsten mit kleinen Knötchen. Sie neigen zu Eierstockproblemen und Myomen. Nachts können Schweißbildung und Reizhusten auftreten.

Je nach Beschwerdebild verwenden Patienten Conium oral in Tablettenform oder äußerlich als Salbe. Die Dosierung ist abhängig von der Potenzierung. Bei einer starken Potenzierung von D30 reicht bereits eine Tablette täglich aus. Eine D12 oder noch niedrigere Potenzierung setzt eine mehrmalige Einnahme pro Tag voraus, um die gewünschte Wirkung zu entfalten. Bei D12 reichen zwei Tabletten täglich aus. Bei einer schwachen Potenzierung von D2 ist eine Vergabe von fünf Tabletten täglich indiziert.

Da der Ausgangsstoff eine Giftpflanze ist, deren Wirkungsweise durch die Potenzierung zwar neutralisiert wurde, ist es dennoch sinnvoll, vor Einnahme einen Homöopathen oder Arzt zu konsultieren. Homöopathische Arzneimittel, die auf giftige Pflanzen zurückgehen, sind in dieser Hinsicht unbedenklich. Dennoch sollte ein Patient diese Mittel nicht eigenverantwortlich ohne Fachkenntnisse einnehmen, da sie bei falscher Anwendung keine Wirkung zeigen oder sich negativ auf parallel eingenommene Medikamente auswirken können.

Auch ist eine Überempfindlichkeit gegen einen oder mehrere der Inhaltsstoffe möglich. Eine Überdosierung kann zu Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel führen. Um diese unerwünschte Nebenwirkung zu erreichen, ist jedoch die Einnahme einer großen Menge an Tabletten nötig. Bisher sind keine derartigen Fälle bekannt. Die Salbe (Conium 5 Prozent) kann je nach Bedarf mehrmals täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Der gefleckte Schierling gehört zu den giftigsten Pflanzenarten überhaupt. Verantwortlich für die giftige Wirkung ist das Alkaloid Coniin. 0,5 bis 1 Gramm sind für erwachsene Menschen tödlich. Auch die weiteren Inhaltsstoffe entfalten eine giftige Wirkung. Sie sind hauptsächlich in den noch nicht reifen Früchten konzentriert. Diese Inhaltsstoffe wirken als Nervengift, das sich zunächst in Sprech- und Schluckstörungen, Brechreiz und Muskelkrämpfen äußert.

Im nächsten Schritt führt die unsachgemäße Verwendung der Pflanzenbestandteile zu Atemlähmung und im letzten Schritt zum Tod. Der Vergiftete verliert bis zum Schluss nicht das Bewusstsein, erlebt seinen Tod also bewusst mit. Ein deutliches Unterscheidungsmerkmal zu den nicht giftigen Pflanzen Wiesenkerbel, Petersilie und Schafgarbe sind die roten Flecken, die bereiften Sprossen und die geteilten Blätter. Der Gefleckte Schierling fällt zudem durch seinen deutlich wahrnehmbaren Geruch nach Mäuse-Urin auf.

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Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Gefleckter Schierling?

Gefleckter Tod: Halte dich vom geflecktem Schierling fern!

Nicht alle schönen Pflanzen sind harmlos. Der gefleckte Schierling zum Beispiel – sieht wunderschön aus, ist aber hochgradig giftig. Das große Problem: Die Giftpflanze sieht der beliebten Schafgarbe zum Verwechseln ähnlich.

Schierling oder Schafgarbe? Beide Pflanzen sehen wunderschön aus, aber eine von ihnen zählt zu den giftigsten Pflanzen Europas. Wie giftig der gefleckte Schierling sein kann, zeigen folgende Bilder. Es sind die Bilder der kleinen Lisabeth, die sich beim Sammeln der vermeintlichen Schafgarbe schmerzende Brandblasen zugezogen hat. Ihr Vater mutmaßt nun, dass es sich bei den weißen Blüten um den giftigen Schierling gehandelt haben könnte. Den Symptomen zufolge könnte er Recht behalten.

Ein paar Tage zuvor: Lisabeth bricht mit ihrem Vater zu einem Angelausflug auf, pflückt einen Strauß Blumen für ihre Mutter. Ein Fehler! Was Vater und Tochter zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, es handelt sich bei der vermeintlichen Schafgarbe nicht um die hübsche Heilpflanze, sondern um den gefleckten Schierling. Am Abend: der Schock. Lisabeths Hände beginnen sich zu röten, zwei Tage später sind sie von schmerzenden Brandblasen übersät.

