Säugling will nachts nicht schlafen

Wenn der Babyschlaf große Probleme bereitet

Mit fachlicher Hilfe Schlafprobleme meistern

Bei ernsthaften und dauerhaften Schlafproblemen sollten Sie immer von Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin abklären lassen, ob keine chronischen oder akuten Krankheiten dahinterstecken. Er oder sie kann bei bestimmten Schlafproblemen auch feststellen, ob eine Schlafstörung vorliegt. Aber auch immer dann, wenn die Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen Sie und das Kind sehr belasten oder der Familienalltag hierdurch beeinträchtigt wird, sind sie die richtigen Ansprechpartner. Sie können Ihnen bei Bedarf geeignete Beratungsstellen und Therapieeinrichtungen nennen.

Mit fachlicher Unterstützung und oft nur einigen wenigen (Verhaltens-)Änderungen können Eltern den Umgang und das Miteinander mit dem Kind erleichtern und die Probleme in den Griff kriegen. Wichtige Aspekte in Hinblick auf Schlafprobleme sind hierbei:

  • Information über Schlafentwicklung und Schlafgewohnheiten von Kindern (ggf. mit Hilfe eines Schlaftagebuchs),
  • gegebenenfalls Aufklärung über Besonderheiten bei Schlafstörungen von Kindern mit einer Behinderung,
  • Strukturierung des Tagesablaufs,
  • rechtzeitiges Erkennen von Müdigkeit des Kindes,
  • Entwicklung eines individuellen Einschlafrituals,
  • gegebenenfalls Aufstellen von Ein- und Durchschlafregeln und
  • Umsetzen dieser Regeln sowohl beim abendlichen Einschlafen wie auch beim nächtlichen Wiedereinschlafen.

Inzwischen gibt es in allen Gemeinden auch sogenannte Frühe Hilfen. Dazu gehören auch Familienhebammen, die Sie bei besonderen Belastungen im ersten Lebensjahr unterstützen können. Informationen hierzu erhalten Sie in der Regel beim örtlichen Jugend- oder Gesundheitsamt. (Stand: 21.6.2019)

Warum will mein Baby nicht schlafen?

Es ist normal, dass Babys in den ersten sechs Wochen – manchmal auch bis zu 12 Wochen – unregelmäßig schlafen. Sie können von Glück reden, falls Sie schon vorher ein Muster erkennen. Nach drei bis vier Monaten können Sie jedoch damit beginnen, Ihrem Baby zu einem regelmäßigen Schlafrhythmus zu verhelfen – alles, was Sie dafür brauchen, ist Konsequenz und Zuversicht.
Doch auch nach den ersten drei Monaten wird es immer wieder unruhige Phasen und Veränderungen im Schlafverhalten Ihres Kindes geben. Zahnen, Infekte, aufregende Erlebnisse, Wachstums- und Entwicklungsschübe, Veränderungen im Schlafbedürfnis … in den ersten zwei Lebensjahren gibt es viele Gründe, die den Schlaf immer mal wieder stören. Dennoch können Sie natürlich Einfluss nehmen und Ihr Kind dabei unterstützen, nach und nach besser und selbstständiger einzuschlafen.
Es kann mitunter schwierig sein, sich für eine Vorgehensweise zu entscheiden – gerade angesichts der riesigen Auswahl an Ratgebern und Fachliteratur. Doch was Ihr Baby betrifft, sind Sie die Expertin, und darum wissen Sie auch am besten, was für Ihre Familie funktioniert und was nicht. Also: Finden Sie heraus, was Sie wollen, und ziehen Sie es dann durch.
Babys sind erstaunlich anpassungsfähig; gleichwohl ist Erziehung nicht alles, sondern auch Veranlagung und Temperament beeinflussen das Schlafverhalten eines Kindes. Einige Kinder sind von Anfang an sehr eigenständige, unkomplizierte Schläfer, während andere viel Nähe und Begleitung brauchen – hören Sie daher auf Ihre eigenen Wünsche, aber behalten Sie auch die Bedürfnisse Ihres Kindes im Blick.

Auch das Alter Ihres Kindes beeinflusst, welche Schlafmethode passend ist. Viele Experten raten davon ab, Kinder unter einem Jahr allein schreien zu lassen. Auch wenn Sie alle fünf Minuten zurückkehren, bedeutet dieses Vorgehen, gerade für Kinder unter einem Jahr, großen Stress. Sie können noch nicht begreifen, dass Sie zurückkehren, und leiden oft noch unter großen Trennungsängsten. Einige Experten sehen diese Methode ab einem Alter von sechs Monaten als zulässig an – andererseits leiden gerade Baby zwischen ca. sechs und elf Monaten unter besonders großen Trennungsängsten. Es gibt sanftere Wege, die Sie zuerst ausprobieren können.
Wenn Ihr Baby nachts aufwacht, sollten Sie die gleiche Methode wiederholen, mit deren Hilfe Sie Ihr Kind allabendlich zum Einschlafen bewegen. Deshalb führt das bequeme und gemütliche „Einschlafstillen“ oder Einschlummern mit der Flasche auf Dauer oft zu Problemen: Ihr Kind gewöhnt sich an diese Einschlafhilfe und erwartet sie fortan bei jedem nächtlichen Aufwachen.
In den ersten sechs bis zehn Wochen lässt es sich oft nicht vermeiden, dass das Baby beim Füttern einschläft und das ist auch nicht schlimm. Doch ab einem Alter von ca. drei Monaten sollten Sie langsam versuchen, diese Gewohnheit zu ändern. Es ist nicht dramatisch, wenn Ihr Kind mal sehr müde ist und dann an der Brust oder Flasche einnickt. Doch Sie sollten darauf achten, Ihr Kind nun möglichst oft wach in sein Bettchen zu legen. Es darf ruhig schon leicht schläfrig sein, sollte aber noch nicht fest schlafen.
Legen Sie es ganz vorsichtig ab, so, dass es mit den Füßen zuerst die Matratze berührt und legen Sie es zuerst auf die Seite und dann behutsam auf den Rücken. Wenn Ihr Baby beim Ablegen schreit, versuchen Sie zunächst ein paar Minuten lang, es mit „Sch-Sch“-Lauten zu beruhigen. Reicht das nicht, können Sie auch seinen Kopf streicheln oder seine Händchen zusammenführen. Als weiterer Schritt kann auch der Schnuller zum Einsatz kommen.

