Schielen BEI baby

Schielen führt häufig bereits im Säuglingsalter zu einer verminderten Sehleistung. Doch früh therapiert sind die Heilungschancen gut. Welche Ursachen Schielen hat und wie eine dauerhafte Sehschwäche vermieden wird.

Wie entsteht das Schielen?

Während die Sinneszellen des Auges erst durch die Reifung des Sehnervs mit dem Gehirn „verkabelt“ werden, sind die jeweils sechs Muskeln der beiden Augen (vier gerade, zwei schräge) bereits bei der Geburt voll entwickelt. Das Baby kann seine Augen also in alle Richtungen bewegen. In den ersten Lebenstagen geschieht das meist noch ruckartig und unkoordiniert. Dieses nicht krankhafte Schielen bei Babys wird auch als „Silberblick“ bezeichnet. Von „Pseudoschielen“ sprechen Ärzte dagegen, wenn durch einen bei Babys häufig vorkommenden breiten Nasenrücken („Epikanthus“) der Eindruck entsteht, dass ein Auge von der symmetrischen Gesichtslinie abweicht. Hier trügt der Schein und es liegt kein echtes Schielen vor.

Bleibt das Schielen aber über mehrere Monate bestehen, ergibt sich der Verdacht auf Strabismus – krankhaftes Schielen. Dabei ist häufig die Synchronisation der sechs Muskeln durch falsche Gehirnimpulse gestört und das Kind richtet nur ein Auge auf den fixierten Gegenstand, während das andere Auge abweicht. Dieses Auge oder abwechselnd beide Augen wandern entweder nach innen (das kommt am häufigsten vor) oder nach außen: Das Kind schielt. Räumliches – also zweiäugiges, binokulares 3D-Sehen ist nur dann möglich, wenn die Bilder bei beiden Augen auf die Stelle des schärfsten Sehens, den so genannten „gelben Fleck“ fallen. Beim schielenden Auge ist das jedoch nicht der Fall. Die Folge: Das Gehirn kann die Bilder aus den beiden Augen nicht zu einem einzigen dreidimensionalen Seheindruck verschmelzen und wird durch Doppelbilder irritiert. Es beginnt deshalb sehr schnell, das vom schielenden Auge übermittelte Bild dauerhaft zu unterdrücken, und schließt dieses Auge vom aktiven Sehen aus. Das arbeitslose Auge verlernt immer mehr das Sehen, das Kind ist praktisch einäugig.

Was sind die Ursachen für Schielen?

Die Ursache des Schielens lässt sich fast nie eindeutig herausfinden. Viele Faktoren können eine Rolle spielen. Am häufigsten ist eine Weitsichtigkeit: Dabei sind die Augen des Kindes um ein winziges Stück zu kurz geraten. Das Gehirn veranlasst deshalb die Augenmuskeln, die Augenlinse stärker zu krümmen, wenn sie scharf sehen soll. Diese Krümmung – die so genannte Akkommodation – bewirkt jedoch gleichzeitig, dass sich beide Augen nach innen drehen.

Auch Virusinfektionen vor und nach der Geburt und Entwicklungsstörungen in diesem Zeitraum können eine Rolle spielen. Deshalb sollten Frühgeborene und andere Risikobabys, bei denen der Verdacht auf eine Entwicklungsverzögerung oder eine Bewegungsstörung besteht, auch auf Schielen und andere Sehstörungen untersucht werden, rät die Stiftung Kindergesundheit. Denn bei jedem zweiten dieser Babys ist auch mit Augenstörungen zu rechnen. Und umgekehrt: Bei schielenden Kindern ist auch eine genaue kinderärztliche Überwachung nötig, damit eventuelle andere Störungen rechtzeitig entdeckt werden.

Ist Schielen erblich?

Wenn beide Eltern schielen, beträgt die Wahrscheinlichkeit über 50 Prozent, dass ihre Kinder ebenfalls schielen. Sie liegt bei über 20 Prozent, wenn ein Geschwister schielt, und verdoppelt sich auf etwa 40 Prozent bei zusätzlichem Schielen eines Elternteiles.

Wie wird Schielen behandelt?

Früher wurde Schielen lediglich als niedlicher Schönheitsfehler angesehen und erst mit etwa zwölf Jahren operiert. Heute weiß man: Wenn die Krankheit nicht behandelt wird, bleibt das schielende Auge in mehr als 50 Prozent der Fälle mehr oder weniger vom Sehen ausgeschlossen. Je früher das Schielen im Leben des Kindes auftritt und je später es behandelt wird, desto schwerer wird die Sehbehinderung sein. Es gibt zwei drohende Folgen: Die Schwachsichtigkeit des Auges (Amblyopie) und der Verlust des räumlichen Sehens.

Besteht bei einem Baby nach dem dritten Lebensmonat immer noch eine ständige einseitige Fehlstellung, empfiehlt es sich, eine Frühbehandlung zu beginnen. Bei rechtzeitiger Behandlung wird bei mehr als 90 Prozent der Kinder das Schielen geheilt oder zumindest die Schwachsichtigkeit wesentlich gebessert. Bei der Okklusionsbehandlung sind abwechselnd beide Augen zum Sehen gezwungen. Dazu wird das gesunde Auge entweder mit Hilfe von Atropintropfen in seiner Sehkraft zeitweilig geschwächt oder stundenweise mit einem Pflaster abgedeckt und damit ausgeschaltet. So lernt auch das zweite Auge das Sehen und die Schwachsichtigkeit des Auges kann verhindert werden. Besteht zeitgleich eine Weitsichtigkeit, wird diese mit einer Brille ausgeglichen.

Bei einem großen Schielwinkel ist eine Operation erforderlich, um das Schielen zu beseitigen. Die Chirurgie der Augenmuskeln gilt als ein sehr sicheres Verfahren. Entgegen vielen Schauermärchen wird bei der Operation weder das Auge herausgenommen, noch der Augapfel aufgeschnitten, betont die Stiftung Kindergesundheit. Der Arzt öffnet lediglich die Bindehaut, die auf dem Augapfel liegt. Die darunter liegenden Augenmuskeln werden verkürzt oder so versetzt, dass beide Augen möglichst gerade stehen. Danach wird die Bindehaut mit einer hauchfeinen Naht wieder verschlossen. In Deutschland wird die Operation üblicherweise im Jahr vor der Einschulung durchgeführt. So lässt sich vermeiden, dass das Schielen den Schulerfolg behindert. Durch die Operation wird nur die Augenstellung verändert, nicht aber der Brechungsfehler der Augen. Das bedeutet, dass ein Kind, das vor der Operation aufgrund einer Weitsichtigkeit eine Brille tragen musste, sie in den meisten Fällen auch nach dem Eingriff weiter tragen muss.

Welche Folgen drohen in Schule und Beruf?

Menschen, deren 3D-Sehen beeinträchtigt ist, sind im späteren Leben von bestimmten Berufen ausgeschlossen, besonders im Verkehr, z. B. bei der Bahn oder in der Luftfahrt. Nach aktuellen Untersuchungen kommen auch Verhaltensstörungen, Leistungsschwäche, Lese-Rechtschreib-Probleme und Legasthenie bei Kindern mit Schielen oder Sehschwäche häufiger vor. Schielen kann sogar zu psychischen Problemen führen. Nicht selten halten andere Menschen das Schielen für einen „bösen Blick“. So ergab eine Untersuchung in der Schweiz, dass schielende Kinder von Gleichaltrigen viel seltener zum Kindergeburtstag eingeladen werden.

Besonders dramatische Folgen gibt es, wenn im späteren Leben das gute Auge durch Unfall oder durch eine Erkrankung geschädigt wird. In diesem Fall muss das schwachsichtige Auge die Hauptfunktion übernehmen. Sein Sehvermögen beträgt meist jedoch höchstens zehn Prozent der normalen Sehleistung, was zu erheblichen Sehproblemen führen kann.

Die Stiftung Kindergesundheit empfiehlt allen Eltern, sich bei Verdacht auf eine Sehstörung ihres Babys von ihrem Kinder- und Jugendarzt beraten zu lassen und, falls nötig, einen Augenarzt aufzusuchen.

Schielen und Amblyopie

  • Was ist Schielen?
  • Wie kommt es zu einer Sehschwäche (Amblyopie)?
  • Wie sehen Babys und wie erlernen sie das Sehen?
  • Welche Schielformen gibt es?
  • Wie entsteht Schielen?
  • Gibt es frühe Warnzeichen für Schielen oder Amblyopie?
  • Wie wird Schielen behandelt?
  • Schielen und Brille
  • Wie wird die Schiel-Sehschwäche (Amblyopie) behandelt?
  • Wann ist eine Schiel-Operation notwendig, wie geht sie vor sich?
  • Wie können Kind, Eltern und Augenarzt zusammenarbeiten?
Was ist Schielen?

Schielen (Strabismus) nennt man die meist beständige oder immer wieder auftretende Fehlstellung eines oder beider Augen. Beide Augen schauen nicht in die gleiche Richtung. Vier Millionen Mitbürger in Deutschland schielen. Sie leiden nicht nur unter der sichtbaren, oft entstellenden Abweichung; mehr noch belasten die mit dem Schielen verbundenen Sehstörungen.

Schielen ist eben nicht nur ein Schönheitsfehler (verniedlichend: Silberblick), sondern oft mit einer schweren Sehbehinderung verbunden. Je früher das Schielen im Leben des Kindes auftritt, je später es vom Augenarzt behandelt werden kann, desto schwerer wird die Sehbehinderung und desto schwerer wird auch die Behandlung der Schiel-Sehschwäche. Schon mit drei Jahren sinken die Erfolgschancen der Behandlung erheblich, zu Beginn des Schulalters lässt sich bei einer schielbedingten Sehschwäche trotz Behandlung in der Regel keine normale Sehschärfe mehr erreichen. Schielende Babys und Kleinkinder bedürfen einer möglichst frühzeitigen Behandlung. Je früher die Therapie einsetzt, desto wirkungsvoller und desto weniger belastend ist sie für das Kind.