Todespflanze: Gefleckter Schierling

Was den gefleckten Schierling so gefährlich macht, ist der Giftstoff Alkaloid Coniin. Schon eine geringe Menge kann tödlich sein. Erste Anzeichen einer Vergiftung (Quelle: Botanikus):

  • Brennen im Mund
  • erhöhter Speichelfluss
  • Schluckbeschwerden
  • Lähmung der Zunge
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Schweißausbrüche

Der Vergiftete leidet unter schmerzhaften Hautrötungen, mit der Zeit bilden sich Brandblasen. Wenn dieser Fall eintritt – sofort den Notarzt rufen. Wie auch bei allen anderen Vergiftungen muss diese ärztlich versorgt werden.

Auch für die kleine Lisabeth endet der Angelausflug im Krankenhaus. Was darauf folgt – ein warnender Post ihrer Eltern.

Gefleckter Schierling oder Riesen-Bärenklau?

Immer mehr Menschen werden auf den Vorfall des kleinen Mädchens aufmerksam und fragen sich, ob es sich bei der abgebildeten Pflanze tatsächlich um den gefleckten Schierling handelt. Unseren Recherchen zufolge kann es sich genauso gut auch um den Riesen-Bärenklau handeln. Die Pflanze ist ebenso giftig wie der gefleckte Schierling und führt auch zu Juckreiz, Rötungen und Blasen. Mehr dazu finden sie unter waldwissen.net.

Um welche Pflanze es sich genau handelt, können wir leider nicht eindeutig sagen. Sicher ist auf jeden Fall, dass beide Pflanzen, der gefleckte Schierling sowie der Riesen-Bärenklau, hochgradig giftig und in unseren Wäldern, Wiesen und Gärten ansässig sind. Finger weg von beiden Pflanzen!

Schierling

(Conium)

Gattung der Familie Doldenträger mit verwischtem Kelchrande, verkehrt-herzförmigen, mit einem sehr kurzen, einwärts gebogenen Läppchen versehenen Blumenblättern und einer von den Seiten zusammengedrückten eiförmigen Frucht, deren Halbfrüchte 5 riefig sind.

(C. maculatum)

Echter Schierling, großer Schierling, Erdschierling, Tollkerbel, hat einen 1 – 2 Meter hohen, stielrunden, zart gerollten, bläulich-bereiften, braunrot gefleckten, seltener ungefleckten, wie die ganze Pflanze kahlen, oberwärts sehr astigen, mit gabelspaltigen oder winkelständigen Ästen begabten Stengel.

Die dunkelgrünen, glänzenden, 3 fach gefiederten Blätter haben eirund-längliche, spitze, tief fiederspaltige Blättchen, deren Zipfel eingeschnitten gesägt und mit kurzen stachelspitzigen Sägezähnen ausgestattet sind. Die unteren Blätter sind gestielt und ihre Blattstiele sind stielrund, gerollt und röhrig, die oberen Blätter sitzen dagegen auf schmalen randhäutigen Scheiden.

Die mittelmäßigen, ziemlich flachen Dolden sind 12 – 20 strahlig, die reichblättrige Hülle zurückgeschlagen, die Blättchen lanzettlich zugespitzt und randhäutig, die Hüllchen sind kürzer oder ungefähr so lang als die Döldchen. Die Blumen sind weiß, die 0,4 mm langen Früchte sind fast ebenso breit, graubraun und die Riefen der halbreisen Früchte gekerbt-knotig, später wellig.

Wächst ans öden Plätzen und angebautem Lande, auf Schutt, an Wegen und an Zäunen im größten Teile von Europa und blüht im Juli und August.

Die im zweiten Jahre beim Beginne der Blütezeit gesammelten Blätter sind als Schierlingskraut oder Erdschierlingskraut gebräuchlich. Dieselben haben die beschriebene Gestalt, ziehen sich beim Trocknen sehr zusammen und besitzen einen eigentümlichen, widerlichen, beim Zerquetschen und Welken besonders stark hervortretenden, den Kopf einnehmenden Geruch, und einen etwas scharfen, ekelhaften und bitterlichen Geschmack. Der wichtigste Bestandteil ist ein flüssiges Alkaloid, Coniin, neben welchem sich noch unter anderen Stoffen ein scharfes ätherisches Öl vorfindet.