Zwei Dinge, die für jeden Plan gelten:

1. Wechseln Sie nicht zu oft zwischen verschiedenen Beruhigungsmethoden. Ein ständiger, hektischer Wechsel zwischen Singen, Streicheln und Händchenhalten wird Ihr Kind nur noch mehr aufregen. Bleiben Sie zumindest drei Minuten bei einer Methode und wechseln Sie erst danach.
2. Geben Sie Ihrer Methode ausreichend Zeit zu funktionieren – mindestens ein bis zwei Wochen. Mit jeder neuen Methode, die Sie ausprobieren, verlangen Sie von Ihrem Baby, eine ganze Reihe neuer Schlafgewohnheiten zu lernen. Und es dauert eine Weile, bis alte Gewohnheiten verschwinden und neue Gewohnheiten verinnerlicht sind. Verwirren Sie Ihr Baby also nicht durch ständige Wechsel. Bleiben Sie einem Plan mindestens ein bis zwei Wochen treu.
Auch Rückfälle, oft in den ersten 1-3 Wochen nach einem Schlaftraining, sind vollkommen normal. Halten Sie dann sanft, aber konsequent an Ihrem Vorgehen fest. Wenn Sie jedoch nach einer bis zwei Wochen noch keinerlei Verbesserung feststellen, scheint die Methode nicht die richtige für Sie und Ihr Kind zu sein. Vielleicht ist auch der Zeitpunkt gerade unpassend und Sie können in ein paar Wochen einen weiteren Versuch wagen.
Eine allabendliche, entspannende Einschlaf-Zeremonie hilft Ihrem Baby dabei, sich zu beruhigen und schläfrig zu werden. Auch Ihnen wird das Gute-Nacht-Sagen leichter fallen, nachdem Sie ein paar ruhige Minuten mit Ihrem Baby verbracht haben. Um Ihrem Kind das Einschlafen zu erleichtern, sollten Sie auch darauf achten, dass es nicht am späten Nachmittag noch ein Nickerchen macht. Babys unter vier Monaten haben noch ein hohes Schlafbedürfnis – sie sind oft schon nach ein bis zwei Stunden Wachzeit wieder müde. Das ist in Ordnung, doch ab ca. 4 Monaten sollten Sie versuchen, drei bis vier Stunden Abstand zwischen dem letzten Tagesnickerchen und dem Abendschlaf einzuhalten.
Suchen Sie außerdem nach Wegen, selbst entspannt zu bleiben. Die Ruhe zu bewahren, während man am Bett eines schreienden Babys steht, ist eine riesige Herausforderung. Überlegen Sie daher, wie Sie die Situation für sich selbst möglichst bequem gestalten können. Vielleicht nehmen Sie sich einen gemütlichen Sessel, von dem aus Sie Ihr Baby mit Singen oder, wenn nötig, Streicheln, beruhigen. Oder Sie legen sich auf eine Matratze neben dem Kinderbett.
Atmen Sie tief in den Bauch ein und mit einem langen Zug wieder aus. Bauchatmung hat eine sehr entspannende Wirkung. Auch Musik oder Hörbücher über Kopfhörer können Ihnen helfen, die Zeiit positiv zu gestalten. Falls Ihr Baby trotz aller Bemühungen immer noch nicht besser schläft, sollten Sie ärztlichen Rat suchen oder sich von ExpertInnen Hilfe holen. Adressen finden Sie zum Beispiel unter Trostreich.de.

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Stillbaby zu schwer / dick ? Ist überstillen möglich??

Hallo Verena,
das kenne ich zu gut. Unser Leon ist auch vollgestillt und ist schon immer das schwerste Kind in sämtlichen Babygruppen die wir besuchen. Er hat mit 4 Monaten schon 8 Kilo gewogen und mittlerweile mit knapp 8 Monaten wiegt er schon 11 Kilo. Ich habe mir auch immer Sorgen gemacht dass ich ihn überfüttere und er zuviel wiegt. Aber ich habe dann von mehreren Stillberaterinnen und Hebammen gehört dass man ein Stillkind nicht überfüttern kann und das der "Stillspeck" anders ist als der bei Flaschennbabys und im Grunde weg geht wenn die Kleinen erst mal anfangen zu krabbeln bzw. zu laufen. Jetzt machen wir uns da gar keine Gedanken mehr und finden immer das er viel süßer ist als die ganzen "dünnen" Babys. Stille deinen Kleinen auf jeden Fall immer nach Bedarf weil jedes Baby unterschiedlich viel braucht für seine Entwicklung. Gut geholfen hat bei Stillfragen immer die laleche liga…. vielleicht ist das auch was für dich.
Glg Miri

Gewicht und Wachstum von gestillten Kindern

In den allerersten Tagen können gestillte Neugeborene etwas Gewicht abnehmen. Dies geschieht vor allem durch die Ausscheidung von Körperflüssigkeit und Mekonium (Kindspech).

