Säuglinge nach der geburt

Ihr Baby im 1. Monat

Das Baby verstehen: die Kommunikation in den ersten Wochen

Insbesondere für Eltern, die ihr erstes Kind erwarten, stellt sich die Frage: Wie können wir lernen, unser Baby zu verstehen? Diese Frage klärt sich allerdings schon innerhalb der ersten Tage nach der Geburt. Mamas und Papas lernen im intensiven Zusammensein mit ihrem Baby schnell, die Gesichtsausdrücke, Bewegungen und das Schreien einzuordnen und entsprechend zu reagieren. Vertrauen Sie dabei einfach auf Ihre Instinkte. Bedenken Sie auch, dass Babys ebenfalls Langeweile haben können und dies durchaus ein Grund für ein traurig-nörgliges Schreien sein kann.

Sind Eltern noch unsicher im Umgang mit ihrem Nachwuchs, hilft oft die Ausschlussmethode. Hat es Hunger oder eine volle Windel? Möchte es Nähe, schlafen, Trost oder Beschäftigung? So wie bei Erwachsenen auch, haben auch schon die Kleinsten ab und zu Frustmomente, in denen Sie sich ihr Leid einfach mal von der Seele schreien müssen. In solchen Momenten hilft es dem Baby oft, wenn Mama einfach da ist und diese Augenblicke aushält. An diesem Punkt empfinden viele Mütter die Unterstützung einer Hebamme als sehr hilfreich.

Von den Reflexen zur gezielten Bewegung

Selbstverständlich nach etwas greifen, seinen Kopf oder den Körper in eine bestimmte Richtung drehen – bevor ein Baby dazu in der Lage ist, werden die Bewegungen zunächst von Reflexen gesteuert. Sie sind dazu da, dass Überleben zu sichern und die Muskeln zu trainieren. Schon nach wenigen Wochen verlieren sie an Bedeutung und Intensität. Zu den wichtigsten, angeborenen Reflexen zählen im ersten Lebensmonat:

  • der Saugreflex, sobald etwas die Lippen berührt. Dieser dient zur Sicherung der Nahrungsaufnahme.
  • der Suchreflex. Die Berührung an der Wange eines Babys, führt automatisch zum Drehen des Kopfes in die Richtung der potentiellen Nahrungsquelle.
  • der Greifreflex an Händen und Füßen, der das Festhalten an der Mutter und anderen Bezugspersonen unterstützen soll.

Einfach nur Gesicht zeigen: Lernen und Spielen in den allerersten Wochen

In den ersten vier Wochen können Sie die liebevoll gesammelten und gekauften Babyspielzeuge im Schrank lassen. Liebevolle Worte, Berührungen und Gespräche mit Ihrem Baby reichen vollkommen aus, um die unendlichen Eindrücke der neuen Welt nach und nach besser verarbeiten zu können. Ihr Baby möchte nichts außer bei Ihnen sein.

Zudem ist es auch für Eltern eine vollkommen neue Lernsituation, den Alltag mit Baby zu meistern. Besonders das erste Kind wird Sie immer wieder vor Aufgaben und Fragen stellen, an die Sie vielleicht noch nie gedacht haben. Bei späteren Geschwisterkindern hilft in den meisten Situationen die bisherige Erfahrung als Eltern.

Die ersten Arzt-Termine

Die vergleichsweise häufigen Vorsorgeuntersuchungen in den letzten Wochen und Tagen einer Schwangerschaft, setzen sich auch in der ersten Zeit nach der Geburt fort. Sie beginnen in den ersten Minuten mit dem sogenannten Apgar-Test, bei dem der gesundheitliche Zustand Ihres Babys kurz nach der Geburt überprüft wird. Dieser erfolgt im Rahmen der ersten Vorsorgeuntersuchung U1. Danach erfolgen die U2 und Ende des ersten Lebensmonats die U3.