Anwendung

Die Blätter besitzen im frischen Zustande eins heftige, scharf betäubende Wirkung, und gelten daher in kleineren Gaben als ein auf die Lebensorgane erregend, auf die Nerven aber beruhigend wirkendes Heilmittel, welches hauptsächlich gegen Krankheiten des Blutwasser-Systems, gegen Geschwülste und Verhärtungen der Drüsen, gegen Skropheln, ferner gegen krebsartige Geschwüre, auch gegen krampfhafte Leiden u. s. w. empfohlen und in Pulver innerlich, auch äußerlich zu Umschlägen, im Aufguss zu feuchten Bähungen verordnet wird.

Gebräuchliche Präparate sind der giftige Auszug aus dem frischen oder aus dem trockenen Kraute, das Pflaster und die Essenz, doch wird bie letztere weniger verwendet. Gegenmittel bei Vergiftungen durch Schierling ist Strychnin mit Opium.

In der Homöopathie ist der mit Weingeist vermischte Saft des frischen Krautes nicht nur eine der wichtigsten Arzneien gegen Krätze, Flechten, Krebsgeschwüre, Drüsengeschwülste, Drüsenverhärtungen, skrophulöse Augenleiden, sondern wird auch als wirksam bei Schwindel, Gesichtsschmerz, grauem Star, Bleichsucht, trockenem Krampfhusten, Verstopfung, Harnverhaltung, übermäßigen nächtlichen Samenergießungen, unterdrückter Menstruation, ferner bei Traurigkeit, Missmut, Ängstlichkeit, Unmut und Trübsinn, Unlust zur Arbeit, Vergesslichkeit und Schwäche im Kopfe, Ausfallen der Haare auf dem Kopfe, Brausen und Klingen in den Ohren, häufigem Aufstoßen, Sodbrennen, Magenkrampf, Leibesverstopfung, vergeblichem Drang zum Stuhle, hartem Stuhle, Schneiden in der Harnröhre beim Urinieren, bei Mutterkrämpfen, Husten, Engbrüstigkeit, Kälte der Füße und Hände, bei Schwächezuständen des Greisenalters, bei Krämpfen und Anfällen von Schwäche und anderen krankhaften Erscheinungen bei hysterischen Frauen, Fallsucht, Skrophulose, Wassersucht, Gelbsucht, Schlagflüssen, Flechtenausschlägen, Leberflecken, Katarrhalfieber, Leberverhärtung, Zeugungsunfähigkeit, Nachtripper, bei unterdrückter Menstruation, Menstruationsbeschwerden überhaupt, weißem Fluss, kurzem Atem, Lungenentzündung und Lungenschwindsucht empfohlen.

Man gibt 1 – 2 Tropfen der Urtinktur, welche man erhält, wenn man die vollständige Pflanze mit Ausschluss der Wurzel beim Beginn der Blütezeit sammelt und daraus nach Regel 2 die Tinktur herstellt oder man giebt 1 – 2 Tropfen der 1., 2. Verdünnung 1 – 2 mal täglich oder öfter, wenn es die Umstände erheischen sollten. Bei krebsartigen Zuständen drüsiger Organe wird die äußere Anwendung des Schierlings die innere selbstverständlich sehr unterstützen.
In der Tierheilkunde hat man den Schierling als ein auf- lösendes, zerteilendes und umstimmendes Mittel innerlich gegen Rotz und Wurm, gegen bösartige Druse, gegen Lungenknoten, gegen Verhärtungen besonders in drüsigen Organen, deshalb hauptsächlich gegen Krebs, Wassersuchten und schlaffe Anschwellungen infolge der zu geringen Tätigkeit der Adern, Lymphgefässe und dergleichen Leiden benützt, auch wurde er be- sonders gegen Entzündung und Verhärtung der Euter empfohlen, und äußerlich hält man ihn häufig für besonders heilsam bei Krebs, bei Flecken und Verdunkelung der Hornhaut und selbst gegen Ausschwitzungen und Verdunkelungen im Innern des Auges und bei erhärteten schmerzhaften Geschwülsten, besonders in drüsigen Gebilden.