Wie kommt es zu einer Sehschwäche (Amblyopie)?

Damit wir räumlich (3D) wahrnehmen können, müssen unsere beiden Augen auf dieselbe Stelle gerichtet sein. In beiden Augen entsteht dabei jeweils ein geringfügig unterschiedliches Bild. Diese beiden Bilder werden im Gehirn zu einem einzigen Seheindruck verschmolzen und es entsteht ein Tiefensehen, auch räumliches oder 3D-Sehen genannt. Beim Schielen hingegen treffen die Sehachsen nicht auf dieselbe Stelle, der Unterschied der beiden Bilder, den die Augen liefern, wird zu groß. Sie können im Gehirn nicht mehr richtig zur Deckung kommen und miteinander verschmolzen werden, somit ist keine räumliche Wahrnehmung möglich. Es entstehen aber störende Doppelbilder. Das kindliche Gehirn kann sich – im Gegensatz zum Erwachsenen – gegen Doppelbilder wehren, indem es das vom schielenden Auge übermittelte Bild unterdrückt. Der Vorgang hat meist verhängnisvolle Folgen: Das nicht benutzte Auge wird nach einiger Zeit sehschwach (amblyop). Ebenso wird ein Auge sehschwach, wenn es aufgrund einer höheren oder rechts und links ungleichen Fehlsichtigkeit nicht benutzt wird (Refraktionsamblyopie) oder, wenn es wegen einer Augenerkrankung am scharfen Sehen gehindert wird (Deprivationsamblyopie).

Amblyopie nennt man die Sehschwäche eines organisch sonst gesunden Auges. Ohne Behandlung entwickeln nahezu 90 Prozent aller Schielkinder eine einseitige Amblyopie. Wird diese Sehschwäche nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt, bleibt sie lebenslang bestehen. Das Kind kann dann nie mehr lernen, richtig beidäugig oder gar dreidimensional zu sehen. Es ist erhöht durch Unfälle gefährdet und außerdem bei der Berufswahl beeinträchtigt, da einige Berufe wie z.B. Berufsfahrer, Piloten etc. beidäugiges Sehen verlangen. Eine rechtzeitige Behandlung kann die Amblyopie so gut wie immer verhindern oder beheben und gelegentlich sogar ein brauchbares räumliches Sehen herstellen.

Wie sehen Babys und wie erlernen sie das Sehen?

Babys können schon kurz nach der Geburt mit ihren Augen die Umwelt wahrnehmen – allerdings nur sehr undeutlich. Die Fähigkeit, Farben zu sehen, hell und dunkel zu unterscheiden, Bewegungen und Gesichter zu erkennen ist häufig bereits im Alter von drei Monaten nachzuweisen.
Die Sehschärfe, die das Kind später zum Lesen benötigt, muss sich innerhalb eines begrenzten Zeitraumes durch ständiges unbewusstes Einüben entwickeln. Mit Schulbeginn ist das „Lernprogramm“ der Augen praktisch abgeschlossen. Es gilt: „Was Hänschen nicht sieht, sieht Hans nimmermehr“.
In den ersten Lebenswochen kann ein Kind die Bewegung der beiden Augen noch nicht richtig koordinieren. Gelegentliches Schielen ist in diesem Alter kein Grund zur Beunruhigung. Auch fixieren will gelernt sein.
Wenn jedoch ein Auge ständig von der Richtung des anderen abweicht, ist keine Zeit zu verlieren, weil das schielende Auge wegen der sonst auftretenden Doppelbilder vom Gehirn „abgeschaltet“ und durch Nichtstun amblyop wird. Die Sehschärfe entwickelt sich nämlich vor allem in den ersten zwei Lebensjahren, daher ist dies auch der optimale Zeitpunkt, um mit einer Therapie der Schiel-Sehschwäche zu beginnen. Die Amblyopie eines Kindes rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, gehört zum Standard der augenärztlichen Ausbildung. In zahlreichen Augenarztpraxen und Kliniken gibt es spezielle orthoptische Abteilungen, sog. Sehschulen, in denen eigens dafür ausgebildete Orthoptistinnen arbeiten.

Welche Schielformen gibt es?

Beim Schielen weicht ein Auge von der Blickrichtung des anderen ab. Die Abweichung kann dabei so gering sein (Mikrostrabismus), dass sie selbst aufmerksamen Eltern entgeht. Häufig ist jedoch beim Mikrostrabismus die Sehschärfe des schielenden Auges besonders schlecht, da er aufgrund des unauffälligen Aussehens zu spät erkannt und behandelt wird.
Oft schielt immer ein und dasselbe Auge, weil es schlechter sieht und/oder weniger beweglich ist (so genanntes einseitiges oder „monolaterales“ Schielen). Sind beide Augen gleichwertig, beobachtet man meist ein wechselseitiges („alternierendes“), also zwischen dem linken und rechten Auge abwechselndes Schielen.

Abb. 1 : Die unterschiedlichen Formen des Schielens

Das schielende Auge kann in verschiedenen Richtungen vom nicht-schielenden Auge abweichen.
Ist eine Fehlstellung ständig vorhanden, spricht man vom manifesten Schielen. Zum manifesten Schielen gehört auch das oben erwähnte Mikroschielen – in der Regel einseitig und nach innen gerichtet. Eine weitere Sonderform des manifesten Schielens ist das meist nach außen gerichtete, nur phasenweise auftretende („intermittierende“) Schielen.

Schielen ist nie harmlos oder nur niedlich, es „wächst sich auch nicht aus“, sondern bewirkt meist eine einseitige Sehschwäche und schwere Störungen des beidäugigen und vor allem des dreidimensionalen Sehens, wenn die notwendige augenärztliche Behandlung verzögert wird.

Weit verbreitet ist das latente (versteckte) Schielen, auch Heterophorie genannt. Es lässt sich bei über 70 Prozent aller Menschen nachweisen, wenn das beidäugige Sehen durch Abdecken eines Auges oder auf ähnliche Weise aufgehoben wird. In den meisten Fällen verursacht eine Heterophorie keine Beschwerden, aber wenn sie das Maß des Erträglichen überschreitet, kann sie Müdigkeit, Spannungsgefühl, Kopfschmerzen und Leseunlust auslösen. Eine Heterophorie mit Beschwerden bezeichnet der Augenarzt auch als Pathophorie.

Wie entsteht Schielen?

Schielen hat viele Ursachen. Die Tatsache, dass Schielen in manchen Familien gehäuft auftritt, lässt auf eine erbliche Veranlagung schließen. Vor allem, wenn ein Elternteil schielt oder wegen Schielen behandelt wurde, sollte das Kind schon im Alter von sechs bis zwölf Monaten dem Augenarzt vorgestellt werden. Häufig ist allerdings nur ein Mitglied der Familie vom Schielen betroffen, Jungen und Mädchen gleichermaßen. Auch Risikofaktoren, die während der Schwangerschaft oder Geburt auftreten, können Schielen bewirken. In vielen Fällen sind die Ursachen im Auge selbst zu suchen, z.B. angeborene hohe und/oder seitenbezogen ungleiche Brechungsfehler, einseitige Linsentrübungen, selten auch Tumore im Auge oder Verletzungen.

Manchmal beginnen die Augen plötzlich zu schielen, z.B. bei Kinderkrankheiten mit hohem Fieber, nach Unfällen – etwa Gehirnerschütterung, bei Linsentrübung, Netzhautablösung – aber auch in schweren seelischen Krisen. Kinder, die bislang beidäugig gesehen haben, nehmen dann kurzzeitig Doppelbilder wahr, bis das Gehirn es lernt, sie zu unterdrücken.

Jedes plötzliche Schielen im Kindesalter bedarf einer umgehenden augenärztlich-orthoptischen Diagnostik, die auch über die Notwendigkeit einer kinderärztlich-neurologischen Abklärung entscheiden muss.

Gibt es frühe Warnzeichen für Schielen oder Amblyopie?

Kinder, die auffällig schielen, haben die besten Chancen, rechtzeitig behandelt zu werden, weil ihre Eltern schon aufgrund des deutlich sichtbaren „Schönheitsfehlers“ frühzeitig mit ihnen zum Augenarzt gehen. Leider sind die kaum oder gar nicht sichtbaren Abweichungen (Mikrostrabismus) in der Überzahl. In fast der Hälfte der Fälle sind Amblyopien nicht einmal durch Schielen, sondern durch eine einseitige und/oder hohe Fehlsichtigkeit bedingt. Sie fallen oft erst dann auf, wenn eine verlässliche Sehschärfenbestimmung möglich ist, etwa bei den Vorsorgeuntersuchungen U8 oder U9 oder gar erst beim Einschulungssehtest. Dann ist es für eine erfolgreiche Behandlung meist zu spät. Allein aus diesem Grund haben vier Prozent der Mitbürger eine erhebliche einseitige Sehschwäche.
Auf die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9 haben alle Kinder gesetzlichen Anspruch. Es ist aber erwiesen, dass durch die Untersuchungen U1 bis U7 nur zehn Prozent der Fehlsichtigkeiten und Stellungsfehler rechtzeitig aufgedeckt werden, d.h. bis spätestens kurz nach dem 3. Geburtstag. Werden sie erst bei den Untersuchungen U8 und U9 erkannt, ist es für eine erfolgreiche Amblyopie-Behandlung meist zu spät. Dies liegt einmal daran, dass längst nicht alle Eltern dieses Angebot wahrnehmen, zum anderen findet bisher keine Vorsorgeuntersuchung in der Augenarztpraxis statt, wo die besten Voraussetzungen bestehen, die Amblyopie schon bei Säuglingen und Kleinkindern zu erkennen. Die mit 43 bis 48, bzw. 60 bis 64 Lebensmonaten vorgesehenen Vorsorgemaßnahmen U8 und U9 mit einseitiger Sehprüfung kommen insbesondere für sehr früh aufgetretene Amblyopien reichlich spät.