Bei Unsicherheiten sollten Sie jedoch nicht zögern, auch zwischen den Vorsorgeuntersuchungen Ihren Kinderarzt aufzusuchen. Suchen Sie unbedingt ärztlichen Rat, wenn Ihr Baby:

  • sehr schläfrig, schlaff und benommen wirkt
  • stark verklebte Augen hat
  • Sie über 38 Grad Fieber messen
  • der erste Schnupfen da ist
  • der Stuhlgang Ihres Babys sehr wässrig ist

Grundsätzlich gilt: Gehen Sie lieber ein paar Mal zu viel zum Arzt, wenn Sie sich wegen etwas bei Ihrem Baby sorgen. Zunächst ist es immer sinnvoll, die Hebamme zu fragen. Sie ist Ihr erster Ansprechpartner und verweist Sie ggf. an einen Arzt weiter. Bei Stillproblemen bieten sogenannte Stillambulanzen in Geburtskliniken zusätzliche Hilfe.

Wachsen, wachsen, wachsen: die Hauptaufgabe in den ersten Wochen

In den ersten Wochen und Monaten ist das Verhältnis von Größe und Gewicht ein wichtiges Indiz dafür, wie gut sich ein Baby entwickelt. Aus diesem Grunde wird die Gewichtsentwicklung von Ärzten und Hebammen in den ersten Tagen und Wochen ganz genau überprüft und festgehalten. Um zu bestimmen, ob das eigene Baby gut wächst, sollten Sie es jedoch nicht direkt mit anderen vergleichen. Die Gewichtsunterschiede können sich nämlich von Baby zu Baby stark unterscheiden. Es ist eher sinnvoll, sich an den statistisch erhobenen „Normalwerten“ zu orientieren.

Die individuelle Größe richtet sich nach vielen Faktoren. Zu ihnen gehören unter anderem:

  • das Geschlecht (oftmals sind die Mädchen kleiner)
  • die Geschwisterreihenfolge (das erste Kind ist meist kleiner)
  • der Geburtszeitpunkt (Geburten vor dem errechneten Entbindungstermin sind oft leichter als Geburten danach)
  • der Schwangerschaftsverlauf und die Ernährung
  • der Genuss von Alkohol und Zigaretten während der Schwangerschaft
  • Anzahl der Babys im Mutterleib sowie
  • die Erbanlagen der Eltern

In den ersten sechs Monaten werden die meisten Babys ihr Gewicht verdoppeln, wobei sie in den ersten Tagen nach der Geburt wahrscheinlich erst einmal ein paar Gramm verlieren. Dies ist kein Grund zur Besorgnis, da eine kurzzeitige Abnahme von bis zu 10 Prozent normal sein kann. Danach sollte eine Zunahme von etwa 150 Gramm pro Woche im ersten Monat erfolgen. Bei der Kontrolle des Wachstums Ihres Kindes sollten Sie nicht nur überprüfen, ob es wächst. Weiterhin ist es wichtig, dass die Wachstumsschübe möglichst gleichmäßig erfolgen. Ein tägliches Wiegen ist allerdings nur nach ärztlicher Anordnung erforderlich. Produziert Ihr Kleines sechs bis acht nasse Windeln an einem Tag, macht einen ausgeglichenen und zufriedenen Eindruck und erhält nach und nach ein rosig-pralles Aussehen, spricht alles dafür, dass es gut gedeiht.

Die Milch macht’s: Ernährung im ersten Lebensmonat

Ob Sie stillen oder die Flasche geben, ist Ihre ganz individuelle Entscheidung, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt allerdings mindestens sechs Monate lang voll und danach bis zum 2. Geburtstag noch zusätzlich zum Essen zu stillen. Die Vorteile beim Stillen sind die schon perfekte Zusammensetzung der Muttermilch, die einzigartig auf die Bedürfnisse ihres Kindes abgestimmt sind und so zum Beispiel die Antikörper der Mutter enthalten. Diese schützen das Baby vor Krankheiten und Erkältungen bzw. sind die Ausschläge weniger stark.

Beim Stillen heißt es jedoch für viele Mamas oft „Aller Anfang ist schwer.“ So kann es beispielsweise in den ersten Tagen und Wochen zu wunden Brustwarzen oder Milchstau kommen. Für Mamas, die gern stillen möchten, bedeutet es an diesem Punkt: durchhalten. Mit der Hilfe von Hebammen und Stillberaterinnen können die meisten Stillprobleme gemeistert werden, auch wenn es vielleicht am Anfang etwas schwieriger erscheint.