Das trockene Kraut kann bei größeren Haustieren zu 30 – 90 g, Schafen und Ziegen zu 45 g zu 1 – 4 g in einer Gabe – das frische Kraut oder der ausgepresste Saft in der doppelten Menge und täglich zweimal gegeben werden. Die Anwendung geschieht in Pillen, Latwergen oder in Abkochung und mehrenteils in Verbindung mit anderen entsprechenden Mitteln, besonders mit. Spießglanz, Quecksilber, Tierkohle etc. Äußerlich benützt man sowohl, das trockene, wie das frische Kraut zu Breiumschlägen und die Abkochung, zum Bähen der verhärteten ober schwärenden Teile, ähnlich wie das Bilsenkraut. Der aus dein Erdschierling bereitete Auszug ist in der Tierheilkunde nicht gebräuchlicher kann aber bei den oben angegebenen Krankheiten den Schafen, Ziegen, Schweinen und Hunden zu 0,6 – 2 g gegeben und äußerlich bei Drüsenleiden und Augenfehlern recht gut sowohl für sich allein, in Auflösung von 1 Teil in 30 – 40 Teilen abgetröpfelten Wassers oder als Zusatz zu roter oder grauer Quecksilbersalbe benützt werden.

Die homöopathischen Tierärzte geben den Schierling bei dem sogenannten Hautwurm des Pferdes, bei krebsartigen Leiden des Euters der Hunde, bei dem blutigen Ohrenflusse der Hunde, bei Trübung der Hornhaut und Bindehaut des Auges, nach mit Wunden zusammenhängender Augenentzündung, bei Augenfleck, Augenfell. Innerlich die 3. Verdünnung, äußerlich 30 Tropfen Tinktur auf 60 g abgetröpfelten Wassers zum Einpinseln. Ferner bei Anschwellung und Verhärtung drüsiger Gebilde, bei Verdichtung des Zellgewebes nach Quetschungen, Druck, Stoß etc., als Satteldruck, Knieschwamm, Stollbeule, bei flechtenartigen Ausschlägen der Hunde und bei hartnäckigem, trockenem und schmerzhaftem Husten der Pferde.
Man gibt die 3., 6. Verdünnung.

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Tags: Doldenträger, Geschwülste, krampfhafte Leiden, scharf betäubend, Verhärtungen d. Drüsen

Kategorien: Heilkräuter und Heilpflanzen

Tiergiftig:
Die Pflanze ist auch für Pferde, Rinder und Kühe, Schweine, Hunde und Katzen, Hasen, Kaninchen und Meerschweinchen sowie für Vögel stark giftig. Die frischen Pflanzen werden von Weidetieren gewöhnlich gemieden, was aber in keiner Weise eine Sicherheit darstellt. Mich erreichte eine Mail, in der mir eine Pferdebesitzerin mitteilte, dass ihr schon älteres und somit vermeintlich erfahrenes Pferd am Schierling gestorben war, obwohl die Pflanze schon jahrelang längs der Weide wuchs. Vermutlich hat es die unreifen Samen gefressen. Die Giftstoffe sollen im Heu unwirksam sein. Die Symptome einer Vergiftung sind Speichelfluss, Unlust zum Fressen, kein Wiederkäuen, erst verlangsamter, dann erhöhter Puls, aufsteigende Lähmung bis zum Erreichen der Atmung, schließlich Tod durch Atemlähmung. Sauen werfen nach einer Schierlingsvergiftung missgebildete Ferkel. Die tödliche Dosis für Rinder liegt bei 4 Kg des frischen Krauts.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Das Gift des Schierlings wirkt äußerlich betäubend und lässt die Haut empfindungslos werden. Die Pflanze wurde früher bei Krankheiten der Atmungsorgane und bei Krämpfen eingesetzt. Da es heute harmlosere Medikamente gibt, wird Schierling medizinisch nicht mehr genutzt. Eine genaue Dosierung mit der Droge ist sehr schwierig, da die heilende und die tödliche Dosis eng beieinander liegen. In der Homöopathie verwendet man eine Tinktur aus dem frischen Kraut bei Krampfhusten und Muskelkrämpfen.