Die Gewichtsabnahme sollte jedoch nicht mehr als 7 % des Geburtsgewichts betragen.

Eine größere Gewichtsabnahme ist ein Hinweis auf eine mögliche Störung des Stillens und sollte zu einer Überprüfung des Anlegens, der Häufigkeit und Dauer der Stillmahlzeiten sowie der Milchproduktion der Mutter durch eine Stillexpertin führen. Gegebenenfalls müssen hier umgehend entsprechende Maßnahmen zur Veränderung ergriffen werden.

Nach dem Einsetzen der Milchproduktion (etwa am 3. Tag nach der Geburt) sollte das Baby nicht weiter abnehmen, sondern anfangen wieder an Gewicht zuzunehmen.

Am 10.-14. Lebenstag sollte es sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben.

Nach 3 Wochen muss es sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben.

In den ersten 2 Monaten nimmt es normalerweise 170 – 330 g pro Woche zu.

Im 3. – 4. Monat 110 – 330 g pro Woche, 5. – 6. Monat 70 – 140 g pro Woche und vom 7. – 12. Monat 40 – 110 g pro Woche.

Liegt bei Deinem Kind die Gewichtszunahme unter diesen Werten, solltest Du eine Stillberaterin IBCLC für eine Stillberatung aufsuchen. Die Zufütterung von künstlicher Flaschennahrung kann so in vielen Fällen noch vermieden werden.

Im ersten Halbjahr verdoppelt sich dadurch das Geburtsgewicht und innerhalb der ersten 12 Monate verdreifacht es sich.

Bis zum Beginn des zweiten Lebensjahres hat sich auch die Körperlänge um etwa 50 % erhöht. Erblich bedingt, gibt es, genau wie bei den Erwachsenen, kleine und große Kinder.

Um festzustellen, ob ein Kind normal wächst, werden die bei den Vorsorgeuntersuchungen gemessenen Werte des Kindes vom Kinderarzt in einer Grafik eingetragen, der sogenannten Perzentilen-Kurve. Diese Perzentilen-Kurven sorgen allerdings mitunter für Verunsicherung bei den Eltern.

Perzentilen sind Prozentangaben, keine Idealverläufe.

Wird die Körpergröße oder das Gewicht eines Kindes in Perzentilen ausgedrückt, bedeutet dies, dass die Körpergröße in Bezug auf die Körpergrößen der Altersgenossen angegeben wird. Dabei zeigt die Perzentile keine Idealentwicklung für Kinder, sondern ist nichts weiter als eine mathematische Darstellung komplexer statistischer Funktionen.

Ein gesundes, termingerecht geborenes Baby nimmt etwa parallel zu seiner Ausgangs-Perzentile zu, hat reichliche Ausscheidungen und ist aktiv und zufrieden.

Ein Beispiel:
Liegt ein 6 Monate altes Kind bei der Untersuchung mit seiner Körperlänge auf der 10. Perzentile, so bedeutet dies, dass 90 % der Kinder seines Alters, Geschlechts und seiner Abstammung größer sind und 10 % kleiner. Die Abstammung ist wichtig, weil z.B. Kinder italienischer Abstammung durchschnittlich kleiner sind, als z.B. Kinder schwedischer Abstammung.

Auch die Körpergröße der Eltern spielt eine Rolle. Kinder mit eher kleinen Eltern werden wahrscheinlich auch eher klein sein. Ihre Körpergröße wird also vermutlich unterhalb der 50. Perzentile liegen.

Deutliche Abweichungen von der erwarteten Entwicklung können mit Hilfe der Perzentilen leichter festgestellt werden. Der Nutzen dieser Kurven wird erst deutlich, wenn sich gravierende Abweichungen ergeben.

Die Körpergröße wird ja jedes Mal gemessen, wenn das Kind beim Arzt ist. Schwankt der Wert immer etwa um die gleiche Perzentile herum, so ist die Entwicklung erwartungsgemäß. Sind aber größere Abweichungen festzustellen, so ist das ein Grund, näher hinzusehen.

Wieder ein Beispiel:
Ein Kind ist bei der Geburt durchschnittlich groß (= 50. Perzentile). Nach 3 Monaten wird bei dem gleichen Kind eine Körpergröße gemessen, die auf der 25. Perzentile liegt. Diese Abweichung könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Körperwachstum verzögert ist. Dann sollte der Kinderarzt den Grund für das geringere Wachstum suchen.

Noch ein wichtiger Punkt:
Die unterste Linie ist die 3. Perzentile, d.h. 3% der gesunden Kinder liegen noch unterhalb dieser Linie.