Leider gibt es im Kleinkindalter keine eindeutigen Merkmale, die darauf hinweisen, dass eine Sehschwäche welcher Ursache auch immer vorliegt. Es ist daher allen Eltern dringend zu empfehlen, nicht nur die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen, sondern ihr Kind, auch wenn es unauffällig erscheint, zusätzlich zur U7 im Alter von 30 bis 42 Monaten augenärztlich-orthoptisch untersuchen zu lassen.

Wie wird Schielen behandelt?

Die Schielbehandlung basiert auf zwei (gegebenenfalls drei) wichtigen Säulen:

  1. Versorgung mit Brillengläsern, um Brechungfehler zu korrigieren.
  2. Behandlung der Sehschwäche (Amblyopie). Dabei wird das bessere Auge abgedeckt, um das schwächere durch Training zu fördern.
  3. Operative Korrektur durch Umlagerung von Augenmuskeln: bei etwa der Hälfte der betroffenen Kinder.
sSchielen und Brille

Zunächst ermittelt der Augenarzt die Ursache des Schielens. Einwärtsschielen, das erst im zweiten Lebensjahr oder später auftritt, wird bei mehr als der Hälfte der Kinder durch nicht korrigierte Fehlsichtigkeit verursacht. Dabei handelt es sich in der Regel um eine stärker ausgeprägte Übersichtigkeit (im allgemeinen Sprachgebrauch oft auch Weitsichtigkeit genannt). Mit der „richtigen“ Brille kann der Augenarzt bei vielen dieser Kinder das Schielen beheben oder zumindest verringern. Eine Brillenbehandlung ist schon im ersten Lebensjahr möglich. Oft wird die Sehhilfe von kleineren Kindern besser akzeptiert als von Zwei- bis Dreijährigen in der Trotzphase.

Wie wird die Schiel-Sehschwäche (Amblyopie) behandelt?

Zur Verhinderung oder Behandlung einer Amblyopie dient die Abdeck- oder Okklusionsbehandlung, bei der nach Anweisung des Augenarztes in einem bestimmten Rhythmus Pflaster auf das nicht-schielende Auge geklebt werden. Der Pflasterverschluss des nicht-schielenden Auges soll das Trainieren des schielenden Auges bewirken. Das Pflaster wird nie ständig, sondern in individuell empfohlenen Intervallen getragen, somit besteht keine Gefahr, dass das bessere Auge sehschwach wird. Wenn ein Kind wegen Hautreaktionen das Pflaster nicht verträgt, kann der Augenarzt eine Stoffkapsel verordnen oder bei Versagen dieser Methode halbdurchsichtige oder undurchsichtige Folien für das Brillenglas verordnen. Nur selten erfolgt die Therapie mit Augentropfen oder Augensalben, die nach festgelegtem Zeitplan in das nicht-schielende Auge gegeben werden, um vorübergehend seine Sehschärfe gezielt zu vermindern.
Wichtig für den Erfolg der Amblyopiebehandlung ist die Mithilfe der Eltern, die dafür sorgen, dass die Trainingsphasen sorgsam eingehalten werden, die der Augenarzt, gegebenenfalls in Zusammmenarbeit mit seiner Orthoptistin, in jedem Fall exakt festlegt.

Führen Brille und Abdeckung nicht zu einer Besserung der Sehschärfe, weil die Amblyopiebehandlung nicht rechtzeitig beginnen konnte, kann bisweilen eine Schulungsbehandlung durch den Augenarzt oder die Orthoptistin weiterhelfen. Neuere Therapiemethoden arbeiten hier auch mit computergestützter Amblyopie-Schulung. Das Kind wird in der Sehschule (Orthoptik) in die Übungen eingewiesen, die es dann täglich zu Hause fortsetzen soll.
Die Amblyopiebehandlung muss meist über Jahre, manchmal bis über den 13. Geburtstag hinaus, zusätzlich zur Brille und auch nach erfolgreicher Operation fortgesetzt werden. Wenn die Amblyopie erstmals beim älteren Kind/Schulkind behandelt wird, ist leider meist keine normale volle Sehschärfe zu erreichen.

Wann ist eine Schiel-Operation notwendig, wie geht sie vor sich?

Wenn der Schielwinkel so groß ist, dass keine beidäugige Zusammenarbeit aufkommen kann, sollte die Fehlstellung durch Operationen an den äußeren Augenmuskeln beseitigt werden.
Manchmal ist die operative Stellungskorrektur Voraussetzung für weitere Maßnahmen wie Schulungen oder die Abdeckbehandlung. In der Regel erfolgt die Operation erst dann, wenn das Kind die Brille verlässlich trägt, mit beiden Augen annähernd gut sieht und bei der Untersuchung mitarbeitet.

Der ideale Zeitpunkt bei gesunden Kindern mit frühkindlichem Schielen liegt im 5. bis 6. Lebensjahr, da

  • die Brille in der Regel gut getragen wird
  • die Amblyopie weitestgehend behoben ist
  • die Kooperation eine sehr genaue Winkelausmessung vor der Operation ermöglicht und somit das operative Ergebnis besser planbar wird
  • das Kind ein größeres Verständnis für die Situation hat und nicht so ängstlich reagiert wie jüngere Kinder.

Schieloperationen sind ausgesprochen risikoarm und haben gute Erfolgsaussichten. Sie werden vom Augenarzt bei Kindern in Allgemeinnarkose ausgeführt, d.h. nach der Beruhigungsspritze und der Narkoseeinleitung spürt das Kind von dem Eingriff nichts mehr. Nach dem Aufwachen machen sich noch für etwa 48 Stunden leichte Schmerzen oder ein Fremdkörpergefühl bemerkbar – vor allem bei Augenbewegungen.

Während der ersten Woche nach dem Eingriff ist die Bindehaut am Auge oft noch deutlich gerötet und manchmal auch geschwollen. Nach kurzer Zeit aber sieht man nicht mehr, dass am Auge operiert wurde. Bei der Operation wird das Auge weder herausgenommen noch aufgeschnitten. Der Augenarzt öffnet lediglich die leicht heilende Bindehaut, um an den unmittelbar darunter liegenden Augenmuskeln operieren zu können. Von der Art und der Stärke der Fehlstellung und vom Ergebnis der Vorbehandlung hängt es ab, ob ein einmaliger Eingriff genügt oder ein Mehrstufenplan notwendig ist. In wenigen, nicht voraussehenden Fällen muss trotz bester Planung und Operationstechnik entweder bald nach der ersten Operation oder auch erst Jahre danach ein zweites Mal operiert werden.

Wie können Kind, Eltern und Augenarzt zusammenarbeiten?

Abgesehen von der Operation ist der Augenarzt bei allen anderen Therapiemaßnahmen nur dann erfolgreich, wenn die Eltern zuverlässig mitwirken. Der Augenarzt und gegebenenfalls seine Orthoptistin müssen sich darauf verlassen können, dass das Kind die verordnete Brille ausnahmslos und ununterbrochen trägt, dass bei der Okklusionsbehandlung Haut- oder Brillenpflaster so lange, wie festgelegt, aber auch nicht länger als vorgeschrieben auf dem Auge bleiben, dass sie auch nicht „nur mal zwischendurch“ abgenommen werden und dass jeder Termin – sei es zur Untersuchung oder zur Schulung – eingehalten wird.
Ihr Augenarzt und die Orthoptistin wissen, dass Sie und Ihr Kind viel Geduld und Durchhaltevermögen aufbringen müssen. Sie werden Sie in jeder Weise unterstützen: medizinisch, psychologisch und durch eingehende Informationsgespräche.

  • Jedes Schielen im Kindesalter ist gefährlich. „Unsichtbares“ Schielen, einseitige und höhere Fehlsichtigkeiten sind häufig und führen oft zu einer stark ausgeprägten Sehschwäche.
  • Lassen Sie Ihr Kind beim geringsten Verdacht augenärztlich untersuchen, besonders bei Vorliegen von Risikofaktoren und bei Schielen in der Familie schon mit sechs bis zwölf Monaten.
  • Jedes unauffällige Kind sollte in jedem Fall mit 30 bis 42 Monaten beim Augenarzt gewesen sein.

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Schielen nennen Augenärzte eine beständige oder immer wieder auftretende Fehlstellungen der Augen. Schielen ist nicht allein ein „Schönheitsfehler“, sondern oft eine schwere Sehbehinderung. Je früher das Schielen im Leben des Kindes auftritt und je später es vom Augenarzt behandelt werden kann, desto schwerer kann die Sehbehinderung sein. Bereits mit Beginn des Schulalters sinken die Erfolgschancen der Behandlung erheblich. Schielende Babys und Kleinkinder bedürfen einer frühzeitigen Behandlung. Schielen ist nicht harmlos und „verwächst sich auch nicht“. Wird keine rechtzeitige Behandlung eingeleitet, resultiert daraus eine einseitige Sehschwäche und schwere Störungen des dreidimensionalen Sehens.