Name:
Die Herkunft des Namens Schierling ist unsicher. Entweder kommt er von dem althochdeutschen Wort scern für Schirm oder er stammt von dem angelsächsischen scearn für Mist, was auf den unangenehmen Geruch der Pflanze Bezug nimmt. Weitere Namen waren Wüterich, Scharpenpiepen, Tollkerbe und Blutschierling. Der Gattungsname Conium leitet sich von der griechischen Bezeichnung koneion ab, dem damaligen Namen des Schierlings. Konos bedeutet Kreisel und weist darauf hin, dass sich ein Vergifteter wie ein Kreisel dreht. Der Artname maculatum kommt aus dem Lateinischen und heißt gefleckt.

Geschichtliches:
Die Giftigkeit des Schierlings war schon im Altertum bekannt. Der Saft wurde zu Giftmorden und zur Vollstreckung von Todesurteilen verwendet. Sokrates wurde 399 v. Chr. zum Tode durch den aus unreifen Früchten gewonnenen Schierlingssaft hingerichtet. Theophrast, Dioscurides und Hippokrates beschrieben die Wirkung der Pflanze. So schreibt Dioscurides, dass auf die Hoden aufgetragen Schierlingssaft vor sexuellen Träumen schützen soll. Er berichtet aber auch über die starke Giftwirkung der Pflanze und, dass Schierling als Schmerzmittel zu gebrauchen ist. Bei Hieronymus Bock lesen wir: „Das böß gifftig Schirlingskraut / soll umb seiner grossen kält willen (Giftigkeit) inn leib nit genommen noch gegeben werden / Eusserlich ist es wol zu brauchen inn vilen presten / gehört zu den keuschen Ordensleuten / damit sie ihr gelübd … mögen halte“ und an anderer Stelle: „Düchlein im safft oder wasser genetzt unnd obergelegt / laßt die Brüst und andere glider nit grösser oder hiziger werden … aber solche arznei gehört inn die beschlossene Klöster zu den keuschen leuten.“ Noch heute findet man in der Nähe von Klöstern verwilderten Schierling, der damals in den Gärten angebaut wurde. Schierlingssaft wurde früher auch als lokales Narkosemittel verwendet, und er war Bestandteil der Hexensalben, die auf die Haut aufgetragen, das real erlebte Gefühl erzeugten, durch die Luft zu fliegen. Der Hauptwirkstoff des Schierlings, das Coniin, wurde 1831 isoliert.

Wiesenkerbel, Wilde Möhre,Hundspetersilie,Wiesenbärenklau,Wiesenkümmel,Breitblättriger Merk, Giersch, Schierling. Futterpflanzen weiß blühend

Blatt vom Wiesenkerbel. Hat Sigi fotografiert Ich werde bald ein neues Foto einstellen , man kann nicht genau bestimmen ob es auch wirklich der Kerbel ist.

Blüten und Blätter vom Wiesenkerbel

Blüte Wiesenkerbel

Wiesenkerbel: Der Wiesen-Kerbel ist eine Pflanzenart aus der Gattung Kerbel, die zur Familie der Doldenblütler gehört.Wiesen-Kerbel besitzt ein Aroma, das an Petersilie erinnert. Früher hat man den Wiesenkerbel als Heilkraut verwendet: Kurierung von Leberleiden, Nierensteinen sowie Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden. Kann bis zu 150cm hoch werden. ABER ACHTUNG : kann mit dem giftigen Schierling und Hundspetersilie verwechselt werden Das Foto mit dem Blatt habe ich von Strandsigi

Wiesenbärenklau: Doldenblütengewächs , in ganz Europa verbreitet,kann bis zu 150cm hoch werden. Die Form der Blätter erinnert an die Tatzen eines Bären, die aufrechten, kräftigen, gerieften, hohlen Stängel dieser Heilpflanzen sind behaart. Die Heilwirkung :anregend, blutdrucksenkend, reguliert die Menstruation, verdauungsfördernd.

Blatt und Stängel Wiesenbärenklau

Blüte Wiesenbärenklau

Der Wiesen-Bärenklau kann bei empfindlichen Menschen durch den Kontakt mit der Pflanze eine Wiesendermatitis hervorrufen, vor allem im Zusammenhang mit Sonnenbestrahlung der Haut.

