Scharf essen schwangerschaft

So gesund ist Sauerkraut

„Dass sie von dem Sauerkohle, eine Portion sich hole“, heißt es bei Wilhelm Busch in „Max und Moritz“. Witwe Bolte machte ihr Sauerkraut noch selber ein, in einem Holzfass im Keller. Sie tat gut daran, denn Sauerkraut ist energiearm, ballaststoffreich und enthält viel Vitamin C. Eine Portion (130 g) deckt ein Viertel des Tagesbedarfs ab. Die im Sauerkraut enthaltene Milchsäure „unterstützt die Bakterienflora im Darm und sorgt dort für einen optimalen ph-Wert“, erklärt Ernährungswissenschaftlerin Evelyn Bosse.

Das saure Kraut entsteht durch einen Gärprozess: Der in Streifen geschnittene Weißkohl wird in einem Gefäß geschichtet, gestampft und mit Salz bestreut. Durch das Zerstampfen tritt Zellsaft aus, dieser Vorgang wird durch das Salz beschleunigt. Den auf dem Kohl vorhandenen Milchsäurebakterien bietet diese Lake ein attraktives Milieu. „Sie verarbeiten den im Kohl enthaltenen Zucker zu Milchsäure“, so Bosse, die in der Entwicklungsabteilung eines großen Sauerkraut-Herstellers im Südwesten Deutschlands arbeitet.

Milchsäurebakterien machen Sauerkraut bekömmlich

Zugleich zersetzen die Bakterien auch einen Teil der Pflanzenfasern, wodurch der Kohl leichter verdaulich wird. Die Milchsäurebakterien können nur gut arbeiten, wenn keine Luft an die Kohlschnitze gelang. Sonst gewinnen anderen Bakterien-Arten die Überhand und das Sauerkraut beginnt zu faulen. Das Gefäß muss also gegen eindringende Luft abgeschlossen sein, zugleich muss das Kohlendioxyd, das beim Gären des Kohls entsteht, entweichen können.

Durch die entstandene Milchsäure enthält das Kraut seinen typischen sauren Geschmack. Stoppt man die Aktivitäten der Bakterien bei einem Milchsäuregehalt von 1 Prozent (durch Erhitzen) schmeckt das Sauerkraut eher mild. Ansonsten können bis zu 2 Prozent erreicht werden, dann ist Schluss: „Irgendwann ist der ganze Zucker verstoffwechselt“, so Evelyn Bosse.

Einziges Gemüse, das Vitamin B12 enthält

Sauerkraut enthält viele Ballaststoffe: „Die vergrößern das Stuhlvolumen, was die Darmbewegung anregt. Giftstoffe und Gallensäuren werden dabei gebunden und ausgeschleust“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin.

Bei der traditionellen Herstellung wird das Kraut in einem großen Behälter mit den Füßen gestampft (zum Vergrößern bitte klicken). Foto: PA/ZB

Zu den Nährstoffen, die im Sauerkraut enthalten sind, zählen neben dem abwehrkräftesteigernden Vitamin C das Vitamin B12. Dieses Vitamin wird benötigt für die Blutbildung und den Aufbau der Zellkerne. Es kommt sonst nur in Lebensmitteln tierischer Herkunft vor (Fleisch, insbesondere Leber, Fisch, Milch, Eier). Im Sauerkraut ist es als bakterielles Abfallprodukt vorhanden.

Naturheilkundler preisen weitere gesunde Inhaltsstoffe im Sauerkraut: Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Kalium, Spurenelemente wie Jod, Eisen und Zink sowie die Vitamine B6 und K. „Die sind aber nicht in nennenswerter Menge vorhanden“, schränkt Bosse ein.

Seefahrer früherer Zeiten setzten auf Sauerkraut

Sauerkraut stand auf dem Speiseplan der römischen Legionäre und gehörte bei langen Seefahrten zum Proviant, weil es durch seinen Vitamin-C-Gehalt gegen Skorbut schützte. Der Entdeckungsreisende Captain Cook hatte angeblich 60 Fässer Kraut an Bord.

Wird das Sauerkraut roh verzehrt, enthält es noch lebende Milchsäurebakterien, die ebenfalls förderlich auf die Darmflora wirken sollen. Ernährungswissenschaftlerin Bosse bezweifelt aber, dass genug Bakterien den Säureangriff im Magen überstehen und lebend im Darm ankommen, um dort zu wirken.