Folgen einer unbehandelten Schielstellung

Damit wir uns im Raum um uns orientieren können, müssen beide Augen in dieselbe Richtung schauen. In beiden Augen entsteht ein minimal unterschiedliches Bild, das im Gehirn zusammengeführt wird und dadurch ein dreidimensionales Bild entsteht. Bei einer Schielstellung der Augen ist der Unterschied der zwei Bilder so groß, dass das Gehirn diesen nicht verarbeiten kann. Der Betroffene nimmt beide Bilder wahr und es entstehen Doppelbilder. Das Gehirn wehrt sich bei Kleinkindern gegen die Doppelbilder, indem es das Bild des schielenden Auges unterdrückt. Dieser Vorgang hat jedoch verhängnisvolle Folgen: Das unbenutzte Auge wird mit der Zeit sehschwach (= amblyop). Amblyopie nennt man die Sehschwäche eines – bis auf die Schielstellung – gesunden Auges. Da ohne Behandlung 90% aller schielenden Kinder eine einseitige Amblyopie entwickeln, ist eine rechtzeitige Diagnose und anschließende Behandlung von äußerster Wichtigkeit. Sollte dies nicht erfolgen, bleibt die Amblyopie ein Leben lang bestehen, da das Auge nicht lernt zu sehen.

Formen des Schielens

Beim Schielen weicht ein Auge von der Blickrichtung des anderen ab. Die Abweichung kann so gering sein, dass dies selbst den aufmerksamsten Eltern entgeht. Meistens schielt immer nur ein Auge, weil es die geringere Beweglichkeit oder die schlechtere Sehschärfe besitzt. Dann spricht man von einseitigem (monolateralem) Schielen. Sind beide Augen gleichwertig, beobachtet man ein wechselseitiges (alternierendes) Schielen. Das schielende Auge kann in verschiedene Richtungen vom nicht-schielenden Auge abweichen:

  • Einwärtsschielen – nach innen
  • Auswärtsschielen – nach außen
  • Höhenschielen – nach oben oder unten
  • Verrollungsschielen – Verdrehung um die Sehachse

Ursachen des Schielens

Die Ursachen des Schielens sind vielfältig. In manchen Familien tritt das Schielen gehäuft auf, dies lässt darauf schließen, dass die Ursache, zumindest in einigen Fällen, erblich bedingt sein kann. Wenn ein Elternteil schielt oder geschielt hat, ist es wichtig, die Kinder innerhalb des ersten Lebensjahres vom Augenarzt untersuchen zu lassen. Außerdem können verschiedene Risikofaktoren, die während der Schwangerschaft oder der Geburt auftreten, Schielen bewirken. Davon sind Jungen wie Mädchen gleichermaßen betroffen. In den meisten Fällen ist die Ursache jedoch im Auge selbst zu suchen. Angeborene Schielstellungen sind direkt nach der Geburt sichtbar: Durch zum Beispiel seitenungleiche Brillenfehler, einseitige Linsentrübungen oder Tumore der Augen. Erworbene Fehlstellung der Augen treten plötzlich durch Verletzungen, Kinderkrankheiten, hohes Fieber oder schwere seelische Krisen auf.

Warnzeichen

Kinder mit auffälligem Schielen haben die besten Heilungschancen, weil es von den Eltern sofort erkannt wird und frühzeitig beim Augenarzt vorgestellt werden kann. Leider sind die nicht sichtbaren (latenten) oder nur leicht abweichenden Fehlstellungen viel häufiger. Oft wird dies erst erkannt, wenn das Auge bereits amblyop ist. Folgende Anzeichen können auf ein drohendes oder bereits vorhandenes Schielen hinweisen:

  • Lichtempfindlichkeit
  • Augentränen
  • Zukneifen eines Auges
  • häufige Verstimmung oder Reizbarkeit
  • chronische Lidrandentzündung
  • Schiefe Kopfhaltung und ungeschickte Bewegungen sind Alarmzeichen!

Jedes dieser Zeichen ist ein triftiger Grund, sofort den Augenarzt aufzusuchen!

Vorsorge

Eine beginnende Amblyopie kann ein Laie nicht erkennen. Darum sind die Vorsorgeuntersuchungen bei Neugeborgenen und Kleinkindern besonders wichtig. Spätestens mit Ende des 2. Lebensjahres sollten Eltern Ihr Kind dem Augenarzt vorstellen.

Spezialsprechstunde

In unserer Spezialsprechstunde für Schielbehandlungen und Kinderophthalmologie ist der zuständige Oberarzt Dr. med. Matthias Klopfer ständig vor Ort. Er wird das Abschlussgespräch mit Ihnen führen und die Therapieoptionen mit Ihnen besprechen. Einen Termin hierfür können Sie jederzeit gerne vereinbaren.

Wenn das Baby schielt

Wenn das Baby schielt, gibt es nach der Geburt noch keinen Grund zur Sorge. Doch manchmal steckt dahinter eine Sehstörung, die behandelt werden muss. Das sind deutliche Anzeichen für Strabismus.

Hilfe, mein Baby schielt!?

Da liegt das Kleine, glücklich und zufrieden. Es lacht und verfolgt mit den Augen aufmerksam, was um es herum passiert. Doch manchmal wollen die Augen nicht so recht gehorchen – das Baby schielt. Hilfe, mein Baby schielt!? Nein, es gibt zunächst keinen Grund für Panik.

In den ersten Monaten ist Schielen beim Baby völlig normal, man spricht vom sogenannten Babyschielen. Die Augen sind noch im Training. Und gerade wenn dein Kind müde oder gerade aufgewacht ist, gelingt der richtige Blick nicht immer (latentes Schielen).

Beobachte den Silberklick deines Babys dennoch weiterhin. Nach einem halben Jahr sollte der Sehsinn soweit trainiert sein, dass das Auge nicht mehr aus der Sichtachse fällt. Passiert das immer noch häufig, so kann es sein, dass dein Baby einen Sehfehler hat. Erhöhtes Risiko dafür besteht vor allem dann, wenn du oder dein Partner ebenfalls als Kind oder Erwachsener geschielt haben. Das gleiche gilt auch für Babys, die zu früh zur Welt gekommen sind.

Um eine dauerhafte Schädigung der Augen zu verhindern, ist es für Eltern wichtig, die Anzeichen früh zu erkennen; zumal das Schielen oder Strabismus, wie es Mediziner nennen, nicht immer sofort zu erkennen ist.

Anzeichen für Strabismus:

  • Ist dein Kind blendungsempfindlich?

  • Oder reagiert dein Kind gar nicht auf Lichteinfall?

  • Kneift dein Kind häufig ein Auge zu oder hält es sich zu?

  • Hält dein Kind häufig seinen Kopf schräg?

  • Hat dein Kind Probleme damit, Gegenstände mit den Augen zu verfolgen?

  • Hat dein Kind Probleme damit, Gegenstände zu greifen?

  • Hat dein Kind Probleme damit, in einer Entfernung von etwa 30 Zentimetern den Blickkontakt mit dir aufrecht zu erhalten?

Kannst du die meisten dieser Fragen mit „Ja“ beantworten, dann solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Er wird genauere Tests mit deinem Baby machen, auch um schwerwiegendere Erkrankungen wie einen Netzhauttumor auszuschließen. Zu deiner Beruhigung, dieser ist sehr selten.

Woher kommt das Schielen?

Die genauen Ursachen für das frühkindliche Schielen sind noch nicht eindeutig geklärt. In den meisten Fällen sind Schielerkrankungen vererbt. Aber auch eine angeborene Weitsichtigkeit oder Kurzsichtigkeit, Probleme mit der Augenmuskulatur oder eine Hornhautverkrümmung können ein Grund sein, warum das Baby schielt. Die Folgen sind die gleichen: Das schielende Auge entwickelt eine Sehschwäche.

Um das zu verstehen, erklären wir kurz die Funktionsweise der Augen. Im Normalfall schauen beide Augen in eine Richtung. Dabei entsteht auf jedem ein Bild, das sich nur ganz wenig vom anderen unterscheidet. Das Gehirn fügt beide Bilder zu einem deckungsgleichen 3D-Bild zusammen. Beim Schielen aber weichen die Bilder so stark voneinander ab, dass das Gehirn nicht mehr in der Lage ist, sie exakt aufeinander abzustimmen. Es entstehen Doppelbilder. Um diesem Fehler entgegenzuwirken, unterdrückt das Gehirn die Bilder, die das schielende Auge liefert. Es wird nach und nach abgeschaltet. Die Sehkraft des nicht beschäftigten Auges lässt dann nach, auf Dauer wird es schwachsichtig.

Und genau deshalb ist es so wichtig, das Schielen beim Baby rechtzeitig zu erkennen und früh mit der Therapie zu beginnen. Schon ab einem Alter von fünf bis sechs Monaten lässt sich ein Silberblick gut behandeln – mit dauerhaftem Erfolg. Allerdings bedeutet das auch, dass ein Sehfehler schlecht oder gar nicht mehr behandel werden kann, wenn er zu spät entdeckt wurde. Unbehandelt kann Schielen bereits ab dem achten Lebensjahr eine dauerhafte und schwerwiegende einseitige Schwachsichtigkeit (Amblyopie) verursachen. Deshalb ist ein Sehtest auch Teil der U-Untersuchungen.

Entwicklung & Erziehung

Sehsinn beim Baby: Ab wann können Babys sehen?

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Hat der Arzt bei deinem Baby Strabismus diagnostiziert, bekommt es als erste Maßnahme häufig eine Brille, um den Sehfehler auszugleichen. Damit das schielende Auge aber wieder seine normale Funktion aufnimmt, muss es zusätzlich trainiert werden. Dein Kind bekommt eine sogenannte Okklusionsterapie. Dabei werden die Augen abwechselnd mit einem Pflaster abgeklebt. So wird das Gehirn gezwungen, das sehschwache Auge wieder zu nutzen; der Sehfehler wird geringer. Auch das Schielen verbessert sich dadurch deutlich und kann sogar ganz verschwinden. Das heißt, nur in den seltensten Fällen und bei großem Schielwinkel ist eine Operation notwendig, um die Augen wieder parallel auszurichten.