Ebenfalls wichtig hinsichtlich der Ernährung Ihres Babys: Helfen Sie ihm sein „Bäuerchen zu machen.“ Beim Trinken saugt es nämlich neben Milch oftmals auch Luft. Gelangt diese in den Magen kann die aufsteigende Luftblase für Bauchschmerzen sorgen. Wenn Sie Ihr Baby nach dem Füttern hochnehmen, ist die Luft meist schneller draußen und Ihr Baby meist zufriedener.

Tipps für ruhige Nächte im ersten Monat

Schlafentzug und Übermüdung? In den ersten Wochen nach der Geburt bestimmen die damit verbundenen Gefühle sehr oft das Alltagsleben junger Eltern. In der Regel benötigen Babys alle zwei bis vier Stunden ihre Milch, da ihr Magen noch zu klein für längere Essenspausen ist. Den Unterschied zwischen Tag und Nacht müssen sie außerhalb des Mutterleibs auch erst einmal lernen. Den Nachtschlaf Ihres Babys können Sie schon im ersten Lebensmonat fördern, indem Sie:

  • das nächtliche Stillen/Füttern und Windeln wechseln, möglichst ruhig in gedämmten Licht vornehmen. So lernt Ihr Kind, dass die Nacht nicht zum Spielen da sind.
  • Bettgeh-Rituale einführen
  • Ihrem Baby immer Nähe, Zuwendung und Trost geben, wenn es das braucht. Studien zeigen, dass zufriedene, ausgeglichene Babys nachts besser schlafen. Schreienlassen sollte nie eine Option sein!

Ob Babys mit im Elternbett schlafen, gehört ebenfalls zu den ganz persönlichen Entscheidungen, es erleichtert aber Vieles und das Baby ist von Anfang in der Erwartung, auch nachts bei Mama sein zu dürfen. Ganz gleich für welche Art des Schlafens Sie sich bei Ihrem Baby entscheiden, achten Sie auf seine Sicherheit. Entfernen Sie Kuscheltiere, Kissen und Decken, die die Atemwege blockieren können aus seiner Schlafumgebung, denn dies kann laut Studien die Gefahr für den plötzlichen Kindstod erhöhen.

Bei der Wahl der Schlafposition empfehlen viele Kinderärzte die Rücken- oder Seitenlage, da die Bauchlage eher zu einer Blockade der Atemwege führen kann. Doch auch diese Schlafpositionen sind unter Medizinern umstritten, da sich ein Baby aus der Seitenlage beispielsweise schnell in die Bauchlage gelangen kann.

Sanfte Babypflege in den ersten Wochen

Während in den kommenden Baby-Monaten Windeln wechseln, Baden und das Nägel schneiden, die Pflege Ihres Kleinen bestimmen werden, kommt im ersten Monat noch die Nabelpflege dazu. Da der Nabelschnurrest erst einige Tage nach der Geburt abfällt und anfällig für Infektionen ist, sollte er umsichtig gepflegt werden. Tipps und Hilfe dazu geben oftmals die Hebamme oder die Kinderkrankenschwestern der Geburtsklinik. In erster Linie ist es für ein gutes Abheilen des Nabels wichtig, dass dieser stets trocken und sauber gehalten wird.

Das Wickeln kann bei Neugeborenen sowohl mit Stoff- und Wegwerfwindel vorgenommen werden. Mindestens sechs Mal am Tag sollten Sie Ihr Baby in den ersten Wochen frisch wickeln. Die Windeln sitzen richtig, wenn zwischen dem Bauch des Babys und der Windel noch eine Fingerbreite Platz ist. Waschen können Sie Ihr Baby täglich mit einem weichen Schwamm oder Waschlappen.

Die Haare lassen sich am besten beim wöchentlich Bad einfach mit klarem Wasser pflegen. Um Nagelentzündungen zu vermeiden, empfehlen viele Kinderärzte, die noch weichen Fuß- und Fingernägel sanft mit der Nagelpfeile zu kürzen anstatt zu schneiden.

Ihr Baby kann auch windelfrei aufwachsen, so wie 80% der Babys auf der Welt – informieren Sie sich einfach mal darüber.

Der erste Monat für Frühgeborene

Kommt ein Baby weit vor dem errechneten Entbindungstermin zur Welt gestalten sich die Entwicklungsschritte in den ersten Wochen und Monaten anders. Die Entwicklungsphasen, die ein Frühgeborenes noch im Bauch der Mutter erlebt hätte, finden mit medizinischer Unterstützung außerhalb des Mutterleibes statt. Da die Atmung und Temperaturregulierung bei den meisten Frühchen noch nicht voll entwickelt sind, werden sie mit Sauerstoff versorgt und verbringen die ersten Lebenstage oft im Inkubator (auch als „Brutkasten“ bezeichnet).