Sauerkraut nur bissfest kochen

Sauerkraut wird aus fein geschnittenem Weißkohl hergestellt. Foto: PA/ZB

20 Prozent des Sauerkrauts gehen in Deutschland roh über die Ladentheke, eingeschweißt oder lose aus dem Eimer. Die restlichen 80 Prozent, ob eingeschweißt, im Glas oder der Dose, sind pasteurisiert. Das heißt, das Kraut wird durch das kurzfristige Erhitzen auf 75 bis 90 Grad haltbarer gemacht. Dadurch sterben die Milchsäurebakterien ab.

Das passiert übrigens auch, wenn man das rohe Kraut zu Hause kocht. Es sollte daher nur leicht bissfest geköchelt werden, rät Daniela Krehl, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. So bleibt auch mehr vom hitzeempfindlichen Vitamin C im Kraut erhalten.

Hat Sauerkraut krebsvorbeugende Wirkung?

Doch nicht nur Vitamine, Milchsäure und Ballaststoffe wirken sich positiv auf die Gesundheit aus: Im Sauerkraut sind sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, Isothiocyanate. Finnische Forscher fanden heraus, dass die Isothiocyanate im Tierversuch das Krebswachstum in Lunge, Brust, Leber und Darm bremsen.

Einer Studie der Universität Gießen zu folge wirkt Sauerkraut auch vorbeugend gegen Dickdarmkrebs, weil es durch die Effekte auf die Enzymaktivitäten der Darmbakterien „positive Voraussetzungen für krebsregulierende Faktoren“ schafft. Das funktioniert allerdings nur bei regelmäßigem Sauerkrautgenuss von 200 bis 300 Gramm pro Tag.

Koreanische Sauerkraut-Variante ist noch wirksamer

Die Gießener Forscher untersuchten zugleich auch Kimchi. Das ist die koreanische Variante des Sauerkrauts, das von Asien aus nach Europa gelangte. Kimchi wird aus Chinakohl hergestellt. Vor dem Gären werden noch andere Gemüse wie Gurke, Rettich, Ingwer, Chili und Knoblauch, eventuelle Fischsauce oder Austern dazugegeben. Das pikante Kimchi erwies sich dabei als noch wirksamer als das deutsche Kraut.

Hierzulande geben einige Hersteller zur Geschmacksverfeinerung noch Weißwein hinzu, der wird aber erst dem fertigen Sauerkraut beigemengt.

Es gibt viele Varianten, das Sauerkraut zuzubereiten. Als Beilage wird es traditionell wird es mit Zwiebeln, Lorbeerblatt und Wacholderbeeren, Äpfeln oder Ananas gedünstet. Evelyn Bosse hat es aber auch schon als Wrap oder Auflauf verarbeitet: „Das schmeckt dann ganz anders als man denkt.“

Sauerkraut selber machen

Zubehör Gefäß aus glasiertem Steingut oder Glas, Krautstampfer aus Holz (Löffel, Fleischklopfer gehen auch) eignen sich besonders für Sauerkraut. Spezielle Sauerkraut-Töpfe (ab 25 Euro) besitzen einen Deckel, der mit Wasser gefüllt wird und so keine Luft hinein-, aber die Gase hinaus lässt. Steine zum Beschweren sind dabei.

Rezept Auf 1 Kilo Weißkohl kommen 10 g Salz. Beim Weißkohl zieht man die äußeren Blätter ab und schneidet das Herz heraus. Der Kohl wird in feine Streifen geschnitten und mit dem Salz vermengt. Eine Schicht in das Gefäß legen und mit einem Holzlöffel oder hölzernen Fleischklopfer stampfen, bis der Kohl mit der austretenden Flüssigkeit bedeckt ist. Dann kommt die nächste Lage aufs Sauerkraut, die genauso behandelt wird. Zum Schluss ein gebrühtes Handtuch auf den Kohl legen, Teller oder Brettchen darauf und mit einem Stein oder einem anderen schweren Gegenstand beschweren. Der gärende Kohl sollte stets mit Flüssigkeit bedeckt sein. Bei Bedarf abgekochtes, leicht gesalzenes Wasser nachgießen. Luft darf nicht an das Kraut, zugleich müssen die Gase entweichen können. Nach drei bis vier Wochen (Raumtemperatur) oder fünf bis sechs Wochen (Kellertemperatur) ist das Sauerkraut fertig.

Was darf Frau während der Schwangerschaft essen?

Was darf eine Schwangere essen? Kaffee? Scharf? Dabei ist der Speiseplan gar nicht so streng. Aber manches ist für werdende Mütter schlicht tabu.