Gierschblüte

Giersch: Wer kennt es nicht dieses Weiße-Wurzel(Unkraut), heißt auch Dreiblatt. Familie der Doldenblütler der Name kommt aus dem Griechischen bezieht sich auf die Gestalt der Blätter, die an einen Ziegenfuß erinnern ( botanischer Gattungsname Aegopodium). Er erreicht eine Wuchshöhe von 30-100cm. Giersch kann als Salat oder Gemüse zubereitet werden ( erinnert an Spinat/Petersilie), er enthält viel VitaminC,Kalium, Karotin und Eisen. Ein gutes Erkennungsmerkmal beim Giersch ist der dreieckige Stängel siehe Foto.

Giersch-Blatt

Stängelform ist dreieckig

Hundspetersilie Sie ist auch ein Doldenblütler und wird bis zu 100 cm hoch.Da von der Hundspetersilie kein Nutzen ausgeht, nannte man sie abwertend Hundspetersilie.( Die Blätter könnte man mit der Gartenpetersilie verwechseln) Der Gattungsname Aethusa entspringt dem griechischen Wort aitho für brennen und weist auf den scharfen Geschmack der Pflanze hin. Diese Pflanze ist giftig:Sie enthält das Alkaloid Aethusin, das mit dem im Schierling enthaltenen Coniin vergleichbar ist.

Blatt und Stängel der Hundspetersilie

Samen der Hundspetersilie

Die Pflanze ist auch für Pferde, Rinder und Kühe, Schweine, Hunde und Katzen, Hasen, Kaninchen Meerschweinchen und für Vögel stark giftig. Diese Pflanze hatte noch keine Blüte -Blütenfoto folgt bald. Die Blüten der verschiedenen weiß blühenden Doldenblütler ähneln sich alle aber an den Blättern kann man Unterschiede erkennen.

Blüte der Hundspetersilie

Hundspetersilie

Blatt vom Großen Merk

Blüte vom Großen/Breitblättrigen Merk

Breitblättriger Merk oder auch GroßerMerk

ist ein Doldenblütler. Eine Sumpfpflanze die an Gräben ,auf Schlammböden und an Ufern von Seen gedeiht. Wird bis zu 150 cm hoch. Wurzel und Früchte sind giftig. Kann man an den Blättern sehr gut erkennen eventuell Verwechslung mit Giersch. Siehe Fotos.

Dieser Breitblättrige /Große Merk wächst an einem Graben im Wald.

Schierling -Gefleckter Schierling

Blüte des gefleckten Schierlings

Ein Blatt des Gefleckten Schierlings

Stängel des gefleckten Schierlings

Stängel (unterer Teil ) Gefleckter Schierling

Der Gefleckte Schierling ist sehr giftig. Aus der Familie der Doldenblütler. Er erreicht Wuchshöhen von 80 cm bis zu 2 Metern. Ein gutes Erkennungsmerkmal ist ein intensiver Geruch nach Mäuse-Urin und die fleckigen Stängel. Sokrates wurde 399 v. Chr. zum Tode durch den aus unreifen Früchten gewonnenen Schierlingssaft hingerichtet. Die Pflanze ist auch für Pferde, Rinder und Kühe, Schweine, Hunde und Katzen, Hasen, Kaninchen und Meerschweinchen sowie für Vögel stark giftig.

Wilde Möhre

Die wilde Möhre ist eine zweijährige und stark krautige Pflanze ,Doldenblütler, die Wuchshöhen von bis zu 1,40 Meter erreichen kann. Jedoch ist sie meist kleiner, zwischen 50 und 100 cm . Die Pflanze bildet die so genannten Wurzelrüben aus, die zum Teil aus einer bleichen Hauptwurzel bestehen.

Blüte der Wilden Möhre mit der dunklen Möhrenblüte in der Mitte

Kraut der Wilden Möhre

Wurzel der Wilden Möhre

Gut erkennbar ist die Wilde Möhre ( wenn die Dolden ganz aufgeblüht sind) an der schwarzpurpur farbigen Möhrenblüte in der Mitte(siehe Bild).

Conium maculatum L. ist eine bis zu 2,5 Meter hohe ein- bis zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler , die sich besonders auf Ruderalflächen wie Wegrändern, Ackerbrachen und Schuttplätzen findet. Sie blüht von Juni bis September mit eher unscheinbaren schmutzig-weißen Blüten, die in 10- bis 20-strahligen Doppeldolden stehen. Ihre Samen sind drei Millimeter lang und erhalten durch wellig gekerbte Rippen eine warzig erscheinende Struktur. Die scheidig gestielten Blätter haben eine dunkelgrüne Farbe und sind zwei- bis vierfach gefiedert.