Diese Linie ist also keine Grenze, die gesunde von kranken Kindern unterscheidet, sondern ein Signal, das dem Kinderarzt sagt: „Achtung, schauen Sie sich dieses Kind genau an. Wahrscheinlich ist alles in Ordnung, aber es könnte auch sein, dass es krank ist.“

Körpergröße auf der 3. Perzentile bedeutet, dass 3% der gesunden Kinder gleichen Alters, gleichen Geschlechts und gleicher Abstammung kleiner als das betreffende Kind sind.

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Die Entwicklung von ausschließlich gestillten und teilweise oder ausschließlich mit künstlicher Flaschennahrung ernährten Babys verläuft unterschiedlich.

Gestillte Kinder nehmen im ersten Monat sehr schnell zu und im Laufe des ersten Lebensjahres immer langsamer, dieser Verlauf ist also normal.

Die Perzentilen-Kurven in dem gelben Vorsorgeuntersuchungsheft basieren zum Teil noch auf Daten von überwiegend künstlich ernährten Babys, die jedoch ausschließlich gestillten Babys nicht entsprechen.

Aus diesem Grund hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2006 neue Referenzkurven erstellt, die nur auf Daten von sechs Monate ausschließlich gestillten Babys basieren. Sie sollen als Norm für alle Babys gelten, auch für nicht-gestillte.

Prüf doch einmal, ob die Perzentilen-Kurven in dem gelben Vorsorgeuntersuchungsheft Deines Kindes auf den WHO-Perzentilen beruhen. Wenn nicht, findest Du weiter unten Links zu den neuen WHO-Referenzkurven.

So ermittelst Du die persönliche Wachstumsentwicklung Deines Kindes

Der Schnittpunkt zeigt, in welchem Perzentilenbereich das Kind liegt

Du benötigst einen Perzentilen-Bogen für das richtige Geschlecht Deines Kindes sowie ein Lineal, einen Bleistift und einen Buntstift.

  1. Markiere das Alter des Kindes bei der Messung auf der Altersachse und zieh von diesem Punkt aus mit dem Bleistift und mit Hilfe des Lineals eine senkrechte Linie bis über alle Kurven hinweg.
  2. Auf der Größen- bzw. Gewichtsachse markierst Du die gemessene Körpergröße bzw. das Körpergewicht Deines Kindes. Diesen Punkt verlängerst Du mit Bleistift und mit Hilfe des Lineals waagerecht, ebenfalls über alle Kurven hinweg.
  3. Markiere den Schnittpunkt der beiden eingezeichneten Linien nun (als Kreis) mit dem Buntstift und radiere die Bleistiftlinien wieder weg. Der Schnittpunkt zeigt Dir in welchem Perzentilenbereich das Kind derzeit liegt (siehe Abbildung).

Literatur:
WHO (2006) The WHO Child Growth Standards

Weitere Infos:
Woran erkenne ich, dass mein Stillbaby genug Muttermilch bekommt?

Regine Gresens, IBCLC, veröffentlicht Dezember 2006, aktualisiert Juli 2013
Foto: iggyshoot The best place ever via photopin (license)

Die WHO-Perzentilen-Kurven

Für Jungen:
Körpergewicht zu Alter 0-2 Jahre
Körpergewicht zu Alter 0-5 Jahre
Körpergewicht zu Länge 0-2 Jahre
Körpergewicht zu Größe 2-5 Jahre
Body-Mass-Index 0-2 Jahre
Body-Mass-Index 2-5 Jahre
Body-Mass-Index 0-5 Jahre
Für Mädchen:
Körpergewicht zu Alter 0-2 Jahre
Körpergewicht zu Alter 0-5 Jahre
Körpergewicht zu Länge 0-2 Jahre
Körpergewicht zu Größe 2-5 Jahre
Body-Mass-Index 0-2 Jahre
Body-Mass-Index 2-5 Jahre
Body-Mass-Index 0-5 Jahre

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Saugverwirrung

Saugverwirrung – auch problematisch für Stillmamas

Verweigert ein Säugling die Brust, ist dies nicht nur für sein Wohlbefinden und seine Entwicklung schwierig.

Bei Stillenden kommt es demzufolge zum Milchstau, der wiederum Schmerzen sowie eine Brustentzündung verursachen kann. Das Ausstreichen oder Abpumpen der Milch verhindert meist eine Brustentzündung.

Teilweise hilft sich die Natur der Frau selbst und lässt bei ausreichendem Milchdruck die überschüssige Milch einfach abfließen. Ist das der Fall sind Stilleinlagen nützlich.

Diese sollten jedoch möglichst häufig gewechselt werden, da Feuchtigkeit die Haut verletzungsanfälliger werden lässt und sich leichter ein Pilzbefall (Soor) an den Brustwarzen entwickeln kann.

Brustverweigerung aus anderen Gründen

Wenn ein Baby plötzlich nicht mehr an der Brust trinken möchte, liegt nicht unbedingt eine klassische Saugverwirrung vor. Es können auch andere Ursachen zur Brustverweigerung führen. Manchmal fühlen sich Babys zu müde oder zu krank, um zu trinken. Oder sie sind einfach schon satt.

Es kommt auch vor, dass ihnen die Milch nicht schmeckt oder sie den Geruch nicht mögen. Je nach dem, was eine Stillmama isst, verändert sich auch die Zusammensetzung der Milch. Der Verzehr von knoblauchhaltigen Speisen oder Rhabarber verändert die Muttermilch hinsichtlich des Geschmacks so stark, dass einige Babys sie zunächst nicht mehr mögen.