Kaum Kaffee und nichts Rohes – dafür aber bitte viel Kalzium: Schwangere werden von allen Seiten mit Ernährungstipps bedacht. Den Frauen fällt es oft schwer, die Vielzahl an Ratschlägen richtig einzuschätzen. „Da sind ständig neue Empfehlungen, die sich teils widersprechen. Ich beobachte das skeptisch“, sagt Susanne Schäfer, Vorstandsmitglied des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands. Ein zu stark eingeschränkter Speiseplan ist eher kontraproduktiv. Schließlich müssen die werdende Mutter und ihr Baby alle wichtigen Nährstoffe bekommen. Die Unterschiede zu einer „normalen“ gesunden Mischkost sind überschaubar.

Obst und Gemüse für werdende Mütter

Obst und Gemüse: Der Schwangeren-Speiseplan sollte viel frisches Obst und Gemüse enthalten. Sie liefern wichtige Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien. Dabei ist der Wissenschaft keine Sorte bekannt, auf die werdende Mütter ganz verzichten müssen.

„Man hört etwa oft, dass werdende Mütter keine Hülsenfrüchte und keine Lauchgewächse wie Zwiebeln essen sollen“, sagt Schäfer. Grund ist, dass sie schwer verdaulich sind und bei einigen Blähungen oder Übelkeit auslösen. „Wer sie verträgt, kann aber ruhig zugreifen.“ Echte Verbote gibt es bei Obst und Gemüse nur bei Produktwahl und Zubereitung: So ist es wichtig, auf abgepackte Fertigsalate, vorgeschnittene Früchte und nicht erhitzte Sprossen zu verzichten. Sie können mit Keimen belastet sein, die dem Baby schaden. Außerdem sollten rohes Obst und Gemüse nur verzehrt werden, wenn sie gut gewaschen sind.

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Fleisch und Fisch: Fleisch und Fisch enthalten Proteine und versorgen Schwangere mit Stoffen wie Eisen oder Jod. Aber: Alle Produkte, die roh, nicht ausreichend erhitzt oder nur kaltgeräuchert sind, sind tabu. Dazu zählen noch rotes Fleisch, Tatar und Sushi, sowie Räucherlachs und Rohwurstwaren wie Salami. „Diese Lebensmittel können mit gefährlichen Keimen kontaminiert sein, die zu Erkrankungen, Wehen und Fehlgeburten führen können“, sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Ebenfalls nicht oder nur sparsam auf den Teller, sollten stark quecksilberbelastete Fischsorten wie Schwertfisch oder Merlin kommen. Auch Innereien wie Leber können Schadstoffe wie Schwermetalle enthalten.

Kein Räucherlachs für Schwangere

Milchprodukte und Eier: Schwangere haben einen hohen Bedarf an Kalzium. Milchprodukte decken den Bedarf am besten. Eier und Eierspeisen versorgen den Körper beispielsweise mit Eisen und Folsäure. Aber auch hier gilt: Bitte nicht roh essen! „Das bedeutet keine unpasteurisierten Milchprodukte wie Rohmilchcamembert und weder rohes oder halbgares Ei, noch Speisen wie Tiramisu, die es enthalten“, sagt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik. Auch solche Lebensmittel könnten mit Krankheitserregern belastet sein.

Fertigprodukte und Fastfood: Experten halten Fertigprodukte und Fastfood in der Schwangerschaft für problematisch. Das gilt besonders, wenn sie künstliche Zusätze wie Geschmacksverstärker, Zuckersatzstoffe oder Farbstoffe enthalten. Sie belasten den Organismus der Mutter, und Experten fürchten, dass sie auch dem ungeborenen Kind schaden, indem sie etwa sein Allergierisiko erhöhen. Und: Auch Schwangere müssen auf ihr Gewicht achten. „Übergewicht kann zu Krankheitsbildern wie Bluthochdruck führen. Außerdem kommt es bei überernährten Babys häufiger zu Komplikationen wie einer Frühgeburt“, sagt Albring.