Oftmals ist ein längerer Krankenhausaufenthalt notwendig. Erst ab einem Körpergewicht von 2.500 Gramm und frühestens ab der errechneten 38. Schwangerschaftswoche können die meisten Eltern ihr Baby mit nach Hause nehmen.

Die Entwicklungsschritte eines zum Entbindungstermin geborenen Babys finden bei vielen Frühgeborenen etwas später statt. Einige Frühchen entwickeln sich nach den ersten Wochen hinsichtlich ihrer geistigen und motorischen Fähigkeiten ebenso schnell wie nicht zu früh geborene Babys und sind nur oft etwas kleiner als ihre Altersgenossen.

Nützliches für Babys 1. Monat

Windeln

Um die Haut des Babys von Geburt an schön trocken zu halten sind Windeln bestens geeignet. Die Windeln sollten einen angenehmen Sitz sowie Beinfreiheit haben, so dass sich Ihr Kind ungestört bewegen kann. Achten Sie beim Kauf auf weiche und atmungsaktive Materialien, die die empfindliche Haut des Babys schützen.

Fläschchen

Muttermilch ist die beste Nahrung für Neugeborene. Möchte sich die Mutter allerdings einmal eine Auszeit nehmen, kann die Milch mit Hilfe einer Milchpumpe abgepumpt und im Kühlschrank beziehungsweise im Gefrierfach aufbewahrt werden. Wenn das Kleine dann Hunger hat und die Mama gerade nicht zur Stelle ist, kann die aufgewärtme Milch mit einem Fläschchen gefüttert werden.

Strampler

Von Geburt an freut sich Ihr Baby über einen kuschlig warmen Strampler. Darin kann Ihr Kind stramplen, robben und krabbeln so viel es möchte, das Kleidungsstück verrutscht dabei nicht. Insbesondere die Nieren und die kleinen Füsschen werden im Strampler besonders gut vor Kälte geschützt. Bei der Wahl eines Stramplers sollten Sie atmungsaktive Materialien wie Baumwolle, Frottee oder Nickistoff wählen.

In den folgenden Wochen

  • In den ersten Wochen nach der Geburt gibt es regelmäßige Früherkennungs-Untersuchungen für Ihr Baby. Die ersten Untersuchungen sind noch im Krankenhaus. Später gehen Sie zu einer Kinderärztin/einem Kinderarzt. Sie bekommen ein „Gelbes Heft“, in das alle Früherkennungs-Untersuchungen des Kindes eingetragen werden.
  • Einige Tage nach der Geburt untersucht die Ärztin/der Arzt Ihr Baby sorgfältig. Die Ärztin/der Arzt untersucht sein Herz und die Lungen, den Körper, die Wirbelsäule, Reflexe, Hüften, Augen …
  • Ihr Baby kann in der ersten Woche nach der Geburt Gewicht verlieren, auch wenn Sie es regelmäßig stillen oder füttern. Das ist normal.
  • Das Baby bekommt Tropfen mit Vitamin K.
  • Bei der zweiten Früherkennungs-Untersuchung (U2) wird das Baby auf seltene Stoffwechselkrankheiten und Mukoviszidose (eine Lungen- und Darmkrankheit) getestet. Die Ärztin/der Arzt, die Hebamme oder die Krankenpflegerin/der Krankenpfleger nehmen ein wenig Blut ab.
  • Außerdem können Sie untersuchen lassen, ob das Baby gut hört (Neugeborenen-Hörscreening).
  • Nach ungefähr acht Wochen bekommt das Baby einige Impfungen, zum Beispiel gegen Kinderlähmung.

Was Dein Baby nach der Geburt erwartet

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC |
Nach der Geburt erwarten wir, so mit unserem Baby umzugehen, wie wir es gelernt haben – und da gibt es eine Reihe unterschiedlicher Möglichkeiten.

Aber die „Erwartungen“ eines Babys sind nicht erlernt. Es sind dieselben Instinkte und Reflexe bei allen Babys rund um den Erdball, und sie haben sich seit Tausenden von Jahren nicht verändert.