Gefleckt und stinkend Im ersten Jahr entwickeln sich nur grundständige Blätter, im zweiten Jahr sprosst ein runder, fein gerillter, hohler Stängel. Er ist von einem blauen Reif überzogen und zeigt im unteren Bereich braunrote Flecke, die der Artname maculatum aufgreift, der aus dem Lateinischen kommt und gefleckt bedeutet. Auch die deutschen Namen Gefleckter Schierling oder Fleckenschierling nehmen auf dieses Erkennungsmerkmal des Doldenblüters Bezug.

Das andere typische Kennzeichen ist der widerliche, an Mäuseurin erinnernde Geruch, der sich besonders intensiv beim Zerreiben der Pflanzenteile verbreitet. Er kommt im Begriff Schierling zum Ausdruck, der auf das angelsächsische Wort sceran = Mist zurückzuführen sein soll und den unangenehmen Geruch aufgreift.

Tödliches Coniin Mit dem Gattungsnamen Conium wurde der Gefleckte Schierling schon von Theophrast und Dioskurides als die „Schwindelerregende“ bezeichnet. Er leitet sich von der griechischen Bezeichnung koneion = Kreisel oder Schwindel ab und soll eine Anspielung auf die Giftwirkung des Doldenblütlers sein. Die ganze Pflanze ist stark toxisch, besonders in den unreifen Früchten befinden sich hohe Anteile des Piperidinalkaloids Coniin. Bei getrockneten Pflanzenteilen ist der Giftstoffgehalt deutlich niedriger.

Als tödliche Dosis gelten beim Menschen 0,5 bis 1 Gramm des Alkaloids. Es wird schnell über Schleimhäute und Haut aufgenommen. Die Vergiftungssymptome zeigen sich bereits nach ein bis zwei Stunden. Das Toxin bewirkt zunächst eine kurze Erregungsphase mit Brennen im Mund, erhöhtem Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Schwindel. Danach kommt es zu einer aufsteigenden Lähmung des Rückenmarks und der Medulla oblongata, die mit einem Kältegefühl, Gefühllosigkeit und einem verlangsamtem Herzschlag einhergeht. Der Tod erfolgt meist bei voll erhaltenem Bewusstsein durch Lähmung des Atemzentrums.

Todestrank der Antike Die Giftigkeit des Gefleckten Schierlings war schon damals bekannt. Ein Extrakt der Pflanze wurde im antiken Griechenland nicht nur für hinterhältige Giftmorde, sondern auch offiziell zur Hinrichtung von Staatsfeinden verwendet. Berühmtes Beispiel ist die Verurteilung des griechischen Philosophen Sokrates. Er bekam im Jahre 399 v. Chr. als Todesstrafe den „Schierlingsbecher“ zu trinken, der ein Gemisch aus dem Presssaft der Schierlingspflanze und Opium enthielt.

Heil- und Hexenpflanze des Mittelalters Der Gefleckte Schierling wurde nun zunehmend als Heilmittel eingesetzt. So wurde er in den Kräutergärten von Klöstern angepflanzt und war bei Mönchen und Nonnen ein geläufiges Keuschheitsmittel (Anaphrodisiakum). Mittelalterliche Arzneibücher führten Zubereitungen zur Verwendung als Schmerz-, Schlaf- und lokales Narkosemittel auf, die unter anderem auch den Gefleckten Schierling enthielten.

Achtung Verwechselung!
Der Gefleckte Schierling kann mit anderen als Wildgemüse und Gewürz gesammelten Doldenblütern verwechselt werden. Hauptsächlich kommt es zu Vergiftungen beim Sammeln von Kerbelkraut, Petersilienwurzeln sowie den Früchten von Kümmel und Anis.

Darüber hinaus war das Doldengewächs neben dem Bilsenkraut ein typisches Hexenkraut, das als Bestandteil mittelalterlicher Hexensalben für Flughalluzinationen und zur Bewusstseinserweiterung geschätzt wurde.