Verboten: Alkohol während der Schwangerschaft

Getränke: Zwei bis drei Liter Flüssigkeit sollten Schwangere am Tag trinken – größtenteils Wasser und ungesüßte Getränke. „Oberste Priorität hat der Verzicht auf Alkohol, da dieser das zentrale Nervensystem des Ungeborenen nachweislich stark schädigen kann“, warnt Morlo. Chinin-haltige Getränke, wie Bitterlemon, wirken in großer Menge wehenanregend. Deshalb heißt es auch hier: Lieber zurückhaltend sein. Das gilt auch für Koffein. Kaffee und Co sind nicht komplett verboten – erlaubt sind täglich etwa 300 Milligramm, was ein bis zwei Tassen Kaffee entspricht. dpa/AZ

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Heißhunger auf Salziges? Diese gesundheitlichen Gründe können dahinterstecken

Kartoffelchips, Pommes, Brezeln, Popcorn: Wenn dein Speiseplan plötzlich von salzhaltigen Lebensmitteln dominiert wird, könnte dahinter mehr als bloße Gelüste stecken. Heißhunger auf Salziges weist nämlich auch auf gesundheitliche Probleme wie Dehydration, PMS-Beschwerden oder zu viel Stress hin. Wir erklären, wie viel Salz wirklich empfohlen wird und was dein Appetit darauf über deine Gesundheit aussagt.

Salz – gesund oder schädlich für unseren Körper?

Salz ist lebensnotwendig, denn es trägt zur Aufrechterhaltung zahlreicher Körperfunktionen bei. Das Mineral reguliert etwa unseren Wasserhaushalt, liefert Nährstoffe und leitet Nervenimpulse weiter, die für Muskeln, Herz und Knochen wichtig sind. Doch kommt es immer auf die Dosis an: Ernährungsorganisationen empfehlen fünf bis sechs Gramm Salz pro Tag. Die Realität sieht jedoch anders aus, so nehmen wir durchschnittlich 8,6 (Frauen) bis zehn Gramm (Männer) täglich zu uns. Vor allem, weil sich der Körper schnell an Salz gewöhnt und sich dieses in zahlreichen Lebensmitteln wie Käse, Wurst oder Fertiggerichten versteckt. Kritisch für unsere Gesundheit, denn zu viel Salz kann den Blutdruck erhöhen und wichtige Darmbakterien zerstören, wie aktuelle Studien zeigen. Experten raten dennoch, sich zu entspannen und – anstatt sich akribisch auf Gramm-Angaben zu fixieren – wieder mehr auf den Körper und dessen Signale zu hören. Wenn wir das Verlangen nach salzigen Lebensmittel spüren, dann kann das nämlich nicht nur auf einen Mangel, sondern auch auf gesundheitliche Probleme hindeuten…

Ernährung Tipps gegen Heißhunger auf Salziges

Jeder kennt das Gefühl des Heißhungers. Es äußert sich dadurch, dass man kaum gegen die Begierde nach Salzigem ankämpfen kann. Das dringende Bedürfnis ist ein vom Körper gesendetes Signal, das Auskunft darüber gibt, dass Nährstoffe fehlen. Um schweren Folgen vorzubeugen, fordert sich der Körper das ein, was er braucht. Manchmal aber werden die körperlichen Sensoren durch viele Zusatzstoffe in unserer Nahrung gestört.

Ursachen des Heißhungers

Heißhunger? Nicht mit diesen Tipps!

Sie wünschen sich noch mehr Informationen und weitere Tipps rund um das Thema „Heißhunger“? Dann lesen Sie diese Artikel:

☞ Tolle Tipps gegen Heißhunger auf Süßes
☞ Natürliche Appetitzügler
☞ Unser Essverhalten ist der Spiegel unserer Seele

Im Gegensatz zum Heißhunger auf Süßes, der sich auf einen sinkenden Blutzuckerspiegel zurückführen lässt, rührt der salzige Heißhunger von einem erhöhten Bedarf an Elektrolyten. Insbesondere nach starkem Schwitzen müssen dem Körper neue Elektrolyte zugeführt werden, da wichtige Salze verloren gehen. Es gibt verschiedene Ursachen, die den Heißhunger auslösen. Lange Essenspausen, viele Zwischenmahlzeiten, körperliche und geistige Anstrengung sowie Schlafmangel sind oft der Beginn dieser Attacken. Aber auch psychische Belastungen wie Stress, Migräne und Medikamente oder eine schlecht laufende Diät können dem Körper so zusetzen, dass er nach Salzigem verlangt.

Weitere psychologische Aspekte haben ihre Finger mit im Spiel. Denn gewöhnt man seinen Körper an die regelmäßige Zufuhr an salzigen Leckereien als Belohnung, so wird der Körper auch nachfolgend nach der Zufuhr verlangen. Neben diesen veränderbaren Ursachen können Heißhungerattacken aber auch auf Erkrankungen oder schwere Krankheiten wie Diabetes, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Essstörungen hinweisen. Sind die Heißhungerattacken nicht durch Krankheiten begründet, so können diese kleinen Tipps und Tricks helfen, der salzigen Befriedigung den Kampf anzusagen.