Dieses Empfinden kann sich allerdings im Verlauf der folgenden Wochen und der weiteren Babyentwicklung ändern, sodass Knoblauch und Rhabarber auf dem mütterlichen Speiseplan keine Probleme mehr darstellen.

Manchmal sorgen auch andere Reize dafür, dass das Baby in Bruststreik tritt. Kommt es beispielsweise beim Anlegen an die Brust in der Umgebung zu einem lauten Geräusch, kann sich ein Baby erschrecken. Da es sich im Moment des Schrecks auf die Brust konzentriert hat, verbindet es zukünftig das Trinken mit dem Schreckgefühl.

Hierbei raten Hebammen, mit Geduld und Ruhe das Stillen immer wieder zu versuchen, sodass sich die Angst legen und die Stillbeziehung normalisieren kann. Nach solch einem Schreckerlebnis kann es auch schon helfen, die Umgebung zum Stillen zu wechseln.

Vertrauen Sie einfach auf Ihre mütterlichen Instinkte. Mit etwas Einfühlungsvermögen und Aufmerksamkeit sind Saugverwirrung und Brustverweigerung häufig schnell überstanden. Finden Sie in solch einer Situation keine Lösung, scheuen Sie sich nicht, die Hebamme oder den Kinderarzt Ihres Vertrauens darauf anzusprechen.

Die „Müde, aber wach“-Lüge

Mone

02/03/2018Antworten

Liebe Frau Imlau,
Schön länger lese ich Ihre Beiträge bei Facebook. Der heutige Artikel spricht mir aus der Seele…
Unser Sohn ist jetzt 13 Wochen alt und hat so ziemlich von Anfang an Probleme beim einschlafen. Zudem wird er oft wach, da ihn immer wieder Bauchschmerzen und Blähungen plagen…
Er findet nur sehr schwer in den Schlaf, obwohl er total müde ist. Bei uns hilft nur tragen im Tuch, schuckeln auf dem Arm oder stillen… selbst im Kinderwagen schläft er nicht gerne. Dort wird erst mal fast nur geweint… mit einem Schnuller lässt er sich leider auch nicht beruhigen. Ich bin zwar kein Freund vom Schnuller, aber manchmal wäre es einfacher, dann könnte auch mal mein Mann mit ihm zu Bett gehen.
Ist er dann mal eingeschlafen, hat er nicht lange Ruhe, da er spätestens nach 2 Stunden wach wird und Bauchweh hat und ordentlich Pupsen muss. Er weint dann häufig und lässt sich nur durch stillen oder manchmal auch einfach nur durch nuckeln an der Brust beruhigen.
Er braucht einfach die Nähe. In seinem Bett schläft er nicht, deshalb darf er in unserem Bett schlafen. Meistens auf der Brust meines Mannes oder bei mir. Man versucht es seinem Kind ja schließlich so angenehm wie möglich zu machen.
Und zu all diesen Schwierigkeiten muss man sich dann immer die tollen Ratschläge und Kommentare von anderen anhören, dass man sein Kind verwöhnt… dass es doch lernen muss alleine zu schlafen… man soll es nicht auf dem Arm schuckeln, da gewöhnt er sich sonst dran…
Alles super Ratschläge von Menschen, die gar nicht verstehen was man als Mutter bzw. Als Eltern teilweise durchmachen muss… schlichlicj will man seinem Kind einfach nur zeigen, dass alles In Ordnung ist und sie mit ihren „Problemen und Wehwehchen“ nicht alleine sind.

Deshalb kommt mir dieser Artikel heute wie gerufen! Es bestätigt das, was ich vielen immer versuche zu erklären. Aber man erntet nur komische Blicke, ganz nach dem Motto „erzähl nicht so einen Stuss, bei meinem Kind war das alles anders“ oder „früher hat man das so oder so gemacht…“
Vielen Dank!

Regulationsstörungen: Wenn sich das Baby nicht beruhigen lässt

Regulationsstörungen äußern sich in exzessivem Schreien, Schlaf- oder Fütterproblemen (© Kadmy)

„Schlaf, Kindlein, schlaf“– so oder ähnlich beginnen viele Wiegenlieder auf der ganzen Welt. Es ist eine grundlegende Erfahrung junger Eltern, dass sich ihr Baby nicht immer ohne Probleme beruhigen lässt. An Tipps aus der näheren oder weiteren Umgebung mangelt es nicht. Von Schreienlassen über Schnuller, Füttern und Wiegen reichen die Hinweise. Einige Eltern haben nach durchwachten Tagen und Nächten, vielen schwierigen (Still-)Mahlzeiten und Beruhigungsversuchen den Verdacht, ihr Baby könne ein so genanntes Schreibaby sein. Was in der Alltagssprache mit dem Begriff „Schreibaby“ benannt wird, beschreiben Fachleute als Regulationsstörung. Die Störung äußert sich häufig in übermäßigem Weinen, Schlafproblemen oder Schwierigkeiten beim Stillen bzw. Füttern. Oft gibt es eine Kombination verschiedener Probleme.