Babys sind nicht hilflos. Sie sind bestens vorbereitet auf die Art von Welt, die sie nach ihrer Geburt erwarten.

Wenn wir ihre Welt verändern, machen wir das Leben für sie schwieriger.

Du möchtest wahrscheinlich nicht mit Deinem Baby in einer Höhle leben, aber es ist hilfreich für Dich zu wissen, was für einen Start ins Leben Dein Baby nach der Geburt „erwartet“.

Während des Geburtsvorgangs erwartet es, nicht von Medikamenten beeinflusst zu werden.

Ein Wirkstoff, der sich bei Dir nur für ein paar Stunden auswirkt, kann dem Baby tagelang Probleme bereiten, indem es ihm schwerer fällt, mit der normalen Stärke und Häufigkeit an der Brust zu trinken.

Wenn Du Dich für oder gegen ein Schmerzmittel entscheiden musst, denke daran, dass Deine Entscheidung weit mehr als nur die Geburt beeinflussen kann.

Direkt nach der Geburt erwartet Dein Baby, bei Dir zu bleiben.

Nachdem es einige Zeit im Hautkontakt mit Dir verbracht hat, sich an das Atmen, Sehen und Hören gewöhnt hat, wird es anfangen über seine erste Mahlzeit „nachzudenken“ und kann dann tatsächlich aus eigener Kraft direkt bis zu Deiner Brust kriechen, die Brustwarze finden, sich andocken und ausgiebig an Deiner Brust saugen, ohne dass ihm jemand dabei helfen muss!

Wenn es vor seiner ersten Mahlzeit zum Baden, Wiegen und Messen von Dir fort genommen wird oder wenn es mit Medikamenten zurechtkommen muss, kann es sein, dass es nicht so gut in der Lage ist, seine ersten Aktivitäten durchzuführen und auch, dass Deine eigene instinktive Reaktion ihm gegenüber verändert ist.

Stillen funktioniert glücklicherweise unter ganz unterschiedlichen Geburtsbedingungen, aber es ist am einfachsten und befriedigt Euch beide am meisten, wenn Ihr bis nach dem ersten Anlegen nicht von einander getrennt werdet.

Nach dem ersten Stillen erwartet es, eine lange Zeit neben Dir oder in Deinen Armen zu schlafen.

Es hat sein gesamtes bisheriges Leben lang Deinen Herzschlag und Deine Atmung gehört und Deine Wärme gespürt; und sein Herzschlag und seine Atemfrequenz werden tatsächlich regelmäßiger sein, wenn es mit Dir im Kontakt bleibt.

Es kann sein, dass es länger schlafen möchte, als das Krankenhauspersonal es gerne sieht. Sie möchten sicherstellen, dass bei Euch beiden alles gut eingespielt ist, bevor Ihr nach Hause geht. Daher wirst Du Dein Baby vielleicht in der Anfangszeit ein wenig aufwecken müssen, um häufiges Stillen zu unterstützen.

Aber schon sehr bald wird Dein Baby von alleine aufwachen, an der Brust trinken und sie loslassen, wenn es satt ist, genau wie jedes andere Säugetierjunge.

Zuhause erwartet es weiter, nah bei Dir zu bleiben. Alle Säugetierjungen haben eine besondere Technik um sich selbst zu schützen: Geschwindigkeit, Tarnung oder Sicherheit durch ihre Anzahl.

Menschliche Babys schützen sich selbst, indem sie im Körperkontakt getragen werden. Dein Baby fühlt sich am sichersten und ruhigsten, wenn es nah bei Dir ist, dort wo die Tiger es nicht fressen können und die Ameisen nicht auf ihm herumkrabbeln!

Es erwartet, sein eigenes Tempo zu entwickeln – wahrscheinlich stillt es sehr viel öfter, als Du Dir vorgestellt hast – beendet die eine Brust, bevor es mit der zweiten beginnt, und vielleicht möchte es nicht jedes Mal an beiden Brüsten trinken.

Es erwartet, dass Du schnell auf seine Äußerungen reagierst und es nicht für die Befriedigung seiner Bedürfnisse schreien muss.

Es erwartet, nah bei Dir zu sein, nachts ebenso wie am Tage, und es wird wahrscheinlich besser schlafen, wenn Du neben ihm bist.