Maßnahmen gegen den Heißhunger

Diese Tipps können Ihnen helfen, Ihren Heißhunger auf Salziges zu bändigen:

Eine ausgewogene Ernährung
Schnell abbaubare Kohlenhydrate (z.B. Traubenzucker, Honig, weißer Zucker, Weißmehlprodukte, Kartoffeln) führen zu einem schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels und einem entsprechend schnellen Verbrauch durch den Körper. Das Ergebnis ist ein schnell wiederkehrender Hunger, da die Energie schnell verbraucht ist. Achten Sie deshalb auf die Nahrungsaufnahme von kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Sie sorgen für ein langsames Ansteigen des Blutzuckerspiegels und halten somit länger vor.

Regelmäßiges Essen
Ein häufiger Fehler, vor allem bei Diäten, sind lange Essenspausen. Einfach das Frühstück oder andere Mahlzeiten auszulassen, sorgt nicht wie gewünscht für eingesparte Kalorien, sondern vorrangig für einen niedrigen Blutzuckerspiegel. Fressattacken oder Unterzuckerung sind die Folge und bedeuten für den Körper viel Stress. Richten Sie sich deshalb feste Esszeiten ein, in denen Sie hochwertige Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zu sich nehmen.

Zeit nehmen
Essen sollte Genuss bedeuten und nicht nur als Bedürfnisbefriedigung gelten. Erst nach zehn bis 15 Minuten stellt sich ein Sättigungsgefühl ein. Deshalb sollten Sie lange kauen, um nicht nur den Genussmoment zu empfinden, sondern auch um das Greifen in die Chipstüte zu vermeiden.

Heißhunger austricksen
Hier eine Erdnuss, dort einen Cracker. Viele Zwischenmahlzeiten sorgen eigentlich für ein konstantes Aufrechterhalten des Blutzuckerspiegels. Naschereien mit wenig Gehalt sorgen allerdings für eine Achterbahnfahrt im Körper. Greifen Sie deshalb zur gesunden Alternative und wählen Sie kohlenhydratreiche Lebensmittel zum Knabbern. So können Sie die Heißhungerattacken stoppen.

Stress vermeiden
Heißhunger kann sich auch auf psychische Gründe zurückführen lassen. Schlafmangel, Diäten oder Stress sollte deshalb vermieden werden. Auch die Langeweile führt uns häufig in die Küche, in der wir dann beherzt zugreifen. Statt sich der Kühlschrank-Plünderei hinzugeben, sorgen Sie also mit Beschäftigung dafür, dass die Esserei aus Langeweile keine Chance hat.

Mit der Gewohnheit brechen
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Deshalb stellt er sich bei der regelmäßigen Zufuhr von salzigen Naschereien darauf ein. Stellt man die kleinen Belohnungen ein, an die sich der Körper schon gewöhnt hat, so wird dieser danach verlangen. Natürlich darf weiterhin genascht werden. Versuchen Sie aber, dies nicht zum Ritual werden zu lassen.

Glutamat
Besonders beliebt in Südostasien, wird der Geschmacksverstärker mittlerweile auch häufig bei uns eingesetzt. Haben Sie sich schon einmal darüber gewundert, weshalb es so schwer fällt aufzuhören, wenn Sie erst einmal mit der Chipstüte angefangen haben? Schuld daran ist der Geschmacksstoff, der in höherer Dosierung das Sättigungsgefühl lahmlegt und zudem ein hohes Suchtpotenzial hat.

Gesund trinken in der Schwangerschaft

Mittlerweile bin ich im 5. Schwangerschaftsmonat angekommen. Die Zeit vergeht wie im Flug und ich kann meinem Bauch gerade täglich beim Wachsen zusehen. In den nächsten Wochen gebe ich euch einen Einblick in meine Essgewohnheiten in der Schwangerschaft und Tipps, wie ihr trotz Babybauch fit und gesund bleiben könnt. Heute geht ́s aber erst mal los mit dem Thema „Gesund trinken in der Schwangerschaft“. 🙂



Besonders in der Schwangerschaft ist es sehr wichtig, dass ihr genug Flüssigkeit zu euch nehmt. Ihr versorgt schließlich nun auch das Ungeborene mit Flüssigkeit. Auch braucht der Stoffwechsel auf Grund der vermehrten Blutmenge um bis zu 50 Prozent, reichlich Flüssigkeit. Da ich schon immer ein Vieltrinker war, fällt es mir nicht schwer, zwei bis drei Liter am Tag zu trinken.