Regulationsstörungen kommen vergleichsweise häufig vor. Etwa jeder vierte bis fünfte Säugling ist zumindest zeitweise davon betroffen (Papousek, 2004). Trotz der Schwierigkeiten, allgemeingültige Aussagen zu treffen, sollen die Symptome der häufigsten Regulationsstörungen kurz beschrieben werden:

Exzessives Schreien

Weinen und Schreien sind eine wichtige Ausdrucksform von Säuglingen. Weinen führt zu Trost und Versorgung durch die Bezugspersonen, ist also unverzichtbar. Mit exzessivem Schreien wird ein unstillbares, manchmal plötzliches Weinen bezeichnet, für das die Eltern keinen Grund erkennen. Andere Bezeichnungen sind „Kolikenschreien“ oder „Drei-Monats-Koliken“, wobei nur bei etwa 10% der betroffenen Kinder tatsächlich eine Störung im Magen-Darm-Trakt vorliegt (Miller & Barr, 1991). Ein geblähter Bauch, rote Hautfarbe, Überstrecken von Kopf und Rumpf und das Anziehen der Beine sind während des Weinens häufig. In der Zeit zwischen den Weinphasen sind die Kinder unruhig und quengelig, manchmal schreckhaft. Wenn dem Säugling Ablenkung angeboten wird, z.B. Schaukeln, Singen, Autofahren, wird er kurz ruhiger. Bald darauf kommt es jedoch wieder zu Weinen und Unruhe, manchmal stärker als vor dem Beruhigungsversuch. Man geht davon aus, dass die betroffenen Kinder sehr reizoffen sind, schlecht abschalten können und deshalb empfindlich auf Sinneseindrücke reagieren. Neue Eindrücke unterbrechen dann kurz das Weinen, verstärken aber auch die Überreizung. Dafür spricht auch, dass viele Säuglinge besonders gegen Abend unstillbar zu weinen beginnen. Viele Babys werden gegen Abend unruhiger. Kinder mit einer Regulationsstörung kommen jedoch lange nicht zur Ruhe. Eltern beschreiben häufig eine Art „Kampf ums Einschlafen“: Das offensichtlich erschöpfte Kind nickt kurz ein, schreckt wieder auf, beginnt zu weinen bis es wieder kurz einnickt, usw. …

Es hat viele Versuche gegeben, anstrengendes, aber noch normales Weinen von Regulationsstörungen zu unterscheiden. Traditionell wird oft die sogenannte Dreierregel (Wessel et al. 1954) angewandt: Von einer Störung wird dann gesprochen, wenn ein Säugling häufiger als drei Mal in der Woche länger als drei Stunden schreit und das länger als drei Wochen anhält. Solche und ähnliche Kategorisierungen werden inzwischen vielfach kritisch gesehen. In der Beratungspraxis stehen inzwischen die individuelle Belastung der Familienmitglieder und ihre Ressourcen im Mittelpunkt. Keine Mutter und kein Vater sollten zunächst Schreistunden zählen, bevor sie sich an Fachleute wenden.

Schlafstörung

Säuglinge wachen nachts häufig kurz auf und finden dann mit mehr oder weniger elterlicher Unterstützug wieder in den Schlaf. Nach aktuellen Untersuchungen können bis zu 10 oder 15 kurze Aufwachphasen bei Säuglingen beobachtet werden. Auch das Begleiten des Einschlafens durch eine Bezugsperson ist im ersten Lebensjahr nicht als Störung zu sehen. Einschlafdauern bis 30 Minuten werden allgemein als normal gewertet. Wacht ein Kind in der Nacht häufiger als dreimal auf und bleibt dann länger als 20 Minuten wach, findet also nicht gut wieder in den Schlaf, wird das als Hinweis für das Vorliegen von Schlafstörungen gesehen. Kurzes Aufwachen und Trinken mit unproblematischem Zurückfinden in den Schlaf ist damit nicht gemeint.

Fütterstörung

Stillen nach Bedarf, also immer dann, wenn der Säugling Wunsch und Bereitschaft dazu zeigt, ist die natürliche Ernährungsform von Säuglingen. Manchmal gibt es Schwierigkeiten, sich aufeinander einzustimmen. Die Gründe von Stillproblemen sind vielseitig. Es hat Versuche gegeben, anhand zeitlicher Abstände oder der Dauer von Stillmahlzeiten Fütterstörungen zu diagnostizieren. Zeitliche Abstände zwischen den einzelnen Stillmahlzeiten schwanken jedoch von Kind zu Kind sehr stark, sodass inzwischen andere Kriterien erfragt werden. Fachleute vermuten eine Fütterstörung, wenn Kinder sehr häufig oder nur kurz trinken wollen, nach der Mahlzeit nicht (lange) zufrieden sind und nicht altersgerecht zunehmen. Später können noch Beschränkung auf wenige Nahrungsmittel, Essunlust, Erbrechen, Angst vor dem Essen etc. dazu kommen. Wie mit allen quantitativen Kriterien, kann die individuelle Situation der Familie damit nur annähernd erfasst werden. Wenn Eltern den Eindruck haben, dass die Essenssituation über einen Monat hinweg übermäßig viel Stress und/oder Streit auslöst, kann eine genaue Diagnostik sinnvoll sein.

Was können wir tun?