Pseudoschielen

Wir wollen das Schielen beim Baby nicht verharmlosen, der Vollständigkeit halber sei aber dennoch kurz das sogenannte Pseudoschielen erwähnt. Manchmal ist es nämlich nur einer optischen Täuschung geschuldet, dass der Blickwinkel des Babys leicht schief wirkt. Ist zum Beispiel der Nasenrücken des Babys besonders breit, kann leicht der Eindruck des Einwärtsschielens entstehen, obwohl die Stellung beider Augen absolut symmetrisch ist. Das liegt daran, dass das innere Augenweiß kleiner zu sein scheint als das äußere.

Dennoch gilt hier Vorsicht vor Selbstdiagnosen: Im Zweifel solltest du immer einen Arzt aufsuchen. Es gilt, wie oben erwähnt, je eher das Schielen erkannt wird, desto besser kann es behandelt werden.

Strabismus

Strabismus: Ursachen und Risikofaktoren

Schiel-Ursachen unterscheiden sich stark voneinander. Je nach Alter und Begleitumstände kann das Symptom Schielen viele Gründe haben. Tritt das Schielen plötzlich auf, müssen Nervenschäden, Infektionen, Tumore oder Blutungen ausgeschlossen werden.

Ursachen fürs Begleitschielen
Hornhautverletzungen oder Veränderungen der Netzhaut können den Strabismus concomitans auslösen. Bei Verlust der Sehkraft auf einem Auge kommt es über mehrere Jahre langsam zum Auswärtsschielen.

Bei Kindern muss besonders eine Fehlsichtigkeit ausgeschlossen werden (etwa bei Strabismus divergenz) – hierbei entsteht ein Nach-außen-Schielen. Auch Schädigungen während der Geburt, oder in der Hirnentwicklung können Schielen hervorrufen. Besonders Frühgeborene sind hiervon häufig betroffen: Eins aus fünf Kindern mit einem Geburtsgewicht von 1250g oder geringer wird im späteren Leben schielen.

Bei Erwachsenen ist das Begleitschielen seltener. Vergleicht man die Vielfalt des Begleitschielens, fällt auf, dass Erwachsene eine große Bandbreite an Ursachen aufzeigen, wohingegen bei Kindern das Schielen je nach Lebensalter häufig den gleichen Gründen zuzuordnen ist.

Nicht immer ist allerdings klar eine Ursache für dieser Art von Strabismus festzustellen: Die Augenmuskeln und die involvierten Nerven funktionieren und der Auslöser muss tiefer im Hirn liegen, als lediglich beim Ausfall eines Muskels. Auch wenn die Ursachen sich letztendlich nicht klären lassen, vermutet man meist ein Defizit in der sensomotorischen Kopplung einiger Muskeln. Das bedeutet, dass beispielsweise die Sensoren, die für die Stellung des Auges verantwortlich sind, nicht vollständig korrekte Informationen über die Muskellage ans Gehirn übermitteln und es so zu einer Fehlstellung kommt. Dies muss erkannt werden, um die Therapie genau zu planen.

Ursachen fürs Lähmungsschielen

Das Lähmungsschielen kann bereits zu Geburt durch ein Hirntrauma oder eine fehlerhafte Gehirnausbildung entstehen. Eine Lähmung einzelner Muskeln fußt manchmal auch in einer Gehirnentzündung oder eine Infektion während der Kindheit. Masernviren können beispielsweise bis ins Gehirn vordringen und hier großen Schaden anrichten.

Auch Schlaganfälle, Tumore oder Blutgerinnsel können eine Nervenbahn stören und so zu plötzlichem Lähmungsschielen führen. Da die Verschaltung der Sehbahn sehr kompliziert ist und der Ort der möglichen Schädigung vielfältig ist, muss oft auf detaillierte Bildgebung (MRT) zurückgegriffen werden, um die Ursache für den Strabismus zu klären.

Linsenstörungen als Ursache für Strabismus
Da das optische System im ersten Lebensjahr sehr labil ist, können auch Linsenstörungen Schielen verursachen. Generell gilt hierbei: Weitsicht führt zum „Innen-Schielen“ (Strabismus convergenz oder Esotropie). Eines oder beide Augen weichen dabei Richtung Nase ab. Dies steckt auch hinter dem frühkindlichen Schielsyndrom, welches 80 bis 90 Prozent aller Begleitschiel-Erkrankungen ausmacht. Hierbei kommt das Neugeborene bereits schielend auf die Welt. Dieses Baby-Schielen wird meist in den ersten sechs Lebensmonaten erkannt. Das Gehirn versucht hierbei, die Fehlsichtigkeit auszugleichen. An diese Bewegung ist allerdings die Schielbewegung geknüpft, sodass es zwar zu schärferen Bildern kommt, aber das Baby gleichzeitig schielt.

Risikofaktoren bei Strabismus

Da der Strabismus so vielfältig ist, gibt es keinen einheitlichen Risikofaktor. Fehlsichtigkeit, die nicht behandelt wird, Frühgeburten oder Sauerstoffmangel während der Geburt kann zu Strabismus führen. Erblindet man während des Lebens auf einem Auge, nimmt dieses Auge nicht mehr aktiv an Sehvorgang teil, Fehlbewegungen werden nicht mehr ausgeglichen und innerhalb weniger Jahre beginnt das betroffene Auge zu schielen. Es gibt auch eine familiäre Häufung von Schielerkrankungen, die eine genetische Ursache vermuten lassen.

Eine beständige oder lediglich temporär auftretende Fehlstellung der Augen wird als Schielen (Strabismus) bezeichnet. Die Blickrichtung der Augen weicht dabei voneinander ab und verläuft nicht parallel zueinander. Etwa 6% der Bevölkerung leidet unter dem Schielen, wobei häufig die äusserlich erkennbare, oft auch entstellende Abweichung der Augen als belastend empfunden wird. Beim Schielen handelt es sich allerdings nicht in erster Linie um einen ästhetischen Makel. Vielmehr ist damit eine schwere Sehbehinderung verbunden, die wir im Augenarztzentrum Zürich selbstverständlich zu behandeln wissen. Je früher eine Behandlung bei einem Kind begonnen wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die Erfolgschancen minimieren sich bereits mit Anfang des Schulalters. Sollte Ihr Baby oder Kleinkind also schielen, sollten Sie das Augenarztzentrum Zürich direkt aufsuchen, damit mit einer frühzeitigen Therapie begonnen werden kann.

Babys lernen Sehen

Kurz nach der Geburt nehmen Säuglinge die Umwelt nur verschwommen wahr. Die ersten sechs Lebensmonate charakterisieren sich dadurch, dass das Baby damit beginnt, Punkte zu fixieren und eine Koordination der Augenbewegungen vorzunehmen. In der Übungsphase können hin und wieder auftretende Augenfehlstellungen noch als normal bezeichnet werden. Ist allerdings nach dem 6. Lebensmonat ein Auge in Bezug auf die Blickrichtung des anderen noch immer abweichend, ist es ratsam, das Augenarztzentrum Zürich aufzusuchen. Wichtig ist, dass das Schielen schon im frühen Säuglingsalter diagnostiziert und – sofern notwendig – eine Behandlung begonnen werden kann. Bei Kleinkindern bessert sich die Sehschärfe im Laufe der Wachstumsphase peu à peu. Daher sollte eine Behandlung früh genug in Betracht gezogen werden. Bei Erreichen des Schulalters ist die Sehschwäche zumeist komplett ausgebildet. Hierzu sollten Sie wissen, dass das Schielen nur vor dem 7. und 8. Lebensjahr gut behandelt werden kann. Danach sinkt die Chance, eine Normalisierung der Sehschärfe zu erreichen. Ist das 10. Lebensjahr erreicht, sind die Heilungsaussichten sehr gering.

Schielen – die direkten Auswirkungen auf das Sehen

Nur wenn die Augen parallel in die gleiche Richtung schauen, kann der umgebende Raum richtig wahrgenommen werden. Denn in beiden Augen entstehen jeweils zwei voneinander unabhängige Bilder, die sich jedoch nur minimal unterscheiden. Erst das Gehirn formt aus diesen beiden Bildern einen dreidimensionalen Seheindruck. Beim Schielen ist es allerdings der Fall, dass sich die beiden Bilder aufgrund der Fehlstellung der Augen zu sehr unterscheiden und sich nicht decken. Hierbei kommt es zu Doppelbildern, gegen die sich das Gehirn wehrt, indem es das vom schielenden Auge kommende Bild unterdrückt. Die gravierenden Folgen bestehen schliesslich darin, dass das nicht richtig genutzte Auge im Laufe der Zeit amblyop, also sehschwach wird.

Bei der sogenannten Amblyopie handelt es sich um eine Sehschwäche des sonst organisch gesunden Auges.

Wird dieses Krankheitsbild nicht behandelt, leiden 90% der schielenden Kinder schliesslich an einer einseitigen Amblyopie, die lebenslang bestehen bleibt.

Dem Kind wird hierbei verwehrt, im Zusammenspiel beider Augen dreidimensional zu sehen. Unfälle können die Folge sein, und auch die Berufswahl fällt aufgrund dieses Leidens schwerer. Wenn wir allerdings eine frühzeitige Behandlung vornehmen, können wir ein räumliches Sehen ohne oder mit nur geringen Beeinträchtigungen erreichen.