Heute obsolet In der Volksheilkunde war die Pflanze später weiterhin ein gebräuchliches Schmerzmittel. Zudem waren Asthma, Krampfhusten, spastische Zustände und eine Hyperaktivität der Milchdrüsen gängige Einsatzgebiete. Dabei wurde die Pflanze sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet. Heute ist die Droge aufgrund ihrer starken Toxizität und der potenziellen Vergiftungsgefahr als Arzneimittel obsolet. Die Homöopathen nutzen sie weiterhin, beispielsweise als Mittel bei Schwindelzuständen, Vergesslichkeit, Drüsenschwellung oder Augenleiden. Unerwünschte Wirkungen sind in homöopathischen Verdünnungen nicht zu erwarten.

Den Artikel finden Sie auch in DIE PTA IN DER APOTHEKE 02/14 ab Seite 100.

Gode Meyer-Chlond, Apothekerin

Warnung vor dem Gefleckten Schierling

Der Gefleckte Schierling kann leicht verwechselt werden, dabei ist der hochgiftig. So erkennen Sie ihn.

Statt einer harmlosen Schafgarbe, landet schnell aus Versehen der sogenannten Gefleckte Schierling im selbstgepflückten Blumenstrauß – und der gehört zu den giftigsten einheimischen Pflanzenarten. Doch für den Laien und vor allem für Kinder ist er kaum von den völlig harmlosen Doldengewächsen zu unterscheiden. So kommt es immer wieder zu Verwechslungen mit der Schafgarbe, dem Wiesenkerbel oder auch mit Kümmelpflanzen.

Giftig: Der Gefleckte Schierling

Tödlich: Gefleckter Schierling

Was den Gefleckten Schierling so gefährlich macht, ist seine hohen Giftkonzentration: Er enthält den Giftstoff Alkaloid Coniin und der ist bereits in geringen Mengen sogar tödlich. Bei Erwachsenen reichen 0,5 -1 Gramm von dem Coniin aus, um schwere Nervenlähmungen zu verursachen, die letztlich zum Atemstillstand führen. Erste Anzeichen einer Vergiftung sind:
• Brennen im Mund
• erhöhtem Speichelfluss
• Schluckbeschwerden
• Lähmung der Zunge
An der Haut hinterlässt das Gift des Gefleckten Schierlings schmerzende Hautreizungen. Ähnlich wie bei einer starken Verbrennung bilden sich zum Teil große Brandblasen. Die müssen unbedingt ärztlich versorgt werden. Deshalb endete auch für das Mädchen aus Göttingen der Familienausflug letztendlich im Krankenhaus. Ihre großen „Brandblasen“, die der Schierling verursacht hatte, mussten operativ entfernt werden.

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Giftige Pflanzen im Garten: einheimische Giftpflanzen und Exoten

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So erkennen Sie den Gefleckten Schierling

Ein gutes Erkennungsmerkmal des Gefleckten Schierlings ist sein stechender Geruch: Er erinnert stark an Mäuse-Urin und ist für die Nase daher sehr unangenehm. Das unterscheidet ihn am deutlichsten von den Doldengewächsen. Sie können den Gefleckten Schierling aber auch an roten Flecken im unteren Bereichdes Stängels erkennen – sie sind typisch und gaben der Giftpflanze ihren Namen. Der Schierling kann bis zu zwei Meter hoch werden und wächst bevorzugt auf Brachland, an Hecken, Uferböschungen, Wegrändern, Gräben oder Schuttplätzen.

Vergiftung: Richtig reagieren

Sollte Ihr Kind in Berührung mit dem Gefleckten Schierling gekommen sein, oder ihn schlimmstenfalls sogar gegessen haben, ist es wichtig schnell zu handeln. Alarmieren Sie umgehend den Notruf oder rufen Sie bei der örtlichen Giftnotrufzentrale an. Das gilt natürlich für Vergiftungen aller Art. Das Bundesverbraucherministerium und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben für solche Fälle die kostenlose App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ entwickelt.

Kleinkind

Erste Hilfe an Baby und Kind

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Sie soll dabei helfen, schnell reagieren zu können, gibt Informationen über verschiedenste Vergiftungsarten und Erste-Hilfe-Maßnahmen. Außerdem können Sie aus der App heraus direkt die nächste Giftnotrufzentrale anrufen. Dennoch: der Notruf 110 ist im Ernstfall unersetzbar.

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