Durch ihre innere Ruhe vermittelt die Mutter dem Baby Sicherheit (© ababaka)

Regulationsstörungen können weder als alleiniges Problem des Säuglings noch als reine Folge elterlichen Verhaltens gesehen werden. Es geht immer um ein Miteinander und eine gelungene Abstimmung zwischen Eltern und Kind. Frühes Reagieren auf die Signale des Säuglings kann den Einstieg in das Weinen seltener machen. Ein strukturierter Tagesablauf und die Vermeidung von Überreizung sind ebenfalls hilfreich. Bitte beachten: In der „spannenden“ Situation ist der Säugling oft ruhig und interessiert. Sobald die interessante Situation vorbei ist, kommt es zu Unruhe, weil er nicht „abschalten“ kann. Eltern kennen den Effekt z.B. nach Besuchen. Während die Verwandtschaft da ist, wirkt alles gut, gegen Abend beginnt dann das Weinen. Eltern dürfen also Grenzen setzen, Besuchszeiten und Körperkontakt durch die Gäste begrenzen und ihren persönlichen Tagesrhythmus durchhalten. Hilfreich ist auch, das Weinen mehr als Kommunikationsmittel denn als Katastrophe zu sehen. Belastete Eltern können viel Sicherheit erlangen, wenn sie lernen, ihr Kind mit innerer Ruhe durch Weinphasen zu begleiten, statt das Weinen möglichst schnell beenden zu wollen. Der Ansatz der emotionellen ersten Hilfe etwa basiert auf der Vermittlung elterlicher Kompetenzen in diesem Bereich.

Gelassenheit und der Blick auf die individuelle Situation der Familie entlastet auch bei Schlafproblemen. Einschlafbegleitung und gemeinsames Schlafen von Eltern und Kind sind im ersten Lebensjahr und manchmal darüber hinaus für viele Familien gute Strategien für mehr Ruhe und Entspannung. Erzieherische Anstrengungen in Richtung Selbstständigkeit können schnell zum Stressfaktor werden, das Bett zum Ort von Streit und Angst machen und nicht zuletzt die Stillbeziehung gefährden (Hinweise für die Gestaltung einer sicheren Schlafumgebung finden sich u.a. im Beitrag Stillen in der Nacht; Anm. d. Red.).

Wenn Sie als Mutter oder Vater das Gefühl haben, Ihr Kind habe mehr Probleme als andere, ruhig zu werden, haben Sie die Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Kinderärzte, Hebammen und die örtlichen Gesundheitsämter können Auskunft geben, wo es in der Nähe spezialisierte Beratungsstellen (Schreiambulanzen) oder Psychotherapeuten gibt, die sich auf die Behandlung von Säuglingen spezialisiert haben. Auch der Besuch einer Stillgruppe und die Beratung durch eine ausgebildete Stillberaterin IBCLC kann Entlastung und Unterstützung bieten (Im Verzeichnis des Still-Lexikons finden sich Laktationsberaterinnen, die eine Schreibabyberatung anbieten: Geben Sie links, unter der Stichwortsuche, „Schreibabyberatung“ und rechts Ihren Wohnort an; Anm. d. Red.).

Regulation und Stillen

Die Sorge um das Gedeihen des Säuglings ist einer der häufigsten Gründe für vorzeitiges Zufüttern und Abstillen. Bei Kindern, die auch an der Brust weinen oder bald nach der Stillmahlzeit wieder unruhig sind, haben Eltern oft den Verdacht, die Muttermilch habe nicht ausgereicht, das Kind werde nicht mehr satt o. Ä. Es hilft sich klar zu machen, dass das Saugen an der Brust nicht nur für die Ernährung gut ist. Das Kind erhält auch Nähe und Zuwendung. Es erlebt ganz verschiedene Sinneseindrücke, wenn es die Mutter spürt, hört und tasten kann. Stillen nach Bedarf und nicht nach der Uhr befriedigt die Bedürfnisse auch von unruhigen Säuglingen am besten.

Dr. Claudia Ruff

Die Autorin, Dr. Claudia Ruff (www.claudia-ruff.de), ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin sowie Still- und Laktationsberaterin IBCLC in Bottrop. Einer ihrer Schwerpunkte ist die Therapie von Regulationsstörungen im Säuglings- und Kleinkindalter.

Fachliteratur:

  • Harms T: Emotionelle Erste Hilfe: Bindungsförderung – Krisenintervention – Eltern-Baby-Therapie. 2008, Berlin: Leutner.
  • Miller AR & Barr RG: Infantile colic. Is it a gut issue? Pediatric Clin North Am 1991;38(6):1407-1423.
  • Papousek M: Regulationsstörungen der frühen Kindheit: Klinische Evidenz für ein neues diagnostisches Konzept. In Papousek M, Schieche M & Wurmser H (Eds.), Regulationsstörungen der frühen Kindheit. Frühe Risiken und Hilfen im Entwicklungskontext der Eltern-Kind-Beziehungen. 2004, Bern: Hans Huber.
  • Wessel MA et al.: Paroxysmal fussing in infancy, sometimes called colic. Pediatrics 1954:14(5); 421-435.

Selbsthilfebücher:

  • Gonzales C: Mein Kind will nicht essen: Ein Löffelchen für Mama. 2010, Minden: La Leche Liga Deutschland e. V.
  • Pantley E: Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch. Das liebevolle Einschlafbuch. 2009, Stuttgart: Trias.
  • Sears W: Schlafen und Wachen – Ein Elternbuch für Kindernächte. Ein Elternbuch für Kindernächte. 2008, Zürich: La Leche League Schweiz.