Dein Baby „erwartet“, in Deinen Armen zu sein und es „erwartet“, dass Du IHM zuhörst, nicht der Uhr oder einem Anleitungsbuch.

Wenn Du seine Erwartungen erfüllst, wirst Du ein glücklicheres Baby haben.
Und das heißt: ein glücklicheres Leben miteinander.

Original: „What Your Baby Expects in Life“ von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2000
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, April 2004
Foto: premasagar via photopin cc

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Käseschmiere

In den Wochen vor der Geburt umhüllt sich das Baby mit einer Art körpereigener Hautschutz-Creme – der Käseschmiere (auch Fruchtschmiere oder Vernix caseosa). Sie erfüllt vier Funktionen: Käseschmiere schützt erstens die Haut vor dem Austrocknen im Fruchtwasser. Sie ist zweitens ein natürliches Gleitmittel für die Geburt. Drittens sie umhüllt das Baby kurz nach der Geburt, damit es nicht so rasch auskühlt. Und zuletzt enthält sie auch antibakteriell wirksame Substanzen, die das Baby teilweise vor aufsteigende Infektionen während der Schwangerschaft und später bakterielle Hautinfektionen (z.B. Staphylokokken) schützen.

Käseschmiere sieht weisslich-gelb aus. Und anders als das unfreundliche Wort vermuten lässt, ist sie geruchsneutral. Sehr feine Mutternasen erschnuppern sogar einen leichten Duft nach Vanille oder Karamel, unvergleichlich nach Baby eben.

Bitte bekommen Sie keinen Schreck, wenn Ihr Kind mit viel Käseschmiere geboren wird. Die weissliche Hülle sieht eigenartig aus. An den Schultern ist die Schmiere meist vom Geburtskanal weggerubbelt und auf den ersten Blick sieht es aus, als hätte das Kind die Haut in Streifen verloren. Vor allem an den Stellen, wo noch etwas Lanugobehaarung geblieben ist (am Kopf, Augenbrauen, Ohrmuscheln, Wimpern, Schultergürtel, Kreuzbeinbereich), ist sie bei der Geburt noch deutlich erkennbar. Schon ein paar Minuten nach der Geburt aber ist die Käseschmiere schon ganz in die Haut eingezogen – was sie schön rosig aussehen lässt. Heute weiss man, dass es keine bessere Salbe für das Kind gibt als die Käseschmiere. Deshalb wird sie auch oft nicht mehr weggebadet, sondern sanft in die Haut des Kindes einmassiert.

Übertragene Babys haben keine Käseschmiere mehr auf der Haut. Sie wurde sozusagen schon im Mutterleib aufgebraucht. Bei sehr frühgeborene Babys (< 28. Schwangerschaftwoche) sind die Zellen, die die Käseschmiere produzieren noch unreif. Deswegen haben sie oft keine Schicht oder nur sehr wenig auf der Haut bei der Geburt.

Letzte Aktualisierung : 04-11-19, BH

Käseschmiere – Schutzschicht für dein Baby

Bei der Geburt ist dein Baby von einer wächsernen, weißlichen Schicht umhüllt. Die so genannte Käseschmiere hat wichtige Funktionen für das Kind – und das nicht nur im Mutterleib.

Dein Baby wird mit der schützenden Käseschmiere geboren.

Die schlüpfrige weiße Schicht, die Teile oder sogar noch den gesamten Körper deines Babys bei seiner Geburt umhüllt, wird Käseschmiere, Fruchtschmiere oder auch Vernix caseosa genannt. Sie kann bei der Entbindung mehr oder weniger ausgeprägt sein.

Käseschmiere – was ist das?

In erster Linie besteht die Käseschmiere aus einem Gemisch aus Wasser und Fett. Die Fett- oder Lipid-Schicht wird von den Talgdrüsen des Fötus gebildet. Auch abgelöste Hautzellen und abgestoßene Lanugobehaarung gehören zu den Bestandteilen, die den schützenden Film ausmachen. Gebildet wird die millimeterdicke Käseschmiere ungefähr ab der 17. Schwangerschaftswoche.

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Welche Funktionen hat die Käseschmiere?

Die schützende Schicht hat gleich mehrere Aufgaben – und das nicht nur für das Baby im Mutterleib, sondern auch bei der Geburt und sogar noch danach.