Unter die Lupe genommen: die diversen Formen des Schielens

Wie bereits erwähnt, unterscheiden sich beim Schielen die Blickrichtungen beider Augen voneinander, sie weichen voneinander ab. Ist nur ein Auge wegen einer Sehschwäche oder aufgrund geringerer Beweglichkeit vom Schielen betroffen, spricht man von einem monolateralen (einem einseitigen) Schielen. Sind die Augen allerdings abwechselnd vom Schielen betroffen, handelt es sich um ein alternierendes (wechselseitiges) Schielen. Oftmals ist nur eine minimale Abweichung erkennbar, die vom Laien gar nicht gesehen und als Mikroschielen bezeichnet wird. Kommt die Fehlstellung häufiger vor, lautet die Diagnose „manifestes Schielen“. Häufig ist das Schielen auch nur nachzuweisen, indem ein Auge abgedeckt wird. Hierbei spricht man vom latenten, versteckten Schielen. Leidet Ihr Kind darunter, kann dies im Schulalter und im Laufe des weiteren Lebens zu Leseunlust und auch zu Kopfschmerzen führen. Sie sollten ein Schielen niemals als harmlos abtun, sondern direkt bei uns untersuchen und behandeln lassen. Es können schwere Sehstörungen daraus resultieren, wenn die Behandlung verzögert wird oder gar komplett unterbleibt.

Weicht nun das schielende Auge nach innen ab, handelt es sich um das sogenannte Einwärtsschielen. Im Kontrast dazu steht das Auswärtsschielen. Ebenso kann das Höhenschielen nach oben oder auch nach unten vorkommen. Bei Kindern kommt es zudem nicht selten vor, dass das Schielen generell in unterschiedliche Richtungen verläuft.

Die Entstehung des Schielens

Schielen kann zahlreiche Ursachen haben. Mittlerweile lässt sich zurückverfolgen, dass diese Krankheit auf das Erbgut zurückzuführen sein kann, sofern sie häufiger in der Familie auftritt. Haben Sie als Kind geschielt oder wurden Sie dagegen behandelt? Dann ist anzuraten, dass Sie uns mit Ihrem eigenen Kind bereits im ersten Lebensjahr aufsuchen. Oftmals ist die Fehlstellung der Augen aber auch ein Einzelfall in der Familie. Eine Frühgeburt oder eine Rötelerkrankung der Mutter während der Schwangerschaft kann die Ursache für ein Schielen sein. Die Ursache sollte jedoch immer im Auge selbst gesucht werden. Sogar angeborene Ursachen müssen nicht sofort nach der Geburt des Kindes erkennbar sein. Brechungsfehler sorgen dafür, dass das Schielen erst zu einem späteren Zeitpunkt auftritt. Nämlich dann, wenn das Kleinkind mit der Fixierung von Punkten beginnt. In diesem Fall wird vom Kind grösstenteils das besser funktionierende Auge eingesetzt, weswegen es daraufhin zu einer Sehschwäche (Amblyopie) des anderen Auges kommt. Ein gut durchdachtes Training kann dem vorbeugen.

Früh- und Warnzeichen wahrnehmen

Kinder, die auffällig schielen, besitzen die grösste Chance einer Heilung, da Eltern dies als Schönheitsfehler auffassen und uns als Augenarztzentrum Zürich direkt aufsuchen. Häufig ist es aber auch so, dass Eltern uns erst bei der Einschulung konsultieren, wenn eines der Augen bereits amblyope Kennzeichen aufweist. Dann ist es für eine erfolgreiche Therapie allerdings meist schon zu spät. Allein deswegen besitzen 4% der Bevölkerung dauerhaft eine einseitige starke Sehschwäche. Aus diesem Grund ist es von grosser Wichtigkeit, die Auffälligkeiten schnell zu erkennen und von uns behandeln zu lassen, sodass das Schielen gänzlich behoben werden kann. Hinweise für ein Schielen können sein:

  • Tränende Augen

  • Lichtempfindlichkeit

  • Zukneifen von einem Auge

  • Chronische Lidrandentzündung

  • Verstimmung oder Reizbarkeit

  • Ungeschickte Bewegungen

  • Schiefe Kopfhaltung

Stellen Sie auch nur das kleinste Anzeichen fest, sollten Sie uns sofort zu Rate ziehen. Möchten Sie selbst testen, ob Ihr Baby schielt, können Sie das folgendermassen tun: positionieren Sie sich mit Ihrem Rücken zu einem Fenster oder stellen Sie sich unter eine Deckenlampe. Sie sollten Ihr Baby so halten, dass es die Augen zum Licht richtet. Erkennen Sie nun auf der Hornhaut Ihres Babys kleine Spiegelbilder der Lampe oder des Fensters, die seitengleich zur Pupille verlaufen, ist alles in Ordnung. Erkennen Sie eine Verschiebung der Spiegelbilder, sollten Sie uns einfach direkt aufsuchen.

Auswirkungen des Schielens auf das Sehen

Es ist unabdingbar, dass die Augen beide in die selbe Richtung schauen, um einen Gegenstand auch räumlich wahrnehmen zu können. Betrachten Sie beispielsweise mit beiden Augen einen Würfel, wird dieser – wie bei einem Fotoapparat – zunächst umgekehrt und mit Abweichungen dargestellt. Erst das Gehirn sorgt für eine Verschmelzung beider Bilder, sodass ein dreidimensionales Objekt erscheint. Speziell dann, wenn das rechte Auge vom Einwärtsschielen betroffen ist, schaut es entsprechend links am Würfel vorbei. Somit ist die Fehlstellung zu gross, und das Gehirn kann den Unterschied beider Bilder nicht kompensieren, damit die Bilder überlappen. In der Folge entstehen Doppelbilder, gegen welche sich das Gehirn des Kindes wehrt. Dieses Abwehrverhalten äussert sich durch eine Unterdrückung des vom schielenden Auge kommenden Bildes, weswegen das unbenutzte Auge im Laufe der Zeit an einer Sehschwäche leidet.

Hinweise dafür, dass ein Auge an Sehschwäche leidet

Bei Kleinkindern kann ein Laie eine einseitige Sehschwäche nicht erkennen. Selbst bei Vorsorgeuntersuchungen ist es oftmals schwierig, einen Augenfehler direkt auszumachen, da die Untersuchungen häufig nicht wahrgenommen werden. Oft kann bei Säuglingen oder Kleinkindern eine Sehschwäche nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden, obwohl die Heilungschancen in diesem jungen Alter am besten sind. Vorsorgeuntersuchungen sollten demzufolge dringend eingehalten werden, und zum Ende des zweiten Lebensjahres sollten Sie und Ihr Kind uns nochmals aufsuchen, um alle Zweifel an einer Gesundung auszuräumen.

Die Amblyopie

Leidet ein organisch gesundes Auge unter einer Sehschwäche, sprechen wir von einer Amblyopie, die aufgrund von Schielen oder einer anderen starken einseitigen Fehlsichtigkeit auftritt. Wird ein schielendes Kind nicht behandelt, kommt es in 90% aller Fälle zu einer einseitigen Amblyopie, die es unbedingt zu vermeiden gilt. Die Grösse des Schielwinkels spielt hierbei keinerlei Rolle. Speziell beim Mikroschielen kann die Sehschwäche stark ausgeprägt sein, und erfolgt keine Behandlung, bleibt die Schielschwachsichtigkeit ein Leben lang bestehen. Ihrem Kind würde verwehrt bleiben, jemals richtig mit beiden Augen sehen zu können und Objekte und Räumlichkeiten dreidimensional zu sehen. Sollten Sie sich für eine frühzeitige Behandlung Ihres Kindes entscheiden, können unsere Spezialisten am Augenarztzentrum Zürich die lebensbeeinträchtigende Amblyopie verhindern, sodass Ihr Kind keine Lebensqualität einbüsst.

Die Behandlung bei Amblyopie

Um eine Amblyopie zu verhindern oder gar zu beseitigen, wird die Okklusionsbehandlung eingesetzt. Hierbei kommen Klebepflaster zum Einsatz, die in einem genau durchdachten Wechselrhythmus auf das schielende sowie das nicht schielende Auge Ihres Kindes geklebt werden. Sobald der Pflasterverschluss stattfindet, beginnt das Training des schielenden Auges, weswegen eine okklusionsbedingte Sehschwäche verhindert wird. Sollte Ihr Kind die Pflasterbehandlung nicht vertragen, können wir bei Bedarf auch eine Augensalbe oder Augentropfen verordnen. Diese Therapie wird selbstverständlich individuell auf Ihr Kind abgestimmt. Das jeweilige Medikament wird zur Erweiterung der Pupille des ungeschädigten Auges nach einem abgestimmten Zeitplan verabreicht. Auf diese Weise kommt es zu einer Entspannung in diesem Auge, wodurch Ihr Kind das schielende Auge trainiert.

Damit die Amblyopiebehandlung wirklich erfolgreich verläuft, müssen Sie als Eltern unbedingt den Anweisungen unserer Spezialisten folgen. Sollte Ihr Kind bereits im jungen Schulalter sein und sind keine Erfolge bei der Behandlung mit Brille, Augentropfen, Augensalbe oder Okklusion zu verzeichnen, kann das Augenarztzentrum Zürich eine Schulungsbehandlung verordnen, um weiterzuhelfen. Um ein optimales Ergebnis zu erhalten, sollten die Vorsorge- und die Nachbehandlung schliesslich noch bis ins Wachstumsalter berücksichtigt und eingehalten werden – auch dann, wenn bereits eine Augenoperation und der Einsatz einer Brille erfolgten.

Behandlung des Schielens

Im ersten Schritt wird die direkte Ursache des Schielens ermittelt. Einwärtsschielen beginnt durch eine nicht korrigierte Fehlsichtigkeit bei Kindern bis zum zweiten Lebensjahr oder etwas später, weswegen mehr als die Hälfte der betroffenen Kinder darunter leidet. Bei einer Vielzahl von Kindern kann das Schielen allerdings mit der richtig ausgewählten Brille beseitigt oder stark verringert werden. Als optimal hat sich die Behandlung des Kindes mit einer Brille im zweiten Lebensjahr herausgestellt.