Mein Trinkverhalten in der Schwangerschaft

Im Büro trinke ich über den Tag verteilt ca. 2 Liter Mineralwasser. In den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft hatte ich mit einem enormen Blähbauch zu kämpfen und hab mich mit stillem Wasser wohler gefühlt. Mittlerweile ist der lästige Blähbauch in einen Babybauch übergegangen (viiiel angenehmer), daher bin ich nun wieder auf Wasser mit Kohlensäure umgestiegen. Ich mag prickelndes Wasser einfach lieber. Wer jedoch zu Sodbrennen neigt, dem empfehle ich stilles Wasser.

Morgens nach dem Aufstehen gibt es bei mir ein großes Glas frisch gepressten Orangensaft, zwischendurch über den Tag verteilt noch 1 – 2 Tassen Früchtetee und abends vorm Schlafen gehen ein Glas Milch.

An den Wochenenden hab ich mich vor meiner Schwangerschaft immer auf gemütliche Weinabende mit Freunden gefreut. Wein gibt ́s für mich nun nicht mehr. Dafür freu ich mich nun auf mein eigenes „Trink-Highlight“ – alkoholfreies Bier mit 0,0 % Alkohol oder alkoholfreien Sekt mit frischer Minze. Zeiten ändern sich! 🙂

Meine liebsten Mineralwasser-Ideen

Am liebsten mag ich mein Mineralwasser mit Zugabe von Zitronenscheiben, Orangen, Limetten, frischer Minze, oder gemischten Beeren. Durch tiefgekühlte Beeren spart ihr euch im Sommer sogar die Eiswürfel – ganz schön praktisch! Am besten lasst ihr das Obst einige Stunden im Wasser ziehen. So habt ihr einen intensiveren Geschmack 🙂



Gesund trinken in der Schwangerschaft:

Hier findet ihr eine Übersicht über gesunde Getränke, die ihr in der Schwangerschaft unbedingt trinken solltet.

Wasser:
Wasser (mit Kohlensäure, Medium oder still) ist auf Grund der Mineralstoffe und enthaltenen Vitamine ein sehr geeignetes Getränk, das euch während der ganzen Schwangerschaft begleiten sollte.

Fettarme Milch / Buttermilch / Magermilch:
Milch hilft euch, den erhöhten Kalziumbedarf in der Schwangerschaft zu decken.

Ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees, Ungesüßte Säfte aus 100 % Frucht:
Säfte könnt ihr nicht nur pur genießen, sondern auch leckere Schorlen zubereiten 🙂

Smoothies:
Selbstgemachte Smoothies schmecken lecker und sind super gesund! Sie können je nach Nährstoffen auch ganze Mahlzeiten ersetzen. Besonders mag ich in der Schwangerschaft die Kombination aus Babyspinat, Mango und Orange.


Folgende Getränke sind in der Schwangerschaft nicht geeignet:

Alkohol:
Das Alkohol in der Schwangerschaft tabu ist, ist für euch sicher nichts Neues. Das Zellgift gelangt über die Plazenta zum Kind, so dass schon ein geringer Konsum zu schweren körperlichen und geistigen Entwicklungsstörungen beim Ungeborenen führen kann. Auch bei alkoholfreien Sekt und Bier solltet ihr euch vorher genau erkundigen. Denn auch hier ist ein geringer Anteil Restalkohol vorhanden.

Koffein:
Koffein hemmt die Aufnahme von Eisen, Calcium und Vitamin C und gelangt genauso wie Alkohol direkt über die Plazenta zum Baby. Koffein kann zu einem geringeren Geburtsgewicht beim Baby führen, daher solltet ihr nicht mehr als 1 – 2 Tassen Kaffee pro Tag trinken. Ich bin kein Kaffee-Trinker und verzichte daher während der Schwangerschaft komplett auf koffeinhaltige Getränke, auch auf Cola und schwarzen Tee.

Softdrinks:
Chinin-haltige Getränke wie Tonic Water oder Bitter Lemon sollten gemieden werden, da diese wehenanregend wirken und beim Neugeborenen Entzugs-Symptome wie nervöses Zittern auslösen können.