Funktionen im Mutterleib:

    • Schutz der Haut vor dem Aufweichen durch das Fruchtwasser
    • Schutzbarriere gegen bestimmte aggressive Bestandteile des Fruchtwassers, zum Beispiel Mekonium
    • Schutz und Isolation vor Druck und Stößen

Funktionen während der Geburt:

  • Erleichterung des Gleitens durch den Geburtskanal
  • Schutz vor Stößen bei der Geburt
  • Infektionsschutz im Geburtsvorgang durch antibakteriell wirksame Bestandteile

Funktionen nach der Entbindung:

  • Wärmeschutz
  • Schutz vor schädlichen Keimen, insbesondere Hautkeimen
  • Schutz vor Austrocknung

Die Käseschmiere bei der Geburt

Dicke und Vorhandensein der Käseschmiere sind ein wichtiger Hinweis für die Reife des Kindes zum Zeitpunkt der Geburt. Je reifer das Kind dann ist, umso weniger Käseschmiere hat es. Frühgeburten haben in der Regel eine eher dicke Vernix-Schicht.

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Was passiert mit der Käseschmiere nach der Geburt?

Innerhalb weniger Tage nach der Geburt zieht die Käseschmiere in die Haut des Babys ein. Sie sollte nicht abgewaschen werden, da sie die Haut deines neugeborenen Babys pflegt.

Neugeborene: Käseschmiere als Heilsalbe

Abgestorbene Hornhautzellen, ein bisschen Fett aus der Schafswolle, etwas Wasser – und fertig ist die Zaubersalbe. Dieses Rezept stammt nicht aus einer Hexenküche, sondern aus einem wissenschaftlichen Labor: Niederländischen Forschern ist ein exakter Nachbau der sogenannten Frucht- oder Käseschmiere gelungen, die Neugeborene im Mutterleib vor dem Fruchtwasser und bakteriellen Infektionen schützt. Die Creme könne künftig Menschen mit sehr rissiger, trockener Haut oder Hautkrankheiten helfen, hoffen die Wissenschaftler um Robert Rißmann von der Universität Leiden. Auch zur Unterstützung der Wundheilung sei sie geeignet. Von ihren Ergebnissen berichten die Forscher in einer Pressemitteilung der European Synchrotron Radiation Facility.
Babys kommen mit gesunder weicher Haut zur Welt, obwohl sie monatelang Feuchtigkeit ausgesetzt waren – während Erwachsene bereits nach einem ausgiebigen Bad mit Schrumpelfingern und ausgetrockneter Haut aus der Wanne steigen. Der Grund für diesen Unterschied ist Vernix caseosa, auch Käseschmiere genannt, eine weißliche Cremeschicht, die die Haut von Neugeborenen überzieht. Ihre schützenden und heilenden Eigenschaften waren schon länger bekannt, als die Niederländer auf die Idee kamen, sie in Form einer Hautcreme nutzbar zu machen. Die Creme setzt sich aus 80 Prozent Wasser, zehn Prozent Hornschuppen und zehn Prozent Lipiden, also Fetten, zusammen.

Besondere Schutzeigenschaften
Ihre schützenden Eigenschaften verdankt die Käseschmiere vor allem der Kombination aus den abgestorbenen Hautzellen und der besonderen Anordnung der Lipide sowie der unterschiedlichen Länge der sogenannten Lipid-Schwänze: Die wasserliebenden Lipid-Köpfe sind von Flüssigkeit umgeben, während sich die wasserabstoßenden Enden mit den Schwänzen anderer Lipide verbinden und so eine feuchtigkeitsabweisende Membran bilden. Weil die Schwänze unterschiedlich lang sind, kann die Creme je nach Temperatur ihre Konsistenz verändern: Je kälter, desto fester ist die Creme, je wärmer, desto flüssiger wird sie.
Als Grundlage für die synthetische Herstellung der Creme nutzten die Forscher Lanolin – Wollwachs, das aus Schafswolle gewonnen wird. Aus dem Lanolin isolierten sie die Lipide, die denen der Käseschmiere am ähnlichsten waren, und verarbeiteten sie zusammen mit synthetisierten Hornzellen und Wasser. In ersten Tests hat sich die künstlich erzeugte Käseschmiere bereits bewährt, klinische Tests sollen nun folgen.

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