Folgende Methoden sind beim Schielen angebracht:

1) Behandlung mit einer Brille

Weil Schielen bei über 50% der Kinder wegen einer unkorrigierten Fehlsichtigkeit auftritt, wird zunächst die Stärke des Sehfehlers mithilfe von Augentropfen ermittelt. Bei schielenden Kindern ist es grösstenteils die Regel, dass sie an stark ausgeprägter Weitsichtigkeit leiden. Die Brille ermöglicht schliesslich ein entspanntes und ruhiges Sehen. Der Schielwinkel kann sich verringern oder verschwindet im besten Fall sogar ganz.

2) Okkludieren – das Abdecken eines Auges

Um die Amblyopie zu beseitigen, wird das nicht schielende Auge mithilfe eines Pflasters abgedeckt. Häufig kommt es hierbei zu einer Normalisierung der Augenmuskeltätigkeit. Allerdings wird keine Korrektur der Schielstellung vorgenommen. Selten kann es sogar zu einer Zunahme des Schielwinkels beim abgeklebten Auge kommen. Der Wechselrhytmus des Klebepflaster-Auftrags auf das gesunde Auge wird individuell auf Ihr Kind abgestimmt und muss explizit eingehalten werden, um das Training des schielenden Auges zu bewirken. Sollte Ihr Kind die Pflasterbehandlung nicht dulden, gibt es auch die Möglichkeit, eine Augensalbe oder Augentropfen in das nicht schielende Auge zu verabreichen. Diese führen zu einer Pupillenerweiterung am nicht schielenden Auge, und das Nahsehen mit dem Schielauge ist unmöglich. Auf diese Weise wird Ihr Kind dazu gebracht, lediglich das schielende Auge einzusetzen und zu trainieren. Vorteilhaft ist, dass die Sehschärfe sich beim schwachsichtigen Auge zumeist gänzlich normalisieren lässt. Vorraussetzung ist jedoch, dass Sie die Behandlung frühzeitig und konsequent durchführen. Nur so lassen sich gute Resultate erzielen. Im Laufe der Behandlung wird eine Folie auf ein Brillenglas geklebt, die das Pflaster auf dem Auge ersetzt. Hierbei kommt es zu einer Benachteiligung der Sehschärfe des gesunden Auges, weswegen das Auge mit Sehschwäche zum Trainieren animiert wird. Je mehr geübt wird, desto besser verläuft die Heilung. Die Amblyotherapie mit der Folie auf der Brille sollte vorzugsweise bis ins Wachstumsalter fortgeführt werden – auch dann, wenn eine Operation erfolgte.

3) Schieloperation

Bei 50% der schielenden Kinder kann die Fehlstellung lediglich durch eine Operation beseitigt werden. Diese wird am äusseren Augenmuskel durchgeführt und erfolgt erst dann, wenn Ihr Kind die Brille wirklich regelmässig und verlässlich trägt. Zudem sollte Ihr Kind mit beiden Augen gleich gut sehen können, damit die Operation von Erfolg gekrönt ist. Dazu sollten Sie jedoch wissen, dass während der Operation nur der Schielwinkel reduziert wird, die Sehschwäche selbst wird nicht beseitigt, weswegen das Tragen einer Brille weiter anzuraten ist. Nur so kann der Sehfehler gänzlich behoben werden. Schieloperationen gelten als risikoarm, und die Erfolgsaussichten sind ausgesprochen gut. Eine Allgemeinnarkose wird nach einer Beruhigungsspritze durchgeführt, damit Ihr Kind den Eingriff verschläft. Bei der Operation wird die Bindehaut leicht geöffnet (nicht geschnitten), um eine Regulierung der Augenmuskeln vornehmen zu können. Nach der Operation reagiert das operierte Auge schliesslich für ungefähr 48 Stunden etwas stärker, aber in erträglichem Masse. Je nachdem, wie stark die Fehlstellung ausgeprägt ist, könnte eine weitere Operation eventuell erforderlich sein.

4) Nachbehandlung

Die Okklusionsbehandlung ermöglicht es, von einem einseitigen in ein wechselseitiges Schielen zu überführen. Sehen beide Auge infolge der Behandlung gleich gut, kann das Abdecken abgebrochen werden. Wichtig ist allerdings eine regelmässig stattfindende Kontrolle der Sehschärfe, denn eine Zusammenarbeit beider Augen ist unverzichtbar. Ändert sich nach dem Abkleben nichts und ist das Schielen einseitig, sollte eine Verlängerung der Nachbehandlung vorgenommen werden. Andernfalls kann es bei Ihrem Kind zu einer weiteren Reduzierung der Sehschärfe kommen. Eine Behandlung bis zum 12. Lebensjahr ist hierbei anzuraten. Die Folie in der Brille wird also weiterhin regelmässig von einem Brillenglas zum anderen verlagert. Bei Bedarf kann auch das Klebepflaster noch tageweise zum Einsatz kommen. Ist die Sehschärfe schliesslich für einen längeren Zeitraum stabil, kann die Therapie wieder unterbrochen werden. Kommen allerdings Zweifel an der Genesung auf, wird mit der Behandlung einfach wieder begonnen.

Mit beiden Augen sehen

Das normale Sehen mit beiden Augen wird im Normalfall in den ersten zwei Lebensjahren erlernt. Zu einem späteren Zeitpunkt ist das Gehirn nämlich nicht mehr dazu in der Lage, die perfekte Zusammenarbeit beider Augen zum räumlichen Sehen zu gewährleisten. Hat Ihr Kind bereits vor seinem zweiten Lebensjahr mit dem Schielen begonnen, sind deshalb die Chancen auf ein normales Sehen mit beiden Augen relativ gering. Im Alltag ist Ihr Kind damit allerdings kaum oder gar nicht beeinträchtigt. Lediglich Berufsbilder wie Chauffeur, Pilot, Lokomotivführer und weitere Berufe, die ein intaktes räumliches Sehen voraussetzen, können von Ihrem Kind nicht ausgeübt werden. In solchen Fällen ist eine Operation rein kosmetischer Natur, weil lediglich die Fehlstellung der Schielaugen korrigiert wird.

Bezahlen Krankenkasse oder IV die Behandlungskosten beim Schielen?

Da die Sehschärfe beim wechselseitigen Schielen gut ist, übernimmt die Krankenkasse die Behandlung. Beim einseitigen Schielen dagegen kommt die IV (Invalidenversicherung) zum Einsatz, sofern die korrigierte Sehschärfe bei Behandlungsbeginn bei max. 0,2 lag. Die IV trägt sämtliche Behandlungskosten und alle anfallenden Brillen bis zum Alter von 12 Jahren. Sind zudem Aussichten für eine weitere Verbesserung der Sehschärfe gegeben, besteht sogar die Möglichkeit, die kostenfreie Behandlung bis zum Ende des 20. Lebensjahres zu verlängern.

Die perfekte Zusammenarbeit mit uns

Wurde Schielschwachsichtigkeit diagnostiziert, kann die Behandlung nur dann erfolgreich sein, wenn Kind und Eltern gleichermassen gut mitwirken. Unsere Spezialisten müssen sichergehen, dass Ihr Kind die individuell angepasste Brille dauerhaft – also ununterbrochen und ohne jegliche Ausnahme – trägt. Zudem müssen Sie dafür Sorge tragen, dass die Hautpflaster sowie die Brillenpflaster wie verordnet getragen werden. Nehmen Sie auch unbedingt die Kontrolltermine wahr. Rechnen Sie nicht mit sofortigen Wundern, sondern freuen Sie sich über anfängliche kleine Fortschritte und grosse Erfolge im Laufe der Zeit. Haben Sie Geduld, und lassen Sie sich von uns genau beraten. Wir unterstützen Sie nicht nur medizinisch sondern auch psychologisch sowie durch ausführliche Gespräche.

Warum schielen manche Babys?

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Viele Babys schielen

Jedes Baby verfügt nach der Geburt nur über ein eingeschränktes Sehvermögen. Dieses entwickelt sich jedoch während der nächsten Monate schnell weiter. In unserem Artikel „Wann kann ein Baby sehen“ kannst Du mehr über die Entwicklung der Augen erfahren. Vielleicht ist Dir schon aufgefallen, dass der Blick Deines Kindes nicht so grade ist, wie bei anderen Kindern oder es schielt sogar? Schielen ist nicht so ungewöhnlich, wie Du vielleicht denkst. Viele Babys unter sechs Monaten schielen. Das liegt daran, dass Dein Baby erst lernen muss, seine Augenmuskeln richtig einzusetzen und das dauert einige Monate. Es ist jedoch wichtig, dass Du erkennst, ab wann es sich nicht mehr um reines Lernen handelt, sondern ein Besuch beim Augenarzt ratsam ist. Mit einer frühzeitigen und richtigen Therapie ist Schielen gut behandelbar.

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Wann Schielen bei Babys bedenklich ist

Normalerweise legt sich das Problem mit dem Schielen nach dem sechsten Lebensmonat von alleine. Wenn allerdings die folgenden Punkte zutreffen, solltest Du einen Augenarzt aufsuchen:

  • Bei Deinem Partner oder Dir bestehen bereits Probleme mit den Augen.
  • Das Schielen Deines Babys ist extrem auffällig. Je früher ein ernsthaftes Problem erkannt wird, desto besser kann es behandelt werden.
  • Bei auffallender Lichtempfindlichkeit Deines Babys.
  • Die Augen Deines Babys tränen oder es kneift immer ein Auge zu.
  • „Eindrehen“ der Augen bei Müdigkeit Deines Babys.
  • Augenzwinkern und Augenzittern.
  • Eine schiefe Kopfhaltung bei Deinem Baby und ungeschickte Bewegungen wie zum Beispiel Vorbeigreifen.