Zuckerreiche Getränke:
Auch zuckerhaltige Erfrischungsgetränke wie Cola, Fanta und Eistee und auch Trinkschokolade und Kakao solltest Du meiden.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in Gesundes Trinken während der Schwangerschaft geben. Habt eine schöne und entspannte Schwangerschaft!

Übelkeit in der Schwangerschaft kann die Vorfreude der werdenden Mutter trüben. Bei starken Beschwerden ist ärztliche Hilfe nötig. Bei leichter Schwangerschaftsübelkeit können allerdings auch natürliche Methoden helfen, das Problem in den Griff zu bekommen.

Viele Frauen erwischt sie bereits morgens nach dem Aufwachen, einige spüren sie nur nachts: die Übelkeit in der Schwangerschaft. Sie betrifft schätzungsweise drei Viertel aller werdenden Mütter. Oft tritt die Übelkeit auf, noch bevor die Frau überhaupt von ihrer Schwangerschaft weiß.

Wie lange dauert Übelkeit in der Schwangerschaft?

Die Übelkeit in der Schwangerschaft beschränkt sich häufig auf das erste Schwangerschaftsdrittel. In einigen Fällen kann sie auch während der gesamten Schwangerschaft bestehen bleiben.

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Was sind die Ursachen für Übelkeit in der Schwangerschaft?

Ausgelöst wird die Übelkeit in der Schwangerschaft – so vermuten Wissenschaftler – durch das Hormon HCG, das nach der Befruchtung verstärkt gebildet wird und um die zehnte bis zwölfte Schwangerschaftswoche herum die zu erwartenden Maximalwerte erreicht.

Oft reicht ein unangenehmer Geruch oder der bloße Anblick aus und der werdenden Mutter wird übel. Auch ein niedriger Blutzuckerspiegel oder psychische Belastungen wie Stress und depressive Verstimmungen können Übelkeit in der Schwangerschaft begünstigen.

Übelkeit in der Schwangerschaft – wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Bei vielen Frauen kommt ein Brechreiz hinzu, der sich häufig durch übermäßigen Speichelfluss im Mund ankündigt. Sollte die Übelkeit in der Schwangerschaft in ein übermäßiges Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum) übergehen, sodass Sie nicht einmal mehr Getränke bei sich behalten können, sollten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Schlimmstenfalls muss Mangelerscheinungen mittels Infusionen vorgebeugt werden, um die Entwicklung des Kindes nicht zu gefährden.

Übelkeit in der Schwangerschaft natürlich behandeln

Die normale Schwangerschaftsübelkeit ist hingegen für das Ungeborene nicht gefährlich. Lesen Sie hier, wie Sie leichte Übelkeit in der Schwangerschaft ganz ohne Medikamente selbst behandeln.

Zitrone

Zitronensaft ist reich an Kalium – einem Elektrolyt, das bei Beschwerden in Magen und Darm aus dem Gleichgewicht gerät. Ein Glas Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone füllt den Bedarf auf – und lindert Übelkeit in der Schwangerschaft. Manchmal kann bereits der Geruch einer aufgeschnittenen Zitrone die Übelkeit unterdrücken.

Ingwer

Schon ein Gramm Ingwer pro Tag kann ausreichen, um Übelkeit in der Schwangerschaft zu vertreiben. Das ergab eine thailändische Studie. Bereits nach vier Tagen Ingwer-Therapie mussten sich nur noch 37 Prozent der teilnehmenden Frauen übergeben. Nach einer Woche fühlten sich sogar 87 Prozent wesentlich besser. Tipp: Wer nicht gern frischen Ingwer kaut, kann auch Ingwer-Tee trinken. Rezept: Ein walnussgroßes Stück Ingwerwurzel schälen und kleinschneiden. Mit einem Liter kochendem Wasser aufgießen und 15 Minuten ziehen lassen. Bei Bedarf mit etwas Apfelsaft süßen und über den Tag verteilt trinken. Aber: Ingwertee sollte nur in den ersten drei Monaten konsumiert werden, da er wehenfördernd wirken kann.

Ingwer tötet Keime ab und setzt einen „Scharfreiz“ auf die Magenschleimhaut. Das lenkt die Aufmerksamkeit des Gehirns ab – Übelkeit in der Schwangerschaft lässt nach Foto: istock/toeytoey2530

Zwieback

Hinter morgendlicher Übelkeit während der Schwangerschaft steckt oft ein niedriger Blutzuckerspiegel. Hilfreich ist es dann, eine Kleinigkeit zu essen. Allgemeinmediziner empfehlen, schon gleich nach dem Aufstehen beispielsweise einen Zwieback zu verzehren und dann noch ein wenig zu ruhen. Im Übrigen bessern sich die Beschwerden, wenn über den Tag verteilt viele kleine anstelle von drei großen Mahlzeiten eingenommen werden. Günstig ist auch magenschonende Kost.