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Baby schläft unruhig oder gar nicht: Tipps für müde Eltern

Wenn das Baby nachts nicht oder nur unruhig schläft, bringt es auch die Eltern um den Schlaf. Das sollten Sie wissen.

Eltern kennen das: Tagsüber schläft das Baby friedlich – und abends quengelt es und will einfach nicht zur Ruhe kommen. Dann helfen vor allem Rituale, die Sicherheit und Ruhe vermitteln. „Äußere Reize, insbesondere durch Medien, sind absolut zu vermeiden“, heißt es von der Kinderklinik Porz am Rhein. „Dadurch werden die Kinder abgelenkt – wenn auch nur unterbewusst.“

Bei vielen funktioniert auch das einfache Herumtragen – aber da heißt es ebenfalls: keine Ablenkung fürs Kind schaffen. „Das Gesicht des Babys sollte immer zur Trageperson zeigen, um visuelle Reize abzuschirmen“, erklärt eine Hebamme. Auch Stress kurz vor dem Schlafengehen – etwa Streit, Aufregung oder Anstrengungen sollten Eltern möglichst vermeiden.

Baby schläft nicht oder nur unruhig: In den ersten Monaten haben Kinder noch keinen Schlafrhythmus

Babys sind schon sehr früh in der Lage, Umweltreize wahrzunehmen. Bereits im Mutterbauch sei es daher sinnvoll, die Kinder an die eigene Stimme zu gewöhnen, sagt die Hebamme: „Das stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kind schon frühzeitig.“ Auch sanftes Wiegen ist sinnvoll – das ahmt die Bewegungen im Mutterbauch nach und beruhigt das Kind.

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„In den ersten Monaten haben die Kinder noch keinen geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus. Daher sind sie anfangs meist zu der Zeit aktiv, zu der sie geboren wurden.“. Wichtig sei, das Kind an stabile Rhythmen, insbesondere an den Tag-Nacht-Rhythmus, zu gewöhnen. „Dazu sollten Eltern bedenken, die Aktivitäten der Kinder tagsüber so zu planen, dass sie abends müde sind“, heißt es von der Kinderklinik Porz am Rhein.

Wichtig ist, das Zubettgehen zu einem möglichst gleichmäßigen Ritual zu machen – das gilt auch für die Menschen, die das Kind hinlegen. „Die Bezugspersonen sollten sich für das Zubettbringen auf möglichst wenige Personen beschränken“, sagt ein Psychologe. Und die Eltern sollten sich genug Zeit nehmen. „Ist man als Elternteil selbst gestresst oder hektisch, überträgt sich das auch auf den Säugling“, sagt er.

Wenn Babys Stress haben, dann schlafen sie unruhig

„Klappt das nicht, sollte man jemanden um Hilfe fragen und nicht zwanghaft versuchen sich zu entspannen – damit ist keinem geholfen“, sagt auch die Hebamme. Am besten hilft dann jemand, den das Baby gut kennt – etwa die Großeltern oder enge Freunde. Um das Kind zu entspannen, sollte außerdem alles, bei dem es irgendwie mit eingebunden wird, vorher erledigt sein. „Dazu gehört zum Beispiel das Wickeln des Kindes.“

Besser ist, etwas zu machen, wobei das Kind eine passive Rolle einnehmen kann. „Dafür bietet sich besonders Vorlesen oder Vorsingen an“, rät die Kinderklinik Porz am Rhein. Eltern sollten außerdem eine feste Zeitspanne für das Zubettbringen einplanen. „Setzt man zum Beispiel immer ein festes Zeitfenster von zehn Minuten an, kann das Kind diesen Ablauf verinnerlichen“, empfiehlt der Psychologe. Monotone Abläufe spielten dabei eine wichtige Rolle. „Dauern die Rituale zu lange, wirkt sich das eher negativ aus, da sie dann zum Spielen animieren.“

Das Stillen am späten Abend kann Babys munter machen

Auch ein Mitternachtssnack macht Säuglinge eher munter als müde. Die Kinderklinik rät davon ab: „Das Abendessen sollte mindestens eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen erledigt werden.“ Und gesunde Kinder müssen nachts nicht unbedingt etwas trinken. „Dabei muss das Kind selbst aktiv werden – das stört den Schlafrhythmus.“ Ruhig und zufrieden sind manche Säuglinge dagegen nach dem Stillen: Dabei würden sie oft besonders schnell müde, sagt die Hebamme. Das liegt an beruhigenden Stoffen in der Muttermilch.

Insgesamt brauchen die Babys vor allem eins: Sicherheit. Diese wird einerseits durch Rituale vermittelt, andererseits aber auch durch klare Absprachen zwischen den Eltern. Etwa wenn es darum geht, ob das Kind im Elternbett oder im Kinderzimmer schlafen soll. „Das Kind sollte mit zunehmendem Alter merken, dass die Eltern ihm zutrauen, alleine zu schlafen – nur so kann Selbstständigkeit für das Einschlafen erreicht werden“, sagt der Psychologe. Diese Abnabelung von den Eltern sei auch für ein gutes Familienklima wichtig. „Das Kind darf für die Eltern nicht ein eigenes Nähebedürfnis befriedigen, indem es mit im Bett schläft.“ „Das kann in späteren Jahren zu Unselbstständigkeit führen.“ (AZ, dpa)

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