Behandlung von Schielen

Besonders bei Problemen, die die Augen betreffen ist es wichtig, früh mit einer Therapie zu beginnen. Therapiemöglichkeiten beim Schielen können sein:

  • Abkleben des „gesunden“ Auges: Dadurch muss Dein Baby das schielende Auge verstärkt einsetzen und trainieren. Es lernt so, den Blick gerade zu halten.
  • Einsatz einer Schielbrille: Eine solche Brille entlastet die Augen. Sie kann das Problem zwar nicht komplett beheben, erleichtert Deinem Baby jedoch das Sehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Schielen damit vermindert wird, ist sehr hoch.
  • Operation: Wenn keine der oben genannten Therapien zum gewünschten Erfolg führen, bleibt die Möglichkeit einer Operation. Dabei wird die Stellung der Augenmuskeln verändert, so dass das Auge in Zukunft gerade ist.

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Augenuntersuchung vor der Einschulung

Auch wenn keine offensichtlichen Probleme mit den Augen bestehen, ist es generell ratsam, die Augen Deines Kindes vor der Einschulung untersuchen zu lassen. Denn sollte eine Erkrankung bestehen, ist die Aussicht auf einen Therapieerfolg umso höher, je jünger Dein Kind ist.

Schielt Euer Baby leicht, ist dies bis zu einem Alter von einem halben Jahr normal. Gerade Neugeborene schielen oft. Bei einem stärkeren Silberblick oder einem Schielen bei Neugeborenen, welches nach sechs Monaten noch nicht besser geworden ist, sollte ein Arzt konsultiert werden. Das Babyschielen kann ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung wie:

  • Grauer Star
  • Grüner Star
  • Tumor im Auge

hinweisen. Oftmals handelt es sich bei Babys auch um ein Pseudoschielen, welches bei Kindern durch einen breiten Nasenrücken sowie eine Falte im Augenlid entsteht. Das Pseudoschielen bedarf keiner Therapie und nimmt mit dem Älterwerden Eures Babys ab. Augenschielen ist somit nicht immer als kritisch zu werten.

Die Symptome von Strabismus

Wenn Ihr bei Eurem Baby eine Fehlstellung des Auges entdeckt, ist das ein Hinweis auf das Schielen. Die Augenfehlstellung äußert sich dadurch, dass der Blick jedes Auges in eine andere Richtung geht. Das liegt daran, dass die Achsen der Augen nicht richtig angeordnet sind.

Nicht nur die Fehlstellung der Augen ist charakteristisch für Strabismus convergens oder Strabismus divergens. Oftmals wird das Schielen bei Kindern von einem Brennen im Auge begleitet. Das führt dazu, dass Euer Baby die Augen vermehrt zukneift. Auch ein Zittern des Auges ist bei Strabismus häufig zu erkennen.

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Neben einer gesteigerten Lichtempfindlichkeit kann es auch zu Kopfschmerzen und Problemen bei der Konzentration kommen. Ein weiteres Warnsignal ist es, wenn Euer Baby Probleme beim Greifen von Gegenständen hat.

Je nach Form des Babyschielens fallen auch die Symptome anders aus. Beim latenten Schielen, dem Strabismus paralyticus und dem Strabismus concomitans zeigen sich unterschiedliche Symptome.

Das latente Schielen

Bei einem Ungleichgewicht von den Augenmuskeln wird von einem versteckten Schielen gesprochen. In der Regel ist das latente Schielen (verstecktes Schielen) schwer zu erkennen. Das liegt daran, dass das Gehirn das Ungleichgewicht der Augenmuskeln ausgleichen kann.
Durch Belastungen und Stress kann es jedoch dazu kommen, dass Euer Baby leicht schielt. In einer solchen Situation ist Euer Baby leichter als zuvor ermüdbar und sieht verschwommen. Das hat dann Auswirkungen auf das Verhalten beim Spielen und Krabbeln.

Das Strabismus paralyticus

Kennzeichnend für Strabismus paralyticus ist, dass der äußere Muskel des Auges ausfüllt. Das hat zur Folge, dass der Schielwinkel von der Blickrichtung Eures Babys abhängig ist. Diese Form des Schielens beim Baby tritt von einem auf den anderen Tag auf und wird von den Eltern oftmals sofort wahrgenommen.

Das Baby hat bei dieser Art des Schielens Probleme in der Wahrnehmung. Auch Übelkeit und Schwindel sind Auswirkungen des Strabismus paralyticus. Wenn Euer Baby den Kopf schief hält, kann das auch ein Anzeichen für das Lähmungsschielen sein.

Das Strabismus concomitans

Werden die unterschiedlich starken Augenmuskeln nicht vom Gehirn ausgeglichen, wird von Strabismus concomitans gesprochen. Beim Fokussieren eines gewissen Objekts fällt das Begleitschielen besonders auf. Bei vielen Babys ist das Schielen jedoch schwer zu erkennen. Aus diesem Grund wird diese Form des Schielens meist erst spät entdeckt.

Viele Babys die unter Strabismus concomitans leiden, sind weitsichtig. Wenn Euer Baby eine Schieflage des Kopfes zeigt, kann es sich um eine zusätzliche Schwachsichtigkeit handeln.

Wenn Ihr Symptome bei Eurem Baby entdeckt, die auf ein Schielen hinweisen, ist es wichtig, dass Ihr sofort zum Arzt geht. Durch eine frühzeitige Therapie sind langfristige Auswirkungen wie eine Sehschwäche unwahrscheinlich.

So wird Strabismus beim Baby diagnostiziert

In der Regel wird das Schielen bei Kleinkindern im Rahmen der normalen Untersuchungen beim Arzt entdeckt. Da es beim Schielen zu Begleiterscheinungen kommt, gehen viele Eltern aufgrund dessen zum Arzt. Der Arzt kann das Schielen entweder sofort durch eine Blickdiagnose oder durch verschiedene Tests entdecken.

Üblicherweise wird ein Auf- und Abdecktest durchgeführt. Der Aufdecktest wird dazu genutzt ein latentes Schielen nachzuweisen. Im Rahmen der Untersuchungen wird nämlich getestet, wie aktiv das aufgedeckte Auge arbeitet. Bewegt sich das aufgedeckte Auge stark ist das ein Hinweis auf latentes Schielen.

Beim Abdecktest wird getestet, ob sich die Stellung des nicht abgedeckten Auges verändert. Tritt eine Veränderung der Stellung des Auges auf; kann das ein Hinweis auf Strabismus concomitans sein.

Beim Test auf Schielen beim Babys werden auch die Reflexe getestet. Durch das Verwenden einer speziellen Lampe kann eine Fehlstellung des Auges erkannt werden. Das ist dadurch möglich, dass die Pupille bei einem schielenden Baby eine andere Färbung annimmt.

Die Therapie von Schielen bei Babys

Plötzliches Schielen wird oftmals mit einer Okklusionstherapie behandelt. Bei der Okklusionstherapie wird ein Auge mit einem Pflaster abgeklebt. Das führt dazu, dass das schwache Auge trainiert werden kann. Wie lange das Auge abgeklebt wird, hängt von der Stärke des Schielens ab. Auch das Alter des Babys ist ausschlaggebend für die Länge der Therapie. Das bedeutet, dass das Auge für mehrere Tage oder Stunden abgeklebt werden kann.

Eine weitere Option das Babyschielen zu behandeln ist die Verwendung einer Brille. Durch die Nutzung einer Sehhilfe kann der Winkel des Schielens reduziert oder korrigiert werden.

Bei einem besonders großen Schielwinkel ist eine Operation notwendig. In der Praxis ist die Augen Operation bei Schielen in 50 Prozent der Fälle notwendig. Führt die Sehhilfe oder die Okklusionstherapie nicht zum Erfolg ist das Schielen zu operieren. Durch die Operation wird die Position des Augapfels verändert. Die Position des Augapfels kann durch die Kürzung oder das Versetzen der Augenmuskeln verändert werden. Dadurch werden Probleme beim Sehen verhindert. In seltenen Fällen ist es notwendig die Operation mehrere Male durchzuführen. Die Operation kann in Vollnarkose oder Leitungsanästhesie durchgeführt werden.

Die Augen OP beim Schielen

In der Regel warten Ärzte mit einer OP bei Schielen sechs Monate. Das liegt daran, dass sich das Schielen innerhalb dieses Zeitraums noch zurückbilden kann. Die meisten Kinder werden im Vorschulalter operiert, wenn das Kind schielt. Schielen bei Säuglingen sollte somit immer erstmal mit konservativen Methoden begegnet werden.

Viele Eltern haben Angst das eigene Kind wegen dem Schielen operieren zu lassen. Komplikationen oder langfristige Probleme ergeben sich nach einer Operation beim Schielen meist nicht. Innerhalb der ersten zwei Tage nach der Operation kann es zu Schmerzen bei der Bewegung der Augen kommen. Diese Schmerzen sind jedoch mit Schmerzmitteln leicht zu behandeln.

In seltenen Fällen kommt es zu einer Infektion des Auges. In diesem Fall ist der behandelnde Arzt sofort aufzusuchen. Auch Nachblutungen treten in seltenen Fällen auf. Das Risiko dieser Komplikationen kann jedoch durch die ordnungsgemäße Verwendung der verschriebenen Salben und Tropfen reduziert werden. Auch an die körperliche Schonung sollte nach der Operation gedacht werden, um das Risiko von einer Nachblutung zu minimieren.

Bei einer Schielen Operation am Auge kann es zu einer Erblindung kommen. Diese Komplikation ist jedoch sehr selten. Auch die Narkose, welche für die Behandlung erforderlich ist, kann zu Komplikationen führen. Insgesamt ist die Operation am Auge jedoch als risikoarm zu bezeichnen.

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