Akupressur

Norwegische Ärzte haben es in einer Studie nachgewiesen: Die Stimulation des Akupunkturpunktes „Nei-Kuan“ – drei Querfinger entfernt von der inneren Handgelenksfurche, zwischen den Sehnen in der Mitte des Unterarmes – hilft mehr als 70 Prozent der Frauen gegen Übelkeit in der Schwangerschaft. Der Nei-Kuan-Punkt wird mit Zeigefinger- oder Mittelfingerkuppe in Mini-Kreisen massiert, etwa drei Minuten. Der Druck ist mittelstark. Bei Bedarf am anderen Arm wiederholen.

Apfelessig

Die natürlichen Essigsäuren im Apfelessig regulieren den Magen. Anwendung: Einen Esslöffel Apfelessig in eine Tasse geben und mit Wasser vermischen. Nach Geschmack etwas Honig dazugeben.

Oliven

Bei Übelkeit produziert der Körper vermehrt Speichel. Die Gerbstoffe der Oliven unterbinden diesen Prozess und signalisieren dem Gehirn: es ist alles in Ordnung. Aufkommende Übelkeit in der Schwangerschaft ist schnell gebannt. Anwendung: Bereits beim ersten mulmigen Gefühl im Bauch zwei bis drei entkernte schwarze oder grüne Oliven gründlich kauen und erst dann herunterschlucken.

Kräutertee

Die heilsame Wirkung der Pfefferminze geht in erster Linie auf das ätherische Öl in den Blättern zurück. Auch Fencheltee ist ein sehr gutes Mittel gegen die häufig auftretende Übelkeit in der Schwangerschaft. Durch die im Fenchel enthaltenen ätherischen Öle, wirkt der Tee schleimlösend und entkrampfend. Anwendung: Einen Teelöffel pro Tasse in ein Teesieb geben. Mit kochendem Wasser aufgießen, fünf Minuten ziehen lassen.

Trockenfrüchte

Werdenden Müttern hilft es, bei aufkeimender Übelkeit Trockenobst zu naschen – das bindet die Magensäure. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Trockenfrüchte frei von Konservierungsstoffen und ungeschwefelt sind, da sie sonst Atembeschwerden bei Allergikern und Asthmatikern auslösen können.

Sport regt den Kreislauf an und hilft so gegen Übelkeit in der Schwangerschaft Foto: istock/da-kuk

Sport

Frauenärzte betonen, dass sportliche Frauen seltener mit Übelkeit in der Schwangerschaft zu tun haben als unsportliche. Mediziner vermuten, dass Bewegung Stoffwechselprozesse im Körper ankurbelt und dadurch die Hormonumstellung leichter macht. Welche Sportarten sich für Schwangere am besten eignen, lesen Sie hier.

was-wir-essen.de

Expertenantwort von Christof Meinhold am 24.12.2013 12:58 Uhr

Sehr geehrte Fragenstellerin,
ich möchte Sie beruhigen. Da Sie die Zitrone gut abgewaschen und abgerieben haben, haben Sie sicherlich einen Teil der Pestizide entfernt. Zudem war es nur eine Zitrone und die Menge der darüber aufgenommenen Pestizide kann daher nicht sehr hoch sein. Es ist daher ausgeschlossen, dass Sie Ihrer oder der Gesundheit Ihres ungeborenen Kindes durch diesen einmaligen Vorfall geschadet haben. Sie brauchen sich daher keine Gedanken mehr über diesen Vorfall zu machen. Für die Zukunft würde ich Ihnen jedoch empfehlen, nur Bio-Zitronen zu verwenden, wenn Sie die Schale mitverzehren möchten.
Alle wichtigen Informationen zum Thema „Ernährung in der Schwangerschaft finden Sie in unserer Rubrik Ernährungsinfos für
Schwangere.
und in der aid-Broschüre
Das beste Essen in der Schwangerschaft
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Ich wünsche Ihnen und Ihrem Baby alles Gute!
Mit freundlichen Grüßen
Christof Meinhold
Diplom-Oecotrophologe / Ernährungsberater VDOE

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